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Angepasste und ergänzend fortgeschriebene
Hochschulentwicklungsplanung
2025
Stand: 14.09.2021

1
Inhalt
Vorwort 2020
......................................................................................................................................... 2
Vorwort 2016
......................................................................................................................................... 4
1. Struktur des sächsischen Wissenschaftssystems
...................................................................... 6
2. Leitlinien der Hochschulentwicklungsplanung 2025
................................................................... 8
3. Rahmenbedingungen
...................................................................................................................... 9
3.1 Rechtlicher Rahmen
.................................................................................................................. 9
3.2 Gesellschaftlicher Entwicklungsrahmen
............................................................................... 10
3.3 Finanzieller Entwicklungsrahmen
.......................................................................................... 14
3.4 Ausgewählte Kennzahlen (Ist) zum sächsischen Hochschulsystem
............................... 17
4. Ziele der Hochschulentwicklungsplanung 2025
........................................................................ 29
4.1 Übergreifende Ziele
................................................................................................................. 30
4.2 Lehre und Studium
.................................................................................................................. 32
4.3 Forschung
................................................................................................................................. 36
4.4 Dritte Mission- Gesellschaftliche Rolle und soziale Verantwortung
................................. 37
5. Umsetzungsstrategien und Maßnahmen
................................................................................... 39
5.1 Profilbildung und Schwerpunktsetzung
................................................................................ 40
5.2 Fächerabstimmung
.................................................................................................................. 45
5.3 Studienerfolgsstrategie
........................................................................................................... 54
5.4 Personalentwicklungskonzepte
............................................................................................. 56
5.5 Gleichstellungskonzepte
......................................................................................................... 58
5.6 Kooperationsnetzwerke...........................................................................................................
61
5.7 Verwertungsstrategien
............................................................................................................ 64
5.8 Wissenschaftliche Informationsinfrastruktur
........................................................................ 66
Schlussbestimmungen (Revisionsklausel)
..................................................................................... 67

2
Vorwort 2020
Mit Beschluss vom 22. November 2016 hat das Kabinett die vom Sächsischen
Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus (SMWK) erarbeitete staatliche
Hochschulentwicklungsplanung 2025 (HEP 2025) zur Kenntnis genommen.
Aufgrund neuer Entwicklungen, die Auswirkungen auf die HEP 2025 haben, ist eine
Anpassung und ergänzende Fortschreibung der HEP 2025 angezeigt. Mit dem Abschluss der
Verwaltungsvereinbarung von Bund und Ländern
Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken
(Zukunftsvertrag
)
gem. Art. 91b GG vom 06. Juni 2019 wurde ein Nachfolgeprogramm des
Hochschulpakts 2020 aufgelegt. Damit liegt ein wichtiger Grund im Sinne der Revisionsklausel
der HEP 2025 vor.
Die geänderte HEP 2025 strebt die Umsetzung der Ziele aus dem Zukunftsvertrag an. Mit dem
Auflegen eines Nachfolgeprogramms zum Hochschulpakt 2020 hat sich auch die Zielrichtung
der zusätzlichen Förderung im Hochschulbereich durch Bund und Länder geändert. Während
die Mittel des Hochschulpakts in erster Linie für zusätzliche Studiermöglichkeiten eingesetzt
wurden, die aufgrund der demografisch bedingten hohen Studienanfängerzahlen in den
Jahren 2007 bis 2020 notwendig waren, sollen die zusätzlichen Mittel aus dem Zukunftsvertrag
der Kapazitäts- und Qualitätssicherung dienen. Der Schwerpunkt der Zielsetzung liegt damit
im Erhalt der bedarfsgerechten Kapazität, dem Ausbau von Dauerbeschäftigung und in der
Verbesserung der Studienbedingungen und der Betreuungsstruktur.
Auch der politische Wille findet Berücksichtigung in der Anpassung und ergänzenden
Fortschreibung der HEP 2025. Angestrebt wird der Ausbau der Studienfächer im Bereich der
Daseinsvorsorge. So sollen z. B. sowohl in der Human- und Zahnmedizin, als auch in der
gesamten Lehramtsausbildung (durch teilweise zeitlich befristete Kapazitätserhöhungen) die
bisherigen Planungsgrößen aufgestockt werden.
Durch den Abschluss des Zukunftsvertrags erfährt die Hochschulentwicklungsplanung
finanzielle Planungssicherheit über das Jahr 2023 hinaus. Dies hat zur Folge, dass die
derzeitige Kapazität erhalten werden kann. In Abkehr von der ursprünglichen Fassung
orientiert sich die angepasste HEP 2025 damit an einer Planungsgröße von insgesamt
101.000 Studierenden (einschließlich Humanmedizin) im Jahr 2025. Dies bietet die
Möglichkeit, hinsichtlich der Anzahl der immatrikulierten Studierenden die bisher festgelegte
Zielzahl für 2025 je Hochschule neu zu bewerten und gegebenenfalls anzupassen. Hierbei
werden insbesondere die Kapazitätsverschiebungen zu den Studienfächern im Bereich der
Daseinsvorsorge Auswirkungen haben. Eine Auflistung der neuen Zielzahlen für 2025 ist
folglich auch in der vorliegenden Änderung enthalten.
Die im März 2020 aufgetretene COVID-19-Pandemie
1
hat die Hochschulen in kürzester Zeit
vor neuen Herausforderungen gestellt. Neben den allgemein aufgetretenen Beein-
trächtigungen des Lockdowns wurden die Hochschulen vor allem mit der unmittelbaren
Umstellung auf die digitale Lehre beansprucht. Eine unmittelbare Folge der Pandemie stellen
auch die ausgesprochenen und teilweise noch andauernden Ein- und Ausreise-
beschränkungen dar. Die Bewerberlage für das Wintersemester 2020/21 legt zumindest die
Vermutung nahe, dass ein Teil der potentiellen ausländischen Studienanfänger
2
aufgrund der
noch andauernden Einreise-/Ausreisebestimmungen ihr Studium in absehbarer Zeit nicht in
1
Vgl.
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikobewertung.html
(zuletzt
abgerufen am 26.01.2021, 09:11 Uhr).
2
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im Folgenden in der Regel das generische Maskulinum
verwendet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten selbstverständlich für alle Geschlechter.

3
Sachsen aufnehmen werden. Mangels verlässlicher Prognosen zum weiteren Verlauf können
die tatsächlichen Auswirkungen der COVID-19 Pandemie auf den Hochschulbereich noch
nicht beurteilt werden.
Im Dialog mit den Hochschulen ist die folgende Anpassung und ergänzende Fortschreibung
auf Grundlage der ursprünglichen Fassung der HEP 2025 entstanden:

4
Vorwort 2016
Gemäß Koalitionsvertrag 2014 bis 2019 zwischen der CDU Sachsen und der SPD Sachsen
wird der „Sächsische Hochschulentwicklungsplan bis 2020“ (HEP 2020) im Dialog mit den
Hochschulen bis 2025 fortgeschrieben. Ziel ist es, das Studienangebot und die
Forschungsfelder noch besser zu verzahnen und landesweit aufeinander abzustimmen. Dabei
sollen auch der gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedarf an bestimmten Studiengängen
sowie die Anforderungen an die Sicherung der Exzellenz der Hochschulen berücksichtigt
werden.
3
Es sind bei Erhalt aller 14 staatlichen Hochschulen im Geschäftsbereich des
Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst (SMWK) eine standortspezifische
Ausdifferenzierung
und
Schwerpunktbildung
mit
den
Instrumenten
der
Neuen
Hochschulsteuerung vorgesehen. Für die Aufrechterhaltung des Qualitätsanspruches soll sich
die Planung an einer Zielgröße von 95.000 Studierenden (einschließlich Humanmedizin) im
Jahr 2025 orientieren. Gleichzeitig wird angestrebt, die Vorgaben des Hochschulpaktes bis
2020 zu erfüllen.
Bei
einer
Verständigung
mit
den
Hochschulen
auf
eine
solche
„Hochschulentwicklungsplanung 2025“ (HEP 2025) bietet die Koalition den Abschluss einer
langfristigen Zuschussvereinbarung bis 2025 an und verzichtet auf den geplanten
Stellenabbau von 754 Stellen ab 2017.
Für die Hochschulen vollzieht sich Hochschulentwicklungsplanung damit erstmalig nicht vor
dem Hintergrund eines Ressourcenabbaus. Die Hochschulentwicklung insgesamt und die
Umsetzung an den einzelnen Hochschulen sind so ausschließlich auf eine bessere
Aufgabenerfüllung durch die Hochschulen gerichtet. Diese erstreckt sich dabei auf das
gesamte Aufgabenspektrum und schließt die quantitative und qualitative Dimension ein. Die
weitere kontinuierliche Bereitstellung der personellen, finanziellen und räumlichen Ressourcen
durch den Freistaat Sachsen ist verknüpft mit der Erwartungshaltung, dass die Hochschulen
Aufgabenmehrungen an einzelnen Stellen im Gesamtsystem durch Entlastungen an anderen
bewältigen können.
Die Hochschulentwicklungsplanung muss nicht nur einen für beide Seiten tragfähigen
Abwägungsprozess zwischen staatlichen Vorgaben zur Umsetzung einer umfassend zu
verstehenden Daseinsvorsorge auf der einen Seite und der verfassungsrechtlich garantierten
Hochschulautonomie
auf
der
anderen
Seite
beinhalten.
Zugleich
steht
jeder
Hochschulentwicklungsplan vor der Herausforderung, mit einem großen zeitlichen Vorlauf
Abwägungen zwischen verschiedenen Zielgrößen vorwegzunehmen. Die Planung muss daher
hinreichend flexibel ausgestaltet sein, um den Hochschulen die Möglichkeit zu geben, auf neue
Herausforderungen und Tendenzen reagieren zu können bzw. selbst Motor derartiger
Veränderungen zu sein. Ziele und Handlungsaufträge sind daher von staatlicher Seite nur so
detailliert vorzugeben, wie dies zwingend notwendig ist. Insbesondere für die
hochschulspezifischen Ziele bedarf es bei einer späteren Untersetzung eines kurzfristigeren
Planungshorizonts. Die im Sächsischen Hochschulfreiheitsgesetz (SächsHSFG) verankerte
Neue Hochschulsteuerung stellt hierfür die Instrumente bereit.
Neben dem politischen Auftrag aus dem Koalitionsvertrag begründet auch eine wesentliche
Abweichung in der tatsächlichen Entwicklung im Verhältnis zu den Annahmen bei der
Erstellung des HEP 2020 die Fortschreibung dieser Planung. Der HEP 2020 berücksichtigte
hinsichtlich
der
angenommenen
Rahmenbedingungen
die
Vorausberechnung
der
Kultusministerkonferenz (KMK) für die Studienanfänger in Sachsen aus dem Jahr 2008.
Neuere Vorausberechnungen lagen nicht vor und sind damals nicht annähernd antizipiert
3
Vgl.: Koalitionsvertrag 2014-2019, S. 22.

5
worden. In der Realität wurden diese Zahlen aus mehreren Ursachen wie z.B. der Aussetzung
der Wehrpflicht, den doppelten Abiturjahrgängen und einer deutlich steigenden
Studierneigung um etwa ein Drittel übertroffen. Zwischenzeitlich wurden die bisherigen Zahlen
deutlich nach oben korrigiert. Die „Vorausberechnung der Studienanfängerzahlen 2014 –
2025“
4
der KMK ist die Basis für den Hochschulpakt zwischen Bund und Ländern, mithin für
die dritte Programmphase des Hochschulpakts 2020. Allein aus dieser Entwicklung heraus
gewinnt die Frage nach der Sicherung der Qualität in der Lehre eine noch deutlich stärkere
Bedeutung.
Der Freistaat Sachsen unterstützt die Hochschulen bei der Umsetzung der Ziele des HEP
2025 durch die Schaffung der notwendigen Rahmenbedingungen. Dazu gehört insbesondere
die Bereitstellung der erforderlichen Ressourcen entsprechend der Beschlüsse des
Haushaltsgesetzgebers.
4
Statistische Veröffentlichung der KMK
,
Dokumentation Nr. 205 – Juli 2014.

6
1. Struktur des sächsischen Wissenschaftssystems
Der Freistaat Sachsen besitzt eine vielfältige Wissenschaftslandschaft mit ausgeprägten
technischen, künstlerischen, natur-, kultur-, lebens- und geisteswissenschaftlichen Schwer-
punkten. Das derzeitige Wissenschaftssystem von Hochschulen und außeruniversitären
Forschungseinrichtungen (aFE) ist durch ein hohes Maß von Kooperation und
Komplementarität gekennzeichnet. Die Hochschulen sind dabei insbesondere auch wichtige
Institutionen zur Sicherung des Bedarfs an hochqualifizierten Fachkräften, wie z.B. an Lehrern,
Ingenieuren, Ärzten, Juristen und Betriebswirten.
Die vier Universitäten (Technische Universität Chemnitz (TUC), Technische Universität
Dresden (TUD), Technische Universität Bergakademie Freiberg (TUBAF) und Universität
Leipzig (UL)) sind insgesamt durch ein großes Fächerspektrum gekennzeichnet. Zusammen
decken sie mit wenigen Ausnahmen das vollständige wissenschaftliche Fächerspektrum ab.
Sie sind die größten Forschungseinrichtungen im Freistaat Sachsen und bilden mit ihrer
national
und
international
nachgewiesenen
Forschungsstärke
den
Kern
des
Hochschulsystems. Neben der Forschung und Lehre gewährleisten sie insbesondere die
Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.
Die fünf Fachhochschulen – Hochschulen für angewandte Wissenschaften (Hochschule für
Technik und Wirtschaft Dresden (HTW), Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig
(HTWK), Hochschule Mittweida (HSM), Hochschule Zittau/Görlitz (HSZG), Westsächsische
Hochschule
Zwickau
(WHZ))
sind
eine
tragende
Säule
in
der
sächsischen
Hochschullandschaft. Mit der Wahrnehmung überwiegend praxisorientierter Lehr- und
Forschungsaufgaben und der Erfüllung dieser Aufgaben mit hoher Qualität sind sie ein
Erfolgsmodell.
Die fünf Kunsthochschulen (Hochschule für Bildende Künste Dresden (HfBK), Hochschule für
Musik Carl Maria von Weber Dresden (HfM), Palucca Hochschule für Tanz Dresden (PHfT),
Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB), Hochschule für Musik und Theater „Felix
Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig (HfMT)) zeichnen sich durch das besondere Verhältnis von
künstlerischer, pädagogischer und wissenschaftlicher Bildung aus. Im Zentrum ihres
Selbstverständnisses steht die künstlerische Praxis.

image
image
7
Abb. Hochschulen im Geschäftsbereich des SMWK
Die Evangelische Hochschule Dresden (EHS) wirkt im Bereich der sozialen Berufe. Sechs
weitere Hochschulen in kirchlicher und privater Trägerschaft sowie zwei staatliche
Verwaltungshochschulen im Geschäftsbereich des Staatsministeriums des Innern ergänzen
den Hochschulbereich. Die Berufsakademie Sachsen rundet mit ihrem auf die direkte
Ausbildungskooperation mit der Wirtschaft ausgerichteten Profil den tertiären Bildungsbereich
ab.
In mit öffentlichen Mitteln grundfinanzierten aFE im Freistaat Sachsen sind Wissenschaftler an
acht Instituten der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz (WGL) sowie an zwei
der
WGL
zugeordneten
Forschungsinstituten
der
Senckenberg
Gesellschaft
für
Naturforschung, an zwei Helmholtz-Zentren, zwei Helmholtz-Instituten und drei Deutschen
Zentren der Gesundheitsforschung, an einem Standort des Nationalen Centrums für
Tumorerkrankungen, an 14 Einrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft, an sechs Instituten der
Max-Planck-Gesellschaft und an acht landesfinanzierten Forschungseinrichtungen tätig.
Im Bereich der Medizin ist die enge Kooperation der Universitätsklinika Dresden und Leipzig
mit der TUD und der UL von besonderer Bedeutung für Forschung, Lehre und
Krankenversorgung.
Die Staatsbetriebe Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Landesamt für Archäologie
Sachsen und Sächsische Staatstheater aber auch der Staatsbetrieb Sachsenforst und das
Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie sind fachspezifisch mit ihrem
Forschungsauftrag in der sächsischen Wissenschaftslandschaft verortet. Die SLUB als
Staatsbibliothek des Freistaates Sachsen und Universitätsbibliothek der Technischen
Universität Dresden ist mit ihren strukturbildenden Informationsdienstleistungen eine der
größten und leistungsfähigsten wissenschaftlichen Bibliotheken in Deutschland.

8
2. Leitlinien der Hochschulentwicklungsplanung 2025
Die Hochschulentwicklung bis 2025 wird sich unter Beachtung folgender Leitlinien vollziehen:
1. Der Freistaat stattet die sächsischen Hochschulen mit weitreichenden Freiheiten und
auskömmlichen
öffentlichen
Ressourcen
aus,
um
ihre
Aufgabenerfüllung
sicherzustellen und ihre Entwicklungspotenziale zu stärken. Dem Spannungsfeld
zwischen Hochschulautonomie und den Planungs- und Steuerungsaufgaben des
Staates begegnet er mit einem partnerschaftlichen Dialog und den Instrumenten der
Neuen Hochschulsteuerung. Die Staatsregierung gibt den Hochschulen finanzielle und
inhaltliche Planungssicherheit und sieht von kurzfristigen Eingriffen ab. Bei der
Erreichung der mit den Hochschulen vereinbarten Ziele können die Hochschulen
Umsetzungs- und Gestaltungsspielräume nutzen.
2. Die Hochschulen nutzen die mit der Hochschulautonomie gewonnenen Freiheiten
verantwortungsvoll. Sie werden den Zielsetzungen durch die Staatsregierung gerecht
und stehen zu den Konsequenzen ihrer Handlungen. Die Hochschulleitungen bauen
ihre strategische Führungskompetenz aus, treiben die Organisationsentwicklung und
Qualitätssicherung ihrer Einrichtungen voran, stellen die Transparenz ihrer
Entscheidungen und die Partizipation der Mitgliedsgruppen der Hochschule sicher.
3. Der Freistaat Sachsen bekennt sich zur regionalen Verteilung der Einrichtungen im
tertiären
Bildungssektor.
Das
aus
Universitäten,
Fachhochschulen
und
Kunsthochschulen bestehende Hochschulsystem erfüllt in Verbindung mit der
Berufsakademie
Sachsen
die
unterschiedlichen
Bedarfe
aus
Gesellschaft,
Wissenschaft und Wirtschaft.
4. An den sächsischen Hochschulen wird das Fächerspektrum in seiner Breite und Vielfalt
gelehrt und entsprechend geforscht. Dabei setzen die Hochschulen unterschiedliche
Schwerpunkte
unter
Berücksichtigung
gesellschaftlicher
und
wirtschaftlicher
Bedürfnisse. In ausgewählten Feldern erreichen und verstetigen die Hochschulen
Forschungsleistungen auf internationalem Spitzenniveau. Die Hochschulen sorgen für
erfolgreiche und qualitätsgesicherte Studienabschlüsse und streben unter Beachtung
der Qualitätsstandards die Reduzierung der Quote der Studienabbrüche an.
5. Die Hochschulen leisten über die Bereitstellung sozial, kulturell oder ökonomisch
nutzbaren Wissens einen Beitrag zur Regional- und Landesentwicklung. Sie betreiben
aktiv Wissens- und Technologietransfer, entwickeln Innovationsstrukturen und wirken
bei der Bewältigung regionaler Herausforderungen mit.
6. Die Hochschulen pflegen strategische Kooperationsbeziehungen. Dabei bedienen sie
gleichsam internationale und regionale Ansprüche. Sie stehen im internationalen
Austausch und arbeiten mit anderen Wissenschaftseinrichtungen zusammen. Regional
nutzen sie die räumliche Nähe zu ihren Partnern. Sie optimieren gemeinsam Angebote,
nutzen
Synergieeffekte,
steigern
ihre
Sichtbarkeit
und
bauen
so
die
Wettbewerbsfähigkeit aus.
7. Die Hochschulen nutzen die soziale Vielfalt der Hochschulangehörigen und Mitglieder
konstruktiv. Sie heben die Verschiedenheit der Hochschulangehörigen und Mitglieder
positiv hervor und versuchen diese zu ihrem Vorteil zu nutzen. Dabei werden
Diskriminierungen jeder Art verhindert, die Gleichberechtigung und Chancengleichheit
(Leitbild der inklusiven Hochschule) sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf
verbessert. Die Hochschulen fördern den wissenschaftlichen Nachwuchs auf Grundlage
entsprechender
Konzepte.
Sie
nehmen
die
Fürsorgepflicht
für
ihre
Hochschulangehörigen und Mitglieder wahr und verbessern durch verbindliche
Standards für befristet Beschäftigte und verlässlichere Karriereperspektiven deren
Planungssicherheit.

9
3. Rahmenbedingungen
5
3.1 Rechtlicher Rahmen
Mit der Änderung der Rechtsform der Hochschulen zu Körperschaften des öffentlichen Rechts
zum 1. Januar 2009 wurde eine weitgehende Autonomie der Hochschulen festgeschrieben.
Um dieser gerecht zu werden, wurden neue Formen der staatlichen Aufsicht sowie der
externen und internen Hochschulsteuerung geschaffen.
Diese Neue Hochschulsteuerung (NHS) bewegt sich in dem rechtlichen Rahmen des
Sächsischen Hochschulfreiheitsgesetzes (SächsHSFG) i.d.F.d. Bek. vom 15. Januar 2013
(SächsGVBl. Jg. 2013 Bl.-Nr. 1 S. 3), das zuletzt durch Artikel 5 des Gesetzes vom 17.
Dezember
2020
(SächsGVBl.
S.
731)
geändert
worden
ist,
der
Sächsischen
Hochschulfinanzverordnung (SächsHSFinVO) SächsGVBl. Jg. 2010 Bl.-Nr. 17 S. 440 und der
Sächsischen Hochschulsteuerungsverordnung SächsGVBl. Jg. 2013 Bl.-Nr. 17 S. 958. Für die
staatliche Hochschulentwicklungsplanung ist das SMWK im Zusammenwirken mit den
Hochschulen zuständig (vgl. § 10 Abs. 1 S.1 und 2 SächsHSFG).
Gemäß § 10 Abs. 1 Satz 4 SächsHSFG soll die Staatsregierung in Vereinbarungen mit den
Hochschulen die insgesamt auf den Hochschulbereich entfallende Höhe der Zuschüsse nach
§ 11 Abs. 6 SächsHSFG jeweils für mehrere Jahre festlegen. Mit der Zuschussvereinbarung
vom 11. Dezember 2013 wurde dies für die Haushaltsjahre 2014 bis 2016 verwirklicht. Zur
Umsetzung der staatlichen Hochschulentwicklungsplanung erfolgte für den Zeitraum von 2014
bis 2016 auf der Basis dieser Zuschussvereinbarung mit allen Hochschulen der Abschluss
jeweils einer Zielvereinbarung gemäß § 10 Abs. 2 SächsHSFG. Für den Zeitraum 2017 bis
2024 wurde eine weitere Zuschussvereinbarung abgeschlossen.
Im Rahmen der NHS wurde die Mittelzuweisung an die Hochschulen zu einer
leistungsorientierten Budgetierung weiterentwickelt und beginnend mit dem Haushaltsplan
2014 in die Praxis eingeführt. Diese besteht ab 2021 aus zwei Säulen, Grundbudget
(Abdeckung der Grundlast) und Innovationsbudget (Umsetzung der Zielvereinbarungen, Mittel
für einzelne innovative Vorhaben) (vgl. § 2 Sächsische Hochschulsteuerungsverordnung).
Aufbauend auf den Empfehlungen und Festlegungen der KMK haben die Hochschulen gemäß
§ 9 SächsHSFG die Pflicht zur Qualitätssicherung und -verbesserung. Dieser Auftrag erstreckt
sich auf alle Leistungen der Hochschulen insbesondere in Forschung und Lehre, die
Förderung
des
wissenschaftlichen
Nachwuchses
sowie
die
Erfüllung
des
Gleichstellungsauftrages. § 9 Abs. 1 SächsHSFG normiert dabei das Veröffentlichungsgebot
für Evaluierungsmaßnahmen und das Evaluierungsgebot für o.g. Leistungen sowie das
Qualitätssicherungssystems als solches.
Die Hochschulen beachten § 12 SächsSorbG.
5
Die nachfolgend aufgeführten Daten basieren auf den Angaben der Statistischen Ämter der Länder und des
Bundes, soweit nicht im Text anderes angegeben ist.

10
3.2 Gesellschaftlicher Entwicklungsrahmen
Wissen ist eine eigene Produktivkraft und die entscheidende Ressource im internationalen
Wettbewerb
für
ein
rohstoffarmes
Land
wie
Deutschland.
Der
Wandel
zur
Dienstleistungsgesellschaft wird geprägt von einem hohen Bedarf an Hochqualifizierten,
während die Arbeitslosigkeit von Geringqualifizierten konstant hoch bleibt.
Der Wandel zur Wissensgesellschaft wird diesen Trend noch verstärken. Die wissensbasierte
Ausgestaltung und die hohen Anforderungen von Berufsfeldern fordern eine wachsende Zahl
an Menschen mit akademischer Bildung. Zugleich wächst die Bedeutung von Innovationen als
Wachstumsmotor. Der Umfang wissenschaftlichen Wissens nimmt zu, begleitet von weiteren
Differenzierungen
des
wissenschaftlichen
Systems.
Damit
steigt
die
Zahl
von
Anknüpfungspunkten zwischen wissenschaftlicher Forschung und gesellschaftlicher An- bzw.
Verwendung von Forschungsergebnissen. Technologisch wird diese Entwicklung verstärkt
durch den digitalen Wandel, der eine enorme Herausforderung für Gesellschaft und Wirtschaft,
Infrastruktur und Dienstleistungen darstellt.
Vor diesem Hintergrund kommt den Hochschulen des Freistaates Sachsen eine hohe
Verantwortung zu. Die sächsischen Hochschulen sind geistige Zentren des Landes. Sie ziehen
aus der ganzen Welt Studierende sowie Wissenschaftler nach Sachsen. Der Freistaat ist bei
den Studienanfängern somit ein „aufnehmendes“ Land.
Die Hochschulen stehen dabei auch vor der Herausforderung, durch eine hervorragende
Lehre möglichst viele gut ausgebildete Hochschulabsolventen in den Arbeitsmarkt zu
entlassen. Es sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, dass absehbare Veränderungen des
Arbeitsmarktes tiefgreifende Umstellungen in der fachlichen Ausrichtung (z.B. Abkehr von der
starken Technikorientierung) des sächsischen Hochschulsystems erfordern würden. Mit Blick
auf die staatliche Daseinsvorsorge bestehen die Anforderungen an die Hochschulen bei den
Staatsexamensstudiengängen
darin,
ihren
Beitrag
zur
Deckung
des
regionalen
Fachkräftebedarfes zu leisten. Dies gilt insbesondere für die Ausbildung von Lehrern, Juristen,
Ärzten und Apothekern.
Allerdings sind die Hochschulen nicht einfach Ausbildungsstätten für den heimischen
Arbeitsmarkt. Sachsen gehört – wie Ostdeutschland überhaupt – zu den „abgebenden“
Ländern.
Aufnehmende
Länder
sind
die
süddeutschen
Länder.
Diese
Wanderungsbewegungen von jungen, gut ausgebildeten Menschen sind einerseits zentral für
den Austausch von Wissen über die Landesgrenzen hinweg und bilden somit eine wichtige
Grundlage für Innovationen. Anderseits muss es durch ein attraktives Beschäftigungs- und
Lebensumfeld
gelingen
dem
Ungleichgewicht
bei
der
Wanderungsbewegung
entgegenzuwirken, um die Deckung des Fachkräftebedarfs in Sachsen zu sichern.
Auch in Sachsen wird die demografische Entwicklung weiterhin Einfluss auf das
Hochschulsystem nehmen. Die Bevölkerungsentwicklung ist in Deutschland durch einen
Prozess des gleichzeitigen Schrumpfens und Alterns gekennzeichnet. Die Länder sind in
unterschiedlicher Weise von diesem Phänomen regional ganz verschieden betroffen. Das
Hochschulsystem
steht
vor
der
besonderen
Situation,
dass
dem
allgemeinen
Bevölkerungsrückgang
eine
wachsende
Bildungsbeteiligung
junger
Menschen
gegenübersteht.
Im Jahr 2015 verließen in Sachsen 13.581 Absolventen die Schule mit allgemeiner bzw.
Fachhochschulreife. Damit stieg die Zahl der studienberechtigten Schulabgänger seit 2014
wieder an. Im Jahr 2019 verließen in Sachsen 15.228 Absolventen die Schule mit allgemeiner
bzw. Fachhochschulreife.

11
Abb.: Sächsische Studienberechtigte – Hochschul- und Fachhochschulreife (absolut) – Stand
2019
Dabei sind die Entwicklungen innerhalb der Studienanfängerzahlen mit allgemeiner
Hochschulreife und Fachhochschulreife gegenläufig. Während die Zahl der Schulabsolventen
mit Fachhochschulreife tendenziell sinkt, steigt die Zahl der Schulabgänger mit allgemeiner
Hochschulreife weiter an.
2015
wurde
ein
neuer
Höchststand
der
Studienberechtigtenquote
(Anteil
der
Studienberechtigten an der altersspezifischen Bevölkerung) von knapp 48 % erreicht, dieser
ist jedoch danach wieder rückläufig (45 % im Jahr 2019).
Tab.:
Studienberechtigtenquote
in Sachsen – Hochschul-
und Fachhochschulreife
(in %)
Jahr
2005
2010
2011
2012
2013
2014
2015
Insgesamt
36,8
38,0
40,7
43,3
44,3
45,7
48,0
Weiblich
41,8
42,4
44,4
47,4
47,9
50,4
53,2
Männlich
32,1
33,9
37,1
39,3
40,9
41,3
43,0
Allgemeine
Hochschulreife
29,7
29,5
31,6
34,1
36,8
38,1
40,3
Fachhochschulreife
7,1
8,6
9,1
9,1
7,5
7,7
7,7
0
2.000
4.000
6.000
8.000
10.000
12.000
14.000
16.000
18.000
2005
2010
2015
2016
2017
2018
2019
Sächsische Studienberechtigte nach Abschluss (absolut)
Allgemeine Hochschulreife
Fachhochschulreife

12
Jahr
2016
2017
2018
2019
Insgesamt
46,3
46,8
44,1
45,0
Weiblich
52,4
53,0
51,1
50,7
Männlich
40,7
41,2
37,8
39,8
Allgemeine
Hochschulreife
38,6
39,9
37,1
38,1
Fachhochschulreife
7,7
6,9
7,0
6,9
Der Anteil der Frauen, die eine Studienberechtigung erworben haben, war in den Jahren 2010
bis 2014 im Durchschnitt um 8 Prozentpunkte höher als bei den Männern. Die Differenz ist
bis 2018 auf über 13 Prozentpunkte angewachsen und geht 2019 auf knapp 11 % zurück. Der
Anteil der Studienberechtigten mit Fachhochschulreife ist nach kurzzeitigen Anstiegen in den
Jahren 2010 bis 2012 wieder auf das Niveau von 2005 gefallen, während die Zahl der
Studienberechtigten mit allgemeiner Hochschulreife bis 2015 kontinuierlich gestiegen ist und
auf etwa gleichbleibenden Niveau verbleibt. Beide Anteile lagen 2014 unter dem
Bundesdurchschnitt (11,8 % und 41 %). Dies traf auch 2019 noch zu (10,4 % und 40,2 %).
Es ist mit einem weiteren Anstieg der Studienberechtigtenzahlen zu rechnen, jedoch werden
die hohen Werte wie z.B. von 2006 mit gut 20.800 bis 2025 nicht wieder erreicht. Erwartet
werden Zahlen zwischen 15.900 (2021) und 17.200 (2025) für die sächsischen
Schulabsolventen mit einer Hochschulzugangsberechtigung (HZB).
6
Dieses sächsische
Potential an Studienanfängern reicht nicht, um den Fachkräftebedarf in Sachsen zu decken.
Aus diesem Grund muss es weiterhin gelingen, Studienberechtigte aus anderen Ländern und
Staaten für ein Studium in Sachsen zu gewinnen.
Nicht alle Studienberechtigten entscheiden sich für ein Hochschulstudium. So begannen z.B.
aus dem Schulabsolventenjahrgang 2010 rund 75 % der Studienberechtigten mit
Hochschulreife bis 2019 ein Studium an einer Hochschule in Deutschland. Bei den
Schulabsolventen mit allgemeiner Hochschulreife betrug dieser Wert gut 83 % und bei den
Schulabsolventen mit Fachhochschulreife knapp 56 %. Die sächsischen Frauen mit einer HZB
nehmen relativ seltener ein Studium auf als die sächsischen Männer. Ca. 70 % der Frauen
des Schulabsolventenjahrganges von 2010 entschieden sich bis zum Jahr 20198 für ein
Studium in Deutschland. Gut 80 % waren es dagegen bei den Männern.
Die Zeit zwischen dem Erwerb der HZB und dem Studienbeginn wird kürzer. Von den
studienberechtigten Schulabgängern insgesamt begann im Jahr 2019 knapp die Hälfte (45 %)
mit dem Studium im Jahr des Schulabschlusses. So nahmen von den männlichen
studienberechtigten Schulabgängern 2019 aus Sachsen 50 % im Jahr des Schulabschlusses
ein Studium in Deutschland auf. Auch auf die weiblichen studienberechtigten Schulabgänger
trifft der Effekt des schnelleren Studienbeginns zu – wenn auch in geringerem Maße. Von den
weiblichen studienberechtigten Schulabgängern 2019 aus Sachsen nahmen 41 % im Jahr des
Schulabschlusses ein Studium in Deutschland auf. Diese Gesamttendenz stellt die
sächsischen Hochschulen vor die Herausforderung, dass die sächsischen Studierenden im
Durchschnitt jünger werden.
Im Juli 2014 veröffentlichte die Kultusministerkonferenz eine „Vorausberechnung der
Studienanfängerzahlen 2014 – 2025“ als KMK-Dokumentation Nr. 205, die dem SMWK als
Grundlage für die Hochrechnung der Studierendenzahlen in Sachsen dient. Die KMK-
Vorausberechnung wurde erstellt auf Grundlage der länderspezifischen demografischen
Entwicklungen. Bei der Berechnung der Zahl der Studienanfänger geht diese davon aus, dass
6
vgl. KMK-Dok. Nr. 225 „Vorausberechnung der Schüler- und Absolventenzahlen 2019 bis 2030“,
November 2020.

13
die der Voraus- bzw. Hochrechnung zu Grunde liegenden Verhältnisse wie z.B. die
Wanderungen und Zugangshürden zum Studium gleich bleiben.
Im
Mai
2019
veröffentlichte
die
Kultusministerkonferenz
die
Aktualisierung
„Vorausberechnung der Anzahl der Studienanfängerinnen und Studienanfänger 2019 – 2030“
(zuletzt Juli 2014 für die Jahre 2014 – 2025). Die Vorausberechnung geht von einer künftig
gleichbleibenden Studierneigung der Studienberechtigten, gleichbleibenden Verhältnissen
hinsichtlich der Wanderung zwischen den Ländern sowie der Verfügbarkeit von Studienplätzen
für den so entstehenden Bedarf aus und ermittelt auf dieser Basis die zu erwartenden
Studienanfängerinnen und Studienanfänger. Für den Freistaat Sachsen geht die
Vorausberechnung ab 2018 von einem deutlichen Anstieg der Studienanfängerinnen und
Studienanfänger bis ins Jahr 2030 auf insgesamt 22.000 aus.
Abb.: KMK-Vorausberechnung der Studienanfängerzahlen in Sachsen im Vergleich der
Vorausberechnungen 2014 – 2025 und 2019 – 2030 ab 2016
0
5.000
10.000
15.000
20.000
25.000
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
2024
2025
2026
2027
2028
2029
2030
Vergleich der KMK-Vorausberechnungen der Studienanfänger im 1. HS
mit den Istwerten 2016 bis 2020
Vorausberechnung (KMK 2014)
Vorausberechnung (KMK 2019)
Studienanfänger (Ist)

14
3.3 Finanzieller Entwicklungsrahmen
Abb. Anteile der Finanzierungsquellen der Hochschulen
Die Entwicklung der Hochschulfinanzierung in den letzten Jahren ist durch einen Anstieg des
Anteils der im Wettbewerb eingeworbenen Mittel gekennzeichnet. Während die direkten
Zuweisungen aus dem Haushalt des Freistaates Sachsen im Wesentlichen die Entwicklung
der Personalkosten unter Berücksichtigung der Stellenplan- und Tarifentwicklung
nachvollziehen, sind durch die Erfolge in der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder,
durch den Hochschulpakt, durch vielfältige verstärkte Programm- und Projektaktivitäten des
Bundes und durch die Nutzung der Europäischen Strukturfonds die öffentlich finanzierten
Drittmitteleinnahmen der Hochschulen im Vergleich dazu deutlich schneller gestiegen. Die
Steigerungen der Drittmitteleinnahmen aus der Wirtschaft und anderen nichtöffentlichen
Bereichen der Gesellschaft sind dahinter zurückgeblieben.
Gemäß der Zuschussvereinbarung vom 19. Dezember 2016 stehen den Hochschulen
insgesamt 9.034 Stellen (ohne Medizinischen Fakultäten; dort 1.926 Stellen) zur Verfügung.
Der entsprechende Anteil der Personalkosten am Gesamtbudget der Hochschulen
berücksichtigt jeweils den Anstieg durch die Tarif- und Besoldungsanpassungen.
Die Zuschussvereinbarung regelt, wie der Anteil des Sachkosten- und Investitionsbudgets am
Gesamtbudget der Hochschulen entsprechend dem allgemeinen Preisanstieg angepasst wird.
Seit dem Haushaltsjahr 2015 trägt der Bund die Kosten für die Umsetzung des
Bundesausbildungsförderungsgesetzes (BAföG) alleine. Die Länder wurden aufgefordert, die
freiwerdenden Mittel für die Bildung einzusetzen. Im Freistaat Sachsen wurden diese Mittel
anteilig nach dem Verhältnis der Schüler- und der Studierendenförderung im Kultus- und
Hochschulressort veranschlagt. Für die Hochschulen und die Berufsakademie Sachsen
stehen daher 43 Mio. € (davon 40 Mio. € in einem Zusatzbudget) jährlich zur Verfügung. Hinzu
treten Darlehensrückflüsse. Da mit der vollständigen Übernahme der Kosten für das BAföG
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
100
2006
2010
2015
2016
2017
2018
Anteile der Finanzierungsquellen der sächsischen Hochschulen ohne
medizinische Einrichtungen/ Gesundheitswissenschaften an
Universitäten, ohne Verwaltungsfachhochschulen
Haushaltsmittel
Drittmittel
Verwaltungseinnahmen

15
durch den Bund, der Freistaat Sachsen keine neuen BAföG-Darlehen mehr ausreicht, werden
die Einnahmen aus den Darlehensrückzahlungen ab 2021 deutlich sinken.
Auf der Grundlage von Artikel 91b Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 des Grundgesetzes haben der Bund
und die Länder den Hochschulpakt 2020 vereinbart. Mit der Verwaltungsvereinbarung
zwischen Bund und Ländern gemäß Artikel 91b Abs. 1 Nr. 2 des Grundgesetzes über den
Hochschulpakt 2020 gemäß Beschluss der Regierungschefinnen und Regierungschefs von
Bund und Ländern vom 11. Dezember 2014 wird sowohl die Finanzierung der zweiten
Programmphase ab 2015 als auch die von 2016 bis 2020 geltende dritte, abschließende
Programmphase und deren Ausfinanzierung bis 2023 geregelt. Der Freistaat Sachsen kann
bei Umsetzung des Hochschulpaktes im Zeitraum von 2017 bis 2023 mit insgesamt etwa 364
Mio. € Bundesmitteln rechnen.
Noch offen ist, wie sich die Verfügbarkeit von Mitteln aus den Europäischen Strukturfonds
abzeichnet. Die aktuelle Förderperiode endet 2020. Bei einer sich ggf. anschließenden
Förderperiode wird aufgrund der positiven wirtschaftlichen Entwicklung in Sachsen keine
wesentliche Partizipationsmöglichkeit erwartet.
Am 1. Januar 2015 ist die Änderung des Artikels 91b des Grundgesetzes in Kraft getreten.
Damit ist eine deutliche Erweiterung der Kooperationsmöglichkeiten von Bund und Ländern in
der Wissenschaft verbunden. Bund und Länder können Hochschulen verstärkt in ihrer
Schlüsselfunktion
für
die
Zukunftsfähigkeit
Deutschlands
unterstützen.
Mit
der
Grundgesetzänderung wird zusätzlich eine langfristige Förderung von Hochschulen, einzelnen
Instituten oder Institutsverbünden ermöglicht. Darüber hinaus können Verbindungen von
Hochschulen und außeruniversitären Einrichtungen einfacher gemeinsam durch Bund und
Länder unterstützt und effizienter ausgestaltet werden. Aufgrund der neuen gesetzlichen
Grundlage sind die Exzellenzstrategie – als Nachfolge zur Exzellenzinitiative – und der
Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken – als Nachfolge des Hochschulpaktes –
herausgehoben.
Gemäß dem Beschluss der Regierungschefinnen und Regierungschefs von Bund und
Ländern vom 20. Juni 2016 wird die Spitzenforschung an Universitäten (Exzellenzstrategie)
ab 2018 mit jährlich 533 Mio. € gefördert. Dabei ist in der Förderlinie Exzellenzuniversität die
Unterstützung auf Dauer angelegt, Exzellenzcluster sind weiterhin zeitlich befristet. Die
Technische Universität Dresden partizipiert als Exzellenzuniversität mit drei Exzellenzclustern
an diesem Programm mit jährlich etwa 34 Mio. €.
Mit Abschluss der Bund-Länder-Vereinbarung über den Zukunftsvertrag Studium und Lehre
stärken vom 6. Juni 2019 wurde ein dauerhaftes Nachfolgeprogramm zum Hochschulpaktes
2020 aufgelegt. Der Bund stellt ab dem Jahr 2021 bis zum Jahr 2023 unter Anrechnung der
Auslauffinanzierung des Hochschulpaktes 2020 1,88 Mrd. € jährlich und ab 2024 2,05 Mrd. €
jährlich bereit. Der Anteil der Länder ergibt sich aus deren gewichteten Anteil an den
Studienanfängern (20%), den Studierenden innerhalb der Regelstudienzeit zuzüglich zwei
Semester (60%) und Absolventen (20%). Die Länder kofinanzieren die Bundesmittel aus dem
Zukunftsvertrag in gleicher Höhe ohne die Grundfinanzierung der Hochschulen abzusenken.
Für den Freistaat Sachsen kann (unter Einbezug der Auslauffinanzierung des
Hochschulpaktes) mit Bundeszuweisungen auf dem gleichen Niveau wie aus dem
Hochschulpakt in den vergangenen Jahren gerechnet werden.
Daneben wurde ein Programm „Innovative Hochschule“ im Umfang von 550 Mio. € für zehn
Jahre aufgelegt, welches sich insbesondere an Fachhochschulen und kleinere Universitäten
richtet. Hier war der Verbund der fünf sächsischen staatlichen Hochschulen für angewandte
Wissenschaften im Wettbewerb erfolgreich und erhält jährlich ca. 3 Mio. €.

16
Das Bund-Länder-Programm „Gewinnung und Entwicklung von professoralem Personal an
Fachhochschulen“ („FH-Personal“) ermöglicht in den Jahren 2019 bis 2028 Förderungen mit
einem Gesamtvolumen von etwa 432 Mio. €. Die Bund-Länder-Vereinbarung „Innovation in
der Hochschullehre“ soll die Hochschulen dabei unterstützen, eine dauerhaft hochwertige und
wettbewerbsfähige Lehre sicherzustellen. Zu diesem Zweck werden aus diesem Programm
ab 2021 jährlich 150 Mio. € zur Verfügung gestellt. Weiterhin werden dem Programm zur
„Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses“ bis 2032 Mittel im Gesamtumfang von 1
Mrd. € zur Verfügung gestellt, um die Karriere des wissenschaftlichen Nachwuchses an
Universitäten besser zu planen.
Die Hochschulen müssen ihre internen Planungen daraufhin ausrichten, dass alle vereinbarten
Ziele und damit verbundene Bedarfe mit den in der entsprechenden Zuschussvereinbarung
festgelegten Budgets, mit den Mitteln aus den genannten Bund-Länder-Programmen - und
den im Wettbewerb eingeworbenen Drittmitteln erreicht werden.

17
3.4 Ausgewählte Kennzahlen (Ist) zum sächsischen Hochschulsystem
Sachsen verfügt über ein leistungsfähiges und ausdifferenziertes Hochschulsystem. Bei der
weiteren
Hochschulentwicklungsplanung
wird
diese
erreichte
Ausgangssituation
berücksichtigt. Neben dem bereits beschriebenen Entwicklungsrahmen ist damit für die
weitere Planung auch die derzeitige Entwicklung verschiedener anderer Kennzahlen
heranzuziehen. Aus diesem Grund werden im Folgenden Eckdaten zu den Hochschulen im
Geschäftsbereich des SMWK aus den letzten Jahren (2010 – 2015) – im Vergleich auch mit
dem Jahr 2005 (Basisjahr Hochschulpakt) – betrachtet. Diese Daten zeigen die zeitliche
Entwicklung auf. Berücksichtigung finden dabei im Wesentlichen Daten zu Studierenden,
Studienanfängern, Absolventen, Promotionen und Drittmitteln.
Im Zuge der Anpassung und ergänzenden Fortschreibung der HEP 2025 vom 14.09.2021 wird
unter 3.4.4 die weitere Entwicklung der Kennzahlen zum Ist (2020) dargestellt.
3.4.1 Studierende, Studienanfänger und Absolventen (Stand: 22. November 2016)
Abb.: Studierende und Studienanfänger im 1. HS 2005 und 2010 bis 2015 für Sachsen
insgesamt und SMWK-Geschäftsbereich
0
20.000
40.000
60.000
80.000
100.000
120.000
2005
2010
2011
2012
2013
2014
2015
Studierende in Sachsen und im SMWK-Geschäftsbereich
Studierende in Sachsen
Studierende im GB des SMWK
0
5.000
10.000
15.000
20.000
25.000
2005
2010
2011
2012
2013
2014
2015
Studienanfänger in Sachsen und im SMWK
Geschäftsbereich
Studienanfänger (1. HS) in Sachsen
Studienanfänger (1. HS) im GB des SMWK

18
Im Jahr 2015 waren an den Hochschulen im Geschäftsbereich des SMWK 106.302 (Sachsen
insgesamt: 113.281) Studierende immatrikuliert. Seit dem Jahr 2005 mit 103.634 Studierenden
im Geschäftsbereich des SMWK stieg deren Zahl mit Unterbrechungen in den Jahren 2006
und 2008 bis zum Jahr 2013 an und erreichte den vorläufig höchsten Wert von 106.532
Studierenden.
Von 100 Studierenden sind im Jahr 2015 55 Männer und 45 Frauen. Gegenüber 2005 mit
noch 53 Männern und 47 Frauen bezogen auf 100 Studierende hat sich das
Geschlechterverhältnis bis zum Jahr 2015 kontinuierlich weiter zu Gunsten der Männer
verändert, obwohl in Sachsen mehr Frauen eine HZB erhalten als Männer (vgl.
„Gesellschaftlicher Entwicklungsrahmen).
Während im Jahr 2014 im Bundesgebiet 33 % an Fachhochschulen studierten, waren im
gleichen Jahr in Sachsen und auch im Jahr 2015 nur 25 % an einer Fachhochschule
eingeschrieben. Dieser Anteil ist seit 2005 für Sachsen nahezu konstant, während er
bundesweit seit 2005 eine Aufwertung um 6 % erfahren hat.
Die meisten Studierenden waren im Jahr 2014 in der Fächergruppe Ingenieurwissenschaften
mit 31.490 Studierenden sowie Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften mit 22.877
Studierenden eingeschrieben. In diesen beiden Fächergruppen unterscheiden sich die
Studierendenanteile des Landes und im Bundesgebiet: in Sachsen sind anteilig deutlich mehr
in den Ingenieurwissenschaften immatrikuliert als bundesweit (insgesamt 5 % mehr) – in den
Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sind die Verhältnisse entgegengesetzt (9 %
weniger). Die Anteile in den weiteren Fächergruppen entsprechen im Wesentlichen den
Bundesverhältnissen. Im Vergleich mit dem Jahr 2005 verteilen sich die Studierendenanteile
auf die Fächergruppen im Geschäftsbereich des SMWK im Vergleich mit dem Bundesergebnis
wie folgt:
Tab.: Anteile der Studierenden nach Fächergruppen 2005 und 2014 im Geschäftsbereich des
SMWK im Vergleich zum Bundesergebnis
Fächergruppe
Anteil der Studierenden in %
SMWK-
Geschäftsbereich in
Sachsen
bundesweit
2005
2014
2005
2014
Agrar-, Forst- und
Ernährungswissenschaften
1,6
1,5
2,0
2,0
Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften
5,2
5,6
5,5
5,8
Ingenieurwissenschaften
24,0
29,7
16,4
20,2
Kunst, Kunstwissenschaften
4,6
4,3
4,1
3,4
Mathematik, Naturwissenschaften
18,4
15,8
18,0
18,2
Rechts-,
Wirtschafts-
und
Sozialwissenschaften
21,5
21,6
30,9
30,5
Sport
1,8
1,6
1,5
1,0
Sprach- und Kulturwissenschaften
21,9
19,0
21,2
18,5
Veterinärmedizin
1,0
0,9
0,4
0,3
Entsprechend der Ausrichtung und Schwerpunktbildung der sächsischen Hochschulen liegt
der Anteil der Studierenden in den MINT-Fächern (Fächergruppe Ingenieurwissenschaften
und Mathematik/Naturwissenschaften) seit 2005 an allen Studierenden bei über 42 %. Es ist
den Hochschulen gelungen, diesen Anteil 2011 bis 2014 noch einmal auf über 45 %
anzuheben. In den genannten Fächern existiert jedoch ein deutliches Ungleichgewicht bei den
Geschlechterverhältnissen: Auf 100 Studierende in den MINT-Fächern kamen im Durchschnitt
75 Männer und 25 Frauen. Dieses Verhältnis blieb seit 2005 konstant: In der Fächergruppe

19
Ingenieurwissenschaften
kann
bei
beiden
Geschlechtern
eine
Steigerung
der
Studierendenzahlen bis zum Jahr 2014 um 27 % festgestellt werden.
Entgegen der früheren Vorausberechnung der KMK von 2008, die für den HEP 2020 genutzt
wurde und die einen Rückgang der Studienanfängerzahlen um gut 20 % vorhersagte, betrug
die Studienanfängerzahl im 1. Hochschulsemester (1. HS) im Jahr 2015 21.104, knapp 6 %
(1.164 Studienanfänger) mehr als im Jahr 2005.
56 % der jungen Menschen in Sachsen, die 2014 ein Studium aufnahmen, entschieden sich
für ein Studium an einer Hochschule im Geschäftsbereich des SMWK. Im Jahr 2005 waren es
knapp die Hälfte der Studienberechtigten aus Sachsen, die im Land das Studium begannen.
Damit ist die Attraktivität für die eigenen Studienanfänger in Sachsen gestiegen.
Die Differenz zwischen der Zahl der Studienanfänger bzw. Studierenden, die in Sachsen
studieren und in einem anderen Land die HZB erworben haben (Zuwanderung nach Sachsen),
und denen, die in einem anderen Land mit sächsischer HZB ihr Studium beginnen
(Abwanderung aus Sachsen), wird als Wanderungssaldo (in Sachsen) bezeichnet. Der
Wanderungssaldo ist ein Indikator für die überregionale Attraktivität der Hochschulstandorte
bei Studienanfängern. Der Saldo ist in Sachsen nach wie vor, wie aus nachfolgender Übersicht
hervorgeht, positiv und ansteigend. Gegenwärtig ist der Saldo auf das Fünffache von 2005
angewachsen. Sachsen zählt damit zu den Studierendenimportländern.
Tab.: Wanderungssaldo der Studienanfänger in Sachsen
2005
2010
2013
2014
785
2.506
3.846
3.979
Die Zahl der Studienanfänger aus anderen Ländern überwiegt damit im Geschäftsbereich des
SMWK seit 2011 die Zahl der „Landeskinder“.
Abb.: Studienanfänger (1. HS) 2005 und 2010 bis 2015 an den Hochschulen im
Geschäftsbereich des SMWK nach Ort der HZB für Ländergruppen absolut und prozentual
Der Anteil der Sachsen an den Studienanfängern insgesamt ist, wie aus der Übersicht
hervorgeht, bis 2015 gesunken. Dagegen erreichte der Anteil der Bildungsausländer
(ausländische Studierende mit Erwerb der HZB im Ausland) an den Studienanfängern 2015
0
2.000
4.000
6.000
8.000
10.000
12.000
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
Studienanfänger im 1. HS im SMWK-Geschäftsbereich
nach Ort der HZB
Sachsen
Andere Bundesländer
Ausland

20
einen Höchststand von 5.634 Studienanfängern im Geschäftsbereich des SMWK (alle
Hochschulen: 5.846). Durch die Steigerung der Attraktivität der sächsischen Hochschulen ist
es gelungen, die Rückgänge der Anteile der sächsischen Studienanfänger und der
Studienanfänger aus den anderen Ländern zu kompensieren und Sachsen zum
„Studienanfängerimporteur“ zu entwickeln. Das wird in nachfolgender Grafik nach Ort der HZB
veranschaulicht.
Im Prüfungsjahr 2014 beendeten ca. 21.700 Absolventen an den Hochschulen im
Geschäftsbereich des SMWK das Studium erfolgreich, darunter 14.100 mit einem ersten
berufsqualifizierenden Abschluss. Die Zahl der Absolventen, die dem Arbeitsmarkt als
hochqualifizierte Fachkräfte zur Verfügung stehen, hat sich seit 2005 mit ca. 12.200
Absolventen insgesamt bis zum Prüfungsjahr 2014 erheblich erhöht. Zu beachten ist dabei,
dass sich die Zahl der Abschlüsse auch dadurch erhöht hat, da im gestuften System viele
Studierenden zwei Abschlüsse erwerben (Bachelor und Master).
Abb.: Verteilung auf die verschiedenen Abschlüsse (Bachelor, Master, Diplom, Lehramt) an
den Universitäten und Fachhochschulen 2005 und 2010 bis 2014
0
5.000
10.000
15.000
2005
2010
2011
2012
2013
2014
Bestandene Abschlussprüfungen 2005 und 2010 bis 2014 nach
Prüfungsgruppe an den Universitäten in Sachsen
Universitärer Abschluss
darunter Diplom
darunter Bachelor
darunter Master
darunter Lehramt
0
1.000
2.000
3.000
4.000
5.000
6.000
7.000
2005
2010
2011
2012
2013
2014
Bestandene Abschlussprüfungen 2005 und 2010 bis 2014 nach
Prüfungsgruppe an den Fachhochschulen in Sachsen
Fachhochschulabschluss
darunter Diplom
darunter Bachelor
darunter Master

21
Die Regelstudienzeit bezeichnet die Anzahl der Semester, innerhalb der ein Studiengang
abgeschlossen werden kann. Der Anteil der Absolventen, die ihr Studium in der
Regelstudienzeit abschließen konnten, hat sich an den sächsischen Hochschulen in den
letzten Jahren von 33 % im Jahr 2010 auf über 36 % im Jahr 2013 erhöht. Mit dieser
Entwicklung liegt Sachsen noch unter dem Bundesdurchschnitt von gut 39 % Absolventen in
der Regelstudienzeit, hat aber hinsichtlich des Abstandes zum Bundesdurchschnitt aufgeholt.
Zählt man zur Regelstudienzeit noch zwei Semester dazu, so beendet der überwiegende
Anteil der Absolventen in diesem Zeitraum das Studium erfolgreich.
Über den Einstieg der sächsischen Absolventen ins Berufsleben weist die zweite sächsische
Absolventenstudie nach, dass die sächsischen Absolventen ein großes Interesse am
sächsischen Arbeitsmarkt haben. 75 % bewerben sich für die Aufnahme der ersten
Erwerbstätigkeit in Sachsen. Das verdeutlicht, dass ein wesentlicher Anteil der Studierenden
in Sachsen eine große soziale Bindung zu Sachsen entwickelt hat. Mehr als die Hälfte der
Befragten der Studie verbleibt beim Einstieg ins Berufsleben dann tatsächlich mit der ersten
Erwerbstätigkeit in Sachsen.
3.4.2 Personal (Stand: 22. November 2016)
Am 1. Dezember 2014 waren an den Hochschulen im Geschäftsbereich des SMWK 42.228
Personen beschäftigt. Das waren gut 56 % mehr an Personal als im Jahr 2005. Der Anteil des
drittmittelfinanzierten Personals am Personal 2014 insgesamt betrug gut 30 %, während er im
Jahr 2005 nur bei knapp 14 % lag. Im Vergleich zum Jahr 2005 ist das drittmittelfinanzierte
Personal 2014 auf ca. das 3,5-fache gestiegen.
Im gleichen Zeitraum ging die Anzahl der im Staatshaushalt ausgebrachten Stellen der
Hochschulen (ohne Hochschulmedizin) um ca. 5 % zurück.
Abb.: Anzahl der Stellen an Hochschulen im Geschäftsbereich des SMWK (ohne
Hochschulmedizin) 2005 und 2010 bis 2018
0
1000
2000
3000
4000
5000
6000
7000
8000
9000
10000
2005
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
Anzahl der Stellen an Hochschulen im Geschäftsbereich des
SMWK (ohne Hochschulmedizin) 2005 und 2010 bis 2018

22
Abb.: Wissenschaftliches und künstlerisches Personal sowie Verwaltungs-, technisches und
sonstiges Personal 2005 und 2010 bis 2014 an den Hochschulen im Geschäftsbereich des
SMWK
Gut 60 % der Beschäftigten gehören 2014 zum wissenschaftlichen und künstlerischen
Personal. Im nichtwissenschaftlichen Bereich des Verwaltungs-, technischen und sonstigen
Personals arbeiteten ca. 40 % der Beschäftigten. Diese Relation gilt seit dem Jahr 2011.
Nach Hochschularten betrachtet, betrug im Jahr 2014 der Anteil am Personal bei den
Universitäten insgesamt gut 86 %, der Anteil der Fachhochschulen belief sich auf reichlich 10
% und der Anteil der Kunsthochschulen erreichte ca. 3 %.
0
2.000
4.000
6.000
8.000
10.000
12.000
14.000
16.000
18.000
2005
2010
2011
2012
2013
2014
Verwaltungs-, technisches und sonstiges Personal 2005 und 2010
bis 2014 an den Hochschulen im Geschäftsbereich des SMWK
Drittmittelfinanziertes Verwaltungs-, technisches und sonstiges Personal
Haushaltsfinanziertes Personal
0
5.000
10.000
15.000
20.000
25.000
30.000
2005
2010
2011
2012
2013
2014
Wissenschaftliches und künstlerisches Personal 2005 und 2010
bis 2014 an den Hochschulen im Geschäftsbereich des SMWK
Drittmittelfinanziertes wissenschaftliches und künstlerisches Personal (einschließlich SHKs ab
2010)
Haushaltsfinanziertes Personal (einschließlich SHKs ab 2010)

23
Tab.: Personal 2005 und 2010 bis 2014 nach Hochschularten im SMWK-Geschäftsbereich im
Vergleich zu Insgesamt
Jahr
Personal insgesamt
Wissenschaftliches und
künstlerisches Personal
Verwaltungs-,
technisches und
sonstiges Personal
Universitäten
2005
23.325
10.887
12.438
2010
27.732
13.862
13.870
2011
34.021
20.062
13.959
2012
35.107
20.760
14.347
2013
36.613
21.768
14.845
2014
36.478
21.449
15.029
Fachhochschulen
2005
2.556
1.289
1.267
2010
3.379
1.937
1.442
2011
3.675
2.162
1.513
2012
4.250
2.726
1.524
2013
4.353
2.820
1.533
2014
4.342
2.854
1.488
Kunsthochschulen
2005
1.240
1.037
203
2010
1.198
985
213
2011
1.203
993
210
2012
1.412
1.154
258
2013
1.458
1.202
256
2014
1.408
1.150
258
Von allen Beschäftigten an den Hochschulen im Geschäftsbereich des SMWK waren 2014 52
% weiblich. Das ist vor allem auf den hohen Frauenanteil von knapp 71 % beim Verwaltungs-
, technischen und sonstigen Personal zurückzuführen. Dagegen betrug der Frauenanteil beim
wissenschaftlichen und künstlerischen Personal 2014 insgesamt knapp 40 % und bei den
Professoren nur 19 %. Die Universitäten verzeichneten mit einem Frauenanteil von 17 % 2014
bei den Professoren einen geringen Wert. An den Fachhochschulen ist hingegen ein
Frauenanteil von knapp 19 % unter den Professoren zu verzeichnen. Signifikant höher, über
33 % lag der Frauenanteil an den Kunsthochschulen.
Die Kennzahl Betreuungsrelation (zahlenmäßiges Verhältnis der Studierenden zum
wissenschaftlichen und künstlerischen Personal in Vollzeitäquivalenten) wird bundesweit als
Indikator für die Messung der Studienbedingungen und der Ausbildungsqualität
herangezogen. In Sachsen war die Betreuungsrelation 2014 insgesamt günstiger als im
Bundesdurchschnitt. 2014 entfielen 14 Studierende auf eine wissenschaftliche und
künstlerische
Lehrkraft
(12,1
an
Universitäten
und
Kunsthochschulen;
26,4
an
Fachhochschulen), der Bundeswert lag bei knapp 17 Studierenden je Lehrkraft (14,1 an
Universitäten und Kunsthochschulen; 25,3 an Fachhochschulen). Seit 2005 lag die
Betreuungsrelation an den sächsischen Hochschulen mit geringen Schwankungen im Schnitt
bei 15 Studierenden je Lehrkraft. Seit 2012 hat sich dieses Verhältnis wieder verbessert.
3.4.3 Promotionen und Drittmittel (Stand: 22. November 2016)
Die Entwicklung der vergangenen Jahre hat gerade für die Hochschulen einen stetig
zunehmenden Anteil der wettbewerblich vergebenen Forschungsprojekte mit sich gebracht.
Die Hochschulen im Freistaat Sachsen sind hier gut positioniert und stellen sich diesem
Wettbewerb. Das ist auch an der gestiegenen Zahl der Promotionen als Indikator für die
Leistungsfähigkeit der Hochschulen im Geschäftsbereich des SMWK im Hinblick auf die

24
Qualifikation des wissenschaftlichen Nachwuchses ablesbar. Die Anzahl der Promotionen
stieg von 1.059 im Jahr 2005 um gut 37 % bzw. auf 1.456 Promotionen im Jahr 2014 an.
Die Hochschulen in Sachsen warben im Jahr 2013 rund 540 Mio. € Drittmittel ein, 36 % mehr
als 2005. Diese Mittel werden zur Förderung von Forschung und Entwicklung sowie des
wissenschaftlichen Nachwuchses und der Lehre zusätzlich zum regulären Hochschulhaushalt
von öffentlichen und privaten Stellen eingeworben. Die Drittmittel entsprechend ihrer
Anteilshöhe nach Drittmittelgebern werden in der nachfolgenden Übersicht in Prozent
dargestellt.
Tab.: Verteilung der Drittmittel der sächsischen Hochschulen nach Drittmittelgeber in %
Jahr/ Drittmittelgeber
2005
2010
2011
2012
2013
Bund
31,9
32,9
34,4
31,1
30,8
Deutsche
Forschungsgemeinschaft
22,6
23,7
24,4
24,5
24,2
Europäische Union
1)
16,8
15,9
17,8
18,0
Gewerbliche Wirtschaft
22,2
18,4
17,6
16,7
17,3
Sonstige
23,3
8,2
7,7
9,9
9,7
Insgesamt
100
100
100
100
100
1) Europäische Union 2005 unter Sonstige ausgewiesen.
Der größte Drittmittelanteil kommt demnach vom Bund, gefolgt von der Deutschen
Forschungsgemeinschaft, der Europäischen Union und der gewerblichen Wirtschaft.
Die Universitäten sind dabei sowohl in der absoluten Höhe wie auch in der Einwerbung von
Drittmitteln pro Professor und im Verhältnis der Drittmittel pro laufende Grundmittel in der
bundesdeutschen
Spitzengruppe.
So
warb
ein
sächsischer
Universitätsprofessor
durchschnittlich 421.600 € an Drittmitteln im Jahr 2013 ein. Das ist knapp das 1,7- fache des
Bundeswertes. Auch die sächsischen Fachhochschulen sind im bundesweiten Vergleich ihres
Hochschultyps besonders forschungsstark. Sie übertreffen bei der Einwerbung von Drittmitteln
mit 44.230 € pro Professor/Jahr den Bundesdurchschnitt um den Faktor 1,5.
Ein wichtiges Kriterium für Forschungsstärke und wissenschaftliche Exzellenz ist auch der
Erfolg
der
Beteiligung
sächsischer
Hochschulen
an
den
wettbewerblichen
Rahmenprogrammen der EU für Forschung und Innovation. Das aktuelle Rahmenprogramm
Horizon 2020 (2014-2020) ist mit einem Budget von rund 80 Mrd. € ausgestattet. Die
Europäische Kommission vergibt diese Mittel nach entsprechenden Ausschreibungen im
europäischen Exzellenzwettbewerb. Aktuell liegt die Erfolgsquote sächsischer Universitäten
bei der Beteiligung an Horizon 2020 im Durchschnitt bei rund 14 % (zwischen 8 und 16 %),
dies entspricht dem Durchschnitt der Universitäten in Europa.
7
3.4.4 Weitere Entwicklung ausgewählter Kennzahlen (Stand: 30. Juni 2021)
Im Jahr 2020 waren an den Hochschulen im Geschäftsbereich des SMWK 100.935
Studierende immatrikuliert (in Sachsen insgesamt: 107.576). Damit ist die Anzahl der
Studierenden seit 2016 gesunken (2016: 104.524 Studierende im Geschäftsbereich des
SMWK und 111.499 insgesamt in Sachsen).
Der Anteil der Studierenden an Fachhochschulen ist seit 2005 für Sachsen bis 2020 nahezu
konstant – etwa 24 % der Studierenden in Sachsen sind an Fachhochschulen eingeschrieben
7
Horizon 2020 Annual Monitoring Report 2014 der Europäischen Kommission.

25
(Geschäftsbereich des SMWK). Dagegen betrug der Anteil der Studierenden an
Fachhochschulen im Bundesgebiet im Jahr 2019 37 %.
Entsprechend der Ausrichtung und Schwerpunktsetzung der sächsischen Hochschulen liegt
der Anteil der Studierenden in den MINT-Fächern (Fächergruppe Ingenieurwissenschaften
und Mathematik/Naturwissenschaften) stabil bei etwa 45 %. Der Frauenanteil in den MINT-
Fächern ist weiterhin gering, jedoch hat sich dieser in den letzten Jahren leicht gesteigert
(2019: 28 % Frauen).
Bezogen auf die Nachfrage der sächsischen Studienberechtigten ist festzustellen, dass im
Jahr 2019 nur noch knapp die Hälfte (47,8 %) der studienberechtigten jungen Menschen aus
Sachsen sich für ein Studium an einer Hochschule im Geschäftsbereich des SMWK
entschieden (2014: 56 %). Die Nachfrage von nichtsächsischen Studienberechtigten ist
weiterhin groß, jedoch seit dem Jahr 2015 zurückgehend.
Der Wanderungssaldo, der als Indikator für die überregionale Attraktivität der
Hochschulstandorte bei Studienanfängern herangezogen werden kann, ist in Sachsen nach
wie vor positiv. Sachsen zählt damit weiterhin zu den Studierendenimportländern.
Tab.: Wanderungssaldo der Studienanfänger in Sachsen
2015
2016
2017
2018
2019
3.497
2.491
2.059
1.352
941
Abb.: Studienanfänger (1.HS) 2015 bis 2020 an den Hochschulen im Geschäftsbereich des
SMWK nach Ort der HZB für Ländergruppen absolut
Der Anteil der Sachsen an den Studienanfängern insgesamt steigt im Geschäftsbereich des
SMWK 2018 und 2019 wieder leicht an (39 %) und erreicht 2020 knapp 42 % und damit den
vorläufig höchsten Wert seit 2010. Der Anteil der Bildungsausländer (ausländische
Studierende mit Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung im Ausland) an den
Studienanfängern erreichte im Jahr 2018 einen Höchststand von 30 % und blieb 2019 im
0
1.000
2.000
3.000
4.000
5.000
6.000
7.000
8.000
2015
2016
2017
2018
2019
2020
Studienanfänger im 1. HS im SMWK-Geschäftsbereich nach Ort der HZB
Sachsen
Andere Bundesländer
Ausland

26
Geschäftsbereich des SMWK stabil. Im Jahr 2020 sinkt der Anteil der ausländischen
Studienanfänger
mit
Erwerb
der
Hochschulzugangsberechtigung
im
Ausland
im
Geschäftsbereich des SMWK auf 24 %, was auf die Folgen der Corona Pandemie
zurückzuführen
ist.
Der
Anteil
der
Studienanfänger
mit
Erwerb
der
Hochschulzugangsberechtigung in einem anderen Bundesland sinkt von 35,3 % im Jahr 2016
auf 32,1 % im Jahr 2018 und 30,8 % 2019.Dieser Anteil steigt im Jahr 2020 wieder auf 34 %
an.
Im Prüfungsjahr 2019 beendeten 21.392 Absolventen das Studium erfolgreich, darunter
12.651 mit einem ersten berufsqualifizierenden Abschluss.
Der Anteil der Absolventen, die ihr Studium in der Regelstudienzeit abschließen konnten, hat
sich an den Hochschulen im Geschäftsbereich des SMWK in den letzten Jahren von 33 % im
Jahr 2016 auf 31 % 2018 und 2019 verringert. Mit dieser Entwicklung liegen die Hochschulen
im Geschäftsbereich des SMWK weiterhin unter dem Bundesdurchschnitt von knapp 34 % im
Jahr 2019. Zählt man zur Regelstudienzeit noch zwei Semester dazu, so beendeten 2019
knapp 75 % der Absolventen in diesem Zeitraum das Studium erfolgreich.
Am 1. Dezember 2015 waren an den Hochschulen im Geschäftsbereich des SMWK 41.486
Personen beschäftigt. Bis zum Jahr 2019 ist die Beschäftigtenzahl auf 45.848 im
Geschäftsbereich des SMWK angestiegen. Das ergibt eine Steigerung von knapp 11 % im
Vergleich der Jahre 2015-2019. Der Anteil des drittmittelfinanzierten Personals an der
Beschäftigtenzahl ist in den letzten Jahren gleichbleibend und beträgt etwa 27 %.
Abb.: Wissenschaftliches und künstlerisches Personal sowie Verwaltungs-, technisches und
sonstiges Personal 2005 und 2010 bis 2019 an den Hochschulen im Geschäftsbereich des
SMWK
0
5.000
10.000
15.000
20.000
25.000
30.000
2005
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
Wissenschaftliches und künstlerisches Personal 2005 und 2010 bis 2019
an den Hochschulen im Geschäftsbereich des SMWK
Drittmittelfinanziertes wissenschaftliches und künstlerisches Personal (einschließlich SHKs ab 2010)
Haushaltsfinanziertes Personal (einschließlich SHKs ab 2010)

27
Die Abbildungen zeigen, dass beim Personal bis zum Jahr 2019 keine wesentlichen
strukturellen Veränderungen eingetreten sind. Der Anteil des wissenschaftlichen und
künstlerischen Personals an den Beschäftigten betrug in den Jahren 2015 bis 2018 knapp 60
%. Im nichtwissenschaftlichen Bereich (Verwaltungs-, technisches und sonstiges Personal)
sind folglich ca. 40 % der Beschäftigten tätig. Diese Relation gilt seit dem Jahr 2011.
Nach Hochschularten betrachtet ist der jeweilige Anteil am Personal insgesamt in den Jahren
2015 bis 2019 stabil. An den Universitäten sind gut 86 % aller Beschäftigten an sächsischen
Hochschulen tätig, an den Fachhochschulen ca. 10 % und an den Kunsthochschulen knapp 4
%.
Eine weitere bedeutende Kennzahl ist die Betreuungsrelation. Diese gibt an, wie viele
Studierende rechnerisch durch eine wissenschaftliche bzw. künstlerische Lehrkraft betreut
werden. In Sachsen war die Betreuungsrelation in den Jahren 2015 bis 2019 an den
Hochschulen insgesamt (ohne Verwaltungsfachhochschulen), wie bereits seit 2010,
insgesamt günstiger als im Bundesdurchschnitt. Im Jahr 2015 ergab die Betreuungsrelation in
Sachsen 14 Studierende je wissenschaftliche und künstlerische Lehrkraft, dagegen betrug der
Bundeswert knapp 17. Von 2015 bis 2019 hat sich die Betreuungsrelation an den sächsischen
Hochschulen auf durchschnittlich 12,9 Studierende je Lehrkraft weiter verbessert. Der
Bundesdurchschnitt liegt 2019 bei 16 Studierende je Lehrkraft.
Die Anzahl der Promotionen hat seit 2005 deutlich zugenommen. Von 1.059 Promotionen im
Jahr 2005 stieg die Anzahl um 54,5 % auf 1.636 Promotionen im Jahr 2019 an.
Die Drittmitteleinnahmen der sächsischen Hochschulen betragen 2018 rund 594 Mio. € als
höchstem Wert seit 2014 (2014 rund 540 Mio. €, 2015 541 Mio. €, 2016 513 Mio. € und 2017
gut 536 Mio. €). Die Universitäten sind dabei sowohl in der absoluten Höhe als auch in der
Einwerbung von Drittmitteln pro Professor und im Verhältnis der Drittmittel pro laufende
Grundmittel in der bundesdeutschen Spitzengruppe. Im Jahr 2018 wurden je
Universitätsprofessor in Sachsen durchschnittlich 458.100 € an Drittmitteln eingeworben. Im
Bundesvergleich wurde damit in Sachsen das 1,5-fache eingeworben. Auch die sächsischen
Fachhochschulen im Geschäftsbereich des SMWK sind im bundesweiten Vergleich ihrer
Hochschulart besonders forschungsstark. Sie übertreffen bei der Einwerbung von Drittmitteln
mit 61.800 € pro Professor/Jahr den Bundesdurchschnitt ebenfalls um 50 %.
0
5.000
10.000
15.000
20.000
2005
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
Verwaltungs-, technisches und sonstiges Personal 2005 und 2010 bis
2019 an den Hochschulen im Geschäftsbereich des SMWK
Haushaltsfinanziertes Personal
Drittmittelfinanziertes Verwaltungs-, technisches und sonstiges Personal

28
Die Beteiligung am Forschungsrahmenprogramm Horizont 2020 wurde intensiviert. Aktuell
liegt die Erfolgsquote sächsischer Universitäten bei der Beteiligung bei 15,2 % und damit
knapp über dem Durchschnitt der deutschen Hochschulen von 14,8 %.
8
8
eCorda-Datenbank der Europäischen Kommission vom März 2019

29
4. Ziele der Hochschulentwicklungsplanung 2025
Dem SMWK obliegt die staatliche Hochschulentwicklungsplanung im Zusammenwirken mit
den Hochschulen kraft Gesetzes, § 10 Abs. 1 SächsHSFG. Diese Planungspflicht des SMWK
umfasst grundsätzlich alle Aufgabenbereiche der Hochschule i.S.v. § 5 Abs. 2 SächsHSFG.
Zugleich beinhaltet Art. 5 Abs. 3 des Grundgesetzes (Art. 21 der Sächsischen Verfassung)
eine das Verhältnis der Wissenschaft zum Staat regelnde wertentscheidende Grundsatznorm.
Danach hat der Staat im Bereich des mit öffentlichen Mitteln eingerichteten und unterhaltenen
Wissenschaftsbetriebs durch geeignete organisatorische Maßnahmen dafür zu sorgen, dass
das Grundrecht der freien wissenschaftlichen Betätigung soweit unangetastet bleibt, wie das
unter Berücksichtigung der anderen legitimen Aufgaben der Wissenschaftseinrichtungen und
der Grundrechte der verschiedenen Beteiligten möglich ist (sog. „Hochschulurteil“ des
Bundesverfassungsgerichts vom 29. Mai 1973).
Die staatliche Hochschulentwicklungsplanung bewegt sich in diesem Spannungsfeld und
muss sich bei jedem Eingriff in die Wissenschaftsfreiheit an der Verhältnismäßigkeit im
engeren Sinne messen lassen, d.h. es bedarf einer Abwägung der widerstreitenden
Rechtsgüter in einer Zweck-Mittel-Relation, wobei sich hier insbesondere die Frage stellt, ob
der Nutzen für den verfolgten Zweck (bildungs-, bedarfs- oder haushaltspolitische Ziele) in
einem wohl abgewogenen Verhältnis zur damit verbundenen Beeinträchtigung steht. Im Sinne
dieses Abwägungsprozesses nimmt das SMWK seine Planungspflicht nach § 10 Abs. 1
SächsHSFG im Zusammenwirken mit den Hochschulen wahr und hat die folgenden
Zielvorgaben und Erwartungshaltungen formuliert.

30
4.1 Übergreifende Ziele
Die sächsischen Hochschulen bleiben durch ihre Leistungsfähigkeit und Qualität der
Aufgabenerfüllung, durch die Kultur im Umgang miteinander und ihr Renommee ein Magnet
für
Studierende,
Nachwuchswissenschaftler
und
Forscher.
Durch
attraktive,
wettbewerbsfähige Studien-, Forschungs- und Arbeitsbedingungen gelingt es den
Hochschulen, die für die Erfüllung der Aufgaben notwendigen Fachkräfte zu gewinnen und zu
halten.
Zum Erhalt und Ausbau der Handlungs- und Wettbewerbsfähigkeit sollen die Hochschulen
miteinander sowie mit den aFE und den forschungsstarken Kultureinrichtungen kooperieren.
Die beteiligten Hochschulen formulieren mit ihren Partnern gemeinsame strategische Ziele in
ausgewählten Leistungsdimensionen (Forschung, Lehre, Dritte Mission, Infrastruktur) und
setzen diese in einer langfristig bis dauerhaft ausgerichteten Kooperation um. Dabei erzielen
sie Synergieeffekte und Effizienzgewinne. Die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und
Universitätsbibliothek Dresden und die Berufsakademie Sachsen sollen bei geeigneten Zielen
einbezogen werden.
Die Hochschulen intensivieren ihre Verbindungen zur Wirtschaft, Gesellschaft, Kunst und
Kultur. Sie stärken zum Beispiel über den Wissens- und Technologietransfer,
Forschungskooperationen mit Unternehmen und die Bereitstellung von qualifizierten
Absolventen ihre Rolle als Standortfaktor.
Die Hochschulen optimieren die internen Steuerungsinstrumente und Verwaltungsstrukturen.
Profilbildung als Ziel und Prozess einer fachlichen Schwerpunktsetzung in ihrem
Leistungsangebot ist Aufgabe jeder Hochschule. Mit entsprechenden Studienangeboten,
Forschungstätigkeiten sowie Ressourcen wird diese transparent untersetzt. Sowohl nach
innen als auch nach außen verdeutlicht die erfolgreiche Profilbildung Stärken und Prioritäten
der Hochschule. Zum Profil einer Hochschule gehört daher auch die standortspezifische
Ausdifferenzierung.
Die hochschulinternen Entwicklungspläne sind bis zum 30. Juni 2022 unter Beachtung des
angepassten und ergänzend fortgeschriebenen HEP 2025, der Zuschuss- und der
entsprechenden Zielvereinbarung fortzuschreiben. Dabei übertragen die Hochschulen die
Weiterentwicklung des Zielvereinbarungsprozesses zwischen SMWK und Hochschule
innerhalb kurzer Zeiträume entsprechend auf die internen Zielvereinbarungen.
Ziel für jede Hochschule ist die Etablierung und Weiterentwicklung einer flächendeckenden
Personalentwicklungsplanung. In diesem Zusammenhang setzen die Hochschulen den
einvernehmlich zwischen SMWK, den Hochschulen und dem Hauptpersonalrat vereinbarten
„Rahmenkodex über den Umgang mit befristeter Beschäftigung und die Förderung von
Karriereperspektiven an den Hochschulen im Freistaat Sachsen“ um. Dies beinhaltet auch die
Schaffung transparenter Bedingungen sowohl für die wissenschaftliche Karriere als auch für
den Ausstieg aus dieser (z.B. Wechsel in die regionale Wirtschaft). Die Hochschulen definieren
Aufgaben, welche auf Grund ihres dauerhaften oder unbestimmt langfristigen Charakters
grundsätzlich von unbefristet Beschäftigten erfüllt werden sollen. Daher streben die
Hochschulen einen Anteil der unbefristeten Beschäftigungen bei den aus dem Stellenplan und
sonstigen Haushaltsmitteln finanzierten wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeitern
von mindestens 40,0 % an.
Die Hochschulen schaffen die intern steuerbaren Rahmenbedingungen für eine gute
Vereinbarkeit von Beruf und Familie bzw. Studium und Familie. Sie bekennen sich zum Ziel
einer familiengerechten Hochschule.

31
Die Hochschulen erkennen die besondere Situation von Studierenden und Mitarbeitern mit
Behinderungen und chronischen Erkrankungen an und sichern die Chancengleichheit gemäß
der UN-Behindertenrechtskonvention.
Der Umgang mit Vielfalt ist Querschnittsaufgabe für alle Hochschulen. Vielfalt als
Zielperspektive erfordert einen umfassenden Diversity-Ansatz, welcher auf die Förderung der
Wahrnehmung und Anerkennung von Unterschieden und Gemeinsamkeiten und der
Wertschätzung gegenüber der Individualität jedes Hochschulangehörigen und Mitgliedes
gerichtet ist. Die Hochschulen erkennen die Gleichstellung von Minderheiten als Zielsetzung
an.
Die Hochschulen betreiben eine gezielte Förderung von Frauen im Wissenschaftssystem. Im
Rahmen
der
hochschulinternen
Qualitätssicherung
soll
ein
systematisches
gleichstellungspolitisches Monitoring stattfinden. Die Geschlechtergerechtigkeit wird als
Qualitätskriterium implementiert.
Die Durchlässigkeit des Bildungssystems wird von den Hochschulen sowohl beim Wechsel in
den tertiären Bildungsbereich als auch beim Wechsel innerhalb des tertiären Bildungsbereichs
gewährleistet.
Die Hochschulen sind Orte der Internationalität und stehen für eine gelebte
Willkommenskultur. Durch die Integration der ausländischen Studierenden und Mitarbeiter in
das kulturelle und soziale Leben leisten die Hochschulen einen Beitrag zur Steigerung der
Lebensqualität für alle.
Von
den
Hochschulen
wird
die
Umsetzung
ihrer
hochschulspezifischen
Internationalisierungsstrategien
erwartet.
Die
Einbindung
in
internationale
Studierendenströme und Forschungsnetzwerke ist kein Selbstzweck, sondern dient der
bestmöglichen Aufgabenerfüllung und zugleich der internationalen Mobilität.

32
4.2 Lehre und Studium
Die Hochschulen sichern und verbessern die Qualität der Lehre.
Zur Aufrechterhaltung der Kapazität und Wahrung des Qualitätsanspruches orientiert sich die
weitere Hochschulentwicklung an eine Zielgröße von 101.000 Studierenden im Jahr 2025 bei
einer konstanten Stellenausstattung aus Landesmitteln (9.034 Stellen ohne Medizinische
Fakultäten und 1.926 Stellen in den medizinischen Fakultäten). In den Jahren 2021-2023
werden den Hochschulen entsprechend den aufwachsenden Mitteln des Zukunftsvertrags
zusätzlich Stellen zur Verfügung gestellt. Ab 2024 stehen den Hochschulen aus den Mitteln
des Zukunftsvertrags insgesamt 800 Stellen zur Verfügung. Die sächsischen Hochschulen
erzielen ein positives Wanderungssaldo bei den Studienanfängern aus anderen Ländern.
Der relative Anteil der Fachhochschulen von gegenwärtig etwa 24 % der Studierenden soll
mindestens gehalten werden und nach Möglichkeit steigen.
Die Zielvorgaben für die Studierendenzahl der einzelnen Hochschulen für 2025 sind:
Gemäß Koalitionsvertrag soll sich die Hochschulentwicklungsplanung für die 14 staatlichen
Hochschulen an einer Planungsgröße von 101.000 Studierende in den Hochschulen im
Geschäftsbereich
des
SMWK
(einschließlich
Humanmedizin)
ausrichten.
Hochschulspezifische Planungsansätze sind nötig, um im weiteren Prozess mit realistischen
Größen für die standortspezifischen Studierendenzahlen arbeiten zu können. Berücksichtigt
ist die Festlegung im Koalitionsvertrag zur langfristigen Sicherung der 14 staatlichen
Hochschulen (im Geschäftsbereich des SMWK). Ausgangsbasis sind die amtlichen Statistiken
mit den Stichtagen 1. Dezember 2013 und 1. November 2019.
Hochschule
Studierende 2013/14
insgesamt
Studierende 2019/20
insgesamt
Studierende 2024/25
Planungsansatz
Universität Leipzig
26 607
29 399
28.000
Technische Universität
Dresden
35 118
30 123
30 000
Technische Universität
Chemnitz
10 921
9 873
10 000
Technische Universität
Bergakademie
Freiberg
5 345
3 880
4 400
Universitäten
77 991
73 275
72 400
Hochschule für
Bildende Künste
Dresden
617
515
550
Hochschule für Grafik
und Buchkunst Leipzig
559
508
500
Hochschule für Musik
und Theater Leipzig
946
1 163
1 150
Hochschule für Musik
Dresden
591
611
660
Palucca Hochschule
für Tanz Dresden
157
179
170
Kunsthochschulen
2 870
2 976
3 030
Hochschule für
Technik und Wirtschaft
Dresden
5 206
4 578
5 000
Hochschule für
Technik, Wirtschaft
6 185
6 400

33
und Kultur
Leipzig
6 139
Hochschule Mittweida
6 252
6 805
6 300
Hochschule
Zittau/Görlitz
3 233
2 818
3 000
Westsächsische
Hochschule Zwickau
4 795
3 501
4 200
Fachhochschulen
25 671
23 841
24 900
Gesamt
106 532
100 092
100 330
Zur Umsetzung der Verpflichtungserklärung des Freistaates Sachsen zum Zukunftsvertrag
Studium und Lehre stärken, wird ein konstantes Niveau der Zahl der Studienanfänger und der
Absolventen angestrebt.
Die Hochschulen leisten einen wichtigen Beitrag zur Deckung des Bedarfs an
hochqualifizierten Fach- und Führungskräften für die Wissenschaft, die Wirtschaft und die
Gesellschaft. Für die Daseinsvorsorge besteht eine besondere Verantwortung. Die
Hochschulen müssen durch die hochschulinterne Ressourcenallokation dafür Sorge tragen,
dass hinreichende Studienplatzkapazitäten entsprechend bereit stehen.
An den Medizinischen Fakultäten Dresden und Leipzig ist in Kooperation mit dem jeweiligen
Universitätsklinikum die Zahl der Studienanfänger in der Humanmedizin um 90 zusätzliche
Studienplätze in der Humanmedizin erhöht worden
9
. Die Anzahl der Studienplätze in der
Zahnmedizin wird trotz der geänderten zahnärztlichen Approbationsordnung und den daraus
resultierenden neuen Curricularwerten gehalten. Damit ist, gemäß der bundeseinheitlichen
kapazitätsrechtlichen Vorgaben, mit folgenden Studienanfängerzahlen in Summe beider
Standorte zu rechnen: etwa 615 in der Humanmedizin und etwa 120 in der Zahnmedizin.
Die Universitäten in Chemnitz, Dresden und Leipzig, sowie die Musikhochschulen in Dresden
und Leipzig, erfüllen die Vorgaben für die Lehramtsausbildung. Mit Blick auf zusätzliche
Bedarfe aufgrund steigender Schülerzahlen, den Notwendigkeiten der Integration von
Schülern
mit
Migrationshintergrund
sowie
der
Inklusion
von
Schülern
mit
sonderpädagogischem Förderbedarf wird die Kapazität ab 2021 auf etwa 2700
Studienanfänger in den Lehramtsstudiengängen (einschließlich Modellstudiengänge) zeitlich
befristet erhöht. Festlegungen bezüglich der Schularten und Fächer sind in den
entsprechenden Zielvereinbarungen unter Berücksichtigung der Lehrerbedarfsprognose bis
zum Schuljahr 2029/2030 zu treffen.
Ziel für die Hochschulentwicklung 2025 ist, die MINT-Quote auf einem Stand von über 40 %
zu halten
10
. Die Hochschulen leisten durch gezielte Maßnahmen, z.B. durch die
gendergerechte Ausgestaltung von MINT-Studiengängen, ihren Beitrag zur Nutzung des
Potentials von Frauen für naturwissenschaftlich-technische Berufe.
Die Hochschulen verbessern den Studienerfolg. Das Erreichen des Bundesdurchschnitts bei
der Erfolgsquote wird angestrebt. Dies betrifft sowohl die Studienerfolgsquote als auch die
qualitativen Maßstäbe.
Absolventen sächsischer
Hochschulen zeichnen sich mit
herausragenden fachlichen, methodischen und sozialen Kompetenzen aus. Die Hochschulen
evaluieren regelmäßig die Studienerfolgsstrategien und schreiben diese fort.
9
Erhöhung um 90 zusätzliche Humanmedizin Studienplätze: 50 für Modellstudiengang Humanmedizin
an der TU Dresden in Kooperation mit dem Klinikum Chemnitz, Verstetigung von 20 Studienplätzen und
20 weitere Studienplätze für den Studiengang Medizin in Leipzig.
10
Die bisher angestrebte MINT-Quote in Höhe von 44 % kann bis 2025 aufgrund der fachlichen
Schwerpunktsetzung der Staatsregierung in den Bereichen Lehramt, Medizin, Gesundheitsfachberufe
und Pflege nicht erreicht werden.

34
Die Einhaltung der Regelstudienzeit soll sich verbessern und so die mittlere Verweildauer der
Studierenden an den Hochschulen verkürzen.
Die Hochschulen leisten ihren Beitrag, um die Studienorientierung zu verbessern.
Die Hochschulen gehen verantwortungsvoll mit Kapazitätsfestsetzungen um. Durch eine
aktive Ressourcenallokation zwischen den Lehreinheiten sorgt die Hochschulleitung für einen
Abbau von Über- und Unterlastsituationen von Lehreinheiten.
Die Hochschulen nutzen vor allem die sich insgesamt nach 2020 verbessernde
Betreuungsrelation zum Abbau von Überlastsituationen in einzelnen Bereichen.
In Sachsen soll das Studium grundsätzlich in den derzeit existierenden Studienbereichen
entsprechend der Anlage „Fächerabstimmung“ auch 2025 möglich sein.
Studiengänge sollten möglichst in der Bezeichnung einen klaren Wiedererkennungswert über
die einzelne Hochschule hinaus haben und so bereits eine inhaltliche Orientierung z.B. für
Studieninteressierte und zukünftige Arbeitgeber bieten. Die grundständigen Studiengänge
sollen den Studienfächern der bundeseinheitlichen Statistik entsprechen.
Die
hochschuldidaktische Weiterqualifizierung
wird
verstetigt.
Hochschuldidaktische
Qualifizierung erfolgt für alle Lehrenden unter Berücksichtigung heterogener Zielgruppen und
unter stärkerer Nutzung des Hochschuldidaktischen Zentrums Sachsen (HDS). Das HDS
entwickelt sich als zentrale Koordinierungsstelle für hochschuldidaktische Qualifizierung und
Digitalisierung in der Hochschulbildung weiter. Die Digitalisierung in der Hochschulbildung wird
zu einer Kernaufgabe der sächsischen Hochschulentwicklung. Hierbei soll besonderer Wert
auf Diskriminierungsschutz und Barrierefreiheit gelegt werden. Um den Transfer digitaler
Lehrformate in der Breite zu unterstützen, bringen sich HDS sowie der Arbeitskreis E-Learning
der Landesrektorenkonferenz mit ihren jeweiligen Kompetenzen ein. In Übereinstimmung mit
der Verpflichtungserklärung des Freistaates Sachsen zum Zukunftsvertrag Studium und Lehre
stärken sowie unter Berücksichtigung der Erfahrungen aus der Corona-Pandemie wird die
„Strategie zur Digitalisierung in der Hochschulbildung“ fortgeschrieben.
Die Berücksichtigung von guter Lehre bei der hochschulinternen Mittel-/Leistungsvergabe wird
Standard. Die Hochschulen legen entsprechende rechtliche Grundlagen in ihren Ordnungen.
Die hochschulinternen Qualitätsmanagementsysteme sind weiter zu entwickeln. Die
erfolgreiche Etablierung soll in der Regel über eine Systemakkreditierung oder ein anderes
adäquates Verfahren bestätigt werden.
Seit dem Wintersemester 2018/2019 (Inkrafttreten des Staatsvertrages über die gemeinsame
Einrichtung für Hochschulzulassung) sollen über die Stiftung für Hochschulzulassung auch die
örtlichen zulassungsbeschränkten Studiengänge aller deutschen Hochschulen auf dem
zentralen Portal der Stiftung für Hochschulzulassung verwaltet werden. Alle sächsischen
Hochschulen beteiligen sich nunmehr grundsätzlich mit örtlich zulassungsbeschränkten
grundständigen Studiengängen am Dialogorientierten Serviceverfahren (DoSV).
Die Hochschulen sollen im Bereich der wissenschaftlichen Weiterbildung weiterhin einen
wesentlichen Beitrag leisten.
Die
Hochschulen
realisieren
ein
angemessenes
Verhältnis
von
Bachelor-
zu
Masterstudiengängen.
Die Fachhochschulen entwickeln ihr Masterangebot vorrangig in ihren forschungsstarken und
profilbildenden Bereichen. Sie bauen ihre Kooperationen mit den Universitäten in Lehre und

35
Studium aus und verbessern die Abstimmungen. Die Fachhochschulen gestalten in
Abstimmung mit der Berufsakademie Sachsen duale und berufsbegleitende Masterangebote.

36
4.3 Forschung
Die Universitäten stärken ihre zentrale Rolle in der Forschungslandschaft Sachsens.
Die Fachhochschulen sichern durch eine kontinuierliche, eng mit der regionalen und
überregionalen
Wirtschaft
verknüpfte
Forschungsarbeit
die
im
Bundesvergleich
herausgehobene Forschungsstärke.
An den sächsischen Universitäten werden Forschungsleistungen auf internationalem
Spitzenniveau erreicht. Dies ist zu verstärken und gleichzeitig soll die Sichtbarkeit sächsischer
Forschungsstärke auf nationaler und internationaler Ebene z.B. durch Forschungscluster
erhöht werden.
Über die Sicherung und Steigerung der Qualität der Forschung, der Schaffung von kritischen
Massen und entsprechenden Struktur- und Ressourcenentscheidungen in den Hochschulen
sind Forschergruppen zu identifizieren, gezielt zu stärken und zu exzellenten Bereichen zu
entwickeln.
Spitzenforschung impliziert zwar die Auswahl einiger weniger Forscher, Forschergruppen,
Institute oder Exzellenzzentren, doch bedarf es dazu einer breiten Grundlage auf hohem
Niveau. Die Förderung der Spitze darf daher nicht zu Lasten der Qualität in der Breite gehen.
Die Hochschulen bestimmen daher in ihrem jeweiligen Forschungsprofil über die
Forschungsschwerpunkte und ermöglichen aber auch anderen Bereichen hinreichend
Entwicklungsmöglichkeiten.
Die Hochschulen überprüfen regelmäßig ihr jeweiliges Forschungsprofil und passen es
dynamisch an. Dabei berücksichtigen sie nationale und globale Entwicklungen in den
Wissenschaftsdisziplinen und Anforderungen von Wirtschaft und Gesellschaft.
Die Hochschulen stellen sich dem Wettbewerb. Ziel sind dabei u.a. gute Positionen im DFG-
Förderatlas und hohe Beteiligungsquoten bei Forschungsprogrammen des Bundes und der
EU.
Die positive Begutachtung von Anträgen in der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder
ist ein herausgehobenes Ziel für die sächsischen Universitäten und ihre Kooperationspartner.
Unter dem Blickwinkel von Kooperation und Komplementarität stimmen sich gegenseitig
Hochschulen und aFE bei gleichen und ähnlichen Forschungsfeldern ab. Hochschulen und
aFE erschließen durch eine hohe Anzahl gemeinsamer Berufungen auch unterhalb der
Institutsleitungen zusätzliche Möglichkeiten zur Intensivierung der Zusammenarbeit.
Die Hochschulen halten ihre Drittmitteleinwerbungen auf hohem Niveau. Sie streben dabei die
Erhöhung der Drittmitteleinnahmen aus der Wirtschaft an.
Die Stärkung der kooperativen Promotion z.B. über den Aufbau von Kooperationsplattformen
ist gleichermaßen Aufgabe der Fachhochschulen und der Universitäten. Die Universitäten
sollen der steigenden Bedeutung von strukturierten Promotionsverfahren angemessen
Rechnung tragen. Die Hochschulen richten ein Promotionskolleg als gemeinsame
wissenschaftliche Einrichtung ein.

37
4.4 Dritte Mission- Gesellschaftliche Rolle und soziale Verantwortung
Zur Erhöhung ihrer regionalen Wirksamkeit und der Verbesserung der Reaktionszeit auf
demografische, soziale und wirtschaftliche Entwicklungen optimieren die sächsischen
Hochschulen jeweils ihre gesellschaftsbezogenen Aktivitäten. Auf der Basis der Gesamtheit
ihrer gesellschaftsbezogenen, ökonomischen und nicht-ökonomischen Aktivitäten entwickeln
sie spezifische strategische Ansätze und setzen diese über entsprechende Instrumente und
Maßnahmen um.
Zur
Stärkung
der
regionalen
Handlungsfähigkeit
von
Hochschulen
sollen
Kooperationsnetzwerke eingerichtet, weiter entwickelt und verstetigt werden. Dialog- und
Gestaltungsprozesse führen die Hochschulen aktiv unter Einbeziehung regionaler Akteure aus
Wirtschaft, Kultur, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft.
Die Hochschulen stärken Demokratie und Zivilgesellschaft. Sie bringen sich aktiv in
gesellschaftliche Diskurse ein. Hierzu nutzen sie unter anderem die Instrumente
nichtökonomischer gesellschaftsbezogener Aktivitäten. Dabei hat die Hochschulkultur, die
geprägt ist von gelebter Demokratie, Wertschätzung, Weltoffenheit und Toleranz,
Beispielwirkung für andere gesellschaftliche Prozesse.
Zur
Gewinnung
eigener
Steuerungs-
und
Strategiefähigkeit
für
das
regionale
Innovationsgeschehen, wirken die Hochschulen auf eine Erhöhung der Transparenz
regionaler Transferstrukturen und die Steigerung der Kenntnis über Transferakteure und ihrer
Leistungen hin. Im Zusammenwirken mit anderen Transferakteuren stellen sie die
Leistungsvielfalt sicher und erhöhen die Qualität der Angebote.
Zur Erhöhung der Transferbereitschaft ihrer Struktureinheiten, Mitglieder und Angehörigen
schaffen Hochschulen ein Anreizsystem. Erfolgreiche Transferaktivitäten werden in der
hochschulinternen
leistungsorientierten
Mittelverteilung
sowie
in
den
internen
Zielvereinbarungen berücksichtigt.
Zur Gewinnung bzw. Bindung von Studierenden und Mitarbeitern, insbesondere jungen
Nachwuchswissenschaftlern
und
Nachwuchskünstlern,
sowie
zur
Dämpfung
der
Abwanderungsneigung schaffen Hochschulen attraktive Studien- und Arbeitsbedingungen
und ein familienfreundliches Klima.
Über Bildung, Ausbildung und Weiterbildung leisten die Hochschulen einen zentralen Beitrag
zur Sicherung des Fachkräftebedarfs. Zur Identifikation regionaler Bedarfe stehen sie im
Dialog mit Arbeitgebern, Kammern, Kommunen, Gewerkschaften und Verbänden sowie der
Bundesagentur für Arbeit. Dabei nutzen Hochschulen verstärkt Instrumente, welche die
Verbindung zwischen Studierenden und Arbeitgebern fördern. Darüber hinaus ermöglichen
Hochschulen den Personalaustausch im Dialog mit anderen Einrichtungen aus Wissenschaft,
Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft.
Zur Stärkung der Innovationskraft der sächsischen Wirtschaft initiieren, stabilisieren und
optimieren die Hochschulen über ihre Transferaktivitäten Wertschöpfungsketten. Sie
unterstützen das Schließen von Lücken in Wertschöpfungsketten insbesondere durch gezielte
Aktivitäten in Forschung und Entwicklung (FuE), Validierungstätigkeiten, die Prüfung der
Marktfähigkeit von Forschungsergebnissen, die bessere Verwertung eigener Patente und
Ausgründungen. Auf die besonderen Herausforderungen der Kultur- und Kreativwirtschaft
reagieren die Hochschulen durch darauf angepasste Transferaktivitäten.
Zum Ausbau des sächsischen Gründungsgeschehens sollen die sächsischen Hochschulen
mehr
Studieninhalte,
Studiengänge
und
Weiterbildungsangebote
im
Themenfeld
Entrepreneurship anbieten. Sie beteiligen Gründer an praxisorientierter Lehre, ermöglichen

38
Einblicke
in
die
Unternehmenspraxis
und
berücksichtigen
verstärkt
Geschäftsmodellinnovationen und Unternehmensnachfolgen.

39
5. Umsetzungsstrategien und Maßnahmen
Die Leitlinien und Ziele bedürfen grundsätzlich der konkreten Maßnahmeplanung,
Ausgestaltung und Umsetzung durch die Hochschulen. Gemäß § 10 Abs. 5 SächsHSFG
schreiben
diese
ihre
Entwicklungspläne
auf
der
Grundlage
der
staatlichen
Hochschulentwicklungsplanung
und
der
mit
jeder
Hochschule
zu
schließenden
Zielvereinbarung fort, sodass entsprechend die Adressaten der Umsetzung die Fakultäten,
zentralen Einrichtungen, die Hochschulverwaltung und die Hochschulleitung sind. Im
Bewusstsein dessen und des bereits beschriebenen Spannungsfeldes zwischen staatlicher
Planungspflicht und Hochschulautonomie, beschreibt das SMWK im Folgenden konkrete
Anforderungen an die Hochschulen zur Umsetzung.

40
5.1 Profilbildung und Schwerpunktsetzung
Die Hochschulen befinden sich im Spannungsfeld zwischen notwendiger fachlicher Breite und
erforderlicher Schwerpunktsetzung. Unter den Bedingungen der Ausdifferenzierung der
wissenschaftlichen Disziplinen, der Sicherung von Mindestgrößen von Studierendenzahlen in
den Studiengängen, der Bildung von kritischen Massen von Forschungskompetenzen sowie
der personellen/ finanziellen Ressourcen und der bereitgestellten Infrastruktur müssen die
Hochschulen jeweils ihre Position in diesem Spannungsfeld bestimmen.
Der Wissenschaftsrat hat in seinen Empfehlungen zu den Perspektiven des deutschen
Wissenschaftssystems vom Juli 2013 ausgeführt: „Im Zuge eines mehrdimensionalen
Differenzierungsprozesses sind die Hochschulen gefordert, ihr funktionales Profil mit Hilfe
eigener Mittel und unterstützt durch passgenaue Anreizsysteme zu entwickeln. Entsprechend
ausgebildete Profile können sehr unterschiedlich sein und werden an den Hochschulen zur
gezielten Herausbildung weniger, dafür aber sehr starker Leistungsbereiche führen.“ „Der
Wissenschaftsrat unterstützt diese Entwicklungen nachdrücklich und empfiehlt den
Hochschulen, ihre strategische Profilbildung durch eine stärkere Differenzierung innerhalb der
Leistungsdimension Lehre voranzutreiben.“ Der Wissenschaftsrat greift damit die seit
mehreren Jahren von Hochschulen und Hochschulpolitik geführte Debatte zur Profilbildung
erneut auf.
Im Sächsischen HEP 2020 wurden unter dem Begriff Profilbildung die institutionellen Profile
von Universitäten, Fachhochschulen, Kunsthochschulen und der Berufsakademie Sachsen
herausgearbeitet.
11
Die Hochschulen wurden zudem aufgefordert darzulegen, wie der Abgleich des
Studienangebotes, der Forschungsaktivitäten und der Ressourcenallokation in der
Hochschule mit den gewählten Profillinien erfolgte und deren Umsetzung insgesamt bewertet
wird. Darauf aufbauend sollten die Hochschulen ausführen, welche starken Bereiche künftig
gefestigt werden und wie das Studienangebot der Hochschule im Kontext des Angebotes
benachbarter Hochschulen zu betrachten und strategisch auszurichten ist.
12
In ihren eigenen Entwicklungsplänen legten die Hochschulen auf dieser Grundlage ihre
Zielstellungen zur Profilbildung in Lehre und Forschung in ihrer gesamten Breite dar. Allerdings
umfassen die Profildarstellungen der Hochschulen in der Regel das komplette Lehr- und
Forschungsangebot. Dies dürfte Ausdruck der Sorge aus den Bereichen und
Wissenschaftsdisziplinen sein, dass durch eine Schwerpunktsetzung eine Rangfolge
zwischen Fächern oder Bereichen implementiert und verfestigt und so zu einer Entscheidung
über den Fortbestand einzelner Fächer und entsprechender Bereiche wird.
In den Zielvereinbarungen mit dem SMWK verpflichteten sich die Hochschulen zu
Verbesserungen in der Profilentwicklung. Damit wird u.a. der landesweite Schwerpunkt im
MINT-Bereich gefestigt und die Zuordnung von Studienangeboten zu Profillinien der
Hochschulen
unterstützt.
Im
Zuge
der
Fortschreibung
des
Sächsischen
Hochschulentwicklungsplanes ist jedoch eine deutlichere Bestimmung der Profilbildung
notwendig.
„Der Wissenschaftsrat sieht die Profilbildung einer jeden Hochschule als eine ihrer dauerhaften
Kernaufgaben.“ „Indem die einzelne Hochschule durch gezielte Schwerpunktbildung in
Hinblick auf die unterschiedlichen Leistungsdimensionen in ihrer individuellen Entwicklung
gestärkt
wird,
kann
der
Hochschulbereich
insgesamt
seiner
Funktion
als
11
HEP 2020: Kapitel 3.1.1.
12
HEP 2020: 141.

41
‚Organisationszentrum der Wissenschaft‘ besser nachkommen."
13
Für die sächsischen
Hochschulen heruntergebrochen bedeutet dies, dass jede Hochschule im Rahmen der
hochschulinternen Entwicklungsplanung ihre im Folgenden genannten Profile nach der
Definition des Sächsischen Hochschulfreiheitsgesetzes entsprechend untersetzt. Gemäß
Sächsischem Hochschulfreiheitsgesetz erfolgt Profilbildung durch Schwerpunktsetzung, vgl. §
10 Abs. 2 S. 2 Nr. 1. Profilbildung bezeichnet demnach das Ziel und den Prozess einer
Hochschule, fachliche Schwerpunkte in ihrem Leistungsangebot zu setzen und diese mit
entsprechenden Studienangeboten, Forschungstätigkeiten sowie Ressourcen transparent zu
untersetzen. Sowohl nach innen als auch nach außen verdeutlicht die erfolgreiche
Profilbildung Stärken und Prioritäten der Hochschule. Zum Profil einer Hochschule gehört
daher auch die standortspezifische Ausdifferenzierung.
Universitäten
Die
vier
sächsischen
Universitäten
prägen
mit
ihrer
Forschungsstärke
den
Wissenschaftsstandort Sachsen maßgeblich. Spitzenforschung und Nachwuchsförderung,
Lehre und Studium auf hohem Niveau, entsprechen dem Selbstverständnis als größte
Forschungseinrichtungen
und
Ausbildungsstätten
für
akademische
Fachkräfte
gleichermaßen. Die Universitäten stehen im nationalen und internationalen Wettbewerb. Ihre
wissenschaftliche Leistungsfähigkeit ermöglicht – nicht nur im Rahmen der Exzellenzinitiative
des Bundes und der Länder – eine große Sichtbarkeit. Sächsische Universitäten sind
anerkannte Kooperationspartner für Forschungseinrichtungen, Wirtschaft und Gesellschaft.
-
Die TU Chemnitz kombiniert den Kern einer Technischen Universität in den
Ingenieurwissenschaften, Mathematik und Naturwissenschaften mit einem breiten
Fächerspektrum in den Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Die TU
Chemnitz bearbeitet Fragestellungen an der Schnitt-stelle zwischen Gesellschaft und
Technik. Zu ihrem inter- und transdisziplinären Profil gehören die regionale
Verantwortung sowie die nationale und internationale Sichtbarkeit. Im Mittelpunkt
stehen dabei die drei Kernkompetenzen „Materialien und Intelligente Systeme“,
„Ressourceneffiziente Produktion und Leichtbau“ und „Mensch und Technik“. Die TU
Chemnitz strebt eine Beteiligung in der nächsten Runde der Exzellenzstrategie an. Das
Studienangebot
wird
geprägt
durch
profilbildende
Studiengänge
in
den
Ingenieurwissenschaften, Mathematik und Naturwissenschaften eng verknüpft mit den
Geistes, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften.
Die TUC strebt mit Unterstützung der Sächsischen Staatsregierung die Errichtung und
Etablierung eines Wasserstoffzentrums mit regionaler, nationaler und internationaler
Strahlkraft in Chemnitz, des Smart Rail Connectivity Campus in Annaberg-Buchholz
zur
Erforschung
nachhaltiger
und
digitaler
Bahntechnologien
sowie
der
Forschungsplattform Kälte- und Energietechnik in Reichenbach zur Erforschung von
Klima- und Kältetechnologien an.
-
Die TU Dresden zeichnet sich durch ein sehr breites Fächerspektrum aus, das die
Ingenieur- und Naturwissenschaften, die Lebenswissenschaften einschließlich
Medizin, aber auch die Geistes- und Sozialwissenschaften umfasst. Zusätzlich zu ihren
regional
gebundenen
gesellschaftsbezogenen
Aktivitäten
nimmt
sie
eine
überregionale, globale Verantwortung in ihren Kernaufgaben Forschung und Lehre
sowie
in
ihrer
Dritten
Mission
wahr.
Ihre
fünf
Forschungsprofillinien
„Gesundheitswissenschaften,
Biomedizin
und
Bioengineering“,
„Informationstechnologien
und
Mikroelektronik“,
„Material-
und
Werkstoffwissenschaften“, „Energie, Mobilität und Umwelt“ sowie „Kultur und
Gesellschaftlicher Wandel“ entwickelt sie in enger Abstimmung und Kooperation mit
dem Netzwerk DRESDEN-concept weiter. Das Studienangebot der TU Dresden
umfasst das oben genannte breite Spektrum und wird profilbildend von den
13
Drs. 3228-13 Braunschweig 12. Juli 2013: Perspektiven des deutschen Wissenschaftssystems
(beide Zitate).

42
Fächergruppen
Mathematik,
Naturwissenschaften,
dem
Studienbereich
Humanmedizin,
den
Ingenieurstudiengängen
sowie
den
geistes-
und
sozialwissenschaftlichen Studiengängen geprägt, als auch von der damit vielfach
verbundenen Lehramtsausbildung. Die TU Dresden verfolgt das Ziel, sich zu einer
global bezogenen und gleichzeitig regional verankerten Spitzenuniversität für das 21.
Jahrhundert zu entwickeln, um innovative Beiträge zur Lösung globaler
Herausforderungen zu leisten und dauerhaft eine der fünf leistungsstärksten
deutschen Universitäten zu sein. Sie wird alle erforderlichen Anstrengungen
unternehmen, ihren Status als Exzellenzuniversität im Rahmen der Exzellenzstrategie
des Bundes und der Länder im Jahr 2026 erneut zu bestätigen.
-
Die
TU
Bergakademie
Freiberg
vereint
als
Ressourcenuniversität
die
wissenschaftlichen Disziplinen der Ingenieur-, Natur- und Wirtschaftswissenschaften
mit ihren Forschungs- und Lehraufgaben in allen Bereichen der Wertschöpfungskette
der Rohstoffe/ Materialien. Charakterisierend sind dabei die vier Profilbereiche „Geo“,
„Materialien“,
Energie“
und
„Umwelt“.
Das
profilbildende
Thema
der
Ressourcenwirtschaft wird in internationaler Verankerung gleichmäßig durch
Studiengänge in allen sechs Fakultäten geprägt, um auch zukünftig umfassende
interdisziplinäre Forschung sowie eine entsprechende Ausbildung der Studierenden zu
ermöglichen.
-
Die Universität Leipzig gehört zu den großen und medizinführenden Traditions-
Universitäten in Deutschland. Die drei strategischen Forschungsfelder „Veränderte
Ordnungen in einer globalisierten Welt“, „Intelligente Methoden und Materialien“ und
„Nachhaltige Grundlagen für Leben und Gesundheit“ entwickelt die Universität weiter.
Zu ihrem Profil gehören die regionale Verantwortung sowie die internationale
Wahrnehmung und Ausstrahlung. Für das Studienangebot sind die Fächergruppen
Geistes- und Sozialwissenschaften sowie Natur- und Lebenswissenschaften, darunter
auch eine große Vielfalt sogenannter „Kleiner Fächer“ profilprägend. Die Universität
Leipzig ist zudem Sachsens Zentrum für Fächer, die der staatlichen Daseinsvorsorge
dienen. Zu nennen sind hier ins-besondere die Ausbildung von Juristen, Lehrern,
Medizinern, Pharmazeuten und Veterinärmedizinern.
Kunsthochschulen
Die fünf Kunsthochschulen bieten den Studierenden die Voraussetzungen, sich zu
eigenständigen, schöpferischen Persönlichkeiten zu entwickeln. Die Studierenden werden in
die Lage versetzt, im Kontext nationaler und internationaler Maßstäbe und Anforderungen ihre
eigenen künstlerischen Vorhaben zu entwickeln, zu reflektieren und umzusetzen. Die
sächsischen Kunsthochschulen sind den Studierenden Werkstatt und Experimentalraum zur
eigenen freien künstlerischen Entfaltung. Sie sind zentrale Kooperationspartner der Kunst- und
Kultureinrichtungen in Sachsen und prägen mit zahlreichen Veranstaltungen unterschiedlicher
Formate das Kulturleben ihrer Region in entscheidender Weise.
-
Die Hochschule für Bildende Künste Dresden vereint künstlerisch praktische
Studienangebote
mit
bühnen-
und
theaterbezogenen
Fächern
und
der
wissenschaftlichen Ausbildung von Restauratoren.
-
Das Studienangebot der Hochschule für Musik Dresden umfasst das gesamte
Spektrum der Instrumental- und Gesangsfächer sowie der musikpädagogischen
Studiengänge. Sie ist zudem für die Erteilung des musikalisch-künstlerischen
Unterrichts am Sächsischen Landesgymnasium für Musik zuständig.
-
Die Palucca Hochschule für Tanz Dresden mit einer integrierten Oberschule und
Internat ist hochspezialisiert auf Studienangebote im Tanz, in der Tanzpädagogik und
in der Choreografie.
-
Das Fächerangebot der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig ist das einer
künstlerisch-bildnerisch und gestalterisch geprägten Kunsthochschule.

43
-
Das Fächerangebot der Hochschule für Musik und Theater Leipzig umfasst neben dem
gesamten Spektrum der Instrumental- und Gesangsfächer sowie der Musikpädagogik
die Erweiterung um theaterspezifische Studiengänge und die Kirchenmusik.
Fachhochschulen - Hochschulen für angewandte Wissenschaften
Die
fünf
Fachhochschulen
konzentrieren
sich
in
Lehre
und
Forschung
auf
anwendungsorientierte Schwerpunkte. Sie leisten einen entscheidenden Beitrag für die
Deckung des Fachkräftebedarfes und bei der Verwertung wissenschaftlicher Erkenntnisse in
der Region. Durch ihre regionale Verankerung reagieren die Fachhochschulen schnell auf
Veränderungen der standortabhängigen Rahmenbedingungen. Auf ausgewählten Gebieten
erreichen die Fachhochschulen durch ihre Forschungsstärke nationale Sichtbarkeit. Die
praxis- und berufsfeldorientierte akademische Ausbildung ermöglicht den Absolventen einen
guten Einstieg in die berufliche Laufbahn.
-
Die HTW Dresden hat ein ausgeprägtes ingenieur- und wirtschaftswissenschaftliches
Fächerangebot, ergänzt durch Angebote in den Agrarwissenschaften und Angebote an
der Schnittstelle von Ingenieur- zu Kunstwissenschaften. Die weitere Profilentwicklung
erfolgt in den vier Bereichen „Mobilsysteme und Mechatronik“, „Nachhaltige
Lebensgrundlagen“,
„Informationssysteme“
und
„Unternehmensführung
und
Gründung“. Das Studienangebot ist profilbildend durch die Studiengänge der
Ingenieur-, Agrar- und Wirtschaftswissenschaften sowie der Informationsverarbeitung
geprägt, ergänzt um kreative Anteile..
-
Die
HTWK
Leipzig
ist
aufgrund
ihres
breiten
Fächerangebots
in
den
Ingenieurwissenschaften die Ingenieurschmiede der Leipziger Region. Das
Fächerspektrum wird im Wesentlichen ergänzt durch ihr wirtschafts-, sozial- und
informationswissenschaftliches Angebot. Die Hochschule entwickelt ihre vier
Profilbereiche „Bau & Energie“, „Life-Science & Engineering“, „Medien & Information“
und „Ingenieur & Wirtschaft“ weiter. Die Studiengänge in diesen Profillinien spiegeln
die ingenieur-, wirtschafts-, sozial- und kulturwissenschaftlichen Schwerpunkte der
HTWK Leipzig wieder.
-
Die Hochschule Mittweida hat im Zuge der digitalen Transformation profilbildend ein
von interdisziplinärer Informatik und Medien geprägtes Fächerangebot entwickelt.
Zusammen mit klassischen ingenieur- und wirtschaftsingenieurwissenschaftlichen
Schwerpunkten sowie der Sozialen Arbeit orientiert sie sich grundversorgend an den
Bedürfnissen der sächsischen Wirtschaft und Gesellschaftsstruktur und positioniert
sich bei ausgewählten Themen überregional und international. Eng verbunden mit der
Lehre bildet sie ihr Profil um den Schwerpunkt Laser in vier Forschungsbereichen ab.
-
Die Hochschule Zittau/Görlitz bietet ein breites Fächerspektrum in den Ingenieur-,
Natur-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften an. Sie setzt ihre Profilbildung zum
einen
in
den
inhaltlichen
Kompetenzfeldern
„Energie
und
Umwelt“
und
„Transformationsprozesse in Wirtschaft und Gesellschaft“ zum anderen in den
funktionalen Kompetenzfeldern „Brücke gen Polen, Tschechien und MOE-Staaten“
und „Wissens- und Technologietransfer in die Region“ fort. Das Studienangebot wird
profilbildend in den Studienbereichen Wirtschaftswissenschaften und Sozialwesen
sowie den Studienfächern Elektrotechnik, Maschinenbau, Umwelttechnik und
Interdisziplinäre Studien (Schwerpunkt Naturwissenschaften) geprägt.
-
Die Westsächsische Hochschule Zwickau bündelt unter dem Thema Mobilität
ingenieur-, wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Angebote und berücksichtigt dabei
insbesondere den Aspekt der Nachhaltigkeit. Mit der Angewandten Kunst hat die
Hochschule ein überregional anerkanntes Alleinstellungsmerkmal. Die Hochschule
entwickelt ihre Profillinien zur Mobilität weiter und stärkt deren interdisziplinären Ansatz
in Lehre und angewandter Forschung.

44
Die Schwerpunkte (Profillinien und -bereiche) sind kontinuierlich zu überprüfen,
gegebenenfalls anzupassen und mit dem SMWK im Rahmen des Zielvereinbarungsprozesses
gemäß § 10 Abs. 2 SächsHSFG abzustimmen. Die Benennung von profilbestimmenden
Bereichen, Fächergruppen oder Studiengängen bedeutet nicht, dass Zweifel an der Expertise
in den nicht genannten Bereichen, Fächergruppen oder Studiengängen bestehen bzw. die
Fortführung dieser an der entsprechenden Hochschule in Frage gestellt ist. Profilbildung
erfordert in der Umsetzung immer die Sicherung der Qualität in allen Leistungsdimensionen,
auch in den nicht profilbestimmenden Bereichen. Der hochschulinterne Entwicklungsplan soll
Festlegungen zur Profilbildung in den Fakultäten enthalten.

45
5.2 Fächerabstimmung
Die Sicherung eines landesweit abgestimmten Fächerangebotes der Hochschulen, ist
gesetzlicher Auftrag gemäß § 10 Abs. 1 S. 3 SächsHSFG. Sie erfolgt durch die Festlegung
von verbindlichen Rahmenbedingungen in der staatlichen Hochschulentwicklungsplanung.
Um dies zu erreichen, stimmt das SMWK hierzu in Zusammenwirken mit den Hochschulen
das Fächerangebot landesweit ab. Es verfährt dabei nach folgenden Grundsätzen:
Doppel- und Mehrfachangebote von Studienfächern sollen unter Würdigung der
Besonderheiten jedes Einzelfalls bewertet werden. In diese Würdigung fließen insbesondere
die Nachfrage und die Auslastung der Studiengänge der jeweiligen Hochschulen, die
Bedeutung des Studienfaches für die Profilierung des jeweiligen Hochschulstandortes in
Forschung und Lehre sowie die regionale Bedeutung des entsprechenden Studienangebotes
ein. Ausdrücklich werden auch arbeitsteilige Konzepte verzahnter Studienangebote (Bachelor-
und Masterstudiengänge an verschiedenen Hochschulen) unterstützt. Im Hinblick auf die
Sicherung des breiten Fächerspektrums erfährt die Aufrechterhaltung von unikaten
Studienfächern besondere Beachtung.
In der Übersicht in Anlage 1 sind die Studienfächer systematisiert nach Studienbereichen und
Fächergruppen (Bundesstatistik – Begriffsdefinitionen siehe Anlage 2) mit der jeweiligen
Hochschule dargestellt.
Im Folgenden werden die Studienfächer aufgeführt, welche bis zum Jahr 2020 an der
entsprechenden
Hochschule
eingerichtet
oder
aufgehoben
werden
sollten.
Die
Veränderungen betrafen
-
die
Einstellungen
der
Studienfächer
„Biologie“
und
„Allgemeine
Sprachwissenschaften/Indogermanistik“ an der HS Mittweida,
-
die Einstellung des Studienfaches „Chemie“ an der HS Zittau/Görlitz,
-
die Einstellung des Studienfaches „Rechtswissenschaft“ an der TU Bergakademie
Freiberg,
-
die Einstellungen des Studienfaches „Rechtswissenschaft“ und des Studienfaches
„Wirtschaftsrecht“ an der TU Dresden sowie
-
die Einrichtung des Studienfaches „Pflegewissenschaft/-Management“ an der HS
Zittau/Görlitz.
Insgesamt
wird
hierdurch
eine
standortspezifische
Ausdifferenzierung
und
Schwerpunktbildung sichergestellt.
Soweit eine Hochschule – wie in der obigen Tabelle dargestellt – ein Studienfach anbietet,
-
soll die Hochschule
o
in diesem Studienfach zumindest einen grundständigen Studiengang
unterhalten, der dieses Studienfach in seiner Breite abbildet oder
o
einen aufbauenden Studiengang anbieten, welcher auf einen solchen
grundständigen Studiengang an einer anderen sächsischen Hochschule
abgestimmt ist und
-
kann die Hochschule weitere Studiengänge im gleichen Studienfach anbieten.
Zur Sicherung eines landesweit abgestimmten Fächerangebotes bedürfen die Hochschulen
bei der Weiterentwicklung des Studienangebotes für die Aufnahme und für die Aufgabe von
Studienfächern jeweils des Einvernehmens des SMWK. Das SMWK wird bei der Erteilung des
Einvernehmens die vorgenannten Maßstäbe anwenden. Neu angebotene Studienfächer
sollen dabei in der Regel durch eine hinreichende Sachnähe zu anderen Studienfächern dieser
Hochschule gekennzeichnet sein und somit die Profilbildung und Schwerpunktsetzung
verstärken.

46
SMWK wird bei der Erteilung des Einvernehmens zu Anträgen der Hochschulen für die
Aufgabe oder Aufnahme von Studienfächern sein Ermessen unter Beachtung des folgenden
Grundsatzes ausüben:
Studienfächer sollen nur bei entsprechender Sachnähe (in Ableitung aus einem der
vorhandenen
Studienfächer
bzw.
als
Kombination
aus
mehreren
vorhandenen
Studienfächern) sowie zur Stärkung der Profilbildung und Schwerpunktsetzung aufgenommen
werden. Die Aufnahme neuer Studienfächer setzt im Interesse der Qualitätssicherung voraus,
dass die Hochschule für dieses Studienfach Eckprofessuren eingerichtet hat oder einrichten
wird. Die Qualität in einem anderen von der Hochschule angebotenen Studienfach darf
dadurch (etwa aufgrund einer Umwidmung von Professuren) nicht gefährdet werden. Unter
Eckprofessur ist die Widmung für ein wesentlich bestimmendes Lehrgebiet in diesem
Studienfach zu verstehen.
Im Wintersemester 2020/21 gab es an den staatlichen Hochschulen im Geschäftsbereich des
SMWK etwa 1.000 Studiengänge. Das Rektorat ist gemäß § 83 Abs. 3 Nr. 3 SächsHSFG im
Benehmen mit dem Senat für die Einrichtung, Aufhebung und wesentliche Änderung von
Studiengängen zuständig. Gemäß § 88 Abs. 1 Nr. 1 SächsHSFG ist der Fakultätsrat für den
Erlass der Studien- und Prüfungsordnungen zuständig. Diese bedürfen zwar der
Genehmigung des Rektorates (§ 13 Abs. 4 SächsHSFG), aber mit Ausnahme der
Studiengänge, welche mit einer staatlichen Prüfung abschließen, ist der entsprechende
Fakultätsrat in der inhaltlichen Gestaltung innerhalb des gesetzlichen Rahmens an keine
staatlichen Vorgaben gebunden.
Unabhängig davon besteht insbesondere aus Gründen der Qualitätssicherung, der
Profilbildung und des effektiven Ressourceneinsatzes ein Interesse von Hochschulleitung und
SMWK, dass Studiengänge inhaltlich hinreichend breit angelegt sind und gleichzeitig
hinreichend nachgefragt sind. Der Trend zu sehr spezialisierten Studiengängen und damit
auch einer großen Zahl von Studiengängen mit im Mittel weniger Studierende wird kritisch
gesehen. Studiengänge sollten dabei möglichst in der Bezeichnung einen klaren
Wiedererkennungswert über die einzelne Hochschule hinaus haben und so bereits eine
inhaltliche Orientierung z.B. für Studieninteressierte und zukünftige Arbeitgeber bieten. Der
Vorsitzende des Wissenschaftsrates führte (Okt. 15) aus: "Der Wissenschaftsrat hat immer
empfohlen, Bachelor eher immer breit anzulegen, damit eine gute Grundlage zu schaffen, die
anschlussfähig ist für weitere Studien aber auch für Tätigkeiten im Arbeitsmarkt. Aber die
sollten nicht zu spezialisiert sein, weil der Arbeitsmarkt auch nicht einfach prognostizierbar ist.
Wir wissen nicht welche Anforderungen in fünf oder zehn Jahren gestellt werden." Wenn ein
Studiengang "ausschließlich auf spezifische berufliche Tätigkeiten oder sogar konkrete
Arbeitsplätze hin ausgerichtet" sei, so der Wissenschaftsrat, könne man nicht mehr von
Hochschulbildung sprechen.
In den Zielvereinbarungen 2017-20 gemäß § 10 Abs. 2 SächsHSFG griff das SMWK die
skizzierte Linie des Wissenschaftsrates auf. Für das damalige Studienangebot wurden die
folgenden hochschulspezifische Handlungsbedarfe gesehen (zur Übersichtlichkeit sind die
Ergebnisse der Fächerabstimmung mit aufgeführt):
TUC
In den Studienbereichen „Anglistik, Amerikanistik“, „Germanistik“, „Geschichte“ und „Sprach- und
Kulturwissenschaften allgemein“ soll die TUC auf das Profil als Technische Universität ausgerichtete
Studienangebote entwickeln, welche mit einer zeitlichen Perspektive nach 2020 die bestehenden
„klassischen“ Studienangebote ablösen. Die fachlichen Kompetenzen in den entsprechenden
Fachgebieten sollen dabei erhalten bleiben.
14
14
Die entsprechenden Studienangebote wurden entwickelt, die fachlichen Kompetenzen bleiben
erhalten (Sachstand zum 31.12.2020

47
Im Studienbereich „Informatik“ wird
zumindest die Beibehaltung der bereits erfolgten Angebotsverdichtung
erwartet
erwartet. Die Zahl der Studierenden in den einzelnen Studiengängen soll dadurch erhöht
werden.
15
Das SMWK unterstützt die Überlegungen zur Einführung fächerübergreifender Grundlagenangebote
für
die
Studienbereiche
„Informatik“,
„Ingenieurwesen
allgemein“,
„Maschinenbau/Verfahrenstechnik“, „Mathematik“, „Mathematik, Naturwissenschaften allgemein“
und „Physik, Astronomie“.
16
In
die
Studienangebote
-
„Wirtschaftsphysik“
und
„Wirtschaftsingenieurwesen
mit
wirtschaftswissenschaftlichen Schwerpunkt“ wird nicht mehr immatrikuliert.
17
Für die Studiengänge
„Computational Science“ wird die Vorlage eines Konzepts zu deren Perspektiven unter Beachtung
der Nachfragesituation bis 30.09.2019 erwartet.
18
Der Studienbereich „Sport, Sportwissenschaft“ kooperiert in immer stärkerem Maß mit den
Ingenieurswissenschaften. Ein Angebot in „klassischer“ Sportwissenschaft in Konkurrenz zur UL wird
nicht etabliert.
19
Für den Studienbereich „Wirtschaftswissenschaften“ werden alle vier Universitäten beauftragt, eine
Abstimmung zu fachlichen Abgrenzungen und zu vorzuhaltenden Kapazitäten mit einer zeitlichen
Perspektive zur Umsetzung nach 2020 herbeizuführen.
20
TUD
Das SMWK unterstützt die Zielrichtung der Hochschulleitung der TUD zum gemeinsamen Vorgehen
mit der HTW zur Einstellung des Studienangebotes in der Architektur an der HTW und zur
Konzentration in der Kartografie an der HTW.
21
Die Studienfächer „Rechtswissenschaften“ und „Wirtschaftsrecht“ werden eingestellt.
22
Das Internationale Hochschulinstitut (IHI) als Einrichtung der TUD wird am Standort Zittau gesichert.
Die Profilbildung des IHI erfolgt im Benehmen mit der HSZG.
23
Für den Studienbereich „Wirtschaftswissenschaften“ werden alle vier Universitäten beauftragt, eine
Abstimmung zu fachlichen Abgrenzungen und zu vorzuhaltenden Kapazitäten mit einer zeitlichen
Perspektive zur Umsetzung nach 2020 herbeizuführen.
24
TUBAF
15
Die Angebotsverdichtung wurde zumindest beibehalten(Sachstand zum 31.12.2020).
16
Entsprechende Grundlagenangebote wurden eingeführt. (Sachstand zum 31.12.2020).
17
In die Studienangebote „Wirtschaftsphysik“ und „Wirtschaftsingenieurwesen“ wird nicht mehr
immatrikuliert; Ein Konzepts zur Perspektive unter Beachtung der Nachfragesituation für den
Studiengang „Computational Science“ wurde erstellt und termingerecht vorgelegt. (Sachstand zum
31.12.2020).
18
Das Konzept wurde erstellt und termingerecht vorgelegt (Sachstand 31.12.2020)
19
Der Studienbereich „Sport, Sportwissenschaft“ kooperiert mit den Ingenieurswissenschaften
(Sachstand zum 31.12.2018).
20
Die Abstimmung ist erfolgt (Sachstand 31.12.2020)
21
Die TU Dresden hat ihrerseits die notwendigen Maßnahmen zur Konzentration der Kartographie an
der HTW Dresden eingeleitet (Sachstand zum 31.12.2020).
22
Die Studienfächer „Rechtswissenschaften“ und „Wirtschaftsrecht“ wurden eingestellt (Sachstand zum
31.12.2018).
23
Die Sicherung des IHI als Einrichtung der TU Dresden am Standort Zittau ist erfolgt; die Profilbildung
des IHI im Benehmen mit der HS Zittau/Görlitz ist erfolgt (Sachstand zum 31.12.2018).
24
Die Abstimmung ist erfolgt (Sachstand zum 31.12.2020).

48
Die Konzentration des Studienbereichs „Geowissenschaften (ohne Geografie)“ an der TUBAF auf
der Basis der zwischen der TUBAF und der UL getroffenen Absprachen zur inhaltlichen Abgrenzung
und Schwerpunktsetzung wird unterstützt.
25
Das Studienfach „Rechtswissenschaft“ wird eingestellt.
26
Für die Studienangebote im Studienbereich „Mathematik, Naturwissenschaften allgemein“ wird eine
Verbesserung der Auslastung erwartet.
27
Im Studienbereich „Rechts-, Wirtschafts-, und Sozialwissenschaften allgemein“ wird der
Diplomstudiengang „BWL für Ressourcenwirtschaft“ eingestellt und das Bachelor- und
Masterangebot „Energie- und Ressourcenwirtschaft“ beibehalten.
28
Im Studienbereich „Wirtschaftswissenschaften“ soll das Studienangebot „Business and Law“ nicht
fortgeführt werden.
29
Für diesen Studienbereich werden alle vier Universitäten beauftragt, eine
Abstimmung zu fachlichen Abgrenzungen und zu vorzuhaltenden Kapazitäten mit einer zeitlichen
Perspektive zur Umsetzung nach 2020 herbeizuführen.
30
UL
Das SMWK befürwortet die Neuausrichtung der Theaterwissenschaft an der UL im Studienbereich
„Darstellende Kunst, Film und Fernsehen, Theaterwissenschaften“.
31
Die Konzentration des Studienbereichs „Geowissenschaften (ohne Geografie)“ an der TUBAF auf
der Basis der zwischen der UL und der TUBAF getroffenen Absprachen zur inhaltlichen Abgrenzung
und Schwerpunktsetzung wird unterstützt.
32
Im Studienbereich „Musik, Musikwissenschaften“ befürwortet das SMWK die Erstellung eines
hochschulübergreifenden Studienangebotes mit der HfMT und der Martin-Luther-Universität Halle-
Wittenberg (MLU).
33
Für den Studienbereich „Wirtschaftswissenschaften“ werden alle vier Universitäten beauftragt, eine
Abstimmung zu fachlichen Abgrenzungen und zu vorzuhaltenden Kapazitäten mit einer zeitlichen
Perspektive zur Umsetzung nach 2020 herbeizuführen.
34
HfBK
Das SMWK unterstützt die Überlegungen der HfBK zur perspektivischen Neuorientierung der
bisherigen
Fachhochschul-Studiengänge
im
Bereich
Theaterausstattung
hin
zu
einem
Kunsthochschul-Studiengang.
35
25
Die Konzentration des Studienbereichs „Geowissenschaften (ohne Geografie) an der TUBAF ist
erfolgt (Sachstand zum 31.12.2018).
26
Das Studienfach „Rechtswissenschaft“ wurde eingestellt (Sachstand zum 31.12.2018).
27
Die Auslastung hat sich aufgrund sinkender Studierendenzahlen verschlechtert (Sachstand zum
31.12.2020).
28
Das Bachelor- und Masterangebot „Energie- und Ressourcenwirtschaft“ wird beibehalten; die
Einstellung des Diplomstudiengangs „BWL für Ressourcenwirtschaft“ dauert an (Sachstand zum
31.12.2020).
29
Die Umsetzung dauert an (Sachstand 31.12.2020)
30
Die Abstimmung ist erfolgt (Sachstand zum 31.12.2020).
31
Die Neuausrichtung ist erfolgt (Sachstand zu, 31.12.2018).
32
Die Konzentration des Studienbereichs „Geowissenschaften“ (ohne Geografie) an der TUBAF ist
erfolgt (Sachstand zum 31.12.2018).
33
Ein hochschulübergreifenden Angebotes ist erstellt (Sachstand zum 31.12.2020).
34
Die Abstimmung ist erfolgt (Sachstand zum 31.12.2020).
35
Die Neuorientierung ist erfolgt. Studierende wurden erstmals zum 01.10.2020
immatrikuliert(Sachstand zum 31.12.2020)

49
PHfT
Der Bachelor-Studiengang Tanzpädagogik soll perspektivisch auslaufen und die PHfT sich in diesem
Fachgebiet auf die Masterausbildung konzentrieren.
36
HfMT
Für den Studiengang Korrepetition wird die Vorlage eines Konzepts zu dessen Perspektiven unter
Beachtung der bundesweiten Entwicklungen bis zum 30.09.2019 erwartet.
37
Für die Gesamtheit der Studiengänge im Studienbereich „Darstellende Kunst, Film und Fernsehen,
Theaterwissenschaften“ sollte das Studienangebot in der aktuellen Größe erhalten bleiben.
38
Im Studienbereich „Musik, Musikwissenschaften“ befürwortet das SMWK die Erstellung eines
hochschulübergreifenden Studienangebotes mit der UL und der MLU.
39
HTW
Das SMWK unterstützt die Zielrichtung der Hochschulleitung der HTW zum gemeinsamen Vorgehen
mit der TUD zur Einstellung des Studienangebotes in der Architektur an der HTW und zur
Konzentration in der Kartografie an der HTW.
40
HTWK
Das SMWK erwartet, dass das Studienangebot Mathematik in Abstimmung mit der UL entwickelt
wird.
41
Im Studienbereich Sozialwesen wird das SMWK an dem Auftrag zur fachlichen Abstimmung mit der
HSM, der HSZG, der EHS und der Staatlichen Studienakademie Breitenbrunn gemäß HEP 2020
festhalten
42
.
In den Studiengang „Angewandte Mathematik“ wurde zum WS 2016/2017 letztmalig immatrikuliert.
Der Studiengang läuft aus und wird nicht mehr angeboten.
43
HSM
Der Studienbereich „Elektrotechnik“ soll am Standort erhalten bleiben, es wird jedoch eine
Angebotsverdichtung erwartet. Die Zahl der Studierenden in den einzelnen Studiengängen soll
dadurch erhöht werden.
44
Die Studienfächer „Biologie“ und „Allgemeine Sprachwissenschaften/Indogermanistik“ an der HSM
werden eingestellt.
45
Im Studienfach „Biotechnologie“ sollen die verfahrenstechnischen Aspekte im Vordergrund stehen.
Im Studienfach „Film und Fernsehen“ soll die medientechnische Schwerpunktsetzung gestärkt
werden.
46
36
Der Bachelor-Studiengang Tanzpädagogik ist ausgelaufen (Sachstand zum 31.12.2018).
37
Das Konzept wurde termingerecht eingereicht (Sachstand 31.12.2020)
38
Das Studienangebot bleibt in der aktuellen Größe erhalten (Sachstand zum 31.12.2020).
39
Der Prozess dauert noch an (Sachstand zum 31.12.2020).
40
Die Umsetzung ist erfolgt (Sachstand zum 31.12.2018).
41
Das Studienangebot wurde in Abstimmung mit der UL entwickelt (Sachstand zum 31.12.2018).
42
Die fachliche Abstimmung findet statt (Sachstand 31.12.2020)
43
Die Umsetzung ist erfolgt (Sachstand 31.12.2020)
44
Die Angebotsverdichtung im Studienbereich „Elektrotechnik“ ist erfolgt (Sachstand zum 31.12.2018).
45
Die Studienfächer „Biologie“ und „Allgemeine Sprachwissenschaft/Indogermanistik“ wurden
eingestellt (Sachstand zum 31.12.2018).
46
Die Schwerpunktsetzung in den Studienfächern „Biotechnologie“ und „Film und Fernsehen“ ist
entsprechend erfolgt (Sachstand zum 31.12.2018).

50
Im Studienfach „Gesundheitswissenschaften/ -management“ soll die wirtschaftswissenschaftliche
Schwerpunktsetzung beibehalten werden.
47
Für die medizinischen Module sollte eine Kooperation
mit den sächsischen Standorten der Hochschulmedizin angestrebt werden.
Das Angebot im Studienbereich Sozialwesen soll im Hinblick auf den erwarteten Bedarf im aktuellen
Umfang fortgeführt werden. Dem steht der Aufbau zusätzlicher interdisziplinärer Studienangebote
nicht entgegen.
48
Das SMWK wird an dem Auftrag zur fachlichen Abstimmung mit der HTWK, HSZG, der EHS und der
Staatlichen Studienakademie Breitenbrunn gemäß HEP 2020 festhalten
49
.
Die HSM wird die Relationen von Angeboten im dezentralen Hochschulstudium zur allgemeinen
staatlichen Ausbildungsverpflichtung beachten. Der staatliche Ausbildungsbereich muss mindestens
ein Volumen umfassen, das den Fortbestand der Hochschule als eigenständige staatliche
Hochschule rechtfertigt.
50
HSZG
Im Studienfach „Biotechnologie“ wird die Hochschule inhaltlich einen Schwerpunkt im Sinne der
Profilbildung setzen. Es sollen die anwendungsorientierten und technologischen Aspekte im
Vordergrund stehen. Das Studienangebot wird mit der TUD (Standort Zittau) abgestimmt.
51
Für das Studienfach „Elektrotechnik/Elektronik“ wird eine Verbesserung der Auslastung erwartet.
52
Das Studienfach „Chemie“ wird eingestellt.
53
Im Studienbereich Sozialwesen wird das SMWK an dem Auftrag zur fachlichen Abstimmung mit der
HTWK, der HSM, der EHS und der Staatlichen Studienakademie Breitenbrunn gemäß HEP 2020
festhalten
54
.
Im Studienfach „Pflegewissenschaft/-Management“ soll ein Angebot abgestimmt auf die bestehenden
Angebote an der WHZ und der EHS entwickelt werden.
55
WHZ
Für den Studienbereich „Allgemeine und vergleichende Literatur- und Sprachwissenschaft“ soll die
Hochschule
perspektivisch
eine
Kapazitätserhöhung
prüfen.
Dabei
sind
auch
Kooperationsmöglichkeiten mit den Universitäten zu prüfen.
56
Für die gegenwärtig angebotenen Studienfächer im Studienbereich „Elektrotechnik“ wird eine
Verbesserung der Auslastung erwartet, alternativ soll mit einer zeitlichen Perspektive ab 2020 die
Kapazität zurückgenommen werden.
57
47
Die wirtschaftswissenschaftliche Schwerpunktsetzung im Studienfach „Gesundheitswissenschaften/
-management“ wird beibehalten (Sachstand zum 31.12.2018).
48
Das Angebot im Studienbereich Sozialwesen wird wie o.g. fortgeführt (Sachstand zum 31.12.2018).
49
Die fachliche Abstimmung findet statt (Sachstand 31.12.2020)
50
Anteil der Studierenden im dezentralen Hochschulstudium an der Gesamtzahl der Studierenden: 32
% (Sachstand zum 31.12.2020).
51
Die Schwerpunktsetzung im Sinne der Profilbildung ist erfolgt. Das Studienangebot wurde mit der
TUD (Standort Zittau) abgestimmt (Sachstand zum 31.12.2020).
52
Die Auslastung im Studienfach „Elektrotechnik/Elektronik“ wurde verbessert (Sachstand zum
31.12.2020).
53
Das Studienfach „Chemie“ wurde eingestellt (Sachstand zum 31.12.2018).
54
Die Abstimmung findet statt (Sachstand 31.12.2020)
55
Ein entsprechendes Studienangebot wurde entwickelt(Sachstand zum 31.12.2020).
56
Die Kapazitätserhöhung als auch die Kooperationsmöglichkeiten mit den Universitäten wurde
geprüft (Sachstand zum 31.12.2020).
57
Die Auslastung wurde verbessert (Sachstand zum 31.12.2018).

51
In den Studienfächern „Gesundheitswissenschaften/ -management“ und „Pflegewissenschaften/ -
management“ sollen die wirtschaftswissenschaftliche Schwerpunktsetzung beibehalten werden. Für
die medizinischen Module sollte eine Kooperation mit den sächsischen Standorten der
Hochschulmedizin angestrebt werden.
58
Das Studienangebot „Physikalische Technik“ wird an der WHZ konzentriert
59
.
59 Prozent der sächsischen Hochschulabsolventen nehmen aktuell ihre erste Erwerbstätigkeit
in Sachsen auf. Die sächsischen Hochschulen tragen daher entscheidend zur Sicherung des
Bedarfs an hochqualifizierten Fachkräften in Wirtschaft und Gesellschaft durch die Ausbildung
von z.B. Lehrern, Ärzten, Juristen, Ingenieuren, Informatikern, Sozialpädagogen und Förstern
bei.
Einen Schwerpunkt der Hochschulplanung im Rahmen der Ausbildung hochqualifizierter
Fachkräfte stellt die staatliche Daseinsvorsorge dar. Die staatliche Daseinsvorsorge im Sinne
dieser Hochschulentwicklungsplanung umfasst alle Studiengänge, deren Prüfungsordnungen
(staatlicher Teil) durch Bund oder Land durch Gesetz oder Rechtsverordnung geregelt sind.
Es ist anzustreben, dass eine hinreichende Anzahl junger Menschen sich für ein Studium in
entsprechenden Studienbereichen entscheidet. Zugleich müssen die Hochschulen durch die
hochschulinterne
Ressourcenallokation
dafür
Sorge
tragen,
dass
hinreichende
Studienplatzkapazitäten hierfür bereit stehen. Bedingt durch die vom Bund vorangetriebene
Akademisierung von Gesundheits- und Pflegeberufen sind von den Hochschulen
entsprechende Studiengänge einzurichten. Die mit dem Globalbudget verbundene größere
finanzielle Selbständigkeit der Hochschulen korrespondiert mit einer entsprechenden
Verantwortung, im Rahmen des Globalbudgets die Sicherstellung des Bedarfs an
hochqualifizierten Fachkräften, insbesondere auch in den Bereichen der Daseinsvorsorge,
durch ausreichende Studienplätze entsprechend der Notwendigkeiten zu gestalten.
Im Fächercluster Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften sind insbesondere die
Studienfächer Humanmedizin und Zahnmedizin im Sinne der Daseinsvorsorge von
besonderer Relevanz. An den Medizinischen Fakultäten Dresden (MFD) und Leipzig (MFL) ist
in Kooperation mit dem jeweiligen Universitätsklinikum die Zahl der Studienanfänger auf dem
Niveau der Jahre 2010 bis 2014 für das Jahr 2025 anzustreben. Im Zuge der Akademisierung
der Hebammenausbildung wird angestrebt, an den beiden Medizinischen Fakultäten den
Studiengang Hebammenkunde einzurichten und jeweils bis zu 30 Studienanfängern die
Aufnahme dieses Studiums zu ermöglichen.
Studienanfänger
(Ist/Soll)
TU Dresden (MFD)
Universität Leipzig (MFL)
Ist
Studienjahr
2019/20
Planungsgröße
Studienjahr
2024/25
Ist
Studienjahr
2019/20
Planungsgröße
Studienjahr
2024/25
Humanmedizin
225
275
322
340
Zahnmedizin
58
60
55
60
Hebammenkunde
0
30
0
30
Im Bereich Lehramtsausbildung wurden im Rahmen des Hochschulpaktes und mit Mitteln aus
diesem Programm die Kapazitäten beginnend ab 2012 an den lehrerbildenden Hochschulen
für zunächst 1.800 Studienanfänger ausgebaut. An der TU Chemnitz wurde dabei ein
Lehramtsstudiengang für das Lehramt an Grundschulen neu eingerichtet.
58
Die wirtschaftswissenschaftliche Schwerpunktsetzung wird beibehalten; eine Kooperation mit den
sächsischen Standorten der Hochschulmedizin findet statt (Sachstand zum 31.12.2018).
59
Das Studienangebot „Physikalische Technik“ wird an der WHZ konzentriert (Sachstand zum
31.12.2018).

52
Ab dem Jahr 2017 wurden diese Kapazitäten aufgrund steigender Schülerzahlen sowie
zusätzlicher Bedarfe wegen der Integration von mehr Schülern mit Migrationshintergrund als
bisher nochmals gesteigert. Bis zum Jahr 2020 wurden jährlich 2.420 Studienanfänger an den
lehrerbildenden Hochschulen im Freistaat Sachsen in Lehramtsstudiengängen ausgebildet.
Auf der Grundlage einer auf der Schülerprognose basierenden Vorausberechnung des
künftigen Lehrerbedarfs ist für die Jahre 2021 bis 2024 eine weitere Steigerung der
Ausbildungskapazitäten im Bereich der Lehramtsausbildung vorgesehen. Demnach sind in
den Jahren von 2021 bis 2024 jährlich 2.700 Studienanfänger in Lehramtsstudiengängen
(einschließlich Modellstudiengänge) aufzunehmen.
Diese verteilen sich zwischen den verschiedenen Lehrämtern, die angestrebt werden, wie
folgt: Lehramt an Grundschulen 650, Lehramt an Oberschulen 750, Lehramt an Gymnasien
750, Lehramt an berufsbildenden Schulen 330 und Lehramt Sonderpädagogik 220.
Auf die lehrerbildenden Hochschulen verteilen sich diese Kapazitäten an Studienanfängern
pro Jahr wie folgt:
-
Universität Leipzig:
Lehramt an Grundschulen:
280
Lehramt an Oberschulen:
415
Lehramt an Gymnasien:
485
Lehramt an berufsbildenden Schulen:
90
Lehramt Sonderpädagogik:
220
Gesamt:
1.490
-
TU Dresden:
Lehramt an Grundschulen:
150
Lehramt an Oberschulen:
285
Lehramt an Gymnasien:
215
Lehramt an berufsbildenden Schulen:
240
Gesamt:
890
-
TU Chemnitz:
Lehramt an Grundschulen:
150
-
HfM Dresden:
Lehramt an Grundschulen:
35
Lehramt an Oberschulen:
20
Lehramt an Gymnasien:
20
Gesamt:
75
-
HfMT Leipzig:
Lehramt an Grundschulen:
35
Lehramt an Oberschulen/Sonderpädagogik: 30
Lehramt an Gymnasien:
30
Gesamt:
95
Die Universität Leipzig setzt die Bestrebungen zur Bereitstellung eines Studienangebotes
außerhalb der Ballungszentren in Kooperation mit einer Hochschule für angewandte
Wissenschaften (Fachhochschule) fort.

53
Zur Steigerung der Studierendenzahlen in den gewerblichen Fachrichtungen im Lehramt an
Berufsbildenden Schulen verpflichtet sich die Technische Universität Dresden
die Kooperative
Ausbildung im technischen Lehramt (KAtLa) fortzuführen sowie weitere Studienangebote
gemäß dem Folgeprogramm OptLA gemeinsam mit sächsischen Hochschulen für
angewandte Wissenschaften außerhalb der Ballungszentren aufzubauen.
An der Technischen Universität Chemnitz wird die Einrichtung eines Modellstudiengangs
„Primarstufe plus“ am Standort Chemnitz angestrebt. Am Standort Leipzig wird die Einrichtung
eines
Modellstudiengangs der
Stufenausbildung
angestrebt,
Die
Einrichtung
der
Modellstudiengänge erfolgt im Rahmen der oben aufgeführten Kapazitäten.
In
der
akademischen
Pflegeausbildung
nach
dem
Pflegeberufegesetz
soll
die
Studienplatzkapazität schrittweise ausgebaut werden.
Die Ausbildung in der Pharmazie über die UL wird gesichert. Die UL sichert dauerhaft eine
Kapazität von mindestens 48 Studienanfängern im Staatsexamensstudiengang Pharmazie.
Zur Stärkung der Juristenausbildung (Staatsexamen) an der UL wurde dort die Kapazität
beginnend ab WS 2017/2018, schrittweise entsprechend der Erhöhung der Anzahl der
Professuren, auf mindestens 750 Studienanfänger erhöht
60
. Dieses Niveau soll beibehalten
werden.
Mit dem Inkrafttreten des Gesetzes zur Reform der Psychotherapeutenausbildung zum
01.09.2020 ist auch eine Änderung des entsprechenden Studiums an den drei betreffenden
Universitäten – TU Chemnitz, TU Dresden und Universität Leipzig – notwendig. Für die
Zulassung zur Approbation ist der Abschluss eines entsprechenden berufsrechtlich
anerkannten polyvalenten Bachelorstudiengangs Psychologie und den darauf aufbauenden
Studiengang Psychotherapie (Master) vorzuweisen. Der polyvalente Bachelor Psychologie
führt zudem auch zu dem Studiengang Psychologie (Master).
An den drei Universitäten sollen die aufgeführten Studienplätze vorgehalten werden:
Studienanfänger
Planungsgrößen
Studienjahr 2024/25
TU Dresden
Universität
Leipzig
TU Chemnitz
Gesamt
Polyvalenter Bachelor
Psychologie
120
68
90
278
Master Psychotherapie
60
45
60
165
Die sächsische Wissenschaftslandschaft wird weiterhin von einem breiten Fächerspektrum,
von den Geisteswissenschaften bis zu den MINT-Fächern, geprägt sein. In Sachsen sind die
MINT-Fächer gemessen an der bundesweiten Fächerstrukturquote überproportional vertreten.
Da der Bedarf an Fachkräften in diesem Bereich in den kommenden Jahren nicht zurückgeht,
ist es Ziel für die Hochschulentwicklung 2025, die MINT-Quote auf dem gegenwärtigen Stand
zu halten.
60
Hierzu sollten 13 Stellen, darunter vier Professuren ab 2017 im Stellenplan der UL eingestellt werden
entsprechend der Beschlüsse zum DHH 2017/2018 und fünf Professuren sowie die dazu gehörigen
Stellen von der TU Dresden dauerhaft an die UL umgesetzt werden (zwei im Haushaltsjahr 2017 und
die drei Weiteren möglichst bis 2018 – spätestens zu Beginn des WS 2019/2020). Dies wurde
entsprechend umgesetzt.

54
5.3 Studienerfolgsstrategie
„Ein Hochschulstudium soll die Studierenden befähigen, komplexe berufliche Tätigkeiten
auszuüben und ihre individuellen (Weiter-)Bildungs- und Erwerbsbiographien erfolgreich zu
gestalten. Den Hochschulen fällt dabei die Aufgabe zu, die drei zentralen Dimensionen
akademischer
Bildung
(Fach-)Wissenschaft,
Persönlichkeitsbildung
und
Arbeitsmarktvorbereitung – jeweils angemessen zu berücksichtigen.“
61
Zu diesem Zweck
sollen die Hochschulen, laut Wissenschaftsrat, die Qualität der Studienangebote (durch
kontinuierliche Reflexion und Weiterentwicklung der Inhalte, der Lehrerfolge sowie der
Studienorganisation) dauerhaft sicherstellen.
Zuvor, im Rahmen des HEP 2020 wurde der Erfolg von Studierenden vor allem vor dem
Hintergrund des demografischen Wandels und der Gefahr einer nicht ausreichenden
Versorgung der Gesellschaft mit akademisch qualifizierten Fachkräften gesehen. Somit wurde
der Schwerpunkt bei der Definition auf die Quote derer gelegt, die mit einem Studienabschluss
die Hochschule verlassen. Dabei wurde beachtet, dass der Befähigungsgrad der Studierenden
in unmittelbaren Zusammenhang mit der Absolventenquote steht.
In der Fortschreibung des HEP 2020 wird dieser Gesamtblick weiter verfolgt und gestärkt,
indem alle Aspekte gleichermaßen beachtet werden: Der erfolgreiche Studienabschluss, die
kurze Studiendauer und die gute (über-)fachliche Qualifizierung für den Arbeitsmarkt. Die
Erreichung dieser drei wesentlichen Faktoren ist Ziel aller Etappen im „student life cycle“: in
der Phase der Studienorientierung, der Studieneingangsphase, dem weiteren Studienverlauf
und schließlich auch in der Phase des Studienabschlusses bzw. beim Übergang vom Studium
in den Beruf.
Maßnahmen zur Steigerung des Studienerfolgs sind vor allem auch mit Blick auf die
veränderte Zusammensetzung der Studierenden von großer Bedeutung: Denn in den letzten
Jahren stieg nicht nur die Zahl der Studierenden, sondern auch deren relativer Anteil an der
Jahrgangskohorte. Die hohe Zahl der Studierenden und die große Diversität in der
Studierendenschaft bedeutet jedoch auch eine erhebliche Herausforderung zur Sicherung des
Studienerfolgs: Während Abbrüche in Fächern mit selektiven Studieneingangshürden eher
selten
sind,
beendet
in
einigen
Studiengängen
der
MINT-,
Ingenieur-
und
Geisteswissenschaften durchschnittlich jeder Dritte sein Studium in dem gewählten Fach ohne
Abschluss. Auch wenn nicht alle Betroffenen das Hochschulsystem vollständig verlassen, ist
es dennoch für die Hochschulen von Interesse, diesem Ungleichgewicht entgegenzuwirken.
Erhöhte Abbruchgefahr besteht zudem für Fachoberschüler, ausländische Studierende,
Studienanfänger im Bachelor-Studium und für Erststudierende. Die Regelstudienzeit wird im
Schnitt von mehr als der Hälfte der sächsischen Studierenden um ein bis zwei Semester
überschritten: an den Fachhochschulen durch die stärkere Strukturierung des Studiums jedoch
weniger häufig als an den Universitäten. Auch die Einführung des Bachelor-/ Mastersystems
hat sich positiv auf diese Quote ausgewirkt. Während Medizin- und Jurastudierende am
häufigsten ihr Studium innerhalb der Regelstudienzeit abschließen, ist deren Quote unter den
Ingenieurwissenschaftlern am kleinsten. Schließlich fühlen sich viele Absolventen beim
Einstieg in das Berufsleben bzw. die Selbständigkeit vor allem überfachlich – beispielsweise
in den Kompetenzbereichen Führung und Kommunikation – nicht ausreichend vorbereitet.
Zu den Zielen des HEP 2025 zählt aus diesem Grund der Vorsatz, den Studienerfolg an den
Hochschulen zu verbessern. Es sollen mehr Studierende innerhalb der Regelstudienzeit auf
einem hohen fachlichen, methodischen und sozialen Niveau zu einem Studienabschluss
kommen. Zu diesem Zweck evaluierte die überwiegende Mehrheit der sächsischen
Hochschulen ihren Stand und leitete daraus ihre Studienerfolgsstrategien ab. Die Entwicklung
61
Empfehlungen des Wissenschaftsrates zum Verhältnis von Hochschulbildung und Arbeitsmarkt,
Drs. 4925-15, Bielefeld 16.10.2015.

55
dieser hochschuleigenen Strategien zur Verbesserung des Studienerfolgs war bereits
Bestandteil des HEP 2020 und der
Zielvereinbarungen.
Die hochschuleigenen
„Gesamtkonzepte zur Steigerung des Studienerfolges“ setzen sich zusammen aus einer
eigenen Studienerfolgsdefinition, einer Zielbeschreibung, einer gründlichen Analyse der
jeweiligen hochschulweiten Situation und deren Bewertung. Zudem legen die Hochschulen
ihre bisherigen Bemühungen zur Steigerung des Studienerfolgs dar.
Bei der Erstellung der Studienerfolgskonzepte berücksichtigen die Hochschulen zudem alle
Phasen im „student life cycle“:
-
In der Phase der Studienorientierung ist es das Ziel, Studieninteressierte bei der Wahl
des richtigen Studiums zu unterstützen, um einem späteren Abbruch in der
Studieneingangsphase frühzeitig vorzubeugen.
-
Da Studienanfänger besonders abbruchgefährdet sind, müssen Instrumente
geschaffen werden, um – mithilfe zielgruppenspezifischer Förderungen –
unterschiedliche Studienanfangsniveaus anzugleichen und die Studienmotivation zu
heben.
-
Im weiteren Studienverlauf wird angestrebt, die Qualität der Lehre durch den Abbau
von
Überlastsituationen,
durch
hochschuldidaktische
Weiterqualifizierungen,
Weiterentwicklung
von
E-Learning
und
Blended-Learning
Angeboten
und
hochschulinterne Qualitätsmanagementsysteme zu verbessern, um die fachliche
Spezialisierung und überfachliche Qualifizierung der Studierenden zu optimieren und
eine Einhaltung der Regelstudienzeit zu fördern.
-
Schließlich sollen Studierende in der Phase des Studienabschlusses und bei dem
Übergang in den Beruf verstärkt durch Kontakte zu Praxispartnern, praktische und auf
den Arbeitsmarkt abgestimmte Module sowie überfachliche Angebote unterstützt
werden.
Zur Umsetzung dieser Vorhaben und als Basis für die hochschuleigenen Konzepte und
Maßnahmen zur Steigerung des Studienerfolgs verfasste das SMWK im Rahmen einer
eigenen Studienerfolgsstrategie – die „Strategie zur Steigerung der Qualität und Effizienz der
Hochschulausbildung sowie zur Steigerung der Studienerfolgsquote im Freistaat Sachsen“ –
einen Katalog an (nicht abschließend zu betrachtenden) Handlungsempfehlungen und -
strategien. Bei der Umsetzung dieser Empfehlungen sollen die Hochschulen die von den
Agenturen für Arbeit bestehenden Angebote in allen Studienphasen berücksichtigen. Die
Agenturen
für
Arbeit
unterstützen
bei
der
Studienwahl,
im
Studienverlauf
für
Studienabbruchgefährdete und beim Abschluss bzw. dem Berufseinstieg durch verschiedene
Beratungsangebote. Die enge Kooperation der Hochschulen mit dem jeweiligen
Studentenwerk ist insbesondere für die soziale und gesundheitliche Betreuung und Förderung
der Studierenden unerlässlich.
Die Hochschulen sollen aufbauend auf den nach § 9 SächsHSFG durchgeführten Maßnahmen
der
Qualitätssicherung
und
den
oben
beschriebenen
Anforderungen
ihre
hochschulspezifischen Studienerfolgsstrategien regelmäßig fortschreiben.

56
5.4 Personalentwicklungskonzepte
„Die Vielfalt der Karrierewege an deutschen Universitäten hat zu einer Unübersichtlichkeit
geführt, die nur schwer zu durchdringen und international kaum zu vermitteln ist. Die
Karrierewege sind derzeit allein auf das Ziel ‚Professur‘ ausgerichtet, da diese Position
wissenschaftliche
Selbständigkeit
mit
unbefristeter
Beschäftigung
verbindet.
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die eine Professur anstreben und sich im
universitären wie außeruniversitären Kontext dafür qualifizieren, gehen in einigen Fächern ein
beträchtliches Risiko ein, das ihnen nicht immer bewusst ist. (…) An den Universitäten sind
die Beschäftigungsverhältnisse und Arbeitsbedingungen vor einer Berufung in vielen
Disziplinen oft wenig attraktiv und dienen nicht immer der eigenen wissenschaftlichen
Weiterentwicklung. Dieser Umstand erschwert es den Universitäten, die für Forschung und
Lehre am besten qualifizierten und geeigneten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus
dem In- und Ausland zu gewinnen bzw. zu halten. (…)“
62
Dies betrifft grundsätzlich auch die
Fachhochschulen und aFE – gleichwohl die Situationen an diesen Einrichtungen mit Blick auf
Personalplanung, -gewinnung und -entwicklung zum Teil andere Fragestellungen aufwerfen
als an den Universitäten.
Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses – getragen von dem Leitbild der
Flexibilisierung und Transparenz, welches den individuellen Interessen insbesondere der
Nachwuchsforscher gerecht wird – ist bereits Schwerpunkt im HEP 2020.
Da die Berufung auf
eine unbefristete Professur in Deutschland im Durchschnitt derzeit erst im fünften
Lebensjahrzehnt erfolgt, erweisen sich wiederholte und längerfristige Tätigkeiten auf
befristeten Haushaltsstellen und Drittmittelstellen häufig erst sehr spät als Sackgassen.
Ziel
muss es daher insbesondere sein, den Qualifikationsweg hin auf eine Professur planbarer zu
gestalten. Zur Professur kann neben dem klassischen Weg über die Habilitation, auch die
Juniorprofessur oder eine gleichwertige wissenschaftliche oder künstlerische Tätigkeit führen.
Die Möglichkeit des Tenure-Tracks sollte vermehrt von den Hochschulen genutzt werden.
Bewährt sich die Person, die eine Juniorprofessur oder eine gleichwertige wissenschaftliche
oder künstlerische Tätigkeit ausführt und werden die vorab festgelegten Kriterien erfüllt, ist
eine dauerhafte Übernahme gesichert. Nachwuchswissenschaftler dürfen erwarten, dass sie
zu Beginn ihrer Karriere wissen, unter welchen Voraussetzungen sie künftig arbeiten können.
Von den Hochschulen wird entsprechend der Empfehlungen des Wissenschaftsrates erwartet,
dass sie hinreichend flexible und international anschlussfähige Grundstrukturen von
Karrierezielen,
-wegen
und
-phasen
schaffen
sowie
die
dafür
erforderlichen
Personalkategorien verantwortungsvoll nutzen. Für die Professur an einer Fachhochschule ist
der Weg über die berufliche Praxis außerhalb des Hochschulbereiches zu berücksichtigen.
Hierzu gehört es, dass die Hochschulen im Bereich Personalentwicklung für ihr
wissenschaftliches und nicht-wissenschaftliches Personal frühzeitig Perspektiven aufzeigen.
Die Hochschulen dürfen aber auch nicht diejenigen aus dem Blick verlieren, die den Sprung
auf eine Professur nicht anstreben oder nicht schaffen. Hochschulleitungen und
Personalverantwortliche müssen es aus Verantwortung gegenüber ihren Beschäftigten zur
Priorität machen, rechtzeitig Wege in Beschäftigungen in und außerhalb der Hochschule zu
ebnen. Es gilt individuelle Angebote zu stärken; hierzu gehört es auch, die Professoren
einzubeziehen, da sie diejenigen sind, die meist die ersten und hilfreichsten Ansprechpartner
für Nachwuchswissenschaftler sind. Die Hochschulen sollen bei dieser Aufgabe mit Partnern
außerhalb der Wissenschaft zusammenarbeiten. Die Nachwuchswissenschaftler sollten nicht
nur bei der Kompetenzentwicklung für bessere Forschung und Lehre, sondern auch bei der
umfassenden Persönlichkeitsentwicklung (personale, soziale Kompetenzen) und der
Vorbereitung auf eine außerwissenschaftliche Laufbahn (z.B. Managementkompetenzen)
62
Empfehlungen des Wissenschaftsrates zu Karrierezielen und –wegen an Universitäten, Drs. 4009-
14, Dresden 11. Juli 2014.

57
unterstützt werden. Um den wissenschaftlichen Nachwuchs gezielt ansprechen zu können, ist
die Definition und die Erfassung des wissenschaftlichen Nachwuchses eine wichtige
Voraussetzung. Dies gilt für Postdoktoranden, insbesondere aber für Doktoranden. Der
Orientierungsrahmen der Hochschulrektorenkonferenz zur Förderung des wissenschaftlichen
Nachwuchses nach der Promotion und akademischer Karrierewege neben der Professur sollte
von den Hochschulen ebenfalls umgesetzt werden.
63
Aufgrund der Besonderheiten des Wissenschaftssystems – sowohl Promotionsvorhaben als
auch Drittmittelprojekte sind auf Zeit – sind befristete Beschäftigungsverhältnisse
unvermeidbar. Das System muss flexibel und offen für die nächste Generation von
Nachwuchswissenschaftlern sowie für den wissenschaftlichen Wettbewerb bleiben. Die
Flexibilität, die den Hochschulen mit dem Wissenschaftszeitvertragsgesetz neben dem
Teilzeit- und Befristungsgesetz eingeräumt wird, darf sich nicht einseitig zum Nachteil der
Beschäftigten auswirken. Hier muss ein Interessenausgleich geschaffen werden. Während der
Bundesgesetzgeber das Wissenschaftszeitvertragsgesetz novellierte, erarbeitete das SMWK
in diesem Zusammenhang zusammen mit den Hochschulen einen „Rahmenkodex über den
Umgang mit befristeter Beschäftigung und die Förderung von Karriereperspektiven an den
Hochschulen im Freistaat Sachsen“, den die Hochschulen über verbindliche Vereinbarungen
umsetzen. Im Kern geht es vor allem darum, dass sich die Befristungen künftig an der Dauer
der Qualifizierungsmaßnahme oder der durch Drittmittel finanzierten Projekte orientieren
sollen. Wissenschaftliche Qualifizierung ist dabei nicht beschränkt auf den Erwerb einer
formalen Qualifikation wie „Promotion“ oder „Habilitation“, sondern ist auf den Erwerb
wissenschaftlicher Kompetenzen gerichtet zu verstehen. Konsequent ist in diesem
Zusammenhang die geplante Streichung des nicht-wissenschaftlichen Personals aus dem
Geltungsbereich des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes. Im nicht-wissenschaftlichen Bereich
sollen Stellen im Stellenplan der Hochschule, die mit der Wahrnehmung von Daueraufgaben
belegt sind, in der Regel unbefristet besetzt werden.
Der Erfolg und die Entwicklung der Hochschule hängen im Wesentlichen von den einzelnen
Menschen innerhalb der Organisation ab, die sie gestalten und ihre Ideen und ihre Vielfalt
einbringen. Daher beinhaltet Personalentwicklung zunächst alle Maßnahmen und Methoden
zur Erhaltung, individuellen Entwicklung und Förderung der beruflichen Kompetenz der
einzelnen Personen in einer lernenden Organisation. Gleichzeitig unterliegt die Hochschule
fortlaufenden
Veränderungen.
Dabei
ist
auch
zu
berücksichtigen,
dass
strategischen/operativen Tätigkeiten und Managementaufgaben in der Wissenschaft (z.B.
durch Wissenschaftsmanager) eine wachsende Bedeutung zukommt. Personalentwicklung ist
daher mit Organisationsentwicklung verbunden und versteht sich als Bindeglied zwischen der
Hochschule,
ihren
Anforderungen
und
Zielsetzungen
und
den
individuellen
Entwicklungsbedürfnissen und -wünschen der Beschäftigten.
Die
Hochschulen
sollen
die
mit
der
Hochschulentwicklungsplanung
und
der
Zuschussvereinbarung
gewonnene
Planungssicherheit
nutzen,
um
verlässliche
Beschäftigungsbedingungen für ihr wissenschaftliches und nicht-wissenschaftliches Personal
zu schaffen. Ein Personalentwicklungskonzept ist von allen Hochschulen zu erarbeiten und in
angemessenen Abständen fortzuschreiben.
63
Empfehlung der 16. Mitgliederversammlung der Hochschulrektorenkonferenz am 13. Mai 2014 in
Frankfurt am Main.

58
5.5 Gleichstellungskonzepte
Chancengleichheit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ist für die künftige
Leistungsfähigkeit nicht nur des sächsischen Wissenschaftssystems ein entscheidender
Faktor. „Mit dem derzeit laufenden Prozess einer zunehmenden Differenzierung und
Profilbildung im deutschen Wissenschaftssystem, an dessen Ende eine deutliche Leistungs-
und Qualitätssteigerung stehen soll, nimmt die Bedeutung von Flexibilität, Autonomie und
Wettbewerb im System zu. Angesichts dieser Entwicklung hält es der Wissenschaftsrat für
notwendig,
den
Aspekt
der
Chancengleichheit
von
Wissenschaftlerinnen
und
Wissenschaftlern (erneut) aufzugreifen.“
64
Aufbauend auf dem verfassungsrechtlichen Gebot
der Gleichberechtigung zielt der Ansatz der Chancengleichheit als strategische
Leitungsaufgabe aus gesamtgesellschaftlicher Perspektive auf generelle Änderungen im
System ab, die es erlauben, das Kreativitäts- und Innovationspotenzial der Gesellschaft
maximal auszuschöpfen und nicht nur auf die Hälfte des Talentpools zurückzugreifen.
Dem im HEP 2020 an die Hochschulen erteilten Gleichstellungsauftrag kommt weiterhin große
Bedeutung zu. Denn gleichwohl es Verbesserungen der Frauenanteile an den sächsischen
Hochschulen gab, liegen diese im Bundesvergleich nur im unteren Mittelfeld. Der
Gleichstellungsauftrag muss konsequent von den Hochschulen weiterverfolgt werden. Anhand
der folgenden Grafik wird vor allem deutlich, dass der Wissenschaft mit jeder
Qualifikationsstufe Frauen verloren gehen. Der Frauenanteil lag im Jahr 2014 an den
Promotionen bei rund 46 % und im Jahr 2019 bei 45 %, an den Habilitationen bei rund 35 %
(2019: knapp 38 %) und an den Professuren bei rund 20 % (2019: gut 23 %). Während Frauen
also über die Hälfte des Hochschulpersonals insgesamt ausmachten, lag der Anteil 2014 beim
wissenschaftlichen Personal unterhalb der Lebenszeitprofessur bei nur 39 % (2019: knapp 43
%).
Abb. Scherendiagramm: Frauen- und Männeranteile an Hochschulpersonal insg.,
wissenschaftlichem Personal, Promotionen, Habilitationen und Professuren in Sachsen
64
Empfehlungen des Wissenschaftsrates zur Chancengleichheit von Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftlern vom 13. Juli 2007.
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
Frauen- und Männeranteile an Qualifikationsstufen in sächsischen Hochschulen
2019 (in Prozent)
weiblich
männlich

59
Fast alle Hochschulen verstehen die Umsetzung von Chancengleichheit als strategische
Aufgabe und haben diese in der Führungsebene verankert. Erforderlich ist es,
Chancengleichheit in den Diskussionen systematisch in allen Bereichen der Hochschulen zu
berücksichtigen. Dies ist umso entscheidender, als Chancengleichheit nicht ohne einen
Kulturwandel in den Organisationen und Einrichtungen zu erreichen sein wird und dieser von
den Leitungsebenen initiiert, konsequent gefordert und über die einzelnen Einrichtungsebenen
hinweg kommuniziert werden muss. Die angemessene Beteiligung von Frauen in den
Auswahl- und Berufungskommissionen sollte von den Hochschulen weiterverfolgt werden. Der
Gleichstellungsauftrag ist bei allen Hochschulen in den Zielvereinbarungen verankert. Die
Gleichstellungsbeauftragten entsprechend ihrer Aufgaben in diesem Haupt- oder Nebenamt
angemessen auszustatten und sie von ihren sonstigen Dienstausgaben angemessen zu
entlasten, ist dabei die Aufgabe der Hochschulleitung (§ 55 Abs. 4 SächsHSFG). Im Rahmen
des Professorinnenprogramms I und II konnten sich neun sächsische Hochschulen erfolgreich
mit ihrem Gleichstellungskonzepten und den darin beschriebenen gleichstellungsfördernden
Maßnahmen durchsetzen. Einen wesentlichen Beitrag zu diesen positiven Evaluationen
haben die Gleichstellungsbeauftragten an den Hochschulen geleistet. Nicht zuletzt auch mit
Hilfe der Koordinierungsstelle Chancengleichheit Sachsen sowie der Landeskonferenz der
Gleichstellungsbeauftragten konnte dieses Ergebnis geschafft werden. Gleichwohl findet nicht
an allen Hochschulen im Rahmen der hochschulinternen Qualitätssicherung ein
systematisches gleichstellungspolitisches Monitoring statt.
Die Hochschulen stehen dabei auch vor der Herausforderung, Frauen mit sächsischer HZB
für
ein
Studium
in
Sachsen zu gewinnen.
Ein weiteres wichtiges Ziel
des
Gleichstellungsauftrages an die Hochschulen ist daher die Anhebung des Frauenanteils in
stark unterrepräsentierten Studienfächern. Dies trifft vor allem die ingenieur-, mathematisch-
und naturwissenschaftlichen Fächergruppen zu. Sachsen belegt zwar mit seinem
Frauenanteil an den Studierenden im Fach „Ingenieurwesen allgemein“ bundesweit den ersten
Platz, umso mehr besteht aber die Notwendigkeit, für genderspezifische Aspekte im Rahmen
des allgemeinen Fort- und Weiterbildungsprogrammes zu sensibilisieren und eine gender- und
diversitätssensible Lehre anzubieten. Studierende können entsprechend auch von
Teilzeitstudienmodellen, E-Learning und Semestertickets profitieren. Eine gender- und
diversitätssensible Lehre ist auch von entscheidender Bedeutung bei der Anhebung des
Anteils der Studierenden in Studienfächer, in denen Männer stark unterrepräsentiert sind (z.B.
Sprach- und Kulturwissenschaften, Lehramt Grundschule, Veterinärmedizin). Die für die
Frauen oben beschriebene Schere im Rahmen der Qualifikationsstufen, ist bei ihnen aber
nicht zu erkennen.
Ein entscheidender Faktor für den Anteil von Wissenschaftlerinnen ist auch die Planbarkeit
von Karriereverläufen. Vielen Wissenschaftlerinnen und zunehmend auch Wissenschaftlern
scheint eine wissenschaftliche Laufbahn nur um den Preis der Kinderlosigkeit erreichbar. Es
ist daher – aufbauend auf den Ausführungen zum Personalentwicklungskonzept – dringend
erforderlich, die Qualifikationsschritte nach der Promotion transparenter und planbarer zu
gestalten und diese Lebensphase tatsächlich für eine Familiengründung zu öffnen. Die Verein-
barkeit von Familie und Beruf muss ein wesentliches Element der Gleichstellungspolitik sein.
Die Angebote im Bereich der Kinderbetreuung und der Arbeitszeitregelungen müssen mit den
Anforderungen wissenschaftlichen Arbeitens vereinbar sein, um eine echte Entlastung und
damit Förderung der wissenschaftlichen Karriere zu ermöglichen. Hierzu gehört es, dass die
Hochschulen ein für sich und ihre Mitarbeiter praktikables flexibles Arbeitszeitmodell
entwickeln. Flexible Modelle der Arbeitszeitorganisation ermöglichen, die Anforderungen der
Arbeit mit den familiären Ansprüchen zu vereinbaren. Auch eine flexible Gestaltung des
Arbeitsortes eröffnet den Beschäftigten die Chance, Familienbedürfnisse mit den beruflichen
Anforderungen in Einklang zu bringen, z.B. Telearbeit, mobiles Arbeiten oder Jobticket. Ein
wesentliches Element hierbei ist die kontinuierliche Information über Möglichkeiten und Nutzen
familienorientierter Angebote – sowohl nach innen als auch nach außen. Auch Führungskräfte

60
und Lehrende tragen wesentlich dazu bei, dass die Angebote zur Vereinbarkeit von Beruf und
Familie sowie Studium und Familie im Arbeits- und Studienalltag umgesetzt werden können.
Für geschlechtergerechte Karrierewege muss es künftig noch besser gelingen, bereits bei der
Personalauswahl transparente und kompetenzorientierte Verfahren zu etablieren – eine
gendergerechte Personalauswahl und -beförderung sind dabei Grundvoraussetzung, denn
Geschlechterstereotypen haben nach wie vor einen erheblichen Einfluss. Die Implementierung
von flexiblen, am Kaskadenmodell orientierten Zielquoten ist weiterhin erforderlich. Diese
sollten entsprechend der Ausführungen des Wissenschaftsrates ambitioniert, gleichwohl aber
auch realistisch zu erreichen sein und zudem die jeweils gegebenen fächerspezifischen
Bedingungen berücksichtigen. Um diese erreichen zu können, sind Strategien und
Maßnahmen zur Durchsetzung der Chancengleichheit auf allen Qualifikationsebenen
notwendig. Die Hochschulen werden daher angehalten, für alle Hierarchie- und Erwerbsstufen
die forschungsorientierten Gleichstellungsstandards der DFG anzuwenden und – basierend
auf ihren Frauenförderplänen und abgestimmt auf ihre Personalentwicklungskonzepte – ein
hochschulspezifisches Gleichstellungskonzept zu erarbeiten.

61
5.6 Kooperationsnetzwerke
Kooperation ist eine in der Wissenschaft tief verwurzelte, unverzichtbare Arbeitsmethodik.
Besonders vor dem Hintergrund der Interdisziplinarität ist kein wissenschaftlicher Austausch
vorstellbar ohne Bereitschaft, Wissen mit anderen Wissenschaftlern zu teilen. Es ist keine
Überführung von Forschungsergebnissen in die Praxis vorstellbar ohne die Zusammenarbeit
von Forscher und Verwerter. Kooperation ist geprägt von dem angestrebten Vorteil für alle
Beteiligten. Kooperationen können Verbesserungen in allen Leistungsdimensionen zum Ziel
haben. Für konkrete Vorhaben kann aber auch die Kooperation Voraussetzung sein, wenn
z.B. die einzelnen Einrichtungen nicht die erforderliche kritische Masse für diese Vorhaben
besitzen. Kooperationen sind in der Form vielfältig und reichen von dem wissenschaftlichen
Disput zweier Fachkollegen bis hin zur vertraglich normierten strategischen Partnerschaft von
Einrichtungen. Schließlich finden Kooperationen auch im Spannungsverhältnis zum
Wettbewerb statt.
Dabei unterscheiden sich die Kooperationsbeziehungen hinsichtlich des Institutionalisierungs-
und Organisationsgrades, der Dauer der Kooperationsbeziehung und ihrer räumlichen Ebene
(lokal, regional, national, international).
Der Wissenschaftsrat hat in den „Perspektiven des deutschen Wissenschaftssystems“ 2013
ausgeführt: „Themenorientierte und lokale bzw. regionale strategische Verbünde sollten
stärker als bislang für langfristige Zusammenarbeit zwischen Einrichtungen genutzt werden.
Gerade strategisch ausgerichtete institutionelle Verbünde sollten auch die in der
Exzellenzinitiative angestoßenen Strategieprozesse, die genau eine solche Kooperation im
Zentrum haben, fortführen können.“ Er hat im Unterschied zu projektförmigen thematischen
Verbünden die Merkmale regionaler Verbünde wie folgt beschrieben: „Die verschiedenen
Einrichtungen verfolgen gemeinsam strategische Ziele und setzen diese in einer langfristig bis
dauerhaft ausgerichteten institutionellen Kooperation um. Dies erfolgt oft in mehreren, häufig
breit angelegten Wissenschaftsgebieten oder in verschiedenen Leistungsdimensionen
Forschung, Lehre, Transfer oder Infrastrukturleistungen. Gemeinsames Merkmal der
thematischen und regionalen Verbünde ist, dass sie sowohl Synergieeffekte, als auch
Effizienzgewinne erzielen wollen“.
Sachsens Hochschulen sind Bestandteil und aktiver Gestalter einer Vielzahl von Netzwerken
und Verbünden. Die Zusammenarbeit mit anderen Hochschulen, aFE und weiteren Partnern
geht
bereits
heute
über
traditionelle
Kooperationsformate
und
-strukturen
der
Fachgemeinschaften in Forschung und künstlerischer Praxis hinaus und berührt insbesondere
Aufgabenfelder in den Bereichen Wissenstransfer und Wissenschaftsmanagement.
Herausragendes Beispiel ist DRESDEN-concept als zentraler Bestandteil der TUD. Es handelt
sich um einen Verbund der TUD mit starken Partnern aus Wissenschaft und Kultur der
Dresdener Region, der das Ziel verfolgt, die Exzellenz der Dresdener Forschung
hervorzubringen. Ganz konkret zielt die Zusammenarbeit im DRESDEN-concept auf
Folgendes ab: Die Partner erschließen und nutzen Synergien in den Bereichen Forschung,
Bildung, Infrastruktur und Verwaltung. Sie koordinieren ihre Wissenschaftsstrategie und
identifizieren die Gebiete, auf denen Dresden international herausragend ist. Sie entwickeln
eine gemeinsame Strategie, weltweit führende Wissenschaftler für Dresden zu gewinnen.
Mit dem HEP 2020 wurden vier Wissenschaftsregionen eingeführt. Sie orientieren sich an den
Institutionen in einem geografischen Raum.
Der HEP 2020 fasst unter dem Begriff „Wissenschaftsregion“:

62
1) Kooperationen
von
Hochschulen
untereinander
sowie
mit
weiteren
Wissenschaftseinrichtungen
zur
Erzielung
von
Synergieeffekten
und
Effizienzgewinnen und
2) Kooperationen von Hochschulen mit ihrem regionalen Umfeld zur Intensivierung des
Austauschs zwischen Wissenschaft und Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft.
Unabhängig von dem Begriff zeigen die Erfahrungen in der Umsetzung, dass Kooperationen
dort tatsächlich in die Praxis umgesetzt werden, wo die Partner ein Interesse daran haben.
Für verschiedene Leistungsdimensionen erwarten verschiedene Institutionen einer Region
einen Mehrwert. Die Orientierung allein am geografischen Raum führt damit dazu, dass immer
auch Institutionen einbezogen sind, die kein eigenes Interesse an der Kooperation in
konkreten Aufgabenfeldern haben. Zum Beispiel hat die Seite der Wirtschaft kein
unmittelbares eigenes Interesse an der Verwaltungskooperation zwischen staatlichen
Einrichtungen. Für Forschungskooperationen ist die regionale Nähe nur ein, nicht der
maßgebliche Faktor.
Aus der beschriebenen Vielgestaltigkeit heraus kann nicht die Anforderung an die
Hochschulleitungen abgeleitet werden, alle diese Kooperationsbeziehungen zu administrieren
oder zu verordnen. Erfolgreiche und stabile Kooperationsbeziehungen basieren auf dem
Prinzip der Freiwilligkeit und dem erwarteten strategischen Vorteil für alle Partner. Dies
bedeutet aber nicht, dass die Entstehung von Kooperationsbeziehungen zufällig geschehen
soll. Es gehört zu den Aufgaben der Hochschule insgesamt und aller ihrer Struktureinheiten
durch aktives Handeln gezielt Kooperationspartner zu gewinnen.
Für die strategischen Partnerschaften formulieren die beteiligten Hochschulen mit ihren
Partnern gemeinsame strategische Ziele in ausgewählten Leistungsdimensionen (Forschung,
Lehre, Dritte Mission, Infrastruktur) und setzen diese in einer langfristig bis dauerhaft
ausgerichteten Kooperation um. Für verschiedene Leistungsdimensionen bieten sich
verschieden
potenzielle
strategische
Partnerschaften
an.
Die
bewährten
Forschungskooperationen mit den aFE und den forschungsstarken Kultureinrichtungen sind
dabei ein wichtiges Element zur Sicherung der Exzellenz und der nationalen und
internationalen Sichtbarkeit der Wissenschaft im Freistaat Sachsen.
Aus landespolitischer Perspektive ist die Kooperation der Hochschulen mit der sächsischen
Wirtschaft von besonderem Interesse, hier wird eine Intensivierung erwartet. Die Hochschulen
stärken zum Beispiel den Standort über den Wissens- und Technologietransfer,
Forschungskooperationen mit Unternehmen und die Bereitstellung von qualifizierten
Absolventen. Stärker als bisher müssen hier institutionalisierte Strukturen geschaffen werden.
Die Hochschulen in einer Region sollten erster Ansprechpartner bei dem Thema Innovation
für die Unternehmen sein. Die Hochschulen sollten bestrebt sein für die Verwertung ihrer
wissenschaftlichen Erkenntnisse möglichst Unternehmen am Standort Sachsen zu finden.
Für alle Bereiche der Dritten Mission ist eine enge Zusammenarbeit mit der kommunalen
Ebene erforderlich. Die Hochschulen verstehen sich als Institution in der Gesellschaft.
Insbesondere die Geistes-, Kultur- und Sprachwissenschaften tragen wesentlich zu
Innovationen in der Gesellschaft bei.
Kooperatives
Handeln
in
Netzwerken
und Verbünden führt
zu
einer
höheren
Lösungskompetenz bestehender Herausforderungen, zur Stärkung der strategischen
Profilierung der Hochschulen, zur Erzielung von Synergieeffekten und Effizienzgewinnen
sowie zu einer besseren Sichtbarkeit der Wissenschaftsstandorte. Die Hochschulen sollten
sich von dem Anspruch leiten lassen
-
Konkurrenzsituationen zugunsten von Coopetition (Kooperationswettbewerb), bei der
alle beteiligten Partner einen Mehrwert in der Zusammenarbeit sehen, zu überwinden,

63
-
Mittel bei wissenschaftsstützenden Infrastrukturen und Dienstleistungen effizient
einzusetzen,
-
die Kleinteiligkeit von Kooperationsformaten und -strukturen, die häufig nur Lösungen
für Teilaspekte bieten und umfänglich Ressourcen binden, zu beheben,
-
Zielsetzungen bestehender Kooperationszusammenhänge, vor dem Hintergrund
veränderter Anforderungen und Rahmenbedingungen, zu evaluieren und anzupassen
und
-
die Zusammenarbeit, über die Bereitstellung ausreichender Ressourcen und ein
Netzwerkmanagement, zu verstetigen und zu professionalisieren.
Es wird erwartet, dass die Hochschulen ihre strategischen Partnerschaften ausrichten nach
-
den dafür nötigen Partnern auf nationaler und internationaler Ebene und
-
ihren Konzepten für Kooperationen untereinander und mit den Partnern in der Region
(aFE, Wirtschaft und Gesellschaft, Kommunen). Den Universitäten kommt hier eine
koordinierende Rolle zu.
Bestehende Konzepte sollen weiterentwickelt werden.

64
5.7 Verwertungsstrategien
Klassische Kooperationspartner von Hochschulen sind Akteure aus der Wirtschaft. Diese
Kooperationsbeziehungen sollen dem Wissens- und Technologietransfer und der Verwertung
von Wissen dienen.
„Technologische Entwicklungen und Innovationen sind ein wesentlicher Einflussfaktor auf die
wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von Unternehmen und Regionen. Unternehmen, denen es
gelingt, neue oder verbesserte Produkte und Dienstleistungen, Produktionsprozesse oder
Geschäftsmodelle am Markt zu etablieren, haben einen Vorteil gegenüber ihren
Wettbewerbern. International konkurrenzfähige Produkte und Dienstleistungen sind
unerlässlich für die nachhaltige Etablierung von Unternehmen am Markt, Wachstum und
attraktive Arbeitsplätze.
Wie erfolgreich Unternehmen im Innovationswettbewerb sind, hängt nicht nur von
unternehmensinternen Prozessen ab, sondern hat auch eine regionale Dimension:
technologischer Fortschritt und Innovationen entstehen in einem komplexen Wechselspiel der
am Innovationsprozess beteiligten Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Je
nachdem, wie gut dieses Zusammenspiel gelingt, bieten einige Regionen bessere
Voraussetzungen für Innovation als andere. Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit hängt davon
ab, wie gut eine Region in der Lage ist, Innovationsprozesse immer wieder anzustoßen und
zu verstärken.“
65
Die sächsische Wirtschaft ist geprägt durch vergleichsweise geringe eigene Forschungs- und
Entwicklungsaktivitäten. Im Jahr 2019 wurden vom Wirtschaftssektor in Sachsen knapp 1,7
Milliarden € für Forschung und Entwicklung (FuE) ausgegeben. Trotz der absoluten
Ausgabensteigerung im Vergleich mit den Vorjahren bleibt der relative Anteil Sachsens an den
privaten FuE-Ausgaben in Deutschland 2019 mit 2,2 % nahezu konstant. Die neuen Länder
weisen im Jahr 2019 insgesamt aufgrund der kleinteiligen Wirtschaftsstruktur mit 6,6 % an
allen FuE-Ausgaben im Wirtschaftssektor ein im Bundesmaßstab geringeres Niveau aus.
Damit kommt in Sachsen dem Wissens- und Technologietransfer aus dem staatlichen Sektor,
also den Hochschulen und den aFE, eine im Vergleich zu anderen Regionen noch stärkere
Bedeutung zu. Am Ende der Forschungsphase ist noch nicht sicher, ob aus den
Forschungsergebnissen marktreife Produkte und Verfahren entstehen können. Dazu ist es
notwendig, dass eine Kultur der Validierung und der Verwertung von Forschungsergebnissen
in den Hochschulen akzeptiert, etabliert und gefördert wird.
Im HEP 2020 wird das Ziel formuliert, die Innovationskraft der sächsischen Wirtschaft nicht
nur durch gemeinsame Forschung, sondern auch durch den unmittelbaren Wissens- und
Technologietransfer zu stärken. Er stellte die Bedeutung des gutausgebildeten
Fachkräftenachwuchses für die Sicherung der Innovationskraft der sächsischen Wirtschaft
ebenso heraus wie die der staatlichen Förderung des Technologietransfers. Hervorgehoben
sind die Strukturen für die Technologievermittlung an den Hochschulen.
66
Forschungsergebnisse tragen nur dann zur Innovation bei, wenn es gelingt diese zu
verwerten. Die Hochschulen sind daher gefordert, strategische Ansätze für eine Verwertung
auszuarbeiten. Isolierte Aktivitäten einzelner Wissenschaftler oder Institute sind nicht
ausreichend. Die Verwertungsstrategien der jeweiligen Hochschulen sollten geeignete
hochschulinterne Maßnahmen und Instrumente aufzeigen. Auf die Implementierung der
Gesamtstrategie in den Hochschulalltag gerichtete administrative Strukturen und Regelungen
sowie
Anreizsysteme
sind
einzuführen.
Die
Anforderungen
der
Richtlinie
des
65
Sächsischer Technologiebericht 2015.
66
HEP 2020 S. 108 ff.

65
Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie zur Förderung des Technologie- und
Wissenstransfers durch Patente, Normung und Standardisierung zur wirtschaftlichen
Verwertung innovativer Ideen von Hochschulen und Unternehmen „WIPANO – Wissens- und
Technologietransfer durch Patente und Normen“ vom 20. November 2015 ist zu beachten. Der
Richtlinie zufolge müssen Antragsteller aus dem Bereich der öffentlich finanzierten Forschung
(Hochschulen und Forschungseinrichtungen) über eine implementierte Strategie zum Umgang
mit und zur Verwertung von geistigem Eigentum verfügen.
Die Etablierung am Markt von neuen Produkten und Verfahren muss in bestehenden
Unternehmen oder in zu gründenden Unternehmen geschehen. Für Hochschulen sind
Ausgründungen ein aktuelles Thema im Rahmen des Technologietransfers, sie sollten daher
Teil der Verwertungsstrategie sein. Im eigentlichen Sinne sind mit dem Begriff
„Ausgründungen“ nur Unternehmensneugründungen erfasst, bei denen die Hochschulen
formal beteiligt sind. Weitergefasst wird von den Hochschulen erwartet, dass sie in dem
Aufgabenfeld Dritte Mission einen wichtigen Beitrag zum Wissens- und Technologietransfer
leisten, indem sie Unternehmensgründungen durch Wissenschaftler der Hochschule
ermöglichen und durch Angebote im Bereich Gründungsberatung bzw. -coaching aktiv
unterstützen. Für den Bereich der Kultur- und Kreativwirtschaft sind hier insbesondere die
Kunsthochschulen gefordert.
Das Gründergeschehen insgesamt wird auch durch die Hochschulabsolventen mitbestimmt.
Auch wenn hier der unmittelbare Einfluss der Hochschule nicht messbar ist, muss es zum
Selbstverständnis der Hochschulen gehören, an der Vermittlung einer Entrepreneurship-Kultur
mitzuwirken. Hinsichtlich der Förderung und Vermittlung unternehmerischer Kompetenzen
haben Hochschulen eine bedeutende Rolle. Die Vermittlung sollte sich dabei nicht auf die
wirtschaftswissenschaftlichen Studiengänge beschränken. Die Hochschulen unterstützen
aktiv und fächerübergreifend unternehmerisches Denken und Handeln.

66
5.8 Wissenschaftliche Informationsinfrastruktur
Die digitale Revolution hat die Produktion, Speicherung und Verbreitung des Wissens
vollständig verändert. Die hohe Dynamik der wissenschaftlichen und technologischen
Entwicklungen, die weltweite Vernetzung der Wissenschaft und der globale Wettbewerb der
nationalen Wissenschafts- und Informationssysteme erfordern, so der Wissenschaftsrat, eine
strategische Weiterentwicklung eines Gesamtsystems der Informationsinfrastrukturen, und
dies auf lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene. Wissenschaftliche
Informationsinfrastrukturen sind ein Netz von Einrichtungen, die in öffentlichem Auftrag
Informationsdienstleistungen bereitstellen. Dazu zählen die Hochschulbibliotheken, Rechen-
und Medienzentren sowie weitere Hochschuleinrichtungen mit spezifischen Services für Lehre
und Forschung. Fortwährende Digitalisierungsprozesse erfordern nicht nur spezielle
Infrastrukturen, alternative Lernmöglichkeiten und Lernplattformen, sondern auch eine
stärkere Verankerung der Digitalisierung als Querschnittsthema an den Hochschulen und eine
Fortentwicklung der Didaktik.
Im Rahmen der Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ haben die Gemeinsame
Wissenschaftskonferenz, die Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen, die
Hochschulrektorenkonferenz und der Wissenschaftsrat vordringliche Handlungsfelder
benannt. Im Sinne der o.g. Entschließungen und Empfehlungen stehen die SLUB und die
sächsischen
Hochschulbibliotheken
in
einem
Verbund
öffentlich-rechtlicher
Informationsinfrastrukturen vor folgenden Herausforderungen und Aufgabenschwerpunkten:
-
freier Zugang zum Wissen durch Informationsbeschaffung und -bereitstellung,
Lizensierung,
-
Sammlungsmanagement, Digitalisierung der wissenschaftlichen und kulturellen
Überlieferung, Bewahrung des Erbes,
-
Bibliotheksmanagement und -infrastruktur im Verbund, Forschungsdaten, Virtuelle
Forschungsumgebungen,
-
Hosting, Langzeitarchivierung digitaler Inhalte,
-
Entwicklung der Bibliothek zum Lern- und Kommunikationsort zwischen Virtualität und
Präsenz,
-
Informationskompetenz als Schlüsselqualifikation auf allen Ebenen der Informations-
und Wissensgesellschaft (Hochschule, Schule, Infrastruktureinrichtungen),
-
Ausbau und Vernetzung von Referenzsystemen für nicht-textuelle Materialien
(Artefakte, Objekte, Bilder),
-
Anwendung neuer Analysemethoden (Content Mining, Bibliometrie etc.) und
-
digitale Transformation im wissenschaftlichen Publikationswesen.
Mit
der
Übertragung
von
Steuerungs-
und
Koordinierungsfunktionen
an
Infrastruktureinrichtungen sind im Freistaat Sachsen Maßnahmen initiiert worden, um
zukunftsfähige Strukturen zu schaffen. Für die Bibliotheken im Freistaat Sachsen hat die SLUB
gem. § 2 Abs. 7 Gesetz über die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und
Universitätsbibliothek Dresden (SächsLBG) und § 93 Abs. 1 Satz 4 SächsHSFG
Koordinierungsaufgaben
für
den
kooperativen
Leistungsverbund
der
sächsischen
Hochschulbibliotheken.
Der Prozess der Weiterentwicklung zukunftsfähiger Informationsinfrastrukturen ist konsequent
fortzusetzen. Insbesondere sollen die Chancen des Publizierens im Open Access zur
Verbesserung der Sichtbarkeit der sächsischen Hochschul- und Wissenschaftseinrichtungen
und zu ihrer weltweiten Vernetzung genutzt werden. Durch Konsortien in Bund und Ländern
verhandelten Verträge können dafür ein wirksames Mittel sein. Die Entschließung der
Hochschulrektorenkonferenz vom 20. November 2012 „Hochschule im digitalen Zeitalter:
Informationskompetenz
neu
begreifen
Prozesse
anders
steuern“
fordert
die
Infrastruktureinrichtungen in Hochschulen auf, festzulegen, „welche Bereiche zu steuern sind

67
und welche Bereiche der Selbstorganisation obliegen sollen“. Es wird erwartet, dass SLUB
und Landesrektorenkonferenz klären, welche Aufgaben die Hochschulbibliotheken und
weitere zentrale Einrichtungen im Freistaat Sachsen jeweils allein oder nur mit gemeinsam
koordinierter Arbeit in Kompetenznetzwerken erledigen werden.
Schlussbestimmungen (Revisionsklausel)
1. Die Hochschulentwicklungsplanung 2025 kann aus wichtigem Grund geändert oder
angepasst werden.
2. Eine Änderung und Anpassung der Hochschulentwicklungsplanung 2025 erfolgt auf
Grundlage von § 10 Abs. 1 SächsHSFG und im Dialog mit den Hochschulen.
3. Im Ergebnis der Haushaltsverhandlungen 2023/24 wird SMWK zusammen mit SMF im
Jahr 2023 in vorbereitende Gespräche zur Hochschulentwicklungsplanung ab 2025 auf
Grundlage von § 10 Abs. 1 SächsHSFG mit den Hochschulen eintreten.

HEP 2025
Anlage: Fächerabstimmung
Fächergruppe
Studienbereich
Studienfach
TUC TUD TUBAF
UL HfBK HfM PHT HGB HMT HTW HTWK HSM HSZG WHZ
Agrarwissenschaft/Landwirtschaft (003)
Gartenbau (060)
Forstwissenschaft/-wirtschaft (058)
Holzwirtschaft (075)
Landespflege,
Umweltgestaltung
Landespflege/
Landschaftsgestaltung (093)
Veterinärmedizin
Tiermedizin/Veterinärmedizin (156)
Allgemeine Sprachwissenschaft/
Indogermanistik (152)
Berufsbezogene Fremdsprachenausbildung
(018)
Griechisch (070)
Latein (095)
Amerikanistik/Amerikakunde (006)
Anglistik/Englisch (008)
Afrikanistik (002)
Ägyptologie (001)
Arabisch/Arabistik (010)
Asiatische Sprachen und
Kulturen/Asienwissenschaften (187)
Japanologie (085)
Orientalistik/Altorientalistik (122)
Sinologie/Koreanistik (145)
Bibliothekswissenschaft,
Dokumentation
Bibliothekswissenschaften/-wesen (nicht an
Verwaltungsfachhochschulen) (022)
Evangelische Religionspädagogik/kirchliche
Bildungsarbeit (544)
Evangelische Theologie, - Religionslehre (053)
Interdisziplinäre Studien (Schwerpunkt Sprach-
und Kulturwissenschaften) (004)
Medienwissenschaft (302)
Deutsch als Fremdsprache oder als
Zweitsprache (271)
Germanistik/Deutsch (067)
Geisteswissenschaften
Darstellung der Studienfächer an den Hochschulen (Stand WS 2019/20 und vorgesehene Änderungen)
Fächerabstimmung
Außereuropäische Sprach- und
Kulturwissenschaften
Evangelische Theologie, -
Religionslehre
Agrar-, Forst- und
Ernährungs-
wissenschaften,
Veterinärmedizin
Agrarwissenschaften,
Lebensmittel- und
Forstwissenschaft,
Holzwirtschaft
Allg. und vergleichende
Literatur- und
Sprachwissenschaft
Altphilologie (klass.
Philologie), Neugriechisch
Anglistik, Amerikanistik
Germanistik (Deutsch,
germanische Sprachen ohne
Anglistik)
Geisteswissenschaften
allgemein
Seite 1

HEP 2025
Anlage: Fächerabstimmung
Fächergruppe
Studienbereich
Studienfach
TUC TUD TUBAF
UL HfBK HfM PHT HGB HMT HTW HTWK HSM HSZG WHZ
Alte Geschichte (272)
Archäologie (012)
Geschichte (068)
Mittlere und neuere Geschichte (273)
Katholische Theologie, -
Religionslehre
Katholische Theologie,
- Religionslehre (086)
Ethnologie (173)
Europäische Ethnologie und Kulturwissenschaft
(024)
Ethik (169)
Philosophie (127)
Religionswissenschaft (136)
Französisch (059)
Italienisch (084)
Romanistik (Romanische Philologie,
Einzelsprachen a.n.g.) (137)
Spanisch (150)
Polnisch (206)
Russisch (139)
Slawistik (Slawische Philologie) (146)
Sorbisch (207)
Tschechisch (209)
Westslawisch (allgemein und a.n.g.) (130)
Gesundheitswissenschaften/-management (232)
Nichtärztliche Heilberufe/ Therapien (233)
Pflegewissenschaft/-management (234)
Humanmedizin (ohne
Zahnmedizin)
Medizin (Allgemein-Medizin) (107)
Zahnmedizin
Zahnmedizin (185)
Architektur, Innenarchitektur
Architektur (013)
Bauingenieurwesen/
Ingenieurbau (017)
Wasserwirtschaft (077)
Archäometrie
(Ingenieurarchäologie) (390)
Bergbau/Bergtechnik (020)
Hütten- und Gießereiwesen (076)
Markscheidewesen (103)
Geisteswissenschaften
Ingenieur-
wissenschaften
Bauingenieurwesen
Gesundheitswissenschaften
allgemein
Geschichte
Kulturwissenschaften i.e.S.
Philosophie
Romanistik
Slawistik, Baltistik, Finno-
Ugristik
Bergbau, Hüttenwesen
Humanmedizin/
Gesundheits-
wissenschaften
Seite 2

HEP 2025
Anlage: Fächerabstimmung
Fächergruppe
Studienbereich
Studienfach
TUC TUD TUBAF
UL HfBK HfM PHT HGB HMT HTW HTWK HSM HSZG WHZ
Elektrische Energietechnik (316)
Elektrotechnik/Elektronik (048)
Mikrosystemtechnik (286)
Kommunikations- und Informationstechnik (222)
Optoelektronik (088)
Bioinformatik (221)
Computer- und Kommunikationstechniken (200)
Informatik (079)
Ingenieurinformatik/Technische Informatik
(123)
Medieninformatik (121)
Medizinische Informatik (247)
Wirtschaftsinformatik (277)
Angewandte Systemwissenschaften (140)
Interdisziplinäre Studien (Schwerpunkt
Ingenieurwissenschaften) (072)
Mechatronik (380)
Medientechnik (305)
Chemieingenieurwesen/
Chemietechnik (033)
Druck- und Reproduktionstechnik (231)
Energietechnik
(ohne Elektrotechnik) (211)
Feinwerktechnik (212)
Fertigungs-/Produktionstechnik (202)
Gesundheitstechnik (215)
Glastechnik/Keramik (216)
Maschinenbau/-wesen (104)
Physikalische Technik (224)
Technische Kybernetik (144)
Textil- und Bekleidungstechnik/-gewerbe (225)
Umwelttechnik (einschließlich Recycling) (457)
Verfahrenstechnik (226)
Versorgungstechnik (213)
Ingenieurwissenschaften
Ingenieurwesen allg.
Elektrotechnik und
Informationstechnik
Maschinenbau/
Verfahrenstechnik
Informatik
Seite 3

HEP 2025
Anlage: Fächerabstimmung
Fächergruppe
Studienbereich
Studienfach
TUC TUD TUBAF
UL HfBK HfM PHT HGB HMT HTW HTWK HSM HSZG WHZ
Materialwissenschaft (294)
Werkstofftechnik (177)
Raumplanung
Umweltschutz (458)
Fahrzeugtechnik (235)
Verkehrsingenieurwesen (089)
Kartographie (280)
Vermessungswesen (Geodäsie) (171)
Wirtschaftsingenieurwesen
mit ingenieurwissenschaft-
lichem Schwerpunkt
Wirtschaftsingenieurwesen mit
ingenieurwissenschaftlichem Schwerpunkt (370)
Bildende Kunst/Graphik (023)
Neue Medien (287)
Darstellende Kunst/Bühnenkunst/Regie (035)
Film und Fernsehen (054)
Schauspiel (102)
Tanzpädagogik (106)
Theaterwissenschaft (155)
Angewandte Kunst (007)
Graphikdesign/Kommunikationsgestaltung (069)
Industriedesign/Produktgestaltung (203)
Textilgestaltung (116)
Interdisziplinäre Studien (Schwerpunkt Kunst,
Kunstwissenschaft) (040)
Kunsterziehung (091)
Kunstgeschichte/Kunstwissenschaft (092)
Restaurierungskunde (101)
Dirigieren (192)
Gesang (230)
Instrumentalmusik (080)
Jazz und Popularmusik (164)
Kirchenmusik (193)
Komposition (191)
Musikerziehung (113)
Musikwissenschaft/-geschichte (114)
Orchestermusik (165)
Ingenieurwissenschaften
Materialwissenschaft und
Werkstofftechnik
Musik, Musikwissenschaft
Vermessungswesen
Bildende Kunst
Darstellende Kunst, Film und
Fernsehen,
Theaterwissenschaft
Gestaltung
Kunst, Kunstwissenschaft
Verkehrstechnik, Nautik
Kunst, Kunstwissenschaft allg.
Seite 4

HEP 2025
Anlage: Fächerabstimmung
Fächergruppe
Studienbereich
Studienfach
TUC TUD TUBAF
UL HfBK HfM PHT HGB HMT HTW HTWK HSM HSZG WHZ
Biologie (026)
Biotechnologie (282)
Biochemie (025)
Chemie (032)
Lebensmittelchemie (096)
Geographie
Geographie/Erdkunde (050)
Geoökologie (385)
Geophysik (066)
Geowissenschaften (039)
Meteorologie (110)
Mineralogie (111)
Mathematik (105)
Technomathematik (118)
Wirtschaftsmathematik (276)
Mathematik,
Naturwissenschaften allg.
Interdisziplinäre Studien (Schwerpunkt
Naturwissenschaften) (049)
Pharmazie
Pharmazie (126)
Physik, Astronomie
Physik (128)
Ausländerpädagogik (117)
Erziehungswissenschaft (Pädagogik) (052)
Grundschul-/
Primarstufenpädagogik (115)
Sonderpädagogik (190)
Politikwissenschaften
Politikwissenschaft/Politologie (129)
Psychologie
Psychologie (132)
Interdisziplinäre Studien
(Schwerpunkt Rechts-, Wirtschafts-
und Sozialwissenschaften) (030)
Kommunikationswissenschaft/
Publizistik (303)
Lernbereich Gesellschaftslehre (154)
Rechtswissenschaft (135)
Wirtschaftsrecht (042)
Regionalwissenschaften
Ost- und Südosteuropa (044)
Soziale Arbeit (208)
Sozialpädagogik (245)
Sozialwesen (253)
Sozialwissenschaft (148)
Soziologie (149)
Rechts-, Wirtschafts- und
Sozialwissenschaften
allgemein
Rechtswissenschaften
Sozialwesen
Geowissenschaften (ohne
Geographie)
Sozialwissenschaften
Erziehungswissenschaften
Biologie
Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
Mathematik, Naturwissenschaften
Mathematik
Chemie
Seite 5

HEP 2025
Anlage: Fächerabstimmung
Fächergruppe
Studienbereich
Studienfach
TUC TUD TUBAF
UL HfBK HfM PHT HGB HMT HTW HTWK HSM HSZG WHZ
Facility Management (464)
Wirtschaftsingenieurwesen mit
wirtschaftswissenschaftlichem Schwerpunkt
(179)
Arbeitslehre/Wirtschaftslehre (011)
Betriebswirtschaftslehre (021)
Europäische Wirtschaft (167)
Internationale Betriebswirtschaft/Management
(182)
Medienwirtschaft/Medienmanagement (304)
Tourismuswirtschaft (274)
Verkehrswirtschaft (210)
Volkswirtschaftslehre (175)
Wirtschaftspädagogik (181)
Wirtschaftswissenschaften (184)
Sportpädagogik/Sportpsychologie (098)
Sportwissenschaft (029)
Studienfach wird angeboten
x
Studienfach soll eingestellt werden
Studienfach soll eingerichtet werden
Sport
Sport, Sportwissenschaft
Wirtschaftsingenieurwesen
mit wirtschaftswissenschaft-
lichem Schwerpunkt
Wirtschaftswissenschaften
Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
Seite 6

image
Bildung und Kultur
Studierende an Hochschulen
- Fächersystematik -
2019
Erschienen am 21.12.2020
Stand: Wintersemester 2019/2020
Ihr Kontakt zu uns:
www.destatis.de/kontakt
Telefon: +49 (0) 611 / 75 24 05
© Statistisches Bundesamt (Destatis), 2020
Vervielfältigung und Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet.
Statistisches Bundesamt

Statistisches Bundesamt, Fachserie 11, Reihe 4.1, WS 2019/2020
Übersicht 1
Fächergruppen, Studienbereiche und Studienfächer
Stand: Wintersemester 2019/2020
Erläuterungen der Systematik am Beispiel der Fächergruppe:
01
Geisteswissenschaften
Systematische Nummer der Fächergruppe
Text der Fächergruppe
01
Geisteswissenschaften allgemein
004
Interdisziplinäre Studien (Schwerpunkt Sprach- und
Kulturwissenschaften)
1)
Systematische Nummer und Text des Studienbereichs
Verschlüsselung und Text des Studienfachs
01
Geisteswissenschaften
01
Geisteswissenschaften allgemein
4)
004
Interdisziplinäre Studien (Schwerpunkt
Sprach- und Kulturwissenschaften)1)
090
Lernbereich Sprach- und
Kulturwissenschaften
2)
302
Medienwissenschaft
02
Evang. Theologie, -Religionslehre
161
Diakoniewissenschaft
544
Evang. Religionspädagogik, kirchliche
Bildungsarbeit
053
Evang. Theologie, -Religionslehre
03
Kath. Theologie, -Religionslehre
162
Caritaswissenschaft
545
Kath. Religionspädagogik, kirchliche
Bildungsarbeit
086
Kath. Theologie, -Religionslehre
04
Philosophie
169
Ethik
127
Philosophie
136
Religionswissenschaft
05
Geschichte
272
Alte Geschichte
012
Archäologie
068
Geschichte
273
Mittlere und neuere Geschichte
548
Ur- und Frühgeschichte
183
Wirtschafts-/Sozialgeschichte
06
Bibliothekswissenschaft, Dokumentation
022
Bibliothekswissenschaft/-wesen
(nicht an Verwaltungsfachhochschulen)
037
Dokumentationswissenschaft
07
Allgemeine und vergleichende Literatur-
und Sprachwissenschaft
188
Allgemeine Literaturwissenschaft
152
Allgemeine Sprachwissenschaft/
Indogermanistik
284
Angewandte Sprachwissenschaft
018
Berufsbezogene
Fremdsprachenausbildung
160
Computerlinguistik
08
Altphilologie (klass. Philologie),
Neugriechisch
031
Byzantinistik
070
Griechisch
005
Klassische Philologie
095
Latein
043
Neugriechisch
09
Germanistik (Deutsch, germanische
Sprachen ohne Anglistik)
034
Dänisch
271
Deutsch als Fremdsprache oder als
Zweitsprache
067
Germanistik/Deutsch
189
Niederdeutsch
119
Niederländisch
120
Nordistik/Skandinavistik (Nordische
Philologie, Einzelsprachen a.n.g.)
10
Anglistik, Amerikanistik
006
Amerikanistik/Amerikakunde
008
Anglistik/Englisch
11
Romanistik
059
Französisch
084
Italienisch
131
Portugiesisch
137
Romanistik (Roman. Philologie,
Einzelsprachen a.n.g.)
150
Spanisch
12
Slawistik, Baltistik, Finno-Ugristik
016
Baltistik
056
Finno-Ugristik
206
Polnisch
139
Russisch
146
Slawistik (Slaw. Philologie)
207
Sorbisch
153
Südslawisch (Bulgarisch, Serbokroatisch,
Slowenisch usw.)
209
Tschechisch
130
Westslawisch (allgemein und a.n.g.)
13
Außereuropäische Sprach- und Kultur-
wissenschaften
001
Ägyptologie
002
Afrikanistik
010
Arabisch/Arabistik
187
Asiatische Sprachen und
Kulturen/Asienwissenschaften
015
Außereuropäische Sprachen und Kulturen
in Ozeanien und Amerika
073
Hebräisch/Judaistik
078
Indologie
081
Iranistik
083
Islamwissenschaft
085
Japanologie
180
Kaukasistik
122
Orientalistik/Altorientalistik
145
Sinologie/Koreanistik
158
Turkologie
14
Kulturwissenschaften i.e.S.
024
Europäische Ethnologie und
Kulturwissenschaft
173
Ethnologie
174
Volkskunde
18
Islamische Studien
292
Islamische Studien
02
Sport
22
Sport, Sportwissenschaft
098
Sportpädagogik/Sportpsychologie
029
Sportwissenschaft
03
Rechts-, Wirtschafts- und
Sozialwissenschaften
23
Rechts-, Wirtschafts- und
Sozialwissenschaften allgemein4)
030
Interdisziplinäre Studien (Schwerpunkt
Rechts-, Wirtschafts- und
Sozialwissenschaften)
1)
303
Kommunikationswissenschaft/Publizistik
154
Lernbereich Gesellschaftslehre2)
24
Regionalwissenschaften3)
038
Lateinamerika
044
Ost- und Südosteuropa
036
Sonstige Regionalwissenschaften

Statistisches Bundesamt, Fachserie 11, Reihe 4.1, WS 2019/2020
25
Politikwissenschaften
129
Politikwissenschaft/Politologie
26
Sozialwissenschaften
147
Sozialkunde
148
Sozialwissenschaft
149
Soziologie
27
Sozialwesen
208
Soziale Arbeit
245
Sozialpädagogik
253
Sozialwesen
28
Rechtswissenschaften
135
Rechtswissenschaft
042
Wirtschaftsrecht
29
Verwaltungswissenschaften
257
Arbeits- und Berufsberatung
258
Arbeitsverwaltung
255
Archivwesen
259
Auswärtige Angelegenheiten
265
Bankwesen
262
Bibliothekswesen
260
Bundeswehrverwaltung
266
Finanzverwaltung
261
Innere Verwaltung
168
Justizvollzug
263
Polizei/Verfassungsschutz
256
Rechtspflege
264
Sozialversicherung
268
Verkehrswesen
172
Verwaltungswissenschaft/-wesen
269
Zoll- und Steuerverwaltung
30
Wirtschaftswissenschaften
011
Arbeitslehre/Wirtschaftslehre
021
Betriebswirtschaftslehre
167
Europäische Wirtschaft
304
Medienwirtschaft/Medienmanagement
182
Internationale Betriebswirtschaft/
Management
166
Sportmanagement/Sportökonomie
274
Tourismuswirtschaft
210
Verkehrswirtschaft
175
Volkswirtschaftslehre
181
Wirtschaftspädagogik
184
Wirtschaftswissenschaften
31
Wirtschaftsingenieurwesen mit
wirtschaftswiss. Schwerpunkt
464
Facility Management
179
Wirtschaftsingenieurwesen mit
wirtschaftswiss. Schwerpunkt
32
Psychologie
132
Psychologie
33
Erziehungswissenschaften
117
Ausländerpädagogik
270
Berufs- und Wirtschaftspädagogik
321
Erwachsenenbildung und
außerschulische Jugendbildung
052
Erziehungswissenschaft (Pädagogik)
365
Pädagogik der frühen Kindheit
115
Grundschul-/Primarstufenpädagogik
254
Sachunterricht (einschl. Schulgarten)
361
Schulpädagogik
190
Sonderpädagogik
04
Mathematik, Naturwissenschaften
36
Mathematik, Naturwissenschaften
allgemein4)
275
Geschichte der Mathematik und
Naturwissenschaften
049
Interdisziplinäre Studien (Schwerpunkt
Naturwissenschaften)
1)
186
Lernbereich Naturwissenschaften/
Sachunterricht
2)
37
Mathematik
105
Mathematik
237
Mathematische Statistik/
Wahrscheinlichkeitsrechnung
118
Technomathematik
276
Wirtschaftsmathematik
39
Physik, Astronomie
014
Astronomie, Astrophysik
128
Physik
40
Chemie
025
Biochemie
032
Chemie
096
Lebensmittelchemie
41
Pharmazie
126
Pharmazie
42
Biologie
009
Anthropologie (Humanbiologie)
026
Biologie
300
Biomedizin
282
Biotechnologie
43
Geowissenschaften (ohne Geographie)
065
Geologie/Paläontologie
385
Geoökologie
066
Geophysik
039
Geowissenschaften
110
Meteorologie
111
Mineralogie
124
Ozeanographie
44
Geographie
050
Geographie/Erdkunde
283
Biogeographie
178
Wirtschafts-/Sozialgeographie
05
Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften
48
Gesundheitswissenschaften allgemein
4)
195
Gesundheitspädagogik
232
Gesundheitswissenschaften/
-management
233
Nichtärztliche Heilberufe/Therapien
234
Pflegewissenschaft/ -management
49
Humanmedizin (ohne Zahnmedizin)
107
Medizin (Allgemein-Medizin)
50
Zahnmedizin
185
Zahnmedizin
07
Agrar-, Forst- und Ernährungswissen-
schaften, Veterinärmedizin
51
Veterinärmedizin
156
Tiermedizin/Veterinärmedizin
57
Landespflege, Umweltgestaltung
093
Landespflege/Landschaftsgestaltung
061
Meliorationswesen
064
Naturschutz
58
Agrarwissenschaften, Lebensmittel- und
Getränketechnologie
138
Agrarbiologie
125
Agrarökonomie
003
Agrarwissenschaft/Landwirtschaft
028
Brauwesen/Getränketechnologie
060
Gartenbau
097
Lebensmitteltechnologie
220
Milch- und Molkereiwirtschaft
353
Pflanzenproduktion
371
Tierproduktion
227
Weinbau und Kellerwirtschaft
59
Forstwissenschaft, Holzwirtschaft
058
Forstwissenschaft, -wirtschaft
075
Holzwirtschaft
60
Ernährungs- und
Haushaltswissenschaften
320
Ernährungswissenschaft
071
Haushalts- und Ernährungswissenschaft
333
Haushaltswissenschaft
08
Ingenieurwissenschaften
61
Ingenieurwesen allgemein4)
140
Angewandte Systemwissenschaften
072
Interdisziplinäre Studien (Schwerpunkt
Ingenieurwissenschaften)
1)
199
Lernbereich Technik
2)
380
Mechatronik
305
Medientechnik
310
Regenerative Energien
201
Werken (technisch)/Technologie
62
Bergbau, Hüttenwesen
390
Archäometrie (Ingenieurarchäologie)
020
Bergbau/Bergtechnik
076
Hütten- und Gießereiwesen
103
Markscheidewesen
63
Maschinenbau/Verfahrenstechnik
141
Abfallwirtschaft
143
Augenoptik
033
Chemie-Ingenieurwesen/Chemietechnik
231
Druck- und Reproduktionstechnik
211
Energietechnik (ohne Elektrotechnik)
212
Feinwerktechnik
202
Fertigungs-/Produktionstechnik
215
Gesundheitstechnik
216
Glastechnik/Keramik
082
Holz-/Fasertechnik
241
Kerntechnik/Kernverfahrenstechnik
219
Kunststofftechnik
104
Maschinenbau/-wesen
108
Metalltechnik

Statistisches Bundesamt, Fachserie 11, Reihe 4.1, WS 2019/2020
224
Physikalische Technik
144
Technische Kybernetik
225
Textil- und Bekleidungstechnik/-gewerbe
074
Transport-/Fördertechnik
457
Umwelttechnik (einschl. Recycling)
226
Verfahrenstechnik
213
Versorgungstechnik
64
Elektrotechnik und Informationstechnik
316
Elektrische Energietechnik
048
Elektrotechnik/Elektronik
157
Mikroelektronik
286
Mikrosystemtechnik
222
Kommunikations-und Informationstechnik
088
Optoelektronik
65
Verkehrstechnik, Nautik
235
Fahrzeugtechnik
057
Luft- und Raumfahrttechnik
223
Nautik/Seefahrt
142
Schiffbau/Schiffstechnik
089
Verkehrsingenieurwesen
66
Architektur, Innenarchitektur
013
Architektur
242
Innenarchitektur
67
Raumplanung
134
Raumplanung
458
Umweltschutz
68
Bauingenieurwesen
017
Bauingenieurwesen/Ingenieurbau
197
Holzbau
429
Stahlbau
094
Wasserbau
077
Wasserwirtschaft
69
Vermessungswesen
280
Kartographie
171
Vermessungswesen (Geodäsie)
70
Wirtschaftsingenieurwesen mit
ingenieurwiss. Schwerpunkt
370
Wirtschaftsingenieurwesen mit
ingenieurwiss. Schwerpunkt
71
Informatik
221
Bioinformatik
200
Computer- und Kommunikationstechniken
079
Informatik
123
Ingenieurinformatik/Technische
Informatik
121
Medieninformatik
247
Medizinische Informatik
277
Wirtschaftsinformatik
72
Materialwissenschaft und
Werkstofftechnik
294
Materialwissenschaft
177
Werkstofftechnik
09
Kunst, Kunstwissenschaft
74
Kunst, Kunstwissenschaft allgemein4)
040
Interdisziplinäre Studien (Schwerpunkt
Kunst, Kunstwissenschaft)1)
091
Kunsterziehung
092
Kunstgeschichte, Kunstwissenschaft
101
Restaurierungskunde
75
Bildende Kunst
023
Bildende Kunst/Graphik
205
Bildhauerei/Plastik
204
Malerei
287
Neue Medien
76
Gestaltung
007
Angewandte Kunst
159
Edelstein- und Schmuckdesign
069
Graphikdesign/Kommunikations-
gestaltung
203
Industriedesign/Produktgestaltung
116
Textilgestaltung
176
Werkerziehung
77
Darstellende Kunst, Film und Fernsehen,
Theaterwissenschaft
035
Darstellende Kunst/Bühnenkunst/Regie
054
Film und Fernsehen
102
Schauspiel
106
Tanzpädagogik
155
Theaterwissenschaft
78
Musik, Musikwissenschaft
192
Dirigieren
230
Gesang
080
Instrumentalmusik
164
Jazz und Popularmusik
193
Kirchenmusik
191
Komposition
113
Musikerziehung
114
Musikwissenschaft/-geschichte
165
Orchestermusik
163
Rhythmik
194
Tonmeister
10
Außerhalb der Studienbereichsgliederung
83
Außerhalb der Studienbereichsgliederung
196
Studienkolleg
290
Sonstige Fächer
________________________________________________________
1) Interdisziplinäre Studiengänge, die mehrere Studienbereiche einer Fächergruppe betreffen und nicht schwerpunktmäßig zugeordnet werden können, sind hier nachzuweisen.
2) Studienfach der Lehrerausbildung, das in mehrere Studienbereiche der Fächergruppe übergreift.
3) Regionale Studien, soweit nicht einzelnen Studienbereichen oder anderen Fächergruppen zuzuordnen.
4) Studiengänge, die lediglich einer Fächergruppe, aber keinem Studienbereich zugeordnet werden können, sind hier nachzuweisen.