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LUA-Mitteilungen 04/2013
LANDESUNTERSUCHUNGS-
ANSTALT FÜR DAS GESUNDHEITS-
UND VETERINÄRWESEN

 
│1
Inhalt
Humanmedizin
Epidemiologische Information für den Freistaat Sachsen ......................................................................................................................................... 2
Kulturelle Untersuchung von Screeningmaterialien auf Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) .................................. 7
Enteritiserreger im Fokus: Yersinien ..............................................................................................................................................................................10
Echinococcus multilocularis – Der Auslöser der alveolären Echinokokkose ......................................................................................................12
Auswirkungen des Junihochwassers auf die Badesaison 2013 in Sachsen ........................................................................................................14
Lebensmitteluntersuchungen
Salmonellen – immer wieder Auslöser von lebensmittelbedingten Erkrankungen ..........................................................................................16
Veterinärmedizinische Tierseuchen- und Krankheitsdiagnostik
Pathologisch anatomische Diagnostik in Tierschutzfällen – Darstellung von zwei Fallberichten ...............................................................18
Neue Rechtsbestimmungen – Juli 2013 bis September 2013 ...............................................................................................................................22
Neue Rechtsbestimmungen Veterinärmedizin September 2013 ...........................................................................................................................25
Beschwerdeproben-Report für Lebensmittel nichttierischer Herkunft und Bedarfsgegenstände sowie Tabakerzeugnisse
(3.
Quartal
2013) ........................................................................................................................................................................................................26
Beschwerdenreport für Lebensmittel tierischer Herkunft (3. Quartal 2013) .....................................................................................................27
BSE - Untersuchungen 3. Quartal 2013 .......................................................................................................................................................................28
Tollwutuntersuchungen 3. Quartal 2013 .....................................................................................................................................................................28
Salmonellenberichterstattung im Freistaat Sachsen - 3. Quartal 2013 .............................................................................................................29

2 │
│3
Epidemiologische Information für den Freistaat
Sachsen
3. Quartal 2013 (01.07.2013 – 29.09.2013)
Borreliose
: Die Inzidenz lag mit 16 Erkrankungen pro 100.000
Einwohner 4-mal höher als im Vorquartal (4 Erkrankungen pro
100.000 Einwohner). Die Anzahl der gemeldeten Infektionen
stieg von Juli bis September saisonal bedingt kontinuierlich an.
Von den 661 erfassten Erkrankungen wiesen die meisten ein
Erythema migrans auf. 29-mal wurde eine neurologische Sym-
ptomatik angegeben, darunter 12-mal Hirnnervenlähmung, 10-
mal Meningitis und 7-mal Radikuloneuritis. In 3 weiteren Fällen
wurde eine Lyme-Arthritis diagnostiziert.
Campylobacter
-Gastroenteritis: Von den 2.034 in Sachsen er-
fassten Erkrankungen (49 Erkrankungen pro 100.000 Einwoh-
ner) kamen zwei als krankheitsbedingt verstorben zur Meldung.
Ein 80-jähriger Mann sowie eine 74-jährige Frau aus unter-
schiedlichen Landkreisen erkrankten mit Durchfall und verstar-
ben zwei Tage später. Der Erregernachweis gelang jeweils aus
Stuhl der Patienten. In beiden Fällen ergaben sich keine Hinwei-
se auf die Infektionsquelle.
Clostridium difficile-Infektion
: Vier der 1.160
Clostridium dif-
ficile
-Infektionen kamen als krankheitsbedingt verstorben zur
Meldung. Betroffen waren ein 78-jähriger Mann sowie 3 Frauen
im Alter von 71, 86 und 89 Jahren.
Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJK)
: Eine 78-jährige Frau er-
krankte im Februar mit typischer Symptomatik und verstarb im
April dieses Jahres. Eine Sektion wurde eingeleitet und die klini-
sche Diagnose im August bestätigt.
Bei einer 68-Jährigen, die eine beginnende Symptomatik auf-
wies, wurde die Diagnose einer klinischen CJK gestellt.
Denguefieber
: Bei den 7 im Berichtszeitraum erfassten Infektio-
nen handelte es sich um Reiserückkehrer aus Thailand, Brasilien
und Sri Lanka. Symptomatisch traten bei den Betroffenen Fie-
ber, Kreislaufschwäche und zum Teil Exantheme auf. Alle Infek-
tionen wurden serologisch bestätigt.
Enterovirus
: Im Berichtszeitraum wurden 255 Infektionen ge-
meldet. Da Enteroviren insbesondere in den Sommer- und
Herbstmonaten eine erhöhte Aktivität zeigen, konnte bereits
zum Ende des zweiten Quartals ein Ansteigen der Infektionen
beobachtet werden. Im aktuellen Berichtszeitraum setzte sich
dieser Trend fort und erreichte im August mit 31 bzw. 32 Fällen
pro Woche seinen Höhepunkt.
Dabei war die territoriale Verbreitung unterschiedlich stark
ausgeprägt. Während aus dem Landkreis Nordsachsen keine
und aus dem Erzgebirgskreis lediglich eine Enterovirusmeldung
erfolgte, wurden allein im Landkreis Meißen (n = 72) und der
Stadt Leipzig (n = 61) über die Hälfte aller Nachweise erfasst.
Besonders auffällig war die Häufung von meningitischen Ver-
läufen im Landkreis Meißen. Bei 63 Patienten, darunter 49 Kin-
der und Jugendliche im Alter zwischen 2 und 15 Jahren, wurde
aus Liquor Echovirus nachgewiesen; es dominierte Typ 30. Ein
epidemiologischer Zusammenhang konnte nicht eruiert werden.
FSME
: In Sachsen wurden im Jahr 2013 bisher 7 labordiagnos-
tisch bestätigte Erkrankungen registriert, von denen 6 auf das
3. Quartal entfielen.
Es handelte sich um 5 Männer im Alter zwischen 31 und 76
Jahren und eine 68-jährige Frau. Während 5 der Betroffenen
zunächst mit grippaler, später mit meningitischer Symptomatik
erkrankten, zeigte sich bei einem Patienten eine ZNS-Sympto-
matik.
In einem Fall lag der Infektionsort vermutlich im Landkreis Pas-
sau / Bayern (FSME-Risikogebiet).
Bei den anderen Fällen handelte es sich mit hoher Wahrschein-
lichkeit um autochthon im Vogtlandkreis erworbene Infektionen.
Die Erkrankten gaben an, während des Inkubations-Zeitraums
ihren Heimatlandkreis nicht verlassen zu haben; Aufenthalte in
anderen Gebieten wurden verneint. Die Betroffenen waren un-
geimpft. An einen Zeckenstich konnte sich lediglich ein Patient
erinnern.
Gasbrand
: Ein 69-jähriger Mann mit bestehendem Dekubitus
erkrankte mit Fieber, starken Schmerzen und Sepsis. Der Patient,
bei dem zusätzlich eine MRSA-Infektion diagnostiziert worden
war, verstarb einige Tage später. Aus Blut wurde
Clostridium
perfringens
nachgewiesen.
Haemophilus influenzae
: Eine 27-Jährige erkrankte mit Erbre-
chen, Fieber und meningitischer Symptomatik. Aus Blut und Li-
quor wurde
Haemophilus influenzae
nachgewiesen. Der Kapsel-
typ b konnte ausgeschlossen werden.
HUS
: Ein 3-jähriges Mädchen zeigte Erbrechen, Nierenfunk-
tionsstörungen und Anämie. Einen Tag später bildete sich ein
hämolytisch-urämisches Syndrom aus, was eine stationäre Auf-
nahme des Kindes nötig machte. Ein Erregernachweis gelang
nicht. Es ergaben sich keinerlei Hinweise auf die Infektionsquel-
le.
Legionellose
: Betroffen waren 9 Patienten zwischen 49 und 82
Jahren, die mit Fieber und Pneumonie erkrankten. Die Infektio-
nen konnten mittels Antigennachweis aus Urin bzw. mittels PCR
aus Sekreten des Respirationstraktes bestätigt werden. In 2 Fäl-
len lag der Infektionsort im Ausland; bei allen anderen wurden
keine konkreten Hinweise übermittelt.
Leptospirose
: Ein 37-jähriger Mann erkrankte mit Fieber und
grippaler Symptomatik. Als Infektionsursache könnten Aufräu-
marbeiten nach dem Juni-Hochwasser in Frage kommen. Die
Infektion wurde serologisch bestätigt.
Bei einem 77 Jahre alten Mann mit Fieber, Ikterus und Nie-
renfunktionsstörungen erbrachte die Diagnostik den Nachweis
einer
Leptospira interrogans
-Infektion. Da sich der Patient un-
kooperativ zeigte, wurden Angaben zur möglichen Exposition
nicht bekannt.
Listeriose
: Zur Meldung kamen 17 Erkrankungen sowie 2 Infek-
tionen ohne bestehendes klinisches Bild. Es handelte sich um
10 Frauen (zwischen 24 und 86 Jahre alt), 8 Männer (zwischen
56 und 81 Jahre alt) und ein weibliches Neugeborenes. Bei einem
Großteil der Fälle waren bestehende Vorerkrankungen bekannt.
Als Symptome wurden Fieber, Pneumonie, Sepsis und Meningitis
angegeben. Der Nachweis gelang jeweils aus der Blutkultur, bei
2 Patienten aus Liquor sowie einmal aus Plazentaabstrich und
Stuhl.
Listeriose, konnatale Infektion
: Ein weibliches Neugeborenes
litt kurz nach der Geburt unter Atemstörungen und Herzrasen.
Die 24-jährige Mutter des Kindes war kurz vor der Entbindung
(39. SSW) mit Fieber und einem Amnioninfektionssyndrom er-
krankt. Aus Plazentaabstrich sowie aus Stuhl des Neugeborenen
konnte
Listeria monocytogenes
nachgewiesen werden.
Malaria
: Eine in Deutschland lebende afrikanische Familie (Mut-
ter 39, Kinder 5, 8 und 11 Jahre alt) besuchte für die Dauer eines
Monats Freunde in Burkina Faso und Togo. Zunächst erkrankte
der 5-jährige Junge, kurz darauf seine beiden Geschwister und
die Mutter des Kindes an einer M. tropica. Eine Chemoprophyla-
xe im Zusammenhang mit dieser Reise war nicht erfolgt.
Eine 25-jährige deutsche Frau erkrankte kurz nach Urlaubsauf-
enthalten in Benin und Togo an einer M. quartana.
Weitere Infektionen betrafen einen 56-jährigen Sudanesen (M.
tropica), eine 31-jährige Deutsche nach Aufenthalt in Uganda
(M. tropica) sowie einen 30-jährigen Inder (M. tertiana). Auch in
diesen Fällen war keine Chemoprophylaxe durchgeführt worden.
Masern
: Die Zahl der 2013 in Sachsen gemeldeten Masern-
Erkrankungen stieg um weitere 14 Fälle an und lag somit bei
53 Infektionen, was einer Neuerkrankungsrate von 1,3 Erkran-
kungen pro 100.000 Einwohner und somit der höchsten Inzidenz
seit 1996 entsprach. Ob sich dieses hohe Niveau auch im weite-
ren Verlauf des Jahres fortsetzt, bleibt abzuwarten.
Bei 3 der Betroffenen handelte es sich um Kinder im Alter zwi-
schen 4 und 16 Jahren, die einen Urlaub auf der Insel Hiddensee
bzw. in Niedersachsen verbracht hatten.
Den anderen Erkrankten (5 Kinder und 3 Erwachsene) konnten
keine Infektionsquellen zugeordnet werden.
Meningitiden
: Im Quartal wurden 124 Erkrankungen, darunter
eine mit Todesfolge übermittelt. Durch welche Erreger diese ver-
ursacht waren, ist aus Tabelle 1 ersichtlich.
Tabelle 1: Erkrankungen mit dem klinischen Bild Meningi-
tis/Enzephalitis in Sachsen
(Vergleich 3. Quartal 2013 zu 2012)
Erreger
3. Quartal 2013
3. Quartal 2012
Erkran-
kung
Tod
Inzi-
denz
Erkran-
kung
Tod
Inzi-
denz
Bakt. Erreger gesamt
15
0,4
6
0,3
Borrelien
10
0,2
2
0,05
Haemophilus
influ-
enzae
1
0,02
0,02
Listerien
2
0,05
1
0,02
Meningokokken
1
0,02
Pneumokokken
2
0,05
2
0,05
Virale Erreger gesamt
108
2,6
28
0,7
Enteroviren
95
2,3
22
0,4
FSME-Virus
5
0,1
2
0,05
Herpesviren
2
0,05
Varizella-Zoster-Virus
6
0,1
4
0,1
Sonstige Erreger
gesamt
1
1
0,02
1
0,02
Kryptokokken
1
1
0,02
Toxoplasma gondii
1
0,02
Insgesamt
124
1
3,0
35
0,8
Meningoenzephalitis, übrige
: Ein 52-Jähriger erkrankte mit
meningitischer Symptomatik. Aus Liquor des Patienten wurden
Kryptokokken nachgewiesen. Trotz intensivmedizinischer Be-
handlung verstarb der Mann im septischen Schock.
Meningokokokken
(invasiv): Ein 4 Monate alter ungeimpfter
Säugling zeigte ein septisches Krankheitsbild. Aus Blut konnten
Meningokokken nachgewiesen werden. Die Bestimmung der Se-
rogruppe erfolgte nicht.
MRSA, invasive Erkrankung
: Im Berichtszeitraum kamen insge-
samt 69 Nachweise aus der Blutkultur zur Meldung. Betroffen
waren 44 Männer und 25 Frauen im Alter zwischen 19 und 88
Jahren.
Vier Patienten im Alter zwischen 61 und 84 Jahren wurden als
krankheitsbedingt verstorben registriert. 3 Männer und eine
Frau, die teils an bestehenden Grunderkrankungen litten, ent-
wickelten septische Krankheitsbilder und verstarben kurz nach
Erkrankungsbeginn.
cMRSA
: Aus Nasen- und Wundabstrichen (Abszesse) bzw. Blut
gelang bei Kindern im Alter von 2, 4 und 7 Jahren sowie bei
3 erwachsenen Patienten der Nachweis von cMRSA. Es konnten
keine epidemiologischen Zusammenhänge eruiert werden.
Multiresistente Erreger (MRE) mit Carbapenem-Resistenz
: Im
Berichtszeitraum kamen 156 Nachweise zur Erfassung (Erreger-
aufschlüsselung in Tabelle 2).
Den größten Anteil (70 %) stellten
Pseudomonas aeruginosa
,
gefolgt von
Klebsiella pneumoniae
mit 13 %.
Tabelle 2: Multiresistente Erreger (MRE) mit erworbener
Carbapenemase/Carbapenem-Resistenz im
3. Quartal 2013
Erreger
Infektion
Kolonisation
Gesamt-
Fallzahl
dav. Tod
Acinetobacter baumannii
3
7
10
-
Citrobacter
1
2
3
-
Enterobacter cloacae
3
2
5
-
Escherichia coli
-
1
1
-
Klebsiella pneumoniae
3
16
19
-
Morganella morganii
-
8
8
-
Proteus
-
1
1
-
Pseudomonas aeruginosa
49
60
109
-
Gesamtzahl
59
97
156
-
Norovirus
-Gastroenteritis: Bei den Norovirusinfektionen war ein
Rückgang der Fallzahlen um 34 % zu beobachten. Im Berichts-
zeitraum wurden 1.221 Erkrankungen mit mikrobiologischem
Nachweis übermittelt. Dies entsprach einer Inzidenz von rund
30 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner. Verglichen mit dem
5-Jahres-Mittelwert (28 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner)
lag die erfasste Quartalsinzidenz etwas darüber.
Ab August konnte ein kontinuierliches Ansteigen der Meldezah-
len registriert werden.
Es kamen im Berichtszeitraum 26 Erkrankungshäufungen zur
Meldung. Betroffen waren 11 Kindertagesstätten, 6 Senioren-
heime, 4 medizinische Einrichtungen, 2 Familien, 2 Schulklassen
auf Klassenfahrt und eine Grundschule.
Ornithose
: Bei einem 53-Jährigen, der unter Husten, Kopf-
schmerzen und Fieber litt, erbrachte die Blutuntersuchung eine
serologisch gesicherte Ornithose. Der Mann besitzt eine Vogel-
zucht (u. a. Papageien). Das Veterinäramt wurde informiert.
Pertussis
: Im dritten Quartal des Jahres wurden 178 Erkrankun-
gen sowie 5 asymptomatische Infektionen übermittelt. Daraus
ergab sich mit 4 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner die glei-
che Neuerkrankungsrate wie im Vorquartal. Verglichen mit dem
Vorjahreszeitraum wurde nur knapp die Hälfte an Erkrankungen
erfasst.

4 │
│5
Rund 78 % aller erkrankten Personen verfügten über einen nur
unvollständigen bzw. keinen Impfschutz.
Es wurden 8 Erkrankungshäufungen mit jeweils 3 bis 5 Fällen
erfasst, bei denen 5 Familien, 2 Kindertagesstätten und ein
Wohnheim betroffen waren.
Pneumokokkenerkrankung, invasiv
: Im Berichtszeitraum ka-
men 18 Erkrankungen sowie 2 Nachweise ohne bestehendes
klinisches Bild zur Meldung. Bei den Patienten handelte es sich
bis auf einen 16-Jährigen um Erwachsene zwischen 31 und 94
Jahren.
In 11 Fällen kam es zur Ausbildung einer Pneumonie, 6-mal
wurde eine Sepsis, 2-mal eine Meningitis (Erregernachweis aus
Liquor) als Hauptsymptom angegeben (Mehrfachnennung mög-
lich). Keiner der Patienten konnte eine Pneumokokken-Impfung
belegen.
Eine 69-jährige Frau mit bestehenden schweren Vorerkran-
kungen wurde mit beidseitiger Pneumonie und Sepsis in eine
Notaufnahme gebracht und verstarb noch dort im septischen
Schock an Multiorganversagen.
Rotavirus
-Gastroenteritis: Zur Meldung kamen im Berichtszeit-
raum 391 Erkrankungsfälle, was einer Inzidenz von 9 Erkran-
kungen pro 100.000 Einwohner entsprach, die damit wieder
deutlich unter dem 5-Jahres-Mittelwert von 13 Erkrankungen
pro 100.000 Einwohner lag. Mit einem Anstieg der Meldezahlen
wird erfahrungsgemäß erst ab Oktober und November gerech-
net.
Es wurden lediglich 2 Erkrankungshäufungen mit insgesamt 30
Fällen in einer Kindereinrichtung und einem Seniorenheim er-
fasst.
Salmonellose
: Saisonbedingt wurde bei den Salmonellosen im
3. Quartal des Jahres ein deutlicher Anstieg der Neuerkran-
kungsrate registriert. Mit 15 Erkrankungen pro 100.000 Ein-
wohner kam im Vergleich zum Vorzeitraum fast das Doppelte an
Infektionen zur Meldung. Bedingt war dies unter anderem durch
9 verschiedene Salmonellen-Häufungen. Auf die 3 größten soll
im Folgenden eingegangen werden.
]
Bereits im letzten Quartalsbericht wurde über einen Aus-
bruch in den Landkreisen Görlitz und Bautzen berichtet. Ab
der letzten Juniwoche bis Anfang August erkrankten Kunden
einer Fleischereikette mit gastrointestinaler Symptomatik.
Bei 168 Erkrankten sowie 37 symptomlosen Betroffenen,
von denen der Großteil unter dem Personal der Fleischerei
zu finden war, wurde aus Stuhl
S. Muenchen
nachgewiesen.
Der Höhepunkt des Geschehens lag in der 27. Berichtswo-
che. Es ergaben sich Hinweise auf den Verzehr verschiedener
Fleisch- und Wurstwaren. In 4 Lebensmittelproben fand sich
ebenfalls
S. Muenchen
.
]
Im Vogtlandkreis erkrankten in der Bevölkerung 23 Personen
einer Stadt mit Durchfall und Fieber, von denen 11 stationär
behandelt werden mussten. Bei 20 Erkrankten und 6 symp-
tomlosen Ausscheidern gelang der Nachweis von
S. Enteriti-
dis
. Die Ermittlungen ergaben, dass alle Betroffenen Kuchen
aus derselben Bäckerei verzehrt hatten. Hier konnten zwei
Kuchensorten (gefüllter Streuselkuchen, Bienenstich) einge-
grenzt werden, die unter Verwendung von Creme-Fertigpul-
ver hergestellt worden waren. Die Lysotyp-Bestimmung er-
brachte bei allen Betroffenen identische Ergebnisse (LT 8/7).
Dieser Typ gilt als Rohei-assoziiert. Die Untersuchungen von
Tupfer- bzw. Lebensmittelproben verliefen mit negativen Er-
gebnissen.
]
In der Stadt Leipzig wurde unter der Bevölkerung eines Stadt-
teils das gehäufte Auftreten von
S. Agona
-Infektionen be-
obachtet. Betroffen waren 19 Personen aller Altersgruppen.
Da die Hälfte der Erkrankten (n = 9) den Verzehr von Döner
aus unterschiedlichen Verkaufsstellen angab, wurden in einer
dieser Verkaufsstellen die Untersuchungen von Personal und
Lebensmitteln angeordnet. Ein Angestellter konnte als Aus-
scheider von
S. Agona
LT 56 identifiziert werden. Der gleiche
Erreger fand sich dort ebenfalls in einer Döner- sowie einer
Tupferprobe (Fleischzange) und bei fast allen Betroffenen.
Aufgrund der Tatsache, dass es sich bei dem nachgewiese-
nen Erreger um den gleichen (seltenen) Lysotyp handelte und
die Fälle territorial dicht beisammen lagen, kann mit hoher
Wahrscheinlichkeit von einer gemeinsamen primären Infek-
tionsquelle ausgegangen werden, auf die es jedoch bis jetzt
keine Hinweise gibt.
Shigellose
: Von den 22 im Berichtszeitraum erfassten Fällen
waren 16 durch
S. sonnei
, 3 durch
S. boydii
, 2 durch
S. dysen-
teriae
sowie eine durch
Shigella spp
. bedingt. Bis auf wenige
Erkrankungen, bei denen sich keine Hinweise auf die mögliche
Infektionsquelle ergaben, konnten die übermittelten Infektionen
verschiedenen Auslandsaufenthalten zugeordnet werden.
Trichinellose
: Bereits im vorigen Quartal wurde über eine durch
trichinenbelastetes Wildschweinfleisch und -knacker
verursach-
te Erkrankungshäufung berichtet.
Im Berichtszeitraum konnten weitere 8 Infektionen von Perso-
nen im Alter zwischen 12 und 72 Jahren zugeordnet werden.
Somit ergibt sich im Freistaat Sachsen ein Gesamtstand von 13
Erkrankungen an Trichinellose sowie 8 asymptomatischen In-
fektionen.
Tularämie
: Ein 53-Jähriger erkrankte einen Tag nach seiner
Rückkehr von einem 16-tägigen Norwegen-Urlaub mit Fieber,
Lymphknotenschwellung und septischem Krankheitsbild. Dar-
aufhin musste er stationär behandelt werden. Die Laborunter-
suchungen erbrachten den Nachweis von
Francisella tularensis
biovar holarctica
. Der Mann gab an, sich während seines Aus-
landsaufenthaltes mehrere kleine Hautverletzungen beim An-
geln zugezogen zu haben.
Tuberkulose
: Von den 41 im 3. Quartal übermittelten Fällen ka-
men zwei mit Todesfolge zur Meldung. Im Rahmen der Obduk-
tion wurde bei einem 86-Jährigen eine bisher unerkannte dis-
seminierte Tuberkulose festgestellt, an deren Folgen der Mann
verstorben war.
Ein ebenfalls 86-jähriger Mann, bei dem eine Tuberkulose dia-
gnostiziert worden war, verstarb noch vor Beginn der Therapie.
Virushepatitis A
: Die 5 Erkrankungen sowie 5 Infektionen ohne
bestehendes klinisches Bild betrafen bis auf einen 9-jährigen
Jungen, Erwachsene zwischen 25 und 84 Jahren. In 4 Fällen
konnten die Infektionen als reiseassoziiert (Brasilien, Bulgarien,
Italien und Namibia) angesehen werden.
Im Berichtszeitraum kamen 8 serologisch bestätigte Infektionen
von
Virushepatitis E
ohne epidemiologischen Zusammenhang
zur Meldung. Betroffen waren 5 Männer (zwischen 23 und 69
Jahre alt) sowie 2 Frauen im Alter von 69 und 72 Jahren. In kei-
nem Fall ergaben sich Hinweise auf mögliche Infektionsquellen.
Da die Fallzahlen bundesweit angestiegen sind, führt das Robert
Koch-Institut noch bis Ende 2013 eine Studie für autochthon
erworbene Hepatitis E-Infektionen durch.
Tod an sonstiger Infektionskrankheit
: Ein 87-Jähriger verstarb
an einer Sepsis durch einen ESBL-bildenden
E. coli
. Der Erreger-
nachweis gelang aus Blut des Patienten. Weitere Angaben lagen
zu diesem Fall nicht vor.
Nosokomiale Ausbrüche
:
]
Auf der neonatologischen Station eines Krankenhauses im
Landkreis Leipzig kam es zu einer Häufung von 5 ESBL-bil-
denden
E. coli
. Als Indexfall galt ein frühgeborenes (34. SSW)
Kind, bei dem der Erregernachweis aus Magenaspirat gelang.
Auch ein Analabstrich der Kindsmutter erbrachte den Nach-
weis des entsprechenden Erregers. Durch Screening auf der
betroffenen Station konnte bei 3 weiteren Früh- bzw. Neu-
geborenen eine Kolonisation mit dem gleichen Erreger eruiert
werden. Nach der Durchführung umfangreicher antiepidemi-
scher Maßnahmen traten keine Folgeinfektionen auf.
]
Eine weitere Häufung von ESBL-bildenden
E. coli
wurde aus
einem Krankenhaus des Landkreises Görlitz übermittelt. Be-
troffen waren 8 asymptomatische Patienten einer chirurgi-
schen Station. Der Erregernachweis gelang aus verschiede-
nen Materialien.
]
Aus einem Krankenhaus der Stadt Leipzig erfolgte die Über-
mittlung einer Häufung von
Acinetobacter baumanii
-Nach-
weisen (VIM). Bei 3 weiblichen Patienten einer Normalstation
wurde eine Kolonisation mit dem Erreger festgestellt.
Verantwortlich:
Dr. med. Dietmar Beier
und Mitarbeiter des FG Infektionsepidemiologie
LUA Chemnitz
Übersicht über erfasste übertragbare meldepflichtige und andere Infektionskrankheiten
(kumulativer Stand 01. – 39. BW)
Stand 11.11.2013
3. Quartal 2013
kumulativ
(1. - 39. BW 2013)
kumulativ
(1. - 39. BW 2012)
Meldekategorie
Erkrankung
labordiagn.
Nachweis*
T
Inzidenz
Erkrankung
labordiagn.
Nachweis*
T
Erkrankung
labordiagn.
Nachweis*
T
Adenovirus-Enteritis
374
4
9,0
1.502
4
1.585
Adenovirus-Infektion, respiratorisch
45
185
27
Adenovirus-Konjunktivitis
16
3
0,4
29
5
32
Amöbenruhr
10
2
0,2
35
8
44
11
Astrovirus-Enteritis
184
4,4
1.512
11
1.220
5
Borreliose
661
16,0
911
678
Campylobacter-Enteritis
2.034
89
2
49,2
3.745
107
2
4.152
29
Chlamydia trachomatis-Infektion
1.036
3.241
3.230
Clostridium difficile-Enteritis
1.160
4
28,0
4.327
18
3.976
11
Creutzfeldt-Jakob-Krankheit
2
1
< 0,1
5
3
6
6
Denguefieber
7
0,2
17
6
Echinokokkose
1
EHEC-Erkrankung
38
10
0,9
110
25
81
49
Enterovirusinfektion
255
327
131
Escherichia coli-Enteritis
269
20
6,5
603
32
663
22
FSME
6
0,1
7
4
Gasbrand
1
1
< 0,1
3
1
5
3
Giardiasis
81
15
2,0
216
47
232
52
Gonorrhoe
174
529
560
GBS-Infektion
609
3
1.748
1.528
H. influenzae-Erkrankung, invasiv
1
< 0,1
11
2
5
1
Hantavirus-Erkrankung
1
9
Hepatitis A
5
5
0,1
17
11
8
4
Hepatitis B
20
47
0,5
55
156
3
38
122
1
Hepatitis C
12
84
0,3
34
214
36
191
1
Hepatitis D
1
1
Hepatitis E
5
3
0,1
29
5
15
2
Herpes zoster
180
4,4
533
513
HUS, enteropathisch
1
< 0,1
2
3
Influenza
4
0,1
9.974
2
22
537
3
1
Kryptosporidiose
72
5
1,7
140
5
111
8
Legionellose
9
0,2
23
2
2
17
2
1
Leptospirose
2
< 0,1
2
1

image
6 │
│7
3. Quartal 2013
kumulativ
(1. - 39. BW 2013)
kumulativ
(1. - 39. BW 2012)
Meldekategorie
Erkrankung
labordiagn.
Nachweis*
T
Inzidenz
Erkrankung
labordiagn.
Nachweis*
T
Erkrankung
labordiagn.
Nachweis*
T
Listeriose
17
2
0,4
48
3
3
19
3
1
Malaria
8
0,2
10
14
Masern
14
0,3
53
Meningokokken-Erkrankung, invasiv
1
< 0,1
11
1
11
1
4MRGN-Nachweis
156
488
5
44
1
MRSA-Infektion (invasiv)
64
5
4
1,5
194
15
11
216
18
4
cMRSA
6
7
1
Mumps
6
0,1
18
1
17
Mycoplasma hominis-Infektion
176
529
460
Mycoplasma-Infektion, respiratorisch
155
643
774
Norovirus-Enteritis
1.221
37
29,5
6.631
65
2
8.757
28
2
Ornithose
1
< 0,1
2
Parainfluenza-Infektion, resp.
47
148
69
Paratyphus
1
2
1
Parvovirus B19-Infektion
69
299
49
Pertussis
178
5
4,3
509
12
872
52
Pneumokokken-Erkrankung, invasiv
18
2
1
0,4
146
4
9
97
1
3
Q-Fieber
2
1
Rotavirus-Erkrankung
391
11
9,5
4.742
18
2.751
8
Röteln
4
0,1
6
31
RS-Virus-Infektion
5
1.030
619
Salmonellose
605
94
14,6
1.225
126
1.395
62
1
Scharlach
291
7,0
1.745
1
1.912
Shigellose
21
1
0,5
36
2
22
4
Syphilis
56
137
102
Toxoplasmose
5
2
0,1
32
14
74
10
Trichinellose
4
4
0,1
13
8
1
Tuberkulose
39
2
2
0,9
111
4
7
118
5
Tularämie
1
< 0,1
1
1
Typhus abdominalis
2
2
1
Virale hämorr. Fieber, sonstige
1
Windpocken
172
4,2
701
720
Yersiniose
73
4
1,8
241
6
237
1
Zytomegalievirus-Infektion
63
140
94
angeborene Infektion
1
< 0,1
2
1
5
Tod an sonstiger Infektionskrankheit
1
5
2
* labordiagnostischer Nachweis bei nicht erfülltem bzw. unbekanntem klinischen Bild
Kulturelle Untersuchung von Screeningmaterialien
auf Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus
(MRSA)
Hintergrund
Obwohl in den letzten Jahren die Entwicklung der Antibiotika-
Resistenz bei gramnegativen Bakterien zunehmend in den Focus
der öffentlichen Wahrnehmung gerückt ist, sind MRSA nach wie
vor die häufigsten multiresistenten Erreger bei
Intensivpatien-
ten in Deutschland und weltweit eine der häufigsten Ursachsen
für nosokomiale Infektionen (1). Der Anteil an MRSA bezogen
auf die Gesamtzahl der
Staphylococcus aureus
-Nachweise in
Europa ist dabei durchaus recht unterschiedlich und durch ein
Süd-Nord-Gefälle gekennzeichnet (Abb. 1).
Die nasale Kolonisierung mit MRSA stellt einen Risikofaktor für
nachfolgende MRSA-Infektionen dar. Die Kommission für Kran-
kenhaushygiene und Infektionsprävention am Robert Koch-Ins-
titut empfiehlt daher den Krankenhäusern, ein MRSA-Screening
für definierte Patientengruppen durchzuführen, die eine erhöhte
Wahrscheinlichkeit für MRSA-Besiedlung aufweisen (2). Die Ge-
sundheitsämter sind mit der Frage nach MRSA-Screening-Un-
tersuchungen eher im Bereich der stationären und ambulanten
Pflege konfrontiert, z. B. im Rahmen von
Kontrolluntersuchun-
gen bekannter MRSA-Patienten oder nach Durchführung ent-
sprechender Sanierungsmaßnahmen. Weiterhin kann das Auf-
treten familiär gehäufter Abszesse Anlass sein, eine Diagnostik
auf ca(„community-aquired“)MRSA bei Betroffenen bzw. deren
engen Kontaktpersonen im häuslichen Umfeld einzuleiten.
Geeignete Untersuchungsmaterialien für ein MRSA-Screening
sind in erster Linie Abstriche aus den Nasenvorhöfen, dem Ra-
chen sowie von ggf. vorhandenen Wunden. Weitere Lokalisa-
tionen (z. B. Axilla, Leiste, Perinealregion, bei beatmeten Pati-
enten Trachealsekret) können in Abhängigkeit von evtl. bereits
bekannten Kolonisations-/ Infektionsorten ebenfalls in Frage
kommen. Das Material wird mit sterilen Tupfern gewonnen und
sofort in ein bakteriologisches Transportmedium überführt. Der
Transport ins Labor sollte bei Raumtemperatur innerhalb von
24 h erfolgen.
Abbildung 1:
Invasive S. aureus-Isolate – Anteil von MRSA in den europäischen Ländern im Jahr 2011
(Quelle: ECDC, Antimicrobial resistance interactive database EARS-Net,
www.ecdc.europa.eu,
Datenstand 11/2013)

image
image
8 │
│9
Untersuchungsablauf in der LUA
Für das Screening auf MRSA wird der kulturelle Nachweis unter
Einschluss einer Anreicherungsbouillon eingesetzt (3).
Die primäre Anzucht erfolgt durch die direkte Beimpfung ei-
nes chromogenen MRSA-Selektivmediums mittels Ausstreichen
des Tupfers auf der Agar-Oberfläche. Das Selektivmedium
ent-
hält eine Antibiotikamischung mit Cefoxitin und außerdem ein
chromogenes α-Glucosidase-Substrat. Durch die Antibiotika-
Selektivmischung wird das Wachstum von MRSA ermöglicht
und die meisten nicht zur Gattung
Staphylococcus
gehörenden
Bakterien und Hefen werden gehemmt. Das Wachstum von grü-
nen Kolonien ist ein Hinweis auf MRSA (Grünfärbung infolge
der α-Glucosidase-Aktivität). Die Inkubation der Medien erfolgt
aerob 24-48 h bei 36 °C.
Untersuchungen haben gezeigt, dass die Verwendung einer
Anreicherungsbouillon die Sensitivität der MRSA-Screening-
Untersuchung steigern kann (4, 5). Daher wird, um auch bei
geringen Keimzahlen im Untersuchungsmaterial MRSA detek-
tieren zu können, mit dem Abstrichtupfer nach Beimpfung der
Agarplatten noch eine selektive Bouillon zur Anreicherung von
MRSA beimpft. Diese Bouillon enthält spezielle Nährstoffe und
Wachstumsfaktoren, die ein schnelles Wachstum von MRSA
ermöglichen. Der Zusatz von Mannit und Anilinblau führt bei
Wachstum von MRSA zu einem Farbumschlag nach blau. Die
Inkubation der MRSA-Bouillon erfolgt aerob 24-48 h bei 36 °C.
Auch die bisherigen Erfahrungen der Landesuntersuchungsan-
stalt in der MRSA-Diagnostik sprechen für den Einsatz der An-
reicherungsbouillon. In einem exemplarisch herausgegriffenen
Zeitraum von 12 Monaten (Juli 2012 bis Juni 2013) waren von
insgesamt 69 MRSA-Erstisolaten aus Screening-Anforderungen
fünf ausschließlich aus der Anreicherung nachzuweisen, was ei-
nem Anteil von 7,25 % entspricht.
Die Ablesung der Medien erfolgt nach 24 h und 48 h.
Im Fall von Wachstum von MRSA-verdächtigen (grünen) Kolo-
nien auf dem Selektivmedium schließen sich die Identifizierung
(biochemisch oder massenspektrometrisch) und die
Empfind-
lichkeitsprüfung (Bestimmung der minimalen Hemmkonzentra-
tionen) an. Keinesfalls ist es zulässig und ausreichend, die de-
finitive Diagnose MRSA nur aufgrund des farbigen Wachstums
auf dem chromogenen Agar und des Identifizierungsergebnisses
zu stellen.
Ist auf dem primär angelegten Selektivmedium kein verdäch-
tiges Wachstum zu verzeichnen, erfolgt bei Blaufärbung der
Anreicherungs-Bouillon deren Subkultivierung wiederum auf
chromogenem MRSA-Selektivmedium. Zeigen sich dann nach
24-48-stündiger Inkubation verdächtige Kolonien wird die wei-
tere Diagnostik wie oben beschrieben durchgeführt. Bei positi-
vem Nachweis von MRSA wäre dieser dann ausschließlich nach
Anreicherung erfolgt.
Ergibt die Identifizierung
S. aureus
und der Resistenzphänotyp
den Verdacht auf das Vorliegen von MRSA infolge Resistenz ge-
genüber Oxacillin und positivem Cefoxitin-Screen-Test, erfolgt
als Bestätigungstest der Nachweis des Penicillin-Bindeproteins
2a (PBP2a) mittels Latex-Agglutinationsreaktion.
Bei einem negativen Ergebnis für den PBP2a-Nachweis wird eine
PCR zur Detektion des mecA-Gens (dieses codiert für PBP2a)
durchgeführt. Seit einiger Zeit wird das Auftreten von MRSA mit
negativem Nachweis von PBP2a und negativem Nachweis des
mecA-Gens beschrieben (6). Die ß-Lactam-Resistenz kann dabei
auf einem Penicillin-Bindeprotein beruhen, welches durch ein
mecA-Gen-Homolog (sog. mecC-Gen) codiert wird (1, 7). Stäm-
me von
S. aureus
, welche phänotypisch für MRSA sprechen aber
kein mecA-Gen aufweisen, werden in der Regel zur weiteren Di-
agnostik an das Nationale Referenzzentrum für Staphylokokken
und Enterokokken in Wernigerode eingesandt.
Bei Einsendungen von außerhalb des Krankenhauses, vor allem
im Zusammenhang mit tiefgehenden Haut- und Weichgewebe-
infektionen oder multiplen Abszessen, sollte immer an caMRSA
gedacht werden. Es ist wichtig, diesbezüglich evtl. vorhandene
anamnestische Hinweise auf dem Probenbegleitschein zu ver-
merken.
caMRSA verfügen über das auf einem Plasmid lokalisierte
lukF/S-Gen, welches mittels PCR-Untersuchung nachgewiesen
werden kann und für die Synthese des Panton-Valentine-Leuko-
zidins (PVL) als besonderer Pathogenitätsfaktor verantwortlich
ist. Dieses Toxin bewirkt über eine spezifische Bindung an
poly-
morphkernige Leukozyten und Makrophagen einen vermehrten
Einstrom dieser Zellen ins infizierte Gewebe und schließlich
de-
ren Absterben.
Ohne entsprechende anamnestische Hinweise ergibt sich im
Labor der Verdacht auf caMRSA nur aus dem Resistenzmuster.
Verdächtig ist zum einen die Resistenz eines MRSA gegenüber
Fusidinsäure. Zum anderen verfügen caMRSA-Stämme neben
der Resistenz gegenüber allen Betalactam-Antibiotika meist nur
über eine weitere Resistenz, oft gegen Chinolone oder Makro-
lide. Die Diagnose eines caMRSA erfolgt durch Nachweis des
lukF/S-Gens mittels PCR aus dem verdächtigen Isolat.
Ein negativer Befund kann bei Screening auf MRSA frühestens
nach 48 h erstellt werden, und zwar, wenn sowohl die Primär-
kultur auf dem chromogenen Selektivmedium als auch die An-
reicherungsbouillon kein verdächtiges Wachstum zeigen.
Die Verdachtsdiagnose MRSA ergibt sich bei Wachstum von
MRSA-verdächtigen Kolonien auf dem chromogenen Agar frü-
hestens nach 24 h, nach weiteren 24 h liegt dann in der Regel
die Bestätigung (mit Resistogramm) vor. Gelingt die Anzucht
von MRSA dagegen ausschließlich über die Anreicherungsbouil-
lon ist mit einer entsprechend längeren Untersuchungsdauer zu
rechnen – in der Regel wird bis zur Verdachtsdiagnose ein Zeit-
raum von 72 h erforderlich sein.
Literatur
1 Layer F, Cuny C, Strommenger G, Werner B, Witte W. Ak-
tuelle Daten und Trends zu Methicillin-resistenten Staphy-
lococcus aureus (MRSA). Bundesgesundheitsbl 2012; 55:
1377-1386
2 Robert Koch-Institut. Mitteilung der KRINKO und des RKI.
Kommentar zu den „Empfehlungen zur Prävention und Kon-
trolle von MRSA-Stämmen in Krankenhäusern und anderen
medizinischen Einrichtungen“. Hinweise zu Risikopopulati-
onen für die Kolonisation mit MRSA. Epid Bull 2008; 42:
363-364
3
Becker et al.. MiQ 6a - Infektionen der Haut und der subku-
tanen Weichgewebe - Teil I. In: Mikrobiologisch-infektiolo-
gische Qualitätsstandards (MiQ). 2013. 2. Auflage, Urban &
Fischer, München
4
Roberts S, Young H, Faulkner S, Bilkey M, Eyres S, Renshaw
S, Morris AJ. Value of broth cultures in detecting methicil-
lin-resistant Staphylococcus aureus. N Z Med J 2002; 27:
115 (1162), U191
5
Böcher S, Smyth R, Kahlmeter G, Skov R. In vitro evaluation
of MRSA screening methods. European Congress of Clinical
Microbiology and Infectious Diseases, Munich, Germany, 31
Mar - 04 Apr 2007; Abstract number 1733_1102
6 Robert Koch-Institut. Auftreten von MRSA mit negativem
Nachweis für mecA (PCR) und Penicillin-Bindeprotein PB-
P2a (Agglutinationstest). Epid Bull 2011; 38: 351-352
7
Robert Koch-Institut: Eigenschaften, Häufigkeit und
Ver-
breitung von MRSA in Deutschland – Update 2011/2012.
Epid Bull 2013; 21: 187-193
Bearbeiter: DB Carola Gehre
LUA Dresden
Dr. med. Tilo Hackel
LUA Dresden
Abbildung 2:
Kolonien von MRSA (grün) auf chromogenem Agar
Abbildung 3:
Anreicherungsbouillon für MRSA (links steril, rechts nach 48 h
Inkubation trüb und mit blauem Farbumschlag)

10 │
│11
Enteritiserreger im Fokus: Yersinien
Yersinien sind benannt nach dem schweizerisch-französischen
Arzt und Bakteriologen Alexandre Yersin. Er entdeckte 1894 in
Hongkong den Erreger der Pest (
Yersinia pestis
). Die Pest spielte
in der Geschichte der Menschheit durch das Auftreten verhee-
render Pandemien eine große Rolle. Seit Beginn des 20. Jahr-
hunderts hat sich diese Situation verändert. Die Erkrankungs-
häufigkeit ist weltweit zurückgegangen, in Europa werden keine
Fälle mehr gemeldet.
Zu Ehren von Alexandre Yersin wurde die Gattung 1970 Yersinia
genannt. Yersinien sind gramnegative Stäbchenbakterien, die
sich fakultativ anaerob vermehren und zu den
Enterobacteria-
ceae
gehören. Neben
Yersinia pestis
sind
Yersinia enterocolitica
und
Yersinia pseudotuberculosis
von human-pathogener Bedeu-
tung. Es werden auch nicht human-pathogene Yersinien, die in
der Umwelt weit verbreitet sind nachgewiesen. Dazu gehören
u. a.
Y. aldonvae, Y. bercovieri, Y. fredericksenii, Y. intermedia,
Y. kristensenii, Y. mollaretti und Y. rohdei
.
Y. enterocolitica
ist der Erreger der intestinalen Yersiniose. Er
besitzt mehr als 50 O-Antigen-Serotypen sowie unterschiedli-
che Bio- und Phagentypen und wächst bei Temperaturen von
4 °C – 43 °C.
Y. enterocolitica
ist ubiquitär verbreitet. Es gibt
jedoch geographische und jahreszeitliche Unterschiede. So ist
die Inzidenz in den nördlichen Ländern wie Skandinavien, Bel-
gien und Kanada höher als in den südlichen Ländern und in
den Herbst- und Wintermonaten ist ein gehäuftes Auftreten zu
verzeichnen. Abbildung 1 zeigt die übermittelten Yersiniosen in
Sachsen nach Meldewoche.
Bei den meldepflichtigen bakteriellen Durchfallerregern steht
Y. enterocolitica
in Deutschland an 4. Stelle, in Sachsen auf
Platz 5 (Abbildungen 2, 3). Deutschlandweit wurden 2012
11 Ausbrüche mit insgesamt 30 Erkrankungen registriert, wo-
bei nicht mehr als 5 Fälle im Zusammenhang ermittelt wurden.
In der Regel handelte es sich um Familieninfektionen mit 2-3
Fällen.
Die
Übertragung
von
Y. enterocolitica
erfolgt auf fäkal-oralem
Weg.
Studien belegen, dass der Hauptteil der Infektionen auf den
Verzehr von rohem Schweinefleisch zurückzuführen ist. Eine im
Jahr 2012 vom Robert Koch-Institut durchgeführte Studie er-
brachte den Nachweis, dass der
häufigste Risikofaktor
an einer
Yersiniose zu erkranken, der Verzehr von rohem Schweinefleisch
oder nicht ausreichend durchgegarten
Schweinefleischerzeug-
nissen ist.
Weitere Risikofaktoren, die in diesem Zusammenhang ermittelt
wurden, waren die Zubereitung von Schweinehackfleisch im
Haushalt, das Spielen im Sandkasten und der Kontakt zu Vögeln.
Im Ergebnis dieser Studie wurden regionale Unterschiede in den
Verzehrgewohnheiten sichtbar. In Brandenburg, Sachsen-Anhalt
und Thüringen gaben 38-44 % der Fallpersonen und 15-22 %
der Kontrollpersonen den Verzehr von rohem Schweinefleisch
an. In Hessen und Bayern waren es 32 bzw. 24 % der Fall- und
7 % bzw. 5 % der Kontrollpersonen.
Gegenwärtig liegen noch keine belastbaren Daten zu einer
mi-
nimalen Infektionsdosis
der Bakterien vor, die eine Abschät-
zung der Dosis-Wirkungsbeziehung erlauben würden. Es wird
vermutet, dass die minimale Infektionsdosis abhängig ist von
der Lebensmittelmatrix und vom Immunstatus der exponierten
Verbrauchergruppen.
Die
Inkubationszeit
wird zwischen 3-10 Tagen angegeben.
Yersinien penetrieren die Darmmukosa und vermehren sich im
lymphatischen Gewebe. Es kommt zur Gewebeschädigung und
zur Bildung von Mikroabszessen, die sich besonders im Krypten-
bereich entwickeln.
Das
klinische Bild
einer Yersiniose ist gekennzeichnet durch das
Auftreten von Durchfall, Bauchschmerzen, Fieber, Erbrechen
und Bauchkrämpfen. Betroffen sind in der Hauptsache Kinder
und Jugendliche (Abbildung 4), wobei es bei Jugendlichen sehr
oft zu Schmerzen im rechten Unterbauch kommt, was zur Diag-
nose Pseudoappendizitis führt.
Folgekrankheiten
einer Yersiniose können eine reaktive Arthri-
tis, ein Erythema nodosum oder eine Septikämie sein.
Die
Therapie
erfolgt in der Regel symptomatisch. Wasser- und
Elektrolytverluste müssen ausgeglichen werden. Antibiotika wie
Chinolone, Cephalosporine der 3. Generation und Cotrimoxazol
sollten nur bei schweren Verlaufsformen zum Einsatz kommen.
Der Goldstandard der
Diagnostik
besteht im kulturellen Nach-
weis der Erreger aus dem Stuhl (Koloniewachstum nach 24 h bei
28 °C). Häufig, vor allem bei Nachuntersuchungen, gelingt die
Erregeranzucht erst durch Kälteanreicherung über eine Woche
bei 4-8 °C. Bei Verdacht auf eine systemische Infektion sollte
der Erregernachweis aus Blutkulturen, Abszesspunktaten oder
exzidierten Mesenteriallymphknoten erfolgen
Für den Nachweis einer
Y. enterocolitica
-Infektion besteht eine
Meldepflicht
nach § 7 IfSG und nach den §§ 1 und 4 der Erwei-
terten Sächsischen Meldeverordnung.
In einer Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung
vom 18.01.2013 wird ausgeführt, dass verzehrfertige Lebens-
mittel keine krankmachenden Yersinien enthalten dürfen, da bei
Kühlschranktemperaturen eine Vermehrung der Keime
stattfin-
den kann. Bei der Schlachtung und Verarbeitung von Schweinen
muss ein hoher hygienischer Standard eingehalten werden. Die
Bakterien befinden sich vor allem in den Mandeln, den
Lymph-
knoten und im Darm der Schweine. Daher sollte beim Schlach-
ten eine Übertragung von dort auf Körperteile, die zum Verzehr
bestimmt sind, vermieden werden.
Verbraucher können sich
vor Infektionen schützen
, indem sie bei der Zubereitung von
Lebensmitteln die Regeln der Küchenhygiene beachten. Fleisch
sollte vor dem Verzehr für mindestens zwei Minuten auf min-
destens 70 °C im Kern erhitzt werden. Hände und Küchenutensi-
lien sollten nach jedem Kontakt zu Lebensmitteln entsprechend
gereinigt werden. Kleinkinder, Schwangere, alte Menschen und
Personen mit geschwächtem Immunsystem sollten auf den Ver-
zehr von rohem Fleisch verzichten.
Akut Erkrankte dürfen nicht im Küchen- und Lebensmittelbe-
reich sowie in Gemeinschaftseinrichtungen tätig sein. Über ein
Tätigkeits- oder Beschäftigungsverbot entscheidet das zustän-
dige Gesundheitsamt.
Eine Wiederaufnahme der Tätigkeit kann 48 h nach Abklingen
der klinischen Symptome erfolgen. Mikrobiologische Stuhlun-
tersuchungen im Rahmen von Nachkontrollen sind nicht erfor-
derlich.
Y. pseudotuberculosis
ist ebenfalls weit verbreitet in der Umwelt
vorzufinden. Besonders empfänglich sind Meerschweinchen,
Ratten, Hasen und Puten. Beim Menschen spielt
Y. pseudotuber-
culosis
eine untergeordnete Rolle. Das häufigste Krankheitsbild
ist die Pseudoappendizitis oder die mesenteriale Lymphadenitis.
Literatur:
Robert Koch- Institut.
Yersinia enterocolitica
– ein wichtiger Er-
reger, nicht nur der Enteritis. Epidemiologisches Bulletin 2004;
43: 369-370
Robert Koch-Institut. Yersiniose - Risikofaktoren in Deutsch-
land. Epidemiologisches Bulletin 2012; 6: 47-51
Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits - und Vete-
rinärwesen (LUA) Sachsen, AG Infektionsschutz des Landes-
verbandes Sachsen der Ärzte und Zahnärzte des ÖGD. Emp-
fehlungen zur Verhütung und Bekämpfung von bakteriellen
Darminfektionen beim Menschen im Freistaat Sachsen, Stand
Januar 2013
Caspary, Kist, Stein. Infektiologie des Gastrointestinaltraktes ,
Klinik, Diagnostik, Therapie. Yersiniose. Springer Medizin Verlag
2006, S. 219 - 223
Bearbeiter: DM Gabriele Höll
LUA Dresden
Dr. med. Sophie-Susann Merbecks LUA Chemnitz
Abbildung 1:
Übermittelte Yersinien nach Meldewoche, 2012 (n=324) im Vergleich mit den Vorjahren
0
100
200
300
400
Norovirus
Rotavirus
Campylobacter
Salmonella spp.
Adenovirus
Clostridium diff.
Astrovirus
Escherichia coli
Yersinia enterocolitica
Cryptosporidium
G. lamblia
EHEC
Erkrankungen pro 100 000 Einwohner
Erreger
2011
2012
Abbildung 2:
Verteilung der Errreger der Gastroenteritis in Sachsen
Jahr 2012 im Vergleich zum Jahr 2011
0
5
10
15
20
25
2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012
Erkrankungen/100.000 Einwohner
Deutschland
Sachsen
Abbildung 3:
Yersiniosen in Sachsen und Deutschland (gesamt) 2003-2012
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
100
< 1
1 - < 5
5 - < 15 15 - < 25 25 - < 45 45 - < 65
>= 65
Erkrankungen/100.000 Einwohner
Altersgruppe
männlich
weiblich
Abbildung 4:
Übermittelte Yersiniosen nach Alter und Geschlecht,
Sachsen 2012
0
5
10
15
20
25
30
1 3 5 7 9 11 13 15 17 19 21 23 25 27 29 31 33 35 37 39 41 43 45 47 49 51
Erkrankungen
Meldewoche
min/max 2007 - 2011
Median 2007 - 2011
2012

12 │
│13
Echinococcus multilocularis – Der Auslöser der
alveolären Echinokokkose
Echinokokkosen werden hauptsächlich durch
Echinococcus
multilocularis
(Fuchsbandwurm) und
Echinococcus granulosus
(Hundebandwurm) ausgelöst. Insgesamt unterscheidet man
fünf verschiedene Arten der Bandwürmer, die unterschiedliche
Erkrankungsbilder hervorrufen können. Im Folgenden wird aller-
dings ausschließlich auf den so genannten Kleinen Fuchsband-
wurm –
Echinococcus multilocularis
– eingegangen.
Der adulte Bandwurm, der eine Größe von ca. 2-4 mm erreicht,
besteht aus 4-5 einzelnen Gliedern und einer Kopfregion. Die
Lebenserwartung eines solchen Parasiten beträgt im Durch-
schnitt 2-5 Monate.
Der direkte oder indirekte Nachweis einer Echinococcus sp. ist
nach § 7 Abs. 3 IfSG nichtnamentlich an das RKI zu melden.
Diese Meldepflicht besteht auch ohne serologische Bestätigung
bei eindeutigem Ultraschallbefund oder eindeutigem Befund
mit einem anderen bildgebenden Verfahren. Weiterhin muss
eine namentliche Meldung an das Gesundheitsamt erfolgen bei
Erkrankung oder Tod nach § 1 Abs. 1 IfSGMeldeVO und bei di-
rektem oder indirektem Nachweis nach § 3 Abs. 2 IfSGMeldeVO,
wenn die Nachweise auf eine akute oder konnatale Infektion
hinweisen.
Die Eier besitzen gegenüber unterschiedlichen
Umwelteinflüs-
sen eine sehr hohe Widerstandsfähigkeit, sodass sie sowohl im
Sommer als auch im Winter mehrere Monate infektiös bleiben
können.
Alle gelisteten Desinfektionsmittel sind nur eingeschränkt wirk-
sam. Es ist aber zu empfehlen, Metallflächen mit unverdünnter
Natriumhypochlorit-Lösung in einer Konzentration von mind.
3,75 % über 1 h zu desinfizieren. Die Abtötung der Larve im Ei
gelingt bei -70 ˚C bis -80 ˚C nach 2-4 Tagen oder bei Hitze ab
60 ˚C über 5 Minuten.
Der Fuchsbandwurm ist in den klimatisch gemäßigten Zonen der
Nordhalbkugel (z. B. Mittel- und Osteuropa, Kanada, Sibirien,…)
verbreitet. Die Befallsrate in Gesamtdeutschland nimmt von
Südwest nach Nordost ab, dabei kann eine höhere Prävalenz in
den Mittelgebirgen im Vergleich zum Flachland gefunden wer-
den. Die Prävalenz in Sachsen liegt ungefähr zwischen 3-4 %.
Die reifen Bandwürmer leben hauptsächlich im Dünndarm des
Rot- und des Polarfuchses (Endwirte), aber auch im Marder-
hund, Kojoten, Wolf, Schakal, … Ein Auftreten bei Haustieren
ist hierzulande hingegen eher selten. Der Mensch ist bezüglich
einer Infektion mit
Echinococcus multilocularis
kein Endwirt,
sondern ein Fehlwirt.
Die Infektionsquelle stellen ausschließlich Bandwurmeier aus
dem Kot der Endwirte dar. Kontakte mit infizierten
Nagetie-
ren führen zu keiner Infektion. Die Aufnahme erfolgt zumeist
im Umgang mit einem infizierten Endwirt (Eier können auch im
Fell haften), bei Arbeiten mit Pflanzen und Erden, die mit Eiern
behaftet sind (hierbei spielt vor allem die Aufnahme über die
kontaminierten Hände eine bedeutende Rolle), und beim Ver-
zehr niedrigwachsender Wild- und Kulturpflanzen (z. B. Beeren,
Pilze, Gemüse, …). Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist
nicht möglich.
Die Inkubationszeit beträgt ca. 5-15 Jahre und die Erkrankung
tritt meist in der 5. Lebensdekade des Menschen auf. In 97 %
der Fälle ist primär die Leber betroffen, in der sich die Larve ver-
mehrt und infolgedessen sich ein Konglomerat kleiner Bläschen
entwickelt, die systematisch zur Infiltration des Organgewebes
führen. Im Verlauf können auch Nachbarorgane betroffen sein
und es kann zur Ausbildung von Metastasen kommen (v. a. in
der Lunge oder im Gehirn).
Symptomatisch können rechtsseitige Oberbauchbeschwerden,
eine Reduktion des Allgemeinbefindens oder ein Ikterus
(Gelb-
sucht) beschrieben werden.
Die Behandlung sollte primär operativ erfolgen. Ist dies zum
Diagnosezeitpunkt nicht mehr möglich, wird eine Chemothe-
rapie durchgeführt, die über viele Jahre erfolgen muss. Diese
Behandlungsoption ist sehr nebenwirkungsreich und zeigt mit
16 % eine hohe Therapieversagerquote. Unbehandelt führt die
Erkrankung nach einer Latenzzeit von 10-15 Jahren zum Tod.
Meist wird eine Echinokokkose als Zufallsbefund mit Hilfe eines
bildgebenden Verfahrens entdeckt. Zur Verlaufsbeobachtung
werden sowohl Ultraschall- als auch CT- und MRT-Untersu-
chungen genutzt. Serologisch wird mittels eines ELISA (Such-
test) oder eines Westernblot (Bestätigungstest) nach parasiten-
spezifischen Antikörpern im Patientenblut gesucht. Erfolgt eine
Operation, kann das dabei gewonnene Material histologisch
aufgearbeitet werden.
Zur Prävention einer durch einen Fuchsbandwurm hervorgeru-
fenen Echinokokkose können folgende Empfehlungen gegeben
werden:
1. Der Kontakt zu toten Füchsen oder frisch gestreiften Bälgen
sollte auf das Nötigste beschränkt werden.
]
Bei dem Umgang mit möglicherweise infizierten Tieren
sollten Handschuhe, Schürzen und Mundschutz verwen-
det werden.
]
Der Transport der Tiere sollte in geschlossenen Behältnis-
sen erfolgen.
2. Hunde und Katzen, die Mäuse fangen und fressen, sollten
regelmäßig einer Wurmkur unterzogen werden.
]
Hunde, die bei der Jagd auch in Fuchsbauten eingesetzt
werden, sollten anschließend gründlich abgeduscht wer-
den.
3. Im Umgang mit Tier und Kot sollte hygienisch vorgegangen
werden.
4. Nach Arbeiten mit Erde (z. B. Garten-, Feld- oder Waldarbeit)
sollten die Hände gründlich gewaschen werden.
5. Es sollte ein hygienisches Verhalten im Wald und im Umgang
mit möglichen Endwirten erfolgen.
6. Es sollte möglichst ein Mundschutz bei landwirtschaftlichen
Arbeiten mit starker Staubentwicklung getragen werden.
7. Zum Verzehr gedachte niedrig wachsende Wild- und Kultur-
pflanzen sollten gründlich gewaschen werden.
]
Bei Möglichkeit sollten diese Nahrungsmittel abgekocht
(mind. 60 ˚C, besser 80 ˚C für 5-10 min.) werden.
]
Alternativ könnten sie auch ausgetrocknet werden.
]
Gekochtes Gemüse, eingekochtes Obst und gekochte Mar-
melade sind unproblematisch und unbedenklich.
8. Bei Risikogruppen wird eine regelmäßige Blutuntersuchung
auf mögliche Antikörper empfohlen.
Empfehlung der WHO:
Bei wiederholter Exposition sollte die serologische Untersu-
chung 1-2x pro Jahr erfolgen. Bei vermuteter Exposition sollte
die Blutuntersuchung frühestens 4 Wochen nach Kontakt und
anschließend 6, 12 und 24 Monate später durchgeführt werden.
Bearbeiter: Dr. med. Stephanie Walther
LUA Chemnitz

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14 │
│15
Auswirkungen des Junihochwassers auf die Badesai-
son 2013 in Sachsen
Zu den sächsischen EU-Badegewässern gehörten in der Bade-
saison 2013 insgesamt 34 durch die Gesundheitsbehörden über-
wachte Seen und Talsperren. Jährlich wird die Wasserqualität
dieser Gewässer von der Europäischen Union (EU) anhand der
langfristigen Überwachungsdaten bewertet. Die aktuelle Quali-
tätseinstufung der sächsischen EU-Badegewässer, Hinweise zu
deren Überwachung sowie eine Übersicht der Analysenergeb-
nisse der Badesaison 2013 sind auf der Internetadresse
www.
gesunde.sachsen.de/badegewaesser.php
zu finden.
Kurz nach Beginn der Badesaison kam es im Juni 2013 - elf
Jahre nach der verheerenden Flut 2002 - erneut zu extremen
Hochwasserereignissen in vielen Teilen des Landes. Im Zuge
mehrerer stabiler Tiefdruckgebiete gelangte sehr feuchte Luft
nach Deutschland, die enorme Niederschlagsmengen von ge-
bietsweise über 200 Liter pro Quadratmeter (in 96 Stunden)
mit sich brachte. Durch tagelangen sintflutartigen Regen
wie-
sen 40 % der Böden in Deutschland, darunter auch in Sachsen,
die höchste seit 1962 (Beginn der Messungen) registrierte Bo-
denfeuchte auf. Ende Mai lagen die Werte bis in eine Schicht
von 60 cm Tiefe verbreitet über 100 % nutzbarer Feldkapazität
(Quelle: Bericht „Länderübergreifende Analyse des Juni-Hoch-
wassers 2013“).
Diese Ereignisse führten zum Überlaufen vieler sächsischer Flüs-
se und zu weiträumigen Überschwemmungen zahlreicher Ge-
biete in mehreren Landkreisen und Städten. An den Hochwas-
sermeldepegeln wurden teilweise Wasserstände erreicht, die das
Jahrhunderthochwasser 2002 noch übertrafen. Insbesondere die
starken Niederschläge vom 30. Mai bis 2. Juni 2013 auf die be-
reits mit Wasser gesättigten Böden führten zu einem extremen
Ansteigen der Wasserpegel und folglich zu weiten Uferüber-
schwemmungen an Flüssen und Bachläufen. Die größten Nie-
derschlagsmengen von bis zu 220 mm in 96 Stunden (entspricht
220 l pro m
2
in 96 Stunden) wurden im Einzugsgebiet der Mulde
und Weißen Elster gemessen (Quelle DWD). An fast allen Flüs-
sen (z. B. Elbe, Freiberger und Zwickauer Mulde, Weiße Elster,
Pleiße) hatten die Wasserpegel die Richtwerte der Alarmstufe 4
(Hochwasserabwehr) überschritten.
Durch die massiven hochwasserbedingten Beeinträchtigungen
konnte an vielen Gewässern der Badebetrieb nicht mehr auf-
rechterhalten werden. Die Uferbereiche waren durch den Was-
serhochstand aufgeweicht und unpassierbar, viele der Strand-
bereiche zerstört, was zu erheblichen Störungen und teilweise
zum vollständigen Erliegen des Badebetriebes führte. Auch alle
EU-Badeseen entlang der Elbe waren vom Hochwasser des Flus-
ses stark tangiert bzw. durch den steigenden Grundwasserspie-
gel beeinträchtigt.
In Sachsen dienen zahlreiche Talsperren und Speicher, die auch
als Badegewässer genutzt werden, prioritär dem Hochwasser-
schutz. Ein engmaschiges Netz aus diesen Gewässern soll im
Extremfall eine effektive Minderung des Hochwasserrisikos (das
überschüssige Wasser aufnehmen, Wasserscheitel der Zuflusse
abpuffern) und damit eine Minimierung der Hochwasserschäden
gewährleisten. So ermittelte das Landesamt für Umwelt, Land-
wirtschaft und Geologie (LfULG) während der Flut 2013 z. B.
für die Talsperre Malter, einem EU-Badegewässer im Landkreis
Sächsische Schweiz, einen eingestauten Hochwasserzufluss
von 5,1 Mio. m
3
. In der Talsperre Pöhl im Vogtlandkreis wurden
8,5 Mio. m
3
Hochwasser eingestaut. Insgesamt waren in der Ba-
desaison sechs als Badegewässer genutzte Talsperren von der
Flutkatastrophe tangiert.
Um die Bedeutung dieser Gewässer bei dem Hochwasserschutz
zu verdeutlichen, sind in der Tabelle 1 die Angaben zur Redukti-
on der Zuflussscheitel durch einige Talsperren und Speicher bei
den Ereignissen 2013 dargestellt.
Tabelle 1: Reduktion der Zuflussscheitel durch einige Tal-
sperren und Speicher in Sachsen
Quelle: LfULG, Gewässerkundlicher Monatsbericht mit
vorläufiger Auswertung des Hochwassers 2013
Talsperre/Speicher
Zufluss
Reduktion des Zuflussscheitels um
Speicher Borna
Pleiße
84 %
Talsperre Pöhl
Trieb
78 %
Talsperre Malter
Rote Weißeritz
47 %
Talsperre Bautzen
Spree
42 %
Talsperre Falkenstein
Göltzsch
56 %
Für 16 EU-Badegewässer wurden von Seiten der Gesundheits-
ämter und Betreiber hochwasserbedingte Schädigungen bzw.
Störungen des Badebetriebes gemeldet. Davon waren 11 Ge-
wässer stark und 5 kurzzeitig geringfügig beeinträchtigt. Er-
freulicherweise blieben 18 Gewässer von der Flut verschont.
Hier konnten Badebetrieb und Tourismus ohne Einschränkun-
gen fortgesetzt werden. Dazu zählten z. B. die Badegewässer
der Landkreise Görlitz, Nordsachsen, Erzgebirgskreis sowie der
Stadt Chemnitz.
Im Großraum Leipzig führten die starken Niederschläge und
Abschwemmungen bei 5 Tagebaurestseen zu einer
kurzzeiti-
gen
Verschlechterung der Wasserqualität (Verfärbungen bzw.
Trübungen des Wassers) und vorübergehend zu hohen Wasser-
pegelständen. Diese Beeinträchtigungen waren als geringfügig
einzuschätzen, so dass sich seitens der Betreiber bzw. des zu-
ständigen Gesundheitsamtes keine weiteren Sicherungsmaß-
nahmen erforderlich machten.
An 9 vom Hochwasser
stark beeinträchtigten Gewässern
(Land-
kreise Bautzen, Meißen, Sächsische Schweiz, Mittelsachsen,
Zwickau, Vogtlandkreis) waren zeitlich begrenzte Störungen im
Badebetrieb zu verzeichnen. Diese waren vor allem durch hoch-
wasserbedingte Überflutungen der Strandbereiche,
Anschwem-
mungen von Treibgut sowie durch starke, zumeist jedoch nur
wenige Tage andauernde Trübungen des Wassers bedingt. Die
Betreiber der Badestellen machten durch Aushänge auf die Ein-
schränkungen und Sicherheitsrisiken aufmerksam bzw. spra-
chen ein zeitweiliges Nutzungsverbot aus. Zusätzlich wurden
entsprechende Presseinformationen veröffentlicht.
Langfristige Beeinträchtigungen infolge des Hochwassers waren
an zwei EU-Badegewässern, dem Speicherbecken Niederwartha
(Stadt Dresden) und dem Speicherbecken Borna (Landkreis Leip-
zig) zu verzeichnen. Am Speicherbecken Niederwartha führten
die Zerstörungen der Infrastruktur einschließlich des sich auf
dem Gelände befindlichen Beckenbades zur Schließung der
An-
lage. Hier wird mit einer Wiederaufnahme des Badebetriebes
erst im Jahr 2014 gerechnet. Auch das Speicherbecken Borna
blieb nach der Flut lange geschlossen und die Uferbereiche wur-
den wegen der Instabilität der Böschungen für die Badegäste
gesperrt. Erst am 2. September 2013 - fast am Ende der diesjäh-
rigen Badesaison - wurde der Speicher für die Besucher wieder
geöffnet.
Nachdem die Hochwasserlage sich entspannte, konnte spätes-
tens ab Ende Juni in den von der Flut tangierten Gewässern (von
zwei o. g. Speicherbecken abgesehen) der Badebetrieb wieder
aufgenommen werden.
Während der Badesaison werden die Badegewässer von den Ge-
sundheitsämtern nach verbindlichen Vorgaben der Sächsischen
Badegewässerverordnung (SächsBadegewVO) überwacht. Die
Überwachung beinhaltet regelmäßige Strandbesichtigungen
und -kontrollen sowie Beprobung und hygienisch-mikrobiologi-
sche Untersuchung des Badewassers. Die Hochwasserereignisse
im Sommer 2013 machten eine planmäßige Entnahme der Was-
serproben zeitweise unmöglich. Eine solche Ausnahmesituation
wird im § 2, Punkt 8 der SächsBadegewVO als „ein Ereignis oder
eine Kombination von Ereignissen, die sich auf die Qualität der
Badegewässer an der betreffenden Stelle auswirken und bei de-
nen nicht damit gerechnet wird, dass sie durchschnittlich häu-
figer als einmal alle vier Jahre auftreten“, definiert. Speziell für
ein solches Szenario gibt es in der Verordnung entsprechende
Regelungen zum Probenmanagement. Nach § 3, Abs. 6 der Ver-
ordnung kann in Ausnahmesituationen ein Überwachungsplan
ausgesetzt werden, wenn z. B. eine Überschwemmung als ein
seltenes Ereignis die Probenahme verhindert. Die fehlende Was-
serprobe soll nach Beendigung der Ausnahmesituation sobald
wie möglich durch eine Ersatzprobe nachgeholt werden, damit
am Ende der Badesaison ein auswertbarer Datensatz an Un-
tersuchungsergebnissen für die jährliche EU-Berichterstattung
vorliegt. In der Abbildung 2 ist ein Probenahmeschema in Aus-
nahmesituationen beispielhaft dargestellt.
Bedingt durch die Flutschäden mussten in der Badesaison bei 11
beeinträchtigten Gewässern der Überwachungsmodus zeitwei-
lig ausgesetzt werden und Ersatzproben entsprechend der Pro-
benahmeregelung in Ausnahmesituationen genommen werden.
Nach Beendigung der Badesaison 2013 ist festzustellen, dass
für 30 sächsische Badegewässer der von der EU für die jährli-
che Badegewässer-Berichtserstattung geforderte Datenumfang
vollständig vorlag.
Darüber hinaus waren an vier EU-Badegewässern zusätzliche
mikrobiologische Untersuchungen zur Sicherstellung einer un-
bedenklichen Wasserqualität notwendig.
Für den Speicher Borna und das Speicherbecken Niederwartha
waren auf Grund der langen Sperrung bzw. der hier entstan-
denen erheblichen Infrastrukturschäden keine durchgehenden
Wasserbeprobungen und kein durchgehender Badebetrieb mög-
lich. Für diese Gewässer ist eine Qualitätsbewertung durch die
Europäische Kommission für die Badesaison 2013 ausgesetzt.
Bisher zeichnen sich im Hinblick auf die zukünftige Badesaison
2014 für keines der betroffenen Gewässer hochwasserbedingte
Veränderungen an der Infrastruktur (z. B. Verlegung, Schließung
der Badestelle) oder am Wasserkörper (z. B. dauerhaftes Absen-
ken des Wasserspiegels, Sperren von Gewässerabschnitten) ab.
Bearbeiter:
DB Annette Gruschwitz
LUA Chemnitz
DB Valentina Aurich
LUA Chemnitz
Abbildung 1:
Talsperre Koberbach im Landkreis Zwickau in Juni 2013
(Quelle: LTV)
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 .........15............................................1
Kalendertage
Ende der Ausnahmesituation
Probenahmeregelung in Ausnahmesituationen
geplante Probenahme
Ersatzprobe wird entnommen geplante Probenahme
wird ausgesetzt,
wird fortgesetzt
Probe entfällt
Ausnahmesituation
Abbildung 2:
Probenahmeschema in Ausnahmesituationen, ein Beispiel

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16 │
│17
Salmonellen – immer wieder Auslöser von lebens-
mittelbedingten Erkrankungen
Fallbeschreibung Stadt Leipzig 2012
Am 29.06.2012 wurde das FG 5.6 der Landesuntersuchungs-
anstalt Sachsen telefonisch vom LÜVA Stadt Leipzig über ein
Erkrankungsgeschehen von Teilnehmern einer privaten Feier in-
formiert. Danach klagten 10 Personen 12 bis 30 Stunden nach
Teilnahme an besagter Feier über Übelkeit, krampfartige Bauch-
schmerzen, Durchfall, Fieber sowie Kopfschmerzen. Keiner der
Betroffenen wurde hospitalisiert.
Laut LÜVA gaben alle Betroffenen einen Verzehr von Hackepeter
an. Das Hackfleisch wurde nach Angabe des
Beschwerdefüh-
rers in einer Fleischerei in Leipzig am 22.06.2012 gekauft, im
privaten Haushalt gewürzt und anschließend bis zur Feier tief-
gefroren.
Am 29.06.2012 gingen zwei Proben (Schweinegehacktes so-
wie Hackepeter) aus besagter Fleischerei, am 02.07.2012 die
noch tiefgefrorene Restmenge vom gewürzten Schweinege-
hacktem aus dem Haushalt des Beschwerdeführers sowie Um-
gebungstupfer nach unverzüglich erfolgten Reinigungs- und
Desinfektionsmaßnamen in der besagten Fleischerei an der Lan-
desuntersuchungsanstalt ein. Parallel wurden Ermittlungen vom
zuständigen Gesundheitsamt aufgenommen.
Aus allen drei Lebensmittelproben gelang der Nachweis von
Sal-
monella Typhimurium
in 25 g. Laut Auskunft des LÜVA wurde
auch in einer Stuhlprobe eines Erkrankten
S. Typhimurium
nach-
gewiesen.
Zum Abgleich der Salmonellenisolate aus der Stuhlprobe und
aus den drei Lebensmittelproben wurden die Isolate an das Sal-
monellen-Referenzlabor am Bundesinstitut für Risikobewertung
Berlin (BfR) sowie an das Nationale Referenzzentrum für Salmo-
nellen und andere Enteritiserreger des Robert Koch-Institutes
Wernigerode (RKI) gesendet. Alle Isolate waren dem Phagentyp
DT104 zuzuordnen.
Nachweisverfahren von Salmonellen durch ELFA-Technik
(Enzyme Linked Fluorescent Assay)
Der Nachweis von Salmonellen erfordert mehrere Schritte. Sal-
monellen können im Probenmaterial in geringer Anzahl, subletal
geschädigt oder mit einer großen Anzahl anderer Mikroorganis-
men vorkommen. Daher sind bei vielen Nachweisverfahren eine
Voranreicherung und eine selektive Anreicherung notwendig. Als
Anreicherungsmedium dient bei dem hier beschriebenem Nach-
weisverfahren Salmonella Xpress-Bouillon. Nach Bebrütung
werden 0,5 ml der Kultur auf den Anti-Salmonella-Antikörper
beschichteten Reagenzriegel überführt, einem Erhitzungsschritt
unterworfen und anschließend im vollautomatischen VIDAS-
System über eine Fluoreszenzmessung analysiert.
Bei positivem Ergebnis erfolgt die kulturelle Bestätigung aus
dem Anreicherungsmedium durch Ausstrich auf feste Selek-
tivnährböden. Neben dem nach ASU § 64 LFGB L.00.00-20 vor-
gegebenen XLD-Agar hat sich zur Isolierung von Salmonellen
der chromogene Agar chromID Salmonella bewährt. Durch den
Nachweis der enzymatischen-Esterase-Aktivität auf farblosem
Untergrund sind nach 24 Stunden Bebrütung blasslila Salmo-
nella-Kolonien erkennbar und können zur weiteren serologi-
schen Differenzierung und Typisierung verwendet werden.
Salmonellensituation
Zu der Gruppe der Enteritis verursachenden Salmonellen wer-
den über 2.500 Serovare gezählt. Davon treten ca. 30 Serovare
hauptsächlich als Erreger von lebensbedingten Erkrankungen
auf. Als primäre Infektionsquellen gelten neben Fleisch von Ge-
flügel und Rindern auch das von Haus- und besonders auch von
Wildschweinen.
Daten über die an lebensmittelbedingten Ausbrüchen beteilig-
ten Erreger sowie das übertragende Lebensmittel sind gemäß
AVV Zoonosen Lebensmittelkette von den zuständigen Stellen
der Länder über eine BELA-Meldung (Bundesweites Erfassungs-
system für Lebensmittel, die an Krankheitsausbrüchen beteiligt
sind) an das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zu über-
mitteln. Parallel erfasst das Robert Koch-Institut (RKI) Daten
zum Geschehen nach dem Infektionsschutzgesetz. Es erfolgt
eine jährliche Berichtserstattung an die Europäische Behörde
für Lebensmittelsicherheit (EFSA).
Aus dem BELA-Bericht an die Länder für 2012 geht hervor, dass
36,9 % der 84 an das BfR gemeldeten lebensmittelbedingten
Ausbrüche durch Salmonellen verursacht waren, davon mehr als
die Hälfte durch
S. Enteritidis
. In neun Fällen konnte
S. Typhi-
murium
isoliert werden. Hauptsächlich dominierten als Matrix
Fertiggerichte, gefolgt von rohen Fleischwaren und kurz gereif-
ten Rohwürsten.
Laut Zoonosebericht vom Bundesamt für Verbraucherschutz
und Lebensmittelsicherheit wurden im Rahmen des Zoonosen-
Monitoring nach der AVV Zoonosen Lebensmittelkette im Be-
richtsjahr 2011 4,0 % der untersuchten Schweineschlachtkör-
per positiv auf Salmonellen getestet (Masthähnchen zu 17,8 %).
In frischem Schweinefleisch sowie in
Schweinehackfleischpro-
ben wurden Salmonellen nur selten nachgewiesen (0,4 % bzw.
1,3 %).
S. Typhimurium
dominierte bei Schweinefleisch. Die
Nachweisraten in den Meldungen der Länder waren etwas hö-
her. An der Landesuntersuchungsanstalt wurden im Berichts-
jahr bei rohen Fleischwaren (einschließlich zum Rohverzehr) bei
71 Proben Salmonellen nachgewiesen; 50 Fleischwaren waren
dabei vom Schwein, zwei vom Wildschwein. Bei streichfähigen
Rohwürsten gelangen 5 Nachweise. Eine Leberwurst war eben-
falls kontaminiert.
Laut Zoonosebericht vom BfR wurden im Jahr 2011 24.512 Sal-
monelleninfektionen bei Menschen an das RKI gemeldet. Nach
Campylobacteriose ist die Salmonellose somit die zweithäu-
figste bakterielle Erkrankung - allerdings mit einem Rückgang
gegenüber dem Vorjahr von 3 %. 45 % der gemeldeten Fälle
entfielen auf
S. Enteriditis
und 43 % auf
S. Typhimurium
.
Dem EFSA-Zoonose-Bericht 2011 zufolge ist EU-weit die Zahl
der Salmonella-Infektionen beim Menschen gegenüber 2007
um 37,9 % rückläufig.
Bearbeiter: Dr. Claudia Huwe-Klug
LUA Chemnitz
Abbildung 1:
Salmonellenkultur auf Rambach-Agar
Abbildung 2:
VIDAS-Gerät
Abbildung 3: chromID Salmonella mit typischen blasslila Salmonella-Kolonien
Bundeseinheitliche Meldewege zu lebensmittelbedingten Ausbrüchen
Abbildung 4:
Bundeseinheitliche Meldewege zu lebensmittelbedingten Ausbrüchen (Quelle:
http://www.bfr.bund.de/de/bundeseinheitliches_system_zur_erfas-
sung_von_daten_zu_lebensmitteln__die_bei_krankheitsausbruechen_beteiligt_sind__bela_-70495.html)

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18 │
│19
Pathologisch anatomische Diagnostik in Tierschutz-
fällen – Darstellung von zwei Fallberichten
Dienstaufgaben der Landesuntersuchungsanstalt sind Untersu-
chungen und Beurteilungen von Proben, Ausfertigung von Be-
funden und fachlichen Stellungnahmen sowie die Beratung von
Behörden und Einrichtungen des Freistaates Sachsen und der
Kommunen (VwV LUA-Dienstaufgaben). Im Bereich der patho-
logischen Diagnostik betrifft dies v. a. Untersuchungen zur Ab-
klärung, Überwachung und Bekämpfung von anzeigepflichtigen
Tierseuchen, meldepflichtigen Tierkrankheiten und
Zoonoseer-
regern im Rahmen von Tierverlusten bzw. Krankheitsgeschehen.
Seit mehreren Jahren zeichnet sich zudem ein Trend zu vermehr-
ten forensischen Untersuchungen ab. Neben der Unterstützung
in Haftpflichtfällen und Abklärungsuntersuchungen im Bereich
des Natur- und Artenschutzes betrifft dies insbesondere Unter-
suchungen im amtlichen Auftrag im Rahmen der Überwachung
des Tierschutzes bei Haus- und Nutztieren.
Verschiedene Gründe für eine Untersuchung in Tierschutzfällen
sind denkbar. Häufig geht es bei Einsendungen an die LUA um
mangelnde Pflege und Vernachlässigung, nicht angemessene
Haltung und Betreuung, Tötung ohne vernünftigen Grund bzw.
nicht sachgerechtes Töten oder Schlachten, Hinweise auf Tier-
quälerei sowie Verstöße gegen Vorgaben des Tiertransportes.
In Tierschutzfällen ist eine Bestätigung der klinisch erhobenen
Befunde durch weiterführende Untersuchungen an der LUA be-
sonders brisant, wenn im Rahmen der amtlich angeordneten
Maßnahmen Tiere getötet wurden. Je nach Situation des Fal-
les muss bei der pathologisch anatomischen Untersuchung der
Schwerpunkt unterschiedlich gelegt werden. Damit diese ziel-
gerichtet erfolgen kann, sind zunächst einmal detaillierte Anga-
ben im Vorbericht notwendig. Zum einen muss im Vorbericht die
Fragestellung und Untersuchungsanforderung klar dargestellt
werden. Daneben ist die Identifizierung des Tieres besonders
wichtig, um im Streitfall eindeutig belegen zu können, dass das
richtige Tier untersucht worden ist.
Das Signalement sollte im Vorbericht vollständig aufgeführt
werden, damit eventuell undeutlich erkennbare Zeichen nicht
unterschiedlich interpretiert werden. Ist ein Brandzeichen vor-
handen? Es kann z. B. bei nassem Fell schwer erkennbar sein.
Handelt es sich um eine „Krone“ oder „Elchschaufel“, handelt
es sich bei Ziffern um eine schlecht lesbare „8“ oder eine „3“.
Besondere Kennzeichen wie Narben oder Wunden sollten ge-
nannt werden, ebenfalls Alter, Geschlecht, Farbe und Gewicht.
Bei der Untersuchung wird detailliert geprüft, ob diese Angaben
auch bestätigt werden können. Nur so ist sichergestellt, dass im
Streitfall die Darlegungen in den Unterlagen des LÜVA und im
Untersuchungsbefund der LUA übereinstimmen.
Je genauer die Angaben und der Untersuchungsauftrag aus-
fallen, desto einfacher ist es, unter Zeitdruck Fehler und Un-
stimmigkeiten zu vermeiden. Diese sind im Nachhinein mög-
licherweise nicht mehr oder nur zeitaufwendig klärbar, wobei
es seitens des LÜVA für die Stellungnahme beim Gericht enge
Fristen gibt.
Im Folgenden werden beispielhaft zwei Fälle beschrieben, die
aufgrund der Fragestellung unterschiedliche Anforderungen
an die pathologisch-anatomischen Untersuchungen in der LUA
stellten.
Fallbericht 1:
Im ersten Fall wurde ein euthanasiertes Pferd zur Sektion ange-
liefert. Vorberichtlich war vom Einsender als Untersuchungsauf-
trag lediglich „Tierschutzfall“ angegeben worden. Nach Rück-
frage im zuständigen Veterinäramt ergab sich, das dem Halter
aufgrund mangelnder Ernährung, Pflege und Haltung das Tier
entzogen worden war und das Veterinäramt aus Tierschutzgrün-
den die Euthanasie angeordnet hatte. Diese Angaben sind für
die nachfolgenden Untersuchungen an der LUA wichtig, da in
diesem Fall die detaillierte Beschreibung des körperlichen Zu-
standes des Tieres und die Bestätigung der Identität wichtig ist,
demgegenüber die Ermittlung der Todesursache keine Bedeu-
tung hat, da diese eindeutig aus dem Vorbericht hervorgeht.
Die Bestätigung der Identität erfolgte anhand der vorberichtli-
chen Angaben (Kennzeichen an Kopf und Gliedmaßen, Angaben
zur Lokalisation und Art des Brandzeichens, Bestätigung der Al-
tersangabe anhand der Zahnbefunde).
Bei der Untersuchung ergaben sich Hinweise auf eine Man-
gelernährung. Das Gewicht betrug 332 kg. Der Tierkörper war
hochgradig abgemagert, Rippen und Knochen waren deutlich
sichtbar und Fettgewebe im Bereich des Mesenteriums war
nicht vorhanden, s. Abb. 1 und Abb. 2. Der Magen enthielt we-
nig wässrigen Inhalt, der Dünndarm war abschnittsweise leer
bzw. mit wässrigem Inhalt gefüllt. Das Kolon enthielt faserigen
Inhalt.
Hinweise auf länger bestehende Mängel bei der Haltung und
Pflege des Tieres ergaben sich aus Veränderungen der Haut
(Rö-
tung und krustige Auflagerungen im Bereich des Skrotums)
so-
wie an der Hintergliedmaße („linkes Hinterbein: Das Sprungge-
lenk ist verdickt. Das Bindegewebe in dem Bereich ist ödematös.
Die Sehnenscheiden sind vermehrt mit klarer Flüssigkeit gefüllt.
Die Gelenkhöhle ist hochgradig mit rötlicher, fibrinhaltiger
Flüs-
sigkeit gefüllt. Die Gelenkkapsel ist verdickt; linkes Vorderbein:
Die Gliedmaßenachse ist im Fesselgelenk nach medial abge-
knickt. Lateral ist der Bandansatz am Fesselgelenk verdickt.“)
Die Abknickung am vorderen Fesselgelenk ist eine alte Fehlstel-
lung, s. Abb. 3. und Abb. 4.
Die Lunge wies tötungsbedingt ein Emphysem auf. Infektions-
bedingte Ursachen für die genannten Veränderungen wurden
nicht gefunden. Niere, Milz und Herz waren makroskopisch
ohne besonderen Befund.
Im Befund der LUA werden die pathologischen Befunde zu-
nächst ohne weitere Wertung beschrieben. Der Amtstierarzt
gleicht die Beschreibung der pathologischen Befunde mit sei-
nen klinischen Befunden ab. Daraus ergeben sich i. d. R. weitere
Sachverhalte, die für die Bewertung von tierschutzrechtlichen
Fragen von Bedeutung sind. Im vorliegenden Fall sind die Ver-
änderungen am Vorderbein alt, vernarbt. Die Veränderungen am
Hinterbein sind akut bis subakut und sehr wahrscheinlich auch
schmerzhaft gewesen. Die Schmerzhaftigkeit kann natürlich
viel einfacher bei der klinischen Untersuchung am lebenden Tier
nachgewiesen werden. Anhand der Daten muss der Amtstierarzt
beurteilen, ob er den Fall gemäß den Vorgaben des Tierschutz-
gesetzes (i. d. Fassung vom 4. Juli 2013) als Ordnungswidrigkeit
(§18, Absatz 1
„… wer vorsätzlich oder fahrlässig einem Wirbel-
tier, das er hält, betreut oder zu betreuen hat, ohne vernünftigen
Grund erhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügt“
) oder
als Straftat (§17) einstuft („mit einer
„Freiheitsstrafe bis zu drei
Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer
1. ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet oder
2. einem Wirbeltier a) aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder
Leiden oder b) länger anhaltende oder sich wiederholende er-
hebliche Schmerzen oder Leiden zufügt.“)
Abbildung 1:
Am lebenden Tier ist die Abmagerung deutlich zu erkennen.
Der Befund korreliert mit dem für ein 8 jähriges Pferd geringen
Körpergewicht von 332 kg. Der Schenkelbrand ist zu erkennen.
(Quelle: LÜVA)
Abbildung 2:
Am nassen Fell ist das Brandzeichen nicht zu erkennen. Die
Angabe aus dem Vorbericht ist wichtig. Nach dem Trocknen
des Felles war das Zeichen wieder erkennbar.
Abbildung 3:
Das Tier entlastet das linke Hinterbein. Das Sprunggelenk ist
geschwollen. (Quelle: LÜVA)
Abbildung 4:
Der klinische Befund korreliert mit der pathologischen Verän-
derung des Gelenkes.

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20 │
│21
Fallbericht 2:
Im zweiten dargestellten Fall war insbesondere die Ermittlung
der Todesursache für den weiteren Verlauf des Verfahrens maß-
geblich. Durch ein LÜVA wurden insgesamt 10 Schafe einge-
sandt. Vorberichtlich wurde nach Zeugenaussagen nachts auf
Schafe geschossen. Der Tierhalter gab jedoch an, die Tiere seien
gestorben. Daher war es für die polizeilichen Ermittlungen von
besonderer Wichtigkeit, ein oder mehrere Geschosse aus den
Tierkörpern sicherzustellen. Des Weiteren musste abgeklärt wer-
den, ob die Schussverletzungen tödlich waren, zu Lebzeiten oder
an toten Tieren gesetzt wurden und ob schwerwiegende Vor-
erkrankungen bestanden haben. Beispielhaft sind nachfolgend
Auszüge der pathologisch-anatomischen und histologischen
Befunde von zwei der 10 Schafe dargestellt:
Schaf 1:
Beschreibung:
Schaf; weiblich; DE XXXXX;
Gewicht: 58,00 kg
Pathologisch anatomische und histologische Befunde
Untersuchung: Tierkörper
Der Ernährungszustand ist gut. Der Tierkörper weist beginnende
Zersetzung auf.
2 Schussverletzungen im Kopfbereich:
1. Einschuss an linker Backe, kaudal des rechten Auges steckt
ein Geschoss in der Unterhaut.
2. Einschuss paramedian zwischen den Augen sagital verlau-
fend Richtung Kehlkopf
Histopathologische Befunde:
Herz: multifokal große, stäbchenförmige Bakterien
weitere Organe: beginnende Zersetzung, soweit beurteilbar
o. b. B.
Schaf 2:
Beschreibung:
Schaf; weiblich; DEXXXX
Gewicht: 60,00 kg
Pathologisch anatomische und histologische Befunde
Untersuchung: Tierkörper
3 Schusskanäle:
1. Einschuss am linken Schulterblatt dorsal Richtung gegen-
überliegenden Seite. Durchschuss durch das Schulterblatt,
Geschoss in der Wirbelsäule.
2. Einschuss Mitte Hals
3. Einschuss Stirn Richtung linker Unterkiefer
Histopathologische Befunde:
Darm: gemischtzellige, entzündliche Infiltration der
Schleim-
haut
Herz: vereinzelt Sarkosporidienzysten
weitere Organe: o. b. B.
Bei allen 10 Schafen fanden sich tödliche und an lebenden
Tieren gesetzte Schussverletzungen. Insgesamt wurden 21 Ein-
schüsse gezählt. Neben Schüssen in und durch den Kopf wurden
auch Brust- und Bauchschüsse nachgewiesen (s. Abb. 5 – 8).
9 Projektile mit ca. 5 mm Durchmesser und ein Geschoss von ca.
9 mm Durchmesser konnten sichergestellt werden. Für die wei-
tere Beweissicherung wurden die Schussverletzungen fotogra-
fisch dokumentiert. Die Hämatome sind als Zeichen des Lebens
zum Zeitpunkt der Schüsse zu werten. Nur etwa die Hälfte der
Projektile wurde in den Tierkörpern gefunden. Obwohl es sich
um relativ kleinkalibrige Projektile handelt, reichte die Durch-
schlagskraft in den anderen Fällen für Durchschüsse aus. Der Er-
nährungszustand der Tiere war gut. Hinweise auf
anzeigepflich-
tige Tierseuchen oder weitere schwerwiegende Erkrankungen
fanden sich nicht.
Aus den Befunden geht deutlich hervor, dass die Schafe durch
Schüsse getötet wurden. Die weitere rechtliche Wertung obliegt
dem Amtstierarzt. In Verbindung mit den Befunden aus dem
Umfeld muss er beurteilen, ob ein vernünftiger Grund für die
Tötung der Tiere vorlag und die Tötung sachgerecht erfolgte.
Verstöße gegen das deutsche Waffenrecht werden durch die
Polizei abgeklärt.
Fazit:
Im Zuge der Abklärung tierschutzrechtlicher Fragestellungen ist
eine enge Zusammenarbeit des Amtstierarztes mit der Untersu-
chungseinrichtung notwendig. Vor Beginn der pathologischen
Untersuchung müssen alle für das Verfahren notwendigen
Angaben vorliegen (klare u. detaillierte Angaben zum Unter-
suchungsgrund, Angaben zum bisherigen Vorgehen, bislang
vorliegende Hinweise, Zielstellung der Untersuchung, Angaben
zur Identität des eingesandten Tieres). Diagnostische Nachfor-
derungen sind in vielen Fällen nur eingeschränkt bzw., wenn der
Tierkörper entsorgt wurde, überhaupt nicht mehr möglich. Inso-
fern ist die Arbeit des Amtstierarztes am Anfang des Verfahrens
entscheidend für dessen Ausgang. Je genauer und detaillierter
die Angaben der LUA vorliegen, desto präziser kann der Befund-
bericht darauf eingehen.
Bearbeiter: Dr. Michael Hardt
LUA Leipzig
Abbildung 5:
Einschuss Stirn mit hämorrhagischem Saum
Abbildung 6:
Gehirn mit ausgedehnten Blutungen (Sternchen)
Abbildung 7:
Geschlinge; Durchschuss durch Lunge (a) und Aorta (b)
Abbildung 8:
Kugel in der Halswirbelsäule (Pfeil)

22 │
│23
Neue Rechtsbestimmungen –
Juli 2013 bis September 2013
1. Europäisches Recht
1.1 Verordnung (EU) Nr. 655/2013 der Kommission vom
10. Juli 2013 zur Festlegung gemeinsamer Kriterien zur
Begründung von Werbeaussagen im Zusammenhang mit
kosmetischen Mitteln (ABl. Nr. L 190)
1.2 Verordnung (EU) Nr. 658/2013 der Kommission vom 10. Juli
2013 zur Änderung der Anhänge II und III der Verordnung
(EG) Nr. 1223/2009 des Europäischen Parlaments und des
Rates über kosmetische Mittel (ABl. Nr. L 190)
1.3 Verordnung (EU) Nr. 668/2013 der Kommission vom 12. Juli
2013 zur Änderung der Anhänge II und III der Verordnung
(EG) Nr. 396/2005 des Europäischen Parlaments und des
Rates hinsichtlich der Höchstgehalte an Rückständen von
2,4-DB, Dimethomorph, Indoxacarb und Pyraclostrobin in
oder auf bestimmten Erzeugnissen (ABl. Nr. L 192)
1.4 Verordnung (EU) Nr. 681/2013 der Kommission vom 17. Juli
2013 zur Änderung von Teil III des Anhangs II der Richtlinie
2009/48/EG des Europäischen Parlaments und des Rates
über die Sicherheit von Spielzeug (ABl. Nr. L 195)
1.5 Richtlinie 2013/41/EU der Kommission vom 18. Juli 2013
zur Änderung der Richtlinie 98/8/EG des Europäischen Par-
laments und des Rates zwecks Aufnahme des Wirkstoffs
1R-trans-Phenothrin in Anhang I (ABl. Nr. L 196)
1.6 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 716/2013 der Kommis-
sion vom 25. Juli 2013 mit Durchführungsbestimmungen
zur Verordnung (EG) Nr. 110/2008 des Europäischen Par-
laments und des Rates zur Begriffsbestimmung, Bezeich-
nung, Aufmachung und Etikettierung von Spirituosen
sowie zum Schutz geografischer Angaben für Spirituosen
(ABl. Nr. L 201)
1.7 Verordnung (EU) Nr. 718/2013 der Kommission vom 25. Juli
2013 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 608/2004 über
die Etikettierung von Lebensmitteln und Lebensmittelzuta-
ten mit Phytosterin-, Phytosterinester-, Phytostanol- und/
oder Phytostanolesterzusatz (ABl. Nr. L 201)
1.8 Verordnung (EU) Nr. 723/2013 der Kommission vom 26. Juli
2013 zur Änderung von Anhang II der Verordnung (EG) Nr.
1333/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates
hinsichtlich der Verwendung von Extrakt aus Rosmarin (E
392) in bestimmten fettarmen Fleisch- und Fischerzeug-
nissen (ABl. Nr. L 202)
1.9 Verordnung (EU) Nr. 724/2013 der Kommission vom 26. Juli
2013 zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 231/2012
in Bezug auf die Spezifikationen für mehrere Polyole
(ABl. Nr. L 202)
1.10 Verordnung (EU) Nr. 738/2013 der Kommission vom 30. Juli
2013 zur Änderung des Anhangs II der Verordnung (EG)
Nr. 1333/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates
hinsichtlich der Verwendung verschiedener Zusatzstoffe in
Fischrogen-Imitaten auf Algenbasis (ABl. Nr. L 204)
1.11 Verordnung (EU) Nr. 739/2013 der Kommission vom 30. Juli
2013 zur Änderung von Anhang II der Verordnung (EG) Nr.
1333/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates im
Hinblick auf die Verwendung stigmasterinreicher Phytos-
terine als Stabilisator in fertig gemischten Alkoholcocktails
zum Einfrieren sowie des Anhangs der Verordnung (EU) Nr.
231/2012 der Kommission im Hinblick auf die
Spezifika-
tionen des Lebensmittelzusatzstoffes stigmasterinreiche
Phytosterine (ABl. Nr. L 204)
1.12 Richtlinie 2013/44/EU der Kommission vom 30. Juli 2013
zur Änderung der Richtlinie 98/8/EG des Europäischen Par-
laments und des Rates zwecks Aufnahme von pulverisier-
tem Maiskolben als Wirkstoff in die Anhänge I und IA (ABl.
Nr. L 204)
1.13 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 753/2013 der Kommis-
sion vom 2. August 2013 zur Änderung der Verordnung
(EG) Nr. 607/2009 mit Durchführungsbestimmungen zur
Verordnung (EG) Nr. 479/2008 des Rates hinsichtlich der
geschützten Ursprungsbezeichnungen und geografischen
Angaben, der traditionellen Begriffe sowie der Kennzeich-
nung und Aufmachung bestimmter Weinbauerzeugnisse
(ABl. Nr. L 210)
1.14 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 762/2013 der Kom-
mission vom 7. August 2013 zur Änderung der Durch-
führungsverordnung (EU) Nr. 540/2011 hinsichtlich der
Verlängerung der Dauer der Genehmigung für die Wirk-
stoffe Chlorpyrifos, Chlorpyrifosmethyl, Mancozeb, Maneb,
MCPA, MCPB und Metiram (ABl. Nr. L 213)
1.15 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 767/2013 der Kommis-
sion vom 8. August 2013 zum Widerruf der Genehmigung
für den Wirkstoff Bitertanol gemäß der Verordnung (EG)
Nr. 1107/2009 des Europäischen Parlaments und des Ra-
tes über das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln
und zur Änderung der Durchführungsverordnung (EU) Nr.
540/2011 der Kommission (ABl. Nr. L 214)
1.16 Durchführungsbeschluss der Kommission vom 12. August
2013 zur Ermächtigung der Mitgliedstaaten, vorläufige
Zulassungen betreffend die Wirkstoffe Benalaxyl- M und
Valifenalat zu verlängern (ABl. Nr. L 218)
1.17 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 781/2013 der Kommis-
sion vom 14. August 2013 zur Änderung der Durchfüh-
rungsverordnung (EU) Nr. 540/2011 hinsichtlich der Bedin-
gungen für die Genehmigung des Wirkstoffs Fipronil und
zum Verbot der Verwendung und des Verkaufs von Saatgut,
das mit Pflanzenschutzmitteln behandelt wurde, die diesen
Wirkstoff enthalten (ABl. Nr. L 219)
1.18 Verordnung (EU) Nr. 786/2013 der Kommission vom
16. August 2013 zur Änderung des Anhangs III der Verord-
nung (EG) Nr. 853/2004 des Europäischen Parlaments und
des Rates im Hinblick auf die zulässigen Grenzwerte von
Yessotoxinen in lebenden Muscheln (ABl. Nr. L 220)
1.19 Verordnung (EU) Nr. 777/2013 der Kommission vom
12. August 2013 zur Änderung der Anhänge II, III und V
der Verordnung (EG) Nr. 396/2005 des Europäischen Par-
laments und des Rates hinsichtlich der Höchstgehalte an
Rückständen von Clodinafop, Clomazon, Diuron,
Ethalflu-
ralin, Ioxynil, Iprovalicarb, Maleinhydrazid, Mepanipyrim,
Metconazol, Prosulfocarb und Tepraloxydim in oder auf
bestimmten Produkten (ABl. Nr. L 221)
1.20 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 790/2013 der Kommis-
sion vom 19. August 2013 zur Änderung der Durchfüh-
rungsverordnung (EU) Nr. 540/2011 hinsichtlich der Be-
dingungen für die Genehmigung des Wirkstoffs Essigsäure
(ABl. Nr. L 222)
1.21 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 798/2013 der Kommis-
sion vom 21. August 2013 zur Änderung der Durchfüh-
rungsverordnung (EU) Nr. 540/2011 hinsichtlich der Be-
dingungen für die Genehmigung des Wirkstoffs Pyrethrine
(ABl. Nr. L 224)
1.22 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 802/2013 der Kommis-
sion vom 22. August 2013 zur Genehmigung des Wirkstoffs
Fluopyram gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 des
Europäischen Parlaments und des Rates über das Inver-
kehrbringen von Pflanzenschutz-mitteln und zur
Ände-
rung des Anhangs der Durchführungsverordnung (EU) Nr.
540/2011 der Kommission (ABl. Nr. L 225)
1.23 Richtlinie 2013/39/EU des Europäischen Parlaments und
des Rates vom 12. August 2013 zur Änderung der Richtli-
nien 2000/60/EG und 2008/105/EG in Bezug auf prioritäre
Stoffe im Bereich der Wasserpolitik (ABl. Nr L 226)
1.24 Verordnung (EU) Nr. 816/2013 der Kommission vom
28. August 2013 zur Änderung von Anhang II der Verord-
nung (EG) Nr. 1333/2008 des Europäischen Parlaments und
des Rates im Hinblick auf die Verwendung von neutralem
Methacrylat-Copolymer und anionischem Methacrylat-
Copolymer in festen Nahrungsergänzungsmitteln sowie
des Anhangs der Verordnung (EU) Nr. 231/2012 der Kom-
mission im Hinblick auf die Spezifikationen für basisches
Methacrylat- Copolymer (E 1205), neutrales Methac-
rylat-Copolymer und anionisches Methacrylat-Copolymer
(ABl. Nr. L 230)
1.25 Verordnung (EU) Nr. 817/2013 der Kommission vom 28.
August 2013 zur Änderung der Anhänge II und III der Ver-
ordnung (EG) Nr. 1333/2008 des Europäischen Parlaments
und des Rates sowie des Anhangs der Verordnung (EU) Nr.
231/2012 der Kommission in Bezug auf octenylbernstein-
säuremodifiziertes Gummi arabicum (ABl. Nr. L 230)
1.26 Veorodnung (EU) Nr. 818/2013 der Kommission vom
28. August 2013 zur Änderung des Anhangs III der Verord-
nung (EG) Nr. 1333/2008 des Europäischen Parlaments und
des Rates hinsichtlich der Verwendung von Zuckerester von
Speisefettsäuren (E 473) in Aromen für klare aromatisierte
Getränke auf Wasserbasis (ABl. Nr. L 230)
1.27 Richtlinie 2013/46/EU der Kommissionvom 28. August
2013 zur Änderung der Richtlinie 2006/141/EG hinsicht-
lich der Proteinanforderungen für Säuglingsanfangsnah-
rung und Folgenahrung (ABl. Nr. L 230)
1.28 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 826/2013 der Kommis-
sion vom 29. August 2013 zur Genehmigung des Wirkstoffs
Sedaxan gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 des
Europäischen Parlaments und des Rates über das Inver-
kehrbringen von Pflanzenschutzmitteln und zur
Ände-
rung des Anhangs der Durchführungsverordnung (EU) Nr.
540/2011 (ABl. Nr. L 232)
1.29 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 827/2013 der Kommis-
sion vom 29. August 2013 zur Genehmigung des Wirkstoffs
Aureobasidium pullulans
(Stämme DSM 14940 und DSM
14941) gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 des Eu-
ropäischen Parlaments und des Rates über das Inverkehr-
bringen von Pflanzenschutzmitteln sowie zur Änderung des
Anhangs der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 540/2011
der Kommission (ABl. Nr. L 232)
1.30 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 828/2013 der Kommis-
sion vom 29. August 2013 zur Genehmigung des Wirkstoffs
Emamectin gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009
des Europäischen Parlaments und des Rates über das In-
verkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln und zur
Ände-
rung des Anhangs der Durchführungsverordnung (EU) Nr.
540/2011 der Kommission (ABl. Nr. L 232)
1.31 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 829/2013 der Kommis-
sion vom 29. August 2013 zur Genehmigung des Wirkstoffs
Pseudomonas
sp. Stamm DSMZ 13134 gemäß der Verord-
nung (EG) Nr. 1107/2009 des Europäischen Parlaments
und des Rates über das Inverkehrbringen von
Pflanzen-
schutzmitteln und zur Änderung des Anhangs der Durch-
führungsverordnung (EU) Nr. 540/2011 der Kommission
(ABl. Nr. L 232)
1.32 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 832/2013 der Kom-
mission vom 30. August 2013 zur Genehmigung des Wirk-
stoffs Dinatriumphosphonat gemäß der Verordnung (EG)
Nr. 1107/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates
über das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln und
zur Änderung des Anhangs der Durchführungsverordnung
(EU) Nr. 540/2011 (ABl. Nr. L 233)
1.33 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 833/2013 der Kommis-
sion vom 30. August 2013 zur Genehmigung des Wirkstoffs
Pyriofenon gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009
des Europäischen Parlaments und des Rates über das In-
verkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln und zur
Ände-
rung des Anhangs der Durchführungsverordnung (EU) Nr.
540/2011 (ABl. Nr. L 233)

24 │
│25
1.34 Verordnung (EU) Nr. 834/2013 der Kommission vom 30. Au-
gust 2013 zur Änderung der Anhänge II und III der Verord-
nung (EG) Nr. 396/2005 des Europäischen Parlaments und
des Rates hinsichtlich der Rückstandshöchstgehalte für
Acequinocyl, Bixafen, Diazinon, Difenoconazol, Etoxazol,
Fenhexamid, Fludioxonil, Isopyrazam, Lambda-Cyhalothrin,
Profenofos und Prothioconazol in oder auf bestimmten Er-
zeugnissen (ABl. Nr. L 233)
1.35 Delegierte Verordnung (EU) Nr. 837/2013 der Kommission
vom 25. Juni 2013 zur Änderung von Anhang III der Ver-
ordnung (EU) Nr. 528/2012 des Europäischen Parlaments
und des Rates in Bezug auf die Informationsanforderungen
für die Zulassung von Biozidprodukten (ABl. Nr. L 234)
1.36 Verordnung (EU) Nr. 851/2013 der Kommission vom 3.
September 2013 zur Zulassung bestimmter anderer ge-
sundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel als Anga-
ben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die
Entwicklung und die Gesundheit von Kindern und zur Än-
derung der Verordnung (EU) Nr. 432/2012 (ABl. Nr. L 235)
1.37 Verordnung (EU) Nr. 907/2013 der Kommission vom 20.
September 2013 zur Festlegung von Regeln für Anträge auf
Verwendung allgemeiner Bezeichnungen (ABl. Nr. L 251)
1.38 Verordnung (EU) Nr. 913/2013 der Kommission vom 23.
September 2013 zur Änderung des Anhangs II der Verord-
nung (EG) Nr. 1333/2008 des Europäischen Parlaments und
des Rates hinsichtlich der Verwendung von Süßungsmit-
teln in bestimmten Brotaufstrichen aus Obst oder Gemüse
(ABl. Nr. L 252)
1.39 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 925/2013 der Kommis-
sion vom 25. September 2013 zur Änderung des Anhangs
I der Verordnung (EG) Nr. 669/2009 zur Durchführung der
Verordnung (EG) Nr. 882/2004 des Europäischen Parla-
ments und des Rates im Hinblick auf verstärkte amtliche
Kontrollen bei der Einfuhr bestimmter Futtermittel und Le-
bensmittel nichttierischen Ursprungs (ABl. Nr. L 254)
2. Nationales Recht
2.1 Gesetz zur Durchführung der Verordnung (EU)
Nr. 259/2012 vom 4.Juli 2013 (BGBl. I S. 2165)
Anmerkung: Änderung des Wasch- und Reinigungsmittel-
gesetzes
2.2 Bekanntmachung der Neufassung der Futtermittelverord-
nung vom 5. Juli 2013 (BGBl. I S. 2242)
2.3 Bekanntmachung der Neufassung des Wasch- und Reini-
gungsmittelgesetzes vom 17. Juli 2013 (BGBl. I S. 2538)
2.4 Gesetz zur Durchführung der Verordnung (EU)
Nr. 528/2012 vom 23. Juli 2013 (BGBl. I S. 2565)
Anmerkung: Gesetz zur Durchführung der EU-Biozid-Ver-
ordnung (u.a. Änderung des Chemikaliengesetzes, des LFGB
und des Arzneimittelgesetztes)
2.5 Gesetz zur Neuregelung des gesetzlichen Mess-
wesens vom 25. Juli 2013 (BGBl. I S. 2722)
Anmerkung: Artikelgesetz mit mehreren Änderungen le-
bensmittelrechtlicher Vorschriften (u.a. LMKV, Loskenn-
zeichnungsV, WeinV, MilcherzeugnisV, KäseV, ButterV)
2.6 Bekanntmachung der Neufassung der Trinkwasserverord-
nung vom 2. August 2013 (BGBl. I S. 2977)
Bearbeiter: DLC Friedrich Gründig
LUA Dresden
Neue Rechtsbestimmungen Veterinärmedizin
September 2013
1. Europäisches Recht
1.1 Durchführungsbeschluss der Kommission vom 27. August
2013 betreffend bestimmte Maßnahmen zum Schutz vor
der hoch pathogenen Aviären Influenza des Subtyps H7N7
in Italien einschließlich der Abgrenzung weiterer Sperr-
zonen und zur Aufhebung des Durchführungsbeschlusses
2013/439/EU (ABl. Nr. L 230)
1.2 Durchführungsbeschluss der Kommission vom 29. Au-
gust 2013 über die Änderung von Anhang E der Richtlinie
91/68/EWG des Rates in Bezug auf die Mustergesundheits-
bescheinigungen für den Handel mit Schafen und Ziegen
innerhalb der Union sowie die tierseuchenrechtlichen
Anforderungen hinsichtlich der Traberkrankheit (ABl. Nr.
L 233)
1.3 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 854/2013 der Kommis-
sion vom 4. September 2013 zur Änderung von Anhang I
der Verordnung (EU) Nr. 206/2010 hinsichtlich der tier-
seuchenrechtlichen Bedingungen für Scrapie im Muster
der Veterinärbescheinigung für Einfuhren von Schafen und
Ziegen für Zucht- und Nutzzwecke in die Union (ABl. Nr.
L 237)
1.4 Durchführungsbeschluss der Kommission vom 11. Sep-
tember 2013 zur Änderung des Durchführungsbeschlus-
ses 2013/443/EU betreffend bestimmte Maßnahmen zum
Schutz vor der hoch pathogenen Aviären Influenza des
Subtyps H7N7 in Italien (ABl. Nr. L 244)

26 │
│27
Beschwerdeproben-Report für Lebensmittel nicht-
tierischer Herkunft und Bedarfsgegenstände sowie
Tabakerzeugnisse (3. Quartal 2013)
Zahl der bearbeiteten Beschwerdeproben: 42
davon beanstandet: 19
Probenbezeichnung
Beschwerdegrund
Beurteilung
Ginkgo 6000
Nahrungsergänzungsmittel
Wirksamkeit und Zusammensetzung wird ange-
zweifelt
Zusammensetzung des Produk-
tes entspricht nicht der Deklaration;
Einstufung des Produktes als Funktions-Arzneimittel
i. S. von § 2 Abs. 1 Nr. 2a AMG
Volvic naturell, natürliches Mineralwasser
gallertartiger Absatz am Flaschenboden
hohe Gesamtkeimzahl und hoher Gehalt an Pseudo-
monas aeruginosa; Beurteilung als nicht sicher nach
Art. 14 Abs. 2b der VO (EG) Nr. 178/2002
Dresdner Hofbrauhaus Schwarz
irreführende Angabe „Dresdner Hofbrauhaus“
Herstellung in Großröhrsdorf; Beurteilung als irre-
führend gekennzeichnet im Sinne von § 11 Abs. 1
Nr. 1 LFGB
Dresdner Hofbrauhaus Pils
irreführende Angabe „Dresdner Hofbrauhaus“
Herstellung in Großröhrsdorf; Beurteilung als irre-
führend gekennzeichnet im Sinne von § 11 Abs. 1
Nr. 1 LFGB
Veltins Fass Brause
Alkoholgehalt vermutet
Ethanolgehalt unauffällig, jedoch aufgrund der Zu-
sammensetzung (30 % alkoholfreies Bier) und der
Sensorik Beurteilung als irreführend gekennzeichnet
im Sinne von § 11 Abs. 1 Nr. 1 LFGB; unvollständige
Kennzeichnung nach § 8 Abs. 1 Satz 2 LMKV
GUT & GÜNSTIG Vitamintrink ACE
Übelkeit und Erbrechen nach Verzehr
abweichendes Aussehen (oberflächlich öliger
Ab-
satz) und abweichender Geruch (Lösungsmittelno-
te), Verunreinigung mit aliphatischen Kohlenwas-
serstoffen, erhöhter Gehalt an aeroben mesophilen
Keimen und an Enterobacteriaceae; Beurteilung
als nicht sicher nach Art. 14 Abs. 2b der VO (EG)
Nr. 178/2002
angebrochene Flasche Saskia Erdbeer Geschmack
abweichender, leicht chemischer Geschmack
Geruch und Geschmack abweichend (muffig, nach
überreifen Erdbeeren); Beurteilung als wertgemin-
dert im Sinne von § 11 Abs. 2 Nr. 2 b) LFGB
Gurkenhobel
Kunststoffoberfläche durch Verwendung für
Bitter-
orangen angelöst und verfärbt
Art. 15 Abs. 1 lit. b) VO (EG) 1935/2004 aufgrund
fehlender Hinweise für eine sachgemäße und si-
chere Verwendung (Verwendungsbeschränkung), da
das Material (PS) gegenüber etherischen Ölen nicht
beständig ist
gebratene Nudeln mit Schweinefleisch und Gemüse
sensorische Abweichung in Geruch und Geschmack
erhöhter Keimgehalt, Geruch und Geschmack ab-
weichend (brandig, nach altem Fett/Öl, ekelerre-
gend); Beurteilung als nicht sicher nach Art. 14 Abs.
2b der VO (EG) Nr. 178/2002
Apfel-Sanddorn-Saft
sensorische Abweichung in Geruch und Geschmack schimmelpilzähnlicher Flockenabsatz, schimmliger
Geruch, stark erhöhte Keimzahlen für Enterobacte-
riaceae, Hefen und Schimmel; Beurteilung als nicht
sicher nach Art. 14 Abs. 2b der VO (EG) Nr. 178/2002
Persisches Blausalz
Beschwerdeführer glaubt, dass Farbstoff zugesetzt
wurde
keine künstlichen Farbstoffe nachweisbar; nähr-
wertbezogene Angaben aber keine Nährwertkenn-
zeichnung nach § 4 NKV
Nudelgericht Nr. 64
Erkrankung nach Verzehr
Bac.cereus 9,5x105 KbE/g; Beurteilung als nicht si-
cher nach Art. 14 Abs. 2b der VO (EG) Nr. 178/2002
Erdbeerkonfitüre
Schimmelbefall
Schimmelpilze nachgewiesen; Beurteilung als nicht
sicher nach Art. 14 Abs. 2b der VO (EG) Nr. 178/2002
Blattspinat
Insekt im Spinat
Insekt als unvollständig erhaltener Schmetterling
(Lepitoptera) identifiziert; Beurteilung als nicht
si-
cher nach Art. 14 Abs. 2b der VO (EG) Nr. 178/2002
Hertel`s Bienenhonig, Raps
Blasenbildung, gärig, saurer Geschmack
Blasenbildung; gäriger, saurer Geschmack; Clostridi-
um perfringens- Toxin Typ A positiv.
Beurteilung als nicht sicher nach Art.14 Abs. 2b der
VO (EG) Nr. 178/2002
Probenbezeichnung
Beschwerdegrund
Beurteilung
angerissener Becher Dessert aus Vanille-und Sah-
nepudding und ein Viertel aufgeschlagene Sahne
Schimmelbildung im Inneren
an der Oberfläche der restlichen
Puddingmas-
se weißlich-grünlich-gaues zusammenhängendes
Schimmelpilzmycel; Beurteilung als nicht sicher
nach Art. 14 Abs. 2b der VO (EG) Nr. 178/2002
doppeltes Brötchen
Mäusekot
im Inneren eines aufgeschnittenen Doppelbrötchens
sind 2-7mm lange dunkelbraune Teile sichtbar; mo-
lekularbiologische Untersuchungen mit PCR erga-
ben das typische Fragmentmuster der Spezies Maus
(Mus musculus); Beurteilung als nicht sicher nach
Art. 14 Abs. 2b der VO (EG) Nr. 178/2002
Gerstenflocken
Käfer im Erzeugnis
Käferbefall bei Flocken (Kornkäfer Sitophilus gra-
narius); Beurteilung als nicht sicher nach Art. 14
Abs. 2b der VO (EG) Nr. 178/2002
Herzhafte Remoulade
Splitter in der Remoulade
Beschwerdegrund bestätigt; Beurteilung als ge-
sundheitsschädlich nach Art. 14 Abs. 2 a der VO (EG)
Nr. 178/2002
Bearbeiter: DLC Claudia Schönfelder
LUA Chemnitz
Beschwerdenreport für Lebensmittel tierischer Her-
kunft (3. Quartal 2013)
Zahl der bearbeiteten Beschwerdeproben: 24
davon beanstandet: 7
Bezeichnung
Beanstandungsgründe
Beurteilung
Sensorik
Mikrobiologie
Sonstiges
Limburger
Maden,
Geruch abweichend, stechend,
verdorben
geöffnete Originalver-
packung
für den Verzehr ungeeignet
frische, fettarme Milch
ca. 1 TL ekelerregende, schleimig-
gallertige, klebrige, weiße Masse
geöffnete Originalver-
packung
für den Verzehr ungeeignet
Holländische Doppel-
matjes
Gravimetrie,
Kennzeichnungsüber-
prüfung
irreführende Mengenanga-
be, Verstöße gegen Kenn-
zeichnungsvorschriften
Fleischkäse
2 Wurstenden mit Metallclip im
Fleischkäse eingebacken
für den Verzehr ungeeignet
Eier, gekocht
Geruch alt, verdorben, fischig,
ekelerregend
für den Verzehr ungeeignet
Serrano-Schinken
ca. 1 cm dicke, dunkelrote Schin-
kenscheibe, abgetrocknet, mit
weißlichen Stippchen, ein kleines
Stückchen mit Schimmelbelag,
Geruch: alt, abweichend, hefig,
unrein, ekelerregend
Gesamtkeimzahl > 10
6
KbE/g, Hefen >
10
6
KbE/g, Schimmelpilze positiv
für den Verzehr ungeeignet
Hausmacher Leber-
wurst
Glassplitter
geöffnete Originalver-
packung
gesundheitsschädlich
KbE: Koloniebildende Einheit
Bearbeiter: DVM Annette Lohmann
LUA Chemnitz

28 │
│29
BSE - Untersuchungen 3. Quartal 2013
Tierart
TKBA / ZNS / Kohorte *
Lebensmittel
Notschlachtung
Gesamt
Rehwild
1
0
0
1
Rind
2.359
90
33
2.482
Schaf
23
141
0
164
Ziege
4
60
0
64
Gesamt
2.387
291
33
2.711
* Tierkörperbeseitigung, ZNS-Störungen, Kohortenschlachtungen
Tollwutuntersuchungen 3. Quartal 2013
Landesdirektion Sachsen,
Bereich ehemalige
LD Dresden
Landesdirektion Sachsen,
Bereich ehemalige
LD Leipzig
Landesdirektion Sachsen,
Bereich ehemalige
LD Chemnitz
Landesdirektion Sachsen
Fuchs
5
16
13
34
Marderhund
0
0
0
0
Waschbär
0
3
0
3
Gesamtzahl der Proben
5
19
13
37
Untersuchungsergebnisse
negativ
5
19
11
35
ungeeignet
0
0
0
0
positiv
0
0
0
0
Die Aufstellung der positiven Tollwutbefunde entfällt.
Bearbeiter: Reinhard Seiler
LUA Leipzig
Salmonellenberichterstattung im Freistaat
Sachsen - 3. Quartal 2013
Tabelle 1: Untersuchungen und Nachweise im Überblick
Untersuchungen
untersuchte Anzahl
Salmonellennachweise
Serotypen
(geordnet nach Nachweishäufigkeit)
Kotproben
1.702
44
S. Typhimurium; S. Derby; S. enterica ssp. IIIb;
S. Muenchen; S. Brandenburg; S. London;
S. Enteritidis; S. enterica ssp. II; S. enterica ssp. I;
S. Heidelberg; S. Tennessee; S. Virchow; S. Serogr. B
Sektionsmaterial
829
52
S. Typhimurium; S. enterica ssp. IIIb; S. Typhimurium
var. Cop.; S. Brandenburg; S. London; S. Goldcoast;
S. Typhimurium Impfstamm; S. Derby; S. Serogr. B;
S. enterica ssp. II; S. Muenchen; S. Indiana;
S. Eastbourne; S. Infantis; S. Enteritidis Impfstamm;
S. Livingstone
Untersuchung nach Hühner-Salmonellen-VO
0
0
Umgebungstupfer
600
165
S. sp
Futtermittel
37
1
S. sp
Bakteriologische Fleischuntersuchungen
9
0
Lebensmittel tierischer Herkunft
1.915
43
S. Indiana; S. Typhimurium; S. Derby; S. Enteritidis;
S. Muenchen; S. Serogruppe B; S. Paratyphi B;
S. Senftenberg; S. Ohio; S. Agona
Lebensmittel nicht-tierischer Herkunft
1.084
0
Hygienekontrolltupfer - Lebensmittel
6.749
4
Salmonella; Salmonella Muenchen;
Salmonella Serogruppe B
Kosmetische Mittel
31
0
Bedarfsgegenstände
3
0
Tabelle 2: Salmonellennachweise aus Kotproben und Sektionen
Tierart
Landesdirektion Sachsen,
Bereich ehemalige LD Chemnitz
Landesdirektion Sachsen,
Bereich ehemalige LD Dresden
Landesdirektion Sachsen,
Bereich ehemalige LD Leipzig
Kot
Sektionen
Kot
Sektionen
Kot
Sektionen
Proben
1
Salm.-
Nw
2
Proben
Salm.-
Nw
Proben
Salm.-
Nw
Proben
Salm.-
Nw
Proben
Salm.-
Nw
Proben
Salm.-
Nw
Rind
608
4
44
3
217
0
50
4
35
0
17
0
Schwein
32
3
29
0
178
10
83
11
35
3
24
7
Schaf
6
2
17
3
3
0
17
1
5
0
10
5
Ziege
4
0
7
0
0
0
4
0
2
0
2
0
Pferd
64
0
2
1
11
0
4
0
6
0
0
0
Huhn
0
0
17
1
10
0
31
0
0
0
44
0
Taube
0
0
6
1
26
8
11
4
0
0
10
3
Gans
0
0
8
0
3
0
8
0
0
0
5
0
Ente
1
0
11
1
2
0
19
2
0
0
12
0
Pute
0
0
1
0
0
0
0
0
0
0
30
0
Hund/Katze
33
1
7
0
181
3
32
0
107
3
12
0
sonstige Tierarten
15
1
101
1
57
2
106
4
61
4
48
0
Summe
763
11
250
11
688
23
365
26
251
10
214
15
1
= Anzahl der untersuchten Proben
2
= Anzahl der Salmonellennachweise

30 │
│31
Tabelle 3: Regionale Zuordnung der Salmonellenfunde
Landesdirektion/Kreis
Tier- / Probenart
Nachgewiesene Serotypen
Anzahl
Serotyp
Landesdirektion Sachsen, Bereich ehemalige LD Chemnitz
Chemnitz, Stadt
sonstige Tierarten/Sektion
1
S. Eastbourne
Chemnitz, Stadt
sonstige Tierarten/Kot
1
S. enterica ssp. II
Erzgebirgskreis
Hund/Katze/Kot
1
S. Derby
Erzgebirgskreis
Schaf/Kot
2
S. enterica ssp. IIIb
Mittelsachsen
Pferd/Sektion
1
S. Typhimurium
Mittelsachsen
Rind/Sektion
2
S. Goldcoast
Mittelsachsen
Rind/Kot
4
S. Typhimurium
Mittelsachsen
Schaf/Sektion
2
S. Derby
Mittelsachsen
Schaf/Sektion
1
S. enterica ssp. IIIb
Mittelsachsen
Schwein/Kot
1
S. Derby
Mittelsachsen
Schwein/Kot
2
S. Typhimurium
Mittelsachsen
Taube/Sektion
1
S. Typhimurium var. Cop.
Vogtlandkreis
Ente/Sektion
1
S. Indiana
Vogtlandkreis
Rind/Sektion
1
S. Typhimurium var. Cop.
Zwickau
Huhn/Sektion
1
S. enterica ssp. II
Zwickau
Schaf/Sektion
1
S. Serogr. B
Landesdirektion Sachsen, Bereich ehemalige LD Dresden
Bautzen
Ente/Sektion
2
S. Typhimurium
Bautzen
Hund/Katze/Kot
1
S. Virchow
Bautzen
Rind/Sektion
1
S. Typhimurium
Bautzen
Schwein/Kot
2
S. Derby
Bautzen
Schwein/Kot
1
S. London
Bautzen
Schwein/Kot
1
S. Muenchen
Bautzen
sonstige Tierarten/Sektion
1
S. Serogr. B
Bautzen
sonstige Tierarten/Sektion
2
S. Typhimurium
Bautzen
Taube/Sektion
3
S. Typhimurium
Bautzen
Taube/Sektion
1
S. Typhimurium var. Cop.
Dresden, Stadt
Hund/Katze/Kot
1
S. Enteritidis
Dresden, Stadt
sonstige Tierarten/Kot
1
S. enterica ssp. II
Dresden, Stadt
sonstige Tierarten/Sektion
2
S. enterica ssp. IIIb
Dresden, Stadt
Taube/Kot
1
S. Typhimurium
Görlitz
Rind/Sektion
1
S. Typhimurium
Görlitz
Schwein/Kot
2
S. Derby
Görlitz
Schwein/Kot
3
S. Muenchen
Görlitz
Schwein/Sektion
1
S. Muenchen
Görlitz
Schwein/Kot
1
S. Typhimurium
Görlitz
Schwein/Sektion
3
S. Typhimurium var. Cop.
Görlitz
Taube/Kot
1
S. Typhimurium
Görlitz
Taube/Sektion
1
S. Typhimurium
Meißen
Schaf/Sektion
1
S. enterica ssp. IIIb
Meißen
Schwein/Sektion
1
S. Infantis
Meißen
Schwein/Kot
1
S. London
Meißen
Taube/Kot
1
S. Typhimurium
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Hund/Katze/Kot
1
S. Heidelberg
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Rind/Sektion
1
S. Enteritidis Impfstamm
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Rind/Sektion
2
S. Typhimurium Impfstamm
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Schwein/Sektion
5
S. Brandenburg
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Schwein/Sektion
1
S. Typhimurium
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
sonstige Tierarten/Kot
1
S. enterica ssp. I
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Taube/Kot
5
S. Typhimurium
Landesdirektion/Kreis
Tier- / Probenart
Nachgewiesene Serotypen
Anzahl
Serotyp
Landesdirektion Sachsen, Bereich ehemalige LD Leipzig
Leipzig Land
Schwein/Sektion
1
S. Typhimurium
Leipzig Land
sonstige Tierarten/Kot
1
S. Serogr. B
Leipzig Land
Taube/Sektion
1
S. Typhimurium var. Cop.
Leipzig, Stadt
Hund/Katze/Kot
1
S. Typhimurium
Leipzig, Stadt
sonstige Tierarten/Kot
2
S. enterica ssp. IIIb
Nordsachsen
Hund/Katze/Kot
1
S. Enteritidis
Nordsachsen
Hund/Katze/Kot
1
S. Typhimurium
Nordsachsen
Schaf/Sektion
5
S. enterica ssp. IIIb
Nordsachsen
Schwein/Kot
3
S. Brandenburg
Nordsachsen
Schwein/Sektion
2
S. Brandenburg
Nordsachsen
Schwein/Sektion
1
S. Livingstone
Nordsachsen
Schwein/Sektion
4
S. London
Nordsachsen
sonstige Tierarten/Kot
1
S. Tennessee
Nordsachsen
Taube/Sektion
2
S. Typhimurium var. Cop.
Tabelle 4: Salmonellennachweise
Warengruppe
Gesamtproben
davon Planproben
davon Verdachtsproben
davon Beschwerdeproben
Anzahl
Salm.-Nw.*
Anzahl
Salm.-Nw.
Anzahl
Salm.-Nw.
Anzahl
Salm.-Nw.
Milch, Milchprodukte, Käse u. Butter
356
0
349
0
7
0
0
0
Eier u. Eiprodukte
97
0
91
0
5
0
1
0
Fleisch warmblütiger Tiere, auch tiefgefroren
357
25
294
11
32
3
1
0
Fleischerzeugnisse warmblütiger Tiere (außer
Wurstwaren)
532
16
484
11
40
5
4
0
Wurstwaren
374
2
334
1
35
1
5
0
Fisch- und Erzeugnisse
172
0
161
0
10
0
1
0
Krusten-, Schalen-, Weichtiere, sonst. Tiere u.
Erzeugnisse daraus
27
0
25
0
1
0
1
0
Fette, Öle, Margarine
6
0
6
0
0
0
0
0
Getreide, -produkte, Brot, Teig- und Backwaren
197
0
185
0
12
0
0
0
Mayonnaisen, emul. Soßen, kalte Fertigsoßen
u. Feinkostsalate
235
0
215
0
18
0
0
0
Puddinge, Desserts und Cremespeisen
16
0
13
0
3
0
0
0
Speiseeis u. -halberzeugnisse
350
0
324
0
24
0
1
0
Säuglings- u. Kleinkindernahrung
0
0
0
0
0
0
0
0
Diätetische Lebensmittel, Nährstoffkonzentrate
und Ergänzungsnahrung
0
0
0
0
0
0
0
0
Obst, Gemüse und -zubebereitungen
66
0
38
0
9
0
1
0
Getränke, inkl. Tafel- u. Trinkwasser, Spirituo-
sen und Bier
6
0
2
0
1
0
2
0
Gewürze, Würzmittel und Zusatzstoffe
29
0
20
0
9
0
0
0
Zucker, Süß- u. Schokoladen-waren, Honig,
Konfitüre, Kaffee, Kakao, Tee
8
0
7
0
1
0
0
0
Fertiggerichte, zubereitete Speisen, Suppen
und Soßen
171
0
138
0
29
0
4
0
Kosmetika
31
0
30
0
1
0
0
0
Bedarfsgegenstände ohne Kosmetika
3
0
2
0
1
0
0
0
Gesamt
3.033
43
2.718
23
238
9
21
0
* Salmonellennachweis

32 │
│33
Tabelle 5: Regionale Zuordnung der Salmonellenfunde
Landesdirektion/Kreis
Eingangsdatum
Probenart
Nachgewiesene Serotypen
Anzahl
Serotyp
Landesdirektion Sachsen, Bereich ehemalige LD Chemnitz
Chemnitz, Stadt
06.08.2013
Schweinenackensteaks mariniert
1
S. Enteritidis
Erzgebirgskreis
16.07.2013
Hackepeter
1
S. Typhimurium
Zwickau
25.09.2013
Schweinefleischpfanne nach Gyros Art
2
S. Derby
Chemnitz, Stadt
17.07.2013
Hähnchen tiefgefroren (roh)
2
S. Enteritidis
Zwickau
27.09.2013
Schaschlyk
1
S. Derby
Zwickau
18.07.2013
Hackfleisch vom Schwein
1
S. Serogruppe B
Vogtlandkreis
16.07.2013
Deutsches Suppenhuhn Hkl. A
1
S. Enteritidis
Mittelsachsen
30.08.2013
Kasslerkamm ohne Knochen
2
S. Typhimurium
Chemnitz, Stadt
02.07.2013
Delikatess Schinken Zwiebelmettwurst
2
S. Typhimurium
Erzgebirgskreis
11.09.2013
Rinderhackfleisch
1
S. Serogruppe B
Landesdirektion Sachsen, Bereich ehemalige LD Dresden
Bautzen
10.07.2013
Putenspieße
2
S. Typhimurium
Bautzen
19.07.2013
Hackepeter
1
S. Typhimurium
Bautzen
05.09.2013
Mediteraner Hackepeter
1
S. Derby
Görlitz
08.07.2013
Schlachtkörper Schwein
2
S. Derby
Görlitz
08.07.2013
Schlackwurst
2
S. Derby
Görlitz
03.07.2013
Hackepeter gewürzt
2
S. Muenchen
Dresden, Stadt
09.09.2013
Schweine Nackensteak ohne Knochen
1
S. Derby
Görlitz
01.07.2013
Hackepeter
2
S. Muenchen
Dresden, Stadt
21.08.2013
Leber
1
S. Typhimurium
Dresden, Stadt
24.09.2013
Hühnerbrust
1
S. Typhimurium
Dresden, Stadt
21.08.2013
Schweinekamm
1
S. Typhimurium
Görlitz
08.07.2013
Schweinefleisch
1
S. Derby
Bautzen
02.07.2013
Hackfleisch vom Rind und Schwein
1
S. Muenchen
Meißen
08.07.2013
Hackepeter
2
S. Typhimurium
Dresden, Stadt
18.07.2013
Hähnchen-Ministeak
1
S. Paratyphi B
Landesdirektion Sachsen, Bereich ehemalige LD Leipzig
Nordsachsen
02.07.2013
Masthähnchen 10x Tupfer/ 10x Blinddärme/
1x Hähnchenkarkasse
2
S. Indiana
Nordsachsen
24.09.2013
Masthähnchen 10xHauttupfer / 1xHähnchen
2
S. Indiana
Nordsachsen
09.07.2013
Masthähnchen10xHauttupfer/ 10xBlinddärme/
1xHähnchen
1
S. Indiana
Nordsachsen
13.08.2013
Masthähnchen Hauttupfer / Karkasse =
Halshaut
1
S. Indiana
Leipzig Land
11.09.2013
Hackepeter
2
S. Serogruppe B
Leipzig, Stadt
21.08.2013
Mettfleisch vom Schwein
2
S. Typhimurium
Nordsachsen
17.09.2013
Masthähnchen 10xTupfer 1xMasthähnchen
1
S. Ohio
Nordsachsen
27.08.2013
Hühner-Klein
1
S. Indiana
Nordsachsen
20.08.2013
Masthähnchen Halshaut / Hauttupfer
2
S. Indiana
Leipzig, Stadt
04.09.2013
Hähnchendöner
1
S. Agona
Leipzig, Stadt
21.08.2013
Schweinebauch
2
S. Typhimurium
Nordsachsen
30.07.2013
Hähnchen-Lebern
1
S. Indiana
Nordsachsen
06.08.2013
Masthähnchen Halshaut, Hauttupfer
2
S. Indiana
Nordsachsen
11.09.2013
Masthähnchen 10xHauttupfer 1xHähnchen
1
S. Indiana
Nordsachsen
23.07.2013
Masthähnchen10xTupferproben / 1xHähnchen
1
S. Senftenberg
Nordsachsen
27.08.2013
Masthähnchen 10x Tupfer Haut 1x Hähnchen
2
S. Indiana
Leipzig Land
07.08.2013
Putenfilet Spiesse
1
S. Typhimurium
Nordsachsen
16.07.2013
Masthähnchen 10x Tupferproben / 10xDärme/
1xHähnchen
1
S. Indiana
Nordsachsen
17.09.2013
Masthähnchen 10xTupfer 1xMasthähnchen
1
S. Indiana
Leipzig Land
30.08.2013
Hähnchensteacks
1
S. Paratyphi B
Landesdirektion/Kreis
Eingangsdatum
Probenart
Nachgewiesene Serotypen
Anzahl
Serotyp
Nordsachsen
03.09.2013
Masthähnchen Halshaut / Hauttupfer
1
S. Senftenberg
Nordsachsen
03.09.2013
Separatorenfleisch
2
S. Paratyphi B
Nordsachsen
23.07.2013
Masthähnchen10xTupferproben / 1xHähnchen
1
S. Indiana
Nordsachsen
30.07.2013
Masthähnchen Hauttupfer / Halshaut /
Blinddärme
1
S. Indiana
Tabelle 6: Häufigkeit der nachgewiesenen Salmonellenserotypen (Anzahl)
Serotypen
Veterinärmedizinische
Diagnostik
Futtermittel
Lebensmittel /
Bedarfsgegenstände
BU
Hygienekontrolltupfer
(Lebensmittel)
S. Typhimurium
30
30
S. Indiana
1
33
S. Derby
8
17
S. Muenchen
5
8
1
S. enterica ssp. IIIb
13
S. Brandenburg
10
S. Enteritidis
2
7
S. Typhimurium var. Cop.
9
S. Serogruppe B
7
1
S. Paratyphi B
7
S. London
6
S. Senftenberg
4
S. Serogr. B
3
S. enterica ssp. II
3
S. Typhimurium Impfstamm
2
S. Goldcoast
2
S. Ohio
2
S. sp.
2
S. Agona
2
S. enterica ssp. I
1
S. Infantis
1
S. Virchow
1
S. Livingstone
1
S. Heidelberg
1
S. Enteritidis Impfstamm
1
S. Tennessee
1
S. Eastbourne
1
Bearbeiter: Reinhard Seiler
LUA Leipzig

34 │

image
Herausgeber:
Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsen
Jägerstr. 8/10, 01099 Dresden
Redaktion:
Dr. Hermann Nieper, LUA Sachsen, Standort Leipzig, Bahnhofstraße 58/60 , 04158 Leipzig
Tel.: 0351/8144 4100
Gestaltung und Satz:
SG IT, LUA Sachsen, Standort Chemnitz, Zschopauer Str. 87, 09111 Chemnitz,
Tel.: 0351/8144 1712 Fax: 0351/8144 1710
Druck:
reprogress gmbh, Chemnitzer Str. 46b, 01187 Dresden, Tel: 0351/478980
Redaktionsschluss:
15. November 2013
Bezug:
Dieses offizielle Mitteilungsblatt der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwe-
sen des Freistaates Sachsen kann kostenfrei im Internet abgerufen werden:
www.lua.sachsen.de