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Auch die völlig
verkohlten Balken
lassen noch deutlich
die wechselnden
Lagen des Kasten-
werkes erkennen.
Deutlich zeichnen
sich die für die
Datierung maßgeb-
lichen Jahrringe ab.
Ein altes Gra-
bungsfoto von
1936 zeigt die
Fülle des Hol-
zes im Gra-
bungsschnitt
W.
Mittels einer gezielten Baggersondage konnte im Herbst 2001 der alte
Grabungsschnitt W entdeckt und wieder geöffnet werden. Direkt unter
der Humusdecke lagen vorzüglich erhaltene Reste des verkohlten Holz-
kastenwerkes.
Die Burg auf dem „Vaterunserberg“ von Niederneundorf - Erste Grabungen seit 70
Jahren
I
n den dreißiger Jahren waren die Ausgräber mit den Mitteln ihrer Zeit auf umfängliche Reste verkohlter
Holzbalken gestoßen, die man zunächst für die Reste verbrannter Häuser hielt. Erst nach geraumer Zeit
erkannte man den fortifikatorischen Charakter der kastenartig übereinander gelegten Hölzer. Geborgen und
aufbewahrt wurden die Hölzer damals nicht.
2001 wurden deshalb erste Sondagegrabungen in Niederneundorf vorgenommen. Es sollte überprüft
werden, ob trotz der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung noch ausreichend Holz für
dendrochronologische Datierungen vorhanden ist. Außerdem sollten Anhaltspunkte gefunden werden, die
alten Grabungspläne sicher in die moderne Vermessung der Anlage einzupassen. Beides gelang auf Anhieb.
Unmittelbar unter dem Ackerhumus trafen wir auf gut erhaltene, verkohlte Reste des bekannten
Holzkastenwerkes und die Verfüllung des alten Grabungsschnittes W. Sorgfältig wurde die Verfüllung mit
einem Bagger ausgehoben und die alten Profile erneut geputzt. Zunächst konnten damit die bisher nicht
sicher verständlichen alten Profilzeichnungen neu interpretiert werden. Wesentlich aber war die Möglichkeit
gut dokumentierte Holzkohleproben zu entnehmen. Sie wurden sofort zur Dendrodatierung an die
Universität Stuttgart–Hohenheim verbracht, wo derzeit die Messungen vorgenommen werden.
Wolfgang Ender
L
angfristiges Ziel des deutsch – polnischen Burgenprojektes ist die
vergleichende Erforschung des Phänomens eisenzeitlicher Burgenbau.
In Niederneundorf an der Neiße wurden bereits in den dreißiger Jahren
Grabungen durchgeführt. Die Funde und Befunde im Museum Görlitz
werden derzeit in einer Dissertation (Frau Helena Bader-Stothut,
Universität Köln) wissenschaftlich-kritisch aufgearbeitet, nachdem
W.Coblenz 1962 einen summarischen Bericht über die Grabungen
geliefert hat. Heute ist die ehemalige Befestigung auf dem Hochufer
westlich der Neiße nur noch als flache Erhebung einer grünen Wiese
erkennbar, über deren westliche Randbereiche die Straße von Görlitz
nach Rothenburg/OL hinwegführt.
© Landesamt für Archäologie mit Landesmuseum für Vorgeschichte
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