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Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
1
Inhaltsverzeichnis
1.
Kenndaten.............................................................................................................. 5
1.1
Demographische Entwicklung................................................................................
6
1.2
Gesamtwirtschaftliche Situation.............................................................................
6
1.3
Arbeitsmarkt – Erwerbstätigkeit und Beschäftigung............................................... 7
1.4
Wirtschaftliche Situation und Arbeitsmarkt – Prognose.......................................... 8
2.
Übersicht über die Durchführung des Operationellen Programms ....................... 10
2.1
Ergebnisse und Fortschrittsanalyse
..................................................................... 10
2.1.1 Angaben über den Stand der materiellen Abwicklung des Operationellen
Programms........................................................................................................... 10
2.1.2 Finanzielle Angaben.............................................................................................
15
2.1.3 Angaben über die Verwendung der Fondsmittel .................................................. 17
2.1.4 Unterstützung, aufgeschlüsselt nach Zielgruppen................................................ 17
2.1.5 Zurückgezahlte oder wiederverwendete Unterstützung ....................................... 21
2.1.6 Qualitative Analyse............................................................................................... 21
2.2
Angaben zur Vereinbarkeit mit dem Gemeinschaftsrecht .................................... 46
2.3
Wesentliche aufgetretene Probleme und getroffene Abhilfemaßnahmen ............ 48
2.4
Änderung der Durchführungsbestimmungen des operationellen Programms...... 50
2.5
Wesentliche Änderungen gemäß Artikel 57 der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006
(Dauerhaftigkeit des Vorhabens) ......................................................................... 51
2.6
Komplementarität mit anderen Instrumenten
....................................................... 51
2.7
Begleitung und Bewertung................................................................................... 55
2.8
Nationale Leistungsreserve
gem. Art. 50 der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006).. 59
3.
Durchführung nach Prioritätsachsen .................................................................... 60
3.1
Prioritätsachse A - Steigerung der
Anpassungsfähigkeit und
Wettbewerbsfähigkeit von Beschäftigten und Unternehmen................................ 60
3.1.1 Ergebnisse und Fortschrittsanalyse
..................................................................... 60
3.1.2 Wesentliche aufgetretene Probleme und getroffene Abhilfemaßnahmen
............ 75
3.2
Prioritätsachse B - Verbesserung des Humankapitals
......................................... 76
3.2.1 Ergebnisse und Fortschrittsanalyse ..................................................................... 76
3.2.2 Wesentliche aufgetretene Probleme und getroffene Abhilfemaßnahmen
............ 98

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
2
3.3
Prioritätsachse C - Verbesserung des Zugangs zu Beschäftigung sowie der
sozialen Eingliederung von benachteiligten Personen......................................... 99
3.3.1 Ergebnisse und Fortschrittsanalyse ..................................................................... 99
3.3.2 Wesentliche aufgetretene Probleme und getroffene Abhilfemaßnahmen
.......... 119
3.4
Prioritätsachse E - Transnationale
Maßnahmen................................................ 120
3.4.1 Ergebnisse und Fortschrittsanalyse ................................................................... 120
3.4.2 Wesentliche aufgetretene Probleme und getroffene Abhilfemaßnahmen .......... 128
4.
ESF-Programme: Kohärenz und Konzentration ................................................. 129
5.
Technische Hilfe.................................................................................................
131
6.
Information und Öffentlichkeitsarbeit.................................................................. 132

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
3
Tabellen- und Anlagenverzeichnis
Tabelle 1:
Stand der materiellen Abwicklung des Operationellen Programms
(Status: Verwendungsnachweisgeprüft)
Tabelle 2:
Stand der materiellen Abwicklung des Operationellen Programms
(Status: Bewilligt)
Tabelle 3:
Prioritätsachsen, aufgeschlüsselt nach Finanzierungsquellen (in EUR)
Tabelle 4:
Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der
Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachsen (kumuliert)
(Status: Verwendungsnachweisgeprüft)
Tabelle 5:
Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der
Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachsen (kumuliert)
(Status: Bewilligt)
Tabelle 6:
EU-Benchmarks (Stand: 2009)
Tabelle 7:
Earmarking (in EUR)
Tabelle 8:
Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse A
(Status: Verwendungsnachweisgeprüft)
Tabelle 9:
Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse A
(Status: Bewilligt)
Tabelle 10: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der
Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse A
(Status: Verwendungsnachweisgeprüft)
Tabelle 11: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der
Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse A
(Status: Bewilligt)
Tabelle 12: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse B
(Status: Verwendungsnachweisgeprüft)
Tabelle 13: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse B
(Status: Bewilligt)
Tabelle 14: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der
Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse B
(Status: Verwendungsnachweisgeprüft)
Tabelle 15: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
4
Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse B
(Status: Bewilligt)
Tabelle 16: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse C
(Status: Verwendungsnachweisgeprüft)
Tabelle 17: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse C
(Status: Bewilligt)
Tabelle 18: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der
Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse C
(Status: Verwendungsnachweisgeprüft)
Tabelle 19: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der
Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse C
(Status: Bewilligt)
Tabelle 20: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse E
(Status: Verwendungsnachweisgeprüft)
Tabelle 21: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse E
(Status: Bewilligt)
Tabelle 22: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der
Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse E
(Status: Verwendungsnachweisgeprüft)
Tabelle 23: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der
Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse E
(Status: Bewilligt)
Tabelle 24: Bewertung der Informations- und Publizitätsmaßnahmen
Anlage:
Kumulierte Zuweisung der Gemeinschaftsmittel, aufgeschlüsselt nach
Bereichen (in EUR) / Kombination der Codes der Dimension 1 bis 5

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
5
1.
Kenndaten
Operationelles Programm
Ziel:
Konvergenz
Fördergebiet:
Freistaat Sachsen
Programmplanungszeitraum:
2007 - 2013
Referenznummer des Programms (CCI-Code):
2007 DE 051 PO 004
Bezeichnung des Programms:
Europäischer Sozialfonds
Jährlicher Durchführungsbericht Berichtsjahr:
2009
Datum der Genehmigung des Berichts durch den
Programmbegleitausschuss: 01.06.2010

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
6
Sozioökonomische Rahmenbedingungen
1.1 Demographische Entwicklung
Rund 4.176.200 Einwohner lebten nach vorläufigen Berechnungen am Ende des ersten
Halbjahres 2009 in Sachsen. Das waren 16.600 Personen bzw. 0,4 % weniger als Ende
2008. Hauptgrund dafür ist weiterhin das Geburtendefizit. Daneben wirken sich die auf-
tretenden Wanderungsverluste nachteilig aus.
Die 4. Regionalisierte Bevölkerungsprognose für den Freistaat Sachsen geht bis 2020
von einem anhaltenden Rückgang der Bevölkerung aus. Zum Ende des Prognosezeit-
raums wird eine Bevölkerungszahl zwischen 3,9 und 4,0 Millionen erwartet.
Die Relationen zwischen Alt und Jung werden sich weiter verändern. Die Bevölkerung
im Erwerbsalter (15 bis unter 65 Jahre) wird gleichzeitig schrumpfen und altern. Der
Schrumpfungsprozess wird bestimmt vom Rückgang der erwerbsfähigen Bevölkerung
im Alter von unter 50 Jahren um knapp ein Fünftel. Demgegenüber nimmt die Zahl der
älteren Erwerbsfähigen bis 2020 zu (rd. 6,0 %).
1.2 Gesamtwirtschaftliche Situation
Seit dem Sommer 2009 hat sich die Konjunktur in Deutschland nach dem schwersten
wirtschaftlichen Einbruch seit Bestehen der Bundesrepublik allmählich stabilisiert, aller-
dings auf deutlich niedrigerem Niveau. Massive Interventionen von Regierungen und
Notenbanken und in der Folge ein Abebben der weltweiten Vertrauenskrise haben dazu
beigetragen.
Maßgeblich verursacht war die Krise durch den weltweiten Einbruch der Nachfrage nach
Investitions- und langlebigen Konsumgütern. Dieser Nachfrageschock hat die deutsche
Wirtschaft aufgrund der hohen Außenhandelsabhängigkeit und der Spezialisierung auf
besonders konjunkturreagible Industrieerzeugnisse überdurchschnittlich getroffen. Die-
ser Entwicklung konnte sich auch Sachsen nicht entziehen.

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
7
Im Jahr 2008 wurde im Freistaat Sachsen ein Bruttoinlandsprodukt in Höhe von 95,1
Milliarden EUR erwirtschaftet. Die wirtschaftliche Leistung gegenüber dem Vorjahr
wuchs mit 0,9 % (preisbereinigt) bereits deutlich schwächer als 2007 (+2,4 %).
Im ersten Halbjahr 2009 ging die Wirtschaftsleistung krisenbedingt stark zurück und lag
um 5,7 % unter dem Ergebnis vom 1. Halbjahr 2008. Die sächsische Wirtschaft entwi-
ckelte sich dabei erwartungsgemäß besser als im Bundesdurchschnitt (-6,8 %), aber
ungünstiger als die Wirtschaft der neuen Flächenländer insgesamt (-5,1 %).
Wesentliche Gründe:
- Gewicht und die Struktur des Verarbeitenden Gewerbes in Sachsen haben sich in der
globalen Rezession vergleichsweise nachteilig auf die wirtschaftliche Entwicklung
ausgewirkt. Die von der Krise besonders betroffenen Branchen (Maschinenbau, Chip-
industrie, Automobilbau) haben hier ein großes Gewicht am Gesamtumsatz des Ver-
arbeitenden Gewerbes.
- Auch der im ostdeutschen Vergleich hohe Exportanteil der sächsischen Industrie hat
sich ungünstig ausgewirkt.
1.3 Arbeitsmarkt – Erwerbstätigkeit und Beschäftigung
Im Jahr 2009 war die Arbeitsplatzdichte in Sachsen mit 464 je 1.000 Einwohner etwas
niedriger als im Vorjahr. Ungeachtet dessen ist sie deutlich höher als in den anderen
neuen Ländern (zwischen 420 und 450; ohne Berlin). Der Abstand zu den alten Ländern
(ohne Berlin) ist jedoch unverändert hoch (502 je 1.000 Einwohner).
Die Zahl der Arbeitslosen ging gegenüber dem Vorjahr geringfügig zurück und lag im
Jahresdurchschnitt 2009 bei rund 278.200. Die Arbeitslosenquote, gemessen an allen
zivilen Erwerbspersonen, stieg jedoch leicht um 0,1 %-Punkt auf 12,9 %.
Bei Jüngeren unter 25 Jahren war ebenfalls ein leichter Rückgang der Arbeitslosenzahl
zu verzeichnen. Im Jahresdurchschnitt 2009 waren in Sachsen rund 31.500 Personen
dieser Altersgruppe arbeitslos gemeldet. Das waren 1,7 % weniger als im Vorjahr.

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
8
In der Altersgruppe 25 bis 50 Jahre war der Rückgang der Arbeitslosenzahl gegenüber
dem Vorjahr mit 2,2 % etwas höher. Insgesamt gab es im Jahresdurchschnitt 2009
knapp 157.000 Arbeitslose in diesem Alter.
Für 50jährige und ältere Menschen war die Entwicklung auf dem sächsischen Arbeits-
markt jedoch etwas ungünstiger. Die Zahl der älteren Arbeitslosen stieg 2009 im Ver-
gleich dem Vorjahr um 3,2 % auf knapp 90.000 Personen. Der Anteil an allen Arbeitslo-
sen erhöhte sich von 31,1 % in 2008 auf 32,3 %.
Insgesamt waren im Jahresdurchschnitt 2009 in Sachsen fast 346.500 Personen ar-
beitslos gemeldet oder in einer arbeitsmarktentlastenden Maßnahme tätig (2008: rund
358.900). Außerdem waren im Durchschnitt der Monate Januar bis September mehr als
56.000 Menschen in Kurzarbeit. Gemessen an allen zivilen Erwerbspersonen stieg die
Quote der Unterbeschäftigung auf 17,0 % (+ 0,4 %-Punkte).
Trotz globaler Wirtschafts- und Finanzkrise hat sich der sächsische Arbeitsmarkt bisher
als relativ robust gezeigt. Durch die intensive Nutzung der Kurzarbeiterregelungen im
Jahr 2009 konnte ein Anstieg der Arbeitslosenzahl verhindert werden. Dazu hat auch
der Rückgang des Erwerbspersonenpotentials durch die demografischen Gegebenhei-
ten beigetragen. Ungeachtet dessen ist die Arbeitslosigkeit in Sachsen, wie auch in Ost-
deutschland, nach wie vor nahezu doppelt so hoch wie in Westdeutschland.
1.4 Wirtschaftliche Situation und Arbeitsmarkt – Prognose
Die wirtschaftswissenschaftlichen Forschungsinstitute prognostizieren in ihrer Gemein-
schaftsdiagnose „Zögerliche Belebung – steigende Staatsschulden“ vom Herbst 2009
für Deutschland 2010 ein Wachstum von 1,2 %, aber auch einen Anstieg der Arbeitslo-
sigkeit auf rund 9,0 %. Damit würde Deutschland deutlich stärker wachsen als der euro-
päische Durchschnitt (EU-27: + 0,6 %). Die Prognose des Sachverständigenrats für
2010 ist mit +1,6 % Wachstum bereits etwas optimistischer (November 2009).

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
9
Auch das ifo Institut geht in seiner Prognose vom Dezember 2009 von einem höheren
Wachstum (1,7 %) aus. Die Bundesregierung ist in ihrem Jahreswirtschaftsbericht vom
Januar 2010 etwas zurückhaltender (2010: +1,4 %).
Für 2010 prognostiziert das ifo Institut für Wirtschaftsforschung für Sachsen ein Wachs-
tum von 1,5 %, das nur wenig unter dem für Deutschland erwarteten Wert (1,7 %) liegt
und das Wachstum von Ostdeutschland insgesamt (1,1 %) übertreffen dürfte. Dabei
wird davon ausgegangen, dass sich Gewicht und Struktur des Verarbeitenden Gewer-
bes in Sachsen im Jahr 2008 und 2009 vergleichsweise nachteilig auf die konjunkturelle
Entwicklung auswirkten. Durch die jüngste Belebung der Exportnachfrage hat sich die
Situation allerdings wohl wieder umgekehrt. Die sächsische Industrie dürfte von der der-
zeitigen weltwirtschaftlichen Erholung stärker profitieren als die Industrie der übrigen
neuen Länder. Die Zahl der Erwerbstätigen als nachlaufender Indikator der wirtschaftli-
chen Entwicklung wird der Prognose zufolge in diesem Jahr um 1,0 % und damit noch
stärker als 2009 (-0,9 %) zurückgehen.

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
10
2. Übersicht über die Durchführung des Operationellen Programms
2.1 Ergebnisse und Fortschrittsanalyse
2.1.1 Angaben über den Stand der materiellen Abwicklung des Operationellen
Programms
Gemäß Artikel 67 Abs. 2 Buchst. a) der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 wird im folgen-
den Abschnitt über den Stand der Durchführung des Operationellen Programms (OP)
und der Prioritätsachsen gemessen an den überprüfbaren spezifischen Zielen berichtet.
Die in folgenden beiden Tabellen aufgeführten Angaben entsprechen den im OP verein-
barten Indikatoren nach Artikel 37 Abs. 1 Buchst. c) der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006.
Die Erfassungsgrundlage der Indikatoren in der ersten Tabelle sind verwendungsnach-
weisgeprüfte Daten, da diese Daten verbindliche und daher sichere Angaben sind. Die
Erfassungsgrundlage der Indikatoren in der zweiten Tabelle sind bewilligte Daten, die im
Vergleich zu verwendungsnachweisgeprüften Daten unverbindliche und daher unsichere
Daten sind. Sie weisen jedoch den Vorteil auf, dass sie den Entwicklungstrend der Um-
setzung des Europäischen Sozialfonds (ESF) im Freistaat Sachsen besser widerspie-
geln als die verwendungsnachweisgeprüften Daten und werden deshalb zur unverbindli-
chen Kenntnisnahme im Bericht angeführt. Die Aussagen dieses Abschnittes gelten
auch für die in Gliederungspunkt 3 dieses Berichts enthaltenen Auszüge der beiden Ta-
bellen.
Tabelle 1: Stand der materiellen Abwicklung des Operationellen Programms
(Status: Verwendungsnachweisgeprüft)
Indikatoren*
Art 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015
Insge-
samt
Indikator 1 –
Ergebnisindikator
Zahl der erfolgreich
Ergebnis
100 %
43,99 %
89,7 %
89,7 %
abgeschlossenen
Zielvorgabe
90 %
Weiterbildungen Ausgangswert
80 %
Indikator 2 –
Outputindikator
Erwerbstätige die an
Ergebnis
1
1.639
7.164
8.804

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
11
Weiterbildung /
Zielvorgabe
79.500
Beratung teilnehmen
Ausgangswert
Indikator 3 –
Outputindikator
Beratene Unternehmen
Ergebnis
1
167
1.573
1.741
Zielvorgabe
14.500
Ausgangswert
Indikator 4 –
Ergebnisindikator
Zahl neuer Arbeitsplätze bei Ergebnis
150
150
den geförderten Gründern
Zielvorgabe
1.000
1.000
2.000
aus dem Hochschulbereich
Ausgangswert
Indikator 5 –
Outputindikator
Beratene und gecoachte
Ergebnis
0
0
69
69
angehende Gründer
Zielvorgabe
10.500
Ausgangswert
Indikator 6 –
Ergebnisindikator
Verringerung der
Ergebnis
8,7 %
8,8 %
8,9 %
8,9 %
Schulabgänger ohne
Zielvorgabe
6,5 %
Hauptschulabschluss
Ausgangswert
8,6 %
Indikator 7 –
Outputindikator
Geförderte Schüler und
Ergebnis
0
17
2.442
2.459
Ausbildungsplatzsuchende Zielvorgabe
220.000
Ausgangswert
Indikator 8 –
Ergebnisindikator
Reduzierung der
Ergebnis
9.142
9.142
Versorgungslücke
Zielvorgabe
7.973
Ausgangswert
25.470
Indikator 9 –
Outputindikator
Geförderte
Ergebnis
4
5.832
13.077
18.913
Ausbildungsplätze
Zielvorgabe
16.600
Ausgangswert
Indikator 10 –
Ergebnisindikator
Verbesserung der Beschäf-
tigungsquote
Ergebnis
k. A.
1
von Akademikern – Steige-
rung der Weiterbild-
Zielvorgabe
51,0 %
ungsquote von Hochschul-
absolventen
Ausgangswert
49,0 %
Indikator 11 –
Outputindikator
Geförderte Weiterbildungs-
Projekte (Konzeption und
Ergebnis
0
0
0
0
Weiterentwicklung, erreich-
te Teilnehmer
Zielvorgabe
48.000
1
Für Indikator 10 kann kein neuerer Wert angegeben werden. Als Datenquelle existiert aktuell lediglich das „Berichts-
system Weiterbildung IX“ auf Basis von Erhebungsdaten aus dem Jahr 2003. Aus der Erhebung des Jahres 2007 lie-
gen bisher erst Eckdaten zu Auswertungsergebnissen vor, aus denen nicht auf die differenzierten Merkmale des Indi-
kators (Zielgruppe Akademiker im Freistaat Sachsen) geschlossen werden kann. Zudem zeigen erste Ergebnisse der
begleitenden Evaluierung, dass aus Sicht der Evaluatoren der Indikator für die Begleitung und Bewertung des OP we-
nig geeignet erscheint und daher zukünftig entfallen sollte. Sollte nach Abschluss der gegenwärtigen Überprüfung des
OP ein Änderungsantrag formuliert werden, wird der Hinweis der Evaluatoren gegebenenfalls berücksichtigt werden.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
12
Ausgangswert
Indikator 12 –
Ergebnisindikator
Promotionsquote
Ergebnis
6,8 %
7,6 %
k. A.
2
7,6 %
Zielvorgabe
10,0 %
Ausgangswert
8,2 %
Indikator 13 –
Outputindikator
Geförderte Promovenden
Ergebnis
0
0
0
0
Zielvorgabe
250
Ausgangswert
Indikator 14 –
Ergebnisindikator
Verbesserung von Ergebnis
11
11
Hochschulnetzwerken Zielvorgabe
Ausgangswert
Indikator 15 –
Outputindikator
Unterstützte Projekte
Ergebnis
0
0
0
0
Zielvorgabe
Ausgangswert
Indikator 16 –
Ergebnisindikator
Geförderte Teilnehmer sind
Ergebnis
70,0 %
70,0 %
zwei Jahre nach Beginn der
Zielvorgabe
70,0 %
Förderung beschäftigt
Ausgangswert
70,0 %
Indikator 17 –
Outputindikator
Langzeitarbeitslose
Ergebnis
0
29
1.735
1.764
Zielvorgabe
6.400
Ausgangswert
Indikator 18 –
Ergebnisindikator
Anteil der Personen, die
gegründet haben und zwei
Ergebnis
65,0 %
65,0 %
Jahre später noch selbst-
ständig sind
Zielvorgabe
65,0 %
Ausgangswert
65,0 %
Indikator 19 –
Outputindikator
Geförderte Gründer und
Ergebnis
0
1
557
558
Teilnehmer aus der AL
Zielvorgabe
7.000
Ausgangswert
Indikator 20 –
Ergebnisindikator
Zusätzlich aktivierte
Ergebnis
14.085
14.085
LZA Zielvorgabe
48.300
Ausgangswert
Indikator 21 –
Outputindikator
Aktivierte / geförderte LZA
Ergebnis
0
0
2.598
2.598
und schwer Vermittelbare
Zielvorgabe
48.300
2
Angaben für die Berechnung der Promotionsquote 2009 liegen zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts von
Seiten des Statistischen Landesamtes Sachsen noch nicht vor und werden daher im Jahresbericht 2010 eingetragen.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
13
Ausgangswert
Indikator 22 –
Ergebnisindikator
Erhöhung der Teilnahme an Ergebnis
1.200
1.200
2.400
transnationaler
Zielvorgabe
12.810
Qualifizierung Ausgangswert
Indikator 23 –
Outputindikator
Personen, die an trans-
Ergebnis
0
0
19
19
nationalen Maßnahmen
Zielvorgabe
8.400
teilnehmen
Ausgangswert
* Angaben lt. OP, eine Aufschlüsselung nach Geschlecht ist nicht vorgesehen.
Tabelle 2: Stand der materiellen Abwicklung des Operationellen Programms
(Status: Bewilligt)
Indikatoren*
Art 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015
Insge-
samt
Indikator 1 –
Ergebnisindikator
Zahl der erfolgreich
Ergebnis
69,7 %
66,0 %
35,2 %
69,7 %
abgeschlossenen
Zielvorgabe
90 %
Weiterbildungen Ausgangswert
80 %
Indikator 2 –
Outputindikator
Erwerbstätige die an
Ergebnis
641
7.299
11.225
19.165
Weiterbildung /
Zielvorgabe
79.500
Beratung teilnehmen
Ausgangswert
Indikator 3 –
Outputindikator
Beratene Unternehmen
Ergebnis
53
1.100
1.112
2.265
Zielvorgabe
14.500
Ausgangswert
Indikator 4 –
Ergebnisindikator
Zahl neuer Arbeitsplätze bei Ergebnis
150
150
den geförderten Gründern
Zielvorgabe
1.000
1.000
2.000
aus dem Hochschulbereich
Ausgangswert
Indikator 5 –
Outputindikator
Beratene und gecoachte
Ergebnis
0
14.154
129
14.283
angehende Gründer
Zielvorgabe
10.500
Ausgangswert
Indikator 6 –
Ergebnisindikator
Verringerung der
Ergebnis
8,7 %
8,8 %
8,9 %
8,9 %
Schulabgänger ohne
Zielvorgabe
6,5 %
Hauptschulabschluss
Ausgangswert
8,6 %
Indikator 7 –
Outputindikator
Geförderte Schüler und
Ergebnis
120
12.604
18.215
30.939
Ausbildungsplatzsuchende Zielvorgabe
220.000
Ausgangswert
Indikator 8 –
Ergebnisindikator

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
14
Reduzierung der
Ergebnis
9.142
9.142
Versorgungslücke
Zielvorgabe
7.973
Ausgangswert
25.470
Indikator 9 –
Outputindikator
Geförderte
Ergebnis
12.080
23.914
19.114
55.108
Ausbildungsplätze
Zielvorgabe
16.600
Ausgangswert
Indikator 10 –
Ergebnisindikator
Verbesserung der Beschäf-
tigungsquote
Ergebnis
k. A.
3
von Akademikern – Steige-
rung der Weiterbild-
Zielvorgabe
51,0 %
ungsquote von Hochschul-
absolventen Ausgangswert
49,0 %
Indikator 11 –
Outputindikator
Geförderte Weiterbildungs-
Projekte (Konzeption und
Ergebnis
0
2
39
41
Weiterentwicklung, erreich-
te Teilnehmer
Zielvorgabe
48.000
Ausgangswert
Indikator 12 –
Ergebnisindikator
Promotionsquote
Ergebnis
6,8 %
7,6 %
k. A.
4
7,6 %
Zielvorgabe
10,0 %
Ausgangswert
8,2 %
Indikator 13 –
Outputindikator
Geförderte Promovenden
Ergebnis
0
31
92
123
Zielvorgabe
250
Ausgangswert
Indikator 14 –
Ergebnisindikator
Verbesserung von Ergebnis
11
11
Hochschulnetzwerken Zielvorgabe
Ausgangswert
Indikator 15 –
Outputindikator
Unterstützte Projekte
Ergebnis
0
2
9
11
Zielvorgabe
Ausgangswert
Indikator 16 –
Ergebnisindikator
Geförderte Teilnehmer sind
Ergebnis
70,0 %
70,0 %
zwei Jahre nach Beginn der
Zielvorgabe
70,0 %
Förderung beschäftigt
Ausgangswert
70,0 %
Indikator 17 –
3
Für Indikator 10 kann kein neuerer Wert angegeben werden. Als Datenquelle existiert aktuell lediglich das „Berichts-
system Weiterbildung IX“ auf Basis von Erhebungsdaten aus dem Jahr 2003. Aus der Erhebung des Jahres 2007 lie-
gen bisher erst Eckdaten zu Auswertungsergebnissen vor, aus denen nicht auf die differenzierten Merkmale des Indi-
kators (Zielgruppe Akademiker im Freistaat Sachsen) geschlossen werden kann. Zudem zeigen erste Ergebnisse der
begleitenden Evaluierung, dass aus Sicht der Evaluatoren der Indikator für die Begleitung und Bewertung des OP we-
nig geeignet erscheint und daher zukünftig entfallen sollte. Sollte nach Abschluss der gegenwärtigen Überprüfung des
OP ein Änderungsantrag formuliert werden, wird der Hinweis der Evaluatoren gegebenenfalls berücksichtigt werden.
4
Angaben für die Berechnung der Promotionsquote 2009 liegen zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts von
Seiten des Statistischen Landesamtes Sachsen noch nicht vor und werden daher im Jahresbericht 2010 eingetragen.

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
15
Outputindikator
Langzeitarbeitslose
Ergebnis
947
8.494
2.775
12.216
Zielvorgabe
6.400
Ausgangswert
Indikator 18 –
Ergebnisindikator
Anteil der Personen, die
gegründet haben und zwei
Ergebnis
65,0 %
65,0 %
Jahre später noch selbst-
ständig sind
Zielvorgabe
65,0 %
Ausgangswert
65,0 %
Indikator 19 –
Outputindikator
Geförderte Gründer und
Ergebnis
0
766
557
1.322
Teilnehmer aus der AL
Zielvorgabe
7.000
Ausgangswert
Indikator 20 –
Ergebnisindikator
Zusätzlich aktivierte
Ergebnis
14.085
14.085
LZA Zielvorgabe
48.300
Ausgangswert
Indikator 21 –
Outputindikator
Aktivierte / geförderte LZA
Ergebnis
548
11.717
7.390
19.655
und schwer Vermittelbare
Zielvorgabe
48.300
Ausgangswert
Indikator 22 –
Ergebnisindikator
Erhöhung der Teilnahme an Ergebnis
1.200
1.200
2.400
transnationaler
Zielvorgabe
12.810
Qualifizierung Ausgangswert
Indikator 23 –
Outputindikator
Personen, die an trans-
Ergebnis
0
238
6
244
nationalen Maßnahmen
Zielvorgabe
8.400
teilnehmen
Ausgangswert
2.1.2 Finanzielle Angaben
Im Berichtsjahr wurden die Bewilligungen kontinuierlich fortgeführt. Der insgesamt er-
reichte Bewilligungstand liegt bei 46,0 % der Gesamtmittel des OP und damit im Plan.
Ende des Jahres waren 537,1 Mio. EUR, darunter 387,6 Mio. EUR EU-Mittel gebunden.
Zwischen den Prioritätsachsen bestehen deutliche Unterschiede. So beträgt der Bewilli-
gungsstand in der Prioritätsachse C bereits 57,0 %, während in der Prioritätsachse A
bisher nur 35,0 % der geplanten Mittel bewilligt werden konnten. Die Mittel für die Regi-
on mit Übergangsunterstützung sind bereits zu 53,0 % gebunden. Die Mittel für die Re-
gionen ohne Übergangsunterstützung weisen dagegen nur einen Bewilligungsstand von

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
16
44,0 % auf. Mit dem Zahlungsantrag zum Ausgabenstand 31. Oktober 2009 konnten die
erforderlichen Ausgaben zur Erfüllung der N+2 Regelung erklärt werden.
Die folgende Tabelle stellt die finanzielle Abwicklung gemäß Artikel 67 Abs. 2 Buchst. b)
der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 für jede Prioritätsachse dar. Es wurden keine ge-
sonderten Finanzindikatoren vereinbart.
Tabelle 3: Prioritätsachsen, aufgeschlüsselt nach Finanzierungsquellen (in EUR)
Spalte 1
Ausgaben der
Begünstigten, die
in den an die Ver-
waltungsbehörde
übermittelten
Zahlungsanträgen
enthalten sind
Spalte 2
Entsprechende
öffentliche Beteili-
gung
Spalte 3
Ausgaben, die von
der mit den Zah-
lungen an die
Begünstigten
beauftragten Stelle
getätigt wurden
Spalte 4
Von der Kommis-
sion insgesamt
getätigte Zahlun-
gen
Prioritätsachse A:
Steigerung der Anpassungsfähigkeit und Wett-
bewerbsfähigkeit von Beschäftigten und Unter-
nehmen
29.255.040,46
25.609.331,32
29.588.637,54 18.657.624,38
ESF:
davon in den Interventionsbereich des
EFRE fallende Ausgaben
Prioritätsachse B:
Verbesserung des Humankapitals
39.774.521,19
39.608.369,16
40.626.230,67 22.777.871,96
ESF:
davon in den Interventionsbereich des
EFRE fallende Ausgaben
Prioritätsachse C:
Verbesserung des Zugangs zu Beschäftigung
sowie der sozialen Eingliederung von benachtei-
ligten Personen
46.522.220,40
46.007.041,07
48.643.713,16 24.628.723,67
ESF:
davon in den Interventionsbereich des
EFRE fallende Ausgaben
Prioritätsachse E:
Transnationale Maßnahmen
2.775.161,35
2.719.399,63
2.819.704,88
1.999.140,09
ESF:
davon in den Interventionsbereich des
EFRE fallende Ausgaben
Technische Hilfe
2.679.150,50
2.679.150,50
3.207.783,29
1.365.465,15
ESF:
davon in den Interventionsbereich des
EFRE fallende Ausgaben
Gesamtbetrag
121.006.093,90 116.623.291,68 124.886.069,54 69.428.825,25
Davon insgesamt auf Regionen mit
Übergangsunterstützung entfallender
Teil
32.678.821,26
30.752.393,02
33.813.522,91 18.749.900,09
Davon insgesamt auf Regionen ohne
Übergangsunterstützung entfallender
Teil
88.327.272,64
85.870.898,66
91.072.546,63 50.678.925,16

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
17
Anteil der in den Interventionsbereich
des EFRE fallenden Ausgaben am
Gesamtbetrag, wenn das OP vom ESF
kofinanziert wird
Spalte 1 entspricht den Angaben zum Feld 35 des Anhangs III zur Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 geändert mit VO (EG)
Nr. 846/2009.
Spalte 3
entspricht den Angaben zum Feld 23 des Anhangs III zur Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 geändert mit VO (EG)
Nr. 846/2009.
Spalte 4
entspricht den von der KOM bis 31. Dezember 2009 geleisteten Zwischenzahlungen.
2.1.3
Angaben über die Verwendung der Fondsmittel
Die Information über die Aufschlüsselung der Mittelverwendung erfolgt gemäß Anhang II,
Teil C der Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 in der
Anlage
zu diesem Bericht und stellt die
„five dimensions“ zusammenfassend dar.
Die Erreichung der Zielvorgaben, die auf den Ausgabenkategorien in Anhang IV der Arti-
kels 9 Abs. 3 der Verordnung (EG) 1083/2006 (Earmarking) beruhen, findet sich im Ab-
schnitt
2.1.6
.
2.1.4
Unterstützung, aufgeschlüsselt nach Zielgruppen
Die Zielgruppen des ESF in Sachsen ergeben sich aus dem OP. Danach hat sich der
Freistaat zum Ziel gesetzt, in der gesamten Förderperiode rund 444.950 Personen zu
unterstützen. Dieses Ziel scheint im zweiten Jahr der Umsetzung des ESF realistischer
den je. So wurden bis Ende 2009 116.911 Eintritte im Status bewilligt und davon 40.192
im Status verwendungsnachweisgeprüft gezählt. Sollte sich dieser Trend in Anbetracht
der Tatsache, dass die Umsetzung des OP im Jahr 2009 deutlich an Fahrt gewonnen
hat, fortsetzen, kann das Ziel 444.950 Personen zu unterstützen nicht nur erreicht, son-
dern womöglich sogar übertroffen werden.
Die Erfassungsgrundlage der Teilnehmer in der ersten Tabelle sind verwendungsnach-
weisgeprüfte Daten, da diese Daten verbindliche und daher sichere Angaben sind. Die
Erfassungsgrundlage der Teilnehmer in der zweiten Tabelle sind bewilligte Daten, die im
Vergleich zu verwendungsnachweisgeprüften Daten unverbindliche und daher unsichere
Daten sind. Sie weisen jedoch den Vorteil auf, dass Sie den Entwicklungstrend der Um-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
18
setzung des Europäischen Sozialfonds (ESF) im Freistaat Sachsen besser widerspie-
geln als die verwendungsnachweisgeprüften Daten und werden deshalb zur unverbindli-
chen Kenntnisnahme im Bericht angeführt. Die Aussagen dieses Abschnittes gelten
auch für die in Gliederungspunkt 3 dieses Berichts enthaltenen Auszüge der beiden Ta-
bellen.

image
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
19
Tabelle 4: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die gesamten Priori-
tätsachsen (kumuliert) (Status: Verwendungsnachweisgeprüft)

image
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
20
Tabelle 5: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die gesamten Priori-
tätsachsen (kumuliert) (Status: Bewilligt)

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
21
2.1.5 Zurückgezahlte oder wiederverwendete Unterstützung
Da im Berichtsjahr keine Streichungen vorgenommen wurden, sind für den vorliegenden
Bericht keine Angaben über die infolge der Streichung des Beitrags zurückgezahlten oder
wiederverwendeten Mittel gem. Art. 57 und 98 Abs. 2 der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006
zu machen.
2.1.6 Qualitative Analyse
Mit der Genehmigung des OP durch die Europäische Kommission wurden eine Reihe
von
Zielgrößen für den ESF im Freistaat Sachsen vereinbart. Auf der Grundlage der Stamm-
blattdaten, der Daten des materiellen Monitorings, weiterer statistischer Quellen und den
ersten Ergebnissen der begleitenden Evaluierung wird der Stand der Zielerreichung für
diese Indikatoren zum Jahresende 2009 dargestellt und analysiert. Dabei ist zu berücksich-
tigen, dass für einen Teil der bewilligten Projekte prozessbedingt zum Jahresende 2009
noch keine Stammblattdaten erfasst waren. Daher wird der tatsächliche Stand der Zieler-
reichung tendenziell unterzeichnet. Dieser Effekt ist jedoch vor allem in der Anlaufphase
des OP von Bedeutung und verliert im Zeitverlauf an Gewicht. Demgegenüber und obwohl
die Förderung aus Mitteln des OP erst spät und nur für einen begrenzten Bereich angelau-
fen ist, sind gegenüber dem Berichtsjahr 2008 nun bereits erste signifikante, sich in Indika-
toren widerspiegelnde Ergebnisse zu verzeichnen. Hintergrund für den späten Förderbe-
ginn war, dass Maßnahmen noch aus Mitteln der vorangegangenen Förderperiode finan-
ziert wurden.
Qualitative Analyse der Ergebnisse zu den Indikatoren
Indikator 1 – Ergebnisindikator: Zahl der erfolgreich abgeschlossenen Weiterbildungen
Im Jahr 2009 nahmen 11.225 Erwerbstätige an einer Weiterbildung/Beratung teil, von de-
nen bereits 35,18 % ihre Weiterbildung erfolgreich abgeschlossen haben. Von den 11.225
Erwerbstätigen, die an einer Weiterbildung/Beratung teilnahmen, ist bereits bei 7.164 die
Verwendungsnachweisprüfung abgeschlossen. Demnach haben im Jahr 2009 89,7 % der
Erwerbstätigen ihre Weiterbildung erfolgreich abgeschlossen. Die Zielvorgabe für das En-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
22
de des Förderzeitraums wurde im OP mit 90,0 % angegeben. Somit wurde im Jahr 2009
die Zielvorgabe fast erreicht. In Anbetracht der Tatsache, dass die Umsetzung des OP im
Jahr 2009 deutlich an Fahrt gewonnen hat, erscheint es realistisch, dass die Zielvorgabe
für den gesamten Förderzeitraum erreicht werden kann.
Indikator 2 – Outputindikator: Erwerbstätige, die an Weiterbildung/Beratung teilnehmen
Im Jahr 2009 nahmen 11.225 Erwerbstätige an einer Weiterbildung/Beratung teil. Von die-
sen ist bereits bei 7.164 Erwerbstätigen die Verwendungsnachweisprüfung abgeschlossen.
Insgesamt nahmen im Zeitraum 2007 bis 2009 19.165 Erwerbstätige an einer Weiterbil-
dung/Beratung teil. Von diesen ist bereits bei 8.804 die Verwendungsnachweisprüfung ab-
geschlossen. Die Zielvorgabe für das Ende des Förderzeitraums wurde im Operationellen
Programm mit 79.500 Teilnehmern angegeben. Somit wurde in den ersten beiden Umset-
zungsjahren des OP rund ein Viertel der Zielvorgabe erreicht. In Anbetracht der Tatsache,
dass die Umsetzung des OP im Jahr 2009 deutlich an Fahrt gewonnen hat, erscheint es
realistisch, dass die Zielvorgabe erreicht werden kann.
Indikator 3 – Outputindikator: Beratene Unternehmen
Im Jahr 2009 wurden 1.112 Unternehmen beraten. Von diesen ist bereits bei 1.573 die
Verwendungsnachweisprüfung abgeschlossen. Die erhöhte Zahl der geprüften Verwen-
dungsnachweise gegenüber den Bewilligungen im Jahr 2009 erklärt sich daraus, dass in
dieser Zahl eine Reihe von bereits im Jahr 2008 bewilligten Vorhaben enthalten sind, die
erst im Jahr 2009 einer Verwendungsnachweisprüfung zugeführt werden konnten. Insge-
samt wurden im Zeitraum 2007 bis 2009 2.265 Unternehmen beraten. Von diesen ist be-
reits bei 1.741 die Verwendungsnachweisprüfung abgeschlossen. Die Zielvorgabe für das
Ende des Förderzeitraums wurde im OP mit 14.500 beratenen Unternehmen angegeben.
Somit wurde in den ersten beiden Umsetzungsjahren des OP über ein Sechstel der Ziel-
vorgabe erreicht. In Anbetracht der Tatsache, dass die Umsetzung des OP im Jahr 2009
deutlich an Fahrt gewonnen hat, erscheint es realistisch, dass die Zielvorgabe erreicht
werden kann.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
23
Indikator 4 – Ergebnisindikator: Zahl neuer Arbeitsplätze bei den geförderten Gründern aus
dem Hochschulbereich
In den ersten beiden Umsetzungsjahren des OP wurden 150 Arbeitsplätze bei den geför-
derten Gründern aus dem Hochschulbereich geschaffen. Diese Zahl basiert auf einer ers-
ten Einschätzung des Evaluators im Rahmen der begleitenden Evaluierung. Die Zielvorga-
be für das Ende des Förderzeitraums wurde im OP mit 2.000 Arbeitsplätzen bei den geför-
derten Gründern aus dem Hochschulbereich angegeben. Somit wurde in den ersten bei-
den Umsetzungsjahren des OP knapp ein Zehntel der Zielvorgabe erreicht. Der bisherige
Fortschritt in Hinblick auf die Zielvorgabe erklärt sich daraus, dass zum einen eine Reihe
von Gründern aus dem Hochschulbereich gegenwärtig noch gefördert werden und dem-
nach erst zeitversetzt Arbeitsplätze bei diesen entstehen werden und es sich zum anderen
bei dem vorliegenden Indikator um einen Ergebnisindikator handelt. Bei Ergebnisindikato-
ren liegen valide Ergebnisse erfahrungsgemäß erst mit einer gewissen zeitlichen Verzöge-
rung vor, weshalb dessen nächste Erfassung im Jahr 2012 abgewartet werden sollte, um
die Erreichbarkeit der Zielvorgabe einschätzen zu können.
Indikator 5 – Outputindikator: Beratene und gecoachte angehende Gründer
Im Jahr 2009 wurden 14.154 angehende Gründer beraten und gecoacht. Von diesen ist
bereits bei 69 angehenden Gründern die Verwendungsnachweisprüfung abgeschlossen.
Insgesamt wurden im Zeitraum 2007 bis 2009 14.154 angehende Gründer beraten und
gecoacht. Die Zielvorgabe für das Ende des Förderzeitraums wurde im OP mit 10.500 an-
gehenden Gründern angegeben. Somit wurde in den ersten beiden Umsetzungsjahren des
Operationellen Programms die Zielvorgabe um das nahezu 1,5-fache übertroffen. Bei
gleichbleibender Förderintensität müsste die Zielvorgabe im Rahmen einen Änderung des
OP gegebenenfalls erhöht werden.
Indikator 6 – Ergebnisindikator: Verringerung der Schulabgänger ohne Hauptschulab-
schluss
Ausgehend von einer Quote von 8,6 % der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss zu
Beginn des Förderzeitraums wird im Operationellen Programm eine Zielvorgabe für das
Ende des Förderzeitraums von 6,5 % angesteuert. Nach kontinuierlichen Fortschritten bis
2006 konnte im Zeitraum 2007 bis 2009 mit einer aktuellen Quote von 8,9 % keine weitere

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
24
Verringerung des Anteils von Schulabgängern ohne Hauptschulabschluss erreicht werden.
Gegenüber den Jahren 2007 und 2008 ist die Quote im Jahr 2009 sogar wieder leicht um
0,1 Prozentpunkte angestiegen. Mit Blick auf die Größe der Zielgruppe abschlussgefährde-
ter Schüler und das zur Förderung eingesetzte Instrumentarium ist der Indikator nach einer
ersten Einschätzung des Evaluators im Rahmen der begleitenden Evaluierung durch ESF-
Förderaktivitäten in beträchtlichem Maße beeinflussbar. Dabei ist freilich klar, dass die
Entwicklung der Quote der Schulabgänger ohne Abschluss nicht allein vom Umfang der
ESF-Förderung abhängt. Letztlich ist die Leistungsfähigkeit des Schulsystems insgesamt
der maßgebliche Faktor. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass in die
Zielquote der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss rechnerisch auch jene Schüler
(insbesondere an Förderschulen) eingehen, deren Bildungsgänge einen Hauptschulab-
schluss nicht vorsehen. Im Hinblick auf ihre Quantifizierung ist die Zielquote als durchaus
ambitioniert einzuschätzen. Die Daten zeigen, dass es in Sachsen etwa bis 2006 gelungen
ist, den Anteil von Schulabgängern ohne Hauptschulabschluss stetig zu senken. In den
letzten drei Jahren wurden jedoch bei einer Quote von rund 8,5 % keine weiteren Fort-
schritte erreicht. Die aktuelle Prognose der Absolventenzahlen bis 2020 geht davon aus,
dass auch zukünftig etwa ein Zehntel aller Schüler in Sachsen die Schule ohne Haupt-
schulabschluss verlassen werden. Trotz dieser Prognosen des Evaluators wird an der Ziel-
vorgabe für das Ende des Förderzeitraums von 6,5 % festgehalten, da in Anbetracht der
Tatsache, dass die Umsetzung des OP im Jahr 2009 deutlich an Fahrt gewonnen hat, es
noch realistisch erscheint, dass die Zielvorgabe erreicht werden kann.
Indikator 7 – Outputindikator: Geförderte Schüler und Ausbildungsplatzsuchende
Im Jahr 2009 wurden 18.215 Schüler und Ausbildungsplatzsuchende gefördert. Von diesen
ist bereits bei 2.442 die Verwendungsnachweisprüfung abgeschlossen. Insgesamt wurden
im Zeitraum 2007 bis 2009 30.039 Schüler und Ausbildungsplatzsuchende gefördert. Von
diesen ist bereits bei 2.459 die Verwendungsnachweisprüfung abgeschlossen. Die Zielvor-
gabe für das Ende des Förderzeitraums wurde im OP mit 220.000 geförderten Schülern
und Ausbildungsplatzsuchenden angegeben. Somit wurde in den ersten beiden Umset-
zungsjahren des OP die Zielvorgabe zu gut einem Siebtel erreicht. In Anbetracht der Tat-
sache, dass die Umsetzung des OP im Jahr 2009 deutlich an Fahrt gewonnen hat und
nach einer ersten Einschätzung des Evaluators im Rahmen der begleitenden Evaluierung

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
25
rund 80,0 % der jährlichen Teilnehmerzahl auf Maßnahmen der Berufs- und Studienorien-
tierung im Verantwortungsbereich von Schulen entfallen - in denen mit ESF-Projekten tat-
sächlich eine erhebliche Breitenwirkung erzielt werden kann - erscheint es realistisch, dass
die Zielvorgabe erreicht werden kann.
Indikator 8 – Ergebnisindikator: Reduzierung der Versorgungslücke
Ausgehend von einer Versorgungslücke, d. h. von fehlenden Ausbildungsplätzen i. H. v.
25.470 zu Beginn des Förderzeitraums, ist im OP eine Zielvorgabe für das Ende des För-
derzeitraums von 7.973 anvisiert. Im Jahr 2008 wurde die Versorgungslücke bereits auf
9.142 reduziert. Im Jahr 2009 wurde die Größe der Versorgungslücke nicht erhoben. Eine
Erhebung ist erst wieder im Jahr 2010 vorgesehen. Erste Einschätzungen des Evaluators
im Rahmen der begleitenden Evaluierung weisen aber darauf hin, dass die Versorgungslü-
cke an Ausbildungsplätzen bis auf eine geringe Restgröße bereits geschlossen werden
konnte. Die für 2010 gesetzte Zielvorgabe wurde demnach bereits weit übertroffen, wo-
nach die Zielvorgabe des Indikators erreicht wäre, er aber dennoch als erfolgreicher Indika-
tor im OP belassen werden sollte. Ursächlich für die frühe Zielerreichung ist der demogra-
fisch bedingte kräftige Rückgang der Bewerberzahlen, der in der seinerzeitigen Prognose
des Ausbildungsmarktes nicht absehbar war. Andererseits entspricht der Ausweis einer nur
noch geringen Versorgungslücke an Ausbildungsplätzen nicht der tatsächlichen Situation
am sächsischen Ausbildungsmarkt. Viele Jugendliche münden nach wie vor in vorberufli-
che Bildungsgänge ein, u. a. auch darum, weil das Angebot an betrieblichen Ausbildungs-
plätzen noch zu gering ist. Problematisch erscheint in diesem Zusammenhang die Definiti-
on für den Indikator „Versorgungslücke“. Im OP wird der Indikator als Differenz der bei den
Arbeitsagenturen gemeldeten Bewerber und der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträ-
ge berechnet. Die Bewerberzahl deckt allerdings nicht die gesamte Nachfrage ab, da sich
nicht alle Bewerber bei der Arbeitsverwaltung registrieren lassen. Auch die Zahl der abge-
schlossenen Ausbildungsverhältnisse ist nicht identisch mit dem Gesamtangebot, wonach
insbesondere nicht besetzte Ausbildungsstellen unberücksichtigt bleiben. Daher ist die so
errechnete „Versorgungslücke“ als absolute Zahl nur bedingt aussagefähig. Im Hinblick auf
eine realistische Quantifizierung des Zielwertes gelten grundsätzlich die zu Indikator 9 ge-
troffenen Aussagen zur begrenzten Prognostizierbarkeit analog. Die Prognosewerte, die
der Zielquantifizierung im OP zugrunde lagen, sind aus heutiger Sicht als überholt einzu-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
26
schätzen. Seinerzeit wurde die Bewerberzahl für das Jahr 2010 auf gut 34.000 geschätzt
und daraus das Ziel abgeleitet, die Versorgungslücke auf rund 8.000 Ausbildungsstellen zu
begrenzen. Bereits im Jahr 2008 ging die Zahl der bei den Arbeitsagenturen gemeldeten
Bewerber aber auf rund 25.000 zurück. Andererseits wurden im gleichen Jahr in Sachsen
über 27.000 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge registriert. Nach dem Berech-
nungsmodell des OP gab es somit (unter Berücksichtigung der aus dem ESF bzw. ander-
weitig geförderten Ausbildungsplätze) keine „Versorgungslücke“ mehr. Andererseits ist
nochmals zu betonen, dass auch in diesem Jahr noch ein erheblicher Teil von Ausbil-
dungsplatzbewerbern in berufsvorbereitende Maßnahmen eingemündet ist, weil keine
adäquaten Ausbildungsstellen für sie zur Verfügung standen.
Indikator 9 – Outputindikator: Geförderte Ausbildungsplätze
Im Jahr 2009 wurden 19.114 Ausbildungsplätze gefördert. Von diesen ist bereits bei
13.077 die Verwendungsnachweisprüfung abgeschlossen. Insgesamt wurden im Zeitraum
2007 bis 2009 55.018 Schüler und Ausbildungsplatzsuchende gefördert. Von diesen ist
bereits bei 18.913 die Verwendungsnachweisprüfung abgeschlossen. Die Zielvorgabe für
das Ende des Förderzeitraums wurde im OP mit 16.600 geförderten Ausbildungsplätzen
angegeben. Somit wurde in den ersten beiden Umsetzungsjahren des OP die Zielvorgabe
über das dreifache hinaus erreicht. Vor dem Hintergrund der begrenzten Prognostizierbar-
keit längerfristiger Entwicklungstrends am Ausbildungsmarkt ist die im OP gesetzte Ziel-
marke von 16.600 geförderten Ausbildungsplätzen zu bewerten. Faktisch ist nach einer
ersten Einschätzung des Evaluators der begleitenden Evaluierung angesichts der gravie-
renden Veränderungen am sächsischen Ausbildungsmarkt eine realistische Vorausschät-
zung für die gesamte Förderperiode kaum möglich. Bei gleichbleibender Förderintensität
könnte die Zielvorgabe im Rahmen einer Änderung des OP erhöht werden.
Indikator 10 – Ergebnisindikator: Verbesserung der Beschäftigungsquote von Akademikern
– Steigerung der Weiterbildungsquote von Hochschulabsolventen
Im OP wird als Zielvorgabe für diesen Indikator angegeben, die Beschäftigungsquote von
Akademikern bzw. die Weiterbildungsquote von Hochschulabsolventen von 49,0 % im Jahr
2003 auf 51,0 % zum Ende des Förderzeitraums zu erhöhen. Seit Aufstellung des OP lie-
gen jedoch keine aktuelleren Daten zur Bewertung der Entwicklung des Indikators vor. Da-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
27
ten für Sachsen können nur durch Sonderauswertungen des „Berichtssystems Weiterbil-
dung IX“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gewonnen werden.
Jedoch liegt auch hier aktuell lediglich das „Berichtssystem Weiterbildung IX“ auf Basis von
Erhebungsdaten aus dem Jahr 2003 vor. Aus der Erhebung des Jahres 2007 liegen bisher
erst Eckdaten zu Auswertungsergebnissen vor, aus denen nicht auf die differenzierten
Merkmale des Indikators (Zielgruppe Akademiker im Freistaat Sachsen) geschlossen wer-
den kann. Erste Einschätzungen des Evaluators im Rahmen der begleitenden Evaluierung
weisen darauf hin, dass der Indikator für die Begleitung und Bewertung des BMBF wenig
geeignet erscheint, da durch den gesetzten Rahmen des OP die Förderentscheidungen
nicht wirksam auf eine Erhöhung der Weiterbildungsquote bei Akademikern ausgerichtet
werden können und andere Faktoren das Weiterbildungsverhalten viel stärker beeinflussen
als die Förderangebote der Prioritätsachse B. Im Übrigen ist der Indikator nur durch auf-
wändige Sonderauswertungen und in mehrjährigem Abstand verfügbar, weshalb dieser
nach ersten Einschätzungen des Evaluators im Rahmen der begleitenden Evaluierung zu-
künftig entfallen sollte. Sollte nach Abschluss der gegenwärtigen Überprüfung des BMBF
ein Änderungsantrag formuliert werden, wird der Hinweis des Evaluators gegebenenfalls
berücksichtigt werden.
Indikator 11 - Outputindikator: Geförderte Weiterbildungsprojekte (Konzeption und Weiter-
entwicklung); erreichte Teilnehmer
Im Jahr 2009 wurden 39 Weiterbildungsprojekte gefördert. Von diesen ist bei noch keinem
die Verwendungsnachweisprüfung abgeschlossen. Hintergrund hierfür ist, dass die Förde-
rung der Weiterbildungsprojekte erst im Jahr 2008 begann und Weiterbildungsprojekte i. d.
R. mehrjährig sind. Insgesamt wurden im Zeitraum 2007 bis 2009 41 Weiterbildungsprojek-
te gefördert. Für die Verwendungsnachweisprüfung gilt das oben gesagte. Im OP wird als
Zielvorgabe für diesen Indikator angegeben, dass bis zum Ende des Förderzeitraums
48.000 Weiterbildungsprojekte und Teilnehmer gefördert werden sollen. Erste Einschät-
zungen des Evaluators im Rahmen der begleitenden Evaluierung weisen darauf hin, dass
die Zielvorgabe seiner Einschätzung nach sehr hoch angesetzt ist. Hinzu kommt die Ein-
schätzung, dass die Inanspruchnahme von E-Learning-Angeboten, um die es praktisch
geht, durch Förderentscheidungen nicht effektiv beeinflusst werden, da bereits mit der Pro-
jektbewilligung entschieden wird, welche Angebote entwickelt werden sollen. In dieser

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
28
Phase lässt sich nach Ansicht des Evaluators bestenfalls noch die Zielgruppe für die jewei-
ligen Angebote genauer abschätzen. Inwieweit die aus dem ESF geförderten E-Learning-
Angebote dann zum anderen von den potenziellen Adressaten tatsächlich genutzt werden,
kann im Zuge der Durchführung des OP kaum noch beeinflusst werden. Schließlich dürfte
es nach Auffassung des Evaluators auch nur mit großem Aufwand und geringer Zuverläs-
sigkeit möglich sein, den Umfang der tatsächlichen Nutzung der geförderten E-Learning-
Angebote festzustellen. Die Zielvorgabe signalisiere zudem das Ziel, die mit der ESF-
Förderung zu schaffenden E-learning-Angebote in der Praxis breit zu nutzen. Die Zielerrei-
chung fällt nach den Daten des Begleitsystems derzeit allerdings marginal aus. Wichtigste
Ursache hierfür ist, dass das Begleitsystem aus systematischen Gründen nur Teilnehmer
in der Pilotphase erfasst, nicht jedoch die späteren Nutzer der E-Learning-Angebote nach
Abschluss der geförderten ESF-Projekte. Aus Sicht des Evaluators erscheint der Indikator
für die Begleitung und Bewertung des OP wenig geeignet und sollte daher modifiziert wer-
den oder zukünftig entfallen. Aufbauend auf dieser Forderung wurde bereits geprüft, wie
der Indikator an Aussagekraft gewinnen kann. Um zukünftig eine unterschiedliche Ausle-
gung der Indikatorbezeichnung zu vermeiden, wird der Indikator nur noch die Anzahl der
geförderten Projekte erfassen. Auch die für diesen Indikator angegebene Zielvorgabe,
dass bis zum Ende des Förderzeitraums 48.000 Weiterbildungsprojekte und Teilnehmer
gefördert werden sollen, wird angepasst werden. Sie geht auf Überlegungen bei der Erstel-
lung des OP zurück, in denen man davon ausging, dass zusätzlich zur Konzipierung und
Erprobung auch die Durchführungsphase gefördert werden sollte. Dies führte zur Gesamt-
zielvorgabe von 48.000 geförderten Teilnehmern. Um insbesondere die Nachhaltigkeit zu
gewährleisten, wurde sich nach Erstellung des OP nur für die Förderung der Konzipierung-
und Erprobungsphasen entschlossen. Geförderte Teilnehmer gibt es in diesen Phasen
nicht. Deshalb können nur geförderte Projekte erfasst werden. Sollte nach Abschluss der
gegenwärtigen Überprüfung des OP ein Änderungsantrag formuliert werden, wird der Hin-
weis des Evaluators gegebenenfalls berücksichtigt werden.
Indikator 12 – Ergebnisindikator: Promotionsquote
Für das Jahr 2009 können keine Angaben zur Promotionsquote berichtet werden, da zu
deren Ermittlung erforderliche Berechnungsgrundlagen zum Zeitpunkt der Erstellung die-
ses Berichts von Seiten des Statistischen Landesamtes Sachsen noch nicht vorlagen. Der

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
29
Wert für 2009 wird daher im Jahresbericht 2010 nachgetragen. Zuletzt betrug die Promoti-
onsquote im Jahr 2008 7,6 %. Ziel ist, am Ende des Förderzeitraums eine Promotionsquo-
te von 10,0 % vorliegen zu haben. Erste Einschätzungen des Evaluators im Rahmen der
begleitenden Evaluierung weisen darauf hin, dass eine Annäherung an den im OP festge-
legten Zielwert bisher nicht stattgefunden hat. Im Gegenteil ist die Promotionsquote in
Sachsen in den letzten Jahren gesunken – trotz absolut gestiegener Zahl an Promotionen.
Erklärungshintergrund hierfür ist die schrittweise Umstellung auf das Bachelor-/ Master-
System in den letzten Jahren. Damit einher ging eine starke Erhöhung der Zahl von Stu-
dienabschlüssen, so dass der Basiswert für die Berechnung der Quote heute nicht mehr
mit dem bei Aufstellung des OP vergleichbar ist. Bei gleich bleibender Zahl von Promotio-
nen führt allein dieser Effekt zu einem Sinken der Promotionsquote. Insofern hat sich die
Berechnungsgrundlage für den Zielwert „Promotionsquote“ seit Aufstellung des OP deut-
lich verändert. Mit der vorgesehenen Anzahl geförderter Promotionen erscheint eine Erhö-
hung der Promotionsquote auf den im OP gesetzten Zielwert nicht erreichbar. Sofern die
laut OP angestrebte Steigerung der Promotionsquote allein durch die ESF-Maßnahmen
erreicht werden sollte, müsste die Zahl der ESF-Stipendien pro Jahr nach einer ersten Ein-
schätzung des Evaluators etwa verzehnfacht werden. Vor diesem Hintergrund hält der
Evaluator eine realistische Anpassung des Zielwertes für den Rest des Förderzeitraums für
geboten. Sollte nach Abschluss der gegenwärtigen Überprüfung des OP ein Änderungsan-
trag formuliert werden, wird der Hinweis des Evaluators gegebenenfalls berücksichtigt wer-
den.
Indikator 13 – Outputindikator: Geförderte Promovenden
Im Jahr 2009 wurden 92 Promovenden gefördert. Von diesen ist bei noch keinem die Ver-
wendungsnachweisprüfung abgeschlossen. Hintergrund hierfür ist, dass die Förderung der
Promovenden erst im Jahr 2008 begann und Promotionsvorhaben i. d. R. mindestens zwei
Jahre dauern, bis diese abgeschlossenen werden können. Insgesamt wurden im Zeitraum
2007 bis 2009 123 Promovenden gefördert. Die Zielvorgabe für das Ende des Förderzeit-
raums wurde im OP mit 250 geförderten Promovenden angegeben. Somit wurde in den
ersten beiden Umsetzungsjahren des OP die Zielvorgabe nahezu zur Hälfte erreicht. In
Anbetracht der Tatsache, dass die Umsetzung des OP im Jahr 2009 deutlich an Fahrt ge-
wonnen hat, erscheint es realistisch, dass die Zielvorgabe erreicht werden kann.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
30
Indikator 14 – Ergebnisindikator: Verbesserung von Hochschulnetzwerken
Bis zum Jahr 2009 wurden insgesamt elf Forschungsnetze Hochschule-Wirtschaft, Innova-
tive Projekte und Nachwuchsforschergruppen gefördert, die der Verbesserung von Hoch-
schulnetzwerken dienen. Davon entfielen zehn Projekte auf die Einrichtung von career ser-
vices an sächsischen Hochschulen und ein Mentoring-Netzwerk. Forschungsnetzwerke
wurden bisher nicht zur Förderung bewilligt. Bei keinem dieser geförderten Projekte wurde
bislang eine Verwendungsnachweisprüfung abgeschlossen. Hintergrund hierfür ist, dass
die Förderung der Projekte erst im Jahr 2008 begann und diese i. d. R. eine längere Lauf-
zeit haben. Alle Projekte trugen nach ersten Einschätzungen des Evaluators im Rahmen
der begleitenden Evaluierung zur Verbesserung der Hochschulnetzwerke bei. Eine Ziel-
vorgabe für die Verbesserung von Hochschulnetzwerken wurde im OP nicht quantifiziert.
Im OP wird aus Sicht des Evaluators richtigerweise darauf hingewiesen, dass die zu erwar-
tenden Ergebnisse der Förderung komplex sind. Insofern können sie nicht durch einen
gemeinsamen Indikator zahlenmäßig ausgedrückt und bewertet werden.
Indikator 15 – Outputindikator: Unterstützte Projekte
Bis zum Jahr 2009 wurden insgesamt elf Forschungsnetze Hochschule-Wirtschaft, Innova-
tive Projekte und Nachwuchsforschergruppen unterstützt. Bei keinem dieser geförderten
Projekte wurde bislang einer Verwendungsnachweisprüfung abgeschlossen. Hintergrund
hierfür ist, dass die Förderung der Projekte erst im Jahr 2008 begann und diese i. d. R. ei-
ne längere Laufzeit haben. Eine Zielvorgabe für die Anzahl der unterstützten Projekte wur-
de im OP nicht quantifiziert. Im OP wird aus Sicht des Evaluators richtigerweise darauf hin-
gewiesen, dass die zu erwartenden Ergebnisse der Förderung komplex sind. Insofern kön-
nen sie nicht durch einen gemeinsamen Indikator zahlenmäßig ausgedrückt und bewertet
werden. Für den Evaluator ist dies nachvollziehbar und gerechtfertigt – verbergen sich
doch hinter den Netzwerkprojekten sehr unterschiedliche Vorhabenstypen (Forschungs-
netzwerke, Mentoringnetzwerke, career-service-Einrichtungen). Die Vorgabe einer zu-
sammenfassenden Projektzahl als Zielwert wäre hier nicht sinnvoll.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
31
Indikator 16 – Ergebnisindikator: Geförderte Teilnehmer sind zwei Jahre nach Beginn der
Förderung beschäftigt
Ziel des Indikators ist zu ermitteln, ob die in Indikator 17 geförderten Langzeitarbeitslosen
zwei Jahre nach Beginn der Förderung beschäftigt sind. Ausgehend von dieser Bedingung
kann gegenwärtig allein für das Jahr 2007 eine Aussage getroffen werden. Obwohl auch
hierfür noch keine exakten Daten erhebbar sind, wird seitens des Evaluators im Rahmen
der begleitenden Evaluierung eingeschätzt, dass der Zielwert von 70,0 % erreicht wird.
Erste Ergebnisse für den Indikator lassen sich demnach frühestens 2010 ermitteln. Auf der
Grundlage von Erhebungen zum aktuellen Status der geförderten Einstellungen und Erfah-
rungswerten kann nach erster Einschätzung des Evaluators davon ausgegangen werden,
dass die im OP festgelegte Zielmarke voraussichtlich erreicht werden kann.
Indikator 17 – Outputindikator: Langzeitarbeitslose
Im Jahr 2009 wurden 2.775 Langzeitarbeitslose gefördert. Von diesen ist bereits bei 1.735
die Verwendungsnachweisprüfung abgeschlossen. Insgesamt wurden im Zeitraum 2007
bis 2009 12.216 Langzeitarbeitslose gefördert. Von diesen ist bereits bei 1.764 die Ver-
wendungsnachweisprüfung abgeschlossen. Die Zielvorgabe für das Ende des Förderzeit-
raums wurde im OP mit 6.400 geförderten Langzeitarbeitslosen angegeben. Somit wurde
in den ersten beiden Umsetzungsjahren des OP die Zielvorgabe über das Doppelte hinaus
erreicht. Bei gleichbleibender Förderintensität könnte die Zielvorgabe im Rahmen einer
Änderung des OP erhöht werden.
Indikator 18 – Ergebnisindikator: Anteil der Personen, die gegründet haben und zwei Jahre
später noch selbstständig sind
Ziel des Indikators ist zu ermitteln, ob die in Indikator 19 geförderten Gründer und Teilneh-
mer aus der Arbeitslosigkeit zwei Jahre nach Beginn der Förderung noch selbstständig
sind. Ausgehend von dieser Bedingung kann gegenwärtig allein für das Jahr 2007 eine
Aussage getroffen werden. Obwohl auch hierfür noch keine exakten Daten erhebbar sind,
wird seitens des Evaluators im Rahmen der begleitenden Evaluierung eingeschätzt, dass
der Zielwert von 65,0 % erreicht wird. Erste Ergebnisse für den Indikator lassen sich dem-
nach frühestens 2010 ermitteln. Auf der Grundlage von Erhebungen zum aktuellen Status
der geförderten Einstellungen und Erfahrungswerten kann nach Einschätzung des Evalua-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
32
tors davon ausgegangen werden, dass die im OP festgelegte Zielmarke voraussichtlich
erreicht werden kann.
Indikator 19 – Outputindikator: Geförderte Gründer und Teilnehmer aus der Arbeitslosigkeit
Im Jahr 2009 wurden 557 Gründer und Teilnehmer aus der Arbeitslosigkeit gefördert. Ins-
gesamt wurden im Zeitraum 2007 bis 2009 558 Gründer und Teilnehmer aus der Arbeitslo-
sigkeit gefördert. Die Zielvorgabe für das Ende des Förderzeitraums wurde im OP mit
7.000 geförderten Gründern und Teilnehmern aus der Arbeitslosigkeit angegeben. Somit
wurde in den ersten beiden Umsetzungsjahren des OP die Zielvorgabe zu gut einem Vier-
zehntel erreicht. Der Zielerreichungsgrad hängt nach ersten Einschätzungen des Evalua-
tors der begleitenden Evaluierung davon ab, dass die Zahl der Arbeitslosen, die sich zur
Unternehmensgründung entschließen, von anderen Rahmenbedingungen sehr viel stärker
beeinflusst wird, als vom Förderangebot des ESF. Hier könnte zwar durch Anpassung von
Förderkonditionen – etwa durch Erweiterung des Kreises der Anspruchsberechtigten – die
Zielerreichung beeinflusst werden, doch wäre das kaum im Sinne der Strategie des OP. In
Anbetracht der Tatsache, dass die Umsetzung des OP im Jahr 2009 deutlich an Fahrt ge-
wonnen hat und angesichts von schätzungsweise 6.000 ungeförderten Übergängen Ar-
beitsloser in Selbständigkeit, erscheint ein jährlicher Unterstützungsbeitrag des ESF in der
angestrebten Größenordnung grundsätzlich realistisch. Jedoch sollte nach Ansicht des
Evaluators die Zielvorgabe an das geänderte Förderbudget angepasst werden. Sollte nach
Abschluss der gegenwärtigen Überprüfung des OP ein Änderungsantrag formuliert wer-
den, wird der Hinweis des Evaluators gegebenenfalls berücksichtigt werden.
Indikator 20 – Ergebnisindikator: Zusätzlich aktivierte LZA
Bis zum Jahr 2009 wurden 14.085 Langzeitarbeitslose zusätzlich aktiviert. Diese Zahl ba-
siert auf einer ersten Einschätzung des Evaluators im Rahmen der begleitenden Evaluie-
rung. Die Zielvorgabe für das Ende des Förderzeitraums wurde im OP mit 48.300 zusätz-
lich aktivierten Langzeitarbeitslosen angegeben. Somit wurde in den ersten beiden Umset-
zungsjahren des OP die Zielvorgabe zu gut einem Drittel erreicht. In Anbetracht der Tatsa-
che, dass die Umsetzung des OP im Jahr 2009 deutlich an Fahrt gewonnen hat, erscheint
es realistisch, dass die Zielvorgabe erreicht werden kann.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
33
Indikator 21 – Outputindikator: Aktivierte / geförderte Langzeitarbeitslose und schwer Ver-
mittelbare
Im Jahr 2009 wurden 7.390 Langzeitarbeitslose und schwer Vermittelbare aktiviert bzw.
gefördert. Von diesen ist bereits bei 2.598 die Verwendungsnachweisprüfung abgeschlos-
sen. Insgesamt wurden im Zeitraum 2007 bis 2009 19.655 Langzeitarbeitslose und schwer
Vermittelbare aktiviert bzw. gefördert. Von diesen ist bereits bei 2.598 die Verwendungs-
nachweisprüfung abgeschlossen. Die Zielvorgabe für das Ende des Förderzeitraums wur-
de im OP mit 48.300 aktivierten bzw. geförderten Langzeitarbeitslosen und schwer Vermit-
telbaren angegeben. Somit wurde in den ersten beiden Umsetzungsjahren des OP die
Zielvorgabe zu knapp der Hälfte erreicht. In Anbetracht der Tatsache, dass die Umsetzung
des OP im Jahr 2009 deutlich an Fahrt gewonnen hat, erscheint es realistisch, dass die
Zielvorgabe erreicht werden kann.
Indikator 22 – Ergebnisindikator: Erhöhung der Teilnehmer an transnationaler Qualifizie-
rung
Bis zum Jahr 2009 wurde die Teilnahme an transnationaler Qualifizierung um 2.400 Teil-
nehmer erhöht. Diese Zahl basiert auf einer ersten Einschätzung des Evaluators im Rah-
men der begleitenden Evaluierung, wonach im Mittel der Jahre 2007 bis 2009 ca. 750 Aus-
zubildende aus Sachsen an Auslandspraktika des EU-Programms Leonardo da Vinci teil-
genommen haben. Zuzüglich einer jährlichen Zahl von ca. 450 ESF-Teilnehmern ergibt
sich für die Förderjahre 2008 und 2009 ein Gesamtumfang von etwa 1.200 Teilnehmern
pro Jahr an transnationalen Qualifizierungsmaßnahmen. Die Zielvorgabe für das Ende des
Förderzeitraums wurde im OP mit 12.810 angegeben. Somit wurde in den ersten beiden
Umsetzungsjahren des Operationellen Programms die Zielvorgabe zu knapp einem Fünftel
erreicht. In Anbetracht der Tatsache, dass die Umsetzung des OP im Jahr 2009 deutlich an
Fahrt gewonnen hat, erscheint es realistisch, dass die Zielvorgabe erreicht werden kann.
Der Evaluator empfiehlt allerdings die Zielvorgabe zu prüfen und ggf. anzupassen. Sollte
nach Abschluss der gegenwärtigen Überprüfung des OP ein Änderungsantrag formuliert
werden, wird der Hinweis des Evaluators gegebenenfalls berücksichtigt werden.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
34
Indikator 23 – Outputindikator: Personen, die an transnationalen Maßnahmen teilnehmen
Im Jahr 2009 nahmen sechs Personen an transnationalen Maßnahmen teil. Von diesen ist
bereits bei 19 die Verwendungsnachweisprüfung abgeschlossen. Die erhöhte Zahl der ge-
prüften Verwendungsnachweise gegenüber den Bewilligungen im Jahr 2009 erklärt sich
daraus, dass in dieser Zahl eine Reihe von bereits im Jahr 2008 bewilligten Vorhaben ent-
halten sind, die erst im Jahr 2009 einer Verwendungsnachweisprüfung zugeführt werden
konnten. Insgesamt nahmen im Zeitraum 2007 bis 2009 244 Personen an transnationalen
Maßnahmen teil. Von diesen ist bereits bei 19 die Verwendungsnachweisprüfung abge-
schlossen. Erste Einschätzungen des Evaluators im Rahmen der begleitenden Evaluierung
weisen darauf hin, dass ca. 450 bis 500 Teilnehmer des LEP trans für das Bewilligungsjahr
2009 noch nicht im Begleitsystem erfasst wurden. Die Zielvorgabe für das Ende des För-
derzeitraums wurde im OP mit 8.400 Personen, die an transnationalen Maßnahmen teil-
nehmen, angegeben. Diese wurde in den ersten beiden Umsetzungsjahren des OP nur
marginal erreicht. In Anbetracht der Tatsache, dass die Umsetzung des OP im Jahr 2009
deutlich an Fahrt gewonnen hat und insbesondere im Bereich der Transnationalität ver-
stärkte Anstrengungen unternommen werden, erscheint es noch realistisch, dass die Ziel-
vorgabe erreicht werden kann. Der Evaluator empfiehlt allerdings die Zielvorgabe zu prüfen
und ggf. anzupassen. Sollte nach Abschluss der gegenwärtigen Überprüfung des OP ein
Änderungsantrag formuliert werden, wird der Hinweis des Evaluators gegebenenfalls be-
rücksichtigt werden.
Beitrag des Operationellen Programms zur Erreichung der Lissabon-Ziele
Im Hinblick auf die im OP ausgewählten Lissabon-Benchmarks ergibt sich folgende Situa-
tion:
Zwar konnte der Lissabon-Zielwert von
70 % Gesamtbeschäftigungsquote
noch nicht er-
reicht werden, doch konnte sich diesem gegenüber 2007 mit 64,5 % im Jahr 2008 mit 67,3
% weiter genähert werden. Im Jahr 2009 setzte sich dieser Trend fort, weshalb der Lissa-
bon-Zielwert mit 69,3 %
Gesamtbeschäftigungsquote
fast erreicht werden konnte.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
35
Der Lissabon-Zielwert für die
Mindestquote für die Beschäftigung von Frauen von 60 %
wurde gegenüber dem Jahr 2007 mit 61,7 % im Jahr 2008 mit 64,1 % wieder erreicht und
sogar übertroffen. Dieser Trend setzte sich im Jahr 2009 fort, wonach die
Beschäftigungs-
quote von Frauen
66,5 % betrug.
Die Annäherung an den Lissabon-Zielwert von
50 % für die Beschäftigung älterer Arbeits-
kräfte (55-64 Jahre)
ist gegenüber dem Jahr 2007 mit 47,5 % im Jahr 2008 mit 44,1 %
leicht zurückgewichen. Im Jahr 2009 konnte dieser rückläufige Trend behoben werden und
der Lissabon-Zielwert erstmals mit einer
Beschäftigungsquote älterer Arbeitskräfte (55-64
Jahre)
i. H. v. 52,7 % übertroffen werden.
Der Lissabon-Zielwert für die
durchschnittliche Schulabbrecherquote für die Europäische
Union von 10 %
konnte gegenüber dem Jahr 2007 mit 8,6 % im Jahr 2008 mit 8,4 % wie-
der erreicht und sogar unterboten werden. Im Jahr 2009 erhöhte sich die Schulabbrecher-
quote leicht auf 8,9 %. Dennoch konnte der Lissabon-Zielwert für die
durchschnittliche
Schulabbrecherquote für die Europäische Union von 10 %
wieder unterboten werden.
Die Annäherung an den Lissabon-Zielwert, dass mindestens
85 % der 22-Jährigen in der
Europäischen Union die Sekundarstufe II abgeschlossen
haben sollen, ist gegenüber dem
Jahr 2007 mit 81,0 % in den Jahren 2008 und 2009 mit 80,0 % leicht zurückgewichen.
Dem Lissabon-Zielwert, dass der
durchschnittliche Anteil der Erwachsenen im erwerbsfä-
higen Alter (25-64 Jahre) in der EU, die am Lebensbegleitenden Lernen teilnehmen, min-
destens 12,5 %
betragen soll, wurde sich gegenüber dem Jahr 2007 mit 7,1 % in den Jah-
ren 2008 und 2009 mit 7,4 % weiter genähert.
Die
Armutsquote
in Sachsen liegt entsprechend der Angaben des neuesten Datenmateri-
als bei 19,0 %. Diese liegt somit unter der Quote der EU-27 (20 %) und den neuen Bun-
desländern inkl. Berlin (19,5%).
Die Annäherung an den Lissabon-Zielwert, dass
3 % des BIP auf Forschung und Entwick-
lung
entfallen soll, blieb gegenüber 2007 mit 2,3 % auch im Jahr 2008 mit 2,3 % konstant.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
36
Erst im Jahr 2009 konnte dieser konstante Trend zugunsten eines positiven Trends gebro-
chen werden. Demnach entfielen im Jahr 2009 2,6 % des BIP
auf Forschung und Entwick-
lung
.
Dem Lissabon-Zielwert, dass
zwei Drittel der FuE-Ausgaben aus dem Wirtschaftssektor
kommen sollen, wurde sich gegenüber 2007 mit 45,9 % im Jahr 2008 auf 48,1 % weiter
genähert. Dieser Trend wurde auch im Jahr 2009 fortgesetzt, weshalb im Jahr 2009 nun-
mehr 51,9 % der
FuE-Ausgaben aus dem Wirtschaftssektor
kommt.
Tabelle 6: EU-Benchmarks (Stand: 2009)
Nr.
Indikator
EU-
Ziel
D-
D-West
D-Ost
(mit Berlin)
Sachsen
(2000)
Sachsen (2009)
1
70 % Gesamtbeschäftigungsquote
70,0
70,0
1
70,6
1
67,8
1
62,8
69,3
1
2
Mindestquote von 60 % für die Beschäf-
tigung von Frauen
60,0
64,2
1
64,1
1
64,8
1
58,0
66,5
1
3
Mindestquote von 50 % für die Beschäf-
tigung älterer Arbeitskräfte (55—64
Jahre)
50,0
53,6
1
54,4
1
50,6
1
32,8
52,7
1
4
Jedem Arbeitslosen wird ein Neuanfang
ermöglicht, und zwar binnen vier Mona-
ten nach Eintritt der AL im Fall von
Jugendlichen, binnen zwölf Monaten im
Fall von Erwachsenen
4
jeweils
100,0
Jugendl.
97,3
Erwachs.
98,3
- - - -
5
Bis zum Jahr 2010 sollten 25 % der
LZA an einer aktiven Maßnahme in
Form einer Ausbildung, Umschulung,
Praktikum oder einer anderen Beschäf-
tigungsmaßnahme teilnehmen
5
25,0
Jugendl.
32,4
Erwachs.
12,8
- - - -
6
Das effektive Durchschnittsalter beim
Ausscheiden aus dem Erwerbsleben
auf EU-Ebene wird um fünf Jahre an-
gehoben
6
64,9
61,3 - - - -
7
Die durchschnittliche Schulabbrecher-
quote für die Europäische Union wird
auf höchstens 10 % gesenkt
Da der EU-Benchmark „early school
leavers“ nicht auf Länderebene verfüg-
bar ist, wird als Ersatzindikator die
Quote der Absolventen ohne Haupt-
schulabschluss verwendet. Die ausge-
wiesenen Werte sind ca. 4-5 Prozent-
Punkte geringer als der EU-Benchmark
„early school leavers“.
10,0
7,3
1
7,0
1
8,7
1
12,1
8,9
8
Mindestens 85 % der 22-Jährigen in der
Europäischen Union sollen die Sekun-
darstufe II abgeschlossen haben
85,0
72,0
2
-
- - 80,0
2
9
Der durchschnittliche Anteil der Er-
wachsenen im erwerbsfähigen Alter
(25-64 J,) in der EU, die am Lebensbe-
gleitenden Lernen teilnehmen, soll
mindestens 12,5 % betragen
12,5
7,8
1
7,7
1
8,2
1
5,4
7,4
1
10
Armutsquote
7
-
15,0
1
13,1
1
19,5
1
-
19,0
1
Weitere wichtige Kennzahlen
3 % des BIP sollen auf Forschung und Ent-
wicklung entfallen
3,0
2,5
1
2,6
1
2,
1
1
2,4
3
2,
6
1
Zwei Drittel der FuE-Ausgaben aus dem
Wirtschaftssektor
66,7
70,0
1
74,11 43,0
1
50,3
3
51,9
1

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
37
(1) Werte für 2008, die Daten für 2009 lagen zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichtes noch nicht vor.
(2) Werte für 2006; die Daten für 2009 lagen zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichtes noch nicht vor.
(3) Werte für 2001; die Daten für 2009 lagen zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichtes noch nicht vor.
(4) Diese Werte beziehen sich auf das Angebot einer Maßnahme im Rahmen eines konkreten Eingliederungsplans, und
zwar für Jugendliche für den Zeitraum 7/2004 bis 6/2005 und für Erwachsene für den Zeitraum 1/2004 bis 12/2004. Be-
trachtet man lediglich die Inanspruchnahme einer aktiven arbeitsmarktpolitischen Leistung im engeren Sinne (ohne Profi-
ling und Eingliederungsvereinbarung), so beträgt die Quote für Jugendliche 82,5 % und für Erwachsene 87,2 %;
(5) Gesamtwert für alle Langzeitarbeitslosen liegt aktuell nicht vor.
(6) Wert liegt aktuell nicht vor.
(7) Die Armutsgefährdungsquote wird – entsprechend dem EU-Standard – definiert als der Anteil der Personen, deren
Äquivalenzeinkommen weniger als 60 % des Medians der Äquivalenzeinkommen der Bevölkerung (in Privathaushalten)
beträgt. Quelle: EU-SILC.
Beitrag des Operationellen Programms zur Erreichung der Ziele gem. Art. 9 Abs. 3
der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006
Entsprechend der Vorgaben des Art. 9 Abs. 3 der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 ist die
vom ESF mitfinanzierte Förderung auf die EU-Prioritäten Förderung der Wettbewerbsfä-
higkeit und Schaffung von Arbeitsplätzen, insbesondere auch auf die Erreichung der Ziele
der integrierten Leitlinien für Wachstum und Beschäftigung (2008-2010) gemäß der Ent-
scheidung 2008/618/EG des Rates ausgerichtet.
Demnach müssen 60 % der Ausgaben für das Ziel „Konvergenz“ aller Mitgliedstaaten der
Europäischen Union in deren Zusammensetzung vor dem 1. Mai 2004 für die vorerwähn-
ten Prioritäten vorgesehen werden. Diese Zielvorgaben, die auf den Ausgabenkategorien
in Anhang IV der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 beruhen, gelten als ein Durchschnitts-
wert über den gesamten Förderzeitraum.
Der Freistaat Sachsen hat im Jahr 2009 97,44 % der auf dem OP beruhenden Ausgaben
inklusive der Ausgaben im Rahmen der Technischen Hilfe für das Ziel „Konvergenz“ aus-
gegeben und konnte somit die Ergebnisse des Jahres 2008 mit 91,53 % nochmals stei-
gern. Der Freistaat Sachsen liegt demzufolge weit über der Zielvorgabe des Rates. Be-
trachtend man die auf Basis des OP beruhenden Ausgaben exklusive der Ausgaben im
Rahmen der Technischen Hilfe für das Ziel „Konvergenz“, so kann konstatiert werden,
dass 100,00 % der auf dem OP beruhenden Ausgaben für das Ziel „Konvergenz“ ausge-

image
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
38
geben wurden. Somit besteht eine vollkommene Kongruenz zwischen den Zielen der Eu-
ropäischen Union und den hierauf bezogenen Ausgaben des ESF im Freistaat Sachsen.
Tabelle 7: Earmarking (in EUR)

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
39
Demonstration der Wirkungen der Durchführung des operationellen Programms zur
Förderung der Chancengleichheit von Männern und Frauen,
Beschreibung von Partnerschaftsvereinbarungen (1 %-Regelung)
In den ESF-Richtlinien ist festgelegt, dass Männer und Frauen auf Grundlage des Rechts
auf Gleichbehandlung den gleichen Zugang zu den Maßnahmen und Programmen haben.
Alle Vorhaben sind so zu realisieren, dass die chancengleiche Teilhabe von Frauen und
Männern zur Umsetzung der Chancengleichheitsziele des OP gesichert wird. Die Förde-
rung soll insbesondere auch dazu beitragen, dass Frauen und Männer die gleichen Chan-
cen für existenzsichernde Arbeit am Arbeitsmarkt erhalten, dass die Vereinbarkeit von Fa-
milie und Beruf verbessert wird und geschlechtsstereotype Berufs- und Karrieremuster
überwunden werden.
Die geplanten abgestimmten Projekte der Wirtschafts- und Sozialpartner zur Qualifizierung
von Fach- und Führungskräften konnten auf Grund der fehlenden Zustimmung zur Förde-
rung begleitender Maßnahmen der Wirtschafts- und Sozialpartner bisher noch nicht umge-
setzt werden.
Darstellung der durchgängigen Berücksichtigung des Gleichstellungsaspekts gem.
Artikel 10 der Verordnung (EG) Nr. 1081/2006
Zur Herstellung der Chancengleichheit von Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt
wurde ein dualer Ansatz gewählt: Einerseits wird die Chancengleichheit als Querschnitts-
ziel in das OP wie auch in alle ESF-Richtlinien implementiert. Andererseits werden mit
spezifischen Aktionen für Frauen und Männer bestehende geschlechtsspezifische Benach-
teiligungen am Arbeitsmarkt abgebaut.
Für die Umsetzung der Chancengleichheit von Frauen und Männer als Querschnittsziel
wurde von der Leitstelle für Gleichstellung von Frau und Mann gemeinsam mit der Verwal-
tungsbehörde ESF eine Handreichung zur Beachtung von Genderaspekten bei der Erar-
beitung von ESF-Förderrichtlinien zur Verfügung gestellt. Das bedeutet, dass alle ESF-
Richtlinien gegendert sind bzw. werden und damit die Berücksichtigung der Chancen-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
40
gleichheit von Frauen und Männern bereits für die Aufstellung der Förderkonzeptionen zu
beachten ist. Für die Bewertung der geschlechtsspezifischen Auswirkungen bedarf es klar
definierter qualitativer und quantitativer Indikatoren sowie nach Geschlecht aufgeschlüssel-
ter Statistiken, die eine Überwachung und Evaluierung der Ergebnisse ermöglichen.
Die EU fordert insbesondere über die Verwaltungsbehörden dafür Sorge zu tragen, dass
nach Geschlecht aufgeschlüsselte Statistiken wie auch die Bewertung geschlechtsspezifi-
scher Auswirkungen zu einem festen Bestandteil der Strukturfondsinterventionen werden.
Das OP greift diese Zielstellung auf.
Bezüglich des Abbaus geschlechtsspezifischer Benachteiligungen am Arbeitsmarkt mittels
einzelner spezieller Fördermaßnahmen fördert die Leitstelle für Gleichstellung von Frau
und Mann einerseits berufsbegleitende Maßnahmen für Frauen. Dazu gehören beispiels-
weise Qualifizierungen für Frauen in Führungspositionen, um den Anteil von Frauen in lei-
tenden Positionen langfristig zu steigern. Mütter und Väter mit ruhendem Arbeitsverhältnis
in der Elternzeit können die Familienphase zu Qualifizierungen nutzen, um Kenntnisse auf-
zufrischen und so die Chancen auf einen erfolgreichen beruflichen Wiedereinstieg nach
der Elternzeit steigern. Zur Steigerung der Erwerbsquote allgemein, aber besonders zur
Erhöhung der Frauenerwerbsquote, tragen andererseits spezielle Qualifizierungen für ar-
beitslose Frauen und Männer bei. So finden Frauen und Männer, die wegen Kindererzie-
hung oder der Pflege von Angehörigen ihre Erwerbstätigkeit für längere Zeit aufgeben ha-
ben, nur schwer Zugang zum Arbeitsmarkt. Spezielle Qualifizierungen sind für die Berufs-
rückkehrerinnen und Berufsrückkehrer oftmals unabdingbare Voraussetzungen, um wieder
eine Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt aufnehmen zu können.
Um den Anteil von Frauen in technischen und naturwissenschaftlichen Berufen zu steigern,
werden u. a. Praktika gefördert, die Mädchen dazu ermutigen, frauenuntypische Berufe
kennen zu lernen. Die Jungen werden wiederum dazu angehalten, Berufe im Gesundheits-
und Pflegebereich zu ergreifen.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
41
Darstellung der Umsetzung der Aktionen für Migranten gem. Artikel 10 der Verord-
nung (EG) Nr. 1081/2006)
Auf der programmatischen Ebene wurden zahlreiche Fördergegenstände implementiert,
die die Förderung von Aktionen für Migranten zum Ziel haben. In diesem speziellen pro-
grammatischen Bereich wurden über 10,3 Mio. EUR EU-Mittel bewilligt.
Darstellung der Umsetzung der Aktionen der Integration von Minderheiten gem. Arti-
kel 10 der Verordnung (EG) Nr. 1081/2006
Die Integration von Minderheiten wird gewährleistet, da im Rahmen der ESF-Richtlinien, u.
a. der ESF-Richtlinie Hochschule und Forschung keine positive Diskriminierung sorbischer
Angelegenheiten vorgesehen ist. Vielmehr richtet sich das Programm sowohl an sorbische
und deutsche Bürger des Freistaates Sachsen gleichermaßen. Sorbische Studierende,
Promovierende und akademische Nachwuchskräfte sind ebenso Endbegünstigte der ge-
planten Vorhaben wie ihre deutschen Kommilitonen und Kollegen. Da bisher seitens der
zwischengeschalteten Stelle bzw. der Bewilligungsstelle keine Auswertung der sozioöko-
nomischen Daten vorliegt, kann der Anteil der geförderten Teilnehmenden, die dem Status
einer Minderheitenangehörigkeit besitzen in allen Förderbereichen (Querschnitt) nicht be-
nannt werden.
Darstellung der Umsetzung der Aktionen der Integration anderer benachteiligter
Gruppen gem. Artikel 10 der Verordnung (EG) Nr. 1081/2006
Für die Integration anderer benachteiligter Gruppen werden im Rahmen der Beschäfti-
gungsförderung u. a. Aktionen zur Einstellung von arbeitslosen Benachteiligten, Existenz-
gründungsförderung von Arbeitslosen sowie Vorhaben zur Verbesserung der Beschäfti-
gungsfähigkeit umgesetzt.
Mit der neuen ESF-Richtlinie Beschäftigungschancen wurden die bisherigen Regelungen
zur Beschäftigungsförderung überarbeitet und bedarfsgerecht angepasst. In die Richtlinie
wurde darüber hinaus auch die Qualifizierung von Arbeitslosen und Benachteiligten aus

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
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der ESF-Richtlinie Berufliche Bildung überführt. Damit wird die Förderung von Arbeitslosen
und Benachteiligten zukünftig in einer gemeinsamen ESF-Richtlinie des Sächsischen
Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr gebündelt. Das Förderangebot nach
dieser Richtlinie gliedert sich in fünf Vorhabensbereiche, die eine passgenaue Förderung
möglich machen.
Der Freistaat Sachsen unterstützt angehende Existenzgründer aus der Arbeitslosigkeit mit
Zuschüssen und Qualifizierungen. Die Zuschüsse werden zur Sicherung des Lebensunter-
halts gewährt und sollen den Gründern mehr Sicherheit und Stabilität in der schwierigen
Anfangsphase geben. Im Rahmen der Existenzgründerqualifizierung werden die erforderli-
chen persönlichen und fachlichen Voraussetzungen für einen erfolgreichen Start in die un-
ternehmerische Selbständigkeit vermittelt. Gegenstand der Förderung von Einstellungszu-
schüssen ist die dauerhafte Eingliederung von auf dem Arbeitsmarkt Benachteiligten in
sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse in Unternehmen durch Gewäh-
rung eines Zuschusses zum Arbeitsentgelt. Durch Maßnahmen zur Qualifizierung von ar-
beitslosen und benachteiligten Personen sollen Arbeitslose ihr Qualifikationsniveau erhö-
hen sowie aktuell am Arbeitsmarkt verwertbare Qualifikationen erwerben.
Mit Hilfe der Förderung von Vorhaben zur Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit sollen
zum einen die Einstellungschancen von Langzeitarbeitlosen gesteigert und zum anderen
einer sozialen Ausgrenzung der Betroffenen entgegengewirkt werden. Darüber hinaus
werden innovative Projekte, Modell- und Transfervorhaben sowie Studien gefördert, um
neue Ideen modellhaft zu erproben und erfolgreiche Projektideen nach Sachsen zu über-
tragen.
Zudem werden unter dem Aspekt der Integration Benachteiligter auf der programmatischen
Ebene zahlreiche Fördergegenstände implementiert, die die Förderung von Aktionen der
Integration benachteiligter Gruppen zum Ziel haben. Zu diesen Gruppen zählen Alleiner-
ziehende, benachteiligte Jugendliche, Langzeitarbeitslose, körperlich oder geistig Behin-
derte, Suchtabhängige und Ältere.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
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Außerdem werden zur Integration Benachteiligter Projekte zur Alphabetisierung von funkti-
onalen Analphabeten gefördert. Diese zielen auf die Erhöhung der Beschäftigungsfähigkeit
der Teilnehmer, ihrer möglichen Eingliederung in das Erwerbsleben und ihrer besseren
sozialen Integration. Die Alphabetisierungsmaßnahmen werden in Teilzeitkursen ein-
schließlich sozialpädagogischer Betreuung durchgeführt. Jährlich sollen Alphabetisie-
rungskurse für etwa 190 funktionale Analphabeten angeboten werden, wofür pro Jahr Ge-
samtausgaben in Höhe von 1.188,8 TEUR, davon ESF-Mittel in Höhe von 892,7 TEUR,
geplant sind. Darüber hinaus wurde 2009 die Einrichtung einer Koordinierungsstelle Al-
phabetisierung bewilligt, die dazu beitragen soll, dauerhafte Kooperationsbeziehungen
zwischen den Akteuren in der Alphabetisierungsarbeit aufzubauen bzw. weiterzuführen
sowie die Zahl der über den ESF mitfinanzierten Alphabetisierungsmaßnahmen, die flä-
chendeckend in ganz Sachsen angeboten werden sollen, zu erhöhen. Dadurch soll die
Akzeptanz von Alphabetisierungsmaßnahmen sowohl bei den Betroffenen als auch bei den
Akteuren erhöht und die Zahl der funktionalen Analphabeten auf Dauer verringert werden.
Darstellung der Umsetzung der Aktionen Innovative Maßnahmen gem. Artikel 10 der
Verordnung (EG) Nr. 1081/2006
Im Rahmen der ESF-Richtlinie Berufliche Bildung werden u. a. auch innovative Projekte
gefördert. Folgende Projekte wurden 2009 u. a. umgesetzt:
- Kooperative Studiengänge, die eine Berufsausbildung mit einem anerkannten Berufsab-
schluss und eine Ausbildung an einer Hochschule (Bachelorabschluss) verbinden. Be-
sonderheiten sind die Ausrichtung auf Teilnehmer aus Kleinen und Mittleren Unterneh-
men (KMU), eine stark verkürzte Ausbildungsdauer (insgesamt 4 bzw. 4,5 Jahre) sowie
der Erwerb zusätzlicher Kompetenzen (interkulturelle Kompetenzen, Auslandsaufenthalt,
Führungskompetenzen etc.). Ziel ist die Fach- und Führungskräfteentwicklung sowie -
bindung in sächsischen KMU (Finanzvolumen ca. 17 Mio. EUR).
- „Individuellen Ausbildungspläne“, eine modulare Qualifizierung von rund 300 Jugendli-
chen, die aufgrund ihrer besonderen persönlichen oder sozialen Benachteiligung trotz
des bestehenden Förderangebots bisher keinen Berufsabschluss erreichen konnten. Be-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
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lastbare Ergebnisse zur Umsetzung des Projektes werden mit der im Sommer 2009 be-
gonnenen wissenschaftlichen Begleitung erwartet.
- Förderung der Praxisbegleitung im Schulversuch „Gestrecktes Berufsvorbereitungsjahr“
mit der stärkeren Einbeziehung berufspraktischer Erfahrungen im betrieblichen Alltag in
die Förderung von benachteiligten Jugendlichen in der Berufsvorbereitung.
Darstellung der Umsetzung der Transnationalen/interregionalen Maßnahmen gem.
Artikel 10 der Verordnung (EG) Nr. 1081/2006
Der Freistaat Sachsen entschied sich zu Beginn der neuen Förderperiode für die Option,
transnationale und interregionale Maßnahmen als gesonderte Prioritätsachse E zu verwal-
ten, die inhaltliche Ausrichtung der Förderung jedoch im Sinne einer Querschnittsförderung
an den Prioritätsachsen A, B und C zu binden. In folgenden vier Einsatzfeldern wurden
Fördermöglichkeiten geschaffen:
Im Einsatzfeld 1 „Berufsbegleitende Qualifizierung; Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit“
hatte das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft „Bildungsprojekte“
und „Studienkonzepte“ als förderfähige Maßnahmen festgelegt
.
Die Förderung von transna-
tionalen Maßnahmen ist dort in der ESF-Richtlinie „Berufliche Bildung“ vorgesehen. Dabei
sollen Projekte einschließlich Studien und Konzepte gefördert werden, die zum Erwerb wirt-
schaftlicher, fachlicher oder interkultureller Kompetenzen von Auszubildenden, Arbeitneh-
mern und Unternehmen beitragen. Eine Nachfrage zur Unterstützung von transnationalen
Vorhaben seitens der Projektträger lag bisher noch nicht vor.
Im Einsatzfeld 3 „Berufsbildung für Jugendliche“ wurden „Auslandspraktika“, „Sprachkurse“
und „interkulturelle Seminare“ mit Fokus auf die Nachbarländer Tschechien und Polen
durch das verantwortliche Sächsische Staatsministerium für Kultus und Sport in den Mittel-
punkt der Förderung von Transnationalität gestellt. Unter dem Aspekt der Transnationalität
werden hier Projekte gefördert, die mehrmonatige Auslandspraktika für Berufsfachschüler
in der Ausbildung zum Fremdsprachenkorrespondenten, Assistenten für Hotelmanagement
oder zum Internationalen Touristikassistenten zum Gegenstand haben. Von den Maßnah-
men sollen 295 Schüler profitieren. Dies übertrifft die bisherigen Erwartungen. Die Förde-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
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rung wird folglich sehr gut angenommen und kann als erfolgreiches Instrument in Bezug
auf Transnationalität bewertet werden. Im Einsatzfeld 3 werden zudem Vorhaben für etwa
30 sächsische Grund- und Mittelschullehrer gefördert, die die Vermittlung von Sprach-
kenntnissen in Tschechisch oder Polnisch zur Verbesserung der interkulturellen Kompe-
tenzen in Bezug auf die beiden Nachbarländer zum Gegenstand haben. Die Sprachkurse
werden im Jahr 2010 für eine entsprechende Dienstleistungsvereinbarung ausgeschrieben.
Im Einsatzfeld 4 „Berufsbildung für Jugendliche“, in dem sich die gemeinsame Richtlinie
des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr und des Sächsi-
schen Staatsministeriums für Umwelt und Landewirtschaft bewegt, wurden „Auslandsauf-
enthalte im Rahmen der betrieblichen Erstausbildung und betriebsnahen Ausbildung“ als
Schwerpunkte für transnationale Maßnahmen definiert. Im Rahmen der beruflichen Erst-
ausbildung wird damit der Erwerb interkultureller Kompetenzen während der betrieblichen
Berufsausbildung durch Auslandspraktika gefördert. Im Landesergänzungsprogramm (LEP)
Trans werden zusätzliche betriebsnahe Ausbildungsplätze mit integrierten Ausbildungsab-
schnitten im Ausland gefördert. Ziel des Auslandsaufenthalts ist die Erweiterung des Fach-
wissens, die Erweiterung beruflicher Erfahrungen sowie das Kennenlernen der Arbeitswelt,
der Kultur und der Lebensweise des Ziellandes. Seit Oktober 2009 wird die Beratungsein-
richtung APIK (AuslandsPraktikaInterkulturelle-Kompetenz) gefördert. Deren Projektmitar-
beiter sollen mit einem umfassenden Beratungsangebot aus einer Hand die sächsischen
Unternehmen dahingehend sensibilisieren, dass Schritte zu einer Internationalisierung wirt-
schaftlich sinnvoll sind und künftig an Bedeutung gewinnen werden. Die Beratungsstelle
informiert und unterstützt Unternehmer, Mitarbeiter, Auszubildende und Eltern zu allen Fra-
gen rund um Auslandsaufenthalte und zu geeigneten Förderprogrammen. Geplant ist zu-
dem die Förderung internationaler Berufswettbewerbe zur Förderung interkultureller und
sprachlicher Kompetenzen sowie des Austauschs über die Chancen und Grenzen der ver-
schiedenen Berufsausbildungssysteme.
Und schließlich ist Einsatzfeld 5 „Humanpotential in Forschung und Innovation sowie Ver-
netzung der Akteure“ mit den sog. „Transnationalen Studienabschlussstipendien“ zu nen-
nen, die vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst als Kern der För-
derung von Transnationalität im Wissenschaftsbereich vorgesehen wurden. Inhaltlich geht

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
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es bei diesem Fördergegenstand darum, jungen Studierenden aus osteuropäischen Staa-
ten die Möglichkeit zu geben, im Freistaat Sachsen ihr Studium zu beenden. Als Voraus-
setzung für die Förderung ist u. a. ein Nachweis von Beziehungen des Studierenden zu
sächsischen Unternehmen gefordert. Dadurch soll gesichert werden, dass nachhaltige Be-
ziehungen zwischen sächsischen Unternehmen und den Herkunftsland der Studierenden
aufgebaut werden, so dass die jungen Akademiker entweder in diesen Unternehmen im
Freistaat Sachsen ihre Berufstätigkeit aufnehmen oder aber Kontakte in die Heimatstaaten
der jungen Akademiker geknüpft werden. Die bisher geringe Nachfrage wird auf die Kom-
plexität des Antragsverfahrens, das umfangreiche Nachweise fordert, zurückgeführt.
Begleitend zu der Förderung von Transnationalität in den genannten Einsatzfelder konnte
die sächsische ESF-Verwaltung in 2009 selbst am transnationalen / interregionalen Erfah-
rungsaustausch teilnehmen. Besonders erwähnenswert sind hierbei folgende zwei Kontak-
te: Im Oktober 2009 begrüßte der Freistaat Sachsen eine dreißigköpfige Delegation tsche-
chischer Beamter, die am Erfahrungsaustausch u. a. im Hinblick auf Fragen der dezentra-
len Umsetzung der ESF-Förderung interessiert waren und für eine Woche nach Dresden
kamen. Im Rahmen dieses Arbeitsbesuchs wurden Gespräche auf Fachebene durch Be-
sichtigungen von erfolgreichen Projekten begleitet. Einen stärker international ausgerichte-
ten Kontext zum transnationalen Erfahrungsaustausch bot die Teilnahme an der EU-
Konferenz zum Thema „Partnerschaft und Sozialer Dialog im ESF“, die am 19. und 20. No-
vember 2009 im Rahmen der schwedischen EU-Ratspräsidentschaft in Stockholm statt-
fand. Nach der erfolgreichen Beteiligung am Aufruf zur Einreichung von Konferenzbeiträgen
hatte Sachsen ein ESF-Qualifizierungsprogramm im Bereich der Prioritätsachse C „Verbes-
serung des Zugangs zu Beschäftigung sowie der sozialen Eingliederung von benachteilig-
ten Personen“ auf der Konferenz vorgestellt und als Beispiel guter Partnerschaftspraxis der
internationalen Fachöffentlichkeit zugänglich gemacht.
2.2 Angaben zur Vereinbarkeit mit dem Gemeinschaftsrecht
Bei der Durchführung des OP sind keine wesentlichen Probleme in Bezug auf die Verein-
barkeit mit dem Europäischen Beihilfen- und Wettbewerbsrecht, dem Europäischen Verga-
berecht und dem Europäischen und nationalen Haushaltsrecht aufgetreten.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
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Aus Sicht des Freistaates Sachsen ist es jedoch weiterhin angebracht, auf ein Problem
einzugehen, das bereits in den Berichten 2007 und 2008 angesprochen wurde, aber trotz
einiger Bemühungen auf europäischer Ebene bislang keine Lösung gefunden hat. Artikel 57
der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 enthält über die Dauerhaftigkeit der Vorhaben einen
sehr komplexen Tatbestand, über dessen inhaltliche Reichweite Unsicherheit besteht. Die
Generaldirektion Regionalpolitik hat mit Schreiben vom 06.11.2007 einen Auslegungsver-
merk zu dieser Vorschrift bekannt gegeben. Danach betrifft die Vorschrift nicht nur Vorha-
ben, die unter die Beihilferegelungen fallen, sondern hauptsächlich Vorhaben, bei denen
eine Beteiligung an Vermögensgegenständen erfolgt. Im Weiteren werden in dem Ausle-
gungsvermerk einige Vorhaben aufgezeigt, bei denen diese Voraussetzung typischerweise
vorliegt. Eine eindeutige Klärung des Anwendungsbereiches dieser Bestimmung konnte
jedoch auch dieser Auslegungsvermerk nicht herbeiführen. Die Verwaltungsbehörde ESF
hat sich dieser Vorschrift bislang so weit genähert, dass die inhaltliche Reichweite wie folgt
verstanden wird: Betroffen sind, dies ergibt sich aus Buchstabe b) der Bestimmung, vor
allem Vorhaben zur Schaffung einer Infrastruktur (für den ESF Bildungsinfrastruktur), inner-
halb deren mit dem Zuschuss unter anderem Vermögensgegenstände angeschafft werden.
Aber auch das Tatbestandsmerkmal "Einstellung einer Produktionstätigkeit" kann beim ESF
zum Tragen kommen, beispielsweise wenn ein Unternehmen einen Zuschuss zur Weiter-
bildung seiner Mitarbeiter erhält und mit dem Zuschuss Vermögensgegenstände zum Zwe-
cke der Weiterbildung erworben wurden. Den Begriff des Vermögensgegenstandes grenzt
die Verwaltungsbehörde von geringwertigen Wirtschaftsgütern, die nach deutschem Recht
einen Wert von nicht mehr als 150 EUR haben, und von Verbrauchsmaterial ab. Noch un-
geklärt ist die Frage, unter welchen Bedingungen eine Bildungsinfrastruktur, z. B. ein Fach-
kräftenetzwerk oder ein Kompetenzzentrum, als solches einen Vermögensgegenstand dar-
stellen kann. Deutschland und andere Mitgliedstaaten haben diese und weitere Fragen
während der 20. Sitzung des COCOF am 24./25.09.2008 angesprochen, wo ein peer re-
view durchgeführt wurde. Die im Protokoll der Sitzung von der Kommission zugesagte ge-
sonderte Note zu den Ergebnissen des Meinungsaustausches liegt leider bis heute nicht
vor. Es steht zu hoffen, dass der in der Task Force Simplification eingebrachte Vorschlag
Berücksichtigung findet, Artikel 57 so zu ändern, dass der ESF vom Geltungsbereich der
Vorschrift ausgenommen wird. Zwar hat die Kommission die Bundesregierung im Sommer

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
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2009 unter dem Aktenzeichen KOM(2009) 384 endg. über eine beabsichtigte Ratsverord-
nung unterrichtet, wonach die Bestimmung für den ESF nur dann gelten soll, wenn das
betreffende Vorhaben den Regeln über staatliche Beihilfen im Sinne von Artikel 87 des Ver-
trags unterfällt. Dennoch ist immer noch kein Fortschritt in dieser Angelegenheit zu beo-
bachten. Für die Förderung wird bei den entsprechenden Förderprogrammen seit Anfang
2009 die Verordnung (EG) Nr. 800/2008 (allgemeine Gruppenfreistellungsverordnung) zu
Grunde gelegt.
2.3 Wesentliche aufgetretene Probleme und getroffene Abhilfemaßnahmen
Es hat im Berichtsjahr keinerlei schwerwiegenden bzw. wesentlichen Probleme bei der
Durchführung des OP oder im Zusammenhang mit Prüfungsfeststellungen gegeben, die im
Rahmen des Verfahrens gemäß Artikel 62 Absatz 1 Buchstabe d) Ziffer 1 der Verordnung
(EG) Nr. 1083/2006 getroffen wurden.
Es hat jedoch Probleme bei der Umsetzung der Aktionen und Maßnahmen gem. Art. 10
der Verordnung (EG) Nr. 1081/2006 gegeben, die im Nachfolgenden erläutert werden:
Art. 10 Buchstabe d der Verordnung (EG) Nr. 1081/2006
Ein bei der Durchführung des OP aufgetretenes Problem ist die phasing-out-Budgetierung
insbesondere bei Maßnahmen für Strafgefangene. Aufgrund der begrenzten phasing-out-
Mittel für diesen Bereich war es zwischenzeitlich erforderlich Vorhabenslaufzeiten zu kür-
zen sowie einzelne Vorhaben nicht zu berücksichtigen. Die Zuordnung zu phasing-
out richtet sich bei ESF-Qualifizierungsmaßnahmen für Gefangene nach dem Durchfüh-
rungsort der Maßnahme. Im phasing-out-Gebiet befinden sich vier Justizvollzugsanstalten
mit ca. 1.500 Haftplätzen (Sachsen insgesamt ca. 3.900). Der Förderbedarf für die vier An-
stalten im phasing-out-Gebiet ist mit dem für die sechs Anstalten im übrigen Fördergebiet
identisch. Ursächlich hierfür ist u. a., dass vor allem in der zentralen sächsischen Jugend-
strafvollzugsanstalt, die sich im phasing-out-Gebiet befindet, ein besonderer Ausbildungs-
und Qualifizierungsbedarf besteht. Ein Mitteltausch mit anderen Förderbereichen verlagert
nur das Problem.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
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Art. 10 Buchstabe f der Verordnung (EG) Nr. 1081/2006
Bezug nehmend auf die begleitende Evaluierung der Prioritätsachse E (Bericht vom zur
Programmevaluierung vom 2. Februar 2010) lässt sich im Rückblick auf das Jahr 2009 zu-
sammenfassend festhalten, dass die praktische Umsetzung der transnationalen ESF-
Maßnahmen in Sachsen ein differenziertes Bild abgibt. Einerseits ist die Auslastung des
geplanten Budgets mit 30 % insgesamt als fortgeschritten zu betrachten. Dem steht aller-
dings ein niedriger Stand der Zielerreichung von lediglich rund 5 % der als Zielwert defi-
nierten Teilnehmerzahlen entgegen. Darüber hinaus haben 2009 lediglich zwei der acht
transnational ausgerichteten Fördergegenstände zur Mittelbindung beigetragen: Transnati-
onale Ausbildung und Auslandspraktika für Berufsschüler. Maßnahmen, die an Unterneh-
men als Träger der dualen Ausbildung sowie an Kleinstunternehmen als neue Adressaten-
gruppe gerichtet waren, wurden in 2009 noch nicht umgesetzt. Ursachen für den unter-
schiedlichen Umsetzungsfortschritt lagen nach Einschätzung der Richtlinienverantwortli-
chen insbesondere an der fehlenden Nachfrage nach der Förderung in diesem Bereich in
Verbindung mit den praktischen Herausforderungen des Förderverfahrens. Daraus wird die
Notwendigkeit, verwaltungstechnische Rahmenbedingungen zu überdenken, abgeleitet.
In diesem Sinne wurden folgende Aktivitäten, die zur Weiterentwicklung der Förderrah-
menbedingungen im Bereich der transnationalen und interregionalen ESF-Maßnahmen
beitragen sollen, als relevant identifiziert:
1. Monitoring der begleitenden Maßnahmen zur Förderung der bestehenden Förderange-
bote in der Prioritätsachse E;
2. Auswertung vorliegender Erfahrungen in transnationaler Förderpraxis sowie regelmäßi-
ges Monitoring laufender transnationaler Förderprogramme; Nutzen von Erfahrungsaus-
tauschkontexten auf EU-Ebene;
3. systematische Weiterentwicklung der Förderbedingungen mit Blick auf transnationale
Projektpartnerschaften im Rahmen einer moderierten Arbeitsgruppe.
Die Umsetzung dieser Ziele wurde bereits unter Anleitung der Verwaltungsbehörde ESF
und unter Beteiligung relevanter Akteursgruppen im Rahmen einer Arbeitsgruppe systema-
tisch in Angriff genommen.

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
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2.4 Änderung der Durchführungsbestimmungen des operationellen Pro-
gramms
Die Wirtschafts- und Finanzkrise führte 2009 zu einem starken Auftragseinbruch in vielen
Wirtschaftsbereichen und einer massiven Verunsicherung der Akteure auf dem Arbeits-
und Ausbildungsmarkt. Nach einer Phase der deutlichen Erholung des Arbeitsmarktes in
den Jahren 2007 und 2008 verstärkte sich erneut die Freisetzung von benachteiligten Be-
schäftigtengruppen wie Geringqualifizierten oder Zeitarbeitnehmern.
Zur Bewältigung der Wirtschafts- und Finanzkrise wurden durch den Bundesgesetzgeber
mit dem Gesetz zur Sicherung von Beschäftigung und Stabilität in Deutschland sowie mit
der ESF-Förderrichtlinie des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) vom 18.
Dezember 2008 erweiterte Fördermöglichkeiten für Weiterbildungsmaßnahmen von Be-
schäftigten insbesondere in Unternehmen mit Kurzarbeit geschaffen. Aufgrund dieser
Neuausrichtung der Förderung der betrieblichen und beruflichen Weiterbildung nach dem
SGB III (ggf. über SGB II) wird mit nationalen Mitteln ein sehr breiter Maßnahmekorridor im
Bereich Weiterbildung abgedeckt, der sich teilweise mit den Förderbereichen der ESF-
Förderung des Freistaates Sachsen überschneidet.
Im Zusammenhang mit der Finanz- und Wirtschaftskrise hat sich gezeigt, dass das sächsi-
sche OP in 2009 ausreichend Handlungsspielraum aufwies.
Der Freistaat Sachsen nutzt die mit Verordnung (EG) Nr. 396/2009 eröffneten Möglichkei-
ten der Förderung mittels Pauschalen u. a. für eine Pauschale für Verwaltungskosten, wel-
che auch mit der Kommission abgestimmt worden ist. Die Förderung mittels Pauschalen
soll weiter ausgebaut werden, um weitere Verwaltungsvereinfachungen bei der Umsetzung
des OP zu erreichen.

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
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2.5 Wesentliche Änderungen gemäß Artikel 57 der Verordnung (EG) Nr.
1083/2006 (Dauerhaftigkeit des Vorhabens)
Im Berichtszeitraum sind keine Fälle verzeichnet worden, in denen eine wesentliche Ände-
rung gemäß Artikel 57 der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 (Dauerhaftigkeit) festgestellt
worden ist.
2.6 Komplementarität mit anderen Instrumenten
Im Allgemeinen setzt die Europäische Union strukturpolitische Maßnahmen ein, um die
Entwicklung der Strukturen in dem betreffenden Sektor anzupassen und zu lenken. Unter
„Strukturen“ sind die Infrastrukturanlagen zu verstehen, die für die Herstellung von Gütern
sowie für die Organisation der Produktionsprozesse erforderlich sind. Im Übrigen ist es seit
jeher eines der wichtigsten Ziele der Europäischen Union, den wirtschaftlichen und sozia-
len Zusammenhalt (die Solidarität) zwischen den Regionen zu verstärken. Zu diesem
Zweck hat die Union verschiedene Fonds errichtet, um die Finanzhilfen auf die Gebiete,
Personen und Unternehmenstypen zu konzentrieren, die sie am dringendsten benötigen.
Zu diesen Fonds zählen der Europäische Fonds für regionale Entwicklung
(EFRE),
der Eu-
ropäische Sozialfonds
(ESF),
der Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung
des ländlichen Raums
(ELER)
und der Europäische Fischereifonds
(EFF),
der für den Zeit-
raum 2007-2013 eingerichtet wurde.
Im Folgenden wird gem. Artikel 9 Abs. 4 der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 über die
Maßnahmen berichtet, die die Abgrenzung von und Koordinierung mit den Interventionen
des EFRE, des ESF, des Kohäsionsfonds, des ELER, des EFF sowie den Interventionen
der Europäischen Investitionsbank (EIB) und anderer vorhandener Finanzinstrumente ge-
währleisten.
Auf nationaler Ebene findet die Sicherung der Kohärenz über die Zusammenarbeit mit der
beim Bund zuständigen Stelle statt. Praktisch erfolgt die Abstimmung der Maßnahmen des
OP mit anderen nationalen Förderprogrammen durch Förderkonzepte und Richtlinien.
Gleichzeitig finden die Informationen über die Fachpolitiken des Bundes ihre Berücksichti-
gung bei der Umsetzung des OP.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
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Die Abstimmung mit den anderen gemeinschaftlichen Politiken, insbesondere den Aktio-
nen des EFRE und dem Ziel 3 „Europäische Territoriale Zusammenarbeit“ in der Ausrich-
tung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit erfolgt innerhalb des Sächsischen Staats-
ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr und über die Abwicklung in der zwischen-
geschalteten Stelle Sächsische Aufbaubank - Förderbank - (SAB). In der praktischen Um-
setzung bedeutet das, dass die Verwaltungsbehörden der Interventionsbereiche des ESF,
EFRE und des Ziels 3 „Europäische Territoriale Zusammenarbeit“ eng zusammenarbeiten,
so dass die Koordinierung der Fördergrundlagen gewährleistet ist. Zudem sind die Verwal-
tungsbehörden EFRE und „Grenzübergreifende Zusammenarbeit“ im ESF-Begleit-
ausschuss 2007-2013 vertreten, so dass auch im Rahmen der Steuerung des OP eine Ab-
stimmung zwischen den Förderprogrammen erfolgen kann. Im Übrigen findet der Vollzug
der ESF-, EFRE- und der Ziel 3-Förderung unter dem gemeinsamen Dach der SAB statt.
Die Kohärenz und Konsistenz des ESF mit dem EFRE und dem Ziel 3 „Europäische Terri-
toriale Zusammenarbeit“, aber auch den anderen Fonds der EU-Förderung (ELER, EFF)
wird in mehreren Stufen sichergestellt: bei der Aufstellung des OP über die Ressortab-
stimmungen und bei der Umsetzung des OP durch die Abwicklungsmodalitäten. Hierdurch
werden Kohärenz und Konsistenz zwischen den Vorhaben ermöglicht und Doppelförde-
rungen ausgeschlossen. Die Strukturen ermöglichen auch die Erzeugung von Synergien.
Demnach wurde bereits bei der Erstellung des OP auf eine strenge Trennung der Einsatz-
bereiche ELER und ESF geachtet. Durch die Konzentration der Fondsverwaltung ELER,
Fondsbewirtschaftung ESF, Teil Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirt-
schaft (SMUL) sowie Richtlinienverantwortung ESF-Richtlinie, Teil SMUL in einem Referat
wird die Koordinierung und der ordnungsgemäße Einsatz der verschiedenen Finanzie-
rungsquellen gewährleistet. Im Sinne einer stringenten Trennung der Einsatzbereiche des
ELER und ESF zur Vermeidung von Doppelförderung, Gewährleistung eines verwaltungs-
technisch effizienten Verfahrens sowie aufgrund bestehender fachlich und verwaltungs-
technisch analoger Ansätze wird im Freistaat Sachsen die Bildung für den Bereich Land-
und Forstwirtschaft, ländliche Entwicklung und Umwelt konzentriert grundsätzlich nur über
den ESF realisiert. Dies sichert eine einheitliche Verfahrensweise gegenüber den poten-
ziellen Projektträgern sowie Synergieeffekte. Die ESF-Förderung umfasst damit:

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
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- die Erstausbildung Land- und Forstwirtschaft,
- die berufliche Weiterbildung im Agrarsektor, im Bereich der Forstwirtschaft, ländliche
Entwicklung und Umwelt,
- die Weiterbildung von ehrenamtlich tätigen und privaten Personen im Agrarsektor
- und in den Bereichen Forstwirtschaft, ländliche Entwicklung und Umwelt,
- das freiwillige ökologische Jahr,
- die transnationale Bildung im Agrarsektor und in den Bereichen Forstwirtschaft, ländliche
- Entwicklung und Umwelt.
Damit können alle relevanten Weiterbildungsnotwendigkeiten im Agrarsektor und in den
Bereichen Forstwirtschaft und ländliche Entwicklung - eingeordnet in ein einheitliches Ge-
samtverfahren - unterstützt werden. Zusätzliche Impulse kann der land- und forstwirtschaft-
liche Sektor durch die Möglichkeit der transnationalen Bildung erhalten. Eine Ausnahme
bildet die Unterstützung der Teilnahme an Qualifizierungsmaßnahmen außerhalb Sach-
sens sowie an Fachtagungen und Kongressen für leitende ehrenamtliche Akteure der länd-
lichen Entwicklung, die über den ELER realisiert werden soll. Durch Konzentration der
Fondsverwaltung ELER und Fondsbewirtschaftung ESF, Teil SMUL, in einem Referat wird
gewährleistet, dass relevante Belange aus den Bereichen Land- und Forstwirtschaft sowie
ländliche Entwicklung entsprechend berücksichtig werden.
Für den Interventionsbereich des EFRE wurde ein Risikokapitalfonds eingerichtet.
Daneben existiert im Freistaat Sachsen bereits ein ebenfalls EFRE-finanzierter Beteili-
gungsfonds. Für den ESF ist es optional vorgesehen, neben dem im Jahr 2005 eingerich-
teten ESF-Mikrodarlehensfonds weitere Finanzierungsinstrumente für Existenzgründer und
KMU einzurichten. Während die EFRE-Finanzierungsinstrumente aber vor allem auf
wachstumsstarke und in der Regel technologieintensive Unternehmen zielen, steht bei den
möglichen ESF-Instrumenten der Abbau von Hemmnissen für Klein- und Kleinstgründun-
gen im Mittelpunkt. Im ESF bezieht sich die Förderung von Netzwerken und Kooperationen
ausschließlich auf Fragen der Personalentwicklung und Fachkräftesicherung. Im EFRE
stehen demgegenüber die Netzwerke im Bereich Beschaffung, Produktion, Forschung
Entwicklung und Innovation (FuEuI) und Vertrieb im Mittelpunkt der Unterstützung. In Ab-
grenzung zum EFRE erfolgt im ESF eine personenbezogene Förderung von Unterneh-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
54
mensgründern im Wesentlichen durch Seminare und Beratungsleistungen. Im EFRE wird
eine reine unternehmensbezogene Förderung erfolgen (Risikokapital für junge Technolo-
gieunternehmen, einzelbetriebliche Zuschüsse für Unternehmen). Bei der Gestaltung der
sächsischen ESF-Förderung besteht ein intensiver Kontakt mit dem Bund. Im OP des ESF
im Freistaat Sachsen findet die Existenzgründungsförderung mit zwei Zielstellungen statt,
die sich dementsprechend in den Prioritätsachsen A und C wieder spiegeln. In der Priori-
tätsachse C erfolgt die Förderung von Existenzgründungen vorrangig mit dem Ziel, Arbeits-
losen eine Möglichkeit zu geben, sich ihren eigenen Arbeitsplatz zu schaffen. In der Priori-
tätsachse A werden die Unternehmensgründungen zur Stärkung des Unternehmergeists
gefördert. Im EFRE erfolgt die Unterstützung von beruflicher Erstausbildung durch investi-
ve Maßnahmen in Bildungseinrichtungen wie z. B. Berufsakademien und Zentren für beruf-
liche Bildung. Demgegenüber sollen im ESF nicht-investive Maßnahmen z. B. Zuschüsse
zum Lebensunterhalt, sozialpädagogische Maßnahmen sowie nicht-investive Ausbildungs-
kosten insgesamt gefördert werden.
Einige Teilaktivitäten der Ziel-3-Programme stellen eine zweckmäßige Ergänzung zu den
Zielsetzungen der ESF-Förderung um eine grenzübergreifende Dimension dar. Dieser As-
pekt der grenzübergreifenden Dimension bietet auch gleichzeitig in Abgrenzungskriterium
zur eigentlichen ESF-Förderung. Durch die nachfolgend benannten Anforderungen an die
Förderung grenzübergreifender Zusammenarbeit wird deutlich, dass solche Projekte einen
anderen Zuschnitt besitzen als diejenigen Projekte, die im Rahmen der ESF-Förderung
unterstützt werden. Denn im Rahmen der „Europäischen Territorialen Zusammenarbeit“ in
der Ausrichtung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit können nur Projekte gefördert
werden, die mindestens zwei der vier Kriterien „gemeinsame Planung“, „gemeinsame
Durchführung“, „gemeinsames Personal“ und „gemeinsame Finanzierung“ erfüllen. Dar-
über hinaus wird das Lead Partner Prinzip angewandt, d. h. mindestens ein sächsischer
und ein tschechischer bzw. polnischer Projektträger verfolgen das Projekt gemeinsam und
einigen sich auf einen federführenden Partner, der für die Projektumsetzung die Gesamt-
verantwortung trägt. Zudem findet auf sächsischer Seite die Sicherung der Kohärenz im
Rahmen einer Prüfung der fachlichen Kohärenz der Projekte statt, in die die jeweiligen
Fachressorts eingebunden werden. Die enge Zusammenarbeit des Ziel-3-Programms und
des ESF erfolgt vor bei der Umsetzung der ESF-Prioritätsachse E – Transnationale Maß-

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
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nahmen. Demnach ist die Verwaltungsbehörde der Grenzübergreifenden Zusammenarbeit
in der interministeriellen Arbeitsgruppe „Transnationalität“ sowie im ESF-Begleitausschuss
2007 – 2013 vertreten. Damit kann im Rahmen der Programmsteuerung eine Abstimmung
zwischen den Förderprogrammen erfolgen. Die Ziel-3-Programme werden wie auch der
ESF über die zwischengeschaltete Stelle bzw. Bewilligungsstelle SAB abgewickelt. Eine
Koordinierung der Fördergrundlagen ist damit gewährleistet.
Im Rahmen des EFF sollen Maßnahmen aus dem fischwirtschaftlichen Bereich unterstützt
werden. Dies umfasst sowohl investive als auch nichtinvestive Aktivitäten. Allgemeine
Verbraucherinformationen im Bereich Fisch- und Fischerzeugnisse sollen mit Mitteln des
EFF befördert werden. Eine Unterstützung durch den ESF ist für die Förderung von Kom-
petenzen und Zusatzqualifikationen für Arbeitnehmer bzw. Unternehmen des Bereichs
vorgesehen. Die bereits in den OP`s festgelegte Trennung zwischen den Zuständigkeitsbe-
reichen des EFF und des ESF wurde bei der Erarbeitung der jeweiligen Förderrichtlinien
beachtet.
2.7 Begleitung und Bewertung
Für den Förderzeitraum 2007-2013 wurde für das OP ein Begleitausschuss eingesetzt,
welcher sich unter dem Vorsitz der Verwaltungsbehörde ESF am 29. August 2007 konstitu-
iert hat und zwei Mal jährlich tagt. Die Geschäftsordnung, welche einstimmig angenommen
wurde, regelt unter anderem die Mitglieder und hält am Sprecherprinzip fest. Der Begleit-
ausschuss tagte im Jahr 2009 zwei Mal – am 4. Juni 2009 und am 9. November 2009. Im
Rahmen des ersten Termins (4. Sitzung im Förderzeitraum 2007-2013) wurden der Jah-
resbericht 2008 und die erste Bewertung des OP sowie daraus folgende Maßnahmen vor-
gestellt. Darüber hinaus wurde das Gremium über den aktuellen Stand der Umsetzung der
ESF-Förderung sowie über die Umsetzung des Kommunikationsplans informiert. Auch
beim zweiten Termin (5. Sitzung) wurden Berichte zum Stand der Umsetzung und zur
Kommunikationsarbeit vorgestellt. Die Agenda umfasste darüber hinaus den jährlichen
Kontrollbericht der Prüfbehörde sowie die Aktualisierung der Auswahlkriterien für das OP.
Den thematischen Schwerpunkt der Beratung bildeten jedoch die Planung und die ersten
Ergebnisse der begleitenden Evaluierung der Umsetzung der ESF-Förderung in Sachsen.
Aufgrund von wahlbedingten Ressortverschiebungen und einer Änderung in der Reihe der

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
56
externen institutionellen Partner musste die Geschäftsordnung des Begleitausschusses
angepasst werden.
Eine wichtige Rolle bei der Begleitung der Umsetzung des OP spielen Vertreter der insge-
samt 15 Wirtschafts- und Sozialpartner, Nichtregierungsorganisationen, Wohlfahrtsverbän-
de und Gebietskörperschaften in Sachsen. Das breite Spektrum der als Mitglieder im Be-
gleitausschuss berufenen institutionellen Partner hatte sich insbesondere im Zusammen-
hang mit der Erstellung des OP als positiv erwiesen und eine differenzierte Diskussion der
sächsischen Förderstrategie ermöglicht. Einige dieser Partner haben auch in 2009 über die
Mitgliedschaft im Begleitausschuss hinaus gehende z. B. durch Mitwirkungen im Len-
kungsausschuss Begleitende Evaluierung einen aktiven Beitrag zur Umsetzung der För-
derstrategie geleistet.
In Sinne einer Weiterentwicklung dieser Partnerschaft im Rahmen der Strukturfonds wurde
in 2009 die Entscheidung getroffen, Partnerschaft als Arbeitsbereich personell zu stärken.
Seit Mai setzt sich eine Partnerschaftsreferentin systematisch für die Stärkung der aktiven
Rolle der Partner im Rahmen der Umsetzung der Strukturfondspolitik in Sachsen ein. Hier-
zu wurde im Jahre 2009 eine Reihe von Aktivitäten konzipiert, die sich an den Vorstellun-
gen aller Beteiligten – der Partner und der Verwaltungsakteure – orientieren. Noch im drit-
ten Quartal 2009 wurden beispielsweise ein Seminar zur inhaltlichen Vorbereitung der
Wirtschafts- und Sozialpartner auf die Teilnahme an der 5. Sitzung des Begleitausschus-
ses organisiert und die erste Ausgabe einer sog. Infomail verfasst. Dieses neue Kommuni-
kationsinstrument soll der regelmäßigen Information der Partner über Aktivitäten der säch-
sischen ESF-Verwaltung dienen sowie aktuelle Nachrichten zur Strukturfondspolitik des
Bundes und der Kommission bereitstellen.
Das bereits im Jahr 2008 eingerichtete Monitoringsystem für das OP konnte im Jahr 2009
wichtige Erkenntnisse für ein darauf aufbauendes Controlling liefern. Das Monitoring-
system umfasst das materielle und finanzielle Monitoring. Zum materiellen Monitoring ge-
hört inhaltlich die Überwachung des Fortschritts der Outputziele, Ergebnis- und Wirkungs-
indikatoren sowie der spezifischen und strategischen Ziele der Prioritätsachsen. Das finan-
zielle Monitoring umfasst inhaltlich die Überwachung des Fortschritts hinsichtlich der Bewil-
ligungen, Zahlungen und Ausgabenerklärungen einschließlich diesbezüglicher Prognosen.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
57
Adressaten des Monitorings sind die Verwaltungsbehörde ESF und die Fondsbewirtschaf-
ter. Akteure des Monitoring sind vorrangig die Fondsbewirtschafter und übergreifend auch
die Verwaltungsbehörde ESF. Das Monitoring der Verwaltungsbehörde ESF liefert Daten
für den jährlichen Durchführungsbericht gem. Artikel 67 der Verordnung (EG) Nr.
1083/2006, informiert den Begleitausschuss über die effektive und ordnungsgemäße
Durchführung des OP gem. den Anforderungen der Artikel 65 und 66 der Verordnung (EG)
Nr. 1083/2006, fasst die Ausgabenerklärungen aller Fondsbewirtschafter zusammen und
leitet sie nach Prüfung an die Bescheinigungsbehörde weiter und liefert Daten für die Be-
wertung (Evaluierung) des OP.
Die ESF-Interventionen im Freistaat Sachsen werden im laufenden Förderzeitraum beglei-
tend evaluiert, d. h. dass Halbzeitbewertungen und Aktualisierungen der Halbzeitbewer-
tungen nicht mehr stattfinden. Die Verwaltungsbehörde ESF ist für die Evaluierung des
Gesamtprogramms (strategische Ziele des OP und Ziele auf Ebene Prioritätsachsen) zu-
ständig. Die Fondsbewirtschafter führen die Fachevaluierung, d. h. auf Ebene einzelner
Richtlinien, Vorhaben und Fördergegenständen durch. Die Durchführung der Evaluierung
wurde Mitte 2008 ausgeschrieben und Ende 2008 an einen externen Dienstleister verge-
ben. Diese erste Phase der begleitenden Evaluierung umfasst den Zeitraum Januar 2009
bis Juni 2010. Die Evaluierungsarbeiten begannen Anfang 2009, weshalb der bereits im
Jahr 2008 einberufene Lenkungsausschuss Begleitende Evaluierung, der aus Vertretern
der Verwaltungsbehörde ESF, den Fondsbewirtschaftern sowie der Wirtschafts- und Sozi-
alpartner besteht, nunmehr seine Arbeit aufnehmen konnte und die Verwaltungsbehörde
ESF bei der Steuerung der Evaluierungsprozesse und der fachlichen Begleitung der Evalu-
ierungstätigkeiten beraten und unterstützen konnte. Der Lenkungsausschuss Begleitende
Evaluierung tagte im Jahr 2009 neun Mal – am 6. März 2009, 3. April 2009, 8. Mai 2009,
31. Juli 2009, 18. September 2009, 2. Oktober 2009, 11. November 2009, 27. November
2009 und 11. Dezember 2009. Im Rahmen der Termine wurden folgende Evaluierungsbe-
richte diskutiert und abgenommen:
- Zwischen- und Endberichte zur ersten Bewertung des OP
- Zwischen- und Endberichte zur Programm- und Fachevaluierung der Prioritätsachse A
- Zwischen- und Endberichte zur Programm- und Fachevaluierung der Prioritätsachse C
- Zwischenberichte zur Programm- und Fachevaluierung der Prioritätsachse E

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
58
- Zwischenberichte zur Programm- und Fachevaluierung der Prioritätsachse B
In Hinblick auf den Endbericht zur ersten Bewertung des OP und die Endberichte zur Pro-
gramm- und Fachevaluierung der Prioritätsachse A konnten bereits auf Basis der darin von
den Evaluatoren gegebenen Handlungsempfehlungen Folgemaßnahmen entwickelt und
größtenteils auch schon umgesetzt werden. Bei der Entwicklung und Umsetzung der Fol-
gemaßnahmen standen die Verwaltungsbehörde ESF, die Fondsbewirtschafter und die
Wirtschafts- und Sozialpartner in ständigem Dialog. Darüber hinaus wurde auch der Evalu-
ierungsprozess der Etappen „erste Bewertung des OP“ und „Programm- und Fachevaluie-
rung der Prioritätsachse A“ kritisch hinterfragt und zwischen der Verwaltungsbehörde ESF,
den Fondsbewirtschaftern und den Wirtschafts- und Sozialpartnern diskutiert. Hieraus ge-
wonnene Verbesserungsvorschläge wurden bereits in den weiteren Verlauf der begleiten-
den Evaluierung integriert. Der Lenkungsausschuss Begleitende Evaluierung beriet im Jahr
2009 zudem über Anpassungen des Evaluierungsplans und die Verdingungsunterlagen für
die zweite Phase der begleitenden Evaluierung, die für den Zeitraum Juli 2010 bis Dezem-
ber 2012 geplant ist.
Gemäß Artikel 60 der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 trägt die Verwaltungsbehörde ESF
die Verantwortung für die Einrichtung eines Systems zur Erfassung zuverlässiger finanziel-
ler und statistischer Daten über die Durchführung des OP, um die Verwaltung, das Monito-
ring und die Evaluierung zu unterstützen. Das sächsische Fördermittelverwaltungssystem
FÖMISAX wird den Erfordernissen der aktuellen Strukturfondsperiode entsprechend lau-
fend weiter angepasst. Das IT-System ermöglicht die direkte Übermittlung eines Zahlungs-
antrags an das SFC2007-System der Kommission genauso wie die Berichterstattungen.
Für den Bericht 2009 wird erstmals die durch die Kommission bereitgestellte SFC 2007
Web-Service-Schnittstelle genutzt. In Vorbereitung darauf wurden die Plausibilitätsanforde-
rungen von SFC 2007 in Bezug auf die Teilnehmerangaben rückwirkend auf das Datener-
fassungssystem übertragen. Für die Weiterentwicklung von Softwarekomplexen im FÖMI-
SAX-System konnte 2009 nach einer EU-weiten Ausschreibung ein neuer Rahmenvertrag
unterzeichnet werden.

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
59
2.8
Nationale Leistungsreserve gem. Art. 50 der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006)
Aussagen zur nationalen Leistungsreserve nach Maßgabe der Angaben in Artikel 50 der
Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 sind für den vorliegenden Bericht nicht zu machen.

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
60
3. Durchführung nach Prioritätsachsen
3.1
Prioritätsachse A - Steigerung der Anpassungsfähigkeit und Wettbe-
werbsfähigkeit von Beschäftigten und Unternehmen
3.1.1 Ergebnisse und Fortschrittsanalyse
Materielle und finanzielle Fortschritte der Prioritätsachse A
Tabelle 8: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse A
(Status: Verwendungsnachweisgeprüft)
Indikatoren*
Art
2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 Insgesamt
Indikator 1 –
Ergebnisindikator
Zahl der erfolgreich
Ergebnis
100 %
43,99 %
89,7 %
89,7 %
abgeschlossenen
Zielvorgabe
90 %
Weiterbildungen
Ausgangswert**
80 %
Indikator 2 –
Outputindikator
Erwerbstätige die an
Ergebnis
1
1.639
7.164
8.804
Weiterbildung /
Zielvorgabe
79.500
Beratung teilnehmen
Ausgangswert
Indikator 3 –
Outputindikator
Beratene Unternehmen
Ergebnis
1
167
1.573
1.741
Zielvorgabe
14.500
Ausgangswert
Indikator 4 –
Ergebnisindikator
Zahl neuer Arbeitsplätze bei Ergebnis
150
150
den geförderten Gründern
Zielvorgabe
2.000
aus dem Hochschulbereich
Ausgangswert
Indikator 5 –
Outputindikator
Beratene und gecoachte
Ergebnis
0
0
69
69
angehende Gründer
Zielvorgabe
10.500
Ausgangswert
* Angaben lt. OP, eine Aufschlüsselung nach Geschlecht ist nicht vorgesehen

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
61
Tabelle 9: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse A
(Status: Bewilligt)
Indikatoren*
Art
2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 Insgesamt
Indikator 1 –
Ergebnisindikator
Zahl der erfolgreich
Ergebnis
69,7 %
66,0 %
35,2 %
69,7 %
abgeschlossenen
Zielvorgabe
90 %
Weiterbildungen
Ausgangswert**
80 %
Indikator 2 –
Outputindikator
Erwerbstätige die an
Ergebnis
641
7.299
11.225
19.165
Weiterbildung /
Zielvorgabe
79.500
Beratung teilnehmen
Ausgangswert
Indikator 3 –
Outputindikator
Beratene Unternehmen
Ergebnis
53
1.100
1.112
2.265
Zielvorgabe
14.500
Ausgangswert
Indikator 4 –
Ergebnisindikator
Zahl neuer Arbeitsplätze bei Ergebnis
150
150
den geförderten Gründern
Zielvorgabe
1.000
1.000
2.000
aus dem Hochschulbereich
Ausgangswert
Indikator 5 –
Outputindikator
Beratene und gecoachte
Ergebnis
0
14.154
129
14.283
angehende Gründer
Zielvorgabe
10.500
Ausgangswert
* Angaben lt. OP, eine Aufschlüsselung nach Geschlecht ist nicht vorgesehen

image
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
62
Tabelle 10: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse A
(Status: Verwendungsnachweisgeprüft)

image
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
63
Tabelle 11: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse A
(Status: Bewilligt)

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
64
Qualitative Analyse
A. Analyse der Ergebnisse anhand der finanziellen Angaben (Nummer 2.1.2), der
materiellen Indikatoren (Nummer 3.1.1) und sonstiger Angaben
Vorhabensbereich: Weiterbildung, Beratung, innovative Projekte:
Die Förderaktivitäten in diesem Bereich sind im Wesentlichen darauf ausgerichtet, ein
dauerhaft ausreichendes Angebot an qualifizierten Fachkräften in Sachsen zu gewährleis-
ten und die Wettbewerbsfähigkeit der Beschäftigten zu erhöhen.
Die Förderung von Projekten zur Steigerung der Anpassungsfähigkeit und Wettbewerbs-
fähigkeit von Beschäftigten und Unternehmen ist 2009 verstärkt umgesetzt worden. Mit
Stand vom 31. Dezember 2009 wurden Projekte mit einem Fördervolumen von insgesamt
46,6 Mio. EUR bewilligt (Stand 31. Dezember 2008: 16,6 Mio. EUR). Schwerpunkte bilde-
ten die unternehmensorientierte Förderung von Weiterbildungsmaßnahmen sowie die
Umsetzung von innovativen Projekten. Zudem wurde die Förderung von Transfer- und
Kooperationsprojekten gesteigert.
Das Umsetzungstempo im Bereich Förderung der betrieblichen Weiterbildung wurde im
Jahresverlauf 2009 deutlich erhöht: bis 31. Dezember 2008: 1.037 Bewilligungen, bis 31.
Dezember 2009: 2.679 Bewilligungen, zum 31. Dezember 2009 waren ca. 30,0 % der zur
Verfügung stehenden Gesamtmittel gebunden. Die avisierte Teilnehmerzahl kann voraus-
sichtlich erreicht werden. Die bisher nachweisbaren Ergebnisse hinsichtlich der erfolgreich
absolvierten Weiterbildungen (Indikator 1) sind durch die verzögerte Erfassung bei noch
laufenden Maßnahmen interpretationsbedürftig. Zum Dezember 2009 sind bei 10.751
Teilnehmern nur 17 Abbrüche zu verzeichnen. Die Zielstellung von 90,0 % erfolgreichen
Teilnahmen wird wahrscheinlich positiv übertroffen.
Die materiellen Zielstellungen müssen aufgrund von Umschichtungen und verfahrenstech-
nischen Änderungen teilweise angepasst werden. Begründungen erfolgen gesondert mit
dem geplanten Änderungsantrag zum OP.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
65
Die begleitende Evaluierung der Förderprojekte erbrachte ein positives Ergebnis. Die Un-
ternehmen nutzen die Fördermöglichkeiten vorrangig in der Aufbauphase bzw. beim Aus-
dehnen der Geschäftstätigkeit auf neue Bereiche. Es wird eine deutliche Verstärkung der
Weiterbildungsaktivitäten erreicht. 79,0 % der Unternehmen geben an, dass sie ihre Wei-
terbildungsmaßnahmen steigern oder erstmals eine Weiterbildung durchführen können.
32,0 % der geförderten Teilnehmer hatten mindestens seit fünf Jahren an keiner Weiter-
bildungsmaßnahme teilgenommen. Die Mitnahmeeffekte sind gering. Die Unternehmen
beurteilen die Förderinstrumente vorwiegend positiv. Kritikpunkte betreffen den administra-
tiven Aufwand für Antragstellung und Abrechnung.
Vorhabensbereich: Innovationsassistent
Die Prioritätsachse A umfasst im Einsatzfeld 1: Berufsbegleitende Qualifizierung; Steige-
rung der Wettbewerbsfähigkeit die Handlungsoption „Innovationsassistent“. KMU sollen
bei der mittelbaren und unmittelbaren Schaffung und Sicherung zukunftsfähiger Arbeits-
plätze durch die Erhöhung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit unterstützt werden.
Das Programm trägt damit zum Ausbau der Forschungs- und Entwicklungs-(FuE)-
Beschäftigung in Sachsen bei.
Erste Bewilligungen aus Mitteln des OP erfolgten Ende 2007. Bis zum 31. Dezember 2009
wurden insgesamt 182 Projekte mit einem Zuschussvolumen i. H. v. rund 6,4 Mio. EUR
(ESF-Mittel) bewilligt. Auf das Jahr 2009 entfielen davon 82 Projekte mit einem Zuschuss-
volumen i. H. v. rund 2,8 Mio. EUR. Damit wurden so viele Projekte wie noch in keinem
Jahr zuvor bewilligt. Fast 100 % der vorgesehenen ESF-Mittel für die Jahre 2007 bis 2009
konnten somit gebunden werden. Der Bewilligungsrückstand aus dem ersten Jahr des
Förderzeitraums wurde damit aufgeholt. Diese positive Entwicklung wird auch auf die in
2009 durchgeführten Kommunikationsmaßnahmen zurück geführt.
39,0 % der insgesamt bis Ende 2009 bewilligten Mittel wurden an die Zuwendungsemp-
fänger ausgezahlt. Dieser zeitlich versetzte Mittelabfluss hat mehrere Ursachen. Sie liegen
zum einen in der Projektlaufzeit selber und zum anderen in der Nachschüssigkeit der Aus-
zahlungen.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
66
Bei einem Projektzeitraum von maximal 24 Monaten können Projekte über drei Jahre lau-
fen. Die Schlussrate i. H. v. 20,0 % der getätigten Ausgaben wird erst nach Prüfung des
Verwendungsnachweises ausgezahlt. Der Verwendungsnachweis muss innerhalb von drei
Monaten nach Ablauf des Bewilligungszeitraumes eingereicht werden. Diese Regelung
stellt gegenüber den Regelungen in den AN-Best-P der VwV zu § 44 SäHO eine Verkür-
zung des Zeitraums dar. Damit wird bereits die Zeitspanne zwischen den letzten getätigten
Ausgaben des Zuwendungsempfängers und der Auszahlung an diesen reduziert.
Das Prinzip der Nachschüssigkeit der Auszahlungen und das Prinzip Auszahlung nur nach
Prüfung der Originalbelege hat sich bewährt und soll beibehalten werden. Differenzen zwi-
schen Auszahlungen und erklärungsfähigen Ausgaben werden damit reduziert.
Auf Grund des relativ späten Förderbeginns und der Projektlaufzeiten konnten bis zum
Jahresende 2009 nur vier Verwendungsnachweise abschließend geprüft werden.
Vorhabensbereich: Weiterbildung, Beratung in Land und Forstwirtschaft, ländlicher Raum,
Umwelt
Entsprechend dem Indikator 2 ist festzustellen, dass die Maßnahmen der Beruflichen Wei-
terbildung in allen Bereichen nicht in dem Maße nachgefragt werden, wie zu Beginn der
Förderperiode gewünscht und prognostiziert. Dies gilt im besonderen Maße auch für die
Weiterbildung in der Land- und Forstwirtschaft, im ländlichen Raum und Umweltbereich,
wo die Zielvorgaben bisher deutlich verfehlt worden sind. Dennoch ist, wenn auch auf ei-
nem niedrigen Grundniveau, im Vergleichszeitraum 2008 zu 2009 ein Anstieg der Weiter-
bildungstätigkeit zu verzeichnen.
Es wird davon ausgegangen, dass diese positive Tendenz fortgesetzt werden kann. Ins-
besondere wurde durch die Vergabe der Erstellung von Förderkonzepten und deren Um-
setzung sowie durch eine verstärkte zielgruppenspezifische Öffentlichkeitsarbeit die Vor-
aussetzungen für die Durchführung von Weiterbildungsmaßnahmen deutlich verbessert
und das Bewusstsein für die Notwendigkeit der beruflichen Weiterbildung gestärkt.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
67
Es muss jedoch davon ausgegangen werden, dass die zu Beginn der Förderperiode an-
gestrebten Zielwerte nicht zu erreichen sind. Deshalb wurde bereits eine Mittelumschich-
tung innerhalb der Prioritätsachse vorgenommen. Somit ist der Zielwert des Indikators 2
entsprechend anzupassen.
Vorhabensbereiche: berufsbegleitende Qualifizierung im Gesundheits-, Sozial- und Wohn-
bereich und Chancengleichheit: Berufsbegleitende Qualifizierung, Vereinbarkeit von Beruf
und Familie
In diesem Vorhabensbereich ist der überwiegende Teil der Teilnehmenden Frauen (95,0
%). Die Jahres-Zielvorgabe der zu erreichenden Teilnehmenden wurde im Indikator 2 um
22,0 % übertroffen. Zudem wurden Partnerschaftsvereinbarungen durch Ergänzung der
ESF-Richtlinie „Berufliche Bildung“ zentral ermöglicht. Darüber hinaus wird regelmäßig ein
Austausch mit Vertretern der Sozialwirtschaft zu Fragen der ESF-Förderung durchgeführt.
Vorhabensbereich: Berufsbegleitende Qualifizierung im Bereich Kindertagesbetreuung
Die berufsbegleitende Qualifizierung im Bereich der Kindertagesbetreuung wurde umres-
sortiert und wird nunmehr als eigenständiger Bereich der bisherigen Förderung der be-
rufsbegleitenden Qualifizierung im Gesundheits-, Sozial- und Wohnbereich fortgeführt.
2009 wurden insgesamt 37 Projekte im Umfang von 324 TEUR bewilligt. Die Projekte sind
für 638 Teilnehmer konzipiert. Damit wurden die Erwartungen in diesem Bereich übertrof-
fen, die Förderung wird sehr gut angenommen. Förderergebnisse liegen im Detail nicht
vor. Die Einschätzung des Evaluators hat für die bisherige Förderung ein insgesamt sehr
positives Bild ergeben. Die Qualifizierungen werden sehr gut angenommen und für die
Tätigkeit in der täglichen Praxis als hilfreich gewertet.
Vorhabensbereich: Unternehmensgründungen aus der Wissenschaft

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
68
Durch die Förderung von stärker wissens- und technologiebasierten Gründungen aus den
Hochschulen und Forschungseinrichtungen werden positive Effekte auf die wirtschaftliche
Entwicklung und das Arbeitsplatzangebot im Freistaat Sachsen erwartet. Hochschulen
sowie außeruniversitäre Forschungseinrichtungen werden bei ihren Bemühungen unter-
stützt, das gründungsbezogene Angebot zu ergänzen und das Potenzial an gründungswil-
ligen Wissenschaftlern durch praxisorientierte Betreuungsangebote stärker auszuschöpfen
(Gründerinitiativen). Durch die neu konzipierten Förderangebote futureSAX Seed-
Stipendium und futureSAX Seed-Coaching werden Existenzgründer mit akademischem
Hintergrund unterstützt. Darüber hinaus werden durch die Beratungsförderung in der Vor-
gründungsphase Entscheidungshilfen für die Vorbereitung und Durchführung von Grün-
dungsvorhaben gegeben (Vorgründungsberatung).
Die Förderung von vier Gründerinitiativen (mit elf beteiligten sächsischen Hochschulen)
startete im III. Quartal 2008. Studierende, Hochschulabsolventen und wissenschaftliche
Mitarbeiter werden für die selbstständige Tätigkeit als berufliche Alternative sensibilisiert,
motiviert und qualifiziert sowie begleitend beraten und unterstützt (bis zur Vorlage eines
Businessplans). Für die Realisierung der Projektinhalte im Zeitraum Oktober 2008 bis
September 2011 wurden ESF-Mittel in Höhe von 4,56 Mio. EUR bewilligt. Seit Projektbe-
ginn haben rund 2.900 Teilnehmer an Veranstaltungen teilgenommen.
Die neu konzipierten Förderangebote futureSAX Seed-Stipendium und futureSAX Seed-
Coaching sind verspätet Mitte 2009 angelaufen. Um den Bekanntheitsgrad zu erhöhen,
wurden die Förderprogramme u. a. durch Flyer, Anzeigen und Presseartikel beworben.
Insgesamt konnten 17 Anträge auf ein futureSAX Seed-Stipendium bewilligt und ESF-
Mittel in Höhe von 295.200 EUR gebunden werden. Für ein futureSAX Seed-Coaching
lagen 2009 drei Anträge vor. Besonders beim futureSAX Seed-Coaching konnten die Ziel-
vorgaben somit noch nicht erreicht werden, wobei zukünftig mit stärkeren Förderaktivitäten
zu rechnen ist.
Im Bereich der Vorgründungsberatung wurden im Jahr 2009 insgesamt 115 Anträge und
ESF-Mittel in Höhe von 325.805 EUR bewilligt. Durch den späten Förderbeginn und zu-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
69
nächst geringen Bekanntheitsgrad blieb die Förderung noch hinter den Erwartungen zu-
rück, wobei kontinuierlich steigende Antragszahlen zu verzeichnen sind.
Vorhabensbereich: Mikrodarlehen
Der ESF-Mikrodarlehensfonds II hat seine Arbeit am 17. Juli 2009 aufgenommen. Er ist
mit 15 Mio. EUR ausgestattet, davon 11,25 Mio. EUR ESF-Mittel. Die Unternehmenspla-
nung für den Fonds sah vor, bis Ende 2009 etwa 228 Darlehen mit einem Volumen von 3
Mio. EUR zu bewilligen. In der Wirtschaftskrise ist die Nachfrage nach Mikrodarlehen je-
doch merklich gestiegen. Das spiegelt sich im Förderverlauf wieder. Bis zum 31. Dezem-
ber 2009 konnten bereits 304 Darlehen mit einem Darlehensvolumen von 4.686.100 EUR
bewilligt werden. Neben den Arbeitsplätzen der Gründer entstehen in den geförderten
Vorhaben weitere 160 Arbeitsplätze. Das Programm trägt wie beabsichtigt dazu bei, po-
tenzielle Gründer zu ermutigen und finanziell in die Lage zu versetzten, eine selbständige
Tätigkeit aufzunehmen. Gleichzeitig ist es gelungen, im Rahmen dieser Förderung mehr
Menschen in Sachsen in Arbeit zu bringen bzw. Arbeitsplätze in bestehenden Unterneh-
men zu erhalten.
B. Angaben über die Wirkungen der Förderung der Chancengleichheit von Männern
und Frauen
Vorhabensbereich: Weiterbildung, Beratung, innovative Projekte:
In den ESF-Richtlinien Berufliche Bildung und Beschäftigungschancen ist festgelegt, dass
Männer und Frauen auf Grundlage des Rechts auf Gleichbehandlung den gleichen Zu-
gang zu den Maßnahmen und Programmen haben. Alle Vorhaben sind so zu realisieren,
dass die chancengleiche Teilhabe von Frauen und Männern zur Umsetzung der Chancen-
gleichheitsziele des OP gesichert wird. Die Förderung soll insbesondere auch dazu beitra-
gen, dass Frauen und Männer die gleichen Chancen für existenzsichernde Arbeit am Ar-
beitsmarkt erhalten, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert wird und ge-
schlechtsstereotype Berufs- und Karrieremuster überwunden werden.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
70
Vorhabensbereich: Innovationsassistent
Entsprechend der Richtlinie erfolgt die Förderung diskriminierungsfrei, ohne Ansehen des
Geschlechts. Der Zuwendungsempfänger muss die Einhaltung der einschlägigen gleich-
stellungsrechtlichen Bestimmungen verbindlich bestätigen.
Vorhabensbereich: Weiterbildung, Beratung in Land und Forstwirtschaft, ländlicher Raum,
Umwelt
Traditionell sind insbesondere im Bereich der Land- und Forstwirtschaft mehr Männer als
Frauen beschäftigt. Dies spiegelt sich auch in den Teilnehmerzahlen der beruflichen Wei-
terbildung wider. So kommen derzeit auf einen weiblichen Teilnehmer etwa zwei männli-
che. Es sind allerdings keine Tatsachen bekannt, die Frauen bei der Teilnahme an Wei-
terbildungsveranstaltungen benachteiligen und somit eine Beeinträchtigung der Chancen-
gleichheit von Männern und Frauen vermuten lassen.
Vorhabensbereich: berufsbegleitende Qualifizierung im Bereich Kindertagesbetreuung
Entsprechend den Monitoringdaten sind die Projekte in diesem Bereich im Hinblick auf die
Chancengleichheit von Mann und Frau als überwiegend neutral einzuschätzen. Dies hat
seine Ursache darin, dass sich die Maßnahmen gleichermaßen an männliche und weibli-
che Teilnehmer richten. Die Evaluierung unter den Teilnehmern ergab jedoch, dass mehr
als 40,0 % einschätzten, dass während ihrer Weiterbildung auf das Thema geschlechts-
spezifischer Unterschiede eingegangen und Kenntnisse für den Umgang mit der Thematik
in der Praxis vermittelt wurden.
Vorhabensbereich: Unternehmensgründungen aus der Wissenschaft

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
71
Die Fördermaßnahmen sind so konzipiert, dass Frauen und Männer den gleichen Zugang
zu allen Förderangeboten haben. Bisher sind keine Tatsachen bekannt, die eine Diskre-
panz bei der Chancengleichheit von Männern und Frauen vermuten lassen.
Vorhabensbereich: Mikrodarlehen
Frauen und Männer haben grundsätzlich gleichen Zugang zu diesem Förderprogramm. Im
ESF-Mikrodarlehen II wurden bisher 129 Frauen gefördert. Dies entspricht ca. 42,0 % aller
bewilligten Vorhaben (304). Damit ist nahezu eine Gleichverteilung in der Förderung ge-
geben. Sichtbar wird dies auch in der Branchenverteilung der finanzierten Vorhaben. Ca.
43,0 % der geförderten Vorhaben wurden in den Branchen Einzelhandel, Gesundheits-
Veterinär-Sozialwesen und sonstigen Dienstleistungen realisiert, in denen häufig Frauen
eine selbständige Tätigkeit aufnehmen.
C. Analyse der Verwendung der Fonds gemäß Art. 34 Absatz 2 der Verordnung (EG)
Nr. 1083/2006 verwendet wurde.
Für ESF-Programme sind die Angaben gemäß Art. 10 der Verordnung (EG) 1081/2006 zu
liefern:
a) Durchgängige Berücksichtigung des Gleichstellungsaspekts sowie etwaiger ge-
schlechtsspezifischer Aktionen;
b) Aktionen zur Förderung der Teilnahme von Migranten am Erwerbsleben und da-
durch zur Förderung ihrer sozialen Eingliederung;
c) Aktionen zur Förderung der Integration von Minderheiten ins Erwerbsleben und
dadurch Förderung ihrer sozialen Eingliederung;
d) Aktionen zur Förderung der Integration anderer benachteiligter Gruppen, ein-
schließlich Menschen mit Behinderungen, ins Erwerbsleben und zur Förderung ih-
rer sozialen Eingliederung;
e) Innovative Maßnahmen, einschließlich einer Darlegung der Themen und der Er-
gebnisse sowie der Verbreitung und durchgängigen Berücksichtigung;
f) Transnationale und/oder interregionale Aktionen.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
72
Vorhabensbereich: Weiterbildung, Beratung, innovative Projekte:
Die Möglichkeit nach Artikel 34 Absatz 2 der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006, bis zu 10,0
% der Gemeinschaftsbeteiligung der Prioritätsachse für bestimmte Teile der ESF-
Vorhaben zu verwenden, die in den Interventionsbereich des EFRE fallen, wurde in gerin-
gem Maße bei einem innovativen Projekt der beruflichen Bildung sowie bei Maßnahmen
der Erstausbildung in Anspruch genommen.
Projekte gemäß Art. 10 der Verordnung (EG) 1081/2006 wurden in folgenden Bereichen
gefördert:
a)
In den ESF-Richtlinien Berufliche Bildung und Beschäftigungschancen ist festgelegt,
dass Männer und Frauen auf Grundlage des Rechts auf Gleichbehandlung den glei-
chen Zugang zu den Maßnahmen und Programmen haben. Alle Vorhaben sind so zu
realisieren, dass die chancengleiche Teilhabe von Frauen und Männern zur Umset-
zung der Chancengleichheitsziele des OP gesichert wird. Die Förderung soll insbe-
sondere auch dazu beitragen, dass Frauen und Männer die gleichen Chancen für
existenzsichernde Arbeit am Arbeitsmarkt erhalten, dass die Vereinbarkeit von Fami-
lie und Beruf verbessert wird und geschlechtsstereotype Berufs- und Karrieremuster
überwunden werden.
d) Benachteiligte Personen können bei der Förderung der beruflichen Weiterbildung
einen erhöhten Fördersatz in Anspruch nehmen. Geplant ist zudem die gezielte För-
derung von individueller beruflicher Weiterbildung für am Arbeitsmarkt benachteiligte
Gruppen.
e) Im Bereich berufliche Bildung, Personalentwicklung und Fachkräftesicherung wer-
den auf Grundlage der ESF-Richtlinie Berufliche Bildung innovative Projekte geför-
dert. Bisher geförderte Projekte sind z. B.:
- Kooperative Studiengänge, die eine Berufsausbildung mit einem anerkannten Be-
rufsabschluss und eine Ausbildung an einer Hochschule (Bachelorabschluss) ver-
binden. Besonderheiten sind die Ausrichtung auf Teilnehmer aus KMU, eine stark

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
73
verkürzte Ausbildungsdauer (insgesamt 4 bzw. 4,5 Jahre) sowie der Erwerb zu-
sätzlicher Kompetenzen (interkulturelle Kompetenzen, Auslandsaufenthalt, Füh-
rungskompetenzen etc.). Ziel ist die Fach- und Führungskräfteentwicklung sowie -
bindung in sächsischen KMU sowie die Verstetigung der Ausbildungsgänge unter
Beteiligung von KMU bei einem erfolgreichen Verlauf des Förderprojekts. (Förder-
volumen ca. 17 Mio. EUR).
- das Projekt „Individuellen Ausbildungspläne“, eine modulare Qualifizierung von
rund 300 jungen Erwachsenen, die aufgrund ihrer besonderen persönlichen oder
sozialen Benachteiligung trotz der bestehenden Förderangebote bisher keinen Be-
rufsabschluss erreichen konnten. Die Ergebnisse des Projekts werden voraussicht-
lich in die Neuausrichtung der Ausbildungsförderung benachteiligter Jugendlicher
und junger Erwachsener im Freistaat Sachsen einfließen. Die konsequente Neu-
gestaltung der Förderprogramme ist mit Beginn des Ausbildungsjahres 2011 ge-
plant und befindet sich derzeit in Vorbereitung. Eine Einbindung der Projektergeb-
nisse in Aktivitäten der Arbeitsverwaltung wird zudem kontinuierlich angestrebt.
Bereits in der Antragsstellung ist durch den Antragsteller darzustellen, wie die Pro-
jektergebnisse der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sowie
nach Projektabschluss weiter verwertet werden können. Innovative Projekte wer-
den in der Regel wissenschaftlich durch externe Dienstleister begleitet. Projekte
mit nachweislich guten Ergebnissen werden nach Möglichkeit in die Regelförde-
rung übernommen.
f)
Die Möglichkeit zur Durchführung transnationaler Maßnahmen der Weiterbildung b
steht, wird derzeit durch die Unternehmen bzw. Träger jedoch nicht wahrgenommen.
Zu Art. 10 der Verordnung (EG) Nr. 1081/2006 Buchstaben a) und c) sind keine spezifi-
schen Fördermaßnahmen geplant.
Vorhabensbereich: Innovationsassistent

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
74
Entsprechend der Richtlinie erfolgt die Förderung diskriminierungsfrei, insbesondere ohne
Ansehen des Geschlechts, der Rasse, der ethischen Herkunft, der Religion, der Weltan-
schauung oder einer Behinderung. Der Zuwendungsempfänger muss die Einhaltung der
einschlägigen gleichstellungsrechtlichen Bestimmungen verbindlich bestätigen.
Vorhabensbereich: Weiterbildung, Beratung in Land und Forstwirtschaft, ländlicher Raum,
Umwelt
In diesem Bereich werden im ESF bisher keine Aktionen finanziert, die in den Interventi-
onsbereich des EFRE fallen. Es sind keine Tatsachen bekannt, die eine Diskrepanz bei
der Chancengleichheit von Männern und Frauen vermuten lassen. Unabhängig vom Ge-
schlecht haben Frauen und Männern im gleichen Maße Zugang zu alle Fördergegenstän-
den. In diesem Bereich wurden deshalb bisher keine Geschlechtsspezifischen Aktionen
durchgeführt.
Gesonderte Aktionen zur Förderung von Frauen, zur Integration von Minderheiten oder
benachteiligten Gruppen werden im Bereich der Beruflichen Weiterbildung in der Land-
und Forstwirtschaft, dem ländlichen Raum und der Umwelt nicht durchgeführt. Der Bereich
der Beruflichen Weiterbildung bietet grundsätzlich die Möglichkeit für die Umsetzung inno-
vativer Maßnahmen (insbesondere im Rahmen von Modellprojekten). Transnationale und /
oder interregionale Aktionen werden im Rahmen der Prioritätsachse E umgesetzt.
Vorhabensbereich: berufsbegleitende Qualifizierung im Bereich Kindertagesbetreuung
Die Maßnahmen in diesem Bereich sind im Hinblick auf die Querschnittsziele neutral. Die
Projekte richten sich gleichermaßen an alle Beschäftigten von privaten Einrichtungen im
Kindertagesbereich.
Vorhabensbereich: Unternehmensgründungen aus der Wissenschaft

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
75
Im Bereich der Unternehmensgründung aus der Wissenschaft wurden keine Maßnahmen
in den genannten Bereichen durchgeführt.
Vorhabensbereich: Mikrodarlehen
Aufgrund der bisher noch kurzen Laufzeit des Programms sind keine Aktionen in den ge-
nannten Bereichen durchgeführt worden.
3.1.2 Wesentliche aufgetretene Probleme und getroffene Abhilfemaßnahmen
Es hat im Berichtsjahr keinerlei schwerwiegenden bzw. wesentlichen Probleme bei der
Durchführung des OP oder im Zusammenhang mit Prüfungsfeststellungen gegeben, die
im Rahmen des Verfahrens gemäß Artikel 62 Absatz 1 Buchstabe d) Ziffer 1 der Verord-
nung (EG) Nr. 1083/2006 getroffen wurden.

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
76
3.2
Prioritätsachse B - Verbesserung des Humankapitals
3.2.1 Ergebnisse und Fortschrittsanalyse
Materielle und finanzielle Fortschritte der Prioritätsachse B
Tabelle 12: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse B
(Status: Verwendungsnachweisgeprüft)
Indikatoren*
Art
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
Insgesamt
Indikator 6 –
Ergebnisindikator
Verringerung der
Ergebnis
8,7 %
8,8 %
8,9 %
8,9 %
Schulabgänger ohne
Zielvorgabe
6,5 %
Hauptschulabschluss
Ausgangswert
8,6 %
Indikator 7 –
Outputindikator
Geförderte Schüler und
Ergebnis
0
17
2.442
2.459
Ausbildungsplatzsuchende
Zielvorgabe
220000
Ausgangswert
Indikator 8 –
Ergebnisindikator
Reduzierung der
Ergebnis
9.142
9.142
Versorgungslücke
Zielvorgabe
7.973
Ausgangswert
25.470
Indikator 9 –
Outputindikator
Geförderte
Ergebnis
4
5.832
13.077
18.913
Ausbildungsplätze
Zielvorgabe
16.600
Ausgangswert
Indikator 10 –
Ergebnisindikator
Verbesserung der Beschäf-
tigungsquote
Ergebnis
k. A
5
.
von Akademikern – Steige-
rung der Weiterbild-
Zielvorgabe
51,0 %
ungsquote von Hochschul-
absolventen
Ausgangswert
49,0 %
Indikator 11 –
Outputindikator
Geförderte Weiterbildungs-
Projekte (Konzeption und
Ergebnis
0
0
0
0
Weiterentwicklung, erreich-
te Teilnehmer
Zielvorgabe
48.000
Ausgangswert
5
Für Indikator 10 kann kein neuerer Wert angegeben werden. Als Datenquelle existiert aktuell lediglich das „Berichts-
system Weiterbildung IX“ auf Basis von Erhebungsdaten aus dem Jahr 2003. Aus der Erhebung des Jahres 2007
liegen bisher erst Eckdaten zu Auswertungsergebnissen vor, aus denen nicht auf die differenzierten Merkmale des
Indikators (Zielgruppe Akademiker im Freistaat Sachsen) geschlossen werden kann. Zudem zeigen erste Ergebnisse
der begleitenden Evaluierung, dass aus Sicht der Evaluatoren der Indikator für die Begleitung und Bewertung des OP
wenig geeignet erscheint und daher zukünftig entfallen sollte. Sollte nach Abschluss der gegenwärtigen Überprüfung
des OP ein Änderungsantrag formuliert werden, wird der Hinweis der Evaluatoren gegebenenfalls berücksichtigt wer-
den.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
77
Indikator 12 –
Ergebnisindikator
Promotionsquote
Ergebnis
6,8 %
7,6 %
k. A
6
.
7,6 %
Zielvorgabe
10,0 %
Ausgangswert
8,2 %
Indikator 13 –
Outputindikator
Geförderte Promovenden Ergebnis
0
0
0
0
Zielvorgabe
250
Ausgangswert
Indikator 14 –
Ergebnisindikator
Verbesserung von Ergebnis
11
11
Hochschulnetzwerken
Zielvorgabe
Ausgangswert
Indikator 15 –
Outputindikator
Unterstützte Projekte
Ergebnis
0
0
0
0
Zielvorgabe
Ausgangswert
* Angaben lt. OP, eine Aufschlüsselung nach Geschlecht ist nicht vorgesehen
Tabelle 13: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse B
(Status: Bewilligt)
Indikatoren*
Art
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
Insgesamt
Indikator 6 –
Ergebnisindikator
Verringerung der
Ergebnis
8,7 %
8,8 %
8,9 %
8,9 %
Schulabgänger ohne
Zielvorgabe
6,5 %
Hauptschulabschluss
Ausgangswert
8,6 %
Indikator 7 –
Outputindikator
Geförderte Schüler und
Ergebnis
120
12.604
18.215
30.939
Ausbildungsplatzsuchende
Zielvorgabe
220.000
Ausgangswert
Indikator 8 –
Ergebnisindikator
Reduzierung der
Ergebnis
9.142
9.142
Versorgungslücke
Zielvorgabe
7973
Ausgangswert
25470
Indikator 9 –
Outputindikator
Geförderte
Ergebnis
12.080
23.914
19.114
55.108
Ausbildungsplätze
Zielvorgabe
16.600
Ausgangswert
Indikator 10 –
Ergebnisindikator
6
Angaben für die Berechnung der Promotionsquote 2009 liegen zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts von
Seiten des Statistischen Landesamtes Sachsen noch nicht vor und werden daher im Jahresbericht 2010 eingetragen.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
78
Verbesserung der Beschäf-
tigungsquote
Ergebnis
k. A.
7
von Akademikern – Steige-
rung der Weiterbild-
Zielvorgabe
51,0 %
ungsquote von Hochschul-
absolventen
Ausgangswert
49,0 %
Indikator 11 –
Outputindikator
Geförderte Weiterbildungs-
Projekte (Konzeption und
Ergebnis
0
2
39
41
Weiterentwicklung, erreich-
te Teilnehmer
Zielvorgabe
48.000
Ausgangswert
Indikator 12 –
Ergebnisindikator
Promotionsquote
Ergebnis
6,8 %
7,6 %
k. A
8
.
7,6 %
Zielvorgabe
10,0 %
Ausgangswert
8,2 %
Indikator 13 –
Outputindikator
Geförderte Promovenden
Ergebnis
0
31
92
123
Zielvorgabe
250
Ausgangswert
Indikator 14 –
Ergebnisindikator
Verbesserung von Ergebnis
11
11
Hochschulnetzwerken
Zielvorgabe
Ausgangswert
Indikator 15 –
Outputindikator
Unterstützte Projekte
Ergebnis
0
2
9
11
Zielvorgabe
Ausgangswert
* Angaben lt. OP, eine Aufschlüsselung nach Geschlecht ist nicht vorgesehen
7
Für Indikator 10 kann kein neuerer Wert angegeben werden. Als Datenquelle existiert aktuell lediglich das „Berichtssys-
tem Weiterbildung IX“ auf Basis von Erhebungsdaten aus dem Jahr 2003. Aus der Erhebung des Jahres 2007 liegen
bisher erst Eckdaten zu Auswertungsergebnissen vor, aus denen nicht auf die differenzierten Merkmale des Indikators
(Zielgruppe Akademiker im Freistaat Sachsen) geschlossen werden kann. Zudem zeigen erste Ergebnisse der beglei-
tenden Evaluierung, dass aus Sicht der Evaluatoren der Indikator für die Begleitung und Bewertung des OP wenig ge-
eignet erscheint und daher zukünftig entfallen sollte. Sollte nach Abschluss der gegenwärtigen Überprüfung des OP ein
Änderungsantrag formuliert werden, wird der Hinweis der Evaluatoren gegebenenfalls berücksichtigt werden
8
Angaben für die Berechnung der Promotionsquote 2009 liegen zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts von Seiten
des Statistischen Landesamtes Sachsen noch nicht vor und werden daher im Jahresbericht 2010 eingetragen.

image
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
79
Tabelle 14: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse B
(Status: Verwendungsnachweisgeprüft)

image
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
80
Tabelle 15: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse B
(Status: Bewilligt)

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
81
Qualitative Analyse
A. Analyse der Ergebnisse anhand der finanziellen Angaben (Nummer 2.1.2), der
materiellen Indikatoren (Nummer 3.1.1) und sonstiger Angaben
Vorhabensbereich: Berufs- und Studienorientierung, Verbesserung des Schulerfolgs
Einsatzfeld 3 "Förderung des Lebensbegleitenden Lernens und Verbesserung der Be-
rufswahlkompetenz", Handlungsoptionen "Verbesserung des Schulerfolgs" und "Ver-
besserung der Berufs- und Studienorientierung"
Im OP wurden mit der Konkretisierung der Prioritätsachse B "Verbesserung des Hu-
mankapitals" durch die Handlungsoptionen "Verbesserung des Schulerfolgs" und "Ver-
besserung der Berufs- und Studienorientierung" neue Wege im ESF beschritten, wes-
halb die Monitoringdaten in der Anlaufphase noch keinen zufriedenstellenden Stand der
Umsetzung des ESF-Programms widerspiegeln. Demnach wurde im Jahr 2009 nur ca.
ein Drittel der ursprünglich geplanten Teilnehmer erreicht. Dies hat vor allem seine Ur-
sache darin, dass hier neue Fördergegenstände eingeführt wurden. Betrachtet man hin-
gegen die Daten zu den im Jahr 2009 bewilligten Projekten, ist hier eine deutliche Stei-
gerung festzustellen. Im Rahmen der Handlungsoption "Verbesserung des Schulerfolgs"
wurden 110 Projekte mit einem Fördervolumen in Höhe von 9.848 TEUR in folgenden
Projektbereichen bewilligt:
- komplexe schul- oder schulartübergreifende Vorhaben mit Kooperationspartnern (33
Projekte mit 1.953 Teilnehmern
9
)
- Schülercamps (elf Projekte mit 1.005 Teilnehmern)
- Ferienakademien (48 Projekte mit 1.034 Teilnehmern)
- Vorhaben zur Erhöhung der Quote von Schülern, die einen Abschluss erreichen (17
Projekte mit 1.148 Teilnehmern)
- Weitere, internationale Abschlüsse (ein Projekt mit 45 Teilnehmern).
9
Die angegebenen Teilnehmerzahlen sind die seitens der Projektträger im Antrag angegebenen und der
Bewilligung zugrundeliegenden Planzahlen.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
82
Die Anzahl der Förderfälle, das Fördervolumen und die Teilnehmerzahlen zeigen, dass
die neu geschaffenen Projektbereiche im Vergleich zum Jahr 2008 deutlich stärker in
Anspruch genommen werden. Demgegenüber konnte der bereits aus dem Förderzeit-
raum 2000 bis 2006 bekannte Projektbereich "Vorhaben zur Erhöhung der Quote von
Schülern, die einen Abschluss erreichen" erfolgreich weitergeführt werden.
Im Rahmen der Handlungsoption "Verbesserung der Berufs- und Studienorientierung"
wurden 101 Projekte in folgenden Projektbereichen bewilligt:
- Projekte zum Aufbau und zur Begleitung von Kooperationsbeziehungen zwischen
Schulen und Hochschulen oder Unternehmen sowie zwischen allgemeinbildenden
Schulen und Beruflichen Schulzentren (vier Projekte)
- Projekte für Schüler der Vorabgangsklassen zur vertieften Berufsberatung (28 Projek-
te mit 2.690 Teilnehmern)
- Projekte zur Studienorientierung von Abiturienten (18 Projekte mit 5.973 Teilnehmern)
- Projekte zur Entwicklung und Umsetzung umfassender Konzepte für die Elternbildung,
die zur Vorbereitung von sozial benachteiligten Jugendlichen auf den Arbeitsmarkt
führen soll (zwei Projekte mit 755 Teilnehmern)
- Projekte mit praxisorientierten Schüleraktivitäten im naturwissenschaftlich-technischen
und sprachlichen Bereich (48 Projekte mit 9.868 Teilnehmern).
Die Anzahl der Förderfälle, das Fördervolumen und die Teilnehmerzahlen zeigen, dass
diese Projektbereiche bereits nach kurzer Bekanntmachungsphase zunehmend gut an-
genommen werden. Die Tendenz ist steigend. Insgesamt sollen an den im Jahr 2009
bewilligten Projekten in den Handlungsoptionen "Verbesserung des Schulerfolgs" und
"Verbesserung der Berufs- und Studienorientierung" 25.466 Schüler teilnehmen. Damit
bleibt die Teilnehmerzahl zwar noch hinter der geplanten Zahl von 31.350 Schülern zu-
rück. Dies hat auch seinen Grund in der Dauer der Projekte zur Berufs- und Studienori-
entierung. Zahlreiche Berufs- und Studienorientierungsprojekte haben eine längere
Laufzeit als bei Beginn der Förderperiode angenommen. Diese Projekte beinhalten da-
bei aufeinander aufbauende Maßnahmen, die in verschiedenen Klassenstufen wirksam
werden. Diese Vorgehensweise der Projektträger ist zu begrüßen, da hierdurch erreicht
wird, dass die Berufs- und Studienorientierung als laufender Prozess begriffen wird. Da-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
83
durch sinkt jedoch die Gesamtzahl der Teilnehmer, da diese nicht an mehreren aufein-
ander aufbauenden Projekten, sondern an einem größeren Projekt teilnehmen.
Der Um-
fang der Berufs- und Studienorientierung nimmt dadurch jedoch keineswegs ab. Weiter-
hin ist hierbei zu berücksichtigen, dass gerade in der Handlungsoption "Verbesserung
des Schulerfolgs" die neu geschaffenen Fördermöglichkeiten zunächst bekannt gemacht
werden mussten. Gegenüber dem Jahr 2008 ist dabei eine deutliche Steigerung zu er-
kennen. 2008 wurden Projekte für 12.994 Schüler bewilligt. Somit konnten die Zahlen im
Jahr 2009 gegenüber dem Jahr 2008 verdoppelt werden. Diese Entwicklung der Bewilli-
gungszahlen im Jahr 2009 macht deutlich, dass das Antrags- und Bewilligungsaufkom-
men in beiden Handlungsoptionen kontinuierlich steigt, so dass auch für 2010 mit wei-
terhin steigenden Teilnehmerzahlen und der Erfüllung der Zielgröße (Indikator 7) zu
rechnen ist. Die Quote der Schüler ohne Schulabschluss lag zum Ende des Schuljahres
2008/2009 bei 8,7 %. Dies bedeutet gegenüber dem Vorjahr einen marginalen Anstieg
von 0,1 % und entspricht dem prognostizierten Trend, wonach diese Quote bis zum Jahr
2013 auf 13,0 % ansteigen soll, wobei der Anstieg nicht so deutlich ausfällt.
Vorhabensbereiche: Freiwilliges Soziales Jahr, Projekte für Schulverweigerer/ Schulso-
zialarbeit, Chancengleichheit: Lebenslanges Lernen, Verbesserung der Berufswahlkom-
petenz, Personal- und Qualitätssicherung im Gesundheits- und Sozialbereich
In diesem Vorhabensbereich ist der überwiegende Teil der Teilnehmenden weiblich (80
%). Die Jahres-Zielvorgabe der zu erreichenden Teilnehmenden wurde in der Summe
übertroffen (233 %). Zudem wurden Partnerschaftsvereinbarungen durch die ESF-
Richtlinie des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus und Sport und die ESF-
Richtlinie „Berufliche Bildung“ ermöglicht. Darüber hinaus wird regelmäßig ein Aus-
tausch mit Vertretern der Sozialwirtschaft zu Fragen der ESF-Förderung durchgeführt.
Vorhabensbereich: Freiwilliges Ökologisches Jahr
Das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) wird schuljahresbezogen durchgeführt. Im
Schuljahr 2008/2009 wurden zur Finanzierung erstmals Mittel der aktuellen Förderperio-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
84
de eingesetzt. Das FÖJ-Jahr 2007/2008 konnte noch aus Mitteln der alten Förderperio-
de finanziert werden.
Im Schuljahr 2007/2008 war das FÖJ-Programm in Sachsen vollständig ausgelastet.
Somit ist die Ursache für die Abweichungen zwischen Ist-Wert und Zielvorgabe nicht
beim FÖJ zu suchen. Aufgrund der gleichbleibend hohen Nachfrage (in den vergange-
nen Jahren kamen durchschnittlich zehn Bewerber auf einen FÖJ-Platz) wurde die Ka-
pazität mit dem Schuljahr 2009/2010 um 60 Plätze auf insgesamt 300 erhöht.
Bezogen auf die Förderperiode sollten die Zielvorgaben somit erreicht werden bzw. ist
eine Anhebung der Zielwerte erforderlich.
Vorhabensbereich: Berufsorientierung- und –vorbereitung
Der Freistaat Sachsen fördert aus Mitteln des ESF und Landesmitteln Strukturmaßnah-
men zur Verbesserung des Gesamtsystems der Berufsorientierung. Die Maßnahmen
sollen darauf gerichtet sein, Aktivitäten im Bereich Schule Wirtschaft zu bündeln, um für
die Zielgruppe der Schüler und Unternehmen mehr Transparenz in der Berufswahlphase
herzustellen.
In dem Bereich der Förderung der Berufsorientierung / Berufsvorbereitung ist für das
Jahr 2009 ein leichter Rückgang der Bewilligungen gegenüber dem Jahr 2008 zu ver-
zeichnen (2008: 852 TEUR; 2009: 634 TEUR).
Ein besonderer Fokus liegt auf sehr wirtschaftsnahen und praxisorientierten Projekten
mit möglichst hohem Transferpotenzial und nachhaltigem Nutzen. Gerade die letzten
beiden Anforderungen sind von den Anbietern solcher Maßnahmen bisher nur schwer
umzusetzen. Dennoch können die materiellen Zielwerte in diesem Bereich erfüllt wer-
den.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
85
Vorhabensbereich: Förderung betrieblicher/betriebsnaher Ausbildung
Die in diesem Bereich geförderten Maßnahmen dienen der Verbesserung der Qualität
der Ausbildung in KMU sowie der Erhöhung des Ausbildungsplatzpotenzials, indem Tei-
le der Ausbildung ergänzend zur betrieblichen Ausbildung in anderen Unternehmen oder
Einrichtungen durchgeführt werden.
Die Mittelbindung in der betrieblichen/betriebsnahen Ausbildung im Jahr 2009 ist wie im
vergangenen Jahr auf konstant hohem Niveau (2008: 41,7 Mio. EUR; 2009: 40,2 Mio.
EUR). Aufgrund der demografischen Entwicklung und der zu erwartenden sinkenden
Lücke zwischen Angebot und Nachfrage in der Berufsausbildung ist trotz den negativen
Auswirkungen der Wirtschaftskrise von einem geringeren Bedarf an zusätzlichen Aus-
bildungsplätzen in den Folgejahren auszugehen. Zudem wird eine Neuordnung der
Ausbildungsförderung für Benachteiligte unter einer stärkeren Einbeziehung und Beglei-
tung betrieblicher Ausbildungsteile bzw. betrieblicher Ausbildungsverhältnisse ange-
strebt.
Einen sehr hohen Förderanteil (Anzahl der Bewilligungen) im Jahr 2009 können dabei
die Fördergegenstände „Verbundausbildung“ (1.660 Bewilligungen), „Berufsausbil-
dungsplätze“ (175 Bewilligungen) und „Zusatzqualifikation“ (175 Bewilligungen) ver-
zeichnen. Die vorab geplante Zahl der Teilnehmer wird auch aufgrund von Fehlern in
den Erfassungsvorgaben deutlich übertroffen, eine Überprüfung und Anpassung der
materiellen Zielwerte ist im Rahmen der geplanten Änderung des OP erforderlich.
Vorhabensbereich: Förderung betrieblicher/betriebsnaher Ausbildung
Die Überbetriebliche Lehrunterweisung (ÜLU) ist Teil der Berufsausbildung und dient zur
Ergänzung und Unterstützung der betrieblichen Ausbildung. ÜLU sind praktische Lehr-
gänge, die berufsspezifisch vom ersten bis zum vierten Ausbildungsjahr in den Ausbil-
dungsstätten der Bildungs- und Technologiezentren (BTZ) der Handwerkskammer
durchgeführt werden.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
86
Im Bereich der ÜLU konnte die Förderung im Jahr 2009 nochmals gesteigert werden
(2007: 3,2 Mio. EUR, 2008: 3,3 Mio. EUR, 2009: 4,1 Mio. EUR). So sind mit einer kumu-
lierten Bewilligungssumme zum 31. Dezember 2009 von 10,6 Mio. EUR bereits 40,0 %
der zur Verfügung stehenden Gesamtmittel gebunden.
Mit einer Zahl von über 37.000 Teilnehmereintritten (Stand: 31. Dezember 2009) kann
von einem kontinuierlichen hohen Förderbedarf auch für die nächsten Jahre sowie einer
Erreichung der materiellen Zielwerte zum Ende des Förderzeitraums ausgegangen wer-
den.
Vorhabensbereich: Förderung betrieblicher/betriebsnaher Ausbildung in Land- und
Forstwirtschaft
Im Bereich der betrieblichen und betriebsnahen Ausbildung in der Land- und Forstwirt-
schaft fließen die Mittel der aktuellen Förderperiode im Wesentlichen erst seit Beginn
des Schuljahres 2008/2009 ab. Für die ausgeprägten Abweichungen zwischen Ist-Wert
und Zielvorgabe beim Indikator 9 sind aufgrund des geringen Anteils des Vorhabensbe-
reichs an diesem Indikator, diese Fördermaßnahmen nicht ursächlich. Unabhängig da-
von gilt es jedoch zu beachten, dass die Umsetzung im Wesentlichen erst mit dem
Schuljahr 2008/2009 begann.
Vorhabensbereich: Zusatzqualifikation für Berufsfachschüler
2009 wurden insgesamt 23 Projekte im Umfang von 88 TEUR bewilligt. Die Projekte
sind für 537 Teilnehmer konzipiert. Damit bleibt dieser Vorhabensbereich zwar noch et-
was hinter den Erwartungen von 750 Teilnehmern pro Jahr zurück. Jedoch ist die Ent-
wicklung sehr positiv. Im Jahr 2008 wurden aufgrund der Neuartigkeit des Vorhabensbe-
reiches lediglich 11 Projekte im Umfang von 30 TEUR bewilligt. Der Vorhabensbereich
wurde überdies weiterhin mit Publizitätsmaßnahmen unterstützt, so dass mit einer weite-
ren Steigerung zu rechnen ist.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
87
Vorhabensbereich: Wissens- und Know-how-Transfer
Analog der Ausführungen im Bericht 2008 kann aufgrund der durchgängig mehrjährig
konzipierten Fördergegenstände und somit auch der angezeigten Vorhaben, noch keine
Einschätzung der qualitativen Wirkung der ESF-Förderung gegeben werden. Das bishe-
rige Fördergeschehen und die derzeitige Nachfrage sind allerdings enorm. Zum Stichtag
31. Dezember 2009 sind 182 Vorhaben (davon 125 Promotionen/ eine Habilitation) mit
einem Gesamt-Fördervolumen von ca. 54,4 Mio. EUR bewilligt worden. Weitere Anträge
oder Antragsskizzen weisen darüber hinaus für das Jahr 2010 auf einen weiteren För-
derbedarf hin, der das derzeitige Gesamtbudget der Richtlinie ESF Hochschule und For-
schung deutlich übersteigt. Die weiterhin überaus starke Nachfrage nach der ESF-
Förderung für Hochschulen im Freistaat Sachsen ist Beleg dafür, dass die analysierten
Handlungsoptionen „Wissens- und Know-how-Transfer“ und „Verbesserung der Leis-
tungsfähigkeit der Hochschulen“ den Bedarf der sächsischen Hochschulen deutlich und
treffend widerspiegeln. Eine qualitative Analyse anhand der von den Indikatoren ermit-
telten Ergebnisse in Bezug auf die erreichten Fortschritte ist aufgrund der noch nicht
vorhandenen Datenbasis gegenwärtig nicht möglich.
Nachwuchsforschergruppen:
Nachwuchsforschergruppen befähigen akademische Nachwuchskräfte im Rahmen der
gemeinsamen Forschungsarbeit zum Wissens- und Technologietransfer und zur Netz-
werkbildung zwischen sächsischen Hochschulen und Unternehmen. Im Jahr 2009 wur-
den Förderungen für 18 Nachwuchsforschergruppen mit insgesamt 112 Nachwuchsfor-
schern an sächsischen Hochschulen ausgesprochen. Es handelt sich um zwei bzw.
dreijährige Großprojekte mit mindestens drei und höchstens 10 Nachwuchsforschern.
Die bewilligten Fördersummen bewegen sich pro Nachwuchsforschergruppe von ca.
625 TEUR bis ca. 1,84 TEUR. Der Fördergegenstand ist derzeit mit einem Budget von
ca. 23,9 Mio. EUR ausgestattet, von dem ca. 21,9 Mio. EUR im Jahr 2009 gebunden
wurden.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
88
Landesinnovationspromotionen
:
Gefördert werden Vorhaben, die der Qualifizierung akademischer Nachwuchskräfte die-
nen. Gefördert werden Menschen, die im Rahmen ihrer Promotion an sächsischen Uni-
versitäten und Kunsthochschulen Themen mit besonderem Interesse des Freistaates
Sachsen erforschen, die Auswirkungen auf den sächsischen Arbeitsmarkt erwarten las-
sen. Es handelt sich um zwei- bis dreijährige Vorhaben, 71 Promovenden wurde im Jahr
2009 gefördert. Dies entspricht einer Gesamtfördersumme von ca. 8,34 Mio. EUR. Der
Fördergegenstand ist derzeit mit einem Budget von ca. 8,51 Mio. EUR ausgestattet.
Kooperative Promotionen:
Im Rahmen eines kooperativen Promotionsverfahrens erhalten unter den Vorausset-
zungen des Sächsischen Hochschulgesetzes exzellente Fachhochschulabsolventen die
Gelegenheit zur Promotion. Promotionsvorhaben von Fachhochschulabsolventen waren
bisher eher die Ausnahme. Promotionsvorhaben von 30 Fachhochschulabsolventen
wurden im Jahr 2009 gefördert. Dies entspricht einer Gesamtfördersumme von ca. 3,67
Mio. EUR, die damit das für diesen Fördergegenstand veranschlagte Budget von ca.
3,09 Mio. EUR voll ausschöpft.
Vorhabensbereich: Stärkung Leistungsfähigkeit der Hochschulen (Berufsakademien)
Anpassungsqualifikationen:
Um eine Zugangsberechtigung zum Hochschulstudium oder Studium an der Berufsaka-
demie Sachsen auch ohne Abitur zu erhalten, ist entsprechend den gesetzlichen Vorga-
ben im Freistaat Sachsen, eine erfolgreich bestandene Prüfung notwendig. Maßnahmen
in diesem Fördergegenstand dienen der Konzipierung, Erprobung und Durchführung zur
zielgerichteten Vorbereitung auf diese Prüfung. 2009 konnten zwei mehrjährige überre-
gionale Großvorhaben mit einem Gesamtvolumen in Höhe von ca. 1,49 Mio. EUR bewil-
ligt werden. Dabei handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt der Berufsakademie
Sachsen, bestehend aus den sieben staatlichen Studienakademien, unter der Federfüh-
rung der Studienakademie Dresden und um ein Gemeinschaftsprojekt sächsischer
Hochschulen. Beide Großprojekte dienen dazu, nachhaltige, flächendeckende Struktu-
ren im Freistaat Sachsen zur Erhöhung der Akademisierung zu schaffen. Mit der Förde-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
89
rung beider Großvorhaben ist der Bedarf gedeckt. Da das Budget von ca. 1,85 Mio.
EUR mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht ganz ausgeschöpft werden muss, wird eine
Umschichtung des Restbudgets in einen anderen Fördergegenstand erfolgen.
Vorhabensbereich: Stärkung Leistungsfähigkeit der Hochschulen (postgraduale Stu-
diengänge, Forschung und Innovation)
Career Services:
2009 wurde der Auf- und Ausbau von neun Career Services mit ca. 8,22 Mio. EUR ge-
fördert. Es handelt sich um mehrjährige Großprojekte, die der Schaffung von nachhalti-
gen Strukturen an sächsischen Hochschulen dienen und die Planung und Gestaltung
der weiteren Karriere akademischer Nachwuchskräfte und die Verbesserung des Über-
gangs vom Studium zur Beschäftigung verfolgen und dabei den Bedarf der regionalen
Wirtschaft nach Fachkräften aufgreifen. Hierfür steht derzeit ein Gesamtbudget von ca.
12,93 Mio. EUR zur Verfügung.
Industriepromotionen
:
Diese mehrjährigen Vorhaben dienen der Qualifizierung akademischer Nachwuchskräfte
durch Forschungsarbeit im Rahmen einer Promotion, insbesondere in naturwissen-
schaftlichen und technischen Forschungsfeldern, die ein gemeinsames Interesse der
Unternehmen und der Universität aufweisen. 11 Promotionsvorhaben wurden im Jahr
2009 gefördert. Dies entspricht einer Gesamtfördersumme von ca. 761 TEUR. Das für
diesen Fördergegenstand veranschlagte Budget beträgt ca. 14,79 Mio. EUR. Nachdem
dieser Fördergegenstand insbesondere auf Anregung der Wirtschaft in das Förderkon-
zept aufgekommen wurde, konnte im Jahr 2009 eine Zurückhaltung der Beteiligung an
diesen Vorhaben vermutlich in Auswirkung der Wirtschaftskrise verzeichnet werden.
Vorhaben zur Vereinbarkeit von Familie und wissenschaftlicher Karriere:
14 Akademikern konnte im Jahr 2009 die Fortsetzung der Promotions- oder Habilitati-
onsphase an sächsischen Universitäten nach familienbedingter Unterbrechung gefördert
werden. Dies entspricht einer Gesamtfördersumme von ca.1,29 Mio. EUR das für diesen

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
90
Fördergegenstand veranschlagte Budget von ca. 2,22 Mio. EUR ist damit bereits zu
mehr als der Hälfte ausgeschöpft.
Mentoringnetzwerke
:
Für zwei mehrjährige Vorhaben zur individuellen Begleitung akademischer Nachwuchs-
kräfte von der Hochschule in Tätigkeitsfelder in der sächsischen Wirtschaft, Verwaltung,
Forschung und Wissenschaft durch Mentorinnen und Mentoren wurden im Jahr 2009
Förderbescheide erteilt. Zum einen handelt es sich um ein kooperatives Mento-
ringnetzwerk zwischen Hochschule Zittau/Görlitz und dem Internationalen Hochschulin-
stitut Zittau in der Region Lausitz. Der zweite Förderbescheid wurde für ein Mento-
ringnetzwerk an der Technischen Universität Dresden, der mit mehr als 35.000 Studen-
ten größten Universität Sachsens bewilligt. Das Fördervolumen für den nachhaltigen
Auf- und Ausbau beider Mentoringnetzwerke beträgt ca. 510 TEUR. Gesamtbudget in
diesem Fördergegenstand beträgt ca. 3,78 Mio. EUR.
Kompetenzschulen:
Kompetenzschulen sind mehrjährige Vorhaben an sächsischen Universitäten, die der
Qualifizierungen von Promovierenden durch die Vermittlung von ergänzenden Schlüs-
selkompetenzen dienen. 2009 wurde eine Maßnahme am Internationalen Hochschulin-
stitut Zittau in Höhe mit einem Fördervolumen von ca. 440 TEUR gefördert. Das Ge-
samtbudget in diesem Fördergegenstand beträgt ca. 9,75 Mio. EUR.
Postgraduale Bildungsangebote:
Maßnahmen dieses Fördergegenstandes dienen der Konzipierung und Erprobung von
nicht konsekutiven Weiterbildungsstudiengängen an sächsischen Hochschulen, insbe-
sondere unter Nutzung neuer Medien. 13 dieser in der Regel mehrjährigen Großvorha-
ben konnten 2009 mit einem Gesamtfördervolumen von ca. 6,97 Mio. EUR anschubfi-
nanziert werden. Bei Erstellung des OP und somit noch vor Erlass der Richtlinie Hoch-
schule und Forschung wurde noch davon ausgegangen, dass zusätzlich zur Konzipie-
rung und Erprobung auch die Durchführungsphase gefördert werden sollte. Dies führte
zur Gesamtzielvorgabe von 48.000 geförderten Teilnehmern. Um insbesondere die
Nachhaltigkeit zu gewährleisten, wurde sich nur für die Förderung der Konzipierung- und

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
91
Erprobungsphasen entschlossen. Geförderte Teilnehmer gibt es in diesen Phasen nicht.
Deshalb können nur geförderte Vorhaben erfasst werden. Ca. 27,3 Mio. EUR stehen in
diesem Fördergegenstand zur Verfügung.
B. Angaben über die Wirkungen der Förderung der Chancengleichheit von Män-
nern und Frauen
Vorhabensbereich: Berufs- und Studienorientierung, Verbesserung des Schulerfolgs
In den Einsatzfeldern 3 und 4, Handlungsoptionen "Verbesserung des Schulerfolgs",
"Berufs- und Studienorientierung" und "Förderung der beruflichen Erstausbildung" wurde
im Jahr 2009 ein speziell auf Mädchen ausgerichtetes Projekt bewilligt. Dieses Projekt
hat zum Ziel, Mädchen an Berufe in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwis-
senschaften und Technik heranzuführen. Damit soll ein Beitrag zur Überwindung der
traditionellen Berufswahl geleistet werden, der Mädchen immer noch von der Berufswahl
eines typischen „Männerberufes“ abhält. Ergebnisse liegen zu dem Projekt noch nicht
vor, da das Projekt bis in das Jahr 2010 andauert. Bei allen anderen Maßnahmen wird
zwingend vorausgesetzt, dass der gleichberechtigte Zugang von Frauen und Männern
gewährleistet ist und bei der inhaltlichen Ausgestaltung den Unterschieden der Ge-
schlechter ausreichend Rechnung getragen wird.
Vorhabensbereich: Freiwilliges Ökologisches Jahr
Es sind keine Tatsachen bekannt, die eine Beeinträchtigung der Chancengleichheit von
Männern und Frauen vermuten lassen. Derzeit kommen auf einen männlichen Teilneh-
mer ca. zwei weibliche. Aufgrund des Ableistens des Wehr- oder Ersatzdienstes von
männlichen Jugendlichen scheint diese Quote nachvollziehbar. Gezielte Maßnahmen
zur Verbesserung der Chancengleichheit wurden daher nicht getroffen.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
92
Vorhabensbereich: Berufsorientierung- und –vorbereitung
Es wird bei allen Maßnahmen zwingend vorausgesetzt, dass der gleichberechtigte Zu-
gang von Frauen und Männern gewährleistet und bei der inhaltlichen Gestaltung den
Unterschieden der Geschlechter Rechnung getragen wird. Das geschlechtsstereotype
Berufswahlverhalten ist zu berücksichtigen und mit geeigneten Maßnahmen soll das
Interesse auch für atypische Berufe geweckt werden.
Vorhabensbereich: Förderung betrieblicher/betriebsnaher Ausbildung
Die Förderung der Berufsausbildung für bestimmte benachteiligte Zielgruppen wie z. B.
junge Mütter und Väter unterstützt die Chancengleichheit der Betroffenen in einer be-
sonders herausfordernden Lebenssituation zu Beginn ihrer Berufsbiografie.
Die Förderung betriebsnaher zusätzlicher Ausbildungsplätze wird überproportional von
männlichen Jugendlichen genutzt. Die Gefährdung eines erfolgreichen Einmündens in
den ersten Arbeitsmarkt durch schlechte Schulabschlüsse und geringe Mobilität ist bei
männlichen Jugendlichen deutlich erhöht. Die Fördervorhaben unterstützen für diese
Zielgruppe einen chancengleichen Zugang zu einer anerkannten Berufsausbildung.
Vorhabensbereich: Förderung betrieblicher/betriebsnaher Ausbildung
Bisher sind keine Tatsachen bekannt, die eine Diskrepanz bei der Chancengleichheit
von Männern und Frauen vermuten lassen. Grundsätzlich sind alle Ausbildungsplätze
geschlechtsneutral.
Vorhabensbereich: Förderung betrieblicher/betriebsnaher Ausbildung in Land- und
Forstwirtschaft
Traditionell sind im Bereich der Land- und Forstwirtschaft mehr Männer als Frauen be-
schäftigt. Dies spiegelt sich auch in den Teilnehmerzahlen der betrieblichen und be-
triebsnahen Ausbildung wider. So kommt derzeit auf einen weiblichen Teilnehmer etwa

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
93
drei männliche. Es sind allerdings keine Tatsachen bekannt, die Frauen bei der Teil-
nahme an Ausbildungsveranstaltungen benachteiligen und somit eine Beeinträchtigung
der Chancengleichheit von Männern und Frauen vermuten lassen. Gezielte Maßnahmen
zur Verbesserung der Chancengleichheit wurden daher nicht getroffen.
Vorhabensbereich: Zusatzqualifikation für Berufsfachschüler
In diesem Vorhabensbereich wurden in 2009 keine speziellen Maßnahmen mit dem Ziel
der Chancengleichheit von Männern und Frauen beantragt, bewilligt oder durchgeführt,
so dass Aussagen über diesbezügliche Wirkungen nicht getroffen werden können. Es
wird jedoch bei allen Maßnahmen zwingend vorausgesetzt, dass der gleichberechtigte
Zugang von Frauen und Männern gewährleistet und bei der inhaltlichen Ausgestaltung
den Unterschieden der Geschlechter ausreichend Rechnung getragen wird.
Vorhabensbereiche: Wissens- und Know-how-Transfer, Stärkung Leistungsfähigkeit der
Hochschulen (Berufsakademien, Stärkung Leistungsfähigkeit der Hochschulen (post-
graduale Studiengänge, Forschung und Innovation)
Im Rahmen der ESF-Richtlinie Hochschule und Forschung ist keine positive Diskriminie-
rung von Frauen oder Männern vorgesehen. Weibliche Studierende, Promovierende und
akademische Nachwuchskräfte sind ebenso Endbegünstigte der geplanten Vorhaben
wie ihre männlichen Kommilitonen und Kollegen. Zielgruppe von Mentoringnetzwerken
sind sowohl weibliche als auch männliche Mentees. Die Förderung des Promotionsvor-
habens nach familienbedingter Unterbrechung ist für Frauen und Männer möglich.
C. Analyse der Verwendung der Fonds gemäß Art. 34 Absatz 2 der Verordnung
(EG) Nr. 1083/2006 verwendet wurde.
Für ESF-Programme sind die Angaben gemäß Art. 10 der Verordnung (EG) 1081/2006
zu liefern:
a)
Durchgängige Berücksichtigung des Gleichstellungsaspekts sowie etwaiger ge-
schlechtsspezifischer Aktionen;

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
94
b) Aktionen zur Förderung der Teilnahme von Migranten am Erwerbsleben und
dadurch zur Förderung ihrer sozialen Eingliederung;
c)
Aktionen zur Förderung der Integration von Minderheiten ins Erwerbsleben und
dadurch Förderung ihrer sozialen Eingliederung;
d) Aktionen zur Förderung der Integration anderer benachteiligter Gruppen, ein-
schließlich Menschen mit Behinderungen, ins Erwerbsleben und zur Förderung
ihrer sozialen Eingliederung;
e) Innovative Maßnahmen, einschließlich einer Darlegung der Themen und der
Ergebnisse sowie der Verbreitung und durchgängigen Berücksichtigung;
f) Transnationale und/oder interregionale Aktionen.
Vorhabensbereich: Berufs- und Studienorientierung, Verbesserung des Schulerfolgs
In den Einsatzfeldern 3 und 4, Handlungsoptionen "Verbesserung des Schulerfolgs",
"Berufs- und Studienorientierung" und "Förderung der beruflichen Erstausbildung" wird
im Einzelfall stets der gleichberechtigte Zugang von Frauen und Männern gewährleistet
und bei der inhaltlichen Ausgestaltung den Unterschieden der Geschlechter ausreichend
Rechnung getragen, so dass der Gleichstellungsaspekt hinreichend berücksichtigt wird.
Die Projekte stehen Migranten und Minderheiten gleichermaßen offen. Einzelne Projekte
richten sich zudem an Förderschüler, so dass insoweit auch benachteiligte Gruppen an-
gesprochen werden. In der Handlungsoption "Verbesserung des Schulerfolgs" wurde im
Jahr 2009 ein Vorhaben bewilligt und begonnen, das gezielt transnationale Aspekte be-
rücksichtigt. Inhalt dieses Vorhabens ist die Vermittlung der sprachlichen und interkultu-
rellen Kompetenzen zur Erreichung des internationalen Abschlusses "International Bac-
chalaureate", der von leistungsstarken Gymnasiasten zusätzlich zum sächsischen Abitur
abgelegt wird. Darüber hinaus sind in diesen Einsatzfeldern grundsätzlich keine transna-
tionalen Aktionen angesiedelt, da (anteilige) Kosten für nicht sächsische Schüler nicht
gefördert werden können. Gleichwohl werden im Einzelfall auch transnationale und in-
terregionale Bezüge hergestellt, so zum Beispiel bei Ferienakademien, Berufs- und Stu-
dienorientierungsprojekten oder Zusatzqualifikationen.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
95
Vorhabensbereich: Freiwilliges Ökologisches Jahr
In diesem Bereich werden im ESF bisher keine Aktionen finanziert, die in den Interventi-
onsbereich des EFRE fallen. Es sind keine Tatsachen bekannt, die eine Diskrepanz bei
der Chancengleichheit von Männern und Frauen vermuten lassen. Unabhängig vom
Geschlecht haben Frauen und Männer im gleichen Maße Zugang zu alle Fördergegens-
tänden. Geschlechtsspezifische Aktionen wurden deshalb bisher nicht durchgeführt.
Gesonderte Aktionen zur Förderung von Frauen, zur Integration von Minderheiten oder
benachteiligten Gruppen werden im Bereich des FÖJ nicht durchgeführt. In diesem Vor-
habensbereich sind keine innovativen Maßnahmen sowie transnationale und / oder in-
terregionale Aktionen geplant.
Vorhabensbereich: Berufsorientierung- und –vorbereitung
Im Bereich der Berufsorientierung und -vorbereitung werden im ESF bisher keine Aktio-
nen finanziert, die in den Interventionsbereich des EFRE fallen. Es wird bei allen Maß-
nahmen zwingend vorausgesetzt, dass der gleichberechtigte Zugang von Frauen und
Männern gewährleistet und bei der inhaltlichen Gestaltung den Unterschieden der Ge-
schlechter Rechnung getragen wird. Das geschlechtsstereotype Berufswahlverhalten ist
zu berücksichtigen und mit geeigneten Maßnahmen soll das Interesse auch für atypi-
sche Berufe geweckt werden. Die Projekte der Berufsorientierung und -vorbereitung
stehen allen Schülern offen. Es werden keine gesonderten Projekte für einzelne Ziel-
gruppen gefördert.
Vorhabensbereich: Förderung betrieblicher/betriebsnaher Ausbildung
Im Bereich der betrieblichen/betriebsnahen Ausbildung werden im ESF in geringem
Ausmaß Projektbestandteile gefördert, die in den Interventionsbereich des EFRE fallen.
a) Die Förderung der Berufsausbildung für bestimmte benachteiligte Zielgruppen wie z.
B. junge Mütter und Väter unterstützt die Chancengleichheit der Betroffenen in einer
besonders herausfordernden Lebenssituation zu Beginn ihrer Berufsbiografie. Die

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
96
Förderung betriebsnaher zusätzlicher Ausbildungsplätze wird überproportional von
männlichen Jugendlichen genutzt. Die Gefährdung eines erfolgreichen Einmündens
in den ersten Arbeitsmarkt durch schlechte Schulabschlüsse und geringe Mobilität ist
bei männlichen Jugendlichen deutlich erhöht. Die Fördervorhaben unterstützen für
diese Zielgruppe einen chancengleichen Zugang zu einer anerkannten Berufsausbil-
dung.
d) Die zusätzlichen betriebsnahen Ausbildungsplätze werden durch marktbenachteiligte
oder individuelle benachteiligte Jugendliche genutzt. Die Chancen einer Einmündung
in den ersten Arbeitsmarkt werden durch einen anerkannten Berufsabschluss deutlich
gesteigert. In der Förderung besonderer Zielgruppen wird die Einmündung in betrieb-
liche Ausbildungsverhältnisse insbesondere von Alleinerziehenden sowie Absolven-
ten von Berufsvorbereitungsmaßnahmen unterstützt.
f) Transnationale Maßnahmen für Jugendliche in der Erstausbildung werden in dem Be-
richtsteil zur Prioritätsachse E dargestellt.
Vorhabensbereich: Förderung betrieblicher/betriebsnaher Ausbildung
Im Bereich der betrieblichen/betriebsnahen Ausbildung werden im ESF bisher keine Ak-
tionen finanziert, die in den Interventionsbereich des EFRE fallen.
Vorhabensbereich: Förderung betrieblicher/betriebsnaher Ausbildung in Land- und
Forstwirtschaft
In diesem Bereich werden im ESF bisher keine Aktionen finanziert, die in den Interventi-
onsbereich des EFRE fallen. Es sind keine Tatsachen bekannt, die eine Diskrepanz bei
der Chancengleichheit von Männern und Frauen vermuten lassen. Unabhängig vom
Geschlecht haben Frauen und Männern im gleichen Maße Zugang zu alle Förderge-
genständen. Geschlechtsspezifische Aktionen wurden deshalb bisher nicht durchge-
führt. Gesonderte Aktionen zur Förderung von Frauen oder zur Integration von Minder-
heiten werden im Bereich der betrieblichen und betriebsnahen Ausbildung in der Land-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
97
und Forstwirtschaft nicht durchgeführt. Für benachteiligte Jugendliche und junge Er-
wachsene besteht die Möglichkeit der Berufsausbildungsplatzförderung. Diese Möglich-
keit wurde bisher auch in einem zufriedenstellenden Unfang genutzt. Der Bereich der
betrieblichen und betriebsnahen Ausbildung bietet grundsätzlich die Möglichkeit für die
Umsetzung innovativer Maßnahmen (insbesondere im Rahmen von Modellprojekten).
Transnationale und / oder interregionale Aktionen werden im Rahmen der Prioritätsach-
se E umgesetzt.
Vorhabensbereich: Zusatzqualifikation für Berufsfachschüler
Es wird bei allen Maßnahmen zwingend vorausgesetzt, dass der gleichberechtigte Zu-
gang von Frauen und Männern gewährleistet und bei der inhaltlichen Ausgestaltung den
Unterschieden der Geschlechter ausreichend Rechnung getragen wird. Die Projekte
stehen außerdem Migranten und Minderheiten offen. In diesem Vorhabensbereich wur-
den 2009 keine transnationalen Projekte beantragt, bewilligt oder durchgeführt, so dass
Aussagen über diesbezügliche Wirkungen nicht getroffen werden können. Jedoch die-
nen mehrere Projekte der Vermittlung von Fremdsprachen im jeweiligen Fachgebiet der
Berufsfachschüler.
Vorhabensbereiche: Wissens- und Know-how-Transfer, Stärkung Leistungsfähigkeit der
Hochschulen (Berufsakademien), Stärkung Leistungsfähigkeit der Hochschulen (post-
graduale Studiengänge, Forschung und Innovation)
a) Durchgängige Berücksichtigung des Gleichstellungsaspekts sowie etwaiger ge-
schlechtsspezifischer Aktionen: Die durchgängige Berücksichtigung des Gleichstel-
lungsaspekts erfolgt. Geschlechtsspezifische Maßnahmen sind im Rahmen der
Richtlinie ESF Hochschule und Forschung nicht vorgesehen.
b) Bei Auf- und Ausbau von Mentoringnetzwerken besteht keine Vorgabe zum aus-
schließlichen Equal-Gender Mentoring. Männliche und weibliche Promovenden sind
nach familienbedingter Unterbrechung ihres Promotionsvorhabens im Fördergegens-
tand Vereinbarkeit von Familie und wissenschaftlicher Karriere antragsberechtigt.

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
98
c) Aktionen zur Förderung der Teilnahme von Migranten am Erwerbsleben und dadurch
zur Förderung ihrer sozialen Eingliederung: Eine negative oder positive Diskriminie-
rung von Personen mit Migrationshintergrund erfolgt nicht, vielmehr können auch
Personen mit Migrationshintergrund Endbegünstigte der Maßnahmen sein.
d) Aktionen zur Förderung der Integration von Minderheiten ins Erwerbsleben und da-
durch Förderung ihrer sozialen Eingliederung: Besondere Maßnahmen zur Förde-
rung der Integration von Minderheiten ins Erwerbsleben sind im Rahmen der Richtli-
nie ESF Hochschule und Forschung nicht vorgesehen.
e) Aktionen zur Förderung der Integration anderer benachteiligter Gruppen, einschließ-
lich Menschen mit Behinderungen, ins Erwerbsleben und zur Förderung ihrer sozia-
len Eingliederung: Besondere Maßnahmen zur Förderung der Integration anderer
benachteiligter Gruppen, einschließlich Menschen mit Behinderungen, sind im Rah-
men der Richtlinie ESF Hochschule und Forschung nicht vorgesehen. Auch behin-
derte Studierende, Promovierende oder Nachwuchsforscher können Endbegünstigte
von Maßnahmen sein.
f) Innovative Maßnahmen, einschließlich einer Darlegung der Themen und der Ergeb-
nisse sowie der Verbreitung und durchgängigen Berücksichtigung: Bislang wurden
drei Innovative Pilot- und Entwicklungsprojekte mit einem Gesamtvolumen von ca.
790 TEUR bewilligt. Dabei handelt es sich um Vorhaben an sächsischen Hochschu-
len, die der Entwicklung der Wissensvermittlung dienen, indem diese kurzfristig auf
aktuelle Entwicklungen auf dem sächsischen Arbeitsmarkt reagieren und so Studie-
rende in neue Berufsfelder führen.
g) Transnationale und/oder interregionale Aktionen: Derartige Maßnahmen sind für die
Folgejahre geplant
3.2.2 Wesentliche aufgetretene Probleme und getroffene Abhilfemaßnahmen
Es hat im Berichtsjahr keinerlei schwerwiegenden bzw. wesentlichen Probleme bei der
Durchführung des OP oder im Zusammenhang mit Prüfungsfeststellungen gegeben, die
im Rahmen des Verfahrens gemäß Artikel 62 Absatz 1 Buchstabe d) Ziffer 1 der Ver-
ordnung (EG) Nr. 1083/2006 getroffen wurden.

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
99
3.3
Prioritätsachse C - Verbesserung des Zugangs zu Beschäftigung sowie
der sozialen Eingliederung von benachteiligten Perso-
nen
3.3.1 Ergebnisse und Fortschrittsanalyse
Materielle und finanzielle Fortschritte der Prioritätsachse C
Tabelle 16: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse C
(Status: Verwendungsnachweisgeprüft)
Indikatoren
*
Art
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
Insge-
samt
Indikator 16 -
Ergebnisindikator
Geförderte Teilnehmer sind
Ergebnis
70,0 %
70,0 %
zwei Jahre nach Beginn der
Zielvorgabe
70,0 %
Förderung beschäftigt
Ausgangswert
70,0 %
Indikator 17 -
Outputindikator
Langzeitarbeitslose
Ergebnis
0
29
1.735
1.764
Zielvorgabe
6.400
Ausgangswert
Indikator 18 -
Ergebnisindikator
Anteil der Personen, die
gegründet haben und zwei
Ergebnis
65,0 %
65,0 %
Jahre später noch selbst-
ständig sind
Zielvorgabe
65,0 %
Ausgangswert
65,0 %
Indikator 19 -
Outputindikator
Geförderte Gründer und
Ergebnis
0
1
557
558
Teilnehmer aus der AL
Zielvorgabe
7.000
Ausgangswert
Indikator 20 -
Ergebnisindikator
Zusätzlich aktivierte
Ergebnis
14.085
14.085
LZA
Zielvorgabe
48.300
Ausgangswert
Indikator 21 –
Outputindikator
Aktivierte / geförderte LZA
Ergebnis
0
0
2.598
2.598
und schwer Vermittelbare
Zielvorgabe
48.300
Ausgangswert
* Angaben lt. OP, eine Aufschlüsselung nach Geschlecht ist nicht vorgesehen

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
100
Tabelle 17: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse C
(Status: Bewilligt)
Indikatoren
*
Art
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
Insge-
samt
Indikator 16 -
Ergebnisindikator
Geförderte Teilnehmer sind
Ergebnis
70,0 %
70,0 %
zwei Jahre nach Beginn der
Zielvorgabe
70,0 %
Förderung beschäftigt
Ausgangswert
70,0 %
Indikator 17 -
Outputindikator
Langzeitarbeitslose
Ergebnis
947
8.494
2.775
12.216
Zielvorgabe
6.400
Ausgangswert
Indikator 18 -
Ergebnisindikator
Anteil der Personen, die
gegründet haben und zwei
Ergebnis
65,0 %
65,0 %
Jahre später noch selbst-
ständig sind
Zielvorgabe
65,0 %
Ausgangswert
65,0 %
Indikator 19 -
Outputindikator
Geförderte Gründer und
Ergebnis
0
766
556
1.322
Teilnehmer aus der AL
Zielvorgabe
7.000
Ausgangswert
Indikator 20 -
Ergebnisindikator
Zusätzlich aktivierte
Ergebnis
14.085
14.085
LZA
Zielvorgabe
48.300
Ausgangswert
Indikator 21 –
Outputindikator
Aktivierte / geförderte LZA
Ergebnis
548
11.717
7.390
19.655
und schwer Vermittelbare
Zielvorgabe
48.300
Ausgangswert
* Angaben lt. OP, eine Aufschlüsselung nach Geschlecht ist nicht vorgesehen

image
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
101
Tabelle 18: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse C
(Status: Verwendungsnachweisgeprüft)

image
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
102
Tabelle 19: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse C
(Status: Bewilligt)

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
103
Qualitative Analyse
A. Analyse der Ergebnisse anhand der finanziellen Angaben (Nummer 2.1.2), der
materiellen Indikatoren (Nummer 3.1.1) und sonstiger Angaben
Vorhabensbereich: Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Im Jahr 2009 wurden in diesem Vorhabensbereich sechs Vorhaben mit einem Umfang
von 79 TEUR bewilligt. Damit bleibt die Mittelbindung in diesem Bereich deutlich hinter
den ursprünglichen Planungen zurück. Geschuldet ist dieser Umstand der Tatsache,
dass die Träger der Schülerbeförderung zwischenzeitlich den Schülertransport mit eige-
nen Mitteln so organisiert haben, dass das Förderziel bereits ohne den Einsatz von Mit-
teln aus dem ESF weitestgehend erreicht wurde. Es gilt daher nunmehr, die in diesem
Bereich geplanten Mittel anderen Vorhabensbereichen zuzuführen, in denen sie für die
Erreichung der beschäftigungspolitischen Ziele des Europäischen Sozialfonds benötigt
werden.
Vorhabensbereiche: Chancengleichheit: Qualifizierungsmaßnahmen für Arbeitslose,
Anpassungsfortbildung für medizinisches. Personal; Qualifizierung für Menschen mit
Migrationshintergrund, Gesundheitsziele, Modellvorhaben, Studien, Qualifizierungs- und
Beschäftigungsprojekte für Benachteiligte (JBH), Integrationsprojekte für schwerbehin-
derte Menschen und psychisch Kranke, Kleinvorhaben zum Erhalt der Beschäftigungs-
fähigkeit und des sozialen Zusammenhalts, Kleinprojekte für soziale Zwecke (LOS),
Chancengleichheit: Soziale Eingliederung für Alleinerziehende
In diesem Vorhabensbereich ist der überwiegende Teil der Teilnehmenden weiblich (63
%). Die Jahres-Zielvorgabe der zu erreichenden Teilnehmenden wurde in der Summe
übertroffen (171 %).

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
104
Vorhabensbereich: Qualifizierung für Arbeitslose
Infolge von internen Umstrukturierungen wurden im Jahr 2009 die ESF-
Fördermöglichkeiten in der Prioritätsachse C des OP in einer Richtlinie (ESF-Richtlinie
Beschäftigungschancen) gebündelt. Die bisherigen Vorhabensbereiche „Projekte der
Qualifizierung von Arbeitslosen und Benachteiligten“ und „Projekte der Qualifizierung
von älteren Personen und älteren Arbeitslosen“ der ESF-Richtlinie Berufliche Bildung
wurden inhaltlich aus der ESF-Richtlinie Berufliche Bildung herausgelöst und in die ESF-
Richtlinie Beschäftigungschancen übernommen.
Ziel der Förderung in diesem Bereich ist die Erhöhung des Qualifikationsniveaus von
Arbeitslosen sowie der Erwerb von am Arbeitsmarkt verwertbaren Qualifikationen. Seit
Juni 2006 wird das Programm „Qualifizierung für Arbeitslose ohne Berufsabschluss zu
einem anerkannten Berufsabschluss“ durchgeführt. Dieses Programm bietet Arbeitslo-
sen ohne oder mit nicht mehr verwertbarem Berufsabschluss die Möglichkeit, einen
vollwertigen oder Teilabschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf zu erlangen.
Der Ausbildungsverlauf wird dabei individuell an vorhandene Berufserfahrungen und
Vorkenntnisse sowie an die spezifischen Potenziale des einzelnen Teilnehmers ange-
passt.
Die geplanten Zielwerte in diesem Bereich werden übertroffen. Zum Jahresende 2009
waren bereits 65,0 % der zur Verfügung stehenden Gesamtmittel für diesen Förderbe-
reich ausgeschöpft. Es handelt sich im Programm „Qualifizierung für Arbeitslose zu ei-
nem anerkannten Berufsabschluss“ um langfristige Qualifizierungsmaßnahmen mit vor-
aussichtlichem Projektende in 2014. Die bereits im Monitoring erfasste Teilnehmerzahl
wird nur noch geringfügig ansteigen.
Als weiteres Instrument wird auch seit Mitte 2009 die Qualifizierung von Angestellten im
Rahmen des Bundesprogramms Kommunal-Kombi gefördert. Ziel ist die Verbesserung
der Beschäftigungschancen der Teilnehmer im Anschluss an die geförderten Arbeits-
verhältnisse. Durch den Erwerb vorrangig anerkannter Abschlüsse oder Teilqualifikatio-
nen sollen die Teilnehmer befähigt werden, auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt besser

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
105
Fuß zu fassen. Dieses Förderinstrument wurde bislang in der Praxis jedoch kaum ange-
nommen. Im Jahr 2009 sind noch keine Bewilligungen erfolgt, zum Jahresende konnte
lediglich ein vorliegender Antrag verzeichnet werden.
Vorhabensbereich: Qualifizierung für arbeitslose Ältere
Auch dieser Vorhabensbereich wurde inhaltlich aus der ESF-Richtlinie Berufliche Bil-
dung ausgegliedert und in die ESF-Richtlinie Beschäftigungschancen übernommen. In
diesem Bereich werden Projekte zur Qualifizierung älterer Arbeitsloser durchgeführt, die
nach einer individuellen Bedarfsanalyse ausgewählte Qualifizierungsbausteine nutzen
können, um die Integration in den Arbeitsmarkt erfolgreich zu bewältigen. Gegenüber
dem Vorjahr ist auch im Jahr 2009 ein konstanter Förderverlauf zu verzeichnen, die ma-
teriellen Zielwerte werden erreicht. Die zur Verfügung stehenden Gesamtmittel sind mit
einer Mittelbindung von 6,5 Mio. EUR zum Jahresende 2009 bereits zu 90,0 % er-
schöpft.
Vorhabensbereich: Arbeitsmarktförderung (Einstellung von Benachteiligten)
Mit der ESF-Förderung im Bereich Arbeitsmarktförderung (Einstellung von Benachteilig-
ten) soll die Arbeitslosigkeit, insbesondere die Arbeitslosigkeit von benachteiligten Per-
sonengruppen im Förderzeitraum gesenkt werden. Ziel der Förderung ist es, dass Ar-
beitgeber sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze für am Arbeitsmarkt benachteiligte
Personen schaffen. Dadurch sollen der Zugang zum Arbeitsmarkt für arbeitslose be-
nachteiligte Personen verbessert und ihre Beschäftigungschancen erhöht werden.
Die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise auf dem Arbeitsmarkt zeigen sich
inzwischen auch bei der Inanspruchnahme der ESF-Zuschüsse für die Einstellung ar-
beitsloser Personen. Während im Jahr 2008 im Durchschnitt 55 Personen pro Monat mit
einem Einstellungszuschuss gefördert wurden, sanken die Förderfälle im Jahr 2009 um
fast 50 % auf 30 Einstellungszuschüsse monatlich.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
106
Um den Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf den sächsischen Arbeitsmarkt entge-
genzuwirken wurden mit der ESF-Richtlinie Beschäftigungschancen einige Förderkondi-
tionen zur Zusätzlichkeit, Nachbeschäftigungsfrist, Befristung von Arbeitsverhältnissen
und die Beschränkung auf KMU vereinfacht. Allerdings ist in den ersten Monaten nach
In-Kraft-Treten der neuen Regelungen noch keine zunehmende Inanspruchnahme der
Förderung zu verzeichnen. Hier bleibt die weitere Entwicklung abzuwarten. Bis zum 31.
Dezember 2009 wurden insgesamt 850 Einstellungszuschüsse mit einem Volumen von
7,4 Mio. EUR bewilligt (dies entspricht 42 % der geplanten Mittel). Der bei der Planung
des OP festgelegte Outputindikator von 4.000 Personen (571 p. a.) wird aufgrund von
bereits erfolgten Mittelumschichtungen bei der für 2010 vorgesehenen Änderung des
OP angepasst.
Der bei der OP-Planung festgelegte Outputindikator von 4.000 Personen (571 p. a.) wird
aufgrund von bereits erfolgten Mittelumschichtungen bei der für 2010 vorgesehenen OP-
Änderung ggf. angepasst.
Vorhabensbereich: Existenzgründungsförderung von Arbeitslosen
Zentrale Zielstellung der ESF-Existenzgründungsförderung von Arbeitslosen ist die Ver-
besserung der Rahmenbedingungen für arbeitslose Existenzgründer. Unterstützt wer-
den zum einen der Aufbau und die Stabilisierung einer selbständigen Existenz durch
Zuschüsse zum Lebensunterhalt in der Anfangsphase nach der Unternehmensgrün-
dung. Zum anderen steht die Vermittlung der erforderlichen Qualifikationen im Vorder-
grund.
Die bisherige Existenzgründungsförderung blieb bislang hinter den Erwartungen zurück.
Nach der bis zum 10. September 2009 geltenden ESF-Richtlinie Beschäftigungsförde-
rung wurden im Jahr 2009 lediglich 269 Existenzgründungszuschüsse bewilligt. Dies
liegt u. a. daran, dass der ESF-Existenzgründungszuschuss nicht wie geplant ausge-
reicht werden konnte. Durch die Aussetzung des Betriebsausgabenzuschusses wegen
der erforderlichen Abgrenzung zum ESF-Mikrodarlehen betrug der Zuschuss lediglich
500 EUR pro Monat für zwölf Monate. Aus fachlicher Sicht war diese Förderhöhe nicht
ausreichend und führt ggf. dazu, dass viel zu früh Privatentnahmen aus der Kasse des

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
107
jungen Unternehmens getätigt werden müssen. Gerade im Anfangsstadium einer Exis-
tenzgründung ist es aber erforderlich, dass Mittel des Unternehmens ausschließlich für
diesen Zweck eingesetzt werden, um die wirtschaftliche Basis des Unternehmens zu
stabilisieren und längerfristig zu stärken. Insbesondere trifft dies bei Kleinstgründungen
zu, die zu Beginn der wirtschaftlichen Tätigkeit in aller Regel nicht über finanzielle Rück-
lagen verfügen.
Mit der neuen ESF-Richtlinie Beschäftigungschancen wurden durch die Erhöhung des
Zuschusses und die Verlängerung der Förderdauer die finanziellen Rahmenbedingun-
gen für Existenzgründungen aus der Arbeitslosigkeit verbessert. Im Gegenzug wurden
auch die Qualitätsanforderungen verstärkt. Darüber hinaus besteht für Existenzgründer,
die den Gründungszuschuss der Bundesagentur für Arbeit erhalten, die Möglichkeit der
Aufstockung durch den ESF.
Durch die Neuausgestaltung des Existenzgründungszuschusses konnten bis 31. De-
zember 2009 bereits 129 Nichtleistungsempfänger und sowie 12 aufstockende Exis-
tenzgründungszuschüsse gefördert werden. Dies entspricht einer Zunahme von über
50,0 %. Zusammengefasst wurden 2009 insgesamt 410 arbeitslose Existenzgründer mit
einem ESF-Zuschuss gefördert.
Darüber hinaus werden potentielle Gründer bei ihrem Schritt in die unternehmerische
Selbständigkeit durch Qualifizierungsmaßnahmen unterstützt. Die Inanspruchnahme der
Förderung von Existenzgründerqualifizierungen verläuft nach wie vor konstant. Wie be-
reits im Vorjahr wurden auch im Jahr 2009 insgesamt 17 Qualifizierungskurse gefördert.
Nach den Auswertungen der SAB wurden für den Förderzeitraum 2007-2013 bislang
560 Teilnehmereintritte verzeichnet.
Aufgrund des verhaltenen Anlaufens der Förderung konnten die geplanten Zielwerte
noch nicht erfüllt werden. Insgesamt wurden 828 Existenzgründungszuschüsse bewilligt
sowie 561 Teilnehmereintritte in Existenzgründerkurse verzeichnet. Somit wurden im
Förderzeitraum 2007 bis 2013 bislang 1.389 Teilnehmer gefördert.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
108
Aufgrund von bereits erfolgten Mittelumschichtungen ist der bei der Planung des OP
festgelegte Outputindikator für den Bereich „Existenzgründungsförderung von Arbeitslo-
sen“ von 7.000 Personen (1.000 p. a.) nicht erreichbar und wird daher bei der für 2010
vorgesehenen Änderung des OP gegebenenfalls angepasst werden.
Vorhabensbereich: Weiterbildung ehrenamtlich tätiger oder privater Personen
Bei der Weiterbildung ehrenamtlich tätiger oder privater Personen konnten die Zielvor-
gaben nicht erreicht werden. Insgesamt ist bei den ehrenamtlich tätigen oder privaten
Personen eine sehr geringe Weiterbildungsneigung zu verzeichnen.
Insbesondere im Bereich des Landtourismus und im Forstbereich wurden jedoch bereits
gezielt Maßnahmen ergriffen (u. a. Vergabe eines Qualifizierungskonzeptes, Infoveran-
staltungen mit den entsprechenden Wirtschafts- und Sozialpartnern, um diese als Multi-
plikatoren zu aktivieren, Arbeitsgespräche mit geeigneten Bildungsträgern) um die För-
deraktivitäten in der Prioritätsachse C zu erhöhen.
Da ein spürbarer Anstieg der Fördertätigkeit bislang dennoch ausbleibt und die zu Be-
ginn der Förderperiode prognostizierten Gesamtzielvorgaben nicht mehr erreichbar
scheinen, wurde bereits eine Mittelumschichtung innerhalb der Prioritätsachse vorge-
nommen. Im Zusammenhang mit der strukturellen Anpassung des Indikators 21 muss
demzufolge auch eine Anpassung der Zielwerte erfolgen.
Vorhabensbereich: Förderung der Beschäftigungsfähigkeit
Durch die Förderung der Beschäftigungsfähigkeit sollen zum einen die Eingliederungs-
chancen von Langzeitarbeitslosen gesteigert und zum anderen einer sozialen Ausgren-
zung der Betroffenen entgegengewirkt werden. Nach der bis zum 10. September 2009
geltenden ESF-Richtlinie Beschäftigungsförderung wurden Vorhaben zur Wiederherstel-
lung, zum Erhalt und zur Steigerung der Beschäftigungsfähigkeit von Langzeitarbeitslo-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
109
sen sowie der Einsatz von Projektkoordinatoren für arbeitsmarktpolitische Vorhaben ge-
fördert.
Die hohe Inanspruchnahme der Förderung von Projektkoordinatoren durch die Träger
war auch 2009 unverändert hoch. Insgesamt wurden 37 Anträge mit einem Mittelvolu-
men von über 1,5 Mio. EUR bewilligt.
Die Beschäftigungsprojekte in KMU für SGB II-Anspruchsberechtigte mussten aufgrund
verfahrenstechnischer Schwierigkeiten von der Förderung ausgesetzt werden. Die Vor-
haben in gemeinwohlorientierten Bereichen und die Vorhaben in KMU für Nichtleis-
tungsempfänger haben sich erst Ende 2008 etabliert, sind jedoch im Jahr 2009 verstärkt
angelaufen. Allein von Januar bis Ende Juli 2009 wurden für die Projekte Bewilligungen
von rund 7,0 Mio. EUR vorgenommen, weitere rund 9,0 Mio. EUR befanden sich im Au-
gust 2009 in der Antragsbearbeitung. Der sprunghafte Anstieg der Nachfrage führte da-
zu, dass die Förderung der Beschäftigungsprojekte ab August 2009 auf Auswahlrunden
umgestellt und das Budget begrenzt werden musste, um auch in den nächsten Jahren
noch Mittel für die Förderung der Beschäftigungsfähigkeit von Langzeitarbeitslosen vor-
halten zu können.
Mit der ESF-Richtlinie Beschäftigungschancen wurden zwei neue Förderbereiche „Vor-
haben zur Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit“ und „gemeinwohlorientierte Be-
schäftigungsverhältnisse“ geschaffen, in die die wesentlichen inhaltlichen Elemente der
bisherigen Fördergegenstände des Bereichs „Förderung der Beschäftigungsfähigkeit
von Langzeitarbeitslosen“ integriert wurden.
Bei der ersten Auswahlrunde im November 2009 für den Bereich der gemeinwohlorien-
tierten Beschäftigungsverhältnisse wurden aus 43 eingereichten Projektanträgen 27 för-
derwürdige Vorhaben mit einem Volumen von ca. 5,5 Mio. EUR ausgewählt, die z. T.
nach erforderlichen Überarbeitungen für eine Förderung vorgesehen sind. Bis 31. De-
zember 2009 konnten davon fünf Vorhaben mit einem Bewilligungsvolumen von ca. 1,0
Mio. EUR bereits bewilligt werden. Inzwischen wurde die Entscheidung getroffen, diesen
Förderbereich nicht fortzuführen (d. h. keinen weiteren Stichtag festzulegen), sondern

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
110
den Fokus auf die Vorhaben zur Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit zu legen,
die sich stärker am individuellen Förderbedarf der Langzeitarbeitslosen orientieren.
Bei der Auswahlrunde zu den Vorhaben zur Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit
im Dezember 2009 wurden aus 29 eingereichten Projektvorschlägen neun Vorhaben mit
einem Volumen von ca. 1,7 Mio. EUR ausgewählt, die z. T. nach Überarbeitung zur An-
tragstellung aufgefordert werden. Der nächste Stichtag ist für Mai 2010 vorgesehen. Bis
Ende Dezember 2009 wurden für den Bereich „Förderung der Beschäftigungsfähigkeit“
insgesamt 6.271 Teilnehmereintritte registriert. Davon entfallen 592 auf die Vorhaben im
gemeinwohlorientierten Bereich, 324 auf die KMU-Fördervariante und 5.355 auf die Pro-
jektkoordinatoren. Insofern wird deutlich, dass der im OP für den Bereich der Beschäfti-
gungsfähigkeit festgelegte Zielwert von 3.000 Teilnehmern insgesamt bereits allein
durch die Projektkoordinatorenförderung übererfüllt wird.
Vorhabensbereich: Maßnahmen zur Alphabetisierung
Unter dem Aspekt der Integration Benachteiligter werden Projekte zur Alphabetisierung
von funktionalen Analphabeten gefördert. Diese zielen auf die Erhöhung der Beschäfti-
gungsfähigkeit der Teilnehmer, ihrer möglichen Eingliederung in das Erwerbsleben und
ihrer besseren sozialen Integration. Die Alphabetisierungsmaßnahmen werden in Teil-
zeitkursen einschließlich sozialpädagogischer Betreuung durchgeführt.
Jährlich sollen Alphabetisierungskurse für etwa 190 funktionale Analphabeten angebo-
ten werden, wofür pro Jahr Gesamtausgaben in Höhe von 1.188.817 EUR, davon ESF-
Mittel in Höhe von 892.694 EUR, geplant sind. Im Haushaltsjahr 2009 wurden Bewilli-
gungen für 31 Vorhaben mit einem Gesamtvolumen in Höhe von 1,759 Mio. EUR aus-
gesprochen. 396 Teilnehmer können von diesen Maßnahmen profitieren.
Dies zeigt, dass diese Fördermöglichkeit für Benachteiligte sehr gut angenommen wird
und die tatsächlichen Bedarfe sogar über die Planung hinausgehen. Aussagen zur quali-
tativen Zielerreichung dieser Vorhaben können derzeit noch nicht getroffen werden, da

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
111
es sich hier um längerfristige Projekte handelt, die ganz überwiegend erst im Jahr 2010
abgeschlossen werden.
Den Sachberichten zu den im Jahr 2008 bewilligten und im Jahr 2009 abgeschlossenen
Vorhaben kann entnommen werden, dass der ganz überwiegende Teil der Teilnehmer
die Alphabetisierungskurse bis zum Ende durchläuft (bei 345 Teilnehmern 34 Abbrü-
che). Mithin konnte das mit der Förderung gesetzte Ziel, dass 80,0 % der Teilnehmer
eine Bestätigung der erfolgreichen Teilnahme erhalten, erreicht werden.
Der Leistungsstand der Teilnehmer am Ende der Alphabetisierungskurse ist stark von
den individuellen Fähigkeiten abhängig und reicht vom fehlerfreien Lesen und Abschrei-
ben einfacher Wörter bis hin zur fehlerfreien schriftlichen Wiedergabe kleiner Texte.
Daneben erfahren die Teilnehmer nach Beobachtungen der Projektträger weitere per-
sönliche Entwicklungen, die im Hinblick auf ihre Beschäftigungsfähigkeit und soziale
Integration positiv zu bewerten sind.
Insgesamt wird bei allen Unterschieden in den Vorraussetzungen und Lernerfolgen der
Teilnehmer durch die Träger übereinstimmend eingeschätzt, dass die Teilnehmer durch
die Kurse einen Zuwachs an Selbstbewusstsein und Integrationsbereitschaft bzw.
-zuversicht zeigen. Es gibt natürlich auch den Rückzug in das gewohnte Umfeld. Für
viele ist es ein Erfolg, sich zu „outen“ und überhaupt an der Maßnahme teilzunehmen.
Regelmäßiges und pünktliches Erscheinen ist ebenfalls ein Erfolg. Die allgemeine
Sprachkompetenz und die Schriftsprachkompetenz werden gesteigert. Die Teilnehmer
registrieren eine persönliche Steigerung in den Kategorien: Lern- und Arbeitshaltung,
Soziale und Personale Kompetenzen, Lernkompetenzen.
Von den Teilnehmern haben fünf eine Arbeit aufgenommen, zwei das Berufsvorberei-
tende Jahr begonnen, drei eine Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung
erhalten, ein Teilnehmer die Fahrschule begonnen, ein Teilnehmer zur Probearbeit ein-
gestellt und ein Teilnehmer eine Weiterbildung begonnen. Dies mag angesichts der
Teilnehmerzahlen sehr gering erscheinen. Angesichts der bestehenden Beschäfti-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
112
gungshemmnisse bei den Teilnehmern, die weit über den funktionalen Analphabetismus
hinausgehen, ist dies jedoch als großer Erfolg zu werten. Dies ist im Hinblick auf die an-
gestrebte Eingliederung der Teilnehmer ins Erwerbsleben sehr positiv zu bewerten. Im
Ergebnis ist somit für alle Teilnehmer neben der Erhöhung ihrer Lese- und Schreib-
kenntnisse eine Verbesserung ihrer gesellschaftlichen Teilhabemöglichkeit zu verzeich-
nen.
Darüber hinaus wurde 2009 die Einrichtung einer Koordinierungsstelle Alphabetisierung
bewilligt, die dazu beitragen soll, dauerhafte Kooperationsbeziehungen zwischen den
Akteuren in der Alphabetisierungsarbeit aufzubauen bzw. weiterzuführen sowie die Zahl
und die Qualität (durch Einführung von Qualitätsstandards) der über den ESF mitfinan-
zierten Alphabetisierungsmaßnahmen, die flächendeckend in ganz Sachsen angeboten
werden sollen, zu erhöhen. Dadurch soll die Akzeptanz von Alphabetisierungsmaßnah-
men sowohl bei den Betroffenen als auch bei den Akteuren erhöht und die Zahl der
funktionalen Analphabeten auf Dauer verringert werden.
Vorhabensbereich: Qualifizierung und Eingliederung Strafgefangener
Gefördert werden Vorhaben, die die Beschäftigungsfähigkeit und die Vermittelbarkeit
von Gefangenen auf dem Arbeitsmarkt erhalten bzw. verbessern sowie die Vorbereitung
auf die berufliche Integration nach der Haftentlassung unterstützen. Mit dieser Zielset-
zung fanden im Jahr 2009 in den 10 sächsischen Justizvollzugsanstalten ca. 60 berufli-
che und sozialpädagogische Vorhaben für Gefangene mit ca. 770 Teilnehmerplätzen
statt – davon ca. 700 in Qualifizierungsmaßnahmen anerkannter Ausbildungsberufe.
Da die Mehrzahl der Inhaftierten über keine abgeschlossenen Schul- oder Berufsausbil-
dungen verfügen und vor dem Haftantritt zumeist keiner regelmäßigen Beschäftigung
nachgingen, eröffnen die angebotenen Qualifizierungsmaßnahmen für den Einzelnen
eine berufliche Perspektive und eine Chance auf ein straffreies Leben nach der Haftent-
lassung. Für den Vorhabensbereich C.7.7 stehen 28,96 Mio. EUR ESF-Mittel zur Verfü-
gung. Davon wurden bis 31. Dezember 2009 11,82 Mio. EUR gebunden und 5,61 Mio.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
113
EUR ausgezahlt. Somit wurden bis Ende 2009 40,8 % der Mittel gebunden und 19,4 %
ausgezahlt.
B. Angaben über die Wirkungen der Förderung der Chancengleichheit von Män-
nern und Frauen
Vorhabensbereich: Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Bei allen Maßnahmen wird zwingend vorausgesetzt, dass der gleichberechtigte Zugang
von Frauen und Männern gewährleistet ist und bei der inhaltlichen Ausgestaltung den
Unterschieden der Geschlechter ausreichend Rechnung getragen wird.
Vorhabensbereich: Qualifizierung für Arbeitslose
Gefördert wird die Qualifizierung von arbeitslosen Personen ohne auf dem Arbeitsmarkt
verwertbaren Berufsabschluss zu einem anerkannten Berufsabschluss. Grundlage für
eine erfolgreiche Qualifizierung ist die individuelle Umsetzung des Programms (umfang-
reiche Eignungsfeststellung und berufliche Orientierung, Ermittlung der vorhandenen
Berufserfahrung, Stärken und Schwächen, Erarbeitung eines individuellen Curriculums
für jeden Teilnehmer gemäß der persönlichen Voraussetzungen und Lebensbedingun-
gen). Hinzu kommen bedarfsgerechte Unterstützungsmaßnahmen und eine sozialpäda-
gogische Betreuung, so dass soziale Benachteiligungen kompensiert werden können
und auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert wird. Frauen und Männer
erhalten die gleichen Chancen auf existenzsichernde Arbeit am Arbeitsmarkt. So wer-
den z. B. im Rahmen dieses Programms u. a. auch die zusätzlichen Kinderbetreuungs-
kosten gefördert.
Vorhabensbereich: Qualifizierung für arbeitslose Ältere
Im Bereich „Qualifizierung für arbeitslose Ältere“ sind bisher keine Tatsachen bekannt,
die eine Diskrepanz hinsichtlich der Chancengleichheit von Männern und Frauen vermu-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
114
ten lassen. Alle Projektträger sind zu einer Projektumsetzung mit chancengleicher Teil-
habe von Männern und Frauen verpflichtet
Vorhabensbereich: Arbeitsmarktförderung (Einstellung von Benachteiligten)
Die Zielgruppe der Förderung ergibt sich aus dem Benachteiligtenbegriff der Allgemei-
nen Gruppenfreistellungsverordnung der Kommission. Danach erfolgt keine Unterschei-
dung zwischen männlichen oder weiblichen Geschlecht (z. B. Personen, die älter als 50
Jahre sind oder Personen, die in den vorangegangenen sechs Monaten keiner regulär
bezahlten Beschäftigung nachgegangen sind), sodass die chancengleiche Teilnahme
gegeben ist. Jedoch ist die Entscheidung zur Bewilligung der Einstellung einer Person
letztlich davon abhängig, ob alle Fördervoraussetzungen erfüllt sind.
Vorhabensbereich: Existenzgründungsförderung von Arbeitslosen
Im Rahmen der Existenzgründungsförderung von Arbeitslosen ist bei der Auswertung
der bisher erfolgten Teilnehmereintritte ein weitestgehend ausgeglichenes Verhältnis
zwischen Männern (46,0 %) und Frauen (54,0 %) festzustellen.
Vorhabensbereich: Weiterbildung ehrenamtlich tätiger oder privater Personen
Es sind keine Tatsachen bekannt, die eine Beeinträchtigung der Chancengleichheit von
Männern und Frauen vermuten lassen. Insofern wurde bisher keine Notwendigkeit ge-
sehen, gezielte Maßnahmen zur Erhöhung der Chancengleichheit zu treffen.
Vorhabensbereich: Förderung der Beschäftigungsfähigkeit
Im Bereich „Förderung der Beschäftigungsfähigkeit“ sind bisher keine Tatsachen be-
kannt, die eine Diskrepanz bei der Chancengleichheit von Männern und Frauen vermu-
ten lassen. 48,0 % der eingetretenen Teilnehmer waren weiblich, 52 % männlich.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
115
Vorhabensbereich: Maßnahmen zur Alphabetisierung
Bei allen Maßnahmen wird zwingend vorausgesetzt, dass der gleichberechtigte Zugang
von Frauen und Männern gewährleistet ist und bei der inhaltlichen Ausgestaltung den
Unterschieden der Geschlechter ausreichend Rechnung getragen wird.
Vorhabensbereich: Qualifizierung und Eingliederung Strafgefangener
Bei der Konzeption und Durchführung der Qualifizierungsmaßnahmen wird auf eine
chancengleiche Teilnahme von weiblichen Gefangenen geachtet.
C. Analyse der Verwendung der Fonds gemäß Art. 34 Absatz 2 der Verordnung
(EG) Nr. 1083/2006 verwendet wurde.
Für ESF-Programme sind die Angaben gemäß Art. 10 der Verordnung (EG) 1081/2006
zu liefern:
a)
Durchgängige Berücksichtigung des Gleichstellungsaspekts sowie etwaiger ge-
schlechtsspezifischer Aktionen;
b) Aktionen zur Förderung der Teilnahme von Migranten am Erwerbsleben und
dadurch zur Förderung ihrer sozialen Eingliederung;
c)
Aktionen zur Förderung der Integration von Minderheiten ins Erwerbsleben und
dadurch Förderung ihrer sozialen Eingliederung;
d) Aktionen zur Förderung der Integration anderer benachteiligter Gruppen, ein-
schließlich Menschen mit Behinderungen, ins Erwerbsleben und zur Förderung
ihrer sozialen Eingliederung;
e) Innovative Maßnahmen, einschließlich einer Darlegung der Themen und der
Ergebnisse sowie der Verbreitung und durchgängigen Berücksichtigung;
f) Transnationale und/oder interregionale Aktionen.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
116
Vorhabensbereich: Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Bei allen Maßnahmen wird zwingend vorausgesetzt, dass der gleichberechtigte Zugang
von Frauen und Männern wie auch von Minderheiten und Menschen mit Migrationshin-
tergrund gewährleistet ist. Transnationale Maßnahmen spielen in diesem Vorhabensbe-
reich keine Rolle.
Vorhabensbereich: Qualifizierung für Arbeitslose
Die Möglichkeit nach Art. 34 Abs. 2 Verordnung (EG) Nr. 1083/2006, bis 10,0 % der
Gemeinschaftsbeteiligung der Prioritätsachse für bestimmte Teile der ESF-Vorhaben zu
verwenden, die in den Interventionsbereich des EFRE fallen, wurde nicht in Anspruch
genommen.
c) Der Förderbereich Qualifizierung für Arbeitslose zielt auf die Integration von (Lang-
zeit-) Arbeitslosen in den ersten Arbeitsmarkt mittels des Erwerbs aktuell auf dem Ar-
beitsmarkt nachgefragter Qualifikationen. Ein Ergebnis der Evaluierung ist ebenfalls
die starke positive Wirkung auf die soziale Eingliederung der Teilnehmer.
d) Das Programm „Qualifizierung für Arbeitslose zu einem anerkannten Berufsab-
schluss“ ist in seiner Ausgestaltung hinsichtlich einer verkürzten modularen Qualifizie-
rung zur Vorbereitung auf die Externenprüfung mit der individuellen Unterstützung
durch Stützunterricht sowie sozialpädagogischer Begleitung deutschlandweit einma-
lig. Ein Transfer der Ergebnisse in Maßnahmen der Arbeitsverwaltung sowie Förder-
projekte des Bundes wird kontinuierlich angestrebt.
Vorhabensbereich: Qualifizierung für arbeitslose Ältere
Die Möglichkeit nach Art. 34 Abs. 2 Verordnung (EG) Nr. 1083/2006, bis 10,0 % der
Gemeinschaftsbeteiligung der Prioritätsachse für bestimmte Teile der ESF-Vorhaben zu
verwenden, die in den Interventionsbereich des EFRE fallen, wurde nicht in Anspruch
genommen.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
117
c) Die Projekte zur Qualifizierung Älterer unterstützt die Eingliederung von Benachteilig-
ten (älteren Arbeitslosen) in das Erwerbsleben.
Vorhabensbereich: Arbeitsmarktförderung (Einstellung von Benachteiligten)
Die Möglichkeit nach Art. 34 Abs. 2 Verordnung (EG) Nr. 1083/2006, bis 10,0 % der
Gemeinschaftsbeteiligung der Prioritätsachse für bestimmte Teile der ESF-Vorhaben zu
verwenden, die in den Interventionsbereich des EFRE fallen, wurde nicht in Anspruch
genommen.
Vorhabensbereich: Existenzgründungsförderung von Arbeitslosen
Die Möglichkeit nach Art. 34 Abs. 2 Verordnung (EG) Nr. 1083/2006, bis 10,0 % der
Gemeinschaftsbeteiligung der Prioritätsachse für bestimmte Teile der ESF-Vorhaben zu
verwenden, die in den Interventionsbereich des EFRE fallen, wurde nicht in Anspruch
genommen.
Vorhabensbereich: Weiterbildung ehrenamtlich tätiger oder privater Personen
In diesem Bereich werden im ESF bisher keine Aktionen finanziert, die in den Interventi-
onsbereich des EFRE fallen. Es sind keine Tatsachen bekannt, die eine Diskrepanz bei
der Chancengleichheit von Männern und Frauen vermuten lassen. Unabhängig vom
Geschlecht haben Frauen und Männern im gleichen Maße Zugang zu alle Förderge-
genständen. Geschlechtsspezifische Aktionen wurden deshalb bisher nicht durchge-
führt. Gesonderte Aktionen zur Förderung von Frauen, zur Integration von Minderheiten
oder benachteiligten Gruppen werden im Bereich der Weiterbildung von ehrenamtlich
tätigen oder privaten Personen nicht durchgeführt. Der Bereich der Weiterbildung von
ehrenamtlich tätigen oder privaten Personen bietet grundsätzlich die Möglichkeit für die
Umsetzung innovativer Maßnahmen. Transnationale und / oder interregionale Aktionen
werden im Rahmen der Prioritätsachse E umgesetzt.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
118
Vorhabensbereich: Förderung der Beschäftigungsfähigkeit
Die Möglichkeit nach Art. 34 Abs. 2 Verordnung (EG) Nr. 1083/2006, bis 10,0 % der
Gemeinschaftsbeteiligung der Prioritätsachse für bestimmte Teile der ESF-Vorhaben zu
verwenden, die in den Interventionsbereich des EFRE fallen, wurde nicht in Anspruch
genommen.
Vorhabensbereich: Maßnahmen zur Alphabetisierung
Unter dem Aspekt der Integration Benachteiligter werden Projekte zur Alphabetisierung
von funktionalen Analphabeten gefördert. Diese zielen auf die Erhöhung der Beschäfti-
gungsfähigkeit der Teilnehmer, ihrer möglichen Eingliederung in das Erwerbsleben und
ihrer besseren sozialen Integration. Bei allen Maßnahmen wird zwingend vorausgesetzt,
dass der gleichberechtigte Zugang von Frauen und Männern, wie auch Minderheiten
und Menschen mit Migrationshintergrund gewährleistet ist und diesem bei der inhaltli-
chen Ausgestaltung ausreichend Rechnung getragen wird. Personen nach §§ 1 bis 4
des Gesetzes über die Angelegenheiten der Vertriebenen und Flüchtlinge und Personen
im Sinne des Gesetzes über den Aufenthalt, die Erwerbstätigkeit und die Integration von
Ausländern im Bundesgebiet können an diesen Kursen nicht teilnehmen. Für diesen
Personenkreis sind Integrationskurse vorgesehen, die aus Bundesmitteln finanziert wer-
den. Hierbei gibt es auch spezielle Kurse für Analphabeten mit Migrationshintergrund,
welche die besondere Situation berücksichtigen, die die Kombination aus Analphabe-
tismus und dem Erlernen einer anderen Sprache als der Herkunftssprache bedingt. Eine
Förderung aus Mitteln des ESF ist für diesen Personenkreis daher nicht notwendig.
Transnationale Maßnahmen spielen in diesem Vorhabensbereich keine Rolle.
Vorhabensbereich: Qualifizierung und Eingliederung Strafgefangener
Die Möglichkeit nach Art. 34 Abs. 2 VO (EG) Nr. 1083/2006 bis zu 10,0 % der Gemein-
schaftsbeteiligung der Prioritätsachse für bestimmte Teile der ESF-Vorhaben zu ver-
wenden, die in den Interventionsbereich des EFRE fallen, wurde nicht in Anspruch ge-
nommen. Sofern Migranten, Minderheiten und anderer benachteiligter Gruppen zur Ziel-

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
119
gruppe der ESF-Richtlinie Qualifizierung Gefangener gehören, haben sie ebenfalls in
Abhängigkeit von persönlichen Fähigkeiten und der Art der Maßnahme grundsätzlich
gleiche Zugangsmöglichkeiten. Konkrete Fallzahlen wurden jedoch nicht erfasst.
3.3.2 Wesentliche aufgetretene Probleme und getroffene Abhilfemaßnahmen
Es hat im Berichtsjahr keinerlei schwerwiegenden bzw. wesentlichen Probleme bei der
Durchführung des OP oder im Zusammenhang mit Prüfungsfeststellungen gegeben, die
im Rahmen des Verfahrens gemäß Artikel 62 Absatz 1 Buchstabe d) Ziffer 1 der Ver-
ordnung (EG) Nr. 1083/2006 getroffen wurden.

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
120
3.4
Prioritätsachse E - Transnationale Maßnahmen
3.4.1 Ergebnisse und Fortschrittsanalyse
Materielle und finanzielle Fortschritte der Prioritätsachse E
Tabelle 20: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse E
(Status: Verwendungsnachweisgeprüft)
Indikatoren*
Art
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
Insge-
samt
Indikator 22 –
Ergebnisindikator
Erhöhung der Teilnahme an Ergebnis
1.200
1.200
2.400
transnationaler
Zielvorgabe
12.810
Qualifizierung
Ausgangswert
Indikator 23 –
Outputindikator
Personen, die an trans-
Ergebnis
0
0
19
19
nationalen Maßnahmen
Zielvorgabe
8.400
teilnehmen
Ausgangswert
* Angaben lt. OP, eine Aufschlüsselung nach Geschlecht ist nicht vorgesehen
Tabelle 21: Stand der materiellen Abwicklung der Prioritätsachse E
(Status: Bewilligt)
Indikatoren*
Art
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
Insge-
samt
Indikator 22 –
Ergebnisindikator
Erhöhung der Teilnahme an Ergebnis
1.200
1.200
2.400
transnationaler
Zielvorgabe
12.810
Qualifizierung
Ausgangswert
Indikator 23 –
Outputindikator
Personen, die an trans-
Ergebnis
0
238
6
244
nationalen Maßnahmen
Zielvorgabe
8.400
teilnehmen
Ausgangswert
* Angaben lt. OP, eine Aufschlüsselung nach Geschlecht ist nicht vorgesehen

image
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
121
Tabelle 22: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse E
(Status: Verwendungsnachweisgeprüft)

image
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
122
Tabelle 23: Nach Zielgruppen aufgeschlüsselte Angaben gemäß Anhang XXIII der Verordnung (EG) Nr. 1828/2006 für die Prioritätsachse E
(Status: Bewilligt)

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
123
Qualitative Analyse
A. Analyse der Ergebnisse anhand der finanziellen Angaben (Nummer 2.1.2), der
materiellen Indikatoren (Nummer 3.1.1) und sonstiger Angaben
Vorhabensbereich: transnationale Bildung
Die Förderung von transnationalen Maßnahmen ist in der ESF-Richtlinie „Berufliche Bil-
dung vorgesehen. Dabei sollen Projekte einschließlich Studien und Konzepte gefördert
werden, die zum Erwerb wirtschaftlicher, fachlicher oder interkultureller Kompetenzen
von Auszubildenden, Arbeitnehmern und Unternehmen beitragen Zur Klärung von ver-
waltungstechnischen Rahmenbedingungen hat die AG Transnationalität unter Federfüh-
rung der Verwaltungsbehörde ESF ihre Arbeit aufgenommen. Eine Nachfrage zur Un-
terstützung von transnationalen Vorhaben seitens der Projektträger lag bisher noch nicht
vor.
Vorhabensbereich: Auslandspraktika für Berufsfachschüler
Unter dem Aspekt der Transnationalität werden Projekte gefördert, die mehrmonatige
Auslandspraktika für Berufsfachschüler, die sich in der Ausbildung zum Fremdspra-
chenkorrespondenten, Assistenten für Hotelmanagement oder zum Internationalen Tou-
ristikassistenten befinden, zum Gegenstand haben. Die Praktika können in Mitgliedstaa-
ten der Europäischen Union, in Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz, in der
Russischen Föderation oder einem anderen osteuropäischen Drittland durchgeführt
werden und müssen inhaltlich so ausgestaltet sein, dass sie den Teilnehmern Sicherheit
im Gebrauch der Fremdsprache in Beruf und Alltag und ausreichende Kenntnisse zu
Wirtschaft, Politik und Kultur des Gastlandes vermitteln. Ziel ist die Verbesserung der
sprachlichen und interkulturellen Kompetenzen und damit die Steigerung der Einstel-
lungschancen der Berufsfachschüler auf dem ersten Arbeitsmarkt. Für diese Maßnahme
sind jährliche Gesamtausgaben in Höhe von 1.815,7 TEUR, davon ESF-Mittel in Höhe
von 1.361,7 TEUR, geplant. Die Monitoringdaten zeigen, dass dieser Vorhabensbereich
trotz schwindender Schülerzahlen und einer Erholung des Ausbildungsmarktes sehr gut

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
124
angenommen wird. Im Jahr 2009 wurden 18 Anträge mit einem Fördervolumen in Höhe
von rund 1.644 TEUR für 295 Teilnehmer bewilligt. Dies entspricht voll und ganz den
Erwartungen. Die Förderung wird folglich sehr gut angenommen und kann als erfolgrei-
ches Instrument in Bezug auf Transnationalität bewertet werden. Die Evaluierung dieses
Vorhabensbereiches ergab, dass nahezu alle Teilnehmer wie auch die Lehrkräfte eine
Zunahme der sprachlichen und interkulturellen Fähigkeiten feststellten. Ganz überwie-
gend wurden eine Zunahme der sprachlichen Sicherheit bzw. so große Fortschritte fest-
gestellt, dass sich die Schüler nun ohne Schwierigkeiten in der jeweiligen Sprache ver-
ständigen können.
Vorhabensbereich: Sprachkurse für Lehrer
Es werden Vorhaben für etwa 30 sächsische Grund- und Mittelschullehrer gefördert, die
die Vermittlung von Sprachkenntnissen in Tschechisch oder Polnisch zur Verbesserung
der interkulturellen Kompetenzen in Bezug auf die beiden Nachbarländer zum Gegens-
tand haben. Dadurch sollen die Lehrer in die Lage versetzt werden, in Polnisch- und
Tschechisch-Arbeitsgemeinschaften und in gleichartigen Neigungskursen den Schülern
ein sprachliches und interkulturelles Niveau zu vermitteln, das es ihnen ermöglicht, nach
ihrer beruflichen Ausbildung in der Grenzregion beruflich tätig zu werden. Diese Förde-
rung ist planmäßig noch nicht angelaufen. Es ist vorgesehen, im Jahr 2010 die Aus-
schreibung für entsprechende Dienstleistungsvereinbarungen durchzuführen.
Vorhabensbereich: transnationale Ausbildung
Im Rahmen der beruflichen Erstausbildung wird der Erwerb interkultureller Kompeten-
zen während der betrieblichen Berufsausbildung durch Auslandspraktika gefördert. Im
Programm LEP Trans werden zusätzliche betriebsnahe Ausbildungsplätze mit integrier-
ten Ausbildungsabschnitten im Ausland gefördert. Ziel des Auslandsaufenthalts ist die
Erweiterung des Fachwissens, die Erweiterung beruflicher Erfahrungen sowie das Ken-
nenlernen der Arbeitswelt, der Kultur und der Lebensweise des Ziellandes. Im Jahr 2009
wurden für das Programm LEP transnational drei Projekte mit einem Bewilligungsvolu-
men von ca. 9,2 Mio. EUR gefördert. Das Förderinstrument Auslandsaufenthalte sächsi-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
125
scher Auszubildender wurde jedoch mit bislang acht geförderten Projekten und einem
Mitteleinsatz von 36 TEUR kaum genutzt. Ursachen liegen im hohen Organisationsauf-
wand für die Unternehmen bei der Entsendung von Auszubildenden ins Ausland sowie
der noch unzureichenden Wahrnehmung der Potentiale von Auslandsaufenthalten der
Auszubildenden oder Mitarbeiter. Insofern ist der geplante Zielwert von 560 Teilnehmern
pro Jahr derzeit zum Stand 31. Dezember 2009 mit 682 Teilnehmereintritten noch un-
tererfüllt. Seit Oktober 2009 wird daher die Beratungseinrichtung APIK (AuslandsPrakti-
kaInterkulturelleKompetenz) gefördert. Deren Projektmitarbeiter sollen mit einem umfas-
senden Beratungsangebot aus einer Hand die sächsischen Unternehmen dahingehend
sensibilisieren, dass Schritte zu einer Internationalisierung wirtschaftlich sinnvoll sind
und künftig an Bedeutung gewinnen werden. Die Beratungsstelle informiert und unter-
stützt Unternehmer, Mitarbeiter, Auszubildende und Eltern zu allen Fragen rund um Aus-
landsaufenthalte und zu geeigneten Förderprogrammen. Geplant ist zudem die Förde-
rung internationaler Berufswettbewerbe zur Förderung interkultureller und sprachlicher
Kompetenzen sowie des Austauschs über die Chancen und Grenzen der verschiedenen
Berufsausbildungssysteme. Insgesamt ist im Jahr 2009 für den Förderbereich „transna-
tionale Ausbildung“ eine steigende Tendenz der Auslastung gegenüber dem Vorjahr zu
verzeichnen (2008: 8,3 Mio. EUR, 2009: 11,6 Mio. EUR).
Vorhabensbereich: Transnationale Studienabschlussstipendien
Der Fördergegenstand trat mit Änderung des Sächsischen Hochschulgesetzes
(SächsHSG) zum 1. Januar 2009 in Kraft. Transnationale Studienabschlussstipendien
dienen der Vernetzung von Studierenden an sächsischen Hochschulen aus mittel- und
osteuropäischen Staaten mit der sächsischen Wissenschaft und Wirtschaft. Studieren-
den aus den Staaten Mittel- und Osteuropas sollen durch die Vergabe von Stipendien in
Höhe von 638 EUR pro Monat, die dem Lebensunterhalt dienen, die Beendigung des
fachspezifischen Studiums an sächsischen Hochschulen und das Kennenlernen der
sächsischen Wirtschaft ermöglicht werden. Die Förderung beträgt längstens zwei Jahre.
2009 wurden sechs Stipendien an Studenten aus Mittel- und Osteuropa mit einem Ge-
samtvolumen von 55.551 EUR bewilligt. Aufgrund der mehrjährigen Förderdauer liegen

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
126
noch keine abgeschlossenen Vorhaben vor. Dem Fördergegenstand ist ein Budget von
2.115 TEUR zugeordnet.
B. Angaben über die Wirkungen der Förderung der Chancengleichheit von Män-
nern und Frauen
Vorhabensbereich: transnationale Bildung
Es sind keine Tatsachen bekannt, die eine Beeinträchtigung der Chancengleichheit von
Männern und Frauen vermuten lassen. Insofern wurde bisher keine Notwendigkeit ge-
sehen, gezielte Maßnahmen zur Erhöhung der Chancengleichheit zu treffen.
Vorhabensbereich: Qualifizierung von Lehrern, Auslandspraktika für Berufsfachschüler
Bei allen Maßnahmen wird zwingend vorausgesetzt, dass der gleichberechtigte Zugang
von Frauen und Männern gewährleistet ist und bei der inhaltlichen Ausgestaltung den
Unterschieden der Geschlechter ausreichend Rechnung getragen wird.
Vorhabensbereich: transnationale Ausbildung
Bisher sind keine Tatsachen bekannt, die eine Diskrepanz bei der Chancengleichheit
von Männern und Frauen vermuten lassen. Grundsätzlich stehen alle die Maßnahmen
allen Frauen und Männern gleichermaßen offen. Wie im Bereich zusätzliche Ausbil-
dungsplätze werden auch die zusätzlichen Ausbildungsplätze mit transnationalen Antei-
len verstärkt von jungen Männern für die Überwindung der ersten Schwelle genutzt, da
eine geschlechtsspezifische schlechtere Ausgangslage hinsichtlich der Schulabschlüsse
zu verzeichnen ist.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
127
C. Analyse der Verwendung der Fonds gemäß Art. 34 Absatz 2 der Verordnung
(EG) Nr. 1083/2006 verwendet wurde.
Für ESF-Programme sind die Angaben gemäß Art. 10 der Verordnung (EG) 1081/2006
zu liefern:
a) Durchgängige Berücksichtigung des Gleichstellungsaspekts sowie etwaiger
geschlechtsspezifischer Aktionen;
b) Aktionen zur Förderung der Teilnahme von Migranten am Erwerbsleben und
dadurch zur Förderung ihrer sozialen Eingliederung;
c)
Aktionen zur Förderung der Integration von Minderheiten ins Erwerbsleben und
dadurch Förderung ihrer sozialen Eingliederung;
d)
Aktionen zur Förderung der Integration anderer benachteiligter Gruppen, ein-
schließlich Menschen mit Behinderungen, ins Erwerbsleben und zur Förderung
ihrer sozialen Eingliederung;
e) Innovative Maßnahmen, einschließlich einer Darlegung der Themen und der
Ergebnisse sowie der Verbreitung und durchgängigen Berücksichtigung;
f) Transnationale und/oder interregionale Aktionen.
Vorhabensbereich: transnationale Bildung
In diesem Bereich werden im ESF bisher keine Aktionen finanziert, die in den Interventi-
onsbereich des EFRE fallen. Es sind keine Tatsachen bekannt, die eine Diskrepanz bei
der Chancengleichheit von Männern und Frauen vermuten lassen. Unabhängig vom
Geschlecht haben Frauen und Männern im gleichen Maße Zugang zu alle Förderge-
genständen. Geschlechtsspezifische Aktionen wurden deshalb bisher nicht durchge-
führt. Gesonderte Aktionen zur Förderung von Frauen, zur Integration von Minderheiten
oder benachteiligten Gruppen werden im Bereich der transnationalen Bildung sind nicht
geplant. Innovative Maßnahmen könnten bei Bedarf unterstützt werden.

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
128
Vorhabensbereich: Qualifizierung von Lehrern, Auslandspraktika für Berufsfachschüler
Bei allen Maßnahmen wird zwingend vorausgesetzt, dass der gleichberechtigte Zugang
von Frauen und Männern wie auch Minderheiten und Menschen mit Migrationshin-
tergrund gewährleistet ist und bei der inhaltlichen Ausgestaltung den Unterschieden der
Geschlechter ausreichend Rechnung getragen wird. Die Auslandspraktika stellen dabei
insgesamt eine transnationale Maßnahme dar, da die Schüler im Ausland in das dortige
Berufsleben integriert werden und so umfassende sprachliche und interkulturelle Fähig-
keiten und Kompetenzen erwerben.
Vorhabensbereich: transnationale Ausbildung
Im Bereich der Förderung transnationaler Ausbildung haben keine entsprechenden Mit-
telzuweisungen stattgefunden.
f) Die Projekte dienen dem Erwerb von interkulturellen Kompetenzen, sprachlichen Fä-
higkeiten sowie von Wissen über die Zielländer. Zudem soll der transnationale Aus-
tausch zu Fragen der Berufsbildung unterstützt werden.
3.4.2 Wesentliche aufgetretene Probleme und getroffene Abhilfemaßnahmen
Es hat im Berichtsjahr keinerlei schwerwiegenden bzw. wesentlichen Probleme bei der
Durchführung des OP oder im Zusammenhang mit Prüfungsfeststellungen gegeben, die
im Rahmen des Verfahrens gemäß Artikel 62 Absatz 1 Buchstabe d) Ziffer 1 der Ver-
ordnung (EG) Nr. 1083/2006 getroffen wurden.

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
129
4.
ESF-Programme: Kohärenz und Konzentration
Deutschland hat mit dem im August 2008 vorgelegten Nationalen Reformprogramm
(NRP) seinen Beitrag zur Umsetzung der Integrierten Leitlinien für Wachstum und Be-
schäftigung und damit auch der Beschäftigungspolitischen Leitlinien erbracht. Die Hand-
lungsfelder des NRP skizzieren die Bereiche, in denen die Bundesregierung besondere
Aktionen anstrebt. Für den Interventionsbereich des ESF sind das die Felder "Wissens-
gesellschaft und Innovation voranbringen" und "Arbeitsmarkt auf neue Herausforderun-
gen ausrichten - demografischen Veränderungen begegnen".
Der Nationale Strategische Rahmenplan (NSRP) der Mitgliedstaaten orientiert sich an
den Strategischen Leitlinien der Kohäsionspolitik. Das für den Einsatz des ESF relevan-
te Entwicklungsziel des NSRP lautet "Arbeitsmarkt auf neue Herausforderungen aus-
richten - mehr und bessere Arbeitsplätze". Zu diesem Ziel wurden im NSRP thematische
Prioritäten und strategische Ansatzpunkte festgelegt.
Die Förderungen im Rahmen des OP des Freistaates Sachsen leisten einen Beitrag zu
den vom Europäischen Rat formulierten übergeordneten Zielen der Europäischen Be-
schäftigungsstrategie sowie den Prioritäten und Leitlinien der Kohäsionspolitik. Wieder
Vollbeschäftigung zu erreichen und die hohe Arbeitslosigkeit mit ihren vielfältigen nega-
tiven Auswirkungen auf die sozialen Sicherungssysteme abzubauen, ist das wichtigste
wirtschafts- und arbeitsmarktpolitische Ziel des Freistaates Sachsen wie der Bundesre-
publik Deutschland.
Der Rat der Europäischen Union hat empfohlen, dass Deutschland zum einen den ge-
gen die strukturelle Arbeitslosigkeit eingeschlagenen Reformkurs beibehält und zum
anderen dafür sorgt, dass die Sozialschutzsysteme ihrer Rolle als automatische Stabili-
satoren gerecht werden können. Zur Bewältigung der Wirtschaftskrise, insbesondere
ihrer negativen Folgen für die Beschäftigung und den sozialen Zusammenhalt sind wei-
terhin besondere Anstrengungen nötig, um die Eingliederung benachteiligter Menschen
in den Arbeitsmarkt zu verbessern und einen verbesserten Zugang zu Qualifizierungs-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
130
maßnahmen zu erreichen. Darüber hinaus soll der ESF in vollem Umfang flexibel und
zügig eingesetzt werden, um die sozialen Auswirkungen der Krise abzuschwächen, in-
dem die schnelle Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt gefördert wird. Der Einsatz
des ESF im Freistaat Sachsen hat im Jahr 2009 den in Artikel 4 Absatz 1 der Verord-
nung (EG) Nr. 1081/2006 aufgeführten beschäftigungspolitischen Zielen der Europäi-
schen Union Rechnung getragen und wird seit Beginn der Wirtschaftskrise flexibel ge-
nutzt, um die sozialen Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise zu minimieren.
Zur Sicherstellung der Kohärenz zu Bundes- und Landesprogrammen sind die ESF-
Maßnahmen komplementär zur Bundesarbeitspolitik angelegt und beziehen sich vor-
rangig auf qualitative Zielsetzungen, die auf Grund der spezifischen Rahmenbedingun-
gen durch den Bund nicht oder nicht ausreichend berücksichtigt werden.
Vergleichbar den Vorgaben, wie sie für die Erarbeitung der OP`e gelten, sind für alle
Förderbereiche auf der Grundlage sozioökonomischer Eckpunkte auf die einzelnen
Einsatzfelder bezogene Ziele und Instrumente definiert und geeignete Ergebnis und
Wirkungsindikatoren festgelegt wurden. Dabei wurde die jeweils gewählte Strategie ins-
besondere in Hinblick auf die zentralen Prioritäten im Freistaat Sachsen und der Ge-
meinschaft geprüft.

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
131
5.
Technische Hilfe
Die Technische Hilfe steht als Instrument der Verwaltungsbehörde ESF bei der Umset-
zung des ESF zur Verfügung. Finanziert werden hieraus Maßnahmen zur Vorbereitung,
Durchführung, Begleitung (Monitoring), Kontrolle, Bewertung (Evaluierung), Information
und Kommunikation sowie Studien zusammen mit Maßnahmen zum Ausbau der Ver-
waltungskapazitäten.
Die Technische Hilfe dient durch eine personelle und materielle Verstärkung der beteilig-
ten Akteure und durch die Unterstützung des partnerschaftlichen Dialoges der Gewähr-
leistung des effektiven Einsatzes der Strukturfondsmittel des ESF im Freistaat Sachsen.
Bis zum Jahresende 2009 wurden insgesamt 202 Vorhaben beantragt und 70 Vorhaben
verwendungsnachweisgeprüft.
Im Förderzeitraum 2007 bis 2013 ist nach dem Finanzierungsplan zum OP eine Ge-
meinschaftsbeteiligung von insgesamt 34.954.292 EUR für die Technische Hilfe vorge-
sehen.
Bis zum 31. Dezember 2009 waren Mittel in Höhe von insgesamt 13,83 Mio. EUR aus
dem Gemeinschaftshaushalt gebunden, davon 0,00 EUR für Maßnahmen der Vorberei-
tung, 10,46 Mio. EUR für Maßnahmen der Durchführung, Begleitung (Monitoring) und
Kontrolle sowie 2,04 Mio. EUR für Maßnahmen der Information und Kommunikation und
1,33 Mio. EUR für Maßnahmen der Bewertung (Evaluierung) sowie für Studien.
Damit waren 39,55 % der gesamten geplanten Gemeinschaftsmittel für die Technische
Hilfe zum 31. Dezember 2009 bewilligt.
Zum Jahresende 2009 beliefen sich die Auszahlungen für die Technische Hilfe aus dem
Gemeinschaftshaushalt auf insgesamt 3,63 Mio. EUR.

 
Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
132
6.
Information und Öffentlichkeitsarbeit
Im Jahr 2009 wurden umfangreiche Maßnahmen der Informations- und Öffentlichkeits-
arbeit zu den EU-Strukturfonds ESF und EFRE durchgeführt. Die Verwaltungsbehörden
ESF und EFRE arbeiten insbesondere mit Blick auf fondsübergreifende Publizitätsmaß-
nahmen eng zusammen und setzen den für beide Fonds gemeinsam erstellten Kommu-
nikationsplan um. Die in der Verwaltungsbehörde ESF zuständigen Mitarbeiter koordi-
nieren des Weiteren die Öffentlichkeitsarbeit der Fondsbewirtschafter und unterstützen
diese bei den im Kommunikationsplan vorgesehenen Maßnahmen zur Information der
breiten Öffentlichkeit und konkreter Zielgruppen.
Kommunikationsstrategie
Leitidee
Die im Kommunikationsplan verankerte Leitidee „Europa bietet Chancen und Perspekti-
ven für Sachsen und für den Einzelnen“ wurde konsequent umgesetzt. Sie wurde bei
allen Publikationen und Aktionen vermittelt. Insbesondere durch den neuen Claim „Eu-
ropa fördert Sachsen“ in den sächsischen ESF- und EFRE-Logos wird der Mehrwert der
europäischen Förderung für Sachsen sichtbar gemacht.
Ziele und Zielgruppen
Der europäische Gedanke wurde durch verschiedene öffentlichkeitswirksame Aktionen,
durch den bei allen Kommunikationsmaßnahmen eingesetzten Claim „Europa fördert
Sachsen“ und entsprechende Publikationen vermittelt. Damit wurde die Zielgruppe „All-
gemeine Öffentlichkeit“ erreicht.
Die Informationen über die Fördermöglichkeiten für die Zielgruppe der potenziellen Be-
günstigten erfolgten durch verschiedene zielgruppenspezifische Anzeigen in sächsi-
schen Printmedien, Pressemitteilungen, die Verteilung von Flyern und die Bekanntma-
chung der Adresse des übergreifenden Internetauftritts
www.strukturfonds.sachsen.de.
Ziel ist, durch die Publikationen und Aktionen insgesamt Transparenz über den Zugang
zu Fördermöglichkeiten und die Verwendung der EU-Mittel zu gewährleisten.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
133
Strategie und Instrumente
Auf Flyern, Anzeigen und Ausstellungstafeln wurden größtenteils real geförderte Perso-
nen abgebildet. Zusätzlich wurden zur Erhöhung des Wiedererkennungswerts der För-
derangebote und für erhöhte Aufmerksamkeit originelle Motive eingesetzt.
Die im Kommunikationsplan verankerte Leitmarke bzw. das einheitliche Erscheinungs-
bild für Publizitätsmaßnahmen wurde konsequent eingehalten. Alle Publikationen folgen
der Prämisse, die Inhalte klar, transparent und verständlich zu formulieren.
Instrumente zielgruppenspezifischer Publizitätsmaßnahmen
Die Fondsbewirtschafter führten mit Unterstützung der Verwaltungsbehörde ESF zahl-
reiche zielgruppenspezifische Publizitätsmaßnahmen zur Bekanntmachung der einzel-
nen ESF-Förderprogramme durch. Dies umfasste z. B. die Durchführung bzw. Teilnah-
me an Veranstaltungen und Workshops, Erstellung und Distribution von Flyern, Bro-
schüren und Plakaten, die Produktion und Schaltung von Anzeigen, die Erstellung von
Pressemitteilungen sowie die Verteilung von Werbemitteln. Zielgruppen der Publizitäts-
maßnahmen waren potenzielle Antragsteller, die Begünstigten, Multiplikatoren sowie die
an der Umsetzung der Förderung Beteiligten. Dabei handelte es sich um Vertreter von
Arbeitsverwaltung, Berufsverbänden, Kammern, Hochschulen, Einrichtungen der Ju-
gendhilfe, Unternehmen, Kommunen und Schulen.
Instrumente übergreifender Publizitätsmaßnahmen
Die Verwaltungsbehörden ESF und EFRE führten unter Einbeziehung der Fondsbewirt-
schafter eine Reihe von Publizitätsmaßnahmen mit fondsübergreifendem Charakter
durch. Dazu gehören neben Medienarbeit die Teilnahme an bzw. Durchführung von
Veranstaltungen und öffentlichkeitswirksamen Aktionen, die Herstellung und Distribution
von Publikationen und Werbeartikeln, die Pflege des übergreifenden Internetauftritts so-
wie Maßnahmen zur Bekanntmachung der grundsätzlichen Fördermöglichkeiten und der
Rolle der Europäischen Gemeinschaft mittels u. a. Anzeigenkampagnen, Kinospots und
Verkehrsmittelwerbung.
Im gesamten Berichtszeitraum war die Europaflagge vor dem Dienstgebäude der Ver-
waltungsbehörde gehisst. Die Publizitätsmaßnahmen fanden kontinuierlich statt und wa-
ren über das ganze Jahr verteilt.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
134
Änderung des Kommunikationsplans
Im Kommunikationsplan, der am 27. Mai 2008 offiziell von der Kommission angenom-
men wurde, ist eine jährliche Prüfung und gegebenenfalls Anpassung vorgesehen. Eine
solche Anpassung wurde zum 27. Januar 2009 vorgenommen. Im Wesentlichen um-
fasst das:
- Neufassung des Logos mit dem aussagekräftigeren Claim „Europa fördert Sachsen“ –
statt des alten Claims „Strukturfonds in Sachsen“,
- Erweiterung des Best-Practice-Prinzips: Bei Publikationen und vor allem bei Anzeigen
wird nicht nur mit Bildern von real und erfolgreich geförderten Personen gearbeitet,
sondern auch mit originellen Motiven, um eine erhöhte Aufmerksamkeit und Unter-
scheidbarkeit der Publizitätsmaßnahmen zu erreichen,
- Umfragen zur Bekanntheit der EU-Strukturfonds: Anpassung des Durchführungszeit-
raums der ursprünglich für 2008 vorgesehenen Umfragen auf das Jahr 2009.
Umfragen zur EU-Strukturfondsförderung
In 2009 wurden mit einer Bevölkerungsbefragung und einer Unternehmensbefragung
zwei repräsentative Umfragen zur EU-Strukturfondsförderung durchgeführt. Erhoben
wurden Daten zum Image Europas, der Bekanntheit der Strukturfonds und einzelner
Förderinstrumente sowie den Informationsmöglichkeiten. Die Umfragen sollen laut
Kommunikationsplan am Ende des Förderzeitraums wiederholt werden. Die Ergebnisse
fließen in die Weiterentwicklung der Publizitätsarbeit ein.
Die Ergebnisberichte beider Umfragen wurden per SFC 2007 an die Kommission über-
mittelt.
Publizitätsmaßnahmen 2009 im Überblick
Medienarbeit
Zu aktuellen Anlässen, zum Beispiel Richtlinienänderungen, der Vorstellung von För-
derprogrammen, Berichten über erfolgreiche Programme oder auch der ESF-EFRE-
Jahrestagung wurden zahlreiche Pressemitteilungen herausgegeben. Weiterhin wurden
Journalisten zu Pressegesprächen und verschiedenen Terminen eingeladen. In der Re-
gel wurden die Informationen zumindest in gekürzter Form in den sächsischen Printme-

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
135
dien wiedergegeben. Vereinzelt wurden Themen auch im Rundfunk aufgegriffen, so z.B.
ein Radiobeitrag anlässlich der Jahrestagung 2009 und Fernsehbeiträge, z.B. zu Lern-
camps für versetzungsgefährdete Schüler.
Anzeigen
Durch die Verwaltungsbehörde ESF unter Einbeziehung der Fondsbewirtschafter wur-
den über das Jahr verteilt zu verschiedenen Förderangeboten Anzeigen in sächsischen
Tageszeitungen und Spezialpublikationen wie Hochschulzeitungen und Wirtschaftspub-
likationen geschaltet. In Spezialveröffentlichungen sächsischer Tageszeitungen zu den
Themen Aus- und Weiterbildung und Beruf & Karriere wurden gezielt Anzeigen geschal-
tet, um die Fördermöglichkeiten beruflicher Weiterbildung zu bewerben. Bei diesen Spe-
zialveröffentlichungen erschienen auch redaktionelle Texte zum ESF und den Förderan-
geboten.
Publikationen / Informationsmaterial
Auch im Jahr 2009 wurden vier Ausgaben der Zeitschrift „Strukturfonds Aktuell“ mit einer
Auflagenhöhe von 15.000 Exemplaren herausgegeben. In der Regel wird über die För-
derangebote und erfolgreichen Projekte beider Strukturfonds berichtet. Die Verteilung
der Zeitung erfolgt über öffentliche Einrichtungen (Arbeitsverwaltung, Landratsämter,
Rathäuser) und verschiedene Anlaufstellen für Förderinformationen (Kammern, SAB,
Wirtschaftförderung). Außerdem werden die Zeitungen an einen festen Adressatenkreis
mit 1.700 Adressen verschickt.
Zu den konkreten Fördermöglichkeiten des ESF wurde eine Vielzahl von Flyern, Bro-
schüren, Plakaten und weiteren Informationsschriften aufgelegt und z.B. bei Veranstal-
tungen und an Informationsknotenpunkten wie öffentlichen Einrichtungen verteilt. Wei-
terhin informierten einzelne Fondsbewirtschafter die Öffentlichkeit oder Multiplikatoren
mit elektronischen Newslettern.
Alle produzierten Informationsmaterialien werden beim Zentralen Broschürenversand
der Sächsischen Staatsregierung hinterlegt und können kostenlos bestellt werden.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
136
Internet
Der gemeinsame Internetauftritt
www.strukturfonds.sachsen.de
der Verwaltungsbehör-
den ESF und EFRE bietet allgemeine Informationen zu den Strukturfonds und wird re-
gelmäßig aktualisiert. Er bündelt zahlreiche Informationen zu EU-Themen. Alle Ausga-
ben der Zeitschrift „Strukturfonds Aktuell“ und weiteres Informationsmaterial werden hier
zum Download angeboten. Zum Teil informieren die Fondsbewirtschafter auch gezielt im
Internet über Fördermöglichkeiten und Aktivitäten, z. B. über die Angebote zu Career-
Services an sächsischen Hochschulen:
www.career-services.sachsen.de.
Verzeichnis der Begünstigten
Das Verzeichnis der Begünstigten listet die ESF-geförderten Projekte auf und ist im In-
ternet unter
www.strukturfonds.sachsen.de
veröffentlicht. Das Verzeichnis wird mindes-
tens einmal jährlich, in der Regel jedoch häufiger, aktualisiert.
Kinospot-Kampagne zum ESF
Zum ESF wurden drei jeweils 45sekündige Kinospots produziert und geschaltet. Der
erste Spot hatte das Thema Ausbildung/ Berufsorientierung für Jugendliche zum Inhalt,
der zweite das Thema berufliche Weiterbildung und der dritte hatte zum Ziel, den ESF
insgesamt in seiner positiven Wirkung für Sachsen darzustellen.
Die drei Spots wurden zunächst im Juni drei Wochen lang in allen sächsischen Kinos
sowie allen lokalen Fernsehsendern geschaltet und mit einer Fragebogenaktion beglei-
tet. Die Auswertung der Fragebögen zeigte, dass die Spots eine hohe Akzeptanz bei
den Zuschauern aufwiesen und die Inhalte verstanden wurden. Weitere Schaltungen
erfolgten bei den Filmnächten am Elbufer vom 25. Juni bis zum 23. August sowie über
einen Zeitraum von neun Wochen im Oktober/November 2009 wiederum in allen säch-
sischen Kinos und allen Lokal-TV-Sendern.
Auf die Kinospots wurde mit einer einmaligen Anzeigenaktion in den sächsischen Ta-
geszeitungen aufmerksam gemacht und so die längerfristige Wirkung verstärkt.
Die Spots wurden auf der Internetseite
www.erfolgreiche.sachsen.de
eingestellt sowie
auf der Homepage des Freistaates Sachsen unter
www.sachsen.de
verlinkt. Zur Bewer-
bung der Adresse
www.erfolgreiche.sachsen.de
wurden auf den Internetseiten von

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
137
sächsischen Lokal-TV-Sendern Werbebanner geschaltet. Zielgruppe waren die breite
Öffentlichkeit, aber auch potenzielle Begünstigte.
Radiospots
Speziell zum Förderangebot des ESF-Mikrodarlehens für Existenzgründer wurden im
Februar und im Mai 2009 sachsenweit Radiospots geschaltet. Die SAB verzeichnete im
Zuge der Schaltung einen erhöhten Informationsbedarf von potenziellen Begünstigten,
der z.B. im Schaltzeitraum zunehmenden Anrufaufkommen bei der ESF-
Beratungshotline der SAB deutlich wurde. Im Ergebnis sind zudem steigende Antrags-
zahlen zu verzeichnen.
Veranstaltungen
Seitens der Fondsbewirtschafter fanden zahlreiche Informationsveranstaltungen, Mes-
seauftritte, Fachveranstaltungen und Workshops statt, bei denen gezielt über Förder-
möglichkeiten informiert wurde. So war der ESF auch im Jahr 2009 auf der Messe „Kar-
riereStart“ in Dresden mit Werbemitteln und Informationen zu Fördermöglichkeiten ver-
treten.
Herausragende fondsübergreifende Veranstaltungen zur Information der breiten Öffent-
lichkeit und potenzieller Begünstigter waren die Aktionen zur Europawoche und zum
Tag der Sachsen 2009 in Mittweida. Anlässlich der Europawoche vom 2. bis 10. Mai
2009 wurden drei publikumswirksame eintägige Aktionen in sächsischen Städten durch-
geführt. An den Ständen wurden Bürger über die Umsetzung der EU-Strukturfonds ESF
und EFRE und die damit verbundenen Chancen sowohl für den einzelnen Bürger und
als auch für den gesamten Freistaat informiert.
Auf Sachsens größtem Volksfest, dem Tag der Sachsen, wurde vom 4. bis 6. Septem-
ber 2009 mit einem großflächigen Stand im Zelt der Staatsregierung über die EU-
Förderung informiert. Mit dem Europa-Quiz wurden Europapakete mit Werbe- und In-
formationsmitteln verlost, die Kinospots wurden gezeigt. Eine weitere Attraktion war ein
im Layout der sächsischen Strukturfonds-Leitmarke gestalteter Eisstand, an dem blaues
„Europaeis“ unter dem Motto „Zum Anbeißen. Die Förderung von Europa“ an die Besu-
cher verteilt wurde.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
138
Jährliche große Informationsveranstaltung: ESF-EFRE Jahrestagung 2009
An der Jahresveranstaltung des EFRE und des ESF am 13. November im Fraunhofer
Institut für Zellforschung und Immunologie und in der BIO CITY in Leipzig nahmen etwa
200 Personen teil. Zwei Vertreter der Kommission konnten für einen Redebeitrag ge-
wonnen werden. Zielgruppe der Veranstaltung waren insbesondere Multiplikatoren, z.B.
Unternehmensvertreter, Unternehmerverbände, Kammern, Hochschulvertreter, Vertreter
von Forschungseinrichtungen, Studentenvertreter sowie Wirtschafts- und Sozialpartner.
Zentrales Thema war die Technologieförderung aus ESF- und EFRE-Mitteln in Sachsen.
Informiert wurde in vier parallelen Vortragsreihen:
Unternehmensförderung im Bereich Technologie
- Technologietransfer
- FuE-Förderung
- Innovationsassistentenförderung
-
Kooperatives Studium
EU-Förderung für Perspektiven nach dem Studium
- FutureSaxeed: Mehr Unternehmensgründungen aus der Wissenschaft
-
Promotionen und Career-Services
EU-Förderung für die Hochschulinfrastruktur
-
EFRE-Förderung für die Hochschulinfrastruktur
EU-Förderung in der sächsischen Forschungslandschaft
-
EFRE-Förderung in der Forschungsinfrastruktur / Forschungsprojekte
- Exzellenzinitiative
Anschließend konnten die Teilnehmer an einer von sechs Best-Practice-Touren teil-
nehmen und erfolgreiche Beispiele aus der Förderung besichtigen. Erstmalig kam die
neu entwickelte Best-Practice-Ausstellung zum Einsatz, die erfolgreiche ESF- und
EFRE-Projekte präsentiert.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
139
Aktion zur Balloon-Fiesta in Leipzig
Auf dem Ballonfest „Balloon-Fiesta“ in Leipzig vom 30. Juli bis zum 2. August bewarb
ein im sächsischen EU-Strukturfonds-Design gestaltetes Luftschiff die ESF-
Fördermöglichkeiten. Hierzu wurden zwei großflächige Banner gestaltet, die auf die Hül-
le des Luftschiffs aufgebracht wurden und weithin sichtbar waren. Kern der öffentlich-
keitswirksamen Aktion war eine begleitende Anzeige mit Gewinnspiel in lokalen Zeitun-
gen. Hierbei wurden Rundflüge im Europa-Luftschiff verlost. Die Aktion wurde fotogra-
fisch dokumentiert und journalistisch begleitet, das Material wurde z. B. für die Zeitschrift
„Strukturfonds Aktuell“ verwendet.
Werbemittel
Im Berichtsjahr wurden zahlreiche Werbemittel produziert und auf Messen, bei Veran-
staltungen etc. eingesetzt. Die Werbemittel richteten sich an die breite Öffentlichkeit und
potenzielle Begünstigte, wiesen auf den Mehrwert der europäischen Förderung hin und
bewarben die Adresse
www.strukturfonds.sachsen.de.
Zu den Werbemitteln gehörten
Kugelschreiber, A4-Blöcke, T-Shirts, Base-Caps, Fruchtgummitütchen, Aufkleber, USB-
Sticks und verschiedene Kalender.
Verkehrsmittelwerbung
Seit Juli 2009 machen im sächsischen Strukturfondslayout gestaltete Straßenbahnen
und Busse auf die Fördermöglichkeiten des ESF und des EFRE aufmerksam. Je eine
europablau gestaltete Straßenbahn fährt in Dresden, Chemnitz und Leipzig und je zwei
europablau gestaltete Busse fahren in den Regionen Dresden, Chemnitz und Leipzig. In
den Straßenbahnen informieren zudem eigens gestaltete Plakate über die Fördermög-
lichkeiten. Die Bahnen und Busse sind unübersehbar im Straßenverkehr und sollen die
breite Öffentlichkeit ansprechen und gemäß Kommunikationsplan den europäischen
Gedanken vermitteln.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
140
Maßnahmen der zwischengeschalteten Stelle bzw. Bewilligungsstelle SAB
Kundencenter:
Die Bewilligungsstelle verfügte im Jahr 2009 neben dem Hauptsitz in Dresden über zwei
weitere Kundencenter in Chemnitz und Leipzig sowie darüber hinaus vier Regionalbüros
in Görlitz, Plauen, Annaberg-Buchholz und Torgau.
Internet:
Das ESF-Internet-Portal der SAB ist unter
www.esf-in-sachsen.de
erreichbar und enthält
alle Detailinformationen zur Antragstellung.
Veranstaltungen:
Die SAB informierte bei Veranstaltungen u. a. zu den Themen Existenzgründung, Aus-
und Weiterbildung, Berufsvorbereitung, Fördermaßnahmen für Schulträger, Fördermaß-
nahmen für Frauen und Fördermaßnahmen für Unternehmen. Mit insgesamt 228 Veran-
staltungen wurden 8.748 Teilnehmer erreicht.
Beratungen:
Persönliche Beratungsgespräche zu Existenzgründungs- und Einstellungszuschüssen
sowie den weiteren Förderangeboten führte die SAB in allen Kundencentern und Regio-
nalbüros durch. Die Beratung beinhaltete Themen wie ESF-Fördermöglichkeiten gemäß
Richtlinien, Projekttypologie und Förderfähigkeitsregelungen, Antragsverfahren, Stamm-
blattverfahren, Einsatz des Internetportals und der PRANO-Software, Publizitätsvor-
schriften, Auszahlungsanforderungen und Anforderungen zum Verwendungsnachweis.
Mit den Beratungen wurden insgesamt 3.910 Personen erreicht.
Telefonische Beratung:
Insbesondere im ESF-Callcenter am Standort Dresden, das wochentags in der Zeit von
8:00 bis 18:00 Uhr erreichbar ist, wurden Fragen zur Förderung beantwortet, Terminver-
einbarungen für Beratungsgespräche vorgenommen, Anträge und Unterlagen verschickt
und Gespräche vermittelt. Insgesamt wurden 7.820 telefonische Beratungen durchge-
führt.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
141
Über die Ergebnisse der ESF-Förderung informiert darüber hinaus der Ergebnisbericht
der SAB, der veröffentlicht und den an der ESF-Förderung beteiligten Stellen zur Verfü-
gung gestellt wird.
Informationen für Begünstigte zur Einhaltung der Publizitätsvorschriften
Die Bewilligungsunterlagen der SAB enthalten Hinweise auf die Einhaltung der Publizi-
tätsvorschriften. Die SAB stellt alle für die Erfüllung der Publizitätsaufgaben notwendi-
gen Logos etc. auf der Homepage zum Download zu Verfügung, damit die Projektträger
alle am Vorhaben Beteiligte über die Finanzierung aus dem ESF informieren. Die Be-
günstigten werden informiert, dass sie sich mit der Annahme der Fördermittel einver-
standen erklären in das Verzeichnis der Begünstigten aufgenommen zu werden.
Anfragen an die Verwaltungsbehörde ESF
Die telefonischen und auch schriftlichen Anfragen bei der Verwaltungsbehörde ESF blie-
ben im Vergleich zum Jahr 2008 auf hohem Niveau. Es handelt sich dabei um Anfragen
von arbeitslosen und beschäftigten Personen, potenziellen Existenzgründern, Vereinen,
Unternehmern und Journalisten. Die Anfragen zum ESF wurden teilweise direkt beant-
wortet oder an die jeweils zuständige Stelle weitergeleitet. Außerdem wurde die Mög-
lichkeit genutzt, je nach Anfrage zutreffendes Informationsmaterial per Post oder auch
elektronisch zu übermitteln.

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
142
Tabelle 24: Bewertung der Informations- und Publizitätsmaßnahmen
Informations- und Publizitäts-
maßnahme
Bewertungskriterien
Angaben zu den Bewertungskriterien
Medienarbeit, Pressemitteilun-
gen, Presseveranstaltungen
Resonanz in den Medien;
erreichte Leser/ Zuhörer/
Zuschauer
48 Pressemitteilungen mit mehrfacher
Resonanz in regionalen Tageszeitungen,
Rundfunk- und TV-Beiträge
Zeitschrift „Strukturfonds Aktu-
ell“
Auflage, Verteilung
Auflage 15.000 Exemplare, bis auf weni-
ge Exemplare wurden die einzelnen
Ausgaben komplett verteilt
Internetauftritt
www.strukturfonds.sachsen.de
Internetzugriffe
Aufgrund datenschutzrechtlicher Vorbe-
halte können die Zugriffszahlen derzeit
nicht ermittelt werden
Publikationen/ Werbemittel
Auflage; verteilte Exemp-
lare
Auflistung der produzierten und verteil-
ten Werbemittel
Messeauftritte, Präsentation auf
Veranstaltungen
Besucherzahlen
20.000 Besucher bei der Messe Karrie-
reStart, 320.000 Besucher auf dem „Tag
der Sachsen“, 200 Multiplikatoren nah-
men an der ESF-/EFRE-Jahrestagung in
Leipzig teil
Kinospot-Kampagne Reichweite/ Zuschauer-
zahlen, Akzeptanz
Beispielhaft für Kinos – Kampagne im
Juni: Die drei Spots wurden während
drei Wochen an 39 Spielorten auf 214
Leinwänden gezeigt. Damit wurden rund
590.000 Zuschauer erreicht. Eine beglei-
tende Fragebogenaktion ergab, dass
ungefähr die Hälfte die Botschaft ver-
standen haben (Anzahl Rücklauf Frage-
bögen: ca. 950).
Beispielhaft für regionale Fernsehsender
– Kampagne im Juni: Die drei Spots
wurden drei Wochen in den regionalen
sächsischen Fernsehsendern gezeigt;
dabei täglich mindestens vier Mal. In den
26 lokalen und regionalen sächsischen
Sendegebieten werden damit täglich
rund 350.000 Zuschauer erreicht.
Medium „Kino“ genannt in repräsentati-
ver Bevölkerungsbefragung: Bei der

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
143
Umfrage zur Bekanntheit der EU-
Förderung (Feldzeitraum Juli 2009)
nannten auf die ungestützte Frage, wo
die Befragten bereits einmal etwas vom
ESF/EFRE gehört haben, immerhin 3 %
(von 1.000 Befragten) das Medium „Ki-
no“.
Radiospot zum Mikrodarlehen
Medienreichweite, Bera-
tungsanfragen bei der
SAB
Steigerung des Beratungsbedarfs poten-
zieller Begünstigter im Schaltzeitraum,
erhöhte Anruferzahlen bei der SAB-ESF-
Hotline, steigende Antragszahlen
Anzeigen
Anzahl der Leserreich-
weite des betreffenden
Mediums
Anzeigenschaltungen in verschiedenen
Tageszeitungen/ Fachzeitschriften
Potenziell erreichte Leser: ca. 700 Milli-
onen
Aktion zur Balloon-Fiesta in
Leipzig
Besucherzahl auf der
Balloon Fiesta, Reichwei-
te der Anzeigenschaltung
130.000 Besucher, potenziell 630.000
erreichte Leser
Verkehrsmittelwerbung
Einwohnerzahl der Regi-
onen, Schaltzeitraum
12monatiger Schaltzeitraum sichert kon-
tinuierliche Wahrnehmbarkeit im Stra-
ßenbild, potenziell 1,2 Millionen Einwoh-
ner in den Regionen Chemnitz, Leipzig,
Dresden können erreicht werden

Jahresbericht zum ESF in Sachsen
2009
144
Anlage: Kumulierte Zuweisung der Gemeinschaftsmittel, aufgeschlüsselt nach Bereichen (in EUR)
/ Kombination der Codes der Dimension 1 bis 5

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image
 
erstellt am: 16.04.2010
(*) Den Bereichen ist für jede Dimension anhand der Standardklassifikation ein Code zuzuweisen.
(**) Geschätzter Betrag der Gemeinschaftsbeteiligung für jede Kombination von Bereichen.
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Referenznummer des operationellen Programms (CCI-Code):
2007DE051PO004
Bezeichnung des Programms:
Operationelles Programm ESF Sachsen 2007-2013
Datum des vorläufigen Rechnungsabschlusses:
16.04.2010
286.373,81
2.757,11
886.886,12
140.590,61
23.245,99
61.494,89
8.863,77
13.850,49
3.749,86
35.109,51
1.124,96
4.061,85
1.099.801,19
1.044,00
1.340,95
146.642,99
Code (*)
Dimension 1
vorrangiges Thema
Betrag(**)
in Euro
01
01
01
01
01
01
01
01
01
01
01
01
01
01
01
01
Kumulierte Zuweisung der Gemeinschaftsmittel, aufgeschlüsselt nach Bereichen, im jährlichen und
abschließenden Durchführungsbericht
Kombination der Codes der Dimensionen 1 bis 5
Code (*)
Dimension 2
Finanzierungsform
Code (*)
Dimension 3
Art des Gebiets
Code (*)
Dimension 4
Wirtschaftszweig
Code (*)
Dimension 5
Gebiet
86
86
70
71
73
73
73
73
73
73
73
73
62
62
73
72
00
00
01
05
01
01
05
05
05
01
01
05
01
01
01
05
06
04
18
18
14
22
22
11
22
22
08
04
16
03
15
18
DED
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DED1
DED1
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DED1
DED2
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DED2
DED2
DED1
DED2
DED1

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erstellt am: 16.04.2010
(*) Den Bereichen ist für jede Dimension anhand der Standardklassifikation ein Code zuzuweisen.
(**) Geschätzter Betrag der Gemeinschaftsbeteiligung für jede Kombination von Bereichen.
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Referenznummer des operationellen Programms (CCI-Code):
2007DE051PO004
Bezeichnung des Programms:
Operationelles Programm ESF Sachsen 2007-2013
Datum des vorläufigen Rechnungsabschlusses:
16.04.2010
42.187,69
144.020,64
11.250,05
10.440,05
997,50
90.122,45
18.000,08
12.966,70
9.422,61
9.000,04
1.624.466,35
20.250,09
24.750,11
11.137,54
6.470,83
2.250,01
10.804,71
Code (*)
Dimension 1
vorrangiges Thema
Betrag(**)
in Euro
01
01
01
01
01
01
01
01
01
01
01
01
01
01
01
01
01
Code (*)
Dimension 2
Finanzierungsform
Code (*)
Dimension 3
Art des Gebiets
Code (*)
Dimension 4
Wirtschaftszweig
Code (*)
Dimension 5
Gebiet
68
68
68
68
62
66
68
66
66
68
66
68
68
62
66
68
71
05
01
05
05
01
01
01
05
01
05
01
01
01
01
01
01
05
22
16
15
18
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12
15
12
11
04
18
15
12
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20
06
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DED3
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erstellt am: 16.04.2010
(*) Den Bereichen ist für jede Dimension anhand der Standardklassifikation ein Code zuzuweisen.
(**) Geschätzter Betrag der Gemeinschaftsbeteiligung für jede Kombination von Bereichen.
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Referenznummer des operationellen Programms (CCI-Code):
2007DE051PO004
Bezeichnung des Programms:
Operationelles Programm ESF Sachsen 2007-2013
Datum des vorläufigen Rechnungsabschlusses:
16.04.2010
3.087,82
2.835,01
2.705,90
44.815,77
216.154,09
109.613,93
20.191,45
26.405,03
97.769,70
69.348,90
13.992,68
9.524,05
39.493,25
19.909,16
1.124,96
10.777,10
4.785,42
Code (*)
Dimension 1
vorrangiges Thema
Betrag(**)
in Euro
01
01
01
01
01
01
01
01
01
01
01
01
01
01
01
01
01
Code (*)
Dimension 2
Finanzierungsform
Code (*)
Dimension 3
Art des Gebiets
Code (*)
Dimension 4
Wirtschaftszweig
Code (*)
Dimension 5
Gebiet
66
62
73
66
86
69
73
73
73
73
73
73
73
73
73
73
73
05
05
01
01
00
01
05
01
01
01
01
01
01
05
01
01
01
01
13
15
16
22
16
16
11
05
12
01
11
04
13
19
03
01
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DED3
DED3
DED
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DED3
DED1
DED2
DED2
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DED1
DED2

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erstellt am: 16.04.2010
(*) Den Bereichen ist für jede Dimension anhand der Standardklassifikation ein Code zuzuweisen.
(**) Geschätzter Betrag der Gemeinschaftsbeteiligung für jede Kombination von Bereichen.
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Referenznummer des operationellen Programms (CCI-Code):
2007DE051PO004
Bezeichnung des Programms:
Operationelles Programm ESF Sachsen 2007-2013
Datum des vorläufigen Rechnungsabschlusses:
16.04.2010
82.127,51
70.486,12
47.625,21
24.750,11
176.625,79
247.732,09
78.349,84
25.311,13
4.500,02
8.096,14
259.856,36
36.752,89
7.396,61
29.250,13
17.156,31
173.339,22
21.962,27
Code (*)
Dimension 1
vorrangiges Thema
Betrag(**)
in Euro
01
01
01
01
01
01
01
01
01
01
01
01
01
01
01
01
01
Code (*)
Dimension 2
Finanzierungsform
Code (*)
Dimension 3
Art des Gebiets
Code (*)
Dimension 4
Wirtschaftszweig
Code (*)
Dimension 5
Gebiet
66
66
68
68
68
68
68
62
68
66
62
66
71
68
62
66
62
01
01
01
01
01
01
01
01
01
05
05
05
01
05
01
05
05
06
14
19
06
16
22
13
00
04
16
06
12
20
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05
18
16
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DED3
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DED1

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erstellt am: 16.04.2010
(*) Den Bereichen ist für jede Dimension anhand der Standardklassifikation ein Code zuzuweisen.
(**) Geschätzter Betrag der Gemeinschaftsbeteiligung für jede Kombination von Bereichen.
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Referenznummer des operationellen Programms (CCI-Code):
2007DE051PO004
Bezeichnung des Programms:
Operationelles Programm ESF Sachsen 2007-2013
Datum des vorläufigen Rechnungsabschlusses:
16.04.2010
6.750,03
49.845,13
53.161,28
7.800,03
6.515,65
2.606,90
16.017,54
7.746,06
9.000,04
932,63
3.000,01
697,50
4.875,02
9.023.688,72
7.785.445,69
2.169.135,06
27.427,09
Code (*)
Dimension 1
vorrangiges Thema
Betrag(**)
in Euro
01
01
01
01
01
01
01
01
01
01
01
01
01
01
01
01
01
Code (*)
Dimension 2
Finanzierungsform
Code (*)
Dimension 3
Art des Gebiets
Code (*)
Dimension 4
Wirtschaftszweig
Code (*)
Dimension 5
Gebiet
68
71
71
62
68
73
71
66
68
69
69
62
68
73
73
69
73
05
05
01
01
05
01
01
01
01
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05
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01
05
18
18
17
01
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07
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erstellt am: 16.04.2010
(*) Den Bereichen ist für jede Dimension anhand der Standardklassifikation ein Code zuzuweisen.
(**) Geschätzter Betrag der Gemeinschaftsbeteiligung für jede Kombination von Bereichen.
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Referenznummer des operationellen Programms (CCI-Code):
2007DE051PO004
Bezeichnung des Programms:
Operationelles Programm ESF Sachsen 2007-2013
Datum des vorläufigen Rechnungsabschlusses:
16.04.2010
507.566,01
684.037,61
655.077,18
145.820,34
30.995,46
221.756,51
132.436,14
21.769,30
1.185.011,35
1.907,93
86.178,52
7.768,81
712.440,54
25.018,20
205.170,74
24.750,11
596.687,54
Code (*)
Dimension 1
vorrangiges Thema
Betrag(**)
in Euro
01
01
01
01
01
01
01
01
01
01
01
01
01
01
01
01
01
Code (*)
Dimension 2
Finanzierungsform
Code (*)
Dimension 3
Art des Gebiets
Code (*)
Dimension 4
Wirtschaftszweig
Code (*)
Dimension 5
Gebiet
73
73
73
71
73
73
62
73
62
73
69
73
62
62
66
68
62
05
05
01
01
05
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05
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05
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06
22
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18
01
18
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13
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DED1
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