Verordnung
des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales
und Gesellschaftlichen Zusammenhalt
zum Schutz vor dem Coronavirus SARS-CoV-2 und COVID-19
(Sächsische Corona-Schutz-Verordnung – SächsCoronaSchVO)
Vom 26. April 2022
Auf Grund des § 32 Satz 1 in Verbindung mit § 28 Absatz 1 Satz 1 und 2, § 28a Absatz 1, 3,
6, 7 Satz 1, 3 und 4 des Infektionsschutzgesetzes vom 20. Juli 2000 (BGBl. I S. 1045), von
denen:
§ 28 Absatz 1 Satz 1 durch Artikel 1 Nummer 16 des Gesetzes vom 18. November
2020 (BGBl. I S. 2397) geändert worden ist,
§ 28 Absatz 1 Satz 2 durch Artikel 1 Nummer 6 des Gesetzes vom 27. März 2020
(BGBl. I S. 587) neu gefasst worden ist,
§ 28a Absatz 3 zuletzt durch Artikel 12 des Gesetzes vom 10. September 2021
(BGBl. I S. 4147) geändert worden ist,
§ 28a Absatz 6 durch Artikel 1 Nummer 17 des Gesetzes vom 18. November 2020
(BGBl. I S. 2397) eingefügt worden ist,
§ 28a Absatz 7 zuletzt durch Artikel 1 Nummer 5 des Gesetzes vom 18. März 2022
(BGBl. I S. 466) geändert worden ist,
§ 32 Satz 1 durch Artikel 1 des Gesetzes vom 22. April 2021 (BGBl. I S. 802) neu
gefasst worden ist,
in Verbindung mit § 7 Absatz 1 der Infektionsschutzgesetz-Zuständigkeitsverordnung vom
9. Januar 2019 (SächsGVBl. S. 83), der zuletzt durch die Verordnung vom 8. Juni 2021
(SächsGVBl. S. 594) neu gefasst worden ist, verordnet das Staatsministerium für Soziales und
Gesellschaftlichen Zusammenhalt:
Inhaltsübersicht
§ 1 Zielsetzung, Geltungsbereich
§ 2 Begriffsbestimmungen
§ 3 Maskenpflicht
§ 4 Testpflicht
§ 5 Weitere Regelungen für Einrichtungen und Unternehmen des Gesundheits- und
Sozialwesens
§ 6 Vollstreckungshilfe, Ordnungswidrigkeiten
§ 7 Inkrafttreten, Außerkrafttreten
§ 1 Zielsetzung, Geltungsbereich
(1) Die Verordnung dient dem Schutz der Gesundheit der Menschen sowie der Vermeidung
einer Überlastung des Gesundheitssystems. Die nachfolgenden Regelungen zielen daher
insbesondere auf den Schutz von Menschen ab, die aufgrund ihres Alters, ihrer Behinderung
oder ihres Gesundheitszustandes ein erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen
Krankheitsverlauf der Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) haben. Daher wird den
Bürgerinnen und Bürgern dringend empfohlen:

1. in öffentlich zugänglichen Innenräumen weiterhin eine Mund-Nasen-Bedeckung
(vorzugsweise eine FFP2-Maske oder vergleichbare Atemschutzmaske) zu tragen,
2. wo immer möglich einen Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen
einzuhalten, insbesondere in öffentlich zugänglichen Innenräumen,
3. persönliche Kontakte zu reduzieren,
4. die Corona-Warn-App zu nutzen und
5. allgemeine Hygieneregeln zu beachten.
(2) Diese Verordnung gilt nicht für den Betrieb der Schulen und sonstigen in § 7 Absatz 2 der
Infektionsschutzgesetz-Zuständigkeitsverordnung vom 9. Januar 2019 (SächsGVBl. S. 83),
die zuletzt durch die Verordnung vom 25. März 2022 (SächsGVBl. S. 234) geändert worden
ist, in der jeweils geltenden Fassung, genannten Einrichtungen, einschließlich der
Schulinternate und der Kindertagespflege.
(3) Die Verpflichtung zur Vorlage eines Testnachweises oder zum Tragen einer Maske nach
dieser Verordnung gilt nicht für Einsatzkräfte der Polizei, der Feuerwehr und des
Katastrophenschutzes im Einsatz. Die Verpflichtung zur Vorlage eines Testnachweises nach
dieser Verordnung gilt nicht für Einsatzkräfte des Rettungsdienstes im Einsatz.
§ 2 Begriffsbestimmungen
(1) Für die Impf-, Genesenen- und Testnachweise gilt § 22a Absatz 1 bis 4 des
Infektionsschutzgesetzes vom 20. Juli 2000 (BGBl. I S. 1045), das zuletzt durch Artikel 4 des
Gesetzes vom 18. März 2022 (BGBl. I S. 473) geändert worden ist.
(2) Geimpfte oder genesene Personen sind Personen im Sinne von § 2 Nummer 2 oder
Nummer 4 der COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung vom 8. Mai 2021 (BAnz
AT 08.05.2021 V1), die zuletzt durch Artikel 1 des Gesetzes vom 18. März 2022 (BGBl. I S.
478) geändert worden ist.
§ 3 Maskenpflicht
(1) Für das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung, eines medizinischen Mund-Nasen-
Schutzes (sogenannte OP-Maske), einer FFP2-Maske oder vergleichbaren Atemschutzmaske
(Maskenpflicht) gilt:
1. die Verpflichtung zum Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes wird auch
mit dem Tragen einer FFP2-Maske oder vergleichbaren Atemschutzmaske erfüllt,
2. FFP2-Masken und vergleichbare Atemschutzmasken sind jeweils nur ohne
Ausatemventil zulässig,
3. Kinder bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres sind von der Maskenpflicht befreit,
4. die
Verpflichtung
zum
Tragen
einer
FFP2-Maske
oder
vergleichbarer
Atemschutzmaske gilt für Kinder zwischen der Vollendung des 6. und 16. Lebensjahres
mit der Maßgabe, dass sie nur einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz tragen
müssen,
5. Personen, die glaubhaft machen können, dass ihnen das Tragen der vorgeschriebenen
Maske aufgrund einer Behinderung oder aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich
oder unzumutbar ist, sind von der Trageverpflichtung befreit; insoweit kann ihnen aus
infektionsschutzrechtlichen Gründen die Nutzung einschlägiger Angebote und der
Aufenthalt
in
einschlägigen
Einrichtungen
nicht
versagt
werden;
arbeitsschutzrechtliche Vorgaben, die bei einer Befreiung von der Pflicht zum Tragen
einer Maske dazu führen, dass eine Beschäftigung nicht zulässig ist, bleiben unberührt;
die Glaubhaftmachung erfolgt bei gesundheitlichen Gründen insbesondere durch eine
ärztliche Bescheinigung im Original, dass aufgrund einer gesundheitlichen
Beeinträchtigung, einer chronischen Erkrankung oder einer Behinderung keine Maske
getragen werden kann,

6. das Abnehmen der Mund-Nasen-Bedeckung ist zulässig, solange es zu
Identifikationszwecken oder zur Kommunikation mit Menschen mit Hörbehinderung
erforderlich ist,
7. das Abnehmen der Mund-Nasen-Bedeckung ist zulässig, wenn dies aus sonstigen
unabweisbaren Gründen erforderlich ist.
(2) Eine Verpflichtung zum Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes besteht in
Verkehrsmitteln des öffentlichen Personennahverkehrs für das Kontroll- und Servicepersonal
und das Fahr- und Steuerpersonal, soweit für dieses tätigkeitsbedingt physischer Kontakt zu
anderen Personen besteht, sowie für Schülerinnen und Schüler.
(3) Eine Verpflichtung zum Tragen von FFP2-Masken oder vergleichbaren Atemschutzmasken
besteht in oder für
1. Arztpraxen,
2. Krankenhäusern,
3. Einrichtungen für ambulantes Operieren,
4. Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen, in denen eine den Krankenhäusern
vergleichbare medizinische Versorgung erfolgt,
5. Dialyseeinrichtungen,
6. Tageskliniken,
7. ambulante
Pflegedienste,
die
ambulante
Intensivpflege
in
Einrichtungen,
Wohngruppen oder sonstigen gemeinschaftlichen Wohnformen erbringen,
8. Rettungsdienste,
9. nicht unter § 23 Absatz 5 Satz 1 des Infektionsschutzgesetzes fallende voll- oder
teilstationäre Einrichtungen zur Betreuung und Unterbringung älterer, behinderter oder
pflegebedürftiger Menschen oder vergleichbare Einrichtungen,
10. nicht unter § 23 Absatz 5 Satz 1 des Infektionsschutzgesetzes fallende ambulante
Pflegedienste und Unternehmen, die den Einrichtungen nach § 36 Absatz 1 Nummer
2 des Infektionsschutzgesetzes vergleichbare Dienstleistungen anbieten; Angebote
zur Unterstützung im Alltag im Sinne von § 45a Absatz 1 Satz 2 des Elften Buches
Sozialgesetzbuch – Soziale Pflegeversicherung – (Artikel 1 des Gesetzes vom 26. Mai
1994, BGBl. I S. 1014, 1015), das zuletzt durch Artikel 1a des Gesetzes vom 23. März
2022 (BGBl. I S. 482) geändert worden ist, zählen nicht zu den Dienstleistungen, die
mit Angeboten in Einrichtungen nach § 36 Absatz 1 Nummer 2 des
Infektionsschutzgesetzes vergleichbar sind,
11. Verkehrsmitteln des öffentlichen Personennahverkehrs für Fahrgäste,
12. Fahrgäste in Verkehrsmitteln, die entgeltlich oder geschäftsmäßig zwischen Wohnort
oder Wohnstätte und Einrichtungen von Menschen mit Behinderungen sowie
pflegebedürftigen Menschen und Patienten zu deren Behandlung oder Betreuung
befördern und
13. Obdachlosenunterkünfte.
Sofern
arbeitsschutzrechtliche
Bestimmungen
dem
Tragen
einer
FFP2-Maske
entgegenstehen oder Beschäftigte Tätigkeiten unter Einhaltung des Mindestabstands nach
§ 1 Absatz 1 Satz 3 Nummer 2 zu den betreuten, behandelten oder gepflegten Personen
ausüben, besteht, abweichend von Satz 1, die Pflicht zum Tragen eines medizinischen Mund-
Nasen-Schutzes. Die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske oder eines medizinischen Mund-
Nasen-Schutzes gilt bei Einrichtungen und Unternehmen nach Satz 1 Nummer 1 bis 10 und
13 nicht
1. in Patientenzimmern der Gesundheitseinrichtungen nach § 23 Absatz 3 Satz 1 des
Infektionsschutzgesetzes für die Patientinnen und Patienten,
2. für Bewohnerinnen und Bewohner sowie Tagespflegegäste von Einrichtungen nach
§ 36 Absatz 1 Nummer 2 des Infektionsschutzgesetzes,
3. in Übernachtungszimmern von Obdachlosenunterkünften für Übernachtende sowie

4. für Personen ohne Kontakt zu vulnerablen Personengruppen.
§ 4 Testpflicht
(1) Arbeitgeber, Beschäftigte und Besucher in den folgenden Einrichtungen und Unternehmen
dürfen diese nur betreten oder in diesen tätig sein, wenn sie einen aktuellen Testnachweis vor
dem Zugang vorlegen und diesen mit sich führen:
1. stationäre
Pflegeeinrichtungen
einschließlich
stationärer
Hospize
und
Kurzzeitpflegeeinrichtungen,
2. Tagespflegeeinrichtungen gemäß § 71 Absatz 2 Nummer 2, zweite Alternative des
Elften Buches Sozialgesetzbuch,
3. ambulante Pflegedienste nach § 23 Absatz 3 Satz 1 Nummer 11 des
Infektionsschutzgesetzes, ambulante Pflegedienste und Unternehmen einschließlich
ambulanter
Hospizdienste
nach
§
36
Absatz
1
Nummer
7
des
Infektionsschutzgesetzes,
4. Werkstätten für behinderte Menschen,
5. andere Leistungsanbieter gemäß § 60 des Neunten Buches Sozialgesetzbuch vom
23. Dezember 2016 (BGBl. I S. 3234), das zuletzt durch Artikel 7c des Gesetzes vom
27. September 2021 (BGBl. I S. 4530) geändert worden ist,
6. andere, den Nummern 4 und 5 vergleichbare tagesstrukturierende Angebote,
7. Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation gemäß § 51 des Neunten Buches
Sozialgesetzbuch,
8. Einrichtungen der Eingliederungshilfe nach § 2 Absatz 1 des Sächsischen Betreuungs-
und Wohnqualitätsgesetzes vom 12. Juli 2012 (SächsGVBl. S. 397), das zuletzt durch
das Gesetz vom 6. Juni 2019 (SächsGVBl. S. 466) geändert worden ist, sowie
Wohnstätten, in denen Leistungen der Eingliederungshilfe für Kinder und Jugendliche
erbracht werden,
9. ambulant betreute Wohngemeinschaften sowie Wohngruppen mit Menschen mit
Behinderungen nach § 2 Absatz 2 und 3 des Sächsischen Betreuungs- und
Wohnqualitätsgesetzes, soweit für diese der Teil 2 des Sächsischen Betreuungs- und
Wohnqualitätsgesetzes Anwendung findet,
10. Krankenhäuser,
11. Einrichtungen zur gemeinschaftlichen Unterbringung von Asylbewerbern, vollziehbar
Ausreisepflichtigen, Flüchtlingen und Spätaussiedlern,
12. Justizvollzugsanstalten, Abschiebungshafteinrichtungen,
Maßregelvollzugseinrichtungen sowie andere Abteilungen oder Einrichtungen, wenn
und soweit dort dauerhaft freiheitsentziehende Unterbringungen erfolgen,
insbesondere psychiatrische Krankenhäuser sowie
13. Frauen-, Männer- und Kinderschutzeinrichtungen.
Alle Arbeitgeber sowie die Leitungen der in Satz 1 genannten Einrichtungen und Unternehmen
sind verpflichtet, die Einhaltung der Verpflichtung nach Satz 1 und Absatz 2 durch
Nachweiskontrollen täglich zu überwachen und regelmäßig zu dokumentieren. Zur
Nachweisführung genügt die Gewährung der Einsichtnahme in den Testnachweis gemeinsam
mit einem amtlichen Lichtbildausweis im Original. Die Testpflichten gelten nicht für Personen
bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres.
(2) Abweichend von Absatz 1 Satz 1 müssen Arbeitgeber und Beschäftigte, die geimpfte oder
genesene Personen sind, mindestens zweimal pro Kalenderwoche einen aktuellen
Testnachweis vorlegen; Arbeitgeber und Beschäftigte in Einrichtungen und Unternehmen nach
Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 bis 3, die geimpfte oder genesene Personen sind, mindestens
dreimal pro Kalenderwoche.

(3) Für Arbeitgeber und Beschäftigte kann die zugrundeliegende Testung auch durch Antigen-
Tests zur Eigenanwendung ohne Überwachung erfolgen, wenn sie geimpfte oder genesene
Personen sind; das gilt entsprechend für Besucher, die als medizinisches Personal die in den
in Absatz 1 Satz 1 genannten Einrichtungen und Unternehmen behandelten, betreuten,
gepflegten oder untergebrachten Personen zu Behandlungszwecken aufsuchen und geimpfte
oder genesene Personen sind, jedoch nicht für Menschen mit Behinderungen, die Leistungen
im Eingangsverfahren, im Berufsbildungsbereich oder im Arbeitsbereich einer anerkannten
Werkstatt für behinderte Menschen oder eines anderen Leistungsanbieters nach § 60 des
Neunten Buches Sozialgesetzbuch erhalten.
(4) In oder von den in Absatz 1 Satz 1 genannten Einrichtungen und Unternehmen behandelte,
betreute,
gepflegte
oder
untergebrachte
Personen,
mit
Ausnahme
von
in
Tagespflegeeinrichtungen nach Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 betreuten Personen, gelten nicht
als Besucher im Sinne des Absatzes 1 Satz 1. Ebenso gelten Begleitpersonen, die die nach
Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 bis 12 genannten Einrichtungen oder Unternehmen nur für einen
unerheblichen Zeitraum betreten, nicht als Besucher im Sinne des Absatzes 1 Satz 1.
(5) Absatz 1 Satz 1 gilt nicht für Besucher, die die Einrichtung oder das Unternehmen im
Rahmen eines Notfalleinsatzes oder aus anderen Gründen ohne Kontakt zu den in den in
Absatz 1 Satz 1 genannten Einrichtungen und Unternehmen behandelten, betreuten,
gepflegten oder untergebrachten Personen nur für einen unerheblichen Zeitraum betreten.
(6)
Menschen
mit
Behinderungen,
die
Leistungen
im
Eingangsverfahren,
im
Berufsbildungsbereich oder im Arbeitsbereich einer anerkannten Werkstatt für behinderte
Menschen oder eines anderen Leistungsanbieters nach § 60 des Neunten Buches
Sozialgesetzbuch erhalten, sowie Auszubildende, Studierende und Schülerinnen und Schüler,
die die in Absatz 1 Satz 1 genannten Einrichtungen und Unternehmen zum Zweck ihrer
beruflichen Bildung betreten, gelten als Beschäftigte im Sinne des Absatzes 1 Satz 1.
(7) Abweichend von Absatz 1 Satz 1 ist Arbeitgebern, Beschäftigten und Besuchern das
Betreten der in Absatz 1 Satz 1 genannten Einrichtungen oder Unternehmen erlaubt, um
1. unmittelbar vor der Aufnahme der Tätigkeit oder dem Besuch ein Testangebot der
Einrichtung oder des Unternehmens wahrzunehmen oder
2. ein Impfangebot wahrzunehmen.
Der Arbeitgeber hat seine Beschäftigten bei Bedarf in barrierefrei zugänglicher Form über die
betrieblichen Zugangsregelungen zu informieren.
(8) Abweichend von Absatz 1 Satz 1 entfällt die Pflicht zur Vorlage eines Testnachweises für
1. Arbeitgeber und Beschäftigte, die als asymptomatische, positiv getestete Personen
von einem bestehenden Absonderungsgebot aufgrund einer Allgemeinverfügung
oder eines Verwaltungsakts des jeweils zuständigen Landkreises oder der Kreisfreien
Stadt zum Zweck der Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit ausgenommen sind, um
die Arbeitsfähigkeit der jeweiligen Einrichtung zu erhalten (Arbeitsquarantäne),
2. Arbeitgeber, Beschäftigte und Besucher, die aufgrund eines positiven Testergebnisses
abgesondert waren, für den begrenzten Zeitraum ab dem 11. Tag nach dem Beginn
der Absonderung und bis einschließlich dem 28. Tag nach der Testung, auf deren
Grundlage die Absonderung erfolgte.

§ 5 Weitere Regelungen für Einrichtungen und Unternehmen des Gesundheits- und
Sozialwesens
Für heilpädagogische Kindertageseinrichtungen und heilpädagogische Einrichtungen der
Ganztags- und Ferienbetreuung findet § 3 Absatz 1 und 2 bis 5 der Schul- und Kita-
Coronaverordnung vom 30. März 2022 (SächsGVBl. S. 235), in der bis zum 17. April 2022
geltenden Fassung, entsprechend Anwendung.
§ 6 Vollstreckungshilfe, Ordnungswidrigkeiten
(1) Die nach § 1 Absatz 1 Satz 1 der Infektionsschutzgesetz-Zuständigkeitsverordnung
zuständigen Behörden haben
1. die Bestimmungen dieser Verordnung,
2. die von der obersten Landesgesundheitsbehörde gemäß § 1 Absatz 1 Satz 3 der
Infektionsschutzgesetz-Zuständigkeitsverordnung
in
Eilfällen
wahrgenommenen
Aufgaben und Befugnisse und
3. die von der obersten Landesgesundheitsbehörde gemäß § 1 Absatz 2 der
Infektionsschutzgesetz-Zuständigkeitsverordnung getroffenen Maßnahmen
umzusetzen. Dabei ist der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zu wahren. Sie können dabei
die Ortspolizeibehörden um Vollzugs- und Vollstreckungshilfe ersuchen. Die Zuständigkeiten
zum
Vollzug
der
Arbeitsschutzvorschriften
gemäß
der
Sächsischen
Arbeitsschutzzuständigkeitsverordnung vom 6. Juli 2008 (SächsGVBl. S. 416), die zuletzt
durch die Verordnung vom 8. Oktober 2019 (SächsGVBl. S. 706) geändert worden ist, bleiben
unberührt.
(2) Ordnungswidrig im Sinne des § 73 Absatz 1a Nummer 24 des Infektionsschutzgesetzes
handelt, wer fahrlässig oder vorsätzlich
1. entgegen § 3 Absatz 2, Absatz 3 Satz 2 keinen medizinischen Mund-Nasen-Schutz
oder keine FFP2-Maske oder vergleichbare Atemschutzmaske trägt,
2. entgegen § 3 Absatz 3 Satz 1 keine FFP2-Maske oder keine vergleichbare
Atemschutzmaske trägt,
3. entgegen § 4 Absatz 1 Satz 1 den Zutritt unberechtigt gewährt oder ohne den
entsprechenden Nachweis Einrichtungen oder Unternehmen betritt oder in diesen tätig
wird.
§ 7 Inkrafttreten, Außerkrafttreten
(1) Diese Verordnung tritt am 1. Mai 2022 in Kraft.
(2) Diese Verordnung tritt mit Ablauf des 28. Mai 2022 außer Kraft.
Dresden, den 26. April 2022
Die Staatsministerin für Soziales
und Gesellschaftlichen Zusammenhalt
Petra Köpping

Begründung
A. Bekanntmachung der Begründung
Die Bekanntmachung der Begründung dieser Verordnung erfolgt im Hinblick auf § 28a Absatz
5 Satz 1 des Infektionsschutzgesetzes.
B. Allgemeiner Teil
Die Sächsische Corona-Schutz-Verordnung vom 31. März 2022 tritt mit Ablauf des 30. April
2022 außer Kraft. Mit vorliegender Verordnung erfolgt eine Neufassung der Sächsischen
Corona-Schutz-Verordnung mit der den aktuellen praktischen Erfordernissen zum Schutz der
Bevölkerung vor der Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) entsprochen wird.
Das Infektionsgeschehen stellt sich aktuell wie folgt dar:
Mit Stand vom 26. April 2022 betrug die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen in Sachsen
669,8. Die Sieben-Tage-Inzidenz Hospitalisierung belief sich auf 5,5. In den sächsischen
Krankenhäusern wurden am 26. April 2022 insgesamt 996 COVID-19-Patientinnen und -
Patienten behandelt (873 auf der Normalstation und 123 auf der Intensivstation).
Niedrigschwellige Schutzmaßnahmen nach § 28a Absatz 7 des Infektionsschutzgesetzes zur
Verhinderung der Verbreitung der Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) sind unabhängig
vom lokalen Infektionsgeschehen weiterhin möglich und im Freistaat Sachsen mit Rücksicht
auf das Infektionsgeschehen auch erforderlich. Die bisherigen Schutzmaßnahmen werden
daher fortgeführt. Dies sind unter anderem:
1. die Verpflichtung zum Tragen einer FFP2-Maske oder vergleichbaren Atemschutzmaske in
- Arztpraxen sowie in Einrichtungen und Unternehmen nach § 23 Absatz 3 Satz 1 Nummer
1 bis 5, 11 und 12 des Infektionsschutzgesetzes sowie § 36 Absatz 1 Nummer 2 und 7
des Infektionsschutzgesetzes,
- Verkehrsmitteln des öffentlichen Personennahverkehrs für Fahrgäste und
- Einrichtungen nach § 36 Absatz 1 Nummer 3 und 4 des Infektionsschutzgesetzes,
2. die Verpflichtung zur Testung auf das Vorliegen einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-
CoV-2 in
- Einrichtungen und Unternehmen nach § 23 Absatz 3 Satz 1 Nummer 1 und 11 des
Infektionsschutzgesetzes sowie nach § 36 Absatz 1 Nummer 2, 4 und 7 des
Infektionsschutzgesetzes und
- Justizvollzugsanstalten,
Abschiebungshafteinrichtungen,
Maßregelvollzugseinrichtungen sowie anderen Abteilungen oder Einrichtungen, wenn
und soweit dort dauerhaft freiheitsentziehende Unterbringungen erfolgen, insbesondere
psychiatrische Krankenhäuser.
Neu aufgenommen wurde die Arbeitsquarantäne als Ausnahme von der Testpflicht für
infektionsschutzrechtlich besonders gefährdete Einrichtungen.
C. Erfüllungsaufwand
Mit der Fortführung der niedrigschwelligen Schutzmaßnahmen ist kein zusätzlicher
Erfüllungsaufwand für Wirtschaft und Kommunen sowie Bürgerinnen und Bürger verbunden.
Die landesweit einheitlich geltenden Beschränkungen sind zur Verhinderung der Verbreitung
der Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) nach wie vor erforderlich.

D. Besonderer Teil
Zu § 1 (Zielsetzung, Geltungsbereich)
Die Vorschrift verdeutlicht die Zielstellung der Schutzmaßnahmen. Diese beschränken sich
entsprechend den Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes auf Basisschutzmaßnahmen. Aus
diesem Grund appelliert Absatz 1 weiterhin an die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und
Bürger, die in den letzten zwei Jahren bekannten, bewährten und wirksamen
Schutzmaßnahmen einzuhalten.
Absatz 2 stellt klar, dass auch nach dem Auslaufen der Schul- und Kita-Coronaverordnung
vom 30. März 2022 (SächsGVBl. S. 235) am 18. April 2022 die dort bislang in § 1 Absatz 1
genannten Einrichtungen vom Anwendungsbereich dieser Verordnung ausgeschlossen
bleiben.
Absatz 3 nimmt mit Rücksicht auf praktische Erfordernisse die Einsatzkräfte der Polizei, der
Feuerwehr, des Katastrophenschutzes und des Rettungsdienstes im Einsatz weiterhin von der
Testpflicht aus. Für den Rettungsdienst besteht die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske oder
vergleichbarer Atemschutzmaske nach § 3 Absatz 3 Satz 1 Nummer 8 auch im Einsatz.
Zu § 2 (Begriffsbestimmungen)
Die bisherigen Begriffsbestimmungen gelten unverändert fort.
Zu § 3 (Maskenpflicht)
Absatz 3 listet wie bisher die Bereiche abschließend auf, in denen FFP2-Masken zu tragen
sind. Bei den aufgelisteten Einrichtungen, Angeboten und Bereichen handelt es sich
unverändert um infektionsschutzrechtlich besonders sensible Bereiche, die generell einen
höheren Standard an die zu verwendenden Masken erfordern, um einerseits Gefahren für
Personen, die auf Grund ihres Alters oder ihres Gesundheitszustandes ein erhöhtes Risiko für
einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf der Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19)
haben, zu reduzieren und andererseits das aufgrund einer hohen Fluktuation und dem
beengten Raum bestehende Infektionsrisiko möglichst zu minimieren.
Insbesondere wird die Verpflichtung zum Tragen von FFP2-Masken in Verkehrsmitteln, die
Menschen mit Behinderungen von deren Wohnort oder Wohnstätte gemeinsam in die
Werkstatt oder andere Tageseinrichtungen befördern, beibehalten. Das sind Fahrten, in denen
mehrere Fahrgäste auf engem und in geschlossenem Raum zusammensitzen. Auch in den
Tageseinrichtungen für Menschen mit Behinderungen unterfällt diese Personengruppe nach
Absatz 3 Satz 1 Nummer 9 der Verpflichtung zum Tragen einer FFP2-Maske. Bei den
Fahrdiensten handelt es sich um ambulante Dienstleistungen, die den Einrichtungen nach
§ 36 Absatz 1 Nummer 2 des Infektionsschutzgesetzes vergleichbar sind und nicht unter einer
der in § 36 Absatz 1 Nummer 7 des Infektionsschutzgesetzes zitierten Vorschriften subsumiert
werden können.
Weiterhin unterfallen auch pflegebedürftige Menschen und Patienten im Rahmen einer
gemeinschaftlichen Beförderung zu Einrichtungen, in denen sie behandelt oder betreut
werden, der Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske, da sie hier auf engstem Raum mit anderen
vulnerablen Personen zusammenkommen und Mindestabstände, wie sie grundsätzlich in den
Einrichtungen (beispielsweise in Tagespflegeeinrichtungen) berücksichtigt werden, nicht
eingehalten werden können.

Fortgeführt
werden
die
Ausnahmen
von
der
FFP2-Maskenpflicht
für
Gesundheitseinrichtungen nach § 23 Absatz 3 Satz 1 des Infektionsschutzgesetzes und
Einrichtungen nach § 36 Absatz 1 Nummer 2 des Infektionsschutzgesetzes sowie für
Personen ohne Kontakt zu vulnerablen Gruppen. Ausgenommen von der FFP2-Maskenpflicht
können beispielsweise die Beschäftigten in Verwaltungs- und Wirtschaftsbereichen der
genannten Einrichtungen sein.
Neu in Absatz 3 Satz 2 ist eine Ausnahme von der FFP2-Maskenpflicht für Beschäftigte, die
Tätigkeiten unter Einhaltung des Mindestabstands zu den betreuten, behandelten oder
gepflegten Personen ausüben, aufgenommen worden. Damit soll den steigenden
Temperaturen und der Zunahme von beruflich bedingten Dermatosen Rechnung getragen
werden. Besucher müssen weiterhin FFP2-Masken tragen, da deren Kontaktzeiten zu den in
Gesundheits- und Sozialeinrichtungen betreuten, behandelten oder gepflegten Personen
deutlich geringer ausfallen.
Zu § 4 (Testpflicht)
Die Testpflicht gilt unverändert in oder für:
1. stationären
Pflegeeinrichtungen
einschließlich
stationärer
Hospize
und
Kurzzeitpflegeeinrichtungen (Einrichtungen nach § 36 Absatz 1 Nummer 2 des
Infektionsschutzgesetzes),
2. Tagespflegeeinrichtungen gemäß § 71 Absatz 2 Nummer 2, zweite Alternative des Elften
Buches Sozialgesetzbuch (Einrichtungen nach § 36 Absatz 1 Nummer 2 des
Infektionsschutzgesetzes),
3. ambulanten Pflegediensten nach § 23 Absatz 3 Satz 1 Nummer 11 des
Infektionsschutzgesetzes, ambulanten Pflegediensten und Unternehmen einschließlich
ambulanter Hospizdienste nach § 36 Absatz 1 Nummer 7 des Infektionsschutzgesetzes,
4. Werkstätten für behinderte Menschen (Einrichtungen nach § 36 Absatz 1 Nummer 2 des
Infektionsschutzgesetzes),
5. anderen Leistungsanbietern gemäß § 60 des Neunten Buches Sozialgesetzbuch
(Einrichtungen nach § 36 Absatz 1 Nummer 2 des Infektionsschutzgesetzes),
6. anderen, den Nummern 4 und 5 vergleichbaren tagesstrukturierenden Angeboten
(Einrichtungen nach § 36 Absatz 1 Nummer 2 des Infektionsschutzgesetzes),
7. Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation gemäß § 51 des Neunten Buches
Sozialgesetzbuch
(Einrichtungen
nach
§
36
Absatz
1
Nummer
2
des
Infektionsschutzgesetzes),
8. Einrichtungen der Eingliederungshilfe nach § 2 Absatz 1 des Sächsischen Betreuungs-
und Wohnqualitätsgesetzes vom 12. Juli 2012 (Einrichtungen nach § 36 Absatz 1 Nummer
2 des Infektionsschutzgesetzes) sowie Wohnstätten, in denen Leistungen der
Eingliederungshilfe für Kinder und Jugendliche erbracht werden (§ 36 Absatz 1 Nummer
2 des Infektionsschutzgesetzes),
9. ambulant betreuten Wohngemeinschaften sowie Wohngruppen mit Menschen mit
Behinderungen nach § 2 Absatz 2 und 3 des Sächsischen Betreuungs- und
Wohnqualitätsgesetzes, soweit für diese der Teil 2 des Sächsischen Betreuungs- und
Wohnqualitätsgesetzes Anwendung findet (Einrichtungen nach § 36 Absatz 1 Nummer 2
des Infektionsschutzgesetzes),
10. Krankenhäusern (Einrichtungen nach § 23 Absatz 3 Satz 1 Nummer 1 des
Infektionsschutzgesetzes),
11. Einrichtungen zur gemeinschaftlichen Unterbringung von Asylbewerbern, vollziehbar
Ausreisepflichtigen, Flüchtlingen und Spätaussiedlern (Einrichtungen nach § 36 Absatz 1
Nummer 4 des Infektionsschutzgesetzes),
12. Justizvollzugsanstalten, Abschiebungshafteinrichtungen, Maßregelvollzugseinrichtungen
sowie anderen Abteilungen oder Einrichtungen, wenn und soweit dort dauerhaft
freiheitsentziehende
Unterbringungen
erfolgen,
insbesondere
psychiatrische

Krankenhäuser (Einrichtungen nach § 28a Absatz 7 Satz 1 Nummer 2 Buchstabe c des
Infektionsschutzgesetzes) und
13. Frauen-, Männer- und Kinderschutzeinrichtungen (Einrichtungen nach § 36 Absatz 1
Nummer 2 des Infektionsschutzgesetzes).
Die nach § 28a Absatz 7 Satz 1 Nummer 2 Buchstabe a des Infektionsschutzgesetzes
vorgesehene Testpflicht wird nicht nur für Arbeitgeber und Beschäftigte, sondern auch für
Besucherinnen und Besucher zum Zweck des Schutzes vulnerabler Gruppen in bestimmten
Einrichtungen festgelegt. Andernfalls besteht die Gefahr, dass infektiöse Personen den
Schutzzweck der Norm vereiteln, wenn sie ohne vorherige Testung in einer Einrichtung
betreute vulnerable Personen besuchen. Insoweit ist das Zugangsverbot für nicht getestete
Personen als Folge einer Missachtung der bestehenden Testpflicht zu verstehen und nicht als
Zugangsbeschränkung im Sinne von § 28a Absatz 8 Satz 1 Nummer 3 des
Infektionsschutzgesetzes. Mit Rücksicht auf die praktische Umsetzbarkeit der Vorschrift
enthält Absatz 7 deshalb auch eine Ausnahme zum Betreten ausschließlich zum Zwecke der
Testung und der Wahrnehmung von Impfangeboten.
Absatz 1 Satz 1 listet klarstellend die betroffenen Einrichtungen und Unternehmen auf. Bei den
genannten Einrichtungen handelt sich um solche, die in § 28a Absatz 7 Satz 1 Nummer 2 des
Infektionsschutzgesetzes aufgeführt sind. In Nummer 13 wird die Testpflicht für Frauen-,
Männer-
und
Kinderschutzeinrichtungen
fortgeführt.
In
Frauen-,
Männer-
und
Kinderschutzeinrichtungen werden auch Personen gemeinschaftlich untergebracht, die aus
infektionshygienischer Sicht ein erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Verlauf der
Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) haben, wie insbesondere behinderte, vorerkrankte
und ältere Menschen. Insofern handelt es sich um vergleichbare Einrichtungen für die
vollstationäre Unterbringung vulnerabler Gruppen im Sinne von § 36 Absatz 1 Nummer 2 des
Infektionsschutzgesetzes. Eine räumliche Trennung von Gruppen mit unterschiedlicher
Risikolage aus infektionshygienischer Sicht ist in den Einrichtungen in aller Regel nicht
möglich, alternative Unterbringungsmöglichkeiten für die Abwendung von Gefahr für Leib und
Leben im Falle häuslicher Gewalt bestehen ebenfalls nicht.
Neu aufgenommen in Absatz 1 Satz 1 Nummer 8 wurde - in Folge des Wegfalls der
bundesrechtlichen Bestimmungen - die Klarstellung, dass zu den Einrichtungen der
Eingliederungshilfe auch Wohnstätten gehören, in denen Leistungen der Eingliederungshilfe
an Kinder und Jugendliche erbracht werden.
Die in Absatz 1 Satz 2 von Arbeitgebern geforderte Dokumentation beschränkt sich auf die
Feststellung, dass die vorgeschriebenen Kontrollen durchgeführt worden sind. Nicht zu
erfassen sind die einzelnen Daten zu den vorgelegten Nachweisen.
Absatz 8 bestimmt Ausnahmen von der Pflicht zur Vorlage eines Testnachweises.
Nummer 1 regelt den Fall der sogenannten Arbeitsquarantäne. Grundlage sind die
Allgemeinverfügungen oder Verwaltungsakte der jeweils zuständigen Landkreise oder
Kreisfreien Städte, die auf der Fünfzehnten Muster-Allgemeinverfügung des Sächsischen
Staatsministeriums für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt vom 20. April 2022
"Vollzug des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) - Absonderung von Verdachtspersonen und von
positiv auf das Coronavirus getesteten Personen" beruhen. Mit der Arbeitsquarantäne soll
asymptomatischen, positiv getesteten Personen ausnahmsweise der Zutritt zur Erhaltung der
Arbeitsfähigkeit einer Einrichtung ermöglicht werden. Asymptomatische, infizierte Beschäftigte
in Pflege-, Gesundheits- und Eingliederungshilfeeinrichtungen können danach bei
Personalengpässen nach einer entsprechenden Anzeige beim Gesundheitsamt die
Absonderung zum Zwecke der Arbeitsaufnahme insbesondere zur Versorgung von infizierten
Bewohnern/Patienten
unterbrechen,
sofern
keine
Nutzung
des
öffentlichen
Personennahverkehrs erfolgt und die weiteren mit der Absonderung verbundenen
Beschränkungen (zum Beispiel Einkaufsverbot) eingehalten werden.

Nummer 2 berücksichtigt, dass asymptomatische Personen bei einer Testung nach wie vor
eine Viruslast aufweisen können, auch wenn sie nicht mehr ansteckend sind. Die Regelung ist
damit notwendig, damit asymptomatische Personen, deren Test noch Viruslast nachweist,
arbeiten und Besuche vornehmen können. Hierbei wird davon ausgegangen, dass nach einer
zehntägigen Absonderung zumindest bis zum 28. Tag nach der einschlägigen Testung keine
Ansteckungsfähigkeit mehr besteht.
Zu § 5 (Weitere Regelungen für Einrichtungen und Unternehmen des Gesundheits- und
Sozialwesens)
In heilpädagogischen Kindertageseinrichtungen und heilpädagogischen Einrichtungen der
Ganztags- und Ferienbetreuung werden vielfach Kinder betreut und gefördert, die auf Grund
ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen eines besonderen Schutzes vor einer Infektion mit
dem Coronavirus SARS-CoV-2 bedürfen. Die Vorschrift bestimmt für diese Einrichtungen
deshalb, dass die in § 3 Absatz 1 und 2 bis 5 der Schul- und Kita-Coronaverordnung vom 30.
März 2022 geregelten Zutrittsbeschränkungen für nicht regelmäßig getestete oder
symptomatische Personen fortgelten.
Auszug aus Schul- und Kita-Coronaverordnung vom 30. März 2022:
„§ 3 Zutrittsbeschränkungen
(1) Personen ist der Zutritt zum Gelände der in § 1 Absatz 1 genannten Schulen und
Kindertageseinrichtungen untersagt, wenn sie nicht zweimal wöchentlich im Abstand von drei
bis vier Tagen durch einen Test nachweisen, dass keine Infektion mit SARS-CoV-2 besteht.
Das Zutrittsverbot nach Satz 1 gilt nicht
1. für Personen, die in Kinderkrippen und Kindergärten betreute Kinder, Schülerinnen oder
Schüler zum Bringen oder Abholen kurzzeitig begleiten,
2. wenn unmittelbar nach dem Betreten des Geländes ein Test auf das Vorliegen einer
Infektion mit SARS-CoV-2 vorgenommen wird,
3. für die in Kinderkrippen und Kindergärten betreuten Kinder,
4. an Sonntagen für Wahlen und Abstimmungen.
Geimpften und Genesenen wird empfohlen, durch einen Test sicherzustellen, dass keine
Infektion mit SARS-CoV-2 besteht. Der Veranstalter von Nutzungen und Zusammenkünften
außerhalb der Unterrichts- und Betreuungszeiten muss sicherstellen, dass Handreinigungs-
und ein zumindest begrenzt viruzides Desinfektionsmittel in hinreichender Menge zur
Verfügung stehen sowie die genutzten Oberflächen, Gegenstände und Räume nach
Beendigung der Nutzung oder Zusammenkunft vor der nächsten Nutzung durch die Schulen
und Kindertageseinrichtungen gründlich gereinigt werden. Außensportanlagen müssen nicht
gereinigt werden.
(1a) (…)
(1b) (…)
(1c) (…)
(2) Der Nachweis nach Absatz 1 Satz 1 und Absatz 1a Satz 1 sowie Testergebnisse nach
Absatz 1 Satz 2 Nummer 2 und Absatz 1a Satz 3 können von der Schule oder
Kindertageseinrichtung erfasst und dokumentiert werden. Die Dokumentation ist unverzüglich
zu löschen oder zu vernichten, wenn sie für die Kontrolle der Voraussetzungen nach Absatz 1
Satz 1
oder
Absatz 1a
Satz 1
nicht
mehr
benötigt
wird.
Die
Schule
oder
Kindertageseinrichtung
ist
befugt,
entsprechend
§ 9
Absatz 2
Satz 1
des
Infektionsschutzgesetzes dem Gesundheitsamt, in dessen Bezirk die betroffene Person ihre

Hauptwohnung hat, positive Ergebnisse von Tests nach Absatz 1 Satz 2 Nummer 2 und
Absatz 1a Satz 3 zu melden. Besteht eine Ausnahme von der Testpflicht nach § 3 der COVID-
19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmeverordnung vom 8. Mai 2021 (BAnz AT 08.05.2021 V1), die
zuletzt durch Artikel 1 des Gesetzes vom 18. März 2022 (BGBl. I S. 478) geändert worden ist,
in der jeweils geltenden Fassung, kann die Schule oder Kindertageseinrichtung erfassen und
dokumentieren, an welchem Tag die Einsichtnahme in den Impf- oder Genesenennachweis
gewährt
wurde;
Satz 2
gilt
entsprechend.
Wer
Einsicht
in
einen
Impf-
oder
Genesenennachweis nach Satz 4 erhält, hat Stillschweigen über die darin enthaltenen
Gesundheitsdaten zu bewahren.
(3) Der Aufenthalt auf dem Gelände der in § 1 Absatz 1 genannten Schulen und Einrichtungen
ist Personen untersagt, die
1. mindestens eines der folgenden Symptome zeigen: Atemnot, neu auftretender Husten,
Fieber und Geruchs- oder Geschmacksverlust oder
2. sich aufgrund einer Infektion mit SARS-CoV-2 oder des engen Kontakts zu einer mit
SARS-CoV-2 infizierten Person absondern müssen.
Kinder, Schülerinnen oder Schüler, die mindestens ein Symptom im Sinne von Satz 1
Nummer 1 während der Betreuung, während des Unterrichts oder einer sonstigen schulischen
Veranstaltung zeigen, sollen in einem separaten Raum untergebracht werden. Das Abholen
durch einen Personensorgeberechtigten oder eine von diesem bevollmächtigte Person ist
unverzüglich zu veranlassen. Die Sätze 2 und 3 gelten entsprechend, wenn ein auf dem
Gelände der Schule durchgeführter Test auf das Vorliegen einer Infektion mit SARS-CoV-2
ein positives Testergebnis aufweist.
(4) Zeigen Kinder, Schülerinnen oder Schüler mindestens ein Symptom im Sinne von Absatz 3
Satz 1 Nummer 1, ist ihnen der Zutritt zu der Einrichtung erst zwei Tage nach dem letztmaligen
Auftreten eines Symptoms gestattet.
(5) Absatz 3 Satz 1 Nummer 1, Satz 2 und 3 sowie Absatz 4 gelten nicht für Personen, die
1. durch eine ärztliche Bescheinigung oder durch einen am selben Tage durchgeführten
Test auf das Vorliegen einer Infektion mit SARS-CoV-2 mit negativem Testergebnis
nachweisen, dass keine Infektion mit SARS-CoV-2 besteht, oder
2. durch eine ärztliche Bescheinigung, einen Allergieausweis, den Nachweis einer
chronischen Erkrankung oder ein vergleichbares Dokument glaubhaft machen, dass
keine Infektion mit SARS-CoV-2 besteht.“
Zu § 6 (Vollstreckungshilfe, Ordnungswidrigkeiten)
Geregelt werden die für die Durchsetzung der Schutzmaßnahmen erforderlichen
Ordnungswidrigkeiten.
Zu § 7 (Inkrafttreten, Außerkrafttreten)
Die Vorschrift regelt das Inkrafttreten und beinhaltet die befristete Geltungsdauer
entsprechend den bundesrechtlichen Vorgaben.