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Stand: 9.10.2012
Ländlicher Raum – Vielfalt erleben
Anhang:
Projekte mit besonderer Bedeutung für den ländlichen Raum im
Freistaat Sachsen

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Stand: 9.10.2012
Inhalt
1.
Bereitstellung von Gewerbeflächen im ländlichen Raum (SMWA)
2.
QUALIST (Improving Quality of Life in Small Towns) (SMWA)
3.
Zukunft durch Bildung im Landkreis Görlitz: Mit Energie und ohne Grenzen! (SMK)
4.
Schaffung eines „Haus der Bildung“ aus Hort und Grundschule (sowie Mittelschule) in
Mockrehna
5.
Etablierung geriatrischer Netzwerke (SMS)
6.
Telemedizin „Schlaganfallnetzwerk Sachsen“ (SMS)
7.
Alltagsbegleitung für Senioren (SMS)
8.
Vernetzte Pflegeberatung im Freistaat Sachsen (SMS)
9.
Genossenschaftsladen Falkenau (SMUL)
10.
Dezentrale Erzeugung und Nutzung erneuerbarer Energien mit besonderem Bezug zur
Land- und Forstwirtschaft (SMUL)
11.
Dezentrale Abwasserbeseitigung im ländlichen Raum (SMUL)
12.
Ausbau der Synergien zwischen Ökokonto und ländlicher Entwicklung (SMUL)

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Stand: 9.10.2012
1.
Bereitstellung
von
Gewerbeflä-
chen im ländlichen Raum (SMWA)
Schwerpunkt:
Erschließung von Gewerbeflächen und
Gewerbegebieten für überregional tätige
Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft
Ausgangslage/Handlungsbedarf
Der besondere Handlungsbedarf für den
ländlichen Raum
liegt darin begründet,
dass viele ländliche Regionen wegen des
demografischen Wandels – insbesondere
der arbeitsplatzbedingten Binnenwande-
rung-, wegen der Globalisierung der Märk-
te, der Arbeitsmarktlage und -entwicklung
gegenwärtig und vor allem zukünftig vor
großen Herausforderungen stehen. Für
die wirtschaftliche Entwicklung dieser Re-
gionen sind daher überregional tätige Un-
ternehmen und deren Investitionen von
entscheidender Bedeutung.
Derzeit
besteht Handlungsbedarf bei flan-
kierenden Maßnahmen zur Ansiedlung
von Unternehmen und dabei vornehmlich
zur Erschließung von Gewerbeflächen und
Revitalisierung
von
Altbrachen.
Wirt-
schaftsstruktur und Entwicklung der struk-
turschwachen Regionen sind das Resultat
der Entscheidung einer Vielzahl von Un-
ternehmen, die sich im Wettbewerb be-
haupten müssen.
Projektziele im Hinblick auf den ländli-
chen Raum
Mit dem Leitprojekt werden folgende
Im-
pulse für die Entwicklung des ländlichen
Raums
gesetzt:
Förderung kommunaler Investitionen in die
wirtschaftsnahe Infrastruktur zur:
-
Stärkung
der
Wettbewerbsfähigkeit
von Unternehmen und
-
regionalpolitischen
Flankierung
von
Strukturproblemen.
Bedeutung für die Praxis:
Bedarfsgerechte Verbesserung des Ange-
botes an Gewerbeflächen im ländlichen
Raum und damit Erhöhung der Standort-
attraktivität für Unternehmen.
Projektträger/Kooperationen
vorzugsweise Gemeinden, Gemeindever-
bände
Projektzeitraum
bis 2014
Pilotprojekt:
Erschließung des Gewerbegebietes IA, 2.
Bauabschnitt in Zwönitz, Erzgebirgskreis
Die Gewerbeflächen der Stadt Zwönitz
sind seit Mitte der 90er Jahre bedarfsge-
recht erschlossen worden und inzwischen
vollständig belegt. Mit dem nun geplanten
2. Bauabschnitt der GE IA (brutto: 2,12 ha)
werden Restflächen des Bebauungspla-
nes erschlossen. Vorgesehene Maßnah-
men sind: Geländeregulierung, Straßen-
bau, Trink- und Abwassererschließung.
Die Erschließung ist erforderlich, um zwei
ortsansässigen
Unternehmen
Erweite-
rungsmöglichkeiten für ihre Produktion zu
bieten, die sie am bisherigen Standort
nicht haben. Ansiedeln werden sich auf
17.000 m
2
Nettofläche ein Unternehmen
der Pressspanherstellung und ein Säge-
werk mit anschließender Holzbearbeitung.
Zu den derzeit in den beiden Firmen be-
schäftigten 112 Arbeitskräften werden zu-
sätzlich 25 neue Arbeitsplätze geschaffen.
Derzeit sind auf den Gewerbeflächen der
Stadt Zwönitz Unternehmen der Umform-
technik, des Maschinenbaus, des Metall-
und Stahlbaus ansässig sowie Firmen der
Branchen
Elektronik,
Automatisierung,
Energie- und Umwelttechnik, des Möbel-
baus und aus den Bereichen Bau und Re-
cycling. Die Unternehmen der Holzbe- und
-verarbeitung runden den Branchenmix
ab.
Kosten
Die kommunalen Erschließungsinvestitio-
nen für die Gewerbeflächen können im
Rahmen der Förderung der wirtschaftsna-
hen Infrastruktur der Gemeinschaftsauf-
gabe „Verbesserung der regionalen Wirt-
schaftsstruktur“ (GA-Infra) gefördert wer-
den.

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Stand: 9.10.2012
2.
QUALIST (Improving
Qua
lity of
Li
fe in
S
mall
T
owns) (SMWA)
Schwerpunkt:
Das Anliegen dieses Projekts besteht ne-
ben einem gezielten Standortmarketing
und Maßnahmen zur Erhöhung der Attrak-
tivität von Kleinstädten darin, Lösungen
zur Gewährleistung der Mobilität in Klein-
städten und deren ländlichen Umfeld,
auch grenzüberschreitend, unter Berück-
sichtigung der demografischen Entwick-
lung zu erarbeiten und umzusetzen. Die
Leitung des Projektes obliegt dem Sächsi-
schen Staatsministerium für Wirtschaft,
Arbeit und Verkehr als Leadpartner und
gleichzeitig Verantwortlicher für zwei der
fünf Arbeitspakete.
Ausgangslage/Handlungsbedarf
Der besondere Handlungsbedarf für den
ländlichen Raum
ist geprägt von Bevölke-
rungsrückgang und Abwanderung. Dieser
Schrumpfungsprozess schwächt die Regi-
onen und wirkt sich beispielsweise auf die
Gemeindehaushalte, das Fachkräftepoten-
tial und die Nutzung der öffentlichen Infra-
struktur aus. Die Besonderheit bei diesem
Projekt ist die grenzüberschreitende Kom-
ponente. Kleinstädte in den Regionen
Waldviertel (A), Vogtland und Oberlau-
sitz/Niederschlesien (D) sowie Südböh-
men (CZ) sind in das Projekt einbezogen.
QUALIST soll Auswirkungen des demo-
grafischen und sozialen Wandels auf die
Stadt- und Regionalentwicklung durch
geeignete Lösungsansätze entgegentre-
ten.
Derzeit
wird daran gearbeitet, Maßnah-
men zu entwickeln und umzusetzen, die
diesen Schrumpfungsprozess in den aus-
gewählten Gebieten verlangsamen und
auf andere vergleichbare Fälle in Mitteleu-
ropa übertragen werden können.
Im Rahmen des Arbeitspaketes 4 „Mobili-
tät“ wird gegenwärtig eine Statusanalyse
für die beteiligten Regionen erarbeitet, die
den
derzeitigen
Stand
an
ÖPNV-
Angeboten, deren Kosten und Finanzie-
rungsquellen, bestehende Probleme sowie
positive oder negative Erfahrungen bein-
haltet.
In der
Vergangenheit
waren die Regionen
durch die demografische Entwicklung ge-
prägt, von einem Rückgang der Wohnqua-
lität und Wettbewerbsfähigkeit gekenn-
zeichnet. Es ist deutlich geworden, dass
die beteiligten Regionen gleichartige Prob-
leme bewältigen müssen.
Projektziele im Hinblick auf den ländli-
chen Raum
Mit dem Leitprojekt werden folgende
Im-
pulse für die Entwicklung des ländlichen
Raums
gesetzt:
QUALIST beschäftigt sich im Arbeitspaket
4 unter der Leitung des Zweckverbandes
Verkehrsverbund
Oberlausitz-
Niederschlesien (ZVON) u. a. mit:
-
Statusanalyse der derzeitigen Ange-
botsformen,
-
der Darstellung der Wechselwirkung
zwischen demografischer Entwicklung
und Mobilitätsbedürfnissen in Sachsen
und den Partnerregionen,
-
einer
zielgruppenorientierten
Ange-
botsgestaltung,
-
grenzüberschreitenden Angeboten des
öffentlichen Personennahverkehrs.
Das Projekt hat dabei die Erstellung eines
demografieorientierten „Mobilitätskonzepts
einer mitteleuropäischen Kleinstadt 2020"
zum Ziel.
Im Rahmen des Projektes werden Lö-
sungsansätze und Schritte zu deren Um-
setzung erarbeitet.
Bedeutung für die Praxis:
-
Entwicklung von zielgruppenorientier-
ten ÖPNV-Angeboten
-
Entwicklung von innovativen Betriebs-
formen des ÖPNV
-
Entwicklung von Mobilitätszentralen
Im Rahmen der Etablierung einer „Leitre-
gion“ im Bereich des ZVON wäre die Mög-
lichkeit gegeben, die erarbeiteten Ange-
botsvorschläge hinsichtlich der Einführung
zu prüfen.
Projektträger/Kooperationen
-
regionale und kommunale Entschei-
dungsträger

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Stand: 9.10.2012
-
Interessensvertreter
der
Bereiche
Stadt- und Regionalentwicklung, Ver-
kehr, Wirtschaftsförderung, wie z. B.
kommunale und regionale Gebietskör-
perschaften
-
Entwicklungsagenturen und regionale
Marketinggesellschaften
-
Interessensgruppen und Betreiber des
öffentlichen Verkehrs
-
Organisationen im Bereich der Kom-
munalentwicklung alle Bevölkerungs-
gruppen und deren Vertreter, die von
den entsprechenden Handlungsfeldern
betroffen sind
Projektzeitraum
Juli 2010 bis Juni 2013
Kosten
Finanzierung durch INTERREG IV B Pro-
gramm Mitteleuropa (Central Europe)

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Stand: 9.10.2012
3.
Zukunft durch Bildung im Land-
kreis Görlitz: Mit Energie und oh-
ne Grenzen! (SMK)
Schwerpunkt:
Entwicklung eines innovativen, transpa-
renten regionalen Bildungsmanagements
durch die bessere Verzahnung aller Bil-
dungsbereiche - beginnend mit der früh-
kindlichen bis zur Erwachsenenbildung -
als unterstützendes Instrument für die
Entwicklung des Landkreises zur „innova-
tiven Energieregion“.
Ausgangslage/Handlungsbedarf
Der besondere Handlungsbedarf für den
ländlichen Raum
liegt zum einen in der
Zusammenführung von drei Gebietskör-
perschaften (Landkreise Niederschlesi-
scher Oberlausitzkreis, Löbau-Zittau und
der Kreisfreien Stadt Görlitz) mit unter-
schiedlichen Strukturen und unterschiedli-
cher sozialräumlicher Entwicklung, zum
anderen in der Abwanderung junger quali-
fizierter Menschen, die einen zunehmen-
den Fachkräftebedarf - auch vor dem Hin-
tergrund der Öffnung des grenzüberschrei-
tenden Wirtschafts- und Arbeitsmarktes zu
den Nachbarstaaten Polen und Tsche-
chien - nach sich zieht.
Derzeit
bestehen mit den neu geschaffe-
nen Instrumenten (Stabsstelle Bildung des
Landkreises
Görlitz,
Lenkungsgruppe
„Lernen vor Ort“ und der Serviceagentur
„Lernen vor Ort“) Strukturelemente zur
Umsetzung des Modellvorhabens. Eine
Analyse der im Landkreis bereits vorhan-
den vielfältigen Bildungsangebote (Bil-
dungsmonitoring) wurde im Vorfeld vorge-
nommen und als verlässliche Datengrund-
lage herangezogen, um Steuerungsin-
strumente für das regionale Bildungsma-
nagement zu entwickeln. Dadurch wurde
es möglich, mit den Akteuren vor Ort erste
passgenaue Maßnahmen zur Sicherung
optimaler Bildungsbiografien für die Be-
wohner im Landkreis zu entwickeln.
In der
Vergangenheit
fehlten sowohl eine
neutrale, trägerunabhängige Bildungsbe-
ratung auf Basis einer ganzheitlichen Bil-
dungsberatung für ein ganzheitliches Bil-
dungsverständnis im Sinne des Lebens-
langen Lernens als auch eine zwischen
den Bereichen Kindertagesstätten, Schule
und Kinder- und Jugendhilfeplanung ab-
gestimmte Bildungsplanung.
Projektziele im Hinblick auf den ländli-
chen Raum
Mit dem Leitprojekt werden folgende
Im-
pulse für die Entwicklung des ländlichen
Raums
gesetzt:
-
Aufbau eines innovativen, kohärenten,
kommunalen
Bildungsmanagements
im Landkreis
-
Erhöhung der Bildungsbeteiligung der
Menschen vor Ort
-
Motivation der Menschen im Landkreis
für das Lernen im Lebenslauf
Bedeutung für die Praxis:
-
Ein bestmögliches, aufeinander abge-
stimmtes Bildungsangebot in hoher
Qualität für die Menschen im Landkreis
bereithalten.
-
Voraussetzung schaffen für:
- erfolgreiche Bildungsbiografien
- gesteigerte Beschäftigungsfähigkeit
Projektträger/Kooperationen
Landkreis Görlitz, PONTES-Agentur am
Internationalen Begegnungszentrum St.
Marienthal, Deutsche Kinder- und Jugend-
stiftung (DKJS) und die Deutsche Bundes-
stiftung Umwelt (DBU)
Projektzeitraum
1. September 2009 bis 31. August 2012
(mit der Option der Verlängerung bis
2014); Praxiseinführung fortlaufend
Kosten
Finanzierung des Projektes erfolgt über
das Bundesministerium für Bildung und
Forschung (BMBF) aus Mitteln des Bun-
des und des Europäischen Sozialfonds.

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Stand: 9.10.2012
4.
Schaffung eines „Haus der Bil-
dung“ aus Hort und Grundschule
(sowie Mittelschule) in Mockrehna
Schwerpunkt
:
Entwicklung eines kommunalen Bildungs-
ortes, der durch die enge räumliche Nähe
von Hort und Grundschule gekennzeichnet
ist, die zur besseren Verzahnung der Bil-
dungsbereiche im Primarbereich dient.
Durch Konzentration von Ersatzinvestitio-
nen im Bereich der Kindertageseinrichtun-
gen werden Voraussetzungen geschaffen,
allen Kindern der Gemeinde die Teilhabe
an Hort- und Ganztagsangeboten zu er-
möglichen. Damit wird für alle Grundschü-
ler ein über den Unterricht hinaus anre-
gendes Schulleben gestaltet. Die Koope-
ration zwischen Kindertageseinrichtungen,
Grundschule und außerschulischen Part-
nern und das Einbeziehen von regionalen
Besonderheiten
ermöglichen
vielfältige
Angebote für eine interessante und ab-
wechslungsreiche Freizeitgestaltung sowie
die Entwicklung und Pflege von Traditio-
nen. Die Bedeutung der Grundschule, als
Ort des Kennen- und Schätzenlernens für
alle Gemeindeeinwohner einer Altersko-
horte steigt weiter.
Ausgangslage/Handlungsbedarf
Der besondere Handlungsbedarf für den
ländlichen Raum
liegt zum einen in der
Zusammenführung von den ehemals selb-
ständigen Gemeinden Mockrehna, Au-
denhain (mit den Ortsteilen Klitzschen,
Langenreichenbach, Audenhain), Strelln,
Schöna, Wildenhain und Wildschütz mit
unterschiedlichen Strukturen und unter-
schiedlicher sozialräumlicher Entwicklung,
zum anderen in der Abwanderung junger
qualifizierter Menschen, die einen zuneh-
menden Fachkräftebedarf - auch vor dem
Hintergrund der Nähe zum Arbeitsmarkt
Leipzig - nach sich zieht. Grundschüler,
die nicht am Standort der Grundschule
wohnen, können bisher Ganztagsangebo-
te an der Grundschule nicht im gewünsch-
ten Maße besuchen. Die Kooperation zwi-
schen Hort und Grundschule ist auch we-
gen der räumlichen Entfernung unbefriedi-
gend.
Derzeit
stehen mit dem Gemeinderat und
dem Verwaltungsausschuss Gremien zur
Verfügung, ein kommunales örtliches Bil-
dungsmanagement zu entwickeln, dass
sich in die Bildungsplanung des Landkrei-
ses einfügt. Mit dem Neubau eines zentra-
len Hortes können alle Kinder der Ge-
meinde aus einer engen Zusammenarbeit
von Grundschule und Kindertagesstätte
bei der Gestaltung ihres Tages partizipie-
ren. Dadurch wurde es möglich, mit den
Akteuren vor Ort weitere passgenaue
Maßnahmen zur Sicherung optimaler Bil-
dungsverläufe für die Kinder der Gemein-
de zu entwickeln. Es wird von Gemeinde
und Landkreis angestrebt, eine Fahrtmög-
lichkeit gegen Ende der Hortzeit in die
einzelnen Ortsteile der Gemeinde zu si-
chern.
In der
Vergangenheit
fehlte an einigen
Kindertagesstätten der Gemeinde - insbe-
sondere in kleineren peripher gelegenen
Einrichtungen - die Möglichkeit, in Koope-
ration mit den Horten ein umfassendes
Angebot im Rahmen der Ganztagsbetreu-
ung zu unterbreiten. Die direkte Abstim-
mung zwischen der Grundschule und den
Kindertagesstätten, in denen Hortplätze
angeboten werden, war durch die Vielzahl
und Distanz der notwendigen Partner er-
schwert. Die Beförderung der Kinder nach
dem Hortbesuch oder dem Besuch der
Ganztagsangebote in ihre Wohnorte ist
zwischen Schulstandort und den Ortsteilen
nur teilweise möglich.
Projektziele im Hinblick auf den ländli-
chen Raum
Mit dem Leitprojekt werden folgende
Im-
pulse für die Entwicklung des ländlichen
Raums
gesetzt:
-
Aufbau eines innovativen, kohärenten
örtlichen Bildungsmanagements,
-
Erhöhung der Bildungsbeteiligung der
Schüler im Primarbereich vor Ort,
-
Stärkung des Gemeinschaftsgefühls
der jungen Gemeindebewohner und
Schaffung einer über den eigenen
Wohnplatz hinausgehende Gemeinde-
identität,
-
gleiche Bildungschancen für die Schü-
ler im Primarbereich sowie
-
Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie
und Beruf.

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Stand: 9.10.2012
Bedeutung für die Praxis:
-
Ein bestmögliches, aufeinander abge-
stimmtes Bildungsangebot in hoher
Qualität für alle Grundschüler in der
Gemeinde bereithalten.
-
Voraussetzung schaffen für:
a) erfolgreiche
Bildungsbiografien
durch Teilnahme an den unter-
breiteten Ganztagsangeboten,
b) gesteigerte Heimatbindung,
c) eine bessere Zusammenarbeit
zwischen Grundschule und Hort
im Rahmen von Ganztagsbetreu-
ung und -bildung,
-
Abstimmung von Schulöffnungszeiten
und Ganztagsangeboten zwischen den
Schulträgern und dem Träger der
Schülerbeförderung,
um
einerseits
planbare Betreuungszeiten für Famili-
en und deren berufstätige Eltern zu
ermöglichen
und
andererseits
die
Schülerbeförderung zu optimieren.
Projektträger/Kooperationen
Gemeinde Mockrehna, Landkreis Nord-
sachsen, Kita-Träger: Gemeinde Mock-
rehna
Projektzeitraum
1. September 2009 bis 31. August 2013;
Praxiseinführung fortlaufend
Kosten
Finanzierung des Um- und Ausbaus der
Grundschule und des Hortes durch die
Gemeinde Mockrehna erfolgt mit Förde-
rung aus Mitteln des Europäischen Fonds
für Regionale Entwicklung (EFRE). Fertig-
stellung des Baus: Ende 2012.
Die Beförderung der Grundschüler am
Nachmittag kann bei Bündelung der Schü-
lerströme und der Möglichkeit der Verlage-
rung einer „Regelfahrt“ aus dem Mittags-
in den Nachmittagsbereich kostenneutral
erfolgen.

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Stand: 9.10.2012
5.
Etablierung
geriatrischer
Netz-
werke (SMS)
Schwerpunkt:
Aufbau geriatrischer Netzwerke, um geriat-
rische Patienten noch effektiver und effi-
zienter versorgen zu können.
Ausgangslage/Handlungsbedarf
Der besondere Handlungsbedarf für den
ländlichen Raum
besteht darin, dass auf-
grund der deutlichen Zunahme der Anzahl
der über 80-Jährigen im ländlichen Raum
(von 5,9 % im Jahr 2009 auf 11,1 % im
Jahr 2025) auch die Zahl geriatrischer
Patienten signifikant steigen wird. Zwei
sich verstärkende Effekte werden aufein-
ander treffen und die geriatrische Versor-
gung im ländlichen Raum vor große Her-
ausforderungen stellen. Auf der einen Sei-
te haben geriatrische Patienten aufgrund
ihrer
geriatrietypischen
Multimorbidität
häufig einen dringenden, oftmals sehr
komplexen medizinischen Behandlungs-
bedarf. Auf der anderen Seite wird es auf-
grund der unzureichenden Versorgungs-
dichte von Ärzten mit geriatrischer Fach-
kompetenz im ländlichen Raum jedoch
zunehmend schwierig, eine adäquate me-
dizinische Behandlung sicher zu stellen.
Derzeit
kooperieren geriatrische Zentren
an
Krankenhäusern
und
Reha-
Einrichtungen als Leiteinrichtungen in re-
gionalen Versorgungsnetzwerken eng mit
Krankenhäusern,
Schwerpunktpraxen,
Hausärzten und niedergelassenen Fach-
ärzten, ambulanten und stationären Reha-
Einrichtungen,
Pflegeheimen
und
-
diensten, therapeutischen und psychoso-
zialen
sowie
ergänzenden
Diensten,
Kommunen, Wohnungswirtschaft und So-
zialorganisationen. Die eigentlich unzurei-
chenden personellen Ressourcen an Ärz-
ten mit geriatrischer Fachkompetenz kön-
nen durch diese sektorübergreifende Ver-
netzung und damit gegenseitige Unter-
stützung
verschiedener
medizinischer,
rehabilitativer, pflegerischer Einrichtungen
und sozialer Dienste optimal für eine effek-
tive und effiziente Versorgung geriatri-
scher Patienten eingesetzt werden.
In der
Vergangenheit
haben die verschie-
denen Sektoren, die mit der Behandlung
und Betreuung geriatrischer Patienten
betraut sind, zum Teil unkoordiniert ne-
beneinander
agiert. Dadurch konnten
Doppelstrukturen entstehen, die unnötig
Kosten verursachen und die begrenzten
Ressourcen an geriatrischer Fachkompe-
tenz nicht optimal zum Einsatz bringen.
Projektziele im Hinblick auf den ländli-
chen Raum
Mit dem Leitprojekt werden folgende
Im-
pulse für die Entwicklung des ländlichen
Raums
gesetzt:
- Durch die (möglichst) flächendeckende
Vernetzung aller an der Betreuung ge-
riatrischer Patienten beteiligter Einrich-
tungen wird auch für Patienten im länd-
lichen Raum eine qualitativ hochwertige
und auf deren Bedürfnisse abgestellte
geriatrische Versorgung gewährleistet.
- Durch eine individuelle und sektorüber-
greifende Fürsorge aller am Betreu-
ungsprozess beteiligten Netzwerkpart-
ner werden auch geriatrische Patienten,
die im ländlichen Raum und damit nicht
im direkten Umfeld geriatrischer Zent-
ren leben, medizinisch, rehabilitativ und
pflegerisch effektiv und effizient ver-
sorgt.
Bedeutung für die Praxis:
- Die Qualität der geriatrischen Versor-
gung, die Patienten zu teil wird, ist nicht
von deren Wohnort abhängig.
- Durch die Kooperation von Ärzten,
Pflegern, Therapeuten, Psychologen
und Sozialarbeiter in einem geriatri-
schen Netzwerk, in das auch die Ange-
hörigen sowie die Behörden oder Pfle-
gedienste einbezogen werden, kann die
Selbstversorgungsfähigkeit und Mobili-
tät geriatrischer Patienten möglichst
lang erhalten oder wiederhergestellt
werden. Auch nach akuter Erkrankung
oder Verschlechterung einer chroni-
schen Erkrankung wird alles daran ge-
setzt, geriatrischen Patienten ein selbst
bestimmtes, pflegeunabhängiges Le-
ben im gewohnten Umfeld, und damit
im ländlichen Raum, zu ermöglichen.

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Stand: 9.10.2012
Projektträger/Kooperationen
Geriatrische Netzwerke werden zunächst
in den drei Modellregionen „Geriatrienetz-
werk Chemnitz“ (koordiniert vom Klinikum
Chemnitz),
dem
Versorgungsnetzwerk
Gerinet
Leipzig-Süd
(HELIOS-Kliniken
Leipziger Land) und dem Netzwerk Geriat-
rie Ostsachsen (Städtisches Klinikum Gör-
litz und geriatrische Rehabilitationsklinik
Radeburg) erprobt.
Projektzeitraum
2011 bis 2013
Kosten
Die Kosten für die Koordinierung der
Netzwerke werden von den Krankenkas-
sen übernommen. Das SMS begleitet und
unterstützt die Modellvorhaben.

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Stand: 9.10.2012
6.
Telemedizin
„Schlaganfallnetz-
werk Sachsen“ (SMS)
Schwerpunkt:
In Schlaganfallnetzwerken zwischen spe-
ziellen Schlaganfallzentren und Kliniken
wird vor Ort eine qualifizierte Schlaganfall-
Behandlung erreicht, indem mit Hilfe der
Telemedizin eine diagnosetaugliche Vi-
deokonferenz aufgebaut und damit eine
konsiliarische Beratung durch eine Spezi-
alklinik ermöglicht wird.
Ausgangslage/Handlungsbedarf
Der besondere Handlungsbedarf für den
ländlichen Raum
besteht darin, dass die
Statistischen Ämter des Bundes und der
Länder aufgrund des demografischen
Wandels in den kommenden Jahren mit
einer Zunahme der stationären Behand-
lungsfälle in Deutschland rechnen. Im
Freistaat Sachsen wird aufgrund der sich
verändernden Altersstruktur von einer er-
heblichen Zunahme von Behandlungsfäl-
len bei Herz-/Kreislauferkrankungen aus-
gegangen. Zeit ist der entscheidende Fak-
tor bei akuten Schlaganfällen. Patienten
und Patientinnen im ländlichen Raum sol-
len nicht aufgrund der erheblichen Entfer-
nung zwischen ihrem Wohnort und einer
Spezialklinik in der medizinischen Behand-
lung benachteiligt werden.
Derzeit
wird die Telemedizin in Schlagan-
fallnetzwerken
in
Ostsachsen,
Nord-
westsachsen und Südwestsachsen zur
Unterstützung eines interdisziplinären und
intersektoralen Behandlungsansatzes bei
Herz-/Kreislauferkrankungen
eingesetzt.
Die flächendeckende Ermöglichung tele-
medizinischer Konsultationen wird ange-
strebt.
In der
Vergangenheit
bestanden für den
flächendeckenden Einsatz der Telemedi-
zin technische, rechtliche und organisato-
rische Umsetzungshürden.
Projektziele im Hinblick auf den ländli-
chen Raum
Mit dem Leitprojekt werden folgende
Im-
pulse für die Entwicklung des ländlichen
Raums
gesetzt:
-
Telekonsultation im Bereich Schlagan-
fallversorgung,
-
Optimierung der Qualität der medizini-
schen Versorgung.
Bedeutung für die Praxis:
-
Optimierung der Versorgung im ländli-
chen Bereich durch flächendeckende
Netzwerke
-
Optimierung
der
Versorgungskette
durch Telekonsultationen bei zeitkriti-
scher Behandlungsbedürftigkeit
-
Vermeidung von schweren Verläufen
mit bleibenden Behinderungen
-
Optimierung der Prozesskette durch
kontinuierliche Weiterentwicklung und
Fortbildung (Schlaganfallregister)
Projektträger/Kooperationen
Freistaat Sachsen, Krankenhausträger,
Krankenkassen
Projektzeitraum
Beginn 2007
Abschluss 2014
Kosten
Finanzierung mit Mitteln der Europäischen
Union und durch die Krankenkassen (Rah-
menvereinbarung).

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Stand: 9.10.2012
7.
Alltagsbegleitung
für
Senioren
(SMS)
Schwerpunkt:
Noch nicht pflegebedürftigen älteren Men-
schen, die außerhalb der Städte Dresden,
Leipzig und Chemnitz leben, wird unent-
geltlich eine aufsuchende Betreuung durch
ehrenamtlich tätige Alltagsbegleiter ange-
boten.
Ausgangslage/Handlungsbedarf
Der besondere Handlungsbedarf für den
ländlichen Raum
liegt darin, dass im länd-
lichen Raum der Anteil der älteren und
hochaltrigen Menschen an der Gesamtbe-
völkerung besonders stark zunehmen
wird. So wird der Anteil der Personen, die
65 Jahre und älter sind, im ländlichen
Raum bis 2025 auf 34,4 % (Variante 2)
ansteigen, während er in der Landes-
hauptstadt Dresden mit 26,7 % deutlich
geringer
ausfallen
wird.
Erschwerend
kommt hinzu, dass drei Viertel der Hoch-
betagten ab 85 Jahre alleinstehend sind
und auch zu etwa 97 % in einem Einper-
sonenhaushalt leben. Aufgrund der Bin-
nenwanderung jüngerer Menschen wer-
den ältere Menschen jedoch zunehmend
weniger familiäre Hilfeleistungen in An-
spruch nehmen können und somit auf die
Hilfe Dritter angewiesen sein. Dies umso
mehr, als im ländlichen Raum deutlich
weniger technische und soziale Infrastruk-
turangebote vorgehalten werden können
als in Verdichtungsräumen wie Dresden,
Leipzig und Chemnitz-Zwickau.
In jedes Projekt sind 8 – 10 Alltagsbeglei-
ter integriert. Sie unterstützen zahlreiche
ältere Menschen, z. B. beim Einkaufen,
bei Arztbesuchen, bei Friedhofsbesuchen,
bei Spaziergängen und in die Bibliothek
sowie am Computer oder amtlichem
Schriftverkehr. Soziale Nähe wird geschaf-
fen, Isolation aufgelöst und den Betroffe-
nen Lebensperspektive vermittelt. Alltags-
begleiter und die zu betreuenden Perso-
nen befinden sich zumindest in lokaler
Nähe (Wohnraumprinzip). Nicht vorhande-
ne oder wegbrechende familiäre Hilfe-
strukturen können dadurch zumindest
teilweise kompensiert werden. Auf der
anderen Seite wird Männern und Frauen,
die keiner traditionellen
Erwerbstätigkeit nachgehen, eine indivi-
duell sinnvolle und gesellschaftlich nützli-
che Perspektive geboten und ihre soziale
Ausgrenzung vermieden. Aufbauend auf
gemeinsame Interessen finden sich zu-
meist die Tandems bestehend aus Senio-
ren und Alltagsbegleiter zusammen. Die
Alltagsbegleiter werden in Seminaren auf
ihre Tätigkeit vorbereitet, für die sie später
eine Aufwandsentschädigung erhalten.
In der
Vergangenheit
waren ältere Men-
schen bei solchen unentgeltlichen Leis-
tungen ganz überwiegend auf die Hilfe von
Familieangehörigen,
Freunden
oder
Nachbarn angewiesen.
Projektziele im Hinblick auf den ländli-
chen Raum
Mit dem Leitprojekt werden folgende
Im-
pulse für die Entwicklung des ländlichen
Raums
gesetzt:
-
Zum Vorteil der Alltagsbegleiter und
der von ihnen betreuten Menschen
wird eine beständige Unterstützungs-
bereitschaft in der Bürgerschaft etab-
liert, die für ein funktionierendes Ge-
meinwesen
gerade
im
ländlichen
Raum zunehmend an Bedeutung ge-
winnen wird.
Bedeutung für die Praxis:
-
Für ältere Menschen wird es leichter,
so lange wie möglich in ihrem häusli-
chen Umfeld zu bleiben und selbstbe-
stimmt zu leben.
-
Ein Umzug in Städte mit besseren
technischen und sozialen Infrastruk-
turangeboten kann verzögert oder
vermieden werden.
-
Menschen, die auf dem Arbeitsmarkt
benachteiligt sind oder aus anderen
Gründen am Rand der Gesellschaft
stehen, werden durch die sinnstiftende
Tätigkeit als Alltagsbegleiter in ländli-
chen Regionen gehalten und durch ihr
bürgerschaftliches Engagement vor
sozialer Ausgrenzung bewahrt und
besser in das Gemeinwesen integriert.
Projektträger/Kooperationen
Kommunen,
Kirchgemeinden,
Vereine,
gGmbHs
Projektzeitraum

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Stand: 9.10.2012
Die Projekte laufen grundsätzlich über
einen Zeitraum von 12 Monaten. Die Pro-
jektauswahl findet über Ideenwettbewerbe
(Veröffentlichung im Sächsischen Amts-
blatt) statt.
Kosten
Finanzierung der Kleinvorhaben (bis zu
15.000 Euro pro Projekt) als nicht rück-
zahlbare Projektförderung aus der ESF-
Richtlinie SMS/SMUL vom 31. Juli 2007,
Vorhabensbereich: „Lokales Kapital für
soziale Zwecke“ (LOS).

14
Stand: 9.10.2012
8.
Vernetzte Pflegeberatung im Frei-
staat Sachsen (SMS)
Schwerpunkt:
Flächendeckende
integrierte und ver-
netzte Pflegeberatung
für Hilfe- und Pfle-
gebedürftige sowie deren Angehörige, die
auf Wunsch in der häuslichen Umgebung
erfolgt (nach §§ 7a und 92 c SGB XI).
Ausgangslage/Handlungsbedarf
Der besondere Handlungsbedarf für den
ländlichen Raum
liegt darin, dass der An-
teil der älteren und hochaltrigen Menschen
an der Gesamtbevölkerung stetig zu-
nimmt. So steigt der Anteil der über 80-
jährigen bis zum Jahr 2025 im ländlichen
Raum voraussichtlich auf 11,1 %. Mit dem
höheren Lebensalter nimmt auch die
Wahrscheinlichkeit von Pflegebedürftigkeit
zu. Insbesondere für hilfe- und pflegebe-
dürftige ältere Menschen im ländlichen
Raum, die immobil sind, ist eine aufsu-
chende wohnungsnahe Information und
Beratung, die speziell auf die Lebensum-
stände des Einzelnen zugeschnitten und
wettbewerbsneutral ausgerichtet ist, ganz
wesentlich für die Ausgestaltung der wei-
teren Lebensphase.
Derzeit
wird vor Ort in den Kommunen und
Landkreisen eine vernetzte Pflegebera-
tung implementiert, bei der die bereits be-
stehenden Beratungsstrukturen genutzt,
eingebunden und in Form von Netzwerken
dauerhaft etabliert werden. Durch die Ver-
netzung von Pflegeversicherung, der öf-
fentlichen Hand - insbesondere der Land-
kreise und kreisfreien Städte - der pflege-
rischen und sozialen Leistungserbringer
unter Einbindung sozialer sowie bürger-
schaftlicher Initiativen und Selbsthilfever-
einigungen bzw. Selbsthilfeorganisationen
wird eine optimale Koordinierung und
Steuerung von Leistungen unterschiedli-
cher Versorgungsbereiche für die Betrof-
fenen ermöglicht.
Für alle Fragen rund um die Pflege ist zu-
dem unter Federführung des SMS ein In-
ternetportal
Pflegenetz
(PflegeN)
(www.pflegenetz.sachsen.de)
eingerichtet
worden. Das PflegeN übt eine Lotsenfunk-
tion aus und unterstützt den Hilfesuchen-
den bei der Suche nach regionalen und
überregionalen Ansprechpartnern.
In der
Vergangenheit
wurden bereits eine
Vielzahl hochwertiger Beratungsangebote
von Pflegekassen, Kommunen und Leis-
tungserbringern vorgehalten. Vorhandene
Schnittstellen
zwischen
verschiedenen
Kostenträgern und gegebenenfalls auch
mit unterschiedlichen Leistungserbringern
konnten (und können) allerdings durchaus
(noch) Probleme für Betroffene verursa-
chen.
Projektziele im Hinblick auf den ländli-
chen Raum
Mit dem Leitprojekt werden folgende
Im-
pulse für die Entwicklung des ländlichen
Raums
gesetzt:
- Unabhängig vom Wohnort werden Hil-
fe- und Pflegebedürftige im ländlichen
Raum genauso wie Betroffene in Ver-
dichtungsräumen durch ein verzahntes
und abgestimmtes Case- und Care-
Management optimal beraten, betreut
und versorgt.
- Hilfe- und Pflegebedürftigen wird so
lange wie möglich das selbstbestimmte
Leben in ihrem häuslichen Umfeld und
damit im ländlichen Raum ermöglicht,
da der Grundsatz „ambulanter vor stati-
onärer Versorgung“ im Vordergrund der
trägerübergreifenden Beratung steht.
Bedeutung für die Praxis:
- Durch die aufsuchende, wohnungsnahe
Pflegeberatung bleiben Ratsuchenden
überproportional lange Wege erspart.
- Über das Internetportal PflegeN erhal-
ten Hilfesuchende ohne weite Wege in
Anspruch nehmen zu müssen, eine
Vielzahl von Informationen, so z. B. zu
Beratungsstellen und Institutionen, zu
Pflegeeinrichtungen, zu Betreuungsan-
geboten, zu Fragen rund um das Woh-
nen im Alter, zu haushaltnahen Diens-
ten oder zu Angeboten zur Unterstüt-
zung Angehöriger.
- Durch ein speziell entwickeltes Bera-
tungsformular im PflegeN können An-
fragen direkt an die zuständige Pflege-
kasse weitergeleitet werden, die sich
dann innerhalb von 48 Stunden mit
dem Hilfesuchenden in Verbindung
setzt.

15
Stand: 9.10.2012
- Bei einer ortsgebundenen Pflegebera-
tung in Form von Pflegestützpunkten
wäre eine wohnortnahe Beratung, Ver-
sorgung und Betreuung aller Versicher-
ten, geschweige denn eine wohnungs-
nahe Beratung im ländlichen Raum,
nicht flächendeckend möglich gewesen.
Projektträger/Kooperationen
Landesverbände der Pflegekassen und
der Arbeitsgemeinschaft der örtlichen So-
zialhilfeträger, vertreten durch den Sächsi-
schen Landkreistag, den Sächsischen
Städte- und Gemeindetag sowie dem
Sächsischen Staatsministerium für Sozia-
les und Verbraucherschutz.
Um die Netzwerkarbeit zu erproben, wur-
den drei Modellregionen mit unterschiedli-
chen Versorgungsstrukturen ausgewählt:
Die Stadt Chemnitz sowie die Landkreise
Görlitz und Nordsachsen. Das Rollout in
ganz Sachsen läuft, rd. 92 % der Fläche
ist bereits erfasst.
Projektzeitraum
Die Modellregionen haben nach dem
1. Mai 2009 ihre Arbeit aufgenommen und
am 31. März 2010 erste Ergebnisse vorge-
legt. In einem Erfahrungsbericht werden
die erreichten Ergebnisse und Erfahrun-
gen der Erprobungsphase in den Modell-
regionen dokumentiert. („Vernetzte Pfle-
geberatung im Freistaat Sachsen. Erfah-
rungsbericht zur Entwicklung von vernetz-
ten
Beratungsstrukturen“
unter
www.pflegenetz.sachsen.de.)
Kosten
Die vorhandenen Beratungsstrukturen der
Pflegekassen sowie der Landkreise und
kreisfreien Städte werden genutzt und wie
bisher durch den jeweiligen Träger finan-
ziert. Die Kosten für die Errichtung und
Pflege des Internetportals trägt das Säch-
sische Staatsministerium für Soziales und
Verbraucherschutz.

16
Stand: 9.10.2012
9.
Nahversorgung
im
ländlichen
Raum
-
Genossenschaftsladen
Falkenau
Der Genossenschaftsladen „Unser Laden
Falkenau e. G.“ zeigt, wie es durch bür-
gerschaftliches und kommunales Enga-
gement mit finanzieller Unterstützung der
RL ILE/2007 gelingen kann, die wohnort-
nahe Versorgung mit Waren und Dienst-
leistungen des täglichen Bedarfs im Länd-
lichen Raum zu sichern.
Ausgangslage/Handlungsbedarf
Der besondere Handlungsbedarf für den
ländlichen Raum
liegt darin, dass eine
gute Versorgung der Bewohner des ländli-
chen Raums mit Waren und Dienstleistun-
gen -vor dem Hintergrund gleichwertiger
Lebensverhältnisse -
unverzichtbar
ist.
Dorfläden sind aber durch strukturelle und
demografische Veränderungen seltener
geworden. Vielerorts werden Brot, Back-
waren, Fleisch und Wurst über mobile
Verkaufswagen angeboten. Damit wird nur
ein Teil des Versorgungsbedarfs abge-
deckt. Folglich müssen Dorfbewohner wei-
tere Wege für tägliche Einkäufe zurückle-
gen, was mit einem erhöhten Zeit- und
Fahrtkostenaufwand verbunden ist. Hinzu
kommt, dass ältere oder nicht motorisierte
Menschen zunehmend auf wohnortnahe
Versorgungsangebote angewiesen sind.
Derzeit
kann für den Genossenschaftsla-
den „Unser Laden Falkenau e. G.“ eine
durchweg positive Bilanz gezogen werden.
Aus einer leerstehenden Sporthalle, die
bis Anfang der 90er Jahr als Kino diente,
entstand im Juli 2009 ein Dorfladen. Die
Gemeinde betreute als Eigentümer des
Gebäudes den Umbau. Der Laden wird
durch eine Genossenschaft bewirtschaftet.
Auf 200 m
2
Verkaufsfläche werden fast
5.000 Artikel angeboten, darunter viele
regionale Produkte. Frisches Obst und
Gemüse, kundenfreundliche Öffnungszei-
ten, das breite Sortiment sowie ein Be-
stellservice sorgen dafür, dass das Ange-
bot sehr gut angenommen wird.
Im April 2011 wurde der 100.000ste Kun-
de begrüßt. Der Laden trägt sich selbst.
Vier Verkäuferinnen kümmern sich um die
Wünsche der Kunden.
Entscheidend für den Erfolg ist, dass die
Gemeinde das Vorhaben unterstützt, dass
die Mitglieder durch genossenschaftliche
Anteile eng mit „ihrem Laden“ verbunden
sind und vor allem in der Anfangsphase
ehrenamtlich mitgeholfen haben.
In der
Vergangenheit
gab es in der knapp
2.000 Einwohner zählenden Gemeinde
keine Einkaufsmöglichkeit. Das ortsbild-
prägende Gebäude drohte zu verfallen.
Trotz intensiver Bemühungen der Ge-
meinde und einer Initiativgruppe wollte
keine Handelskette eine Einkaufsstätte im
Dorf betreiben.
Projektziele im Hinblick auf den ländli-
chen Raum
Mit dem Projekt werden folgende
Impulse
für die Entwicklung des ländlichen Raums
gesetzt:
-
Eine gute Versorgungsstruktur ist un-
verzichtbar für die gesellschaftliche
Teilhabe der Bewohner des ländlichen
Raums und schafft Standortvorteile.
-
Die Erhaltung von Dorfläden ist ein
öffentliches Interesse.
-
Durch Umnutzung werden wertvolle
ländliche Gebäude erhalten.
-
Gemeinschaftliche Projekte initiieren
Folgeprojekte.
-
Ländliche Entwicklung braucht bürger-
schaftliches Engagement!
Bedeutung für die Praxis:
-
Es gibt verschiedene Ansätze im länd-
lichen Raum für eine verbesserte Ver-
sorgung mit Waren und Dienstleistun-
gen des täglichen Bedarfs. Das Modell
des genossenschaftlich geführten La-
dens fördert besonders den Zusam-
menhalt und die Gemeinschaft der
Dorfbewohner.
-
Ein Laden im Dorf hat heute viele
Funktionen. Man kann sich zu Fuß mit
Waren des täglichen Bedarfs versor-
gen, was nicht nur für ältere Menschen
wichtig ist. Im Dorfladen werden auch
Dienstleistungen angeboten. Dorfläden
sind wichtige Anlaufpunkte für den
Kontakt der Dorfbewohner untereinan-
der. In Dorfläden werden Menschen
sinnstiftend beschäftigt.

17
Stand: 9.10.2012
-
Lokale
und
regionale
Nahversor-
gungskonzepte sind umso nachhalti-
ger, wenn eine Bedarfsanalyse voran-
gestellt wird und viele Akteure (Dorf-
bewohner, die Gemeinde, stationäre
und mobile Händler usw.) dahinter
stehen.
Projektträger/Kooperationen
-
Gemeinde Falkenau
-
etwa 300 Mitglieder der Genossen-
schaft „Unser Laden Falkenau e. G.“
-
Regionalmanagement der LEADER-
Region „Augustusburger Land“
Projektzeitraum
Januar bis Juli 2009
Kosten
Das Investitionsvolumen für den Genos-
senschaftsladen „Unser Laden Falkenau
e. G.“ betrug rund 600.000 Euro. Etwa ein
Drittel der Kosten wurde über die RL I-
LE/2007 gedeckt, zwei Drittel übernahm
die Gemeinde aus Eigenmitteln.

18
Stand: 9.10.2012
10.
Dezentrale Nutzung erneuerbarer
Energien im ländlichen Raum
Sachsens
Schwerpunkt:
Dezentrale Nutzung erneuerbarer Ener-
gien (EE) im kleinen Maßstab durch Bür-
ger, Betriebe u. a. der Land- und Forst-
wirtschaft und öffentliche Einrichtungen.
Ausgangslage/Handlungsbedarf
Der besondere Handlungsbedarf für den
ländlichen Raum
liegt in der Freiraumsi-
tuation sowie der Nähe zur Land- und
Forstwirtschaft mit ihren Roh- und Rest-
stoffen. Im Jahr 2009 wurden 14,1 % des
sächsischen Stromendverbrauchs durch
Windkraft, Biomasse, Solarenergie, Was-
serkraft sowie Klär- und Deponiegas ge-
deckt, bis 2020 soll ein Drittel Anteil er-
reicht werden. Während die ersten Bio-
gasanlagen mit einer Leistung von etwa
30 kW an einzelbetrieblichen Gegebenhei-
ten ausgerichtet waren, wurden zuletzt
zunehmend zentrale Anlagen mit wesent-
lich höherer Leistung und hohen Anforde-
rungen gebaut (> 500 kW), was zu nach-
teiligen Auswirkungen auf die landwirt-
schaftliche Fruchtfolge und die Flächen-
konkurrenz geführt hat (erhebliche Stö-
rung des Pachtpreis-/Bodenpreisgefüges,
dem bspw. in Frankreich durch gesetzliche
Obergrenzen begegnet wird).
Projektziele im Hinblick auf den ländli-
chen Raum
Das Leitprojekt ist mit dem Ziel verbunden,
1. im Bereich der Biomassenutzung Fort-
schritte zu erzielen (energetische Nut-
zung von Biomasse in der Modellregi-
on Vogtlandkreis/Westerzgebirge über
Biogaserzeugung, Verbrennung)
und
2. im
Bereich
der
dezentra-
len/kleinmaßstäblichen Nutzung
er-
neuerbarer Energien im ländlichen
Raum Musterbeispiele für private In-
vestitionen aufzubereiten.
Mit dem Leitprojekt werden
Impulse für die
Entwicklung des ländlichen Raums
ge-
setzt, indem das Interesse an dem Einsatz
technischer Entwicklungen (Systemvielfalt)
steigt, das Betätigungsfeld für das Hand-
werk in diesem Sektor zunimmt, regionale
Wertschöpfungsketten Vorschub erhalten
und negative Begleiterscheinungen mini-
miert werden.
Bedeutung für die Praxis:
-
Steigerung der dezentralen, betriebli-
chen Verwertung von Nebenprodukten
und Reststoffen sowie Landschafts-
pflegematerial vorwiegend in kleineren
Biogasanlagen; gleichzeitig Reduzie-
rung
des
Konkurrenzdruckes
auf
Ackerflächen.
-
Beitrag zur Weiterentwicklung der
Techniken/Technologien für die breite
Nutzung erneuerbarer Energien und
zur regionalen Wertschöpfung.
-
Verringerung der Abhängigkeit von
den endlichen fossilen Ressourcen
und Erhöhung der dezentralen Versor-
gungssicherheit.
Projektträger/Kooperationen
SMUL, Gemeinden, Unternehmen, Privat-
personen
Eine in Abstimmung mit SMWA in Auftrag
gegebene Studie (Kurzstudie und Bro-
schürenentwurf) wird derzeit ausgewertet.
Die Veröffentlichung einer Broschüre ist in
Quartal IV/2012 vorgesehen.
Projektzeitraum
bis Ende I/2012
Finanzierung
Bestehende Förderprogramme
-
Richtlinie des Sächsischen Staatsmi-
nisteriums für Umwelt und Landwirt-
schaft zur Förderung der Land- und
Ernährungswirtschaft im Rahmen des
Entwicklungsprogramms für den länd-
lichen Raum im Freistaat Sachsen (RL
LuE/2007)
-
Richtlinie des Sächsischen Staatsmi-
nisteriums für Umwelt und Landwirt-
schaft und des Sächsischen Staatsmi-
nisteriums für Wirtschaft, Arbeit und
Verkehr über die Gewährung von För-
dermitteln für Vorhaben zur Steigerung
der Energieeffizienz, zur Nutzung er-
neuerbarer Energien, zur Entwicklung
innovativer Energietechniken und zum
Klima- und Immissionsschutz im Frei-
staat Sachsen (RL EuK/2007)

19
Stand: 9.10.2012
11.
Dezentrale Abwasserbeseitigung
im ländlichen Raum (SMUL)
Schwerpunkt:
Modellhafte dezentrale Abwasserbeseiti-
gung mit kommunalen Gruppenkläranla-
gen bis Einzellösungen und unterschiedli-
chen Kleinkläranlagentypen an verschie-
denen Beispielen (u. a. Leisnig, Mutz-
schen).
Ausgangslage/Handlungsbedarf
Der besondere Handlungsbedarf für den
ländlichen Raum
liegt in der differenzierten
Siedlungsstruktur, die zur Erreichung der
gesetzlichen Mindestanforderungen bei
der Abwasserbeseitigung bis zum Jahr
2015 eine gegenüber den urbanen Syste-
men modifizierte Herangehensweise er-
fordert. Die demografischen, wirtschaftli-
chen und die technischen Entwicklungen
auch auf dem Gebiet der Siedlungswas-
serwirtschaft erfordern bzw. ermöglichen
ein stärker differenziertes Vorgehen.
Derzeit
erfolgt die Überprüfung und An-
passung der Abwasserbeseitigungskon-
zepte durch die Abwasserzweckverbände.
Nach derzeitiger Planung wird die Abwas-
serbeseitigung für rund 400.000 Einwoh-
ner dauerhaft dezentral erfolgen, da dies
die wirtschaftlichste Lösung ist.
In der
Vergangenheit
wurde die Abwas-
serbeseitigung bereits deutlich verbessert.
Seit 1990 wurde der Anschlussgrad an
moderne
öffentliche
Abwasserbehand-
lungsanlagen von 56 % auf 85 % erhöht.
Projektziele im Hinblick auf den ländli-
chen Raum
Mit dem Leitprojekt werden folgende
Im-
pulse für die Entwicklung des ländlichen
Raums
gesetzt:
-
Flächendeckend
situationsgerechte
Abwasserbeseitigung nach dem Stand
der Technik gemäß Wasserhaushalts-
gesetz (WHG) und Erfüllung der Euro-
päischen
Wasserrahmenrichtlinie
(WRRL),
-
Kostengünstige, überschaubare Lö-
sungen als positiver Aspekt der Stand-
ortattraktivität.
Bedeutung für die Praxis:
-
Dezentrale und kleinräumig flexible
Gruppen- bis Einzellösungen unter-
schiedlicher Technologien von der
Membranfilteranlage bis zur Pflanzen-
kläranlage werden an Bedeutung ge-
winnen.
-
Der tatsächlichen Entwicklung ange-
passte und anpassungsfähige Kapazi-
täten im Innen- und Außenbereich
werden die erforderliche Qualität ge-
samtwirtschaftlich sinnvoll gewährleis-
ten.
-
Verbesserung der Gewässerqualität.
Projektträger/Kooperationen
-
Abwasserzweckverbände
-
Privatpersonen
-
Unternehmen
Projektzeitraum
bis 2015
Kosten
Finanzierung durch Abwasserbeiträge bei
öffentlichen Kläranlagen, durch private
Investitionen bei Anlagen im Privateigen-
tum. Förderung nach Mittelverfügbarkeit
und Erfüllung der Fördervoraussetzungen
gemäß der Förderrichtlinie Siedlungswas-
serwirtschaft des SMUL (RL SWW/2009).

20
Stand: 9.10.2012
12.
Ausbau der Synergien zwischen
Ökokonto und ländlicher Entwick-
lung (SMUL)
Schwerpunkt:
Verzahnung von Brachflächenrenaturie-
rung und Ökokonto-Regelung unter be-
sonderer Berücksichtigung der Ergebnisse
des interkommunalen Brach- und Aus-
gleichsflächenpools
der
Leaderregion
„Augustusburger Land“.
Ausgangslage/Handlungsbedarf
Der besondere Handlungsbedarf für den
ländlichen Raum
liegt in dem hohen Land-
schaftsverbrauch durch Siedlungs- und
Verkehrsflächen und durch zusätzliche
Inanspruchnahme von Flächen für Aus-
gleichs-
und
Ersatzmaßnahmen
bei
gleichzeitig zunehmenden Siedlungsbra-
chen.
Derzeit
besteht mit der neu eingeführten
Ökokonto-Regelung die Möglichkeit, in
einem größeren Kontext sinnvolle Aus-
gleichs- und Ersatzmaßnahmen vorgezo-
gen vor Eingriffen zu realisieren und dafür
„Ökopunkte“ anrechnen zu lassen. Für
ausgleichspflichtige Baumaßnahmen kann
auf diese Ökopunkte zurückgegriffen wer-
den. Durch die Zusammenführung von
Investitionsinteressen und Siedlungsbra-
chen bzw. vorbelasteten Flächen kann
zusätzlicher Flächenverbrauch reduziert
werden. Verschiedene Datenbanksysteme
zur Flächenerfassung auf kommunaler
Ebene liegen vor. Die Problematik der
Ausdehnung innerörtlicher Siedlungsbra-
chen bei gleichzeitigem Flächenverbrauch
im Außenbereich ist erst eine neuere Er-
scheinung, verstärkt durch den demografi-
schen Wandel.
In der
Vergangenheit
war mit Baumaß-
nahmen häufig eine zusätzliche umfang-
reiche Flächeninanspruchnahme verbun-
den. Viele Siedlungsbrachen warten noch
auf eine Revitalisierung bzw. Renaturie-
rung.
Projektziele im Hinblick auf den ländli-
chen Raum
Mit dem Leitprojekt werden folgende
Im-
pulse für die Entwicklung des ländlichen
Raums
gesetzt:
-
Revitalisierung oder Renaturierung von
Siedlungsbrachen im weitesten Sinne,
-
Reduzierung
der
Inanspruchnahme
landwirtschaftlicher
Nutzflächen
für
Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen.
Bedeutung für die Praxis:
-
Synergieeffekte durch Brachenbeseiti-
gung (effektivere Infrastrukturnutzung
bei Revitalisierung; Beseitigung von
„Schandflecken“ auch als Kristallisati-
onspunkte bei der Entladung sozialer
Spannungen; Attraktivitätssteigerung;
Steigerung der Lebensqualität und
Stabilisierung des Naturhaushaltes bei
Renaturierung).
-
Verbesserung der Bildung und Nutz-
barkeit von Flächenpools auf kommu-
naler und regionaler Ebene (Flächen-
management).
-
Praxisgerechte Handhabbarkeit der
Ökokonto-Regelung.
Projektträger/Kooperationen
Kommunen, Freistaat, Ökoflächenagentur
Projektzeitraum
Pilotprojekt weitgehend abgeschlossen,
Praxiseinführung fortlaufend
Kosten
Finanzierung des Pilotprojektes erfolgte
über die Richtlinie des Sächsischen
Staatsministeriums des Innern zur Förde-
rung der Regionalentwicklung (FR-Regio)
vom 21. Dezember 2006 (SächsABl. 2007
S. 58), zuletzt als geltend bekannt ge-
macht durch die Verwaltungsvorschrift
vom 9. Dezember 2011 (SächsABl. SDr.
S. S 1648). Im weiteren Praxisbetrieb er-
folgt die Refinanzierung der Maßnahmen
weitgehend über die Eingriffsverursacher.