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EU-ZEIT
Das Magazin zur EU-Förderung in Sachsen
Ausblick:
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2021 bis 2027
Seite 4
Corona: EFRE-
und ESF-Projekte
reagieren
Seite 6
Gründer-Projekt:
Mit Musik gegen
Tinnitus
Seite 24
www.strukturfonds.sachsen.de
EU
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ZEIT
Das Magazin zur EU-Förderung in Sachsen
Ausblick:
E
U
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F
ör
de
r
u
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g
2021 bis 2027
Seite 4
Corona: EFRE-
und ESF-Projekte
reagieren
Seite 6
Gründer-Projekt:
Mit Musik gegen
Tinnitus
Seite 24

 
EU-ZEIT
2 – 2020
INHALT
Impressum
Herausgeber:
Sächsisches Staatsministerium
für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
Verwaltungsbehörden EFRE + ESF
Wilhelm-Buck-Str. 2 | 01097 Dresden
Redaktion:
SMWA
Andrea Decker, Ref. 28
Jana Eismann, Ref. 27
Bildnachweis:
S. 3: SMWA | S. 4, Titel: TU Chemnitz | S. 5, oben: Andreas Guck-
lhorn/Unsplash, rechts: Stadt Mittweida/Rico Ulbricht | S. 7:
SENSAPE | S. 8 oben, Titel: PYKADO/Paul Kuchel; rechts: RGe-
nau medical; unten, Titel: Norafin Industries GmbH | S. 9: BBZ
Leipzig | S. 11: Donner+Partner GmbH Sachsen | S. 12: Produk-
tionsschule im Vogtland | S. 13: Sächsisches Staatsministerium
für Soziales und Verbraucherschutz | S. 14: koalpha + Bild aus
dem Buch wurde abfotografiert | S. 15, oben: Anna Kolosyuk/
Unsplash; oben rechts: Robo Wunderkind/Unsplash; rechts:
Chris Montgomery/Unsplash; unten: Marisa Howenstine/
Unsplash | S. 16, oben: picjumbocom, Pexels; unten: julia-m-
cameron, Pexels | S. 17, oben: drubig-photo, stock.adobe.com;
unten: memoresa | S. 18, oben: CODE UNIQUE Architekten;
unten: Fraunhofer IKTS | S. 19, oben: Stadt Burgstädt; unten:
Homepage der STESAD GmbH | S. 20, oben: Landestalsperren-
veraltung; Mitte: DVB AG; unten: TU Dresden | S. 21: Sächsi-
sches Oberbergamt | S. 22: TU Chemnitz/Jacob Müller | S. 23:
TU Chemnitz/Jacob Müller | S. 24: Tech & Life Solutions | S. 26:
URBACT-Netzwerk | S. 26: URBACT-Netzwerk | S. 27: Bestfall
GmbH | Rückseite: Herrmann Eule Orgelbau GmbH; Jacob Mül-
ler/TU Chemnitz; Center for Advancing Electronics Dresden
(cfaed); Christian Ulbricht; Hochschule Zittau/Görlitz; Stadt
Colditz; Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Hans Chris-
tian Krass; Weingut Haus Steinbach; Stadt Mittweida/Rico
Ulbricht; Stadt Eilenburg, Tim Kickbusch, C.A. Götz jr. GmbH/
Jan Hesse, Landestalsperrenverwaltung/Angelika Trülzsch
Textnachweis:
S.
3 – 9;
17 – 23;
26 – 28:
SMWA,
Seite
10 – 16;
24 – 25:
Heimrich&Hannot GmbH; S. 11: Donner+Partner GmbH
Sachsen; S. 26: Sabine Hausmann, WGS
Satz:
Heimrich & Hannot GmbH
Druck:
Justizvollzugsanstalt Waldheim
Redaktionsschluss:
10. Dezember 2020
ISSN 2363-6017
EU-Zeit erscheint mehrmals jährlich unentgeltlich.
Namentlich gekennzeichnete Beiträge und Leserzuschriften
geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.
Nachdruck von Beiträgen (mit Quellenangaben) ist ausdrück-
lich erwünscht. Um die Zusendung eines Belegexemplars
wird gebeten. Für unaufgefordert eingesandte Manuskripte,
Fotos usw. wird keine Gewähr übernommen.
Diese Informationsschrift wird von der Sächsischen Staats-
regierung im Rahmen ihrer verfassungsmäßigen Verpflich-
tung zur Information der Öffentlichkeit herausge geben.
Sie darf weder von politischen Parteien noch von deren
Kandidaten oder Helfern zum Zwecke der Wahlwerbung
verwendet werden. Dies gilt für alle Wahlen. Missbräuchlich
ist insbesondere die Verteilung auf Wahlveranstaltungen,
an Informationsständen der Parteien sowie das Einlegen,
Aufdrucken oder Aufkleben parteipolitischer Informationen
oder Werbemittel. Untersagt ist auch die Weitergabe an
Dritte zur Verwendung bei der Wahlwerbung.
Gedruckt wird auf chlorfrei gebleichtem Papier. EU-Zeit
wird aus Mitteln der Europäischen Strukturfonds und des
Freistaates Sachsen finanziert.
2. Ausgabe 2020
Inhalt
VORWORT
3
„Sicher durch die Krise“
Von Martin Dulig, Sächsischer Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
EU + CORONA
4
Fünf politische Ziele für 2021 bis 2027
Die Verhandlungen zum Mehrjährigen Finanzrahmen haben sich durch die Corona-Pandemie stark verzögert
6
REACT-EU: 47,5 Milliarden Euro
Mit einer Aufstockung der laufenden EU-Programme reagiert die EU akut auf die Corona-Pandemie
EFRE + CORONA
7
Ist die Maske verrutscht?
Die Leipziger Firma SENSAPE entwickelt intelligente Stelen
8
Schutz durch Kupfer
Eine innovative Atemschutzmaske aus Meerane
8
Mit Nora gegen das Virus
Das Mildenauer Unternehmen Norafin fertigt Schutzmasken
9
BBZ forscht zu SARS-CoV-2
Eine Studie der Uni Leipzig soll Antikörpertests verbessern
ESF + CORONA
10 Den steinigen Weg gemeistert
Erfolgreiche Ausbildung im Traumberuf
11
Weiterhin gute Aussichten auf einen Job
Berufsqualifizierung in Zeiten von Corona gewährleistet
12 Mit Erfolg neue Wege gehen
Produktionsschule kommt gut durch die Corona-Krise
13 Für jeden die passende Unterstützung leisten
EU-geförderte Projekte der Jugendberufshilfe und Produktionsschulen
14 Mit Neugier und Tatendrang durch die Krise
koalpha sortiert Altes aus und entdeckt Neues
15 „Ausfallen lassen kam nicht in Frage"
4. Fachtag des EU-Programms KINDER STÄRKEN fand online statt
16 Virtuelle berufliche Orientierung
Neues, praktisches Modul macht‘s möglich
EFRE-PROJEKTE VORGESTELLT
17
Digitale
Schlafüberwachung
Mehr Komfort für Patienten durch „Teleschlafmedizin“
17 Den Nachlass digital verwalten
Die Online-Plattform memoresa bietet Service und Sicherheit – über den Tod hinaus
18
EFRE-Förder-Ticker
Aktuelle Projekte in Sachsen, gefördert aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung
21 Platz für Neues
Das Oberbergamt saniert den Altbergbaustandort Martin Hoop IX in Mülsen
22 Hier kann nun an neuen Ideen gesponnen werden
Die Alte Aktienspinnerei dient nach vollendeter Sanierung als Universitätsbibliothek
ESF-PROJEKTE VORGESTELLT
24 Lieblingssongs als Medizin
Dresdner Gründer lindern Tinnitus mit Musik
AKTUELL & INFORMATIV
26 Chemnitz als „Good Practice“
Das ALT / BAU Netzwerk im URBACT Programm
27
Emil
unterwegs
Informationen zur EU-Förderung in Ihrer Region – gewinnen Sie ein EU-Präsent!

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3
VORWORT
„Sicher durch die Krise“
Liebe Leserinnen und Leser,
Die Corona-Pandemie stellt unser aller Leben
auf den Kopf, an keinem von uns geht sie
spurlos vorüber. Die sozialen, gesellschaftli-
chen und wirtschaftlichen Auswirkungen sind
enorm.
Mit zahlreichen Instrumenten, Programmen
und kurzfristigen Maßnahmen unterstützen
wir die Wirtschaft und die Arbeitnehmer von
Anfang an. Denn es gilt, gemeinsam aus dem
Tief herauszukommen. Wir wollen die Unter-
nehmen und ihre Belegschaften sicher durch
die Krise bringen und für die Zukunft stärken.
Ziel von Bund und dem Freistaat Sachsen
ist, dass die Unternehmen weiterarbeiten
können. Ebenso wichtig ist uns, dass die
Arbeitsplätze gesichert werden. Dafür gibt es
finanzielle Unterstützung von Bund und Land
für betroffene Unternehmen und Selbststän-
dige. Für betroffene Arbeitnehmer wurde das
Instrument der Kurzarbeit geschaffen. Auch
mit dem neuen Haushalt sorgen wir dafür,
dass durch gezielte Förderung die Wirtschaft
in Sachsen einerseits wettbewerbsfähig
bleiben und sich andererseits für die Zukunft
gut aufstellen kann. Deshalb unterstützen
wir Unternehmen bei ihren Investitionen in
moderne, zukunftsfähige Prozesse und den
Ausbau ihrer Tätigkeiten. Für Unternehmen
in Schwierigkeiten werden die bewährten
Programme verstärkt und Beteiligungskapital
ermöglicht.
Auch die Gründerförderung haben wir im
Blick und wollen die Wettbewerbsfähigkeit
unserer Unternehmen mit der Technologieför-
derung umfassend stärken. Dafür setzen wir
auch weiterhin europäische Mittel ein.
Die Vorbereitungen für den neuen EU-Förder-
zeitraum wurden durch die Corona-Pandemie
stark verzögert. Der im Dezember 2020
zwischen den Mitgliedstaaten und dem Euro-
päischen Parlament gefundene Kompromiss
ermöglicht, dass der große EU-Haushalt für
die nächsten Jahre nun zügig verabschiedet
werden kann. Denn auch die Europäische
Kommission reagiert auf die Krise, die alle
Mitgliedstaaten betrifft, mit einem enormen
Hilfspaket.
So stellt das Programm „REACT EU“ kurzfris-
tig EU-weit 55 Milliarden Euro bereit. Das
Geld wird nach Kriterien wie Betroffenheit
durch die Pandemie auf die Mitgliedstaa-
ten und Regionen verteilt und ergänzt die
noch laufenden Operationellen Programme
für den Europäischen Fonds für regionale
Entwicklung (EFRE) und den Europäischen
Sozialfonds (ESF). Sachsen bekommt aus
REACT-EU voraussichtlich rund 147 Millio-
nen Euro für die beiden kommenden Jahre.
Damit soll auf die unmittelbaren Folgen der
Corona-Pandemie reagiert und Maßnahmen
mit Bezug zur Bewältigung der Krise sollen
unterstützt werden.
Mit dem Aufbauinstrument Next GenerationEU,
ausgestattet mit einem Finanzvolumen von
750 Milliarden Euro, will die Europäische
Kommission den EU-Haushalt von 2021 bis
2024 stärken und so besonders auch die
Folgen der Pandemie bekämpfen. Außerdem
wurde der langfristige EU-Haushalt 2021 bis
2027 auf 1.100 Milliarden Euro aufgestockt.
Auch für die Kohäsionspolitik, von der die
europäischen Regionen profitieren, stehen
damit wieder Mittel in großem Umfang zur
Verfügung.
Auch Sachsen kann wieder mit umfangrei-
chen europäischen Mitteln für 2021 bis 2027
rechnen. Lassen Sie uns diese Mittel zusam-
men mit den Instrumenten des Freistaates
und des Bundes gemeinsam nutzen, um für
die Menschen und Unternehmen im Freistaat
die Folgen der Krise abzufedern und unser
Land zukunftsfähig aufzustellen.
Einige ermutigende Beispiele dafür, wie säch-
sische Unternehmen und Bildungseinrich-
tungen, die EU-Förderung erhalten, auf die
Coronakrise reagieren, finden Sie auf den
folgenden Seiten!
Martin Dulig
Sächsischer Staatsminister für
Wirtschaft, Arbeit und Verkehr

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EU-ZEIT
2 – 2020
EU + CORONA
Fünf politische Ziele für 2021 bis 2027
Die Verhandlungen zum Mehrjährigen Finanzrahmen haben sich durch
die Corona-Pandemie stark verzögert
Die Planungen für den neuen Förderzeitraum
der Kohäsionspolitik sind durch die Corona-
Pandemie stark im Verzug. Erst im November
2020 haben Verhandlungsführer der deutschen
EU-Ratspräsidentschaft und des Europäischen
Parlaments eine politische Einigung über den
künftigen Mehrjährigen Finanzrahmen der EU
2021 bis 2027 (MFR) und die Finanzierung des
EU-Haushalts aus neuen Eigenmitteln erzielt.
Der Kompromiss beinhaltet zusätzlich 16 Milli-
arden Euro zu den 1,074 Billionen Euro, auf die
sich der Juli-Gipfel geeinigt hatte. Die Einigung
sieht unter anderem vor, dass ausgewählte
EU-Programme zu Themen wie Forschung,
Gesundheit, Jugend und Bildung mit zusätzlich
15 Milliarden Euro ausgestattet werden. Eine
Milliarde Euro soll eine Flexibilitätsreserve
erhöhen, um besser auf künftige Bedarfe und
Krisen reagieren zu können.
17,44 Milliarden Euro
für Deutschland
Auf Deutschland entfallen entsprechend der
Planung für den Europäischen Fonds für regio-
nale Entwicklung (EFRE) 10,913 Milliarden
Euro und für den ESF plus 6,527 Milliarden
Euro. Die ostdeutschen Übergangsregionen
profitieren dabei neben einem allgemeinen
Sicherheitsnetz für Übergangsregionen in
Höhe von 65 Prozent der bisherigen Mittelaus-
stattung von einer Sonderzuweisung in Höhe
von 650 Millionen Euro.
Der Freistaat wird weiterhin als Ganzes von
der Strukturfondsförderung profitieren, wobei
die Regionen Chemnitz und Dresden als
Übergangsregionen mit einer höheren Mit-
telausstattung rechnen können als die Region
Leipzig, die weiterhin als stärker entwickelte
Region eingestuft wird. Die Mittelverteilung
innerhalb Deutschlands für den ESF plus
sowie für die Übergangsregionen des EFRE
steht noch aus. Dennoch ist absehbar, dass
die Mittelausstattung für Sachsen dank des
Sicherheitsnetzes und der Sonderzuweisung
günstiger ausfallen wird, als dies zu Beginn
der Verhandlungen zur Förderperiode 2021 bis
2027 zu befürchten war.
Im Förderzeitraum 2014 bis 2020 hat Sachsen
rund 2,8 Milliarden Euro aus dem EFRE und
dem ESF zur Verfügung.
Fünf Politische Ziele
Im Mittelpunkt der EU-Kohäsionspolitik für
den Zeitrahmen 2021 bis 2027 stehen nach
wie vor fünf Politische Ziele (PZ):
ein intelligenteres Europa durch Innovation,
Digitalisierung, wirtschaftlichen Wandel
sowie Förderung kleiner und mittlerer
Unternehmen (PZ 1)
ein grüneres, CO
2
-freies Europa, das in die
Energiewende, in erneuerbare Energien und
in den Kampf gegen den Klimawandel inves-
tiert (PZ 2)
ein stärker vernetztes Europa mit strategi-
schen Verkehrs- und Digitalnetzen (PZ 3)
ein sozialeres Europa, das die Europäische
Säule sozialer Rechte umsetzt und hoch-
wertige Arbeitsplätze, Bildung, Kompeten-
zen, soziale Inklusion und Gleichheit beim
Zugang zu medizinischer Versorgung fördert
(PZ 4)
ein bürgernäheres Europa durch Unter-
stützung lokaler Entwicklungsstrategien
und nachhaltiger Stadtentwicklung in der
gesamten EU (PZ 5)
WEITERE INFORMATIONEN:
Informationen und Fact-Sheets der EU-
Kommission zum EU-Haushalt 2021 – 2027:
https://ec.europa.eu/commission/
presscorner/detail/de/QANDA_20_935
Über aktuelle Informationen zum Förderzeit-
raum 2021 – 2027 in Sachsen halten wir Sie
auf
www.strukturfonds.sachsen.de
auf dem
Laufenden
Für ein intelligenteres Europa
durch Innovation, Digitalisierung
und wirtschaftlichen Wandel

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Der Schwerpunkt der Investitionen für den
EFRE in Deutschland soll auf den Zielen 1, 2
und 5 liegen. Für das Ziel 3 besteht aus Sicht
der EU-Kommission für Deutschland kein
Handlungsbedarf Die ESF-plus-Investitionen
konzentrieren sich im Ziel 4.
Als Folge der Erfahrungen in der Corona-
pandemie hat die EU-Kommission diese
Vorschläge allerdings ergänzt: Mit dem neuen
Vorschlag vom Mai 2020 sollen zusätzlich
die Gesundheitssysteme gestärkt und dafür
gesorgt werden, dass das Potenzial von Kul-
tur und Tourismus besser ausgeschöpft wird.
Auch Unterstützung für Beschäftigte und zur
Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit und
Kinderarmut ist vorgesehen.
Des Weiteren sehen die Vorschläge für die
Mitgliedstaaten eine zusätzliche Flexibilität im
Vergleich zum laufenden Programmplanungs-
zeitraum vor. Das bedeutet unter anderem,
sie können jederzeit in den Jahren 2021 bis
2027 Mittel aus einem Fonds in einen anderen
übertragen.
Die Kommission schlägt auch die Einführung
eines eigenständigen Krisenreaktionsmecha-
nismus für künftige Krisen vor, um befristete
Maßnahmen zur Nutzung der Fonds in Reak-
tion auf außergewöhnliche oder ungewöhn-
liche Umstände zu ermöglichen.
Die Verhandlungen zum Mehrjährigen Finanz-
rahmen wurden inzwischen erfolgreich ab ge -
schlossen. Mit der Verabschiedung der Verord-
nungstexte ist in Kürze zu rechnen. Wenn die
innerdeutsche Mittelverteilung abgeschlossen
ist, werden auch die Rahmenbedingungen
für den Freistaat Sachsen feststehen und die
Operatio nellen Programme für den EFRE und
den ESF können fertiggestellt werden.
Europäischer Sozialfonds plus
Der ESF plus ist der Nachfolger des Europäi-
schen Sozialfonds (ESF) und des Europäischen
Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten
Personen (FEAD).
Er soll im Rahmen des Politischen Ziels 4 „Ein
sozialeres Europa, in dem die europäische
Säule sozialer Rechte umgesetzt wird“ als
Hauptinstrument dienen, um in Menschen zu
investieren. Der ESF plus soll dabei eine Reihe
von Zielen in den Bereichen Beschäftigung,
Bildung und soziale Inklusion unterstützen.
Ein wesentlicher Anteil an ESF plus-Mitteln
ist dabei für die spezifischen Ziele im Politik-
bereich „Soziale Inklusion“ bereitzustellen.
Zudem sollen Maßnahmen im Bereich der
sozialen Innovation und sozialen Erprobung
unterstützt werden. Mindestens fünf Prozent
der ESF plus-Mittel sollen in den Mitglied-
staaten für die Bekämpfung von Kinderarmut
eingesetzt werden. Die Vorgabe, weitere
15 Prozent für gezielte Maßnahmen und
Struktur reformen zur Förderung der Jugend-
beschäftigung in Mitgliedstaaten mit anhal-
tend hoher, über dem EU-Durchschnitt liegen-
der Jugend arbeitslosigkeit einzusetzen, ist für
Deutschland allerdings nicht von Bedeutung.
Commissioner Nicolas Schmit
The coronavirus pandemic will have a negative impact on the labour market, in particular regarding youth
unemployment. We must repair and prepare for the next generation, building a more sustainable, resilient
and fair Europe. Those most deprived will be disproportionately affected, especially when it comes to
access to basic material needs. Higher levels of child poverty is also a growing risk.
The Commission has put forward changes to the EU’s social funding programmes to tackle these challenges,
and to ensure that the recovery will be socially fair. EU social funds will also play a major role in the twin
green and digital transitions. The European Pillar of Social Rights remains our compass in this endeavour.
EU CORONAVIRUS
RESPONSE
“Making Europe more resilient, sustainable and inclusive in the future means
investing in its people now, and especially the younger generations. Our
priority is to quickly overcome the social and economic shock caused by the
coronavirus crisis and to ensure that no one is left behind.”
REINFORCING
EU SOCIAL FUNDS
TO HELP RECOVER FROM THE CRISIS
#EUSolidarity #StrongerTogether
1
What is changing under the existing
European Social Fund (ESF)?
Keeping people in work:
To finance investments in people, Member States can use part of the €55
billion in fresh funding available under the new REACT-EU initiative. The ESF is being made more flexible
thanks to the Coronavirus Response Investment Initiative. The additional ESF resources will be used
to support job maintenance, including through short-time work schemes and support for the self-
employed. The funds can be used to support job creation, to support youth employment measures, to
fund education and training and skills development, and to enhance access to social services, including
for children.
Für ein grüneres,
CO
2
-freies Europa
Für ein bürgernahes Europa durch Unter-
stützung nachhaltiger Stadtentwicklung
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EU + CORONA
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EU-ZEIT
2 – 2020
EU + CORONA
REACT-EU: 47,5 Milliarden Euro
Mit einer Aufstockung der laufenden EU-Programme reagiert
die EU akut auf die Corona-Pandemie
Um die Folgen der Coronakrise in den Mit-
gliedstaaten abzufedern, hat die Europäische
Kommission das Instrument „REACT EU“ ins
Leben gerufen. REACT-EU steht für „Recovery
Assistance for Cohesion and the Territories of
Europe“ – Aufbauhilfe für den Zusammenhalt
und die Gebiete Europas. Die Initiative soll zu
einer grünen, digitalen und stabilen Erholung
der Wirtschaft beitragen.
Das REACT-EU-Paket umfasst Mittel in
Höhe von 47,5 Milliarden Euro, die aus
dem großen EU-Wiederaufbauprogramm
„ NextGenerationEU“ kommen, mit dem die EU
in den kommenden Jahren auf die Folgen der
Coronakrise reagieren will. Die Umsetzung von
REACT-EU erfolgt u. a. über die Programme des
Europäischen Fonds für regionale Entwicklung
(EFRE) und des Europäischen Sozialfonds
(ESF). Das heißt, mit REACT-EU werden die
bestehenden kohäsionspolitischen Programme
durch neue zusätzliche Mittel aufgestockt.
Für Deutschland stehen aus diesem Topf rund
2,4 Milliarden Euro bereit. Auf Sachsen entfal-
len davon für den EFRE und den ESF zusammen
rund 147 Millionen Euro.
Was unterstützt REACT-EU?
Die REACT-EU-Mittel stehen für die Bereiche
bereit, die entscheidend für einen soliden
Wieder aufbau sind. Als Grundlage der Förde-
rung wird der Förderzeitraum 2014 bis 2020
um ein neues thematisches Ziel ergänzt:
„Förderung der Krisenbewältigung im Kontext
der COVID-19- Pandemie und Vorbereitung
einer grünen digitalen und widerstandsfähigen
Erholung der Wirtschaft“.
Unterstützt werden sollen im Rahmen des
EFRE vorrangig Investitionen in Produkte
und Dienstleistungen für Gesundheitsdienste
sowie KMU in Form von Betriebskapital oder
Investitionsförderung. Darüber hinaus können
unterstützt werden:
Investitionen, die zum Übergang zu einer
digitalen und grünen Wirtschaft beitragen,
Investitionen in Infrastruktur zur Bereitstel-
lung grundlegender Dienstleistungen für die
Bürgerinnen und Bürger und
wirtschaftliche Maßnahmen in den Regio-
nen, die besonders von den am stärksten
betroffenen Sektoren abhängig sind.
Im Bereich des ESF sollen die zusätzlichen Mit-
tel in erster Linie zur Unterstützung des Erhalts
von Arbeitsplätzen verwendet werden. Zudem
stehen die Schaffung von Arbeitsplätzen,
insbesondere für Menschen in prekären Situ-
ationen, Beschäftigungsmaßnahmen für junge
Menschen, allgemeine und berufliche Bildung
und die Kompetenzentwicklung, insbesondere
zur Förderung des Übergangs zu einer grünen
und digitalen Wirtschaft, sowie die Verbesse-
rung des Zugangs zu sozialen Dienstleistungen
von allgemeinem Interesse, auch für Kinder, im
Fokus der Unterstützung.
Die Mitgliedstaaten sind flexibel darin, wie sie
die Mittel verwenden. Sie können entweder im
Rahmen des Europäischen Fonds für regionale
Entwicklung (EFRE), des Europäischen Sozial-
fonds (ESF) oder im Rahmen des Europäischen
Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten
Personen (FEAD) eingesetzt werden.
Verteilung auf die
Mitgliedstaaten
Bei der Verteilung der REACT-EU-Mittel auf
die Mitgliedstaaten wurden deren relativer
Wohlstand und das Ausmaß der Auswirkungen
der derzeitigen Krise auf die Volkswirtschaft
und die Gesellschaft, einschließlich der
Jugendarbeitslosigkeit, berücksichtigt.
WEITERE INFORMATIONEN:
https://ec.europa.eu/commission/
presscorner/detail/de/QANDA_20_948

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EFRE + CORONA
Ist die Maske verrutscht?
Die Leipziger Firma SENSAPE entwickelt intelligente Stelen
Sitzt der Mund-Nasen-Schutz perfekt? Oder
muss man noch etwas nachhelfen? Die digita-
len Einlass-Stelen von Sensape mit Spiegelef-
fekt geben die Antwort auf unterhaltsame und
spielerische Art und helfen beim Nachjustieren.
„SENSAPE Digitaler Kundeneinlass” ist ein
Kundenzähl- sowie Eingangsbeschränkungs-
system. Es ermöglicht sicheres Einkaufen und
generell das sichere Betreten von öffentlichen
Einrichtungen. Mittels Ampeltechnologie
regelt die Stele am Eingangsbereich den
Kunden einlass. Der Spiegeleffekt auf einem
großen Bildschirm führt zu erhöhter Auf-
merksamkeit. Es wird so zum Beispiel erkannt,
ob ein Mundschutz vorhanden ist und ob er
korrekt sitzt. Mit Hilfe von Augmented Reality
kann durch eine animierte Maske, die auf das
Gesicht des Betrachters projiziert wird, auf
fehlenden oder falsch sitzenden Mund-Nasen-
Schutz hingewiesen werden.
Das System kann mit seinem leistungsstarken
integrierten Computer außerdem Kunden zäh-
len, datenschutzkonform Einblick in Daten und
Statistiken basierend auf Alter und Geschlecht
der Kunden geben oder zum Beispiel weitere
Hygienevorschriften anzeigen und erläutern.
Ist die Maximalgrenze der erlaubten Kunden
oder Besucher erreicht, wechselt die Anzeige
auf Rot und bringt die Leute zum Stehen.
Stele ist erweiterbar
„Unser System ist derzeit in der Leipziger
Stadtbibliothek sowie in der Nürnberger Bib-
liothek im Einsatz. Aktuell bereiten wir auch
den Einsatz für Events sowie Messen vor“, sagt
Matthias Freysoldt, einer der beiden SENSAPE-
Gründer. Aufgrund der immer noch anhalten-
den Corona-Epidemie erwartet er anhaltenden
Bedarf an sicheren und intelligenten Einlass-
managementsystemen innerhalb von Europa
und weltweit. „Unsere Stele kann um mehrere
Module erweitert werden, sei es durch eine
fiebermessende Wärmebildkamera oder einen
integrierten Desinfektionsmittelspender“, er klärt
Matthias Freysoldt. „Zusätzlich bieten wir eine
digitale Warteschlange an, womit man sich
bequem per Telefon in eine digitale Schlange
stellt und somit größere Menschenansamm-
lungen reduzieren kann.“
Auch unabhängig von Corona bietet das Sys-
tem viele Möglichkeiten. Es kann die Besucher
begrüßen und ihnen zielgerichtet Angebote
und Produkte empfehlen. Die Stele kann als
zentraler Touchpoint dienen, um Termine zu
vereinbaren, Produktdaten abzurufen oder
Feedback zu geben.
Die Idee entstand in
München
Die beiden SENSAPE-Gründer Matthias Freysoldt
und Artur Lohrer lernten sich während ihres
Robotik-Studiums in München kennen und ent-
wickelten hier ihre Idee. Denn trotz horrender
Mietpreise nutzten die Münchner Einzelhändler
nur ganz traditionelle Schaufensterwerbung.
Mit den technischen Möglichkeiten der künst-
lichen Intelligenz sahen die beiden Studenten
jedoch Potentiale für eine deutlich verbesserte
Kundenansprache. Die Idee nahm ihren Lauf.
2015 entwickelten sie in der Leipziger Grün-
derschmiede SpinLab ihren ersten Prototypen.
Belohnt wurden sie mit diversen Gründer-
preisen. Das Team wuchs auf mittlerweile 23
Beschäftigte, die Produktpalette sowie die
Zahl der namhaften Kunden erhöhte sich seit-
dem ebenso stetig.
SENSAPE nutzte für Messeauftritte mehrfach
Förderungen der EU. Für die Markteinführung
eines „Digitalen Schuhregals" zur Digitalisie-
rung des stationären Schuh-Einzelhandels
erhielt das Unternehmen ebenfalls einen
Zuschuss aus europäischen Mitteln.
Sitzt die Maske richtig?
Die Einlass-Stele gibt
die Antwort.
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EFRE + CORONA
Schutz durch Kupfer
Eine innovative Atemschutzmaske aus Meerane
Rico Genau ist erfahrener Unternehmer und
ein „Macher“. Als Im Frühjahr 2020 Corona
die sächsische Wirtschaft fest im Griff hatte,
sah er dies als Herausforderung. Seit Jahren
widmet er sich der Oberflächenbeschichtung
im medizinischen Bereich. Das war die ideale
Voraussetzung, um an einer qualitativ hoch-
wertigen, sicheren Atemschutzmaske zu tüf-
teln. Das Ergebnis: Eine innovative Maske, die
auf Außen– und Innenseite mit reinem Kupfer
beschichtet ist.
Zwei Maskentypen
Es gibt zwei Typen mit antimikrobieller Wirkung
– die medizinische Schutzmaske COVIsafe und
eine Atemschutzmaske mit Ausatmungsventil,
die dem Standard FFP1 bis FFP 3 entspricht. Die
eingearbeiteten Kupfer partikel wirken gegen
Bakterien, Viren und Pilze. In der Umgebungs-
luft des Trägers befindliche Krankheitserreger
gelangen so nicht in dessen Mund und Nase.
Gleichzeitig wird verhindert, dass Keime,
die sich eventuell in der Ausatmungsluft des
Trägers befinden, in die Umgebung gelangen.
Auch eventuell an den Händen befindliche
Erreger können so unschädlich gemacht wer-
den. Die das Kupfer aufweisende Schicht kann
so dünn auf der jeweiligen Vlieslage abge-
schieden werden, dass die Luftdurchlässigkeit
der Atemschutzmaske nicht beeinträchtigt ist.
Das spezielle Design unterstützt diese Wirkung
noch. Die Maske wird innen nicht nass, es
entsteht weder Hitzestau noch beschlägt die
Brille.
Rico Genau gründete für Herstellung und
Vertrieb der Maske, die den Ansprüchen
Beschäftigter im Medizinischen- oder Pflege-
bereich entspricht und auch für Privatperso-
nen verfügbar ist, die RGenau Medical mit Sitz
in Meerane. „Ich möchte zu mehr Sicherheit
angesichts der Gefahren durch das Corona-
Virus beitragen und mich gleichzeitig für
den zukunftsweisenden Wirtschaftsstandort
Sachsen engagieren“, sagt Rico Genau, der für
die Markteinführung seiner innovativen Atem-
schutzmaske einen Zuschuss aus europäischen
Mitteln erhalten hat.
Mit Nora gegen das Virus
Das Mildenauer Unternehmen Norafin fertigt Schutzmasken
„Nora F“ oder „Nora LIGHT“ – die Norafin
Industries (Germany) GmbH aus Mildenau
arbeitet seit Beginn der Coronakrise im Früh-
jahr 2020 an der Herstellung von Schutzmas-
ken. Nora LIGHT ist ein Mund-Nasen-Schutz
für den Alltag, Nora F ist gemäß der Corona-
Pandemie-Atemschutzmasken – kurz CPA-
Anforderungen zertifiziert, filtert 94 Prozent
der Partikel und Aerosole und schützt sowohl
den Träger als auch sein Gegenüber.
Norafin ist ein Beispiel für die innovative Ent-
wicklung der sächsischen Textilindustrie. Das
Unternehmen ist einer der führenden Anbieter
hochwertiger, innovativer wasserstrahlver-
festigter und vernadelter Vliesstoffe sowie
von Verbundwerkstoffen. Zur Produktpalette
Bei Norafin wird an innovativen
Schutzmasken getüftelt
EU-ZEIT
2 – 2020

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gehören Schutzbekleidung, Nass- und Tro-
ckenfiltration, Spezialreinigung, medizinische
und technische Spezialanwendungen. „Unsere
Materialien schützen zum Beispiel Feuerwehr-
leute vor Flammen, Patienten vor Infektionen
oder reinigen verschmutzte Luft“, sagt André
Lang, Norafin Geschäftsführer. „Mit Masken
aus unseren wasserstrahlverfestigten Vlies-
stoffen leisten wir nun unseren Beitrag zum
Infektionsschutz „Made in Saxony“.“
Für Maßnahmen wie die Entwicklung eines
Multifunktionsfilters zur umwelt- und arbeits-
schutzgerechten Reinigung von Abgasen aus
Hochtechnologieprozessen, die Steigerung
der Energieeffizienz durch Umrüstung der
Beleuchtung auf LED-Technik oder die Präsen-
tation auf Messen hat Norafin in den vergan-
genen Jahren EU-Förderungen erhalten und so
seine Wettbewerbsfähigkeit gestärkt.
Derzeit arbeitet das Unternehmen zusam-
men mit der XENON GmbH aus Dresden an
der Entwicklung und Fertigung von FFP2
Masken – Norafin liefert den wasserstrahl-
verfestigten Vliesstoff, XENON die für eine
Massenproduktion erforderlichen Maschinen –
ein Zusammenschluss, der der Abhängigkeit
bei den Schutzmasken vom asiatischen Markt
entgegenwirken will.
EFRE + CORONA
BBZ forscht zu SARS-CoV-2
Eine Studie der Uni Leipzig soll Antikörpertests verbessern
Leipziger Wissenschaftler haben an der
Entwicklung eines hochwertigen Corona-
Antikörpertests mitgewirkt, der sich durch
besonders leichte Handhabbarkeit auszeich-
net. Der Test weist Antikörper im Blut nach und
zeigt, ob jemand schon mit dem Coronavirus
SARS-CoV-2 infiziert war.
Darauf aufbauend startete kürzlich an der
Universität Leipzig ein von der EU geförder-
tes Forschungsvorhaben, das sich mit der
Entwicklung verbesserter Testgenerationen
beschäftigt. Die gewonnenen Daten dienen
der weiteren Forschung rund um das Corona-
Virus. Beispielsweise soll die Art der Immun-
antwort mit dem Schweregrad der jeweiligen
Erkrankung korreliert werden, um den Verlauf
von Neuerkrankungen besser prognostizieren
zu können. Langfristig sollen die in dem For-
schungsprojekt generierten Daten auch für ein
verbessertes therapeutisches Verfahren zum
Einsatz kommen.
„Basierend auf rekombinanten Strukturprotei-
nen von SARS-CoV-2 möchten wir die Haupt-
immunogene bei Covid-19-Patienten und der
Bevölkerung nach August 2020 identifizieren
und im direkten Vergleich Kreuzreaktivitäten
in der allgemeinen Bevölkerung über Kontroll-
proben, die vor 2019 gesammelt wurden,
erkennen“, erläutert Prof. Dr. Ralf Hoffmann
vom Biotechnologisch-Biomedizinischen Zen-
trum der Universität Leipzig.
Damit können Antikörpertests für verschie-
dene Altersgruppen und für einzelne Vorer-
krankungen spezifischer entwickelt werden.
Auch sollen besondere Epitope – Bestandteile
von Antigenen – der B-Zellen (Gruppe der
weißen Blutkörperchen) identifiziert werden
und wie die Proteine ebenfalls auf ihre Sensiti-
vität und Spezifität getestet werden. Mit dem
Protein-Antikörpertest und den identifizierten
Epitopsequenzen sollen die Antikörperwerte
in Blutproben von COVID-19 Patienten mit
leichten und schweren Symptomen bestimmt
verwendet, um Hinweise auf eine günstige
oder ungünstige Immunantwort zu erhalten.
Für das Projekt „Epitop-spezifische Studie zu
SARS-CoV-2-Infektionen als prognostisches
Werkzeug und als Grundlage einer Impfstof-
fentwicklung", das bis Juni 2022 läuft, stehen
rund 323.000 Euro aus dem Europäischen
Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur
Verfügung.
Das BBZ will verbesserte
Testgenerationen
entwickeln
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EU-ZEIT
2 – 2020
ESF + CORONA
Den steinigen Weg gemeistert
Erfolgreiche Ausbildung im Traumberuf
Am 25. Juli 2020 war es endlich so weit: Die
Friseur- & Kosmetik-Innung Chemnitz sprach
ihre Schüler*innen nach bestandener Gesel-
lenprüfung frei. Als Drittbeste ihres Jahrgangs
gehörte die aus der Ukraine stammende
Tetyana Vashishin dazu. Hinter ihr lag ein
langer, steiniger und durch die Coronapande-
mie zeitweise zusätzlich erschwerter Weg. Die
verheiratete Mutter von drei Kindern hatte
in der Ukraine drei verschiedene Berufsaus-
bildungen erfolgreich abgeschlossen. „Meine
Berufsabschlüsse wurden aber hier nicht aner-
kannt, weshalb ich mir eine neue Ausbildung
in Deutschland gewünscht habe", sagt Tetyana
Vashishin.
Dieser Wunsch scheiterte zunächst an ihrem
nur befristeten Aufenthaltstitel für Deutsch-
land. Im Rahmen des aus Mitteln des Europä-
ischen Sozialfonds (ESF) geförderten Projekts
„JobPerspektive Sachsen" beim Regionalbüro
Bildungsinstitut PSCHERER gGmbH Chemnitz/
Mittelsachsen gelang es ihr dann doch. Mit
tatkräftiger Unterstützung der Projektmitar-
beiter des Regionalbüros konnte sie für das
Ausbildungsjahr 2018 eine „Qualifizierung für
Arbeitslose ohne Berufsabschluss zu einem
anerkannten Berufsabschluss" (QAB II) star-
ten. „Für mich ging ein Traum in Erfüllung, als
ich im September 2018 meine Ausbildung zur
Friseurin bei der Friseur- & Kosmetik-Innung
Chemnitz beginnen konnte", sagt sie.
Schnelldurchlauf zum Ziel
Trotz ihres erworbenen Sprachniveaus B2
kämpfte sie anfangs mit einer Sprachbarriere,
aber bald lief die Ausbildung für sie ausge-
zeichnet. Und dann kam Corona! Im März
mussten alle Einrichtungen schließen. Eine
schnelle Lösung musste gefunden werden.
Das Team der Friseur- und Kosmetik-Innung
Chemnitz reagierte sofort und flexibel mit
modernster Technik. Das Zauberwort lautete
dabei Homeschooling. „Dazu durften wir
von der Innung bereitgestellte und benötigte
Materialien mit nach Hause nehmen", erinnert
sich Tetyana Vashishin.
Zweimal wöchentlich fanden Online-Video-
konferenzen statt. Theoretische und praktische
Lerneinheiten wurden in hoher Qualität an die
Schüler vermittelt. Auch Lernerfolgskontrollen
blieben nicht aus und die sozialpädagogische
Begleitung wurde übers Telefon gewährleistet.
Für Tetyana Vashishin und ihre Familie bedeu-
tete dies eine echte Belastungsprobe. „Meine
Familie gab mir aber auch den Rückhalt, um in
dieser Zeit die notwendige Motivation und die
Nerven zu behalten", sagt sie. Das kam ihr auch
nach Wiedereröffnung der Abschlussklassen
am 20. April zugute. Und auch die wegen
Corona erst verzögerten und dann innerhalb
kürzester Zeit zu absolvierenden Abschluss-
prüfungen meisterte sie am Ende mit großem
Erfolg.
Angekommen – Tetyana Vashishin kann ihren
Traumberuf nach erfolgreich abgeschlossener
Prüfung ausüben
Eine andere Möglichkeit sein Können
zu zeigen – am Frisierkopf

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ESF + CORONA
Weiterhin gute Aussichten auf einen Job
Berufsqualifizierung in Zeiten von Corona gewährleistet
Zu einer wahren Erfolgsgeschichte hat sich
das aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds
(ESF) geförderte mehrstufige Programm
„JobPerspektive Sachsen" entwickelt. Seit
2015 konnten über 5000 Teilnehmer*innen im
Rahmen des Programms eine Quali fizierung
aufnehmen. In der Stufe 2 haben bisher 450
von ihnen aus den beiden ersten Jahrgängen
ihren Berufsabschluss geschafft.
Die Corona-Pandemie und die damit ver-
bundenen Einschränkungen stellen alle
Beteiligten, insbesondere die Azubis und die
Bildungs träger, vor große Herausforderungen.
Doch es ist gelungen, alternative Angebote
zum gewohnten Lehren und Lernen zu entwi-
ckeln, Abbrüche zu verhindern und anerkannte
Berufsabschlüsse zu erreichen.
So zum Beispiel beim Bildungsdienstleister
Donner + Partner GmbH Sachsen, der seit 2007
„Qualifizierung für Arbeitslose ohne Berufsab-
schluss zu einem anerkannten Berufsabschluss
(QAB II)“ in verschiedenen Ausbildungsberu-
fen durchführt.
Lernort virtuelles
Klassenzimmer
Vor allem die laufenden QAB II 2018 und
QAB II 2019 für den Berufsabschluss „Kauf-
mann/- frau für Büromanagement" in Bautzen
wurden auf eine harte Probe gestellt. So fiel
der gewohnte Schulungsalltag in den Bil-
dungszentren coronabedingt zunächst weg.
Auch der für die Teilnehmer wichtige persön-
liche Austausch mit den Ausbildern und die
enge Betreuung durch die Sozialpädagogen
waren so nicht mehr möglich. „Wir nutzten
deshalb unsere große Erfahrung mit Online-
Schulungen und führten die beiden QAB in
Bautzen in digitaler Form weiter", erklärt
Leiterin Bärbel Hirschfeld. Virtuelle Klassen-
räume ermöglichten eine nahe persönliche
Beschulung durch die Dozenten. Zusätzlichen
Austausch gab es via Telefon und E-Mail.
Ab Mitte April 2020 waren wieder persönliche
Kontakte möglich und die Ausbildung wurde
in Kleingruppen organisiert. „Trotz des für sie
ungewohnten digitalen Lernens gab es bei den
Teilnehmern nur geringe Wissensrückstände",
sagt Bärbel Hirschfeld. Durch eine Verschie-
bung der schriftlichen Abschlussprüfung und
zusätzlicher Konsultationen ließen sie sich bei
den meisten schnell aufholen. Der überzeu-
gende Beweis dafür: Von den elf Teilnehmern
der QAB 18 bestanden acht ihre Prüfungen
schon im ersten Anlauf.
Arbeiten unter neuen Bedingungen –
umgesetzt bei Donner + Partner GmbH Sachsen
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EU-ZEIT
2 – 2020
ESF + CORONA
Ob im selbstaufgebauten Garten oder in der Textil-
werkstatt – eine Vielzahl von Angeboten bietet die
Chance, sich individuell auszuprobieren
Mit Erfolg neue Wege gehen
Produktionsschule kommt gut durch die Corona-Krise
Die Plauener „Produktionsschule im Vogtland"
macht sozial benachteiligte Jugendliche aus
der Region fit für das Arbeitsleben. Die Schule
gehört zur Fördergesellschaft berufliche
Bildung Plauen e. V. und wird durch Mittel des
Freistaates Sachsen und aus dem Europäischen
Sozialfonds (ESF) gefördert. In verschiedenen
Werkstätten stellen die Produktionsschüler
vielfältige Produkte her. Zudem nutzt etwa ein
Drittel der Schüler die Möglichkeit, den Haupt-
schulabschluss nachzuholen und schafft somit
die Voraussetzung für eine Berufsausbildung.
Die in den Werkstätten hergestellten Produkte
werden auf Märkten und Festen verkauft. Der
Erlös kommt der Schule und somit auch den
Schülern zugute.
Im Frühjahr 2020 wurde die Produktionsschule
von der Corona-Krise hart getroffen. „Vom
19. März bis 21. April 2020 mussten wir unsere
Schule für die Schüler praktisch komplett
schließen", erklärt Schulleiterin Maja Heinrich.
Für eine solche Situation gab es keinen vor-
gefertigten Fahrplan. Entscheidungen mussten
kurzfristig getroffen werden und dabei stand
stets die Gesundheit der Jugendlichen und
Lehrenden im Mittelpunkt. „Ganz wichtig war
für uns als Pädagogen, dass wir die Jugend-
lichen in dieser besonderen Lage nicht allein
lassen dürfen und wir uns weiterhin intensiv
mit ihnen beschäftigen müssen", sagt Maja
Heinrich. Flexibilität hieß dabei das Gebot der
Stunde.
Homeschooling
besonderer Art
Die Lehrer gingen neue Wege und setzten auf
ein neues Format. Online-Unterricht war nicht
möglich, da vielen Schülern technische Vor-
aussetzungen wie WLAN oder ausreichendes
Datenvolumen fehlten. Stattdessen stellten die
Lehrer Lehrmaterialien zusammen, um die Zeit
der Schulschließung zu überbrücken. Schüler
mit dem Ziel Hauptschulabschluss erhielten
nach ihrem jeweiligen Wissensstand individu-
ell erstellte Aufgaben, mit denen sie sich auf
den Abschluss vorbereiten konnten.
Von den Sozialpädagogen und der Schul-
leitung bekamen die Jugendlichen auch die
E-Mail-Adressen und Handynummern der
Diensthandys. „So konnten sie sich während
der Arbeitszeiten jederzeit bei Fragen und
Problemen an die jeweiligen Lehrer wenden",
sagt Maja Heinrich, „denn diese Form des
Homeschoolings und des selbständigen Ler-
nens stellte unsere Jugendlichen vor große
Herausforderungen."
Nach Lockerung der coronabedingten Kon-
taktbeschränkungen hatten die Jugendlichen
des Hauptschulkurses ab 22. April und alle
anderen Teilnehmer ab 18. Mai wieder nor-
malen Unterricht – unter strenger Einhaltung
der Hygienemaßnahmen. Die verbleibende Zeit
bis zum Hauptschulabschluss wurde von den
Jugendlichen und Lehrern intensiv genutzt. So
gelang es, dass im Sommer schließlich sieben
von neun Kandidaten die Prüfungen für den
Hauptschulabschluss mit Erfolg bestanden.
Egal ob Holz oder Textilien – der Kreativität
sind keine Grenzen gesetzt

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ESF + CORONA
Wege aus der Krise
Für jeden die passende
Unterstützung leisten
EU-geförderte Projekte der Jugendberufshilfe
und Produktionsschulen
Jungen Menschen fällt der Start in das
Erwachsenenleben nicht immer leicht. Beson-
ders schwer ist es, wenn sie keinen Schul- oder
Berufsabschluss haben. Oft kommen auch
noch Konflikte in der Familie oder mit Freun-
den hinzu. Diese erschweren es zusätzlich, sich
in der Arbeits- und Lebenswelt zu orientieren.
Um diesen jungen Menschen eine Chance auf
eine erfolgreiche berufliche Zukunft zu eröff-
nen, hat sich seit Jahren eine Idee bewährt:
Mit den Qualifizierungsprojekten der Jugend-
berufshilfe und Produktionsschule kann ihnen
nachhaltig geholfen werden. Dort erhalten die
Teilnehmer umfassende Unterstützung bei der
Ausbildungs- und Berufsvorbereitung. Dabei
profitieren sie von individuell ausgerichteten
Förderplänen, aktiver Gruppenarbeit und einer
Betreuung durch erfahrene Sozialpädagogen.
Benachteiligungen lassen sich so abbauen,
eigene Fähigkeiten erkennen und berufliche
Talente fördern. Darüber hinaus stehen die
Pädagogen den jungen Menschen auch bei
persönlichen Problemen mit Rat und Tat zur
Seite.
In ganz Sachsen vertreten
Sachsenweit gibt es rund 15 Jugendberufs-
hilfeprojekte und neun Produktionsschulen.
Finanziert werden sie aus Mitteln des Euro-
päischen Sozialfonds (ESF), des Freistaates
Sachsen sowie einem ergänzenden Anteil
der jeweiligen Kommune. Die Projekte sind
heute wichtiger denn je, nehmen doch die
Probleme der jungen Menschen weiter zu.
Motivationsschwäche und Gleichgültigkeit,
Drogenkonsum, Straffälligkeit sowie familiäre,
körperliche und seelische Störungen häufen
sich. In diesen Projekten lernen die Teilneh-
mer, sich nach einem festen Tagesablauf zu
richten und sich neue Perspektiven für den
Arbeitsmarkt zu erarbeiten. Zudem werden
ihnen Schlüsselkompetenzen vermittelt und
ihr Selbstvertrauen gestärkt. Alles in allem
rücken die Projekte die wichtigsten Faktoren
einer erfolgreichen Ausbildungs- und Berufs-
vorbereitung in den Fokus – gezielt, nachhaltig
und mit der jeweils erforderlichen individuellen
Unterstützung.
WEITERE INFORMATIONEN:
Weitere Informationen zu den Projekten der
Jugendberufshilfe und Produktionsschulen:
www.DeinLebenDeineChance.sachsen.de
Die Möglichkeit der
zweiten Chance
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EU-ZEIT
2 – 2020
Neues Lernen – in digitaler Form
ESF + CORONA
Mit Neugier und Tatendrang durch die Krise
koalpha sortiert Altes aus und entdeckt Neues
Was viele vielleicht nicht wissen: Auch in
Sachsen gibt es Erwachsene, die kaum lesen
und schreiben können. Die Koordinierungs-
stelle Alphabetisierung im Freistaat Sachsen
kümmert sich darum, ihnen mit entsprechen-
den Angeboten zu helfen. Das Projekt wird
von der Fortbildungsakademie der Wirtschaft
(FAW) gGmbH umgesetzt und aus Mitteln des
Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. Zu
den Aufgaben von koalpha gehört Öffent-
lichkeitsarbeit, um andere Menschen für das
Problem zu sensibilisieren. Zum Beispiel auf
Veranstaltungen wie der Buchmesse in Leipzig.
Bei einer Teamberatung im März in Chemnitz
erhält Projektkoordinatorin Ingrid Ficker die
Nachricht, dass die Buchmesse 2020 wegen
Corona ausfällt. Weitere Absagen von für
koalpha wichtigen Veranstaltungen folgen.
„Da mussten wir uns natürlich die Frage stel-
len, was das für unsere Öffentlichkeitsarbeit
der folgenden Monate bedeutet", erklärt Ingrid
Ficker. Auch andere Fragen mussten geklärt
werden: Wie soll das Team zusammenarbeiten,
wenn rigorose Kontaktbeschränkungen beste-
hen? Oder wie lassen sich die Kursleiterinnen
und -leiter, Sozialpädagoginnen und -pädago-
gen weiter bei ihrer Arbeit unterstützen?
Erfolgreiche Arbeit –
real und virtuell
Die Mitarbeiterinnen von koalpha motivierten
sich gegenseitig, sich von diesen Sorgen nicht
leiten oder gar hemmen zu lassen. Vielmehr
konnte der Teamgeist die Produktivität im
Projekt hoch erhalten. „Halten wir uns an das,
was möglich ist, lautete dabei die Devise", sagt
Ingrid Ficker. Zuerst wurde eine Bestands-
aufnahme gemacht. So hat koalpha seine
Kontaktdatenbank durchgesehen und auf-
geräumt. Alte Kontakte wurden aufgefrischt
oder aus der Datenbank genommen. Und es
wurden Projekte in Angriff genommen, die
sich am Schreibtisch erledigen lassen. Dazu
gehörte etwa eine Broschüre mit Anregungen
und Beispielen aus Sachsen für erfolgreiche
Unterstützungsangebote für funktionale
Analphabeten.
Das Team von koalpha schulte sich aber auch
gegenseitig in der Nutzung eines Online-Tools
für virtuelle Treffen. „Zum Einsatz kam das
Tool etwa bei einem virtuellen Dozenten-
forum", erzählt Ingrid Ficker. Dabei brachte
koalpha Dozentinnen und Dozenten in der
Alphabetisierungsarbeit aus ganz Sachsen
miteinander ins Gespräch und beförderte
einen intensiven fachlichen Austausch. Zudem
entwickelte das Team zum Thema funktionaler
Analphabetismus virtuelle Schulungsangebote
für die Mitarbeitenden der FAW und eine
e-Video-Vorlesung für Studierende der Uni
Leipzig. „Wir sind richtig stolz darauf, uns mit
so großem Erfolg an diese spannenden neuen
Formate herangetraut zu haben", freut sich
Ingrid Ficker.
Frauenpower – das Team um Ingrid Ficker
(v.l.n.r.) Brigitta Wetzel (koalpha Leipzig), Ulrike Löbel
(koalpha Chemnitz), Iris Nußbaum (koalpha Dresden),
Ingrid Ficker (Projektkoordinatorin, Plauen), Marie
Sammler (koalpha Plauen)

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ESF + CORONA
„Ausfallen lassen kam nicht in Frage"
4. Fachtag des EU-Programms KINDER STÄRKEN fand online statt
Kinder, die aufgrund sozialer Benachteiligung
mit anderen Voraussetzungen in das Leben
starten, benötigen umfassende Unterstützung,
um ihre Bildungs- und Entwicklungschan-
cen zu erhöhen. Diese Unterstützung muss
so früh wie möglich erfolgen, zum Beispiel
schon in der Kita. Genau dort setzt das aus
Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF)
geförderte Programm "Maßnahmen für Kinder
mit besonderen Lern- und Lebenserschwer-
nissen – KINDER STÄRKEN" an. Es ermöglicht,
dass in 131 sächsischen Kitas zusätzliche
pädagogische Fachkräfte, insbesondere
Kitasozialarbeiter*innen, tätig sind. Die Fach-
kräfte leisten den Kindern professionelle
und systematische Hilfe. Mit zielgerichteten
Maßnahmen und Unterstützungsangeboten
verbessern sie die Chancen des Aufwachsens
von Kindern und gestalten mit ihrer Arbeit eine
Kita, wie Kinder sie brauchen.
Unterstützt und begleitet werden das ESF-
Programm, die zusätzlichen Fachkräfte und
die Kitas durch die Kompetenz- und Bera-
tungsstelle (KBS). „Zu unseren Aufgaben
gehört etwa, die Fachkräfte in den Kitas bei
der Ermittlung des konkreten Hilfebedarfs bei
Kindern und Familien zu unterstützen, sie zu
coachen und fachlich zu beraten", erläutert
Projektleiterin Silke Meyer von der KBS. Vor
diesem Hintergrund veranstaltet die KBS
alljährlich den Fachtag KINDER STÄRKEN. Ein-
geladen sind dazu unter anderem die zusätzli-
chen Fachkräfte, die Träger und Leitungen der
Kitas sowie die Fachöffentlichkeit. Die Veran-
staltung dient dem sachsenweiten Austausch
und der Vernetzung aller am Programm Betei-
ligten sowie dazu, fachliche Impulse zu geben.
Großer Zuspruch für
Online-Format
Mitten in die inhaltliche und organisatorische
Vorbereitung für den im Juni 2020 geplanten
4. Fachtag platzte im März die Corona-Pan-
demie mit ihren zahlreichen Beschränkungen.
„Die Tagung einfach ausfallen zu lassen, kam
für uns nicht in Frage", sagt Silke Meyer. Statt-
dessen wurde der ursprünglich als Präsenz-
veranstaltung geplante Fachtag von der KBS
innerhalb kurzer Zeit auf ein Online-Format
umgestellt. Die schließlich 125 Teilnehmenden
klinkten sich über die Online-Plattform Zoom
in eine virtuelle Konferenzumgebung ein.
Die Bildschirme wurden zur Bühne für neue
Impulse und für einen regen Austausch. Dabei
war das Anhören eines Impulsvortrags genauso
möglich wie die Teilnahme an Workshop- und
Dialoggruppen. Darüber hinaus tauschten sich
die Fachkräfte in Kleingruppen zu ihren ganz
persönlichen Geschichten des Gelingens aus.
Vom Mosaik der Zoom-Kacheln aus konnten
Momente besonderer (Selbst)Wirksamkeit
im Programm KINDER STÄRKEN miteinander
geteilt werden.
„Unsere Auswertung nach der Veranstaltung
ergab, dass die Teilnehmer*innen mit der
Online-Variante sehr zufrieden waren", sagt
Silke Meyer. Das belegen auch zahlreiche
Kommentare, wie zum Beispiel: „Vielen Dank,
dass Sie eine Lösung gefunden haben, die
Veranstaltung trotz der aktuellen Einschrän-
kungen stattfinden zu lassen. Es war ein toller
und informativer Fachtag."
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ESF + CORONA
Virtuelle berufliche Orientierung
Neues, praktisches Modul macht‘s möglich
Für künftige Azubis bringt berufliche Orien-
tierung „zum Anfassen" zweifellos den größ-
ten Nutzen. Denn den besten Einblick in die
Berufswelt gewinnen Schüler direkt in den
Unternehmen und Betrieben, so wie es im
Projekt „Praxisberater an Schulen“ im Freistaat
Sachsen seit 2014 umgesetzt wird.
Das Projekt ist Bestandteil einer gemeinsa-
men Strategie der beiden Partner Sächsisches
Staatsministerium für Kultus und Regional-
direktion Sachsen der Agentur für Arbeit zur
Ausgestaltung des Berufsorientierungsprozes-
ses. Ziel ist die Verbesserung der Berufswahl-
kompetenz, das Erreichen der Ausbildungsreife
bzw. Studierfähigkeit und der Übergang von der
Schule in den Beruf. Die individuelle Förderung
von Schülern der siebten und achten Klassen-
stufe an sächsischen Oberschulen soll zuguns-
ten einer passgenauen Berufsorientierung (BO)
ausgebaut werden. Dafür werden qualifizierte
Praxisberater*innen an den Oberschulen
eingesetzt. An derzeit 92 von insgesamt 253
teilnehmenden Schulen wird das Projekt zu je
50 Prozent von der Regionaldirektion Sachsen
und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds
gefördert.
In Zeiten von Corona sind Praktika und Betriebs-
erkundungen aber häufig nicht möglich. „Also
müssen Alternativen her, die eine berufliche
Orientierung von zu Hause aus ermöglichen",
erklärt Ludwig Ringeis, Projektleiter der
Servicestelle Praxisberater, angesiedelt am
Institut für regionale Innovation und Sozialfor-
schung e. V. Die aus Mitteln des Europäischen
Sozialfonds (ESF) geförderte Servicestelle hat
deshalb ein Modul zur virtuellen beruflichen
Orientierung entwickelt.
Es bietet den Schülern ein Online-Arbeitsblatt
mit verschiedenen Aufgaben. Dort sollen die
Schüler die drei Berufsfelder ankreuzen, die
sie am meisten interessieren. Zum Beispiel
Gesundheit, IT/Computer oder Metall/Maschi-
nenbau. „Können sie sich nicht unter allen
Berufsfeldern etwas vorstellen, helfen ver-
schiedene digitale Angebote bei der Auswahl",
sagt Ludwig Ringeis, „zum Beispiel solche der
Bundesagentur für Arbeit."
Unter
www.arbeitsagentur.de/bildung/ausbil-
dung/erkunde-die-berufsbilder etwa gibt es
die Möglichkeit, seine eigenen Stärken und
Fähigkeiten mit den Anforderungen in den
Berufsfeldern zu vergleichen.
Wegweisend für
die Berufswahl
In einem nächsten Schritt sollen die Schüler
im Internet Videos zu den Berufsfeldern finden
und sich anschauen. Ideal dafür ist die Website
www.berufe.tv.
Durch die Beantwortung von
Fragen zu den Videos erfahren die Schüler
Näheres zu ihrer Eignung für die Berufsfelder.
Zugleich können sie ihr Interesse an weiteren
Informationen und einem Praktikum anzeigen.
„Vielleicht kennen die Schüler aber auch in
ihrem Umfeld jemanden, der in einem der drei
Berufsfelder arbeitet und ihnen Fragen dazu
beantworten kann", sagt Ludwig Ringeis. Auch
dieser Aspekt wird in einem weiteren Abschnitt
des Arbeitsblatts berücksichtigt.
Die ausgefüllten Arbeitsblätter geben die
Schüler anschließend ihrem Praxisberater zur
Auswertung. Eins stellt Ludwig Ringeis dabei
klar: Das für die Schüler freiwillige Projekt der
virtuellen beruflichen Orientierung ist auch
künftig eher eine Ausnahme als die Regel.
„Sobald Betriebserkundungen und Praktika
wieder möglich sind, sollte das Modul nur noch
als Ergänzung eingesetzt werden", betont er.
Das Modul ermöglicht eine berufliche
Orientierung von zu Hause
VR Brillen als Ersatz für Praktika
und Betriebserkundungen
EU-ZEIT
2 – 2020

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EFRE-PROJEKTE VORGESTELLT
Hoffnung für Menschen mit Schlafstörungen
oder Atemaussetzern: Überwachung per
Telemedizin
Digitale Schlafüberwachung
Mehr Komfort für Patienten durch „Teleschlafmedizin“
Leiden Sie unter Schlafstörungen oder Atem-
aussetzern im Schlaf? Das Projekt „Tele-
schlafmedizin“ will hier Abhilfe schaffen – per
Telemedizin. Das Institut für Biomedizinische
Technik an der Fakultät Elektrotechnik und
Informationstechnik und die Klinik und Polikli-
nik für Neurologie der medizinischen Fakultät
„Carl Gustav Carus“ an der TU Dresden führen
es gemeinsam mit der ResMed GmbH & Co. KG
durch. Das Projekt wird von der Europäischer
Union und dem Freistaat Sachsen mit rund
einer Million Euro gefördert.
Ziel ist die Umsetzung einer innovativen
Telemonitoring-Plattform für Patienten
mit Schlafstörungen und Atemaussetzern
im Schlaf, insbesondere für die außerkli-
nische Betreuung. Aufbauend auf bereits
vorhandenen Techniken sowie Mess- und
Analysesätzen erfolgt eine Überwachung
des Krankheitsverlaufs zur Optimierung der
Therapie. Nicht nur der Arzt, sondern auch
der Patient soll eine Rückmeldung durch das
System erhalten.
Schluss mit Verkabelung
Die Dresdner Forscher wollen Schluss machen
mit der Verkabelung bei der bisherigen Schlaf-
überwachung und werden eine kontaktlose
Messtechnik für schlafmedizinische Anwen-
dungen entwickeln. Über sie sollen zukünftig
alle wichtigen Parameter des Patienten erfasst
werden, die für die Diagnose der Schlafstörung
relevant sind: von Atemaussetzern bis hin zu
auffälligen Gehirnaktivitäten.
Alle relevanten Daten sollen dem Arzt
zukünftig durch eine intelligente Vernetzung
vorliegen. Intelligente Algorithmen werden
die automatisierte Aufbereitung der Daten
ermöglichen, so dass keine – wie bisher in der
Telemedizin üblich – ärztliche Kontrolle von
Daten erfolgen muss. Das System meldet sich
automatisch, wenn eine ärztliche Entschei-
dung erforderlich ist.
„In dem Projekt werden neue Lösungen entwi-
ckelt, um die schlafmedizinischen Versorgung
zu verbessern und auch zu Hause zu ermögli-
chen. Es ist mir wichtig, dass solche zukunfts-
weisenden Behandlungsmöglichkeiten allen
Patienten in Sachsen offenstehen“, so Gesund-
heitsministerin Barbara Klepsch anlässlich der
Übergabe des Zuwendungsbescheides.
Den Nachlass digital verwalten
Die Online-Plattform memoresa bietet Service und Sicherheit –
über den Tod hinaus
Ordnung ins Chaos bringen – und das digital
und sicher. Dieser Idee folgten Steffen Stundzig
und Jörg Schädlich 2019 bei der Gründung
von memoresa in Leipzig. memoresa ist eine
Online-Plattform für die digitale Verwaltung
von Dokumenten und Accountinformationen.
Hier können Angelegenheiten digital geregelt
und Übersichten über laufende Verträge und
Verpflichtungen erstellt werden – zu Lebzeiten
und auch über den Tod hinaus.
Beim Anlegen der Dokumente entscheiden die
Nutzer, was damit nach ihrem Ableben gesche-
hen wird. Sollen die Dokumente weitergeleitet
oder gelöscht werden? memoresa führt alle
Regelungen so aus, wie es der oder die Nut-
zende bestimmt hat. Auch das digitale Erbe
lässt sich über das Portal regeln: Die Nutzer
können letzte Worte hinterlegen, Accounts
auf ihren Social Media-Plattformen verwalten,
Regelungen zu Vertragskündigungen bei Ver-
sicherungen, Online-Diensten, Fitnessstudios
usw. treffen sowie analoge Hinterlassenschaf-
ten versenden.
„Vor dem Hintergrund, dass der digitale Fuß-
abdruck tagtäglich größer wird und Verträge
und Konten auch nach dem Tod automatisch
weiterlaufen, bieten wir mit unserer Plattform
eine praktische Vorsorgelösung, um bereits
frühzeitig die wichtigsten Informationen für
Vertrauenspersonen aufzubereiten“, erläutert
Jörg Schädlich das Anliegen des Startups.
memoresa hat für die Markteinführung dieser
digitalen Nachlassverwaltung europäische
Fördermittel erhalten.
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EFRE-PROJEKTE VORGESTELLT
EFRE-Förder-Ticker
Aktuelle Projekte in Sachsen, gefördert aus dem Europäischen
Fonds für regionale Entwicklung
Im Förderzeitraum 2014 bis 2020 erhält
Sachsen aus dem Europäischen Fonds für
regio nale Entwicklung (EFRE) rund 2,1 Milliar-
den Euro. Tausende von großen und kleinen
Projekten konnten und können im Freistaat
von diesem Geld profitieren. Projekte, die
Unternehmen bei der Stärkung ihrer Wett-
bewerbsfähigkeit helfen, die Forschung und
Entwicklung, den Klimaschutz oder die Ent-
wicklung von benachteiligten Stadtgebieten
voranbringen. Auch wenn der Förderzeitraum
offiziell Ende 2020 ausläuft, sind noch viele
begonnene Vorhaben in der Umsetzung. Das
kann sich teilweise bis ins Jahr 2022 / 2023
erstrecken. EU-Zeit stellt einige aktuelle Bei-
spiele aus der Förderung vor.
Neue Laborgebäude für TU Bergakademie Freiberg
Die Technische Universität Bergakademie
Freiberg bekommt in direkter Nachbarschaft
des traditionsreichen Clemens-Winkler-Baus
zwei neue Laborgebäude. Damit werden sich
die Voraussetzungen für Forschung und Lehre
an der TU Bergakademie Freiberg weiter
verbessern.
Sämtliche Labore, die bisher eher improvisiert
in den Altbauten des Campus verstreut waren,
werden schrittweise in den Neubauten am
Clemens-Winkler-Bau zusammengeführt.
Die Kosten für die beiden Baumaßnahmen, die
bis Sommer 2022 andauern werden, betragen
rund 53 Millionen Euro. Davon entfallen
26,4 Millionen auf den Laborflügel Mitte und
26,5 Millionen auf den Flügel Süd. Die Finan-
zierung erfolgt überwiegend aus Mitteln des
Europäischen Fonds für regionale Entwicklung
(EFRE). Im Jahr 2014 war, ebenfalls finanziert
aus EU-Geldern, der Flügel Nord fertiggestellt
worden.
Batterien einer neuen
Generation
Für eine gelingende Verkehrswende ist der
Ausbau der Elektromobilität in Deutschland
zentral. Ein wichtiger Baustein ist dabei die
Forschung für die Fertigung von Batterie-
zellen, an der auch Sachsen beteiligt ist. Das
Investitionsvorhaben SaxBattEmpower am
Fraunhofer-Institut für Keramische Techno-
logien und Systeme (IKTS) wird mit EFRE-
Mitteln unterstützt. Die Forschung verfolgt
das Ziel, eine nachhaltige Batteriezellfertigung
für Deutschland aufzubauen. Im Fokus stehen
dabei neue Verfahren und Materialien, die
sowohl wirtschaftlich als auch umweltscho-
nend sind – von der Herstellung bis zu Entsor-
gung von Batterien einer neuen Generation.
Am IKTS wird mit EU-Förderung an nachhaltigen
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EU-ZEIT
2 – 2020

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EFRE-PROJEKTE VORGESTELLT
Das ehemalige Welkersche Gut wird saniert
EU-Mittel für Burgstädt
Burgstädt erhält mehr als 1,3 Millionen Euro
aus dem Europäischen Fonds für regionale
Entwicklung (EFRE). Damit soll das ehema-
lige „Welkersche Gut“ saniert und zu einem
Geschäftszentrum mit Einzelhandel, Gastrono-
mie und Dienstleistungen umgebaut werden.
Die Gebäude in der Herrenstraße 20 sind seit
Jahren dem Verfall preisgegeben. Nun sollen
Bauten auf dem Gelände der ehemaligen
Seiden manufaktur und späteren Druckerei
abgerissen sowie denkmalgeschützte Teile
gesichert und erhalten werden. Außerdem soll
eine Fuß- und Radwegverbindung zwischen
Marktplatz und Burkersdorfer Straße entstehen.
„Für die Sanierung solcher Brachflächen stellt
die EU uns von 2014 bis 2020 rund 41 Milli-
onen Euro bereit“, sagte Thomas Schmidt,
Minister für Regionalentwicklung. „Auf diese
Weise unterstützen wir unsere Städte dabei,
Brachflächen für eine neue Nutzung vorzu-
bereiten und die betroffenen Stadtquartiere
aufzuwerten.“
Altlasten in der Dresdner
Lößnitzstraße beseitigt
Die DREWAG Stadtwerke Dresden GmbH
erhalten von der EU rund 1,4 Millionen Euro
für die Sanierung eines Teilbereiches am
Altstandort des ehemaligen Gaswerkes an
der Lößnitzstraße in Dresdner. Nach erfolgter
Bodensanierung soll die Fläche in der Leipziger
Vorstadt für Außenbereiche und Spielanlagen
einer neu errichteten Kindertageseinrichtung
und einer Grundschule genutzt werden.
Das Areal des Altstandortes „Zentrallager
(Gasanstalt) Heizwerk“ diente seit 1865 bis
zum Ende des Ersten Weltkrieges der Gas-
versorgung der Dresdner Neustadt. In dieser
Zeit wurde der Anlagenbestand auf bis zu
fünf Gasbehälter ständig erweitert. Auf dem
Teilbereich, für den nun Fördermittel bewilligt
wurden, befindet sich der Gasbehälter 3, der
nach Einstellung der Gaserzeugung lediglich
unterirdisch verfüllt und oberirdisch bis auf die
Sockelmauer zurückgebaut wurde. Damit die
Kinder auf dem Gelände künftig unbedenklich
spielen können, müssen insbesondere Polyzyk-
lische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK)
sowie Cyanide und Schwermetalle aus dem
Boden entfernt werden.
Für die Bodensanierung im Areal des ehema-
ligen Gaswerkes in der Dresdner Neustadt
sind damit aus dem Europäischen Fonds für
regionale Entwicklung (EFRE) bisher Förder-
mittel in Höhe von insgesamt rund zehn Milli-
onen Euro bereitgestellt worden.
Auf einem Teil des Standortes des ehe-
maligen Gaswerkes in der Lößnitzstraße
entstanden eine neue Kita sowie eine
Grundschule. Auch die Altlastenbeseitigung
hier wurde aus EU-Mitteln gefördert.
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EU-ZEIT
2 – 2020
EFRE-PROJEKTE VORGESTELLT
Deichsanierung in Schlunzig abgeschlossen
Die Sanierung des Muldedeiches an der
Zwickauer Mulde in Schlunzig im Landkreis
Zwickau ist seit August 2020 abgeschlossen.
Dieser Abschnitt ist 2,3 Kilometer lang und
befindet sich im Norden von Schlunzig. Die
Arbeiten begannen im April 2019 und kosteten
rund vier Millionen Euro, finanziert aus Mitteln
der Europäischen Union.
Bei der Sanierung auf alter Trasse wurde der
Deich instandgesetzt und verbreitert. Außer-
dem erhielt er eine Innendichtung aus Erd beton
und einen neuen Deichverteidigungsweg.
Die Muldedeiche schützen vor allem den Ort
Schlunzig, die Schlunziger Landstraße, das
Umspannwerk und die Zufahrt des Fahr zeug-
werkes Zwickau vor Überschwemmungen. Die
Sanierung des ersten Bauabschnittes begann
im Jahr 2016, der zweite wurde im November
2017 beendet. Die Planung des Abschnittes in
Niederschindmaas startet in Kürze.
Elektrobusse für Dresden
Die Dresdner Verkehrsbetriebe AG (DVB) erhält
für die Beschaffung von 20 Elektrobussen rund
4,8 Millionen Euro aus Mitteln des Europäi-
schen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).
Geplant ist die Umstellung der zwei diesel-
betriebenen Buslinien 81 und 63 auf Elektro-
busbetrieb. Zwei Standardbusse und achtzehn
Gelenkbusse sollen dann 20 Dieselbusse
ersetzen. Darüber hinaus ist die Installation
von Nachladeinfrastruktur im Depot und an
den Endhaltestellen der Linien für den Betrieb
vorgesehen.
„Die Stärkung nachhaltiger Mobilität und
umweltfreundlicher Verkehrsträger ist eines
unserer wichtigsten Ziele. Besonders freut
mich, dass wir mit dem Ersatz der bisher
eingesetzten Dieselbusse durch neue und
effiziente Elektrobusse den bekanntlich schon
umweltverträglichen ÖPNV in Sachsen noch
klimaschonender gestalten können“, so Ver-
kehrsminister Martin Dulig. Insgesamt können
damit mehr als 1000 Tonnen Kohlendioxid pro
Jahr eingespart werden.
Kampf gegen den Krebs
Der Kampf gegen Krebs treibt Wissenschaft-
ler auf der ganzen Welt an. Auch in Sachsen
arbeiten Forscher an neuen Technologien und
Methoden, die Krebstherapien in Zukunft
deutlich verbessern sollen – vielfach unter-
stützt mit EU-Mitteln. An der Medizinischen
Fakultät der Technischen Universität Dresden
soll ein Photonenstrahler mit MRT-Bildgebung
für die Krebsforschung beschafft werden. Ver-
gleichbare Geräte sind bisher nur in Tübingen
und Heidelberg verfügbar. Mit dieser Technolo-
gie ergeben sich ganz neue Möglichkeiten der
Krebstherapie. Die Bestrahlung von Tumoren
wird dadurch in einer bisher nicht gekannten
Präzision möglich. Für den Einsatz im klini-
schen Alltag besteht allerdings noch erheb-
licher Forschungsbedarf, den die Experten am
Uniklinikum nun angehen können. Das Gerät
kostet rund neun Millionen Euro und wird von
der EU mit ca. 7,2 Millionen Euro bezuschusst.
Der Photonenstrahler mit
MRT-Bildgebung eröffnet neue
Möglichkeiten der Krebstherapie

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EFRE-PROJEKTE VORGESTELLT
Platz für Neues
Das Oberbergamt saniert den Altbergbaustandort
Martin Hoop IX in Mülsen
Die wechselvolle Geschichte der VEB Werke
Martin Hoop begann bereits 1867 als
„Steinkohlenwerk Morgenstern Sarfert &
Wiede“. Das Martin-Hoop-Werk entwickelte
sich zu DDR-Zeiten mit seinem Grubenfeld zum
leistungsstärksten Steinkohlenbergwerk im
Zwickauer Revier, bis der Steinkohlenbergbau
hier sukzessive bis zum Jahr 1978 komplett
stillgelegt wurde.
Der Schacht Martin Hoop IX wurde in den
Jahren von 1953 bis 1956 als Material- und
Wetterschacht bis in eine Tiefe von 1047 Meter
unter die Tagesoberfläche abgeteuft*. Im Zuge
der Einstellung des Steinkohlenbergbaus wurde
der Schacht in den Jahren 1978 / 79 mit Berge-
massen, Abbruchmaterial und Flugasche ver-
füllt und mit einer Stahlbetonplatte abgedeckt.
Das Material sackte im Laufe der Zeit nach,
wodurch die Gefahr von Nachbrüchen bestand.
Auch die Betriebsgebäude und -anlagen der
ehemaligen Schachtanlage waren größtenteils
ungenutzt und sind in einem sehr baufälligen
und gefährlichen Zustand.
In einem ersten Abschnitt werden nun die
gesamten übertägigen alten Betriebsgebäude
abgerissen und rückgebaut. Durch die Beseiti-
gung der Relikte wird eine langfristig sichere
und weitestgehend nachsorgefreie Fläche
hergestellt. Um die Belange des Natur- und
Artenschutzes ausreichend zu berücksichtigen,
werden die Arbeiten ökologisch überwacht. Im
Randbereich des Geländes sollen Benjeshecken
errichtet und im alten Pumpenhaus ein Fleder-
mausquartier eingerichtet werden.
Die Bauarbeiten begannen im August 2020
uns sollen ein Jahr dauern. Die Kosten betra-
gen rund 2,6 Millionen Euro und werden zu
80 rozent von der EU finanziert.
Seiffener Pinge wieder nutzbar
Im Mai 2020 konnte das Sächsische Oberberg-
amt ein weiteres EU-finanziertes Vorhaben
beenden – die „Wiederherstellung und
dauerhafte Gewährleistung der Wasser-
abtragsfähigkeit aus den Grubenbauen unter
den Seiffner Pingen durch Sanierung des
Johannes Stolln und des Heilige Dreifaltigkeit
Stolln in Seiffen“. Es war im November 2015
begonnen worden. Ziel war es, stabile hyd-
raulische und geotechnische Verhältnisse im
Grubenrevier und an der Tagesoberfläche zu
schaffen. Für spätere Kontrollbefahrungen
wurden insgesamt drei Zugangsschächte
hergestellt. Die Sanierungsarbeiten kosteten
rund 6,4 Millionen Euro. Ein Teilbereich der
Seiffener Pinge „Geyerin“ kann jetzt wieder für
die beliebten Freiluft-Veranstaltungen genutzt
werden.
Kaisergruben in Gersdorf
Im November 2020 startete das Oberbergamt
ein weiteres EU-Sanierungsprojekt. Der alte
und unsicher verfüllte Kaisergrube-Schacht II
wird verwahrt und dadurch die Standsicherheit
an der Tagesoberfläche langfristig gewähr-
leistet. Im Umfeld dieses Schachtes werden
alte und einsturzgefährdete Betriebsgebäude
und -anlagen zurückgebaut und beseitigt. Die
gesamten Projektkosten werden auf 6,6 Millio-
nen Euro geschätzt.
* Als Abteufen bezeichnet man in der Bergmann sprache
die Herstellung von senkrechten Hohlräumen zur
Erschließung von Lagerstätten
Historische Aufnahme des Martin-Hoop-Schachtes IX
KOSTEN
Das Sächsische Oberbergamt hat für den
Förderbereich „Prävention von Risiken
des Altbergbaus" aus dem Europäischen
Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)
im Zeitraum von 2014 bis 2023 insgesamt
52,7 Millionen Euro zur Verfügung. Damit
werden in Sachsen zahlreiche Altberg-
bauprojekte vor allem im Erzgebirge und
in den ehemaligen Steinkohlerevieren
finanziert.
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EFRE-PROJEKTE VORGESTELLT
Hier kann nun an neuen Ideen
gesponnen werden
Die Alte Aktienspinnerei dient nach vollendeter Sanierung
als Universitätsbibliothek
Die Alte Aktienspinnerei in Chemnitz hat
eine bewegte Geschichte zu erzählen: Um
1858 wurde sie als damals größte Spinnerei
Sachsens mit 60.000 Spindeln erbaut und dann
im Zweiten Weltkrieg durch Bombenangriffe
stark beschädigt. Seit 2004 war das mit einem
Notdach versehene Gebäude ungenutzt. Im
Jahr 2011 erwarb der Freistaat Sachsen die
unter Denkmalschutz stehende Spinnerei und
begann, sie grundlegend zu sanieren. Das Ziel:
Die Universitätsbibliothek der TU Chemnitz
sollte hier ein neues, zentrales Domizil finden.
Dazu wurde das Gebäude in seiner ursprüng-
lichen Kubatur mit der ursprünglichen Dach-
form denkmalgerecht wiederhergestellt und
entsprechend seiner neuen Nutzung ausge-
baut. Die gesamte Baumaßnahme einschließ-
lich Anbauten kostete rund 53,4 Millionen
Euro, wovon die Europäische Union knapp 10,9
Millionen Euro finanzierte.
In diesem Herbst konnte die Einweihung statt-
finden. Universitätssprecher Mario Steinebach
ist begeistert von den neuen Möglichkeiten:
„In der Alten Aktienspinnerei haben wir nun
eine Bibliothek, die nicht nur ein Speicher für
mehr als 1,1 Millionen gedruckte Bücher ist.
Sie wird vielmehr ein Raum sein, in dem sich
wissenshungrige Menschen aus der Universität
und der Region treffen, miteinander diskutieren
und natürlich auch lesen können.“
Einblick während der Sanierung
EU-ZEIT
2 – 2020

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EFRE-PROJEKTE VORGESTELLT
Das Augenmerk bei der Sanierung lag auf
Energieeffizienz. Die Gebäudehülle wurde mit
allen für einen wirksamen Wärmeschutz erfor-
derlichen Maßnahmen erneuert. Es wurden
energieeffiziente Heizungs- und Klimatechnik
mit Nutzung von Fernwärme bzw. Fernkälte,
eine energieeffiziente Beleuchtungstechnik
sowie eine energieeffiziente Gebäudeautoma-
tion eingebaut.
Angela Malz, Direktorin der Universitätsbiblio-
thek, blickt in die Zukunft: „Ab April 2021 soll
das Haus als 24 / 7-Bibliothek betrieben werden.
Dies ist dann ein Alleinstellungsmerkmal für
die TU Chemnitz, da keine andere Bibliothek
in Sachsen ihr gesamtes Angebot an jedem
Wochentag rund um die Uhr ihren Besucherin-
nen und Besuchern zur Verfügung stellt.“
Blick von oben auf die
Alte Aktienspinnerei,
jetzt Unibibliothek der
TU Chemnitz
Ein Speicher für mehr als
1,1 Millionen Bücher
Einblick nach erfolgter Sanierung
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EU-ZEIT
2 – 2020
ESF-PROJEKTE VORGESTELLT
Die Gründer von IN HARMONY
Matthias Lippmann, Martin Spindler
und Steven Mack (v.l.n.r.)
Lieblingssongs als Medizin
Dresdner Gründer lindern Tinnitus mit Musik
Praktisch jeder hat sie schon einmal gehört:
plötzlich wie aus dem Nichts erscheinende,
störende Ohrgeräusche. Das kann ein Pfeifen,
Summen oder Rauschen sein. In der Regel
verschwinden diese Geräusche nach kurzer
Zeit wieder von ganz allein. Passiert das nicht
und sie bleiben dauerhaft im Ohr, lautet die
medizinische Diagnose chronischer Tinnitus.
Von dieser Störung der Hörfunktion sind heute
allein in der Europäischen Union (EU) rund zehn
Millionen Menschen betroffen. Sie leiden nicht
nur unter den unmittelbaren Symptomen des
Tinnitus. Die möglichen Folgeschäden dieser
Erkrankung reichen von Schlafstörungen über
Angstzustände und Depressionen bis hin zu
vollständiger Arbeitsunfähigkeit. Hinzu kommt,
dass der Tinnitus sehr selten vollständig
geheilt werden kann. In der Regel lassen sich
nur die Symptome lindern, zum Beispiel durch
die Einnahme von Medikamenten oder eine
Psychotherapie.
Tinnitus in Harmonien betten
Einen ganz neuen Weg gehen dabei die Grün-
der des Dresdner Start-ups Tech & Life Solution
GmbH Martin Spindler, Matthias Lippmann und
Steven Mack. „Matthias und ich haben dazu
die Softwarelösung IN HARMONY entwickelt,
die den Betroffenen über eine App schnell
und unkompliziert helfen kann", erklärt Martin
Spindler. Vereinfacht gesagt ist der Ansatz von
IN HARMONY, den Tinnitus im Alltag mithilfe
von Musik zu kompensieren. Mittels der Soft-
ware wird zunächst die Tinnitusfrequenz des
Patienten eingegrenzt. Anschließend erfolgt
eine automatische Anpassung des ausgewähl-
ten Musikstückes. Zum Einsatz kommen dabei
die Lieblingssongs des Patienten. Die Software
analysiert die musikalische Beschaffenheit der
Stücke und bringt sie mit dem Tinnituston in
Einklang. „Der Tinnituston wird quasi in die
Harmonie der Songs eingebettet, sodass er
nicht mehr als störend wahrgenommen wird",
sagt Martin Spindler.

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ESF-PROJEKTE VORGESTELLT
Die visionäre Idee, Tinnitustöne gezielt
musikalisch zu umspielen, stammt von dem
Hals-Nasen-Ohren-Arzt Dr. Gerd Tymnik.
Seine Untersuchungen zur akustischen Kom-
pensation von Tinnitus inspirierten Martin
Spindler und Matthias Lippmann dazu, ihre
Software zur Analyse und Therapie von Tinnitus
zu entwickeln. Den Rahmen dafür bildete ein
von 2013 bis 2017 laufendes interdisziplinäres
Forschungsprojekt am Lehrstuhl für Mensch-
Computer-Interaktion an der TU Dresden.
Am Ende stand ein erster Prototyp der App
IN HARMONY mit vielversprechenden Ergeb-
nissen. „Erste Durchläufe mit Probanden
zeigten uns, dass während der Anwendung die
Tinnitusbelastung kaum noch wahrgenommen
wurde. Und nach einer fünfzehnminütigen
Pause war die Wahrnehmung des Tinnitus noch
immer reduziert.", sagt Martin Spindler.
Start-up auf der Erfolgsspur
Allerdings waren weder der Kooperations-
partner aus dem Forschungsprojekt noch die
TU Dresden selbst an der Verwertung ihrer
innovativen Softwarelösung interessiert. Also
schmiedeten Martin Spindler und Matthias
Lippman den Plan, ein eigenes Start-up-
Unternehmen zu gründen und setzten diesen
zielstrebig um. Bei ihrem Gründungsvorhaben
wurden sie in den Vorphasen bis zur Erstellung
eines Businessplans durch das Gründernetz-
werk dresden exists und ein „EXIST Gründer-
stipendium" des Bundesministeriums für
Wirtschaft und Energie unterstützt. In einem
Businessplan-Seminar lernten sie Steven Mack
kennen. Bei ihm fanden sie das fehlende Know-
how in Betriebswirtschaft und holten ihn als
Mitgründer mit ins Boot. Nach der Erstellung
eines Businessplans nahm ihr Gründungsvor-
haben IN HARMONY richtig Fahrt auf. Denn
mit Erfolg bewarben sie sich um ein Techno-
logiegründerstipendium des Freistaats Sachsen,
das auch mit Mitteln aus dem Europäischen
Sozialfonds (ESF) finanziert wird. „Dank der
bewilligten Stipendien konnten wir unseren
Lebensunterhalt bestreiten und uns in Vollzeit
dem Gründungsprojekt und der Verbesserung
unserer App widmen", sagt Martin Spindler.
Noch ist die App IN HARMONY nicht auf dem
Markt. Dazu sind noch klinische Nachweise
hinsichtlich ihrer nachhaltigen Wirkung erfor-
derlich. Eine entsprechende klinische Studie
mit Tinnitus-Patienten an der HNO-Klinik
des Universitätsklinikums Dresden erfolgt
derzeit. Nach der erfolgreichen Zulassung
als Medizinprodukt soll IN HARMONY dann
zunächst im deutschen Markt vertrieben
werden. IN HARMONY wird dann als Digitale
Gesundheits-App auch auf Rezept erhältlich
sein, denn die Betroffenen können sie jederzeit
selbständig anwenden. Aber die drei Gründer
denken schon weiter: „Wir wollen die App dann
auch EU-weit als Medizinprodukt zertifizieren
lassen und in Europa und den USA anbieten",
erklärt Martin Spindler. Dazu wollen sie neue
Investoren gewinnen und Vertriebspartner
finden.
Die App IN HARMONY hilft dabei,
den Tinnituston in die Harmonie der
eigenen Lieblingssongs einzubetten
Die App kann bei Bedarf immer
angewendet werden
WEITERE INFORMATIONEN:
Anmeldungen zur Studie unter:
https://www.in-harmony.land/
anmeldung-zur-studie/
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EU-ZEIT
2 – 2020
Projektbegehung auf dem Brühl
in Chemnitz
Austausch zweier URBACT-Netzwerke
AKTUELL & INFORMATIV
Chemnitz als „Good Practice“
Das ALT / BAU Netzwerk im URBACT Programm
Die Wiederbelebung von historischen Wohnge-
bäuden in von Leerstand betroffenen Stadtvier-
teln hat sich das URBACT-Netzwerk ALT / BAU
auf die Fahnen geschrieben. Die Stadt Chemnitz
ist seit 2018 Lead-Partner in diesem Netzwerk.
URBACT ist ein europäisches Förderprogramm,
finanziert durch den Europäischen Fonds für
regionale Entwicklung. Zentral für URBACT ist
der europaweite Austausch von Fachwissen
und Erfahrungen. Im Rahmen von Netzwerken
werden gute Praxisbeispiele in anderen europäi-
schen Städten adaptiert.
Die Agentur StadtWohnen Chemnitz, eine Initi-
ative der Stadt, wurde 2017 als „URBACT Good
Practice“ ausgezeichnet. Das war die Grundlage
dafür, dass Chemnitz heute als eine von zwei
deutschen Städten ein Transfernetzwerk leitet.
Dem ALT / BAU Netzwerk gehören Seraing, Turin,
Riga, Rybnik, Constanta und Vilafranca del
Penedès an.
Seit 2012 ist die Agentur StadtWohnen tätig mit
dem Ziel, unsanierte und leerstehende Wohnge-
bäude in Sanierung und Nutzung zu bringen. Sie
vermittelt zwischen Eigentümern, Nutzern, Inte-
ressenten und der Stadtverwaltung. „Seit 2012
konnten schon viele Eigentümer zur Sanierung
bewegt bzw. neue Eigentümer gefunden werden,
die dann sanierten“, berichtet Sabine Hausmann,
Mitarbeiterin beim Projektträger WGS.
Die sechs teilnehmenden Städte entwickeln
gemeinsam Lösungen, ihre spezifischen
Leerstandprobleme zu verbessern, indem sie
Chemnitzer Strategien auf ihre lokale Situation
anpassen. So stehen z. B. in Turin viele Siedlun-
gen von einstigen FIAT-Angestellten leer. Nach-
dem sich die Partner bei Arbeitstreffen intensiv
ausgetauscht haben, wurde in Vilafranca
bereits eine Agentur nach Chemnitzer Modell
gegründet, die anderen Städte folgen noch. Das
ALT / BAU Netzwerk ist noch bis Juni 2021 tätig.
WEITERE INFORMATIONEN
https://urbact.eu/urbact-deutschland-
und-österreich
https://urbact.eu/interview-„wir-wollen-
auch-zukunft-good-practice-bleiben“
Treffen zum Internationalen Tag
der Städte in Chemnitz

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EU-Maskottchen Emil begeistert
nicht nur Kinder
AKTUELL & INFORMATIV
Emil unterwegs
Informationen zur EU-Förderung in Ihrer Region –
gewinnen Sie ein EU-Präsent!
Wie viel Geld hat Sachsen von der EU in den
Jahren 2014 bis 2020 erhalten? Wie viele
Mitgliedstaaten hat die Europäische Union?
Kennen Sie EU-geförderte Projekte in Ihrer
Stadt? Wer diese oder andere Fragen richtig
beantworten konnte, bekam eine EU-Tasse,
eine Taschenlampe, einen Thermobecher oder
einen sonstigen kleinen Gewinn mit auf den
Weg. In sechs sächsischen Städten – Dresden,
Leipzig, Görlitz, Plauen, Freiberg und Meißen –
war EU-Maskottchen Emil im August und Sep-
tember 2020 mit Luftballons, Informationen
Ein Herz für die EU
EU-Postkarten
aus Sachsen mit vier verschie-
denen Motiven: Sie können die Postkarten
bestellen unter
www.publikationen.sachsen.de
und Give aways unterwegs und kam mit
Passanten ins Gespräch – tatkräftig unter-
stützt von einigen Promotern.
Da die Corona-Situation derartige Aktionen
momentan nicht ermöglicht, können Sie sich
auf anderen Wegen zur
EU-Förderung
in
S
a
c
h
s
en
i
n
f
o
r
m
ier
en
:
www.strukturfonds.sachsen.de
www.eu-projekte.sachsen.de
www.facebook.com/EUfoerdertSachsen
Broschüren
zur EU-Förderung sowie alle
Ausgaben der EU-Zeit gibt es unter
www.publikationen.sachsen.de.
Und einen
kleinen Gewinn
kann man auch
erhalten: Schicken Sie uns eine E-Mail an
eu-info@smwa.sachsen.de
und nennen Sie
uns eines oder mehrere von der Europäischen
Union geförderte Projekte in Ihrer Umgebung.
Geben Sie Ihre Anschrift an und Sie erhalten
von uns eine kleine Aufmerksamkeit.
LIEBESGRÜSSE
AUS BRÜSSEL
JA, ICH WILL!
LIEBESGRÜSSE
AUS BRÜSSEL
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Europa fördert Sachsen 2021
Ergebnisse der EU-Förderung 2014 bis 2020 in Sachsen,
dargestellt auf 13 Kalenderseiten
Entdecken Sie EU-Projekte in Ihrer Region!
In EU-Magazinen für jeden Landkreis und die Städte Chemnitz,
Dresden und Leipzig können Sie auf Entdeckungstour nach EU-
geförderten Projekten in Ihrer Umgebung gehen. Die Hefte können
eingesehen und bestellt werden:
Zentraler Broschürenversand der Sächsischen Staatsregierung
Telefon: 0351 210 - 3671
www.publikationen.sachsen.de