image
1
Verkehrsbaumaßnahme
Wiedebachstraße / Arno-Nitzsche-Straße zwischen Bornai-
scher Straße und Frohburger Straße, barrierefreier Ausbau
Haltestelle Wiedebachplatz in Leipzig
(90151)
Einzelfallvorprüfung (EFP)
nach § 9 Abs. 3 und 4 i.V.m. § 7 Abs. 1 UVPG
Auftraggeber:
Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) GmbH
Georgiring 3
04103 Leipzig
Auftragnehmer
Grünplanung Leipzig GmbH
Hans-Driesch-Straße 2
04179 Leipzig
Stand:
22. 01. 2021
Leipzig, den 22. 01. 2021
Mackrodt
Projektbearbeiter

2
Verkehrsbaumaßnahme
Wiedebachstraße / Arno-Nitzsche-Straße zwischen Bornai-
scher Straße und Frohburger Straße, barrierefreier Ausbau
Haltestelle Wiedebachplatz in Leipzig
(90151)
Einzelfallvorprüfung (EFP) nach § 9 Abs. 3 und 4 i.V.m.
§ 7 Abs. 1 UVPG
INHALTSVERZEICHNIS
1
Anlass ..................................................................................................... 3
2
Angaben zur Vorbereitung der Vorprüfung ......................................... 4
3
Merkmale der möglichen erheblichen Auswirkungen ...................... 31
4
Zusammenfassung – Gesamteinschätzung erheblicher
Umweltauswirkungen .......................................................................... 35
5
Fotodokumentation ............................................................................. 37

3
1
Anlass
Gegenstand des Verkehrsbauvorhabens der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB)
GmbH sind der barrierefreie Haltestellenausbau in Verbindung mit dem grund-
haften Ausbau der Gleisanlagen im Zuge der Straßenbahnlinie 10 von der
Bornaischen Straße bis zur Arno-Nitzsche-Straße. Im Zuge des Ausbaus er-
folgt die Aufweitung des Gleismittenabstandes für den zukünftig geplanten Ein-
satz 2,40 m breiter Wagenzüge. Das Bauvorhaben befindet sich im Süden von
Leipzig, im Stadtteil Connewitz und umfasst die Straßenbahngleisanlagen in
der Wiedebachstraße, der Bernhard-Göring-Straße und der Arno-Nitzsche-
Straße. Die Planungsgrenzen zum Vorhaben liegen dabei in der Wiedebach-
straße und Bernhard-Göring-Straße jeweils an der Bornaischen Straße (Bau-
anfang) sowie in der Arno-Nitzsche-Straße (Bauende) in Höhe der alten
Schwimmhalle (Arno-Nitzsche-Straße 27). Hier erfolgt die Anbindung der LVB-
Anlagen an den Bestand. Die Länge des Bauabschnittes beträgt insgesamt
ca. 620 m. Im Untersuchungsabschnitt verkehrt die Straßenbahnlinie 10 im Re-
gelbetrieb über Wiedebachstraße und Arno-Nitzsche-Straße und bedient dabei
die Haltestellen „Wiedebachplatz“ in der Wiedebachstraße sowie die nur stadt-
einwärts vorhandene Richtungshaltestelle „A.-Nitzsche- /A.-Hoffmann-Str.“ in
der Arno-Nitzsche-Straße. Die Bernhard-Göring-Straße zwischen Bornaische
Straße und Wiedebachstraße dient vorrangig für Aus- und Einrückefahrten aus/
in den Betriebshof Dölitz. Durch die Stadt Leipzig wird die stadtauswärtige
Fahrbahnseite der Arno-Nitsche-Straße sowie der Knotenbereich an der Zwen-
kauer Straße grundhaft ausgebaut und erneuert. Entlang der Wiedebachstraße
erfolgt die Erneuerung der Deck- und Tragschichten. Weitere kleine Bereiche
im Knoten an der Arno-Nitzsche-Straße sowie am kleinen Wiedebachplatz er-
halten eine Deckensanierung.
Das Verkehrsbauvorhaben stellt ein in Anlage 1 UVPG angeführtes Vorhaben
(Nr. 14. 11) dar, für das bisher keine Umweltverträglichkeitsprüfung durchge-
führt worden ist und für das keine Prüfwerte vorgegeben sind. Im Genehmi-
gungsverfahren ist für das Projekt eine allgemeine Vorprüfung des Einzelfalles
durchzuführen. Diese nachfolgenden Ausführungen beziehen sich jedoch nur
auf das Änderungsvorhaben gemäß § 9 Abs. 1 UVPG.
Die nachfolgende Übersicht in Kapitel 2 für die Einzelfallvorprüfung nach An-
lage 2 und 3 UVPG legt schrittweise dar, ob die Notwendigkeit zur Durchfüh-
rung einer Umweltverträglichkeitsprüfung gegeben ist und ob erhebliche, nach-
teilige Umweltauswirkungen vorliegen.
Auf Grundlage der nachfolgenden Übersicht zur Einzelfallvorprüfung, vgl. Ka-
pitel 2, werden die Voraussetzungen und Anforderungen nach § 9 Abs. 3 und
4 i.V.m. § 7 Abs. 1 UVPG erfüllt.
Die Leipziger Verkehrsbetriebe GmbH legen, zur Feststellung der Notwendig-
keit zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung, eine allgemeine
Vorprüfung des Einzelfalls gemäß § 9 Absatz 3 und 4 in Verbindung mit § 7 des
Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung in der Fassung der Bekannt-
machung vom 24. Februar 2010 (BGBl. I S. 94), das zuletzt durch Artikel 117
des Gesetzes vom 19. Juni 2020 (BGBl. I S. 1328) geändert worden ist, vor.

4
Gemäß § 5 UVPG erfolgt die Einzelfallvorvorprüfung durch die Planfeststel-
lungsbehörde aufgrund der vorliegenden Angaben der LVB.
2
Angaben zur Vorbereitung der Vorprüfung
Kriterien des Vorhabens
Die Merkmale des Vorhabens sind gemäß § 9 Abs. 3 und 4 i.V.m. § 7 Abs. 1 UVPG
nach folgenden Kriterien zu beurteilen. Die Darlegung der Kriterien erfolgt schritt-
weise nach Anlage 2 und 3 UVPG.
Krite-
rien
Angaben zu den Kriterien
1
Merkmale des Vorhabens
1.1
Größe
und
Ausge-
staltung
des ge-
samten
Vorha-
bens
und, so-
weit re-
levant,
der Ab-
rissar-
beiten
Die Gleisanlagen sind im gesamten Planungsbereich in einem schlech-
ten Zustand, sodass ein grundhafter Ausbau der Straßenbahntrasse im
vorhandenen Querschnitt des Straßenraumes dringend erforderlich ist.
Die Länge des Ausbauabschnitts der LVB beträgt ca. 620 m Doppelgleis.
In der Wiedebachstraße und Arno-Nitzsche-Straße verkehrt die Straßen-
bahnlinie 10 im Mischverkehr mit dem MIV. Die Gleisanlagen verlaufen
dabei straßenbündig in Mittellage. Die Haltestellen am Wiedebachplatz
sind derzeit versetzt zueinander angeordnet. Die nur stadteinwärts vor-
handene Haltestelle „A.-Nitzsche-Str./ A.-Hoffmann-Straße“ befindet
sich unmittelbar am Knotenpunkt Arthur-Hoffmann-Straße / Arno-Nitz-
sche-Straße / Zwenkauer Straße / Wiedebachstraße am östlichen Kno-
tenpunktarm der Arno-Nitzsche-Straße. Im Projekt wird der vorhandene
Gleismittenabstand hinsichtlich des Einsatzes breiterer Wagenzüge auf-
geweitet. Bisher sind die im Planungsgebiet befindlichen Haltestellen in
der Wiedebachstraße und Arno-Nitzsche-Straße nicht barrierefrei aus-
gebaut. Der Fahrgastzu- bzw. -ausstieg ist momentan nur durch Über-
windung der Höhendifferenz zwischen Fahrbahnniveau und Wagenkas-
tenboden möglich. Ein Blindenleitsystem ist nicht vorhanden. Die Fahr-
bahnbreite in der Wiedebachstraße beträgt momentan 10,80 m, sodass
beidseitig das Parken durch den MIV möglich ist. In der Arno-Nitzsche-
Straße beträgt die Fahrbahnbreite etwa 12,00 m. Auch hier wird beidsei-
tig am Fahrbahnrand geparkt. Radverkehrsanlagen sind im Untersu-
chungsgebiet lediglich in der Arno-Nitzsche-Straße in Form von getrenn-
ten Rad-/Gehwegen vorhanden und werden im Zuge des Projektes re-
gelgerecht ausgebaut. Die Fahrleitungen werden im Zuge des Projektes
erneuert.
Mit dem grundhaften Ausbau des zweigleisigen Abschnittes ab der
Bornaischen Straße über die Wiedebachstraße bis in die Arno-Nitzsche-

5
Krite-
rien
Angaben zu den Kriterien
Straße in Höhe der Schwimmhalle wird die Befahrbarkeit der Gleisanla-
gen für die kommenden Jahre gesichert. Gleichzeitig ermöglichen die
vorgesehenen Gleisachsaufweitungen den zukünftigen Einsatz breiterer
Fahrzeuge. Die vorhandenen Bordlagen werden im Wesentlichen beibe-
halten. Lediglich im Bereich geplanter Gehwegnasen und der Haltestel-
len ergeben sich Anpassungen. Im Zuge des Gleisbaus werden seitens
der Stadt Leipzig ergänzende Ausbau- und Instandsetzungsarbeiten im
Straßenraum ausgeführt.
Die Haltestellen in der Wiedebachstraße werden für eine Nutzung für alle
Bevölkerungsgruppen barrierefrei als Haltestellenkaps mit einer Regel-
länge von 46,0 m Länge ausgebaut. Während die stadtauswärtige Hal-
testelle vor dem eingleisigen Abzweig in die Arno-Nitzsche-Straße in der
Wiedebachstraße verbleibt, erfolgt die Einordnung in stadteinwärtiger
Richtung unmittelbar gegenüberliegend, zur stadteinwärtigen Halte-
stelle. Die Haltestelle „A.-Nitzsche-Str./A.-Hoffmann-Str.“ wird vollstän-
dig zurückgebaut.
Im gesamten Baubereich und für den Gleisabzweig aus der Wiedebach-
straße, in die westliche Arno-Nitzsche-Straße erfolgt ein grundhafter
Ausbau. Im Zusammenhang mit dem grundhaften Ausbau der Gleisan-
lagen im Zuge der Wiedebachstraße ist die Aufweitung des Gleismitten-
abstandes von 2,56 m auf 3,10 m vorgesehen, die einerseits eine zu-
künftige Nutzung durch 2,40 m breite Wagenzüge erlaubt, andererseits
eine geradlinige und somit fahrgastorientierte und verschleißarme Tras-
sierung gewährleistet. Der heute vorhandene Straßenquerschnitt mit
zwei im Mischverkehr MIV/Straßenbahn genutzten Fahrspuren und beid-
seitigem Parken am Fahrbahnrand wird hierdurch nicht verändert. Der
Abstand zwischen Gleisachse und Parkstellplätzen wird einen Abstand
von 1,85 m aufweisen, der eine behinderungsfreie Vorbeifahrt der Stra-
ßenbahn am ruhenden Verkehr gewährleistet. Lediglich in den Ausrun-
dungsbereichen der Knotenarme werden teilweise Gehwegnasen er-
gänzt, welche Behinderungen der Straßenbahnen durch am Fahrbahn-
rand parkende Fahrzeuge verhindern. Die Gleise in der B.-Göring-
Straße werden weitgehend in der heutigen Lage verlegt. Der vorhandene
Gleisachsabstand von 3,00 m ist bereits für breitere Fahrzeuge nutzbar.
In der Arno-Nitzsche-Straße wird die Gleislage mit dem bestehenden
Gleismittenabstand von 3,00 m beibehalten. Die Leistungsfähigkeit des
Knotenpunktes A.-Hoffmann-Straße/ A.-Nitzsche-Straße ist daher wei-
terhin gegeben. In stadtauswärtiger Richtung wird die Querschnittsauf-
teilung mit Parken am Fahrbahnrand sowie gemeinsam genutzter Fahr-
spur MIV/ Straßenbahn auch weiterhin vorgesehen. Östlich der Frohbur-

6
Krite-
rien
Angaben zu den Kriterien
ger Straße ergeben sich keine Änderungen hinsichtlich der Querschnitts-
nutzung (weiterhin beidseitiges Parken sowie gemeinsam genutzte Fahr-
spuren MIV/ Straßenbahn je Richtung).
Aufgrund der veränderten Lage der Gleisachsen im Zuge der Wiede-
bachstraße muss die vorhandene Fahrleitungsanlage an die neue Geo-
metrie angepasst werden. Die Fahrleitungsanlage wird darüber hinaus
im Bereich zwischen Bornaischer Straße und Arno-Nitzsche-Straße als
Kettenwerkfahrwerksleitung neu errichtet und damit gegenüber dem
heutigen Bestand (Einfachfahrleitung) modernisiert. Weiterhin werden
unterirdische Kabelanlagen der LVB erneuert.
Varianten des gesamten Trassenabschnittes:
Im Rahmen der Variantenuntersuchung wurden zahlreiche Lösungen in
Vorabstimmung mit dem Verkehrs- und Tiefbauamt (VTA), der Straßen-
verkehrsbehörde (SVB) und der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB)
GmbH erarbeitet und bewertet. Dabei wurden die im Erläuterungsbericht
der technischen Planung eingehend beschriebenen Varianten zur weite-
ren Untersuchung herausgearbeitet und zur Stellungnahme in den Äm-
terumlauf gegeben (siehe technische Projektbeschreibung und Varianten-
untersuchung im Erläuterungsbericht).
Die wesentlichen Unterschiede der weiter berücksichtigten Varianten
sind die Haltestellenlagen bzw. -anzahl in stadteinwärtiger Richtung
(Haltestelle „Wiedebachplatz“ und „A.-Nitzsche-/ A.- Hoffmann-Straße“)
sowie die Haltestellenbauform und die Gleislagen in der A.-Nitzsche-
Straße.
Die Erarbeitung der Vorzugsvariante erfolgte in enger Abstimmung mit
dem Auftraggeber (LVB) und dem Verkehrs- und Tiefbauamt sowie der
Straßenverkehrsbehörde. Dabei wurden verschiedene Hinweise / Er-
gänzungen seitens des VTA ergänzend zum ursprünglichen Planungs-
inhalt festgelegt und berücksichtigt. Bei allen Varianten entsteht durch
die Erneuerung der Gleisanlagen und des barrierefreien Ausbaus der
Straßenbahnhaltestellen, eine zukunftsfähige, sichere und für alle Be-
nutzergruppen optimierte ÖPNV-Anlage. Gleichzeitig ist eine verkehrs-
sichere und leistungsfähige Abwicklung der prognostizierten Verkehrs-
ströme möglich. Als Vorzugsvariante wurde Variante 6 im Zuge der Wie-
debachstraße kombiniert mit Variante 3.14 für die Arno-Nitzsche-Straße
gewählt. Die Gleisgeometrie berücksichtigt den künftig geplanten Ein-
satz 2,40 m breiter Wagenzüge sowie eine fahrdynamisch günstige, ver-
schleißarme Trassierung. Gleichzeitig wirkt sich die in dieser Lösung
vorgesehene Verschiebung der Haltestelle „Wiedebachplatz“ sowie der

7
Krite-
rien
Angaben zu den Kriterien
Entfall der nur stadteinwärtig vorhandenen Haltestelle „Arno-Nitzsche-/
Arthur-Hoffmann-Straße“ nicht nachteilig auf den ÖPNV-Erschließungs-
standard aus. Die zukünftige Nutzbarkeit aller Grundstückszufahrten –
speziell im Bereich zwischen A.-Hoffmann-Straße und Frohburger
Straße, ist weiterhin gewährleistet. Zudem besteht die Möglichkeit zur
späteren Einordung von Radverkehrsanlagen im Zuge der Arno-Nitz-
sche-Straße seitens der Stadt. Auch aus wirtschaftlichen Gesichtspunk-
ten stellt diese Variante die günstigste Lösung dar.
Grundlegende Eingriffe in die vorhandenen seitlich angrenzenden Fahr-
bahnen/ Geh- bzw. Radwege sind nicht geplant. Die Querschnitts- und
Fahrstreifenbreiten bleiben erhalten. Es ist daher nicht mit Auswirkungen,
auf das umliegende Straßen- und Wegenetz zu rechnen.
Für sehbehinderte Menschen werden die Bahnsteige mit einem Blinden-
leitsystem aus- gestattet. Die Trennung von Rad- und Fußgängerverkehr
erfolgt baulich über voneinander getrennte Radverkehrsanlagen und
Fußwege.
1.2
Zusam-
menwir-
ken mit
anderen
beste-
henden
oder zu-
gelasse-
nen
Vorha-
ben und
Tätig-
keiten
Raumbedeutsame Landesplanungen und Bauleitplanungen wirken nicht
auf das geplante Vorhaben. Umgekehrt beeinflusst das Vorhaben keine
solchen Planungen.
Während der Bauzeit 2023 sind im Wirkbereich des Verkehrsbauvorha-
bens keine weiteren Vorhaben und Tätigkeiten geplant. Grundsätzlich
kommt es während der Bauzeit zu Verlagerungen des Straßenverkehrs/
Motorisierten Individualverkehrs (MIV) durch notwendige Umleitungen.
Diesbezüglich wird in der weiteren Planung ein Umleitungskonzept er-
stellt, sodass erhebliche Beeinträchtigungen ausgeschlossen werden.
1.3
Nutzung
natürli-
cher
Res-
sour-
cen,
insbe-
sondere
Boden:
Die Flächen im unmittelbaren Baufeld sind bereits überwiegend versie-
gelt (Straßen und Gehwege mit Beton, Pflaster und Asphalt).
Der Ausbau der stadteinwärtigen Haltestelle am Großen Wiedebachplatz
und die Befestigung im Bereich von Schaltkästen am Kleinen Wiede-

8
Krite-
rien
Angaben zu den Kriterien
Fläche,
Boden,
Wasser,
Tiere,
Pflan-
zen und
biologi-
sche
Vielfalt
bachplatz führen zu Versiegelungen im Baumstreifen durch die Errich-
tung eines Fahrgastunterstandes (FGU), Blindenleitstreifen im Bereich
der Haltestelle und Nebenanlagen: 14,75 m²
Daher liegt eine sehr geringe Betroffenheit der natürlichen Ressourcen
durch den Gleis- und Straßenausbau vor.
Wasser:
siehe oben
Tiere, Pflanzen und biologische Vielfalt:
Vorzugsvariante: Die Variante 6 im Zuge der Wiedebachstraße kombi-
niert mit Variante 3.14 für die Arno-Nitzsche-Straße vermeidet Gehölz-
verluste. Alle Gehölze, insbesondere der Parkanlage Wiedebachplatz
und benachbarter Straßenbäume, werden geschützt. Gehölzfällungen
werden vollständig vermieden. Das Projekt verursacht eine vorhabens-
bedingte Flächeninanspruchnahme unversiegelter Flächen im Baum-
streifen am Kleinen und Großen Wiedebachplatz durch FGU, Haltestelle
und Nebenanlagen von 14,75 m².
Die Verschiebung der stadteinwärtigen Haltestelle „Wiedebachplatz“ so-
wie der Entfall der nur stadteinwärtig vorhandenen Haltestelle „Arno-Nit-
zsche-/Arthur-Hoffmann-Straße“ vermeiden zusätzliche Flächeninan-
spruchnahmen insbesondere der Ressourcen Boden, Wasser, Tiere,
Pflanzen und biologische Vielfalt.
Zum Schutz der vorhandenen Straßenbäume werden die unmittelbar an-
grenzenden 9 Straßenbäume entlang der neu eingegliederten, stadtein-
wärtigen Haltestelle Wiedebachplatz im Baumstreifen mit wassergebun-
dener Decke/ versickerungsfähigem Oberflächenbelag befestigt. Sowohl
Fahrgastunterstand, Abspannmasten und Beleuchtung werden unter Be-
rücksichtigung des Lichtraumprofils und des Wurzelraumes der Bäume
in die Baumreihe eingegliedert. Beeinträchtigungen der Bestandsbaum-
reihe konnten ausgeschlossen werden. Die Neuerrichtung der stadtein-
wärtigen Haltestellenflächen erfolgt vollständig im vorhandenen Park-
streifen (Pkw-Stellflächen der Wiedebachstraße), sodass Beeinträchti-
gungen der denkmalgeschützten Parkanlage „Wiedebachplatz“ ausge-
schlossen werden.

image
9
Krite-
rien
Angaben zu den Kriterien
Die Herstellung der geplanten Leitungstrassen erfolgt unter Berücksich-
tigung des vorhandenen Baumbestandes auf dem Kleinen und Großen
Wiedebachplatz und liegt überwiegend außerhalb der Kronentraufe und
Schutzbereiche nach DIN 18920 und RAS-LP 4.
Abb. 1 – Lageplan der technischen Planung (EVTI) – Lage der neuen
stadteinwärtigen Haltestelle am Wiedebachplatz
Am 18.01.2021 wurden die Straßenbäume und Vegetationsstrukturen im
gesamten Baubereich erfasst. Es erfolgte eine artenschutzrechtliche
Kontrollbegehung der Fauna im Untersuchungsraum. Es wurde festge-
stellt, dass keine seltenen und geschützten Pflanzenarten betroffen sind
und keine besiedelten, aktiven Baumhöhlen und faunistischen Rück-
zugsorte mit artenschutzrechtlicher Bedeutung im Untersuchungsraum
vorkommen.
1.4
Erzeu-
gung
von Ab-
fällen
im
Sinne
von § 3
Absatz
1 und 8
des
Kreis-
laufwirt-
Nach derzeitigem Kenntnisstand befindet sich im unmittelbaren Baufeld
des Bauabschnittes kein im Sächsischen Altlastenkataster registrierter
Standort. Somit ist gegenwärtig davon auszugehen, dass altlastenver-
dächtige Flächen nicht vorliegen.
Während der Baumaßnahme erzeugte Abfälle werden auf Grundlage der
gesetzlichen Rahmenbedingungen ordnungsgemäß und schadlos ver-
wertet oder allgemeinwohlverträglich beseitigt. Sie sind, soweit technisch
möglich, nach Abfallart und Schadstoffgehalt getrennt zu halten. Unge-
fährliche Abfälle dürfen nicht mit nicht gefährlichen vermischt werden.
Erzeugung von Abfällen im Sinne von § 3 Absatz 1 und 8 des Kreislauf-
wirtschaftsgesetzes:
-
keine bau-, anlage- und betriebsbedingte Betroffenheit,
-
bauzeitliche Entsorgung gemäß der gesetzlichen Vorschriften
-
anlage- und betriebsbedingt: keine Änderung des Status quo

10
Krite-
rien
Angaben zu den Kriterien
schafts-
geset-
zes
1.5
Umwelt-
ver-
schmut-
zung
und Be-
lästi-
gungen
Der Untersuchungsraum wird im Wesentlichen von der Straßenrandbe-
bauung der Ausbaustrecke (Wiedebachstraße/ Arno-Nitzsche-Straße)
und den Grünanlagen des Kleinen und Großen Wiedebachplatzes be-
grenzt und ist entsprechend der Angaben des Flächennutzungsplans
überwiegend als Wohngebiet eingestuft. Am Bauende liegen angren-
zend an das Baufeld in der Arno-Nitzsche-Straße gemischte Baufläche
sowie Kleingärten.
Der Altlastenstandort: AKZ 65411668 -PGH Kunst- und Bauschlosserei,
Wiedebachstraße ist nach Auskunft des AfU der Stadt Leipzig ausrei-
chend erkundet und untersucht, sodass hinsichtlich des Projektes kein
Handlungsbedarf besteht und keine Beeinträchtigungen, Verschmutzun-
gen und Belästigungen zu erwarten sind.
Mit der vorgesehenen Erneuerung der bestehenden Anlagen werden
keine erheblichen, nachteiligen Umweltauswirkungen erwartet.
Bauzeitlich sind keine zusätzlichen, erheblichen Umweltauswirkungen
auf den Menschen zu erwarten. Es treten die üblichen Erschwernisse
wie bei vergleichbaren, ortsüblichen Verkehrsbaumaßnahmen auf (Bau-
lärm, Umleitungen des MIV und der Straßenbahnen beziehungsweise
des SEV sowie eine beeinträchtigte Erreichbarkeit der Grundstücke).
Durch verbesserte Bedingungen für den ÖPNV wird ein Beitrag zur Ver-
meidung von Fahrten mit dem eigenen Kraftfahrzeug geleistet.
Bei dieser Maßnahme handelt es sich aufgrund der Verlegung der
Gleisachsen um eine wesentliche Änderung im Sinne der 16. BImSchV.
Es wurde eine immissionstechnische Untersuchung vorgelegt, ob die ge-
setzlichen Immissionsgrenzwerte nach § 2, Abs. 1 der 16. BImSchV
überschritten werden (siehe Kriterium 3.4).
Verkehrslärm: Es liegt eine gesonderte Immissionstechnische Untersu-
chung (vgl. Unterlage C.17) zum Projekt vor. Die Ergebnisse der Immis-
sionstechnischen Untersuchung werden unter dem Kriterium 3.4 darge-
stellt.
Der Trassenausbau führt zu Verbesserungen der Verkehrsabläufe und
zur Vermeidung von Stauerscheinungen an den Knotenpunkten und so-
mit zu geringeren Emissionen durch Straßenlärm.

11
Krite-
rien
Angaben zu den Kriterien
Geräuschimmissionen aus dem Baulärm werden nach den „Allgemeinen
Verwaltungsvorschriften zum Schutz gegen Baulärm“ (AVV Baulärm) be-
urteilt.
Die Baufirmen werden vertraglich verpflichtet, die einschlägigen Gesetze
und Verordnungen bezüglich der Arbeitszeiten und lärmerzeugenden
Baumaschinen (Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung – 32.
BImSchV) einzuhalten. So werden schädliche Umwelteinwirkungen, die
nach dem Stand der Technik vermeidbar gewesen sind, verhindert und
unvermeidbare, schädliche Umwelteinwirkungen auf ein Mindestmaß
beschränkt. Arbeiten zwischen 20 Uhr und 7 Uhr sowie an Sonn- und
Feiertagen werden nur ausnahmsweise durchgeführt, z.B. zur Verkür-
zung von Sperrzeiten des Straßenbahnverkehrs. Dafür werden geson-
derte Genehmigungen eingeholt und die Anwohner rechtzeitig informiert.
1.6
Risiken von Störfällen, Unfällen und Katastrophen, die für das Vorhaben
von Bedeutung sind, einschließlich der Störfälle, Unfälle und Katastrophen,
die wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge durch den Klimawandel be-
dingt sind
1.6.1
verwen-
dete
Stoffe
und
Techno-
logien
Verwendete Stoffe und Technologien: wie bei vergleichbaren, ortsübli-
chen Verkehrsbaumaßnahmen
1.6.2
die An-
fällig-
keit des
Vorha-
bens für
Störfälle
im
Sinne
des § 2
Bauzeitlich sind keine zusätzlichen, erheblichen Umweltauswirkungen
auf den Menschen zu erwarten. Es treten die üblichen Erschwernisse
wie bei vergleichbaren, ortsüblichen Verkehrsbaumaßnahmen auf. Dies
sind vor allem: Baulärm, Umleitungen des MIV und SEV, sowie eine be-
einträchtigte Erreichbarkeit der Grundstücke.
Durch verbesserte Bedingungen für den ÖPNV wird ein Beitrag zur Ver-
meidung von Fahrten mit dem eigenen Kraftfahrzeug geleistet.
Als Straßenentwässerung werden, wie im Bestand, die vorhandenen
Mischwasserkanäle eingesetzt.

12
Krite-
rien
Angaben zu den Kriterien
Num-
mer 7
der
Störfall-
Verord-
nung,
insbe-
sondere
auf-
grund
seiner
Verwirk-
lichung
inner-
halb
des an-
gemes-
senen
Sicher-
heitsab-
standes
zu Be-
triebs-
berei-
chen im
Sinne
des
§ 3 Ab-
satz 5a
des
Bundes-
Immis-
sions-
schutz-
geset-
zes
Ausgehend von den gesetzlichen Rahmenbedingungen werden schädli-
che Umwelteinwirkungen, die nach dem Stand der Technik vermeidbar
sind, verhindert und unvermeidbare, schädliche Umwelteinwirkungen auf
ein Mindestmaß beschränkt.

13
Krite-
rien
Angaben zu den Kriterien
2.
Standort des Vorhabens
2.1.
beste-
hende
Nutzung
des Ge-
bietes
(insbe-
sondere
als Flä-
che für
Siedlung
und Er-
holung,
für
land-,
forst-
und fi-
scherei-
wirt-
schaftli-
che Nut-
zungen,
für sons-
tige wirt-
schaftli-
che und
öffentli-
che Nut-
zungen,
Verkehr,
Ver- und
Entsor-
gung
(Nut-
zungs-
kriterien)
Der Untersuchungsraum liegt ca. 4 km südlich des Leipziger Stadtzent-
rums und ist entlang der Wiedebach- und Arno-Nitzsche-Straße, geprägt
durch eine vorhandene, mehrstöckige Wohnbebauung, die Parkanlagen
des Kleinen und Großen Wiedebachplatzes, straßennahe Bäume und am
Bauende, gemischte Bebauung sowie Kleingärten.
Der Zugang zum ÖPNV erfolgt derzeit von den in den Gehwegbereichen
integrierten Haltestellen. Hierbei sind die stadtaus- und stadteinwärtigen
Haltestellenbereiche derzeit versetzt zueinander angeordnet.
Die Arno-Nitzsche-Straße besitzt im Straßennetz der Stadt Leipzig eine
wichtige Funktion (Kategorie Hauptverkehrsstraße). Der derzeitige Zu-
stand der Gleisanlagen lässt perspektivisch eine sichere Verkehrsabwick-
lung des Straßenbahnverkehrs nicht zu.
Mit der Aufwertung beziehungsweise Erneuerung der LVB-Betriebsanla-
gen und Straßenverkehrsanlagen, insbesondere der Einordnung von
Radwegen, werden die Nachhaltigkeitsziele der Stadt Leipzig berück-
sichtigt. Im Mittelpunkt des Nachhaltigkeitsszenarios steht die Förderung
von nachhaltiger, sauberer und aller Bevölkerungsgruppen einschlie-
ßender Mobilität. Die Konzentration bei der Bewältigung des durch die
wachsende Bevölkerungszahl steigenden Verkehrsaufkommens liegt
auf dem sogenannten Umweltverbund. Der Umweltverbund verteilt sich
auf die Verkehrsmittel (Modal Split) ÖPNV, Fuß und Rad.
Die Arno-Nitzsche-Straße ist als eine Hauptverkehrsachse der LVB und
als Hauptverkehrs- und Sammelstraße des Motorisierten Individualver-
kehrs (MIV), insbesondere hinsichtlich der Erschließung zwischen
Wohn- und Arbeitsraum, der Erschließung für Rad- und Fußgängerver-
kehr, der Anbindung der Gewerbestandorte sowie der notwendigen
Quell- und Zielverkehre für den Durchgangsverkehr und die unmittelba-
ren Anlieger gekennzeichnet.
Im Ausbauabschnitt bestehen hohe Vorbelastungen durch die vorhande-
nen Verkehrstrassen mit überwiegend versiegelten Flächen und erhebli-
chen Vorbelastungen des Verkehrs.

14
Krite-
rien
Angaben zu den Kriterien
2.2
Quali-
tätskrite-
rien
(Reich-
tum, Ver-
fügbar-
keit,
Qualität
und Re-
generati-
onsfähig-
keit der
natürli-
chen
Ressour-
cen, ins-
beson-
dere Flä-
che, Bo-
den,
Land-
schaft,
Wasser,
Tiere,
Pflan-
zen, bio-
logische
Vielfalt,
des Ge-
biets und
seines
Unter-
grunds
(Quali-
tätskrite-
rien))
Art und Umfang:
Aufgrund der dichten Bebauung, des vollständigen Schutzes aller Ge-
hölze und der überwiegenden Versiegelung im Projektbereich, ist keine
erhebliche Bedeutung des Schutzgutes Tiere, Pflanzen, biologische Viel-
falt zu erwarten. Der Planungsbereich liegt inmitten dichter Block- und
Blockrandbebauung im verdichteten städtischen Umfeld im Stadtteil
Connewitz und in einem größeren Abstand zu den nächstgelegenen
Schutzgebieten, insbesondere dem FFH-Gebiet „Leipziger Auensys-
tem“, dem LSG „Leipziger Auwald“ und dem LSG „Lößnig-Dölitz“.
Folgende Abstände auf die nächstgelegenen, naturschutzfachlichen
Schutzgebiete wurden ermittelt:
südwestlich ca. 600 m FFH-Gebiet „Leipziger Auensystem“
südwestlich ca. 420 m Landschaftsschutzgebiet (LSG) „Leipzi-
ger Auwald“
südöstlich ca. 1.600 m Landschaftsschutzgebiet (LSG) „Lößnig-
Dölitz“
Gewässer liegen außerhalb des Einflussbereiches möglicher Beein-
trächtigungen des Projektes.
Auswirkungen auf Gewässer, das FFH-Gebiet „Leipziger Auensystem“
und die nächstgelegenen LSG „Leipziger Auwald“ und „Lößnig-Dölitz“
sind aufgrund der großen Entfernungen, der dichten Wohnbebauung und
der vorhandenen, stark befahrenen Straßen, nicht zu erwarten.
Vorzugsvariante: Die Variante 6 im Zuge der Wiedebachstraße kombi-
niert mit Variante 3.14 für die Arno-Nitzsche-Straße vermeidet Gehölz-
verluste. Alle Gehölze, insbesondere der Parkanlage Wiedebachplatz
und benachbarte Straßenbäume, werden geschützt. Das Projekt verur-
sacht eine vorhabensbedingte Flächeninanspruchnahme unversiegelter
Flächen im Baumstreifen am Kleinen und Großen Wiedebachplatz durch
FGU, Haltestelle und Nebenanlagen von 14,75 m².
Der unmittelbare Planungsbereich liegt an Straßen mit einer sehr hohen
Verkehrsbelastung. Die Herstellung der beiden barrierefreien FGU´s in
der Wiedebachstraße, die Anordnung der Bahnsteige der Haltestellen,
Gehwegbereiche, Schaltschränke, Fahrleitungsmasten, Lichtmasten
und unterirdische Leitungstrassen wurden so festgelegt, dass keine ge-
schützten Parkanlagenflächen und Bäume verloren gehen und die un-
mittelbar benachbarten Bäume geschützt und erhalten werden.

15
Krite-
rien
Angaben zu den Kriterien
Im Rahmen der eingehenden, artenschutzfachlichen Kontrolle des Gut-
achters wurde am 18. 01. 2021 vor Ort festgestellt, dass eine Betroffen-
heit nach § 44 BNatSchG nicht vorliegt und keine Quartiere wildlebender
Tiere der besonders und streng geschützten Arten im Planungsbereich
vorhanden sind. Es wird gutachterlich ausgeschlossen, dass Verbotstat-
bestände des besonderen und sonstigen Artenschutzrechtes betroffen
sind.
2.3
Schutzkriterien
Belastbarkeit der Schutzgüter unter besonderer Berücksichtigung folgender Ge-
biete und von Art und Umfang des ihnen jeweils zugewiesenen Schutzes (Schutz-
kriterien):
2.3.1
Natura
2000-
Gebiete
nach § 7
Abs. 1
Nr. 8
des
Bun-
desna-
tur-
schutz-
geset-
zes
Art und Umfang:
keine bau-, anlage- und betriebsbedingte Betroffenheit
2.3.2
Natur-
schutz-
gebiete
(Natur-
schutz-
gebiete
nach
§ 23 des
Bun-
desna-
Art und Umfang:
keine bau-, anlage- und betriebsbedingte Betroffenheit

16
Krite-
rien
Angaben zu den Kriterien
tur-
schutz-
geset-
zes, so-
weit
nicht be-
reits von
Nummer
2.3.1 er-
fasst)
2.3.3
Natio-
nal-
parke
und Na-
tionale
Natur-
monu-
mente
(nach
§ 24 des
Bun-
desna-
tur-
schutz-
geset-
zes, so-
weit
nicht be-
reits von
Nummer
2.3.1 er-
fasst)
Art und Umfang:
keine bau-, anlage- und betriebsbedingte Betroffenheit

17
Krite-
rien
Angaben zu den Kriterien
2.3.4
Bio-
sphä-
renre-
servate
und
Land-
schafts-
schutz-
gebiete
(Bio-
sphären-
reser-
vate und
Land-
schafts-
schutz-
gebiete
gemäß
den
§§ 25
und 26
des Bun-
desna-
tur-
schutz-
geset-
zes)
Art und Umfang:
keine bau-, anlage- und betriebsbedingte Betroffenheit
2.3.5
Natur-
denk-
male
(nach
§ 28 des
Bun-
desna-
tur-
Art und Umfang:
keine bau-, anlage- und betriebsbedingte Betroffenheit

18
Krite-
rien
Angaben zu den Kriterien
schutz-
geset-
zes)
2.3.6
Ge-
schützt
e Land-
schafts-
be-
stand-
teile
(ein-
schließ-
lich Al-
leen,
nach
§ 29 des
Bun-
desna-
tur-
schutz-
geset-
zes)
Art und Umfang:
keine bau-, anlage- und betriebsbedingte Betroffenheit
2.3.7
Gesetz-
lich ge-
schützt
e Bio-
tope
(gesetz-
lich ge-
schützte
Biotope
nach
§ 30 des
Bun-
desna-
tur-
Art und Umfang:
keine bau-, anlage- und betriebsbedingte Betroffenheit

19
Krite-
rien
Angaben zu den Kriterien
schutz-
geset-
zes)
2.3.8
Wasser-
schutz-
gebiete
(Was-
ser-
schutz-
gebiete
nach
§ 51 des
Wasser-
haus-
haltsge-
setzes,
Heilquel-
len-
schutz-
gebiete
nach
§ 53
Absatz 4
des
Wasser-
haus-
haltsge-
setzes,
Risiko-
gebiete
nach §
73 Ab-
satz 1
des
Wasser-
haus-
haltsge-
setzes
sowie
Über-
Art und Umfang:
keine bau-, anlage- und betriebsbedingte Betroffenheit

20
Krite-
rien
Angaben zu den Kriterien
schwem-
mungs-
gebiete
nach
§ 76 des
Wasser-
haus-
haltsge-
setzes)
2.3.9
Gebiete,
in de-
nen die
in Vor-
schrif-
ten der
Europä-
ischen
Union
festge-
legten
Umwelt-
quali-
tätsnor-
men be-
reits
über-
schrit-
ten sind
Art und Umfang:
Es liegen im Untersuchungsraum Vorbelastungen durch Schall und Er-
schütterungen von Straßenbahn und MIV vor.
2.3.10
Gebiete
mit ho-
her Be-
völke-
rungs-
dichte
(Gebiete
mit ho-
her Be-
Art und Umfang:
Das betroffene Wohngebiet (vgl. Flächennutzungsplan der Stadt Leipzig)
verfügt über eine hohe Bevölkerungsdichte mit überwiegender Wohnbe-
bauung unmittelbar entlang der betroffenen Straßen.
Im Untersuchungsgebiet besteht kein rechtskräftiger Bebauungsplan.
Die Zuordnung der Schutzbedüftigkeit der Nutzungen erfolgt nach dem
Flächennutzungsplan der Stadt Leipzig. Diese Zuordnung wurde vor Ort
durch Feststellung der tatsächlichen Nutzung überprüft. Demnach liegt
für die schutzbedürftige Bebauung eine Einordnung zu Wohnbauflächen,

21
Krite-
rien
Angaben zu den Kriterien
völke-
rungs-
dichte,
insbe-
sondere
Zentrale
Orte im
Sinne
des
§ 2 Ab-
satz 2
Nummer
2 des
Raum-
ord-
nungs-
gesetze)
und zu einer gemischten Baufläche vor. Am Bauende in der Arno-Nitz-
sche-Straße ist eine ausgewiesene Kleingartenanlage zu berücksichti-
gen.
2.3.11
In amtli-
chen
Listen
oder
Karten
ver-
zeich-
nete
Denk-
male,
Denk-
malen-
sem-
bles,
Boden-
denk-
male
oder
Gebiete,
die von
der
durch
die Län-
der be-
stimm-
ten
Art und Umfang:
Archäologisch bedeutsame Flächen sind nicht bekannt.
In Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt
Leipzig lag als Schwerpunkt das, in die Planung eingeflossene denkmal-
fachliche Anliegen, der vollständigen Erhaltung und des Schutzes des
vorhandenen Baumbestandes im Bereich des Gartendenkmals Wiede-
bachplatz, zu Grunde. Baumneupflanzungen wurden in Abstimmung mit
dem Amt für Stadtgrün und Gewässer der Stadt Leipzig an historischen
Standorten wiederaufgenommen. Weiterhin wurde das denkmalfachli-
che Ziel der Erhaltung von Pflasterflächen in situ, insbesondere auf dem
Kleinen Wiedebachplatz berücksichtigt. In diesem Sinne sind die histori-
schen Platzgrundrisse nach Flächenerweiterungen am Kleinen Wiede-
bachplatz weiterhin sichtbar. Die historische Bordsteinkante in situ inner-
halb der erweiterten Pflasterfläche wurde in die Planung wieder aufge-
nommen. Weiterhin wird die endgültige Farbfassung der Schaltkästen im
Zuge der Ausführungsplanung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde
der Stadt Leipzig abgestimmt werden.
Der Wiedebachplatz steht als Gesamtensemble nach SächsDSchG als
Gartendenkmal unter Schutz. Hinsichtlich der Einordnung von Schalt-
schränken in der Wiedebachstraße erfolgten vorab Abstimmungen mit
der Unteren Denkmalschutzbehörde.
Im Bereich der neu zu errichtenden, stadteinwärtigen Haltestelle Wiede-
bachplatz befindet sich die Trafo-Station 9052 der Netz Leipzig. Da diese

22
Krite-
rien
Angaben zu den Kriterien
Denk-
mal-
schutz-
behörde
als ar-
chäolo-
gisch
bedeu-
tende
Land-
schaf-
ten ein-
gestuft
worden
sind
bereits im Bestand sehr nah an die vorhandenen Gleise grenzt, wird die
Trafo-Station im Zuge der Baumaßnahme versetzt. Hierzu gab es Ab-
stimmungen zwischen der Netz Leipzig, der LVB sowie Vertretern der
Stadt, währenddessen ein neuer Standort für die Station festgelegt
wurde.
Die Trafo-Station wird im Bereich des Gartendenkmals unmittelbar neben
dem LVB-Schrank 178 platziert. Dieser Schrank wird jedoch im Zuge der
Baumaßnahme demontiert und am Kleinen Wiedebachplatz neu errich-
tet.
Für den Eingriff in das Gartendenkmal wird der entsprechende Antrag
zur denkmalschutzrechtlichen Genehmigung bei der Landesdirektion
Sachsen im Zusammenhang mit der Baurechtserteilung beantragt.
Im gesamten Baufeld liegen keine archäologischen Funde und Befunde
vor. Die Baufirmen haben die gesetzlich vorgesehene Meldepflicht nach
§ 20 des SächsDSchG zu beachten.
Denkmalgeschützte Gebäude, Denkmalensembles, Baudenkmale, Bo-
dendenkmale, Kulturdenkmäler werden, bis auf den Haltestellenaus-
baum am Großen Wiedebachplatz, den Gehwegausbau im Bereich des
Kleinen Wiedebachplatzes und die Verlegung unterirdischer Leitungen
am Großen Wiedebachplatz, nicht in Anspruch genommen (vgl. Krite-
rium 1.3).
Vorzugsvariante: Die Variante 6 im Zuge der Wiedebachstraße kombi-
niert mit Variante 3.14 für die Arno-Nitzsche-Straße vermeidet Gehölz-
verluste. Alle Gehölze, insbesondere der Parkanlage Wiedebachplatz
und benachbarte Straßenbäume, werden vollständig geschützt. Das
Projekt verursacht eine vorhabensbedingte Flächeninanspruchnahme
unversiegelter Flächen im Baumstreifen am Kleinen und Großen Wiede-
bachplatz durch FGU, Haltestelle und Nebenanlagen von 14,75 m².
Der unmittelbare Planungsbereich liegt an Straßen mit einer sehr hohen
Verkehrsbelastung. Die Herstellung des barrierefreien FGU der stadtein-
wärtigen Haltestelle in der Wiedebachstraße, die Anordnung der Bahn-
steige der Haltestelle, der Gehwegbereiche, der Schaltschränke, der
Fahrleitungsmasten, der Lichtmasten und unterirdischen Leitungstras-
sen wurde so festgelegt, dass keine geschützten Parkanlagenflächen
und Bäume nachhaltig betroffen sind und die unmittelbar benachbarten
Bäume geschützt und erhalten werden.

23
Krite-
rien
Angaben zu den Kriterien
3 3
Art und Merkmale der möglichen Auswirkungen
3.1
Art und
dem
Ausmaß
der
Auswir-
kungen
(insbe-
sondere,
welches
geogra-
phische
Gebiet
betroffen
ist und
wie viele
Perso-
nen von
den Aus-
wirkun-
gen vo-
raus-
sichtlich
betroffen
sind)
Art und Umfang:
Ein Anspruch auf Maßnahmen der Lärmvorsorge dem Grunde nach be-
steht nur dann, wenn bei nachgewiesener, wesentlicher Änderung des
jeweils getrennt zu betrachtenden Verkehrsweges (Straßenbahn- bezie-
hungsweise Straßenverkehr) im Sinne des § 1 der 16. BImSchV gleich-
zeitig die gesetzlichen Immissionsgrenzwerte überschritten werden.
Dazu werden an den Immissionsstandorten an der nächstliegenden Be-
bauung innerhalb der Baustrecke mit erheblichen, baulichen Eingriffen,
d. h. für das Projekt innerhalb der Planungsgrenzen, die Beurteilungs-
pegel vor und nach der Baumaßnahme mit der jeweils gleichen prognos-
tischen Verkehrsbelastung (getrennt nach Straßenbahn- und Straßen-
verkehr) ermittelt und gegenübergestellt. Die Prüfung der wesentlichen
Änderungen erfolgt sowohl für den Straßenverkehr als auch für die
Gleisbauabschnitte der Straßenbahn mit der vollen Verkehrsstärke. Das
heißt, es werden die Lärmemissionen aus den zu ändernden Straßen-
beziehungsweise Gleisbauabschnitten und aus den benachbarten Stra-
ßen- beziehungsweise Gleisbauabschnitten berücksichtigt.
siehe auch Kriterium 3.4
Die bauzeitlichen Auswirkungen sind auf den Baustellenbereich, die Um-
leitungsstrecke und die unmittelbar angrenzenden Straßen begrenzt.
Es treten bauzeitliche Behinderungen des Durchgangsverkehrs im Zuge
der Bauausführung von 05 bis 10/ 2023 auf, sodass vorübergehende Be-
hinderungen nicht ausgeschlossen sind.
Bauzeitlich sind jedoch keine erheblichen Umweltauswirkungen auf den
Menschen zu erwarten. Es treten die zu erwartenden, bauzeitlichen Er-
schwernisse wie bei vergleichbaren, ortsüblichen Verkehrsbaumaßnah-
men auf (Baulärm, Umleitungen des MIV und SEV, sowie eine beein-
trächtigte Erreichbarkeit der Grundstücke).
Durch verbesserte Bedingungen für den ÖPNV wird ein Beitrag zur Ver-
meidung von Fahrten mit eigenem Kraftfahrzeug geleistet.
Aussagen zu Abfall, Altlasten und Bodenschutz (s. Erläuterungen der
technischen Planung).

24
Krite-
rien
Angaben zu den Kriterien
Die Erneuerung der bereits voll versiegelten Verkehrsanlagen im Be-
stand lässt wieder voll versiegelte Flächen entstehen. Auswirkungen auf
den Naturhaushalt sind nicht zu erwarten.
Verkehrslärm: Es liegt eine gesonderte Immissionstechnische Untersu-
chung (vgl. Unterlage C.17) zum Projekt vor. Die Ergebnisse der Immis-
sionstechnischen Untersuchung werden unter dem Kriterium 3.4 darge-
stellt.
3.2
Etwai-
ger
grenz-
über-
schrei-
tender
Charak-
ter der
Auswir-
kungen
Grenzüberschreitende Auswirkungen sind durch das Projekt nicht zu er-
warten.
3.3
Schwe-
re und
Komple-
xität der
Auswir-
kungen
Gesetzliche Grundlagen zur Durchführung von Lärmschutzmaßnahmen
beim Bau oder der wesentlichen Änderung öffentlicher Straßen bilden
die §§ 41 und 42 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG) in
Verbindung mit der gemäß § 43 BImSchG von der Bundesregierung er-
lassenen 16. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissions-
schutzgesetzes (Verkehrslärmschutzverordnung). Nach § 41 (1) BIm-
SchG muss beim Bau oder der wesentlichen Änderung eines öffentlichen
Verkehrsweges sichergestellt werden, dass durch Verkehrsgeräusche
keine schädlichen Umwelteinwirkungen hervorgerufen werden, die nach
dem Stand der Technik vermeidbar sind.
Ausgehend von den gesetzlichen Grundlagen und den geplanten bauli-
chen Maßnahmen wurde in der immissionstechnischen Untersuchung
(vgl. Unterlage C.17) geprüft, ob das Bauvorhaben eine Neubaumaß-
nahme und/ oder eine wesentliche Änderung eines öffentlichen Ver-
kehrsweges im Sinne der Verkehrslärmschutzverordnung darstellt
(siehe auch Kriterium 3.4).
Die Verkehrslärmschutzverordnung (16. BImSchV) gilt nach § 1 (1), 16.
BImSchV für den Bau oder die wesentliche Änderung von Straßen- und
Schienenwegen.

25
Krite-
rien
Angaben zu den Kriterien
Das maßgebliche Kriterium, der wesentlichen Änderung, aufgrund eines
erheblichen, baulichen Eingriffes, ist in der 16. BImSchV [vgl. § 1 (2)
Nr.2] definiert.
Auswirkungen auf Gewässer, das FFH-Gebiet und die nächstgelegenen
LSG (vgl. Kriterium 2.2) sind aufgrund der großen Abstände zu den
nächstgelegenen Schutzgebieten, nicht zu erwarten. Das Projekt liegt in
einer großen Entfernung zum FFH-Gebiet „Leipziger Auensystem“, den
LSG „Leipziger Auwald“ und „Lößnig-Dölitz“ sowie zu den nächstgelege-
nen Gewässern, sodass Beeinträchtigungen zu den genannten Schutz-
gebieten ausgeschlossen sind (siehe Kriterium 2.2). Die nähere Umge-
bung des Projektes ist geprägt durch die Strukturen des Wohngebietes
mit Hauptverkehrsstraßen und überwiegend dichter Wohnbebauung so-
wie den Schutz und die vollständige Erhaltung der unmittelbar angren-
zenden Grünflächen/ Parkanlagen. Das Baufeld liegt überwiegend im
Bereich der vorhandenen Verkehrsanlagen im bereits überwiegend ver-
siegelten Straßenraum. Im Ergebnis der eingehenden Untersuchung der
betroffenen Fauna und des Gehölzbestandes im Untersuchungsraum
am 18. 01. 2021 wurde festgestellt, dass keine Quartiere für wildlebende
Tiere der besonders und streng geschützten Arten vorhanden sind. Es
kann ausgeschlossen werden, dass Verbotstatbestände des besonde-
ren und sonstigen Artenschutzrechtes betroffen sind.
3.4
Wahr-
schein-
lichkeit
von
Auswir-
kungen
Im Untersuchungsgebiet besteht kein rechtskräftiger Bebauungsplan.
Die Zuordnung der Schutzbedüftigkeit der Nutzungen erfolgt nach dem
Flächennutzungsplan der Stadt Leipzig. Diese Zuordnung wurde vor Ort
durch Feststellung der tatsächlichen Nutzung überprüft. Demnach liegt
für die schutzbedürftige Bebauung eine Einordnung zu Wohnbauflächen
und zu gemischten Bauflächen vor. Entsprechend der Nutzung liegt
eine Zuordnung zur Schutzkategorie 2 und 3 nach 16. BImSchV für die
Wohnnutzung vor.
Die Erhöhung des Beurteilungspegels ist nach 16. BImSchV (nur) von
Bedeutung, wenn sie auf den erheblichen, baulichen Eingriff zurückzu-
führen ist; d.h. die Lärmsteigerung muss ihre Ursache ausschließlich in
der baulichen Maßnahme haben. Der zu erwartende Beurteilungspegel
ist somit jeweils für denselben Prognosezeitpunkt für den Zustand mit
und für den Zustand ohne baulichen Eingriff zu bestimmen. Für die lärm-
technische Berechnung ist die der Planung zu Grunde gelegte Prog-
nose heranzuziehen. Die Differenz der beiden Beurteilungspegel ergibt
die Pegelerhöhung aus dem baulichen Eingriff.
Liegt für Berechnungsprofile eine wesentliche Änderung im Sinne der
16. BImSchV vor, so sind die Beurteilungspegel, die sich aus dem ge-
planten Trassen-/ Straßenverlauf ergeben, mit den Immissionsgrenz-

26
Krite-
rien
Angaben zu den Kriterien
werten der 16.BImSchV zu vergleichen. Sind Grenzwertüberschreitun-
gen zu verzeichnen, besteht dem Grunde nach Anspruch auf Lärmvor-
sorge. Diesbezüglich liegt mit Unterlage C.17 eine gesonderte Immissi-
onstechnische Untersuchung zum Projekt vor. Im Ergebnis der vorlie-
genden, immissionstechnischen Untersuchung wurde festgestellt, dass
im Baubereich der Wiedebachstraße bis Arno-Nitzsche-Straße zwi-
schen Bornaischer Straße und Frohburger Straße durch den erhebli-
chen, baulichen Eingriff des Straßenbahnverkehrs keine wesentliche
Änderung im Sinne der 16.BImSchV eintritt.
Im Ergebnis der immissionstechnischen Untersuchungen
wurde:
a) keine Pegelerhöhung um 3 dB(A) festgestellt.
b) die Beurteilungspegel erhöhen sich nicht auf 70 dB(A) am Tag oder
60 dB(A) in der Nacht und
c) die Beurteilungspegel werden nicht von 70 dB(A) am Tag oder 60
dB(A) in der Nacht weiter erhöht
Mit Umsetzung der Baumaßnahmen besteht für die Änderungen im Stra-
ßenbahnverkehr dem Grunde nach kein Anspruch auf Lärmschutzmaß-
nahmen.
Erhebliche Auswirkungen auf die Schutzgüter Fläche, Boden, Wasser,
Tiere und Pflanzen und biologische Vielfalt sind nicht zu erwarten.
3.5
Voraus-
sichtli-
cher
Zeit-
punkt
des Ein-
tretens
sowie
Dauer,
Häufig-
keit und
Um-
kehrbar-
keit der
Auswir-
kungen
Durch das Projekt sind baubedingte Auswirkungen während der Bau-
zeit im Jahr 2023 zu erwarten.

27
Krite-
rien
Angaben zu den Kriterien
3.6
Zusam-
menwir-
ken der
Auswir-
kungen
mit den
Auswir-
kungen
anderer
beste-
hender
oder zu-
gelasse-
ner Vor-
haben
Die Ausführung des Projektes erfolgt im Zeitraum 05/ 2023 bis 10/ 2023
auf Basis des in der Entwurfsplanung abgestimmten Bauablaufs. Für
die Realisierung ist eine Straßenbahnvollsperrung vorgesehen. Wäh-
rend der Straßenbahnvollsperrung wird für die ausfallenden Straßen-
bahnlinien Schienenersatzverkehr bereitgestellt.
Im Gesamtzeitraum der Baumaßnahme ergeben sich drei Bauphasen.
Die Linie 10 fährt bauzeitlich in beiden Richtungen Umleitung über die
R.-Lehmann-Straße / Zwickauer Straße.
Bauabschnitt (BA) 1.1.: B.-Göring-Str. von Wiedebachstraße bis A.-Nit-
zsche-Str. - Bahnstrom auf der östlichen Fahrbahnseite. Der Fahrver-
kehr auf der B.-Göring-Straße wird in Richtung Wiedebachstraße auf-
rechterhalten. (Einrichtung einer Einbahnstraßenführung) Arno-Nitz-
sche-Straße bis A.-Hoffmann-Str. – Bahnstrom auf der südlichen Fahr-
bahnseite und Gleisbau südliches Gleis Arno-Nitzsche-Straße bis östli-
ches Bauende. Der Fahrverkehr auf der Arno-Nitzsche-Straße verbleibt
auf der nördlichen Fahrbahnseite aufrechterhalten. Der Fahrverkehr in
östlicher Richtung wird ab Karl-Liebknecht-Straße über Bornaische Str./
Meusdorfer Straße umgeleitet.
BA 1.2.: Arthur-Hoffmann-Str. – Bahnstrom westliche Fahrbahnseite
einschl. Querung Arno-Nitzsche-Str. und Gleisbau nördliches Gleis
Arno-Nitzsche-Straße bis östliches Bauende einschl. östliche Gleis-
kurve Wiedebachplatz. Vollsperrung Arthur-Hoffmann-Straße und Arno-
Nitzsche-Straße im o.g. Bereich für den MIV in beiden Richtungen. Die
Arno-Nitzsche-Straße wird ab B.-Göring-Straße Sackgasse. Der Fahr-
verkehr wird in beide Richtungen über Karl-Liebknecht-Straße / Bornai-
sche Str./Meusdorfer Straße umgeleitet.
BA 2.: Bau der westlichen Gleiskurve Arno-Nitzsche-Straße/ Wiede-
bachplatz. Dafür ist eine Vollsperrung der Arno-Nitzsche-Straße west-
lich der Arthur-Hoffmann-Straße erforderlich. Die Fahrbeziehung
Arthur-Hoffmann-Str. / östliche Arno-Nitzsche-Straße bleibt aufrecht-
erhalten. Der 2. BA ist in 2 Teile zu teilen:
2.1.
Wiedebachstraße einschließlich Gleiskurve Arno-Nitzsche-
Straße
2.2.
Wiedebachstraße – Arno-Nitzsche-Straße in beiden Richtungen
frei – Gleiskurve fertiggestellt
Gleisbau und Haltestellenbau Wiedebachstraße von Arno-Nitzsche-
Straße bis Bornaische Straße Die Wiedebachstraße und die B.-Göring-
Straße südlich der Wiedebachstraße werden für den Durchgangsver-
kehr voll gesperrt. Während der Anbindung der Gleise im Bereich
Bornaische Straße muss der MIV stadteinwärts auf das stadtauswärtige
Gleis verschwenken. Für die gesicherte Verkehrsführung ist in diesem
Bereich eine Richtungswechsel-LSA für Straßenbahn im Gegenverkehr
vorzusehen. Der Fahrverkehr wird in beide Richtungen über Karl-Lieb-
knecht-Straße / Bornaische Str./ Meusdorfer Straße umgeleitet.

28
Krite-
rien
Angaben zu den Kriterien
Forderung Straßenverkehrsbehörde von April 2020: Die Baumaß-
nahme darf nicht mit einer zeitgleichen Sperrung der Richard-Leh-
mann-Straße erfolgen.
Ständig während der Bauzeit und entsprechend dem Baufortschritt sind
die Anlieger rechtzeitig über die Sperrungen zu informieren, Zufahrts-
möglichkeiten sind abzustimmen.
Rettungsverkehr/ Feuerwehrzufahrt: Während der gesamten Bauzeit
und entsprechend Baufortschritt variabel, sind Rettungsgassen vorzu-
halten. Diese Rettungsgassen dürfen nicht zur Lagerung von Baumate-
rial genutzt sowie außerhalb der Arbeitszeiten durch Baufahrzeuge ver-
stellt werden.
Fußgängerführung: Der Fußgängerverkehr bleibt im Wesentlichen auf
den Gehwegen gesichert aufrechterhalten. Grundstückszugänge sind
zu gewährleisten. Im Bereich des Haltestellenbaus Wiedebachstraße
(BA 2) ist der Fußgängerverkehr wechselseitig auf jeweils einer Geh-
bahnseite zu führen.
Radverkehrsumleitung: Der Radverkehr im Zuge der Arno-Nitzsche-
Straße ist entsprechend Bauphase auf den Gehwegen mit zu führen.
Alternativ ist eine Umleitungsführung im Zuge der weiteren Planung
noch festzulegen.
Bauzeitlich sind jedoch keine erheblichen Umweltauswirkungen auf den
Menschen zu erwarten. Es treten die zu erwartenden, bauzeitlichen Er-
schwernisse wie bei vergleichbaren, ortsüblichen Verkehrsbaumaßnah-
men auf (Baulärm, Umleitungen des MIV und SEV, sowie eine beein-
trächtigte Erreichbarkeit der Grundstücke).
Die Auswirkungen sind auf den unmittelbaren Baustellenbereich, die
Umleitungsstrecke und die unmittelbar angrenzenden Straßen be-
grenzt.
3.7
Mög-
lichkei-
ten, die
Auswir-
kungen
wirksam
zu ver-
mindern
Schutz der Anwohner, Minderung der Lärmbelastung
Geräuschimmissionen aus dem Baulärm werden nach den „Allgemeinen
Verwaltungsvorschriften zum Schutz gegen Baulärm“ (AVV Baulärm)
beurteilt. Die Baufirmen werden vertraglich verpflichtet, die einschlägi-
gen Gesetze und Verordnungen bezüglich der Arbeitszeiten und lärmer-
zeugenden Baumaschinen (Geräte- und Maschinenlärmschutzverord-
nung – 32. BImSchV) einzuhalten.
So werden schädliche Umwelteinwirkungen, die nach dem Stand der
Technik vermeidbar sind, verhindert und unvermeidbare schädliche Um-
welteinwirkungen auf ein Mindestmaß beschränkt. Für Arbeiten zwi-
schen 20 Uhr und 7 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen werden geson-
derte Genehmigungen eingeholt. Die Anwohner werden informiert. Die
Arbeiten werden von Montag bis Freitag tagsüber stattfinden.

29
Krite-
rien
Angaben zu den Kriterien
Die Anforderungen des Luftreinhalteplans der Stadt Leipzig sind in Be-
zug auf den Staubimmissionsschutz der Baumaßnahme zu beachten.
Mit dem grundhaften Ausbau der Gleisanlagen in Verbindung mit einer
körperschallmindernden Bauweise wird gegenüber dem Bestand eine
Minderung der Lärmbelästigungen für Anwohner und Umwelt erreicht.
Zudem sind Kurvenschmieranlagen vorgesehen. Gleichzeitig wird durch
die Aufweitung des Gleismittenabstandes (vgl. Erläuterungsbericht) die
Voraussetzung für den Einsatz einer neuen Generation von Straßen-
bahnwagen mit geringeren Schallemissionen geschaffen. Der Ausbau
der Trasse verbessert die Attraktivität des öffentlichen Nahverkehrs. Die
verstärkte Nutzung des ÖPNV verringert den MIV und somit die Fein-
staub- und Lärmbelastung.
Im Zuge des Bauvorhabens werden keine aktiven und passiven Schall-
schutzmaßnahmen realisiert (siehe auch Kriterium 3.4).
Die technologisch-bauliche Entkopplung der Rillenschienen vom As-
phaltaufbau der Straße führt zur Reduzierung der Erschütterungen und
Schallemissionen. Es wird zwischen Schienenkopf und Asphaltdeck-
schicht eine Fuge gefräst, die mit bituminöser Fugenvergussmasse ge-
füllt wird. Dadurch können Vibrationen und Lärmemissionen gesenkt
werden.
Fauna und Flora
Während der Bauausführung sind weitere arbeitstechnische und organi-
satorische Maßnahmen zur Optimierung zu berücksichtigen. Diesbezüg-
lich wird projektvorbereitend und in der Bauphase der Einsatz einer Öko-
logischen Baubegleitung empfohlen. Die baubedingte Flächeninan-
spruchnahme wird auf das notwendige Maß beschränkt.
Artenschutzfachliche Beeinträchtigungen sind im Ergebnis der Ortsbe-
gehung vom 18. 01. 2021 ausgeschlossen (siehe Kapitel 3.4).
Schutz vorhandener Bäume: Im Baustellenbereich sind Schutzmaßnah-
men hinsichtlich angrenzender Straßenbäume, insbesondere bei der Er-
richtung der stadteinwärtigen Haltestelle am Wiedebachplatz, zwingend
erforderlich. Diesbezüglich sind geeignete Wurzelschutzmaßnahmen im
vorhandenen Wurzelraum, der an die Baustelle angrenzenden Straßen-
bäume nach DIN 18920 und RAS-LP 4 durchzuführen. Mittels Einzel-
schutz für Bäume (Stammschutz durch Holzbohlen) sind angrenzende
Straßenbäume gemäß RAS-LP 4 und DIN 18920, im Besonderen durch
den Einsatz des Erdstoffsaugers und Sonderbaulösungen, wie Wurzel-
brücken, zur Vermeidung schädlicher Auswirkungen zu berücksichtigen.

image
30
Krite-
rien
Angaben zu den Kriterien
Zur Minderung der Beeinträchtigungen des Schutzgutes Boden sollen
durch sachgerechte Lagerung und Wiedereinbau des entnommenen
Oberbodens gemäß DIN 18915 und RAS-LP 2, zusätzliche Störungen
des Bodengefüges durch unsachgemäße Behandlung vermieden wer-
den. Die Baustelleneinrichtung und die Bewegung der Baumaschinen
werden zur Vermeidung unnötiger Verdichtungen nur auf befestigten
Flächen erfolgen.
Schutz denkmalgeschützter Baumstandorte am Wiedebachplatz:
Vorzugsvariante: Die Variante 6 im Zuge der Wiedebachstraße kombi-
niert mit Variante 3.14 für die Arno-Nitzsche-Straße vermeidet Gehölz-
verluste. Alle Gehölze, insbesondere der Parkanlage Wiedebachplatz
und benachbarte Straßenbäume, werden geschützt. Das Projekt verur-
sacht eine vorhabensbedingte Flächeninanspruchnahme unversiegelter
Flächen im Baumstreifen am Kleinen und Großen Wiedebachplatz durch
FGU, Haltestelle und Nebenanlagen von 14,75 m².
Zur Vermeidung der Beeinträchtigung möglicherweise in das Baufeld
eingewachsener Wurzeln ist, wenn erforderlich, eine besondere Bau-
weise nach DIN 18920 und RAS-LP 4 auszuführen. Der Bodenabtrag im
Eingriffsbereich der Bestandsbäume erfolgt aufgrund der zu erwarten-
den Wurzeldichte mit dem Erdstoffsauger. Im Zuge der festgelegten Ver-
meidung des Verlustes und für den Schutz der vorkommenden Wurzeln
am FGU-Standort der stadteinwärtigen Haltstelle, werden auf diesem
Wege erhebliche Beeinträchtigungen der Bestandsbäume im öffentli-
chen Grün vermieden und die Baumstandorte im denkmalgeschützten
Ensemble des Wiedebachplatzes geschützt und erhalten.
Abb. 2 RAS-LP 4 (Bild 19), Quelle FLL
Erhebliche Eingriffe im Schutzbereich der Bäume in Stammnähe sind zu
vermeiden. Nach DIN 18920 und RAS-LP 4 sind die Baugrubenwand,
insbesondere der Kabelgräben insbesondere im Annäherungsbereich an

31
Krite-
rien
Angaben zu den Kriterien
Bestandsbäume, im gesamten Wurzelbereich von Hand verletzungsfrei
abzugraben, beziehungsweise mit Sauggeräten auszuheben. Die Be-
handlung abgeschnittener Wurzeln (Glattschnitt, Wundbehandlung) ist
sorgfältig durchzuführen. Kommt es zum Wurzelverlust, ist eine Kronen-
einkürzung erforderlich. Schädigungen der Wurzeln durch Aufschüttun-
gen, Bodenabtrag und -verdichtungen sind zu vermeiden.
Hinsichtlich der Verminderung der verkehrsbedingten Auswirkungen
werden unabhängig vom Kompensationserfordernis (keine Gehölzver-
luste), fünf historische Baumstandorte in der Wiedebachstraße und
Arno-Nitzsche-Straße wieder mit Straßenbäumen bepflanzt.
3
Merkmale der möglichen erheblichen Auswirkungen
Natürliche Ressour-
cen
Überschlägige Be-
schreibung der mögli-
chen nachteiligen Um-
weltauswirkungen auf
Grundlage der Merk-
male des Vorhabens
und des Standortes
Beurteilung der Erheb-
lichkeit der Auswirkun-
gen auf die Umwelt un-
ter Verwendung der
Kriterien Ausmaß,
grenzüberschreitender
Charakter, Schwere
und Komplexität,
Dauer, Häufigkeit, Re-
versibilität
Fläche
Inanspruchnahme unver-
siegelter Flächen im
Baumstreifen am Kleinen
und Großen Wiedebach-
platz durch FGU, Halte-
stelle und Nebenanla-
gen: 14,75 m²
geringe Erheblichkeit der
Auswirkungen, Minde-
rung und Minimierung
durch einschlägige Maß-
nahmen, z.B. Entsiege-
lung durch Vergrößerung
der Baumscheiben
Boden
Inanspruchnahme unver-
siegelter Flächen im
Baumstreifen am Kleinen
und Großen Wiedebach-
platz durch FGU, Halte-
stelle und Nebenanla-
gen: 14,75 m²
geringe Erheblichkeit der
Auswirkungen, Minde-
rung und Minimierung
durch einschlägige Maß-
nahmen, z.B. Entsiege-
lung durch Vergrößerung
der Baumscheiben

32
Natürliche Ressour-
cen
Überschlägige Be-
schreibung der mögli-
chen nachteiligen Um-
weltauswirkungen auf
Grundlage der Merk-
male des Vorhabens
und des Standortes
Beurteilung der Erheb-
lichkeit der Auswirkun-
gen auf die Umwelt un-
ter Verwendung der
Kriterien Ausmaß,
grenzüberschreitender
Charakter, Schwere
und Komplexität,
Dauer, Häufigkeit, Re-
versibilität
Wasser
Inanspruchnahme unver-
siegelter
Flächen
im
Baumstreifen am Kleinen
und Großen Wiedebach-
platz durch FGU, Halte-
stelle und Nebenanlagen:
14,75 m², jedoch Entwäs-
serung der Dachfläche
des FGU in die Grünflä-
che
geringe Erheblichkeit der
Auswirkungen,
Minde-
rung und Minimierung
durch einschlägige Maß-
nahmen, z.B. Entsiege-
lung durch Vergrößerung
der Baumscheiben
Klima
keine
keine
Luft
keine
keine
Tiere
keine
keine
Pflanzen
Inanspruchnahme unver-
siegelter Flächen im
Baumstreifen am Kleinen
und Großen Wiedebach-
platz durch FGU, Halte-
stelle und Nebenanla-
gen: 14,75 m², jedoch
keine Inanspruchnahme
von Vegetationsflächen
und Gehölzen
geringe Erheblichkeit der
Auswirkungen, Minde-
rung und Minimierung
durch einschlägige Maß-
nahmen, z.B. Entsiege-
lung durch Vergrößerung
der Baumscheiben, Ver-
besserung der Standort-
bedingungen der Stra-
ßenbäume
Biologische Vielfalt
keine
keine
Landschaft
keine
keine
Kulturelles Erbe
Gartendenkmal Wiede-
bachplatz: neue Trafo-
Station wird im Bereich
des Gartendenkmals un-
mittelbar neben dem
LVB-Schrank 178 errich-
tet. Dieser Schrank wird
geringe Erheblichkeit der
Auswirkungen, Minde-
rung und Minimierung
durch einschlägige Maß-
nahmen

33
Natürliche Ressour-
cen
Überschlägige Be-
schreibung der mögli-
chen nachteiligen Um-
weltauswirkungen auf
Grundlage der Merk-
male des Vorhabens
und des Standortes
Beurteilung der Erheb-
lichkeit der Auswirkun-
gen auf die Umwelt un-
ter Verwendung der
Kriterien Ausmaß,
grenzüberschreitender
Charakter, Schwere
und Komplexität,
Dauer, Häufigkeit, Re-
versibilität
jedoch im Zuge der Bau-
maßnahme demontiert
und am kleinen Wiede-
bachplatz neu errichtet.
Vermeidung der Beein-
trächtigung der Baum-
wurzeln durch Such-
schachtungen vor Bau-
beginn,
Herstellung insbesondere
der Leitungsgräben unter
Berücksichtigung der
Maßgaben der DIN
18920 und RAS-LP 4
Sonstige Sachgüter
keine
keine
Menschen und
menschliche Gesund-
heit
Im Baubereich der Wie-
debachstraße und Arno-
Nitzsche-Straße zwi-
schen Bornaischer
Straße und Frohburger
Straße bedeutet der er-
hebliche bauliche Ein-
griff für den Straßen-
bahnverkehr keine we-
sentliche Änderung im
Sinne der 16.BImSchV.
Mit Umsetzung der Bau-
maßnahmen besteht für
die Änderungen im Stra-
ßenbahnverkehr dem
Grunde nach kein An-
spruch auf Lärmschutz-
maßnahmen.
erhebliche bauliche Ein-
griff für den Straßen-
bahnverkehr, jedoch
keine wesentliche Ände-
rung im Sinne der
16.BImSchV

34
Natürliche Ressour-
cen
Überschlägige Be-
schreibung der mögli-
chen nachteiligen Um-
weltauswirkungen auf
Grundlage der Merk-
male des Vorhabens
und des Standortes
Beurteilung der Erheb-
lichkeit der Auswirkun-
gen auf die Umwelt un-
ter Verwendung der
Kriterien Ausmaß,
grenzüberschreitender
Charakter, Schwere
und Komplexität,
Dauer, Häufigkeit, Re-
versibilität
Wechselwirkungen
keine
keine

35
4
Zusammenfassung – Gesamteinschätzung erheblicher Umweltaus-
wirkungen
Die raumordnerischen Entwicklungsziele leiten sich aus der Verkehrskonzep-
tion Leipzig zur Schaffung moderner, barrierefreier Haltestellen mit dem Ziel
der barrierefreien Nutzung für alle Bevölkerungsgruppen und dem Ziel der Stei-
gerung der Attraktivität des ÖPNV ab.
Der Planungsbereich befindet sich in größerem Abstand von naturschutzrecht-
lichen Schutzgebieten und Gewässerstrukturen. Die nähere Umgebung ist
durch vorhandene Wohn- und Mischgebiete sowie eine städtische Grünanlage
geprägt.
Die LVB und die Stadt Leipzig werden im Zeitraum 05/ bis 10/2023 im Baube-
reich der Wiedebachstraße und Arno-Nitzsche-Straße zwischen Bornai-
scher und Frohburger Straße die Verkehrsanlagen erneuern. Die LVB werden
Gleis- und Bahnstromanlagen grundhaft ausbauen sowie Fahrleitungsanlagen
an die neue Gleislage anpassen. Darüber hinaus wird die Haltestelle Wiede-
bachplatz zusammengelegt und am Wiedebachplatz barrierefrei neu errichtet.
Auf der stadteinwärtigen Haltestelle ist aufgrund der Platzverhältnisse und der
Bedürfnisse der Fahrgäste nur die Einordnung des Fahrgastunterstandes
(FGU) zwischen zwei vorhanden Baumstandorten der Straßenbaureihe mög-
lich. Die betroffene Baumreihe entlang der Wiedebachstraße steht im Sachzu-
sammenhang mit dem Gartendenkmal „Wiedebachplatz“. Die Anordnung des
FGU berücksichtigt den Schutz der zwei angrenzenden Winter-Linden in der
durchgängigen, denkmalgeschützten Baumreihe entlang der Wiedebach-
straße.
Vorzugsvariante: Die Variante 6 im Zuge der Wiedebachstraße kombiniert mit
Variante 3.14 für die Arno-Nitzsche-Straße vermeidet Gehölzverluste. Alle Ge-
hölze, insbesondere der Parkanlage Wiedebachplatz und benachbarter Stra-
ßenbäume, werden nach DIN 18920 und RASA-LP 4 geschützt. Das Projekt
verursacht eine vorhabensbedingte Flächeninanspruchnahme unversiegelter
Flächen im Baumstreifen am Kleinen und Großen Wiedebachplatz durch FGU,
Haltestelle und Nebenanlagen von 14,75 m².
Der unmittelbare Planungsbereich liegt an Straßen mit einer sehr hohen Ver-
kehrsbelastung. Die Herstellung des barrierefreien FGU der stadteinwärtigen
Haltestelle Wiedebachstraße, die Anordnung der Bahnsteige der Haltestelle,
der Gehwegbereiche, der Schaltschränke, der Fahrleitungsmasten, der Licht-
masten und unterirdischen Leitungstrassen wurde so festgelegt, dass keine
denkmalgeschützten Parkanlagenflächen und Bäume verloren gehen und die
unmittelbar benachbarten Bäume geschützt und erhalten werden.

36
Im Ergebnis der vorliegenden Untersuchungen zum Artenschutz wurde festge-
stellt, dass keine Quartiere für wildlebende Tiere der besonders und streng ge-
schützten Arten im Baubereich vorhanden sind. Es kann ausgeschlossen wer-
den, dass Verbotstatbestände des besonderen und sonstigen Artenschutzrech-
tes nach BNatSchG betroffen sind.
Im Ergebnis der immissionstechnischen Untersuchungen wurde keine Pegeler-
höhung um 3 dB(A) festgestellt. Die Beurteilungspegel erhöhen sich nicht auf
70 dB(A) am Tag oder 60 dB(A) in der Nacht und die Beurteilungspegel werden
nicht von 70 dB(A) am Tag oder 60 dB(A) in der Nacht weiter erhöht.
Im Baubereich der Wiedebachstraße und Arno-Nitzsche-Straße zwischen
Bornaischer Straße und Frohburger Straße bedeutet der erhebliche, bauliche
Eingriff für den Straßenbahnverkehr, keine wesentliche Änderung im Sinne der
16.BImSchV. Mit Umsetzung der Baumaßnahmen besteht für die Änderungen
im Straßenbahnverkehr dem Grunde nach kein Anspruch auf Lärmschutzmaß-
nahmen.
Erhebliche Auswirkungen auf die Schutzgüter Menschen und menschliche Ge-
sundheit, Sonstige Sachgüter, Kulturelles Erbe, Klima/ Luft, Landschaft, Flä-
che, Boden, Wasser, Tiere und Pflanzen und Biologische Vielfalt sowie Wech-
selwirkungen sind nicht zu erwarten. Die Einzelfallvorprüfung nach Anlage 2
und 3 zum UVPG, unter Berücksichtigung der Anforderungen nach § 9 Abs. 3
und 4 i.V.m. § 7 Abs. 1 UVPG für die Verkehrsbaumaßnahme Wiedebach-
straße/ Arno-Nitzsche-Straße zwischen Bornaische Straße und Frohburger
Straße unter Berücksichtigung des barrierefreien Ausbaus der Haltestelle Wie-
debachplatz (90151) kommt zu dem Ergebnis, dass keine Pflicht zur Durchfüh-
rung einer Umweltverträglichkeitsprüfung besteht.
Ergebnis der UVP-Vorprüfung:
UVP erforderlich:
nein
Begründung: Für die Schutzgüter gemäß § 2 Abs. 1 UVPG, insbesondere
Menschen und menschliche Gesundheit, Tiere, Pflanzen und biologische
Vielfalt, Boden, Wasser, Luft, Klima, Tiere, Pflanzen, Landschaft, Kulturel-
les Erbe und sonstige Sachgüter sowie Wechselwirkungen zwischen den
vorgenannten Schutzgütern sind
keine
mit erheblichen Umweltauswirkun-
gen zu erwarten.

image
image
image
37
5
Fotodokumentation
Übersichtskarte der Techn. Planung, (EVTI) 2020
Knoten Bornaische Straße mit
Blickrichtung zum Connewitzer
Kreuz
Kleiner Wiedebachplatz: Wiede-
bachstraße mit Blickrichtung zur
Bornaischen Straße

image
image
image
38
Kleiner Wiedebachplatz: Wiede-
bachstraße mit Blickrichtung zur
Bornaischen Straße
Kleiner Wiedebachplatz: Bern-
hard-Göring-Straße mit Blickrich-
tung zur Bornaischen Straße
Bernhard-Göring-Straße mit
Blickrichtung zur Wiedebach-
straße

image
image
image
39
Wiedebachstraße mit Blickrich-
tung zur Bornaischen Straße
Wiedebachstraße mit Blickrich-
tung zur Arno-Nitzsche-Straße
Wiedebachstraße mit Blickrich-
tung zur Arno-Nitzsche-Straße

image
image
image
image
40
Wiedebachstraße mit Blickrich-
tung zur Arno-Nitzsche-Straße
Großer Wiedebachplatz: Wiede-
bachstraße mit Blickrichtung zur
Arno-Nitzsche-Straße
Großer Wiedebachplatz: Wiede-
bachstraße mit Blickrichtung zur
Arno-Nitzsche-Straße

image
image
image
41
Großer Wiedebachplatz: Wiede-
bachstraße mit Blickrichtung zur
Bernhard-Göring-Straße:
geplanter Standort des FGU,
Rückbau der vorhandenen Tra-
fostation (stadteinwärtige Rich-
tung)
Großer Wiedebachplatz: Wiede-
bachstraße mit Blickrichtung
Bernhard-Göring-Straße
Wiedebachstraße mit Blickrich-
tung zur Arno-Nitzsche-Straße:
geplanter Standort des FGU
(stadtauswärtige Richtung)

image
image
image
42
Großer Wiedebachplatz mit Blick-
richtung zur Arno-Nitzsche-
Straße
Wiedebachstraße mit Blickrich-
tung zur Bernhard-Göring-Straße
Wiedebachstraße mit Blickrich-
tung zur Bernhard-Göring-Straße

image
image
image
43
Großer Wiedebachplatz mit Blick-
richtung zur geplanten stadtein-
wärtigen Haltestelle
Arno-Nitzsche-Straße mit Blick-
richtung zur Wiedebachstraße/
zum Großen Wiedebachplatz
Arno-Nitzsche-Straße mit Blick-
richtung zur Wiedebachstraße/
zum Großen Wiedebachplatz

image
image
image
44
Arno-Nitzsche-Straße mit Blick-
richtung nach Westen
Arno-Nitzsche-Straße mit Blick-
richtung nach Westen
s.o.

image
image
image
45
Arno-Nitzsche-Straße mit Blick-
richtung nach Westen
s.o.
s.o.

image
image
image
46
Arno-Nitzsche-Straße mit Blick-
richtung nach Westen
s.o.
s.o.

image
image
47
Arno-Nitzsche-Straße mit Blick-
richtung nach Westen
Bauende: Arno-Nitzsche-Straße
mit Blickrichtung nach Westen