Kommission zum Schutz gegen Fluglärm und Luftschadstoffe (FLK)
für den Flughafen Leipzig/Halle
Bericht der 45. Sitzung am 13.11.2013
In der 45. Sitzung wurden die Ergebnisse der Betroffenheitsuntersuchungen zum Antrag der
Stadt Halle auf Lärmoptimierung der Abflüge nach Norden bei Betriebsrichtung West
vorgestellt. Dabei zeigte sich, dass die östlichen Gebiete der Stadt Halle durch die
Modifizierungen der Abflugstrecken von Fluglärm entlastet, andere Kommunen jedoch
stärker belastet werden. Deshalb sahen die betroffenen Kommunen weiteren
Abstimmungsbedarf vor einer endgültigen Variantenentscheidung. Sie werden sich im
Januar 2014 zu einer weiteren Abstimmungsrunde treffen.
Zum Bahnnutzungskonzept „geographische Verteilung“ stellte der lärmphysikalische
Gutachter das nach ausführlicher Materialsichtung abgeleitete Datenmodell und erste
Berechnungsergebnisse vor. Auf dieser Basis werden nunmehr die notwendigen
Betroffenheitsuntersuchungen fortgesetzt. Parallel dazu führt die DFS die in der letzten
Sitzung erbetene Bewertung der damit verbundenen erhöhten Anzahl von Bahnkreuzungen
durch. Diese Resultate bilden die Grundlagen für die Empfehlung der Fluglärmkommission.
Zum Antrag der Stadt Leipzig nahm die Fluglärmkommission Sachstandsberichte zur
Kenntnis. Die DFS berichtete über erste Erfahrungen mit dem am Flughafen Frankfurt
erprobten steileren Anflugverfahren. Des Weiteren erläuterte sie die Verzögerung bei der
Umsetzung der von der Fluglärmkommission schon im Sommer 2012 für Leipzig/Halle
empfohlenen CDA-Verfahren. Die DFS stellt nun das Inkrafttreten im November 2014 in
Aussicht, nachdem sie die CDA-Verfahren für die Flughäfen Hamburg, Nürnberg und
Braunschweig abgearbeitet hat. Die Anwendung lärmarmer technischer Hilfsmittel für
Rollvorgänge befindet sich noch in der Pilotphase. Erforderliche Zertifizierungen stehen noch
aus. Der Flughafen berichtete über Fortschritte bei den Vorarbeiten zur Anlage eines
Lärmschutzwaldes im Bereich Papitz/Modelwitz. Die Pflanzung soll 2014 erfolgen. Für die
Bewertung der beantragten zeitversetzten Bahnnutzung soll eine Betroffenheitsanalyse auf
der Grundlage eines noch zu entwerfenden Datenmodells durchgeführt werden.
Die von der Gemeinde Schkopau beantragte Verschiebung der kurzen westlichen
Südabkurvung um 1600 m nach Westen ist nach Aussage der DFS möglich. Bis zur
nächsten Sitzung wird sie entsprechende Grundlagen erarbeiten und der Kommission
vorstellen.
Ein weiterer Antrag der Gemeinde Schkopau hat die Betriebsuntersagung für die
Flugzeugtypen AN-26 und AN-12 zum Gegenstand. Dieser Antrag wurde auf die nächste
Sitzung vertagt. Die Mitglieder wollen zuvor die rechtlichen und die zweckmäßigen
tatsächlichen Möglichkeiten prüfen.
Der Flughafen berichtete über die Verkehrsentwicklung und die Umsetzung des
Schallschutzprogramms. Die Anzahl der Flugbewegungen ist 2013 gegenüber dem Vorjahr
weiter leicht rückläufig (-2,6%). Von den 7176 fristgerecht eingegangenen anerkannten
Anträgen auf passiven Schallschutz wurden bisher 2805 komplett realisiert. Der Rest der
Anträge befindet sich in der Bearbeitung bzw. Realisierung der Schallschutzmaßnahmen.
Der Flughafen informierte über Neuerungen bei der Bearbeitung der Anträge. Damit will er
die Abläufe mit Blick auf die Sicherstellung der Qualität der notwendigen Arbeiten und
betriebswirtschaftliche Aspekte optimieren.

Von März bis Oktober 2013 gingen beim Flughafen 19490 über den DFLD generierte digitale
Beschwerden von 102 Beschwerdeführern ein. 99 schriftliche Beschwerden von 49
Beschwerdeführern waren zu bearbeiten.
Der Flughafen legte die Auswertung der 10 stationären Fluglärmmessstellen und der
5 Einsatzorte der mobilen Messanlagen vor. Die höchsten Pegel wurden wieder in Radefeld
gemessen. Die mobilen Messungen in Schkeuditz, Merseburg, Großpösna und Jesewitz/OT
Groitzsch sind abgeschlossen. In Hayna wird derzeit noch gemessen. Auch hier zeichnen
sich keine Auffälligkeiten ab. In der 47. KW beginnen die Messungen in Freiroda.
Schließlich informierte der Flughafen über die diesjährige Nutzung der
Triebwerksprobelaufhalle. Bisher fanden von 334 Probeläufen 240 in der Halle und 94
außerhalb statt. Es wurde kein nächtlicher Probelauf außerhalb der Halle durchgeführt.
Zudem informierte der Flughafen darüber, dass er seine Betriebsgenehmigung hinsichtlich
der Triebwerksprobeläufe ändern möchte. Die Fluglärmkommission wird zu gegebener Zeit
in dem förmlichen Verfahren angehört.
Die Auswertung der Bahnnutzung in den 6 verkehrsreichsten Monaten des Jahres (Mai bis
Oktober) zeigte erneut, dass die Nordbahn am Tage stärker genutzt wurde als die Südbahn.
Nachts kehrte sich das Verhältnis um.
Zum Thema Flughafenentgelte trug der Flughafen vor. Die Kommission regte an, dass die
lärmabhängigen Entgelte ein stärkeres Gewicht erhalten. Der Flughafen will dies in der
Zukunft berücksichtigen und prüft mögliche Handlungsoptionen.
Zur Zusammensetzung der Fluglärmkommission fand eine Aussprache statt. In deren
Ergebnis sieht die Genehmigungsbehörde keinen Handlungsbedarf für Änderungen.
Die Kommission wird sich im März zu ihrer nächsten Sitzung treffen.
Manfred Heumos
Vorsitzender der Fluglärmkommission am Flughafen Leipzig/Halle