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Bekanntmachung
des Sächsischen Staatsministeriums für Energie, Klimaschutz,
Umwelt und Landwirtschaft
Aufruf zur Mehrwert-Initiative »Nachhaltig aus der Krise«
vom 14. Dezember 2020
Einen Mehrwert für Sachsen schaffen. Die Wirtschaft stärken, Arbeitsplätze sichern und gleichzeitig
Ressourcen, Umwelt und Klima schonen. Mit diesem Ziel hat das Sächsische Staatsministerium für
Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft (SMEKUL) die Mehrwert-Initiative »Nachhaltig aus
der Krise« gestartet.
Die Corona-Pandemie hat gravierende Auswirkungen auf die Wirtschaft, den Arbeitsmarkt und die
Volkswirtschaft insgesamt. Aber gerade jetzt müssen wir auch die Herausforderungen des Klimawan-
dels angehen, Umweltschäden vorbeugen sowie Natur- und Ressourcenschutz mitdenken. Die Mehr-
wert-Initiative »Nachhaltig aus der Krise« bietet neben konjunkturellen Impulsen die große Chance,
durch gezielte Anreize und einem klugen Einsatz der verfügbaren Ressourcen, die Weichen für nach-
haltiges wirtschaftliches Wachstum, für eine resiliente Ökonomie und Ökologie sowie für einen klima-
freundlichen Transformationspfad zu stellen. Gezielte Investitionen in Treibhausgasneutralität und
Anpassung an den Klimawandel, zum Stopp des Verlustes der biologischen Vielfalt und zum Errei-
chen der globalen Nachhaltigkeitsziele lohnen sich mehrfach. Sie können zusätzliche Nachfrage, Ar-
beitsplätze und damit einen dauerhaften volkswirtschaftlichen Mehrwert schaffen.
Gesucht werden daher innovative, beispielhafte oder modellhafte Projekte, welche insbesondere die
nachhaltige Land-, Forst und Fischereiwirtschaft stärken, Klimafolgen bewältigen oder in die zukunfts-
fähige Energieversorgung investieren. Dafür stehen im Rahmen der Förderrichtlinie »Nachhaltig aus
der Krise« insgesamt
26,5 Millionen Euro
zur Verfügung.
1.
Mit welchen Projekten kann ich mich bewerben?
Die Mehrwert-Initiative unterstützt Ihre Projekte aus den folgenden drei fachthematischen Schwer-
punkten:
I.
Nachhaltige Land- und Forstwirtschaft, einschließlich Gartenbau, Fischerei und Aqua-
kultur / regionale Wertschöpfung
In diesem Themenfeld geht es beispielweise darum, Projekte zur Integration von Naturschutzmaß-
nahmen in Betriebsabläufe oder die Entwicklung und Umsetzung von ressourceneffizienten Maßnah-
men bei Produktionsprozessen zu unterstützen. Dabei soll auch die Digitalisierung eine wichtige Rolle
übernehmen. Des Weiteren werden Projekte gesucht, die nachhaltige und resiliente Lieferketten er-
möglichen und regionale Wertschöpfung stärken. Ebenso besteht bei der Entwicklung und dem Ein-
satz innovativer, fortschrittlicher, modellhafter Technologien und der Entwicklung von Produktionsver-
fahren zur stofflichen Verwertung oder der Verbesserung der Kreislaufwirtschaft enormes Potential.
Denkbar ist zudem die Entwicklung oder Umsetzung emissionsfreier oder energieautarker Produkti-
onsprozesse.

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Die konkreten Fördergegenstände lauten wie folgt:
I.1
Investive Maßnahmen zur Unterstützung der Nutzung von E-Mobilität in Gartenbau, Land- und
Forstwirtschaft
I.2
Nicht investive Maßnahmen zur Gewinnung von Nachwuchskräften für grüne Berufe
Sowie investive und nicht investive Maßnahmen:
I.3
zur Qualitätssicherung für die Direktvermarktung zur Stärkung der regionalen Wertschöpfung
I.4
für Kooperationen/Netzwerke zur Stärkung der Wertschöpfungsketten einschließlich des Le-
bensmittelhandels und zur nachhaltigen Erhöhung des Anteils von regionalen Produkten und
Bio-Produkten (zum Beispiel auch in der Gemeinschaftsverpflegung)
I.5
zum Ausbau, zur Entwicklung und Erhaltung regionaler Saat- und Pflanzgut-Produkte (ein-
schließlich traditioneller Obst- und Gemüsesorten, gebietseigener Gehölze)
I.6
zum Erosions- und Bodenschutz
I.7
zur nachhaltigen Anlage von Landschaftselementen, Biotopen oder Biotopverbundsystemen
I.8
zur Minderung des Eintrages von Pflanzenschutzmitteln und Nährstoffen in den Naturhaushalt
I.9
zur Umstellung von Kommunen oder Unternehmen auf pestizidfreies Flächenmanagement
I.10
zum Naturerleben mit einem Mehrwert für den Tourismus
I.11
zum Arten- und Biotopschutz, einschließlich Kooperationen insbesondere zur Integration in die
landwirtschaftliche Nutzung
I.12
Konzeptionen und modellhafte Umsetzung zur Viehschlachtung zur Stärkung der regionalen
Vermarktungskette für Vieh und Fleisch
I.13
modellhafte Maßnahmen für eine klimaangepasste, naturschutzgerechte und nachhaltige
land- und forstwirtschaftliche Nutzung
I.14
Entwicklung und Einsatz innovativer, fortschrittlicher, modellhafter Technologien und Produkti-
onsverfahren zur stofflichen Verwertung von land-, forst- und teichwirtschaftlichen Nebenpro-
dukten und Abfällen (zum Beispiel Entwicklung und Einsatz von Technologien zur Verarbei-
tung von Rohstoffen aus der Teichwirtschaft (Schilf) oder extensiven Landbewirtschaftung
zum ökologischen Bauen)
II.
Klimafolgenbewältigung, Vorsorge und Umgang mit Extremwetterereignissen (Dürre,
Hitze, Hochwasser)
Im diesem Schwerpunkt wird es beispielweise den Kommunen ermöglicht, im Rahmen des EU-
Programmes LIFE LOCAL ADAPT erarbeitete Lösungen zur Anpassung an den Klimawandel umzu-
setzen. Den Städten werden Möglichkeiten geboten, integrierte Konzepte und Strategien zur Anpas-
sung an den Klimawandel wie zum Beispiel mit den Zielen einer innerstädtischen Abkühlung, Ver-
schattung oder Durchlüftung zu erstellen. Für Unternehmen bestehen hier Möglichkeiten, sich den
künftigen Herausforderungen infolge des Klimawandels anzupassen oder hierfür neue Prozesse und
Produkte zu entwickeln.
Ebenso werden gute Lösungen und Beispiele zur Begrünung unserer Städte gesucht. Begrünte Fas-
saden, Dächer und Lärmschutzwände haben u.a. auf Luftqualität, Temperaturausgleich, Lärmschutz
und Biodiversität einen erheblichen positiven Einfluss. Durch praktisch anwendbare Prototypen oder
wissenschaftliche Untersuchungen können hier Hürden ausgeräumt bzw. verringert werden.

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Die konkreten Fördergegenstände in diesem Schwerpunkt sind:
Investive Maßnahmen
II.1
zur nachhaltigen sowie klimaresilienten Anlage und verbesserten Unterhaltung von Stadtgrün
(sowohl auf kommunalen Flächen als auch privaten Flächen wie zum Beispiel Innenhof-,
Dach- und Fassadenbegrünung, Pflanzung von Großgrün), Alleen und Biotopen innerhalb von
Siedlungsgebieten
II.2
zur Schaffung von Löschwasserreservoirs in stark brandgefährdeten, schwer zugänglichen
Schutzgebieten
II.3
zum Einsatz wassersparender Technik in KMU über die gesetzlichen Verpflichtungen hinaus
Sowie investive und nicht investive Maßnahmen:
II.4
zur innerstädtischen Abkühlung, Verschattung, Durchlüftung einschließlich der Schaffung von
Trinkbrunnen
II.5
zur dezentralen Regenwasser- und Grauwassernutzung oder zum dezentralen Regenwasser-
und Grauwassermanagement
II.6
zur Renaturierung von Gewässern
II.7
für einen grünen Lärmschutz mit einem Beitrag zur Klimafolgenbewältigung
II.8
zum lokalen Erosionsschutz und Wasserrückhalt oder Moorrevitalisierung
II.9
zum Arten- und Biotopschutz, einschließlich Kooperationen
II.10
zur Unterstützung der Anpassung an den Klimawandel für Landwirte und Aquakulturunter-
nehmen
III.
Zukunftsfähige Energieversorgung
Im Energiebereich werden insbesondere Unternehmen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und
Kommunen Möglichkeiten geboten, Machbarkeitsstudien zu erarbeiten und Modellvorhaben zur Ener-
gieversorgung umzusetzen.
Hierzu gehören folgende Fördergegenstände:
III.1
Modellvorhaben im Bereich Wasserstoffwirtschaft
III.2
Machbarkeitsstudien und Modellvorhaben zur innovativen Nutzung von Photovoltaik
III.3
Machbarkeitsstudien zur Entwicklung von Gemeinden als Modellgemeinden für eine zukunfts-
fähige Energieversorgung
Ihr Projekt muss einem der vorgenannten Fördergegenstände zuordenbar sein. Auch eine Kombinati-
on mehrerer Fördergegenstände ist möglich, sogar ausdrücklich erwünscht. In diesen Fällen entschei-
det der wesentliche bzw. überwiegende Inhalt über die Zuordnung Ihres Projektes zum Fördergegen-
stand.
Im Rahmen der Mehrwert-Initiative nicht unterstützt werden können:
-
Marketingaktivitäten einzelner Unternehmen
-
laufende Unterhaltungs- und Instandhaltungspflichten sowie Pflegemaßnahmen.

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2.
Teilnahmevoraussetzungen
Teilnehmen dürfen alle, die mit ihrem Projekt einen Mehrwert für Sachsen schaffen möchten. Die
Mehrwert-Initiative ist bewusst für alle Zielgruppen offen gestaltet. Denn es bedarf der unterschied-
lichsten Projekte und einer Vielzahl engagierter kreativer Akteure aus den verschiedensten Bereichen,
um die Auswirkungen der Corona-Pandemie anzugehen und gleichermaßen Umwelt, Klima und Res-
sourcen zu schonen.
Insbesondere Unternehmen, Kommunen, Verbände sowie Forschungseinrichtungen, Universitäten
und Hochschulen sollen zur Einreichung von Projekten motiviert werden. Der Aufruf richtet sich aber
ebenso an alle anderen Projektträger, wie zum Beispiel Vereine und Privatpersonen. Privatpersonen
müssen zum Tag der Einreichung Ihres Projektes das 18. Lebensjahr vollendet haben.
Behörden des Freistaates Sachsen und Einrichtungen der unmittelbaren Staatsverwaltung des Frei-
staates Sachsen sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Universitäten, Hochschulen und For-
schungseinrichtungen sind von diesem Ausschluss nicht erfasst.
Voraussetzung ist, dass der Durchführungsort Ihres Projektes im Freistaat Sachsen liegt oder die
Wirkung Ihres Projektes sich auf das Gebiet des Freistaates Sachsen erstreckt.
Zudem dürfen Sie Ihr Projekt noch nicht begonnen haben.
Beinhaltet Ihr Projekt bauliche Investitionen, müssen Sie als Projektträger Eigentümer oder erbbaube-
rechtigt sein. Auch als Mieter und Pächter können Sie sich mit Ihrem Projekt bewerben, sofern eine
langfristige Verfügungsberechtigung über das Objekt und für die bauliche Investition die Zustimmung
des Eigentümers oder Erbbauberechtigten vorliegen.
Die Umsetzung des Projektes ist spätestens bis zum Ende des Jahres 2022 zu gewährleisten.
3.
Wie kann ich mein Projekt einreichen?
Bitte reichen Sie Ihr Projekt ausschließlich über das Beteiligungsportal Sachsen ein. Den Zugang zum
Beteiligungsportal finden Sie ebenfalls unter
www.mehrwert.sachsen.de
.
Es werden alle Bewerbungen berücksichtigt, die bis einschließlich
31. März 2021
eingegangen sind.
Bitte achten Sie darauf, dass Sie im Beteiligungsportal vollständige Angaben machen. Dies sind im
Wesentlichen Angaben zu Ihrer Person bzw. Organisation, eine Projektbeschreibung, Angaben zu
den Zielen und Wirkungen Ihres Projektes sowie ein Finanzierungsplan. Des Weiteren können Sie
Ihrer Bewerbung eine Anlage, beispielsweise für eine grafische Darstellung, Bilder oder Skizzen, bei-
fügen.
Nutzen Sie die Möglichkeit, die Inhalte sowie die Ziele und Wirkungen Ihres Projektes im Beteiligung-
sportal aussagekräftig und verständlich darzustellen. Dies erhöht die Chance, dass Ihr Projekt ausge-
wählt wird.
4.
Fachliche Bewertung und Auswahl der Projekte
Alle eingereichten Projekte werden im Rahmen einer formalen Vorprüfung zunächst auf die allgemei-
nen Teilnahmevoraussetzungen (z.B. fristgerechter Eingang, Projekt noch nicht begonnen) geprüft. Ist
Ihr Projekt formal zulässig, wird es dem Fachgremium zugeleitet. Dieses setzt sich aus Fachexperten
des SMEKUL und dessen Geschäftsbereich zusammen.
Das Fachgremium führt anhand von vorher festgelegten Kriterien eine fachliche Bewertung Ihres Pro-
jektes durch. Dabei gibt es vier übergreifende Kriterien, bei denen eine Mindestschwelle von 25 Pro-

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zent der maximal erreichbaren Punkte erzielt werden muss. Die übrigen Kriterien spiegeln die Förder-
gegenstände wider und sind für jeden der drei Schwerpunktbereiche spezifisch ausgestaltet. Daher
unterscheidet sich auch die Anzahl der Kriterien für jeden Schwerpunktbereich. Für jedes Kriterium
werden Punkte vergeben und abschließend eine Gesamtsumme gebildet. Alle Kriterien sowie die
Bewertungsstufen können der Anlage 1 zum Aufruf entnommen werden.
Nach Abschluss aller Bewertungen durch das Fachgremium wird für jeden der drei fachthematischen
Schwerpunkte eine Rankingliste aller förderwürdigen Projekte erstellt.
Die drei fachthematischen Schwerpunkte sind jeweils mit einem Budget untersetzt. Alle in der Ran-
kingliste enthaltenen Projekte werden ausgewählt, so lange bis das betreffende Budget ausgeschöpft
ist. Wird ein Budget nicht vollständig ausgeschöpft, kann es auf die anderen Budgets übertragen wer-
den.
Die Höhe der Budgets beträgt im Schwerpunkt:
I. 9,5 Mio. Euro
II. 13,5 Mio. Euro
III. 3,5 Mio. Euro
Ist Ihr Projekt förderwürdig und wurde ausgewählt, erhalten Sie von uns ein Auswahlschreiben. Mit
diesem sind Sie berechtigt, einen Förderantrag nach der Förderrichtlinie »Nachhaltig aus der Krise«
bei der SAB zu stellen, welche abschließend über die Förderfähigkeit Ihres Projektes entscheidet.
5.
Förderantrag
Ihren Förderantrag müssen Sie innerhalb von vier Wochen nach Erhalt des Auswahlscheibens bei der
SAB stellen. Diese gewährt die Zuwendungen nach der Förderrichtlinie »Nachhaltig aus der Krise«,
welche unter folgendem Link zu finden ist:
www.mehrwert.sachsen.de
.
Die Antragsformulare, sowie alle weiteren für die Antragstellung relevanten Informationen, werden
Ihnen mit Übermittlung des Auswahlschreibens bekannt gegeben.
Gewährt werden Zuwendungen in Form einer anteilsfinanzierten Projektförderung. Ihre Zuwendung
basiert damit auf den in der Bewerbung für das Projekt veranschlagten und erforderlichen Kosten. Für
die Umsetzung Ihres Projektes sind Zuwendungen in Höhe von 20.000 Euro (Mindestbetrag) bis
500.000 Euro (Maximalbetrag) und Fördersätze von 50 Prozent bis maximal 90 Prozent möglich. Be-
schränkungen der Höhe der Zuwendungen sind auf Grundlage des europäischen Beihilferechts
(Wettbewerbsrecht) möglich. Gewerblich oder freiberuflich Tätigen wird ein Fördersatz von maximal
50 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben gewährt.
Ab Eingang (Posteingangsdatum) Ihres Förderantrages bei der SAB können Sie mit der Umsetzung
Ihres Projektes beginnen.
6.
Datenschutz und Rechteeinräumung
Die ausführlichen Datenschutzhinweise sowie Hinweise zu Nutzungs- und Verwertungsrechten kön-
nen Sie dem
Merkblatt
entnehmen. Mit Einreichung Ihres Projektes stimmen Sie den Datenschutzbe-
stimmungen und der Nutzung und Verwertung Ihrer eingereichten Projektinformationen zu.
Wolfram Günther
Sächsischer Staatsminister für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft