FÖRDERUNG VON KOMMUNALEN STRAßEN- UND BRÜCKENBAUVORHABEN
Anlage 1b zur RL KStB
Besondere Nebenbestimmungen für Straßen- und Brückenbauvorhaben
kommunaler Baulastträger
(BNBest KStB) zu Teil B
Für die Bewilligung von Zuwendungen für Straßen- und Brückenbauvorhaben kommunaler
Baulastträger gilt die Richtlinie des SMWA für die Förderung von Straßen- und Brückenbauvorhaben
kommunaler Baulastträger (RL KStB) vom 09. Dezember 2015. Für Zuwendungen nach Teil B der RL
KStB ist anstelle der ANBest-K vom Zuwendungsempfänger zu beachten oder zu veranlassen:
1
Grundlagen der Bewilligung
Die Zuwendung darf nur zur Erfüllung des im Zuwendungsbescheid bestimmten Zwecks verwendet
werden. Die Zuwendung ist wirtschaftlich und sparsam zu verwenden.
2
Rechtliche Verfahren, Beteiligung Dritter
Der Zuwendungsbescheid ersetzt nicht erforderliche Genehmigungen oder sonstige Erlaubnisse zur
Durchführung des Bauvorhabens, die nach anderen gesetzlichen Vorschriften erforderlich sind (zum
Beispiel Baurecht, Wasserrecht, Naturschutz, Denkmalschutz).
3 Finanzierung
Die Gesamtfinanzierung muss gesichert sein. Die Zuwendung ist innerhalb von zwei Monaten nach
Auszahlung für fällige Zahlungen zu verwenden.
Zahlungen vor Empfang der Gegenleistung dürfen aus der Zuwendung nur vereinbart oder bewirkt
werden, soweit dies allgemein üblich oder durch besondere Umstände gerechtfertigt ist.
4
Durchführung des Vorhabens, Vergabe
Es sind anzuwenden
bei der Vergabe von Aufträgen für Bauleistungen das Gesetz über die Vergabe öffentlicher
Aufträge im Freistaat Sachsen (SächsVergabeG) sowie der Abschnitt 1 der Vergabe- und
Vertragsordnung für Bauleistungen – Teil A (VOB/A).
bei der Vergabe von Aufträgen für Lieferungen und Leistungen (ausgenommen
Bauleistungen) das SächsVergabeG sowie Abschnitt 1 der Vergabe- und Vertragsordnung für
Leistungen – Teil A (VOL/A).
Die Bewilligungsbehörde ist berechtigt, Vergabeprüfungen durchzuführen.
Verpflichtungen des Zuwendungsempfängers, aufgrund von § 98 ff. des Gesetzes gegen Wett-
bewerbsbeschränkungen (GWB) und der Verordnung über die Vergabe öffentlicher Aufträge
(Vergabeverordnung – VgV) die Abschnitte 2 ff. der VOB/A beziehungsweise der VOL/A oder die
Vergabeordnung für freiberufliche Leistungen (VOF) anzuwenden oder andere Vergabebestimmungen
einzuhalten, bleiben unberührt.
Sofern der Zuwendungsempfänger verpflichtet ist, Veröffentlichungen nach VOB, VOL und VOF
vorzunehmen, sind diese nach den dort geltenden Regelungen vorzunehmen.
Unbeschadet der Prüfungsmöglichkeiten der Bewilligungs- beziehungsweise Aufsichtsbehörden unter-
liegt die Vergabe öffentlicher Aufträge
a) ab Erreichen der EU-Schwellenwerte (§ 100 GWB) der Nachprüfung durch die 1. Vergabe-
kammer des Freistaates Sachsen bei der Landesdirektion Sachsen (§ 102 GWB).
b) unterhalb der EU-Schwellenwerte der Nachprüfung nach Maßgabe des § 8 SächsVergabeG.
Der Ausschreibung, der Vergabe und der Abwicklung des Bauvorhabens sind die anerkannten Regeln
der Technik zugrunde zu legen.
Verstößt der Zuwendungsempfänger gegen die Vergabevorschriften, so kann die Bewilligungs-
behörde gemäß § 49 Abs. 3 VwVfG den Zuwendungsbescheid ganz oder teilweise widerrufen und die

Zuwendung zurückfordern. Liegt ein schwerer Vergabeverstoß vor, wird der Zuwendungsbescheid
grundsätzlich mit der Folge widerrufen, dass
entweder die Kosten für die jeweilige Auftragseinheit (zum Beispiel Teillos oder Fachlos) von
der Förderung ausgeschlossen werden, oder
die Gesamtzuwendung um 20 bis 25 Prozent gekürzt wird.
Als schwere Vergabeverstöße kommen insbesondere folgende Tatbestände in Betracht:
fehlende EU-weite Ausschreibung;
Ausscheiden des wirtschaftlichsten Angebots
o
aus sonstigen vergabefremden Erwägungen,
o
durch nachträgliche Preisverhandlungen oder Änderungen der Verdingungs-
unterlagen,
o
durch nachträgliche Herausnahme von Leistungen aus den Angeboten,
o
durch Zulassung eines Angebots, das nach den Vergabevorschriften auszuschließen
gewesen wäre,
o
durch fehlende oder mangelhafte Wertung von Nebenangeboten oder Änderungs-
vorschlägen;
Ausscheiden oder teilweises Ausscheiden des wirtschaftlichsten Angebots durch
nachträgliche Losaufteilung;
Freihändige Vergabe von Leistungen, insbesondere von Anschlussaufträgen, ohne Vorliegen
der vergaberechtlichen Voraussetzungen;
Beschränkung des Wettbewerbs entgegen den vergaberechtlichen Vorschriften.
Kommunale Eigenregieleistungen werden nicht gefördert.
5 Mitteilungspflichten des Zuwendungsempfängers
Der Zuwendungsempfänger ist verpflichtet anzuzeigen,
wenn er nach der Bewilligung – auch nach Vorlage des Verwendungsnachweises – weitere
Zuwendungen bei anderen öffentlichen Stellen beantragt oder von ihnen erhält oder wenn er
gegebenenfalls weitere Mittel von Dritten erhält,
der Verwendungszweck oder sonstige für die Bewilligung der Zuwendung maßgebliche
Umstände sich ändern oder wegfallen,
sich herausstellt, dass der Zuwendungszweck nicht oder mit der bewilligten Zuwendung nicht
zu erreichen ist,
die ausgezahlten Beträge nicht innerhalb von zwei Monaten verbraucht werden können,
Gegenstände nicht mehr entsprechend dem Zuwendungszweck verwendet oder nicht mehr
benötigt werden.
6
Fertigstellung der Maßnahme, Verwendungsnachweis
Als Nachweis der Verwendung sind ein Sachbericht sowie ein zahlenmäßiger Nachweis der
Ausgaben für den Gesamtzeitraum bis zum 31. März des Folgejahres bei der Bewilligungsbehörde
vorzulegen (Anlage 7 RL KStB). Daraus muss hervorgehen, dass die kommunalen Baulastträger
zusätzlich zur Zuwendung durch den Freistaat Sachsen eigene Haushaltsmittel in Höhe von
mindestens 10 % des Zuwendungsbetrages eingesetzt haben.
Kann innerhalb dieser Frist eine Maßnahme nicht abgerechnet werden, so ist ein vorläufiger
Verwendungsnachweis zu erstellen.
In dem Sachbericht sind die Verwendung der Zuwendung sowie das erzielte Ergebnis kurz darzu-
stellen. In dem zahlenmäßigen Nachweis sind alle Einnahmen (Zuwendungen, Leistungen Dritter,
eigene Mittel entsprechend dem Finanzierungsplan) und die Ausgaben summarisch auszuweisen.
Die folgenden Unterlagen sind zu führen und vorzuhalten, jedoch nicht dem Verwendungs-
nachweis beizulegen:
Der Zuwendungsempfänger muss für jede Baumaßnahme eine Baurechnung führen. Besteht eine
Baumaßnahme aus mehreren Bauobjekten/Bauabschnitten, sind getrennte Baurechnungen zu führen.
Die Baurechnung besteht, sofern im Zuwendungsbescheid nichts Abweichendes bestimmt ist, aus

dem Bauausgabenbuch; werden die Einnahmen und Ausgaben für das geförderte Bauobjekt
von anderen Buchungsvorfällen getrennt nachgewiesen, entsprechen die Bücher unmittelbar
oder durch ergänzende Aufzeichnungen den Inhalts- und Gliederungsansprüchen und können
sie zur Prüfung dem Verwendungsnachweis beigefügt werden, so braucht ein gesondertes
Bauausgabenbuch nicht geführt zu werden,
den Rechnungsbelegen, bezeichnet nach den Buchungen im Bauausgabenbuch,
den Abrechnungsunterlagen zu den Schlussrechnungen, bestehend regelmäßig aus
o
der Dokumentation zur Vergabe wie
Angebotsunterlagen,
Unterlagen für die Begründung von Entscheidungen im Vergabeverfahren,
Preisspiegel, soweit gefordert,
Vergabevermerk,
o
den Vertragsunterlagen wie
Angebot mit Leistungsverzeichnis des Auftragnehmers,
Zuschlagsschreiben ,
zusätzliche und besondere Vertragsbedingungen,
zusätzliche technische Vorschriften,
Nachtragsvereinbarungen,
o
den Ausführungsunterlagen (§ 3 der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen
(VOB/B),
o
den Abrechnungsunterlagen für die Kostenansätze wie
Aufmaßblätter,
Massenberechnungen,
Abrechnungszeichnungen,
Stundenlohnzettel (§ 15 Nr. 3 VOB/B),
Liefer- und Wiegescheine,
o
dem Nachweis über den Ist- und Sollverbrauch der Baustoffe, soweit Lieferung und
Ausführung getrennt verrechnet werden,
o
der Abnahmeniederschrift und gegebenenfalls den Vermerken über die Mängel-
beseitigung,
o
soweit gefordert, den Prüfungszeugnissen über die Untersuchung von Baustoffen
und/oder Bauteilen,
o
dem Bautagebuch oder der Sammlung von Tageberichten,
den bauaufsichtlichen, wasserrechtlichen und ähnlichen Genehmigungen, soweit sie der
Bewilligungsbehörde nicht bereits vorliegen,
soweit gefordert, den Bestandsplänen,
dem Zuwendungsbescheid und den Schreiben über die Bereitstellung der Mittel,
den geprüften, dem Zuwendungsbescheid zu Grunde gelegten Bau- und Finanzierungsunter-
lagen,
Die Baurechnung ist nach dem vorstehenden Schema zu ordnen, die Abrechnungsunterlagen
getrennt nach den einzelnen Schlussrechnungen.
Der Zuwendungsempfänger hat die Originalbelege (Einnahme- und Ausgabebelege) über die
Einzelzahlungen, die Verträge, Unterlagen über die Vergabe von Aufträgen und alle sonstigen mit der
Förderung zusammenhängenden Unterlagen fünf Jahre nach Vorlage des Verwendungsnachweises
aufzubewahren, sofern nicht nach anderen Vorschriften eine längere Aufbewahrungsfrist bestimmt ist.
7
Prüfung der Verwendung
Die Bewilligungsbehörde ist berechtigt, Bücher, Belege und sonstige Geschäftsunterlagen anzu-
fordern sowie die Verwendung der Zuwendung durch örtliche Erhebungen zu prüfen oder durch Be-
auftragte prüfen zu lassen. Der Zuwendungsempfänger hat die erforderlichen Unterlagen bereit-
zuhalten und die notwendigen Auskünfte zu erteilen. Der Rechnungshof ist berechtigt, bei allen
Zuwendungsempfängern zu prüfen (§ 91 SäHO).

8 Zweckbindung
Die Zweckbindungsfrist für Maßnahmen nach der RL KStB beträgt für Instandsetzungs- und
Erneuerungsmaßnahmen 5 Jahre nach Fertigstellung der Maßnahme. Die Bewilligungsbehörde behält
sich vor, die Zuwendung ganz oder teilweise zurückzufordern, wenn innerhalb der Zweckbindungsfrist
der Zuwendungszweck nicht mehr erfüllt ist. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn
wesentliche Änderungen am Bestand der Verkehrseinrichtung vorgenommen werden, ohne
dass dies zur Beseitigung einer Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung unerlässlich
ist,
die Verkehrseinrichtung aufgrund straßenverkehrsrechtlicher Beschränkungen die ihr
zugedachte Verbesserung der Verkehrsverhältnisse nicht erfüllen kann,
die Verkehrseinrichtung anderweitig zweckentfremdet oder veräußert wird.
Die Zuwendung ist zu erstatten, soweit ein Zuwendungsbescheid nach Verwaltungsverfahrensrecht
(§§ 43, 44, 48, 49 VwVfG) oder anderen Rechtsvorschriften mit Wirkung für die Vergangenheit
zurückgenommen oder widerrufen oder sonst unwirksam wird. Dies gilt insbesondere, wenn
eine auflösende Bedingung eingetreten ist (zum Beispiel nachträgliche Ermäßigung der
Ausgaben oder Änderung der Finanzierung),
die Zuwendung durch unrichtige oder unvollständige Angaben erwirkt worden ist,
die Zuwendung nicht oder nicht mehr für den vorgesehenen Zweck verwendet wird.
Ein Widerruf mit Wirkung für die Vergangenheit kann auch in Betracht kommen, soweit der Zu-
wendungsempfänger
die Zuwendung nicht innerhalb von zwei Monaten nach Auszahlung für fällige Zahlungen
verwendet oder
Auflagen nicht oder nicht innerhalb einer gesetzten Frist erfüllt, insbesondere den
vorgeschriebenen Verwendungsnachweis nicht rechtzeitig vorlegt sowie Mitteilungspflichten
(Nummer 5) nicht rechtzeitig nachkommt.
Der Erstattungsbetrag ist nach Maßgabe des § 49a VwVfG, in der jeweils geltenden Fassung, jährlich
zu verzinsen.
Werden Zuwendungen nicht alsbald nach der Auszahlung zur Erfüllung des Zuwendungszwecks
verwendet und wird der Zuwendungsbescheid nicht zurückgenommen oder widerrufen, so werden
regelmäßig für die Zeit von der Auszahlung bis zur zweckentsprechenden Verwendung ebenfalls
Zinsen nach Maßgabe des § 49a Abs. 3 in Verbindung mit § 49a Abs. 4 VwVfG, in der jeweils
geltenden Fassung, jährlich verlangt.