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LUA-Mitteilungen 01/2021
LANDESUNTERSUCHUNGS-
ANSTALT FÜR DAS GESUNDHEITS-
UND VETERINÄRWESEN

│1
Inhaltsverzeichnis
Humanmedizin
Epidemiologische Information für den Freistaat Sachsen ......................................................................................................................................... 2
Empfehlungen zur Verhütung und Bekämpfung von ................................................................................................................................................ 7
Hepatitis E-Infektionen im Freistaat Sachsen .............................................................................................................................................................. 7
Hygieneinspektionen von RLT-Anlagen ........................................................................................................................................................................13
Lebensmitteluntersuchungen
Fleischdrehspieße = Döner? .............................................................................................................................................................................................21
Neue Rechtsbestimmungen im Bereich des LFGB – 4. Quartal 2020 ..................................................................................................................25
Beschwerdeproben-Report für Lebensmittel und Bedarfsgegenstände sowie Tabakerzeugnisse ..............................................................29
BSE-Untersuchungen 4. Quartal 2020..........................................................................................................................................................................30
Tollwutuntersuchungen 4. Quartal 2020 .....................................................................................................................................................................30
Salmonellenberichterstattung im Freistaat Sachsen 4. Quartal 2020 .................................................................................................................31
Jahresinhaltsverzeichnis 2020 ........................................................................................................................................................................................35

2 │
Epidemiologische Information für den Freistaat
Sachsen
4. Quartal 2020 (vom 28.09.2020 – 03.01.2021)
Borreliose
Die Anzahl der gemeldeten Erkrankungsfälle (n = 314) lag unter
dem Niveau des 5-Jahresmittelwertes (n = 424). Im Vergleich
zum 4. Quartal des Vorjahres (n = 566) gab es 45 % weniger
Neuerkrankungen.
In den meisten Fällen wurde symptomatisch ein Erythem ange-
geben. In 3 Fällen lagen eine Hirnnervenlähmung, 2-mal eine
meningitische Symptomatik (Nachweis im Liquor) sowie in ei-
nem Fall ein arthritischer Krankheitsverlauf vor.
Clostridioides difficile-Infektion, schwerer Verlauf
Im 4. Quartal des Jahres wurden 36 schwere Verläufe einer
Clostridioides difficile
-Infektion übermittelt. Es verstarben ins-
gesamt 3 Frauen im Alter zwischen 85 und 89 Jahren an den
Folgen der Infektion.
COVID-19
Im 4. Quartal des Jahres entfielen auf den Freistaat Sachsen
134.431 SARS-CoV-2-Infektionen, womit sich eine Neuerkran-
kungsrate von 3.301,4 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner
sowie ein Anstieg zum letzten Quartal um das etwa 74fache
errechneten. Hauptsächlich betroffen war die Altersgruppe der
über 70-Jährigen, wobei sich der Anteil am Gesamtvorkommen
von 21 % im Oktober bis auf 24 % im Dezember erhöhte. An
zweiter Stelle lag die Altersgruppe der 50- bis unter 60-Jäh-
rigen. Hier betrug der Anteil am Gesamtvorkommen konstant
19 %.
Ausbrüche wurden unter anderem im Zusammenhang mit Fami-
lienhäufungen, Schulen, Seniorenwohnheimen, medizinischen
Einrichtungen sowie verschiedenen Wohnstätten und in Ar-
beitsteams erfasst.
2.831 Männer und 2.632 Frauen im Alter zwischen 25 und 106
Jahren verstarben an den Folgen der Infektion. Der Altersmedian
lag hier bei 83 Jahren.
Creutzfeld-Jakob-Krankheit (CJK)
Im Berichtszeitraum kam die klinisch-labordiagnostisch bestä-
tigte Erkrankung mit Todesfolge einer 78 Jahre alten Frau zur
Meldung. Weiterhin verstarben zwei Männer im Alter von 69
und 78 Jahren infolge der (klinischen) Erkrankung.
FSME
Im Berichtsquartal wurden 11 labordiagnostisch bestätigte Er-
krankungen übermittelt, bei denen es sich um Erwachsenen im
Alter zwischen 22 und 79 Jahren handelte. Bis auf einen 64-Jäh-
rigen mussten alle stationär therapiert werden. Die Betroffenen
zeigten allgemeine Krankheitszeichen. Als Expositionsorte wur-
den genannt: der Vogtlandkreis sowie die Landkreise Meißen
und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Ein Patient hatte sich in
Österreich aufgehalten.
Ein 43-jähriger Mann hatte 2017 einmalig eine FSME-Impfung
erhalten; bei allen anderen Patienten war eine Impfung bisher
nicht erfolgt.
Haemophilus influenzae-Erkrankung, invasiv
Ein 33 Jahre alter Mann erkrankte mit Kopfschmerzen und Fieber
und wurde stationär behandelt. Aus Blut des Patienten konnten
Haemophilus influenzae
(kein Kapseltyp) sowie gleichzeitig eine
COVID-19-Infektion nachgewiesen werden.
Hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS), enteropathisch
Ein 9 Monate altes Mädchen erkrankte mit Durchfall, Nieren-
funktionsstörung und Thrombozytopenie, was eine stationäre
Behandlung nötig werden ließ. Aus Stuhl gelang der Nachweis
des Shigatoxins aus der
Escherichia coli
-Kultur (
E. coli
O145
Stx 2). Es ergaben sich keine Hinweise auf die mögliche Infek-
tionsquelle.
Influenza
Mit der 40. KW 2020 hat die Influenzasaison begonnen. Seit
Beginn der Influenzasaison in der 40. Meldewoche wurden in
Sachsen kumulativ 23 Infektionen registriert (Vorjahr 2019:
400). Hierbei handelte es sich 8-mal um Influenza A
(darun-
ter einmal Subtyp (H1N1)pdm09), 13-mal um Influenza B sowie
2-mal um nicht nach A oder B differenzierte Influenza. Zwei
Betroffene waren aktuell gegen Influenza geimpft. 8-mal wurde
ein stationärer Aufenthalt angegeben. Ein 75 Jahre alter Mann
verstarb an einer nicht nach A oder B differenzierten Influenza.
Ausbrüche wurden nicht bekannt.
Keuchhusten
Im Berichtszeitraum errechnete sich aus den übermittelten
3 Erkrankungen eine Neuerkrankungsrate von 0,07 Erkrankun-
gen pro 100.000 Einwohner, was im Vergleich zum Vorquartal
(0,2 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner) einem deutlichen
Rückgang der Inzidenz entsprach. Verglichen mit dem Vorjah-
reszeitraum (n = 139) wurden rund 98 % weniger Erkrankungen
registriert.
Zusätzlich kamen 12 Keimträger zur Meldung, bei denen das
klinische Bild fehlte bzw. nicht vollständig ausgeprägt war. Von
den 3 erkrankten Betroffenen mit dem Nachweis von
Bordetella
pertussis
waren 2 nicht gegen Pertussis geimpft.
Die aktuell ungewöhnlich niedrigen Infektionszahlen sind mit
sehr hoher Wahrscheinlichkeit eine Folge der in dieser Zeit be-
stehenden Corona-Schutzmaßnahmen in der Bevölkerung.
Legionellose
Die 6 übermittelten Fälle betrafen 4 männliche und 2 weibliche
Patienten im Alter zwischen 28 und 75 Jahren, die mit Pneumo-
nie erkrankten. Die Erregernachweise wurden mittels Antigen-
Nachweis aus Urin geführt. Bei keinem der Betroffenen fanden
sich konkrete Hinweise zur Infektionsquelle.
Leptospirose
Eine 73-Jährige litt unter allgemeinen Krankheitszeichen. Mittels
Antikörpernachweis (einzelner deutlich erhöhter Wert) konnte
eine Infektion mit
Leptospira interrogans
diagnostiziert werden.
Es ergab sich kein Hinweis auf die mögliche Infektionsquelle.

│3
Listeriose
Im Berichtszeitraum kamen 10 Listeriosen zur Meldung. Eine 64
Jahre alte Frau zeigte eine lokale Symptomatik im Bauchraum.
Der Erregernachweis
Listeria moncytogenes
gelang aus Aszite-
spunktat der Patientin. Ein Todesfall betraf eine 82-Jährige mit
allgemeinen Krankheitszeichen (Erregernachweis aus Blut).
Malaria
Bei einer 44-jährigen Frau, die sich in Kamerun aufgehalten
hatte, wurde eine Malaria quartana (
Plasmodium malariae
) di-
agnostiziert.
Meningitiden
Im Quartal wurden 9 Erkrankungen übermittelt. Durch welche
Erreger diese verursacht waren ist aus Tabelle 1 ersichtlich. Be-
rücksichtigt sind hier nur die Fälle, bei denen der Erregernach-
weis aus dem Liquor der Patienten erfolgte. Todesfälle kamen
nicht zur Meldung.
Tabelle 1: Erkrankungen mit dem klinischen Bild Meningi-
tis/Enzephalitis in Sachsen (Vergleich 4. Quartal
2020 zum 4. Quartal 2019)
Erreger
4. Quartal 2020
4. Quartal 2019
Erkran-
kung
Tod Inzi-
denz
Erkran-
kung
Tod Inzi-
denz
bakt. Erreger gesamt
3
-
0,07
14
1
0,34
Borrelien
2
-
0,05
4
-
0,10
Haemophilus influenzae
-
-
-
1
-
0,02
Listerien
1
-
0,02
-
-
-
Meningokokken
-
-
-
1
1
0,02
Pneumokokken
-
-
-
7
-
0,17
sonstige Streptokokken
-
-
-
1
-
0,02
virale Erreger gesamt
6
-
0,15
31
-
0,76
Adenovirus
-
-
-
1
-
0,02
Enterovirus
-
-
-
10
-
0,25
FSME-Virus
-
-
-
2
-
0,05
Varizella-Zoster-Virus
6
-
0,15
18
-
0,44
Gesamtzahl
9
-
0,22
45
1
1,10
Meningokokken-Erkrankung, invasiv
Ein 62 Jahre alter Mann erkrankte mit Fieber und Pneumonie
und musste stationär behandelt werden. Aus Blut des Patien-
ten gelang der Nachweis von
Neisseria meningitidis
(ohne Se-
rogruppe).
MRSA-Infektion (invasive Erkrankung)
Im Berichtszeitraum wurden 11 Infektionen übermittelt. Bis auf
einen 15-Jährigen waren alle Betroffenen über 65 Jahre alt. Die
MRSA-Nachweise wurden aus Blut geführt. Es kamen keine To-
desfälle zur Meldung.
CA-MRSA-Nachweis
Im 4. Quartal 2020 kamen 8 Nachweise (6 Infektionen und 2
Kolonisationen) zur Übermittlung. Es handelte sich bis auf ei-
nen 7-jährigen Jungen um Erwachsene im Alter zwischen 20
und 57 Jahren. Auf alle Infektionen bezogen, lag der Altersme-
dian bei 30,5 Jahren. Ein Fall war vermutlich auslandsassoziiert.
Die Nachweise bei den Patienten erfolgten anhand von unter-
schiedlichen Abstrichen.
Multiresistente Erreger (MRE) mit Carbapenem-Resistenz
Im Berichtszeitraum wurden 37 Nachweise (Erregeraufschlüs-
selung in Tabelle 2) erfasst. Den größten Anteil (51 %) stellten
Pseudomonas aeruginosa
, gefolgt von
Klebsiella
spp. mit 22 %.
Todesfälle wurden nicht übermittelt.
Kumulativ lag die Zahl der erfassten Nachweise 66 % unter dem
Niveau des Vorjahres (4. Quartal 2019: 110).
Tabelle 2: Gramnegative Bakterien mit erworbener Carba-
penemase/Carbapenem-Resistenz im 4. Quartal
2020 (40. bis 53. Meldewoche 2020)
Erreger
Infektion
Koloni-
sation
Gesamt-
Fallzahl
dav. Tod
Acinetobacter spp.
1)
-
-
-
-
Enterobacterales
1)
3
15
18
-
Citrobacter spp.
-
1
1
-
Enterobacter spp.
-
4
4
-
Escherichia coli
-
3
3
-
Klebsiella spp.
3
5
8
-
Proteus spp.
-
1
1
-
Serratia spp.
-
1
1
-
Pseudomonas aeruginosa
5)
4
15
19
-
Gesamtzahl
7
30
37
-
1) bei Nachweis einer Carbapenemase-Determinante oder mit verminderter Empfindlichkeit
gegenüber Carbapenemen außer bei natürlicher Resistenz
5) mit erworbenen Carbapenemasen oder bei gleichzeitigem Vorliegen von phänotypischer
Resistenz gegen Acylureido-Penicilline, Cephalosporine der 3. und 4. Generation,
Carbape-
neme und Fluorchinolone
Norovirus-Gastroenteritis
Gegenüber dem vorherigen Quartal ergab sich ein weiterer
Rückgang der gemeldeten Norovirus-Infektionen um 32 %. To-
desfälle kamen nicht zur Meldung. Die Inzidenz lag mit 5,3 Er-
krankungen pro 100.000 Einwohner überaus deutlich unter dem
5-Jahresmittelwert von 69 Erkrankungen pro 100.000 Einwoh-
ner, was sicher zum Großteil durch die Corona-Schutzmaßnah-
men bedingt ist.
Es wurden im Berichtszeitraum keine Erkrankungshäufungen re-
gistriert. Auch hier zeigt sich der deutliche Einfluss der Corona-
Schutzmaßnahmen auf das aktuelle Infektionsgeschehen.
Pneumokokken-Erkrankung, invasiv
Bei den im Berichtszeitraum registrierten 24 Infektionen handel-
te sich bis auf ein 3-jährige Mädchen um Erwachsene zwischen
30 und 93 Jahren (Altersmedian: 71 Jahre). Der Erregernachweis
gelang aus Blut der Patienten. Eine 76 Jahre alte Frau, die mit
Pneumonie erkrankte, verstarb an den Folgen der Infektion.
Salmonellose
Es wurde eine niedrigere Neuerkrankungsrate (3 Erkrankungen
pro 100.000 Einwohner) erreicht als im Vorquartal (4,9 Erkran-
kungen pro 100.000 Einwohner).
Die Inzidenz lag deutlich unter dem Niveau des 5-Jahresmit-
telwertes (5,9 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner). Mit rund
33 % dominierte der Serovar
Salmonella
Typhimurium, gefolgt
von
Salmonella
Enteritidis mit einem Anteil von 20 % am Ge-
samtvorkommen. Es wurden keine Todesfälle übermittelt.
Shigellose
Ein 45 Jahre alter Mann erkrankte mit Bauchschmerzen und Fie-
ber. Aus Stuhl gelang der Nachweis von
Shigella
spp.. Hinweise
auf die Infektionsquelle ergaben sich nicht.

4 │
Tuberkulose
Übermittelt wurden im Berichtzeitraum 27 Tuberkulosen von
Patienten im Alter zwischen 17 und 69 Jahren, von denen 16
nicht in Deutschland geboren sind. Zwei deutsche Männer im
Alter von 35 bzw. 48 Jahren verstarben an den Folgen der Er-
krankung. Ob weitere Begleiterkrankungen vorlagen, wurde
nicht übermittelt.
Zytomegalievirus-Infektion, angeborene Infektion
Bei einem weiblichen Neugeborenen gelang der Nachweis von
Zytomegalievirus aus Urin. Weitere Angaben lagen zu diesem
Fall nicht vor.
Tod an sonstiger Infektionskrankheit
Die im 4. Quartal des Jahres übermittelten Fälle betrafen Er-
wachsene im Alter zwischen 60 und 92 Jahren (Median: 80 Jah-
re).
Tabelle 3: Todesfälle gemäß IfSGMeldeVO § 1 (2) im
4. Quartal 2020
Erreger
Anzahl
Klinisches Bild
Aspergillus
1
Pneumonie, Sepsis
Klebsiella spp.
1
Sepsis, Nierenversagen
Staphylococcus spp.
7
Hautläsion, Sepsis, Nierenversagen
Verantwortlich:
Dr. med. Sophie-Susann Merbecks
und Mitarbeiter des FG Infektionsepidemiologie
LUA Chemnitz

│5
4. Quartal
40. - 53. MW 2020
kumulativ
1. - 53. MW 2020
1. - 52. MW 2019
Fälle
T
Fälle
T
Fälle
T
Acinetobacter-Nachweis
1)
16
32
Adenovirus-Enteritis
75
764
1.571
3
Adenovirus-Infektion, respiratorisch
131
954
1.205
Adenovirus-Konjunktivitis
3
20
69
Amöbenruhr
3
35
14
Astrovirus-Enteritis
20
575
1.618
Borreliose
314
1.817
2.308
Campylobacter-Enteritis
756
4.121
1
4.929
1
Chikungunyafieber
2
Chlamydia trachomatis-Infektion
876
4.351
4.129
Clostridioides difficile-Enteritis
550
2.730
3.102
Clostridioides difficile-schwerer Verlauf
36
3
127
33
192
50
COVID-19
134.431
5.463
141.735
5.716
Creutzfeldt-Jakob-Krankheit
3
3
6
5
6
2
Denguefieber
10
50
Diphtherie
1
Echinokokkose
1
4
Enterohämorragische Escherichia coli-Erkrankung
16
77
131
Enterobacterales-Nachweis
1)
18
146
219
3
Enterovirus-Infektion
50
619
1.070
1
Escherichia coli-Enteritis
111
619
1.065
FSME
11
31
27
Gasbrand
2
1
4
1
Giardiasis
23
146
254
Gonorrhoe
106
632
809
Gruppe B-Streptokokken-Infektion
403
2.071
2.422
Haemophilus influenzae-Erkrankung, invasiv
1
23
3
40
Hantavirus-Erkrankung
1
8
Hepatitis A
2
16
31
Hepatitis B
37
188
1
236
Hepatitis C
28
153
213
Hepatitis D
1
4
Hepatitis E
23
232
309
2
Herpes zoster
265
1.780
2.292
1
HUS
2)
1
1
4
Influenza
23
1
20.289
59
22.964
75
Keuchhusten
3
134
805
Kryptosporidiose
20
104
160
Legionellose
6
59
2
67
9
Leptospirose
1
4
8
1
Listeriose
10
1
54
9
44
6
Malaria
1
7
10
Masern
16
Meningokokken-Erkrankung, invasiv
1
2
11
3
MRSA
3)
-Infektion, invasiv
11
86
7
148
17
CA
4)
-MRSA-Nachweis
8
76
119
Mumps
2
12
Mycoplasma hominis-Infektion
145
919
957
Mycoplasma-Infektion, respiratorisch
46
611
860
Nicht-Cholera-Vibrionen-Infektion
1
Übermittelte Infektionskrankheiten im Freistaat Sachsen
4. Quartal 2020 und kumulativer Stand 2019 und 2020

6 │
4. Quartal
40. - 53. MW 2020
kumulativ
1. - 53. MW 2020
1. - 52. MW 2019
Fälle
T
Fälle
T
Fälle
T
Norovirus-Enteritis
214
3.229
4
8.122
10
Ornithose
3
1
Parainfluenza-Infektion, respiratorisch
6
282
966
2
Paratyphus
3
2
Parvovirus B19-Infektion
2
44
103
Pneumokokken-Erkrankung, invasiv
24
1
186
4
316
15
Pseudomonas aeruginosa-Nachweis
5)
19
118
1
203
3
Q-Fieber
2
Respiratory-Syncytial-Virus-Infektion
8
2.957
4
5.435
23
Rotavirus-Erkrankung
73
924
1
4.662
11
Röteln
1
Salmonellose
120
651
857
2
Scharlach
72
852
2.665
Shigellose
1
10
47
Skabies
2
83
212
Syphilis
62
250
1
242
Toxoplasmose
5
33
31
Tuberkulose
27
2
125
2
160
3
Tularämie
3
3
Typhus abdominalis
3
4
West-Nil-Virus-Infektion
6
3
Windpocken
129
846
1.804
Yersiniose
34
262
293
Zikavirus-Infektion
1
Zytomegalievirus-Infektion
85
489
454
angeborene Infektion
1
12
1
6
Tod an sonstiger Infektionskrankheit
9
85
155
T
Todesfälle
MW Meldewoche
1) bei Nachweis einer Carbapenemase-Determinante oder mit verminderter Empfindlichkeit gegenüber Carbapenemen außer bei natürlicher Resistenz
2) Hämolytisch-urämisches Syndrom
3) Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus
4) Community-Acquired
5) mit erworbenen Carbapenemasen oder bei gleichzeitigem Vorliegen von phänotypischer Resistenz gegen Acylureido-Penicilline, Cephalosporine der 3. und 4. Generation, Carbapeneme und
Fluorchinolone
Veröffentlicht werden Fälle nach den Kriterien der RKI-Referenzdefinition (soweit vorhanden).

│7
Empfehlungen zur Verhütung und Bekämpfung von
Hepatitis E-Infektionen im Freistaat Sachsen
- Sächsisches Herdbekämpfungsprogramm Hepatitis E -
Stand: Dezember 2020
1
Epidemiologie
1.1
Erreger
Das Hepatitis E-Virus (HEV) ist ein unbehülltes Einzel-Positivstrang-RNA-Virus mit einer Größe von 27
bis 34 nm aus der Familie Hepeviridae, Gattung Orthohepevirus. Das beim Menschen vorkommende
HEV der Spezies Orthohepevirus A kann in die Genotypen 1 bis 4, die unterschiedliche geografische
Verteilung zeigen, eingeteilt werden. Genotyp 1 und 2 kommen nur beim Menschen vor und sind in
Asien und Afrika endemisch, in Deutschland werden sie bei reise-assoziierten HEV-Infektionen nachge-
wiesen. Die Genotypen 3 und 4 infizieren den Menschen und haben weltweit ein Reservoir in
Schwei-
nen, Wildschweinen und anderen Säugetieren. Bei autochthonen Infektionen in Nord- und Mitteleuro-
pa handelt es sich in erster Linie um zoonotische Infektionen mit dem Genotyp 3.
Das Virus weist eine hohe Umweltstabilität auf.
1.2
Inkubationszeit
15 bis 64 Tage (im Durchschnitt 40 Tage)
1.3 Übertragung
Die Übertragung erfolgt in Deutschland meist zoonotisch und ist oftmals auf mangelnde Hygiene bei
der Zubereitung oder auf den Genuss von ungenügend gegartem Fleisch bzw. Innereien infizierter Tiere
(z.B. Schweine, Wildschweine) zurückzuführen. Weitere Übertragungswege sind fäkal-oral hauptsäch-
lich durch die Aufnahme von kontaminiertem Trinkwasser besonders in Regionen mit nicht ausrei-
chendem Hygienestandard bedingt. Bei reiseassoziierten HEV-Infektionen mit Genotyp 1 oder 2 kann
auch eine Kontaktübertragung (Schmierinfektion) stattfinden, z. B. unter Haushaltsangehörigen. Eine
intrauterine Übertragung kann beim HEV-Genotyp 1 vor allem im dritten Trimenon vorkommen und ist
mit einer erhöhten Sterblichkeit des Neugeborenen und der Schwangeren verbunden. Die parenterale
Übertragung durch Blutprodukte oder gemeinsam genutztes Spritzenbesteck bei i. v.-Drogenabhän-
gigen ist möglich. Seit dem 01.01.2020 werden Erythrozyten- sowie Thrombozyten-Konzentrate und
auch Stammzellpräparate aus Nabelschnurblut und gestaffelt ab dem 01.01.2021 auch Frischplasmen
auf das Vorhandensein von HEV-RNA getestet.
1.4 Dauer der Anste-
ckungsfähigkeit
Ab ein bis zwei Wochen vor Erkrankungsbeginn wird das Virus über die Galle ausgeschieden. In Stuhl
und Blut treten die höchsten Viruskonzentrationen in der späten Inkubationsphase bis in die frühe
akute Phase auf. Die Virus-Exkretion im Stuhl kann bis zu 4 Wochen nach Auftreten des Ikterus erfol-
gen. Im Fall einer chronischen Hepatitis E-Erkrankung werden Erreger vermutlich über den gesamten
Zeitraum der Infektion ausgeschieden.
1.5 Immunität
Vermutlich besteht eine Immunität nach durchgemachter Erkrankung über mehrere Jahre durch das
Persistieren von Antikörpern. Ob eine lebenslange Immunität vorliegt, ist nicht bekannt.
1.6
Vorkommen
In Südost- und Zentralasien, im Mittleren Osten, Afrika und Südamerika kommt die Hepatitis E ende-
misch vor und ist dort eine der häufigsten Virushepatitiden beim Menschen. Größere Ausbrüche z. B.
durch kontaminiertes Trinkwasser werden in diesen Regionen in der Regel durch die Genotypen 1 und
2 verursacht.

8 │
1.6
Vorkommen
(Fortsetzung)
In Deutschland tritt die Hepatitis E hauptsächlich als autochthone Infektion (dann meist als Zoono-
se, überwiegend Genotyp 3) auf sowie weniger häufig als reise-assoziierte Erkrankung (überwiegend
Genotyp 1, seltener 2). Seit einigen Jahren steigt in Deutschland die Anzahl der gemeldeten HEV-
Infektionen an, von 53 Fällen 2004 über 670 Fälle 2014 bis zu 3.724 Fällen im Jahr 2019. Möglicher
Infektionsort war im Jahr 2018 in 83 % der Meldungen Deutschland. In Sachsen kamen 2019 insge-
samt 309 Fälle zur Meldung (davon 2 Todesfälle). Die Prävalenz lag mit 7,6 Erkrankungen/100.000
Einwohnern weiter über dem bundesweiten Mittelwert (4,5 Erkrankungen/100.000 Einwohner). Die
Seroprävalenz von Anti-HEV lag in Deutschland in einer großen Studie von 2012 bei 16,8 %. In einem
2019 veröffentlichten Übersichtsartikel lag der mittlere Prävalenzwert aus unterschiedlichen Untersu-
chungen bei 8,1 %. Regionale Unterschiede in der Höhe der Prävalenz sind möglich. Angesichts der im
Vergleich niedrigen Meldezahlen und aufgrund des häufig subklinischen oder unspezifischen Verlaufes
ist weiterhin von einer Untererfassung auszugehen.
Laut Bundesinstitut für Risikobewertung liegt die Durchseuchung mit HEV unter deutschen Haus-
schweinen bei 40 bis 50 %, bei Wildschweinen beträgt sie 2 bis 68 %. In einer aktuellen Untersuchung
zum Vorkommen von HEV-Virenmaterial in Schweinefleischprodukten der Universität Tübingen konnte
dieses in 10 % der untersuchten Produktproben nachgewiesen werden.
1.7
Falldefinition des
RKI
Über die zuständige Landesbehörde (Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinär-
wesen Sachsen) werden folgende Fälle an das RKI übermittelt:
]
klinisch-labordiagnostisch bestätigte Erkrankungen (siehe 3.2)
]
klinisch-epidemiologisch bestätigte Erkrankungen (epidemiologischer Zusammenhang mit einer la-
bordiagnostisch nachgewiesenen Erkrankung bei einem Menschen oder Verzehr eines Lebensmittels,
in dem HEV nachgewiesen wurde)
]
labordiagnostisch nachgewiesene Erkrankungen bei nicht erfülltem oder unbekanntem klinischen
Bild
2
Klinik
Die Mehrzahl der Infektionen verläuft asymptomatisch, insbesondere bei Kindern.
Symptomatische Verläufe sind in der Regel gutartig und selbstlimitierend. Dauer: 2 bis 5 Wochen,
selten bis 3 Monate.
Typische Symptome bei Erkrankung:
]
allgemeines Krankheitsgefühl, Abgeschlagenheit, Fieber
]
Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe
]
Ikterus
]
Oberbauchbeschwerden
]
Hepatomegalie, Transaminasen-Erhöhung
]
Juckreiz
]
selten extrahepatische Manifestation (Arthralgien, Vaskulitiden)
Die Letalität liegt mit 0,5 bis 4 % allerdings höher als bei der Hepatitis A (0,2 %). Der Schweregrad der
Erkrankung korreliert wahrscheinlich mit der Infektionsdosis.
Fulminantes Leberversagen kommt in bis zu 3 % der Fälle vor, bei Schwangeren mit Genotyp 1-In-
fektionen (vor allem im dritten Trimenon) deutlich häufiger, darüber hinaus besteht die Gefahr einer
Früh- oder Fehlgeburt. Eine HEV-Infektion im dritten Trimenon verläuft in bis zu 20 % der Fälle letal.
Chronische Verläufe wurden sehr selten und bislang nur bei Transplantierten oder stark immunsuppri-
mierten Personen beobachtet. Aktuelle Forschungsvorhaben zum Thema in Deutschland laufen derzeit.
Das Risiko einer Leberzirrhose oder eines Leberzellkarzinoms scheint in dieser Gruppe geringer als bei
chronischen Virushepatitiden anderer Genese zu sein.
Bei Patienten mit chronischer Hepatitis B oder C sowie bei Patienten mit einer Leberzirrhose kann eine
HEV-Infektion zu einer lebensbedrohlichen Exazerbation führen.
3
Labordiagnostik
Eine sichere Diagnose allein aufgrund des klinischen Bildes ist nicht möglich. Ein labordiagnostischer
Nachweis oder die epidemiologische Bestätigung sind zwingend.

│9
3.1
Untersuchungs-
material
]
Serum/Plasma
]
Stuhl
Blutproben für die PCR (Vollblut oder am besten EDTA-Blut) sollten innerhalb von 6 Stunden das Labor
erreichen.
Stuhlproben sollten innerhalb von 24 Stunden im Labor ankommen. Bei längerer Transportdauer ist
Kühlung bei 4-8 °C notwendig. Für die Antikörper-Bestimmung und die PCR-Diagnostik aus Blut mög-
lichst getrennte Probenröhrchen einsenden.
3.2
Diagnostische Ver-
fahren
]
direkter Erregernachweis mittels RT-PCR (Reverse Transkriptase-Polymerase-Ketten-Reaktion) in
Serum, Plasma oder Stuhl
]
indirekter serologischer Nachweis im Serum:
1. IgM-Antikörper-Nachweis (z. B. ELISA, Immunoblot) oder
2. deutlicher Anstieg zwischen zwei Proben beim IgG-Antikörper-Nachweis (z. B. ELISA, Immu-
noblot)
]
Enzymdiagnostik der Lebertransaminasen (ALAT, ASAT)
Die RT-PCR ist der Goldstandard hinsichtlich Spezifität bei der Diagnose einer akuten HEV-Infektion.
Allerdings sind die vorhandenen HEV-RNA-Mengen im Allgemeinen niedrig. Die Sensitivität der HEV-
RT-PCR ist daher sehr abhängig vom Zeitpunkt der Materialentnahme im Krankheitsverlauf und von
der Einhaltung der Entnahme- und Transportvorschriften.
Der Nachweis von HEV-RNA in Blut und im Stuhl durch die PCR ist in der Regel ab ein bis zwei Wochen
vor Krankheitsbeginn bis meist etwa zwei bis zu vier Wochen danach möglich.
Das Auftreten der IgM-Antikörper, die Erhöhung der Transaminasen sowie der Symptombeginn fallen
zeitlich meist zusammen, auch der IgG-Antikörper-Nachweis ist mit Auftreten der Symptomatik meist
positiv. IgM-Antikörper sind bei 90 % der akut infizierten Patienten zwischen 1 und 8 Wochen nach
Krankheitsbeginn vorhanden. Sie fallen in der Rekonvaleszenz rasch ab. 2 bis 4 Wochen nach Symp-
tombeginn wird der maximale IgG-Antikörper-Titer nachgewiesen. IgG-Antikörper scheinen für Jahre
zu persistieren.
Für die HEV-Serologie existiert bislang noch kein Goldstandard, die Sensitivitäten und Spezifitäten
verschiedener Testkits sind unterschiedlich. Bei der Diagnostik einer akuten HEV-Infektion sollte daher
am besten sowohl die HEV-Antikörper-Bestimmung als auch immer die HEV-PCR durchgeführt wer-
den. Dies gilt insbesondere, wenn die Betroffenen keine typischen klinischen Symptome zeigen. Da die
Anti-HEV-Serologie bei Immunsupprimierten als unzuverlässig gilt, muss bei dieser Patientengruppe
immer eine PCR durchgeführt werden. Sollte zudem eine antivirale Therapie im Einzelfall durchgeführt
werden, ist ein Monitoring der Viruslast zu empfehlen, um einem zu zeitigen Therapieende und somit
der Gefahr des Wiederaufflammens der Erkrankung vorzubeugen.
4
Therapie
Es erfolgt eine symptomatische Therapie (Bettruhe, fettarme Kost und Alkoholabstinenz). Die Einnahme
von Medikamenten ist immer in Rücksprache mit einem Arzt durchzuführen. Einige - auch freiverkäuf-
liche - Medikamente besitzen eine potentiell leberzellschädigende Wirkung (z. B. auch Paracetamol),
die den Verlauf der Erkrankung negativ beeinflussen könnte. Im Einzelfall kann bei
Immunsupprimier-
ten eine antivirale Medikation (z. B. Ribavirin) eingesetzt werden. Bei fulminantem Leberversagen ist
ggf. eine Lebertransplantation indiziert.
5
Prophylaxe
Seit 2012 gibt es in China einen zugelassenen Hepatitis E-Impfstoff. Aktuell existiert in Deutschland
kein zugelassener Impfstoff und es besteht auch keine allgemeine Impfempfehlung.
Bei Reisen in Endemiegebiete gelten die allgemeinen hygienischen Vorsorgemaßnahmen zur Prophyla-
xe der Hepatitis A und E sowie zahlreicher Darmpathogene: Vermeiden ungekochter Lebensmittel und
Abkochen von potentiell kontaminiertem Trinkwasser.
Zur Vermeidung autochthoner Infektionen sollte beim Zerlegen und Zubereiten von Schweine- und
Wildfleisch auf eine gute Küchenhygiene geachtet und Kreuzkontaminationen vermieden werden.
Fleisch und Innereien der Tiere sollten vor dem Verzehr gut durcherhitzt werden (mindestens 71 °C
über 20 min).
Kontaktpersonen von Infizierten sollten über Frühsymptome einer Erkrankung aufgeklärt werden, bei
denen sofort ein Arzt aufzusuchen ist.
6
Antiepidemische
Maßnahmen

10 │
6.1
Meldepflicht
Namentliche Meldung an das zuständige Gesundheitsamt bei Krankheitsverdacht, Erkrankung und Tod
nach § 6 Abs. 1 IfSG sowie bei direktem oder indirektem Erregernachweis nach § 7 Abs. 1 IfSG durch
das untersuchende Labor. Erlangt der Leiter einer Gemeinschaftseinrichtung Kenntnis über die Erkran-
kung eines Betreuten oder Angestellten, ist er ebenfalls zur Meldung gegenüber dem Gesundheitsamt
verpflichtet.
6.2
Maßnahmen in
Gemeinschaftsein-
richtungen
Erkrankte und Krankheitsverdächtige:
Tätigkeits- und Besuchsverbot für Beschäftigte und Betreute bis zum Abklingen der Symptome. Wie-
derzulassung, wenn keine Weiterverbreitung der Erkrankung mehr zu befürchten ist und die Hygiene-
regeln (siehe 6.4) eingehalten werden. Bewährt hat sich dafür ein Zeitraum von etwa 14 Tagen nach
Auftreten der Symptomatik.
Kontaktpersonen:
Besuchs- und Tätigkeitsverbot in Gemeinschaftseinrichtungen gelten auch für Personen, in deren
Wohngemeinschaft nach ärztlichem Urteil eine Erkrankung oder ein Verdacht auf Virushepatitis E
aufgetreten ist (§ 34 Abs. 3 IfSG). Die Verhältnismäßigkeit eines Besuchsverbots in Gemeinschaftsein-
richtungen sollte aber genau geprüft werden.
Da eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung unter engen Kontaktpersonen zwar prinzipiell nicht ausge-
schlossen werden kann, in der Praxis aber offensichtlich bei dem in Deutschland endemisch vorkom-
menden Genotyp 3 nicht vorkommt, sollten Haushaltskontaktpersonen nicht automatisch als anste-
ckungsverdächtig gelten. Eine Wiederzulassung ist demnach für diese Personengruppe bei Einhaltung
der Hygienegrundregeln möglich.
Die Maßnahmen des Gesundheitsamtes sollten vor allem auch auf eine umfassende Information sowie
die strikte Einhaltung der Hände- und Toilettenhygiene für die Dauer der Inkubationszeit in den Ein-
richtungen abzielen.
6.3
Maßnahmen im
Krankenhaus/
medizinischen
Bereich
Patienten:
]
Räumliche Isolierung für mindestens 2 Wochen nach Erkrankungsbeginn
Behandelndes Personal:
]
Pflege mit patientenbezogenem Schutzkittel
]
Handschuhe bei möglichem Kontakt mit erregerhaltigem Material bzw. kontaminierten Flächen
]
Hygienische Händedesinfektion vor und nach Patientenkontakt, nach Kontakt zu erregerhaltigem
Material/kontaminierten Flächen und nach Ablegen der Handschuhe
Desinfektion und Entsorgung:
]
Mit viruziden Desinfektionsmitteln und -verfahren (Wirkungsbereich AB).
]
Es sind Mittel der VAH-Liste, die auch in der Liste des RKI verzeichnet sind, einzusetzen.
]
Mindestens tägliche bzw. bei Kontamination sofortige Flächen-Wischdesinfektion aller patienten-
nahen Flächen.
]
Instrumentendesinfektion möglichst im Reinigungs-Desinfektionsgerät (RDG), Transport kontami-
nierter Instrumente in geschlossenen Behältern.
]
Geschirr sollte in geschlossenen Behältern der Desinfektion im Geschirrspülautomaten zugeführt
werden.
]
Die Wäsche muss mit einem desinfizierenden Waschverfahren aufbereitet werden.
]
Schlussdesinfektion der Matratzen, Kissen und Decken mit Mitteln und Verfahren der RKI-Liste.
]
Entsorgung der Abfälle: AS 18 01 04 bzw. 18 01 01 gemäß LAGA-Vollzugshilfe vom Januar 2015.
]
Fäzes und Urin können undesinfiziert der Kanalisation zugeführt werden.
Erkranktes und krankheitsverdächtiges medizinisches Personal:
]
Tätigkeits- und Beschäftigungsverbot bis 14 Tage nach Erkrankungsbeginn.

│11
6.4
Maßnahmen im
häuslichen Bereich
]
Distanzierungsmaßnahmen: keine gemeinsame Nutzung von Handtüchern, Wäsche und Hygienear-
tikeln, wenn möglich Nutzung eines separaten WCs.
]
Direkten Kontakt zum Patienten und zu erregerhaltigem Material meiden, Handschuhe tragen.
]
Hygienische Händedesinfektion des Erkrankten und der Kontaktpersonen für die Dauer der Inkuba-
tionszeit sowie Flächendesinfektion wie unter 6.3.
]
Patientenwäsche kann in der Haushaltswaschmaschine, möglichst bei 90 °C, gewaschen werden.
]
Geschirr wird in der Spülmaschine oder per Hand mit heißem Wasser und einem Reinigungsmittel
gereinigt.
]
Erregerhaltige Materialien können mit Papier umhüllt mit dem Hausmüll entsorgt werden.
]
Erkrankter sollte während der ersten 14 Tage der Erkrankungsphase kein Essen zubereiten und den
Kontakt zu Schwangeren und Immunsupprimierten meiden.
6.5
Maßnahmen im
Lebensmittelbe-
reich
Erkrankte und Krankheitsverdächtige:
Tätigkeits- und Beschäftigungsverbot nach § 42 Abs. 1 IfSG
]
beim Herstellen, Behandeln oder Inverkehrbringen der in § 42 Abs. 2 IfSG genannten Lebensmittel
]
in Küchen von Gaststätten und sonstigen Einrichtungen mit oder zur Gemeinschaftsverpflegung bis
14 Tage nach Erkrankungsbeginn
Kontaktpersonen:
In Anbetracht der deutlich geringeren Kontagiosität von HEV im Vergleich zu HAV kann bei den Kon-
taktpersonen nicht automatisch von einem Krankheits- bzw. Ansteckungsverdacht ausgegangen wer-
den. Deshalb sollten auch hier die Aufklärung und Hinweise auf die nötige strikte Einhaltung der
Hände- und Toilettenhygiene im Vordergrund stehen.
6.6
Aufgaben des
erstbehandelnden
Arztes
]
Unverzügliche namentliche Meldung an das zuständige Gesundheitsamt (Wohnort des Patienten)
bei Krankheitsverdacht, Erkrankung sowie Tod an Hepatitis E (§ 6 Abs. 1 IfSG)
6.7 Aufgaben des Ge-
sundheitsamtes
]
Erfassung von Kontaktpersonen
]
Erfassung des wahrscheinlichen Infektionsortes zur Unterscheidung autochthoner vs. reise-assozi-
ierter Erkrankungen
]
Festlegen notwendiger Absonderungsmaßnahmen für Erkrankte und Krankheitsverdächtige (s.
Punkt 6.2 bis 6.5)
]
Ausführliche Aufklärung aller Beteiligten über Übertragung, Krankheitssymptome und Präventions-
maßnahmen
]
Epidemiologische Analyse bei Ausbrüchen, Ermittlung der Infektionsquelle
]
Sicherstellen der erforderlichen Labordiagnostik an der Landesuntersuchungsanstalt für das Ge-
sundheits- und Veterinärwesen Sachsen, u. U. in Zusammenarbeit mit den LÜVÄ
]
Übermittlung aller gemeldeten Fälle an die Landesuntersuchungsanstalt (§ 11 IfSG)
Quellen:
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Pathophysiologie und Klinik (CHED). Im Internet:
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Bearbeiter:
Dr. med. Ingrid Ehrhard LUA Dresden
Dr. med. Katrin Flohrs LUA Dresden
Dr. med. Tilo Hackel LUA Dresden
Dr. med. Axel Hofmann LUA Chemnitz
Dr. med. Sophie-Susann Merbecks LUA Chemnitz
Lydia Sommer LUA Chemnitz
AG Hygiene des Landesverbandes Sachsen der Ärzte und Zahnärzte des ÖGD
(Lt. Dipl.-Med. Simone Bertuleit)

│13
Hygieneinspektionen von RLT-Anlagen
Einleitung
Mehr als 80 % der Tageszeit verbringt der Mensch im Innen-
raum. Eine gute Raumluftqualität ist deshalb für Wohlbefinden
und Gesundheit von enormer Bedeutung. Da nutzungs- und
baubedingt über die Zeit verschiedenste chemische und biologi-
sche Stoffe in die Raumluft eingebracht werden sowie der CO
2
-
Gehalt ansteigt, ist deshalb ein ausreichendes Lüften unabding-
bar. Gerade bei sensibel genutzten oder öffentlichen Bereichen
wie Kindereinrichtungen, Schulen, Sporthallen oder auch Ver-
anstaltungsräumen werden die Gesundheitsämter entsprechend
dem Gesetz über den Öffentlichen Gesundheitsdienst im Frei-
staat Sachsen vom 11. Dezember 1991 regelmäßig mit Fragen
der Lufthygiene selbst, aber auch der Lüftungstechnik bzw. des
Lüftungsmanagements in diesen Bereichen konfrontiert. Viele
Gesundheitsämter führen Begehungen zur Hygienekontrolle an
Lüftungsanlagen dieser überwachungspflichtigen Einrichtungen
regelmäßig durch. Das Umweltbundesamt hat dem z. B. bereits
2008 in seinem
Leitfaden für die Innenraumlufthygiene in
Schul-
gebäuden
(www.umweltbundesamt.de)
Rechnung getragen und
empfiehlt unter anderem bei einem Neubau von Schulgebäuden
den Einbau technischer Lüftungssysteme für die Sicherstellung
eines ausreichenden Luftwechsels.
Ziel einer mechanischen Lüftung und des Einsatzes von
Raumlufttechnik in privaten und öffentlichen Gebäuden ist
neben der Verringerung und Vermeidung von schädlichen
Raumluftbelastungen, welche möglicherweise sogar Beein-
trächtigungen im Wohlbefinden der Raumnutzer zur Folge
haben, auch die Schaffung eines behaglichen Raumklimas.
Bestimmungsgemäß umfasst der Begriff „raumlufttechnische
Anlage“ (RLT-Anlage) Lüftungsanlagen mit maschineller Luftför-
derung, die die Raumluft heizen, kühlen, be- oder entfeuchten
können. Sind in einer Anlage mehrere dieser Luftbehandlungs-
funktionen vereint, so spricht man von einer Teilklimaanlage.
Sind alle thermodynamischen Luftbehandlungsfunktionen vor-
handen, so handelt es sich um eine Klimaanlage.
Mit dem Energieeinsparungsgesetz (
Gesetz zur Einsparung von
Energie in Gebäuden EnEG
) und der Energieeinsparverordnung
(
Verordnung über energiesparenden Wärmeschutz und
ener-
giesparende Anlagentechnik bei Gebäuden EnEV
), seit dem
01.11.2020 im Gebäudeenergiegesetz aufgegangen, wurde für
Neubauten in öffentlicher Trägerschaft der Niedrigstenergie-
Standard bereits ab Januar 2019 verpflichtend. Der
Primär-
energieverbrauch dieser Gebäude soll 40 kWh/ (m
2
a), was etwa
4 L Heizöl/ (m
2
a) entspricht, nicht übersteigen. Einen wesent-
lichen Beitrag zur Erreichung dieser Anforderungen soll durch
die Verringerung des Transmissionswärmeverlusts der Gebäude,
das heißt durch deren entsprechende Dämmung, sichergestellt
werden. Diese hoch dichten Gebäude verfügen zur Gewährleis-
tung eines entsprechenden Luftwechsels über eine mechanische
Lüftung, welche in der Regel mit einer Wärmerückgewinnung
gekoppelt ist.
Neben den gestiegenen Anforderungen der Raumnutzer be-
dingen die gesetzlichen Anforderungen zur Energieeinsparung,
welche sowohl öffentliche als auch private Bauträger betreffen,
die Notwendigkeit des Einsatzes von Raumlufttechnik. Mitt-
lerweile ist die Ausstattung von Gebäuden nicht nur bei spe-
ziellen Nutzeranforderungen mit entsprechender Lüftungstech-
nik selbstverständlich, sondern die gesetzlichen Vorgaben und
die Forderungen zur Energieeinsparung führten auch in vielen
Schulen, Kindertagesstätten, Tagespflegeeinrichtungen,
Kultur-
stätten und Sportstätten zu einem Einsatz dieser Technik.
Aufgrund dessen sind in den letzten Jahren diese Anlagen auch
als mögliche Problemquellen bei Beschwerden der Raumnutzer
in den Fokus gerückt. Diese Entwicklung führte letztlich zur
Schaffung verbindlicher Vorgaben für den Betrieb raumlufttech-
nischer Anlagen. Wohl am bekanntesten in Deutschland ist die
vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) be-
auftragte ProKlimA-Studie. Im Zusammenhang mit der langfris-
tigen Ermittlung von Nutzerbeschwerden in Bürogebäuden Mitte
der 1990-iger Jahre wurden umfangreiche Untersuchungen und
Nutzerbefragungen bei fast 5.000 Angestellten durchgeführt.
Dabei wurden auch Mängel der raumlufttechnischen Gegeben-
heiten als ein möglicher Auslöser für Nutzerbeschwerden bzw.
sogar gesundheitliche Beeinträchtigungen ausgemacht, zumal
verbindliche hygienische Vorgaben für diese Anlagen noch nicht
existierten. Dies war ein Anlass zur Erarbeitung und Herausgabe
der Richtlinienreihe VDI 6022
Raumlufttechnik,
Raumluftquali-
tät
im Juli 1998. Damit wurden erstmals ein einheitlicher und
qualifizierter Standard zur Planung und Bewertung von
RLT-An-
lagen und hygienische Anforderungen an den Betrieb formuliert.
Einen wichtigen Bestandteil bildet dabei die regelmäßige hy-
gienische Überwachung bzw. Inspektion der RLT-Anlagen. Die
in diesem Rahmen geforderten Inspektionen werden für die
nach ÖGD-Gesetz überwachungspflichtigen Einrichtungen von
den Gesundheitsämtern des Freistaates Sachsen selbst oder in
Amtshilfe durch das FG 1.5 Umweltmedizin, Kommunalhygiene
der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Ve-
terinärwesen (LUA) Sachsen durchgeführt.
Regelungen der VDI 6022 Raumlufttechnik, Raumluftqualität
Technische Regelungen
Geltungsbereiche
Wichtige Ausgliederungen
Neuregelungen
]
Optionale Erstellung einer
Gefährdungsbeurteilung
]
Anpassung der Anforderungen der
Filterklassen an den Feinstaubab-
scheidegrad nach DIN EN ISO 16890
]
Luftbefeuchtung über dezentrale
Geräte
2018
2015/
2017
VDI 2047 und 42. BlmschV rechtlich
und technisch separate Regelungen
zu Kühltürmen und Rückkühlwerken
Vermeidung allergene Belastungen-
Anforderungen an Geräten und
Komponenten
2016
Beurteilung der Raumluftqualität
2011
Hygieneforderungen an Planung, Bau-
ausführung, Betrieb, Instandhaltung
und Wartung
1998-Neuerscheinung
Ziel: Schutz der Gesundheit der Raumnutzer ist im Streitfall
„Basis und Stand der Technik“
Abbildung 1:
Wichtige Anpassungen der VDI 6022

image
14 │
Aufgrund von Anpassungen an neue bauliche Anforderungen
oder Untersuchungskriterien wurde die seit mittlerweile mehr
als 20 Jahren existierende VDI-Richtlinie immer wieder aktuali-
siert (2006 und 2011), die letzte Novellierung erfolgte im Januar
2018 (siehe Abbildung 1). So durfte in den ersten Versionen der
VDI 6022 die Zuluft nicht schlechter sein als die Außenluft - die
sogenannte „Vergleichsluft“. Laut der aktuell gültigen Version
muss eine neue RLT-Anlage gegebenenfalls auch in der Lage
sein, die angesaugte Außenluft zu verbessern, wenn Grenzwer-
te der Weltgesundheitsorganisation (WHO) überschritten sind.
Dies wäre z. B. bei einer ungünstigen Beeinflussung durch die
Außenluft und damit negativen Einflüssen aus Verkehr oder
In-
dustrie der Fall. Wichtige Änderungen dieser aktuellen Novel-
lierung betreffen aus diesem Grund auch die im Zuge der viel
diskutierten Feinstaubwerte eingeführten neuen Kriterien bei
der Filterbewertung.
Aus hygienischer Sicht stehen die Baugruppen, in denen eine
Befeuchtung der Luft stattfindet, Kondensationserscheinungen
und damit Feuchte auftreten können sowie die Filter bei den
Luftbehandlungsfunktionen im Fokus. Deshalb sollen nachfol-
gend diese Baugruppen beschrieben und Neuerungen in den
Überwachungsregelungen angerissen werden, sowie eine Be-
trachtung der vom FG 1.5 erhobenen Untersuchungsergebnisse
erfolgen.
Luftfilter
Die seit einigen Jahren geführte Feinstaubdebatte zielt vorder-
gründig auf die Konzentration an Partikel im Außenbereich ab.
Aus gesundheitlicher Sicht dabei mindestens genauso relevant
ist jedoch auch die Feinstaubbelastung im Innenbereich. Neben
nutzerbedingten Innenraumquellen für Feinstaub, wie Kochen
und Braten, das Abbrennen von Kerzen, offene Kamine, Büro-
tätigkeiten (Kopieren/Drucken) oder auch Zigarettenrauch, hat
auch die Feinstaubbelastung der Außenluft insbesondere durch
regelmäßiges Lüften einen großen Einfluss auf deren
Raumluft-
konzentration. Unabhängig von seiner Herkunft oder chemi-
schen bzw. biologischen Zusammensetzung wird Feinstaub über
den aerodynamischen Durchmesser (PM engl. für particulate
matter) definiert, da dieser neben der Konzentration einen
ho-
hen Einfluss auf die gesundheitliche Relevanz hat. Je kleiner der
aerodynamische Durchmesser eines Partikels ist, umso „tiefer“
kann es in die Atemwege vordringen. Aufgrund dessen erfolgt
auch eine systematische Einteilung in vier Größenklassen, wobei
definitionsgemäß alle Feinstaubklassen mit einem geringeren
aerodynamischen Durchmesser ebenfalls zur nächsthöheren Ka-
tegorie zählen (siehe Tabelle 1).
Tabelle 1: Einteilung der Feinstaubfraktionen nach Partikel-
größe
Kategorie
UFP
PM1
PM2,5
PM10
aerodynami-
scher Durch-
messer
< 0,3 µm
0,3 - 1 µm
0,3 - 2,5 µm 0,3 - 10 µm
UFP = Ultrafeine Partikel
Zur Erzeugung einer gesundheitlich zuträglichen Zuluft für Räu-
me, die mit einer RLT-Anlage versorgt werden und um entspre-
chende Komponenten und Bauteile der RLT-Anlage zu schützen,
werden verschiedene Luftfilter in Lüftungsanlagen eingesetzt.
Durch den Einsatz von Luftfiltern kann der Anteil organischer
oder anorganischer Bestandteile in der vorbei- oder durchströ-
menden Luft verringert werden. Seit Inkrafttreten der VDI 6022
ist daher der Einsatz von Filtern in RLT-Anlagen umfänglich
geregelt. Neben einer vorgeschriebenen Mindestfilterklasse für
Zuluftfilter sowie der Empfehlung einer zweistufigen Filterung,
legt die VDI 6022 auch fest, dass die eingesetzten „Luftfilter so
eingebaut, inspiziert und ausgetauscht werden können und so
ausgelegt sind, dass sie den Eintrag von luftgetragenen Mik-
roorganismen sowie von festen und flüssigen Aerosolen auf
nachfolgende Komponenten und in die zu belüftenden Räume
minimieren, keinesfalls jedoch erhöhen. Es muss sichergestellt
sein, dass sie nicht selbst zur Quelle von gesundheits- und ge-
ruchsbelastenden Bestandteilen, insbesondere durch Mikroorga-
nismen in der Zuluft, werden können“ (VDI 6022 Blatt 1 - Januar
2018, Seite 22).
In modernen Anlagen sind zur Staubabscheidung zumeist Ta-
schenfilter oder Kompaktfilter eingebaut (siehe Abbildung 2 und
3). In älteren Anlagen bzw. in Industrieanlagen werden zum Teil
auch Rollenbandfilter eingesetzt bzw. wurden Steckmetallfilter
verwendet. Sind gesundheitlich bedenkliche Gase in der Luft zu
befürchten, wird der Einsatz eines Gasfilters (Elektro- oder
Ak-
tivkohlefilter) notwendig. Im Rahmen einer Begehung können
durch die Gesundheitsbehörden einfache aber hygienerelevante
Kriterien bereits visuell geprüft werden:
]
Luftfilter sollten in einem unbeschädigten Zustand und
be-
stimmungsgemäß eingesetzt sein (z. B. keine liegenden Fil-
tertaschen, Beachten der Strömungsrichtung, Auswahl ge-
eigneter Filter),
]
keine Undichtheiten beim Einbau,
]
keine Durchfeuchtungen,
]
Nachweis regelmäßiger Betriebskontrollen (Druckverlustkon-
trolle, optischer Eindruck),
]
Nachweis regelmäßiger Filterwechsel, mindestens entspre-
chend den Empfehlungen der VDI 6022
Mit der Novellierung der VDI 6022 im Januar 2018 wird auch
das Inkrafttreten der neuen Norm DIN EN ISO 16890-1
Luftfilter
Abbildung 2:
Bestimmungsgemäßer Einsatz eines Taschenfilters

image
│15
für die allgemeine Raumlufttechnik - Teil 1: Technische
Bestim-
mungen, Anforderungen und Effizienzklassifizierungssystem,
basierend auf dem Feinstaubabscheidegrad (ePM)
(August 2017)
sowie die daraus resultierende Ablösung der bisher geltenden
DIN EN 779
Partikel-Luftfilter für die allgemeine
Raumlufttech-
nik - Bestimmung der Filterleistung
berücksichtigt. Der wesentli-
che Unterschied der Normen besteht im Messverfahren zur Klas-
sifizierung der einzelnen Filterklassen. Die Einteilung in Grob-,
Mittel- und Feinfilter mit jeweils 2 bis 4 weiteren Unterklassen
erfolgt bei Anwendung der DIN EN 779 nur unter Berücksich-
tigung des Wirkungsgrades bei Partikeln mit einer Größe von
0,4 µm. Damit wird den realen Anforderungen nur unzureichend
Rechnung getragen. Im Unterschied dazu erfolgt die Bewertung
der Filterleistung nach DIN EN ISO 16890 für drei Bereiche un-
terschiedlicher Partikelgrößen, was eine realistischere Einstu-
fung ermöglicht:
]
PM1 (aerodynamischer Durchmesser
1 µm)
]
PM2,5 (≤ 2,5 µm) und
]
PM10 (≤ 10 µm).
Anhand dieses Bewertungsmaßstabes werden Filter in vier ver-
schiedene Filterklassen, eine Feinfilterklasse (ISO ePM1), zwei
Mediumfilterklassen (ISO ePM2,5 und ISO ePM10) und eine
Grobfilterklasse (ISO Coarse) eingestuft. Ausschlaggebend für
die Einstufung ist dabei der Abscheidegrad der jeweiligen Fein-
staubfraktion, wobei bei den Filterklassen ISO ePM1 und ISO
ePM2,5 ein Mindestabscheidegrad (Abscheidegrad im entla-
denen Zustand) und bei der Filterklasse ISO ePM10 ein durch-
schnittlicher Abscheidegrad von 50 % erreicht werden muss.
Zusätzlich erfolgt für diese drei Klassen die Angabe des durch-
schnittlichen Abscheidegrades, abgerundet in 5 %-Schritten.
Erfüllt der Filter nicht die Mindestvoraussetzung für einen Filter
der Klasse ISO ePM10, so wird dieser der Filterklasse ISO Coarse
zugeordnet, hier wird die Staubbeladung gemessen und zur wei-
teren Unterteilung der Anfangsabscheidegrad angegeben. Die
Eingruppierung der Filter soll anhand der folgenden Beispiele
verdeutlicht werden:
Beispiel 1:
ISO ePM1 75 %
- der Filter besitzt im entladenen
Zustand mindestens einen Abscheidegrad von 50 % für die Par-
tikelfraktion 0,3 bis 1 µm und hat einen durchschnittlichen Ab-
scheidegrad für diese Fraktion von 75 bis 79 %.
Beispiel 2:
ISO ePM10 50 %
- der Filter hat für die Partikelfrak-
tion von 0,3 bis 10 µm einen durchschnittlichen Abscheidegrad
von 50 bis 54 %.
Beispiel 3:
ISO Coarse 85 %
- der Filter erreicht für die Parti-
kelfraktion 0,3 bis 10 µm nicht den durchschnittlichen Abschei-
degrad von 50 %, der Anfangsabscheidegrad liegt zwischen 85
und 89 %.
Mit der Einstufung anhand der DIN EN ISO 16890 ergeben sich
so aus den bisherigen neun Filterklassen nach DIN EN 779 (G1
bis F9) 49 unterschiedliche Filterklassen (ISO Coarse 5 % bis ISO
ePM1 95 %).
In der VDI 6022 werden für unterschiedliche Einsatzbereiche
entsprechende Mindestanforderungen an die Filterklasse der
eingesetzten Filter gestellt (siehe Tabelle 2). Es ist dabei zu be-
achten, dass ein direkter Vergleich der Klassifizierung der Filter
nach DIN EN 779 und nach DIN EN ISO 16890 nicht möglich ist,
da die Kriterien für die Einstufung, wie oben beschrieben, sich
stark voneinander unterscheiden.
Tabelle 2: Mindestanforderung für Filter in unterschiedli-
chen Einsatzbereichen gemäß VDI 6022
Bereich
ALF
ZLF
SLF
FnV
lfH
Mindest-
filterklasse
ISO ePM10
50 %
ISO ePM1
50 %
ISO ePM10
50 %
ISO ePM1
50 %
ISO ePM1
80 %
ALF: Außenluftfilter;
ZLF: Zuluftfilter;
SLF: Sekundärluftfilter;
FnV: Filter nach riemengetriebenem Ventilator in der Zuluftstrecke;
lfH: Filter vor luftführenden Hohlräumen (z. B. Druckböden) mit Außenluftanteil
Befeuchtungssysteme
Befeuchtersysteme bergen wie alle Feucht- oder Nassstrecken
der RLT-Anlagen immer ein Potential für die Bildung von Ab-
lagerungen, Korrosion und unerwünschter mikrobiologischer
Aufkeimung und können damit auch zur Verschlechterung der
mikrobiologischen Zuluftqualität beitragen. Deshalb werden für
RLT-Anlagen mit Befeuchtern besondere Regelungen hinsicht-
lich des Untersuchungsumfanges und engmaschigere Interval-
le für die Hygieneinspektionen vorgegeben. Hier erfolgen eine
erweiterte Sichtprüfung und die hygienische Inspektion ent-
sprechend der VDI 6022 alle zwei Jahre. Für die Befeuchtung
der Zuluft werden Befeuchter mit zwei unterschiedlichen Wirk-
mechanismen eingesetzt. Zum einen kann Wasser im Luftstrom
fein zerstäubt oder versprüht werden (adiabate Luftbefeuchter)
oder es wird in Form von Wasserdampf dem Luftstrom zuge-
führt (Sattdampf). Eine Zuordnung der verschiedenen Befeuch-
tertypen, der Funktionsweise und Anforderungen sind in Tabelle
3 zusammengestellt. Das in die Befeuchtung einer RLT-Anlage
zugespeiste Wasser muss immer den mikrobiologischen Anfor-
derungen der Trinkwasserverordnung entsprechen. Die Wasser-
installation muss so ausgeführt sein, dass ein Rückfluss in das
Trinkwassernetz ausgeschlossen ist. Für diese Untersuchungen
und technischen Ausführungen sei auf die VDI/DVGW 6023 -
Hygiene in Trinkwasser-Installationen - Anforderungen an
Pla-
nung, Ausführung, Betrieb und Instandhaltung
und die Trinkwas-
serverordnung verwiesen. Nach den für diese LUA-Mitteilung
Abbildung 3:
Vergleich Kompaktfilter neuwertig und am Ende der Standzeit

image
16 │
ausgewerteten Untersuchungsberichten wurden ca. 20 % der
über 900 betrachten Anlagen mit Luftbefeuchtern betrieben.
Der weit überwiegende Anteil (>90 %) der von uns untersuchten
Anlagen mit Befeuchtung verfügt über einen Dampfbefeuchter.
Die Dampfbereitung erfolgte in den von uns bisher begangen
Objekten immer mittels einer elektrischen Dampfbereitung mit
Widerstandsheizung, unter Verwendung von Trinkwasser oder
entmineralisiertem Wasser. Eine zentrale Dampfbereitung ist
selten und wird häufiger bei Anlagen der Industrie genutzt. Aus
hygienisch-mikrobiologischer Sicht sind Dampfbefeuchter als
unproblematisch einzuschätzen, vorausgesetzt es kommt nicht
zu Kondensationserscheinungen in den nachfolgenden Bau-
gruppen oder beim Herunterfahren der Anlage. Hier ist durch ein
vollständiges „Trockenlaufen“ der Anlage sicherzustellen, dass
die nachfolgenden Komponenten vor dem Stillstand der Anlage
trocken sind.
Für adiabate Befeuchter, also Befeuchter, bei denen Wasser ver-
sprüht (Luftwäscher) oder über einen Träger verrieselt bzw. so
auch zur Verdunstung gebracht wird, bestehen bei einer nicht
einwandfreien Wasserqualität des Befeuchterwassers oder ei-
ner nicht ordnungsgemäßen Wartung aus hygienischer Sicht
größere Risiken der mikrobiellen Kontamination der Zuluft. Zur
Hygienisierung können dem Befeuchterwasser keimmindernde
Zusätze wie Silberionen zugesetzt werden oder es findet eine
permanente UV-Bestrahlung der Befeuchterkammer statt. Auch
die bei Umlaufsprühbefeuchtern eingesetzten Wäscherwannen,
welche zur Wasserbevorratung (Umlaufwasser) dienen, können
zu hygienischen Problemzonen der RLT-Anlagen werden. Um ein
Aufkeimen zu verhindern, müssen die wasserführenden Syste-
me und Wannen bei längeren Stillstandszeiten, mindestens aber
nach 48 h, trocken sein.
Im Rahmen der Hygieneinspektion nach VDI 6022 sind in je-
dem Fall die Hygiene des Zuspeisewassers und das Befeuchter-
wasser in den Vorlagebehältern der Anlagen zu untersuchen.
Bei Umlaufwässern in Befeuchtern muss auch mit einer Auf-
keimung von pathogenen Erregern (
Pseudomonas aerugino-
sa
und
Legionella
spp.) gerechnet werden. Für
Legionella
spp.
und auch für
P. aeruginosa
sind Beurteilungswerte von je-
weils <100 KBE/100mL vorgesehen. Für die Befeuchterwässer
in den Anlagen sind zusätzlich zu den oben genannten Hygi-
eneinspektionen regelmäßige Betriebskontrollen durch einge-
wiesenes Personal erforderlich und vom Betreiber der Anlagen
im Betriebstagebuch zu dokumentieren. Die hierfür in der VDI
6022 empfohlenen Dip-Slides-Untersuchungen (Beschichtung
Dip-Slides mit Caso-TSA-Agar) dienen einer Abschätzung der
Gesamtkeimzahlentwicklung im Wasser und müssen nicht in
Fachlaboren, welche eine Zulassung nach §44 Infektionsschutz-
gesetz (IfSG) haben, ausgewertet werden. Dabei darf das Be-
feuchterwasser eine Gesamtkoloniezahl von 1.000 KBE/mL nicht
überschreiten.
Tabelle 3: Hygienische Bewertung der unterschiedlichen Be-
feuchterarten
Befeuchtung mit
Dampf
Befeuchtung mit
Wasser
Prinzip
Dampfbefeuchter
Sprühbefeuchter
Kontaktbefeuchter
(Rieselbefeuchter)
Düsenzerstäuber
mechanische Zerstäu-
ber
Ultraschallzerstäuber
Hygienische Bewertung
Wenig hygienische
Probleme, keim- und
rückstandsfreier Was-
serdampf (Hygienisie-
rung)
Direktes Versprühen
von Wasser -
strenge Hygieneanfor-
derungen
Hygienehinweise
Verwendung von
Trinkwasser und ent-
mineralisiertem Wasser
möglich Kondensat
vermeiden!
Verwendung von ent-
mineralisiertem Wasser
Ggf. zusätzliche Maß-
nahmen zur Keimre-
duktion
Mikrobiologische
Kontrolle des Betriebs-
wassers
Nein
Umlaufwasser - halb-
monatlich
Befeuchterwasser ohne
Umlauf - halbjährlich
Beim Einsatz einer adiabaten Befeuchtung im Abluftstrom zur
Kühlung und der Möglichkeit, dass die so gekühlte Abluft die
Zuluft hygienisch direkt beeinflusst (z. B. durch die Verwendung
eines Rotationswärmetauschers) wird empfohlen, auch diese
Befeuchter nach den oben beschriebenen Kriterien regelmäßig
hygienisch zu untersuchen.
Kühlung
Die Baugruppe der Kühlung in Lüftungsanlagen ist bei den rou-
tinegemäß durchgeführten Hygieneinspektionen häufig visuell
bzw. auch zum Teil mikrobiologisch zu beanstanden. In dieser
Baugruppe kann die Kondensatbildung bei der Abkühlung der
Luft Korrosionserscheinungen begünstigen. Hygieneprobleme
wie Schimmelbefall oder eine Biofilmbildung werden
verur-
Abbildung 4:
Biofilm und sichtbarer Schimmelbefall an einem
Tropfenab-
scheider einer Kühlung

│17
sacht, wenn Kondensatwasser aufgrund konstruktiver Mängel
nicht abgeführt oder im Luftstrom in die dahinterliegenden
Baugruppen gerissen wird (siehe Abbildung 4). Ähnliche Erschei-
nungen können auch bei Wärmerückgewinnungssystemen, hier
insbesondere in der Abluftstrecke auftreten.
Verdunstungskühlanlagen
Eine wesentliche Anpassung der VDI 6022 an neue gesetzliche
Grundlagen betrifft die hier vormals mit betrachteten Verduns-
tungskühlanlagen (Kühltürme und Rückkühlwerke), die in der
aktuellen Version keine Berücksichtigung mehr finden.
Verduns-
tungskühlanlagen werden genutzt, um überschüssige Wärme-
lasten abzuführen. Sie werden oft in Kühlungen für Industrie-
anlagen, Lagerhallen oder ähnlichem benötigt, finden aber auch
in Krankenhäusern, Verwaltungsgebäuden, Rechenzentren etc.
eine breite Anwendung. Zur Kühlung wird Wasser verrieselt oder
versprüht und durch dessen Verdunstung überschüssige Wärme-
energie entzogen. Dabei können Wassertröpfchen des Kühlwas-
sers in die Umwelt mitgerissen werden. Ein Problem mit Aeroso-
lausträgen sind die damit verbundenen Keimausträge, und dabei
insbesondere die unter Umständen von den Wassertröpfchen
mit transportierten Legionellen. Seit 2015 sind mit der VDI 2047
für Rückkühlwerke separate Regelungen zur technischen und
mikrobiologischen Überwachung und damit zur Sicherstellung
eines hygienegerechten Betriebes von Rückkühlwerken auch
unter Berücksichtigung der verschiedenen technischen Ausstat-
tungen und Kühlleistungen getroffen worden. Durch die infolge
hygienischer Defizite in Rückkühlwerken verursachten
Legionel-
lose-Ausbrüche der letzten Jahre, z. B. in Ulm mit 64 Erkrankten
2010, rückten diese stark in den Focus der hygienischen Be-
trachtung. Aus diesem Grund wurde neben den oben genannter
technischen Reglungen für einen hygienischen Betrieb 2017 mit
der 42. BImSchV (
Verordnung über Verdunstungskühlanlagen,
Kühltürme und Nassabscheider
) auch die gesetzliche Grund-
lage zur Überwachung, Betriebsführung und entsprechenden
Meldepflicht geschaffen. Auf eine ausführliche Darstellung von
Regelungen der 42. BImSchV bzw. der Überwachung von Rück-
kühlwerken gemäß VDI 2047 wird hier nicht näher eingegangen.
Hygieneinspektionen
Die VDI 6022 befasst sich mit der hygienegerechten Planung,
Herstellung und dem Betrieb von RLT-Anlagen. Während der Be-
triebsphase der RLT-Anlage sieht die VDI 6022 drei Instrumente
der Überwachung eines hygienekonformen Betriebes vor:
]
die Hygieneerstinspektion,
]
die Wiederholungsinspektionen und
]
die regelmäßige Hygienekontrolle.
Für den hygienegerechten Betrieb der RLT-Anlage ist der Betrei-
ber verantwortlich, der geschultes Fachpersonal für die Durch-
führung der Hygieneinspektionen und -kontrollen beauftragt.
Die
Hygieneerstinspektion
wird idealerweise mit der Inbe-
triebnahme der RLT-Anlage durchgeführt, dabei wird der Über-
einstimmungsgrad der zu überprüfenden RLT-Anlage mit den
Anforderungen der VDI 6022 dokumentiert. Als Ergebnis der Hy-
gieneerstinspektion erfolgt entweder eine Bescheinigung, dass
]
die Anlage den entsprechenden Anforderungen entspricht
und hygienisch sicher betrieben werden kann,
]
die Anlage nicht in allen Punkten den Anforderungen ent-
spricht, durch Ersatzmaßnahmen jedoch hygienisch sicher
betrieben werden kann oder
]
die Anlage nicht in allen Punkten die Anforderungen der VDI
6022 erfüllt und im weiteren Betrieb ein Hygienerisiko dar-
stellt, welches nicht durch Ersatzmaßnahmen zu kompensie-
ren ist.
Neben der Durchführung einer Hygieneerstinspektion unmit-
telbar vor dem bestimmungsgemäßen Betrieb der RLT-Anlage
ist diese auch bei wesentlichen Änderungen an der RLT-Anlage
oder bei Bestandsanlagen, bei denen noch keine Erstinspektion
erfolgte, durchzuführen. Die Hygieneerstinspektion stellt sicher,
dass die RLT-Anlage bauseitig dem Stand der Technik und da-
mit auch den Anforderungen der Technischen Regel für Arbeits-
stätten (ASR A3.6) entspricht. Die entsprechenden Unterlagen
können auch vom Gesundheitsamt im Rahmen von Hygienebe-
gehungen eingesehen werden.
Neben dieser Hygieneerstinspektion erfolgt bei Anlagen mit Be-
feuchtung oder erdverlegten Komponenten im Abstand von zwei,
bei Anlagen ohne Befeuchter oder erdverlegten Komponenten im
Abstand von drei Jahren eine
Wiederholungshygieneinspektion
(kurz: Hygieneinspektion). Diese Hygieneinspektion umfasst eine
erweiterte Sichtprüfung auf Hygienemängel in der Anlage (Ver-
schmutzung, Rostbildung, Kalkablagerungen, Beschädigungen),
die mikrobiologische Untersuchung von Befeuchterwässern (Ge-
samtkeimzahl,
Legionella
spp.,
P. aeruginosa
), die Kontrolle des
Hygienezustandes durch spezifische Abklatschproben an
hygie-
nerelevanten luftberührenden Oberflächen, die mikrobiologische
Luftkeimmessung am Lüftungsauslass sowie deren Dokumenta-
tion. Anlassbezogen, insbesondere bei Nutzerbeschwerden, sind
im Rahmen der Hygieneinspektion auch weiterführende Unter-
suchungen gemäß den Vorgaben der VDI 6022 Blatt 3
Raum-
lufttechnik, Raumluftqualität-Beurteilung der Raumluftqualität
,
z. B. die Bestimmung flüchtiger organischer Verbindungen in der
Raumluft oder die Bestimmung der Staubflächendichte im
Lüf-
tungskanal, zur Kontrolle der Effektivität von Reinigungsmaß-
nahmen, möglich.
Während des Betriebes der RLT-Anlage ist zudem eine wieder-
kehrende
Hygienekontrolle
durchzuführen, um Hygienemän-
gel an RLT-Anlagen zu erkennen und zu beseitigen. Je nach
Komponente der RLT-Anlage ist dies monatlich, vierteljährlich,
halbjährlich, jährlich oder zweijährlich durchzuführen. Die Hy-
gienekontrolle umfasst dabei die Sichtprüfung der RLT-Anlage
(Verschmutzungen, Korrosion, Kalkablagerungen, Beschädigun-
gen), die orientierende mikrobiologische Prüfung der Gesamtko-
loniezahl bei Befeuchtern mit Umlaufwasser (Betriebskontrolle
mit Dip-Slides-Test) sowie die Dokumentation der Kontrolle.
Im Rahmen der Amtshilfe führt das Fachgebiet 1.5 Hygienein-
spektionen gemäß VDI 6022 bei RLT-Anlagen in öffentlichen
Gebäuden durch. Neben der Hygieneinspektion erfolgt dabei
auch die labortechnische Auswertung der einzelnen mikrobiolo-
gischen Proben. Die Umsetzung der Vorgaben der VDI 6022 er-
folgt in einem dreigliedrigen Inspektionsprotokoll, das optische,
hygienisch-mikrobiologische und hygienisch relevante techni-
sche Aspekte des Zustandes der Anlage berücksichtigt.
Die optische Bewertung wird zunächst für jede Baugruppe durch
ein 5-stufiges Bewertungssystem von sehr gut bis ungenügend
vorgenommen und mündet am Ende in einer optischen Gesamt-
einstufung des Gerätes. Bei der optischen Bewertung wird die
Sauberkeit und der Wartungszustand der Komponenten (Heiz-

18 │
register, Kühlregister etc.), der Zuluftleitungen und der Lüf-
tungsauslässe, aber auch der Zustand der Klimazentrale visuell
überprüft.
Die hygienisch-mikrobiologisch Überprüfung der RLT-Anlage
beinhaltet die Untersuchung der luftberührenden Oberflächen,
eine Luftkeimmessung und eine mikrobiologische Untersuchung
der Befeuchterwässer. Der mikrobiologische Zustand der luftbe-
rührenden Oberflächen wird mittels Abklatschproben überprüft.
Die Beprobung der Kammer einer hygienerelevanten Komponen-
te (Filter, Ventilator, Heizregister, Kühlregister, Wärmerückge-
winnung, Dampfbefeuchter) erfolgt mit DG18-Rodac®-Platten
für Schimmelpilze und mit CASO-Rodac®-Platten für die Ge-
samtkoloniezahl. Die Bewertung der Oberflächen erfolgt
ent-
sprechend den Vorgaben der VDI 6022 von gut über grenzwertig
bis unzureichend. Entscheidend für die Zuordnung der einzelnen
Komponenten ist dabei die Summe der koloniebildenden Einhei-
ten (KBE) beider Abklatschplatten (siehe Tabelle 4).
Tabelle 4: Bewertung der Oberflächenkeimgehalte als
Sum-
me der KBE/25 cm
2
aus der Gesamtkeimzahl ohne
Schimmel- und Sproßpilze und der Schimmelpilz-
untersuchung
Oberflächenkeim­
gehalte
Bewertung und Maßnahmen
< 25 KBE/25 cm
2
Der hygienisch-mikrobiologische Zustand der
untersuchten Flächen ist als „
gut
“ oder „
sehr gut
zu bewerten.
Kein Handeln erforderlich.
25 KBE/25 cm
2
bis
100 KBE/25 cm
2
Der hygienisch-mikrobiologische Zustand der
untersuchten Flächen ist als „
grenzwertig
“ einzu-
schätzen.
Diese Elemente sollen gründlich gereinigt oder
demnächst ausgewechselt werden. In Wartungs-
plan aufnehmen.
> 100 KBE/25 cm
2
Der hygienisch-mikrobiologische Zustand der
untersuchten Flächen ist als „
unzureichend
“ zu
bewerten.
Diese Elemente sollen dringend gründlich gereinigt
oder ausgetauscht werden. Sofortiges Handeln
erforderlich, Ursachen suchen.
An technisch sensiblen, unebenen oder schwerer zugänglichen
Oberflächen (Register, Tropfenabscheider) erfolgt die
hygieni-
sche Oberflächenbeurteilung mittels Abstrichproben. Die
Aus-
wertung dieser Proben erfolgt rein qualitativ.
Neben der Überprüfung der luftberührenden Oberflächen erfolgt
an einem ausgewählten Zuluftauslass oder im Zuluftkanal eine
Überprüfung der mikrobiologischen Zuluftqualität. Beurteilt
wird dabei die Veränderung der Koloniezahl und des Keimspekt-
rums der Luft durch die Anlage. Eine erhöhte mikrobielle Konta-
mination (qualitativ und quantitativ) der Zuluft im Vergleich zur
Außenluft (Vergleichsluft) während des RLT-Betriebes darf ge-
mäß VDI 6022 nicht nachweisbar sein. Mit der Novellierung der
VDI 6022 im Januar 2018 stellt die Überprüfung der mikrobio-
logischen Zuluftqualität einen obligaten Bestandteil der Hygie-
neinspektion gemäß VDI 6022 dar. In den Vorgängerversionen
war dies nur im konkreten Verdachtsfall erforderlich. Um Aus-
sagen zur Veränderung des Luftkeimspektrums treffen zu kön-
nen, reicht die undifferenzierte, quantitative Auswertung nicht
aus, daher ist eine Differenzierung der isolierten Schimmelpilze
bis zur Gattung beziehungsweise Art obligatorisch. Aufgrund
der konstruktiven Gegebenheiten gestaltet sich eine Probenah-
me am Zuluftauslass und die geforderte strikte Trennung von
Raumluft und Zuluft technisch oftmals schwierig oder kaum
realisierbar. Die ebenfalls mögliche isokinetische Teilstroment-
nahme in den Luftleitungen kann nur bei entsprechend großen
Querschnitten der Luftleitungen und geeigneten Zugänglichkei-
ten praktiziert werden.
Für alle im Rahmen der Hygieneinspektion durchgeführten
mikrobiologischen Untersuchungen der VDI 6022, welche auf
Selektivmedien erfolgen, muss im Gegensatz zu den Betriebs-
kontrollen der Anlagenbetreiber (Dip-Slides-Untersuchung) ge-
währleistet sein, dass die Anzucht in Laboren stattfindet, welche
nach §44 Infektionsschutzgesetz zugelassen sind.
Neben der erweiterten Sichtprüfung und der Überprüfung des
mikrobiologischen Zustandes der RLT-Anlage erfolgt außerdem
eine Überprüfung der hygienisch-technischen Anforderungen an
die einzelnen Komponenten der Anlage. In diesem Zusammen-
hang wird, soweit möglich, überprüft, ob technische Vorgaben
der VDI 6022 an die Komponenten zur Erhaltung eines guten
hygienischen Zustandes der RLT-Anlage erfüllt sind oder nicht.
Dazu zählen unter anderem die gute Zugänglichkeit der Kom-
ponenten und die Verwendung richtlinienkonformer Filter. Un-
ter Berücksichtigung der Vorgaben der VDI 6022, insbesondere
bei der Bewertung der mikrobiologischen Oberflächenproben,
erfolgt aus den oben genannten Bewertungskriterien eine Ge-
samteinschätzung des hygienischen Zustandes der Anlage zum
Zeitpunkt der Hygieneinspektion und entsprechend daraus ab-
leitbarer Maßnahmen.
Auswertung eigener Hygieneinspektionen
Der folgende Abschnitt soll einen Überblick über die vom Fach-
gebiet durchgeführten Hygieneinspektionen der letzten drei
Jahre (2017-2019) geben.
In diesem Zeitraum wurde die Hygieneinspektion gemäß VDI
6022 an 913 RLT-Anlagen durchgeführt. Die Geräte waren zu-
meist Bestandsgeräte und durchschnittlich seit 15 Jahren in
Betrieb. Für die allermeisten Objekte konnten regelmäßige War-
tungsnachweise der Geräte bzw. Betriebskontrollen eingesehen
werden. Insofern zeigt sich, dass auch auf Betreiberseite inzwi-
schen ein Problembewusstsein für einen hygienischen Betrieb
dieser Technik, zumindest bei den von uns untersuchten staat-
lichen bzw. kommunalen Liegenschaften, vorliegt. Die meisten
dieser RLT-Anlagen waren einfach ausgestattete Geräte, die
als Luftbehandlungsfunktion über Filter und Heizung verfügten
(54 %). Weitere 43 % verfügten darüber hinaus noch über eine
Kühlung des Zuluftstroms (darunter 18 % in Verbindung mit ei-
nem Luftbefeuchter). 22 % der untersuchten RLT-Anlagen besa-
ßen eine Luftbefeuchtungseinheit (siehe Abbildung 5).
Abbildung 5: Technische Ausstattung der Anlagen
491
227
35
160
Filtern und Heizen
Filter, Heizen und Kühlen
Filter, Heizen und Befeuchten
Filter, Heizen, Kühlen und
Befeuchten

│19
Die optische Bewertung der RLT-Anlagen erfolgte, wie bereits
oben beschrieben, in einem 5-stufigen Notensystem von 1 (sehr
gut) bis 5 (ungenügend) zunächst für jede Baugruppe separat.
Im Anschluss erfolgte eine Gesamtbewertung der Anlage, wo-
bei Wichtungsfaktoren die hygienische Relevanz der Baugruppe
widerspiegeln. In Abbildung 6 ist die optische Gesamtbewertung
aller im Zeitraum 2017 bis 2019 inspizierten Anlagen darge-
stellt.
Der hohe Anteil (63 %) von optisch gut und sehr gut bewerteten
Anlagen spiegelt die durch die regelmäßigen Inspektionen im-
mer wieder angestoßenen und mittlerweile in allen Häusern gut
etablierten regelmäßigen Wartungen der Geräte wider. Sind, wie
bei einem Prozent der Geräte, massive Verschmutzungen und
gravierende hygienische Mängel festgestellt worden, führte dies
in der Regel zur Außerbetriebnahme der Anlage und zu War-
tungs- und Reinigungsmaßnahmen.
Für die meisten der optisch mit befriedigend bzw. mangelhaft
bewerteten Anlagen (36 % der untersuchten Anlagen) konnte
festgestellt werden, dass eine zumeist nicht mehr den Anforde-
rungen genügende und technisch veraltete Ausstattung zu den
Beanstandungen führte (häufig Verschmutzungen der
nachfol-
genden Komponenten). Wie aus Abbildung 7 hervorgeht, verfüg-
ten nur 67 % der von uns untersuchten Geräte über eine anfor-
derungsgerechte Filterausstattung. Bei vielen Bestandsanlagen
erfolgte bei der Filterausstattung keine Anpassung an die mit
den Novellierungen der VDI 6022 einhergehenden Änderungen
bzgl. der oben beschriebenen Mindestanforderungen für Filter.
Dies betrifft auch das Fehlen einer zuluftseitig endständigen
zweiten Filterstufe bei Anlagen mit riemengetriebenen Ventila-
toren. Lediglich 32 % der Anlagen mit riemengetriebenen Venti-
latoren erfüllen dabei diese Anforderung der VDI 6022. Ähnlich
wie bereits bei den optischen Beanstandungen lag der Anteil der
Anlagen, bei denen ein akuter Handlungsbedarf im Sinne einer
Gewährleistung des hygienischen Betriebs oder auch eine Au-
ßerbetriebnahme der Geräte zum Schutz der Raumnutzer vorlag,
bei lediglich 8 %.
Für die Auswertung der mikrobiologischen Einstufungen wur-
den die in der VDI 6022 zu Grunde gelegten Bewertungskri-
terien herangezogen und Anlagen mit einer als hygienisch-
mikrobiologisch unzureichend bewerteten Komponente erfasst
(Oberflächenkeimgehalte >100 KBE/25cm²). Mikrobiologisch
unzureichende Messergebnisse führten bei 48 % der Anlagen
zu Beanstandungen. 65 % dieser Anlagen verfügten über eine
gemäß VDI 6022 nur unzureichende Filterung. Dies veranschau-
licht, dass neben einer regelmäßigen Reinigung der Anlagen
ebenfalls ein hohes Rückhaltevermögen der auch zum Schutz
der Komponenten eingesetzten Filter unabdingbar für einen
dauerhaft guten hygienischen Zustand der luftberührenden
Oberflächen ist. Bei den untersuchten Befeuchter wiesen 27 %
Beanstandungen auf, 41 % der Kühler waren in einem Zustand,
der nicht den Vorgaben der VDI 6022 entspricht. Häufige
Ursa-
chen für diese Mängel waren eine unzureichende Zugänglichkeit
zu den Komponenten, fehlende oder unzureichend ausgeführte
Kondensatabläufe oder erkennbare Korrosion der Komponenten.
Technische Mängel (z. B. Leckagen, verschlissene Antriebsrie-
men, Kühlmedienverluste, Nässeschäden durch unkontrolliert
austretendes Kondensatwasser) sind bei 22 % der Geräte fest-
gestellt worden.
Bei der Auswertung der durchgeführten mikrobiologischen Zu-
luftuntersuchungen konnte festgestellt werden, dass deutliche
Abweichungen im Schimmelpilzspektrum der Zuluftproben erst
bei sehr massiven Hygienemängeln bzw. sichtbarem Schimmel-
befall in der Anlage oder im Kanal selbst messbar waren. Al-
lerdings wurde bei den Luftkeimuntersuchungen auch deutlich,
dass bei Anlagen mit einer unzureichenden Filterausstattung die
angestrebte Reduktion der Schimmelpilzsporenbelastung nicht
immer nachweisbar war.
Zusammenfassung
Die vorliegende Auswertung gibt einen guten Überblick der
technischen Ausstattung und des hygienischen Zustandes der in
den Liegenschaften des Freistaat Sachsen und der sächsischen
Kommunen betriebenen RLT-Anlagen. Für über die Hälfte der
ausgewerteten Untersuchungsberichte kann für die betreffen-
den Geräte ein optisch guter Zustand bescheinigt werden. Dies
zeigt auch, dass, obwohl unterschiedliche öffentliche Träger der
jeweiligen Häuser tangiert sind, von einem hohen Problembe-
wusstsein hinsichtlich eines hygienischen Betriebs der Lüftungs-
geräte ausgegangen werden kann. Es wurde auch festgestellt,
dass ein Großteil der inspizierten Anlagen seit 15 bis 20 Jahren
betrieben werden, somit erfüllen einige Anlagen hinsichtlich
deren technischen Ausstattung (unter anderem Zugänglichkeit,
Filterausstattung) nicht mehr die Vorgaben der VDI 6022.
Ein akuter Handlungsbedarf, der zu einer sofortigen Außerbe-
triebnahme der entsprechenden Anlage führt, wurde nur in sehr
wenigen Fällen festgestellt. Hygienische Mängel, welche sich
durch erhöhte Oberflächenkeimbelastungen auf den
luftberüh-
renden Oberflächen der Anlage zeigten und durch
Reinigungs-
maßnahmen behoben werden konnten, zeigten sich bei etwa der
Hälfte der Anlagen. Die Umsetzung der Vorgaben der VDI 6022,
Abbildung 6:
Optische Bewertung der inspizierten Anlagen
10%
53%
30%
6%
1%
1 = sehr gut
2 = gut
3 = befriedigend
4 = mangelhaft
5 = ungenügend
Abbildung 7:
Technische und hygienische Bewertung der RLT-Anlagen
0%
20%
40%
60%
80%
100%
Filterklassen nach VDI 6022
2. Filter nach Keilriemen
Mikrobiell ohne Beanstandung
keine tech. Mängel
kein akuter Handlungsbedarf
keine Mängel Befeuchter
keine Mängel Kühlung
JA NEIN

20 │
die neben einem Wartungs- und Reinigungsmanagement auch
regelmäßige Prüfungen (Hygienekontrollen und -inspektionen)
vorschreibt, garantiert über weite Bereiche einen hygienekon-
formen Betrieb der Anlagen.
Neben den immer wieder aufflammenden Diskussionen nach
kritischen Mitteilungen in der Presse, z. B. im Zusammenhang
mit den Legionellenausbrüchen in Ulm oder Warstein, sind es
vor allem die regelmäßigen Hygieneinspektionen und Beratun-
gen der Betreiber und Gesundheitsämter, die einen wesentli-
chen Beitrag zur Schaffung eines Problembewusstseins leisten.
Aktuell rückt der Einfluss des Innenraumklimas und damit auch
des Lüftens bzw. der Betrieb raumlufttechnischer Anlagen im
Zusammenhang mit Infektionsübertragungswegen von SARS-
CoV-2 zunehmend in den Fokus. In allen bisherigen Veröffent-
lichungen wird empfohlen, die mechanischen Lüftungssysteme
nicht abzuschalten und die Räume mit einem möglichst hohen
Außenluftanteil zu lüften, wenn möglich sollte der Umluftanteil
ganz eingeschränkt werden. Weiterhin sind Filter mit einem ho-
hen Abscheidegrad zu verwenden. Die Luftfeuchtigkeit im Raum
sollte möglichst über 40 % liegen, außerdem ist ein Überströ-
men in verschiedene Nutzungseinheiten zu minimieren. Beson-
ders wichtig sind laut der Veröffentlichungen der Fachverbände
und des Umweltbundesamtes die regelmäßige Wartung und
Instandhaltung der Anlagen, was die Notwendigkeit der Hygi-
eneinspektionen gemäß der VDI 6022 auch im Zusammenhang
mit der aktuellen Coronaproblematik unterstreicht.
Ein Verzeichnis der verwendeten Literatur bzw. Angaben zu ak-
tuellen Veröffentlichungen im Zusammenhang mit Lüftungshin-
weisen und Maßnahmen in Zeiten der SARS-CoV-2-Pandemie
finden Sie im Fachgebiet 1.5 Umweltmedizin,
Kommunalhygi-
ene.
Bearbeiter: DC Benjamin Georgi
LUA Chemnitz
DB Annette Gruschwitz
LUA Chemnitz

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│21
Fleischdrehspieße = Döner?
Ob als saftige, gegrillte Fleischstreifen im Fladenbrot mit Roh-
kost und Soße, angerichtet auf Tellern mit Reis und Salat, in der
Box geschichtet mit Pommes oder eingerollt in Yufka-Teigblät-
ter – Döner geht immer. Doch ist wirklich alles „Döner“, was als
solcher verkauft und gegessen wird?
Der Name Döner Kebab leitet sich aus den türkischen Wörtern
„döner“- „sich drehend“ und „kebab“-„Röst-Grillfleisch“ ab,
denn die beliebten Fleischerzeugnisse gehen auf einen türki-
schen Ursprung zurück, wobei die gegrillten Fleischstücke tra-
ditionell auf Brotwürfeln, scharfer Joghurtsoße und Tomaten
auf einem Teller mit Reis angerichtet werden. In dieser Form
kam Döner Kebab auch erstmals Anfang der Siebzigerjahre nach
Deutschland, genauer gesagt an den Berliner Bahnhof Zoo [1].
Nach anfangs eher mäßiger Resonanz bei der deutschen Bevöl-
kerung wurde das Döner-Fleisch praktisch im Fladenbrot serviert
und verbreitete sich alsdann in ganz Deutschland. Mit zuneh-
mendem Absatz verschlechterte sich jedoch die Qualität, indem
Muskelfleisch durch einen erhöhten Hackfleischanteil und die
Zugabe von Bindemitteln wie Stärke und Wasser ersetzt wurde
[2]. Um den Verbraucher vor Täuschungen zu schützen, wurde
daher 1989 die Berliner Verkehrsauffassung für das Erzeugnis
„Döner Kebab“ beschlossen. Sie fungierte als Grundlage für die
derzeit in den Leitsätzen für Fleisch und Fleischerzeugnisse des
Deutschen Lebensmittelbuches formulierte Verkehrsauffassung
von Döner Kebab [3].
Wann darf es Döner heißen?
Nach den Leitsätzen für Fleisch und Fleischerzeugnisse werden
unter Döner Kebab/ Döner Kebap auf einen Drehspieß aufge-
steckte Fleischscheiben verstanden, wobei oftmals ein Hack-
fleischanteil von bis zu 60 % mitverarbeitet wird. Als Fleisch
werden Rindfleisch und/oder Schafffleisch verwendet, da der
historische Ursprung des Döners in der türkischen Küche zu
fin-
den ist, im Gegensatz zum in Griechenland beheimateten, tradi-
tionell aus Schweinefleisch zubereitetem „Gyros“.
Bei Hähnchen- oder Puten- Döner Kebab wird Fleisch dieser Ge-
flügelarten eingesetzt, allerdings ohne jeglichen
Hackfleischan-
teil (Abbildung 1). Ein eventuell mitverarbeiteter Hautanteil ist
hier auf maximal 18 % zu begrenzen. Alle Döner Kebab ent-
halten außer Salz, Gewürzen, Eiern, Zwiebeln, Öl, Milch und/
oder Joghurt keine weiteren Zutaten - abgesehen von gesetzlich
zugelassenen Zusatzstoffen.
Bei Drehspießen, welche diesen Anforderungen nicht entspre-
chen und die lediglich geringfügige Abweichungen aufweisen,
sind diese zur Information des Verbrauchers in der Bezeichnung
zu nennen. Beispiele sind die Verwendung von Fleisch anderer
Tierarten (z. B. Pute), ein erhöhter Hackfleischanteil (größer
60 %, Abbildung 2) oder die Beigabe von Bindemitteln (z. B.
Semmelbrösel) [4].
Weicht das Produkt jedoch in größerem Maße von der in den
Leitsätzen beschriebenen Verkehrsauffassung ab, handelt es
sich nicht mehr um „Döner Kebab“, „Döner Kebap“ oder „Döner“.
Derartige Erzeugnisse dürfen nicht unter diesen Bezeichnungen
verkauft werden, auch nicht mit einer Erläuterung wie „nach
Döner Kebab-Art“. Es handelt sich vielmehr um Erzeugnisse ei-
gener Art, welche oft einen deutlich höheren Hackfleisch-Anteil
oft sogar ohne jegliche Fleischscheiben zusammen mit Binde-
mitteln wie Stärke oder pflanzlichen Eiweißen sowie Zusätzen
an Wasser enthalten (Abbildung 3).
Abbildung 1:
Hähnchen- Döner Kebab ohne Hackfleischanteil
Abbildung 2:
Fleischdrehspieß aus Fleischscheiben und Hackfleischanteil
Abbildung 3:
Hackfleischdrehspieß ohne Fleischscheiben

image
22 │
Deren Bezeichnung muss dies eindeutig und umfassend vermit-
teln, um dem Verbraucher eine Einschätzung ihrer Beschaffen-
heit zu ermöglichen und gleichzeitig eine Verwechslung mit Dö-
ner Kebab auszuschließen. Auch die gesetzlich vorgeschriebene
Aufzählung aller Zutaten im Zutatenverzeichnis entbindet nicht
von dieser verpflichtenden beschreibenden Bezeichnung
(Tabel-
le 1) [4].
Tabelle 1: Verkehrsauffassung Fleischdrehspieße
Döner Kebab, Döner
Kebap, Döner, nach
Döner-Art
Döner mit …
kennzeichnungspflich-
tiger
Fleischdrehspieß …
Verkehrsauffassung
Abweichung
Erzeugnis eigener Art
Tierarten:
Rind (Kalb), Schaf
(Lamm)
andere Tierarten
(Pute, Huhn)
mehr als 60 %
Hackfleischanteil und
eine oder mehrere
Abweichungen
max. 60 %
Hackflei-
schanteil
pflanzliche Proteine
Separatorenfleisch
max. 18 % Haut bei
Geflügel
Stärke, Paniermehl
Schweinefleisch
nur Salz, Gewürze, Eier,
Zwiebeln, Öl, Milch,
Joghurt
Wasser
erhöhter oder zum
Teil fein zerkleinerter
Hackfleischanteil
Die zahlreichen Variationen in der Zusammensetzung resultieren
in einer Vielfalt auf dem Markt gehandelter Fleischdrehspieße,
deren Kennzeichnung und Rezeptur anhand der vorgenannten
Kriterien durch die LUA Sachsen regelmäßig untersucht wird.
Was wurde untersucht?
Zusätzlich zu den routinemäßigen Fleischdrehspieß-Proben
nahm die LUA Sachsen im Jahr 2020 an einem bundesweiten
Überwachungsplan (BÜP) zur Überprüfung der Höchstmengen-
regelung für Phosphat in vertikalen Fleischdrehspießen teil.
Phosphate sind Zusatzstoffe, welche Fleischerzeugnissen üb-
licherweise zur Verbesserung des Wasserbindungsvermögens
zugegeben werden. Sie modifizieren die Fleischeiweißstruktur
dahingehend, dass fleischeigenes, aber auch zugegebenes
Was-
ser besser im Fleischverband verbleibt und während Auftau- und
Erhitzungsprozessen weniger stark austritt. Insbesondere für
Fleischdrehspieße sind Phosphate wichtig, da sie durch Ausbil-
dung von Proteinfilmen ihr Auseinanderfallen und Austrocknen
beim Auftauen und Grillvorgang verhindern [5]. Lange Zeit war
die Zugabe von Phosphaten für wärmebehandelte Fleischer-
zeugnisse und somit im gebratenen Döner erlaubt, jedoch nicht
für die tiefgefrorenen Drehspieße, welche als Fleischzuberei-
tungen einzuordnen sind und von den meisten Gastronomen
als Halbfabrikate von größeren Herstellern bezogen werden
[6]. Diese Diskrepanz wurde Anfang 2018 EU-weit durch Ver-
ordnungsänderung rechtssicher behoben [5-7]. Seither ist der
Zusatz von Phosphorsäure, Phosphaten, Di-, Tri- und Polyphos-
phaten (E 338- E 452) einzeln oder in Kombination mit einer
Höchstmenge von 5000 mg/kg berechnet als P2O5 nicht nur für
wärmebehandelte Fleischerzeugnisse zugelassen, sondern auch
für tiefgefrorene vertikale Fleischdrehspieße aus mit Flüssigwür-
ze behandeltem Schaf-, Lamm-, Kalb- und/oder Rindfleisch oder
aus mit oder ohne Flüssigwürze behandeltem Geflügelfleisch,
das jeweils allein und/oder kombiniert sowie in Scheiben und/
oder zerkleinert verwendet wird und dazu bestimmt ist, von ei-
nem Lebensmittelunternehmer gegrillt und anschließend vom
Endverbraucher verzehrt zu werden [8].
Über das gesamte Jahr 2020 gingen 56 Proben Fleischdrehspie-
ße ein. 16 Proben hiervon waren dem erläuterten bundeswei-
ten Überwachungsplan zuzuordnen. Alle Proben wurden einer
sensorischen und mikrobiologischen sowie bei Bedarf histologi-
schen und molekularbiologischen Untersuchung auf Tierarten-
deklaration und ggf. Allergene unterzogen.
Bei 36 Proben schlossen sich zusätzlich lebensmittelchemi-
sche Analysen an. Hierbei erfolgte anhand der Bestimmung des
Fett-, Eiweiß-, Wasser- und Salzgehaltes wenn angegeben eine
Überprüfung von Rezeptur und Nährwertkennzeichnung sowie
die Überprüfung der Einhaltung maximaler Fett- und Bindege-
websanteile, welche für Fleisch europarechtlich in der Lebens-
mittelinformationsverordnung festgeschrieben sind [10]. Bei
Überschreitung dieser maximalen Werte müssen darüber hin-
aus gehende Fett- und/oder Bindegewebeanteile im Zutaten-
verzeichnis kenntlich gemacht sein, z. B. durch die Angabe von
Zutaten wie Rinderfett oder Hähnchenhaut. Es wurde ebenfalls
auf eventuell zugegebene Mengen an Wasser untersucht, wel-
che ab einem Gewichtsanteil von 5 % im Zutatenverzeichnis
anzugeben sind [10].
Weiterhin wurden die Fleischdrehspieß-Proben auf den Zusatz
von Stärke untersucht (Abbildung 4). Den Leitsätzen für Fleisch
und Fleischerzeugnisse zufolge, ist ein Zusatz von Stärke, Pa-
niermehl bzw. Semmelbröseln für Döner Kebab unüblich und
muss daher in der Bezeichnung kenntlich gemacht werden. Aber
auch bei anderen Fleischdrehspießen ist ein Zusatz von Stärke,
Ölsaaten, Getreidekörnern und -erzeugnissen, Gemüse, Kartof-
feln oder pflanzlichem Eiweiß, wenn er 2 % überschreitet, als
Fleischersatz zu werten und muss als solcher in der Bezeichnung
ergänzt werden [3, 4]. Ein nicht angegebener Stärkezusatz kann
insbesondere unter gesundheitlichem Gesichtspunkt problema-
tisch sein, denn hier muss zusätzlich ein möglicher allergener
Ursprung (Weizenarten bzw. glutenhaltiges Getreide) moleku-
larbiologisch abgeklärt werden.
Bezüglich Zusatzstoffen lag der Untersuchungsfokus vor allem
auf Phosphaten und Glutamaten hinsichtlich ihrer Zulässigkeit
und Höchstmengenkonformität.
Bei Phosphaten ist die Höchstmengenbegrenzung von
5000 mg/kg berechnet als P2O5 zu beachten und abzuklären.
Ihre Zulassung ist auf Fleischdrehspieße mit Fleisch der Tier-
Abbildung 4:
Positiver Stärkenachweis mittels blauer Lugolfärbung

│23
arten Rind, Schaf, Huhn und Pute beschränkt, das heißt solche
aus Schweinefleisch sind ausgenommen. Des Weiteren dürfen
sie bei Verwendung von Schaf-, Lamm-, Rind- und Kalbfleisch
ausschließlich zugegebenen werden, wenn ebenfalls eine Flüs-
sigwürzung stattfand [8]. Ist dies der Kennzeichnung nicht ein-
deutig zu entnehmen, ist beim Hersteller hierauf zu prüfen.
Beim Zusatz von Glutamaten wird weiterhin zwischen Fleisch-
zubereitungen, worunter gefrorene und/oder rohe Fleischdreh-
spieße einzuordnen sind, und wärmebehandelten Fleischerzeug-
nissen, das heißt dem gegarten Produkt, unterschieden. Für die
rohen Spieße sind weder Glutaminsäure noch Glutamate zuge-
lassen, wohingegen für die gegrillten Fleischstreifen ein Zusatz
bis zu einer Höchstmenge von 10 g/kg zulässig ist [8]. Bei ei-
nem festgestellten Gehalt an Glutaminsäure/Glutamat in rohen
Spießen ist zu prüfen, ob es sich um den natürlichen Gehalt an
freier Glutaminsäure aus dem Fleisch, einen direkten Zusatz ei-
nes Geschmacksverstärkers oder ggf. um eine Migration aus an-
deren Zutaten handelt, denn das Gesetz sieht ein sogenanntes
Carry-Over-Prinzip vor [8]. Nach diesem darf ein Lebensmittel-
zusatzstoff in einem zusammengesetzten Lebensmittel, obwohl
er für dieses unzulässig ist, enthalten sein, falls der Zusatzstoff
in einer der Zutaten des zusammengesetzten Lebensmittels zu-
gelassen ist, und darüber in das Endprodukt eingebracht wurde
(„Migration“). Glutamate und Glutaminsäure sind zum Beispiel
für die Verwendung in Würzen und Brühen zugelassen. Dies
muss bei der Beurteilung berücksichtigt und gegebenenfalls an-
hand der Rezeptur beim Hersteller abgeklärt werden.
Für original verpackte Lebensmittel gilt, dass Zusatzstoffe
grundsätzlich zu den Zutaten zählen und als solche im Zuta-
tenverzeichnis mit Klassenbezeichnung und E-Nummer oder
spezieller Bezeichnung aufzuführen sind. Die gefrorenen, rohen
Fleischspieße sind in der Regel fertig verpackt und mit einem
Etikett und zahlreichen Kennzeichnungselementen versehen. In
gastronomischen Einrichtungen hingegen werden die fertig zu-
bereiteten, gegrillten Produkte ohne eine derartige Verpackung
verkauft. Dennoch müssen auch hier wichtige Angaben für den
Verbraucher bereitgestellt werden.
Abweichungen von der Verkehrsauffassung wie Pflanzeneiweiß,
Stärke, Trinkwasser, erhöhter Hackfleischanteil sind in der
Be-
zeichnung zu nennen, auch beim Verkauf in gastronomischen
Einrichtungen wie Döner-Imbissen. Sie sind über Aushang,
Schild bzw. in der Speisekarte anzugeben. Auf diese Art ist der
Verbraucher auch über Stoffe oder Erzeugnisse, die Allergien
oder Unverträglichkeiten auslösen zu informieren [11].
Ebenso verhält es sich mit dem Zusatz von Glutamat und/oder
Phosphaten. Sie müssen gemäß den Vorgaben der Zusatzstoff-
zulassungsverordnung durch die Angaben „mit Geschmacks-
verstärker“ bzw. „mit Phosphat“ erfolgen [12]. Oftmals sind die
betreffenden Informationen auf dem Etikett des vom Gastro-
nom gekauften Tiefkühlspießes noch vorhanden, wurden jedoch
nicht in die Speisekarte bzw. Aushänge übertragen.
Welche Auffälligkeiten wurden ermittelt?
Von den 56 im Jahr 2020 eingegangenen Fleischdrehspießpro-
ben waren 37 in chemischer bzw. kennzeichnungstechnischer
Hinsicht auffällig (Abbildung 5). Am häufigsten waren die
Be-
zeichnung und das Zutatenverzeichnis zu beanstanden. So war
die Bezeichnung von 31 Proben unvollständig aufgrund der feh-
lenden Angabe von mitverarbeiteten Anteilen an Putenfleisch
(14 Proben), Hackfleisch über 60 % (7 Proben) oder von Stärke
oder stärkehaltigen Zutaten wie Paniermehl (11 Proben). Bei
32 Proben wies das Zutatenverzeichnis Mängel auf, wobei bei
19 Proben Zutaten fehlten und bei 18 Proben die angegebenen
Bezeichnungen der Zutaten unzureichend bzw. nicht rechts-
konform waren – oft traten mehrere Auffälligkeiten gleichzeitig
auf. Eine verpflichtende Nährwertdeklaration fehlte auf 19
un-
tersuchten Fleischdrehspieß-Etiketten und bei je 2 Proben war
diese zwar vorhanden, aber ihre Darstellung nicht korrekt bzw.
die deklarierten Fettgehalte wichen deutlich vom tatsächlichen
Gehalt ab. Hinsichtlich der Allergen-Kennzeichnung zeigten
sich bei 20 Proben Unstimmigkeiten. Bei 8 Proben wurden Wei-
zen bzw. Roggen, Senf oder Soja nachgewiesen, obwohl diese
innerhalb der Kennzeichnung nicht angegeben waren. Weizen,
Roggen, Senf und Soja gehören zu den Stoffen oder Erzeugnis-
sen, die Allergien und Unverträglichkeiten auslösen und deshalb
verpflichtend sowohl bei Abgabe von Lebensmitteln in
Fertigpa-
ckungen als auch bei Verkauf in gastronomischen Einrichtungen
anzugeben sind. Bei letzteren genügt ihre gut sichtbare Anga-
be in Speisekarten oder Aushängen. Enthält die Kennzeichnung
des Lebensmittels ein Zutatenverzeichnis, müssen sie in diesem
aufgeführt sein und sich durch ihren Schriftsatz vom Rest der
Zutaten eindeutig abheben. Diese Hervorhebung war bei 4 Pro-
ben nicht vorhanden und bei 10 Proben waren nicht-allergene
Zutaten oder nicht die korrekten Zutatenbestandteile hervorge-
hoben. Als Beispiel hierfür wäre die Großschreibung von Gluten,
aber nicht von Weizen zu nennen (“Weizenmehl (GLUTEN)“),
welche jedoch zu fordern ist. Zwar ist Gluten ein Bestandteil
des Weizens und kann Unverträglichkeiten auslösen, für Zöli-
akie-Patienten ist es sogar zwingend zu vermeiden, doch gibt
es auch Weizenprotein-Allergiker, die durch die ausschließliche
Hervorhebung des Glutens nicht berücksichtigt würden.
Bei 9 Proben zeigten sich Mängel hinsichtlich der mengenmä-
ßigen Angaben von Fleischanteilen und anderen Bestandteilen,
welche überhöht, nur zusammengefasst für mehrere Tierarten
anstatt einzeln aufgeführt oder gar nicht angegeben waren.
Weiterhin auffällig waren Abweichungen in der Angabe des
Mindesthaltbarkeitsdatums, Einfrierdatums, der Lesbarkeit und
bei einer Probe im Zusammenhang mit der Sprache der ver-
pflichtenden Kennzeichnungselemente.
Bezüglich nachgewiesener und gegebenenfalls deklarierter Glu-
tamate und kondensierter Phosphate wurde für 21 Proben eine
Prüfung beim Hersteller auf direkten Zusatz oder Einbringung
Bezeichnung
Zutatenverzeichnis
Mengenangaben
Allergene
NWK
Übrige
Zusatzstoffe
Abbildung 5:
Beanstandungsgründe Fleischdrehspieße 2020

24 │
über andere Zutaten betreffend Glutamaten und Prüfung auf
erfolgte Flüssigwürzung betreffend Phosphaten formuliert, um
die Zulässigkeit ihrer Verwendung abschließend zu entscheiden.
Aufgrund vorgenannter Sachverhalte zeigten sich somit bei
66 % der im Jahr 2020 untersuchten Fleischdrehspieß-Proben
chemische bzw. kennzeichnungstechnische Abweichungen und
verdeutlichen die Notwendigkeit der bisherigen und zukünftig
fortzusetzenden hohen Kontrolldichte innerhalb dieser Erzeug-
nisgruppe.
Literatur
[1] Krauß, I.: Vom Drehspieß ins Fladenbrot. Fleischwirtschaft;
2010, 9
[2]
Möller, B. et al.: Lebensmittelhygienische Aspekte der Über-
wachung des Verkehrs mit Döner Kebab. Fleisch; 1994, 48
(1): 22-24
[3] Leitsätze für Fleisch und Fleischerzeugnisse Neufassung
vom 25.11.2015 (BAnz AT 23.12.2015 B4, GMBl. Nr. 69-
70, S. 1357 vom 29.12.2015), zuletzt geänd. am 23.9.2020
(BAnz AT 29.10.2020 B4, GMBl. Nr. 45, S. 971 vom
10.11.2020)
[4] Kennlichmachung von „Döner Kebab“ und „ähnlichen“
Erzeugnissen, Merkblatt. Länderarbeitsgemeinschaft Ver-
braucherschutz Arbeitsgruppe Fleisch- und
Geflügel-
fleischhygiene und fachspezifische Fragen von
Lebensmit-
teln tierischer Herkunft. AFFL, 21. Sitzung, Mai 2013, TOP 7
[5] Kraus, M.: Anforderungen an die Verwendung von Phos-
phaten in rohen Fleischdrehspießen. ZLR; 2018, 02: 287-
94
[6] Guidance document describing the food categories in Part
E of Annex II to Regulation (EC) No 1333/2008 on Food
Additives
[7] Verordnung (EU) Nr. 2018/74 der Kommission vom 17. Ja-
nuar 2018 zur Änderung des Anhangs II der Verordnung
(EG) Nr. 1333/2008 des Europäischen Parlaments und des
Rates hinsichtlich der Verwendung von Phosphorsäure —
Phosphaten — Di-, Tri- und Polyphosphaten (E 338-452)
in tiefgefrorenen vertikalen Fleischspießen (ABl. L 13 vom
18.1.2018, S. 21–23)
[8] Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 des Europäischen Parla-
ments und des Rates vom 16.12.2008 über Lebensmittel-
zusatzstoffe (ABl. L 354, S. 16), zuletzt geänd. durch VO
(EU) 2020/1819 vom 2.12.2020 (ABl. L 406, S. 26)
[9] Horn, D., Langen, M.: Phosphate für Döner Kebab zulässig
– Rechtssicherheit bei der Herstellung tiefgefroren in Ver-
kehr gebrachter Fleischspieße. Fleischwirtschaft; 2011, 06:
52-59
[10] Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 des Europäischen Parla-
ments und des Rates vom 25.10.2011 betreffend die In-
formation der Verbraucher über Lebensmittel und zur Än-
derung der Verordnungen (EG) Nr. 1924/2006 und (EG) Nr.
1925/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates
und zur Aufhebung der Richtlinie 87/250/EWG der Kom-
mission, der Richtlinie 90/496/EWG des Rates, der Richt-
linie 1999/10/EG der Kommission, der Richtlinie 2000/13/
EG des Europäischen Parlaments und des Rates, der Richt-
linien 2002/67/EG und 2008/5/EG der Kommission und der
Verordnung (EG) Nr. 608/2004 der Kommission (ABl. L 304,
S. 18), zuletzt geänd. durch VO (EU) Nr. 2015/2283 vom
25.11.2015 (ABl. L 327, S. 1); berichtigt am 30.9.2016 (ABl.
L 266, S. 7)
[11] Verordnung zur Durchführung unionsrechtlicher Vorschrif-
ten betreffend die Information der Verbraucher über Le-
bensmittel (Lebensmittelinformations-Durchführungsver-
ordnung – LMIDV) vom 5.7.2017 (BGBl. I S. 2272), zuletzt
geänd. durch Verordnung zur Novellierung des Fertigpa-
ckungsrecht vom 18.11.2020 (BGBl. I S. 2504)
[12] Verordnung über die Zulassung von Zusatzstoffen zu Le-
bensmitteln zu technologischen Zwecken (Zusatzstoff-
Zulassungsverordnung – ZZulV) vom 29.1.1998 (BGBl. I S.
230), zuletzt geänd. durch die VO zur Anpassung nationaler
Rechtsvorschriften an die Verordnung (EU) Nr. 1169/2011
betreffend die Information der Verbraucher über Lebens-
mittel vom 5.7.2017 (BGBl. I S. 2272)
Bearbeiter: DLC Susanne Heuer
LUA Chemnitz

│25
Neue Rechtsbestimmungen im Bereich des LFGB –
4. Quartal 2020
das Register der geschützten Ursprungsbezeichnungen und
der geschützten geografischen Angaben („Aceite de Ibiza“/
„Oli d’Eivissa“ (g. g. A.)) (ABl Nr. L 349/1)
1.10 Durchführungsverordnung (EU) 2020/1528 der Kommis-
sion vom 14. Oktober 2020 zur Genehmigung einer nicht
geringfügigen Änderung der Spezifikation eines im
Regis-
ter der geschützten Ursprungsbezeichnungen und der ge-
schützten geografischen Angaben eingetragenen Namens
(„Pimientos del Piquillo de Lodosa“ (g. U.)) (ABl Nr. L 349/2)
1.11 Durchführungsverordnung (EU) 2020/1529 der Kommissi-
on vom 14. Oktober 2020 zur Eintragung eines Namens in
das Register der geschützten Ursprungsbezeichnungen und
der geschützten geografischen Angaben („Colatura di alici
di Cetara“ (g. U.)) (ABl Nr. L 349/3)
1.12 Durchführungsverordnung (EU) 2020/1533 der Kommissi-
on vom 15. Oktober 2020 zur Eintragung eines Namens
in das Register der geschützten Ursprungsbezeichnungen
und der geschützten geografischen Angaben („Limone
dell’Etna“ (g. g. A.)) (ABl Nr. L 351/1)
1.13 Durchführungsverordnung (EU) 2020/1538 der Kommis-
sion vom 16. Oktober 2020 zurEintragung eines Namens
in das Register der geschützten Ursprungsbezeichnungen
und der geschützten geografischen Angaben („Pampepato
di Terni“/„Panpepato di Terni“ (g.g. A.)) (ABl Nr. L 353/1)
1.14 Durchführungsverordnung (EU) 2020/1539 der Kommis-
sion vom 16. Oktober 2020 zur Genehmigung einer nicht
geringfügigen Änderung der Spezifikation eines im
Regis-
ter der geschützten Ursprungsbezeichnungen und der ge-
schützten geografischen Angaben eingetragenen Namens
(„Sainte-Maure de Touraine“ (g. U.)) (ABl Nr. L 353/3)
1.15 Durchführungsverordnung (EU) 2020/1540 der Kommis-
sion vom 22. Oktober 2020 zur Änderung der Durchfüh-
rungsverordnung (EU) 2019/1793 in Bezug auf Sesamsa-
men mit Ursprung in Indien (ABl Nr. L 353/4)
1.16 DURCHFÜHRUNGSBESCHLUSS (EU) 2020/1550 der Kom-
mission vom 23. Oktober 2020 zur Festlegung des mehr-
jährigen Programms 2021-2025 für Kontrollen, die Exper-
ten der Kommission in den Mitgliedstaaten durchführen,
um die Anwendung der Unionsvorschriften zur Lebensmit-
telkette zu überprüfen (ABl Nr. L 354/9)
1.17 Durchführungsverordnung (EU) 2020/1559 der Kommis-
sion vom 26. Oktober 2020 zur Änderung der Durchfüh-
rungsverordnung (EU) 2017/2470 zur Erstellung der Uni-
onsliste der neuartigen Lebensmittel (ABl Nr. L 357/7)
1.18 Verordnung (EU) 2020/1565 der Kommission vom 27. Ok-
tober 2020 zur Änderung der Anhänge II, III und IV der Ver-
ordnung (EG) Nr. 396/2005 des Europäischen Parlaments
1. Europäisches Recht
1.1 Durchführungsverordnung (EU) 2020/1393 der Kommissi-
on vom 29. September 2020 zur Eintragung eines Namens
in das Register der geschützten Ursprungsbezeichnungen
und der geschützten geografischen Angaben „Pebre bord
de Mallorca“/Pimentón de Mallorca“ (g. U.) (ABl Nr. L
324/1)
1.2 Durchführungsverordnung (EU) 2020/1394 der Kommissi-
on vom 29. September 2020 zur Eintragung eines Namens
in das Register der geschützten Ursprungsbezeichnungen
und der geschützten geografischen Angaben „Varaždinski
klipi
č
“ (g. g. A.) (ABl Nr. L 324/2)
1.3 Durchführungsverordnung (EU) 2020/1414 der Kommis-
sion vom 1. Oktober 2020 zur Eintragung eines Namens
in das Register der geschützten Ursprungsbezeichnungen
und der geschützten geografischen Angaben „
Χοιρομέρι
Πιτσιλιάς
“ (Hiromeri Pitsilias) (g. g. A.) (ABl Nr. L 326/2)
1.4 Durchführungsverordnung (EU) 2020/1415 der Kommis-
sion vom 1. Oktober 2020 zur Genehmigung einer nicht
geringfügigen Änderung der Spezifikation eines im
Regis-
ter der geschützten Ursprungsbezeichnungen und der ge-
schützten geografischen Angaben eingetragenen Namens
(„Queijo Terrincho“ (g.U.)) (ABl Nr. L 326/3)
1.5 Durchführungsverordnung (EU) 2020/1416 der Kommissi-
on vom 1. Oktober 2020 zur Eintragung eines Namens in
das Register der geschützten Ursprungsbezeichnungen und
der geschützten geografischen Angaben („
Ρόδι Ερμιόνης
(Rodi Ermionis) (g. U.)) (ABl Nr. L 326/4)
1.6 Verordnung (EU) 2020/1419 der Kommission vom 7. Ok-
tober 2020 zur Änderung des Anhangs II der Verordnung
(EG) Nr. 1333/2008 des Europäischen Parlaments und des
Rates hinsichtlich der Verwendung von Ascorbinsäure (E
300) und Citronensäure (E 330) bei zur Weiterverarbeitung
bestimmten weißen Gemüsesorten (ABl Nr. L 326/11)
1.7 Durchführungsverordnung (EU) 2020/1433 der Kommis-
sion vom 5. Oktober 2020 zur Genehmigung einer nicht
geringfügigen Änderung der Spezifikation eines im
Regis-
ter der geschützten Ursprungsbezeichnungen und der ge-
schützten geografischen Angaben eingetragenen Namens
(„Pouligny-Saint-Pierre“ (g. U.)) (ABl Nr. L 331/19)
1.8 Durchführungsverordnung (EU) 2020/1469 der Kommissi-
on vom 6. Oktober 2020 zur Eintragung eines Namens in
das Register der geschützten Ursprungsbezeichnungen und
der geschützten geografischen Angaben („Malostonska
ka-
menica“ (g.U.)) (ABl Nr. L 334/1)
1.9 Durchführungsverordnung (EU) 2020/1527 der Kommissi-
on vom 21. Oktober 2020 zur Eintragung eines Namens in

26 │
und des Rates über Höchstgehalte an Rückständen von
1,4-Diaminobutan, 1-Methylcyclopropen, Ammoniumace-
tat, Bifenazat, Chlorantraniliprol, Chlormequat, Cyprodinil,
Kalkstein, Mandipropamid, Pfeffer, Pyridaben, Repellentien:
Blutmehl, Seetangextrakt und Trimethylaminhydrochlorid
in oder auf bestimmten Erzeugnissen (ABl Nr. L 358/3)
1.19 Durchführungsverordnung (EU) 2020/1570 der Kommissi-
on vom 22. Oktober 2020 zur Genehmigung einer nicht ge-
ringfügigen Änderung der Spezifikation eines im Register
der garantiert traditionellen Spezialitäten eingetragenen
Namens („Czwórniak staropolski tradycyjny“ (g. t. S.)) (ABl
Nr. L 359/3)
1.20 Durchführungsverordnung (EU) 2020/1591 der Kommis-
sion vom 23. Oktober 2020 zur Genehmigung einer nicht
geringfügigen Änderung der Spezifikation eines im
Regis-
ter der geschützten Ursprungsbezeichnungen und der ge-
schützten geografischen Angaben eingetragenen Namens
(„Suska sechlońska“ (g. g. A.)) (ABl Nr. L 360/10)
1.21 Verordnung (EU) 2020/1633 der Kommission vom 27.
Oktober 2020 zur Änderung der Anhänge II, III, IV und V
der Verordnung (EG) Nr. 396/2005 des Europäischen Par-
laments und des Rates hinsichtlich der Höchstgehalte an
Rückständen von Azinphosmethyl, Bentazon, Dimetho-
morph, Fludioxonil, Flufenoxuron, Oxadiazon, Phosalon,
Pyraclostrobin, Repellentien: Tallöl und Teflubenzuron in
oder auf bestimmten Erzeugnissen (ABl Nr. L 367/1)
1.22 Durchführungsverordnung (EU) 2020/1665 der Kommissi-
on vom 4. November 2020 zur Genehmigung einer nicht
geringfügigen Änderung der Spezifikation eines im
Regis-
ter der tradycyjny“ (g. t. S.)) (ABl Nr. L 377/1)
1.23 Durchführungsverordnung (EU) 2020/1673 der Kommissi-
on vom 5. November 2020 zur Genehmigung einer nicht
geringfügigen Änderung der Spezifikation eines im
Regis-
ter der garantiert traditionellen Spezialitäten eingetrage-
nen Namens („Trójniak staropolski tradycyjny“ (g. t. S.))
(ABl Nr. L 378/1)
1.24 Durchführungsverordnung (EU) 2020/1678 der Kommission
vom 6. November 2020 zur Genehmigung einer Änderung
der Spezifikation einer geschützten Ursprungsbezeichnung
oder einer geschützten geografischen Angabe („Rioja“ (g.
U.)) (ABl Nr. L 379/24)
1.25 Durchführungsverordnung (EU) 2020/1679 der Kommissi-
on vom 6. November 2020 über die Gewährung des Schut-
zes gemäß Artikel 99 der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013
des Europäischen Parlaments und des Rates für den Namen
„Soltvadkerti“ (g. U.) (ABl Nr. L 379/25)
1.26 Durchführungsverordnung (EU) 2020/1680 der Kommissi-
on vom 6. November 2020 über die Gewährung des Schut-
zes gemäß Artikel 99 der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013
des Europäischen Parlaments und des Rates für den Namen
„Friuli“/„Friuli Venezia Giulia“/„Furlanija“/ „Furlanija Julijs-
ka krajina“ (g. U.) (ABl Nr. L 379/26)
1.27 Verordnung (EU) 2020/1681 der Kommission vom 12. No-
vember 2020 zur Änderung des Anhangs I der Verordnung
(EG) Nr. 1334/2008 des Europäischen Parlaments und des
Rates hinsichtlich der Streichung bestimmter Aromastoffe
aus der Unionsliste (ABl Nr. L 379/27)
1.28 Verordnung (EU) 2020/1682 der Kommission vom 12. No-
vember 2020 zur Änderung von Anhang III der Verordnung
(EG) Nr. 1223/2009 des Europäischen Parlaments und des
Rates über kosmetische Mittel (ABl Nr. L 379/31)
1.29 Verordnung (EU) 2020/1683 der Kommission vom 12. No-
vember 2020 zur Änderung der Anhänge II und III der Ver-
ordnung (EG) Nr. 1223/2009 des Europäischen Parlaments
und des Rates über kosmetische Mittel (ABl Nr. L 379/34)
1.30 Verordnung (EU) 2020/1684 der Kommission vom 12. No-
vember 2020 zur Änderung von Anhang VI der Verordnung
(EG) Nr. 1223/2009 des Europäischen Parlaments und des
Rates über kosmetische Mittel (ABl Nr. L 379/42)
1.31 Durchführungsverordnung (EU) 2020/1685 der Kommissi-
on vom 12. November 2020 zur Änderung der Verordnung
(EU) Nr. 37/2010 in Bezug auf die Einstufung des Stoffs
Bupivacain hinsichtlich der Rückstandshöchstmenge (ABl
Nr. L 379/44)
1.32 Verordnung (EU) 2020/1693 des europäischen Parlaments
und des Rates vom 11. November 2020 zur Änderung der
Verordnung (EU) 2018/848 über die ökologische/biologi-
sche Produktion und die Kennzeichnung von ökologischen/
biologischen Erzeugnissen hinsichtlich ihres Geltungsbe-
ginns und bestimmter anderer in der genannten Verord-
nung angegebener Daten (ABl Nr. L 381/1)
1.33 Durchführungsverordnung (EU) 2020/1710 der Kommissi-
on vom 10. November 2020 zur Eintragung eines Namens
in das Verzeichnis der geschützten Ursprungsbezeichnun-
gen und der geschützten geografischen Angaben („Mollete
de Antequera“ (g. g. A.)) (ABl Nr. L 384/1)
1.34 Durchführungsverordnung (EU) 2020/1711 der Kommissi-
on vom 10. November 2020 zur Eintragung eines Namens
in das Register der geschützten Ursprungsbezeichnungen
und der geschützten geografischen Angaben „Szomolyai
rövidszárú fekete cseresznye“ (g. U.) (ABl Nr. L 384/2)
1.35 Durchführungsverordnung (EU) 2020/1712 der Kommissi-
on vom 16. November 2020 zur Änderung der Verordnung
(EU) Nr. 37/2010 in Bezug auf die Einstufung des Stoffs
Lidocain hinsichtlich der Rückstandshöchstmenge (ABl Nr.
L 384/3)
1.36 Durchführungsverordnung (EU) 2020/1716 der Kommissi-
on vom 11. November 2020 zur Genehmigung einer nicht
geringfügigen Änderung der Spezifikation eines im
Regis-
ter der geschützten Ursprungsbezeichnungen und der ge-
schützten geografischen Angaben eingetragenen Namens
„Paprika Žitava“/„Žitavská paprika“ (g.U.) (ABl Nr. L 386/1)
1.37 Durchführungsverordnung (EU) 2020/1717 der Kommissi-
on vom 11. November 2020 zur Genehmigung einer nicht

│27
geringfügigen Änderung der Spezifikation eines im
Regis-
ter der geschützten Ursprungsbezeichnungen und der ge-
schützten geografischen Angaben eingetragenen Namens
(„Vinagre de Jerez“ (g. U.)) (ABl Nr. L 386/3)
1.38 Durchführungsverordnung (EU) 2020/1718 der Kommissi-
on vom 11. November 2020 zur Genehmigung einer nicht
geringfügigen Änderung der Spezifikation eines im
Regis-
ter der geschützten Ursprungsbezeichnungen und der ge-
schützten geografischen Angaben eingetragenen Namens
(„Peperone di Senise“ (g. g. A.)) (ABl Nr. L 386/4)
1.39 Durchführungsverordnung (EU) 2020/1719 der Kommissi-
on vom 11. November 2020 zur Genehmigung einer nicht
geringfügigen Änderung der Spezifikation eines im
Regis-
ter der geschützten Ursprungsbezeichnungen und der ge-
schützten geografischen Angaben eingetragenen Namens
„Casciotta d’Urbino“ (g. U.) (ABl Nr. L 386/5)
1.40 Durchführungsverordnung (EU) 2020/1738 der Kommissi-
on vom 16. November 2020 zur Genehmigung einer nicht
geringfügigen Änderung der Spezifikation eines im
Regis-
ter der geschützten Ursprungsbezeichnungen und der ge-
schützten geografischen Angaben eingetragenen Namens
(„Asparago verde di Altedo“ (g. g. A.)) (ABl Nr. L 392/8)
1.41 Verordnung (EU) 2020/1751 der Kommission vom 17. No-
vember 2020 über die Gewährung des Schutzes gemäß
Artikel 99 der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 des Europäi-
schen Parlaments und des Rates für den Namen „Würzbur-
ger Stein-Berg“ (g. U.) (ABl Nr. L 394/4)
1.42 Durchführungsverordnung (EU) 2020/1753 der Kommissi-
on vom 18. November 2020 zur Genehmigung von Ände-
rungen der Spezifikation einer geschützten
Ursprungsbe-
zeichnung oder einer geschützten geografischen Angabe
„Ribeiro“ (g. U.) (ABl Nr. L 395/2)
1.43 Durchführungsverordnung (EU) 2020/1767 der Kommissi-
on vom 20. November 2020 zur Eintragung eines Namens
in das Register der geschützten Ursprungsbezeichnungen
und der geschützten geografischen Angaben („Rucola della
Piana del Sele“ (g. g. A.)) (ABl Nr. L 398/1)
1.44 Durchführungsverordnung (EU) 2020/1810 der Kommissi-
on vom 25. November 2020 zur Genehmigung einer nicht
geringfügigen Änderung der Spezifikation eines im
Regis-
ter der geschützten Ursprungsbezeichnungen und der ge-
schützten geografischen Angaben eingetragenen Namens
(„Figue de Solliès“ (g. U.)) (ABl Nr. L 404/2)
1.45 Verordnung (EU) 2020/1819 der Kommission vom 2. De-
zember 2020 zur Änderung des Anhangs II der Verordnung
(EG) Nr. 1333/2008 des Europäischen Parlaments und des
Rates hinsichtlich der Verwendung von Farbstoffen in
Lachsersatz (ABl Nr. L 406/26)
1.46 Durchführungsverordnung (EU) 2020/1820 der Kommis-
sion vom 2. Dezember 2020 zur Genehmigung des In-
verkehrbringens getrockneter Zellen von Euglena gracilis
als neuartiges Lebensmittel gemäß der Verordnung (EU)
2015/2283 des Europäischen Parlaments und des Rates
sowie zur Änderung der Durchführungsverordnung (EU)
2017/2470 der Kommission (ABl Nr. L 406/29)
1.47 Durchführungsverordnung (EU) 2020/1821 der Kommis-
sion vom 2. Dezember 2020 zur Genehmigung des Inver-
kehrbringens eines Extrakts aus Panax notoginseng und
Astragalus membranaceus als neuartiges Lebensmittel
gemäß der Verordnung (EU) 2015/2283 des Europäischen
Parlaments und des Rates sowie zur Änderung der Durch-
führungsverordnung (EU) 2017/2470 der Kommission (ABl
Nr. L 406/34)
1.48 Durchführungsverordnung (EU) 2020/1822 der Kommissi-
on vom 2. Dezember 2020 zur Genehmigung des Inverkehr-
bringens von chromhaltiger Biomasse der Hefe Yarrowia
lipolytica als neuartiges Lebensmittel gemäß der Verord-
nung (EU) 2015/2283 des Europäischen Parlaments und
des Rates sowie zur Änderung der Durchführungsverord-
nung (EU) 2017/2470 der Kommission (ABl Nr. L 406/39)
1.49 Durchführungsverordnung (EU) 2020/1823 der Kommissi-
on vom 2. Dezember 2020 zur Änderung der Verordnung
(EU) Nr. 234/2011 zur Durchführung der Verordnung (EG)
Nr. 1331/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates
über ein einheitliches Zulassungsverfahren für Lebensmit-
telzusatzstoffe, -enzyme und –aromen (ABl Nr. 406/43)
1.50 Durchführungsverordnung (EU) 2020/1824 der Kommission
vom 2. Dezember 2020 zur Änderung der Durchführungs-
verordnung (EU) 2017/2468 zur Festlegung administrati-
ver und wissenschaftlicher Anforderungen an traditionelle
Lebensmittel aus Drittländern gemäß der Verordnung (EU)
2015/2283 des Europäischen Parlaments und des Rates
über neuartige Lebensmittel (ABl Nr. L 406/51)
1.51 Durchführungsverordnung (EU) 2020/1993 der Kommissi-
on vom 4. Dezember 2020 zur Genehmigung des Inverkehr-
bringens von selenhaltiger Biomasse der Hefe Yarrowia
lipolytica als neuartiges Lebensmittel gemäß der Verord-
nung (EU) 2015/2283 des Europäischen Parlaments und
des Rates sowie zur Änderung der Durchführungsverord-
nung (EU) 2017/2470 der Kommission (ABl Nr. L 410/62)
1.52 Durchführungsverordnung (EU) 2020/2018 der Kommissi-
on vom 9. Dezember 2020 zur Eintragung eines Namens
in das Register der geschützten Ursprungsbezeichnungen
und der geschützten geografischen Angaben (Mozzarella
di Gioia del Colle (g. U.)) (ABl Nr. L 415/46)
1.53 Verordnung (EU) 2020/2040 der Kommission vom 11. De-
zember 2020 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr.
1881/2006 hinsichtlich der Höchstgehalte an Pyrrolizidi-
nalkaloiden in bestimmten Lebensmitteln (ABl Nr. L 420/1)
1.54 Durchführungsverordnung (EU) 2020/2079 der Kommissi-
on vom 8. Dezember 2020 zur Genehmigung einer Ände-
rung der Produktspezifikation für die geografische Angabe
einer eingetragenen Spirituose (Münchener Kümmel) (ABl
Nr. L 423/1)
1.55 Verordnung (EU) 2020/2081 der Kommission vom 14. De-
zember 2020 zur Änderung des Anhangs XVII der Verord-

28 │
nung (EG) Nr. 1907/2006 des Europäischen Parlaments
und des Rates zur Registrierung, Bewertung, Zulassung
und Beschränkung chemischer Stoffe (REACH) betreffend
Stoffe in Tätowierfarben oder Permanent-Make-up (ABl
Nr. L 423/6)
1.56 Richtlinie (EU) 2020/2088 der Kommission vom 11. De-
zember 2020 zur Änderung von Anhang II der Richtlinie
2009/48/EG des Europäischen Parlaments und des Rates
hinsichtlich der Kennzeichnung allergener Duftstoffe in
Spielzeug (ABl Nr. L 423/53)
1.57 Richtlinie (EU) 2020/2089 der Kommission vom 11. De-
zember 2020 zur Änderung von Anhang II der Richtlinie
2009/48/EG des Europäischen Parlaments und des Rates
hinsichtlich des Verbots allergener Duftstoffe in Spielzeug
(ABl Nr. L 423/58)
1.58 Durchführungsverordnung (EU) 2020/2095 der Kommissi-
on vom 9. Dezember 2020 zur Genehmigung einer nicht
geringfügigen Änderung der Spezifikation eines im
Regis-
ter der geschützten Ursprungsbezeichnungen und der ge-
schützten geografischen Angaben eingetragenen Namens
(„Aceite de la Comunitat Valenciana“ (g. U.)) (ABl Nr. L
425/1)
1.59 Durchführungsverordnung (EU) 2020/2157 der Kommission
vom 14. Dezember 2020 zur Genehmigung von Unionsän-
derungen der Spezifikation einer geschützten
Ursprungs-
bezeichnung oder einer geschützten geografischen Angabe
(„Montello - Colli Asolani“ (g. U.)) (ABl Nr. L 431/30)
1.60 Durchführungsverordnung (EU) 2020/2158 der Kommissi-
on vom 14. Dezember 2020 zur Genehmigung einer nicht
geringfügigen Änderung der Spezifikation eines im
Regis-
ter der geschützten Ursprungsbezeichnungen und der ge-
schützten geografischen Angaben eingetragenen Namens
(„Chabichou du Poitou“ (g. U.)) (ABl Nr. L 431/32)
1.61 Durchführungsverordnung (EU) 2020/2177 der Kommissi-
on vom 15. Dezember 2020 zur Eintragung eines Namens
in das Register der geschützten Ursprungsbezeichnungen
und der geschützten geografischen Angaben („Haricot de
Castelnaudary“ (g. g. A.)) (ABl Nr. L 433/30)
1.62 Durchführungsverordnung (EU) 2020/2178 der Kommissi-
on vom 15. Dezember 2020 zur Berichtigung der Durch-
führungsverordnung (EU) 2020/1433 zur Genehmigung
einer nicht geringfügigen Änderung der Spezifikation eines
im Register der geschützten Ursprungsbezeichnungen und
der geschützten geografischen Angaben eingetragenen
Namens („Pouligny-Saint-Pierre“ (g. U.)) (ABl Nr. L 433/31)
1.63 Durchführungsverordnung (EU) 2020/2194 der Kommissi-
on vom 16. Dezember 2020 zur Eintragung eines Namens
in das Register der geschützten Ursprungsbezeichnun-
gen und der geschützten geografischen Angaben („
Milas
Zeytinyağı
“ (g. U.)) (ABl Nr. L 434/29)
1.64 Durchführungsverordnung (EU) 2020/2195 der Kommissi-
on vom 16. Dezember 2020 zur Genehmigung einer nicht
geringfügigen Änderung der Spezifikation eines im
Regis-
ter der geschützten Ursprungsbezeichnungen und der ge-
schützten geografischen Angaben eingetragenen Namens
(„Monti Iblei“ (g. U.)) (ABl Nr. L 434/30)
2. Nationales Recht
2.1 Erste Verordnung zur Änderung der Lebensmittelinfor-
mations-Durchführungsverordnung (BGBl. 2020 Nr. 49
S. 2266)
2.2 Verordnung zur Novellierung des Fertigpackungsrechts
vom 18. November 2020 (BGBl. 2020 Nr. 55 S. 2504)
Bearbeiter: Dr. Thomas Frenzel
LUA Dresden

│29
Beschwerdeproben-Report für Lebensmittel und
Bedarfsgegenstände sowie Tabakerzeugnisse
4. Quartal 2020
Zahl der bearbeiteten Beschwerdeproben: 24
davon beanstandet: 9
Probenbezeichnung
Beschwerdegrund
Beurteilung
Mango-Chicken Salat und
1 Tüte mit lebender Schabe
Schädling - Schabe
Blattella germanica – Deutsche Schabe identifiziert;
Beurteilung als für den Verzehr durch den Menschen ungeeignet im Sinne
von Art. 14 Abs. 2 Buchstabe b) in Verbindung mit Art. 14 Abs. 5 der VO (EG)
Nr. 178/2002
Fremdkörper in Mittagessen
schwarze, haarähnliche Gebilde
Borsten eines Pinsels festgestellt;
Beurteilung als für den Verzehr durch den Menschen ungeeignet im Sinne
von Art. 14 Abs. 2 Buchstabe b) in Verbindung mit Art. 14 Abs. 5 der VO (EG)
Nr. 178/2002
Frühlingshonig
gewölbter Deckel; Geschmack vergoren
deutliche alkoholische, gärige Note;
Beurteilung als für den Verzehr durch den Menschen ungeeignet im Sinne
von Art. 14 Abs. 2 Buchstabe b) in Verbindung mit Art. 14 Abs. 5 der VO (EG)
Nr. 178/2002
haltbare Milch, 1,5 % Fett
schäumend
grünliche, flockige Flüssigkeit; Geruch und Geschmack süß-säuerlich,
verdor-
ben; Paenibacillus spp. 1,0 x 10
5
KbE/g;
Beurteilung als für den Verzehr durch den Menschen ungeeignet im Sinne
von Art. 14 Abs. 2 Buchstabe b) in Verbindung mit Art. 14 Abs. 5 der VO (EG)
Nr. 178/2002
Kabeljau-Loin
Würmer
Anisakidae-Larven festgestellt;
Beurteilung als für den Verzehr durch den Menschen ungeeignet im Sinne
von Art. 14 Abs. 2 Buchstabe b) in Verbindung mit Art. 14 Abs. 5 der VO (EG)
Nr. 178/2002
Bio Hafer Drink
Bauchschmerzen und Erbrechen
hoher Gehalt an Milchsäurebakterien;
Beurteilung als für den Verzehr durch den Menschen ungeeignet im Sinne
von Art. 14 Abs. 2 Buchstabe b) in Verbindung mit Art. 14 Abs. 5 der VO (EG)
Nr. 178/2002
Bearbeiter: Abteilung 5
LUA Chemnitz

30 │
Tollwutuntersuchungen 4. Quartal 2020
Landesdirektion Sachsen,
Bereich ehemalige
LD Dresden
Landesdirektion Sachsen,
Bereich ehemalige
LD Leipzig
Landesdirektion Sachsen,
Bereich ehemalige
LD Chemnitz
Landesdirektion Sachsen
Fuchs
13
18
9
40
Marderhund
0
0
0
0
Waschbär
0
0
0
0
Gesamtzahl der Proben
13
18
9
40
Untersuchungsergebnisse
negativ
13
18
9
40
ungeeignet
0
0
0
0
positiv
0
0
0
0
Die Aufstellung der positiven Tollwutbefunde entfällt.
Bearbeiter: Reinhard Seiler
LUA Dresden
BSE-Untersuchungen 4. Quartal 2020
Tierart
TKBA / ZNS / Kohorte *
Lebensmittel
Notschlachtung
Gesamt
Rind
2.569
0
7
2.576
Schaf
96
126
0
222
Ziege
17
5
0
22
Gesamt
2.682
131
7
2.820
* Tierkörperbeseitigung, ZNS-Störungen, Kohortenschlachtungen

│31
Salmonellenberichterstattung im Freistaat Sachsen
4. Quartal 2020
Tabelle 1: Untersuchungen und Nachweise im Überblick
Untersuchungen
untersuchte Anzahl
Salmonellennachweise
Serotypen
(geordnet nach Nachweishäufigkeit)
Kotproben
10.345
132
S. Coeln, S. enterica ssp. IIIb, S. Typhimurium,
S. Enteritidis, S. Infantis, S. enterica ssp. I,
S. enterica ssp. II, S. Mbandaka, S. Dublin, S. Anatum,
S. Brandenburg, S. Serogr. C2, S. London,
S. Bovismorbificans, S. Thompson, S. Serogr. D1
Sektionsmaterial
695
74
S. enterica ssp. II, S. Enteritidis, S. Bovismorbificans,
S. Serogr. C1, S. Typhimurium,
S. Typhimurium var. Cop., S. London,
S. enterica ssp. IIIb, S. Coeln, S. Kottbus, S. Derby,
S. Infantis, S. Brandenburg, S. Pullorum, S. Dublin,
S. enterica ssp. IIIa, S. Livingstone,
S. Choleraes. var. Kunzendorf, S. Choleraesuis,
S. Serogr. E1, S. Newport, S. Tennessee
Untersuchung nach Hühner-Salmonellen-VO
0
0
Umgebungstupfer
19
0
Futtermittel
46
2
S. Mbandaka, S. Typhimurium var. Cop.
Bakteriologische Fleischuntersuchungen
8
0
Lebensmittel tierischer Herkunft
1.468
13
S. sp., S. Serogruppe B
Lebensmittel nichttierischer Herkunft
573
2
Hygienekontrolltupfer - Lebensmittel
2.058
0
Kosmetische Mittel
0
0
Bedarfsgegenstände
0
0
Tabelle 2: Salmonellennachweise aus Kotproben und Sektionen
Tierart
Landesdirektion Sachsen,
Bereich ehemalige LD Chemnitz
Landesdirektion Sachsen,
Bereich ehemalige LD Dresden
Landesdirektion Sachsen,
Bereich ehemalige LD Leipzig
Kot
Sektionen
Kot
Sektionen
Kot
Sektionen
Proben
1
Salm.-
Nw
2
Proben
Salm.-
Nw
Proben
Salm.-
Nw
Proben
Salm.-
Nw
Proben
Salm.-
Nw
Proben
Salm.-
Nw
Rind
4.769
0
31
0
11
0
20
0
4.589
98
32
3
Schwein
5
0
76
7
19
0
51
10
4
0
38
5
Schaf
1
0
5
3
1
0
5
1
36
10
2
1
Ziege
2
0
0
0
7
0
3
0
0
0
0
0
Pferd
31
0
4
0
23
0
5
0
61
0
1
0
Huhn
0
0
8
0
17
0
19
2
0
0
23
0
Taube
1
0
5
0
40
2
10
4
1
0
5
0
Gans
0
0
1
0
2
0
0
0
0
0
15
0
Ente
0
0
3
0
2
0
5
0
0
0
0
0
Pute
0
0
1
0
0
0
1
0
0
0
18
0
Hund/Katze
68
1
7
2
339
6
22
2
175
7
10
0
sonstige Tierarten
13
0
53
8
84
5
111
0
44
3
105
26
Summe
4.890
1
194
20
545
13
252
19
4.910
118
249
35
1
= Anzahl der untersuchten Proben
2
= Anzahl der Salmonellennachweise

32 │
Tabelle 3: Regionale Zuordnung der Salmonellenfunde
Sektionen und Kotproben
Landesdirektion/Kreis
Tier-/Probenart
Nachgewiesene Serotypen
Anzahl
Serotyp
Landesdirektion Sachsen, Bereich ehemalige LD Chemnitz
Chemnitz, Stadt
Hund/Katze/Kot
1
S. Enteritidis
Erzgebirgskreis
Hund/Katze/Sektion
1
S. Infantis
Erzgebirgskreis
Hund/Katze/Sektion
1
S. Serogr. E1
Mittelsachsen
Schaf/Sektion
1
S. enterica ssp. IIIb
Mittelsachsen
Schaf/Sektion
1
S. Typhimurium
Mittelsachsen
Schwein/Sektion
2
S. Derby
Mittelsachsen
Schwein/Sektion
1
S. Infantis
Mittelsachsen
Schwein/Sektion
2
S. London
Mittelsachsen
Schwein/Sektion
1
S. Tennessee
Mittelsachsen
Schwein/Sektion
1
S. Typhimurium
Mittelsachsen
sonstige Tierarten/Sektion
1
S. Serogr. C1
Vogtlandkreis
Schaf/Sektion
1
S. enterica ssp. IIIb
Vogtlandkreis
Schwein/Sektion
1
S. Derby
Vogtlandkreis
sonstige Tierarten/Sektion
1
S. Choleraes. var. Kunzendorf
Vogtlandkreis
sonstige Tierarten/Sektion
1
S. enterica ssp. IIIa
Vogtlandkreis
sonstige Tierarten/Sektion
5
S. Serogr. C1
Landesdirektion Sachsen, Bereich ehemalige LD Dresden
Bautzen
Schwein/Sektion
2
S. Brandenburg
Bautzen
Taube/Sektion
1
S. Typhimurium var. Cop.
Dresden, Stadt
Hund/Katze/Kot
1
S. Infantis
Dresden, Stadt
Hund/Katze/Kot
1
S. Mbandaka
Dresden, Stadt
Hund/Katze/Sektion
1
S. Typhimurium
Dresden, Stadt
sonstige Tierarten/Kot
1
S. enterica ssp. I
Dresden, Stadt
sonstige Tierarten/Kot
2
S. Typhimurium
Dresden, Stadt
Taube/Kot
2
S. Typhimurium
Görlitz
Huhn/Sektion
2
S. Pullorum
Görlitz
Hund/Katze/Kot
1
S. Serogr. C2
Görlitz
sonstige Tierarten/Kot
2
S. enterica ssp. I
Görlitz
Taube/Sektion
3
S. Typhimurium var. Cop.
Meißen
Hund/Katze/Kot
1
S. Brandenburg
Meißen
Schwein/Sektion
8
S. Bovismorbificans
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Hund/Katze/Kot
1
S. Bovismorbificans
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Hund/Katze/Sektion
1
S. Enteritidis
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Hund/Katze/Kot
1
S. Serogr. D1
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Schaf/Sektion
1
S. enterica ssp. IIIb
Landesdirektion Sachsen, Bereich ehemalige LD Leipzig
Leipzig Land
Hund/Katze/Kot
1
S. Coeln
Leipzig Land
Hund/Katze/Kot
1
S. Infantis
Leipzig Land
Rind/Kot
1
S. Dublin
Leipzig Land
Rind/Sektion
1
S. Dublin
Leipzig Land
Rind/Kot
1
S. London
Leipzig Land
Schwein/Sektion
1
S. Livingstone
Leipzig Land
Schwein/Sektion
1
S. London
Leipzig Land
Schwein/Sektion
1
S. Typhimurium var. Cop.
Leipzig Land
sonstige Tierarten/Sektion
1
S. Choleraesuis
Leipzig Land
sonstige Tierarten/Sektion
2
S. enterica ssp. II
Leipzig Land
sonstige Tierarten/Kot
2
S. enterica ssp. II
Leipzig Land
sonstige Tierarten/Sektion
2
S. Enteritidis
Leipzig Land
sonstige Tierarten/Sektion
1
S. Kottbus
Leipzig Land
sonstige Tierarten/Sektion
3
S. Typhimurium
Leipzig, Stadt
Hund/Katze/Kot
1
S. Enteritidis
Leipzig, Stadt
Schaf/Kot
10
S. enterica ssp. IIIb
Leipzig, Stadt
Schaf/Sektion
1
S. enterica ssp. IIIb
Leipzig, Stadt
sonstige Tierarten/Sektion
1
S. Coeln
Leipzig, Stadt
sonstige Tierarten/Sektion
8
S. enterica ssp. II
Leipzig, Stadt
sonstige Tierarten/Sektion
6
S. Enteritidis

│33
Landesdirektion/Kreis
Tier-/Probenart
Nachgewiesene Serotypen
Anzahl
Serotyp
Leipzig, Stadt
sonstige Tierarten/Sektion
2
S. Kottbus
Leipzig, Stadt
sonstige Tierarten/Sektion
1
S. Newport
Leipzig, Stadt
sonstige Tierarten/Sektion
1
S. Typhimurium var. Cop.
Nordsachsen
Hund/Katze/Kot
1
S. Anatum
Nordsachsen
Hund/Katze/Kot
1
S. Enteritidis
Nordsachsen
Hund/Katze/Kot
1
S. Infantis
Nordsachsen
Hund/Katze/Kot
1
S. Thompson
Nordsachsen
Rind/Sektion
2
S. Coeln
Nordsachsen
Rind/Kot
96
S. Coeln
Nordsachsen
Schwein/Sektion
1
S. Coeln
Nordsachsen
Schwein/Sektion
2
S. London
Nordsachsen
sonstige Tierarten/Kot
1
S. enterica ssp. IIIb
Tabelle 4: Salmonellennachweise
Warengruppe
Gesamtproben
davon Planproben
davon Verdachtsproben
davon Beschwerdeproben
Anzahl
Salm.-Nw.*
Anzahl
Salm.-Nw.
Anzahl
Salm.-Nw.
Anzahl
Salm.-Nw.
Milch, Milchprodukte, Käse und Butter
232
0
228
0
4
0
0
0
Eier und Eiprodukte
80
0
75
0
0
0
0
0
Fleisch warmblütiger Tiere, auch tiefgefroren
372
7
351
7
3
0
0
0
Fleischerzeugnisse warmblütiger Tiere
(außer Wurstwaren)
346
5
342
5
4
0
0
0
Wurstwaren
306
1
304
1
1
0
1
0
Fisch- und Erzeugnisse
111
0
108
0
3
0
0
0
Krusten-, Schalen-, Weichtiere, sonst. Tiere
und Erzeugnisse daraus
21
0
21
0
0
0
0
0
Fette, Öle, Margarine
2
0
2
0
0
0
0
0
Getreide, -produkte, Brot, Teig- und Backwaren
123
0
120
0
2
0
0
0
Mayonnaisen, emul. Soßen, kalte Fertigsoßen
und Feinkostsalate
156
0
153
0
3
0
0
0
Puddinge, Desserts und Cremespeisen
3
0
3
0
0
0
0
0
Speiseeis und -halberzeugnisse
87
0
86
0
1
0
0
0
Säuglings- und Kleinkindernahrung
0
0
0
0
0
0
0
0
Diätetische Lebensmittel, Nährstoffkonzentrate
und Ergänzungsnahrung
0
0
0
0
0
0
0
0
Obst, Gemüse und -zubereitungen
51
0
28
0
10
0
2
0
Getränke, inkl. Tafel- und Trinkwasser,
Spirituosen und Bier
15
0
15
0
0
0
0
0
Gewürze, Würzmittel und Zusatzstoffe
19
2
15
0
4
2
0
0
Zucker, Süß- und Schokoladenwaren, Honig,
Konfitüre, Kaffee, Kakao, Tee
4
0
4
0
0
0
0
0
Fertiggerichte, zubereitete Speisen, Suppen
und Soßen
113
0
103
0
5
0
5
0
Kosmetika
0
0
0
0
0
0
0
0
Bedarfsgegenstände ohne Kosmetika
0
0
0
0
0
0
0
0
Gesamt
2.054
15
1.970
13
40
2
9
0
* Salmonellennachweis

34 │
Tabelle 5: Regionale Zuordnung der Salmonellenfunde
Landesdirektion/Kreis
Eingangsdatum
Probenart
Nachgewiesene Serotypen
Anzahl
Serotyp
Landesdirektion Sachsen, Bereich ehemalige LD Chemnitz
Chemnitz, Stadt
13.11.2020
Hähnchenbrust mariniert
1
S. sp.
Mittelsachsen
02.12.2020
Hackfleisch gemischt Rind und Schwein
1
S. Serogruppe B
Mittelsachsen
10.12.2020
Lammbauch
1
S. sp.
Vogtlandkreis
13.10.2020
Hackepeter
1
S. sp.
Vogtlandkreis
08.12.2020
Paprikabratwurst
2
S. Serogruppe B
Landesdirektion Sachsen, Bereich ehemalige LD Dresden
Bautzen
17.12.2020
8- Kräutermischung (TK Ware für Probenahme
Tüte geöffnet)
1
S. sp.
Bautzen
18.12.2020
8 Kräuter Mischung
1
S. sp.
Dresden, Stadt
04.11.2020
Gänseleber TIEFGEFROREN
1
S. sp.
Dresden, Stadt
19.11.2020
Schweine-Nacken-Steaks
1
S. sp.
Dresden, Stadt
01.12.2020
EDEKA Junge Ente mit Hals und Innereien
1
S. sp.
Dresden, Stadt
02.12.2020
Entenbrustfilet mit Haut HKL A , frisch
1
S. sp.
Meißen
07.10.2020
Putenspieß mit Zuccini
1
S. sp.
Meißen
08.10.2020
Hackepeter
1
S. sp.
Landesdirektion Sachsen, Bereich ehemalige LD Leipzig
Leipzig, Stadt
06.11.2020
Hähnchenleber
1
S. sp.
Leipzig, Stadt
16.11.2020
Hähnchen Leber tiefgefroren L05
1
S. Serogruppe B
Nordsachsen
01.10.2020
Blinddarm + Halshaut von Masthähnchen
1
S. sp.
Tabelle 6: Häufigkeit der nachgewiesenen Salmonellenserotypen (Anzahl)
Serotypen
Veterinärmedizinische
Diagnostik
Futtermittel
Lebensmittel/
Bedarfsgegenstände
BU
Hygienekontrolltupfer
(Lebensmittel)
S. Coeln
101
S. sp.
26
S. enterica ssp. IIIb
15
S. enterica ssp. II
12
S. Enteritidis
12
S. Typhimurium
10
S. Bovismorbificans
9
S. Serogruppe B
7
S. Typhimurium var. Cop.
6
1
S. London
6
S. Serogr. C1
6
S. Infantis
5
S. Brandenburg
3
S. Derby
3
S. enterica ssp. I
3
S. Kottbus
3
S. Pullorum
2
S. Mbandaka
1
1
S. Dublin
2
S. Thompson
1
S. enterica ssp. IIIa
1
S. Livingstone
1
S. Choleraes. var. Kunzen-
dorf
1
S. Anatum
1
S. Choleraesuis
1
S. Serogr. C2
1
S. Newport
1
S. Serogr. D1
1
S. Serogr. E1
1
S. Tennessee
1
Bearbeiter: Reinhard Seiler
LUA Dresden

│35
Humanmedizin
Heft Seite
Epidemiologische Information für den Freistaat Sachsen
4. Quartal 2019 ............................................................................. 1 ....... 2
1. Quartal 2020 ............................................................................. 2 ....... 2
2. Quartal 2020 ............................................................................. 3 ....... 2
3. Quartal 2020 ............................................................................. 4 ....... 2
Nichttuberkulöse Mykobakterien .......................................................................................................................................................................... 1 ....... 7
Virtuelles Wasser und Wasserfußabdruck...........................................................................................................................................................2 .......7
Hinweise und praktische Tipps für Kindertagesstätten zum Hitzeschutz an heißen Sommertagen –
Vorstellung einer neuen Informationsbroschüre ............................................................................................................................................... 2 ....... 9
HIV/AIDS im Freistaat Sachsen – Jahresbericht 2019
..................................................................................................................................... 3 ....... 7
Empfehlungen zur Verhütung und Bekämpfung von Pertussis im Freistaat Sachsen ............................................................................ 3 .....24
Handlungsschema Pertussis .................................................................................................................................................................................... 3 .....36
Empfehlungen zur Verhütung und Bekämpfung der Masern im Freistaat Sachsen ............................................................................... 4 ....... 7
Merkblatt Masern ..................................................................................................................................................................................................... 4 .....17
Trinkwasserverordnung und deren Grenzwerte ................................................................................................................................................. 4 .....19
Leitungsgebundene Trinkwasserspender in Gesundheits- und Gemeinschaftseinrichtungen .............................................................4 .....22
Lebensmitteluntersuchungen
Döner Kebab – Was steckt im Fladenbrot? ......................................................................................................................................................... 1 .....13
Untersuchung von Bio-Lebensmitteln 2019 ...................................................................................................................................................... 2 .....21
Thermophile Campylobacter spp. in Lebensmitteln ......................................................................................................................................... 2 .....24
Recycelter Kunststoff - sicher für den Lebensmittelkontakt? ....................................................................................................................... 2 .....27
Verotoxinbildende Escherichia coli in Lebensmitteln ...................................................................................................................................... 3 .....38
Was hat sich in der Welt der Pyrrolizidinalkaloide getan? ............................................................................................................................ 3 .....40
Olivenöl – zwischen Qualität und Fälschung ..................................................................................................................................................... 4 .....24
Süße Weihnachtsleckereien – Unterschiede und Besonderheiten ............................................................................................................... 4 .....26
Die Mikrovinifizierung sächsischer Weine und die EU-Weindatenbank
.................................................................................................... 4 .....32
Veterinärmedizinische Tierseuchen- und Krankheitsdiagnostik
Überwachung der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen in Sachsen – aktueller Stand aus diagnostischer Sicht ...3 .....42
Das Sektionsprogramm: Ein wichtiger Bestandteil in der Tierseuchendiagnostik................................................................................... 4 .....35
Neue Rechtsbestimmungen im Bereich des LFGB –
4. Quartal 2019 ............................................................................. 1 .....15
1. Quartal 2020 ............................................................................. 2 .....29
2. Quartal 2020 ............................................................................. 3 .....44
3. Quartal 2020 ............................................................................. 4 .....38
Beschwerdeproben-Report für Lebensmittel und Bedarfsgegenstände sowie Tabakerzeugnisse
4. Quartal 2019 ............................................................................. 1 .....19
1. Quartal 2020 ............................................................................. 2 .....31
2. Quartal 2020 ............................................................................. 3 .....47
3. Quartal 2020 ............................................................................. 4 .....41
BSE-Untersuchungen
4. Quartal 2019 ............................................................................. 1 .....20
1. Quartal 2020 ............................................................................. 2 .....32
2. Quartal 2020 ............................................................................. 3 .....48
3. Quartal 2020 ............................................................................. 4 .....41
Tollwutuntersuchungen
4. Quartal 2019 ............................................................................. 1 .....20
1. Quartal 2020 ............................................................................. 2 .....32
2. Quartal 2020 ............................................................................. 3 .....48
3. Quartal 2020 ............................................................................. 4 .....42
Jahresinhaltsverzeichnis 2020

36 │
Salmonellenberichterstattung im Freistaat Sachsen
4. Quartal 2019 ............................................................................. 1 .....21
1. Quartal 2020 ............................................................................. 2 .....33
2. Quartal 2020 ............................................................................. 3 .....49
3. Quartal 2020 ............................................................................. 4 .....43

image
Herausgeber:
Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsen
Jägerstr. 8/10, 01099 Dresden
Redaktion:
Dr. Hermann Nieper, LUA Sachsen, Standort Dresden, Jägerstr. 8/10, 01099 Dresden,
Tel.: 0351/8144 1400
Gestaltung und Satz:
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Druck:
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Tel.: 0351/20 44 444 |
https://www.saxoprint.de/
Redaktionsschluss:
15. Februar 2021
Bezug:
Dieses offizielle Mitteilungsblatt der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und
Veterinärwe-
sen des Freistaates Sachsen kann kostenfrei im Internet abgerufen werden:
www.lua.sachsen.de
und unter
www.publikationen.sachsen.de