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KLEINSTUDIE
zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit
im Nachbarschaftsraum
Berzdorfer See - Tagebau Turów
vom 30.9.2014
beauftragt:
Sächsisches Staatsministerium des Innern
im Rahmen des Projektes „Gemeinsam für den Grenzraum Niederschlesien –
Sachsen“ (Lead Partner: Marschallamt der Woiwodschaft Niederschlesien)
bearbeitet:
Richter + Kaup, Ingenieure | Planer
Berliner Straße 21, 02826 Görlitz
www.richterundkaup.de
Hyka 2004
(http://www.ostkohle.de/html)

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2
KLEINSTUDIE
zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit
im Nachbarschaftsraum
Berzdorfer See - Tagebau Turów
beauftragt:
Sächsisches Staatsministerium des Innern
im Rahmen des Projektes „Gemeinsam für den Grenzraum Niederschlesien –
Sachsen“ (Lead Partner: Marschallamt der Woiwodschaft Niederschlesien)
Fachliche Begleitung:
Arbeitsgruppe 2 des Projektes „Gemeinsam für den Grenzraum Niederschlesi-
en – Sachsen“ unter Federführung von Dr. Peter Heinrich, Regionaler Pla-
nungsverband Oberlausitz-Niederschlesien und Andreas Schaaf, Stadt Görlitz
bearbeitet:
Berliner Straße 21, 02826 Görlitz
Tel. (03581) 490 220, Fax 490 222
www.richterundkaup.de
Mitarbeit:
Ansgar Kaup
Josefine Schmidt
Andrea Weyrich-Leder
Görlitz, 30.9.2014

INHALTSVERZEICHNIS
1.
Einführung
...............................................................................................................................
5
2.
Methodik
und
Verlauf
...............................................................................................................
7
3.
Bestandsaufnahme
...................................................................................................................
8
3.1
Raumordnerische
Planungen
und
Konzepte
und
deren
Akteure
...........................................
8
3.2
Nutzerbefragung
und
Kennzeichenerfassung
am
Berzdorfer
See
........................................
14
3.3.1
Analyse
und
Auswertung
der
einzelnen
Fragen
................................................................
15
3.3.2
Auswertung
Fahrzeugkennzeichen
...................................................................................
26
4.
Zusammenfassung
..................................................................................................................
28

4

5
Der Nachbarschaftsraum Berzdorfer See - Tagebau Turów besitzt ein ho-
hes Potential zur Nutzung der Bergbaufolgelandschaft. Trotz der wach-
senden Attraktivität der Region kann dieses Potential noch nicht in vol-
lem Umfang genutzt werden.
Innerhalb des Projektes „Gemeinsam für den Grenzraum Niederschlesi-
en - Sachsen“ werden Zukunftsperspektiven für den Grenzraum entwi-
ckelt und diese in einer Kampagne gegenüber der Bevölkerung, den
Verwaltungsbehörden, der Wirtschaft u.a. kommuniziert. Mit der vorlie-
genden Studie werden dafür die fachlichen Grundlagen geschaffen.
Der Berzdorfer See entstand durch die Flutung des ehemaligen Tagebaus
Berzdorf. Dieser hatte sich seit dem beginnenden 20. Jahrhundert süd-
lich der Stadt Görlitz durch den Abbau von Braunkohle gebildet.
Im Jahr 1997 wurde der Tagebau Berzdorf stillgelegt, intensive Sanie-
rungsmaßnahmen begannen. Der Sanierungsrahmenplan von 1998 sah
für den Tagebau Berzdorf die Flutung des Restloches vor, sodass heute
ein 960 ha großer See entstanden ist. Dabei ist das Nord-, Ost- und Süd-
ufer von einer - insbesondere in den Sommermonaten - intensiven Nah-
erholung geprägt. Badestrände in unterschiedlichster Ausprägung be-
herrschen das Bild. Der westliche Uferbereich soll dem Natur- und Land-
schaftsschutz dienen. Mit der Rutschung P wurde eine 110 ha große Flä-
che als Naturschutzgebiet bereits festgesetzt. In Verbindung mit den be-
reits geschütteten und aufgeforsteten Halden des Tagebaus und dem
umgebenden topographisch bewegten Oberlausitzer Hügelland ist eine
ästhetisch wertvolle Landschaft entstanden.
Nach dem Sanierungsplan aus dem Jahr 1998 sollte der entstandene Ta-
gebausee einer sicheren und vielseitigen wirtschaftlichen Nutzung zu-
gänglich gemacht werden und die Schäden im Naturhaushalt ausglei-
chen. Für die Entwicklung des Berzdorfer Sees haben sich die Anrainer-
gemeinden Görlitz, Schönau-Berzdorf und Markersdorf zum Planungs-
verband „Berzdorfer See“ zusammengeschlossen. Bis zum Abschluss der
Flutung des Tagebaurestloches im Jahr 2013 wurde eine Vielzahl von
Konzepten sowie rechtlich verbindlicher Planungen in die Wege geleitet,
welche vorwiegend eine touristische Nutzung des Sees vorsahen. Aller-
dings zeigte sich ein inkonsequentes Bild bei deren Umsetzung.
Es besteht derzeit kein abgestimmtes, von allen Akteuren akzeptiertes
Leitbild. Eine Struktur zur Umsetzung der Maßnahmen und ein Zeitplan
sind ebenfalls nicht vorhanden, um den See gemeinschaftlich zu entwi-
ckeln. Dies führt u.a. zu Schwierigkeiten in der Abschätzung der notwen-
digen Angebotsstruktur sowie des Entwicklungsbedarfs am See. Auch
Entwicklungshemmnisse am See können nicht objektiv erfasst werden.
Die vorliegende Kleinstudie besteht in ihrem Kern aus einer Befragung
über das Nutzerverhalten am See und soll eine Unterstützung für deren
Akteure darstellen. So können zukünftige Konzepte und Planungen bes-
ser auf den bestehenden Bedarf abgestimmt werden.
1. Einführung

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6
Dabei werden diese Erfahrungen auch den polnischen Akteuren im
Grenzraum vermittelt. Nach Beendigung des Braunkohleabbaus wird
auch der Tagebau Turów langfristig in eine Erholungslandschaft umge-
wandelt werden. An seine Stelle tritt ebenfalls ein großer See. Bereits
heute können jedoch Teile der rekultivierten Turówer Höhe für die Öf-
fentlichkeit genutzt werden.
Lage des Berzdorfer Sees und des Tagebau Turów
(eigene Darstellung)

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7
Abbildung 1: Standorte der Umfrage und Kennzeichenerfassung
Für die Erarbeitung der vorliegenden Studie erfolgten zunächst eine
Analyse bestehender Konzepte und Planungen sowie die Herausarbei-
tung der jeweiligen Kernaussagen. Besondere Bedeutung wurde der
verbindlichen Planung beigemessen wie beispielsweise den Bebauungs-
planungen rund um den Berzdorfer See (siehe Tabelle/Anhang). Weiter-
hin wurden anhand der vorliegenden Konzepte und Pläne die unter-
schiedlichen Akteure im Nachbarschaftsraum aufgeführt. Durch den
Grad der Umsetzungsvorbereitung am Berzdorfer See ist hier eine we-
sentlich detailliertere Übersicht der Akteure vorhanden.
Der Schwerpunkt der Kleinstudie bestand in einer Befragung des Nut-
zerverhaltens am Berzdorfer See. Für die Befragung wurden zwei Tage
an Wochenenden gewählt. Dabei handelte es sich um Samstag, den
28.06.2014, den „Erlebnistag Berzdorfer See“, und Sonntag, den
06.07.2014, einen heißen Badetag.
Mit den Standorten Nordstrand/Deutsch Ossig, Hagenwerder/Tauchritz
und Blaue Lagune/Schönau-Berzdorf wurden die Orte mit der höchsten
zu erwartenden Besucherfrequenz gewählt. Zusätzlich erfolgte eine Er-
fassung der Fahrzeugkennzeichen an den drei Parkplätzen am See.
Die Befragung wurde durch 5 mehrsprachige Teams á 2 Personen durch-
geführt, davon 3 Jugendteams (deutsch/polnisch), einem Erwachsenen-
team (deutsch/ polnisch) und einem Erwachsenenteam (deutsch/ tsche-
chisch) in der Zeit von 10 bis 16 Uhr.
Der Fragebogen wurde mit Rücksicht auf die zu erwartende Mehrspra-
chigkeit im Grenzgebiet zu Polen und Tschechien sowohl in Deutsch als
auch in Polnisch und Tschechisch verfasst. Die erfassten Fahrzeugkenn-
zeichen wurden mit Rücksicht auf den Datenschutz anonymisiert.
2. Methodik und Verlauf

8
Für aktive und stillgelegte Tagebaue bestehen auf den unterschiedlichen
raumordnerischen Ebenen differenzierte Vorgaben. Die Erfassung der
Kernaussagen aller Konzepte und Planungen zum Berzdorfer See sowie
dem Tagebau Turów war eine erste Aufgabe der vorliegenden Studie.
Sachsen
Der Landesentwicklungsplan (LEP) als raumordnerische Gesamtkonzep-
tion des Freistaates Sachsen gibt gemäß dem Grundsatz 2.3.3.3 folgen-
des vor:
„Die Bergbaufolgelandschaften (…) sollen im Hinblick auf die
touristische, einschließlich tagestouristische, Nutzung unter Berücksichti-
gung weiterer Raumansprüche entwickelt und soweit möglich mit an-
grenzenden Tourismusregionen vernetzt werden. Die touristische Ent-
wicklung in den Bergbaufolgelandschaften soll regional, bei Ausdehnung
über Ländergrenzen hinweg auch überregional, abgestimmt und auf
Nachhaltigkeit ausgerichtet werden.“
Der Regionalplan setzt die Ziele des LEP um und konkretisiert sie. Für
den Berzdorfer See gibt er vor, dass dieser gemäß dem Grundsatz G7.1
als ein Schwerpunkt der Freizeit-, Erholungs- und Tourismusnutzung zu
entwickeln ist. Er gilt dabei als
Gebiet mit landesweiter und regionaler
Bedeutung für die landschaftsbezogene Erholung
(Vorranggebiet Erho-
lung), sodass
ausreichend große Flächen für die landschaftsbezogene
Erholung zu sichern und zu entwickeln und landschaftliche Potentiale er-
halten sind.
Der Landschaftsrahmenplan unterstützt diese Vorgaben und
fordert die Entwicklung
einer wassergebundenen Erholungslandschaft.
Der Braunkohlenplan aus dem Jahr 1998 bestand im Wesentlichen aus
einem Sanierungsrahmenplan und gab an, wie sich das Restloch und
dessen Umgebung nach der Stilllegung des Tagebaus entwickelt. So soll
das Restloch geflutet werden und eine landschaftstypische, vielfach
nutzbare und sichere Bergbaufolgelandschaft entstehen. Der Schwer-
punkt der Tourismus- und Freizeitnutzung lag auf der östlichen Seite des
Sees, während die westliche Seite dem Naturhaushalt zur Verfügung
stand. Dazu gehörten sowohl die sanften touristischen Nutzungen als
auch der Schutz des Naturhaushaltes.
Der strukturelle Rahmenplan als informelle Planung legt die grundlegen-
de Entwicklung für den Berzdorfer See sowie seine angrenzenden Berei-
che fest. Die aktuelle Fortschreibung des Planes aus dem Jahr 2010 for-
dert die drei Anrainergemeinden Görlitz, Schönau-Berzdorf und
Markersdorf unter anderem dazu auf, eine touristische Basisinfrastruk-
tur als Grundlage für eine touristische Nutzung des Sees bereitzustellen.
In diesem Plan werden erstmals auch Teile des Westufers in die touristi-
sche Entwicklung einbezogen, da auf den touristischen Entwicklungsbe-
reichen am Ostufer des Sees Entwicklungshemmnisse vorherrschen. Im
strukturellen Rahmenplan wird der See in verschiedene Nutzungs-
schwerpunkte gegliedert. Während der Norden und Osten eher Angebo-
te der Naherholung bereithalten soll, sind im Süden Anlagen für den
Tourismus vorgesehen. Auch der Westen soll nun Anlagen des Touris-
mus enthalten, vorwiegend jedoch der naturgebundenen Erholung die-
nen. Weite Teile werden auch als Naturschutzgebiet erhalten bleiben.
Unterstützt wird diese Ansicht von der touristischen Leitidee zum Berz-
dorfer See aus dem Jahr 2014 (Engel-Studie). Diese schärft das touristi-
sche Potenzial am See und erweitert die Angaben des strukturellen
3. Bestandsaufnahme
3.1
Raumordnerische
Planungen und Konzepte
und deren Akteure

9
Rahmenplanes dahingehend, dass eine stärkere Verbindung zwischen
den einzelnen Anrainergemeinden, insbesondere Görlitz, und dem See
notwendig ist und empfiehlt eine feste Einbettung in die Tourismusland-
schaft der Oberlausitz. Der See soll für den Tourismus ein ganzjähriges
Angebot vorhalten.
Die Umsetzung dieser Vorgaben im Flächennutzungsplan (FNP) der Stadt
Görlitz (Vorentwurf 2005), auf deren Territorium ein Großteil des Sees
liegt, spiegelt sich in der Ausweisung dreier Sonderbauflächen am Nord-
strand, in Deutsch-Ossig und in Hagenwerder wieder, für die jedoch bis-
her kein Baurecht geschaffen werden konnte. Die Gemeinde Schönau-
Berzdorf (VG Bernstadt) überarbeitet ihren Flächennutzungsplan derzeit
dahingehend, dass die touristischen Ziele in die Flächennutzungsplanung
übernommen werden.
Bisher erfolgte für zwölf Bebauungsplangebiete mit einer Gesamtfläche
von rund 246 ha ein Aufstellungsbeschluss zur überwiegend touristi-
schen Nutzung. Davon entfallen allein auf den Golfplatz und die Entwick-
lungsfläche Klein Neundorf ca. 138 ha. Zum Abschluss gebracht werden
konnte lediglich der Bebauungsplan „BS01 Golfplatz Neuberzdorfer Hö-
he“, welcher zum 1.10.2014 in Kraft gesetzt werden soll.
Polen
Auf der polnischen Seite existieren übergeordnete Planungen wie die
Nationale Strategie für Regionalentwicklung 2010 - 2020, die Entwick-
lungsstrategie der Woiwodschaft Niederschlesien 2020, der Raumord-
nungsplan der Woiwodschaft Niederschlesien und seine Fortschreibung
bis 2020, das Umweltschutzprogramm für die Woiwodschaft Nieder-
schlesien, die Entwicklungsstrategie der Gemeinde Zgorzelec 2004-2014,
die Raumplanung für die Gemeinde Reichenau (Bogatynia) und das Um-
weltschutzprogramm für die Gemeinde Reichenau (Bogatynia) sowie
weitere verschiedene Fachplanungen auf den unterschiedlichsten Ebe-
nen.
In den übergeordneten Strategien, den Raumordnungsplanungen und
dem Umweltschutzprogramm wird besondere Bedeutung dem Gleich-
gewicht zwischen wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung und den Zie-
len des Umweltschutzes beigemessen. Dabei kommt dem Schutz der
natürlichen Ressourcen sowie der nachhaltigen Entwicklung eine beson-
dere Bedeutung zu.
Die Strategien betrachten auch den Transformationsprozess durch die
Gefahren eines Bevölkerungsrückgangs und Zunahme der Arbeitslosig-
keit mit dem Auslaufen des Braunkohlentagebaus bis zum Jahr 2045. Als
Chance wird dabei die grenzüberschreitende Lage des Landschaftsrau-
mes (polnisch-tschechisch-deutsch) und die Lage zu den beiden Städten
Zgorzelec und Görlitz betrachtet.
Für die Flächennutzung selbst werden als Nachnutzung die Land- und
Forstwirtschaft, die Anlage von Schutzflächen und der Umbau in Indust-
rie- und Gewerbeflächen genannt. Aber auch Schutz der Energieressour-
cen ist zu berücksichtigen.
Im Raumentwicklungsplan Niederschlesien 2020 erfolgte eine Zonierung
in Bezug auf die funktionale und räumliche Struktur des Gebietes. Bei-
spielsweise besitzt die Gemeinde Bogatynia, mit ihrem hohem Grad der

10
Urbanisierung, einen hohen natürlichen und kulturellen Wert, reiche
Vorkommen an Rohstoffen und gute Böden. Sie ist für eine multifunkti-
onale ländliche Entwicklung, eine industrielle Entwicklung vor allem für
den Bergbau geeignet. Dabei soll die Lage an der Grenze genutzt wer-
den.
Im Umweltschutzprogramm ist eine Reduzierung der Umweltverschmut-
zung, der Aufbau eines Abfallmanagementsystems, Renaturierung der
Flusseinzugsgebiete, Revitalisierung degradierter Flächen, Wiederher-
stellung wertvoller Ökosysteme, Optimierung der Schutzgebiete und die
Zunahme von Waldflächen festgehalten.
In der Entwicklungsstrategie für die Gemeinde Zgorzelec ist die Vision
formuliert: "Niederschlesien als europäischer Knotenpunkt“. Überge-
ordnete Ziele sind dabei die Erhöhung des Lebensstandards und die
Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Region.
Aber auch die ökologische Sanierung der degradierten Flächen und ihre
Nachnutzung für gewerbliche Zwecke werden als Ziel formuliert. Dies
dient der wirtschaftlichen Entwicklung und wird vor allem als Diversifi-
zierung der gewerblichen Struktur verstanden, zur Unternehmensent-
wicklung, Arbeitsmarktentwicklung, Entwicklung der Tourismus- und
Freizeitfunktion und Entwicklung der technischen Infrastruktur. Aber
auch die Erhaltung und Sanierung der Ökosysteme, der Aufbau eines
Abfallmanagementsystems und die Förderung der erneuerbaren Ener-
gien sind darin enthalten.
Nach der Raumplanung für die Gemeinde Reichenau (Bogatynia) wird
der größte Teil der Fläche von den Waldflächen der Turówer Höhe (Hal-
de) bestimmt. Bauliche Anlagen (Hotels, Ferienhäuser, Gastronomie)
sind aufgrund der geologischen Beschaffenheit und des geschütteten
Bodens hier nicht möglich.
Der südwestliche Teil wird durch den Tagebau und das Kraftwerk Turów
dominiert. Als künftige Entwicklungsbereiche sind zwei große Flächen
für die Nutzung erneuerbarer Energie (Windkraft) vorgesehen.
Unmittelbar nördlich des Kraftwerkes wird derzeit von der polnischen
CITRONEX Gruppe eine moderne Gewächshausanlage für den ganzjähri-
gen Anbau von Tomaten errichtet. In ihrem Endausbau soll sie eine Grö-
ße von bis zu 100 ha besitzen und 1000 Mitarbeiter beschäftigen.
1
In Reichenau (Bogatynia) ist die Errichtung einer Sonderwirtschaftszone
geplant.
Eine touristische Studie existiert in der Gemeinde Reichenau (Bogatynia)
noch nicht. Derzeit gibt es jedoch Überlegungen auch die touristische
Entwicklung zu forcieren. Die guten Erfahrungen aus dem deutsch-
polnischen Ziel 3 Projekt „Abenteuer Neiße“ sollen dabei genutzt wer-
den
2
. Bereits zahlreiche Rad- und Wanderwege sind auf der Grundlage
einer Konzeption neu geplant. Auch das kulturelle Erbe der Region mit
ihrer regionalen Bautradition soll stärker in das Bewusstsein gerückt
werden.
Der Tagebau Turów soll bis in das Jahr 2045 weitergeführt werden. Nach
seiner Auskohlung ist die Stilllegung des Tagebaues und auch des Kraft-
werkes geplant. Als Nachnutzung wird eine Flutung des Tagebaues als
1
www.de.citronex.pl/unsere-branchen/tomaten/tomatex/
2
www.abenteuerneisse.eu

11
See und die Einrichtung einer Erholungslandschaft angestrebt. Mit einer
Beendigung der Flutung ist nicht vor dem Jahr 2060 auszugehen.
Tagebau und Kraftwerk Turów stellen den größten Arbeitgeber der Re-
gion dar, damit kommen auf die Region tiefgreifende strukturelle Ver-
änderungen zu. Bereits heute können Strukturen geschaffen werden,
wie mit diesem Strukturwandel umgegangen werden kann. Die Flächen-
bereitstellung für das Gewerbe stellt einen ersten Schritt dar.
Schon gegenwärtig bestehen Nutzungsmöglichkeiten für die Öffentlich-
keit auf der Turówer Höhe, als eine der Voraussetzungen für eine Vorbe-
reitung auf den Tourismus in der Region.
Um diese Nutzungsmöglichkeiten auszuschöpfen, empfiehlt es sich, der
eigenen Stärken zu besinnen, die Kraft und Ursprünglichkeit der polni-
schen Kultur mit ihrem eigenen Charakter und ihrer Vielfalt zu berück-
sichtigen und die grenzüberschreitende Lage zwischen Polen, Tschechien
und Deutschland sowie die kurzen Wege in die Zentren Breslau
(Wrocław), Prag und Dresden zu nutzen.

12
Raumordnerisch wirksame Planungen und Konzepte
Planungsinstrument
Zuständigkeit
Raumordnerische
Wirkung
Nationale Strategie für Regionalent-
wicklung 2010-2020 der Republik Polen
(Narodowa Strategia Rozwoju Regio-
nalnego)
Ministerium für Infrastruk-
tur und Entwicklung (Minis-
terstwo Infrastruktury i
Rozwoju)
ul. Wspólna
00926 Warschau
Tel.: 222717000
Staatsebene
Landesentwicklungsplan Sachsen
Sächsisches Staatsminis-
terium des Innern
Landesebene
Entwicklungsstrategie der
Woiwodschaft Niederschlesien 2020
(Strategia Rozwoju Województwa
Dolnośląskiego) 2012
Marschallamt der
Woidwodschaft Nieder-
schlesien
Woiwodschafts-
ebene
Raumordnungsplan der Woiwodschaft
Niederschlesien ; Fortschreibung bis
2020 (2013) (Plan Zagospodarowania
Przestrzennego Województwa Dolno-
śląskiego)
Marschallamt der
Woidwodschaft Nieder-
schlesien
Woiwodschafts-
ebene
Umweltschutzprogramm für Woiwod-
schaft Niederschlesien (Program
Ochrony Srodowiska Województwa
Dolnośląskiego)
Marschallamt der
Woidwodschaft Nieder-
schlesien
Woiwodschafts-
ebene
Braunkohleplan/Sanierungsrahmenplan
für Tagebau Berzdorf 1998
RPV Oberlausitz-
Niederschlesien
Regionalebene
Regionalplan Oberlausitz-
Niederschlesien, Erste Gesamtfort-
schreibung 2010 und Fortschreibung
bzgl. Vorranggebiet Erholung E 12 2010
RPV Oberlausitz-
Niederschlesien
Regionalebene
Landschaftsrahmenplan 2007
RPV Oberlausitz-
Niederschlesien
Regionalebene
Struktureller Rahmenplan Fortschrei-
bung 2010
Planungsverband
Berzdorfer See
Kommunale Ebene
Struktureller Rahmenplan Fortschrei-
bung 2004
Planungsverband
Berzdorfer See
Kommunale Ebene
Struktureller Rahmenplan 1998
Planungsverband
Berzdorfer See
Kommunale Ebene
Touristischen Leitbild zum Berzdorfer
See 2014
CREATOP GmbH
Johann-Friedrich Engel
Kommunale Ebene
INSEK Görlitz; Fortschreibung 2011
Stadt Görlitz, Stadtpla-
nungs- und Bauordnungs-
amt
Kommunale Ebene
Gesamtverkehrskonzept Görlitz 2011
Stadt Görlitz
Kommunale Ebene
Schalltechnische Studie für Motorsport
auf dem See 2008
Planungsverband
Berzdorfer See
Kommunale Ebene
Positionspapier Naturforschende Ge-
sellschaft der Oberlausitz e.V. 2013
Naturforschende Gesell-
schaft der Oberlausitz e.V.
Kommunale Ebene
Entwicklungsstrategie der Gemeinde
Zgorzelec 2004-2014(Strategia Rozwoju
Powiatu Zgorzeleckiego na lata)
Urzad Gminy i Miasta
Zgorzelec
ul. Bohaterów II
Kommunale Ebene
Raumplanung für Gemeinde Bogatynia
(Miejscowy plan zagodposdarowania
przestrzennego dla miasta i gminy
Bogatynia)
Urzad Gminy i Miasta
Bogatynia
ul. Daszyńskiego 1
Kommunale Ebene
Umweltschutzprogramm für Gemeinde
Bogatynia (Program ochrony
Urzad Gminy i Miasta
Bogatynia
Kommunale Ebene

13
srodowiska dla gminy Bogatynia)
ul. Daszyńskiego 1
B-Plan BS 01 Golfplatz Neubersdorfer
Höhe
Gemeindeverwaltung
Schönau-Berzdorf a. d.
Eigen
Kommunale Ebene
B-Plan BS 02 Ferienhaussiedlung
Tauchritz
Stadt Görlitz
Kommunale Ebene
B-Plan BS 03 – ehemalige Tagesanla-
gen Tagebau Berzdorf
Gemeindeverwaltung
Markersdorf
Kommunale Ebene
B-Plan BS 04 Wassersportzentrum
Berzdorfer See
Große Kreisstadt Görlitz/
KommWohnen GmbH
Kommunale Ebene
B-Plan BS 05 Campingplatz Berzdorfer
See
Gemeindeverwaltung
Schönau-Berzdorf a. d.
Eigen
Kommunale Ebene
B-Plan BS06 Deutsch Ossig
Große Kreisstadt Görlitz
Kommunale Ebene
Entwicklungskonzept Neuberzdorfer
Höhe
Gemeindeverwaltung
Schönau-Berzdorf a. d.
Eigen
Kommunale Ebene
B-Plan BS 08 Entwicklungsfläche Klein
Neundorf
Gemeindeverwaltung
Schönau-Berzdorf a. d.
Eigen
Kommunale Ebene
B-Plan BS 09 Blaue Lagune
Gemeindeverwaltung
Schönau-Berzdorf a. d.
Eigen
Kommunale Ebene
B-Plan BS 10 Waldsiedlung
Große Kreisstadt Görlitz
Kommunale Ebene
B-Plan BS 11-VE-Plan Gesundheitsoa-
se „Insel der Sinne“
Große Kreisstadt Görlitz
Kommunale Ebene
B-Plan Haltepunkt Deutsch-Ossig
ZVON
Kommunale Ebene
Bergrechtliche Planungen und Fachplanungen wurden aus Übersichts-
gründen nicht dargestellt.
Die bestehenden Konzepte und Planungen geben neben ihren Inhalten
und planerischen Zielstellungen auch Auskunft über die beteiligten Per-
sonen und Institutionen am Berzdorfer See. Die Akteure, die die Ent-
wicklungen des Berzdorfer Sees beeinflussen, gliedern sich ebenso wie
die Planungen und Konzepte nach den einzelnen raumordnerischen
Ebenen.
Sie sind mit ihren jeweiligen Ansprechpartnern, Kontaktdaten und ihren
Erwartungen als Anhang separat aufgeführt. Aus datenschutzrechtlichen
Gründen wird dieser Anhang nicht veröffentlicht.

14
Als zweiter Bestandteil dieser Kleinstudie wurde am Berzdorfer See eine
Nutzerbefragung durchgeführt und die Kennzeichen der Fahrzeuge so-
wie ihr jeweiliger Standort am See erfasst und ausgewertet. Diese gab
nicht nur Aufschluss über die Frequenz der Fahrzeuge je Standort, son-
dern auch über die Herkunft der Nutzer.
Zur Nutzerbefragung konnten 645 Personen befragt werden. Bei den
befragten Personen handelte es sich häufig um Personengruppen (Paa-
re, Familien, Freunde), sodass die Studie in ihrem Ergebnis die Meinun-
gen von weit mehr Personen abbildet. Von den befragten Personen wa-
ren 254 weiblich und 316 männlich. Für 75 erfolgte keine Angabe. Es
wurden Menschen verschiedener Altersgruppen
3
und Nationalitäten be-
fragt.
Bei den Befragten handelte es sich nahezu ausschließlich um Deutsche,
Polen und Tschechen. Aufgrund des Erlebnistages Berzdorfer See müs-
sen einzelne Ergebnisse der Nutzerbefragung, insbesondere bei der Her-
kunftsangabe differenziert werden. So zeigte sich, dass während des Er-
lebnistages das Interesse der Deutschen für einen Besuch weitaus über-
wiegt. Zudem ist davon auszugehen, dass das Wetter Einfluss auf die An-
zahl der Besucher aus den einzelnen Ländern hat. So waren am zweiten
Befragungstag deutlich mehr junge Personen aus Polen und Tschechien
am Berzdorfer See. An diesem Tag wurden mit 30°C hohe Temperaturen
und keine Wolken verzeichnet, sodass optimale Bedingungen für Baden
bzw. andere überwiegend sportliche Aktivitäten am See vorlagen. Am
ersten Tag der Umfrage herrschten etwa 25°C und z. T. durchwachsenes
Wetter.
Letztendlich zeigen die beiden Befragungstage in Summe einen breiten
Querschnitt der Befragten bzgl. Nationalitäten, Altersgruppen und Ge-
schlecht. Somit ist davon auszugehen, dass alle Interessen und Nutzun-
gen weitestgehend erfasst und aufgezeigt werden konnten. Dennoch
kann diese Studie insgesamt nur einen Ausschnitt der bestehenden Be-
sucher und deren Meinungen widerspiegeln. Die Befragung erhebt kei-
nen Anspruch auf Repräsentativität.
3
Dabei wurde die Einteilung des Statistischen Landesamtes Sachsen gewählt.
3.2
Nutzerbefragung
und Kennzeichenerfassung
am Berzdorfer See

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15
Frage 1: Herkunft der befragten Personen
Die Herkunft der Besucher wurde anhand deren Postleitzahlen erfasst.
Für die Auswertung wurden Gruppen gebildet, wie im Diagramm darge-
stellt.
38%
6%
11%
5%
4%
27%
8%
1%
Herkunft
Stadt Görlitz
an den See angrenzende
Gemeinden
Landkreis Görlitz (incl.
Löbau und Zittau)
Sachsen (außerhalb LK
Görlitz)
Deutschland (außerhalb
Sachsens)
Polen
Tschechien
weitere Länder
Ergebnisse:
-
Über ein Drittel der Befragten stammen aus der Stadt Görlitz.
-
Fast ein Drittel der Besucher kamen aus Polen, davon sind wie-
derum 59% aus Zgorzelec, 19% kommen aus einem Umkreis von
bis zu 50 km um den See wie beispielsweise aus Lubań (Lauban),
Reichenau (Bogatynia) und Gryfów Śląski (Greiffenberg), u.a.
8% kommen aus einem Umkreis von 50 – 200 km zum See wie
Bolesławiec (Bunzlau) und Jelenia Góra (Hirschberg). Weitere 6%
sind aus Breslau (Wrocław) und 8% aus den weiter entfernt lie-
genden Regionen um Warschau, um Krakau, dem östlichen Teil
der Woiwodschaft Dolnośląskie (Niederschlesien) und aus
Gdańsk (Danzig).
-
Die Besucher aus Tschechien bilden den viertgrößten Anteil mit
8%. Davon kommen wiederum 60% aus dem Kreis um Liberec/
Reichenberg und Jablonec nad Nisou/Gablonz, 28% aus kleine-
ren Orten der Region um Frýdlant/Friedland, Tanvald/Tannwald
und auch um Rumburk/Rumburg und 12% kamen aus Prag und
seiner Umgebung.
-
Die relativ wenigen Besucher aus den deutschen Anrainerge-
meinden des Sees resultieren aus der geringen Einwohnerzahl.
-
Fast jeder zehnte Besucher kommt aus Deutschland, außerhalb
des Landkreises Görlitz.
-
Vereinzelt wurden sogar Besucher aus Westeuropa (Spanien,
Großbritannien) und aus Übersee (Argentinien, Mexico, Kuba,
Dominikanische Republik) am See befragt.
3.3.1
Analyse und Auswer-
tung der einzelnen Fragen

16
Thesen:
Der hohe Anteil der Görlitzer Besucher resultiert aus dem Erlebnistag am
28.6.2014, wo der Anteil der deutschen Besucher bei 83% lag. Am zwei-
ten Tag der Befragung, dem 6.7.2014, betrug der Anteil der polnischen
Gäste jedoch 54% und der Anteil der tschechischen Gäste 12%. Mit einer
Lufttemperatur von 30°C herrschte an diesem Tag typisches Badewetter.
Das Haupteinzugsgebiet der polnischen Nutzer des Sees liegt mit nahezu
80% in einer Entfernung von 50 km zum See. Jedoch strahlt der See bis
ca. 200 km nach Polen hinein, was die Nutzerzahlen von 14% belegen.
Bekannt ist der See darüber hinaus auch Gästen aus weiteren Teilen Po-
lens.
Dagegen sind die tschechischen Besucher überwiegend aus der Entfer-
nung von 50 - 60 km zum See. Der verbleibende Teil der Gäste kommt
nahezu ausschließlich aus Prag und seiner näheren Umgebung.
Bei den Besuchern aus Spanien und Großbritannien handelt es sich um
Touristen, die durch GoogleMaps oder auf Empfehlung von Freunden
den See entdeckt hatten. Bei dem argentinischen Gast handelte es sich
um einen Beachvolleyballer aus Berlin, die Mexikanerin arbeitet in Gör-
litz.
Empfehlungen:
Zur ausreichenden Berücksichtigung der Nutzergruppen sollen Informa-
tionen und Angebote mehrsprachig verfasst werden. Dabei ist die Ver-
wendung von Piktogrammen hilfreich.

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17
Frage 2: Welcher Altersgruppe gehören Sie an?
Die Altersgruppen basieren auf der Verteilung des Statistischen Landes-
amtes und zeigen, inwiefern, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene,
Erwachsene und Senioren den Berzdorfer See nutzen.
3%
18%
32%
22%
13%
11%
Befragte Altersgruppen
6-14 Jahre
15-24 Jahre
25-40 Jahre
41-55 Jahre
56-65 Jahre
>65 Jahre
Ergebnisse:
-
Der See wird von allen Altersgruppen nahezu gleichzeitig ge-
nutzt.
-
Der geringe Anteil von Kindern und Jugendlichen der Alters-
gruppe 6-14 Jahre resultiert aus der Befragung der Eltern.
-
Großer Anteil von jenen Besuchern, die den Berzdorfer See mit
dem PKW oder selbstständig per Fahrrad erreichen können.
Thesen:
Der geringere Anteil von Kindern und Jugendlichen unter 14 Jahren ist in
der mangelnden Erreichbarkeit des Sees mit ÖPNV sowie mangelnden
Angeboten für diese Altersgruppe zu erklären. Diese These wurde inso-
fern bestätigt, dass die Kritik an mangelnden Spielplätzen vergleichswei-
se häufig auftrat (5. Platz, 32 Mal erwähnt bei der Frage 6).
Empfehlungen:
Der geringfügige Anteil an Kindern und Jugendlichen bis 14 Jahre sowie
die Kritik zu fehlenden Spielplätze kann durch Spiel- und Freizeitangebo-
te für diese Altersgruppe behoben werden.
Auch eine bessere ÖPNV-Anbindung von Bus und Bahn würde die At-
traktivität des Sees für diese Altersgruppe erhöhen.
Die polnischen Besucher gehörten über-
wiegend der jüngeren Altersgruppe an
(zwischen 6 und 25 Jahre), von den deut-
schen Besuchern kamen vorwiegend Älte-
re (55 - >65 Jahre) an den Berzdorfer See.
Von 137 Personen aus der Altersgruppe 6-
25 Jahre waren 32% Polen, 8% Tschechen
und 19% Deutsche. Prozentual hatten
demnach die Polen den höchsten Anteil an
Kindern und jungen Erwachsenen.
Von den 158 Personen aus der Altersgrup-
pe der über 55-jährigen waren 31% Deut-
sche, 15% Polen und 10% Tschechen. Da-
mit bestätigt sich die These, indem die
Deutschen prozentual den höchsten Anteil
der älteren Befragten ausmachten.
(Hinweis: es wurde für die Berechnung die
Nationalität verwendet)

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18
Frage 3: Wie haben Sie vom Berzdorfer See gehört?
Die Auswertung dieser Frage lässt eine erste Einschätzung zu, wie Mar-
ketingmaßnahmen platziert werden sollten.
3%
6%
33%
4%
51%
5%
3%
Wie haben Sie vom See gehört?
Presse
Fernsehen/Internet
Freunde/Bekannte
Werbung
seit langem bekannt
Sonstiges
k. A.
Ergebnisse:
-
Über die Hälfte der Befragten kennt den See noch aus der Zeit
als aktiver Tagebau bzw. die jüngeren Befragten sind mit dem
See aufgewachsen.
-
Fast die Hälfte aller polnischen Befragten (48%) hat von dem See
durch Bekannte oder Verwandte erfahren.
-
Weniger als 10% der Befragten wurden durch Printmedien auf
den See aufmerksam.
-
Ausländische Besucher außer aus den Nachbarstaaten Polen und
Tschechien entdeckten den See durch die Presse und das Inter-
net.
Thesen:
Der hohe Bekanntheitsgrad des Sees („seit langem bekannt“) resultiert
aus dem hohen Besucheranteil der Stadt Görlitz und seinem unmittelba-
ren Umland. Auch die polnischen Besucher schätzen die restriktionsfreie
Atmosphäre am See und geben dieses positive Stimmungsbild an Freun-
de und Bekannte weiter.
Der geringe Bekanntheitsgrad über Presse, Fernsehen und Internet im
Verhältnis zur hohen Besucherzahl lässt auf ein hohes Wachstumspoten-
tial am See schließen, wenn diese Medien konsequent genutzt werden.
Empfehlungen:
Sollte eine Vermarktung stärker über die Medien erfolgen, müssen die
Angebote am See und ihre Qualität mit dieser intensiveren Vermarktung
Schritt halten, da bereits jetzt sehr hohe Besucherzahlen an warmen Ta-
gen zu verzeichnen sind.
Grundsätzlich empfiehlt es sich auch, Informationen über den See an
zentralen Orten am See und in den Anrainergemeinden zu platzieren.

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19
Frage 4: Wie sind Sie angereist?
Diese Frage sollte vor allem Aufschluss über die Auslastung und den Be-
darf bzgl. der Verkehrsinfrastruktur aufzeigen.
3%
65%
29%
3%
Benutztes Verkehrsmittel
MIV
ÖPNV
Fahrrad
zu Fuß
Ergebnisse:
-
Unabhängig vom Tag der Befragung überwiegt der MIV (motori-
sierter Individualverkehr - PKW oder Motorrad) deutlich (fast
zwei Drittel der verwendeten Verkehrsmittel).
-
Nahezu ein Drittel der Besucher erreicht den See mit dem Fahr-
rad.
-
44% der Görlitzer erreichen den See mit dem PKW.
-
Genutzte Verkehrsmittel, wie ÖPNV und „zu Fuß“ sind gegen-
wärtig marginal.
-
Durch die Besucher erfolgten während der Befragungen zahlrei-
che Hinweise zu den ungenügenden ÖPNV-Anbindungen.
Thesen:
Unabhängig von der Nationalität und Altersgruppe erreichen alle Besu-
chergruppen den See mit dem Fahrrad in gleicher Relation. Die Nutzung
dieses Verkehrsmittels orientiert sich allein an der Entfernung bzw. Er-
reichbarkeit des Wohnortes zum See.
Es wird die These vertreten, dass die gegenwärtige Verkehrsinfrastruktur
am und zum See die Erreichbarkeit mit dem Fahrrad erschwert. Eine Er-
reichbarkeit des Sees mit dem ÖPNV und zu Fuß wird gemieden.
Empfehlungen:
Die Dominanz des MIV bildet einen Widerspruch zu den vergleichsweise
häufig angegebenen Erwartungen, den See auch weiterhin als naturbe-
lassen zu erleben. Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV - Bus und
Bahn) sollte weiter ausgebaut werden, um den MIV zu reduzieren.
Die durchgängige radläufige Verbindung von der Innenstadt zum See ist
zu verbessern.

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20
Frage 5: Welche Angebote nutzen Sie?
Die Frage konnte einen ersten Eindruck geben, für welche Aktivitäten
die Besucher vorwiegend an den Berzdorfer See kommen.
14%
31%
4%
22%
21%
9%
Genutzte Angebote
Gastronomie
Baden/Schwimmen
Segeln/Surfen
Spazieren/Erholen
Wandern/Radeln
Sonstiges
Ergebnisse:
-
Die Hauptnutzungen am See sind der Wassersport (Baden,
Schwimmen, Segeln, Surfen) sowie die naturgebundene Erho-
lung (Wandern, Rad fahren, Spazieren).
-
Die Befragung erfolgte an zwei Tagen (28.6. kein Badewetter;
6.7. typisches Badewetter) und unterstreicht somit die Plausibili-
tät der Antworten.
-
Als „Sonstige Aktivitäten“ wurden überwiegend Volleyball und
Skaten genannt.
-
Das Surfen wurde überwiegend von den tschechischen Befrag-
ten genannt.
Thesen:
Der Wassersport (davon wiederum insbesondere das Baden und
Schwimmen) am See wird überwiegend von polnischen Gästen ange-
nommen (65%), welche der Altersgruppe bis 40 Jahre (75%) zuzuordnen
sind. Dieses Angebot ist vorwiegend in der warmen Jahreszeit nutzbar.
Spazieren und Erholen sowie Rad fahren und Wandern wird überwie-
gend von den deutschen Gästen (78%) wahrgenommen. Diese sind wie-
derum den Altersgruppen über 41 Jahre (72%) zuzuordnen.
Die Nutzung der Gastronomie ist vergleichsweise gering, was sicherlich
an der geringen Angebotsdichte und –qualität liegt.
Eine Verbindung der touristischen Angebote am See mit den Tourismus-
angeboten der Stadt Görlitz kann eine höhere Aufenthaltsdauer der Gäs-
te bewirken.
Empfehlungen:
Eine vielfältige und qualitativ hochwertige Gastronomie in Verbindung
mit der landschaftlichen Lage und Schönheit bietet das Potential, ganz-
jährig Angebote zu schaffen.

21
Frage 6: Was vermissen Sie am See?
Mit dieser Frage konnte eine erste Einschätzung erfolgen, was am Berz-
dorfer See vor allem kurzfristig gewünscht ist.
36
157
112
89
39
34
32
19
13
13
13
11
10
k. A.
kein Bedürfnis
Sanitäranlagen
Gastronomie
Schatten
Müll eimer
Spielplätze
Asphaltierung Rundweg
besserer Sand/Strand
Camping
Events
Sonnenschirme
mehr Parkplätze
Anzahl der Nennungen
Besonders häufig vermisst
Ergebnisse:
-
Ein Viertel der Befragten vermisst nichts am Berzdorfer See und
ist mit dem vorhandenen Zustand zufrieden.
-
Jeder sechste Besucher vermisst Sanitäranlagen.
-
Es sind die grundlegenden Bedürfnisse, welche die Menschen
hinsichtlich der Angebotsstruktur am Berzdorfer See haben (Sa-
nitäranlagen, Gastronomie, Schattenplätze, Abfallbehälter).
-
Fehlende Parkplätze haben dagegen nur 1,5% der Besucher ge-
nannt
-
hinsichtlich der räumlichen Zuordnung dieser Defizite am See
wurde nahezu ausschließlich der Nordstrand genannt.
-
Die Kritik über fehlende Gastronomie betraf die gesamte Band-
breite von Kiosk über feste bauliche Gastronomie bis zu ganzjäh-
rigen Gastronomieangeboten.
Thesen:
Die häufige Nennung der Besucher, die keine weiteren Bedürfnisse am
See haben, korreliert mit den Wünschen, das gegenwärtig naturbelasse-
ne Erscheinungsbild am See auch künftig beizubehalten.
Empfehlungen:
Die aufgezeigten Angebotsdefizite sollten schrittweise, zeitnah und in
dieser Reihenfolge umgesetzt werden, um die Entwicklung am See
sichtbar zu machen. Zunächst gilt es, die grundlegenden Bedürfnisse zu
decken. Anschließend können die Angebote höherer Qualität sukzessive
umgesetzt werden.

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22
Frage 7: Besteht Ihrerseits Interesse weitere Angebote in der Umge-
bung, insbesondere in Polen, wahrzunehmen? Wenn ja, welche?
Die Frage gibt Auskunft darüber, wie eine mögliche grenzübergreifende
Entwicklung des Tourismus angenommen werden würde.
Ergebnisse:
-
Sehr stark geteilte Meinungen bei den Befragten.
-
Bei den Befragten mit positiver Antwort bevorzugten etwa ein
Viertel (28%) den sanften und naturgebundenen Tourismus
(Gastronomie, Radfahren, Wandern).
-
Die Antwort „Nein“ kam häufig in Verbindung mit den Kommen-
taren „eine Verbindung besteht bereits“/„kein Bedürfnis“.
- Die Antwort „Ja“ kam des Öfteren ohne Vorschläge, welche An-
gebote genutzt werden könnten.
Thesen:
Die These, dass jene Besucher, welche die Antwort „keine Angabe“
machten, überwiegend zum ersten Mal am See waren, ließ sich nicht
bestätigen. Es handelte sich dabei insbesondere um jene, welche min-
destens einmal im Monat und mehr am See sind.
Empfehlungen:
Aufbau und Entwicklung eines grenzübergreifenden sanften Tourismus
in Kombination mit Angeboten für die Naherholung. Stärkung von mehr-
sprachigen Angeboten in Deutschland und Polen. Gastronomische An-
gebote erhöhen das Interesse an einem Besuch in Polen.
Wichtig ist das Bewusstsein, dass diese Entwicklung Zeit brauchen wird.
43%
45%
12%
Interesse weitere Angebote zu
nutzen (in Polen)
ja
nein
k. A.
Die Beantwortung dieser Frage mit „Ja“
nach Nationalitäten geordnet, ergab
folgendes Bild:
-
Deutsche 41 %
-
Polen 54 %
-
Tschechen 16 %
Die geringe Zustimmung der tschechi-
schen Besucher lässt sich möglicherweise
auf den weiten Anfahrtsweg zurückfüh-
ren.
Nach Auswertung der Herkunftsangaben
(Frage 1) lässt sich feststellen, je näher
die Besucher am See wohnen, desto
mehr interessieren sie sich für Angebote
in Polen.

23
Frage 8: Welche Erwartungen haben Sie an die weitere Entwicklung
des Sees?
Obwohl sich diese Frage z. T. mit der Frage 6 (Was vermissen Sie am
See?) überschneidet, brachte sie die Befragten überwiegend dazu, wei-
tere, vor allem perspektivische Anregungen zu formulieren.
54
100
35 35
34
33
31
30
25
23 23
21
18
17 17 17
16 16 16
14
13 13 13
10
k. A.
keine Erwartungen
Campingplatz
T ourismus
Events
Gastronomie
Erhalt Status quo
weitere Entwicklung
Naturbelassen
Sport/-stätten
Übernachtungsmöglichkeiten
Sanitäranlagen
Infrastruktur
Hotels
Fahrgastschiff fahrt
Spielplätze
mehr Angebote
Sauberkeit
Zug änglichkeit
Naherholung
Ferienanlage
Projektumsetzungen
Wasserangebote
Freizeitangebote
Anzahl der Nennungen
Besonders häufige Erwartungen an den See
Ergebnisse:
-
Ein Viertel der Befragten konnte keine Angaben machen oder
hat keine Erwartungen an die weitere Entwicklung des Sees.
-
Die Erwartungen lassen sich im Wesentlichen wie folgt benen-
nen:
o
Ausbau von verschiedenen Übernachtungsmöglichkei-
ten (Campinganlage, Hotels, Ferienanlagen)
o
Bewahrung des naturbelassenen Charakters und der Zu-
gänglichkeit des Sees
o
Ausbau von Sport- und Freizeitangeboten (Boots- und
Fahrradverleih, Surf- und Segelschule u.a.)
o
Stärkung der Gastronomie
-
Die Blaue Lagune wurde mehrfach als Vorbild für die weitere
Entwicklung des Sees genannt.

24
Thesen:
Der Berzdorfer See wird vonseiten der gegenwärtigen Nutzer als Naher-
holungsgebiet und als Gebiet für den sanften Tourismus wahrgenom-
men.
Es bestehen Bedenken gegenüber dem Bau großer Hotels und Ferienan-
lagen. Die Bedenken begründen sich vor allem mit einem möglichen ein-
geschränkten Zugang zum Wasser.
Empfehlungen:
Konsequente Vermarktung der Themen „Natur und Landschaft“. Sein
gegenwärtiges naturbelassenes Auftreten sollte auch bei einem Ausbau
der Angebotsstruktur erhalten bleiben.
Bei der Schaffung von Übernachtungsangeboten kann mit niederschwel-
ligen Angeboten als Zwischenlösung begonnen werden. Schritt für
Schritt sind Übernachtungsangebote in einem höheren Qualitätsseg-
ment aufzubauen.
Der Berzdorfer See sollte auch weiterhin für alle zur Verfügung stehen.

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25
Frage 9: Wie häufig sind Sie am See (in der warmen Jahreszeit)?
Indem Kenntnis darüber vorliegt, wie häufig die Besucher an den See
kommen, können erste Rückschlüsse gezogen werden, ob die Menschen
gerne kommen und welche Angebots- und Verkehrsstruktur benötigt
werden.
Ergebnisse:
-
Über ein Drittel der Besucher kommt mindestens einmal die
Woche an den See.
-
Fast drei Viertel der Befragten kommen mindestens einmal im
Monat an den See.
-
Jeder Sechste kam zum ersten Mal, gewünscht haben sich diese
Personen eine bessere touristische Infrastruktur (Schattenplät-
ze, Sanitäranlagen, Gastronomie, Spielplätze und kostenlo-
se/günstige Parkplätze).
Thesen:
Die meisten Besucher kommen gerne wieder.
Für den Erstbesucher sollte der See eine gute Atmosphäre hinterlassen,
da die Bekanntheit des Sees zu 33% über Freunde und Bekannte vermit-
telt wird (vgl. Frage 3).
Die häufigen und regelmäßigen Besucher schätzen den See bei jeder
Jahreszeit.
Empfehlungen
Die Angebotsstruktur sollte daran ausgerichtet werden, dass die meisten
Besucher häufig, d.h. mindestens einmal im Monat an den See kommen
und eine hohe Identifikation mit ihm besitzen.
Bei touristischen Angeboten spielt die Naturbelassenheit am See eine
große Rolle.
16%
26%
29%
13%
15%
1%
Wie oft sind Sie am See?
>2 pro Woche
1-2 pro Woche
1-2 pro Monat
1-2 pro Halbjahr
zum ersten Mal
k. A.

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26
Die Erfassung der Autokennzeichen wurde ausschließlich am 28.06.2014
vorgenommen. Sie gibt nicht nur Auskunft über die Herkunft der Fahr-
zeuge, sondern auch darüber, welcher Parkplatz besonders hoch fre-
quentiert ist am Berzdorfer See.
80%
5%
7%
4%
3%
Woher kamen die Fahrzeuge?
Landkreis Görlitz
Sachsen (ohne
Landkreis Görlitz)
Deutschland (ohne
Sachsen)
Polen
Tschechien
404
291
357
Anzahl der Fahrzeuge je Parkplatz
Nordstrand
Hagenwerder
Blaue Lagune
Ergebnisse:
-
Insgesamt wurden 1.052 Autokennzeichen erfasst.
-
Der hohe Anteil der deutschen Fahrzeugkennzeichen ist auf den
Erlebnistag Berzdorfer See am 28.6.2014 zurückzuführen.
-
Der geringe Anteil polnischer Fahrzeugkennzeichen liegt darin
begründet, dass an diesem Tag kein klassisches Badewetter vor-
herrschte.
-
Die höchste Frequenz der Stellplatznutzung fand, unabhängig
von der Uhrzeit, am Nordstrand statt; gefolgt von der Blauen La-
gune und Hagenwerder.
-
Bei der Erfassung der Autokennzeichen bestand ein deutlich hö-
herer Anteil von deutschen Fahrzeugen, welche außerhalb von
Sachsen kamen, als im Vergleich zu Frage 1 (Herkunftsangabe
der Besucher).
3.3.2
Auswertung
Fahrzeugkennzeichen

27
-
Die deutschen Besucher, außerhalb Sachsens, kamen bis aus
Hamburg, Dortmund, Stuttgart und den Regionen südlich von
München.
-
Von den polnischen Besuchern kamen 57% aus dem Powiat
Zgorzelecki (Landkreis Zgorzelec). Neben den Besuchern (34%)
aus dem Powiat Lubański (Landkreis Lauban) und Powiat Bo-
lesławiecki (Landkreis Bunzlau) sowie den Städten Hirschberg
(Jelenia Góra) und Liegnitz (Legnica), kamen insgesamt 9% der
Besucher aus den weiter entfernt liegenden Orten im Powiat
Wolsztyński (Landkreis Wollstein - 180 km Entfernung zum See),
Powiat Oleśnicki (Landkreis Oels - 230 km Entfernung zum See)
und Powiat Wąbrzeski (Landkreis Briesen - 500 km Entfernung
zum See) sowie aus der Stadt Częstochowa (Tschenstochau –
350 km Entfernung zum See).
-
Von den tschechischen Besuchern kamen 67% aus dem Kraj
Liberec und 16% aus Prag bzw. dessen Umland.

28
Der Nachbarschaftsraum Berzdorfer See/Tagebau Turow besitzt ein ho-
hes Potential zur Nutzung der Bergbaufolgelandschaft. Trotz der wach-
senden Attraktivität der Region kann dieses Potential noch nicht in vol-
lem Umfang genutzt werden.
Innerhalb des Projektes „Gemeinsam für den Grenzraum Niederschlesi-
en-Sachsen“ wurde vorgeschlagen, Zukunftsperspektiven für den Grenz-
raum zu entwickeln und diese in einer Kampagne gegenüber der Bevöl-
kerung, den Verwaltungsbehörden, der Wirtschaft u.a. zu kommunizie-
ren. Die Kleinstudie legt dafür die fachlichen Grundlagen.
Zunächst wurden die vorhandenen substanziellen Pläne und Konzepte
sowie die relevanten Akteure für den Grenzraum geprüft.
Die für den Berzdorfer See bestehenden Konzepte und Pläne zeigen sich
heterogen beim Stand ihrer Umsetzung. Während die übergeordneten
Vorgaben zumeist schlüssig vorliegen, bestehen Defizite in der Umset-
zungsplanung.
Auf polnischer Seite existieren eine klare und schlüssige Entwicklungs-
strategie sowie eine Raumordnungsplanung.
Zur Beurteilung des Nutzerverhaltens am Berzdorfer See erfolgte am
28.6. und am 6.7.2014 eine Befragung von 645 Personen. Zudem wur-
den am 28.6.2014 insgesamt 1.052 Kfz-Kennzeichen erfasst.
Im Ergebnis der Befragung wünschen sich die Besucher des Berzdorfer
Sees ein Naherholungsgebiet mit einer angemessenen touristischen In-
frastruktur unter Bewahrung des naturbelassenen Erscheinungsbildes
des Sees. Dabei ist die Zugänglichkeit des Wassers von hoher Bedeutung.
Die in der Aufstellung befindlichen Bebauungspläne am Berzdorfer See
und ihre Planungsziele decken sich zum großen Teil mit den Bedürfnis-
sen und Erwartungen der Besucher. Beispielsweise kommen die Planung
einer Ferienanlage mit Freizeitangeboten an der Blauen Lagune sowie
ein Hotel mit Gastronomie (Insel der Sinne) in Hagenwerder dem
Wunsch nach mehr Angeboten bzw. einer weiteren Entwicklung am See
entgegen. Sollten jedoch alle Vorhaben in dem geplanten Umfang um-
gesetzt werden, würde das naturbelassene Erscheinungsbild des Sees
und damit das wichtigste Besuchsargument der gegenwärtigen Nutzer
gestört werden.
Der See wird gegenwärtig überwiegend mit dem eigenen PKW und dem
Fahrrad erreicht. Eine bessere Anbindung des ÖPNV, z. B. durch einen
neuen Haltepunkt Deutsch-Ossig auf der Bahnlinie Görlitz - Zittau, er-
höht die Attraktivität zur Erreichbarkeit des Sees auch für die jüngeren
Bevölkerungsgruppen.
4. Zusammenfassung

29
Aufgrund dessen sollten für die weitere Entwicklung des Berzdorfer Sees
folgende Leitlinien berücksichtigt werden:
-
Erweiterung der Angebotsstruktur für alle Altersgruppen, insbe-
sondere im Sport- und Freizeitsektor
-
Erweiterung der touristischen Infrastruktur
-
Informationen zum See an zentralen Orten
-
Mehrsprachigkeit der Angebote und Informationen
-
Ausbau des ÖPNV als Alternative zum MIV
-
Schaffung von Übernachtungsangeboten
-
Ergänzung des gastronomischen Angebots durch ganzjährige
Gastronomie
-
Fokussierung der grenzübergreifenden Angebote auf sanften
Tourismus und Gastronomie
Gerade die Entwicklung touristischer Angebote in Polen wird noch Zeit
in Anspruch nehmen. Hier kann durch eine hohe Qualität und konse-
quente Vermarktung jedes einzelnen Angebotes ein wichtiger Baustein
zur nachhaltigen und langfristigen Etablierung des Tourismus in der Re-
gion erfolgen.