Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil III
Inhaltsverzeichnis Teil III
Seite
3
Förderplanung und Förderplan
338
3.1
Vom Bedarf zum Förderplan
339
3.2
Förderplanung und Förderplan (1) [Erstellung und Inhalte]
339
3.3
Förderplanung und Förderplan (2) [Anforderungen]
339
3.4
Qualitätskriterien für Förderplanarbeit
340
3.5
Literaturempfehlungen
341
3.6
Beispielmaterialien
342
3.6.1
Erfassungsbogen zur Analyse der Lern- und Entwicklungs-
bedingungen als Entscheidungshilfe zum Förderort für den
Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung
342
3.6.2
Beispielförderplan - Förderschwerpunkt Lernen (1)
346
3.6.3
Beispielförderplan - Förderschwerpunkt Lernen (2)
350
3.6.4
Beispielförderplan - Förderschwerpunkt emotionale und
soziale Entwicklung (Auszug)
352
3.6.5
Beispielförderplan - Förderschwerpunkt Sprache, Teil 1
353
3.6.6
Beispielförderplan - Förderschwerpunkt Sprache, Teil 2
354
3.6.7
Beispielförderplan – Förderschwerpunkt körperliche und
motorische Entwicklung
356
337

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil III
3
Förderplanung und Förderplan
"In der gemeinsamen Arbeit (am Handbuch zur Förderdiagnostik) wurde immer wieder
deutlich, dass Förderdiagnostik eine möglichst umfassende und genaue Darstellung
der höchst subjektiven Lebens- und Lernsituationen ist und die veränderbaren Ent-
wicklungs- und Lernbereiche eines Kindes finden muss." (Handbuch S. 6)
Die vorangegangenen Kapitel wenden sich an die Lehrer der allgemein bildenden
Schulen, wenn es um die Entscheidung geht, einen Schüler zur Feststellung des son-
derpädagogischen Förderbedarfs einer Förderschule zu melden und zeigen Hilfen bei
der Auswahl geeigneter diagnostischer Methoden für Diagnostiklehrer auf.
In dem folgenden Abschnitt wird die Förderplanung in den Prozess der Förderdiagnos-
tik einbezogen. Er wendet sich damit sowohl an Förderschullehrer als auch zunehmend
an Lehrer von Grund- und Mittelschulen sowie Gymnasien, wenn sie Schüler mit son-
derpädagogischem Förderbedarf integrativ unterrichten, da die Förderschulordnung
und die Schulintegrationsverordnung die Förderplanarbeit als verbindliche Aufgabe des
Lehrers ausweisen. Ansatzpunkte und Anregungen für ihre tägliche Arbeit werden ins-
besondere auch Grundschullehrer entnehmen können, wenn sie Entwicklungspläne für
ihre Schüler entsprechend den Richtlinien für die Verbesserte Schuleingangsphase
erstellen.
Durch eine praxisorientierte Zusammenstellung wissenschaftlicher Erkenntnisse, Erläu-
terung von Begriffen und Beispielen soll das folgende Kapitel allen Beteiligten Anre-
gung für die Förderplanarbeit geben.
338

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil III
3.1
Vom Bedarf zum Förderplan
Förderdiagnostik wird vor allem dadurch charakterisiert, dass sie nicht bei der Erhe-
bung eines individuellen Förderbedarfs, d. h. bei der Beschreibung von Ressourcen
und Potenzen, Defiziten und Problemlagen stehen bleibt, sondern auf die individuelle
Förderung, auf eine Entwicklung des Schülers zielt. Der im Förderpädagogischen Gut-
achten festgestellte Förderbedarf stellt mithin eine Anzeige des Bedarfs an Hilfen und
Unterstützung dar, die in einem Förderplan konkretisiert und für die praktische Umset-
zung im Unterricht mit konkreten Zielen und Maßnahmen unterlegt werden.
Förderplanung als Prozess der Planung der Förderung und der Förderplan als sein ma-
terialisiertes Ergebnis bedeuten die konsequente Fort- und Umsetzung des förderpä-
dagogischen Prozesses und des Gutachtens und sind mit diesen in untrennbarem Zu-
sammenhang zu verstehen.
Der Förderplan stellt für den betroffenen Schüler das eigentliche Hilfeangebot dar - er
entwirft Angebote für ihn und schlägt Bedingungsarrangements vor, die einer Entwick-
lung der Persönlichkeit in die gewünschte Richtung und der Verminderung individueller
Problemlagen dienlich sein könnten. Er besitzt eine immense Bedeutung für die päda-
gogische Arbeit. Als Plan schafft er für den Fördernden die Möglichkeit des zielgerich-
teten, strategischen Handelns über einen längeren Zeitraum und antizipiert angestrebte
Entwicklungen. Darüber hinaus gibt er handelnden Pädagogen eine notwendigkeitsbe-
zogene Orientierung in der Vielfalt der Handlungsmöglichkeiten, die sich aus dem För-
derpädagogischen Gutachten ergeben.
Es im Rahmen des Verfahrens zur Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs
bei der "reinen" Begutachtung zu belassen, auf einen Förderplan verzichten, hieße Po-
tenzen verschenken, Angebote vorenthalten und Diagnostik als Selbstzweck betreiben.
Förderplanung, Förderplan und letztlich Förderung sind genauso individuell wie der
Schüler und seine Bedürfnisse. Sie orientieren sich am (im Förderpädagogischen Gut-
achten festgestellten) individuellen Förderbedarf und den konkreten Rahmenbedingun-
gen in denen die Förderung erfolgt. Es kann also trotz grundsätzlicher Vorgehenswei-
sen und inhaltlicher Vorgaben keine allgemein gültigen Regeln geben, sondern Vor-
schläge innerhalb einer Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten. Unabhängig von per-
sönlicher Sichtweise und theoretischem Zugang stehen das Wohl des Kindes und die
Befriedigung aktueller Förderbedürfnisse in der (förder-)pädagogischen Arbeit an
oberster Stelle. Der Förderplan stellt dafür ein wesentliches Instrument dar.
3.2
Förderplanung und Förderplan (1) Link PowerPoint-Präsentation
Hinweise zur Planung der Förderung und zum Inhalt des Förderplans
3.3
Förderplanung und Förderplan (2) Link PowerPoint-Präsentation
Hinweise zu Anforderungen an einen Förderplan
339

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil III
3.4
Qualitätskriterien für Förderplanarbeit
(Vgl. Förderplanung und Gestaltung der Förderung, ZfH Sachsen, Ausgabe 2/2003.)
Die Qualität von Förderdiagnostik insgesamt und mithin auch für den Prozess der För-
derplanung bezieht sich auf drei Ebenen:
Strukturqualität:
Sie benennt die Rahmenbedingungen, die erfüllt sein müssen, um
die beabsichtigten Leistungen zu erbringen; z.B. räumliche, sächliche und personelle
Voraussetzungen; das Vorhandensein eines rechtlichen Rahmens, von Handreichun-
gen (z. B. das Handbuch der Förderdiagnostik in Sachsen) oder die Sicherstellung von
Aus- und Fortbildung.
Prozessqualität
: Diese bezieht sich auf die Planung, Strukturierung und den Ablauf
der beabsichtigten Leistungserbringung. Die Verfahrensschritte sind systematisch auf-
einander abgestimmt und schriftlich vereinbart; z. B. individuelle Förderpläne, Verein-
barungen zum Vorgehen in den einzelnen Schulen. Die Prozessplanung orientiert sich
vor allem am möglichen Sonderpädagogischen Förderbedarf des Schülers.
Ergebnisqualität:
Sie beschreibt den Zielerreichungsgrad. Dabei wird das tatsächliche
Ergebnis aus den Entwicklungsprozessen in der Förderdiagnostik mit dem angestreb-
ten Ziel verglichen. Neben einer Selbstkontrolle der Lehrerinnen und Lehrer spielt die
Einschätzung der Schüler, Eltern und der Mitarbeiter der Einrichtungen bzw. Institutio-
nen im Netzwerk eine wichtige Rolle. Die Überprüfung findet kontinuierlich statt und
dient der Weiterentwicklung der Förderdiagnostik.
Qualitätskriterium
Qualitätsstandard
Förderplanung
ƒ
Die Erarbeitung des Förderplanes, seine Umsetzung und seine
Überprüfung sind kooperative Prozesse - der Schüler ist einzu-
beziehen.
ƒ
Mit Hilfe der Förderplanung werden die Förderung in der Schule
und im familiären Umfeld koordiniert.
Förderplan
ƒ
Er beinhaltet konkrete Ziele der Förderung für dieses Kind und
für einen überschaubaren Zeitraum ausgehend von seinem ak-
tuellen Entwicklungsstand.
ƒ
Aufgeführt werden die vorgesehenen Maßnahmen für die För-
derung, die beteiligten Personen und Zeitpunkte für Zwischen-
bilanzen.
ƒ
Er verknüpft die schulischen mit den außerschulischen Förder-
maßnahmen für dieses Kind.
ƒ
Der Förderplan ist ein Arbeitsinstrument der Lehrer, die den
Schüler in ihrem Unterricht fördern. Er muss für sie realistisch,
überschaubar, handhabbar und flexibel sein und er begleitet
den Schüler.
Gestaltung der Förderung
ƒ
Die Förderung unterstützt die Entwicklung des Kindes ausge-
hend von seinen Stärken in Richtung der Förderziele.
ƒ
Die Förderung nutzt die Potenziale des Unterrichts und die
sozialen Bedingungen in der Klasse.
ƒ
Die Förderung beinhaltet gleichzeitig eine prozessimmanente
Diagnostik, die es erlaubt, das weitere Vorgehen so zu bestim-
men, dass das Kind in die Zone der nächsten Entwicklung ge-
langt.
ƒ
Der Schüler hat einen aktiven Anteil an seiner Förderung.
340

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil III
3.5
Literaturempfehlungen
Boban, I., Hinz, A. (2000): Förderpläne - für integrative Erziehung überflüssig!? Aber
was dann?? In: Mutzeck, W. (Hrsg.): Förderplanung. Grundlagen - Methoden - Alterna-
tiven. Weinheim: Deutscher Studien Verlag
Bundschuh, K. (2000): Differenzierte Begutachtung und Kompetenzorientierung. Anfor-
derungen an eine heilpädagogische Diagnostik im 21. Jahrhundert. Zeitschrift für Heil-
pädagogik, 51. Jahrgang, Heft 8, S. 321 - 326
Eberwein, H. (1996): Förderdiagnostik als Lernprozessdiagnostik. In:
http://bidok.uibk.ac.at/texte/eberwein-diagnostik.html
(Vortragsmanuskript)
Jogschies, P. (2000): Tätigkeitsorientierte Planung der sonderpädagogischen Förde-
rung. In: Mutzeck, W. (Hrsg.): Förderplanung. Grundlagen - Methoden - Alternativen.
Weinheim: Deutscher Studien Verlag
Kretschmann, R., Arnold, K.-H. (1999): Leitfaden für Förder- und Entwicklungspläne.
In: Zeitschrift für Heilpädagogik. 50. Jahrgang, Heft 9, S. 410 - 420
Matthes, G. (1998): Modellierung der individuellen Lernsituation und Individueller Ent-
wicklungsplan (IEP). Die Sonderschule. 1998, S. 102 - 111
Mutzeck, W. (2000): Kooperative Förderplanung. In: Mutzeck, W. (Hrsg.): Förderpla-
nung. Grundlagen - Methoden - Alternativen. Weinheim: Deutscher Studien Verlag
Mutzeck, W. (2000): Förderplanschemata und abschließende Bemerkungen. In: Mut-
zeck, W. (Hrsg.): Förderplanung. Grundlagen - Methoden - Alternativen. Weinheim:
Deutscher Studien Verlag
Sander, A. (2000): Zu Theorie und Praxis individueller Förderpläne für Kinder mit son-
derpädagogischem Förderbedarf. In: Mutzeck, W. (Hrsg.): Förderplanung. Grundlagen-
Methoden - Alternativen. Weinheim: Deutscher Studien Verlag
Vernooij, M. A. (1996) Diagnostik - Förderdiagnostik - und was dann? In: Neukäter, H.
(Hrsg.): Erziehungshilfe bei Verhaltensstörungen, Vernetzung der sozialen, pädagogi-
schen und medizinischen Dienste. Oldenburg: Zentrum für pädagogische Berufspraxis.
341

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil III
3.6 Beispielmaterialien
3.6.1 Erfassungsbogen zur Analyse der Lern- und Entwicklungsbedingungen als
Entscheidungshilfe zum Förderort für den Förderschwerpunkt körperliche
und motorische Entwicklung
1. Organisatorische Bedingungen
Bedingungen
notwendig Bemerkung
Schulwegsicherung
Art der Beförderung
(Schulbus, Taxi, Spezialfahrzeug)
Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel
ohne Verkehrsmittel: zu Fuß, Fahrrad,
Dreifahrrad
mit Begleitung
ohne Begleitung
Schulraumgestaltung
Einsatz von Rampen
Fahrstuhlbenutzung
Treppenbenutzung (Tragerollstuhl usw.)
Pausenhofgestaltung
Sicherheitsaspekte
Klassenraumgestaltung
Bestimmung des Raums (z. B. Erdgeschoss)
übersichtliche Klassenraumgestaltung
reizarme Lernumgebung
zentrale Positionierung (z. B. vorn, vor der
Tafel)
Vermeidung von Blendung durch Lichteinfall
unterfahrbares Waschbecken
Möglichkeiten zur Lagerung/Ruhe
Fachraumsituation
Erreichbarkeit der Fachräume
adäquate Ausstattung der Fachräume
Psychohygienische Bedingungen
behindertengerechtes WC
abrufbereite Person (feste Bezugsperson) für
den Toilettengang
342

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil III
Bedingungen
notwendig Bemerkung
Entsorgungsmöglichkeit hygienischer und
medizinischer Artikel (Windeln)
Wickelraum, Wickelliege, Spiegelvorrichtung
Zeitliche Bedingungen
Gewährung zusätzlicher Ruhephasen
Gewährung zusätzlicher Zeiten für Klassen-
arbeiten
Gewährung von Teilaufgaben
2. Sächliche Bedingungen
Bedingungen
notwendig Bemerkung
Einsatz von Hilfsmitteln
Elektrischer Rollstuhl
Rollstuhl
Sportrollstuhl
Rollator
Dreipunkt-/Vierpunktstützen
Rollbrett
Stehständer
Computer/Note Book
gestützte Kommunikation (Schreibhilfe,
Sprachcomputer)
Esshilfen
Bleigewichte, -manschetten
Kopfstützen
Sitzposition
sitzt während des Unterrichts nicht im Rollstuhl
Stuhl ist der Körpergröße angepasst
Stuhl bietet seitlichen Halt
zusätzlicher Einsatz eines Stehständers
zusätzlicher Einsatz eines Sitzballs
zusätzlicher Einsatz einer Reitsitzbank
Spezialstuhl
343

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil III
Bedingungen
notwendig Bemerkung
Keilkissen
Vakuum-Lagerungskissen
Tischposition
Rollstuhlunterfahrbarkeit
- auch in Fachräumen
Schräg- und Höhenverstellbarkeit
Fixierungsmöglichkeit für Medien
rutschfeste Unterlage
zusätzlicher Computertisch
Spezielle Unterrichtsmedien
Linkshänderschere, Spezialschere
Spezialstifte
vergrößerte Schriftbilder
Leselupe
Fixierungshilfen, Griffhalter
3. Personelle Bedingungen
Bedingungen
notwendig Bemerkung
Einsatz von Lehrkräften
Regelschullehrer
Förderschullehrer
Stützlehrer/Zweitlehrer
Einsatz von Assistenten
pädagogische Unterrichtshilfe
Zivildienstleistender
Therapeut
Therapeut im Unterricht
Therapeut im außerschulischen Bereich
344

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil III
4. Pädagogisch-therapeutische Bedingungen
Bedingungen
notwendig
Bemerkung
Nachteilsausgleich
im Zeitumfang
im Aufgabenumfang
in der Variation der Aufgabenpräsentation
in Form von Hilfeleistungen
Unterstützungsmaßnahmen
Handling
materialisierte Unterstützungsmaßnahmen
personalisierte Unterstützungsmaßnahmen
Alltagshandlungen, die ohne Unterstützung
durchgeführt werden sollen
Förderung/Therapie
außerunterrichtliche Therapiemaßnahmen
unterrichtsintegrierte Therapiemaßnahmen
Spezielle Behinderungsaspekte
(bezogen
auf Schädigungsbilder, z. B. Epilepsie)
Sportunterricht
Ausschluss (mit Begründung)
Teilbefreiung
Sicherheitsvorkehrungen
Schwimmunterricht
Schwimmlehrbefähigung der Lehrperson
Zusatzqualifikation "Schwimmen mit behinder-
ten Menschen"
Spezialschwimmbekleidung
Beachten der Wassertemperatur
345

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil III
3.6.2 Beispielförderplan - Förderschwerpunkt Lernen (1)
Was habe ich erreicht?
Verbesserung Hand-
und Fingerbeweglich-
keit erkennbar
Verkrampfungen müs-
sen noch teilweise
abgebaut werden
wendet Druck auf
Daumen und Zeigefin-
ger an, nicht mehr auf
die ganze Hand
Zeitraum
Absprachen
1. Schulhalbjahr
Absprachen mit
allen unterrichten-
den Lehrern
(monatlich)
Information an El-
tern (kleine Auf-
träge mit Kontrolle)
Fördermaßnahmen/Methoden
immer mittwochs 5. Stunde
Fingerlockerungsübung
Greifen, Loslassen, Drücken,
Ziehen, Drehen, Werfen ...
Förderschulmagazin 7/8 2000
Lied
: "Daumen, wo bist du?"
Wechsel von Anspannung
und Entspannung
Förderschulmagazin 7/8 2000
Handgelenk- und Finger-
lockerungsübungen
Ledl: Kinder beobachten und
fördern, J & V 1994, S. 153 ff.
Was will ich erreichen?
Entwicklung von:
Hand- und Fingerbeweglich-
keit
(Kraft Geschwindigkeit, Genau-
igkeit) als Grundlage für das
Malen und Schreiben
Ist-Zustand
(Stärken/
Schwächen)
starke Verkramp-
fungen der Finger
geringe Kraft in
den Fingern
Schule zur Lernförderung – Förderplan
Name:
Rudi
Wer fördert?
Klassenleiter/Förderlehrer
Schuljahr: 2003/2004 Ist/Soll: 1/1
Förderbereich
Motorik/Fein-
motorik
Handbeweglich-
keit
346

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil III
Was habe ich erreicht?
gewinnt Freude am Malen
Fortschritte beim Ausmalen
erkennbar (versucht Be-
grenzungen einzuhalten)
Absprachen mit den Eltern
gestalten sich schwierig
(unzuverlässig)
Zusammenarbeit mit Eltern
verbessern (ein Pendelheft
für Förderbereiche Motorik,
Sprache, Kognition anle-
gen)
Termine im Voraus fest-
legen
Teilerfolge erkennbar:
nutzt Hilfen zur Lautbildung
Zeitraum
Absprachen
1. Schulhalbjahr
Absprachen mit
allen unterrichten-
den Lehrern
(monatlich)
Informationen an
die Eltern
Spiegel als Hilfe
zur Anbildung von
Lauten und zur
Kontrolle
Fördermaßnahmen/Methoden
Kräftigungsübungen
Förderschulmagazin
7/8 2000
Malübungen
Übungen zur Handhabung
der Schreibgeräte
Engelbrecht/Weigert: Lern-
behinderungen verhindert,
Verlag Dieserweg 1991,
S. 196 ff.
Nutzung der Diagnostikwerk-
statt an der Schule
immer montags 5. Stunde
Übungen zur korrekten Laut-
bildung:
Einsatz von Hilfen und Verstär-
kern
Jussen: Kölner Lernspiele,
Verlag g. Holdau
Ledl: Kinder beobachten und
fördern, J & V 1994, S. 205 ff.
Sedlak/Sindelar: Hurra, ich
kann's, öbv & hpt Wien
Was will ich erreichen?
visuomotorischer Koordina-
tion
feinmotorischer Koordination
(Umgang mit den Schulsachen)
Entwicklung von:
bewusster Anbildung der
Laute
Ist-Zustand
(Stärken/Schwächen)
unkoordinierte Abläu-
fe
Handgelenk-Finger-
Differenzierung
Stärken:
gut motivierbar
fehlerhafte Lautbil-
dung
(d, t, g, k, m, n)
Förderbereich
Sprache/
Sprachfähigkeit
Lautbildung, Artiku-
lation, Wortschatz,
Satzbildung
347

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil III
Was habe ich erreicht?
kennt seine Sprechwerk-
zeuge, aber kein durch-
gängiger Einsatz
Wortschatz ansatzweise
erweitert
bedarf weiterhin Hilfen
(Bilder) für Wortfindungen
Wortgruppenbildung erwei-
tert
Satzbildung nur nach di-
rekter Aufforderung
Zeitraum
Absprachen
Fördermaßnahmen/Methoden
Atemübungen
Blasübungen
Kieferübungen
Zungenübungen
Förderschulmagazin: 7/8 1998,
S. 17 - 19
Jussen: Kölner Spiele, Verlag
G. Holdau
Ledl: Kinder beobachten und
fördern, J & V 1994, S. 206
Wortfindungsübungen:
Auswahl der Wörter aus der
unmittelbaren Umwelt in Bezie-
hung zu Unterrichtsinhalten
Jussen: Kölner Lernspiele,
Verlag G. Holdau
Ledl: Kinder beobachten und
fördern, J & V 1994, S. 208 ff.
Wortgruppen- und Satz-
bildungsübungen:
Wortgruppen/Sätze nach-
sprechen
Sätze Bildern zuordnen
Sedlak/Sindelar: Hurra, ich
kann's, öbv & hpt Wien
Jussen: Kölner Lernspiele,
Verlag G. Holdau
Ledl: Kinder beobachten und
fördern, J & V 1994, S. 208/209
Nutzung der Diagnostikwerk-
statt an der Schule
Was will ich erreichen?
Artikulationsmotorik
(Bewusstmachen der Sprech-
werkzeuge)
altersgerechtem Wort-
schatz/Wortfindung
umfangreicheren Wortgrup-
pen bis zu einfachen Sätzen
Ist-Zustand
(Stärken/Schwächen)
sehr undeutliche und
unartikulierte Sprache
nicht angemessene alters-
gerechte Verständigung
(Wortschatz)
spricht nicht in Sätzen
(Wortgruppen/Satzteilen)
Stärken:
gute Gesprächs- und
Kontaktbereitschaft
Förderbereich
348

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil III
Was habe ich erreicht?
erfasst Mengen bis zur
Zahl 3 sicher
bedarf bei den Zahlen 6
und 9 noch konkrete An-
schauung bzw. Hilfen
setzt Handlungsschritte mit
Hilfe von Piktogrammen ein
keine sicheren Fähigkeiten
und Fertigkeiten bei Figur-
Grund-Unterscheidung
und Formenkonstanz
Zeitraum
Absprachen
1. Schulhalbjahr
Absprachen mit
allen unterrichten-
den Lehrern (mo-
natlich)
Information an El-
tern (u. a. differen-
zierte Hausaufga-
ben)
Fördermaßnahmen/Methoden
freitags 1. Stunde
Übungen zum simultanen
Erfassen:
Anschauung (Originale, Lege-
material)
Ledl: Kinder beobachten und
fördern, J & V 1994, S. 210/214
Wunderlich: 1, 2, 3 mit allen
Sinnen, AOL Verlag
Zuordnungsübungen
Originale > Bild > Zahl
Wunderlich: 1, 2, 3 mit allen
Sinnen, AOL Verlag
Engelbrecht/Weigert: Lernbe-
hinderungen verhindern, Verlag
Disterweg 1991, S. 201 ff.
Förderschulmagazin 7 - 9 2000,
S. 41 - 43
Training von Handlungs-
schritten
Hören/Wiederholen
Sehen
Tun
Kontrolle
Schulung der visuellen
Wahrnehmungsfähigkeit
Figur-Grund-Unterscheidung
Formenkonstanz
Biermann: Spiele zur Wahr-
nehmungsförderung, Verlag
Herder Freiburg
Förderschulmagazin 7 - 8 2000,
S. 11 - 12
Sonderschulmagazin 10 1992,
S. 13
Nutzung der Diagnostikwerk-
statt an der Schule
Was will ich erreichen?
Entwicklung von:
simultanem Erfassen der
Menge bis 5
Beziehungen zwischen einer
Menge und der entsprechen-
den Zahl
Handlungsschritte zum
Sortieren von Mengen
Ist-Zustand
(Stärken/Schwächen)
Schwierigkeiten bei simul-
taner Mengenerfassung
(bis 2 möglich)
Zuordnen von Mengen zu
einer Zahl fehlerhaft
Sortieren von Mengen
Stärken:
lernwillig, gut motivierbar
Förderbereich
Kognition/
mathematisches
Denken
349

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil III
3.6.3 Beispielförderplan - Förderschwerpunkt Lernen (2)
Besonderheiten während der
Durchführung (Beobachtungen)
Neuer IST-Zustand
im mündlichen Sprachgebrauch
erreicht - schriftlich noch nicht
ausreichend
Verlängerung bis Februar
Organisation der Förderung
Wer? Wo? (auch externe
Förderung) Wann?
x
Klassenlehrer (Deutsch)
x
in allen Unterrichts-
fächern
x
im Förderunterricht
x
Beteiligung der Eltern
(Spiele)
x
Therapie außerhalb der
Schule (Logopädie)
x
August bis Oktober
Förderplan erstellt am:
Förderplan erstellt von:
Fördermaßnahmen/Förderansätze
x
Anlegen eines Merkheftes
x
besonderes Kennzeichnen von Merkmalen
(Farben)
x
kommentierendes Schreiben
x
auf bekannte Wörter zurückgreifen
x
Wortfindungsübungen (Wortfelder suchen,
Wortfamilien bilden, Überbegriffe, Synony-
me, Lückentexte, Kreuzworträtsel, Scrabble)
x
Wortspiele (Wortschatzübungen)
x
Arbeit mit Legekasten o. Ä.
Schüler:
Klasse:
Förderziele
Wortschatzerweiterung
(Wortfamilien)
orthographisches und grammati-
sches Regelwissen vertiefen
und festigen
Schule/Ort:
Förderplan
Förderschwerpunkt
Lernen
Ausgangssituation in den För-
derbereichen (Stärken und
Schwächen des Schülers)
Sprache
Wortschatz nicht altersgerecht
Schriftsprache
x
Häufung von orthogra-
phisch/grammatischen
Fehlern (s-Laute, Dehnung,
Groß-/Kleinschreibung
350

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil III
Besonderheiten während der
Durchführung (Beobachtungen)
Neuer IST-Zustand
angemessene Interaktion beim
Partnerlernen
nach gemeinsamer Vorbereitung
mit Lehrer und Stichwortzettel
gelingt Bildbeschreibung
Verlängerung bis Mai
Organisation der Förderung
Wer? Wo? (auch externe
Förderung) Wann?
x
s. o.
x
Fachlehrer (Fallbespre-
chung, abgestimmtes
Vorgehen)
x
Erziehungsberatungs-
stelle (Trainings-
programm)
x
offener Unterricht
Fördermaßnahmen/Förderansätze
x
Wertung von Teilerfolgen (konsequente Er-
folgsrückmeldung)
x
Lob und Zuspruch auch schon bei Teilerfol-
gen (Arbeit an nur einem Fehlerschwer-
punkt)
x
Hilfen zur sozialen Integration (Feedback,
Gruppenzusammensetzung, Selbst- und
Fremdeinschätzung der Leistungen durch
Schüler)
x
gezielte Erteilung von lllllllll-Aufgaben, z. B.
in Kleingruppen
x
Aneignen von Arbeitstechniken (Stich-
wortzettel, mindmaps, Schülervortrag)
Förderziele
Stärkung des Selbstvertrauens
bei mündlichen Anforderungen
Abbau der Angst beim Sprechen
Ausgangssituation in den För-
derbereichen (Stärken und
Schwächen des Schülers)
Sozialverhalten
Selbstwertgefühl
x
zeigt Angst bei Leistungs-
druck und bei mündlichen
Arbeiten
Stärken
x
ist gut motivierbar
x
leistungswillig
Unterschrift Klassenlehrer/Förderlehrer:................................................................................. Datum: .......................................
Unterschrift der beteiligten Kollegen: ......................................................................................
Kenntnisnahme durch Eltern: .................................................................................................. Datum: .......................................
Kenntnisnahme durch Schüler: .............................................................................................. Datum: .......................................
Hinweise/Informationen
keine regelmäßige Teilnahme am Förderunterricht
Elterngespräche am (Datum)
Beginn/Ende außerschulischer Fördermaßnahmen (Medikation;
Therapie ...)
351

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil III
3.6.4 Beispielförderplan - Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwick-
lung (Auszug)
Name, Vorname:
Unruhig, Uwe
Alter:
10,9
Klasse:
4
Klassenlehrer:
Herr Lempel
PUH:
Frau Bolte
Andere:
FL, Eltern, SPZ
Klassensituation:
Förderschule für Erziehungshilfe, stabile soziale Gruppe
Förderbedarf:
entspricht der Symptomatik einer ADS mit Hyperaktivität
Stärken/Ressourcen:
motiviert und emotional erreichbar, Freude am Lernen, kooperatives Elternhaus
Förderbereiche
"Ist-Zustand"
Förderziele
"Soll-Zustand"
Fördermaßnahmen
Zeit
Förderergebnisse
a) Verhaltens-
steuerung
(Impulsivität)
+ beteiligt sich rege
+ zeigt Interesse
+ will nicht "stören"
- antwortet ohne
nachzudenken
- kann nicht abwar-
ten
- ist unruhig
x
nachdenken
x
abwarten können
x
sich selbst steuern
können
x
planvoll handeln
x
individuelle, anspruchsvolle
Aufgabenstellungen (Fort-
schritte erlebbar machen)
x
Verhaltensmodifikation (for-
melhafte Vorsätze auf Platz):
"Ich denke gründlich nach."
"Ich warte bis ich dran bin."
x
Einsatz von Signalkarten
x
Möglichkeiten zur Befriedi-
gung des Aktivitätsbedürfnis-
ses (flexible Sitzhaltung,
Knetball)
1. HJ
+ nonverbale Hinweise
(Signalkarten) reichen oft
aus
- antwortet meist spon-
tan/unüberlegt -
Fortsetzung VM (Eltern
einbeziehen)
- Einsatz Sitzball schafft
zu viel Unruhe
b) Konzentration/
Aufmerksamkeit
+ stellt sich auch
komplexen Aufga-
ben
+ arbeitet selbst-
ständig
+ nimmt Hilfe an
-
ist schnell abge-
lenkt, reizoffen
- kann sich nur
kurzzeitig mit Auf-
gabe beschäftigen
x
Erhöhung der
Aufmerksamkeit
x
bewusste Auf-
merksamkeit
(Ausblendung von
Reizen)
x
Strukturierung der Unter-
richtsstunde in Intervalle -
15 min (Uhr)
x
hohe Anschaulichkeit und
Strukturierung des Materials
(Arbeitsblätter)
x
Konzentrationstraining
(Puzzles, Förderstunden,
Therapie SPZ)
...
c) ...
352

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil III
3.6.5 Beispielförderplan - Förderschwerpunkt Sprache, Teil 1
Förderplan für
Mustermann, Norman
geboren:09.09.1994
Anschrift:
Musterstraße 19
01919 Musterstadt
bei Anschriftenwechsel:
Heimatgrundschule:
Gottfried-Muster-Grundschule
Musterfraustraße 21
01919 Musterstadt
Beginn der Förderplanung:
September 2001
Abschluss der Förderplanung:
..........................
Schuljahr
Klasse
Klassenleiter(in)
Förderlehrer(in)
2001/2002
1 m
Frau Probe
Frau Probe/Frau Lauf
...................................................................................
...................................................................................
...................................................................................
...................................................................................
...................................................................................
Was Normen besonders gut kann:
x
Normen sagt sehr gut Gedichte auf.
x
Norman kann gut singen.
x
Norman ist sehr fleißig und hilfsbereit.
Wofür sich Normen interessiert:
x
Er malt und bastelt gern.
x
Er mag die Natur.
x
Er arbeitet gern allein.
353

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil III
3.6.6 Beispielförderplan - Förderschwerpunkt Sprache, Teil 2
abgeleitete Maßnahmen
Festigung und neu: dr/tr, kl, kn
(ui + Fö)
deutliches Sprechen fördern
(Hinweise ui + Fö)
konsequente Fortführung (Fö)
Wortschatzerweiterung unter
Einbeziehung v. Sachkunde (ui
+ Fö)
Festigung einfacher Sätze, sys-
tematische Einführung von er-
weiterten Satzmodellen (ui + Fö)
Nachsprechtraining mit systema-
tischer Erhöhung der Silbenan-
zahl (Fö)
Schaffen von Sprechanlässen
Kommunikationsregeln beachten
(ui)
Verlaufskontrolle
ge- sowie sch- und st- sind deut-
lich gefestigt
Bemühen um deutliches Spre-
chen
Arbeitet gern mit Verbesserung,
aber noch Förderbedarf
langsames Vorwärtskommen
Fortschritte erkennbar (beson-
ders EZ/MZ, Artikel) aber noch
Förderbedarf
größere Einheiten ohne Reim
und erkennbaren Rhythmus
werden kaum wiedergegeben
bemüht sich sehr um Einhaltung
der Regeln, kann Äußerung der
Partner abwarten
sehr gute Fortschritte in allen
Bereichen, allerdings fallen im
phonematischen Bereich Unsi-
cherheiten bei der Lokalisation
von Lauten auf
abgeleitete Maßnahmen
Festigung ge- (Partizip II)
auf Lautstärke und Deutlichkeit
achten
(unterrichtsimmanent und Fö)
myofunktionelle Therapie
(Förderunterricht)
Ober- und Unterbegriffe zuord-
nen (Ui + Fö)
Strukturierung einfacher Sätze
Artikelsetzung
Einzahl - Mehrzahl
(ui + Fö)
Nutzung seiner Vorliebe für Ge-
dichte und Reime
Erarbeitung und Einführung von
Kommunikationsregeln
Ausgangsdiagnose
Multiple Dyslalie
(dr/tr, kl/gl, kn, str, ge)
insgesamt leise und verwa-
schen
träge, ungeschickt, unter-
spannt
nach KVS: gering (-)
nach Grzywotz:
mittlerer Dysgrammatismus
(Konjunktion, Syntax, Da-
tiv/Akkusativ)
keine Auffälligkeiten
nach KVS: (-)
nach KVS: (+)
insgesamt sehr redselig
wirkt trotzdem z. T. verunsi-
chert
Verständlichkeit durch SES
Mustermann, Normen
I. Sprache
Artikulation
Mundmotorik
Wortschatz
Grammatik
Redefluss
Sprachgedächtnis
Sprachverständnis
Kommunikationsfähig-
keit
II. Wahrnehmung
(nach Breuer/Weuffen)
354

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil III
abgeleitete Maßnahmen
Differenzierungsübungen in allen
Bereichen (ui + Fö)
permanente Lautlokalisation im Pro-
zess des Lesen- und Schreibenler-
nens (ui)
Balance und Gesamtkörperkoordina-
tionsübungen (BE, Sport, Fö)
Schwerpunkt: Fein- und Graphomot.
"Entkrampfung"
Verbesserung der Kontakte zu El-
ternhaus – Mitarbeit notwendig
(Arbeitsmittel fehlen häufig)
regelmäßige Förderabsprachen mit
Mutti
Verlaufskontrolle
Balance gelingt deutlich besser,
aber schnelle Ermüdung bei
Bewegung
fällt nach wie vor schwer
fällt nach wie vor schwer
Verbesserung sind erkennbar –
besonders bei Orientierung in
Heft und Buch
abgeleitete Maßnahmen
Laut- und Geräuschdifferenzie-
rung (ui + Fö)
Fehlersuchübungen (ui + Fö)
Myofunkt. Therapie (Fö)
(Übungen in BE, Mu, Fö)
(Übungen in BE, Mu, Fö)
Gleichgewichtsübungen – Seil-
balance, Einbeinstand, Einbein-
hüpfen (BE + Fö)
Labyrinth, Schneiden, Falten
(ui + Fö)
Kombination verschiedener
Übungen (BE + ui + Fö)
Konzentrationsübungen
Übungen zur Merkfähigkeit
Orientierungsübungen im Raum
und auf einer Ebene
(ui + BE + Fö)
Ausgangsdiagnose
(+)
(-)
(-)
(-)
(-)
rechts
Balanceprobleme
(bes. statische)
wirkt verkrampft
Koordination v. Bewegungen
fällt schwer
Arbeitstätigkeit etwas ver-
langsamt
ist um Sorgfältigkeit bemüht
Gedächtnisleistungen herab-
gesetzt
Orientierung im Heft/Buch
fällt schwer
Ein- und Unterordnung in der
Gruppe gelingt
Mustermann, Normen
phonematisch
optisch
kinästhetisch
rhythmisch
melodisch
III. Motorik
(nach Osseretzky)
Lateralität
Grobmotorik
Feinmotorik
Körperschema
IV. Lern-, Arbeits-
und Sozialverhalten
355

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil III
3.6.8
Beispielförderplan – Förderschwerpunkt körperliche und motorische
Entwicklung
Förderplan für Kevin
Geburtsdatum:
Schuljahr:
20../ ..
erstellt durch:
KlasseSoll/Ist: 2
Frau …………(Klassenleiterin)
Bildungsgang: Grundschule Frau …………(Pädag.Unterrichtshilfe)
Frau …………(Physiotherapeutin)
1 Diagnose
Hirntumor (Zustand nach Operation)
Spastische Tetraparese, rechts betont
2
kurze Anamnese
Kevin wurde altersgerecht in die allgemein bildende Grundschule eingeschult. Zu Be-
ginn des zweiten Schuljahres wurde bei ihm ein Gehirntumor diagnostiziert., welcher im
Oktober 20.. operativ entfernt wurde. Als Folgeerscheinung trat eine spastische Tetra-
parese auf. Kevins Gehfähigkeit ist seitdem erheblich eingeschränkt, er ist weitestge-
hend auf einen Rollstuhl angewiesen. Seine rechte Hand ist nur bedingt einsatzfähig.
Es fällt eine Kopfschiefhaltung auf. Die geschädigte Seite aktiviert er von sich aus
kaum. In allen Handlungsabläufen ist er stark verlangsamt. Gegenüber Erwachsenen
zeigt er sich liebebedürftig und mitteilsam.
3 Pädagogisch-therapeutische Unterstützungsmaßnahmen
3.1 Hilfsmittel
Hilfsmittel für die Positionierung:
Unterschenkelschienen für die Positionierung
Lagerungsschienen (nachts)
Horizontal und höhenverstellbarer Tisch (Ausrichtung mittig zur Tafel)
Stuhl mit hoher Rückenlehne und Seitenlehnen sowie rutschfester Unterlage
Hilfsmittel zur Fortbewegung:
Orthopädische Schuhe
Rollator
Aktivrollstuhl
Elektrorollstuhl
356

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil III
Hilfsmittel für Unterrichtshandlungen:
Rutschfestes, schweres Lineal mit Fixierungsgriff
Linkshänderscher
Antirutschfolie
Hilfsmittel für Alltagsverrichtungen:
Spezialtrinkbecher
Griffveränderungen am Besteck
Antirutschfolie
3.2 Unterstützungsmaßnahmen durch andere Personen
Gewährleistung der Arbeits- und Lernbereitschaft:
Reichen von Arbeitsmitteln, die sich nicht unmittelbar am Arbeitsplatz befinden
Zurechtrücken von Ranzen/ Rollator
Aufheben heruntergefallener Gegenstände
Hilfen für den Positionswechsel:
beim Wechsel Rollstuhl ļ Rollator oder Stuhl ļ Rollator Festhalten des Rollators
beim Zurücklegen kürzerer Strecken im Klassenraum werden die Unterarme des
Erwachsenen zur Führung genutzt (Erwachsener geht rückwärts)
beim Zurücklegen längerer Strecken (Unterrichtsgänge, Wandertage), falls die Be-
nutzung des E-Rollis nicht möglich ist, muss Kevin geschoben werden
Hilfen bei Alltagsverrichtungen:
Esseneinnahme ĺ Frühstück: Öffnen der Brotbüchse und Trinkflasche
Platzdeckchen wird durch Mitschüler (Robert)
gebracht und wieder weggeräumt
ĺ Mittagessen: Teller und Besteck werden Kevin gebracht und
wieder weggeräumt
Toilettengang
ƒ
Absicherung im Sinne einer Sicherheitsstellung durch zweite Person
ƒ
Eventuell kleine Hilfeleistungen (z.B. beim Öffnen und Schließen von Kleidungs-
stücken)
An- und Ausziehen/Umziehen (Sport/Schwimmen)
ƒ
eventuell kleine Hilfeleistungen (siehe oben)
357

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil III
4 Förderbereich:Motorik
Ist-Stand-Analyse
Förderziele
Fördermaßnahmen
Organisation
Kevins Geh- und Steh-
fähigkeit ist erheblich
eingeschränkt. Er verla-
gert das Gewicht stark
auf die linke Seite. Beim
Laufen bleibt das rechte
Bein zurück. Der medi-
zinische Befund weist
auf einen momentan
beginnenden Muskelab-
bau hin.
Kevin benutzt das Fahr-
rad täglich beim Zurück-
legen von Wegen inner-
halb des Schulhauses.
Beim Auf- und Absteigen
ist er dauerhaft auf Hilfe
angewiesen.
Aufbau der Muskulatur
Förderung der Beweg-
lichkeit der Gelenke
Vermeidung von Kon-
trakturen
Förderung der Durch-
blutung
Kevin erhält einen Steh-
ständer und ein Therapie-
fahrrad
ĺ Einleitung der Verord-
nungsmaßnahmen/Ge-
spräch mit den Eltern
Kevin erlernt das Aufsteigen
auf das Fahrrad und das
Absteigen vom Fahrrad
sowie die Fortbewegung
damit
Kevin steht täglich 20 Minu-
ten im Stehständer
ĺ Zeitplan aufstellen
ĺ Hilfestellung beim Positi-
onswechsel
Kevin benutzt das Therapie-
fahrrad beim Zurücklegen
von Wegen innerhalb des
Schulhauses
ĺ Hilfestellung beim Auf-
und Absteigen
Maßnahme in Punkt 3.2
übernehmen
V.: Physiotherapeut
Termin/Elterngespräch:
15.09.
Termin der Realisierung:
voraussichtlich Anfang
November
V.: Physiotherapie
T.: Mitte/Ende November
V.: PU
V.: alle
358

Material- und Methodensammlung zur Förderdiagnostik in Sachsen - Teil III
5.
Arbeits- und Lernverhalten (einschließlich motorischer Komponente)
Ist-Stand-Analyse
Förderziele
Fördermaßnahmen
Organisation
Bei allen Lernhandlun-
gen benötigt Kevin ü-
berdurchschnittlich viel
Zeit, das trifft auf das
Denken, die Sprache
und das manuelle Han-
deln zu. Lässt man ihm
zur Vollziehung von
geistigen und sprachli-
chen Tätigkeiten ausrei-
chend Zeit, so kommt er
zu richtigen Arbeitser-
gebnissen. Da er seine
behinderte Hand igno-
riert (lässt sie herunter-
hängen) bewältigt er
manuelle Tätigkeiten
nicht nur langsam, son-
dern auch in qualitativ
schlechter Form. Er
äußert seine Unzufrie-
denheit, immer der Letz-
te zu sein, fordert aber
auch schnell Hilfe ein.
Die unterstützenden
Maßnahmen zur Absi-
cherung der Lern- und
Arbeitsbereitschaft rei-
chen zum gegenwärti-
gen Zeitpunkt aus. Seine
rechte Hand setzt er von
sich aus selten ein. Im
Fach Werken ist auf
Grund der motorischen
Behinderung die Lehr-
planerfüllung nicht mög-
lich
Trotz seiner Verlangsa-
mung erreicht Kevin die
Lehrplanziele der Klasse 2
Mobilitätsverbesserung,
Ausgleich, Kompensation,
Selbstkonzept
Verbesserung der manuel-
len Fähigkeiten
Beibehaltung des Ziels 2
Reduzierung des Schreib-
umfanges durch differen-
zierte Arbeitsblätter (Lü-
ckentexte)
Zeitzugabe bei Klassenar-
beiten und Leistungskontrol-
len
Separates Schreiben von
Diktaten (langsames Diktier-
tempo)
ausreichend Zeit für
Sprachhandlungen ermögli-
chen (Verständnis der Mit-
schüler einfordern; Kevins
Mitteilungsbedürfnis nutzen)
Hilfestellung beim Aufsu-
chen der Seite, Zeichnen
von Tabellen usw.
Kevin nutzt seine rechte
Hand zu Festhaltefunktio-
nen
ĺ Lagerung der Hand auf
Buch und Heft beim Schrei-
ben oder Lesen
ĺ beim Herausnehmen der
Arbeitsmaterialien aus dem
Ranzen
ĺ beim Ordnen der Ar-
beitsmaterialien auf dem
Arbeitsplatz
Fortsetzung der Maßnah-
men
Bewusstmachen der richti-
gen Handhaltung (Karteikar-
te, Sonnenstempel)
Werken
Modifizierte Lehrplanerfül-
lung
Moderate Bewertung (Ab-
striche in der Genauigkeit
und im Umfang)
Einsatz einer Ergotherapeu-
tin im Unterricht
V.: alle Fachlehrer
V.: Klassenleiter
(unterrichtet die Fächer
Deutsch und Mathematik)
V.: PU
V.: Klassenleiter, PU,
Fachlehrer
V.: PU, Fachlehrer
Kontrolle, Evaluation:
Dezember, Teamberatung
V.: Kontrolle und Korrektur
der Handhaltung durch
PU; Erschließung ähnli-
cher fachspezifischer
Komponenten durch alle
Fachlehrer
Kontrolle: Dezember,
Teamberatung
Kontrolle: Februar
V.: Werkenlehrer
ĺ Beschluss - Klassen-
konferenz, Februar
V.: Klassenleiter (Abspra-
che mit Eltern und Thera-
peutin)
359