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Monatsbericht
Oktober 2021
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Erkenntnisse des LfV zum Monat Oktober 2021
A. Rechtsextremismus, REICHSBÜRGER und SELBSTVERWALTER
I.
a) Überblick über alle dem LfV bekannten rechtsextremistischen Aktivitäten
Datum
Ort
Veranstalter
Teilnehmer-
zahl
Beschreibung
02.10.2021
Torgau,
OT Staupitz
(Landkreis
Nordsachsen)
Rechtsextremisten
ca. 230
Konzert mit den Bands
DIE LUNIKOFF
VERSCHWÖRUNG,
UWOCAUST UND
HELFERSHELFER
und SPN-S
02.10.2021
Bautzen
REICHSBÜRGER –
VATERLÄNDISCHER
HILFSDIENST –
ARMEEKORPSBEZIRK
(AKB) XII
mindestens
35
„Hilfsdiensttreffen“
veröffent-
licht:
03.10.2021
Riesa
(Landkreis
Meißen)
NPD
*
Erntedankfest
03.10.2021
Burg
Gnandstein
(Landkreis
Leipzig)
JN LEIPZIG
*
Wanderung anlässlich des
bundesweiten JN-
Aktionstages
„Deutschland, Deiner
Festung zur Wehr – 31
Jahre Wiedervereinigung“
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3
03.10.2021
Burg
Kriebstein
(Landkreis
Mittelsachsen)
JN MITTELSACHSEN
mindestens
neun
Wanderung anlässlich des
bundesweiten JN-
Aktionstages
„Deutschland, Deiner
Festung zur Wehr – 31
Jahre Wiedervereinigung“
04.10.2021
Zittau
(Landkreis
Görlitz)
PEGIDA
15
Versammlung „Freunde
von PEGIDA“,
Motto:
„Wahrung unserer
Grundrechte“
04.10.2021
Leipzig
REICHSBÜRGER –
BÜRGERBEWEGUNG
LEIPZIG 2021
ca. 90
Demonstration
09.10.2021
Raum Leipzig Rechtsextremisten
ca. 40
50 km-Marsch
09.10.2021
Leipzig
REICHSBÜRGER –
BÜRGERBEWEGUNG
LEIPZIG 2021
ca. 90
Demonstration
09.10.2021
Torgau,
OT Staupitz
Rechtsextremisten
ca. 160
Konzert mit den Bands
ENDSTUFE, „Skumshot“
und KODEXFREI
11.10.2021
Leipzig
REICHSBÜRGER –
BÜRGERBEWEGUNG
LEIPZIG 2021
ca. 90
Demonstration
16.10.2021
Ebersbach
(Landkreis
Görlitz)
REICHSBÜRGER –
VATERLÄNDISCHER
HILFSDIENST –
ARMEEKORPSBEZIRK V
mindestens
zehn
„Hilfsdiensttreffen“
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4
17.10.2021
Dresden
FREIE SACHSEN
ca. 60
Kundgebung,
Motto
„Säxit – raus aus
dem Wahnsinn!“
17.10.2021
Dresden
PEGIDA
ca. 1.100
Versammlung anlässlich
des 7. Jahrestages von
PEGIDA in Dresden,
Redner u.a. Lutz
BACHMANN
veröffentlicht:
18.10.2021
Plauen
DER DRITTE WEG
(Bundesverband)
*
Schulungswochenende,
Thema:
„Grundlagen des
Kommunismus“
18.10.2021
Leipzig
IDENTITÄRE
BEWEGUNG
mindestens
vier
Banneraktion
„Linksextremismus raus
aus der Uni“
18.10.2021
Leipzig
REICHSBÜRGER –
BÜRGERBEWEGUNG
LEIPZIG 2021
ca. 100
Demonstration
20.10.2021
Dresden
IDENTITÄRE
BEWEGUNG
*
Flyerverteilaktion
21.10.2021
Chemnitz
IDENTITÄRE
BEWEGUNG
mindestens
fünf
Infostand
„IB-Zone“
23.10.2021
Görlitz
IDENTITÄRE
BEWEGUNG
mindestens
zwei
Aktion
„Grenzgang“
23.10.2021
*
DER DRITTE WEG -
STÜTZPUNKT
WESTSACHSEN
*
Herbstfest
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5
23.10.2021
Brandenburg
DER DRITTE WEG
ca. 50
„Grenzgang“-
Aktion im
Großraum Guben
(Brandenburg) mit
sächsischer Beteiligung
24.10.2021
Striegistal
(Landkreis
Mittelsachsen)
REICHSBÜRGER –
VATERLÄNDISCHER
HILFSDIENST –
ARMEEKORPSBEZIRK
XIX
mindestens
zehn
„Hilfsdiensttreffen“
25.10.2021
Leipzig
REICHSBÜRGER –
BÜRGERBEWEGUNG
LEIPZIG 2021
ca. 90
Demonstration
25.10.2021
Görlitz
IDENTITÄRE
BEWEGUNG
mindestens
acht
Aktion
„Grenzgang“
25.10.2021
Zittau
PEGIDA
18
Mahnwache der „Freunde
von PEGIDA“
26.10.2021
Leipzig
NPD/JN
*
Stammtischveranstaltung
31.10.2021
Glauchau
(Landkreis
Zwickau)
REICHSBÜRGER –
VATERLÄNDISCHER
HILFSDIENST –
ARMEEKORPSBEZIRK
XIX
mindestens
zehn
„Hilfsdiensttreffen“
* Kann nicht genannt werden oder ist nicht bekannt
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b) Überblick über die dem LfV bekannte Beteiligung von Rechtsextremisten an
nicht-extremistischen Veranstaltungen
Datum
Ort
Anzahl rechtsextre-
mistischer Teilnehmer,
bzw. REICHSBÜRGER
Nicht-extremistische Veranstaltung
01.10.2021
Leipzig
mindestens acht
Banneraktion
02.10.2021
Oberwiesen-
thal
(Erzgebirgs-
kreis)
mindestens 15
Wanderung
02.10.2021
Dresden
ca. 100
Lesertreffen
04.10.2021
Zwönitz
(Erzgebirgs-
kreis)
mindestens drei
nicht angemeldeter Aufzug
04.10.2021
Döbeln
(Landkreis Mit-
telsachsen)
mindestens eine Person
Kundgebung
11.10.2021
Zwönitz
ca. 15
nicht angemeldeter Aufzug
18.10.2021
Döbeln
mindestens eine Person
Kundgebung
25.10.2021
Zwönitz
ca. 15
nicht angemeldeter Aufzug
30.10.2021
Dresden
mindestens zwei
Demonstration
30.10.2021
Zwönitz
*
Demonstration
* Kann nicht genannt werden oder ist nicht bekannt
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7
Im Oktober 2021 fanden zudem in verschiedenen Orten des Freistaates Sachsen weitere coronabe-
zogene Protestaktionen statt, an denen sich auch Rechtsextremisten und REICHSBÜRGER beteiligt
haben können.
II.
Relevante (herausragende) Einzelereignisse im Berichtsmonat
Wanderungen der JUNGEN NATIONALISTEN (JN) am 3. Oktober 2021
Die Jugendorganisation der NATIONALDEMOKRATISCHEN PARTEI DEUTSCHLANDS (NPD), die JUNGEN
NATIONALISTEN (JN), nahm den „Tag der Deutschen Einheit“ zum Anlass für eine bundesweite Aktion
unter dem Motto
„Deutschland, Deiner Festung zur Wehr – 31 Jahre Wiedervereinigung“
und wan-
derte zu verschiedenen Burgen in Deutschland. Auf der Homepage der JN wurden im Nachgang
neben einem Bericht diverse Bilder der einzelnen bundesweiten Aktionen veröffentlicht. Dem Bericht
zufolge sieht die JN die Burg als Sinnbild für die Heimat und gleichwohl eine Gefährdung dieser. In
dem Bericht heißt es dazu unter anderem: „
Eine Zukunft für uns kann es mit den Herrschenden nicht
mehr geben. Genauso, wie die Menschen vor über dreißig Jahren eine Wende herbeiführten, wollen
wir uns dieses Systems entledigen!“
und weiter
„Anstelle einer materialistischen Weltordnung, die
den Profit in den Mittelpunkt allen Handelns stellt, stehen wir für eine eigenständige Volksgemein-
schaft.“
Damit bekennt sich die JN zu ihrem rechtsextremistischen Weltbild, dessen ideologisches
Kernelement die Idee einer ethnisch homogenen „Volksgemeinschaft“ ist und fordert die Abschaf-
fung der bestehenden politischen Ordnung. Mit der Aktion verfolgt die JN das Ziel, ihre Attraktivität
für neue Mitglieder zu erhöhen. Der Beitrag endet mit der Aufforderung: „
In unserer Gemeinschaft
kann jeder Deutsche seine Heimat finden, wenn er die Identität sucht, wenn er sich selbst sucht.“
An der Aktion beteiligten sich auch sächsische Stützpunkte: Der JN-STÜTZPUNKT LEIPZIG wanderte
zur Burg Gnandstein bei Frohburg, und der JN-STÜTZPUNKT MITTELSACHSEN machte sich zur Burg
Kriebstein bei Waldheim auf.
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Versammlung anlässlich des 7. Jahrestages von PEGIDA in Dresden am 17. Oktober 2021
Anlass der sonntäglichen Versammlung am 17. Oktober 2021 mit ca. 1.100 Teilnehmern auf dem
Dresdner Altmarkt war der 7. Jahrestag der PEGIDA-Bewegung in Dresden. Die Veranstaltung fand
unter großem Gegenprotest in Sicht- und Hörweite statt, der den Veranstaltungsverlauf aber nicht
bedeutend beeinflusste. Vereinzelt zündeten Teilnehmer des Gegenprotests Pyrotechnik.
Hauptredner der PEGIDA-Veranstaltung war unter anderem ein ehemaliger Vizekanzler der Republik
Österreich. Zudem traten bekannte Rechtsextremisten als Redner auf, zum Beispiel Lutz BACH-
MANN und Jürgen ELSÄSSER.
An der Veranstaltung nahmen Anhänger des FLÜGELS teil. Zudem wurden mehrere Fahnen der
IDENTITÄREN BEWEGUNG festgestellt.
Vor und während der PEGIDA-Kundgebung hatte die Partei FREIE SACHSEN einen Infostand ebenfalls
auf dem Altmarkt, am Rande der PEGIDA-Versammlungsfläche,, aufgebaut. Anhänger der FREIEN
SACHSEN und etwaige Interessenten begaben sich vereinzelt zurr PEGIDA-Veranstaltung. Durch die
Staatsanwaltschaft Dresden wurden zwei Reden auf strafrechtlich relevante Inhalte geprüft. Dane-
ben wurden hinsichtlich dieser PEGIDA-Versammlung Verstöße gegen das Versammlungsgesetz
(u.a. Vermummung) und die Straftat Körperverletzung sowie hinsichtlich der stationären Kundge-
bung der FREIEN SACHSEN ein Verstoß gegen das Versammlungs- und Waffengesetz geprüft. Be-
züglich des Gegenprotestes wurden Verstöße gegen das Versammlungsgesetz sowie ein tätlicher
Angriff auf Vollstreckungsbeamte und die Straftat Landfriedensbruch geprüft.
Der Zuspruch zur PEGIDA-Versammlung blieb trotz des Jahrestages weit hinter den Erwartungen der
Organisatoren zurück. Diese hatten noch im Wochenverlauf die erwartete Teilnehmerzahl auf 5.000
Personen erhöht. Trotz einer für die Zielgruppe interessanten Gästeliste gelang es PEGIDA nicht, an
die Teilnehmerzahlen vergangener Jahre anzuknüpfen. Damit setzt sich die Tendenz sinkender Teil-
nehmerzahlen fort.
„Grenzgänge“
an der deutsch-polnischen Grenze im Oktober 2021
Nachdem die Migrationsthematik über längere Zeit als Mobilisierungsthema vergleichsweise wenig
Resonanz erfuhr, nutzen sächsische Rechtsextremisten die aktuell steigende Zahl von illegalen Ein-
reisen über die deutsch-polnische Grenze zur Durchführung von öffentlichkeitswirksamen Aktionen
in Grenznähe und zu Propagandazwecken.
So veröffentlichte die Partei DER DRITTE WEG am 17.Oktober 2021 auf ihrer Homepage einen Aufruf
zur Teilnahme an der Aktion „
Werde Grenzgänger – Schütze deine Heimat vor illegal einreisenden
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Ausländern!
“. Hintergrund seien die steigenden Zahlen von Grenzübertritten von Asylsuchenden.
Die Aktion wurde am 23. Oktober im Großraum Guben (Brandenburg) mit ca. 50 Teilnehmern öf-
fentlichkeitswirksam durchgeführt. Mitglieder der Partei aus Bayern, Brandenburg und Sachsen wa-
ren vor Ort. Durch die Polizei wurden Identitätsfeststellungen durchgeführt, drei Verstöße gegen das
Waffengesetz festgestellt und Platzverweise ausgesprochen.
Die Partei selbst bewertete die Aktion als Erfolg. So heißt es auf ihrer Homepage:
„Der Gedanke,
Grenzgänge durchzuführen, wird bundesweit viele andere Landsleute motivieren (…).“
Es ist somit
nicht ausgeschlossen, dass weitere, von Parteimitgliedern organisierte Aktionen stattfinden werden.
Auch andere Gruppierungen griffen die aktuelle Asylthematik auf, so zu lesen auf dem Telegramka-
nal der „Freunde von PEGIDA“:
„In der Nacht vom 23. auf den 24.10. waren in Zittau ‚Grenzgänger
auf Wacht‘“
. Die Ortsgruppe der IDENTITÄREN BEWEGUNG Görlitz veröffentlichte am 25. Oktober 2021
in den sozialen Medien einen Beitrag, der mutmaßliche Mitglieder der Ortsgruppe bei einem angeb-
lichen
„Grenzgang“
in Görlitz zeigt.
Zudem äußerte sich die rechtsextremistische Gruppierung FREIE SACHSEN in den sozialen Medien
positiv zu den „Bürgerstreifen“ an den sächsischen Außengrenzen. Am 29. Oktober 2021 plante
diese Gruppierung zudem eine Versammlung auf der A4 bei Görlitz unter dem Motto
„A4 als Schleu-
serroute stoppen“.“
Die Veranstaltung wurde von der Versammlungsbehörde untersagt. Das Verwal-
tungsgericht Dresden und das Oberverwaltungsgericht Bautzen bestätigten das Verbot. Die FREIEN
SACHSEN bewerteten die abgesagte Aktion dennoch als Erfolg. So hieß es in den sozialen Medien:
„Unser Ziel, Aufmerksamkeit für die ungebremste Asyleinwanderungswelle zu schaffen, haben wir
durch die zahlreichen Medienberichte bereits jetzt erreicht. Dennoch muss Widerstand auch prak-
tisch bleiben: Seit Tagen gibt es zahlreiche Grenzstreifen von verschiedensten Initiativen, z.B. der
@aktionsgruppezittau, der @ibsachsen oder @infosachsen … Jeder sollte die Aktivisten an der
Grenze unterstützen und selbst tätig werden.“
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III.
Fazit, Ausblick, Konsequenzen
Nachdem die Asylthematik über längere Zeit als Mobilisierungsthema vergleichsweise wenig Reso-
nanz erfuhr, nutzen sächsische Rechtsextremisten die aktuell steigende Zahl von illegal Einreisen-
den an der deutsch-polnischen Grenze wieder vermehrt zur Durchführung von öffentlichkeitswirksa-
men Aktionen und Propaganda. Insbesondere die Anschlussfähigkeit der Anti-Asyl-Thematik an
breite Teile der Bevölkerung wird dabei voraussichtlich auch in nächster Zeit Rechtsextremisten
weiter dazu motivieren, derartige Aktionen durchzuführen und das Thema zur Verbreitung ihrer ext-
remistischen Ideologie zu missbrauchen.
Bislang stand das Thema „Corona“ im Mittelpunkt der Aktivitäten der FREIEN SACHSEN. Mit der Asyl-
Thematik bedienen sich die FREIEN SACHSEN nunmehr eines weiteren Themenschwerpunktes der
rechtsextremistischen Agitation, der geeignet ist, die Anschlussfähigkeit an die Mitte der Gesell-
schaft weiter auszubauen. Mithin kann davon ausgegangen werden, dass sich die Aktivitäten der
FREIEN SACHSEN in diesem Themenfeld in Abhängigkeit der Verschärfung der Asylproblematik wei-
ter intensivieren werden.
Dass PEGIDA kaum an alte Erfolge anzuknüpfen vermag, belegt neben der vergleichsweise geringen
Mobilisierung für die Veranstaltung am 17. Oktober 2021 auch die Tatsache, dass die zeitlichen
Abstände zwischen den einzelnen Veranstaltungen inzwischen sehr groß sind, teilweise bis zu fünf
Wochen betragen.
Bemerkenswert sind allerdings die anhaltenden Bemühungen zur Bündelung der Kräfte in der neu-
rechten Szene im Rahmen von PEGIDA. Dies war bereits bei der PEGIDA-Versammlung am 13. Sep-
tember 2021 deutlich geworden, an der prominente Gastredner des FLÜGELS teilnahmen und bei-
spielsweise auch Fahnen der IDENTITÄREN BEWEGUNG zu sehen waren. Dieser Trend setzte sich mit
der Veranstaltung am 17. Oktober 2021 fort.
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11
B. Linksextremismus
I.
a) Überblick über alle dem LfV bekannten linksextremistischen Aktivitäten
Datum
Ort
Veranstalter
Teil-
nehmer-
zahl
Beschreibung
23.10.2021
Leipzig
AUTONOME
40
Spontandemonstration im
Zusammenhang mit den
verbotenen Demonstrationen
„Alle zusammen – autonom,
widerständig, unversöhnlich!“
b) Überblick über die dem LfV bekannte Beteiligung von Linksextremisten an
nicht-extremistischen Veranstaltungen
Datum
Ort
Anzahl linksextre-
mistischer Teilneh-
mer
Nicht-extremistische Veranstaltung
04.10.2021 -
24.10.2021
Leipzig
unbekannte Anzahl an
Linksextremisten
Beteiligung an Veranstaltungen im Rahmen
der
„Kritischen Einführungswochen“
(KEW)
an der Universität Leipzig
15.10.2021
Chemnitz
unbekannte Anzahl an
Linksextremisten
Beteiligung an Spontandemonstration in So-
lidarität mit dem KÖPI-Wagenplatz in Berlin
17.10.2021
Dresden
200
Beteiligung an Protestaktionen gegen eine
Versammlung von PEGIDA
23.10.2021
Leipzig
75
Beteiligung an Kundgebung
„Niemand wird
vergessen – für ein aktives Gedenken"
25.10.2021
Leipzig
unbekannte Anzahl an
Linksextremisten
Beteiligung an Protesten gegen „Querden-
ken"
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II.
Relevante (herausragende) Einzelereignisse im Berichtsmonat
Aktivitäten von Linksextremisten im Zusammenhang mit den verbotenen Demonstrationen
am 23. Oktober 2021 in Leipzig
Linksextremisten zufolge erleben
„linke Strukturen“
aktuell eine der
„härtesten Repressionswellen
der jüngeren Vergangenheit“
in Form von
„Einschüchterungen, Gesetzesverschärfungen, zahlrei-
chen Hausdurchsuchungen bis hin zur Festnahme der Antifaschistin Lina“
. Um diesen Angriffen
entgegenzutreten, planten Linksextremisten am 23. Oktober in Leipzig eine bundesweite Demonst-
ration unter dem Motto
„Alle zusammen – autonom, widerständig, unversöhnlich“
. Es sollten zu-
nächst drei Demonstrationszüge in verschiedenen Stadtteilen Leipzigs starten und bundesweit rele-
vante Themen
„im Kampf gegen dieses menschenverachtende System“
aufgreifen:
Westen:
„Alle zusammen gegen den Ausverkauf der Städte“
Osten:
„Weder Freund noch Helfer“
Innenstadt:
„Gegen die Kriminalisierung linker Strukturen“
Die Demonstrationszüge sollten sich anschließend zu einer Großdemonstration vereinen, um
„ge-
meinsam kämpferisch und wütend nach Connewitz zu ziehen“
. Aufgrund der Mobilisierung war mit
Anreisen von Teilnehmern überwiegend aus dem gewaltorientierten linksextremistischen Spektrum
aus ganz Deutschland, insbesondere auch aus Berlin (Aufruf u.a. „Interkiezionale“) und Hamburg
(„Rote Flora“ Hamburg) sowie mit einem unfriedlichen Verlauf zu rechnen. Bei der „Interkiezionale“
handelt es sich um einen Zusammenschluss von Personen aus von Räumung bedrohten Objekten
in Berlin, die dem gewaltbereiten Bereich der AUTONOMEN ANARCHISTEN zuzurechnen sind. In ihrem
Aufruf hieß es:
„Als Koordination bedrohter Projekte sehen wir die kommende Demo in Leipzig daher als einen
wichtigen Moment, um Widerstand zu leisten, unsere Kämpfe in einem intersektionalen Kontext zu
erkennen und gegen die vielschichtige Offensive des Staates zu kämpfen, Leipzig das neue Berlin!“
Man müsse erkennen, wie sich eine „
breitere Strategie in ganz Europa einbinden“
lasse und appel-
liere, sich zu inspirieren, zusammenzustehen und am 23. Oktober zu einem „
kollektiven Ausdruck
der Wut“
zusammenzukommen.
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Der 23. Oktober begann gegen 9.00 Uhr mit einer Spontandemonstration von etwa 40 Personen,
die Pyrotechnik zündeten und eine Bankfiliale mit Steinen und Farbe bewarfen. Auf „de.indyme-
dia.org“ erschien dazu ein Selbstbezichtigungsschreiben, in dem die Verfasser zu militanten Aktio-
nen in der Stadt aufriefen.
In der Nacht kam es noch zu mehreren Fahrzeugbränden. Kurz nach Mitternacht wurden auf dem
Gelände eines Mercedes-Autohauses fünf brennende PKW festgestellt. Die vier Tatverdächtigen
sind bislang nicht aus linksextremistischen Zusammenhängen bekannt. Weitere Fahrzeuge wurden
im Zentrum und im Leipziger Westen abgebrannt bzw. beschädigt. An einer Sparkassenfiliale und
einer Filiale der Leipziger Volksbank wurden Sachbeschädigungen begangen.
III.
Fazit, Ausblick, Konsequenzen
Das Niveau öffentlicher Aktionen von bzw. unter Beteiligung von sächsischen Linksextremisten ging
im Oktober im Vergleich zum Vormonat deutlich zurück. Regionaler Schwerpunkt öffentlicher Aktivi-
täten war Leipzig. Inhaltlich griffen Linksextremisten vor allem die Themenfelder Antifaschismus und
Antirepression auf.
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C. Islamismus / Islamistischer Terrorismus
Kein Beitrag
D. Sicherheitsgefährdende und extremistische Bestrebungen von
Gruppierungen mit Auslandsbezug (ohne Islamismus)
I. Relevante (herausragende) Einzelereignisse im Berichtsmonat
Bundesweite Demonstrationen am 9. Oktober 2021 zum Jahrestag der Ausweisung Abdullah
ÖCALANS aus Syrien im Jahr 1998
Am 9. Oktober 2021 erinnerten die Anhänger der ARBEITERPARTEI KURDISTANS (PKK) an den Beginn
eines „internationalen Komplotts“ gegen ihren Anführer Abdullah ÖCALAN. Am 9. Oktober 1998
wurde ÖCALAN aufgrund eines bestehenden völkerrechtlichen Abkommens zwischen Syrien und
der Türkei aus Syrien ausgewiesen und nach einer „Odyssee“, die ihn unter anderem durch Zypern,
Griechenland, Russland und Italien führte, am 15. Februar 1999 nach dem Verlassen der griechi-
schen Botschaft in Kenia festgenommen.
Laut der PKK-nahen Nachrichtenagentur „Firat News Agency“ haben in diesem Jahr in Berlin, Darm-
stadt, Stuttgart, Hamburg und Hannover Demonstrationen und Kundgebungen stattgefunden. Mit
den zahlreichen Veranstaltungen brachten die Teilnehmer zum Ausdruck, dass sie das „Komplott“
gegen ÖCALAN und die kurdische Befreiungsbewegung als gescheitert betrachten. Auf einer Ver-
anstaltung in Berlin sprach unter anderem der Ko-Vorsitzende des DACHVERBANDES PKK-NAHER
VEREINE IN OSTDEUTSCHLAND FED-KURD, bei dem es sich um einen sächsischen Funktionär han-
delt.
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II. Fazit, Ausblick, Konsequenzen
Das „Exekutivkomitee“ der PKK äußerte sich anlässlich dieses Jahrestages zu dem seit 23 Jahren
stattfindenden Widerstandskampf und forderte ein
„Umdenken der am Komplott gegen die kurdische
Befreiungsbewegung beteiligten Mächte“.
Die anhaltenden militärischen Auseinandersetzungen
werden regelmäßig von Demonstrationen in ganz Europa mit überregionaler Mobilisierung und Teil-
nahme begleitet.
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Herausgeber:
Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) Sachsen
Neuländer Straße 60
01129 Dresden
Tel.: (0351) 8 58 50
E-Mail: verfassungsschutz@lfv.smi.sachsen.de
Internet:
www.verfassungsschutz.sachsen.de
Redaktion:
Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Redaktionsschluss:
14. Dezember 2021
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