2.1 Bekannt gewordene Fälle
LKA Sachsen PKS 2016 I
11
2
Gesamtüberblick
2.1
Bekannt gewordene Fälle
(Vgl. Tabelle 01 im Tabellenanhang)
2.1.1
Kriminalität insgesamt
Tabelle 9: Häufigkeitszahlen der Bundesländer
Die im Freistaat Sachsen registrierte
Kriminalität ist im Vergleich zum Ni-
veau des Vorjahres gestiegen. Die
Dienststellen der Landespolizei und
der Bundespolizei bearbeiteten zu-
sammen 324 736 Straftaten, 9 875
Fälle mehr als 2015.
Rechnerisch entfielen auf jeweils
100 000 Einwohner 7 950 Fälle, 186
mehr als 2015. Die Kriminalitätsbe-
lastung der sächsischen Bevölkerung
lag 2,5 Prozent über der durch-
schnittlichen Belastung der Bundes-
bürger.
Im Vergleich der neuen Bundeslän-
der war die Bevölkerung Thüringens
am wenigsten durch Kriminalität ge-
fährdet.
Auf jeden Quadratkilometer des Frei-
staates kamen statistisch gesehen
18 Straftaten. Die durchschnittliche
Kriminalitätsdichte im Bund lag eben-
so bei 18 Fällen pro km².
Tabelle 10: Zeitreihe zur Bevölkerungs- und Straftatenentwicklung in Sachsen
Jahr
Bevölkerung (Basis Zensus)
bekannt gewordene Straftaten
Einwohner
Änderung
Fälle
Änderung
Gesamt-
Änderung
am 31.12. des
zum Vorjahr
zum Vorjahr
häufig-
zum Vorjahr
Vorjahres
in Prozent
in Prozent
keitszahl
in Prozent
2007
-
-
308 106
+
0,1
-
-
2008
-
-
295 817
-
4,0
-
-
2009
-
-
279 467
-
5,5
-
-
2010
-
-
290 647
+
4,0
-
-
2011
-
-
293 895
+
1,1
-
-
2012
4 054 182
-
312 406
+
6,3
7 706
-
2013
4 050 204
-
0,1
312 500
+
0,0
7 716
+
0,1
2014
4 046 385
-
0,1
327 196
+
4,7
8 086
+
4,8
2015
4 055 274
+
0,2
314 861
-
3,8
7 764
-
4,0
2016
4 084 851
+
0,7
324 736
+
3,1
7 950
+
2,4
1
Bei einigen Ländern gibt es minimale Differenzen zwischen den aggregierten Daten des BKA und dem jeweiligen Land.
Bundesland
1
Straftaten 2016
je 100 000 Einwohner
Berlin
16 161
Bremen
13 687
Hamburg
13 384
Sachsen-Anhalt
8 749
Nordrhein-Westfalen
8 225
Sachsen
7 950
Saarland
7 732
Mecklenburg-Vorpommern
7 632
Brandenburg
7 479
Schleswig-Holstein
7 225
Niedersachsen
7 090
Thüringen
6 875
Bayern
6 871
Rheinland-Pfalz
6 775
Hessen
6 673
Baden-Württemberg
5 599
Bund gesamt
7 755

2.1 Bekannt gewordene Fälle
12
I LKA Sachsen PKS 2016
Der Anteil der ausländerspezifischen Delikte an der Gesamtkriminalität Sachsens betrug 6,4 Prozent.
2016 stieg die Zahl der registrierten Verstöße gegen das Aufenthalts-, das Asyl- und das Freizügigkeits-
gesetz/EU um 4 965 Fälle bzw. 31,5 Prozent. Klammert man diese Straftaten aus der Gesamtbetrachtung
aus, lag die Zahl der erfassten Fälle 2016 bei 304 005. Das sind 4 910 Delikte (+ 1,6 %) mehr als 2015.
Der Kriminalitätszuwachs des Jahres 2016 betraf fünf von acht Straftatenobergruppen, am stärksten die
Obergruppe Straftaten gegen strafrechtliche Nebengesetze (+ 4 948 Fälle bzw. 16,5 %). Zunahmen gab
es auch in der Gewalt-, Computer- bzw. Straßenkriminalität sowie bei Straftaten insgesamt auf dem Um-
welt- und Verbraucherschutzsektor.
Abbildung 4: Entwicklung der registrierten Gesamtkriminalität
Fast jede zweite Straftat war ein
Diebstahlsdelikt (137 922 Fälle).
2016 wurden 1 381 Fälle mehr re-
gistriert als 2015. Bei Vermögens-
und Fälschungsdelikten verlief die
Statistik speziell im Rahmen des
Betrugs sehr unterschiedlich. Den
größten absoluten Rückgang gab
es bei Erschleichen von Leistun-
gen. Die Zunahme in der Gruppe
der sonstigen Straftaten nach dem
StGB resultiert insbesondere aus
mehr Fällen bei Sachbeschädi-
gung. Die Zahl der Straftaten nach
strafrechtlichen
Nebengesetzen
stieg gegenüber 2015 um 16,5
Prozent an. Den größten absolu-
ten Anstieg gab es bei ausländer-
rechtlichen Verstößen. Etwa jedes
elfte Delikt fiel in die Gruppe der
Rohheitsdelikte
und
Straftaten
gegen die persönliche Freiheit.
Speziell die Anzahl der Körperver-
letzungen stieg um 10,0 Prozent
an. Die Fallzahl der Sexualdelikte
nahm zu. Die Anzahl der Strafta-
ten gegen das Leben ging zurück.
Tabelle 11: Kriminalitätsanteile der Straftatenobergruppen und Summenschlüssel
Schl.-
Straftatengruppe
Anteil an allen Straftaten in %
zahl
Sachsen
Bund gesamt
2016
2015
2016
000000 Straftaten gegen das Leben
0,0
0,0
0,1
100000 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung
0,7
0,6
0,7
200000 Rohheitsdelikte, Straft. gg. d. persönliche Freiheit
10,6
10,1
12,8
3***00
Diebstahl ohne erschwerende Umstände
18,2
19,3
20,3
4***00
Diebstahl unter erschwerenden Umständen
24,3
24,1
17,0
500000 Vermögens- und Fälschungsdelikte
16,3
17,5
17,4
600000 Sonstige Straftatbestände nach dem StGB
19,2
18,9
17,9
700000 Straftaten gegen strafrechtliche Nebengesetze
10,7
9,5
13,8
891000 Rauschgiftkriminalität
3,0
3,1
4,8
892000 Gewaltkriminalität
2,5
2,3
3,0
893000 Wirtschaftskriminalität
0,9
1,1
0,9
897000 Computerkriminalität
1,0
0,7
1,7
899000 Straßenkriminalität
20,3
20,7
20,7
0
50 000
100 000
150 000
200 000
250 000
300 000
350 000
2012
2013
2014
2015
2016
+ 0,0 %
+ 4,7 %
-3,8 %
+ 3,1 %
erfasste
Fälle

2.1 Bekannt gewordene Fälle
LKA Sachsen PKS 2016 I
13
Abbildung 5: Anteile der Obergruppen an der Gesamtkriminalität
Diebstähle machten weniger als
die Hälfte der Gesamtkriminali-
tät aus. Jede sechste Straftat
war ein Vermögens- oder Fäl-
schungsdelikt. Unter ihnen do-
minierte Betrug (81,4 %) vor Un-
terschlagung (10,0 %), Urkun-
denfälschung (4,9 %) und Ver-
untreuung (2,7 %). Die Gruppe
der sonstigen Straftatbestände
nach dem StGB wurde vom An-
fall der Sachbeschädigungen
beherrscht (56,5 %). Bei Strafta-
ten gegen strafrechtliche Ne-
bengesetze überwogen auslän-
derrechtliche Verstöße mit 59,5
Prozent vor Rauschgiftdelikten
(28,2 %) und Straftaten gegen
das Waffengesetz (4,3 %).
Abbildung 6:
Prozentanteile
ausgewählter Deliktgruppen
Mit 6,4 Prozent nahmen aus-
länderrechtliche Verstöße 2016
einen größeren Anteil an der
Gesamtkriminalität ein, als 2015
mit 5,0 Prozent. Bundespolizei
und Landespolizei bearbeiteten
in Sachsen darunter 17 377 un-
erlaubte Aufenthalte, 2 199 un-
erlaubte Einreisen und 99 sons-
tige Verstöße gegen das Auf-
enthaltsgesetz. Außerdem wur-
den 428 Fälle des Einschleu-
sens von Ausländern gemäß
AufenthG sowie 61 Straftaten
gegen das Asylgesetz erfasst.
Rauschgiftkriminalität verzeichnete einen leichten Rückgang um acht Fälle auf 9 856 Delikte (- 0,1 %). Die
Gewaltkriminalität stieg um 1 167 Fälle (+ 16,5 %) auf 8 252 Delikte. Im Rahmen der Wirtschaftskriminali-
tät wurden 2 886 Straftaten registriert, 651 Fälle weniger als 2015 (- 18,4 %). Computerkriminalität nahm
um 985 Straftaten auf 3 091 Fälle (+ 46,8 %) zu. Straftaten insgesamt auf dem Umwelt- und Verbraucher-
schutzsektor verbuchte einen Anstieg um 151 Fälle auf 1 062 Delikte (+ 16,6 %). Straßenkriminalität ist
um 629 Straftaten auf 65 841 Delikte angewachsen (+ 1,0 %).
Tabelle 12: Häufigkeitszahlen ausgewählter Straftaten(gruppen)
Schl.-
Straftat/
erfasste
Häufigkeitszahl
zahl
Straftatengruppe
Fälle Sachsen
Bund
111000
Vergewaltigung und sexuelle Nötigung
108
3
10
131000
sexueller Missbrauch von Kindern
722
18
15
210000
Raub, räub. Erpressung, räub. Angriff auf Kraftfahrer
2 047
50
52
... Fortsetzung
Straftaten gg. das Leben und die
sex. Selbstbestimmung 0,7 %
Rohheitsdelikte, Straftaten
gg. die persönl.Freiheit
10,6 %
Diebstahl ohne
erschwerende
Umstände
18,2 %
Diebstahl unter
erschwerenden
Umständen
24,3 %
Vermögens- und
Fälschungsdelikte
16,3 %
sonstige
Straftatbestände
nach StGB
19,2 %
Verstöße gegen
strafrechtliche Nebengesetze
10,7 %
ausländerrechtliche
Verstöße 6,4 %
alle übrigen
Straftaten
24,0 %
einfacher Ladendienbstahl
6,5 %
Betrug (ohne Erschleichen von Leistungen)
9,1 %
Sachbe-
schädigung
10,8 %
Diebstahl unter
erschwerenden
Umständen
24,3 %
sonstiger einfacher Diebstahl
11,8 %
Erschleichen
von Leistungen
4,2 %
Rauschgiftdelikte (BtMG)
3,0 %

2.1 Bekannt gewordene Fälle
14
I LKA Sachsen PKS 2016
Fortsetzung Tabelle 12
Schl.-
Straftat/
erfasste
Häufigkeitszahl
zahl
Straftatengruppe
Fälle Sachsen
Bund
222000
gefährliche und schwere Körperverletzung
5 995
147
170
224000
vorsätzliche einfache Körperverletzung
15 244
373
494
232000
Zwangsheirat, Nachstellung (Stalking), Freiheitsbe-
9 629
236
240
raubung, Nötigung und Bedrohung
3***00
Diebstahl ohne erschwerende Umstände
59 173
1 449
1 570
4***00
Diebstahl unter erschwerenden Umständen
78 749
1 928
1 318
****00
Diebstahl insgesamt
137 922
3 376
2 889
darunter
***100
von Kraftwagen einschl. unbefugten Gebrauchs
2 886
71
44
***200
von Mopeds/Krafträdern einschl. unbefugten Gebrauchs
1 861
46
28
***300
von Fahrrädern einschließlich unbefugten Gebrauchs
20 795
509
405
*25*00
in/aus Kiosken, Geschäften, Schaufenstern, Schaukästen
27 226
667
543
und Vitrinen
*35*00
in/aus Wohnungen
7 395
181
249
*40*00
in/aus Boden-, Kellerräumen und Waschküchen
18 376
450
139
*50*00
an/aus Kraftfahrzeugen
16 014
392
382
510000
Betrug
43 087
1 055
1 094
520000
Veruntreuung
1 446
35
25
530000
Unterschlagung
5 311
130
135
540000
Urkundenfälschung
2 618
64
85
620000
Widerstand gegen die Staatsgewalt und Straftaten
8 686
213
179
gegen die öffentliche Ordnung
630000
Begünstigung, Strafvereitelung (ohne Strafvereitelung
1 196
29
38
im Amt), Hehlerei und Geldwäsche
640000
Brandstiftung und Herbeiführen einer Brandgefahr
1 525
37
23
650000
Wettbewerbs-, Korruptions- und Amtsdelikte
267
7
5
671000
Verletzung der Unterhaltspflicht
491
12
8
673000
Beleidigung
10 117
248
285
674000
Sachbeschädigung
35 149
860
726
676000
Straftaten gegen die Umwelt
211
5
15
710000
Straftaten gegen strafrechtliche Nebengesetze auf
981
24
27
dem Wirtschaftssektor
725000
Straftaten gegen das AufenthG, AsylG, FreizügG/EU
20 731
508
593
726000
Straftaten gegen das Sprengstoff-, das Waffen- und das
2 225
54
49
Kriegswaffenkontrollgesetz
730000
Rauschgiftdelikte (BtMG)
9 819
240
368
892500
Mord und Totschlag
98
2
3
Tabelle 13: Rangfolge der häufigsten Straftaten/Straftatengruppen nach ihrem Prozentanteil an der
Gesamtkriminalität
Schl.-
Straftat/Straftatengruppe
erfasste Fälle
%-Anteil
zahl
2016
2016
2015
****00
Diebstahl insgesamt
137 922
42,5
43,4
4***00
Diebstahl unter erschwerenden Umständen
78 749
24,3
24,1
600000 sonstige Straftatbestände nach StGB
62 240
19,2
18,9
3***00
Diebstahl ohne erschwerende Umstände
59 173
18,2
19,3
... Fortsetzung

2.1 Bekannt gewordene Fälle
LKA Sachsen PKS 2016 I
15
Fortsetzung Tabelle 13
Schl.-
Straftat/Straftatengruppe
erfasste Fälle
%-Anteil
zahl
2016
2016
2015
500000 Vermögens- und Fälschungsdelikte
52 960
16,3
17,5
670000 alle sonstigen Straftaten gemäß StGB
49 913
15,4
15,2
510000 Betrug
43 087
13,3
14,5
674000 Sachbeschädigung
35 149
10,8
10,6
700000 Straftaten gegen strafrechtliche Nebengesetze
34 856
10,7
9,5
200000 Rohheitsdelikte/Straftaten gegen die persönliche Freiheit
34 455
10,6
10,1
*25*00
Diebstahl in/aus Kiosken, Geschäften, Schaufenstern,
27 226
8,4
9,0
Schaukästen und Vitrinen insgesamt
720000 Straftaten gegen sonstige strafrechtliche Nebengesetze
23 675
7,3
5,9
325*00 einfacher Diebstahl in/aus Kiosken, Geschäften,
23 063
7,1
7,6
Schaufenstern, Schaukästen und Vitrinen
220000 Körperverletzung
22 637
7,0
6,5
*26*00
Ladendiebstahl insgesamt
22 432
6,9
7,4
326*00 einfacher Ladendiebstahl
20 946
6,5
6,8
***300
Diebstahl von Fahrrädern insgesamt einschließlich
20 795
6,4
6,2
unbefugten Gebrauchs
725000 Straftaten gegen das Aufenthalts-, das Asyl- und das
20 731
6,4
5,0
Freizügigkeitsgesetz/EU
4**300
schwerer Diebstahl von Fahrrädern
18 704
5,8
5,4
*40*00
Diebstahl in/aus Boden-, Kellerräumen und
18 376
5,7
5,1
Waschküchen insgesamt
725700 unerlaubter Aufenthalt gemäß AufenthG
17 377
5,4
2,9
440*00 schwerer Diebstahl in/aus Boden-, Kellerräumen und
17 239
5,3
4,7
Waschküchen
*50*00
Diebstahl an/aus Kfz insgesamt
16 014
4,9
5,4
224000 vorsätzliche einfache Körperverletzung
15 244
4,7
4,5
515000 Erschleichen von Leistungen
13 558
4,2
4,6
517000 sonstiger Betrug
12 521
3,9
4,2
511000 Waren- und Warenkreditbetrug
12 488
3,8
4,3
674300 sonstige Sachbeschädigung auf Straßen, Wegen, Plätzen
12 418
3,8
3,9
673000 Beleidigung
10 117
3,1
3,1
730000 Rauschgiftdelikte (BtMG)
9 819
3,0
3,1
230000 Straftaten gegen die persönliche Freiheit
9 771
3,0
3,0
450*00 schwerer Diebstahl an/aus Kfz
9 725
3,0
3,3
232000 Zwangsheirat, Nachstellung, Freiheitsberaubung,
9 629
3,0
2,9
Nötigung, Bedrohung
674100 Sachbeschädigung an Kfz
9 239
2,8
2,9
620000 Widerstand gegen die Staatsgewalt und Straftaten gegen
8 686
2,7
2,7
die öffentliche Ordnung
511200 sonstiger Warenkreditbetrug
8 449
2,6
2,8
731000 allgemeine Verstöße nach § 29 BtMG
7 712
2,4
2,5
***500
Diebstahl von unbaren Zahlungsmitteln insgesamt
7 606
2,3
2,7
*10*00
Diebstahl in/aus Dienst-, Büro-, Fabrikations-, Werkstatt-
7 470
2,3
2,3
und Lagerräumen insgesamt
*35*00
Diebstahl in/aus Wohnungen insgesamt
7 395
2,3
2,2
518900 sonstige weitere Betrugsarten
6 565
2,0
1,8
350*00
einfacher Diebstahl an/aus Kraftfahrzeugen
6 289
1,9
2,1
3**500
einfacher Diebstahl von unbaren Zahlungsmitteln
6 099
1,9
2,2
222000 gefährliche und schwere Körperverletzung
5 995
1,8
1,6

2.1 Bekannt gewordene Fälle
16
I LKA Sachsen PKS 2016
Unter den 324 736 registrierten Delikten des Jahres 2016 befanden sich 27 889 mit Strafe bedrohte Ver-
suchshandlungen. Der Anteil der unvollendeten Straftaten stieg gegenüber dem Vorjahr um 0,5 Prozent-
punkte auf 8,6 Prozent.
Deutlich über dem Durchschnitt lagen die Versuchsanteile bei Mord und Totschlag, Überweisungsbetrug
sowie Erpressung. Der relativ hohe Anteil unvollendeter Diebstähle unter erschwerenden Umständen
speziell der Wohnungseinbruchdiebstahl kann u. a. als Zeichen erfolgreicher Präventionsmaßnahmen
gewertet werden.
Tabelle 14: Anteil der Versuchshandlungen bei ausgewählten Straftaten(gruppen)
Schl.-
Straftat/
erfasste
darunter Versuche
zahl
Straftatengruppe
Fälle
Anzahl
in %
111000
Vergewaltigung und sexuelle Nötigung
108
9
8,3
112000
sonstige sexuelle Nötigung
461
94
20,4
131000
sexueller Missbrauch von Kindern
722
46
6,4
133000
sexueller Missbrauch von Jugendlichen
86
9
10,5
210000
Raub, räub. Erpressung, räub. Angriff auf Kraftfahrer
2 047
309
15,1
222000
gefährliche und schwere Körperverletzung
5 995
929
15,5
3***00
Diebstahl ohne erschwerende Umstände
59 173
1 205
2,0
4***00
Diebstahl unter erschwerenden Umständen
78 749
20 287
25,8
darunter
435*00
Wohnungseinbruchdiebstahl
4 684
1 936
41,3
****00
Diebstahl insgesamt
137 922
21 492
15,6
darunter
***100
von Kraftwagen einschließlich unbefugten Gebrauchs
2 886
696
24,1
***200
von Mopeds/Krafträdern einschl. unbefugten Gebrauchs
1 861
174
9,3
***700
von/aus Automaten
971
263
27,1
*05*00
in/aus Banken, Sparkassen, Postfilialen und -agenturen
203
33
16,3
und dgl.
*10*00
in/aus Dienst-, Büro-, Fabrikations-, Werkstatt-
7 470
1 976
26,5
und Lagerräumen
*15*00
in/aus Gaststätten, Kantinen, Hotels und Pensionen
2 805
453
16,1
*25*00
in/aus Kiosken, Geschäften, Schaufenstern, Schaukästen
27 226
1 643
6,0
und Vitrinen
*40*00
in/aus Boden-, Kellerräumen und Waschküchen
18 376
4 863
26,5
*45*00
auf Baustellen
2 193
270
12,3
*50*00
an/aus Kraftfahrzeugen
16 014
1 962
12,3
510000
Betrug
43 087
2 847
6,6
darunter
511200
sonstiger Warenkreditbetrug
8 449
255
3,0
514300
Krediterlangungsbetrug
152
28
18,4
516300
mittels rechtswidrig erlangter Zahlungskarten mit PIN
900
116
12,9
517100
Leistungsbetrug
836
289
34,6
517400
z. N. v. Versicherungen u. Versicherungsmissbrauch
88
19
21,6
517500
(sonstiger) Computerbetrug
365
91
24,9
518300
Überweisungsbetrug
698
394
56,4
610000
Erpressung
362
176
48,6
633000
Geldwäsche
149
12
8,1
641000
vorsätzliche Brandstiftung/Herbeiführen einer Brandgefahr
1 031
107
10,4
674200
Datenveränderung, Computersabotage
97
18
18,6
725100
unerlaubte Einreise gemäß AufenthG
2 199
59
2,7
732000
unerlaubter Handel mit und Schmuggel v. Rauschgiften
1 193
43
3,6
892500
Mord und Totschlag
98
81
82,7

 
2.1 Bekannt gewordene Fälle
LKA Sachsen PKS 2016 I
17
2.1.2
Fallentwicklung der Straftaten(gruppen)
(Vgl. Tabelle A2 im Tabellenanhang)
2016 wurden 136 Straftaten gegen das Leben registriert, 19 Fälle weniger als 2015. Im Einzelnen handel-
te es sich um vier vollendete sowie 19 versuchte Morde, 13 vollendete sowie 62 Fälle des versuchten Tot-
schlags bzw. Tötung auf Verlangen und 32 fahrlässige Tötungen. Die Gefahr, Opfer einer Straftat gegen
das Leben zu werden, lag 2016 in Sachsen niedriger als im Bundesdurchschnitt.
Die Gesamtzahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung ist um 175 Fälle bzw. 8,8 Prozent
gestiegen. Insbesondere beim sonstigen sexuellen Missbrauch, bei sexuellem Missbrauch von Kindern
bzw. Vergewaltigung und sexueller Nötigung bearbeitete die Polizei mehr Fälle als 2015. Die Anzahl bei
Verbreitung von Pornografie nahm um 76 Fälle ab. Auf 100 000 Einwohner kamen insgesamt 53 Sexual-
delikte. Damit lag Sachsen unter dem Durchschnitt des Bundes.
Mit 34 455 Fällen lag die Gesamtzahl der Rohheitsdelikte/Straftaten gegen die persönliche Freiheit 2 728
Fälle bzw. 8,6 Prozent höher als 2015. Die Zahl der Körperverletzungen stieg im Berichtsjahr um 2 063
Fälle, die Zahl der Nötigungen um 244 Fälle, die Zahl der Bedrohungen um 222 Fälle und die Zahl der
Raubdelikte um 206 Fälle. Im Gegenzug dazu sank die Zahl der fahrlässigen Körperverletzungen um 26
Fälle sowie die Zahl des Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung um 16 Fälle. Auf
100 000 Einwohner kamen 50 Raubdelikte, 554 Körperverletzungen, 85 Nötigungen sowie 115 Bedrohun-
gen. Sachsen registrierte bei gefährlicher und schwerer Körperverletzung nach Bayern, Baden-
Württemberg und Brandenburg eine der niedrigsten Belastungen im Vergleich zu den anderen Bundes-
ländern.
Diebstahl ohne erschwerende Umstände machte 18,2 Prozent der registrierten Gesamtkriminalität aus.
2016 verzeichnete dieser Deliktbereich eine Abnahme um 2,6 Prozent. Ausschlaggebend waren weniger
Diebstähle in/aus Kiosken, Geschäften, Schaufenstern, Schaukästen bzw. Vitrinen (- 975 Fälle), Dieb-
stähle von unbaren Zahlungsmitteln (- 850 Fälle) und Diebstähle an/aus Kraftfahrzeugen (- 278 Fälle). Die
Zahl der Diebstähle in/aus Dienst-, Büro-, Fabrikations-, Werkstatt bzw. Lagerräumen und Taschendieb-
stähle nahm im Vergleich zum Vorjahr zu.
Charakteristisch für die Kriminalitätsstruktur ist der hohe Anteil an Diebstahl unter erschwerenden Um-
ständen. 2016 verzeichnete der Freistaat Sachsen in diesem Deliktbereich eine höhere Belastung als im
Bundesdurchschnitt.
Abbildung 7:
Diebstahl unter erschwerenden
Umständen seit 2012
Vor allem bei Kraftwagendieb-
stahl, Diebstahl von unbaren Zah-
lungsmitteln, Diebstahl von/aus
Automaten, Diebstahl in/aus Kios-
ken, Geschäften, Schaufenstern,
Schaukästen bzw. Vitrinen, Dieb-
stahl auf Baustellen sowie Dieb-
stahl an/aus Kraftfahrzeugen ging
die Fallzahl zurück. Insbesondere
bei Diebstahl in/aus Boden-, Kel-
lerräumen sowie Waschküchen
(+ 2 340 Fälle), beim Fahrraddieb-
stahl (+ 1 583 Fälle), Wohnungs-
einbruchdiebstahl
(+ 427 Fälle)
sowie bei Diebstahl von Moped
und Krafträdern (+ 95 Fälle) nahm
die Zahl der erfassten Fälle zu.
0
10 000
20 000
30 000
40 000
50 000
60 000
70 000
80 000
90 000
2012 2013 2014 2015 2016
von Kraftwagen
von Fahrrädern
an/aus Kfz
Wohnungseinbruch
sonstige
Diebstahl unter
erschwerenden
Umständen...

2.1 Bekannt gewordene Fälle
18
I LKA Sachsen PKS 2016
Abbildung 8: Entwicklung der Fallzahlen ausgewählter Straftaten(gruppen) im Jahr 2016
+ 4 965
- 1 025
+ 2 179
- 960
+ 2 063
- 953
+ 1 679
- 912
+ 1 400
- 737
+ 427
- 731
Wohnungs-
einbruch-
diebstahl
Diebstahl
in/aus
Boden-,
Keller-
räumen
und
Wasch-
küchen
ausländer-
rechtliche
Verstöße
Körper-
verletzung
Waren-
und
Waren-
kredit-
betrug
Er-
schleichen
von
Leistungen
Diebstahl
an/aus
Kraft-
fahrzeugen
Sachbe-
schädigung
Laden-
diebstahl
Sozial-
leistungs-
betrug
Diebstahl
von
Fahrrädern
ein-
schließlich
unbefugten
Gebrauchs
Diebstahl
von
unbaren
Zahlungs-
mitteln
2016 umfasste der Bereich Vermögens- und Fälschungsdelikte 52 960 Straftaten, 2 124 Fälle bzw. 3,9
Prozent weniger als im Vorjahr. Den größten Rückgang gab es bei Erschleichen von Leistungen (- 953
Fälle), Waren- und Warenkreditbetrug (- 912 Fälle), darunter Tankbetrug (- 554 Fälle) und beim sonstigen
Betrug (- 766 Fälle). Mehr Delikte zählte die PKS hauptsächlich beim Betrug bzw. Computerbetrug mittels
rechtswidrig erlangter unbarer Zahlungsmittel (+ 460 Fälle), sonstigen weiteren Betrugsarten (+ 456 Fäl-
le), bei Urkundenfälschung (+ 359 Fälle), Unterschlagung (+ 265 Fälle) sowie Leistungsbetrug (+ 132 Fäl-
le).
Die Gruppe der sonstigen Straftaten nach StGB wies 2016 einen Anstieg von 2 786 Fällen auf und um-
fasste 62 240 Delikte. Den größten Zuwachs verzeichnete die Statistik vor allem bei Sachbeschädigung.
Insgesamt wurden 35 149 Fälle registriert, 1 679 mehr als 2015. Relativ deutliche Steigerungen gab es
auch bei Widerstand gegen die Staatsgewalt bzw. Straftaten gegen die öffentliche Ordnung (+ 287 Fälle
bzw. 3,4 %), Beleidigung (+ 280 Fälle bzw. 2,8 %), Begünstigung, Strafvereitelung [ohne Strafvereitelung
im Amt], Hehlerei und Geldwäsche (+ 175 Fälle bzw. 17,1 %) vorsätzliche Brandstiftung (+ 111 Fälle bzw.
15,7 %) sowie Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion (+ 110 Fälle bzw. 80,9 %).
Straftaten nach strafrechtlichen Nebengesetzen lagen mit 34 856 Delikten um 4 948 Fälle höher als 2015
(+ 16,5 %). Hauptsächlich die Zahl der ausländerrechtlichen Verstöße nahm zu (+ 4 965 Fälle). Desweite-
ren stieg die Anzahl insbesondere bei allgemeinen Verstößen von Cannabis und Zubereitungen (+ 345
Fälle), Straftaten gegen das Waffengesetz (+ 178 Fälle) sowie unerlaubtem Handel von Cannabis und
Zubereitungen (+ 100 Fälle). Weniger Straftaten wurden speziell bei unerlaubter Einreise gemäß Aufent-
haltsgesetz (- 2 378 Fälle) registriert. Abschließend bearbeitete die Polizei insgesamt 23 675 Straftaten
gegen sonstige strafrechtliche Nebengesetze (+ 4 941 Fälle), 9 819 Rauschgiftdelikte (- 15 Fälle), 981
Straftaten gegen strafrechtliche Nebengesetze auf dem Wirtschaftssektor (- 10 Fälle) sowie 381 Strafta-
ten gegen strafrechtliche Nebengesetze auf dem Umwelt- und Verbraucherschutzsektor (+ 32 Fälle).

 
2.1 Bekannt gewordene Fälle
LKA Sachsen PKS 2016 I
19
2.1.3
Räumliche Verteilung der Kriminalität
2.1.3.1 Kriminalität nach Gemeindegrößenklassen
(Vgl. Tabelle A3 im Tabellenanhang)
Auf die Gemeindegrößenklassen verteilte sich die Gesamtkriminalität wie folgt:
Gemeinden unter 20 000 Einwohner:
87 349 Fälle
26,9 %
Gemeinden 20 000 bis unter 100 000 Einwohner:
62 809 Fälle
19,3 %
Gemeinden 100 000 bis unter 500 000 Einwohner:
27 236 Fälle
8,4 %
Gemeinden 500 000 und mehr Einwohner:
147 275 Fälle
45,4 %
Tatort unbekannt:
67 Fälle
0,0 %
Zum Vergleich: Der Bevölkerungsanteil der Gemeinden mit weniger als 20 000 Einwohnern lag 2016 bei
47,9 Prozent. In der Gemeindegrößenklasse „20 000 bis unter 100 000 Einwohner“ lebten 19,0 Prozent
der sächsischen Bevölkerung, in der Klasse „100 000 bis unter 500 000 Einwohner“ 6,1 Prozent sowie in
der Gemeindegrößenklasse „500 000 und mehr Einwohner“ 27,0 Prozent.
Abbildung 9: Bevölkerungs- und Straftatenanteile nach Gemeindegrößenklassen
0,0
10,0
20,0
30,0
40,0
50,0
Straftatenanteil
Bevölkerungsanteil
Prozent
Gemeinden mit einer Einwohnerzahl ...
unter 20 000
von 20 000 bis
von 100 000 bis
von 500 000
unter 100 000
unter 500 000
und mehr
Tabelle 15: Häufigkeitszahlen nach Gemeindegrößenklassen
Gemeindegrößenklasse
Straftaten je 100 000 Einwohner
Einwohnerzahl ... 2016
unter 20 000
4 465
20 000 bis unter 100 000
8 097
100 000 bis unter 500 000
10 954
500 000 und mehr
13 337
Straftaten gegen die Umwelt wurden vorwiegend im ländlichen Bereich registriert. Relativ hoch lagen hier
unter anderem auch die Anteile bei Brandstiftung/Herbeiführen einer Brandgefahr, Verletzung der Unter-
haltspflicht, Veruntreuung, Hehlerei von Kfz, Straftaten gegen das Waffengesetz, Straftaten gegen die
persönliche Freiheit, sexuellem Missbrauch von Kindern, Beleidigung sowie Veruntreuung. Taschendieb-
stähle, Diebstahl von unbaren Zahlungsmitteln, Fahrraddiebstahl einschließlich unbefugten Gebrauchs,
Diebstahl in/aus Boden-, Kellerräumen bzw. Waschküchen, Betrug, Inverkehrbringen von Falschgeld, La-
dendiebstahl, Diebstahl an/aus Kfz und Raubdelikte wurden zu über 50 Prozent in den Großstädten Leip-
zig und Dresden (500 000 und mehr Einwohner) festgestellt.

2.1 Bekannt gewordene Fälle
20
I LKA Sachsen PKS 2016
Tabelle 16: Tatortverteilung ausgewählter Delikte nach Gemeindegrößenklassen
1
Schl.-
Straftat/
Prozentanteil der Gemeindegrößenklasse
zahl
Straftatengruppe
unter
20 000 bis 100 000 bis
500 000
20 000 u. 100 000
u. 500 000 und mehr
... Einwohner
111000
Vergewaltigung und sexuelle Nötigung
30,6
18,5
10,2
40,7
131000
sexueller Missbrauch von Kindern
39,9
25,6
6,4
28,1
210000
Raub, räuberische Erpressung und
18,7
20,3
9,3
51,7
räuberischer Angriff auf Kraftfahrer
216000
Handtaschenraub
17,6
17,6
19,0
45,8
220000
Körperverletzung
33,7
22,8
7,2
36,3
222000
gefährliche und schwere Körperverletzung
29,5
21,7
7,7
41,2
224000
vorsätzliche einfache Körperverletzung
34,4
23,5
7,0
35,1
230000
Straftaten gegen die persönliche Freiheit
40,6
21,7
6,1
31,6
3***00
Diebstahl ohne erschwerende Umstände
22,7
19,5
8,5
49,3
4***00
Diebstahl unter erschwerenden Umständen
24,0
16,1
7,4
52,5
****00
Diebstahl insgesamt
23,4
17,6
7,9
51,1
***100
Diebstahl von Kraftwagen einschließlich
32,2
19,6
4,6
43,5
unbefugten Gebrauchs
***300
Fahrraddiebstahl einschl. unbefugten Gebrauchs
15,2
16,1
5,4
63,3
***500
Diebstahl von unbaren Zahlungsmitteln
15,8
13,2
7,2
63,8
*26*00
Ladendiebstahl
14,8
21,2
10,6
53,4
*40*00
Diebstahl in/aus Boden-, Kellerräumen und
13,9
12,9
10,7
62,6
Waschküchen
*45*00
Diebstahl auf Baustellen
30,9
16,7
9,4
43,0
*50*00
Diebstahl an/aus Kraftfahrzeugen
25,2
14,6
6,9
53,3
*90*00
Taschendiebstahl
8,4
10,9
8,6
72,0
510000
Betrug
20,9
17,5
6,8
54,8
520000
Veruntreuung
39,1
20,8
8,2
31,8
530000
Unterschlagung
27,7
21,8
6,0
44,5
540000
Urkundenfälschung
37,5
19,7
4,9
37,9
552000
Inverkehrbringen von Falschgeld
20,0
15,0
11,3
53,8
620000
Widerstand gegen die Staatsgewalt und Straf-
29,3
22,9
6,5
41,3
taten gegen die öffentliche Ordnung
630000
Begünstigung, Strafvereitelung (ohne Strafver-
26,2
23,6
5,4
44,8
eitelung im Amt), Hehlerei und Geldwäsche
631000
Hehlerei von Kfz
43,2
27,4
1,1
28,4
640000
Brandstiftung und Herbeiführen einer
46,4
17,9
7,0
28,8
Brandgefahr
650000
Wettbewerbs-, Korruptions- und Amtsdelikte
23,6
17,2
18,4
40,8
671000
Verletzung der Unterhaltspflicht
45,0
23,6
6,9
24,4
673000
Beleidigung
39,3
23,2
6,4
31,0
674000
Sachbeschädigung
31,7
21,9
9,1
37,3
676000
Straftaten gegen die Umwelt
59,7
21,8
4,3
14,2
710000
Straftaten gegen strafrechtliche Nebengesetze
32,4
18,8
7,3
41,5
auf dem Wirtschaftssektor
725000
Straftaten gegen AufenthG, AsylG, FreizügG/EU
23,5
16,2
19,3
40,9
726200
Straftaten gegen das Waffengesetz
41,6
23,9
5,4
29,2
891000
Rauschgiftkriminalität
26,1
26,7
9,8
37,5
892000
Gewaltkriminalität
26,8
21,3
8,1
43,8
892500
Mord und Totschlag
29,6
22,4
8,2
39,8
893000
Wirtschaftskriminalität
34,7
18,4
8,3
38,6
897000
Computerkriminalität
24,1
17,0
5,9
52,9
898000
ST auf dem Umwelt- und Verbraucherschutzsektor
52,7
16,7
4,0
26,6
899000
Straßenkriminalität
23,9
17,6
6,5
52,1
- - - - - -
Straftaten insgesamt
26,9
19,3
8,4
45,4
1
Zeilensummen unter 100 Prozent sind durch Straftaten mit unbekanntem Tatort bedingt.

2.1 Bekannt gewordene Fälle
LKA Sachsen PKS 2016 I
21
Tabelle 17: Häufigkeitszahlen ausgewählter Delikte nach Gemeindegrößenklassen
Schl.-
Straftat/
Häufigkeitszahl der Gemeindegrößenklasse
zahl
Straftatengruppe
unter
20 000 bis 100 000 bis
500 000
20 000 u. 100 000
u. 500 000 und mehr
... Einwohner
111000
Vergewaltigung und sexuelle Nötigung
2
3
4
4
131000
sexueller Missbrauch von Kindern
15
24
19
18
210000
Raub, räuberische Erpressung und
20
54
76
96
räuberischer Angriff auf Kraftfahrer
216000
Handtaschenraub
1
3
11
6
220000
Körperverletzung
390
664
657
744
222000
gefährliche und schwere Körperverletzung
90
168
185
223
224000
vorsätzliche einfache Körperverletzung
268
462
430
485
230000
Straftaten gegen die persönliche Freiheit
203
274
239
279
3***00
Diebstahl ohne erschwerende Umstände
686
1 485
2 032
2 642
4***00
Diebstahl unter erschwerenden Umständen
964
1 639
2 341
3 744
****00
Diebstahl insgesamt
1 650
3 125
4 373
6 386
***100
Diebstahl von Kraftwagen einschließlich
48
73
54
114
unbefugten Gebrauchs
***300
Fahrraddiebstahl einschl. unbefugten Gebrauchs
161
430
453
1 193
***500
Diebstahl von unbaren Zahlungsmitteln
61
130
220
440
*26*00
Ladendiebstahl
170
614
952
1 084
*40*00
Diebstahl in/aus Boden-, Kellerräumen und
131
305
787
1 041
Waschküchen
*45*00
Diebstahl auf Baustellen
35
47
83
85
*50*00
Diebstahl an/aus Kraftfahrzeugen
206
301
444
773
*90*00
Taschendiebstahl
16
51
127
239
510000
Betrug
460
972
1 174
2 138
520000
Veruntreuung
29
39
47
42
530000
Unterschlagung
75
149
128
214
540000
Urkundenfälschung
50
67
51
90
552000
Inverkehrbringen von Falschgeld
1
2
4
4
620000
Widerstand gegen die Staatsgewalt und Straf-
130
256
228
325
taten gegen die öffentliche Ordnung
630000
Begünstigung, Strafvereitelung (ohne Strafver-
16
36
26
49
eitelung im Amt), Hehlerei und Geldwäsche
631000
Hehlerei von Kfz
2
3
0
2
640000
Brandstiftung und Herbeiführen einer
36
35
43
40
Brandgefahr
650000
Wettbewerbs-, Korruptions- und Amtsdelikte
3
6
20
10
671000
Verletzung der Unterhaltspflicht
11
15
14
11
673000
Beleidigung
203
303
261
284
674000
Sachbeschädigung
570
991
1 280
1 188
676000
Straftaten gegen die Umwelt
6
6
4
3
710000
Straftaten gegen strafrechtliche Nebengesetze
16
24
29
37
auf dem Wirtschaftssektor
725000
Straftaten gegen AufenthG, AsylG, FreizügG/EU
249
433
1 612
768
726200
Straftaten gegen das Waffengesetz
32
46
33
40
891000
Rauschgiftkriminalität
131
339
388
334
892000
Gewaltkriminalität
113
227
269
327
892500
Mord und Totschlag
1
3
3
4
893000
Wirtschaftskriminalität
51
68
96
101
897000
Computerkriminalität
38
68
73
148
898000
Straftaten insgesamt auf dem Umwelt- und Ver-
braucherschutzsektor
29
23
17
26
899000
Straßenkriminalität
803
1 492
1 709
3 105
- - - - - -
Straftaten insgesamt
4 465
8 097
10 954
13 337

2.1 Bekannt gewordene Fälle
22
I LKA Sachsen PKS 2016
Außer in den Großstädten Sachsens ließen sich überdurchschnittliche Belastungen im Umfeld von Leipzig
und Dresden, in Gemeinden mit Stadtcharakter sowie in Grenzgemeinden zu Tschechien und Polen fin-
den. Andererseits gab es Regionen mit geringer Kriminalitätsbelastung. Mehr als ein Viertel der 426 säch-
sischen Gemeinden waren „helle Flecken“ mit weniger als 2 000 Delikten auf 100 000 Einwohner. Alle
Straftaten zusammengenommen, bewegte sich die Häufigkeitszahl
in 123 Gemeinden (28,9 %) von
0 bis 2 000, in 161 Gemeinden (37,8 %) von 2 001 bis 4 000,
in 83 Gemeinden (19,5 %) von 4 001 bis 6 000, in 29 Gemeinden (6,8 %) von 6 001 bis 8 000,
in 16 Gemeinden (3,8 %) von 8 001 bis 10 000, in 14 Gemeinden (3,3 %) über
10 000.
Abbildung 10: Straftaten insgesamt je 100 000 Einwohner nach Gemeinden
Fälle 2016 auf 100 000 Einwohner
bis 2 000
2 001 bis 4 000
4 001 bis 6 000
6 001 bis 8 000
8 001 bis 10 000
mehr als 10 000
am höchsten belastete Gemeinden
HZ
am niedrigsten belastete Gemeinden
HZ
Reinhardtsdorf-Schöna*
78 955
Börnichen/Erzgeb.
305
Bad Gottleuba-Berggießhübel, Stadt
27 907
Werda
338
Leipzig, Stadt
15 811
Hartmannsdorf-Reichenau
560
Görlitz, Stadt
15 434
Theuma
674
Kodersdorf
13 649
Dorfchemnitz
703
Zittau, Stadt
11 555
Puschwitz
853
Torgau, Stadt
11 503
Bockau
904
Rathen, Kurort
11 437
Steinberg
917
Schkeuditz, Stadt
11 179
Lawalde
939
Horka
11 012
Lichtenberg (Lk. Bautzen)
940
Chemnitz, Stadt
10 954
Pfaffroda
971
Plauen, Stadt
10 946
Crottendorf
984
Dresden, Stadt
10 787
Räckelwitz
997
Borna, Stadt
10 533
Muldenhammer
1 042
* In dieser Grenzgemeinde wurden hauptsächlich unerlaubte Einreisen gemäß AufenthG erfasst.

2.1 Bekannt gewordene Fälle
LKA Sachsen PKS 2016 I
23
2.1.3.2 Kriminalität nach Polizeidirektionen
Die Anteile der PD-Bereiche an der Gesamtkriminalität des Freistaates wurden in erster Linie durch deren
Größe, die Struktur der zugehörigen Gemeinden und die Lage zur sächsischen Außengrenze geprägt.
Sowohl bei der Zahl der erfassten Fälle als auch in der Änderung zum Vorjahr gab es von Polizeidirektion
zu Polizeidirektion beträchtliche Unterschiede.
Die Bereiche der Polizeidirektionen Leipzig und Dresden waren der mit Abstand höchsten Kriminalitätsbe-
lastung ausgesetzt. In der Region der PD Zwickau wurden die wenigsten Straftaten registriert. Einen Zu-
wachs der Fallzahl verzeichneten die PD-Bereiche Leipzig und Zwickau.
Tabelle 18: Erfasste Fälle nach Zuständigkeitsbereichen der Polizeidirektionen
Dienstbereich
erfasste
Fälle
Anteil an allen
Fällen im
Häufig-
keitszahl
Entwicklung der Fallzahl
gegenüber 2015
Freistaat in %
absolut
in %
PD Chemnitz
53 628
16,5
5 901
-
1 678
3,0
PD Dresden
84 411
26,0
8 144
-
2 841
3,3
PD Görlitz
36 655
11,3
6 473
-
2 324
6,0
PD Leipzig
117 780
36,3
11 587
+
16 107
15,8
PD Zwickau
32 195
9,9
5 782
+
629
2,0
Freistaat Sachsen
324 736
100,0
7 950
+
9 875
3,1
(einschließlich unbekannter Tatorte)
Tabelle 19: Kriminalitätsdichte der Polizeidirektionen
Polizeidirektion
Chemnitz
Dresden
Görlitz
Leipzig
Zwickau
Fälle/km²
13
25
8
30
14
Der Anstieg im Zuständigkeitsbereich der PD Leipzig betraf vor allem Diebstahlsdelikte (+ 6 671 Fälle),
unerlaubte Aufenthalte gemäß Aufenthaltsgesetz (+ 5 401 Fälle), Sachbeschädigungen (+ 1 186 Fälle),
Körperverletzungen (+ 867 Fälle), Computerbetrug gemäß § 263a StGB (+ 744 Fälle), sonstige weitere
Betrugsarten (+ 497 Fälle) und Rauschgiftdelikte (+ 340 Fälle). Insbesondere bei Beförderungserschlei-
chungen (- 666 Fälle) wurden weniger Delikte registriert.
Zu den Veränderungen hinsichtlich der Straftatbestände gehörten im Bereich der PD Dresden vorrangig
die Abnahme der unerlaubten Einreisen gemäß Aufenthaltsgesetz (- 2 273 Fälle), Fahrraddiebstähle ein-
schließlich unbefugten Gebrauchs (- 815 Fälle), Diebstähle an/aus Kraftfahrzeugen (- 721 Fälle) und des
Betrugs (- 670 Fälle). Besonders die Anzahl des unerlaubten Aufenthalts gemäß Aufenthaltsgesetz
(+ 1 047 Fälle) sowie der Beförderungserschleichung (+ 588 Fälle) nahm zu.
Im Gebiet der PD Görlitz wurden vorwiegend weniger Ladendiebstähle (- 760 Fälle), Diebstähle von Fahr-
rädern unter erschwerenden Umständen (- 569 Fälle), Diebstähle in/aus Boden-, Kellerräumen bzw.
Waschküchen (- 259 Fälle) und Rauschgiftdelikte (- 216 Fälle) registriert. Speziell die Zahl der ausländer-
rechtlichen Verstöße (+ 970 Fälle) sowie Körperverletzungen (+ 306 Fälle) nahm zu.
Im Bereich der PD Chemnitz wurden hauptsächlich weniger unerlaubte Aufenthalte gemäß Aufenthalts-
gesetz (- 609 Fälle), Beförderungserschleichungen (- 606 Fälle), Diebstähle ohne erschwerende Umstän-
de (- 585 Fälle) und Waren- bzw. Warenkreditbetrugsdelikte (- 313 Fälle) erfasst. Vornehmlich die Zahl
der Diebstähle unter erschwerenden Umständen (+ 915 Fälle) nahm zu.
Ausschlaggebend für den Anstieg in der PD Zwickau waren vor allem unerlaubte Aufenthalte gemäß Auf-
enthaltsgesetz (+ 1 244 Fälle). Beim Diebstahl ohne erschwerende Umstände (- 339 Fälle) nahm die An-
zahl der bekannt gewordenen Fälle ab.

2.1 Bekannt gewordene Fälle
24
I LKA Sachsen PKS 2016
Abbildung 11: Fälle auf 100 000 Einwohner je Dienstbereich der Polizeidirektionen
Die
Anzahl
der
aus-
länderrechtlichen
Ver-
stöße hat sich gegenüber
dem Vorjahr landesweit
erhöht
(+ 4 965
Fälle
bzw. 31,5 %), regional
am stärksten im Bereich
der Polizeidirektion Leip-
zig (+ 5 319 Fälle bzw.
493,9 %). Mit Abstand
folgten die Polizeidirekti-
onen Zwickau (+ 1 185
Fälle bzw. 122,7 %) und
Görlitz (+ 970 Fälle bzw.
61,7 %). Im Bereich der
Polizeidirektionen Dres-
den (- 1 783 Fälle bzw.
25,2 %) und Chemnitz
(- 736 Fälle bzw. 14,5 %)
wurden weniger Delikte
erfasst.
Abbildung 12: Straftatenanfall insgesamt nach Polizeidirektionen
1 Punkt entspricht 10 Fällen.
PD Leipzig
PD Dresden
PD Chemnitz
PD Zwickau
PD Görlitz
5 901
8 144
6 473
11 587
5 782
5 423
7 634
6 024
10 958
5 395
0
1 000
2 000
3 000
4 000
5 000
6 000
7 000
8 000
9 000
10 000
11 000
12 000
Chemnitz
Dresden
Görlitz
Leipzig
Zwickau
Straftaten
insgesamt
ohne
ausländer-
rechtliche
Verstöße
POLIZEIDIREKTION

2.1 Bekannt gewordene Fälle
LKA Sachsen PKS 2016 I
25
2.1.3.3 Kriminalität nach Kreisen
Acht der zehn sächsischen Landkreise verzeichneten einen Kriminalitätsrückgang. Nur der Landkreis
Nordsachsen und der Vogtlandkreis registrierten mehr Straftaten als im Vorjahr. Die Zahl der Fälle auf
100 000 Einwohner streute von 8 153 (Landkreis Görlitz) bis 3 663 (Erzgebirgskreis). Der Landkreis Gör-
litz lag als einziger Kreis über der durchschnittlichen Häufigkeitszahl des Freistaates Sachsen.
Bei den kreisfreien Städten nahm Chemnitz in Zusammenhang mit den Fallzahlen ab. Die Kriminalitätsbe-
lastung in den Großstädten ab 100 000 Einwohnern lag deutlich höher als in den Landkreisen. Leipzig, die
am dichtesten besiedelte Stadt Sachsens, erwies sich auch 2016 als absoluter Kriminalitätsschwerpunkt.
Tabelle 20: Erfasste Fälle und Kriminalitätsentwicklung nach Kreisen
Kreisfreie Stadt/Landkreis
erfasste Fälle
Veränderung 16/15
Häufigkeitszahl
2016
2015
absolut
in %
2016
2015
Chemnitz, Stadt
27 236
27 791
-
555
2,0
10 954
11 412
Erzgebirgskreis
12 736
12 811
-
75
0,6
3 663
3 665
Mittelsachsen
13 656
14 704
-
1 048
7,1
4 371
4 702
Vogtlandkreis
14 649
13 609
+
1 040
7,6
6 306
5 856
Zwickau
17 546
17 957
-
411
2,3
5 407
5 523
Dresden, Stadt
58 660
56 555
+
2 105
3,7
10 787
10 545
Bautzen
15 456
16 016
-
560
3,5
5 046
5 224
Görlitz
21 199
22 963
-
1 764
7,7
8 153
8 826
Meißen
12 353
12 920
-
567
4,4
5 037
5 301
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
13 398
17 777
-
4 379
24,6
5 415
7 228
Leipzig, Stadt
88 615
73 614
+
15 001
20,4
15 811
13 520
Leipzig
15 713
15 847
-
134
0,8
6 081
6 151
Nordsachsen
13 452
12 212
+
1 240
10,2
6 808
6 198
Freistaat Sachsen
324 736
314 861
+
9 875
3,1
7 950
7 764
(einschließlich unbekannter Tatorte)
In der Rangfolge der 39 bundesdeutschen Großstädte mit mehr als 200 000 Einwohnern belegte Leipzig
2016 nach Berlin den zweiten Platz von den am höchsten belasteten Städten. Chemnitz nahm Platz 19
vor Dresden mit Platz 20 ein.
Die Kreisfreie Stadt Leipzig verzeichnete vor allem gegenüber dem Vorjahr mehr Delikte bei Dieb-
stahlshandlungen (+ 6 674 Fälle =ˆ 17,4 %), unerlaubtem Aufenthalt gemäß Aufenthaltsgesetz (+ 4 847
Fälle =ˆ 602,1 %), Sachbeschädigung (+ 991 Fälle =ˆ 13,6 %), Rohheitsdelikten bzw. Straftaten gegen die
persönliche Freiheit (+ 905 Fälle =ˆ 14,2 %) und sonstigem Betrug (+ 555 Fälle =ˆ 20,7 %). Insbesondere
bei Erschleichen von Leistungen (- 518 Fälle =ˆ 12,1 %) wurden weniger Straftaten registriert.
In der Landeshauptstadt Dresden gab es speziell bei unerlaubtem Aufenthalt gemäß Aufenthaltsgesetz
(+ 1 969 Fälle =ˆ 299,7 %), Beförderungserschleichung (+ 713 Fälle =ˆ 15,4 %), Körperverletzung (+ 374
Fälle =ˆ 12,3 %) und Betrug bzw. Computerbetrug mittels rechtswidrig erlangter unbarer Zahlungsmittel
(+ 364 Fälle =ˆ 49,3 %) mehr Straftaten. Besonders die Anzahl der Fahrraddiebstähle einschließlich unbe-
fugten Gebrauchs (- 670 Fälle =ˆ 16,0 %), Sozialleistungsbetrug (- 541 Fälle =ˆ 42,4 %), Diebstähle an/aus
Kraftfahrzeugen (- 552 Fälle =ˆ 18,5 %) bzw. von unbaren Zahlungsmitteln (- 390 Fälle =ˆ 17,4 %) nahm ab.
Vom Rückgang in der Stadt Chemnitz waren hauptsächlich ausländerrechtliche Verstöße (- 787 Fälle =ˆ
16,4 %), Erschleichen von Leistungen (- 515 Fälle =ˆ 34,3 %) und schwerer Diebstahl in/aus Kiosken, Ge-
schäften, Schaufenstern, Schaukästen bzw. Vitrinen (- 142 Fälle =ˆ 27,4 %) betroffen. Vornehmlich die
Zahl der Diebstähle in/aus Boden-, Kellerräumen und Waschküchen (+ 392 Fälle =ˆ 25,0 %) nahm zu.
Deutlich abweichend vom Landesdurchschnitt (Kriminalitätszunahme um 3,1 %) verlief die Entwicklung im
Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (- 24,6 %), in der Stadt Leipzig (+ 20,4 %) und im Landkreis
Nordsachsen (+ 10,2 %).

2.1 Bekannt gewordene Fälle
26
I LKA Sachsen PKS 2016
Abbildung 13: Kriminalitätsbelastung nach Kreisen
Landkreis Nordsachsen
Landkreis Leipzig
Leipzig,
Stadt
Landkreis Mittelsachsen
Landkreis
Zwickau
Vogtlandkreis
Erzgebirgskreis
Chemnitz,
Stadt
Landkreis Meißen
Landkreis Sächsische
Schweiz-Osterzgebirge
Dresden,
Stadt
Landkreis Bautzen
Landkreis
Görlitz
Fälle 2016 auf 100 000 Einwohner
bis 4 000
4 001 bis 5 000
5 001 bis 6 000
6 001 bis 7 000
7 001 bis 8 000
mehr als 8 000
Die Abnahme im
Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
betraf insbesondere unerlaubte Einreisen
gemäß Aufenthaltsgesetz (- 2 241 Fälle =ˆ 59,0 %).
Im
Landkreis Görlitz
kamen hauptsächlich weniger Diebstahlshandlungen (- 2 229 Fälle =ˆ 21,7 %) vor.
Der Rückgang im
Landkreis Bautzen
betraf hauptsächlich Diebstahl ohne erschwerende Umstände (- 716
Fälle =ˆ 22,7 %) sowie Rauschgiftdelikte (- 195 Fälle =ˆ 28,1 %). Im
Landkreis Meißen
wurden gegenüber
dem Vorjahr vor allem bei Diebstahlsdelikten (- 462 Fälle =ˆ 8,2 %), bei sonstigem Betrug (- 205 Fälle =ˆ
33,0 %) und bei Waren- bzw. Warenkreditbetrug (- 165 Fälle =ˆ 23,6 %) weniger Fälle registriert.
Den größten Anstieg im
Landkreis Nordsachsen
gab es bei Diebstahl unter erschwerenden Umständen
(+ 500 Fälle =ˆ 14,4 %), insbesondere in/aus Boden-, Kellerräumen bzw. Waschküchen (+ 257 Fälle =ˆ
48,6 %) und unerlaubtem Aufenthalt gemäß Aufenthaltsgesetz (+ 180 Fälle =ˆ 409,1 %). Im
Landkreis
Leipzig
fielen weniger Diebstähle insgesamt (- 590 Fälle =ˆ 7,7 %) und Betrugshandlungen (- 222 Fälle =ˆ
11,9 %) an.
Der Rückgang der Fallzahlen im
Landkreis Mittelsachsen
betraf speziell Diebstahl ohne erschwerende
Umstände (- 446 Fälle =ˆ 15,4 %), Betrug (- 414 Fälle =ˆ 21,5 %) und allgemeine Verstöße gemäß § 29
BtMG (- 129 Fälle =ˆ 20,9 %). Der
Vogtlandkreis
erfasste hauptsächlich mehr unerlaubte Aufenthalte ge-
mäß Aufenthaltsgesetz (+ 1 079 Fälle =ˆ 162,0 %) als 2015.
Der
Landkreis Zwickau
verzeichnete vor allem bei Diebstahlsdelikten (- 527 Fälle =ˆ 7,8 %), vornehmlich
Ladendiebstählen (- 142 Fälle =ˆ 11,6 %), Diebstählen in/aus Dienst-, Büro-, Fabrikations-, Werkstatt- bzw.
Lagerräumen (- 111 Fälle =ˆ 24,3 %) und von unbaren Zahlungsmitteln (- 110 Fälle =ˆ 27,3 %) weniger De-
likte. Im
Erzgebirgskreis
fielen hauptsächlich weniger Diebstähle ohne erschwerende Umstände (- 273
Fälle =ˆ 11,4 %) und Betrugshandlungen (- 218 Fälle =ˆ 16,5 %) an.

 
2.1 Bekannt gewordene Fälle
LKA Sachsen PKS 2016 I
27
2.1.4
Schusswaffenverwendung
Insgesamt wurden 591 Straftaten registriert, bei denen die Täter Schusswaffen verwendeten. Das waren
168 mehr als 2015. In 220 Fällen (37,2 %) wurde mit der Schusswaffe gedroht, in 371 Fällen (62,8 %) ge-
schossen. Die Zahl der Drohungen stieg gegenüber 2015 um 30 Fälle. Die Anzahl der Delikte, bei denen
Schüsse abgegeben wurden, nahm um 138 Fälle (+ 59,2 %) zu. 90,9 Prozent der Fälle, bei denen mit der
Schusswaffe gedroht wurde, betrafen die Straftatengruppen „Raub, räuberische Erpressung und räu-
berischer Angriff auf Kraftfahrer“ bzw. „Zwangsheirat, Nachstellung, Freiheitsberaubung, Nötigung und
Bedrohung“. Von den 371 Fällen, in denen geschossen wurde, standen u. a. 171 Fälle (46,1 %) im Zu-
sammenhang mit Sachbeschädigung, 60 Fälle (16,2 %) mit Straftaten gegen das Waffengesetz und 52
Fälle (14,0 %) mit gefährlicher bzw. schwerer Körperverletzung.
Tabelle 21: Schusswaffenverwendung bei ausgewählten Delikten
Schl.-
Straftat/
erfasste
darunter mit Schusswaffe ...
zahl
Straftatengruppe
Fälle
gedroht
geschossen
gesamt
Fälle
in %
Fälle
in %
210000
Raub, räuberische Erpressung und
2 047
74
3,6
6
0,3
räuberischer Angriff auf Kraftfahrer
darunter
211000
auf Geldinstitute, Postfilialen und -agenturen
9
8
88,9
-
-
212000
auf sonstige Zahlstellen und Geschäfte
57
23
40,4
1
1,8
darunter
212100
auf Spielhallen
8
4
50,0
-
-
212200
auf Tankstellen
17
9
52,9
-
-
217000
sonstige Raubüberfälle auf Straßen, Wegen
851
13
1,5
3
0,4
oder Plätzen
219000
Raubüberfälle in Wohnungen
172
13
7,6
2
1,2
222000
gefährliche und schwere Körperverletzung
5 995
5
0,1
52
0,9
darunter
222100
auf Straßen, Wegen oder Plätzen
2 756
3
0,1
26
0,9
232000
Zwangsheirat, Nachstellung (Stalking), Frei-
9 629
126
1,3
13
0,1
heitsberaubung, Nötigung und Bedrohung
620000
Widerstand gegen die Staatsgewalt und
8 686
9
0,1
8
0,1
Straftaten gegen die öffentliche Ordnung
darunter
621000
Widerstand gegen die Staatsgewalt
1 288
2
0,2
-
-
674000
Sachbeschädigung
35 149
-
-
171
0,5
darunter
674100
Sachbeschädigung an Kraftfahrzeugen
9 239
-
-
39
0,4
892500
Mord und Totschlag
98
-
-
2
2,0
- - - - - -
Straftaten insgesamt
324 736
220
0,1
371
0,1
Abbildung 14:
Entwicklung des Anteils der Fälle mit Schuss-
waffenverwendung
Der Anteil der Delikte, bei denen mit der Schuss-
waffe gedroht oder geschossen wurde, blieb auch
gegenüber 2015 unverändert. Das Verhältnis der
Schusswaffenverwendungen zur Gesamtzahl der
Straftaten lag 2016 mit 0,2 Prozent in der Höhe des
Bundesmittelwertes.
0
1
2
2012
2013
2014
2015
2016
gedroht
gesch.
Anzahl der Fälle je 1 000 Straftaten

 
2.1 Bekannt gewordene Fälle
28
I LKA Sachsen PKS 2016
2.1.5
Opfer
(Vgl. Tabelle 91 im Tabellenanhang)
Die Polizeiliche Kriminalstatistik versteht unter einem Opfer eine natürliche Person, gegen die sich eine
mit Strafe bedrohte (versuchte oder vollendete) Handlung unmittelbar richtete. Nicht jeder durch eine
Straftat Geschädigte zählt als Opfer. Opfer werden nur bei bestimmten, im Straftatenkatalog mit „O“ ge-
kennzeichneten Delikten erfasst.
2016 wurden im Freistaat Sachsen 43 781 Opfer registriert, 3 787 mehr als im Jahr 2015.
Insgesamt gliederten sich die Opfer in
27 077 männliche Personen (61,8 Prozent),
3 548 Kinder
(8,1 Prozent),
16 704 weibliche Personen
(38,2 Prozent),
3 490 Jugendliche
(8,0 Prozent),
3 086 Heranwachsende
(7,0 Prozent),
33 657 Erwachsene
(76,9 Prozent).
Tabelle 22: Opfergefährdung nach Personengruppen
Nach Straftatbeständen waren die Risiken
der
Bevölkerungsgruppen
differenziert
ausgeprägt. Jugendliche und Heranwach-
sende wurden relativ häufig als Opfer von
Raubdelikten, Körperverletzung, Nötigung
und Bedrohung registriert, stellten bei die-
sen Straftaten aber auch einen hohen An-
teil der Tatverdächtigen. Eine überdurch-
schnittliche Gefährdung weiblicher bzw.
älterer Personen lässt sich pauschal nicht
bestätigen.
Abbildung 15: Opfer insgesamt nach Alter und Geschlecht
0
5 000
10 000
15 000
20 000
25 000
30 000
35 000
40 000
45 000
Anzahl der Opfer
weiblich
männlich
insgesamt
Kinder
Jugendliche Heranwachsende Erwachsene
1
Die Einwohnerzahlen beziehen sich auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011.
Personengruppe
Opfer je 100 000 Einwohner
1
2016
2015
Gesamtbevölkerung
1 072
986
männliche Bevölkerung
1 346
1 226
weibliche Bevölkerung
806
756
Kinder
729
690
Jugendliche
2 778
2 346
Heranwachsende
3 444
3 136
Erwachsene insgesamt
995
928
Erwachsene ab 60 Jahre
218
206

2.1 Bekannt gewordene Fälle
LKA Sachsen PKS 2016 I
29
Tabelle 23: Opfer nach Alter und Geschlecht bei ausgewählten Delikten
Schl.-
Straftat/Straftatengruppe
Opfer
männ- weib- Kinder Jugend- Heran-
Er-
zahl
gesamt
lich
lich
liche
wach-
wach-
sende
sene
010000 Mord
vollendet
30
14
16
3
2
3
22
versucht
40
23
17
2
2
2
34
020000 Totschlag und Tötung
vollendet
13
7
6
2
-
1
10
auf Verlangen
versucht
84
63
21
4
-
9
71
030000 fahrlässige Tötung (nicht
vollendet
35
21
14
4
-
1
30
in Verbindung mit einem
Verkehrsunfall)
111000 Vergewaltigung und
vollendet
100
7
93
1
25
12
62
sexuelle Nötigung
versucht
9
-
9
-
-
-
9
112000 sonstige sexuelle
vollendet
371
22
349
13
95
38
225
Nötigung
versucht
94
4
90
3
15
16
60
131000 sexueller Missbrauch
vollendet
803
179
624
803
-
-
-
von Kindern
versucht
50
13
37
50
-
-
-
132000 exhibit. Handlg., Erreg.
vollendet
398
64
334
-
45
33
320
öffentl. Ärgernisses
210000 Raub, räub. Erpressung,
vollendet
2 021
1 426
595
59
139
165
1 658
räub. Angriff auf Kraftf.
versucht
344
220
124
7
34
28
275
darunter
211000 - auf Geldinstitute, Post-
vollendet
30
8
22
-
-
1
29
filialen und -agenturen
versucht
1
1
-
-
-
-
1
212000 - auf sonstige Zahlstellen
vollendet
45
17
28
-
-
1
44
und Geschäfte
versucht
19
5
14
-
-
-
19
216000 - Handtaschenraub
vollendet
110
13
97
-
2
4
104
versucht
34
3
31
1
2
2
29
217000 - sonstige Raubüberfälle
vollendet
795
673
122
49
102
92
552
auf Straßen, Wegen
versucht
165
128
37
6
28
16
115
oder Plätzen
219000 - Raubüberfälle in Woh-
vollendet
184
140
44
-
6
23
155
nungen
versucht
24
18
6
-
-
3
21
221000 Körperverletzung mit
vollendet
3
3
-
1
-
-
2
Todesfolge
222000 gefährliche und schwere
vollendet
6 262
4 873 1 389
328
678
646
4 610
Körperverletzung
versucht
1 158
893
265
74
61
66
957
223100 Misshandlung von
vollendet
327
195
132
327
-
-
-
Kindern
versucht
3
3
-
3
-
-
-
224000 vorsätzliche einfache
vollendet
15 778
9 743 6 035
1 078
1 401
1 312 11 987
Körperverletzung
versucht
658
456
202
24
34
35
565
232000 Zwangsh., Nachstellung,
vollendet
10 866
5 818 5 048
525
671
621
9 049
Freiheitsberaubung,
versucht
243
144
99
12
13
18
200
Nötigung und Bedrohung
892000 Gewaltkriminalität
vollendet
8 430
6 331 2 099
394
844
827
6 365
versucht
1 635
1 199
436
87
97
105
1 346
gesamt
10 065
7 530 2 535
481
941
932
7 711
Straftaten, bei denen Opfer
vollendet
41 052 25 237 15 815
3 357
3317
2 912 31 466
erfasst wurden, insgesamt
versucht
2 729
1 840
889
191
173
174
2 191
gesamt
43 781 27 077 16 704
3 548
3 490
3 086 33 657

2.1 Bekannt gewordene Fälle
30
I LKA Sachsen PKS 2016
Die Statistik 2016 beinhaltet 52 Opferdelikte mit tödlichem Ausgang. Unter den registrierten 81 Toten be-
fanden sich sieben Kinder im Alter unter 6 Jahren und 24 Personen im Alter ab 60 Jahre. Im Vorjahr wa-
ren es 89 Delikte mit 90 Todesopfern. Durch vollendete gefährliche und schwere Körperverletzung kamen
6 262 Personen zu Schaden (2015: 5 179). 37,5 Prozent aller Opfer wurden im Zusammenhang mit vor-
sätzlicher einfacher Körperverletzung erfasst.
Tabelle 24: Opferstruktur bei ausgewählten Delikten in Prozent
Schl.-
Straftat/Straftatengruppe
Gesamt- und zwar in Prozent
zahl
zahl der männ- weib-
Kin-
Ju- Heran-
Er-
Opfer
lich
lich
der gend- wach- wach-
liche sende sene
110000 Straftaten gegen die sexuelle Selbst-
611
6,2
93,8
2,8
27,8
10,8
58,6
bestimmung unter Gewaltanwendung
oder Ausnutzen eines Abhängigkeits-
verhältnisses
131000 sexueller Missbrauch von Kindern
853
22,5
77,5 100,0
-
-
-
210000 Raub, räuberische Erpressung,
2 365
69,6
30,4
2,8
7,3
8,2
81,7
räuberischer Angriff auf Kraftfahrer
222000 gefährliche/schwere Körperverletzung
7 420
77,7
22,3
5,4
10,0
9,6
75,0
224000 vorsätzliche einfache Körperverletzung 16 436
62,1
37,9
6,7
8,7
8,2
76,4
232000 Zwangsheirat, Nachstellung, Freiheits- 11 109
53,7
46,3
4,8
6,2
5,8
83,3
beraubung, Nötigung und Bedrohung
892000 Gewaltkriminalität
10 065
74,8
25,2
4,8
9,3
9,3
76,6
Straftaten, bei denen Opfer erfasst wurden,
43 781
61,8
38,2
8,1
8,0
7,0
76,9
insgesamt
Nach dem Ergebnis polizeilicher Ermittlungen standen mehr als zwei Fünftel aller Opfer in keinerlei Vor-
beziehung zu dem bzw. den Tatverdächtigen. Ehe, Partnerschaft, Familie inklusive Angehörige oder in-
formelle soziale Beziehung (Freundschaft/Bekanntschaft) zwischen Opfern und Tatverdächtigen wurden
bei 38,2 Prozent registriert, formelle soziale Beziehung in Institutionen, Organisationen bzw. Gruppen mit
5,2 Prozent. Bei 13,9 Prozent konnte die Opfer-Tatverdächtigen-Beziehung nicht geklärt werden. Mord
und Totschlag geschahen zu 21,0 Prozent unter Eheleuten, Partnerschaften bzw. Familien inklusive An-
gehörige. Vergewaltigung sowie sexuelle Nötigung wurde zu 51,4 Prozent im Tatverdächtigenkreis der in-
formellen sozialen Beziehung (Freundschaft/Bekanntschaft) registriert. Gefährliche und schwere Körper-
verletzung erfolgte bei jedem zweiten registrierten Opfer ausschließlich durch Personen ohne vorherige
Beziehung.
Tabelle 25: Opfer nach ihren Beziehungen zu den Tatverdächtigen
Beziehung zum Tatverdäch-
männliche Opfer
weibliche Opfer
Opfer insgesamt
tigen aus Sicht des Opfers
Anzahl
in Prozent
Anzahl in Prozent
Anzahl in Prozent
(Vorrang hat stets die engste Beziehung)
Ehe/Partnerschaft/Familie inklusive
2 370
8,8
5 860
35,1
8 230
18,8
Angehörige*
informelle soziale Beziehung
5 193
19,2
3 287
19,7
8 480
19,4
(Freundschaft/Bekanntschaft)
formelle soziale Beziehung in
1 471
5,4
810
4,8
2 281
5,2
Institutionen, Organisat., Gruppen
(z. B. Schule/Firma/Verein)
keine Beziehung
13 549
50,0
5 165
30,9
18 714
42,7
ungeklärte Beziehung
4 494
16,6
1 582
9,5
6 076
13,9
* Zu den Angehörigen zählen Lebenspartner, Verschwägerte, Verlobte, Geschiedene, Pflegeeltern bzw. -kinder, Onkel, Tante,
Neffe, Nichte und Cousin[e].

2.1 Bekannt gewordene Fälle
LKA Sachsen PKS 2016 I
31
Mädchen und Frauen wurden mit 35,1 Prozent nachweislich häufiger Opfer von Tatverdächtigen aus dem
Familienkreis als männliche Opfer mit 8,8 Prozent. Bedingt ist dies vor allem durch Straftaten mit sexuel-
lem Hintergrund, teils auch durch vorsätzliche einfache Körperverletzung bzw. Nachstellung, Freiheitsbe-
raubung, Nötigung oder Bedrohung.
Tabelle 26: Opfer-Tatverdächtigen-Beziehung absolut
Schl.-
Straftat/
Opfer
Opfer-Tatverdächtigen-Beziehung formal (insgesamt)
zahl
Straftatengruppe
ge-
Ehe/Part-
infor-
formelle
keine
unge-
samt
nerschaft/
melle
soz. Bez. in
Bezie-
klärte
Familie
soziale
Inst., Org.,
hung Bezie-
inkl. Angeh.
Beziehg.
Gruppen
hung
010000
Mord
70
12
4
1
15
38
020000
Totschlag und Tötung auf
97
23
37
4
17
16
Verlangen
111000
Vergewaltigung und sexuelle
109
19
56
2
22
10
Nötigung
112000
sonstige sexuelle Nötigung
465
92
164
25
144
40
113000
sexueller Missbrauch von
37
22
3
9
2
1
Schutzbefohlenen pp.
131000
sexueller Missbr. v. Kindern
853
190
260
30
311
62
210000
Raub, räub. Erpressg., räube-
2 365
58
257
26
1 448
576
rischer Angriff auf Kraftfahrer
219000
- Raubüberfälle i. Wohnungen
208
19
75
4
40
70
222000
gefährliche und schwere KV
7 420
806
1 452
442
3 278
1 442
223100
Misshandlung von Kindern
330
294
12
21
2
1
224000
vorsätzliche einfache KV
16 436
4 320
3 498
924
5 641
2 053
232000
Zwangsh., Nachstellg., Freih.-
11 109
2 106
2 421
622
4 414
1 546
beraubg., Nötigung, Bedrohg.
Straftaten, bei denen Opfer erfasst
43 781
8 230
8 480
2 281
18 714
6 076
wurden, insgesamt
Tabelle 27: Opfer-Tatverdächtigen-Beziehung (Partnerschaften) in Prozent
Schl.-
Straftat/
Partner-
Ehe-
eingetr.
nicht ehel.
ehemalige
zahl
Straftatengruppe
schaften
partner
Lebens-
Lebensge-
Partner-
insges.
partnerschaft
meinschaft
schaften
010000
Mord
7,1
4,3
-
1,4
1,4
020000
Totschlag und Tötung auf Verlangen
13,4
8,2
-
2,1
3,1
111000
Vergewaltigung/sexuelle Nötigung
16,5
2,8
-
5,5
8,3
112000
sonstige sexuelle Nötigung
16,8
3,9
0,2
4,5
8,2
210000
Raub, räub. Erpressung und
1,6
0,3
-
0,3
1,0
räuberischer Angriff auf Kraftfahrer
219000
- Raubüberfälle in Wohnungen
4,8
1,0
-
0,5
3,4
222000
gefährliche und schwere KV
7,1
1,9
0,0
2,6
2,5
224000
vorsätzliche einfache KV
17,8
5,3
0,1
6,3
6,1
232000
Zwangsh., Nachstellung, Freiheits-
13,2
2,2
0,0
1,8
9,2
beraubung, Nötigung, Bedrohung
Straftaten, bei denen Opfer erfasst
11,9
3,0
0,1
3,4
5,4
wurden, insgesamt

 
2.1 Bekannt gewordene Fälle
32
I LKA Sachsen PKS 2016
2.1.6
Schaden
(Vgl. Tabelle 07 im Tabellenanhang)
Schaden im Sinne der PKS ist der in Euro ausgedrückte Geldwert (Verkehrswert) des rechtswidrig er-
langten Gutes zur Tatzeit. Er wird nur bei bestimmten
1
vollendeten Straftaten erfasst. Im Zusammenhang
mit der Tat entstehende Sach- und Folgeschäden bleiben unberücksichtigt. Ebenfalls ohne Bedeutung ist
zum Beispiel, ob entwendetes Gut wiederbeschafft oder durch Versicherungsleistungen ersetzt wurde.
Der in der Summe aller Schadensdelikte ermittelte Gesamtschaden betrug 350,7 Mio. €. 2015 lag er bei
326,2 Mio. €. 43,8 Prozent des Gesamtschadens sind das Ergebnis von Insolvenzstraftaten im Bereich
der Wirtschaftskriminalität. 31,5 Prozent entstanden durch Diebstahlshandlungen und 5,1 Prozent durch
Veruntreuungen.
Tabelle 28: Prozentanteile der Schadensklassen
30,5 Prozent (35 472 Fälle) der 116 421 voll-
endeten Diebstähle des Jahres 2016 be-
wegten sich in der Schadenshöhe unter 50 €.
Bei Ladendiebstahl betrug der Anteil dieser
Schadensklasse 72,3 Prozent (15 904 Fälle).
47,6 Prozent der Ladendiebstähle wurden mit
weniger als 15 € Schaden registriert.
Abbildung 16: Fälle nach der Schadenshöhe
0
5 000
10 000
15 000
20 000
25 000
30 000
35 000
40 000
45 000
50 000
2016
2015
Anzahl der vollendeten Fälle
unter 15
bzw. nicht
feststellbar
2 500
bis unter
5 000
5 000
bis unter
25 000
25 000
bis unter
50 000
50 000
und mehr
50
bis unter
250
250
bis unter
500
500
bis unter
2 500
Schaden in Euro
15
bis unter
50
75 781 vollendete Schadensdelikte wurden aufgeklärt. Die Tatverdächtigen haben sich für einen Schaden
von insgesamt 253,4 Mio. € zu verantworten. Zu 54,5 Prozent der vollendeten Delikte mit einer registrier-
ten Schadenssumme von 97,3 Mio. € konnten keine Tatverdächtigen ermittelt werden.
1
Schadensdelikte sind im Straftatenkatalog mit „S“ gekennzeichnet.
Schadensklasse
2016
2015
unter 50 €
35,7
36,0
50 bis unter 500 €
39,5
39,7
500 bis unter 5 000 €
21,1
20,6
5 000 bis unter 50 000 €
3,3
3,3
50 000 € und mehr
0,4
0,4

2.1 Bekannt gewordene Fälle
LKA Sachsen PKS 2016 I
33
Tabelle 29: Durch Straftaten verursachter Schaden bei ausgewählten Delikten
Schl.-
Straftat/
voll-
davon mit einem Schaden von ... Schadens-
zahl
Straftatengruppe
endete
unter
50
500
5 000 50 000
summe in
Fälle
50
bis u.
bis u.
bis u.
und
Mio. €
500
5 000 50 000
mehr
210000 Raub, räub. Erpressung und
1 738
719
726
258
33
2
1,2
räub. Angriff auf Kraftfahrer
darunter
211000
auf Geldinstitute, Post-
8
-
-
1
5
2
0,4
filialen und -agenturen
212000
auf sonstige Zahlstellen
38
3
17
12
6
-
0,1
und Geschäfte
217000
sonstiger Raubüberfall auf
702
242
343
109
8
-
0,2
Straßen, Wegen, Plätzen
3***00
Diebstahl ohne erschwe-
57 962 26 330 24 832
6 361
424
15
17,2
rende Umstände
4***00
Diebstahl unter erschwe-
58 459
9 142 24 411 21 515
3 226
165
93,2
renden Umständen
darunter
4**100
von Kraftwagen
1 895
148
37
363
1 242
105
31,2
4**300
von Fahrrädern
18 369
795
8 259
9 196
118
1
12,8
4**700
von/aus Automaten
659
236
233
172
16
2
0,6
410*00
in/aus Dienst-, Büro-,
3 648
649
1 129
1 424
418
28
13,2
Werkstatt-, Fabrikations-
und Lagerräumen
425*00
in/aus Kiosken, Geschäften,
2 926
674
1 418
679
148
7
3,5
Schaufenstern, -kästen und
Vitrinen
435*00
Wohnungseinbruch
2 748
407
685
1 320
321
15
8,1
450*00
an/aus Kraftfahrzeugen
7 872
1 324
3 301
2 801
433
13
10,8
510000 Betrug
40 234 20 537 13 243
5 259
1 001
194
52,5
darunter
511000
Waren-/Warenkreditbetrug
12 152
3 744
6 797
1 448
146
17
6,6
515000 Erschleichen von Leistungen
13 544 13 284
252
7
1
-
0,1
520000 Veruntreuung
1 446
213
147
757
292
37
18,0
530000 Unterschlagung
5 282
1 891
2 233
892
232
34
13,3
893200 Insolvenzstraftaten
817
284
23
86
220
204
153,7
Schadensdelikte insgesamt
166 401 59 446 65 679 35 170
5 451
655
350,7
Tabelle 30: Prozentuale Verteilung der Fälle auf die Schadensklassen
Schl.-
Straftat/
%-Anteil der Fälle mit einem Schaden von ...
zahl
Straftatengruppe
unter
50 bis
500 bis
5 000 bis
50 000
50 €
u. 500
u. 5 000
u. 50 000 und mehr
210000 Raub, räub. Erpressung und räuberischer
41,4
41,8
14,8
1,9
0,1
Angriff auf Kraftfahrer
3***00
Diebstahl ohne erschwerende Umstände
45,4
42,8
11,0
0,7
0,0
4***00
Diebstahl unter erschwerenden Umständen
15,6
41,8
36,8
5,5
0,3
510000 Betrug
51,0
32,9
13,1
2,5
0,5

 
2.2 Aufklärung
34
I LKA Sachsen PKS 2016
2.2
Aufklärung
Im Berichtsjahr wurden 181 084 Straftaten aufgeklärt. Die Aufklärungsquote lag bei 55,8 Prozent. Unter
den 16 Bundesländern nahm der Freistaat Sachsen 2016 bei der Aufklärung insgesamt den 9. Platz ein.
Tabelle 31:
Aufklärungsquoten der Bundes-
länder 2016
Beim Quotenvergleich der Bundesländer
ist zu berücksichtigen, dass die Gesamt-
aufklärungsquote als statistischer Mittel-
wert nicht geeignet ist, die Quantität und
Qualität der polizeilichen Arbeit zu be-
schreiben. Ihre Größe hängt unter ande-
rem von der Kriminalitätsstruktur ab. Wie
Abbildung 17 zeigt, weisen zum Beispiel
Länder mit einer hohen Aufklärungsquote
in der Regel relativ niedrige Diebstahls-
anteile (ohne Ladendiebstahl) auf. Zudem
wird die Gesamtaufklärungsquote im Be-
richtsjahr 2016 von einer Vielzahl auslän-
derrechtlicher Verstöße (mit in der Regel
bekannten Tatverdächtigen) beeinflusst.
Abbildung 17: Korrelativer Zusammenhang zwischen dem Kriminalitätsanteil des Diebstahls ohne
Ladendiebstahl und der Gesamtaufklärungsquote
40,0
42,0
44,0
46,0
48,0
50,0
52,0
54,0
56,0
58,0
60,0
62,0
64,0
66,0
14,0 16,0 18,0 20,0 22,0 24,0 26,0 28,0 30,0 32,0 34,0 36,0 38,0 40,0 42,0 44,0
Gesamtaufklärungsquote
Prozentanteil des Diebstahls ohne Ladendiebstahl an der Gesamtkriminalität
BY
TH
RP
BW
SL
SN
ST
HE
BE
MV
BB
NI
NW
SH
HH
HB
Bundesland
Aufklärungsquote
in Prozent
Bayern (BY)
65,9
Rheinland-Pfalz (RP)
64,9
Thüringen (TH)
63,8
Mecklenburg-Vorpommern (MV)
62,8
Hessen (HE)
62,7
Niedersachsen (NI)
61,4
Baden-Württemberg (BW)
60,2
Saarland (SL)
58,3
Sachsen (SN)
55,8
Sachsen-Anhalt (ST)
55,4
Schleswig-Holstein (SH)
54,5
Brandenburg (BB)
53,0
Nordrhein-Westfalen (NW)
50,7
Bremen (HB)
48,4
Hamburg (HH)
44,8
Berlin (BE)
42,0
Bund gesamt
56,2
in %

 
2.2 Aufklärung
LKA Sachsen PKS 2016 I
35
In Sachsen ist die Gesamtaufklärungsquote von 2006 bis 2008 gesunken. Die Aufklärungsquote ging in
diesem Zeitraum um 2,9 Punkte zurück. 2009 stieg sie um 0,1 und 2010 um 0,4 Punkte an. 2011 sank die
Aufklärungsquote um 0,4 Punkte, 2012 um 1,5 sowie 2013 um 0,6 Punkte. 2014 blieb die Aufklärungs-
quote gegenüber dem Vorjahr unverändert. 2015 konnte sie um 0,9 Punkte und 2016 um 0,1 Punkte ver-
bessert werden.
1
Tabelle 32: Gesamtaufklärungsergebnis im Vergleich zu 2015
2016
2015
Änderung 2016/2015
Anzahl
Prozent
Anzahl
Prozent
Anzahl
Prozent
erfasste Fälle
324 736
314 861
+
9 875
3,1
aufgeklärte Fälle
181 084
175 299
+
5 785
3,3
Aufklärungsquote
55,8
55,7
+
0,1 %-Pkt.
2.2.1
Aufklärungsquoten ausgewählter Straftatengruppen
Das Kriminalitätsspektrum beinhaltet eine Reihe von Straftaten mit geringem Aufklärungsaufwand. Mitun-
ter wird der Tatverdächtige bei der Anzeigeerstattung gleich „mitgeliefert“. Für die Polizei bedeuten solche
Delikte vor allem Verwaltungsarbeit. Die eigentliche Ermittlungstätigkeit ist minimal. Zu nennen sind pri-
mär Straftaten wie einfache Ladendiebstähle, Beförderungserschleichungen oder Verstöße gegen das
AufenthG, AsylG und FreizügG/EU mit Aufklärungsquoten von mehr als 90 Prozent. Dem gegenüber ge-
staltet sich die Aufklärung bei anderen Straftatengruppen sehr schwierig. Fehlen Zeugenhinweise und
verwertbare Spuren, kann z. B. die Ermittlung im Falle eines Einbruchdiebstahls einen Umfang anneh-
men, der nicht mehr in Relation zum entstandenen Schaden steht. Neben Diebstahl unter erschwerenden
Umständen zählen einfacher Diebstahl (ohne Ladendiebstahl) und Sachbeschädigung bundesweit zu den
Straftatengruppen mit geringem Ermittlungserfolg.
In Sachsen konnte 2016 mehr als ein Fünftel der registrierten Kriminalität ohne größeren Ermittlungsauf-
wand nahezu vollständig aufgeklärt werden. Bei den anderen Delikten betrug die durchschnittliche Aufklä-
rungsquote 44,5 Prozent. Das waren 0,1 Punkte weniger als 2015.
Tabelle 33: Straftatengruppen nach dem Aufklärungsaufwand
Schl.-
Straftat/Straftatengruppe
erfasste Fälle aufgeklärte Fälle
zahl
Anzahl
in %
Anzahl
in %
- - - - - -
Straftaten insgesamt
324 736 100,0
181 084
55,8
davon
ohne
Straftaten mit überwiegend geringem Ermittlungsaufwand
73 364
22,6
69 118
94,2
davon
326*00
Ladendiebstahl ohne erschwerende Umstände
20 946
6,5
18 680
89,2
515000
Erschleichen von Leistungen
13 558
4,2
13 494
99,5
540000
Urkundenfälschung
2 618
0,8
2 382
91,0
622000
Hausfriedensbruch
4 903
1,5
4 425
90,3
671000
Verletzung der Unterhaltspflicht
491
0,2
490
99,8
673000
Beleidigung
10 117
3,1
8 991
88,9
725000
Verstöße gegen das AufenthG, AsylG, FreizügG/EU
20 731
6,4
20 656
99,6
ohne
Straftaten mit überwiegend hohem Ermittlungsaufwand
251 372
77,4
111 966
44,5
1
Nimmt man Erschleichen von Leistungen und ausländerrechtliche Verstöße aus der Gesamtbetrachtung heraus, entwickelte
sich die Aufklärungsquote in Sachsen von 2012 bis 2016 in Folge 52,1 %
51,7 %
51,4 %
51,0 %
50,6 %.

2.2 Aufklärung
36
I LKA Sachsen PKS 2016
Tabelle 34: Straftatengruppen mit niedriger Aufklärungsquote
Schl.-
Straftat/Straftatengruppe
erfasste Fälle aufgeklärte Fälle
zahl
Anzahl
in % Anzahl
in %
ohne
Diebstahl ohne erschwerende Umstände außer Laden-
38 227
11,8
8 827
23,1
diebstahl
darunter
3**500
von unbaren Zahlungsmitteln
6 099
1,9
721
11,8
315*00
in/aus Gaststätten, Kantinen, Hotels und Pensionen
1 487
0,5
264
17,8
340*00
in/aus Boden-, Kellerräumen und Waschküchen
1 137
0,4
225
19,8
345*00
auf Baustellen
691
0,2
118
17,1
350*00
an/aus Kfz
6 289
1,9
935
14,9
390000
Taschendiebstahl
2 152
0,7
247
11,5
4***00
Diebstahl unter erschwerenden Umständen
78 749
24,3
12 301
15,6
darunter
4**100
von Kraftwagen
2 581
0,8
531
20,6
4**200
von Mopeds und Krafträdern
1 683
0,5
409
24,3
4**300
von Fahrrädern
18 704
5,8
1 897
10,1
4**400
von Schusswaffen
32
0,0
7
21,9
4**700
von/aus Automaten
914
0,3
189
20,7
410*00
in/aus Dienst-, Büro-, Fabrikations-, Lager-, Werkstatträumen 5 581
1,7
1 125
20,2
415*00
in/aus Gaststätten, Kantinen, Hotels und Pensionen
1 318
0,4
296
22,5
435*00
Wohnungseinbruchdiebstahl
4 684
1,4
921
19,7
darunter
436*00
Tageswohnungseinbruch
2 018
0,6
428
21,2
440*00
in/aus Boden-, Kellerräumen und Waschküchen
17 239
5,3
1 817
10,5
445*00
auf Baustellen
1 502
0,5
201
13,4
450*00
an/aus Kraftfahrzeugen
9 725
3,0
1 152
11,8
553200 Nachmachen, Verfälschen, Verschaffen, Freihalten oder
14
0,0
3
21,4
Überlassen falscher Zahlungskarten mit oder ohne Garantie-
funktion, Schecks und Wechsel
670026 Störung öffentlicher Betriebe
46
0,0
11
23,9
674100 Sachbeschädigung an Kfz
9 239
2,8
2 199
23,8
674300 sonstige Sachbeschädigung auf Straßen, Wegen, Plätzen
12 418
3,8
2 449
19,7
675200 Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion
246
0,1
42
17,1
899000 Straßenkriminalität
65 841
20,3
12 673
19,2
899500 Sachbeschädigung durch Graffiti insgesamt
9 949
3,1
1 853
18,6
Tabelle 35: Aufklärungsquoten Sachsens im Bundesvergleich
AQ
AQ ohne einfachen Ladendiebstahl,
AQ Sachbeschädigung und
insgesamt Leistungserschleichung und Verstöße gegen
Diebstahl insgesamt ohne
das AufenthG, AsylG, FreizügG/EU
einfachen Ladendiebstahl
Sachsen
55,8
47,6
20,2
Bund gesamt
56,2
49,4
18,0
Zu Gewaltdelikten konnten Tatverdächtige durchschnittlich in drei von vier Fällen ermittelt werden. Die
Aufklärungsquote bei Diebstahl ist seit 2007 rückläufig. Diebstahl unter erschwerenden Umständen er-
weist sich seit jeher als Deliktbereich mit dem geringsten Ermittlungserfolg. Die niedrige Aufklärungsquote
der Straßenkriminalität ist deliktbedingt. Über 90 Prozent aller Straftaten auf Straßen, Wegen oder Plätzen
waren Diebstähle oder Sachbeschädigungen.

 
2.2 Aufklärung
LKA Sachsen PKS 2016 I
37
Tabelle 36: Aufklärungsquote 2012 bis 2016 nach Straftatenobergruppen
Straftatengruppe
Aufklärungsquote
Durch-
2012
2013
2014
2015
2016
schnitt
Straftaten gegen das Leben
82,4
88,2
91,3
89,7
88,2
87,8
Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung
83,3
83,7
86,0
82,4
84,0
83,9
Rohheitsdelikte, Straftaten gg. die persönl. Freiheit
87,0
87,2
87,1
86,4
85,9
86,7
Diebstahl ohne erschwerende Umstände
47,6
47,7
47,4
47,1
46,5
47,3
Diebstahl unter erschwerenden Umständen
17,5
16,5
16,1
15,7
15,6
16,2
Diebstahl insgesamt
31,1
30,6
29,9
29,7
28,9
30,0
Vermögens- und Fälschungsdelikte
83,6
83,0
82,9
82,8
82,5
83,0
sonstige Straftaten nach dem StGB
48,8
50,0
51,2
52,4
51,8
50,8
Straftaten gegen strafrechtliche Nebengesetze
95,1
95,0
95,6
96,6
97,0
96,0
Rauschgiftkriminalität
95,1
95,7
95,2
94,4
94,0
94,9
Gewaltkriminalität
76,1
76,8
76,1
74,9
75,9
75,9
Wirtschaftskriminalität
97,7
98,4
98,5
98,5
98,2
98,2
Computerkriminalität
40,3
41,0
52,8
55,2
58,9
49,0
Straftaten insgesamt auf dem Umwelt- und
64,2
67,2
60,8
58,6
58,9
61,6
Verbraucherschutzsektor
Straßenkriminalität
18,4
18,0
18,4
18,4
19,2
18,5
2.2.2
Aufklärungsquoten nach Polizeidirektionen und Kreisen
2.2.2.1 Aufklärungsquoten nach PD-Bereichen
Ähnlich wie bei der Kriminalitätsbelastung und der Kriminalitätsstruktur gab es in den Zuständigkeitsberei-
chen der fünf Polizeidirektionen deutliche Unterschiede. Die Aufklärungsquote streute von 48,5 Prozent
(PD Leipzig) bis 61,9 Prozent (PD Zwickau). In zwei von fünf PD-Bereichen wurden mehr Fälle als im Vor-
jahr aufgeklärt.
Tabelle 37: Aufgeklärte Fälle und Aufklärungsquoten nach PD-Bereichen
Dienstbereich
aufgeklärte Fälle
Aufklärungsquote
2016
Zu-/Abnahme 16/15
2016
2015 Veränderung 16/15
Anzahl
absolut
in %
in %
in %
in %-Punkten
PD Chemnitz
33 106
-
1 897
5,4
61,7
63,3
-
1,6
PD Dresden
48 649
-
1 601
3,2
57,6
57,6
±
0,0
PD Görlitz
22 260
-
297
1,3
60,7
57,9
+
2,8
PD Leipzig
57 119
+
8 726
18,0
48,5
47,6
+
0,9
PD Zwickau
19 923
+
860
4,5
61,9
60,4
+
1,5
Freistaat Sachsen
181 084
+
5 785
3,3
55,8
55,7
+
0,1
Eine Zunahme der Gesamtaufklärungsquote erreichten die Polizeidirektionen Görlitz, Zwickau und Leip-
zig. Steigende Aufklärungsquoten verzeichnete die Polizeidirektion Görlitz u. a. bei Sachbeschädigung
durch Graffiti an Kfz (+ 47,8 %-Punkte), sexuellem Missbrauch von Jugendlichen (+ 36,4%-Pkt.) und Stö-
rung der Totenruhe (+ 32,3 %-Pkt.). Die PD Chemnitz verbuchte insbesondere bei Strafvereitelung im
Amt (- 45,5 %-Pkt.), beim Wohnungseinbruchdiebstahl von unbaren Zahlungsmitteln (- 36,3 %-Pkt.) sowie
bei Verstößen gegen Versammlungsgesetze des Bundes und der Länder (- 34,4 %-Pkt.) Abnahmen. Die

2.2 Aufklärung
38
I LKA Sachsen PKS 2016
PD Zwickau registrierte vor allem bei Jagdwilderei (+ 80,0 %-Pkt.), Urkundenunterdrückung, Verände-
rung einer Grenzbezeichnung (+ 50,0 %-Pkt.) und Verstößen gegen Versammlungsgesetze des Bundes
und der Länder (+ 42,3 %-Pkt.) höhere Aufklärungsquoten als 2015. Die PD Leipzig verzeichnete speziell
beim Doping im Sport (+ 50,0 %-Pkt.) und Überweisungsbetrug (+ 32,0 %-Pkt.) einen Anstieg der Aufklä-
rungsquote. Die PD Dresden verbuchte hauptsächlich bei Strafvereitelung im Amt (- 43,8 %-Pkt.), Körper-
verletzung im Amt (- 41,9 %-Pkt.) sowie Fälschung von Zahlungskarten mit oder ohne Garantiefunktion,
Schecks und Wechsel (- 32,1 %-Pkt.) Abnahmen.
Abbildung 18: Erfasste und aufgeklärte Fälle 2016 nach PD-Bereichen
0
20 000
40 000
60 000
80 000
100 000
120 000
PD Zwickau
61,9 %
PD Leipzig
48,5 %
PD Görlitz 60,7 %
PD Dresden
57,6 %
PD Chemnitz
61,7 %
aufgeklärte Fälle
erfasste Fälle
AQ
Beim Quotenvergleich der Polizeidirektionen sollten die Unterschiede in der Zusammensetzung der Kri-
minalität berücksichtigt werden. Polizeidirektionen mit Grenzlage profitieren teilweise vom hohen Anteil an
ausländerrechtlichen Verstößen, manche Polizeidirektionen von einer überdurchschnittlichen Anzahl ein-
facher Ladendiebstähle. In der folgenden Tabelle sind die Direktionsbereiche bezüglich des Anteils von
Straftatengruppen mit maßgeblichem Einfluss auf die Gesamtaufklärung geordnet.
Tabelle 38: Prozentanteile
1
ausgewählter Straftatengruppen nach Polizeidirektionen
Straftatengruppen mit positiver Auswirkung
Straftatengruppen mit negativer Auswirkung
auf die Aufklärungsquote
auf die Aufklärungsquote
einfacher
Erschleichen
ausländer-
einfacher
Diebstahl unter
Sachbe-
Ladendiebstahl von Leistungen
rechtliche
Diebstahl ohne
erschwerenden
schädigung
Verstöße
Ladendiebstahl
Umständen
Dresden
7,2 Dresden
7,3 Chemnitz 8,1 Görlitz
10,6 Zwickau
16,5 Dresden
9,5
Chemnitz
7,0 Leipzig
3,6 Görlitz
6,9 Chemnitz
11,0 Chemnitz
20,0 Leipzig
9,7
Leipzig
6,4 Zwickau
3,5 Zwickau
6,7 Leipzig
11,9 Dresden
21,5 Görlitz
11,9
Zwickau
5,9 Chemnitz
2,3 Dresden
6,3 Zwickau
12,1 Görlitz
21,7 Chemnitz
13,0
Görlitz
4,6 Görlitz
2,1 Leipzig
5,4 Dresden
12,4 Leipzig
31,1 Zwickau
13,9
Sachsen
6,5 Sachsen
4,2 Sachsen
6,4 Sachsen
11,8 Sachsen
24,3 Sachsen
10,8
1
ist der Anteil an der Gesamtzahl der erfassten Fälle des jeweiligen Dienstbereiches

2.2 Aufklärung
LKA Sachsen PKS 2016 I
39
In der Summe aller berücksichtigten (positiven wie negativen) Einflüsse gab es in den Bereichen der Poli-
zeidirektionen Leipzig und Dresden gegenüber dem Landesdurchschnitt strukturbedingte Vorteile.
Rund 21 Prozent der Kriminalität im Dienstbereich der PD Dresden waren einfache Ladendiebstähle, Er-
schleichen von Leistungen oder ausländerrechtliche Verstöße. Die Polizeidirektionen Zwickau und Chem-
nitz verzeichneten relativ wenig schwere Diebstähle. Der PD-Bereich Leipzig wies einen überdurchschnitt-
lichen Anteil bei Diebstahl unter erschwerenden Umständen als Straftat mit negativer Auswirkung auf die
Gesamtaufklärungsquote auf. Einfache Fälle des Ladendiebstahls ausgenommen, machten Diebstahl und
Sachbeschädigung zusammen über 50 Prozent der registrierten Kriminalität aus.
Tabelle 39: Aufklärung insgesamt und in ausgewählten Kriminalitätsfeldern nach PD-Bereichen
Dienstbereich
AQ
AQ ohne einfachen Ladendiebstahl
AQ Sachbeschädigung
insgesamt
Leistungserschleichung und
und Diebstahl insgesamt
Verstöße gegen das AufenthG/
ohne einfachen
AsylG/FreizügG/EU
Ladendiebstahl
PD Chemnitz
61,7
54,8
25,8
PD Dresden
57,6
48,0
20,5
PD Görlitz
60,7
55,0
26,4
PD Leipzig
48,5
39,8
15,1
PD Zwickau
61,9
54,8
26,1
Abbildung 19: Vergleichender Überblick zur Aufklärungsquote nach PD-Bereichen
0,0
10,0
20,0
30,0
40,0
50,0
60,0
70,0
PD Chemnitz
PD Dresden
PD Leipzig
PD Görlitz
PD Zwickau
AQ insgesamt
AQ ohne einfachen Ladendiebstahl, ausländerrechtliche Verstöße und Leistungserschleichung
AQ Diebstahl und Sachbeschädigung zusammen (ohne einfachen Ladendiebstahl)

2.2 Aufklärung
40
I LKA Sachsen PKS 2016
2.2.2.2 Aufklärungsquoten nach kreisfreien Städten und Landkreisen
Wegen der Verschiedenartigkeit der demografischen und kriminologischen Verhältnisse in den Städten
und Landkreisen sowie der unterschiedlichen personellen wie materiell-technischen Ausstattung der Poli-
zeidienststellen lassen sich aus der Höhe der Aufklärungsquoten der Kreise keine Schlussfolgerungen
über Umfang und Güte der polizeilichen Ermittlungsarbeit ableiten.
Die Aufklärungsquote variierte zwischen 47,2 Prozent (Leipzig, Stadt) und 65,9 Prozent (Landkreis Säch-
sische Schweiz-Osterzgebirge). Die Variationsbreite betrug somit 18,7 Prozentpunkte. 2015 lag sie bei
28,3 Prozentpunkten. Die Stadt Chemnitz und fünf Landkreise wiesen eine Aufklärungsquote von über 60
Prozent auf.
Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge hat sich die Aufklärungsquote von 2016 gegenüber dem
Vorjahr am meisten verschlechtert (- 8,4 %-Punkte). Mit verbesserter Quote fallen in erster Linie der
Landkreis Görlitz (+ 3,7 %-Pkt.) und die Landeshauptstadt Dresden (+ 3,1 %-Pkt.) auf.
Tabelle 40: Aufklärungsquoten 2016 zu 2015 nach kreisfreien Städten und Landkreisen
Kreisfreie Stadt/Landkreis
erfasste Fälle
aufgeklärte Fälle
Gesamtaufklärungsquote
2016
2016
2016
2015
Chemnitz, Stadt
27 236
16 699
61,3
64,6
Erzgebirgskreis
12 736
8 024
63,0
63,4
Mittelsachsen
13 656
8 383
61,4
60,6
Vogtlandkreis
14 649
9 542
65,1
63,5
Zwickau
17 546
10 381
59,2
58,0
Dresden, Stadt
58 660
32 742
55,8
52,7
Bautzen
15 456
9 053
58,6
56,9
Görlitz
21 199
13 207
62,3
58,6
Meißen
12 353
7 078
57,3
56,0
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
13 398
8 829
65,9
74,3
Leipzig, Stadt
88 615
41 840
47,2
46,0
Leipzig
15 713
8 352
53,2
51,3
Nordsachsen
13 452
6 927
51,5
52,6
Freistaat Sachsen
324 736
181 084
55,8
55,7
(einschließlich unbekannter Tatorte)
Die Aufklärungsquote der Kreise mit Berührung zur sächsischen Außengrenze wird durch die Anzahl der
Tatverdächtigen beeinflusst, die bei Verstößen gegen das Aufenthalts-, Asyl- und das Freizügigkeitsge-
setz/EU ermittelt wurden. Ohne diese Delikte lag der Prozentsatz der aufgeklärten Fälle z. B. im Vogt-
landkreis bei 60,4 Prozent (4,7 Punkte niedriger als insgesamt), im Landkreis Sächsische Schweiz-
Osterzgebirge bei 58,5 Prozent (- 7,4 Pkt.) und im Grenzkreis Görlitz bei 58,0 Prozent (- 4,3 Pkt.). In den
übrigen Grenzkreisen hatten ausländerrechtliche Verstöße weniger Einfluss auf die Aufklärungsquote.
In der Stadt Chemnitz lag der Prozentsatz der aufgeklärten Fälle in Zusammenhang mit allgemeiner Kri-
minalität bei 54,7 Prozent (6,6 Punkte niedriger als insgesamt). Dies wird durch eine Vielzahl von Tatver-
dächtigen beeinflusst, die wegen ausländerrechtlichen Verstößen registriert wurden (Erstaufnahmeein-
richtung).

 
2.2 Aufklärung
LKA Sachsen PKS 2016 I
41
Abbildung 20: Quotenvergleich der kreisfreien Städte und Landkreise 2016
0,0
10,0
20,0
30,0
40,0
50,0
60,0
70,0
Nordsachsen
Leipzig
Leipzig, Stadt
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Meißen
Görlitz
Bautzen
Dresden, Stadt
Zwickau
Vogtlandkreis
Mittelsachsen
Erzgebirgskreis
Chemnitz, Stadt
AQ in %
Kreisfreie Stadt/Landkreis
2.2.3
Tatkriterien beim aufgeklärten Fall
162 070 der 181 084 aufgeklärten Straftaten wurden von allein handelnden Tatverdächtigen begangen.
Mit 89,5 Prozent lag dieser Anteil höher als 2015 (89,3 %)
1
. Im Bundesdurchschnitt waren 2016 zu 88,2
Prozent aller aufgeklärten Fälle allein handelnde Tatverdächtige ermittelt worden.
Zu 19 014 Delikten bzw. 10,5 Prozent aller aufgeklärten Fälle ermittelte die Polizei gemeinschaftlich han-
delnde Tatverdächtige. 2015 traf das auf 18 730 Fälle zu, der Anteil betrug damals 10,7 Prozent. Raubde-
likte waren insgesamt zu 30,9 Prozent durch gruppenweises Vorgehen der Tatverdächtigen gekennzeich-
net.
Tabelle 41: Bevorzugt von gemeinschaftlich handelnden Tatverdächtigen begangene Straftaten
Schl.-
Straftat/Straftatengruppe
aufgeklärte
darunter
zahl
Fälle gemeinschaftlich begangen
absolut
in %
210000 Raub, räuberische Erpressung und räuberischer
1 177
364
30,9
Angriff auf Kraftfahrer
darunter
217000
sonstige Raubüberfälle auf Straßen, Wegen, Plätzen
353
146
41,4
219000
Raubüberfälle in Wohnungen
134
60
44,8
… Fortse tzung
1
2014 lag der Anteil bei 89,2 Prozent, 2013 bei 87,7 Prozent und 2012 bei 87,5 Prozent.

2.2 Aufklärung
42
I LKA Sachsen PKS 2016
Fortsetzung Tabelle 41
Schl.-
Straftat/Straftatengruppe
aufgeklärte
darunter
zahl
Fälle gemeinschaftlich begangen
absolut
in %
222100 gefährliche und schwere Körperverletzung auf
1 969
668
33,9
Straßen, Wegen oder Plätzen
3**200
Diebstahl von Mopeds/Krafträdern einschließlich
65
22
33,8
unbefugten Gebrauchs ohne erschwerende Umstände
4**100
Diebstahl von Kraftwagen unter erschw. Umständen
531
231
43,5
4**400
Diebstahl von Schusswaffen unter erschwerenden
7
3
42,9
Umständen
4**700
Diebstahl von/aus Automaten unter erschwerenden
189
103
54,5
Umständen
410*00 Diebstahl in/aus Dienst-, Büro-, Fabrikations-, Werk-
1 125
345
30,7
statt- und Lagerräumen unter erschw. Umständen
415*00 Diebstahl in/aus Gaststätten, Kantinen, Hotels und
296
96
32,4
Pensionen unter erschwerenden Umständen
425*00 Diebstahl in/aus Kiosken, Geschäften, Schaufenstern,
1 989
617
31,0
Schaukästen und Vitrinen unter erschw. Umständen
490000 schwerer Taschendiebstahl von sonstigem Gut insg.
36
22
61,1
***800
Diebstahl von Antiquitäten, Kunst- und sakralen
26
11
42,3
Gegenständen insgesamt
513200 Anlagebetrug
150
84
56,0
514000 Geldkreditbetrug
252
79
31,3
518302 Überweisungsbetrug § 263a StGB
41
14
34,1
518800 Kreditvermittlungsbetrug § 263 StGB
33
20
60,6
521100 Untreue bei Kapitalanlagegeschäften
9
3
33,3
610001 Schutzgelderpressung
6
2
33,3
611000 Erpressung auf sexueller Grundlage
6
2
33,3
623000 Landfriedensbruch
46
34
73,9
630010 Begünstigung
8
3
37,5
650000 Wettbewerbs-, Korruptions- und Amtsdelikte
170
59
34,7
663000 Wucher
119
38
31,9
674111 Sachbeschädigung durch Graffiti an Kfz
69
24
34,8
674300 sonstige Sachbeschädigung auf Straßen, Wegen
2 449
771
31,5
oder Plätzen
675200 Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion
42
17
40,5
676420 unerlaubter Umgang mit Abfällen § 326 Abs. 3 StGB
3
2
66,7
676500 unerlaubtes Betreiben von Anlagen
14
7
50,0
676800 Abfallein-/-aus- und -durchfuhr
6
3
50,0
714060 Wertpapierhandelsgesetz
3
2
66,7
714070 Zahlungsdienstaufsichtsgesetz
5
2
40,0
715200 Softwarepiraterie in Form gewerbsmäßigen Handelns
11
6
54,5
715400 Verrat von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen
11
4
36,4
719079 sonstige Nebengesetze auf dem Wirtschaftssektor
5
2
40,0
733702 unerlaubte Einfuhr in nicht geringer Menge von
60
19
31,7
Methamphetamin in kristalliner Form (Crystal)
893100 Wirtschaftskriminalität bei Betrug
582
266
45,7
893300 Wirtschaftskriminalität im Anlage- und Finanzbereich
172
93
54,1
899500 Sachbeschädigung durch Graffiti insgesamt
1 853
607
32,8

2.2 Aufklärung
LKA Sachsen PKS 2016 I
43
2016 registrierte die PKS in Sachsen 10 327 Delikte, die von Tatverdächtigen unter Alkoholeinfluss be-
gangen wurden, 122 weniger als im Vorjahr. Gewaltkriminalität ging besonders häufig von alkoholisierten
Tatverdächtigen aus. Im Zeitraum der letzten fünf Jahre bewegte sich der Anteil solcher Fälle zwischen
21,9 Prozent (2012) und 19,4 Prozent (2016).
Tabelle 42: Straftaten, die relativ oft unter Alkoholeinfluss begangen wurden
Schl.-
Straftat/
aufge-
darunter
zahl
Straftatengruppe
klärte
unter Alkoholeinfluss begangen
Fälle
absolut
in %
020000
Totschlag und Tötung auf Verlangen
69
24
34,8
212050
räuberische Erpressung gegen sonstige
8
2
25,0
Zahlstellen oder Geschäfte
214000
räuberischer Angriff auf Kraftfahrer
7
2
28,6
222000
gefährliche und schwere Körperverletzung
4 871
1 031
21,2
224000
vorsätzliche einfache Körperverletzung
13 650
2 729
20,0
620013
Missbrauch von Notrufen
549
122
22,2
621000
Widerstand gegen die Staatsgewalt
1 255
482
38,4
623000
Landfriedensbruch
46
15
32,6
674100
Sachbeschädigung an Kfz
2 199
490
22,3
674500
Zerstörung wichtiger Arbeitsmittel
14
7
50,0
Personen, die im Zusammenhang mit einer gleichartigen oder anderen Straftat als Tatverdächtige bereits
in Erscheinung getreten waren, wurden 2016 zu 125 102 Fällen ermittelt.
1
Dies entspricht einem Anteil
von 69,1 Prozent aller aufgeklärten Fälle (2015: 122 983 Fälle =ˆ 70,2 %).
Von polizeilich bereits bekannten Tatverdächtigen begangene Straftaten waren vor allem im Bereich des
Diebstahls unter erschwerenden Umständen zu finden. 15 von 16 aufgeklärten schweren Diebstählen
gingen zu Lasten von Personen, die als Tatverdächtige bereits mit irgendeiner Straftat in Erscheinung ge-
treten waren. Darunter befanden sich u. a. bei
Diebstahl unter erschwerenden Umständen
aufgeklärte Fälle
von Schusswaffen
7 =ˆ 100,0 %,
von unbaren Zahlungsmitteln
367 =ˆ
96,8 %,
von/aus Automaten
183 =ˆ
96,8 %,
in/aus Boden-, Kellerräumen und Waschküchen
1 756 =ˆ
96,6 %,
von Fahrrädern
1 806 =ˆ
95,2 %,
in/aus Dienst-, Büro-, Fabrikations-, Werkstatt- und Lagerräumen
1 070 =ˆ
95,1 %,
an/aus Kraftfahrzeugen
1 089 =ˆ
94,5 %.
Relativ wenig anzutreffen war Mehrfach- oder Wiederholungstäterschaft u. a. bei fahrlässiger Brandstif-
tung (in 39,2 % der aufgeklärten Straftaten), Straftaten gegen das Chemikaliengesetz (32,4 %), Software-
piraterie privater Anwendung (28,1 %), fahrlässiger Tötung (28,0 %), Fälschung technischer Aufzeichnun-
gen (19,6 %) sowie bei ausländerrechtlichen Verstößen (8,8 %). In der Rauschgiftkriminalität wurden zu
83,1 Prozent aller aufgeklärten Fälle, in der Gewaltkriminalität zu 81,8 Prozent, in der Wirtschaftkriminali-
tät zu 78,3 Prozent bzw. in der Straßenkriminalität zu 87,4 Prozent Personen ermittelt, die als Tatverdäch-
tige in Sachsen bereits in irgendeiner Form in Erscheinung getreten waren.
An 18 109 Straftaten bzw. 10,0 Prozent aller aufgeklärten Fälle waren Tatverdächtige beteiligt, die der Po-
lizei als Konsumenten harter Drogen bekannt sind. Bei spezifischen Delikten lag der Anteil wesentlich hö-
her (u. a. bei Diebstahl von Schusswaffen unter erschwerenden Umständen 57,1 %, sonstige gewerbs-
mäßige Hehlerei 50,7 %, Betrug bzw. Computerbetrug mittels rechtswidrig erlangter Zahlungskarten ohne
PIN [Lastschriftverfahren] 48,2 % und schwerer Diebstahl von Mopeds/Krafträdern 42,5 %).
1
„Bereits in Erscheinung getreten“ bezieht sich auch auf zurückliegende Jahre und nur auf das Gebiet des Freistaates Sachsen.

 
2.3 Tatverdächtige
44
I LKA Sachsen PKS 2016
Im Vergleich zu 2015 stieg die Zahl der Delikte mit Beteiligung von Drogenabhängigen um 1 456 Fälle
bzw. 8,7 Prozent. Zunahmen gab es vor allem bei Diebstahlshandlungen (+ 753 Fälle), Sachbeschädi-
gungen (+ 309 Fälle), Körperverletzungen (+ 177 Fälle) und Erschleichen von Leistungen (+ 123 Fälle).
Die direkte Beschaffungskriminalität durch Konsumenten harter Drogen sank von sechs auf vier Strafta-
ten. Bei Warenbetrug wurden im Zusammenhang mit Beteiligung von Drogenabhängigen 63 Fälle, bei
Hausfriedensbruch 55 Fälle weniger ermittelt als 2015.
In 389 aufgeklärten Fällen führten Tatverdächtige eine Schusswaffe mit. Die Anzahl nahm gegenüber
2015 um 80 Delikte zu, der Prozentanteil blieb bei 0,2 Prozent. Bezüglich der absoluten Häufigkeit des
Mitführens einer Schusswaffe ergab sich 2016 nachstehende Reihenfolge:
Straftaten gegen das Waffengesetz
132 Fälle,
Bedrohung
60 Fälle,
sonstige Straftatbestände (StGB)
52 Fälle,
Körperverletzung
44 Fälle,
Vermögens- und Fälschungsdelikte
26 Fälle,
Raubdelikte
22 Fälle,
Rauschgiftdelikte nach BtMG
21 Fälle,
Diebstahl unter erschwerenden Umständen
12 Fälle,
alle übrigen Straftaten
20 Fälle.
2.3
Tatverdächtige
(Vgl. Tabelle 20 im Tabellenanhang)
2016 wurden durch die Aufklärung von 181 084 Fällen insgesamt 111 882 Tatverdächtige ermittelt. Die
Zahl der aufgeklärten Delikte stieg um 3,3 Prozent, die Zahl der ermittelten Tatverdächtigen um 3,0 Pro-
zent. Das Verhältnis zwischen der Zahl der aufgeklärten Fälle und der Zahl der ermittelten Tatverdächti-
gen hat sich geringfügig verändert. 2015 entfielen in Sachsen auf jeden Tatverdächtigen rein rechnerisch
1,61 Fälle, 2016 waren es 1,62 Fälle. Der Bundesdurchschnitt lag 2015 bei 1,50 und 2016 bei 1,52 Fälle.
Abbildung 21: Entwicklung der Anzahl der Tatverdächtigen
172 958
171 160
179 236
175 299
181 084
104 753
103 521
104 713
108 640
111 882
0
20 000
40 000
60 000
80 000
100 000
120 000
140 000
160 000
180 000
200 000
2012
2013
2014
2015
2016
aufgeklärte Fälle
ermittelte
Tatverdächtige
2016 ermittelte die Polizei 56 840 Tatverdächtige, die bereits mit einer Straftat oder mit mehreren Delikten
in Erscheinung getreten waren. Das sind 762 Personen mehr als im Jahr zuvor. Ihr Anteil an allen Tatver-
dächtigen sank von 51,6 auf 50,8 Prozent. Die durchschnittliche Anzahl der Fälle, die diesen Personen
zugeordnet werden konnte, liegt bei 2,2.

 
2.3 Tatverdächtige
LKA Sachsen PKS 2016 I
45
2.3.1
Tatverdächtige nach Polizeidirektionen
Die folgende Tabelle gibt Auskunft darüber, wie viele Tatverdächtige 2016 in den Zuständigkeitsbereichen
der fünf Polizeidirektionen registriert wurden. Sie ist keine Dienststellenstatistik. Ein Vergleich der
Tatverdächtigenzahlen ist insofern problematisch, da Kriminalitätsanfall und Aufklärungsquoten in den
Regionen verschieden waren.
Tabelle 43: Anzahl der Tatverdächtigen nach PD-Bereichen
1
Dienstbereich
2016
2015
Änderung 2016/2015
absolut
in Prozent
PD Chemnitz
21 539
23 524
-
1 985
8,4
PD Dresden
29 989
32 152
-
2 163
6,7
PD Görlitz
15 226
14 671
+
555
3,8
PD Leipzig
35 312
29 124
+
6 188
21,2
PD Zwickau
13 187
12 638
+
549
4,3
Freistaat Sachsen
111 882
108 640
+
3 242
3,0
Die Region im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Leipzig verzeichnete insbesondere im Zusam-
menhang mit unerlaubtem Aufenthalt gemäß AufenthG (+ 5 541 TV), Körperverletzung (+ 638 TV) und
Diebstahlshandlungen (+ 551 TV) mehr Tatverdächtige als im Vorjahr. Im Bereich der PD Dresden sank
die Anzahl der Tatverdächtigen hauptsächlich bei unerlaubter Einreise gemäß AufenthG (- 2 307 TV), bei
sonstigem Betrug (- 838 TV) und einfachem Ladendiebstahl (- 228 TV). Der Rückgang der Tatverdächti-
gen in der Region der PD Chemnitz hing vor allem mit der Entwicklung bei unerlaubtem Aufenthalt gemäß
AufenthG (- 627 TV), Beförderungserschleichung (- 384 TV), Ladendiebstahl insgesamt (- 376 TV) und
Rauschgiftdelikten (- 188 TV) zusammen. Im Schutzbereich der Polizeidirektion Görlitz wurden im Zu-
sammenhang mit unerlaubtem Aufenthalt gemäß AufenthG (+ 1 175 TV) mehr Tatverdächtige ermittelt
als 2015. Der Anstieg der Tatverdächtigen im PD-Bereich Zwickau hing speziell mit der Entwicklung bei
ausländerrechtlichen Verstößen (+ 1 242 TV) zusammen.
In den Polizeidirektionen Chemnitz und Dresden nahm das Verhältnis aus Fallzahl und TV-Zahl gegen-
über 2015 zu. Die PD-Bereiche Görlitz und Leipzig verzeichneten einen Rückgang. Die Region der PD
Zwickau blieb unverändert.
Tabelle 44: Relation zwischen der Anzahl der aufgeklärten Fälle und der Anzahl der ermittelten
Tatverdächtigen nach PD-Bereichen
2
aufgeklärte Fälle pro Tatverdächtigen
Polizeidirektionen
Jahr
Chemnitz
Dresden
Görlitz
Leipzig
Zwickau
2015
1,49
1,56
1,54
1,66
1,51
2016
1,54
1,62
1,46
1,62
1,51
1
Tatverdächtige, die in verschiedenen PD-Bereichen Straftaten begingen, wurden im Freistaat Sachsen nur einmal berücksichtigt
(„echte Tatverdächtigenzählung“). Die Gesamtzahl der Tatverdächtigen des Freistaates kann deshalb nicht durch Addition er-
mittelt werden.
2
Die Größe des Quotienten gibt eine erste Orientierung über die durchschnittliche kriminelle Aktivität der ermittelten Tatverdäch-
tigen. Zu beachten ist, dass nur aufgeklärte Straftaten Berücksichtigung finden.

 
2.3 Tatverdächtige
46
I LKA Sachsen PKS 2016
2.3.2
Tatverdächtige nach Kreisen
Tabelle 45: Anzahl der ermittelten Tatverdächtigen und Änderung zu 2015 nach Kreisen
Kreisfreie Stadt/Landkreis
ermittelte
Änderung 2016/2015
Tatverdächtige
absolut
in %
Chemnitz, Stadt
10 961
-
1 540
12,3
Erzgebirgskreis
5 497
-
266
4,6
Mittelsachsen
5 812
-
148
2,5
Vogtlandkreis
6 704
+
581
9,5
Zwickau
6 613
-
42
0,6
Dresden, Stadt
19 094
+
1 562
8,9
Bautzen
6 450
+
168
2,7
Görlitz
8 975
+
401
4,7
Meißen
4 936
-
23
0,5
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
7 274
-
3 669
33,5
Leipzig, Stadt
25 750
+
5 593
27,7
Leipzig
5 934
+
310
5,5
Nordsachsen
4 949
+
347
7,5
Freistaat Sachsen
111 882
+
3 242
3,0
Die Veränderungen in der Anzahl der Tatverdächtigen sind im Verhältnis zur Entwicklung der Kriminalität
und zur jeweiligen Aufklärungsquote zu betrachten. Eine weitere Rolle spielt die Lage zur Außengrenze.
Entlang der tschechischen Grenze nahmen die Tatverdächtigen bei Verstößen gegen das AufenthG,
AsylG und FreizügG/EU ab. Den stärksten Rückgang in Verbindung mit Verstößen gegen ausländerrecht-
liche Bestimmungen verzeichnete der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (- 3 460 TV =ˆ
59,2 %).
An der Grenze zur Republik Polen stieg die Zahl der Tatverdächtigen bei Verstößen gegen das AufenthG,
AsylG und FreizügG/EU an. Im Landkreis Görlitz wurden mehr Tatverdächtige mit unerlaubtem Aufenthalt
gemäß Aufenthaltsgesetz (+ 888 TV =ˆ 279,2 %) registriert.
Die gestiegene Zahl der Tatverdächtigen in der Stadt Leipzig hängt vor allem mit der Entwicklung bei un-
erlaubtem Aufenthalt gemäß AufenthG (+ 5 000 TV), Körperverletzung (+ 451 TV), einfachem Ladendieb-
stahl (+ 448 TV) sowie Widerstand gegen die Staatsgewalt bzw. Straftaten gegen die öffentliche Ordnung
(+ 318 TV) zusammen.
Die Zunahme bei den ermittelten Tatverdächtigen in der Stadt Dresden betraf vorwiegend unerlaubten
Aufenthalt gemäß AufenthG (+ 1 922 TV), Körperverletzung (+ 285 TV), Beförderungserschleichung
(+ 261 TV) und Verstöße gegen Versammlungsgesetze des Bundes und der Länder (+ 175 TV).
Die Stadt Chemnitz verzeichnete beim unerlaubten Aufenthalt gemäß AufenthG (- 746 TV), bei Beförde-
rungserschleichung (- 342 TV) sowie Ladendiebstahl insgesamt (- 235 TV) weniger Tatverdächtige als im
Vorjahr.
Nach der durchschnittlichen Anzahl aufgeklärter Fälle pro ermittelten Tatverdächtigen führte die Kreisfreie
Stadt Dresden (1,71) vor den Städten Leipzig (1,62) und Chemnitz (1,52). Bei den Landkreisen lag der
höchste Quotient in Zwickau (1,57), gefolgt von Görlitz (1,47), dem Erzgebirgskreis (1,46), Mittelsachsen
(1,44), Meißen (1,43), dem Vogtlandkreis (1,42), Leipzig (1,41), Bautzen bzw. Nordsachsen (je 1,40) so-
wie Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (1,21).

 
2.3 Tatverdächtige
LKA Sachsen PKS 2016 I
47
11,9
3,1
2,2
82,8
5,5
7,6
7,7
79,2
0,0
10,0
20,0
30,0
40,0
50,0
60,0
70,0
80,0
90,0
100,0
Kinder
Jugendliche
Heranwachsende
Erwachsene
Bevölkerungsanteil
Tatverdächtigenanteil
2.3.3
Geschlechts- und Altersstruktur der Tatverdächtigen insgesamt
Tabelle 46: Anzahl und Anteil der Tatverdächtigen insgesamt nach Geschlecht und Altersgruppen
Altersgruppe
Tatverdäch-
tige
Anteil in %
männlich
weiblich
insgesamt
2016
2015
Anzahl
Anteil in %
Anzahl
Anteil in %
2016
2016
2015
2016
2015
Kinder
6 118
5,5
4,6
3 787
61,9
63,0
2 331
38,1
37,0
Jugendliche
8 535
7,6
7,3
6 228
73,0
69,9
2 307
27,0
30,1
Heranwachsende
8 663
7,7
7,2
6 742
77,8
76,9
1 921
22,2
23,1
Erwachsene
88 566
79,2
81,0
66 124
74,7
74,3
22 442
25,3
25,7
insgesamt
111 882
100,0
100,0
82 881
74,1
73,6
29 001
25,9
26,4
Der Tatverdächtigenanteil der Mädchen und Frauen hat sich 2016 um 0,5 Prozentpunkte verringert. Grob
gerechnet kam bis 1995 auf jeweils vier männliche eine weibliche Tatverdächtige. Von 2012 bis 2016
entwickelte sich dieser Anteil in der Folge 26,8 %
27,5 %
27,1 %
26,4 %
25,9 %. Der Bevölke-
rungsanteil der Mädchen und Frauen lag 2016 bei 50,8 Prozent.
Nach Strafrechtsnormen fielen die Anteile deliktgeprägt unterschiedlich aus. Über dem Durchschnitt lag
der Anteil weiblicher Tatverdächtiger bei Diebstahl ohne erschwerende Umstände (28,6 %), darunter wie-
derum bei Ladendiebstahl (31,1 %). Ebenfalls relativ häufig, teilweise jedoch mit niedriger Gesamtzahl,
wurden weibliche Tatverdächtige ermittelt im Zusammenhang mit der Ausübung der verbotenen Prostitu-
tion (85,7 %), Entziehung Minderjähriger (45,8 %), Misshandlung von Kindern (39,6 %), weiteren Arten
des Warenkreditbetruges (45,5 %), sonstigem Sozialleistungsbetrug (52,1 %), Abrechnungsbetrug im
Gesundheitswesen (69,6 %), Rechtsbeugung (45,5 %), Verletzung von Privatgeheimnissen (52,0 %),
Aussetzung (75,0 %), Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht (74,5 %) sowie der üblen Nachre-
de (53,0 %). Bei Gewaltstraftaten setzte sich der Kreis der ermittelten Tatverdächtigen zu 88,7 Prozent
aus männlichen Personen zusammen. Bei Diebstahl unter erschwerenden Umständen betrug der Anteil
männlicher Tatverdächtiger 86,7 Prozent, speziell bei Diebstahl von Mopeds bzw. Krafträdern waren es
93,2 Prozent, bei Diebstahl auf Baustellen 93,4 Prozent, in/aus Dienst-, Büro-, Fabrikations-, Werkstatt-
und Lagerräumen 92,2 Prozent sowie an/aus Kfz 92,0 Prozent.
Abbildung 22: Bevölkerungs- und Tatverdächtigenanteil der Altersgruppen

2.3 Tatverdächtige
48
I LKA Sachsen PKS 2016
Abbildung 23: Deutsche und nichtdeutsche Tatverdächtige nach Geschlecht und Alter zur Tatzeit
3 500 3 000 2 500 2 000 1 500 1 000
500
0
0
2
4
6
8
10
12
14
16
18
20
22
24
26
28
30
32
34
36
38
40
42
44
46
48
50
52
54
56
58
60
62
64
66
68
70
72
74
76
78
80
82
84
86
88
90
92
94
96
98
männliche Tatverdächtige
0
500
1 000 1 500 2 000 2 500 3 000 3 500
weibliche Tatverdächtige
100
Alter zur Tatzeit in Jahren
deutsche Tatverdächtige
nichtdeutsche Tatverdächtige

2.3 Tatverdächtige
LKA Sachsen PKS 2016 I
49
Es wurden in allen Altersgruppen mehr Personen als Tatverdächtige ermittelt als 2015. Die
Tatverdächtigenanteile änderten sich zum Teil in Korrelation zur demografischen Entwicklung. Erwachse-
ne stellten einen geringeren TV-Anteil als im Vorjahr. Kinder, Jugendliche und Heranwachsende nahmen
einen höheren Prozentsatz ein.
Tabelle 47: Veränderungen in der Altersstruktur der Tatverdächtigen
Altersgruppe
Entwicklung der Anzahl der
Änderung des An-
Änderung des
Tatverdächtigen 2016/2015
teils an allen TV
Bevölkerungsanteils
absolut
in %
in %-Pkt.
in %-Pkt.
Kinder
+
1 139
22,9
+
0,9
+
0,2
Jugendliche
+
649
8,2
+
0,3
+
0,1
Heranwachsende
+
866
11,1
+
0,5
+
0,2
Erwachsene
+
588
0,7
-
1,8
-
0,6
Lässt man ausländerrechtliche Verstöße außer Acht, wurden insgesamt 157 Kinder weniger ermittelt als
im Vorjahr (- 5,5 %). Kinder traten u. a. bei sonstigem Erschleichen von Leistungen (25,0 % aller TV die-
ser Straftatengruppe) und vorsätzlicher Brandstiftung (18,3 %) überdurchschnittlich in Erscheinung. Aber
auch bei gemeinschädlichen Sachbeschädigungen auf Straßen, Wegen oder Plätzen (18,9 %) waren
2016 relativ viele Kinder anzutreffen.
Im Zusammenhang mit Gewaltkriminalität wurden 234 Kinder als Tatverdächtige ermittelt (3,8 % aller er-
mittelten Kinder und 23 TV mehr als im Jahr 2015). 3 484 Kinder (56,9 %) standen wegen ausländerrecht-
lichen Verstößen und 851 Kinder (13,9 %) wegen einfachen Ladendiebstahls unter Verdacht. Sachbe-
schädigung ging von 582 Kindern aus (9,5 %), Körperverletzung von 543 Kindern (8,9 %), Hausfriedens-
bruch von 127 Kindern (2,1 %). 126 Kinder (2,1 %) wurden wegen Diebstahls unter erschwerenden Um-
ständen registriert, 72 Kinder (1,2 %) bezüglich Brandstiftung/Herbeiführen einer Brandgefahr und 36 Kin-
der (0,6 %) mit Raubdelikten. Bei Beförderungserschleichung stieg die Zahl der Tatverdächtigen im Alter
unter 14 Jahren von 68 auf 89.
Abbildung 24: Verteilung der ermittelten Kinder auf die häufigsten Straftatengruppen 2012 - 2016
0,0
5,0
10,0
15,0
20,0
25,0
30,0
35,0
40,0
45,0
Körperverletzung
schwerer Diebstahl
Sachbeschädigung
einfacher Ladendiebstahl
2012
2013
2014
2015
2016
Prozent
Ausländerrechtliche Verstöße ausgeklammert, wurden insgesamt 164 Jugendliche mehr ermittelt als im
Vorjahr (+ 2,5 %). Bei der Gewaltkriminalität stieg die Zahl der Tatverdächtigen im Alter von 14 bis unter
18 Jahren von 580 auf 743 (+ 28,1 %), bei Diebstahl unter erschwerenden Umständen sank sie von 464
auf 415 (- 10,6 %). Im Zusammenhang mit Rauschgiftdelikten nach dem BtMG ermittelte die Polizei 933
Jugendliche, 128 Tatverdächtige bzw. 15,9 Prozent mehr als im Vorjahr.

2.3 Tatverdächtige
50
I LKA Sachsen PKS 2016
Heranwachsende traten etwas häufiger im Zusammenhang mit Rauschgiftkriminalität in Erscheinung als
Jugendliche. Registriert wurden 1 024 Personen im Alter von 18 bis unter 21 Jahren, das waren 145 Tat-
verdächtige bzw. 16,5 Prozent mehr als 2015. Zu den typischen Delikten mit hohem Anteil heranwach-
sender Tatverdächtiger gehörten ferner
besonders schwerer Landfriedensbruch
mit
21 Tatverdächtigen =ˆ 30,0 % aller TV,
unerlaubter Handel mit Cannabis
mit 105 Tatverdächtigen =ˆ 19,4 % aller TV,
und Zubereitungen
Sachbeschädigung durch Graffiti insgesamt
mit 148 Tatverdächtigen =ˆ 18,3 % aller TV,
sonstige Raubüberfälle auf Straßen,
mit
94 Tatverdächtigen =ˆ 17,5 % aller TV,
Wegen oder Plätzen
Straftaten gegen Versammlungsgesetze
mit
68 Tatverdächtigen =ˆ 12,6 % aller TV.
des Bundes und der Länder
2 272 Heranwachsende wurden wegen ausländerrechtlichen Verstößen registriert, 761 TV mehr als 2015.
Die aufgeklärten Straftaten von Menschenhandel insgesamt wurden ausschließlich von Erwachsenen be-
gangen. Delikte gegen das Leben, Wirtschafts- bzw. Computerkriminalität und Straftaten auf dem Um-
welt- und Verbraucherschutzsektor wurden zu mehr als 90 Prozent von Personen ab 21 Jahren began-
gen. Gleiches gilt u. a. für Verbreitung, Erwerb, Besitz und Herstellung kinderpornografischer Schriften,
Misshandlung von Schutzbefohlenen, fahrlässige Körperverletzung, Entziehung Minderjähriger, Nachstel-
lung (Stalking), Waren- und Warenkreditbetrug, Geldkreditbetrug, sonstige Betrugshandlungen, Verun-
treuung, Unterschlagung von Kfz, Urkundenfälschung, Hehlerei von Kfz, Geldwäsche, falsche Versiche-
rung an Eides statt, Verletzung der Unterhalts-, Fürsorge- oder Erziehungspflicht sowie Einschleusen von
Ausländern. Bei Leistungserschleichung stellten die Erwachsenen 79,4 Prozent aller Tatverdächtigen,
beim einfachen Ladendiebstahl waren es 77,4 Prozent.
Tabelle 48: Tatverdächtigenzahlen PKS-relevanter Altersgruppen
Altersgruppe
Anzahl der Tatverdächtigen
Änderung gesamt
gesamt
männlich
weiblich
2016/2015
absolut
in %
absolut
in %
absolut
in %
Kinder
6 118
3 787
61,9
2 331
38,1
+
1 139
22,9
davon
unter 6 Jahre
1 627
865
53,2
762
46,8
+
650
66,5
6 bis unter 8
654
387
59,2
267
40,8
+
212
48,0
8 bis unter 10
797
512
64,2
285
35,8
+
168
26,7
10 bis unter 12
1 107
729
65,9
378
34,1
+
130
13,3
12 bis unter 14
1 933
1 294
66,9
639
33,1
-
21
1,1
Jugendliche
8 535
6 228
73,0
2 307
27,0
+
649
8,2
davon
14 bis unter 16
3 591
2 440
67,9
1 151
32,1
+
70
2,0
16 bis unter 18
4 944
3 788
76,6
1 156
23,4
+
579
13,3
Heranwachsende
8 663
6 742
77,8
1 921
22,2
+
866
11,1
18 bis unter 21
Erwachsene
88 566
66 124
74,7
22 442
25,3
+
588
0,7
davon
21 bis unter 23
5 761
4 471
77,6
1 290
22,4
+
256
4,7
23 bis unter 25
6 102
4 738
77,6
1 364
22,4
-
293
4,6
25 bis unter 30
17 208
12 975
75,4
4 233
24,6
-
146
0,8
30 bis unter 40
26 217
19 923
76,0
6 294
24,0
+
1 276
5,1
40 bis unter 50
14 841
11 002
74,1
3 839
25,9
-
221
1,5
50 bis unter 60
10 476
7 645
73,0
2 831
27,0
-
30
0,3
60 J. und älter
7 961
5 370
67,5
2 591
32,5
-
254
3,1
insgesamt
111 882
82 881
74,1
29 001
25,9
+
3 242
3,0

 
2.3 Tatverdächtige
LKA Sachsen PKS 2016 I
51
Die Tatverdächtigenstruktur ist in Großstädten anders geartet als in den übrigen Gemeinden Sachsens.
Pauschal fällt ein höherer Anteil weiblicher Tatverdächtiger auf. Die Abweichungen sind teilweise demo-
grafisch bedingt, hängen aber auch von den unterschiedlichen Tatgelegenheiten ab.
Tabelle 49: Altersstruktur der Tatverdächtigen in den Großstädten im Vergleich zum Freistaat und
zu den übrigen Gemeinden
(Bevölkerungsanteile kursiv)
Region
Anteile in Prozent
männl.
weibl.
Kinder Jugendliche Heranwachsende Erwachsene
Leipzig, Stadt
TV
73,3
26,7
6,5
6,9
7,9
78,6
Einw.
49,0
51,0
12,5
2,6
2,6
82,2
Dresden, Stadt
TV
74,4
25,6
4,4
6,7
8,9
79,9
Einw.
49,7
50,3
13,1
2,8
2,9
81,2
Chemnitz, Stadt
TV
73,7
26,3
5,1
8,3
9,7
76,9
Einw.
49,4
50,6
11,3
2,9
2,4
83,4
Großstädte insgesamt TV
73,6
26,4
5,5
7,2
8,6
78,7
Einw.
49,3
50,7
12,5
2,7
2,7
82,1
übrige Gemeinden
TV
75,3
24,7
5,1
8,0
7,2
79,7
Einw.
49,2
50,8
11,6
3,2
2,0
83,2
Freistaat insgesamt
TV
74,1
25,9
5,5
7,6
7,7
79,2
Einw.
49,2
50,8
11,9
3,1
2,2
82,8
2.3.4
Wohnsitzverteilung der Tatverdächtigen
Von den 111 882 ermittelten Tatverdächtigen hatten 88 202 (78,8 %) einen festen Wohnsitz im Freistaat
Sachsen. Von diesen begingen 13 698 (12,2 %) wenigstens einmal eine Straftat außerhalb des Landkrei-
ses bzw. der kreisfreien Stadt, in der sie gemeldet waren. Der Vergleichswert von 2015 lag bei 12,3 Pro-
zent.
Der Anteil der Tatverdächtigen mit Wohnsitz in einem anderen Bundesland bewegte sich in der Höhe von
8,2 Prozent. 2015 lag er bei 8,1 Prozent. Bei jedem zehnten Tatverdächtigen (9,7 %) wurde zur Tatzeit ein
fester Wohnsitz im Ausland registriert. Klammert man ausländerrechtliche Verstöße aus, lag der Anteil
2016 bei 3,8 Prozent und 2015 bei 4,2 Prozent.
Tabelle 50: Tatort-Wohnsitz-Beziehung der Tatverdächtigen
Tatverdächtige mit Wohnsitz
Anzahl der
Anteil
Tatverdächtigen
in Prozent*
in der Tatortgemeinde Sachsens
72 714
65,0
im Landkreis der Tatortgemeinde Sachsens
10 319
9,2
im übrigen Sachsen
13 698
12,2
in einem anderen Bundesland
9 228
8,2
im Ausland
10 855
9,7
ohne festen bzw. unbekannten Wohnsitz
6 430
5,7
* Die Summe übersteigt 100 Prozent, da für jede Region eine „echte Tatverdächtigenzählung“ erfolgte.

2.3 Tatverdächtige
52
I LKA Sachsen PKS 2016
Die folgende Tabelle zeigt die Mobilität der Tatverdächtigen insgesamt bei verschiedenen Deliktarten.
Tabelle 51: Tatverdächtigenwohnsitz bei ausgewählten Delikten
Schl.-
Straftat/
Anzahl
Tatverdächtigenwohnsitz
zahl
Straftatengruppe
TV
Tatort-
Land-
übriges anderes
Aus- ohne festen
gesamt gemeinde
kreis Sachsen Bundes-
land bzw. unbek.
land
Wohnsitz
- - - - - - - - - - - Anzahl der Tatverdächtigen - - - - - - - - - - -
111000
Vergewaltigung und sexuelle Nötigung
101
71
7
13
11
-
-
131000
sexueller Missbrauch von Kindern
563
426
55
51
34
4
6
210000
Raub, räuberische Erpressung und
1 453
960
115
184
93
68
89
räuberischer Angriff auf Kraftfahrer
222000
gefährliche und schwere Körperverletzung
5 892
4 431
486
669
290
34
136
224000
vorsätzliche einfache Körperverletzung
12 028
9 498
1 029
1 068
437
85
223
230000
Straftaten gegen die persönliche Freiheit
8 028
5 860
837
881
445
62
153
3***00
Diebstahl ohne erschwerende Umstände
20 559
14 085
2 129
2 683
1 179
1 084
1 081
4***00
Diebstahl unter erschwerenden Umständen
6 215
3 566
642
1 077
613
811
545
****00
Diebstahl insgesamt
24 410
16 259
2 639
3 437
1 728
1 745
1 448
darunter
***100
von Kraftwagen einschl. unbef. Gebrauchs
724
260
65
114
127
190
47
***300
von Fahrrädern einschl. unbef. Gebrauchs
1 852
1 242
181
274
81
98
133
*10*00
in/aus Dienst-, Büro-, Fabrikations-,
1 272
696
197
227
105
96
76
Werkstatt- und Lagerräumen
*25*00
in/aus Kiosken, Geschäften,
15 366
10 435
1 439
1 958
867
1 007
899
Schaufenstern, Schaukästen, Vitrinen
*35*00
in/aus Wohnungen
2 401
1 602
237
305
156
58
156
*40*00
in/aus Boden-, Kellerräumen und
1 159
841
77
133
50
55
96
Waschküchen
*45*00
auf Baustellen
359
196
41
46
36
34
19
*50*00
an/aus Kraftfahrzeugen
1 249
667
157
246
113
144
102
510000
Betrug
23 276
15 185
2 015
3 425
2 171
692
1 595
520000
Veruntreuungen
869
531
90
138
90
18
8
530000
Unterschlagung
3 087
2 163
273
348
214
43
100
540000
Urkundenfälschung
2 162
1 107
191
292
215
352
107
620000
Widerstand gegen die Staatsgewalt und
7 428
5 102
647
928
493
190
353
Straftaten gegen die öffentliche Ordnung
630000
Begünstigung, Strafvereitelg. (ohne Straf-
1 211
855
70
100
58
100
45
vereitelg. im Amt), Hehlerei, Geldwäsche
640000
Brandstiftung und Herbeiführen einer
702
552
65
46
32
4
15
Brandgefahr
671000
Verletzung der Unterhaltspflicht
418
112
59
100
118
12
18
673000
Beleidigung
8 519
6 479
835
783
422
31
118
674000
Sachbeschädigung
7 875
6 010
762
762
338
84
204
676000
Straftaten gegen die Umwelt
182
100
31
19
23
9
1
710000
Straftaten gegen strafrechtliche Nebenge-
1 096
598
89
176
184
52
10
setze auf dem Wirtschaftssektor
725000
ausländerrechtliche Verstöße
20 651
7 620
161
1 169
1 540
7 438
2 909
726000
Straftaten gegen das Sprengstoff-,
2 095
1 274
167
272
188
182
42
Waffen- und Kriegswaffenkontrollgesetz
730000
Rauschgiftdelikte (BtMG)
8 093
5 777
799
1 040
451
204
284
890000
Straftaten gesamt ohne Schl.-zahl 725000
93 340
65 852
10 170
12 679
7 754
3 581
3 621
892000
Gewaltkriminalität
7 274
5 361
604
847
392
105
219
892500
Mord und Totschlag
112
91
8
6
3
4
-
899000
Straßenkriminalität
10 106
6 724
1 030
1 457
777
474
437

2.3 Tatverdächtige
LKA Sachsen PKS 2016 I
53
Die Relationen werden bei der Darstellung der prozentualen Verteilung deutlicher.
Tabelle 52: Tatverdächtigenwohnsitz bei ausgewählten Delikten in Prozent
Schl.-
Straftat/
Anzahl
Tatverdächtigenwohnsitz
zahl
Straftatengruppe
TV
Tatort-
Land-
übriges anderes
Aus- ohne festen
gesamt
gemeinde
kreis Sachsen Bundes-
land bzw. unbek.
land
Wohnsitz
- - - - - - - - - - - Anteil der Tatverdächtigen - - - - - - - - - - -
111000
Vergewaltigung und sexuelle Nötigung
101
70,3
6,9
12,9
10,9
-
-
131000
sexueller Missbrauch von Kindern
563
75,7
9,8
9,1
6,0
0,7
1,1
210000
Raub, räuberische Erpressung und
1 453
66,1
7,9
12,7
6,4
4,7
6,1
räuberischer Angriff auf Kraftfahrer
222000
gefährliche und schwere Körperverletzung
5 892
75,2
8,2
11,4
4,9
0,6
2,3
224000
vorsätzliche einfache Körperverletzung
12 028
79,0
8,6
8,9
3,6
0,7
1,9
230000
Straftaten gegen die persönliche Freiheit
8 028
73,0
10,4
11,0
5,5
0,8
1,9
3***00
Diebstahl ohne erschwerende Umstände
20 559
68,5
10,4
13,1
5,7
5,3
5,3
4***00
Diebstahl unter erschwerenden Umständen
6 215
57,4
10,3
17,3
9,9
13,0
8,8
****00
Diebstahl insgesamt
24 410
66,6
10,8
14,1
7,1
7,1
5,9
darunter
***100
von Kraftwagen einschl. unbef. Gebrauchs
724
35,9
9,0
15,7
17,5
26,2
6,5
***300
von Fahrrädern einschl. unbef. Gebrauchs
1 852
67,1
9,8
14,8
4,4
5,3
7,2
*10*00
in/aus Dienst-, Büro-, Fabrikations-,
1 272
54,7
15,5
17,8
8,3
7,5
6,0
Werkstatt- und Lagerräumen
*25*00
in/aus Kiosken, Geschäften,
15 366
67,9
9,4
12,7
5,6
6,6
5,9
Schaufenstern, Schaukästen, Vitrinen
*35*00
in/aus Wohnungen
2 401
66,7
9,9
12,7
6,5
2,4
6,5
*40*00
in/aus Boden-, Kellerräumen und
1 159
72,6
6,6
11,5
4,3
4,7
8,3
Waschküchen
*45*00
auf Baustellen
359
54,6
11,4
12,8
10,0
9,5
5,3
*50*00
an/aus Kraftfahrzeugen
1 249
53,4
12,6
19,7
9,0
11,5
8,2
510000
Betrug
23 276
65,2
8,7
14,7
9,3
3,0
6,9
520000
Veruntreuungen
869
61,1
10,4
15,9
10,4
2,1
0,9
530000
Unterschlagung
3 087
70,1
8,8
11,3
6,9
1,4
3,2
540000
Urkundenfälschung
2 162
51,2
8,8
13,5
9,9
16,3
4,9
620000
Widerstand gegen die Staatsgewalt und
7 428
68,7
8,7
12,5
6,6
2,6
4,8
Straftaten gegen die öffentliche Ordnung
630000
Begünstigung, Strafvereitelg. (ohne Straf-
1 211
70,6
5,8
8,3
4,8
8,3
3,7
vereitelg. im Amt), Hehlerei, Geldwäsche
640000
Brandstiftung und Herbeiführen einer
702
78,6
9,3
6,6
4,6
0,6
2,1
Brandgefahr
671000
Verletzung der Unterhaltspflicht
418
26,8
14,1
23,9
28,2
2,9
4,3
673000
Beleidigung
8 519
76,1
9,8
9,2
5,0
0,4
1,4
674000
Sachbeschädigung
7 875
76,3
9,7
9,7
4,3
1,1
2,6
676000
Straftaten gegen die Umwelt
182
54,9
17,0
10,4
12,6
4,9
0,5
710000
Straftaten gegen strafrechtliche Nebenge-
1 096
54,6
8,1
16,1
16,8
4,7
0,9
setze auf dem Wirtschaftssektor
725000
ausländerrechtliche Verstöße
20 651
36,9
0,8
5,7
7,5
36,0
14,1
726000
Straftaten gegen das Sprengstoff-,
2 095
60,8
8,0
13,0
9,0
8,7
2,0
Waffen- und Kriegswaffenkontrollgesetz
730000
Rauschgiftdelikte (BtMG)
8 093
71,4
9,9
12,9
5,6
2,5
3,5
890000
Straftaten gesamt ohne Schl.-zahl 725000
93 340
70,6
10,9
13,6
8,3
3,8
3,9
892000
Gewaltkriminalität
7 274
73,7
8,3
11,6
5,4
1,4
3,0
892500
Mord und Totschlag
112
81,3
7,1
5,4
2,7
3,6
-
899000
Straßenkriminalität
10 106
66,5
10,2
14,4
7,7
4,7
4,3

 
2.3 Tatverdächtige
54
I LKA Sachsen PKS 2016
2.3.5
Tatverdächtige nach der Häufigkeit des Auftretens
Um Hinweise auf die kriminellen Aktivitäten der Tatverdächtigen zu erhalten, wird zunächst die Anzahl der
Straftaten betrachtet, mit denen die ermittelten Personen im Berichtsjahr in der Polizeilichen Kriminalsta-
tistik registriert wurden.
Fast drei Viertel aller Tatverdächtigen des Jahres 2016 gingen mit lediglich einer Straftat in die Statistik
ein. 29 147 Tatverdächtige bzw. 26,1 Prozent standen mit mindestens zwei Delikten in Verbindung.
Tabelle 53: Tatverdächtige insgesamt nach der Anzahl der Straftaten
2016 wurden registriert ...
mit genau
mit mindestens
davon mit ... Straftaten
einer Straftat
zwei Straftaten
2
3
4
5 6 bis 10 11 bis 20 mehr als 20
82 735 Personen 29 147 Personen
14 434 5 411 2 899 1 648
3 022
1 214
519
73,9 % aller TV
26,1 % aller TV
12,9
4,8
2,6
1,5
2,7
1,1
0,5
Gegenüber dem Vorjahr veränderten sich die Verhältnisse kaum. 2015 waren landesweit 25,8 Prozent al-
ler Tatverdächtigen (28 017 Personen) mit mindestens zwei Delikten notiert worden.
Abbildung 25: Tatverdächtige 2016 nach der Häufigkeit des Auftretens
mit einer
Straftat
(82 735 TV;
73,9 %)
mit
mehreren
Straftaten
(29 147 TV;
26,1 %)
mehr als 20 Straftaten (519 TV)
11 bis 20 Straftaten (1 214 TV)
6 bis 10 Straftaten (3 022 TV)
5 Straftaten (1 648 TV)
4 Straftaten (2 899 TV)
3 Straftaten (5 411 TV)
2 Straftaten (14 434 TV)
Tabelle 54: Männliche und weibliche Tatverdächtige nach der Anzahl der Straftaten
2016 wurden registriert ...
mit genau
mit mindestens
davon mit ... Straftaten
einer Straftat
zwei Straftaten
2
3
4
5 6 bis 10 11 bis 20 mehr als 20
59 368 männl. TV 23 513 männl. TV
11 296 4 352 2 371 1 379
2 581
1 060
474
71,6 %
28,4 %
13,6
5,3
2,9
1,7
3,1
1,3
0,6
23 367 weibl. TV
5 634 weibl. TV
3 138 1 059
528
269
441
154
45
80,6 %
19,4 %
10,8
3,7
1,8
0,9
1,5
0,5
0,2

2.3 Tatverdächtige
LKA Sachsen PKS 2016 I
55
Ähnlich wie zwischen männlichen und weiblichen Tatverdächtigen gab es Unterschiede zwischen Deut-
schen und Ausländern. Der Anteil der Personen mit mehr als einer Straftat lag bei den nichtdeutschen
Tatverdächtigen selbst bei Berücksichtigung ausländerrechtlicher Verstöße niedriger als bei den deut-
schen.
Tabelle 55: Deutsche und nichtdeutsche Tatverdächtige nach der Anzahl der Straftaten
2016 wurden registriert ...
mit genau
mit mindestens
davon mit ... Straftaten
einer Straftat
zwei Straftaten
2
3
4
5 6 bis 10 11 bis 20 mehr als 20
53 466 dt. TV
21 520 dt. TV
10 604 4 034 2 162 1 238
2 172
877
433
71,3 %
28,7 %
14,1
5,4
2,9
1,7
2,9
1,2
0,6
29 269 ndt. TV
7 627 ndt. TV
3 830 1 377
737
410
850
337
86
79,3 %
20,7 %
10,4
3,7
2,0
1,1
2,3
0,9
0,2
In den Regionalbereichen der Polizeidirektionen variierte der Anteil der Tatverdächtigen mit mindestens
zwei Delikten von 23,4 Prozent (PD Görlitz) bis 26,0 Prozent (PD Dresden). Der Direktionsbereich Dres-
den verzeichnete mit + 2,5 %-Punkten den größten Zuwachs. Sinkende Anteile gegenüber dem Vorjahr
konnten in den Polizeidirektionsbereichen Leipzig, Görlitz und Zwickau ermittelt werden.
Tabelle 56: Tatverdächtige mit mindestens zwei Straftaten nach Polizeidirektionen
Dienstbereich
TV mit mindestens 2 Straftaten
davon mit ... Straftaten
Anzahl
in %
2
3 bis 5
6 bis 10
mehr als 10
PD Chemnitz
5 290
24,6
2 746
1 770
499
275
PD Dresden
7 791
26,0
3 775
2 722
845
449
PD Görlitz
3 560
23,4
1 827
1 238
324
171
PD Leipzig
9 031
25,6
4 416
3 059
1 002
554
PD Zwickau
3 094
23,5
1 623
1 034
269
168
Eine Aufschlüsselung nach Straftatengruppen zeigt, dass wiederholtes (einschlägiges) Auftreten vor allem
bei Diebstahl unter erschwerenden Umständen, Betrug und Sachbeschädigung anzutreffen ist. Ungefähr
jedem dritten im Zusammenhang mit schwerem Diebstahl ermittelten Tatverdächtigen wurden mindestens
zwei derartige Delikte angelastet. Bei Betrug traf das auf etwa jeden vierten, bei Sachbeschädigung auf
jeden fünften und in der Gewaltkriminalität auf jeden achten Tatverdächtigen zu.
Tabelle 57: Anteil einschlägig aufgetretener Tatverdächtiger nach ausgewählten Straftatengruppen
Schl.-
Straftatengruppe
Tatverdächtige
darunter einschlägig
zahl
insgesamt
Anzahl
in %
100000 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung
1 619
176
10,9
220000 Körperverletzung
18 009
2 868
15,9
326*00 einfacher Ladendiebstahl
14 215
2 752
19,4
4***00
Diebstahl unter erschwerenden Umständen
6 215
2 239
36,0
****00
Diebstahl insgesamt
24 410
6 337
26,0
510000 Betrug
23 276
5 494
23,6
674000 Sachbeschädigung
7 875
1 523
19,3
892000 Gewaltkriminalität
7 274
973
13,4

2.3 Tatverdächtige
56
I LKA Sachsen PKS 2016
Durch hohe kriminelle Aktivität fielen 2016 mit jeweils mehr als fünf zugeordneten Fällen u. a. auf:
im Zusammenhang mit Diebstahl
1 330 TV
(2015: 1 357 TV),
im Zusammenhang mit Betrugsdelikten
606 TV
(729 TV),
im Zusammenhang mit Sachbeschädigung
214 TV
(214 TV),
im Zusammenhang mit Gewaltkriminalität
20 TV
(10 TV).
Tabelle 58: Anzahl einschlägig aufgetretener Tatverdächtiger nach Straftatengruppen
Schl.-
Straftatengruppe
TV mit mind.
davon … Straftaten
zahl
2 Straftaten
2
3 bis 5
6 bis 10
> 10
100000 Straftaten gg. d. sex. Selbstbestimmung
176
123
43
6
4
darunter
111000
Vergewaltigung und sex. Nötigung
3
3
-
-
-
112000
sonstige sexuelle Nötigung
15
10
3
2
-
113000
sex. Missbrauch v. Schutzbefohlenen
1
1
-
-
-
131000
sexueller Missbrauch von Kindern
73
52
17
3
1
210000 Raub, räuberische Erpressung und räu-
berischer Angriff auf Kraftfahrer
149
105
42
1
1
220000 Körperverletzung
2 868
1 986
796
75
11
darunter
222000
gefährliche u. schw. Körperverletzung,
663
487
168
8
-
Verstümmelung weibl. Genitalien
224000
vorsätzliche einfache Körperverletzung
1 564
1 179
354
30
1
232000 Zwangsheirat, Nachstellung (Stalking)
Freiheitsberaub., Nötigung, Bedrohung
903
662
225
13
3
326*00 einfacher Ladendiebstahl
2 752
1 530
926
223
73
4***00
Diebstahl unter erschwerend. Umständen
2 239
853
757
360
269
****00
Diebstahl insgesamt
6 337
2 875
2 132
814
516
510000 Betrug
5 494
2 898
1 990
372
234
darunter
511000
Waren- und Warenkreditbetrug
1 295
654
428
128
85
515000
Erschleichen von Leistungen
2 671
1 612
968
79
12
516000
Betrug mittels rechtswidrig erlangter
unbarer Zahlungsmittel
342
123
118
61
40
530000 Unterschlagung
167
122
35
9
1
540000 Urkundenfälschung
199
133
55
7
4
622000 Hausfriedensbruch
546
339
164
26
17
641000 vorsätzliche Brandstiftung und Herbeifüh-
ren einer Brandgefahr
52
28
17
6
1
673000 Beleidigung
952
726
208
17
1
674000 Sachbeschädigung
1 523
852
457
118
96
725000 Verstöße gegen das AufenthG, AsylG,
FreizügG/EU
533
448
57
12
16
730000 Rauschgiftdelikte nach dem BtMG
1 248
920
314
14
-
892000 Gewaltkriminalität
973
685
268
19
1
Neben der Anzahl der im Berichtsjahr zugeordneten Straftaten liefert die Auswertung des PKS-Merkmals
„polizeilich bereits in Erscheinung getreten“ Hinweise auf eine eventuelle kriminelle Vergangenheit der
ermittelten Tatverdächtigen.
1
1
Das Merkmal bezieht sich in Sachsen nicht auf das Berichtsjahr, sondern auf den Gesamtzeitraum seit Beginn der Nachweis-
führung (2008). Dazu wird für jeden neu ermittelten Tatverdächtigen geprüft, ob er bereits im Zusammenhang mit einer Straftat
als Beschuldigter gespeichert ist. Das Merkmal liefert keine Auskunft über Häufigkeit und Deliktart.

2.3 Tatverdächtige
LKA Sachsen PKS 2016 I
57
2016 traten 49,2 Prozent der ermittelten Tatverdächtigen erst- und einmalig polizeilich in Erscheinung. Die
anderen Personen waren der Polizei entweder bereits durch früher begangene Delikte bekannt oder wur-
den 2016 mehrfach registriert.
Über dem Durchschnitt von 50,8 Prozent lag der Anteil bereits in Erscheinung getretener Tatverdächtiger
in den Gruppen der Erwachsenen (53,6 %), bei männlichen Personen (53,9 %) und bei deutschen Tat-
verdächtigen (61,0 %).
Tabelle 59: Erstmalig und bereits in Erscheinung getretene Tatverdächtige nach Personengruppen
Personengruppe
insgesamt
ermittelte
davon
erst- und
einmalig
polizeilich bereits in
Erscheinung getreten
Tatverdächtige
Anzahl
in %
Anzahl
in %
Tatverdächtige insgesamt
111 882
55 042
49,2
56 840
50,8
und zwar männlich
82 881
38 200
46,1
44 681
53,9
weiblich
29 001
16 842
58,1
12 159
41,9
Kinder
6 118
5 033
82,3
1 085
17,7
Jugendliche
8 535
4 623
54,2
3 912
45,8
Heranwachsende
8 663
4 259
49,2
4 404
50,8
Erwachsene
88 566
41 127
46,4
47 439
53,6
Deutsche
74 986
29 279
39,0
45 707
61,0
Nichtdeutsche
36 896
25 763
69,8
11 133
30,2
Schließt man Verstöße gegen das AufenthG, AsylG und FreizügG/EU aus der Betrachtung aus, erhöht
sich der Anteil bereits in Erscheinung getretener Nichtdeutscher auf 55,0 Prozent.
Abbildung 26: Kriminalitätsanteil bereits in Erscheinung getretener Tatverdächtiger im Jahr 2016
… nach Tatverdächtigen
… nach aufgeklärten Fällen
56 840 Tatverdächtige, die polizeilich
125 102 Fälle, an denen polizeilich bereits
bereits in Erscheinung getreten waren
in Erscheinung getretene Tatverdächtige
beteiligt waren
49,2 %
50,8 %
30,9 %
69,1 %
55 042 Tatverdächtige, die erstmals
55 982 Fälle, die ausschließlich von erst-
polizeilich in Erscheinung traten
malig in Erscheinung getretenen Tatver-
dächtigen begangen wurden

2.3 Tatverdächtige
58
I LKA Sachsen PKS 2016
Die nachstehende Tabelle betrachtet den Anfall polizeilich bereits in Erscheinung getretener Tatverdächti-
ger in ausgewählten Straftatengruppen. Ausschlaggebend ist auch hier lediglich die Tatsache einer frühe-
ren Rechtsverletzung, nicht die betroffene Rechtsnorm.
Tabelle 60: Anzahl polizeilich bereits in Erscheinung getretener Tatverdächtiger nach Alters- und
Straftatengruppen
Schl.-
Straftat/Straftatengruppe
Kinder
Jugendliche
Heran-
Erwachsene
Tatverdäch-
zahl
wachsende
tige gesamt
Anz.
in %
Anz.
in %
Anz. in %
Anz.
in %
Anz. in %
- - - - - - Straftaten insgesamt
1 085 100,0 3 912 100,0 4 404 100,0 47 439 100,0 56 840 100,0
000000 Straftaten gegen das Leben
-
-
5
0,1
5
0,1
77
0,2
87
0,2
100000 Straftaten gegen die sexuelle
Selbstbestimmung
24
2,2
86
2,2
95
2,2
787
1,7
992
1,7
111000 - Vergewaltigung und sexuelle
Nötigung §§ 177 Abs. 2, 3
und 4, 178 StGB
1
0,1
3
0,1
9
0,2
55
0,1
68
0,1
200000 Rohheitsdelikte, Straftaten ge-
275
25,3 1 242
31,7 1 316 29,9 13 992
29,5 16 825 29,6
gen die persönliche Freiheit
210000 - Raub, räuber. Erpressung,
20
1,8
122
3,1
158
3,6
950
2,0
1 250
2,2
räuber. Angriff auf Kraftfahrer
222000 - gefährl. u. schwere Körper-
verletzung
83
7,6
451
11,5
474 10,8
3 295
6,9
4 303
7,6
3***00 Diebstahl ohne erschwerende
341
31,4 1 138
29,1 1 027 23,3 10 625
22,4 13 131 23,1
Umstände
326*00 - Ladendiebstahl
269
24,8
743
19,0
647 14,7
6 987
14,7
8 646 15,2
4***00 Diebstahl unter erschwerenden
76
7,0
329
8,4
412
9,4
4 347
9,2
5 164
9,1
Umständen
****00 Diebstahl insgesamt
387
35,7 1 317
33,7 1 253 28,5 13 111
27,6 16 068 28,3
***100 - von Kraftwagen einschließlich
2
0,2
23
0,6
45
1,0
503
1,1
573
1,0
unbefugten Gebrauchs
***200 - von Mopeds/Krafträdern ein-
2
0,2
37
0,9
27
0,6
293
0,6
359
0,6
schließlich unbef. Gebrauchs
***300 - von Fahrrädern einschließlich
27
2,5
90
2,3
139
3,2
1 391
2,9
1 647
2,9
unbefugten Gebrauchs
*35*00 - in/aus Wohnungen
31
2,9
179
4,6
174
4,0
1 531
3,2
1 915
3,4
*40*00 - in/aus Boden-, Kellerräumen
12
1,1
30
0,8
76
1,7
920
1,9
1 038
1,8
und Waschküchen
500000 Vermögens- und Fälschungs-
62
5,7
722
18,5 1 410 32,0 15 957
33,6 18 151 31,9
delikte
510000 - Betrug
50
4,6
595
15,2 1 269 28,8 13 197
27,8 15 111 26,6
515000 -- Erschleichen von Leistungen
37
3,4
434
11,1
788 17,9
5 635
11,9
6 894 12,1
530000 - Unterschlagung
13
1,2
109
2,8
149
3,4
1 875
4,0
2 146
3,8
600000 sonst. Straftatbestände (StGB)
373
34,4 1 556
39,8 1 340 30,4 13 756
29,0 17 025 30,0
674000 - Sachbeschädigung
236
21,8
844
21,6
617 14,0
3 973
8,4
5 670 10,0
700000 Straftaten gegen strafrechtliche
246
22,7
836
21,4 1 060 24,1
7 759
16,4
9 901 17,4
Nebengesetze
725000 - Verstöße geg. das AufenthG,
199
18,3
100
2,6
136
3,1
1 056
2,2
1 491
2,6
AsylG und FreizügG/EU
730000 - Rauschgiftdelikte (BtMG)
31
2,9
609
15,6
774 17,6
5 028
10,6
6 442 11,3
731000 -- allgemeine Verstöße
28
2,6
508
13,0
622 14,1
4 008
8,4
5 166
9,1
732000 -- unerlaubter Handel mit und
4
0,4
97
2,5
145
3,3
728
1,5
974
1,7
Schmuggel von Rauschgiften

 
2.3 Tatverdächtige
LKA Sachsen PKS 2016 I
59
Unter den Erwachsenen befanden sich prozentual die meisten Mehrfachtatverdächtigen. Von den tatver-
dächtigen Kindern waren fast vier Fünftel „Einsteiger“, sie traten 2016 erstmalig und mit lediglich einer
Straftat polizeilich in Erscheinung. Kinder, die im Zusammenhang mit schwerem Diebstahl ermittelt wur-
den, waren der Polizei jedoch zu 60,3 Prozent bereits bekannt. 2015 waren es 53,0 Prozent.
Tabelle 61: Prozentanteil erst- und einmalig in Erscheinung getretener Tatverdächtiger nach Al-
ters- und Straftatenobergruppen
Schl.-
Straftatenobergruppe
Kin- Jugend-
Heran- Erwach-
TV
zahl
der
liche wachsende
sene gesamt
- - - - - - Straftaten insgesamt
82,3
54,2
49,2
46,4
49,2
000000 Straftaten gegen das Leben
-
16,7
-
47,3
44,9
100000 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestim-
mung
57,9
46,3
24,6
38,3
38,7
200000 Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die
persönliche Freiheit
59,9
32,3
25,1
33,0
33,1
3***00 Diebstahl ohne erschwerende Umstände
66,6
38,4
34,7
34,1
36,1
darunter
326*00
Ladendiebstahl
68,4
43,6
38,3
36,5
39,2
4***00 Diebstahl unter erschwerenden Umständen
39,7
20,7
16,3
16,1
16,9
****00 Diebstahl insgesamt
65,1
37,3
32,7
32,2
34,2
500000 Vermögens- und Fälschungsdelikte
58,7
35,4
30,8
36,2
35,9
600000 sonstige Straftatbestände (StGB)
63,0
37,4
29,4
35,4
36,2
darunter
674000
Sachbeschädigung
59,5
30,6
23,5
24,6
28,0
700000 Straftaten gegen strafrechtliche Nebengesetze
93,1
74,1
70,0
64,4
69,2
2.3.6
Weitere Angaben zu den Tatverdächtigen
Die in Sachsen ermittelten Tatverdächtigen handelten überwiegend als Einzeltäter.
Als Alleinhandelnde wurden insgesamt registriert:
70 475
männliche Tatverdächtige
85,0 Prozent,
24 051
weibliche Tatverdächtige
82,9 Prozent,
94 526
Tatverdächtige insgesamt
84,5 Prozent.
Der Prozentanteil alleinhandelnder Tatverdächtiger ist geringfügig um 0,8 Punkte gestiegen. 2015 lag der
Anteil bei den männlichen und weiblichen Tatverdächtigen jeweils 0,8 Punkte niedriger als 2016. Ob Per-
sonen allein oder gemeinschaftlich vorgingen, hing unter anderem vom Alter der Tatverdächtigen und von
der Staatsangehörigkeit ab. 2016 handelten 71,9 Prozent der ermittelten Kinder allein, 75,6 Prozent der
Jugendlichen, 83,0 Prozent der Heranwachsenden und 86,4 Prozent der Erwachsenen. Von den deut-
schen Tatverdächtigen gingen 83,0 Prozent allein vor, von den nichtdeutschen Tatverdächtigen 87,6 Pro-
zent. Ohne Berücksichtigung ausländerrechtlicher Delikte betrug der Anteil bei den ermittelten Nichtdeut-
schen 79,1 Prozent.
Deliktabhängig handelten Tatverdächtige insbesondere bei Straftaten der schweren Kriminalität gemein-
schaftlich. Raub, räuberische Erpressung und räuberischer Angriff auf Kraftfahrer wurden 2016 von 717
Tatverdächtigen allein (49,3 %) begangen. Von den wegen Diebstahls unter erschwerenden Umständen
ermittelten Tatverdächtigen gingen 3 718 (59,8 %) als Einzeltäter hervor.
Auch in der Straßen- und Gewaltkriminalität spielte Gruppentäterschaft eine wesentliche Rolle. Zu den
Rechtsverletzungen im Bereich „892000 Gewaltkriminalität“ wurden 3 984 (54,8 %) allein handelnde Tat-
verdächtige ermittelt. Von den unter dem Summenschlüssel „899000 Straßenkriminalität“ erfassten Tat-
verdächtigen handelten 5 796 (57,4 %) als Einzeltäter.

2.3 Tatverdächtige
60
I LKA Sachsen PKS 2016
Tabelle 62: Ausgewählte Straftaten mit geringem Anteil allein handelnder Tatverdächtiger
Schl.-
Straftat/
ermittelte Tatverdächtige
zahl
Straftatengruppe
ins-
allein handelnd
gesamt
absolut
in %
623000 Landfriedensbruch
355
12
3,4
4**800 Diebstahl unter erschwerenden Umständen von Antiquitäten,
Kunst- und sakralen Gegenständen
25
4
16,0
310200 Diebstahl ohne erschw. Umstände einschl. unbef. Gebrauchs
in/aus Dienst-, Büro-, Fabrikations-, Werkstatt und Lagerräumen
von Mopeds- und Krafträdern
6
1
16,7
490500 schwerer Taschendiebstahl von unbaren Zahlungsmitteln
13
3
23,1
425300 Diebstahl unter erschw. Umständen in/aus Geschäften und dgl.
von Fahrrädern
21
6
28,6
410100 Diebstahl unter erschw. Umständen in/aus Dienst-, Büro-, Fabri-
kations-, Werkstatt und Lagerräumen von Kraftwagen
61
18
29,5
219000 Raubüberfall in Wohnungen
209
71
34,0
410500 Diebstahl unter erschw. Umständen in/aus Dienst-, Büro-, Fabri-
kations-, Werkstatt u. Lagerräumen v. unbaren Zahlungsmitteln
42
15
35,7
217000 sonstige Raubüberfälle auf Straßen, Wegen oder Plätzen
537
198
36,9
Tabelle 63: Ausgewählte Straftaten mit hohem Anteil allein handelnder Tatverdächtiger
Schl.-
Straftat/
ermittelte Tatverdächtige
zahl
Straftatengruppe
ins-
allein handelnd
gesamt
absolut
in %
671000 Verletzung der Unterhaltspflicht
418
418
100,0
515000 Erschleichen von Leistungen
8 904
8 847
99,4
132000 exhibitionistische Handlungen, Erregung öffentl. Ärgernisses
138
132
95,7
725000 Straftaten gegen das AufenthG, AsylG und FreizügG/EU
20 651
19 491
94,4
731000 allgemeine Verstöße nach § 29 BtMG
6 489
6 112
94,2
726200 Straftaten gegen das Waffengesetz
1 464
1 370
93,6
621000 Widerstand gegen die Staatsgewalt
1 185
1 104
93,2
224000 vorsätzliche einfache Körperverletzung
12 028
11 130
92,5
112000 sonstige sexuelle Nötigung
370
341
92,2
133000 sexueller Missbrauch von Jugendlichen
81
73
90,1
624000 Vortäuschen einer Straftat
444