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Forschen in sachsen
anwendungsorientierte Forschung an Forschungseinrichtungen und hochschulen
Gefördert aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)
Europäische Union

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„Der Mensch Muss bei DeM Glauben verharren,
Dass Das unbeGreifliche beGreiflich sei;
er würDe sonst nicht forschen.“
Johann wolfgang von Goethe
Werke – Hamburger Ausgabe Bd. 8, Romane und Novellen III, Wilhelm Meisters Wanderjahre, 10. Aufl. München: dtv, 1981, S. 302

inhalt
Vorwort
| Wissenschafts- und Kunstministerin Prof. Sabine von Schorlemer
WissenschaFt und WirtschaFt Fördern sich gegenseitig
Neubau Bioinnovationszentrum (BIOZ) Dresden, wissenschaftlicher Teil (BIOTEC)
das BBZ in der Bio citY leipZig verBindet ForschungsWelten
Biotechnologisch-Biomedizinisches Zentrum Leipzig (BBZ), universitärer Teil
innovative WerkstoFFe Für Bauteile nach mass
Fraunhofer Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU), Außenstelle Dresden
hochgenaue sensoren entstehen in moderner architektur
Neubau der Fraunhofer-Einrichtung für Elektronische Nanosysteme (ENAS)
organische leuchtdioden aus sachsen Weisen technologisch in die ZukunFt
Zentrum für organische Materialien und elektronische Bauelemente am Fraunhofer IPMS (COMEDD)
in sachsen entsteht ein supermikroskop
„iMAD“ – Imaging and Manipulation Across Dimensions (TU Dresden – BIOTEC)
genetiker Forschen an therapien Für seltene krankheiten
Transgenomix-Neuprogrammierung von Zellen (UL – BBZ)
schön gelenkig Beim schWeissen
Energieeffiziente Füge- und Fertigungstechnik (EFFI) am Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS)
echte und digitale Welt verschmelZen in der planung der produktion
VR/AR-Strategien für mobiles und kollaboratives Arbeiten im produktionstechnischen Umfeld (Projekt TU Chemnitz)
virtuelle realität verhindert ausschuss und schäden an maschinen
Virtual Reality (VR) unterstützte Numerical Control (NC) – Bearbeitungs- und Analysesimulation
für die Freiformflächenfertigung auf 5-Achs-Fräsmaschinen (Projekt TU Chemnitz)
datenBank Für stents macht geFäss-operationen planBarer und sicherer
Anforderungsanalyse zur Entwicklung einer OP-Planungssoftware für die Implantation von Gefäßprothesen –
Verbundprojekt UL (ICCAS) mit FhG-IWU
alle FachdatenBanken aus sachsen auF einen klick erreichBar
I
nnovatives Bibliothekssystem Sachsen. Vernetzte Information für Wirtschaft, Bildung und Wissenschaft:
Aufbau eines regionalen Datenbankinformationssystems Sachsen (ReDi) (SLUB)
rFid ermöglicht erste rund-um-die-uhr-BiBliothek in sachsen
RFID Technik für Bibliotheksprozesse (Universitätsbibliothek Leipzig)
Hinweise zur Förderung
Impressum
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geFörderte
Bauprojekte
geFörderte geräteinvestitions-
und Forschungsprojekte
projekte Zur verBesserung der
inFormationsversorgung (BiBliotheken)

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„Der ruf sachsens als
lanD Der innovationen
verpflichtet.“

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Sachsen, traditionell das „Land der Ingenieure“, ist heute auch be-
kannt als das „Land der Innovationen“. Dieser Verpflichtung wollen
wir auch in der Gegenwart immer wieder neu gerecht werden. Mit
herausragender Forschung und Entwicklung in den Hochschulen
und außeruniversitären Forschungseinrichtungen erschließt der
Freistaat Sachsen wichtige regionale Potenziale für Wachstum und
Beschäftigung, Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft.
Sachsen hat in den vergangenen 15 Jahren erhebliche Anstrengun-
gen zum Aufbau einer leistungsfähigen Forschungs- und Entwick-
lungslandschaft unternommen. Wir stehen damit im Einklang mit
den strukturpolitischen Zielen der EU, wonach die Verfügbarkeit
weit reichender technologischer Kompetenzen von erheblichem
Einfluss auf die Erhöhung der internationalen Wettbewerbsfähig-
keit, die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Sicherung des sozia-
len Zusammenhaltes ist. Es galt somit, die aus der deutschen Wie-
dervereinigung resultierenden Defizite im Osten Deutschlands im
Bereich privater Forschung und Entwicklung durch verstärkte In-
vestitionen in den öffentlichen Forschungssektor zu kompensieren.
Aus diesem Grund wurden seitens der EU im Rahmen des Euro-
päischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Zeitraum von
1996 bis 2008 Mittel in Höhe von annähernd 349 Millionen Euro für
den Aufbau der Forschungsinfrastruktur im Freistaat Sachsen be-
reitgestellt. Weitere rund 184 Millionen Euro kommen im Verlauf
der aktuellen EFRE-Förderperiode bis zum Jahr 2013 hinzu. Der
Freistaat Sachsen stellt zusätzlich jeweils 25 Prozent Kofinanzie-
rungsmittel zur Verfügung.
Mit Hilfe dieser Mittel konnte der Auf- und Ausbau außeruniver-
sitärer Forschungseinrichtungen vorangetrieben werden. Neue
große Einrichtungen wie z.B. die Fraunhofer-Einrichtung für Elek-
tronische Nanosysteme (ENAS) in Chemnitz oder das Fraunho-
fer-Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI) in Leipzig sind
entstanden, gerätetechnische Ausstattungen wurden verbessert,
stark anwendungsorientierte Forschungsprojekte realisiert. Mit
der Förderung von Projekten wissenschaftlicher Bibliotheken
wurde eine Verbesserung der adäquaten Informationsversorgung
erreicht. Zugleich konnte die Forschung an den sächsischen Hoch-
schulen deutlich gestärkt werden. Durch zielgerichtete Investitio-
nen vor allem in Schlüsseltechnologien wie z. B. der Biotechnologie,
den Materialwissenschaften oder der Mikro- und Nanotechnologie
wurden weitere Voraussetzungen für die äußerst kooperative und
effektive Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft
im Freistaat Sachsen geschaffen. Durch die Herstellung bzw. An-
wendung hochinnovativer Erzeugnisse und Verfahren werden
sächsische Unternehmen im internationalen Wettbewerb vorange-
bracht und in ihrer Wirtschaftskraft gestärkt. In diesen Erfolgen
liegt das wesentliche Potenzial für eine erfolgreiche Zukunft des
Wissenschafts- und Technologiestandortes Sachsen.
Ich freue mich daher sehr, mit dieser Broschüre nun einige gelun-
gene Förderbeispiele präsentieren zu können!
Sabine von Schorlemer
Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst

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WissenschaFt und WirtschaFt
FöRDERN SICH GEGENSEITIG
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Im interdisziplinären Biotechnologischen Zentrum (BIOTEC), ei-
ner Gründung der Technischen Universität Dresden aus dem Jahr
1999, versammelt sich die wissenschaftliche Sparte des Zentrums:
Sechs Professuren und sieben Nachwuchsgruppen stehen rund
3000 Quadratmeter zur Verfügung. Das Forschungszentrum wurde
mit EFRE-Mitteln errichtet – zeitgleich mit dem für Firmen dispo-
nierten Teil des BIOZ von zusätzlichen 7 000 Quadratmetern Größe.
Das Gebäudeensemble mit seiner technischen Ausstattung gibt
dem BIOZ-Motto eine tiefere Bedeutung. „Wissenschaftler und Un-
ternehmen nutzen gemeinsam eine einzigartige Technologieplatt-
form aus hochmodernen Geräten, die durch das BIOTEC bereitge-
stellt wird“, erläutert die BIOTEC-Verwaltungsleiterin Dr. Sabine
Matthiä. Die Vorteile für alle Partner liegen auf der Hand: Die Un-
ternehmen sparen Ressourcen, die Geräte sind optimal ausgelastet
und die dafür eingesetzten Mittel dürfen als effizient genutzt gelten.
Von der Forschung im BIOTEC gehen geradezu katalytische Wir-
kungen auf die Ausgründungen von jungen Firmen im Bereich Bio-
technologie aus. Die am BIOTEC gegründete Firma Transinsight
GmbH ist Beleg dafür. Das Unternehmen entwickelt Spezialsuch-
maschinen für die Biomedizin. Entstanden ist unter anderem eine
einzigartige wissensbasierte und mehrfach preisgekrönte Such-
maschine für die Lebenswissenschaften. „GoPubMed“ nutzt als
weltweit erste Suchmaschine in der Biomedizin Hintergrundwis-
sen, um Fragen zu beantworten. Sie spart so zwischen 50 und 90
Prozent der Suchzeit im Vergleich zu klassischen Suchverfahren
bei großer Vollständigkeit der Ergebnisse – für die wissenschaftli-
che Literaturrecherche unschätzbare Vorteile. Michael Schroeder,
Professor am BIOTEC und Geschäftsführer Dr. Michael Alvers
gründeten die Firma 2005.
Auch die Entwicklung der Mitarbeiterzahlen ist deutlicher Beleg,
wie sehr das BIOTEC Fahrt aufgenommen hat. Waren es anfangs
zwei Forschungsgruppenleiter, arbeiten gegenwärtig insgesamt
rund 220 Mitarbeiter, Gastwissenschaftler, Austauschstudenten
und Praktikanten sowie 70 Masterstudenten in drei Studiengän-
gen am Zentrum. Mit Fug und Recht lässt sich sagen: Das BIOTEC
nimmt inzwischen beim Themenkreis „Molecular Bioengineering
und Regenerative Medizin“ eine zentrale Position in Sachsen ein.
„Der positive Einfluss der Wirtschaft auf die wissenschaftliche Aus-
bildung durch den Praxisbezug ist ebenfalls hervorzuheben“, sagt
Dr. Matthiä. Mit dem BIOTEC ist auf Basis der EFRE-Initialinves-
tition ein international sichtbares Forschungszentrum entstanden,
das den Biotech-Standort Sachsen entscheidend prägt.
wie bringt man die traditionellen
ingenieurswissenschaften und die
revolutionäre Molekular- und Zell-
biologie zusammen? indem man
sie tür an tür arbeiten lässt. im
bioinnovationsZentrum Dresden
(bioZ) auf dem biotechnologie-
campus im herzen von Dresden
geht dieses Konzept auf. unter
dem leitmotiv „wirtschaft und
wissenschaft tür an tür“ arbeiten
firmen und forscher seit 2004
räumlich eng beinander und för-
dern sich gegenseitig.
projekttitel:
Neubau Bioinnovationszentrum Dresden (BIOZ), wissenschaftlicher Teil (BIOTEC)
internetseite:
www.biotec.tu-dresden.de
mitarBeiter:
230
lauFZeit:
2002 bis 2008
Fördersumme:
15,37 Mio. Euro
davon üBer eFre geFördert:
11,53 Mio. Euro

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Die ziegelrote außenhülle lenkt die aufmerksamkeit auf den mäanderförmigen bau im leipziger südosten. Moderne
dominiert in dieser Gebäudeskulptur bei der architektur und den nutzern: Der sechsgeschossige bau mit nischen und
überdachten innenhöfen birgt wissenschaft und wirtschaft unter einem Dach. exakt so will es das Konzept für das
biotechnologisch-biomedizinische Zentrum (bbZ) in der leipziger bio citY, das mit efre- und landesmitteln gebaut,
nach neuestem standard ausgerüstet und mit dem architekturpreis der stadt leipzig ausgezeichnet wurde.
VON DER HOCHSCHULE ZUR INDUSTRIE UND ZURüCK:
DAS
BBZ in der Bio citY leipZig
VERBINDET FORSCHUNGSWELTEN

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Die Forschung am BBZ in der BIO CITY sieht sich an mehreren
Schnittstellen platziert. Die unterschiedlichen Technologielinien
ermöglichen Arbeiten auf den Gebieten „Protein Engineering und
Bioanalytik“, „Molekulare Medizin und Therapeutika“ sowie „Bio-
medizinisches und Zell Engineering“. Im Haus läuft beispielswei-
se die Suche nach Proteinen für die Tumortherapie oder nach „in
vivo“-Krankheitsmodellen. Das bedeutet: an Tieren werden an
Menschen beobachtete Krankheitsprozesse nachgeahmt. Hier ste-
hen Entzündungs- und Krebskrankheiten im Mittelpunkt. Des Wei-
teren sind Biosensoren für die Diagnostik in Arbeit, und es wird an
moderner Organ- und Geweberekonstruktion getüftelt. Neben die-
ser Expertise in der so genannten „roten“ Biotechnologie hat sich
die „weiße“ Biotechnologie (Biokatalyse) etabliert. Die Leipziger
können hier auf große Kompetenzen verweisen. Daneben initiieren
die Wissenschaftler neue Studiengänge, Weiterbildungs- und Fort-
bildungsangebote.
Ein Viertel der 20 000 Quadratmeter Fläche steht für die Forschung
in sechs Professuren zur Verfügung. Fakultätsübergreifend arbei-
ten Spezialisten der Bioanalytik, Molekularbiologisch-biochemi-
schen Prozesstechnik, der Molekularen Pathogenese, der Moleku-
laren Zelltherapie, der Strukturanalytik von Biopolymeren sowie
von Zelltechniken und der angewandten Stammzellbiologie mit
Wirtschaftsunternehmen zusammen. Zwei Nachwuchsgruppen
des Instituts für Bioanalytische Chemie am BBZ sind Garanten für
künftige Firmengründungen. Die Gruppe „Ultrasensitive Protein-
detektion“ unter Leitung von Dr. Thole Züchner entwickelt neue Me-
thoden zur Bestimmung von Eiweißen bis in den Zeptomolbereich
hinein. Dabei geht es um Spuren von weniger als 60 000 Molekü-
le. Derartige Analysen sind für die Diagnose neurodegenerativer
Krankheiten wie der Alzheimer-Demenz interessant. Die andere
Nachwuchsgruppe „Alzheimer’s disease Immun-Project“ unter
Leitung von Dr. David Singer entwickelt Impfstoffstrategien zur Be-
handlung ebenfalls neurodegenerativer Erkrankungen.
Mit der Ausgründung der c-LEcta GmbH aus der Nachwuchsgruppe
„Protein Engineering“ ist das erste Biotechnologieunternehmen im
Umfeld des BBZ entstanden.
Biotechnologie ist in Sachsen zur treibenden Kraft für Innovationen
in der Medizintechnik und in der Pharmazie geworden. Dank seiner
beiden neuen Bioinnovationszentren in Leipzig und Dresden ist der
Freistaat auf dem besten Wege, einen führenden Biotechnologie-
Cluster in Europa zu entwickeln.
„Das bbZ ist ein Zentrum für nano-
biotechnologisch-biomedizinische
entwicklungs- und verwertungs-
plattformen an der universität
leipzig mit internationaler und
kompetitiver ausrichtung. es
dient dem Ziel, innovationen nach-
haltig zur industriellen umset-
zung zu führen. Die plattformen
stehen akademischen partnern,
jungen
start-up-unternehmen,
aber auch etablierten firmen zur
verfügung. sie stellen eine in eu-
ropa einzigartige schnittstelle
zwischen industrie und hochschu-
le dar“, erläutert bbZ-Direktorin
prof. Dr. andrea robitzki. Mit dem
forschungs- und entwicklungs-
programm „theranostiK“ will
man hier in therapie und Diagno-
stik weltweit Maßstäbe setzen.
projekttitel:
Biotechnologisch-Biomedizinisches Zentrum Leipzig (BBZ), universitärer Teil
internetseite:
www.bbz.uni-leipzig.de
mitarBeiter:
100
FörderZeitraum:
2001 bis 2007
Fördersumme:
14,5 Mio. Euro
davon üBer eFre geFördert:
11,2 Mio. Euro
Was versteht man unter Biotechnologie?
die Biotechnologie
(auch Biotechnik oder Biotech) widmet sich interdisziplinär der nutzung
von enzymen, Zellen und organismen in technischen anwendungen. Ziel
ist die entwicklung neuer oder effizienterer verfahren zur herstellung
von chemischen verbindungen, die entwicklung von diagnosemethoden
und anderem.

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innovative WerkstoFFe
FüR BAUTEILE NACH MASS
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In der Dresdner Außenstelle mit Versuchshalle und Laboren laufen
neben Forschungen zu Bauteilen mit verblüffenden Eigenschaften
Arbeiten zu neuen Fügeverfahren, die beispielsweise bei Verbin-
dungen aus metallischen Werkstoffen mit Kunststoffen verwendet
werden, wie sie im Automobil- oder Flugzeugbau üblich sind.
Die Medizintechnik profitiert durch neue Implantate, deren Eigen-
schaften sich an die Bedingungen im menschlichen Körper optimal
anpassen und beispielsweise dem mechanischen und biologischen
Verhalten von Knochen, Bändern und Gefäßen folgen.
Ein ebenfalls im Haus entwickeltes Gerät gestattet es, Ultraschall
zur Therapie von schlecht heilenden Wunden zu nutzen. „Mit dem
gebündelten Know-how aus Dresden und Chemnitz können wir un-
sere Produkte maßgenauer und wertvoller für unsere Kunden pro-
duzieren. Das stärkt unsere Position am Markt“, erklärt Eberhard
Kunke.
vor den Kühlern mancher autos sitzen lüftungsklappen, die sich wie von Geisterhand öffnen und schlie-
ßen. Die Klappen reagieren auf die temperatur des Motors und fressen keinen strom. entwickelt hat sie
das fraunhofer-institut für werkzeugmaschinen und umformtechnik (iwu) chemnitz in seiner neuen au-
ßenstelle in Dresden. Mit dem haus hat die junge wissenschaft adaptronik ein Domizil in sachsen bekom-
men. „Der neubau in Dresden eröffnet für unsere arbeit deutlich breitere Möglichkeiten für Kooperationen
als bisher“, sagt eberhard Kunke, stellvertretender institutsleiter. in der landeshauptstadt arbeiten bei-
spielsweise 13 außeruniversitäre einrichtungen mit Kompetenzen zu Materialwissenschaften.
Das IWU gehört zu den bedeutendsten Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen auf dem Gebiet der
Produktionswissenschaft weltweit. Der Neubau war die Voraussetzung für den Aufbau neuer Arbeitsgebiete
an der Einrichtung. Als eine von wenigen Forschungsstellen überhaupt kann das Institut nun Arbeiten zur
Werkstofftechnologie, der Entwicklung von Komponenten, die zugehörigen Tests und die Produktion in einer
Linie durchführen.
Was Bedeutet adaptronik?
adaptronik erweckt
passive mechanische strukturen zum leben. dazu
werden aktoren und sensoren in den konstruktions-
werkstoff eines Bauteils eingebracht. diese aktoren
und sensoren bestehen aus speziellen Werkstoffen,
die sich beim einwirken von strom, spannung oder
temperatur in gestalt oder in ihren eigenschaften
verändern. adaptronische Bauteile können so selb-
ständig auf angreifende Belastungen reagieren und
schwingungen oder lärm wirksam vermindern.
projekttitel:
Sonderfinanzierung des Freistaates Sachsen für Bau und Erstausstattung des Fraunhofer Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU), Außenstelle Dresden
internetseite:
www.iwu.fraunhofer.
de
mitarBeiter:
107 Arbeitsplätze wurden erhalten und geschaffen.
lauFZeit:
2003 bis 2005
Fördersumme:
10,03 Mio. Euro
davon üBer eFre geFördert:
7,53 Mio. Euro

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hochgenaue sensoren
ENTSTEHEN IN MODERNER ARCHITEKTUR
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Mit seiner weithin sichtbaren fas-
sade fällt der neubau im neuen
chemnitzer hochtechnologiepark
auf. Die beleuchtung ist leiter-
bahnen nachempfunden. im inne-
ren legen sich raumgruppen rund
um ein atrium. oasen ermögli-
chen den blick in die umgebung.
Das viergeschossige Gebäude im
„smart systems campus chemnitz“
ist das neue haus des fraunhofer-
instituts für elektronische nano-
systeme enas. alle chemnitzer
abteilungen von enas arbeiten
hier zum ersten Mal gemeinsam
unter einem Dach.
„Das gestattet es uns, die synergien unter anderem zwischen Mi-
kroelektronik sowie sensorik weiter auszubauen und im interes-
se unserer Kunden verstärkt zu nutzen. übrigens setzt sich das
Konzept der kurzen wege nicht nur im eigenen haus, sondern im
gesamten campus fort“, sagt der leiter von enas, prof. thomas
Geßner. 31 büros und 20 laborräume bieten seit Juni 2009 platz
für noch mehr spitzenforschung.
Die Einrichtung ist auf Mikro- und Nanotechnologien für so genann-
te Integrierte Intelligente Systeme spezialisiert. Im Kern geht es
darum, winzige elektrische Bauteile und Systeme kleiner zu bau-
en und mit neuen Fähigkeiten auszustatten. Wie kann man elek-
trische, mechanische und optische Funktionen zusammenführen?
Wie zuverlässig wird das System sein? An diesen Fragen und ihrer
praktischen Anwendung forschen die Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler bei Fraunhofer ENAS. Themen sind zum Beispiel
Sensorsysteme mit Ansteuer- und Auswerteelektronik, gedruckte
Batterien sowie Material- und Zuverlässigkeitsforschung für Mi-
kroelektronik. Die Forschung, der man an diesem Ort nachgeht,
wird vor allem bei energieeffizienten Sensoren eine große Bedeu-
tung für deutsche Unternehmen erlangen und neue Geschäftsfel-
der erschließen. Sie ergänzt den Ausbau des Bereichs Elektronik
und Mikrosysteme in Sachsen.
Fraunhofer ENAS arbeitet im Kompetenznetzwerk für Nanosyste-
mintegration mit der TU Chemnitz und weiteren sieben Partnern
zusammen. Dabei geht es um die Anwendung von Nanotechnologi-
en für energieeffiziente Sensorsysteme. „Die enge Kooperation mit
der TU Chemnitz ist ein wesentlicher Faktor für die positive Ent-
wicklung von ENAS“ schätzt Prof. Geßner ein.
proDuKte von fraunhofer enas
Machen unser leben anGenehMer unD sicherer
Das New York Times Magazin wählte 2009 eine auf Folie gedruck-
te Batterie zu einer der fünf besten Ideen im Bereich Technologie
weltweit. Entwickelt wurde die Batterie beim Fraunhofer ENAS mit
Chemnitzer Partnern. Sie wird per Siebdruck hergestellt, wiegt
weniger als ein Gramm und ist nicht einmal einen Millimeter dick.
Ihr Spannungsbereich von 1,5 bis 6 V macht sie für Produkte mit be-
grenzter Lebensdauer interessant, etwa Mini-Displays oder Gruß-
karten.
Ein neuartiges Etikett misst beim Transport von Waren kontinuier-
lich Neigung und Erschütterungen mit einem Mikrosensor. Die Da-
ten können jederzeit berührungslos ausgelesen werden. Die Ener-
gie für das Etikett liefert eine gedruckte Batterie.
Die Forscher vom ENAS haben zudem sehr kleine Relays für Han-
dys oder Radargeräte in Fahrzeugen entwickelt. Dadurch werden
Strom eingespart und neue Funktionen ermöglicht.
projekttitel:
Neubau Einrichtung für Elelektronische Nanosysteme (ENAS)
internetseite:
www.enas.fraunhofer.de
mitarBeiter:
etwa 100 Mitarbeiter
lauFZeit:
2007 bis 2010
Fördersumme:
17,23 Mio. Euro
davon üBer eFre geFördert:
12,92 Mio. Euro

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organische leuchtdioden aus sachsen
WEISEN TECHNOLOGISCH IN DIE ZUKUNFT

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Rund 900 Quadratmeter Reinraumfläche wurden bei COMEDD mit
einzigartigen Anlagen bestückt. Vier Pilotanlagen zum Beschichten
von Trägermaterialien mit organischen Materialien unter Vakuum
bilden das Herzstück. „Im Laufe der Jahre 2009 und 2010 wurden
alle erforderlichen Prozesse erfolgreich gefahren. Die Prozess-
kette umfasst den gesamten Herstellungsprozess inklusive des
vorgelagerten Prozesses“, betont Prof. Leo.
Der Wissenschaftler freut sich auch über Erfolge bei Mikrodisplays
und organischen Solarzellen: „Die erfolgreiche Herstellung einer
OLED im Vakuum-Rolle-zu-Rolle-Verfahren ist ein Durchbruch
auf dem Weg zu hocheffizienten und preisgünstigen Bauelemen-
ten“, sagt er. „Dieser Erfolg hat die Leistungsfähigkeit des Dres-
dener Organik-Standortes erneut unter Beweis gestellt“. Sachsens
Ministerpräsident Stanislaw Tillich resümierte bei der Eröffnung:
„Der Start von COMEDD ist ein weiterer Beleg für die dynamische
Entwicklung der Region Dresden als führender Standort für die
Entwicklung von halbleitenden organischen Materialien“.
organische leuchtdioden („oleD“) gelten als Zukunftstechnologie für Displays und beleuchtungen. sie
bieten aus jedem blickwinkel ein perfektes bild, hervorragende Kontraste und unübertroffene farbtiefe.
außerdem benötigen sie sehr wenig energie. Damit sich oleDs auf dem Massenmarkt behauten können,
müssen sie kostengünstig gefertigt werden können. Das „center for organic Materials and electronic De-
vices Dresden“ (coMeDD) am fraunhofer-institut für photonische Mikrosysteme (ipMs) in Dresden liefert
dafür den vollen service vom entwurf über die entwicklung von technologie bis zur pilotproduktion von
Kleinserien. besonders klein- und mittelständische firmen sollen dank coMeDD produkte wie oleD-
beleuchtungen, oleD-Mikrodisplays oder organische solarzellen herstellen können. „erste kleinere Mu-
sterserien für beleuchtungsprodukte haben wir im frühjahr 2010 für aussteller der Messe „light & buil-
ding“ erfolgreich hergestellt und dem fachpublikum vorgestellt“, berichtet prof. Karl leo, institutsleiter
des ipMs. einer der ersten Kooperationspartner im bereich oleD beleuchtungslösungen ist die ledon
oleD lighting Gmbh. Das Joint venture zwischen der fraunhofer-Gesellschaft und der Zumtobel Gruppe
startete im november 2009.
projekttitel:
Investition in den Aufbau eines Zentrums für organische Materialien und elektronische Bauelemente am Fraunhofer IPMS
internetseite:
www.ipms.fraunhofer.de
mitarBeiter:
60 Mitarbeiter
lauFZeit:
2007 bis 2010
Fördersumme:
19,7 Mio. Euro
davon üBer eFre geFördert:
14,76 Mio. Euro

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IN SACHSEN ENTSTEHT EIN
supermikroskop

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Die wissenschaft soll ein neuartiges Gerät zur beobachtung winziger partikel nutzen können. eine for-
schergruppe um prof. petra schwille am biotechnologischen Zentrum der tu Dresden baut ein Mikroskop,
welches bekannte technologien zur analyse und Manipulation von einzelnen Molekülen auf völlig neuartige
weise kombinieren soll. „Mit diesem Mikroskop wollen wir Möglichkeiten für biowissenschaftliche arbeits-
gruppen schaffen, interessante biologische systeme zu analysieren – quantitativ mit höchster präzision
und dennoch ohne allzu großen instrumentellen aufwand“ sagt prof. schwille. Dies soll durch effiziente
Kombination von rasterkraftmikroskopie, hochauflösender fluoreszenzoptik und sogenannten optischen
und magnetischen pinzetten gelingen. Die förderung durch efre-Mittel macht es finanziell möglich.
Das 1968 entwickelte Rasterkraftmikroskop ist ein wichtiges Werkzeug in der Oberflächenchemie und dient
dem mechanischen Abtasten von Oberflächen und dem Messen atomarer Kräfte auf der Nanometerskala.
Fluoreszensmikroskope werden seit Beginn des 20. Jahrhunderts in der Praxis eingesetzt. Optische Pinzet-
ten nutzen lichtinduzierte Kräfte, magnetische Pinzetten die Kräfte auf magnetische Partikel. Damit lassen
sich sogar einzelne Moleküle manipulieren. Die Kombination von magnetischen Pinzetten und hochauflö-
senden Fluoreszenztechniken ermöglicht beispielsweise die Untersuchung von Proteinen, die DNA-Schä-
den reparieren können, welche bei einem Sonnenbrand entstehen. Solche Reparaturmechanismen der DNA
sind essentiell wichtig in der Verhinderung von Krebs.
projekttitel:
iMAD – Imaging and Manipulation Across Dimensions
internetseite:
www.biotec.tu-dresden.de/research/schwille
mitarBeiter:
5 Mitarbeiter
lauFZeit:
2009 bis 2011
Fördersumme:
533.334 Euro
davon üBer eFre geFördert:
400.000 Euro
Nur Spezialisten beherrschen bislang die komplizierten Mikrosko-
pier-Techniken, die nun einem breiteren Anwenderkreis zugänglich
gemacht werden sollen, sagt Physiker Dr. Wolfgang Staroske, der
den Bau des Mikroskops leitet.
Vorrangiges Ziel ist es momentan, diese Techniken für die Mitglie-
der des BIOTEC als allgemeinen Service in Form eines nutzer-
freundlichen Mikroskops nutzbar zu machen. Dies soll die quantita-
tive Analyse komplexer biologischer Systeme vorantreiben. Später
soll dieser Service auf Sachsen ausgeweitet werden.

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GENETIKER FORSCHEN AN
therapien Für seltene krankheiten
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Als Ursachen dieser Gruppe von Krankheiten gelten Störungen in
den „Kraftwerken“ der Zellen, den Mitochondrien. In ersten ex-
perimentellen Zellkulturversuchen versuchten Mediziner bislang,
defekte DNA-Abschnitte direkt im Zellkern zu reparieren. Das Vor-
gehen birgt Risiken, da unbeteiligte DNA-Teile beschädigt werden
können. Doch andere Werkzeuge und Verfahren standen bislang
nicht zur Verfügung. Das Verbundprojekt soll dieses Problem lö-
sen: die Wissenschaftler wollen die defekten Nukleinsäuren direkt
in den Mitochondrien reparieren.
„Zum ersten Mal überhaupt werden die Mitochondrien als vom Zell-
kern aus getrennte programmierbare Elemente betrachtet. Die
bisherigen Manipulationen am Zellkern, die zu entarteten Zellen
führen können, werden damit umgangen“, sagt Projektleiter Prof.
Peter Seibel. Dadurch ergeben sich bislang ausgeschlossene An-
wendungsmöglichkeiten. Zudem drohen weniger Gefahren und die
Einsatzmöglichkeiten zur Behandlung von Erkrankungen des Men-
schen werden wahrscheinlicher. In einem weiteren Schritt prüfen
sie rund 20 selbst entwickelte chemische Wirkstoffe ebenfalls in
den Mitochondrien. Ziel ist die Entwicklung neuer Medikamente.
Getestet wird bislang an Zelllinien im Labor. Tests mit Menschen
sollen in Kooperation mit anderen Forschungseinrichtungen
durchgeführt werden.
für seltene menschliche Krank-
heiten existieren oft keine maßge-
schneiderten therapien, und nicht
immer wird überhaupt danach
gesucht, weil es für die pharma-
zeutische industrie wirtschaftlich
nicht interessant ist. für die be-
troffenen bedeutet diese tatsache
oft eine gravierende beeinträch-
tigung ihrer lebensqualität und
nicht selten der lebensdauer. Die
Medizin hat dieses problem je-
doch erkannt und steuert gegen.
wissenschaftler am biotechnolo-
gisch-biomedizinischen Zentrum
der universität leipzig suchen mit
hochdruck nach Methoden und
wirkstoffen gegen neuromusku-
läre leiden wie etwa herzmuskel-
schwäche.
projekttitel:
Transgenomix-Neuprogrammierung von Zellen
internetseite:
www.uni-leipzig.de
mitarBeiter:
7 Stellen wurden, verteilt auf 23 Monate, finanziert
lauFZeit:
2008 bis 2010
Fördersumme:
499.900 Euro
davon üBer eFre geFördert:
374.925 Euro
Wann gilt eine krankheit als „selten?“
seltene
krankheiten sind oft lebensbedrohliche oder chronisch ein-
schränkende erkrankungen, die einer speziellen Behandlung
bedürfen. viele seltene krankheiten werden durch einen
gendefekt verursacht. je nach ländern gelten unterschiedli-
che kriterien für die Bezeichnung „selten“. nach der europä-
ischen regel dürfen bis zu fünf von 10 000 menschen erkrankt
sein. etwa hundert menschen in deutschland leiden an den
krankheiten, für die am BBZ nach therapien geforscht wird.
mit einer rate von etwa eins zu 100 000 menschen sind diese
erkrankungen extrem selten.

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schön gelenkig
BEIM SCHWEISSEN
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Der „Pentapod“ dient dabei nicht nur der spanenden Bearbeitung.
Die Maschine mit den fünf gelenkigen Streben beherrscht das neu-
artige Verfahren „Rührreibschweißen“. Bei diesem Verfahren wird
der Werkstoff am Ort der späteren Schweißnaht verknetet. Das
Nieten entfällt. Im Vergleich zum traditionellen Schweißen muss
das Metall auch nicht verflüssigt werden. Damit handelt es sich aus
heutiger Sicht um die beste Technologie zum Schweißen großer,
gekrümmter Aluminiumbleche für Flugzeugrümpfe.
Mit dem „Pentapod“ lassen sich Verfahren wie Fräsen, Schwei-
ßen oder Härten mit Laserstrahlen energieeffizient einsetzen und,
ohne, dass das Werkstück in eine andere Maschine eingespannt
werden muss. „Unsere Vision ist eine flexibel einsetzbare Anlage,
die einfach und schnell zwischen den verschiedenen Bearbeitungs-
arten umgeschaltet werden kann“, sagt Dr. Gunther Göbel, der am
IWS den Teil des Pentapod im Gesamtprojekt leitet.
Anders als herkömmliche Anlagen kann der „Pentapod“ unkompli-
ziert zum Einsatz am Werkstück vor Ort transportiert werden. Er
wiegt etwa ein Zehntel vergleichbarer Maschinen. Für die Luft –und
Raumfahrtindustrie sind mit Blick auf die Serienproduktion solche
Eigenschaften von unschätzbarem Wert, berichtet Dr. Gunther Gö-
bel. Das Institut will die Palette der Anwendungen dieses Konzep-
tes unter Gesichtspunkten der Präzision, Dynamik und Energieeffi-
zienz weiter verbessern. In weiteren Arbeitsabschnitten stehen das
Schweißen und Schneiden mit neuen Lasern mit brillanter Strahl-
qualität im Fokus.
Der Hersteller des „Pentapod“, das relativ junge sächsische Unter-
nehmen Metrom, wurde für das Maschinenkonzept mit dem Säch-
sischen Innovationspreis 2009 ausgezeichnet und profitiert von der
Kooperation mit dem Institut. „Durch die Forschungsarbeiten des
IWS erschließen sich für uns ganz neue Anwendungsfelder“, be-
richtet Metrom-Geschäftsführer Dr. Michael Schwaar.
Große aluminiumbleche sollen
künftig geschweißt und nicht – wie
bisher – genietet werden können.
Damit lassen sich leichte flug-
zeugrümpfe oder autokarosse-
rien effizienter produzieren. Das
fraunhofer-institut für werk-
stoff- und strahltechnik (iws)
Dresden forscht an dieser tech-
nologie für die luftfahrtindustrie.
einen wichtigen beitrag für die
arbeiten bildet eine fünf-achs-
fräsmaschine eines sächsischen
herstellers. Der erwerb des so
genannten „pentapods“ und wei-
terer anlagen durch efre-Mittel
eröffnet den forschungsarbeiten
am iws zur effizienzsteigerung
von fertigungsverfahren ganz
neue Möglichkeiten.
projekttitel:
Energieeffiziente Füge- und Fertigungstechnik (EFFI) am Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) Dresden
internetseite:
www.iws.fraunhofer.de
lauFZeit:
2009
Fördersumme:
3,1 Mio. Euro
davon üBer eFre geFördert:
2,32 Mio. Euro

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echte und digitale Welt
VERSCHMELZEN
IN DER PLANUNG DER PRODUKTION

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Die Anwendungsmöglichkeiten für AR in der Industrie und For-
schung sind bei Weitem noch nicht ausgeschöpft. Unternehmen
können beispielsweise Maschinen auf der Suche nach dem idealen
Standort nicht einfach in der Fabrikhalle herum schieben, sondern
müssen bislang am PC oder auf Papier planen. Mit Hilfe von AR
kann man ein digitales Modell der Maschine auf einem Bildschirm
platzieren. Die echte Welt wird dafür mit einer Videokamera aufge-
nommen und die digitalen Daten hineinprojiziert. So kann der Pla-
ner die Maschine im echten Raum immer wieder platzieren – bis hin
zum optimalen Standort. Damit lässt sich unkomplizierter planen
als bisher.
Das Problem der Zusammenarbeit unabhängig vom Arbeitsort lös-
te eine andere Anwendung des Projekts. Viele Unternehmen unter-
halten Niederlassungen an unterschiedlichen Standorten. Mit der
neuen Lösung können Arbeitsgruppen in verschiedenen Städten
gleichzeitig an ein und demselben virtuellen Modell einer Maschine
arbeiten. „Fachleute verschiedener Disziplinen können auf diese
Weise Lösungen von hoher Akzeptanz erarbeiten und das in sehr
kurzer Zeit“, erläutert Wittstock. So lassen sich zweidimensionale
Entwürfe einer Fabrikhalle bearbeiten, dreidimensional auf eine
große Leinwand projizieren und in Echtzeit beobachten.
Die zweidimensionale Planung sowie die dreidimensionale Visua-
lisierung können dabei an unterschiedlichen Standorten erfolgen
und ermöglichen standortübergreifendes Zusammenarbeiten. Ar-
beitsgruppen an unterschiedlichen Orten können so zusammenar-
beiten – so lange ein VRAR-System vorhanden ist.
Die Anwendung bietet für das Arbeiten in der globalisierten Wirt-
schaft handfeste Wettbewerbsvorteile: Zeit und Kapazitäten bedeu-
ten dort bares Geld „Wir helfen mit unserer Forschung Unterneh-
men, ihre Wettbewerbschancen so effizient wie möglich zu nutzen“,
erklärt Dr. Wittstock.
auch kleine und mittelständische
industriefirmen können ihre ab-
läufe mit hochmoderner technik
optimieren. wissenschaftler der
fakultät Maschinenbau an der
technischen universität chemnitz
haben mit efre-Mitteln die tech-
nologie der erweiterten realität“
(„augmented reality“, ar) für
Zwecke der produktion äußerst
erfolgreich weiter entwickelt.
„wir wollen die potenziale der ar
stärker für die produktionspraxis
nutzbar machen. unternehmen
können damit ihre planung der
produktionsprozesse effizienter
gestalten“, erklärt projektleiter
Dr. volker wittstock.
projekttitel:
VR/AR-Strategien für mobiles und kollaboratives Arbeiten im produktionstechnischen Umfeld
internetseite:
www.tu-chemnitz.de/mb/Werkz/Masch/vrcp
mitarBeiter:
2 Mitarbeiter
lauFZeit:
2007 bis 2010
Fördersumme:
258.720 Euro
davon üBer eFre geFördert:
194.040 Euro
mehr inFormationen dank „erWeiterter realität“
eine po-
puläre anwendung von ar findet sich in internetfähigen mobiltelefo-
nen der neueren generation. richtet der nutzer die handykamera auf
eine sehenswürdigkeit, sucht das gerät automatisch passende infor-
mationen dazu heraus – etwa den genauen standort oder öffnungs-
zeiten und blendet diese auf das display des telefons ein.

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virtuelle realität
VERHINDERT AUSSCHUSS UND SCHäDEN AN MASCHINEN

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Produktdesign am Computer und die Fertigung an automatischen,
so genannten numerisch gesteuerten Fräsmaschinen („NC“) wer-
den zwar seit langem praktiziert. „Dabei fällt anfangs viel Ver-
schleiß bei Werkzeugen und Material an, weil vor dem Praxistest
nicht feststeht, ob das Programm die Maschine genau steuert und
diese nicht etwa das Werkzeug oder -stück beschädigt“, sagt Dr.
Wittstock. Vor diesem Hintergrund wollen Hersteller wissen, wo
und wann die Maschine exakt arbeitet oder bei Kollisionen Schäden
anrichten kann. Es geht darum, Fehler in den Programmen zu fin-
den, bevor sie echte Maschinen steuern.
Mit der Entwicklung lassen sich die Prozesse ohne Verschwen-
dung von Material optimieren. Dafür wurden unter anderem die
Schnittstellen für die übertragung der Daten zwischen der realen
Steuerung der NC-Maschine und dem virtuellen Modell geschaffen
Dadurch lassen sich Werkzeugmaschinen schneller sowie preis-
werter entwickeln und in Betrieb nehmen. Auch die darauf produ-
zierten Teile werden konkurrenzfähiger.
„Unser Vorhaben hilft, Arbeitsplätze in der Wirtschaft zu sichern,
weil die Unternehmen mit dem Verfahren innovativer und effizien-
ter arbeiten und sich mit preiswerteren Angeboten am internatio-
nalen und nationalen Markt besser behaupten können“, sagt Volker
Wittstock stolz.
Der entwurf und die herstellung von produkten mit hilfe des computers sind realitätsnaher geworden.
unternehmen können so neue wege in der produktion beschreiten und preiswerter produzieren. forscher
der professur „werkzeugmaschinen und umformtechnik“ an der fakultät Maschinenbau an der techni-
schen universität chemnitz haben dafür ein verfahren entwickelt. am pc entworfene bauteile lassen sich
damit virtuell auf einer Maschine „herstellen“ und der vorgang in echtzeit simulieren. Der clou besteht
darin, dass sich auf dem bildschirm sowohl das werkstück als auch die Maschine in 3D in verschiedene
richtungen bewegen lassen und dabei die positionen zueinander einnehmen, wie es in der wirklichkeit
der fall wäre. Dadurch können die forscher einerseits überprüfen, ob das werkstück entsprechend den
plänen entsteht und andererseits die bewegungen der Maschinenachsen kontrollieren. „herkömmliche
simulationen schieben auf dem bildschirm schon mal die Maschine durch das werkstück. Das neue ver-
fahren lässt hingegen nur bewegungen nach dem vorbild der realen Maschinensteuerung zu“, sagt Dr.
volker wittstock von der technischen universität chemnitz, der das projekt leitete.
projekttitel:
Virtual Reality unterstützte Numerical Control (NC) – Bearbeitungs- und Analysesimulation für die Freiformflächenfertigung auf 5-Achs-Fräsmaschinen
internetseite:
http://www.tu-chemnitz.de/mb/WerkzMasch/vrcp
mitarBeiter:
2 Mitarbeiter
lauFZeit:
2007 bis 2009
Fördersumme:
149.964 Euro
davon üBer eFre geFördert:
112.473 Euro

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datenBank Für stents
MACHT GEFäSS-OPERATIONEN
PLANBARER UND SICHERER

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Zur Behandlung von krankhaft veränderten Blutgefäßen setzen
Mediziner immer häufiger röhrenförmige Drahtgitter in das Inne-
re, so genannte „Stents“. Die Gitter weiten verengte Stellen oder
kleiden Gefäße aus, wenn das Gewebe erschlafft ist. Sitzt der Stent
aber am unpassenden Ort oder wandert gar, drohen Komplikatio-
nen. Die Wahl der richtigen Art und Größe des Stents kann diese
Gefährdungen verringern. „Doch diese Wahl basiert derzeit wei-
testgehend auf den Erfahrungen des jeweiligen Gefäßchirurgen“,
erläutert Dr. Burgert.
Derzeit bietet weltweit keine Software praxisnahe Simulationen
für die Planung von Prozeduren zum Setzen von Stents, so Bur-
gert. Entsprechende Programme leisten zwar Hilfe zur Auswahl
der Größe des Gefäßimplantats. Informationen über dessen Eigen-
schaften bei der Nutzung wie beispielsweise die Anpassungsfähig-
keit bei Gefäßwindungen fehlen aber genauso wie Unterstützung
zur Wahl der optimalen Position im Blutgefäß. Zudem gibt es keine
einheitliche Beschreibung der Form und des Verhaltens von Stents
im menschlichen Körper.
Die Leipziger Modelle dagegen berücksichtigen die unterschied-
lichen Maße der Stents, deren spezielle Eigenschaften im Körper
und die unterschiedlichen Herstellerstandards. Die Projektpartner
sind jetzt bereits international Spitze bei der Entwicklung und An-
passung frei zugänglicher Standardvorschriften, mit denen Gefäße
erfasst werden und in Zukunft auch Gefäßprothesen erfasst wer-
den sollen. Die Nutzung der neuen Planungssysteme in der Praxis
wird deshalb nicht mehr lange auf sich warten lassen.
Die planunG aM coMputer
für eine operation aM Gefäss
Die Chirurgen können mit Hilfe des Softwareprogramms sowie
eines Bildes des Blutgefäßes aus dem Computertomografen den
passenden Stent wählen und am Bildschirm einpassen – genau an
die Stelle in der Ader oder Vene, wo er später auch im Körper des
Patienten sitzen wird. Ermittelt wird dabei unter anderem, ob der
Stent an diesem Ort möglicherweise das Gefäß durch zu viel Druck
beschädigt oder Blut seitlich vorbeifließen kann, was unerwünscht
ist. Die Forschungen zu diesem Teil der Berechnungen leistete das
IWU. Mit den Informationen aus der Simulation lässt sich eine ge-
plante Operation für den Patienten optimieren.
chirurgen können operationen an
kranken adern und venen erst-
mals virtuell proben und genauer
planen. bestimmte eingriffe an
blutgefäßen lassen sich dadurch
deutlich erfolgreicher und risi-
koärmer als bisher durchführen.
forscher am innovation center
computer assisted surgery (ic-
cas) leipzig entwickeln dafür mit
dem fraunhofer-institut für werk-
zeugmaschinen und umformtech-
nik chemnitz (iwu) simulations-
modelle für den computer und
eine Datenbank für Gefäßimplan-
tate, die international standards
setzen. „wir erwarten, dass durch
unsere arbeit planungssysteme
vor operationen zum wohle des
patienten mehr genutzt werden“,
sagt projektleiter Dr. oliver bur-
gert vom iccas.
projekttitel:
Anforderungsanalyse zur Entwicklung einer OP-Planungssoftware für die Implantation von Gefäßprothesen
internetseite:
www.iccas.de
mitarBeiter:
zweieinhalb Vollzeitstellen wurden am ICCAS und dem IWU geschaffen
lauFZeit:
2009 bis 2011
Fördersumme:
361.150 Euro
davon üBer eFre geFördert:
270.862 Euro

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ALLE
FachdatenBanken
AUS SACHSEN AUF EINEN KLICK ERREICHBAR

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Der Dienst DBoD (Databases on Demand) bündelt Online-Daten-
banken und Datenträger, die Bibliotheken in Sachsen bisher sepa-
rat anboten. Selbst Inhalte von CD oder DVD lassen sich damit über
das Internet holen. Nutzer können sich komfortabel ohne Passwort
von jedem Ort auf der Welt aus einloggen – denn der Dienst erkennt,
wer Zugriff erhält.
„Auf diesem technischen Niveau ist der Datenserver in Deutschland
einmalig“, sagt Dr. Bonte. Eine besondere Zugangssoftware ist
nicht notwendig. Etwa 100 000 Interessenten sicherten sich bislang
Zugriffsrechte, darunter auch Nutzer von Bibliotheken in Thüringen.
Der Dienst steuert und optimiert auch den Erwerb von Daten-
banklizenzen. Das zentrale Bereitstellen von Datenbankinformati-
onen unabhängig von einzelnen Bibliotheken spart den Beteiligten
Kosten und Zeit. Die Klickzahlen zeigen, dass die SLUB ins Schwar-
ze getroffen hat: die Webseite wird jeden Monat bereits mehr als
20 000 mal aufgerufen.
ein GiGantischer wissensspeicher
Die bibliographische Datenbank „Perinorm“ steht für den immen-
sen Umfang des Servers. „Perinorm“ unterstützt die Arbeit mit
Regeln und Normen mit einer Millionen Datensätzen aus 23 Län-
dern. Das juristische Informationssystem „Juris“ mit allen deut-
schen Gerichtsentscheidungen, Rechtsnormen und Verwaltungs-
vorschriften und die Datenbank „Business Source Complete“ mit
Texten aus mehr als über 3 300 wirtschaftswissenschaftlichen Zeit-
schriften werden danach am häufigsten angeklickt.
Und das sind drei Datenbanken von 818! Weitere Datensammlun-
gen kommen mit Sicherheit hinzu.
schnell, weltweit und unkompli-
ziert müssen Datenbanken ange-
boten werden. wissenschaftler,
lehrende und praktiker finden in
solchen fachinformationen wie
rechtsvorschriften, Din-normen
oder fakten aus der Medizin. bis-
lang 818 Datenbanken sind seit
kurzem über einen Dienst der
sächsische landesbibliothek –
staats- und universitätsbibliothek
Dresden (slub) erreichbar. „Der
service erleichtert den Zugang
zu fachinformationen erheblich“,
sagt Dr. achim bonte, stellver-
tretender Generaldirektor der
slub. ohne die plattform bliebe
beispielsweise nutzern in säch-
sischen fachhochschulen, be-
rufsakademien oder in der wirt-
schaftsnahen wissenschaft der
direkte Zugriff auf viele Datenban-
ken versperrt.
projekttitel:
Innovatives Bibliothekssystem Sachsen. Vernetzte Information für Wirtschaft, Bildung und Wissenschaft: Aufbau eines regionalen Datenbankinformationssystems Sachsen (Redi)
internetseite:
www.dbod.de
mitarBeiter:
vier Informatiker
lauFZeit:
2008 bis 2011
Fördersumme:
509.304 Euro
davon üBer eFre geFördert:
381.978 Euro

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ERMöGLICHT ERSTE
rund-um-die-uhr-BiBliothek
IN SACHSEN
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studenten und außeruniversitäre
besucher können in der leipziger
campus-bibliothek seit einem
Jahr zu jeder Zeit bücher leihen
und den lesesaal nutzen. Die ein-
richtung ist die erste 24-stunden-
bibliothek in sachsen. Die Ge-
schäftsabläufe des hauses wur-
den dafür auf rfiD-technologie
umgestellt. Damit können nutzer
in selbstbedienung unkompliziert
und sicher werke ausleihen, zu-
rückgeben oder Gebühren ent-
richten – unabhängig davon, ob
bibliotheksmitarbeiter verfügbar
sind oder nicht.
„Das Verfahren entlastet unsere Mitarbeiter von Routineaufgaben
und schafft Freiräume für mehr Dienstleistungen“, sagt die Lei-
terin der Campus-Bibliothek, Ute Stephan. Eine Herausforderung
der Planung der Bibliothek bestand darin, den modernen Charak-
ter des zuvor rekonstruierten Gebäudes in der Leipziger Innenstadt
mit innovativer Arbeitsorganisation zu koppeln. Hintergrund war
das Problem, dass die Bibliothek mit dem verfügbaren Personal
den Betrieb lediglich bis 19 Uhr gewährleisten konnte. RFID brach-
te den Durchbruch. „Durch die neue Technik konnte aus der Not
eine Tugend gemacht werden“, sagt Ute Stephan. Alle ausleihbaren
Werke der Bibliothek sind mit einem RFID-Chip ausgestattet. Ein
Wachdienst sorgt in den Nachtstunden für Sicherheit im Gebäude.
Die Hauptbibliothek „Bibliotheca Albertina“ (3,5 Millionen Bände),
die künftige Zentralbibliothek Medizin (300 000 Bände) und die Bi-
bliothek Erziehungswissenschaften/Sport (150 000 Bände) werden
die Technik in der Laufzeit des Projektes ebenfalls erhalten. Eine
positive Resonanz darf als sicher gelten: Die Studierenden der
Leipziger Universität haben das 24-Stunden-Angebot bereits gut
angenommen. 95 Prozent aller Ausleihvorgänge laufen inzwischen
über Automaten.
so funKtioniert Die leihe per chip
Die Nutzer entnehmen die Literatur den Regalen und legen sie auf
einen der drei Terminals. Ein Stapel von bis zu fünf Büchern lässt
sich gleichzeitig buchen. Durch Buchdeckel und Seiten hindurch
erkennt das Lesegerät die Titel, da für RFID weder direkter Sicht-
noch Berührungskontakt notwendig ist. Das spart Zeit und mini-
miert die Wahrscheinlichkeit von Fehlern. Ein Display zeigt an, ob
das Werk entleihbar ist. Wenn die Nutzer die Literatur ausleihen
möchten, bestätigen sie dies per Knopfdruck. Die Quittung lassen
sie sich ausdrucken oder per Email senden.
Zum Abschluss des Buchens deaktiviert das Gerät den Siche-
rungscode auf dem Chip. Nun kann das Buch problemlos durch die
Schleusen am Ein- und Ausgang getragen werden. Ist die Siche-
rung aktiviert, ertönt beim Passieren der Gates ein Signalton – ähn-
lich wie gesicherte Waren in Kleidungsgeschäften Alarm auslösen.
Der Piepton weist auf einen Bedienungsfehler bei der Selbstauslei-
he oder einen Diebstahl hin. Bibliotheksangestellte oder Wachleute
kontrollieren den Besucher dann. Die Rückgabe funktioniert an den
gleichen Automaten nach einem ähnlichen Prinzip.
projekttitel:
RFID-Technik für Bibliotheksprozesse
internet:
www.ub.uni-leipzig.de
projektlauFZeit:
2008 bis 2011
Fördersumme:
1,5 Mio. Euro
davon üBer eFre geFördert:
1,2 Mio. Euro
Was Bedeutet rFid?
rFid (“radio-frequency identification”)
bezeichnet ein verfahren zur identifizierung von dingen mit hilfe
elektromagnetischer Wellen.

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OHNE FORSCHUNG
KEIN FORTSCHRITT
sachsen investiert mit dem europäischen fonds für regionale
entwicklung in den ausbau der forschungsinfrastruktur
Wirtschaftliche Entwicklung bedarf erfolgreicher Innovationen in
den Unternehmen. Voraussetzung hierfür ist ein entsprechender
Input von Seiten der Wissenschaft und der intensive Austausch zwi-
schen Unternehmen und Forschungseinrichtungen bzw. Hochschu-
len. Sachsen investiert daher seit vielen Jahren in die Ansiedlung,
Erweiterung und in die Arbeit von wirtschaftsnahen Forschungs-
einrichtungen sowie in die Forschung an Hochschulen. Allein 16
mittlerweile im Freistaat ansässige Einrichtungen der Fraunhofer
Gesellschaft seien hier als Beispiel für die Früchte dieser Strategie
genannt.
Der Förderbereich „Anwendungsorientierte Forschungsprojekte
und -infrastruktur“ ist Bestandteil des Operationellen Programms
(OP) des Freistaats Sachsen für den Europäischen Fonds für regio-
nale Entwicklung (EFRE) 2007 bis 2013. Es sind dafür rund 184 Mil-
lionen Euro EU-Mittel eingeplant, die aus Mitteln des Freistaates
Sachsen und Eigenmitteln der Projektträger ergänzt werden.
Gefördert werden Bauvorhaben von anwendungsorientierten For-
schungseinrichtungen sowie ihre Erstausstattung mit Geräten.
Ebenso werden anwendungsorientierte Forschungsprojekte und
ergänzende Geräteinvestitionen dieser wirtschaftsnahen For-
schungseinrichtungen sowie von Hochschulen unterstützt. Projek-
te der wissenschaftlichen Bibliotheken zur Verbesserung der Infor-
mationsversorgung in wirtschaftsrelevanten Bereichen gehören
auch zum Förderspektrum. Sie verbessern damit ihre technische
Ausstattung und können so Informationen effektiver erschließen
und bereitstellen.
Der Bereich Forschungsprojekte / Forschungsinfrastruktur ge-
hört zum Schwerpunkt „Stärkung von Innovation, Wissenschaft,
Forschung“ des sächsischen EFRE-OP. Er ist komplementär zu
weiteren Förderbereichen in diesem Schwerpunkt – darunter die
FuE-Projektförderung für Unternehmen, Technologietransfer in
Unternehmen, die Hochschulinfrastruktur und die Landesexzel-
lenzinitiative.
Ausgehend davon, dass der Standort Sachsen im globalen Wettbe-
werb nur durch Spitzentechnologien bestehen kann und Wachstum
Innovationen bedingt, hat der Freistaat den größten Anteil der 2007
bis 2013 vorhandenen EU-Mittel für diesen Schwerpunkt einge-
plant. Insgesamt sind es rund 3,1 Milliarden Euro, die dem Frei-
staat in dem Zeitraum aus dem EFRE zur Verfügung stehen. Auf
die „Stärkung von Innovation, Wissenschaft, Forschung“ entfallen
davon 1,079 Milliarden Euro.
Bereits in den Jahren davor wurden EU-Gelder in erheblichem Um-
fang in den Ausbau der Forschungsinfrastruktur investiert. So wa-
ren es im Förderzeitraum 2000 bis 2006 rund 230 Millionen Euro.

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impressum
herausgeBer:
Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK);
Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA), Verwaltungsbehörde EFRE
Wilhelm-Buck-Str. 2
01097 Dresden
redaktion:
Katlen Trautmann;
SMWK; SMWA
gestaltung:
VOR Werbeagentur GmbH, Dresden
druck:
Druckerei Thieme
redaktionsschluss:
November 2010
BildnachWeis:
titelseite, seite 6:
Weißflog;
seite 4:
SMWK;
seite 7:
BIOTEC Dresden;
seite 8:
Haufe;
seite 9 links:
BIO CITY,
rechts:
Haufe;
seite 10 und 11:
IWU;
seite 12 und 13:
ENAS;
seite 14 und 15:
COMMEDD;
seite 16 und 17:
BIOTEC Dresden;
seite 18:
Haufe;
seite 19,
links:
BIO CITY,
rechts:
Haufe;
seite 20 und 21:
IWS;
seite 22 und 23:
TU Chemnitz;
seite 24 und 25:
TU Chemnitz;
seite 26:
Haufe;
seite 27, links:
Haufe,
rechts:
ICCAS;
seite 28:
Klemm;
seite 29:
SLUB;
seite 30 und 31:
Uni Leipzig;
seite 32:
www.fotolia.de
BeZug:
Zentraler Broschürenversand der Sächsischen Staatsregierung
Hammerweg 30, 01127 Dresden
bestell-hotline:
0351 21036-71 und -72
fax:
0351 21036-81
e-Mail:
Publikationen@sachsen.de
verteilerhinWeis:
Diese Broschüre wird von der Sächsischen Staatsregierung im Rahmen ihrer verfassungsmäßigen
Verpflichtungen zur Information der öffentlichkeit herausgegeben. Sie darf weder von Parteien
noch von Wahlhelfern zum Zwecke der Wahlwerbung verwendet werden. Dies gilt für alle Wahlen.
SMWA-0255

Europäische Union