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IMPRESSUM
Herausgeber
Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien-
und Baumanagement
Wilhelm-Buck-Straße 4
01097 Dresden
www.sib.sachsen.de
im Auftrag des Freistaates Sachsen
Sächsisches Staatsministerium der Finanzen
Texte
Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement
S. 26: Roland Fuhrmann
Gestaltung und Satz
Kathrin Augustin, Büro für Gestaltung, Dresden
Fotografie
Lothar Sprenger, Dresden
S. 28: Markus Mannhardt, Dresden
S. 26 (3), 27, US: Roland Fuhrmann, Berlin
Druck
Druckerei Thieme, Meißen
Redaktionsschluss
Oktober 2010
Auflage
1.000 Stück
Bezug
diese Druckschrift kann kostenfrei bezogen werden bei:
SIB Niederlassung Dresden II
Ostra-Allee 23, 01067 Dresden
Telefon: + 49 351 4735563
Telefax: + 49 351 4735505
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Copyright
Diese Veröffentlichung ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, auch die des Nachdruckes von
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und die Institute der Fachrichtung Wasserwesen
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Neubau für die Chemischen Institute
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Grußwort des Sächsischen Staatsministers der Finanzen
Grußwort der Sächsischen Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst
Grußwort des Rektors der Technischen Universität Dresden
Die Fachrichtung Chemie und Lebensmittelchemie der Technischen Universität Dresden
Die Fachrichtung Wasserwesen der Technischen Universität Dresden
Wettbewerb und Planung
Architektonisches Konzept
Außenanlagen
Tragwerk
Haustechnik
Kunst am Bau
Daten und Fakten
Planungs- und Bauablauf
Projektbeteiligte
Inhalt
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Die Chemie hat ihren Ursprung in der Antike, in der Aufklärung wandelte sie sich zu einer empirisch
forschenden und exakten Wissenschaft. An der Technischen Bildungsanstalt Dresden, der heuti-
gen TU Dresden, kann man Chemie seit 1829 studieren. Die Beliebtheit unter Studenten für die
Chemie ist ungebrochen. Stetig wachsende Studienzahlen sind ein Beleg dafür.
Das große Interesse für die Chemie, komplexe technische Verfahren, hochmoderne Praktikums-
plätze, die Vernetzung mit der Industrie – dies und mehr erfordert entsprechende räumliche Vor-
aussetzungen. Der Freistaat Sachsen als oberster staatlicher Bauherr hat frühzeitig darauf reagiert.
Erste Planungen reichen bis Anfang der 90er Jahre zurück. Im Oktober 2001 wurde der erste Bau-
abschnitt der Chemischen Institute übergeben. Für das Institut der Anorganischen Chemie ist es
nach drei Jahren Bauzeit nun soweit. Die gesamte Fachrichtung Chemie und Teile des Institutes der
Fachrichtung Wasserwesen beziehen neue Räume und agieren von einem Ort aus.
Der Gebäudekomplex ist innerhalb des Unigeländes markant und zentral neben dem Hörsaalzen-
trum gelegen. Zu dem schon bestehenden winkelförmigen Bauteil (1. Bauabschnitt) kommt jetzt
ein S-förmiger Baukörper (2. Bauabschnitt) hinzu. Eine moderne Passage verbindet nunmehr beide
Gebäudeteile. Besondere Herausforderungen für die Bauausführung waren das begrenzte Baufeld
und die Hanglage. 136 Bohrpfähle und 300 Anker sicherten die Baugrube. Dabei waren 12 Meter
Höhenunterschied auszugleichen.
Die Fassaden wurden verschieden gestaltet. Der Ostflügel erhielt eine dunkelrote Klinkervorsatz-
schale. Der Sockelbereich hebt sich durch eine Naturstein-Verkleidung ab. Am Südflügel sind
Streckmetall-Elemente verwendet worden. Die übrigen Fassaden bekamen eine Stahl-Glas-
fassade.
Ein Blick ins Gebäudeinnere: Die Nutzfläche des Anbaus beträgt 6.900 Quadratmeter, über fünf
Geschosse verteilt. Verschiedene Praktikumsräume stehen zur Verfügung, ebenso wie zwei expe-
rimentelle Hörsäle.
Ein Farbtupfer im Foyer ist die „Kunst am Bau“ mit der „SPEKTRALSYMPHONIE DER ELEMENTE“
von Roland Fuhrmann.
Naturwissenschaftliche Institutsgebäude zu errichten, ist kein übliches Bauvorhaben, viel mehr
eine große Herausforderung, da es viele verschiedene Funktionen und Ansprüche umzusetzen gilt.
Rund 41 Millionen Euro haben der Freistaat Sachsen und der Bund im Rahmen der Hochschul-
bauförderung hier investiert und damit einen wichtigen Beitrag für die Entwicklung der sächsi-
schen Hochschullandschaft geleistet.
Prof. Dr. Georg Unland
Sächsischer Staatsminister der Finanzen
Grußwort
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Die Chemie gehört zu den traditionellen naturwissenschaftlichen Studienrichtungen, die zuneh-
mend an Bedeutung für den wissenschaftlichen Erkenntnisprozess und die wirtschaftliche Ent-
wicklung gewonnen hat. Chemische Forschung und chemische Industrie in Deutschland nehmen
einen erstrangigen Platz ein. Grundlegende Voraussetzungen dafür, dass dieser auch weiterhin be-
hauptet werden kann, sind ein effizientes Ausbildungssystem und eine leistungsfähige Forschung
an den Hochschulen.
Das trifft auch für die Fachrichtung Chemie und Lebensmittelchemie der TU Dresden zu, deren
Schwerpunkte in der Forschung u. a. die „Materialrelevante Chemie“ und die „Biologisch orien-
tierte Chemie“ sind. Dabei gibt es eine starke Vernetzung mit anderen Disziplinen der Universität,
vor allem den ingenieurwissenschaftlichen Bereichen, und außeruniversitären Forschungseinrich-
tungen.
Mit dem im Oktober 2001 übergebenen ersten Bauabschnitt konnten bereits Ausbildungs- und
Forschungsbedingungen für die auf die Lebenswissenschaften gerichteten Professuren der Fach-
richtung Chemie und Lebensmittelchemie verbessert werden. Der zweite Bauabschnitt ermöglicht
das für weitere Professuren dieser Fachrichtung sowie der Fachrichtung Wasserwesen. Zwischen
beiden Fachrichtungen besteht eine enge Verflechtung in Lehre und Forschung, die durch eine
räumliche Nähe vertieft und ausgebaut werden kann. Beide Fachrichtungen haben ähnliche oder
gleiche Anforderungen an die Ausstattung der Forschungseinrichtungen, so dass sich Synergie-
effekte, u. a. durch die gemeinsame Nutzung von Laboren, ergeben.
Die in der Forschung gewonnenen Erkenntnisse fließen unmittelbar in die Lehrveranstaltungen ein
und tragen somit dazu bei, der Industrie dringend benötigte praxisnah ausgebildete Absolventen
zur Verfügung zu stellen. Die gemeinsame Unterbringung im Neubau wird sich daher künftig auch
positiv auf die Zusammenarbeit in der Ausbildung auswirken.
Der Neubau für die beiden Fachrichtungen, mit dem auch deren weitgehende Konzentration auf
dem Campus verbunden ist, stellt sowohl inhaltlich als auch gestalterisch ein Symbol für die dyna-
mische Weiterentwicklung der TU Dresden dar. Den Wissenschaftlern und den Studenten, die das
neue Gebäude mit seinen modernen Arbeits- und Laborräumen künftig nutzen werden, wünsche
ich eine effektive Lern- und Forschungstätigkeit.
Professor Dr. Dr. Sabine von Schorlemer
Sächsische Staatsministerin
für Wissenschaft und Kunst
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Mit der Fertigstellung des 2. Bauabschnitts des Neubaus für die Chemischen Institute und die
Institute der Fachrichtung Wasserwesen ist ein weiterer Baustein des Entwicklungskonzeptes der
TU Dresden im Campus der Universität realisiert.
Die Fachrichtung Wasserwesen war bisher in räumlich zersplitterten Instituten und in Gebäuden
auf unzureichenden Flächen untergebracht, die sich zudem nur eingeschränkt für Lehre und For-
schung eigneten. Nun wird sie an einem Hauptsitz auf rund 3.700 m² Hauptnutzfläche (HNF) kon-
zentriert zusammengeführt. Daneben werden adäquate Arbeitsmöglichkeiten für die Professuren
der anorganischen Chemie einschließlich zentraler experimenteller Hörsaalflächen im Umfang von
3.000 m² HNF übergeben. Damit können den Angehörigen dieser Fachrichtungen und Professuren
hervorragende moderne Arbeitsbedingungen zur Verfügung gestellt werden.
Mit der Realisierung des 2. Bauabschnitts gelingt nicht nur die Einbindung des Wasserwesens –
einer Fachrichtung mit überaus interdisziplinärem wissenschaftlichen Profil – auf dem unmittelba-
ren Campus in räumlicher Nähe des Bauingenieurwesens, des Maschinenbaus sowie der Biologie,
sondern vor allem auch deren enge Anbindung an die Fachrichtung Chemie. Durch Abstimmung
der Anforderungen und Synergien beider Fachrichtungen wurde eine flächenmäßige Optimierung
erreicht und das Bebauungspotential sehr effizient ausgenutzt. Auch im Bereich der Lehre, von
der Grundausbildung bis zur Anfertigung von gemeinsam betreuten Diplom- und Doktorarbeiten,
verspricht die enge räumliche Verflechtung hinsichtlich der Vernetzung optimale Möglichkeiten.
Besonders erfreulich ist, dass jetzt die Vorstellungen, die 1994 in einem städtebaulichen Ideen-
und baulichen Realisierungswettbewerb zu diesem Bebauungspotential festgeschrieben wurden,
umgesetzt sind. Damit ist ein wichtiger Abschnitt in der baulichen Entwicklungsplanung vollendet
und als bedeutendes Zeichen für die Entwicklung unserer Universität nach außen sichtbar.
Mit dem Neubau, in dem optimale Lehr- und Forschungsbedingungen gegeben sind, kann die Uni-
versität durch zukunftsweisende Studienangebote und Forschungsvorhaben den Aufgaben einer
modernen Hochschule gerecht werden.
Mein Dank gilt deshalb allen, die am Gelingen dieses für unsere Universität so wichtigen Bau-
vorhabens Anteil hatten.
Prof. Dr. Dr.-Ing. habil. Hans Müller-Steinhagen
Rektor der Technischen Universität Dresden
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Die Technische Universität Dresden hat sich bis heute zu einer Volluniversität mit breitem Spekt-
rum entwickelt und zählt zu den forschungsstärksten Hochschulen in Deutschland.
Gegründet wurde sie 1828 als Königlich Sächsische Technische Bildungsanstalt. Ihr Standort be-
fand sich damals an der Brühlschen Terrasse. Bereits im Jahr 1829 öffnete das erste chemische La-
boratorium in den Gebäuden der Rüstkammer am Jüdenhof seine Türen. Ab 1850 entwickelte sich
die Chemie dann zu einem eigenständigen Wissenschaftszweig, eine erste Habilitationsordnung
folgte und um die Jahrhundertwende (1899) wurde ihr das Promotionsrecht zuerkannt.
Die Chemischen Institute mit der Fachrichtung Chemie und Lebensmittelchemie sind heute Teil der
Fakultät Mathematik und Naturwissenschaften. Sie waren bisher in verschiedenen Gebäuden der
Technischen Universität Dresden untergebracht, die den Anforderungen an eine moderne Lehre
und Forschung nicht mehr genügten.
Die Gebäude boten nur eingeschränkte Möglichkeiten, die baulichen und technischen Voraus-
setzungen schaffen zu können, die – auch unter wirtschaftlichen Aspekten – heute an Lehre und
Forschung gestellt werden.
Von 1998 bis 2001 entstand das Gebäude des ersten Bauabschnitts der Chemischen Institute als
L-förmiger Baukörper an der Bergstraße/Ecke Kastanienallee. Im August 2001 fand die Übergabe
an die Professuren der Organischen Chemie, Lebensmittelchemie, Analytischen Chemie und Bio-
chemie statt.
Der zweite Bauabschnitt des komplexen Neubaus konnte der Technischen Universität schrittweise,
beginnend im April 2010, übergeben werden. Die Professur für Anorganische Chemie erhielt hier
neue Labore, Praktikums- und Seminarräume, Büros sowie Funktionsräume.
Die Fachrichtung Chemie und Lebensmittelchemie
der Technischen Universität Dresden
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Das Wasserwesen ist eine Fachrichtung der Fakultät Forst-, Geo- und Hydrowissenschaften und
den Ingenieurwissenschaften zugeordnet.
Vor ca. 100 Jahren begann der Aufbau der Hydrowissenschaften an der Technischen Universität
Dresden, wie sie heute an der Fachrichtung Wasserwesen existieren.
Diese war bisher in verschiedenen Gebäuden der Technischen Universität Dresden, wie z. B. dem
Drude-Bau, der Würzburger Str. 46 und in Pirna Copitz untergebracht und wird nun im Campus
konzentriert.
Das im zweiten Bauabschnitt fertig gestellte Gebäude beherbergt die Institute für Industrie- und
Siedlungswasserwirtschaft, für Grundwasserwirtschaft, Hydrologie und Meteorologie, für Was-
serchemie und das Institut für Abfallwirtschaft und Altlasten sowie das Prodekanat der Fachrich-
tung Wasserwesen.
Die Fachrichtung Wasserwesen erhielt eine große zweigeschossige Versuchshalle mit einer Fläche
von ca. 365 m². Diese ermöglicht die variable Aufstellung größerer Versuchsstände für die For-
schungsaufgaben.
Die Fachrichtung Wasserwesen der Technischen
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1994 entschied sich die Staatsregierung des Freistaates für einen komplexen Chemie-Neubau.
Grundanliegen war die Konzentration der Institute der Fachrichtung Chemie.
Im gleichen Jahr fand ein offener Ideen- und Realisierungswettbewerb statt. Der Siegerentwurf
dieses Wettbewerbes bildete die Grundlage für die Planung des Neubaus. Der Ideenteil umfasste
den städtebaulichen Entwurf für ein Hörsaalzentrum und verschiedene andere Institutsflächen in
Verbindung mit einem Realisierungsentwurf für die Chemischen Institute. Eine Grundforderung
des Wettbewerbs zur Realisierung des Bauvorhabens „Chemische Institute“ war die Bauausfüh-
rung in zwei Bauabschnitten.
Zunächst stand bei der Auslobung und Entscheidung des Wettbewerbes die Realisierung der Che-
mischen Institute im Vordergrund. Auf Grund fehlender Hörsaalkapazitäten an der Technischen
Universität Dresden fiel jedoch die Entscheidung, dem Neubau des Hörsaalgebäudes Priorität ein-
zuräumen. Dieser entstand im Zeitraum von 1996 bis 1998.
Unmittelbar im Anschluss an die Fertigstellung des Hörsaalzentrums entstand in den Jahren 1998
bis 2001 der erste Bauabschnitt des Neubaus für die Chemischen Institute.
Erst im Haushalt 2005/2006 konnte entsprechende finanzielle Vorsorge für die Errichtung eines
weiteren, zweiten Bauabschnittes getroffen werden. Auch dieser Entwurf basierte auf den Wett-
bewerbsergebnissen von 1994. Zusätzlich mussten bei der weiteren Planung die Institute der Fach-
richtung Wasserwesen in den Entwurf integriert werden.
Wettbewerb und Planung
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Das Baufeld für die Chemischen Institute schließt sich in südlicher Richtung an das des Hörsaal-
zentrums an. Mit den Gebäuden sollte die städtebauliche Fassung des Straßenraumes an der
Bergstraße vervollständigt werden. So entstand im ersten Bauabschnitt entlang der Bergstraße
und der Kastanienallee ein winkelförmiger Baukörper mit einer horizontal durch Fensterbänder
gegliederten Klinkerfassade. Die Fassade wirkt in ihrer Gesamtheit ruhig und fügt sich damit in
den städtebaulichen Kontext sehr gut ein. In diesem Baukörper wurde das Raumprogramm für die
Professuren der Organischen Chemie, Lebensmittelchemie, Analytischen Chemie und Biochemie
umgesetzt.
Der Neubau des zweiten Bauabschnittes ergänzt den Gebäudeteil entlang der Bergstraße in süd-
licher Richtung. Durch ihn wurde dem vorhandenen Winkel ein S-förmiger Baukörper auf der der
Straße abgewandten Seite entgegengesetzt. Er umfasst ein Untergeschoss, vier Obergeschosse
sowie ein zurückgesetztes Technikgeschoss.
Der südlichste Gebäudeteil an der Mommsenstraße verspringt gegenüber dem Gebäude des ers-
ten Bauabschnittes an der Kastanienallee um zwei Geschosse. Die stark abfallende Neigung des
Grundstückes von Süden nach Norden musste durch die unterschiedliche Anzahl an Geschossen in
den einzelnen Gebäudeteilen des 2. Bauabschnittes ausgeglichen werden. Dadurch war es jedoch
möglich, die vorgegebene Attikahöhe des 1. Bauabschnitts an der Bergstraße weiterzuführen, ohne
dass sich nach Süden Höhenstaffelungen ergeben. Der neue Gebäudekomplex überragt dadurch
den bestehenden Walther-Hempel-Bau nicht, sondern schließt höhengleich mit ihm ab.
Die vertikale Erschließung dieses Gebäudes erfolgt über den Hauptzugang, im Nordflügel mit Trep-
penhaus im Winkel beider Gebäudeflügel sowie weiteren vier Treppenhäusern. Drei Aufzüge – auf
die Gebäudeflügel verteilt – gewährleisten, dass alle Gebäudebereiche barrierefrei erreichbar sind.
Eindrucksvoll wirkt die neu entstandene Passage. Sie bildet das Verbindungsglied zwischen den
zwei Bauabschnitten und fungiert als räumlich-kommunikatives Zentrum des Gesamtkomplexes.
Die Passage öffnet sich im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss über eine Glasfassade zum In-
nenhof. Hier finden die Studenten eine interne Kommunikations- und Ruhezone.
Am Ende dieser Passage liegen die beiden zentralen Experimentier-Hörsäle mit 100 bzw. 200 Plät-
zen. Darüber befinden sich die Seminarräume und die großen Praktikumsräume. Somit beherbergt
der Gebäudeteil an der Bergstraße ausschließlich studentisch genutzte Bereiche.
Der straßenabgewandte, innen liegende Winkel unterhalb des Walther-Hempel-Baus bleibt der
Nutzung durch die einzelnen Professuren vorbehalten.
Im Gegensatz zur Fassadengestaltung entlang der Bergstraße und Kastanienallee im für den Uni-
versitätscampus üblichen Klinker, erhielt die äußere Seite des Südflügels eine Streckmetall-Fassa-
de. Dadurch wird die Baumasse architektonisch gegliedert. Die dem Atrium zugewandte Seite ist
als Stahl-Glas-Fassade ausgeführt. Analog sind die Fassaden des Westflügels gestaltet.
Jeder Gebäudeflügel ist mit zahlreichen Medienschächten ausgestattet, die zur Versorgung der
einzelnen Labore mit den notwendigen Medien dienen. Diese werden bis über das Dach geführt,
auf dem sich die Technikzentralen befinden.
Der Neubau des 2. Bauabschnittes schließt nicht nur an den 1. Bauabschnitt an, sondern schafft
gleichzeitig einen Übergang zum Walther-Hempel-Bau. Dieser wird derzeit saniert und künftig
die Institute für Physikalische Chemie, Makromolekulare Chemie und die Professur für Spezielle
Physikalische Chemie beherbergen.
Der zentrale Standort des Chemie-Neubaus im Campus ermöglicht somit kurze Verbindungswege
zu den weiteren von der Fachrichtung Chemie genutzten Gebäuden, dem Walther-Hempel-Bau,
dem Erich-Müller-Bau und dem König-Bau.
Architektonisches Konzept
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In diesem Gebäude konzentrieren sich Institute mit einem sehr hohen Chemikalienverbrauch. Im
Neubau wird die Chemikalien- und Lösungsmittelversorgung sowie die Entsorgung zentralisiert.
Die Entsorgung dieser teilweise giftigen Substanzen ist hier für weite Teile des Campus zusam-
mengefasst und neu organisiert. Zur Sicherung dieser Räume war ein hohes Maß an technischer
Ausstattung erforderlich.
Mit der Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts bestehen nunmehr optimale Voraussetzungen
für die Lehre und Forschung an einem Standort. Modern ausgestattete Büro-, Seminar-, Prakti-
kums- und Laborräume, eine große zweigeschossige Versuchshalle, zwei Hörsäle und eine zentrale
Chemikalienver- und -entsorgung bieten beste Bedingungen für die Institute der Fachrichtungen
Chemie/Lebensmittelchemie und Wasserwesen.
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Der Anlieferhof zwischen dem Gebäude des zweiten Bauabschnitts Chemie und dem Hempel-Bau
wird von der Kastanienallee her erschlossen. An dieser Zufahrt sind unterhalb des Hempel-Baues
die Ver- und Entsorgungsräume angeschlossen.
Der Innenhof im Chemieneubau ist als „Patchworkfläche“ aus unterschiedlichen Materialien und
Strukturen gestaltet. Hier wurden Betonsteinplatten und unterschiedliche Pflanzflächen mitein-
ander kombiniert. Im Hof gibt es zwei Sitzbereiche aus Beton mit Holzauflagen, welche sich in das
bestehende Raster einfügen. Als Blickfang und Schattenspender dient ein ca. vier Meter hoher
Lederhülsenbaum (Gleditsia triacanthos – Gleditschie) in der Mitte des Atriums.
Ein neu angelegter Gehweg zwischen der Mommsenstraße und der Kastanienallee verbindet die
beiden Universitätsstraßen .
Außenanlagen
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Der Erweiterungsneubau liegt im leicht abfallenden, geologisch anspruchsvollen Gelände am Süd-
hang des Dresdner Elbtalkessels. Zur Abfangung des bestehenden Walther-Hempel-Baus und des
umliegenden Geländes war eine bis zu 12 m hohe, permanente Baugrubensicherung aus 136 Bohr-
pfählen erforderlich. Diese wurde mit rund 300 Ankern im Hang gesichert.
Das Gebäude steht auf einer Bodenplatte mit Gründungspolster zur Schwingungsentkopplung
vom Festgestein und zur Vermeidung von Setzungsproblemen. Für Laborbereiche mit schweren
Versuchsanlagen und schwingungsempfindlicher Messtechnik, wie z.B. Rasterelektronenmikros-
kope wurden Schwingungsfundamente ausgebildet.
Die vierflüglige Anlage mit jeweils abgewinkelt verlaufenden Gebäudeflügeln ist ein viergeschossi-
ger Stahlbetonskelett-Bau mit Verbindungsbauten aus Stahl-Glaskonstruktionen.
Die deckengleichen Unterzüge in der weitspannenden Deckenkonstruktion über den Hörsälen
wurden streifenweise vorgespannt.
Im Bereich an der Bergstraße wurde die Klinker-Vorhangfassade fortgeführt. Im Bereich des In-
nenhofes erhielt der zweite Bauabschnitt analog des bestehenden Gebäudeteiles eine Stahl-Glas-
Fassade. Die Außenseite des neuen Gebäudewinkels erhielt eine Vorsatzkonstruktion aus Streck-
metall, die gleichzeitig als Sonnenschutz fungiert.
Tragwerk
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Die speziellen Anforderungen des Lehr- und Forschungsbetriebes in diesem Neubau stellten hohe
Anforderungen an die medientechnische Ver- und Entsorgung der Räume. Verschiedenste raum-
klimatische Konditionen sind unter Berücksichtigung einer Reihe von gesetzlichen Vorschriften
sicherzustellen; besondere Medien wie Druckluft, technologisches Kühlwasser, vollentsalztes Was-
ser, Erdgas und Stickstoff sind für die Laborbereiche zentral bereitzustellen.
So werden z.B. die Abwässer des Neubaus in getrennten Systemen für Regenwasser, Schmutz-
wasser und Laborabwasser entsorgt, wobei das Laborabwasser über eine bereits vorhandene Neu-
tralisationsanlage geleitet wird.
Soweit dies zum damaligen Zeitpunkt möglich war, wurden Medienanschlüsse für den 2. Bau-
abschnitt bereits im Zuge des 1. Bauabschnitts mit errichtet. Dies betrifft insbesondere Wasser-,
Fernwärme- und Stromanschluss.
BRANDSCHUTZ
Dem Brandschutzkonzept entsprechend dienen Einrichtungen wie Trockensteigleitungen und
Handfeuerlöscher der Sicherheit. Eine Brandmeldeanlage mit Haus- und Feuerwehralarmierung
informiert die Nutzer im Gefahrenfall. Als Besonderheit kann die Einrichtung eines digitalen Funk-
netzes erwähnt werden. Auch bei Totalausfall der Versorgungssysteme ist die Kommunikation da-
mit störungsfrei möglich.
WÄRMEVERSORGUNG
Bereits im ersten Bauabschnitt wurde eine umweltfreundliche Wärmeerzeugung errichtet. Durch
die Nutzung der Dresdner Fernwärme zur Beheizung- und Warmwasserbereitung wird ein ökolo-
gisch sinnvoller Ressourcenverbrauch betrieben. Vor Ort werden schädliche Emissionen vermie-
den
LUFTTECHNISCHE ANLAGEN
Laborlüftungsanlagen
Zeitgemäße Laborlüftungssysteme mit zusätzlichen Absaugungen an Boden und Decke sichern
die Abfuhr von Schadstoffen. Eine aufwändige Behandlung durch chemische Reinigung ist nicht
notwendig, da gefährliche Stoffe bereits vor Erreichen des Abluftsystems dezentral abgeschie-
den werden. Einige Laborbereiche sind aufgrund ihrer Nutzung als explosionsgefährdet einzu-
stufen. Hier kommen spezielle Anlagen mit entsprechenden Sicherungssystemen zum Einsatz. Die
Nutzung von Sicherheitsgasschränken, welche direkt entlüftet werden, stellt einen weiteren nut-
zungsfreundlichen Aspekt dar.
Die Lüftungsgeräte modernster Bauart befinden sich im Dachgeschoss.
Lüftungsgeräte in den Hörsälen
Die Hörsaalbereiche werden separat versorgt. Über einen luftführenden Doppelboden mit Stu-
fenauslässen wird die der Jahreszeit entsprechend konditionierte Luft in die Räume geleitet. Eine
unabhängige bedarfsgerechte Regelung erfolgt über CO²-Sensoren.
Haustechnik
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KÄLTETECHNISCHE ANLAGEN
Die Versorgung des Objektes erfolgt durch unterschiedliche Anlagensysteme. Je nach Einsatz-
zweck wird das optimale System genutzt. Die Gesamtkälteleistung beträgt 400 kW, die teilweise
im ersten Bauabschnitt gebauten Kompressionskältemaschinen werden mit genutzt. Kühlarbeits-
räume erhalten entsprechende Zellen mit einzeln regelbaren Ventilatorkonvektoren. In den Ser-
verbereichen werden redundante Systeme benötigt. Durch spezielle EDV-Schränke mit integrierter
Kälteerzeugung und separaten Kaltwasseranschlüssen an die zentrale Kältetechnik wird dies
sichergestellt.
ELEKTROTECHNIK
Das Gebäude wird aus dem 10-kV-Netz der TU Dresden über eine im Kellergeschoss des Chemie-
gebäudes, 1. Bauabschnitt, befindliche Trafostation (2 x 630 kVA) mit Elektroenergie versorgt. Bei
Ausfall der Stromversorgung wird die Notbeleuchtungsanlage über eine ebenfalls im 1. Bauab-
schnitt befindliche Batterieanlage, die für den Anschluss des 2. Bauabschnittes erweitert werden
musste, gespeist. Andere sicherheitsrelevante Anlagen werden bei Netzausfall über ein 200 kVA-
Dieselaggregat versorgt. Von zwei im Sockelgeschoss befindlichen Niederspannungshauptver-
teilungen ausgehend, wurde über Stromschienensysteme das Verteilungsnetz der allgemeinen
Stromversorgung errichtet. Für die informationstechnischen Verbraucher steht ein separates elek-
trotechnisches Verteilungsnetz zur Verfügung. Die Stromversorgungsleitungen und die struktu-
rierte Verkabelung für das Telefon- und Datennetz sind weitestgehend in Brüstungskanälen aus
Stahlblech und auf Kabeltrassen in den Laboren verlegt. Circa 190 km Kabel und Leitungen sowie
etwa 120 Verteiler wurden allein für die Elektroanschlüsse und das Beleuchtungsnetz installiert.
Für die Allgemein- und Sicherheitsbeleuchtung mussten ca. 1.400 Stück Leuchten in Laboren,
Büros, Hörsälen, Fluren, Treppenhäusern, Foyers und der Passage installiert werden.
GEBÄUDEAUTOMATION
Für die gesamte Liegenschaft der TU Dresden erfolgt eine zentrale Betriebsführung. Das Gebäude
der Chemischen Institute wurde in dieses Netzwerk integriert, um eine energieeffiziente und aus-
fallsichere Betreibung aller betriebstechnischen Anlagen abzusichern.
In der Feldebene erfasst die Sensorik und Aktorik alle notwendigen Betriebszustände, in diesem
Bauvorhaben immerhin ca. 8.000 verschiedene Hardwaredatenpunkte. Die Kommunikation in den
Räumen erfolgt mit Hilfe des firmenneutralen Standardbus (LON-talk), welcher direkt in das Fast-
Ethernet des Gebäudes eingebunden ist. Auf diesem Weg und durch den erstmaligen Einsatz eines
Rapid Spanning Tree Protocols (RSTP) in der Gebäudeautomation der TU Dresden, gibt es eine
hohe Übertragungssicherheit durch redundante Pfade im Netzwerk. Wichtige Informationen, wie
beispielsweise die Gewährleistung der Ausbruchsicherheit an Abzügen, werden dadurch sicher an
eine ständig besetzte Leitstation weitergeleitet.
FÖRDERTECHNIK
Im Gebäude befindet sich ein behindertengerechter Personen- und Lastenaufzug. Dieser Aufzug
verfügt über eine Tragfähigkeit von 630 kg bzw. 8 Personen und ist steuerungstechnisch so ausge-
rüstet, dass Gasflaschen auch ohne Personenbegleitung sicher transportiert werden können.
Im Bereich der Anlieferung am Hempel-Bau ist ein Unterfluraufzug mit Baldachin für den Lasten-
transport bis 500 kg installiert.
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Ebenfalls für den Transport von Lasten, hier aber bis 3,2 Tonnen, ist in der Versuchshalle ein Zwei-
trägerbrückenkran installiert.
LABORTECHNIK | REINSTGASVERSORGUNG
Im 2. Bauabschnitt der Chemischen Institute der TU Dresden sind das Institut Anorganische Che-
mie der Fachrichtung Chemie und Lebensmittelchemie und die Institute der Fachrichtung Wasser-
wesen untergebracht.
Die neu geschaffenen Laborbereiche verteilen sich vom Untergeschoss bis in das vierte Oberge-
schoss und vereinen modernste Ausstattungskonzepte für Forschung und Lehre. Neben hoch-
wertigen Laboreinrichtungen ergänzen Reinstgas- und Vakuumanlagen die Installationen in den
Räumen. Die Labore zeichnen sich durch eine extrem hohe Digestoriendichte und medienseitig voll
erschlossene Arbeitsplätze aus. Insgesamt wurden in den Räumen 129 Digestorien als Tisch-, Tief-,
begehbare, Durchreiche- und Abrauch-Abzüge installiert. Um dem massiven Reinstgasbedarf der
Institute Rechnung zu tragen, gibt es in den Etagen dezentrale Lagerräume, die die Bereiche mit
einer Vielzahl von Reinstgasen, wie z.B. Wasserstoff, Sauerstoff, Argon, Chlor, Acetylen, Methan,
Butan, Ammoniak, Helium, Kohlendioxid und Wahlgase versorgen. Die hierzu ergänzende Technik
wie Gaswarnanlagen oder Gasmangeleinrichtungen integriert sich bedienerfreundlich in die La-
borfunktion.
Neben klassischen Laborbereichen der Analyse und Präparation, z.B. Digestorien, wand- und mit-
telständigen Laborarbeitsplätzen, Laborspülen und Sicherheitsschränken zur Aufbewahrung von
Gefahrstoffen, prägen Experimentalhörsäle mit Vorbereitungsräumen, Elektronenmikroskopie,
Versuchsautoklavenkammern, technische zweigeschossige Versuchshallen und Großraumpraktika
das Gesamtbild dieses modernen Gebäudes. Die in den Laboren benötigten Labormöbelsysteme
sind auf den aktuellen und zukünftigen Bedarf abgestimmt und bieten dem Nutzer Flexibilität und
Synergiemöglichkeiten. Die vorhandene Gerätetechnik der Institute wurde hierzu ebenso wie drin-
gend benötigte Stauräume und Auswerteplätze in die Laborlandschaft harmonisch eingeschlos-
sen. Sonderbereiche wie Kühl- und Tiefkühllager, Lösemittellagerbereich sowie Lager zur Ver- und
Entsorgung von Chemikalien bedienen die Labore. Die funktionalen Bezüge und die konsequente
Nähe von Büro und Labor ergänzen das Zusammenspiel zwischen praktischer und theoretischer
Arbeit.
Die flexible Installationsführung über Einzel- und Sammelschachtsysteme erlaubte bei Verände-
rung der Nutzungsbedingungen noch während der Installation der labortechnischen Anlagen und
Medienversorgungsanlagen eine zügige und kostengünstige Anpassung der Systeme.
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Für die künstlerische Ausgestaltung des Gebäudes wurde ein Kunst-Wettbewerb ausgelobt, aus
dem Roland Fuhrmann mit seiner Arbeit „SPEKTRALSYMPHONIE DER ELEMENTE“ als Sieger hervor
ging.
Inspiration
Der Chemiker Robert Bunsen schrieb 1856: „Im Augenblick bin ich und Kirchhoff mit einer gemein-
samen Arbeit beschäftigt, die uns nicht schlafen lässt. Kirchhoff hat nämlich eine wunderschöne,
ganz unerwartete Entdeckung gemacht... das Linienspektrum!“ Beide hatten damit gewissermaßen
den genetischen Code der anorganischen Materie entdeckt. Mit diesem „spektralen Fingerabdruck“
aus Licht ist jedes Element sofort bestimmbar. Im spaltbreiten Licht des individuellen Linienspekt-
rums verschmelzen Kunst und Wissenschaft.
Konzept
Die erhabene Schönheit der Linienspektren besteht im Weglassen, in der für jedes Element typi-
schen Reduktion auf einzelne wenige Farben des Spektrums. Werden nun die minimalistischen
Emissionslinien der Spektren der Elemente herausgelöst und gleichzeitig in den Raum gesetzt,
dann wandelt sich die Logik dieses Naturgesetzes in ein impressionistisches Raumgemälde. Farb-
klänge werden so zur Spektralsymphonie. Lichtfarben sind dabei die primären Gestaltungsmittel.
Farbiges Glas wird dem Licht am besten gerecht und ist außerdem das vertraute Material des
Chemikers. Die Spektrallinien der Elemente sind also schwebende Röhren aus farbig leuchtendem
Glas.
Raumbezug
Die Hauptblickrichtung im Gebäude ist die Achse der Passage. Deshalb hängen die Linienspektren
quer zur Halle und entfalten so ihre volle Wirkung. In elf offenen Ebenen staffeln sie sich in den
Raum, überlagern ihre Spektren, erzeugen überraschende Farbverläufe und machen die Dimension
der Architektur erfahrbar. Beim Durchschreiten der Passage wird die Verschiebung der Farben
dynamisch, die Spektrallinien vermischen sich und gehen neue chemische Verbindungen ein. Die
farbigen Linien werden zu einem impressionistischen Pinselduktus, der durch den Raum zu tanzen
scheint. Einfallendes Sonnenlicht lässt die Glasfarben zusätzlich erstrahlen und projiziert Schatten
auf Wand und Boden. Das scheinbar chaotische Verteilungsprinzip der Glasröhren wird in der
Abfolge logisch, denn jeder einzelne Farbton liegt auf der gleichen Raumkoordinate. Damit auch
für den Laien der naturwissenschaftliche Inhalt hinter der abstrakten Farbkomposition plausibel
wird, gibt es eine erläuternde Tafel mit der Legende der dargestellten Elemente. Ihre Anordnung
im Raum folgt horizontal chronologisch den Ordnungszahlen. So werden auf jeder der elf Ebenen
neun Elemente dargestellt. Da in keinem der Linienspektren alle Farben vorkommen, wird einmal in
gleicher Weise das gesamte Spektrum der 40 Farbrohre vor die Wand im Untergeschoss neben den
Hörsaal gesetzt. Auch die zu den Instituten für Wasserwesen gehörenden Nutzer finden sich in
dieser Installation wieder, denn jeder Wasserfall leuchtet in den Spektralfarben des Regenbogens.
Umsetzung
Die Auswahl der Spektren erfolgte unter fachlicher Beratung der Chemischen Institute der TU
Dresden. Dargestellt werden alle 99 Elemente, von Nr. 1 Wasserstoff bis Nr. 99 Einsteinium, ent-
sprechend ihrer Ordnungszahl horizontal fortlaufend. Die Röhren sind Spezialanfertigungen aus
Borosilikatglas, hinterlegt mit transluzenten Mineralfarbpigmenten. Alle 1.433 Glasrohre sind
70 cm lang und haben einen Durchmesser von 3,4 cm. Das gesamte Spektrum von 400 - 700 nm
wird in 40 Glasfarben unterteilt. Entsprechend werden die Spektrallinien der Elemente diesem
Farbraster untergeordnet. Jedes Rohr wird oben und unten von einem speziellen Edelstahldrehteil
verschlossen und unsichtbar an den insgesamt 4 km langen Edelstahldrahtseilen befestigt. Die
gesamte Installation hat eine Breite von 3,35 m, eine Länge von 30 m und eine Höhe von 15 m.
Kunst am Bau
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PLANUNGS- UND GEBÄUDEDATEN
Genehmigung Bauantrag
November 2003
Planungsauftrag
November 2003
Bauauftrag
Juli 2006
Bruttorauminhalt
61.962 m³
Hauptnutzfläche
6.918 m²
Nebennutzfläche
593 m²
Funktionsfläche
967 m²
Verkehrsfläche
3.228 m²
Gesamtbaukosten
41,2 Mio. Euro
BAUZEITTAFEL
Baugrube / Verbau
April 2007 - August 2007
Rohbau
September 2007 - Februar 2009
Richtfest
17. Juli 2008
Ausbau
Mai 2008 - April 2010
Außenanlagen
April 2009 - Mai 2010
Wettbewerb Kunst am Bau
Dezember 2009 - März 2010
Übergabe Gebäude
ab April 2010
Einweihung Gebäude
Oktober 2010
Daten und Fakten
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PROJEKTBETEILIGTE
Bauherr
Freistaat Sachsen
Sächsisches Staatsministerium
der Finanzen
Staatsminister der Finanzen
Prof. Dr. Georg Unland
Abteilungsleiter Landesvermögen und
Staatshochbau
Johann Gierl
Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement
Geschäftsführer
Prof. Dieter Janosch
Unternehmensbereich
Planungs- und Baumanagement
Unternehmensbereichsleiter
Volker Kylau
SIB - Niederlassung Dresden II
Niederlassungsleiter
Dr. Ulf Nickol
Projektleitung Hochbau
Carola Klotz, Kerstin Kronsbein
Prüfbeauftragte
Beatrice Falkenberg
Projektleitung Technik
Jan Hartwig, Ines Fankhänel, Bodo Lindner,
Lutz Mahner, Ingo Richter, Friedrich Sachsenröder,
Volker Schmidt
Projektleitung Ingenieurbau
Matthias Rudolph, Anke König, Thomas Kubat
Projektleitung TUD
Sabine Cerwenka, Dr. Jürgen Getzschmann,
Prof. Dr. rer. nat. habil. Stefan Kaskel,
Jutta Kobe, Katrin Kuhne,
Prof. Dr. sc. techn. Peter Krebs,
Dr. Karin Luckner, Prof. Dr. rer. nat. habil. Michael Ruck
Projektbeteiligte
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PLANUNGSBÜROS
Architekt
aTU Architektengemeinschaft Klein, Sänger, Dömges und Partner, München .
Trag-
werksplanung
ARGE Erfurth + Mathes & CBP, Dresden / München .
Prüfstatik
Dreier & Reichen-
bach, Dresden .
Bauphysik/Raumakustik
Bauphysik@integrierte Planung, Dresden .
Heizung/
Lüftung/Sanitär
Institut für Luft- und Kältetechnik, Dresden .
Labor
IPN-Laborprojekt GmbH,
Dresden .
Elektrotechnik
Jena Investitionen, Jena .
Aufzüge
Hundt & Partner, Dresden .
Frei-
anlagen
Noak Landschaftsarchitekten, Dresden .
Verkehrs-/Ingenieurbau
Arnold Consult AG,
Meißen .
Brandschutzgutachter
IB Schmidt, Dresden . Statik- und Brandschutzbüro Borchert,
Dresden .
Brandschutzprüfer
IB Heilmann, Pirna .
Explosionsschutzgutachten
Großmann In-
genieur Consult GmbH, Dresden .
Baugrund
Baugrund Dresden Ingenieurgesellschaft, Dresden .
Vermessung
GEOKART Ingenieurvermessungsgesellschaft, Dresden .
Projektsteuerer LPH 1/2
ARKADIS HOMOLA, Dresden .
Projektsteuerer LPH 3/4
Projektcare Rode GmbH, Dresden .
SiGeKo
DEGAS - atd GmbH, Dresden/Berlin .
AUSFÜHRENDE FIRMEN
Erdbau/Verbau/Bohrpfähle
ARGE Frauenrath Bauunternehmen GmbH / Harald Gollwitzer
GmbH, Bretnig .
Rohbau
Hans Müller GmbH, Glauchau / OT Niederlungwitz .
Fassade
Rade-
burger Fensterbau GmbH, Bärwalde .
Dachabdichtung
Meisterdach- und Fassadenbau GmbH,
Großharthau .
Gerüst
Ullrich & Röber Gerüstbau, Bautzen .
Stahlbau
FSE Fläminger Stahl- &
Energieelementebau GmbH, Straach .
Estrich
Freitaler Fußbodentechnik, Freital .
Epoxyd-
harzbeschichtungen
Spezial-Abdichtung M. Richter GmbH, Taucha . FB-Technik Gmbh, Greiz
.
Natur- und Betonwerkstein
Fliesen Klemm GmbH, Rechenberg-Bienenmühle OT Clausnitz .
Trockenbau
Saupe Innenausbau, Tiefenbach .
Hohlraumboden
Lindner AG, Arnstorf .
Fliesen
J. D. Winkler Fliesen-und Natursteinverlegung GmbH, Dippoldiswalde .
Türen, Stahl-Glas
W.
Papendick Metallbau, Wegefarth .
Metallbauarbeiten
Herholz Bauschlosserei GmbH, Remp-
tendorf .
Türen, Holz
Ohning + Co. GmbH, Dresden .
Tischlerarbeiten
Stil & Form Thierfelder,
Lengenfeld / Erzgebirge .
Parkettarbeiten
Innenausbau Uwe Eberth, Altenberg / OT Bärenstein .
Schließanlage
Felgner Sicherheitstechnik GmbH & Co. KG, Dresden .
Malerarbeiten
Malerbe-
trieb Steffen Zinder, Dresden .
Bodenbelagsarbeiten
Fa. Schandert GmbH - Raumgestaltung, Jü-
terbog .
Umkleiden/WC-Trennwände
Stil & Form Thierfelder, Lengenfeld / Erzgeb..
Hörsaalge-
stühl
WRK GmbH Objekt- u. Innenausbau, Höpfingen .
Kühlzellen
Sachsen-Kälte GmbH, Dresden
.
Beschilderung
Conzept GmbH, Pößneck .
Baureinigung
Kluge Clean Gartenlandschaftsbau
GmbH, Dresden .
Heizung/Sanitär
Ausbau + Technik GmbH, Schmiedeberg .
Lüftung/Kälte/
Klima
Caverion GmbH, Dresden .
Dämmung an techn. Anlagen
Industrie Isolierung Chemnitz
GmbH .
Starkstrom
R+S Solutions GmbH, Dresden .
Gefahrenmelde- und Alarmanlage
Kühn
Sicherheitstechnik GmbH, Dresden .
Aufzüge
Radetzky Thüringer Aufzug-Bau GmbH, Nöda .
MSR Technik
Caverion GmbH, Dresden .
Baustromanlage
Stübler Elektroanlagenbau GmbH,
Schmiedeberg .
TK-/Datennetz
Bürotechnik Ingolf Drzymala, Dresden .
Medientechnik
MATEC
GmbH, Dresden .
Blitzschutzanlagenbau
Richard Müller GmbH, Arnsdorf .
Kranbahn
Mechanik
Taucha Fördertechnik GmbH, Jesewitz .
Medienversorgungsanlagen/Labor
MEIER Gastechnik
GmbH & Co. KG, Oberursel .
Labortechnische Anlagen
Wesemann GmbH & Co. KG, Labor-
einrichtungen, Syke .
Aufschaltung Gebäudeleittechnik
Siemens Building Technologies GmbH
& Co. oHG, Dresden .
Außenanlagen
EUROVIA Verkehrsbau Union GmbH, Dresden .
Planungsbüros, ausführende Firmen
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