image
image
image
Verlegetechniken für den
Breitbandausbau
Verlegung in geringerer Verlegetiefe nach § 68 Absatz 2 TKG

Eine Informationsbroschüre der
Arbeitsgruppe Digitale Netze
zur Umsetzung des Gesetzes zur Erleichterung des
Ausbaus digitaler Hochgeschwindigkeitsnetze (DigiNetzG) unter Vorsitz des Bundesministeriums für Verkehr und
digitale Infrastruktur

Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ..................................................................................................................................................................3
2. Verlegemethoden und eingesetzte Techniken .....................................................................................................5
2.1
Offene Grabenbauweise ...........................................................................................................................................5
2.2
Offene Grabenbauweise mit geringerer Verlegetiefe ........................................................................................6
2.3 Trenchingverfahren ...................................................................................................................................................7
2.4 Horizontal-Spülbohrverfahren ............................................................................................................................10
2.5
Pressbohrung (Erdraketentechnik) ..................................................................................................................... 12
2.6 Pflugverfahren .........................................................................................................................................................13
2.7
Tabellarische Gesamtübersicht der Verlegeverfahren ................................................................................... 14
2.8
Tabellarische Gesamtübersicht der Anwendungsszenarien ......................................................................... 16
2.9
Vorteile alternativer Verlegetechniken gegenüber konventionellem Tiefbau .......................................... 17
3.
Richtlinien und technische Bestimmungen ........................................................................................................19
3.1
Technische Regelwerke ......................................................................................................................................... 20
3.1.1 H Trenching (2014) ..................................................................................................................................... 20
3.1.2 ATB-BeStra (2008) ......................................................................................................................................20
3.1.3 RStO (2012) ..................................................................................................................................................21
3.1.4 ZTV A-StB (2012) ........................................................................................................................................ 23
3.1.5 ZTV E-StB 17 - Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien
für Erdarbeiten im Straßenbau, Ausgabe 2017 eingeführt .............................................................. 23
3.1.6 DIN 4142:2012-01 - Baugruben und Gräben - Böschungen, Verbau, Arbeitsmethoden .......... 23
3.1.7 DIN 18300:2016-09 - VOB Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen – Teil C:
Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) - Erdarbeiten ............. 23
3.1.8 DIN 18322:2016-09 - VOB Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen – Teil C:
Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV)
- Kabelleitungstiefbauarbeiten ...............................................................................................................23
3.1.9 DIN 4123:2013-04 - Ausschachtungen, Gründungen und Unterfangungen im Bereich
bestehender Gebäude ...............................................................................................................................24
4.
Mitglieder der AG Digitale Netze des BMVI .......................................................................................................25

2

3
Durch den Einsatz untiefer Verlegetechniken für die Erwei-
terung von Telekommunikations-Infrastrukturen wird der
Ausbau von Telekommunikationslinien durch Tiefbau in
geringerer Verlegetiefe ermöglicht. Insbesondere in unter-
versorgten Gebieten ländlich strukturierter Regionen kann
durch die Nutzung innovativer und konventioneller Ver-
legetechniken in reduzierter Tiefe der Glasfaserausbau zu
den Gebäuden (FTTB) und Wohnungen (FTTH) signifikant
beschleunigt werden. Es ist zu erwarten, dass hierdurch die
Tiefbaukosten, die den überwiegenden Teil der Kosten des
Ausbaus ausmachen, spürbar verringert und gleichzeitig
die Geschwindigkeit der Projektrealisierung deutlich ge-
steigert werden.
Durch entsprechende Änderung der einschlägigen Vor-
schriften im TKG wurde es bereits 2012 gesetzlich für zu-
lässig erklärt, dass die Verlegetiefe beim Breitbandausbau
durch Nutzung von Micro- oder Minitrenching-Verfahren
in Abweichung von den Allgemeinen Technischen Bestim-
mungen verringert werden kann. Ausgenommen hiervon
sind gemäß § 68 Abs. 2 Satz 4 TKG nur Bundesautobahnen
und autobahnähnlich ausgebaute Bundesfernstraßen.
Im Zuge des DigiNetz-Gesetzes zur Erleichterung des Aus-
baus digitaler Hochgeschwindigkeitsnetze wurde 2016 die
bisherige Beschränkung zulässiger alternativer Verlege-
techniken auf Mini- und Microtrenching in § 68 Abs. 2 TKG
aufgehoben und allgemein die Verlegung in geringerer als
der gewöhnlichen Verlegetiefe für zulässig erklärt. Damit
sind nunmehr alle Verlegetechniken und Bauverfahren für
in reduzierter Tiefe verlegte Glasfaserleitungen oder Leer-
rohrsysteme, die der Aufnahme von Glasfaserleitungen die-
nen, von der Ausnahmeregelung umfasst.
Da eine Verlegung in geringerer Verlegetiefe im Einzelfall
das Schutzniveau für Telekommunikations-Infrastrukturen
beeinträchtigen und den Erhaltungsaufwand des Straßen-
baulasträgers insgesamt erhöhen kann, ist im Rahmen der
Zustimmung des Wegebaulastträgers nach § 68 Abs. 2 Satz 3
TKG eine gebundene Abwägungsentscheidung zu treffen.
Dabei ist dem Antrag auf Verlegung in geringerer Tiefe im-
mer stattzugeben, wenn keiner der abschließend aufge-
zählten Ablehnungsgründe vorliegt. Ablehnungsgründe
sind die wesentliche Beeinträchtigung des Schutzniveaus,
die wesentliche Erhöhung des Erhaltungsaufwandes und
vom Antragsteller nicht übernommene Aufwendungen für
etwaige wesentliche Beeinträchtigungen.
Es ist Ziel dieser Broschüre, den Entscheidern vor Ort eine
allgemeine Darstellung der Vor- und Nachteile der jeweili-
gen Verlegetechniken an die Hand zu geben, um die Vortei-
le mindertiefer Verlegung in allen hierfür geeigneten Fällen
zum Zuge kommen zu lassen und damit den Breitbandaus-
bau zu beschleunigen.
Dieses Dokument dient einer Bestandsaufnahme zum Fra-
genkomplex der sogenannten „untiefen Verlegetechniken“
und beschreibt hierfür die gängigen Methoden zur minder-
tiefen Verlegung, erläutert ihre Einsatzzwecke, Einsatzbe-
reiche sowie Kostenfaktoren und stellt Vor- und Nachteile
gegenüber der klassischen Grabenbauweise dar. Da bisher
nicht für alle Verlegetechniken allgemein verbindliche Re-
gelwerke bestehen, werden ihre Vor- und Nachteile gegen-
1. Einleitung
§ 68 Abs. 2 TKG 2016:
Telekommunikationslinien sind so zu errichten und zu
unterhalten, dass sie den Anforderungen der öffentli-
chen Sicherheit und Ordnung sowie den anerkannten
Regeln der Technik genügen. Beim Träger der Straßen-
baulast kann beantragt werden, Glasfaserleitungen oder
Leerrohrsysteme, die der Aufnahme von Glasfaserleitun-
gen dienen, in Abweichung der Allgemeinen Technischen
Bestimmungen für die Benutzung von Straßen durch Lei-
tungen und Telekommunikationslinien (ATB) in geringe-
rer Verlegetiefe, wie im Wege des Micro- oder Minitren-
ching, zu verlegen. Dem Antrag ist stattzugeben, wenn
1. die Verringerung der Verlegetiefe nicht zu einer we-
sentlichen Beeinträchtigung des Schutzniveaus und
2. nicht zu einer wesentlichen Erhöhung des Erhal-
tungsaufwandes führt oder
3. der Antragsteller die durch eine mögliche wesentli-
che Beeinträchtigung entstehenden Kosten bezie-
hungsweise den höheren Verwaltungsaufwand über-
nimmt.
Die Sätze 2 und 3 finden keine Anwendung auf die Ver-
legung von Glasfaserleitungen oder Leerrohrsystemen in
Bundesautobahnen und autobahnähnlich ausgebauten
Bundesfernstraßen.

4
über der klassischen Verlegemethode des offenen Graben-
baus für die erforderliche Einzelabwägung in Fachkreisen
offen diskutiert. Die vom Bundesministerium für Verkehr
und digitale Infrastruktur (BMVI) ins Leben gerufene Ar-
beitsgruppe Digitale Netze hat diese Diskussion aufgegrif-
fen und stellt mit dieser Broschüre den Entscheidern vor
Ort Erläuterungen und Abwägungshilfen als Entschei-
dungshilfe zur Verfügung.
Ferner enthält dieses Dokument einen Auszug aus zu be-
achtenden Regelwerken, die direkt oder indirekt Bestim-
mungen zur Festlegung von Grabentiefen zur Verlegung
von Leitungen enthalten. In der AG sind neben dem zu-
ständigen Bundesministerium für Verkehr und digitale
Infrastruktur Experten der Wirtschafts- und Verkehrsmi-
nisterkonferenzen der Länder, der kommunalen Spitzen-
verbände, des Breitbandbüros des Bundes sowie der Tele-
kommunikationsverbände und -unternehmen vertreten.
Eine vollständige Auflistung der AG-Mitglieder findet sich
am Ende der Broschüre.

image
image
5
2. Verlegemethoden und
eingesetzte Techniken
Telekommunikationskabel und -leitungen werden in der
Regel in einer Verlegetiefe von 60 cm verlegt. Im Straßen-
bereich können aber je nach Einsatzbereich auch Min-
destüberdeckungen der zu verlegenden Kabelinfrastruktur
bis zu 1,20 m oder mehr notwendig sein. Im Einzelfall sind
die entsprechenden Regelungen der Allgemeinen Techni-
schen Bestimmungen für die Benutzung von öffentlichen
Straßen, Wegen und Plätzen durch Leitungen und Tele-
kommunikationslinien (ATB-BeStra 2008) zu beachten.
1
Im weiteren Dokument wird für die Verlegung in „geringe-
rer Tiefe“ aus Vereinfachungsgründen eine Verlegetiefe von
60 cm allgemein als Referenztiefe herangezogen.
Folgende Verlegetechniken werden derzeit im Tiefbau
eingesetzt und werden im Folgenden im Hinblick auf ihre
Eignung für die Verlegung in geringerer Tiefe gegenüber-
gestellt:
Offene Grabenbauweise
Trenchingverfahren
Horizontal-Spülbohrverfahren
Pressbohrung (Erdraketentechnik)
Pflugtechnik
Im Rahmen der Einzelabwägung vor Ort sind die alter-
nativen Verlegetechniken beim Straßenbau regelmäßig
den Vor- und Nachteilen der klassischen offenen Graben-
bauweise gegenüberzustellen, denn eine Abweichung ist
nur in Absprache mit dem Baulastträger, zum Beispiel der
jeweiligen Kommune, möglich. Eine vergleichbare Abwä-
gung sollte auch bei Gehwegen, Radwegen und sonstigen
Straßenrandbereichen erfolgen.
1
Auch nach den Zusätzlichen Technischen Vertragsbedin-
gungen der Deutschen Telekom AG (DTAG), ZTV-TKNetz 10,
beträgt die Mindestüberdeckung 50 cm. Die Mindestüberde-
ckung ist so zu wählen, dass die Leitungszone nicht in den
Oberbau hineinragt.
2.1
Offene Grabenbauweise
Die offene Grabenbauweise ist ein Verfahren im Leitungs-
tiefbau für die Erdverlegung von Ver- und Entsorgungs-
leitungen. Dabei wird die Erdoberfläche geöffnet und ein
Graben ausgehoben. Die offene Grabenbauweise kommt in
allen topologischen Szenarien zum Einsatz und ist grund-
sätzlich bei allen Arten von Oberflächen durchführbar.
Je nach zu verlegender Infrastruktur, Bodenart und bereits
vorhandenen Infrastrukturen erfolgt die Erstellung des
Grabens in unterschiedlicher Weise.
Für den Leitungstiefbau von Telekommunikationslinien
werden sowohl Handschachtungen als auch Baugeräte
(bspw. Minibagger) und Fräsen eingesetzt.
Abbildungen 1 und 2: Offene Grabenbauweise
Quelle: atene KOM GmbH, Florian Schuh

image
image
image
6
Nach dem Verlegen der Leitungen wird der ausgehobene
Graben wieder verfüllt, der Boden lagenweise verdichtet
und die Oberfläche wiederhergestellt. In Deutschland sind
Grabentiefen bis zu 1,25 m ohne Abböschung der Graben-
kante bzw. ohne Einsatz eines Grabenverbaus zulässig.
Die hier beschriebene offene Grabenbauweise in Regeltiefe
dient als Referenzverfahren, um die im Folgenden darge-
stellten alternativen Verlegetechniken zu bewerten.
2.2
Offene Grabenbauweise mit geringerer Verle-
getiefe
Die offene Grabenbauweise kann auch zur Verlegung in
geringerer Tiefe genutzt werden. Bereits durch Abweichung
von der Regeltiefe, der Durchführung in Geh- und Radwe-
gen oder durch den Einsatz von Grabenfräsen können ge-
gebenenfalls Einsparpotentiale realisiert werden.
So kann bei der offenen Grabenbauweise für FTTH-An-
schlussnetze die Verlegetiefe im Straßenrandbereich bzw.
in Rad- und Gehwegen im Einzelfall auf 20-60 cm verrin-
gert werden. Das reduziert das Volumen des Aushubs und
ermöglicht im gesamten Bauprozess von Öffnung, Trassen-
legung, Verdichtung und Schließung nach Unternehmens-
Vorteile
offener Grabenbauweise in klassischer Verlege-
tiefe:
-
Hohe Lebensdauer bei fachgerechter Ausführung
-
I. d. R. keine Einschränkungen hinsichtlich Nennwei-
te, Profilart und Rohrwerkstoff
-
Verfügbarkeit von Rohren und Bauteilen mit definier-
ten Materialeigenschaften
Nachteile
offener Grabenbauweise in klassischer Verle-
getiefe:
-
Hoher Material- und Arbeitsaufwand
-
Lange Baustellenzeiten
-
Starke Beeinträchtigung des Bauumfeldes (z.B. Lärm-
belästigung, Verkehrsstörungen)
-
Schädigung intakter Oberflächen
-
Gefährdung angrenzender Außenanlagen birgt Risiko
hoher Zusatzkosten durch Beschädigung z.B. von
Bewuchs
-
Teilweise Abtransport des Aushubs erforderlich
-
Damit insgesamt ein hoher Kostenaufwand
Abbildungen 3 bis 5: Baustellenbereich mindertiefe Grabenfräse
Quellen: Deutsche Glasfaser Holding GmbH (3); BMVI (4 und 5)

image
7
angaben eine Bauleistung von bis zu mehreren hundert
Metern pro Tag. Anbieter können auch bei Verwendung der
klassischen offenen Grabenbauweise durch eine geringe-
re Verlegetiefe die Kosten des Leitungstiefbaus senken und
die Geschwindigkeit bei der Realisierung von FTTB/FTTH-
Netzinfrastrukturen erhöhen. Nachteil der offenen Graben-
bauweise in geringerer Verlegetiefe ist das später erhöhte
Risiko möglicher Kabelschäden (insbesondere bei fehlender
bzw. fehlerhafter Dokumentation der verlegten Kabel), wel-
ches den Einsparpotentialen gegenzurechnen ist.
2.3 Trenchingverfahren
Beim Trenching wird ein Schlitz in eine Straßendecke,
einen Asphaltgeh- oder -radweg oder nicht befestigte Flä-
chen gefräst oder gesägt, in den erdverlegbare Mikrorohre
eingelegt werden und der dann unmittelbar danach mit
einer Füllmasse verschlossen wird.
Abbildung 6: Nanotrenching
Quelle: Österreichische Glasfaser VerlegungsGmbH (Nano_Trench®
2
)
Trenching verspricht kurze Bauzeiten und deutlich nied-
rigere Baukosten gegenüber der Verlegung in der offenen
Grabenbauweise.
2
Der Begriff NANO_TRENCH® ist eine patentierte statische
Fugenmethode und bezieht sich nicht auf die Dimensionen
der Leitungsgräben.
Vorteile
offener Grabenbauweise in geringerer gegen-
über klassischer Verlegetiefe:
-
Reduzierter Kostenaufwand
-
Erhöhung der Baugeschwindigkeit
-
Gleichbleibend hohe Lebensdauer bei fachgerechter
Ausführung
Nachteile
offener Grabenbauweise in geringerer Verlege-
tiefe gegenüber klassischer Verlegetiefe:
-
Erhöhtes Risiko möglicher Kabelschäden durch die
geringere Verlegetiefe
-
Höherer Dokumentationsaufwand
-
Es verbleibt ein hoher, wenn auch reduzierter
Kostenaufwand

8
Die Trenchingverfahren werden in Abhängigkeit der zu re-
alisierenden Schlitz- bzw. Grabenbreite als Nano- (bis 2 cm),
Micro- (8 cm bis 12 cm), Mini- (12 cm bis 20 cm) oder Ma-
crotrenching (20 cm bis 30 cm) sowie nach der verwende-
ten Schneide- bzw. Frästechnik unterschieden.
Neben asphaltierten Oberflächen können auch andere Bö-
den bei einer Breite bis 60 cm und einer Tiefe bis zu 200 cm
bearbeitet werden.
Als innovative Verfahren zur Verlegung von Glasfaserka-
beln in Straßen und Wegen stellen die Trenching-Techno-
logien ein großes Potenzial für zügigen und kosteneffizien-
ten Breitbandausbau dar.
Die Verfahren haben eine hohe Bauleistung von ca. 250 bis
600 m pro Tag und führen aufgrund der raschen Wieder-
verfüllung des Straßenkörpers zu einer Verminderung
etwaiger Verkehrsbeeinträchtigungen. Alle 600 m bis 800
m sind Schächte für das Einblasen der Lichtwellenleiter-
(LWL)-Kabel notwendig. Bei der Planung sind zukünftige
Sanierungs- und Bauarbeiten am Straßenkörper zu berück-
sichtigen, so dass unter Beachtung der von der Forschungs-
gesellschaft für Straßenbau und Verkehr veröffentlichten
„Hinweise für die Anwendung des Trenchingverfahrens bei
der Verlegung von Glasfaserkabeln in Verkehrsflächen in
Asphaltbauweise“ dieses bevorzugt im Bereich von Geh-
und Radwegen eingesetzt werden sollte und hierbei der
Zustand der vorhandenen Befestigung als ein Auswahl-
kriterium berücksichtigt werden muss. Die im Vorfeld der
Arbeiten auszuführenden Voruntersuchungen hinsichtlich
Beschaffenheit und Eignung des zu nutzenden Weges er-
möglichen signifikante Einsparpotenziale im Regelfall erst
ab einer bestimmten Länge der Verlegestrecke.
Die Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswe-
sen (FGSV) hat auf der Basis bestehender Richtlinien und
Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV/ZTV) sowie
der Erfahrungen bei der Durchführung von Aufgrabungen
im kommunalen Straßenbau ein Hinweispapier veröffent-
licht (H Trenching
3
). In Ergänzung bestehender Regelun-
gen enthält das Dokument Hinweise und Erläuterungen
3 https://breitbandbuero.de/hinweispapier-der-fgsv-zur-
anwendung-des-microtrenching-veroeffentlicht/.
zum Aufbruch von Verkehrsflächen, zum Herstellen und
Verfüllen von Leitungsgräben, zur Wiederherstellung
der Oberbauschichten von Asphaltstraßen und zu Quali-
tätsanforderungen für Baustoffe und Bauverfahren. Neben
allgemeinen Bestimmungen (bautechnische Grundsät-
ze, zu verwendende Verfüllmaterialien, Festigkeitsanfor-
derungen) detaillieren die Hinweise auch Verfahren zur
Bauausführung (Herstellung des Schlitzes, Verlegung der
Leerrohre, Wiederherstellung des Oberbaus). Damit wird
der technische Rahmen gebildet, der es Kommunen und
Straßenbaubehörden erlaubt, beim Breitbandausbau mit-
tels Micro-, Mini-, oder Macrotrenchingverfahren auf ein
größtmögliches Maß an Sicherheit im Hinblick auf Erhalt
von Substanz und Beschaffenheit der genutzten Straßen
und Wege zu setzen.
Aufgrund der Vielzahl von Trenchingverfahren und man-
gels universell geeigneter Verfüllbaustoffe wurde über das
Hinweispapier hinaus bisher kein formelles technisches
Regelwerk für zu verwendende Verfüllbaustoffe zum dau-
erhaften Verschließen des Schlitzes erstellt, das sicherstellt,
dass konstruktionsbedingte Anforderungen des Straßen-
baus, wie ausreichende Verdichtung, Frostsicherheit, Was-
serdurchlässigkeit und Wiederausbaubarkeit und Dauer-
haftigkeit der Verfüllstoffe gewährleistet sind. Gleichwohl
können Kommunen und Straßenbaubehörden auf Grund-
lage des Hinweispapiers ihre Abwägungsentscheidungen
beim Breitbandausbau mittels z.B. Microtrenching treffen,
um den Ausbauaufwand einerseits und ein größtmögliches
Maß an Sicherheit im Hinblick auf den Erhalt von Substanz
und Beschaffenheit der genutzten Straßen und Wege, ins-
besondere bei der Wiederherstellung des Oberbaus in der
Asphaltbefestigung, andererseits in Einklang zu bringen.
Eine besondere Bedeutung hat dabei die Wiederherstellung
des Oberbaus in der Asphaltbefestigung. Das Hinweispapier
empfiehlt hierfür eine geeignete Vorgehensweise.
Das Nano- oder Microtrenchingverfahren sollte nur bei
Vorhandensein einer geeigneten Asphaltschicht eingesetzt
werden. Die Verlegung in der gegebenenfalls stufenförmig
gesägten Fuge findet idealerweise innerhalb der Asphaltde-
cke statt.
Pilotversuche bei gepflasterten Oberflächen oder bei im
Vorfeld beschädigten Asphaltdecken haben gezeigt, dass
Trenching aufgrund der drohenden Durchtrennung der

9
Vorteile
der Trenchingverfahren gegenüber offener
Grabenbauweise:
-
Die Ausführung ist weniger aufwendig, Baukosten
werden eingespart
-
Die Baustellen sind generell kleiner (Wanderbau-
stellen)
-
Die Baustellenzeit ist kürzer (250 – 600 Meter pro Tag
möglich)
-
Verkehrsbehinderungen und Belästigungen der
Anwohner verringern sich
Nachteile
der Trenchingverfahren gegenüber offener
Grabenbauweise:
-
Bei Verbund-Pflaster-Flächen und schadhaften
Asphaltoberflächen kaum geeignet
-
Erhöhtes Risiko möglicher Kabelschäden der verleg-
ten Kabelinfrastruktur durch die geringere Verlege-
tiefe
-
Praktische Restriktionen/Mehraufwand bei Hausein-
führungen (z.B. Erfordernis eines zusätzlichen Kopf-
lochs)
-
Niveauveränderungen des Straßenkörpers durch
Bodenverschiebungen oder Gebrauchseinwirkungen
sowie Frost- oder Verdichtungsschäden sind möglich
-
Technisches Regelwerk für den Einsatz von geeigne-
ten Verfüllbaustoffen liegt noch nicht vor
-
Ersatz oder Umlegung des Kabels im Zuge der bau-
lichen Erhaltung der Straßenbefestigung erforderlich,
wenn das Kabel im Asphaltoberbau angeordnet ist
Verbundpflastersteine oder Platten durch das Sägeblatt
dort nur eingeschränkt einsetzbar ist. Bei offener Bauwei-
se sind gepflasterte Oberflächen dagegen vergleichsweise
einfach aufzunehmen und wieder instand zu setzen. Beim
Einsatz von Trenchingverfahren hingegen würden die
Pflastersteine dauerhaft beschädigt. Der eingesetzte Ver-
füllstoff verfügt nicht über die gleichen Eigenschaften wie
die Pflastersteine, was zu Beschädigungen bei Belastungen
durch Verkehr oder durch Temperaturschwankungen füh-
ren kann.
Auch bei bereits beschädigten Asphaltstraßen ist die vor-
handene Spannung der Straßenkonstruktion durch Ver-
kehr und Witterungseinflüsse innerhalb des Straßenober-
baus bereits eingeschränkt. Durch den zusätzlichen Schlitz
beim Trenchingverfahren wird die Konstruktion weiter ge-
schwächt. Dies kann dazu führen, dass der Asphaltoberbau
frühzeitig ausgetauscht werden muss. Hierbei müsste dann
auch das in der Straße verlegte Glasfaserkabel ausgetauscht
bzw. neu verlegt werden.

image
image
10
Abbildung 8: Spülbohrverfahren – Bohrkopf an der Einführungsstelle
Quelle: atene KOM GmbH, Florian Schuh
Abbildung 7: Spülbohrverfahren (Prinzipdarstellung), Quelle: BMVI
2.4 Horizontal-Spülbohrverfahren
Das Horizontal-Spülbohrverfahren ist eine Richtbohr-
technik, die es ermöglicht, grabenlos Kabelschutzrohre zu
verlegen. Häufiger Einsatzbereich ist die Querung von Hin-
dernissen wie Flussläufen, Alleen (Baumschutz) und Bahn-
trassen. Das Verfahren eignet sich auch für die Verlegung
von Telekommunikationslinien in Geh- und Radwegen
und wird bereits von vielen Marktteilnehmern standar-
disiert und über viele Distanzen genutzt. Es spart Kosten,
Aufwand, Zeit und mindert die Belastung von Anwohnern
bzw. Verkehrsteilnehmern.
Zwischen zwei Baugruben wird eine steuerbare Pilotboh-
rung durchgeführt. Die Wirkung von Rotation, Hub- und
Stoßbewegungen und Verflüssigung ermöglicht einen
Vortrieb bei unterschiedlichsten Bodenbeschaffenhei-
ten. Mittels einer Bentonit-Bohrspülung (Bohrsuspension)
wird das Erdreich zusätzlich gelockert und das Bohrgut
aus dem Kanal gefördert (gespült). Durch das anschließen-
de Verpressen der Bohrung mit dem Bentonit unter sehr
hohem Druck durch den Bohrkopf wird zusätzlich das
Erdreich rund um die Bohrung in einem Ringbereich sta-
bilisiert. Nach der durchgeführten Pilotbohrung wird eine
Räum- oder Ausweitbohrung vorgenommen. Hierzu wird
der Bohrkopf in der Zielbaugrube ausgetauscht und dieser
erweitert beim Zurückziehen des Bohrgestänges den vor-
handenen Kanal. Wassergesättigte Böden oder das Auftre-
ten von Grundwasser stellen kein Problem dar. Sie sind auf-
grund des verringerten Spülungsverlustes sogar vorteilhaft.
Das Horizontal-Spülbohrverfahren kommt insbesondere
dann zur Anwendung, wenn ein offener Tiefbau nicht
möglich oder wirtschaftlich nicht realisierbar ist. Hierzu
zählt vor allem die Querung von Hindernissen. Weitere An-
wendungsfelder sind der Einsatz bei besonders schützens-
werten Oberflächen, wie unter Denkmalschutz stehenden
Pflasterungen oder Naturschutzgebieten.
Das Horizontal-Spülbohrverfahren wird je nach eingesetz-
tem Bohrgerät in unterschiedlichen Maximaltiefen durch-
geführt. Kleine Bohrgeräte können Tiefen bis zu 10 m er-
reichen, große Bohrgeräte mit Bohrlängen von bis zu 2 km
können Tiefen von 300 m und mehr erreichen.

image
11
Vorteile
des Horizontal-Spülbohrverfahrens gegenüber
klassischer Verlegung:
-
Einsetzbarkeit in vielen Bodenarten
-
Geringerer Materialeinsatz
-
Kürzere Bauzeit
-
Weniger beanspruchte Verkehrsflächen
-
Geringere Beschädigung der Oberflächen
-
Geringerer Aufwand bei der Wiederherstellung der
Oberflächen
-
Hohe Praktikabilität bei der Anbindung von FTTB/
FTTH-Hausanschlüssen
-
Weniger Baustoffmengen; grabenlos verlegte
Leitungen besitzen eine längere Lebensdauer
Besonderheiten des Spüllanzenverfahrens:
-
Kontinuierliche Vermessung des Spülkopfes, d.h.
jederzeitige Positionskenntnis
-
Zwischengruben oder Bergegruben können mit
minimalem Aufwand erstellt werden
-
Geringere Wahrscheinlichkeit von Schäden an
Fremdleitungen
-
Nur Betriebsdruck von 3,5 bis 8 bar gegenüber 15 bis
80 bar bei Horizontalbohrungen, deshalb keine Aus-
bläser bei geringer Überdeckung (ab 0,4 m)
Nachteile
des Horizontal-Spülbohrverfahrens gegenüber
klassischer Verlegung:
-
Durch Ein- und Austrittswinkel ggf. Teilstreckenrück-
bau erforderlich
-
Kenntnis vorhandener Infrastruktur notwendig, um
Schäden zu verhindern
-
Bei Benutzung in geringer Tiefe (< 20-30 cm) kann es
durch die Verdrängung zu Oberflächenhebungen und
-verformungen kommen (z.B. angehobene Bordsteine)
-
Unter Umständen unerwünschtes oberflächiges Aus-
treten der Bohrsuspension insbesondere bei geringer
Tiefenlage und lockeren, nicht bindigen Böden (Aus-
bläser)
-
Zum Teil werden Umwelt– sowie Gesundheitsbeden-
ken bezüglich der Bentonit-Bohrsuspension und ihrer
Inhaltsstoffe (Additive) laut; ggf. Beurteilung der Eig-
nung des Bodens für die Anwendbarkeit des Verfah-
rens erforderlich
Besonderheiten des Spüllanzenverfahrens:
-
In steinigem Boden nicht einsetzbar, Hindernisse
müssen ausgegraben werden
-
Kostengünstiger als das klassische Horizontal-Spül-
bohrverfahren
Mitunter können kostenintensive Untersuchungen der
ausgespülten Böden vor einer Entsorgung nötig sein.
-
Eine Sonderform des Horizontalspülbohrverfahrens
stellt das sog. Spüllanzenverfahren dar, bei dem Bau-
gruben ferngesteuert über kürzere Distanzen mit einer
nahezu waagerechten Spülbohrung verbunden werden
können. Beim Einsatz einer Spülgarnitur aus Kunststoff
und rein manuellem Vorschub ohne Drehantrieb kann
die Gefahr der Beschädigung bereits im Boden vorhan-
dener Leitungen und Kabel stark verringert werden.
Abbildungen 9 und 10: Prinzipdarstellung des Spüllanzenverfahrens (oben: manuelles Schieben, unten: Einsatz eines Drehantriebs)
Quelle: easy2jet

image
image
12
2.5
Pressbohrung (Erdraketentechnik)
Die Erdraketentechnik ist ein Bodenverdrängungsverfah-
ren, bei dem ein pneumatisch angetriebener Bodenver-
drängungshammer (Erdrakete) mittels Druckluft durch das
Erdreich getrieben wird. Durch die entstandene Erdröh-
re wird unmittelbar im gleichen Arbeitsgang ein Schutz-
rohr im Hin- oder Rücklauf der Rakete eingezogen. Damit
macht auch die Erdraketentechnik ein unterirdisches Ver-
legen ohne Öffnung der Oberfläche möglich. Die Überde-
ckungshöhe muss allerdings mindestens dem Zehnfachen
des Durchmessers der Erdrakete entsprechen, um Aufwöl-
bungen der Geländeoberfläche zu vermeiden.
Das Verfahren erlaubt die Verlegung auf Längen von bis zu
50 m bei Durchmessern von 65 - 180 mm.
Die Erdraketentechnik eignet sich für Bodengruppen nach
DIN 18196. In Mooren oder sehr felsigen Böden kann sie
nicht eingesetzt werden.
Eine aktive Steuerung der Pressbohrung im Erdreich ist
anders als bei der Spülbohrung nicht möglich. Falls die ein-
mal ausgerichtete Erdrakete durch Hindernisse im Erdreich
blockiert wird, muss ein Rücklauf zur Startgrube möglich
sein. Das Verfahren eignet sich besonders für kurze Que-
rungen von Verkehrswegen, da der Verkehr bei diesem Ver-
fahren nicht behindert wird. Zudem kommt die Erdrakete
auch bei der Herstellung des Hausanschlusses zum Ein-
satz, um ein Aufgraben des Grundstücks zu umgehen. Es
müssen lediglich eine Start- und eine Zielgrube ausgeho-
ben werden. Ein abgewandeltes Verfahren ermöglicht das
Ansetzen der Erdrakete innerhalb der anzuschließenden
Räumlichkeiten, womit ein vorgelagerter Grubenaushub
entfallen kann. Zur Vermeidung von Schäden des Wurzel-
bereichs von Bäumen können Erdraketen mit einem glat-
ten Aufsteckkopf zum Einsatz kommen.
Im Vergleich zu der Horizontal-Spülbohrung ist die Erd-
raketentechnik weniger aufwendig und schneller einsetz-
bar. Die Druckluft kann mit einem Baustellenkompressor
erzeugt werden.
Eine untiefe Verlegung ist mit diesem Verfahren möglich,
bietet dabei aber keinen signifikanten wirtschaftlichen Vor-
teil sondern birgt in Abhängigkeit vom Bohrdurchmesser
vielmehr bei zu flacher Ausführung das Risiko der Zerstö-
rung von Oberflächen (Minderdeckung führt immer zur
Aufwölbung).
Abbildungen 11 und 12: Erdraketentechnik zur Herstellung eines
Hausanschlusses, Quelle: REHAU AG+Co
Vorteile
der Pressbohrung gegenüber klassischer Verle-
gung:
-
Das Verfahren ist weniger aufwendig und spart Bau-
kosten
-
Die Baustellen sind kleiner (Kopflöcher am Anfang
und am Ende der Strecke)
-
Verkürzte Baustellenzeit, damit verringern sich Ver-
kehrsbehinderungen, Luftverschmutzung durch Ab-
gase und Belästigungen der Anwohner
Nachteile
der Pressbohrung gegenüber klassischer Ver-
legung:
-
Das Verfahren wird fast ausschließlich für Haus-
anschlüsse genutzt
-
Gefahr von Zerstörungen vorhandener Infrastruktu-
ren, eine genaue Kenntnis der Lage ist notwendig
-
Nur Ausrichtung aber keine Steuerung möglich
-
Nur kurze Strecken von 15 - 20 m möglich
-
Bei Benutzung in Tiefen von ca. 20 - 30 cm kann es
durch die Verdrängung zu Oberflächenanhebungen
und -verformungen kommen (z.B. angehobene Bord-
steine)
-
Beim Auftreten von Hindernissen in der Trasse ggf.
umfangreiche Anpassungen der Verlegetrassen erfor-
derlich

image
image
13
Abbildungen 13 und 14: Leerrohrverdichtung im Pflugverfahren
Quelle: econtech GmbH
Vorteile
des Pflugverfahrens gegenüber klassischer Ver-
legung:
-
Extrem hohe Verlegeleistungen (bis zu 5 km am Tag)
-
Einsetzbar in unterschiedlichsten Geländeformen
-
GPS-Messung während der Verlegung (Wegfall zu-
sätzlicher Vermessungskosten)
-
Rohrkanalbettung durch Einsandung der Leitung
möglich
-
Kostengünstige Verlegeart
-
Sofortige Wiederherstellung der Trasse
-
Geringe Verkehrsbeeinträchtigung
-
Mehrfachverlegung von Leerrohren möglich
Nachteile
des Pflugverfahrens gegenüber klassischer
Verlegung:
-
Nicht auf versiegelten Flächen anwendbar
-
Gefahr von Zerstörungen vorhandener Infrastruktu-
ren; Notwendigkeit genauer Lagekenntnis
-
Keine beliebige Bettung der Leerrohre möglich
-
Möglichkeit von Riefenbildung beim Nachziehverfah-
ren
2.6 Pflugverfahren
Beim Pflugverfahren wird ein Verlegepflug mit Hilfe einer
Zugmaschine durch das Erdreich gezogen. In die dadurch
entstehende Furche wird ein flexibles Leerrohr verlegt.
Mikrokabelrohrverbunde sind durch ihre Flexibilität und
durch die Liefermöglichkeit auf Trommeln besonders für
das direkte Einpflügen geeignet.
Je nach Beschaffenheit des Bodens können pro Tag bis zu
5.000 m Leerrohr verlegt werden. Das Pflugverfahren eig-
net sich nicht für die Verlegung im Fels. Der Aushub kann
leicht wieder eingebracht und verdichtet werden. Die Lei-
tungszone bleibt bestehen, der durchschnittene Bereich
darüber lässt sich durch Verdichtung einfach wieder andrü-
cken.
Es können Leerrohre mit einem Außendurchmesser bis 250
mm und in einer Tiefe von maximal 2 m verlegt werden.
Durch die fehlende Rohrkanalbettung besteht zwar eine
latente äußere Krafteinwirkung. Erfahrungsgemäß sind je-
doch Verkehrslasten bis 60 t Gesamtlast (SLW 60) bei einer
Überdeckungshöhe von über 0,9 m problemlos möglich.
Das Verfahren ist vergleichsweise kostengünstig und er-
laubt das Verlegen von weiten Strecken bei geringem
Aufwand. Beispielsweise können Ortschaften entlang von
Straßen oder Feldwegen miteinander verbunden werden.
Allerdings kann es nur auf unversiegelten Oberflächen ein-
gesetzt werden und eignet sich daher nicht für asphaltierte
Straßen. Hindernisse auf der Oberfläche, ein zu starkes Ge-
fälle oder schlecht befahrbares Gelände können das Verfah-
ren stark behindern oder unmöglich machen.
Eine untiefe Verlegung bietet bei dem Verfahren geringe
wirtschaftliche Vorteile. Bei einem Einsatz auf oder an
landwirtschaftlichen Wegen besteht bei mindertiefer Ver-
legung eine gesteigerte Gefahr der Zerstörung der Kabel
durch die Ackerwirtschaft.

14
Verlegemethode
Technische
Merkmale
Einsatzgebiete
Einschränkungen
Baukosten
Offene Graben-
bauweise in
klassischer
Verlegetiefe
- Offene Bauweise
mit Rücknahme und
Wiederverwendung
der Pflasterung,
Gehwegplatten;
Grabungen durch
Bagger, Fräsen oder
Handschachtung
- < 100 m Tagesleis-
tung
- Innerorts, außerorts
- Für Strecken mit
oder ohne bereits
existierende(r) Infra-
struktur geeignet
(bei vorhandener
Infrastruktur durch
Handschachtung
oder geringere Ver-
legetiefe/seitlichen
Versatz einsetzbar)
- Schädigung intakter
Oberflächen nur im
Falle einer Asphalt-
bzw. Betondecke
- Keine Schädigung
sonstiger Ober-
flächen, da offene
Bauweise Pflaster
und Gehwegplat-
ten vor Beginn des
Fräs- oder Aushub-
vorgangs entnimmt
und später wieder
einsetzt
- Oberflächendoku-
mentation und Ab-
nahme verhindern
Schäden
Hoch
Offene Graben-
bauweise in
geringerer
Verlegetiefe
- Wie oben, aber
mehrere hundert
Meter als Tages-
leistung möglich
- Innerorts, außerorts
- Für Strecken mit
oder ohne bereits
existierende(r)
Infrastruktur
- Schädigung intakter
Oberflächen mög-
lich
Mittel
Trenching
- Durch Novellierung
des TKG anerkannte
„untiefe Verlegung“
nach § 68 Abs. 2
Satz 2
- Tiefe: Je nach Ver-
fahren 10 bis 50 cm
- Breite: Je nach Ver-
fahren 2 bis 30 cm
- Mehrere hundert
Meter als Tages-
leistung möglich
- Realisierung im An-
schlussliniennetz
- Nicht auf allen
Oberflächen an-
wendbar
- Oberflächenschädi-
gung intakter Stra-
ßensubstanz und
damit Verkürzung
der Lebensdauer
Mittel bis Hoch
2.7
Tabellarische Gesamtübersicht der Verlegeverfahren

Verlegemethode
Technische
Merkmale
Einsatzgebiete
Einschränkungen
Baukosten
Horizontal-
Spülbohr-
verfahren
- Steuerbare Bohrung
zwischen zwei Bau-
gruben
- Entfernungen von
wenigen Metern bis
zu mehreren hun-
dert Metern über-
brückbar
- Tiefe des Bohrver-
laufs variabel bis zu
mehreren hundert
Metern
- Innerorts, außerorts
- Unterquerung von
Hindernissen (Flüs-
se, Bahntrassen)
- Bei teureren oder
schützenswerten
Oberflächen
- Grundsätzlich zur
Beschleunigung und
Kostenreduktion
auch im Anschluss-
bereich anwendbar
- Punkt zu Punkt-Ver-
bindungen auf der
Längstrasse
- Detaillierte und
vollständige Über-
sichten vorhandener
Infrastrukturen sind
notwendig
Mittel bis Hoch
Pressbohrung
(Erdrakete)
- Mittels Baustellen-
kompressor, druck-
luftbetriebene Bo-
denrakete
- Innerorts, außerorts
- Insbesondere bei
Straßenquerungen
und Hausanschlüs-
sen für FTTH/FTTB
- Nur verdrängungs-
fähige Böden
- Nur für kurze Stre-
cken (15 - 20 m)
- Übersicht vorhande-
ner Infrastrukturen
ist notwendig
Mittel
Pflugverfahren
- Durch Zugkraft mit-
tels im Erdreich be-
wegten Verlegepflug
- Verlegung bis zu
5 km pro Tag
- Außerorts auf nicht
befestigten Strecken
und entlang von
Straßen
- Nur außerorts
- Latente äußere
Krafteinwirkung bei
fehlender Rohr-
kanalbettung
Niedrig bis Mittel
15

16
Anwendungsszenarien
Offene
Grabenbauweise
Offene Grabenbauweise
mittels Grabenfräse
T renchingverfahren
Pressbohrung
(Erdrakete)
Horizontal-Spül-
bohrverfahren
Pflugverfahren
Gewässerquerungen
X
Längsverlegung Alleen
X
X
X
Bahnquerungen
X
X
Asphalt
X
X
X
X
Beton
X
X
X
X
Sonderpflaster
X
X
X
Hydraulisch gebundene
Oberflächen (z. B.: Glensander)
X
X
X
Unbefestigte Flächen
X
X
X
X
X
Trassen mit sehr geringer Infra-
struktur (Strom, Wasser, Gas)
X
X
X
X
X
Straßenkörper
X
X
X
X
Gehwege
X
X
X
X
Radwege
X
X
X
X
2.8
Tabellarische Gesamtübersicht der Anwendungsszenarien

17
2.9
Vorteile alternativer Verlegetechniken gegen-
über konventionellem Tiefbau
Die dargestellten Beispiele belegen, dass durch die Verrin-
gerung des Aushubs bei geringerer Verlegetiefe Einsparpo-
tentiale gegenüber konventionellem Tiefbau (in Regeltiefe)
erzielt werden können.
Vorteile in der Anwendung von alternativen und im Hin-
blick auf die Verringerung der Verlegetiefe angewandten
Verfahren bestehen insbesondere in der Verkürzung der
Bauzeit und der damit einhergehenden Verkehrsbeein-
trächtigungen. Die Einsparpotentiale gegenüber konven-
tionellem Tiefbau (in Regeltiefe) sind teilweise signifikant,
da das zu bewegende Aushubvolumen überproportional
verringert wird.
Allerdings ist nicht bei jedem Verfahren die Verlegetiefe der
relevante Kostentreiber. So spielt die Verlegetiefe bei den
alternativen Verlegeverfahren der Horizontal-Spülbohrung
und der Pressbohrung im Hinblick auf ihre Kosten nur eine
untergeordnete Rolle, während die Gefahr von Bodenauf-
wölbungen bei geringerer Verlegetiefe steigt. Für eine nach-
haltige Ermittlung der Baukosten sollten zudem neben
dem Kosteneinsparpotential bei der Verlegung auch die
absehbaren Folgekosten berücksichtigt werden.
Jedes Verfahren hat eigene Beschränkungen und Einsatz-
szenarien, die insbesondere von der Oberflächenbeschaf-
fenheit, bestehenden Infrastrukturen und der Länge der
zu verlegenden Strecke abhängen. Wo welche Technik
vorzugsweisen Einsatz finden kann und sollte, richtet sich
daher nach den Gegebenheiten vor Ort und ist mit dem
Träger der Wegebaulast abzustimmen.
Immer wenn die Grundsanierung eines Baukörpers statt-
findet, sollten TK-Linien in Regeltiefe mitverlegt werden.
Aus technischer Sicht sollten Hausanschlussrohre so ver-
legt werden, dass man die Rohre bei Bedarf ohne großen
Aufwand anschließen kann. Insbesondere bei Abweichun-
gen von klassischen Verlegetiefen ist eine genaue Doku-
mentation wichtig zur Verminderung eines Risikos mög-
licher Kabelschäden der verlegten Kabelinfrastrukturen
sowie zur Berücksichtigung der verlegten Kabelinfrastruk-
tur hinsichtlich nachfolgender Maßnahmen der baulichen
Erhaltung von Verkehrsanlagen.
Diese Informationsbroschüre ersetzt nicht den Blick in die
Technischen Regelwerke und die notwendige Abstimmung
mit dem Straßenbaulastträger/Eigentümer.

18

image
19
Bauarbeiten sind im Rahmen der anerkannten Regeln
der Technik herzustellen. Für Straßentiefbauarbeiten (zur
Leitungsverlegung) finden eine Vielzahl von Vorschriften
und Normen in der jeweils geltenden Fassung Anwendung,
soweit bilateral keine abweichende Vereinbarung getroffen
wird.
Nachfolgend aufgeführt ist ein Auszug zu beachtender
Regelwerke, die direkt oder indirekt Bestimmungen zur
Festlegung von Grabentiefen zur Verlegung von Leitungen
enthalten.
Zur Einordnung der angewandten Begriffe dient nachfol-
gende Abbildung zum Aufbau einer Verkehrsfläche unter-
teilt in Oberbau, Unterbau (gegebenenfalls) und Unter-
grund sowie Lage und Begrenzung sowie Bezeichnungen
der einzelnen Schichten:
3. Richtlinien und technische
Bestimmungen
Abbildung 15: Beispielhafter Aufbau einer Befestigung in geschlossener Ortslage mit wasserundurchlässigen Randbereichen und geschlossener
seitlicher Bebauung sowie mit Entwässerungseinrichtungen
Quelle: Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen RStO 12

20
3.1
Technische Regelwerke
3.1.1
H Trenching (2014)
Um den Kommunen Orientierungshilfe für Investitions-
maßnahmen zu geben, bei denen das Trenching eingesetzt
werden soll, hat die Forschungsgesellschaft für Straßen und
Verkehrswesen (FGSV) auf der Basis bestehender Richtlini-
en und Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV/ZTV)
sowie der Erfahrungen bei der Durchführung von Aufgra-
bungen im kommunalen Straßenbau Nutzungshinweise
für Trenchingverfahren in Form eines Hinweispapieres
erarbeitet. Diese „Hinweise für die Anwendung des Tren-
chingverfahrens bei der Verlegung von Glasfaserkabeln in
Verkehrsflächen in Asphaltbauweise - H Trenching“ enthal-
ten allgemeine Bestimmungen (bautechnische Grundsätze,
zu verwendende Verfüllmaterialien, Festigkeitsanforderun-
gen). Zudem detaillieren sie Verfahren zur Bauausführung
in Straßen, Geh-/Radwegen (Herstellung des Schlitzes, Ver-
legung der Leerrohre, Wiederherstellung des Oberbaus).
3.1.2
ATB-BeStra (2008)
Die Allgemeinen Technischen Bestimmungen für die Be-
nutzung von Straßen durch Leitungen und Telekommu-
nikationslinien (ATB-BeStra) beschreiben Regeln, wo und
in welcher Weise Leitungen unter Berücksichtigung der
verkehrlichen und technischen Belange der Straßenbau-
verwaltung, der Straßennutzer und bereits vorhandener
Leitungseinrichtungen verlegt werden können und wie
die Verlegung überwacht und geprüft werden sollte. Sie
enthalten u. a. Regelungen zur notwendigen Tiefe der zu
verlegenden Leitungssysteme und bestimmen die Höhe der
Mindestüberdeckung von Leitungen. Mindestüberdeckung
bezeichnet den Abstand zwischen Oberkante der Verkehrs-
fläche bzw. des Geländes und der Oberkante der Leitung
bzw. des Schutzrohres. Darüber hinaus besteht die Vorga-
be, Leitungen stets unterhalb des Oberbaus einer Straße zu
verlegen.
Seit 2012 ist gemäß § 68 Abs. 2 Satz 2 TKG im Einzelfall eine
Abweichung von den Vorgaben der ATB-BeStra im Falle der
Verlegung von Leitungen im Rahmen des Micro- oder Mi-
nitrenchingverfahrens zulässig. Entsprechenden Anträgen
ist stattzugeben, soweit
1.
die Verringerung der Verlegetiefe nicht zu einer we-
sentlichen Beeinträchtigung des Schutzniveaus und
2.
nicht zu einer wesentlichen Erhöhung des Erhal-
tungsaufwands führt oder
3.
der Antragsteller die durch eine mögliche wesent-
liche Beeinträchtigung entstehenden Kosten be-
ziehungsweise den höheren Verwaltungsaufwand
übernimmt.
Seit der Änderung durch das DigiNetz-Gesetz 2016 ist die
Verlegung in geringerer Tiefe unter den in § 68 Abs. 2 TKG
genannten Voraussetzungen unabhängig von der Verle-
getechnik zustimmungsfähig. Micro- und Minitrenching
stellen somit nur noch ein Anwendungsbeispiel dar. Die
Ausnahmeregelung des § 68 Abs. 2 und 3 TKG findet nach
wie vor keine Anwendung auf die Verlegung in Bundesau-
tobahnen und autobahnähnlich ausgebauten Bundesfern-
straßen.
3.1.3
RStO (2012)
Die „Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus
von Verkehrsflächen“ (RStO) regeln die Standardfälle bei
Neubau und Erneuerung für den standardisierten Ober-
bau von Verkehrsflächen (Fahrbahnen, Geh- und Radwege)
innerhalb und außerhalb geschlossener Ortslage und in
Abhängigkeit der Belastungsklasse und Bauweise. In Ab-
hängigkeit der Dicke der gewählten Frostschutzschicht ist
die Festlegung der Dicke des frostsicheren Oberbaus mög-
lich und damit in Anwendung der Bestimmungen aus den
ATB-BeStra die Ermittlung der Verlegetiefen von Leitun-
gen. Die Verlegung von Leitungssystemen erfolgt sowohl in
Fahrbahnen als auch in Geh- und Radwegen. Die nachfol-
genden Abbildungen geben exemplarisch Auskunft über
verschiedene Ausführungen des Oberbaus für Fahrbahnen
mit Asphaltdecke sowie für Geh- und Radwege mit ver-
schiedenen Bauweisen.

image
21
Abbildung 16: Bauweisen für Rad- und Gehwege auf F2- und F3-Untergrund/Unterbau
Quelle: Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen RStO 12

image
22
Abbildung 17: Bauweisen mit Asphaltdecke für Fahrbahnen auf F2- und F3-Untergrund/Unterbau
Quelle: Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen RStO 12

3.1.4
ZTV A-StB (2012)
Die Zusätzlichen Technischen Vertragsbedingungen und
Richtlinien für Aufgrabungen in Verkehrsflächen (Ausgabe
2012) enthalten keine unmittelbaren Vorgaben betreffend
einer bestimmten Graben-/Verlegetiefe, definieren aber
unter "Punkt 1.2 Begriffsbestimmungen" die Leitungszone
als Bereich des Auflagers und der Einbettung bei Graben-
leitungen in der Breite des Leitungsgrabens bis 30 cm über
dem Scheitel der Leitung.
Weitere erwähnenswerte Bestimmungen der Leitungszo-
ne und damit indirekt auch die Bemessung dafür erfor-
derlicher Grabentiefen finden sich im Anhang des Regel-
werks, der Auszüge zu berücksichtigender DIN-Normen
enthält. So enthält Anhang 10 Auszüge aus der DIN 18300
VOB, Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen
für Bauleistungen (ATV) – Erdarbeiten, Ausgabe April 2010
unter dem "Punkt 3.10 Hinterfüllen und Überschütten von
baulichen Anlagen, Unterpunkt 3.12" die Anmerkung, dass
bei Kabelleitungstiefbauarbeiten in der Leitungszone bis
zu einer Höhe von 10 cm über dem Scheitel der Leitungen
und Leitungsverbindungen verdichtungsfähiger Boden la-
genweise einzubauen ist.
Ferner wird unter Punkt 3.10.8 ausgeführt, dass bei Kabeln
und Kabelschutzrohren erst ab 30 cm über dem Scheitel
der Leitung maschinell verdichtet werden darf, sowie ge-
mäß Punkt 3.10.9 Stoffe, die Leitungen schädigen kön-
nen, z.B. Schlacke oder steinige Böden, im Grabenraum
zwischen der Grabensohle und einer Höhe von 30 cm über
dem Scheitel der Leitung nicht verwendet werden dürfen.
Mittels Absandung kann die Gefahr einer Beschädigung
verringert werden. Alternativ finden Kabelschutzrohre mit
dickerer Wandstärke Anwendung.
3.1.5
ZTV E-StB 17 - Zusätzliche Technische Vertragsbe-
dingungen und Richtlinien für Erdarbeiten im Stra-
ßenbau, Ausgabe 2017
Die überarbeiteten ZTV E-StB, Ausgabe 2017, enthalten die
Umstellung der Einteilung von Boden und Fels in Homo-
genbereiche. Hierdurch wird das bisher verwendete System
der Bodenklassen durch das in den ATV DIN 18300 „Erdar-
beiten“ beschriebene System der Homogenbereiche für die
Erdarbeiten im Straßenbau ersetzt.
Die ZTV E-StB, Ausgabe 2017 sind darauf abgestellt, dass die
VOB/C, insbesondere die ATV DIN 18299, ATV DIN 18300
und ATV DIN 18320, Bestandteil des Bauvertrages sind.
Weiterhin enthalten sie Regelungen für das Lösen, Laden,
Fördern, Behandeln, Einbauen und Verdichten von Boden
und Fels sowie von sonstigen erdbautechnisch geeigneten
Stoffen. Dazu zählen auch die Anwendung, die Prüfung
und der Einbau von Geokunststoffen im Erdbau. Die ZTV
E-StB, Ausgabe 2017 regeln die Ausführung und die Quali-
tätsanforderungen für den Untergrund und Unterbau von
Verkehrsflächen und für sonstige Erdbauwerke.
3.1.6
DIN 4124:2012-01 - Baugruben und Gräben -
Böschungen, Verbau, Arbeitsraumbreiten
DIN 4124 gilt für geböschte und für verbaute Baugruben
und Gräben, die von Hand oder maschinell ausgehoben
werden. Die Norm gilt u. a. für Baugruben und Gräben, in
denen:
Kanäle, zum Beispiel Fernwärme, Kabelkanäle oder
bedingt Abwasserkanäle, hergestellt,
Leitungen, zum Beispiel Kabel oder Rohre, verlegt
werden,
sowie für andere vorübergehende Aufgrabungen
und Ausschachtungen aller Art, zum Beispiel für
Startschächte und Bergschächte.
Die DIN 4124 ist die sicherheitstechnisch wichtigste Richt-
linie für den tiefbautechnischen Teil zur Herstellung von
Leitungsgräben.
3.1.7
DIN 18300:2016-09 - VOB Vergabe- und Vertragsord-
nung für Bauleistungen - Teil C: Allgemeine Techni-
sche Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) -
Erdarbeiten
Diese Norm legt die allgemeinen technischen Vertragsbe-
dingungen fest, die für Erdarbeiten bezüglich der Baustof-
fe, der Ausführung, der Haupt- und der Nebenleistungen
sowie der Abrechnung gelten.
Diese Norm gilt für das Lösen, Laden, Fördern, Einbauen
und Verdichten von Boden, Fels und sonstigen Stoffen. Sie
gilt auch für Erdarbeiten im Zusammenhang mit Verbauar-
beiten, Entwässerungskanalarbeiten, Druckrohrleitungsar-
beiten außerhalb von Gebäuden, Drän- und Versickerarbei-
ten und Kabelleitungstiefbauarbeiten.
23

3.1.8
DIN 18322:2016-09 - VOB Vergabe- und Vertragsord-
nung für Bauleistungen - Teil C: Allgemeine Techni-
sche Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) -
Kabelleitungstiefbauarbeiten
Diese Norm legt die allgemeinen technischen Vertragsbe-
dingungen fest, die für Kabelleitungstiefbauarbeiten be-
züglich der Baustoffe, der Ausführung, der Haupt- und der
Nebenleistungen sowie der Abrechnung gelten.
Diese Norm gilt für das Legen von Kabeln und Kabel-
schutzrohren und für das Herstellen und Instandset-
zen von Kabelkanälen, einschließlich der dazugehörigen
Schächte, Maste, Verteilerschränke und dergleichen. Sie gilt
auch für Leistungen zum Verfüllen der Leitungszone und
den Aufbruch befestigter Oberflächen für Kabelleitungs-
tiefbauarbeiten.
3.1.9
DIN 4123:2013-04 - Ausschachtungen, Gründungen
und Unterfangungen im Bereich bestehender
Gebäude
Diese Norm gilt für Ausschachtungen und Gründungsar-
beiten neben bestehenden Gebäuden sowie für die her-
kömmliche Unterfangung von Gebäudeteilen in schmalen
Streifen mit Mauerwerk, Beton oder Stahlbeton. Sie gibt an,
wie diese Arbeiten so durchgeführt werden können, dass
Standsicherheit und Gebrauchstauglichkeit der bestehen-
den Gebäude erhalten bleiben, und welche Nachweise da-
für erbracht werden müssen.
24

25
4. Mitglieder der AG Digitale Netze
des BMVI
BMVI – Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur
Recht der Digitalen Infrastruktur, Datenrecht
Herr Dr. Mirko Paschke
(AG-Leitung)
Anga – Verband Deutscher Kabelnetzbetreiber e.V.
Frau Dr. Franziska Löw
Bitkom – Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation
und neue Medien e. V.
Herr Nick Kriegeskotte
BMVI – Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur
Vergabewesen im Straßenbau, Recht der Nebenbetriebe, Benutzung der
Bundesfernstraßen
Herr Ulrich Stahlhut
BMVI – Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur
Vergabewesen im Straßenbau, Recht der Nebenbetriebe, Benutzung der
Bundesfernstraßen
Frau Kristina Dressel
Breitbandbüro des Bundes
Herr Matthias Schulze-Mantei
Breitbandbüro des Bundes
Herr Tim Brauckmüller
Breko – Bundesverband Breitbandkommunikation e.V.
Herr Sven Knapp
Buglas – Bundesverband Glasfaseranschluss e.V.
Herr Stefan Birkenbusch
Deutsche Glasfaser Holding GmbH
Frau Gerda Johanna Meppelink
Deutsche Telekom Technik GmbH
Herr Manfred Geis
Deutscher Landkreistag (DLT)
Herr Dr. Klaus Ritgen
Deutscher Städte- und Gemeindebund (DSTGB)
Herr Ralph Sonnenschein
Deutscher Städtetag (DSt)
Herr Thomas Kiel
EWE-Tel GmbH
Herr Matthias Büning
Hessen Mobil
Mitglied der Expertengruppe Versorgungsleitungen der
Verkehrsministerkonferenz
Herr Bernd Thalmann
MW Niedersachsen - Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Arbeit
und Verkehr
Mitglied im Länderarbeitskreis Telekommunikation, Informationswirt-
schaft, Post der Wirtschaftsministerkonferenz
Herr Michael Helinski
MW Sachsen-Anhalt - Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und
Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt
Mitglied im Länderarbeitskreis Telekommunikation, Informationswirt-
schaft, Post der Wirtschaftsministerkonferenz
Herr Theo Struhkamp
MWVATT Schleswig-Holstein - Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit,
Technologie und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein
Vorsitzender des Länderarbeitskreises Telekommunikation, Informations-
wirtschaft, Post der Wirtschaftsministerkonferenz
Herr Rainer Helle
SMWA - Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
Mitglied der Expertengruppe Versorgungsleitungen der Verkehrsminister-
konferenz
Herr Heinz-Georg Donner
STMI Bayern - Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und
Verkehr
Mitglied der Expertengruppe Versorgungsleitungen der Verkehrsminister-
konferenz
Frau Alexandra von Jagemann

26
Straßen NRW
Mitglied der Expertengruppe Versorgungsleitungen der Verkehrsminister-
konferenz
Herr Joachim Majcherek
Vatm – Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwert-
diensten e. V.
Herr Dr. Frederic Ufer
VKU – Verband Kommunaler Unternehmen e.V.
Frau Ulrike Lepper

27

Impressum
Herausgeber
Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur
Invalidenstraße 44
10115 Berlin
Internet:
www.bmvi.de
E-Mail: poststelle@bmvi.bund.de
Stand
Januar 2018
Gestaltung | Druck
Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur
Referat Z 32, Druckvorstufe | Hausdruckerei
Bildnachweis
Titelseite:
atene KOM GmbH, Florian Schuh
Österreichische Glasfaser VerlegungsGmbH (Nano_Trench®)
econtech GmbH
Diese Broschüre ist Teil der Öffentlichkeitsarbeit der Bundesregierung.
Sie wird kostenlos abgegeben und ist nicht zum Verkauf bestimmt.
28

image
www.bmvi.de