A Unterstützungsmaterial –
Pädagogische Diagnostik
Material A1:
Gedächtnisprotokoll – Freie Gelegenheitsbeobachtung
Material A2:
Beobachtungsprotokoll – Kriteriengeleitete Beobachtung
Material A3:
Übersicht Beobachtungsfehler
Material A4:
Protokoll – Reflexionsgespräch
Material A5:
Orientierende Leitfragen für ein Schülergespräch zur emotionalen
und sozialen Entwicklung
Material A6:
Orientierende Leitfragen für ein Elterngespräch zur emotionalen
und sozialen Entwicklung
Material A7:
Orientierende Leitfragen für ein anlassbezogenes Schülergespräch
Material A8:
Orientierende Leitfragen für ein anlassbezogenes Elterngespräch
Material A9:
Einschätzungsbogen für Lehrkräfte zur emotionalen und sozialen Entwicklung
Material A10:
Selbsteinschätzungsbogen für Schüler zur emotionalen und sozialen Entwicklung
Material A11:
Einschätzung Klassenklima – Bild
Material A12:
Einschätzung Klassenklima – Zielscheibe
Material A13:
Einschätzung Klassenklima – Hand
Material A14:
Erfassung von Gruppenstrukturen – Klassen-Soziogramm

A1: Gedächtnisprotokoll - Freie Gelegenheitsbeobachtung
Dokumentation einer ungeplanten Beobachtung eines als bedeutsam eingeschätzten Ereignisses oder
einer auffälligen bzw. kritischen Situation
Datum und Zeitpunkt
1
der Beobachtung:
Ort der Beobachtung:
Name der beobachtenden Lehrkraft:
Name und Klasse des Schülers/der Beteiligten:
*1
1
Beobachtung
(Ausgangs-)Situation (Auslöser, Situationsablauf):
Verhalten des Schülers/der Beteiligten/ggf. Unbeteiligter:
Reaktion der Lehrkraft (Sofortmaßnahmen, Konsequenzen):
Weiteres Vorgehen (Absprachen, Festlegungen konkrete Maßnahmen):
1
Uhrzeit oder Bezug zum Schultag (Stunde, Unterrichtsfach, Pause)
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
A1 – Kopiervorlage

A2: Beobachtungsprotokoll – Kriteriengeleitete Beobachtung
Zielorientierte Beobachtung einzelner Verhaltensweisen durch Fremdbeobachter
Datum und Zeitraum
1
der Beobachtung:
Ort der Beobachtung:
Name des Beobachters
2
:
Name der unterrichtenden Lehrkraft:
Name und Klasse des Schülers:
Beobachtungsanlass, Kurzbeschreibung
der Beobachtungssituation:
*1
1
, *2
2
Beobachtungskriterien/Indikatoren
3
:
(max. 3 sichtbare und messbare
Verhaltensweisen festlegen)
Auftreten des Verhaltens
Häufigkeit (Strichliste):
Situationsbezug:
Weitere Beobachtungen:
Verhalten des Schülers
Reaktion der Mitschüler
Reaktion der Lehrkraft
*3
3
1
Uhrzeit oder Bezug zum Schultag (Stunde, Unterrichtsfach, Pause)
2
möglichst eine unbeteiligte Lehrkraft oder pädagogische Fachkraft
3
Beispiele: meldet sich, bearbeitet seine Aufgaben zielgerichtet, steht im Unterricht auf, macht störende Geräusche
A2 – Kopiervorlage
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“

A3: Übersicht Beobachtungsfehler
Eine völlig objektive Beobachtung ist nicht möglich, da sie durch die Subjektivität der Wahrnehmung und Bewer-
tung des Beobachters beeinflusst wird. Die nachfolgende Übersicht zeigt eine Auswahl der wichtigsten Beobach-
tungs- und Bewertungsfehler:
Bezeichnung
Erklärung
Beispiel
Halo-/Hofeffekt
Beeinflussung der Wahrneh-
mung durch einen bestehen-
den Gesamteindruck oder ein
besonders hervorstechendes
Merkmal
Das äußere unordentliche Erscheinungsbild des
Schülers beeinflusst die Beurteilung seines Verhal-
tens bzw. seiner tatsächlich erbrachten Leistung.
Positionseffekt/
Primacy-Effekt
Beeinflussung der Wahrneh-
mung einer Situation durch den
ersten oder letzten Eindruck,
der andere Eindrücke überlagert
Am Anfang der Stunde wirft der zu beobachten-
de Schüler einen Rucksack durch den Raum. Das
danach von ihm gezeigte positive Verhalten im
Unterricht wird durch die Lehrkraft übersehen.
Rosenthal-Effekt
(Erwartungseffekt)
Tendenz zu Wahrnehmungen,
die den eigenen Erwartungen
entsprechen
Die Lehrkraft erhält die Information, dass der neue
Schüler häufig aggressives Verhalten zeigt. Unter
dem Eindruck dieser Vorinformation werden hel-
fende Verhaltensweisen häufig nicht, vereinzelte
aggressive Verhaltensweisen hingegen sofort wahr-
genommen.
Logischer Fehler
Übertragung einer Eigenschaft
aufgrund einer „logischen
Schlussfolgerung“ auf andere
nicht beobachtete Eigenschaf-
ten des Schülers
Schüler, die Brille tragen, sind intelligent.
Ein Schüler mit hohen muttersprachlichen Fähig-
keiten verfügt auch über hohe Fähigkeiten in den
Fremdsprachen.
Milde-/Strenge-
Effekt
zu milde/zu strenge Bewertung
beobachteter Verhaltensweisen
aufgrund einer vorhandenen
Sympathie/Antipathie oder
aufgrund von Mitleid
Die Lehrkraft mag die Schülerin. Ihre Zwischenrufe
im Unterricht beurteilt sie daher eher milde und
verständnisvoll.
Subjektivismus
Verzerrung der Beobachtungs-
ergebnisse aufgrund einer
subjektiven Wahrnehmung/
Interpretation oder eines
persönlichen Interesses des
Beobachters
Die Lehrkraft nimmt den Schüler nach einem
herausfordernden Elterngespräch als besonders an-
strengend wahr und vermerkt ihre Beobachtungen
äußerst detailliert im Protokoll.
Hawthorne-Effekt
Verhaltensänderung des Be-
obachteten allein aufgrund des
Bewusstseins, unter Beobach-
tung zu stehen
Der Schüler weiß, dass die Schulleiterin ihn heute im
Unterricht beobachtet. Er verhält sich daher bewusst
unauffällig.
Gedächtnisfehler
ungenaue Wiedergabe einer
zurückliegenden Beobachtung
im Nachhinein aufgrund von
Erinnerungslücken
Die Lehrkraft schildert einen Vorfall und kann sich
nicht mehr genau erinnern, welche Schüler beteiligt
waren. Sie hat sich nur die üblichen „Verdächtigen“
gemerkt.
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
A3

A4: Protokoll – Reflexionsgespräch
Reflexion von Beobachtungsergebnissen, Ableitung von Zielen und Maßnahmen
Datum:
Name der Lehrkraft:
Name und Klasse des Schülers:
Zugrundeliegende Dokumentation
(z. B. Beobachtungsprotokoll):
Vermutungen/Hypothesen der Lehr-
kraft zum beobachteten Schülerver-
halten:
Sichtweise des Schülers:
ggf. Sichtweise weiterer Beteiligter:
Weiteres Vorgehen:
Festlegung von Entwicklungszie-
len und pädagogischen Maßnah-
men
Planung weiterer Maßnahmen
der pädagogischen Diagnostik
Einbeziehung von Kooperations-
partnern
A4 – Kopiervorlage
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“

A5: Orientierende Leitfragen für ein Schülergespräch zur emotionalen
und sozialen Entwicklung
Auswahl von Fragen zur Erhebung des aktuellen Entwicklungsstandes
Allgemeine Situation
Womit beschäftigst du dich in deiner Freizeit/am Wochenende am liebsten?
Was machst du normalerweise nachmittags nach der Schule?
Schule allgemein
Was macht dir in der Schule am meisten Spaß?
Welches Fach/Thema interessiert dich momentan sehr? Warum interessiert es dich?
Gibt es Dinge, die dir in der Schule nicht gefallen? Wenn ja, welche?
Wie könnte man diese Dinge ändern? Was könntest du dazu beitragen?
Soziale Entwicklung
Wie fühlst du dich in deiner Klasse? Was denkst du, wodurch wird das beeinflusst?
Hast du Freunde in deiner Klasse? Wer sind deine Freunde?
Fühlst du dich von deinen Mitschülern akzeptiert?
Was gelingt dir …
bei der Organisation deiner schulischen Angelegenheiten/im Umgang mit deinen
Mitschülern/deinen Lehrern
… schon richtig gut?
Gibt es Dinge, die du noch besser machen möchtest? Was machst du, wenn dir etwas nicht so gut gelingt?
Arbeitest du in der Schule gern mit anderen Schülern zusammen oder lieber allein? Was gefällt dir daran?
Wie reagierst du, wenn andere Kinder eine andere Meinung haben oder du von ihnen kritisiert wirst?
Gibt es Situationen, in denen du öfter mit anderen in Streit gerätst? Welche sind das?
Was tust du, wenn es Streit gibt?
Emotionale Entwicklung
Zeigst du den anderen, wie du dich fühlst? Wie tust du das?
Wie fühlt es sich an, wenn du glücklich bist?
Vor welchen Situationen hast du Angst? Was tust du dann gegen die Angst?
Bist du manchmal wütend? Was macht dich wütend?
Woran merkst du, wenn du wütend bist? Was tust du dann gegen die Wut?
Erkennst du bei deinen Freunden oder Mitschülern, wie sie sich gerade fühlen?
Was tust du, wenn einer deiner Freunde/Mitschüler traurig ist?
Kannst du dich in die Lage von anderen hineinversetzen, um ihr Verhalten besser zu verstehen?
Zusammenfassung
Wir haben nun über … gesprochen. Was kannst du deiner Meinung nach schon richtig gut?
Worin möchtest du noch besser werden? Wobei brauchst du Unterstützung? Wer könnte dir dabei helfen?
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
A5

A6: Orientierende Leitfragen für ein Elterngespräch zur emotionalen
und sozialen Entwicklung
Auswahl von Fragen zur Erhebung des aktuellen Entwicklungsstandes
Allgemeine Situation des Kindes
Womit beschäftigt sich Ihr Kind in seiner Freizeit/am Wochenende am liebsten?
Wie sieht ein normaler Nachmittag bei Ihrem Kind nach der Schule aus?
Schule allgemein
Was macht Ihrem Kind in der Schule am meisten Spaß?
Welches Fach/Thema interessiert Ihr Kind aktuell?
Gibt es Dinge, die Ihrem Kind in der Schule nicht gefallen? Wenn ja, welche?
Soziale Entwicklung
Wie fühlt sich Ihr Kind derzeit in seiner Klasse? Welche Gründe gibt es dafür?
Hat Ihr Kind Freunde in seiner Klasse? Wie heißen die Freunde Ihres Kindes?
Fühlt sich Ihr Kind von seinen Mitschülern akzeptiert?
Was gelingt Ihrem Kind …
bei der Organisation seiner schulischen Angelegenheiten/im Umgang mit seinen
Mitschülern/seinen Lehrern
… schon richtig gut?
Gibt es Dinge, die es noch nicht so gut bewältigt? Wie reagiert Ihr Kind, wenn ihm etwas nicht so gut gelingt?
Ist Ihr Kind gern mit anderen zusammen oder lieber allein?
Wie geht Ihr Kind zuhause mit anderen Meinungen oder Kritik um?
Berichtet Ihr Kind öfter von Konflikten in der Schule? In welchen Situationen treten sie auf?
Wie versucht Ihr Kind zuhause, Konflikte zu lösen?
Wie reagieren Sie in der Regel in Konfliktsituationen?
Emotionale Entwicklung
Zeigt Ihr Kind offen seine Gefühle? Wie tut es das?
In welchen Situationen ist Ihr Kind glücklich?
Vor welchen Situationen hat Ihr Kind Angst? Wie geht Ihr Kind mit Angst um?
In welchen Situationen wird Ihr Kind wütend? Gibt es typische Auslöser für die Wut?
Wie geht Ihr Kind mit Wut um?
Nimmt Ihr Kind die Gefühle von anderen Menschen wahr?
Wie reagiert Ihr Kind, wenn andere Menschen traurig sind?
Ist Ihr Kind in der Lage, sich in andere Personen hineinzuversetzen?
Zusammenfassung
Wir haben nun über … gesprochen. Was davon gelingt Ihrem Kind schon gut? In welchen Bereichen sollte es sich
noch weiterentwickeln? Wobei benötigt Ihr Kind Unterstützung? Wer könnte diese Unterstützung geben?
A6
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“

A7: Orientierende Leitfragen für ein anlassbezogenes Schülergespräch
Auswahl von Fragen zur Reflexion und Festlegung von Entwicklungszielen, Erstellung einer
Zielvereinbarung
Beschreibung des Problemverhaltens aus Sicht der Lehrkraft
Du hast dich am …
(Zeitpunkt/Situationsbeschreibung) … folgendermaßen verhalten: …
(Verhaltensbeschreibung)
oder:
Mir ist aufgefallen, dass du in bestimmten Situationen
(Situationsbeschreibung) … folgendes Verhalten
(Verhaltensbeschreibung)
… zeigst.
Dieses Verhalten wird an unserer Schule nicht akzeptiert, weil es …
dich am Lernen hindert/den Unterricht/
Schulalltag/die Mitschüler/die Lehrkräfte stört/zu Konflikten führt.
Ich möchte gern gemeinsam mit dir überlegen, wie du einen Weg finden kannst, um dein Verhalten zu
ändern.
Beschreibung des Problemverhaltens aus Sicht des Schülers
Beschreibe die von mir geschilderte Situation aus deiner Perspektive.
Was hast du in dieser Situation gefühlt/empfunden?
Warum hast du dich so verhalten?
Was denkst du, wie die anderen Mitschüler oder Lehrkräfte sich in der Situation gefühlt haben?
Wie könntest du um Entschuldigung bitten?
Was könntest du tun,
um dich in ähnlichen Situationen anders zu verhalten/damit es nicht wieder zu solch
einer Situation kommt?
Beschreibung der Erwartungsvorstellung aus Sicht der Lehrkraft/der Schule und des Schülers
Was möchtest du selber erreichen?
Ich wünsche mir, dass du …
(Verhaltensbeschreibung/Zielvorgabe)
Das ist ein großes Ziel, welches Teilziel könntest du dir als erstes vornehmen?
(Konkretisierung bzw. Ergän-
zung durch die Lehrkraft/Schule)
Wie und in welchem Zeitrahmen kannst du dieses Ziel erreichen?
(Konkretisierung bzw. Ergänzung durch die
Lehrkraft/Schule)
Wer könnte dich dabei unterstützen
(z. B. Lehrkräfte, Mitschüler, Eltern)
? Welche Art von Unterstützung
wünschst du dir (z. B.
Verstärkerplan, Verhaltensprotokoll, vereinbarte Zeichen
)?
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
A7

A8: Orientierende Leitfragen für ein anlassbezogenes Elterngespräch
Auswahl von Fragen zur Reflexion und Festlegung von Entwicklungszielen
Beschreibung des Problemverhaltens aus Sicht der Lehrkraft
Ihr Kind hat am …
(Zeitpunkt/Situationsbeschreibung)
folgendes Verhalten
(Verhaltensbeschreibung)
gezeigt:
oder:
Mir ist aufgefallen, dass Ihr Kind in bestimmten Situationen
(Situationsbeschreibung)
folgendes Verhalten
(Verhaltensbeschreibung)
… zeigt.
Dieses Verhalten ist nicht akzeptabel, weil es
Ihr Kind am Lernen hindert/den Unterricht/Schulalltag/die
Mitschüler/die Lehrkräfte stört/zu Konflikten führt.
Ich möchte gern gemeinsam mit Ihnen überlegen, wie wir gemeinsam Ihr Kind dabei unterstützen könnten,
ein angemesseneres Verhalten in der Schule zu zeigen.
Beschreibung des Problemverhaltens aus Sicht der Eltern
Haben Sie eine Erklärung für das Verhalten Ihres Kindes? Kennen Sie seine Beweggründe? Was berichtet Ihr
Kind zuhause darüber?
Beobachten Sie dieses oder ein ähnliches Verhalten bei Ihrem Kind auch zuhause?
Wodurch wird das Verhalten Ihrer Meinung nach ausgelöst oder verstärkt?
Wie reagieren Sie in solchen Situationen? Welche Konsequenzen waren bisher erfolgreich?
Was würde Ihrem Kind Ihrer Meinung nach helfen, um sein Verhalten zu ändern/mit der Situation besser
umgehen zu können?
Haben Sie schon einmal daran gedacht, externe Beratung oder Unterstützung in Anspruch zu nehmen?
Beschreibung der Erwartungsvorstellung aus Sicht der Lehrkraft/der Schule
Ihr Kind hat dazu geäußert, dass es … erreichen möchte.
Ich wünsche mir, dass Ihr Kind …
(Verhaltensbeschreibung/Zielvorgabe)
Folgende (Teil-)Ziele möchte ich mit Ihrem Kind vereinbaren: …
(Zielvereinbarung, Bildungsvereinbarung)
Wie können Sie Ihr Kind unterstützen, die genannten Ziele zu erreichen?
Wie können die Lehrkräfte oder Mitschüler Ihr Kind dabei unterstützen?
ggf.: Ich empfehle Ihnen zusätzlich …
(externe Unterstützungsmöglichkeiten)
, um das genannte Ziel
gemeinsam zu erreichen.
A8
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“

A9: Einschätzungsbogen für Lehrkräfte zur emotionalen und sozialen Entwicklung
Datum:
Name der einschätzenden Lehrkraft:
Name und Klasse des Schülers:
trifft zu
trifft
teilweise
zu
trifft
nicht zu
Emotionale Kompetenz
Emotionswahrnehmung/Emotionsausdruck
Er/Sie vermittelt anderen über Sprache, Mimik und Körperhaltung
eigene Emotionen.
Er/Sie benennt eigene Emotionen und beschreibt sie differenziert.
Er/Sie benennt die Emotionen anderer und beschreibt diese differen-
ziert.
Er/Sie passt den Ausdruck eigener Emotionen an verschiedene Situatio-
nen und Kommunikationspartner an.
Er/Sie setzt seinen/ihren Emotionsausdruck gezielt ein, um etwas zu
erreichen.
Emotionswissen/Zusammenhänge herstellen
Er/Sie kann verschiedene Emotionen und deren körperliche Signale
sowie Einflüsse auf die Gedanken benennen.
Er/Sie achtet im Umgang mit anderen auf deren Emotionen.
Er/Sie erkennt und benennt situative Auslöser für Emotionen.
Er/Sie erkennt den Einfluss subjektiver Einstellungen, Erwartungen und
Vorerfahrungen auf Emotionen.
Emotionsregulation
Er/Sie wendet Strategien zur Regulation seiner/ihrer Emotionen an.
Er/Sie kann auch in schwierigen Situationen sein/ihr Verhalten kontrol-
lieren.
Er/Sie reagiert auf Kritik situationsangemessen.
Er/Sie reagiert auf Misserfolge angemessen.
Er/Sie löst Konflikte gewaltfrei.
Empathie
Er/Sie kann die Emotionen anderer nachempfinden.
Er/Sie kann sich in andere hineinversetzen und deren Handlungen
nachvollziehen.
Er/Sie erkennt von sich aus, wenn andere Hilfe benötigen.
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
A9 – Kopiervorlage

trifft zu
trifft
teilweise
zu
trifft
nicht zu
Soziale Kompetenz
Gestaltung von Gleichaltrigenbeziehungen
Er/Sie zeigt sich in der Interaktion offen gegenüber anderen Mitschülern.
Er/Sie kann Freundschaften schließen und aufrechterhalten.
Er/Sie hat ein gutes Verhältnis zu den meisten Mitschülern.
Er/Sie wird von den Mitschülern anerkannt.
Fähigkeiten des Selbstmanagements
Er/Sie organisiert seine/ihre schulischen Angelegenheiten selbstständig.
Er/Sie kann seine/ihre eigenen Bedürfnisse benennen.
Er/Sie passt sein/ihr Verhalten an verschiedene Situationen an.
Er/Sie kann eigene Bedürfnisse zeitweise aufschieben.
Er/Sie kann Hinweise von anderen auf eigene Fehler annehmen und
umsetzen.
Er/Sie kann auf die Bedürfnisse anderer eingehen.
Schulische Anpassungs- und Leistungsfähigkeit
Er/Sie beachtet die Klassenregeln und die Hausordnung.
Er/Sie kann sich an die schulischen Rahmenbedingungen anpassen.
Er/Sie kann mit schwierigen Situationen im Schulalltag umgehen.
Er/Sie zeigt Interesse am Unterrichtsgeschehen.
Er/Sie beginnt selbstständig und zügig mit der Arbeit.
Er/Sie zeigt bei schwierigen oder umfangreichen Aufgaben Anstrengungs-
bereitschaft.
Er/Sie erfüllt die schulischen Anforderungen.
Kooperations- und Mitwirkungsbereitschaft
Er/Sie arbeitet gern mit anderen zusammen.
Er/Sie ist bereit, sich für ein gemeinsames Ziel oder eine gemeinsame
Aufgabe engagiert einzusetzen.
Er/Sie kann sich in ein Team einfügen und an Vereinbarungen halten.
Er/Sie ist bei unterschiedlichen Interessen zu Kompromissen bereit.
Er/Sie geht konstruktiv mit Kritik um.
Durchsetzungsfähigkeit
Er/Sie macht einen selbstsicheren, selbstbewussten Eindruck.
Er/Sie äußert seine/ihre eigenen Interessen in der Gruppe und kann
diese durchsetzen.
Er/Sie formuliert Kritik konstruktiv.
Er/Sie übernimmt gern verantwortungsvolle Aufgaben.
A9 – Kopiervorlage
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“

Diese Verhaltensweisen stellen Stärken des Schülers dar (zeigt das Verhalten immer oder häufig):
Diese Verhaltensweisen sollten weiter stabilisiert werden (zeigt das Verhalten manchmal):
Diese Verhaltensweisen sollten angebahnt werden (zeigt das Verhalten selten oder nie):
Darin besteht der größte Handlungsbedarf:
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
A9 – Kopiervorlage

A10: Selbsteinschätzungsbogen für Schüler
1
zur emotionalen und sozialen Entwicklung
Datum:
Name und Klasse des Schülers:
stimmt
stimmt
teilweise
stimmt
nicht
Ich erkenne meine eigenen Gefühle.
Bei bestimmten Gefühlen spüre ich körperliche Veränderungen.
Ich erkenne, wie andere Menschen sich fühlen.
Wenn ich fröhlich oder glücklich bin, zeige ich das anderen.
Wenn ich traurig oder verärgert bin, zeige ich das anderen.
Andere erkennen, wie ich mich fühle, auch wenn ich nicht darüber
spreche.
Ich kann anderen genau beschreiben, wie ich mich fühle.
Ich vertraue meine Gefühle nur bestimmten Menschen an.
Ich kann meine Gefühle vor anderen verstecken.
Ich weiß, dass unterschiedliche Gefühle auch gleichzeitig auftreten
können.
Ich weiß, wie sich meine Gefühle auf meinen Körper auswirken und
meine Gedanken beeinflussen.
Ich weiß, dass Gefühle nicht immer ehrlich gezeigt werden.
Ich weiß, dass Gefühle die Beziehungen zu anderen Menschen beein-
flussen.
Ich erkenne bestimmte Ursachen für meine Gefühle und kann sie
benennen.
Ich weiß, dass meine Gedanken meine Gefühle beeinflussen.
Wenn ich verärgert bin, weiß ich, wie ich damit umgehe, ohne andere
zu verletzen.
Ich weiß, wie ich mich beruhigen kann, wenn ich Angst habe.
Wenn mich jemand kritisiert, bleibe ich ruhig.
Ich bleibe ruhig, wenn mir etwas nicht so gut gelingt.
Ich kann einen Streit ohne Gewalt lösen.
Ich kann mich gut in andere einfühlen.
Ich kann mich in andere hineinversetzen und verstehen, warum sie sich
so verhalten.
Ich erkenne, wenn andere Hilfe benötigen.
1
Einsatz in Abhängigkeit vom Entwicklungsstand des Schülers
A10 – Kopiervorlage Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“

stimmt
stimmt
teilweise
stimmt
nicht
Ich gehe auf andere Mitschüler zu und suche Kontakt zu ihnen.
Ich habe einen guten Freund oder mehrere gute Freunde.
Mit den meisten meiner Klassenkameraden verstehe ich mich gut.
In der Klasse fühle ich mich anerkannt.
Ich kann meine schulischen Angelegenheiten selbst organisieren.
Ich kann sagen, was ich brauche oder möchte.
Ich verhalte mich in der Schule so, wie es jeweils von mir verlangt wird.
Ich mache zuerst das, was ich tun muss und danach das, was ich möchte.
Wenn ich auf Fehler hingewiesen werde, versuche ich es beim nächsten
Mal besser zu machen.
Ich kann mich auch nach anderen richten.
Ich beachte die Klassenregeln und halte die Hausordnung ein.
Ich lasse mich beim Lernen durch meine Mitschüler oder andere Dinge
nicht stören.
Der Unterricht interessiert mich.
Ich beginne selbstständig und zügig mit der Erledigung von Aufgaben.
Ich strenge mich an, um auch schwierige oder umfangreiche Aufgaben
zu lösen.
Mit den schulischen Anforderungen komme ich zurecht.
Ich arbeite gern mit anderen zusammen.
Ich strenge mich an, um mit anderen ein gemeinsames Ziel zu erreichen
oder eine gemeinsame Aufgabe zu bewältigen.
Ich kann mich in eine Gruppe einfügen und an Vereinbarungen halten.
Wenn es unterschiedliche Meinungen gibt, kann ich mich mit anderen
einigen.
Ich kann damit umgehen, wenn mich andere kritisieren.
Ich weiß, was ich gut kann.
Ich kann meine Interessen vor meinen Mitschülern äußern und durch-
setzen.
Ich kann meine Mitschüler angemessen auf Fehler hinweisen.
Ich übernehme gerne besondere Aufgaben für die Klasse.
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“ A10 – Kopiervorlage

Das kann ich besonders gut:
Das möchte ich gern ändern:
Das muss ich dafür tun:
A10 – Kopiervorlage Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“

image
image
image
A11: Einschätzung Klassenklima – Bild
Wenn der Spielplatz deine Klasse wäre, welche Position würdest du einnehmen?
Betrachte das Bild und suche eine Figur, mit der du dich am meisten identifizierst. Diese Figur kannst du
individuell gestalten, mit einem farbigen Fingerabdruck oder mit deinem Namen kennzeichnen.
Erkläre, warum du dir diese Figur ausgesucht hast. Welche Merkmale treffen ggf. nicht auf dich zu?
Gab es mehrere Positionen, zwischen denen du dich entscheiden musstest?
Sprecht in Gruppen oder der ganzen Klasse über eure Wahl. Nennt Ziele und Möglichkeiten, wie das Klima
in eurer Klasse verbessert werden könnte.
Abb. 3: Unterrichtsbeispiel Klassenklima
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
A11

A11 – Kopiervorlage Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“

A12: Einschätzung Klassenklima - Zielscheibe
Wie empfindest du das Klima in deiner Klasse?
Klebe zu jeder der folgenden Aussagen einen Punkt an die entsprechende Stelle auf der Zielscheibe. Die
Mitte der Zielscheibe entspricht dabei der stärksten Zustimmung und der Rand der geringsten Zustimmung.
Sprecht in Gruppen oder der ganzen Klasse über eure Einschätzungen. Nennt Ziele und Möglichkeiten,
wie das Klima in eurer Klasse verbessert werden könnte.
In meiner Klasse
fühle ich mich
angenommen und
wertgeschätzt.
Ich verstehe
mich mit meinen
Mitschülern
grundsätzlich
gut.
Die Schüler
halten sich an
getroffene
Vereinbarungen
und Regeln.
Bei Problemen
finden wir
gemeinsam
eine Lösung.
Ich traue mich in
meiner Klasse zu
sagen, was ich denke,
auch wenn ich anderer
Meinung bin.
Wenn es eine
gute Idee gibt,
dann machen
alle mit.
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
A12

A12 – Kopiervorlage Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
Zielscheibe

Ich verstehe
mich mit meinen
Mitschülern
grundsätzlich
gut.
In meiner Klasse
fühle ich mich
angenommen und
wertgeschätzt.
Wenn es eine
gute Idee gibt,
dann machen
alle mit.
Die Schüler
halten sich an
getroffene
Vereinbarungen
und Regeln.
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“ A12 – Kopiervorlage

Bei Problemen
finden wir
gemeinsam
eine Lösung.
Ich traue mich in
meiner Klasse zu
sagen, was ich denke,
auch wenn ich anderer
Meinung bin.
A12 – Kopiervorlage Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“

A13: Einschätzung Klassenklima - Hand
Wie empfindest du das Klima in deiner Klasse?
Was fällt dir zu den folgenden fünf Themen ein? Notiere deine Gedanken auf kleinen Zetteln und ordne
sie den Fingern der Hand zu.
Sprecht in Gruppen oder der ganzen Klasse über eure Einschätzungen. Nennt Ziele und Möglichkeiten,
wie das Klima in eurer Klasse verbessert werden könnte.
Kleiner Finger:
Dafür würde
ich mir in der
Klasse mehr
Zeit wünschen.
Ringfinger:
So fühle ich mich in
meiner Klasse.
Daumen:
Das finde ich in
unserer Klasse
super.
Zeigefinger:
Das kann ich mir von
den anderen Schülern
abschauen.
Mittelfinger:
Das gefällt
mir in unserer
Klasse nicht.
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
A13

A13 – Kopiervorlage Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“

Ringfinger:
So fühle ich mich in
meiner Klasse.
Daumen:
Das finde ich in
unserer Klasse
super.
Zeigefinger:
Das kann ich mir von
den anderen Schülern
abschauen.
Mittelfinger:
Das gefällt
mir in unserer
Klasse nicht.
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“ A13 – Kopiervorlage

Kleiner Finger:
Dafür würde
ich mir in der
Klasse mehr
Zeit wünschen.
A13 – Kopiervorlage Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“

A14: Erfassung von Gruppenstrukturen – Klassen-Soziogramm
Neben wem möchtest du gern sitzen?
Mit wem arbeitest du gut zusammen?
Mit wem würdest du auch außerhalb der Schule gerne etwas unternehmen?
Neben wem möchtest du nicht sitzen?
Mit wem arbeitest du nicht gern zusammen?
Welchen Schüler magst du nicht?
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
A14

B Unterstützungsmaterial –
Gestaltung der Förderung
Material B1:
Pädagogischer Entwicklungsplan
Material B2:
Förderplan für Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf
Material B3:
Förderplan für Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf – Fortschreibung
Material B4:
Festlegungen zum Nachteilsausgleich – Klassenstufe 3 bis 4
Material B5:
Festlegungen zum Nachteilsausgleich – Klassenstufe 5 bis 6
Material B6:
Übersicht – Maßnahmen der pädagogischen Förderung
Material B7:
Übergabeprotokoll von der Grundschule zur weiterführenden Schule
Material B8:
Bildungsvereinbarung
Material B9:
Verhaltensvertrag
Material B10:
Zielvereinbarung bei Versetzungsgefährdung
Material B11:
Selbstinstruktionskarten
Material B12:
Token-Kärtchen
Material B13:
Punktwechselprogramm
Material B14:
Punktabzugsprogramm
Material B15:
Aufgabenplan gegen Vergesslichkeit
Material B16:
Aufgabenplan für Verlässlichkeit
Material B17:
Verstärkerplan – Unterrichtsstunde
Material B18:
Verstärkerplan – Schultag
Material B19:
Sonnenschein der Woche
Material B20:
Regenguss der Woche
Material B21:
Lob- und Wunschkärtchen
Material B22:
Checkliste für zu Hause – Grundschule
Material B23:
Checkliste für zu Hause – weiterführende Schule
Material B24:
Checkliste für zu Hause – Vorlage

B1: Pädagogischer Entwicklungsplan
Name:
Vorname:
Geburtsdatum:
Schule:
Klassenlehrer:
Klassenstufe – Schuljahr:
am Förderprozess beteiligte Lehrkräfte und Fachkräfte:
Förderung vorrangig im
Entwicklungsbereich bzw. Fach:
Sprache/Kommunikation
Wahrnehmung
Denken/Gedächtnis
Motorik
Sozialverhalten/Emotionen
Lern- und Arbeitsverhalten
Fach:
Ressourcen/Stärken:
Planungs-/Evaluationszeitraum:
Förderziele
Fördermaßnahmen
Organisation/
Verantwortliche
Evaluation
Ableitung weiterer
Fördermaßnahmen bzw. Maßnahmen
zur pädagogischen Diagnostik
Datum, Unterschrift
Datum, Unterschrift
Datum, Unterschrift
Eltern Schüler Klassenlehrer
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
B1 – Kopiervorlage

B2: Förderplan für Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf
Name:
Vorname:
Geburtsdatum:
Schule:
Klassenlehrer:
Klassenstufe – Schuljahr:
Lehrkraft mit einer ZINT-Qualifikation (Multiplikator
für Integration):
beratende Lehrkraft der Förderschule:
Förderschwerpunkt:
Sprache
Hören
körperliche und motorische Entwicklung
Sehen
emotionale und soziale Entwicklung
Lernen
geistige Entwicklung
Unterricht kranker Schüler
angestrebter Abschluss: (ab Klst. 7)
Kinder und Jugendliche mit autistischem Verhalten
Entwicklungsbereich:
Sprache/Kommunikation
Wahrnehmung
Denken/Gedächtnis
Motorik
Sozialverhalten/Emotionen
Lern- und Arbeitsverhalten
weitere Beteiligte/Maßnahmen:
Ressourcen:
Planungszeitraum von – bis/nächster Gesprächstermin
1
:
*1
1
Aktuelle Situation
Förderziele
Fördermaßnahmen
Organisation/
Verantwortliche
Evaluation und Ableitung
künftiger Fördermaßnahmen
Für den o.g. Zeitraum wurden folgende individuelle Maßnahmen zum Nachteilsausgleich vereinbart:
1
Die Förderziele und -maßnahmen sind für den entsprechenden Förderzeitraum mit dem Schüler und seinen Eltern zu besprechen und aktenkundig zu machen.
B2 – Kopiervorlage
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus (2015): Sonderpädagogische Förderung im gemein-samen Unterricht. Handreichung für Lehrerinnen und Lehrer an allgemeinbildenden Schulen in
Sachsen. Dresden, Anlage 1.

B3: Förderplan für Schüler mit sonderpädagogischen Förderbedarf – Fortschreibung
Name:
Vorname:
Geburtsdatum:
Entwicklungsbereich:
Sprache/Kommunikation
Wahrnehmung
Denken/Gedächtnis
Motorik
Sozialverhalten/Emotionen
Lern- und Arbeitsverhalten
Planungszeitraum von – bis/nächster Gesprächstermin
1
:
Ressourcen:
*1
1
Aktuelle Situation
Förderziele
Fördermaßnahmen
Organisation/
Verantwortliche
Evaluation und Ableitung
künftiger
Fördermaßnahmen
Für den o.g. Zeitraum wurden folgende individuelle Maßnahmen zum Nachteilsausgleich vereinbart:
1
Die Förderziele und -maßnahmen sind für den entsprechenden Förderzeitraum mit dem Schüler und seinen Eltern zu besprechen und aktenkundig zu machen.
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
B3 – Kopiervorlage
Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus (2015): Sonderpädagogische Förderung im gemein-samen Unterricht. Handreichung für Lehrerinnen und Lehrer an allgemeinbildenden Schulen in
Sachsen. Dresden, Anlage 2.

B4: Festlegungen zum Nachteilsausgleich – Klassenstufe 3 bis 4
Name und Klasse des Schülers:
Klassenlehrer:
Folgende Festlegungen
1
wurden zum Nachteilsausgleich
2
im Schuljahr
getroffen:
schriftliche Leistungsüberprüfungen in Einzelsituationen ermöglichen
mündliche Leistungsüberprüfungen in Einzelsituationen ermöglichen
Zeitzugaben für Aufgaben im Unterricht je nach Grad der individuellen Beeinträchtigung gewähren
Arbeitszeit bei schriftlichen Tests verlängern:
bei Klassenarbeiten eine Zeitzugabe von
min
bei Kurzkontrollen eine Zeitzugabe von
min
eine adaptierte Arbeit anbieten
bei Leistungsüberprüfungen in Partner- oder Gruppenarbeit individuelle Zusammensetzung
ermöglichen, ggf. Einzelarbeit zulassen
Aufgabenstellungen verdeutlichen, ohne die Leistungsanforderung qualitativ zu verändern, z. B.
durch zeitliche und optische Strukturierungshilfen (Fettdruck, Schriftgröße) bzw. kurze und
eindeutige Formulierungen:
weitere Maßnahmen:
*1
1,
*2
2
Unterrichtsfach
fachbezogene Bemerkungen bzw. Ergänzungen
Unterschrift der Lehrkraft
Deutsch
3
Mathematik
Sachunterricht
Ethik/Religion
Musik
Kunst
Sport
Werken
Englisch
*3
3
1
Zutreffendes ankreuzen bzw. ergänzen, nicht relevante Fächer streichen.
2 Maßnahmen für Schüler mit festgestelltem sonderpädagogischem Förderbedarf im Förderschwerpunkt emotionale und
soziale Entwicklung
3
ggf. auf weitere Fächer übertragbar, z. B. Sorbisch
B4 – Kopiervorlage
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“

B5: Festlegungen zum Nachteilsausgleich – Klassenstufe 5 bis 6
Name und Klasse des Schülers:
Klassenlehrer:
Folgende Festlegungen
1
wurden zum Nachteilsausgleich
2
im Schuljahr
getroffen:
schriftliche Leistungsüberprüfungen in Einzelsituationen ermöglichen
mündliche Leistungsüberprüfungen in Einzelsituationen ermöglichen
Zeitzugaben für Aufgaben im Unterricht je nach Grad der individuellen Beeinträchtigung gewähren
Arbeitszeit bei schriftlichen Tests verlängern:
bei Klassenarbeiten eine Zeitzugabe von
min
bei Kurzkontrollen eine Zeitzugabe von
min
eine adaptierte Arbeit anbieten
bei Leistungsüberprüfungen in Partner- oder Gruppenarbeit individuelle Zusammensetzung
ermöglichen, ggf. Einzelarbeit zulassen
Aufgabenstellungen verdeutlichen, ohne die Leistungsanforderung qualitativ zu verändern, z. B.
durch zeitliche und optische Strukturierungshilfen (Fettdruck, Schriftgröße) bzw. kurze und
eindeutige Formulierungen
weitere Maßnahmen:
*1
1,
*2
2
Unterrichtsfach
fachbezogene Bemerkungen bzw. Ergänzungen
Unterschrift der Lehrkraft
Deutsch
3
Englisch
Mathematik
Physik
Biologie
Geschichte
Geographie
Musik
Kunst
Ethik / Religion
Sport
Technik / Computer
*3
3
1
Zutreffendes ankreuzen bzw. ergänzen, nicht relevante Fächer streichen.
2 Maßnahmen für Schüler mit festgestelltem sonderpädagogischem Förderbedarf im Förderschwerpunkt emotionale und
soziale Entwicklung
3
ggf. auf weitere Fächer übertragbar, z. B. Sorbisch
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
B5 – Kopiervorlage

B6: Übersicht – Maßnahmen der pädagogischen Förderung
Name und Klasse des Schülers:
Klassenlehrer:
Maßnahmen der pädagogischen Förderung
1
:
Maßnahmen zur Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung:
Maßnahmen zur Gestaltung der Schüler-Lehrer-Beziehung und des Unterricht:
Maßnahmen zur Deeskalation in problematischen Situationen:
Maßnahmen zur Unterstützung in Pausensituationen:
weitere Maßnahmen:
*1
1
1
zur Information und Abstimmung mit allen beteiligen Lehrkräften und pädagogischen Fachkräften
B6 – Kopiervorlage
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“

B7: Übergabeprotokoll von der Grundschule zur weiterführenden Schule
Name und Klasse des Schülers:
Lehrkraft der Grundschule:
Lehrkraft der weiterführenden Schule:
weitere Ansprechpartner
z. B. Sozialarbeiter, Therapeuten:
1. Entwicklungsstand am Ende der Grundschulzeit (Fähigkeiten, Fertigkeiten, Defizite):
2. Bisher durchgeführte Fördermaßnahmen:
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
B7 – Kopiervorlage

3. Förderschwerpunkte für die weiterführende Schule:
Wahrnehmung
Sprache/Kommunikation
Lern- und Arbeitsverhalten
visuell (u. a. Raumlage,
Figur-Grund-Wahrnehmung)
auditiv
vestibulär (Gleichgewichts-
sicherheit)
taktil-kinästhetisch
propriozeptiv
Sprachfähigkeit (u. a. Artikula-
tion, Grammatik, Wortschatz,
Redefluss, Schriftsprache)
Sprachgedächtnis
Sprachverständnis
Kommunikationsfähigkeit
Durchhaltevermögen
Leistungsbereitschaft
Selbstständigkeit
Selbstorganisation
Sorgfalt
Aufmerksamkeit
Konzentration
Sozialverhalten/Emotionen
Motorik
Denken/Gedächtnis
emotionale Stabilität
Motivation
Selbstvertrauen
Kontaktfähigkeit
Regelbewusstsein
Frustrationstoleranz
(Emotionsregulation)
Feinmotorik
Grobmotorik
motorische Handlungsplanung
und -steuerung (u. a. Lateralität)
Koordination
Kurzzeitgedächtnis
Langzeitgedächtnis
Aufgabenverständnis
logisches Denken
Problemlöseverhalten
4. Mögliche weiterführenden Fördermaßnahmen (Ideen, Konzepte, Therapien):
Eine Zustimmung
1
der Eltern zur Weitergabe von Informationen an die weiterführende Schule liegt vor.
Datum, Unterschrift
Datum, Unterschrift
Lehrkraft der Grundschule
Lehrkraft der weiterführenden Schule
1
Eine Weitergabe von personenbezogenen Daten darf nur mit Zustimmung des Schülers bzw. der Eltern und unter Beachtung daten-
schutzrechtlicher Bestimmungen erfolgen.
B7 – Kopiervorlage
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“

B8: Bildungsvereinbarung
Name des Schülers:
Klasse - Schuljahr:
Schule:
Klassenlehrer/Lehrkraft:
Eltern:
abgeschlossen am:
gültig bis … / nächster Gesprächstermin:
Die Beteiligten vereinbaren folgende Ziele (maximal 3):
Maßnahmen des Schülers zur Zielerreichung:
Maßnahmen der Lehrkraft zur Zielerreichung:
Unterstützung durch die Eltern:
Datum, Unterschrift
Datum, Unterschrift
Datum, Unterschrift
Datum, Unterschrift
Schulleiter Klassenlehrer/Fachlehrer Schüler Eltern
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
B8 – Kopiervorlage

„VERTRAG“
zwischen
dem Schüler
und
der Lehrkraft
In einer Schulgemeinschaft soll sich jeder wohl fühlen. So können alle gemeinsam lernen und etwas leisten.
Damit ein solches Schulklima entsteht, muss jede Lehrkraft und jeder Schüler Verantwortung übernehmen.
Dabei soll uns dieser Vertrag helfen.
Ziel (Erfolgsindikatoren, Zeitrahmen):
Verpflichtungen zur Zielerreichung (ggf. Kontrolltermin festlegen):
Folgen bei Einhaltung des „Vertrages“ (Belohnung/Vergünstigung):
Folgen bei „Vertragsbruch“ (Konsequenzen, abhängig von der Schwere des Vorfalls):
Mit meiner Unterschrift erkläre ich, dass ich
die Regeln für den Unterricht/für den Schultag
in Zukunft besser beachten und meine
Verpflichtungen einhalten will.
Datum, Unterschrift
Datum, Unterschrift
Schüler
Lehrkraft
Datum, Unterschrift
ggf. Kenntnisnahme des Schulleiters
Eltern
B9 – Kopiervorlage
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
B9: Verhaltensvertrag

B10: Zielvereinbarung bei Versetzungsgefährdung
Liebe/-r
,
dein derzeitiger Leistungsstand im Fach
vom
ent-
spricht einem Durchschnitt von
. Deine Versetzung ist dadurch gefährdet.
Noch kannst du etwas dagegen tun, aber
du
musst aktiv werden!
Um dich dabei zu unterstützen, möchte ich mit dir und deinen Eltern eine Zielvereinbarung schließen.
Ist-Stand:
Ziel (Schuljahresende):
Teilziel (Termin):
Sicht des Schülers
Sicht der Lehrkraft
Sicht der Eltern
Was fällt dir in dem Fach
besonders schwer?
Was musst du konkret
lernen bzw. üben?
Wie kannst du das im
Unterricht tun?
Wie kannst du das zu
Hause tun?
Von wem benötigst du
Hilfe?
abgestimmte Maßnahmen aller Beteiligten:
Vereinbarungen für Aufgaben, Leistungskontrollen
1
:
Gesprächstermin
(Zwischenkontrolle):
*1
1
Datum, Unterschrift
Datum, Unterschrift
Datum, Unterschrift
Schüler
Klassenlehrer/Fachlehrer
Eltern
ggf. Kenntnisnahme des Schulleiters
1
Möglichkeit einer zusätzlichen Bewertung
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“ B10 – Kopiervorlage

B11: Selbstinstruktionskarten
Ich melde
mich und
warte.
Ich
lasse die
anderen
ausreden.
Psst
Ich bleibe
cool und
zähle bis
zehn.
1
2
8
9
4
6
5
3
7
10
Ich bleibe
entspannt
und atme
ruhig.
B11 – Kopiervorlage Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“

Ich packe
aus, dann
mache ich
Pause.
Ich halte
meinen
Arbeitsplatz
in Ordnung.
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“ B11 – Kopiervorlage

B12: Token-Kärtchen
Ich
Ich
1
5
7
2
6
8
Ziel
3
4
Ich
Ich
B12 – Kopiervorlage Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“

Ich
Ich
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“ B12 – Kopiervorlage

B13
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
B13: Punktwechselprogramm
Kurzbeschreibung
Dem Schüler wird eine gewisse Anzahl an Punkten gegeben. Bei unerwünschtem
Verhalten werden Punkte abgezogen, bei erwünschtem Verhalten werden Punkte wieder
vergeben. Es erfolgt eine positive Verstärkung, wenn eine gewisse Mindestpunktzahl
nicht unterschritten wird.
Ziel
Abbau negativer Verhaltensweisen
Aufbau erwünschten Verhaltens
Unterstützung der Selbstbeobachtung und -bewertung
Hinweise zur Durch-
führung
Regelsystem festlegen:
Verhalten für Punktabzug und Punktgewinn klar definieren, z. B. Unpünktlichkeit
oder vorbereitete Unterrichtsmaterialien
einen überschaubaren Zeitrahmen festlegen
Anzahl der vorab verteilten Punkte sowie der möglichen Abzugspunkte bzw. Min
-
destpunktzahl festlegen
Materialien festlegen: Murmeln/Steine im Glas, Sonnenstrahlen einer Sonne, Klam
-
mern an einer Karte, Teile eines Puzzles, Sternchen, Sticker o. Ä.
Belohnung festlegen z. B. gemeinsames Spiel, Musik hören, Vorlesezeit, freie Lese
-
zeit oder materielle Verstärker
Bemerkungen
Regelsystem eindeutig definieren, mit dem Schüler festlegen und besprechen
Programm muss so gestaltet sein, dass es für den Schüler erfüllbar ist
ggf. System auf ganze Klasse übertragen, gut sichtbare Formen der Visualisierung
einsetzen
Einsatz von Symbolen statt Punkten, z. B. Verhaltensampel
Quelle
Vgl. Hartke, B./Vrban, R. (2009): Schwierige Schüler – 49 Handlungsmöglichkeiten
bei Verhaltensauffälligkeiten (1. – 4. Klasse). 2. Auflage, Buxtehude: Persen, S. 47.

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Beispiel: Punktwechselprogramm – einzelner Schüler
Abbildung 4: Klammersonne (Foto: Judith Köhler)
Abbildung 5: Punktwechselbox (Foto: Judith Köhler)
Beispiel: Punktwechselprogramm – Klasse oder mehrere Schüler
Abbildung 7: Regelball (Foto: Berit Kühn)
Abbildung 6: Flüsterblume (Foto: Judith Köhler)
Abbildung 8: Klassenampel (Foto: Silke Gaida)
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
B13

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B14
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
B14: Punktabzugsprogramm
Kurzbeschreibung
Der Schüler erhält eine gewisse Anzahl an Punkten. Bei unerwünschtem Verhalten wer-
den Punkte abgezogen. Es erfolgt eine positive Verstärkung, wenn eine gewisse Min-
destpunktzahl nicht unterschritten wird.
Ziel
Abbau negativer Verhaltensweisen
Unterstützung der Selbstbeobachtung und -bewertung
Hinweise zur
Durchführung
Regelsystem festlegen:
Verhalten für Punktabzug klar definieren, z. B. den Unterricht durch lautes Sprechen
stören
einen überschaubaren Zeitrahmen festlegen
Anzahl der möglichen Abzugspunkte, bzw. Mindestpunktzahl festlegen
Materialien festlegen: Steine, Murmeln, Sonnenstrahlen einer Sonne, Klammern an
Karte
Belohnung festlegen z. B. gemeinsames Spiel, Musik hören, Vorlesezeit, freie Lesezeit
oder materielle Verstärker
Bemerkungen
Regelsystem eindeutig definieren, mit dem Schüler festlegen und besprechen
Programm muss so gestaltet sein, dass es für den Schüler erfüllbar ist
Punktabzugsprogramm am Ende eines vereinbarten Zeitraumes auswerten, auch
wenn es kaum noch Übertretungen gibt, Verhalten über einen längeren Zeitraum
stabilisieren
Quelle
Vgl. Hartke, B./Vrban, R. (2009): Schwierige Schüler – 49 Handlungsmöglichkeiten bei
Verhaltensauffälligkeiten (1. – 4. Klasse). 2. Auflage, Buxtehude: Persen, S. 47.
Abbildung 9: Vier Chancen (Foto: Judith Köhler)
Abbildung 10: Stopp-Karten (Foto: Silke Gaida)

Regel:
Für jede Vergesslichkeit wird ein Punkt gefüllt. Die leeren Punkte werden am Ende der Woche als Gewinn-
punkte angerechnet. Du erhältst folgende kleine Belohnung, wenn du am Ende der Woche/des Monats die
Anzahl von
Gewinnpunkten
1
erreicht hast:
*1
1
Monat:
Woche:
vergessene Hausaufgaben
vergessene Unterschrift
vergessene Arbeitsmittel
Gewinnpunkte:
Gesamtpunkte:
Monat:
Woche:
vergessene Hausaufgaben
vergessene Unterschrift
vergessene Arbeitsmittel
Gewinnpunkte:
Gesamtpunkte:
1
Punktzahl so wählen, dass sie im gewählten Zeitraum vom Schüler als erreichbar betrachtet wird. Punktzahl im Förderprozess schritt-
weise erhöhen.
Name:
B15: Aufgabenplan gegen Vergesslichkeit
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“ B15 – Kopiervorlage

Regel:
Für jede erledigte Aufgabe für die Schule, z. B. Hausaufgabe oder Unterschrift sowie für jeden Tag, an dem du
alle Arbeitsmittel vollständig mitbringst, erhältst du einen Punkt. Du erhältst folgende kleine Belohnung, wenn
du
Punkte
1
erreicht hast:
*1
1
Monat:
Woche:
Hausaufgaben
Unterschrift
vollständige Arbeitsmittel
Wochenpunkte:
Gesamtpunkte:
Monat:
Woche:
Hausaufgaben
Unterschrift
vollständige Arbeitsmittel
Wochenpunkte:
Gesamtpunkte:
1
Punktzahl so wählen, dass sie im gewählten Zeitraum vom Schüler als erreichbar betrachtet wird. Punktzahl im Förderprozess schritt-
weise erhöhen.
Name:
B16: Aufgabenplan für Verlässlichkeit
B16 – Kopiervorlage Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“

Wie gut ist es mir gelungen, dass ich
Montag
Dienstag
Mittwoch
Donnerstag
Freitag
5. Stunde
4. Stunde
3. Stunde
2. Stunde
1. Stunde
Name:
Woche:
B17: Verstärkerplan – Unterrichtsstunde
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“ B17 – Kopiervorlage

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Wettersymbole
B17 – Kopiervorlage Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“

Wie gut ist es mir gelungen, dass ich
Montag
Dienstag
Mittwoch
Donnerstag
Freitag
6. Woche
5. Woche
4. Woche
3. Woche
2. Woche
1. Woche
Name:
Monat:
B18: Verstärkerplan – Schultag
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“ B18 – Kopiervorlage

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Wettersymbole
B18 – Kopiervorlage Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“

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B19: Sonnenschein der Woche
Das
finde ich
toll an
dir.
Das hast du in der letzten Woche
besonders toll gemacht.
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“ B19 – Kopiervorlage

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B20: Regenguss der Woche
Dieses Verhalten finde
ich nicht gut.
Dieses Verhalten wünsche
ich mir von dir.
B20 – Kopiervorlage Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“

B21: Lob- und Wunschkärtchen
Mein Tipp
für dich:
Das kannst
du richtig
gut:
Das finde ich
klasse an dir:
Das wünsche
ich dir:
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“ B21 – Kopiervorlage

Name:
Für jede Aufgabe erhältst du einen Punkt. Bei
Punkten
1
bekommst du folgende Belohnung:
*1
1
Aufgabe
Montag
Dienstag
Mittwoch
Donnerstag
Freitag
Brotdose/Flasche
aufräumen
Jacke und Schuhe
aufräumen
Hausaufgabenheft und
Zettel zeigen
Ranzen packen
Hausaufgaben erledigen
10 min lesen/rechnen/
schreiben
Tagespunkte:
Summe der Tagespunkte:
Aufgabe
Montag
Dienstag
Mittwoch
Donnerstag
Freitag
Brotdose/Flasche
aufräumen
Jacke und Schuhe
aufräumen
Hausaufgabenheft und
Zettel zeigen
Ranzen packen
Hausaufgaben erledigen
10 min lesen/rechnen/
schreiben
Tagespunkte:
Summe der Tagespunkte:
1
Punktzahl so wählen, dass sie im gewählten Zeitraum erreichbar ist. Punktzahl schrittweise steigern.
B22: Checkliste für zu Hause – Grundschule
B22 – Kopiervorlage Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“

Name:
Für jede Aufgabe erhältst du einen Punkt. Bei
Punkten
1
bekommst du folgende Belohnung:
*1
1
Aufgabe
Montag
Dienstag
Mittwoch
Donnerstag
Freitag
Brotdose/Flasche, Garderobe
aufräumen
Hausaufgabenheft und
Zettel zeigen
Hefter kontrollieren
Hausaufgaben erledigen
Ranzen packen
Schreibtisch/Schulsachen in
Ordnung
Tagespunkte:
Summe der Tagespunkte:
Aufgabe
Montag
Dienstag
Mittwoch
Donnerstag
Freitag
Brotdose/Flasche, Garderobe
aufräumen
Hausaufgabenheft und
Zettel zeigen
Hefter kontrollieren
Hausaufgaben erledigen
Ranzen packen
Schreibtisch/Schulsachen in
Ordnung
Tagespunkte:
Summe der Tagespunkte:
1
Punktzahl so wählen, dass sie im gewählten Zeitraum erreichbar ist. Punktzahl schrittweise steigern.
B23: Checkliste für zu Hause – weiterführende Schule
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“ B23 – Kopiervorlage

Name:
Für jede Aufgabe erhältst du einen Punkt. Bei
Punkten
1
bekommst du folgende Belohnung:
*1
1
Aufgabe
Montag
Dienstag
Mittwoch
Donnerstag
Freitag
Tagespunkte:
Summe der Tagespunkte:
Aufgabe
Montag
Dienstag
Mittwoch
Donnerstag
Freitag
Tagespunkte:
Summe der Tagespunkte:
1
Punktzahl so wählen, dass sie im gewählten Zeitraum erreichbar ist. Punktzahl schrittweise steigern.
B24: Checkliste für zu Hause – Vorlage
B24 – Kopiervorlage Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“

C Unterstützungsmaterial – Förderung in der
Perspektive emotionale Kompetenz
Material C0:
Selbstreflexionsbogen - Perspektive emotionale Kompetenz
Material C1:
Gefühlsblitzlicht
Material C2:
Gefühlsstern
Material C3:
King Kong
Material C4:
Gefühlsgeschichten
Material C5:
Gefühlskleid
Material C6:
Gefühlstest
Material C7:
Wenn ich fröhlich bin
Material C8:
Kreuzdonnerwetter
Material C9:
Angsthasen-Umfrage
Material C10:
Gefühlscollagen
Material C11:
Gefühlswürfel
Material C12:
Landkarte der Gefühle
Material C13:
Gefühlswetter
Material C14:
Anti-Angst-Rezepte
Material C15:
Erste-Hilfe-Wutkiste
Material C16:
Mein Wohlfühlort
Material C17:
Schattenboxen
Material C18:
Vorlage

C0: Selbstreflexionsbogen – Perspektive emotionale Kompetenz
Schätzen Sie mithilfe des Selbstreflexionsbogens Ihre Kompetenzen bezüglich der Förderung emotionaler Kom-
petenz ein. Leiten Sie daraus Handlungsmöglichkeiten für die Entwicklung Ihrer Professionalisierung ab.
Das setze ich
bereits um.
Das will ich
versuchen.
Dafür
benötige ich
Unterstützung.
Emotionswahrnehmung
Ich nehme die Gefühle meiner Schüler ernst.
Ich achte auf eine vertrauensvolle Atmosphäre in der Klas-
se, in der sich die Schüler trauen, ihre Emotionen auszu-
drücken.
Ich achte darauf, wenn Schüler in bestimmten Situationen
ungewöhnlich reagieren.
Ich spreche Schüler auf ungewöhnliche Reaktionen an.
Emotionsausdruck
Ich achte in der schulischen Kommunikation auf die Nut-
zung eines wertschätzenden und situationsangemessenen
Emotionsvokabulars der Schüler.
Ich nutze unterrichtsbezogene Anlässe, um den Aufbau
eines angemessenen, sprachlichen Emotionsausdrucks zu
unterstützen.
Emotionswissen
Ich rege anlassbezogen einen Wissensaustausch über
Emotionen an.
Ich vermittle Schülern die Bedeutsamkeit von Emotionen
für das eigene Leben und die Gestaltung sozialer Bezie-
hungen.
Ich rege Schüler an, die Wirkungen ihres Emotionsaus-
drucks zu reflektieren.
Zusammenhänge herstellen
Ich unterstütze meine Schüler darin, den Zusammenhang
zwischen der Situation und der individuellen emotionalen
Reaktion herzustellen.
Ich verdeutliche Schülern, dass ihre Erfahrungen und ihre
individuelle Haltung verschiedene Emotionen beeinflussen
können.
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
C0 – Kopiervorlage
Emotionale
Kompetenz

Das setze ich
bereits um.
Das will ich
versuchen.
Dafür
benötige ich
Unterstützung.
Emotionsregulation
Ich unterstütze Schüler, wenn sie schwer Lob annehmen
können.
Ich unterstütze Schüler in Situationen, in denen sie ihre ne-
gativen Emotionen schwer regulieren können.
Ich thematisiere mögliche Emotionsregulationsstrategien.
Ich trainiere Emotionsregulationsstrategien mit den Schü-
lern.
Ich unterstütze meine Schüler, selbstständig Strategien zur
Regulation ihrer Emotionen anzuwenden.
Empathie
Ich unterstütze Schüler, sich in die Gefühle anderer Mit-
schüler hineinzuversetzen.
Ich rege Schüler dazu an, die Handlungen anderer Perso-
nen nachzuvollziehen und dadurch Verständnis für deren
Empfindungen zu entwickeln.
Ich bestärke Schüler, wenn sie hilfsbereit sind und anderen
zur Seite stehen.
Ich vermittle den Schülern die Bedeutung von Empathie für
ihr weiteres Leben.
Das sind meine Stärken:
Daran möchte ich als nächstes arbeiten:
Das muss ich dafür tun:
C0 – Kopiervorlage
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“

Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
C1
C1: Gefühlsblitzlicht
Kurzbeschreibung
Die Schüler machen sich eigene Emotionen bewusst, indem sie die zu ihrem Gefühl
passende Bild-/Wortkarte auswählen.
Ziel
sich eigener Emotionen bewusst werden
Emotionen mithilfe von Symbolen ausdrücken
Klassenstufe
1 bis 5
Dauer
2 min
Material
ein Porträtfoto von jedem Schüler, Leine/Pinnwand/Magnettafel, Klammern/Pinnna-
deln/Magnete, Kopiervorlage Symbolkarten, Kopiervorlage Wortkarten
Einstimmung
Wie fühlst du dich heute?
Aufgabenstellung
Hänge dein Foto an die Symbol-/Wortkarte, welche zu deinem Gefühl passt.
Durchführung
Foto durch die Schüler an die passende Symbol-/Wortkarte hängen lassen.
Freude
Traurigkeit
Überraschung
Ärger
Angst
Interesse
Auswertung
Möchtest du uns von deinem Gefühl erzählen?
Ist es dir leicht gefallen, eine passende Symbol-/Wortkarte zu finden?
Bemerkungen
kann kontinuierlich als Wochen-/Tagesabschluss durchgeführt werden bzw. mit
einzelnen Schülern zu Beginn der Förderstunde
Varianten:
Verwendung von Namenskarten statt Fotos
Verwendung von Symbol- oder Wortkarten
Verwendung farbiger Klammern statt der Symbol-/Wortkarten: dabei sind die
Klammerfarben verbindlich einer Emotion zugeordnet
umgekehrte Zuordnung: Schüler ordnen die Emotion ihrem Foto zu
Repertoire der Emotionswörter stetig erweitern, ggf. im Fremdsprachenunterricht
aufgreifen
Emotionale
Kompetenz

Symbolkarten
C1 – Kopiervorlage
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
traurig
fröhlich
überrascht
ärgerlich
interessiert
ängstlich
traurig
fröhlich
überrascht
ärgerlich
interessiert
ängstlich

Wortkarten
fröhlich
traurig
ängstlich
ärgerlich
überrascht
interessiert
neidisch
stolz
enttäuscht
schuldig
begeistert
glücklich
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“ C1 – Kopiervorlage

mutig
wütend
aufgeregt
eifersüchtig
verliebt
erleichtert
C1 – Kopiervorlage
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“

C2: Gefühlsstern
Kurzbeschreibung
Die Schüler nutzen den Gefühlsstern als Möglichkeit, um ihre Emotionen und den
Grad ihrer Ausprägung darzustellen.
Ziel
eigene Gefühle wahrnehmen, beschreiben und benennen
Empathie entwickeln
Klassenstufe
3 bis 6
Dauer
2 min
Material
Kopiervorlage Gefühlsstern bzw. Plakat, Pinnnadeln/Magnete/Klebepunkte
Einstimmung
Gefühle thematisieren
Wahrnehmung der eigenen Gefühle
Gefühle anderer erkennen
Hinweis auf die Mehrdeutigkeit in der Wahrnehmung von Gefühlen
Aufgabenstellung
Zeige dein Gefühl auf dem Stern an.
Überlege auch, wie stark dieses Gefühl ist und zeige es auf Stern an.
Durchführung
Gefühl auf dem Stern einstellen
Auswertung
Wie fühlst du dich? Wie stark ist dieses Gefühl?
Erkläre, warum du dich so fühlst.
Möchtest du einem Schüler einen Tipp geben/ihn trösten/deine Hilfe anbieten?
Bemerkungen
Kopiervorlage Stern für die ganze Klasse oder für einzelne Schüler verwenden
Gefühle mit Magneten, Pinnnadeln (Stern auf Korkuntersetzer), Klebepunkten etc.
auf dem Stern darstellen
Gefühlsstern ggf. mit Gefühlswetter (→ Material C13) kombinieren
ggf. täglich einsetzen, z. B. als Ritual im Morgenkreis, nach der Hofpause oder zur
Reflexion am Stundenende
Quelle
Auswahl der Gefühle bezieht sich auf die Basisemotionen nach Petermann,
F.; Wiedebusch, S. (2016): Emotionale Kompetenz bei Kindern. Göttingen: Hogrefe.
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
C2
Emotionale
Kompetenz

Gefühlsstern
C2 – Kopiervorlage Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
ärgerlich
traurig
interessiert
fröhlich
ängstlich
überrascht
Wie
fühlst
Du Dich?
Gefühlsstern
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“

Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“ C2 – Kopiervorlage
Gefühlsstern
ärgerlich
traurig
interessiert
fröhlich
ängstlich
überrascht
Wie
fühlst
Du Dich?
Gefühlsstern
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“

C3
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
C3: King Kong
Kurzbeschreibung
Die Schüler führen abwechselnd Bewegungen der Anspannung und Entspannung
aus. Diese sollen bewusst wahrgenommen werden.
Ziel
den eigenen Körper bewusst wahrnehmen
An- und Entspannung bewusst steuern
bewusste Entspannung als Emotionsregulationsstrategie kennen
Klassenstufe
1 bis 6
Dauer
10 min
Material
ohne
Einstimmung
Anspannung und Entspannung des Körpers thematisieren
Wodurch sind wir angespannt?
wenig
Bewegung
lange Zeit in einer Position verharren
unbewusste Wahrnehmung von Anspannungen ansprechen
eigene Erfahrungen benennen
Aufgabenstellung
Führt folgende gegensätzliche Bewegungen nacheinander aus:
Fäuste ballen – Arme schwingen
mit den eigenen Fäusten auf den Brustkorb klopfen – Arme baumeln lassen
Rücken krümmen – Rücken strecken
Zehen zusammenkrallen – Zehen strecken und Fuß locker kreisen
Beine anwinkeln/zum Körper heranziehen – Beine ausschwingen/ausschütteln
Achte beim Ausführen der Bewegungen darauf, wie sich Anspannung und Ent-
spannung anfühlen.
Durchführung
Schüler hinter ihren Stuhl stellen lassen oder einen Kreis bilden
anspannende und entspannende Bewegungen demonstrieren und Bewegungen
verbalisieren
Schüler vollziehen Bewegungen nach
Auswertung
Bei welcher Bewegung warst du angespannt/entspannt?
Bemerkungen
Achtung: Kraftdosierung kann bei Schülern sehr variieren
Untermalung mit Musik „Krach im Lager“ aus dem Film „Tarzan“
Untermalung mit Musik „King Loui“ aus dem Film „Dschungel-Buch“
Emotionale
Kompetenz

Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
C4
C4: Gefühlsgeschichten
Kurzbeschreibung
Die Schüler schreiben eine Geschichte zu Comic-Bildern.
Ziel
Gefühle verbalisieren
Emotionsvokabular erweitern
Emotionswissen erweitern
Ursache und Wirkung von Gefühlen erkennen
Klassenstufe
4 bis 6
Dauer
60 min
Material
Bilder von Comic-Figuren
Einstimmung
die Darstellung von Emotionen/Gefühlen in Comics thematisieren
Bezugnahme zu gestalterischen Elementen herstellen (z. B. Sprech- und Denkblase)
Aufgabenstellung
Suche ein Bild/mehrere Bilder von einem Comic-Helden (z. B. Donald Duck).
Finde passende Gefühlswörter zu einem dieser Bilder.
Beschreibe so genau wie möglich, welches Gefühl die Comic-Figur hat.
Überlege, warum die Comic-Figur dieses Gefühl haben könnte.
Schreibe eine fantasievolle Geschichte dazu.
Durchführung
Bilder suchen
Emotionsvokabular finden
eine Geschichte zum Bild schreiben
Geschichte präsentieren
Auswertung
Für welches Bild hast du dich entschieden? Gibt es dafür einen Grund?
Ist dir eine passende Geschichte eingefallen?
Schüler geben sich gegenseitig Feedback: „Mir gefällt an deiner Geschichte,
dass…“/„Mein Tipp für dich …“.
Bemerkungen
Emotionsvokabular vor dem Schreiben gemeinsam an der Tafel sammeln (Klassen-
wortschatz)
mehrere Bilder in einer Geschichte verarbeiten
Quelle
Vgl. Pfeffer, S. (2012): Sozial-emotionale Entwicklung fördern: Wie Kinder in Gemein-
schaft stark werden. Freiburg/Basel/Wien: Herder.
Emotionale
Kompetenz

C5
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
C5: Gefühlskleid
Kurzbeschreibung
Die Schüler gestalten ein Gefühl auf dem Kleid einer Kochlöffelpuppe.
Ziel
Emotionsvokabular anwenden und erweitern
Basisemotionen kennen und künstlerisch darstellen
Klassenstufe
3 bis 6
Dauer
90 min
Material
Skizzenpapier, Bleistift, Kochlöffel, Wolle, Stifte, Kleber, Kopiervorlage Kleid, Kopier-
vorlage Mantel
Einstimmung
möglicher Einstieg: Bildbetrachtung zur Darstellung von Emotionen in Kunst-
werken, auf Plakaten und auf Fotos
Gefühle nennen (z. B. Freude, Ärger, Traurigkeit, Angst, Überraschung, Interesse)
Zuordnung von Emotionsvokabular zu den Basisemotionen (z. B. wütend, zornig,
erbost, aufgebracht, wild, rasend, wutschäumend)
Aufgabenstellung
Stelle ein selbst gewähltes Gefühl künstlerisch auf dem Kleid der Kochlöffel
puppe
dar.
Stelle einen Mantel her, unter dem du das Gefühlskleid verstecken kannst.
Durchführung
Gemeinsame Überlegung: Wie können Gefühle auf der Kleidung einer Koch-
löffelpuppe dargestellt werden?
Beispiele sammeln
Kopiervorlage an der Linie falten und das Kleid ausschneiden
eine gewählte Emotion auf dem Kochlöffelkleider darstellen
gestaltete Kleider an die Kochlöffelpuppe anbringen, Augen aufmalen, Haare
(Wollfäden o. Ä.) ankleben
Mantel für die Kochlöffelpuppe ausschneiden und gestalten
kurze Puppenspielszene ausdenken und üben
Auswertung
Die Schüler präsentieren die von ihnen erstellten Kochlöffelpuppen und stellen die
ausgedachten Szenen dar.
Welche Gefühle sind deutlich erkennbar?
Welche Gefühle sind schwer darzustellen?
Wovor schützt der Mantel deine Puppe?
Bemerkungen
mögliche Gestaltungsvariante (Klassen 4 bis 6):
Entwurf und freie Gestaltung einer eigenen Stabpuppe
für Jungen eine geschlechtsspezifische Kleid-Variante finden
Gestaltung des Kleides und des Mantels mit Stoff statt Papier
anstatt eines Kochlöffels kann ein Kleiderbügel verwendet werden
Anziehpuppe mit mehreren Kleidern gestalten
fachübergreifend Kunst, Deutsch, Werken, Technik/Computer im Rahmen eines
Puppenspiel-Projekts
Möglichkeit des Puppenspiels nutzen (ausgewähltes Wutvokabular anwenden)
Quelle
Vgl. Friedrich, G./Friedrich, R. (2004): Mit Kindern Gefühle entdecken. Ein Vorlese-,
Spiel- und Mitsingbuch. Weinheim: Beltz Verlag, S. 97 - 101
Emotionale
Kompetenz

Kopiervorlage Kleid
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“ C5 – Kopiervorlage

Kopiervorlage Mantel
C5 - Kopiervorlage
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“

Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
C6
C6: Gefühlstest
Kurzbeschreibung
Einzelne Schüler tragen einen vorbereiteten Satz ausdrucksstark vor.
Die anderen Schüler beobachten die dargestellte Situation und nennen mögliche
Gedanken und Gefühle der Person.
Ziel
Emotionen zum Ausdruck bringen
verbale und nonverbale Signale des Emotionsausdrucks kennen
sich in andere Menschen einfühlen
Klassenstufe
3 bis 6
Dauer
20 min
Material
Kopiervorlage Satzkarten
Einstimmung
Emotionen/Gefühle thematisieren
i
n
d
i
v
i
du
e
l
l
e
r
E
m
o
t
i
o
n
s
au
s
dr
u
c
k
unterschiedliche Auslöser für Emotionen
verschiedene Reaktionen auf Auslöser
Aufgabenstellung
Ziehe eine Satzkarte. Trage den Satz ausdrucksvoll vor, indem du deine Stimme und
deine Körperhaltung an die beschriebene Situation anpasst (Spieler).
Beobachte die Sprache, die Mimik und die Körperhaltung der Spieler. Passen sie zur
Aussage? (Beobachter)
Beschreibe so genau wie möglich, welche Gefühle du mit dem Gesprochenen und
dem Dargestellten in Verbindung bringst.
Durchführung
zwei Schüler als Spieler auswählen, ein Schüler (Spieler 2) geht kurz aus dem Raum
Schüler (Spieler 1) zieht eine Satzkarte und stellt die Aussage ausdrucksvoll dar
Spieler 2 kommt wieder in den Raum und stellt die selbe Aussage dar
die Beobachter beschreiben mögliche Gefühle und Gedanken, die sie bei den Spie-
lern wahrgenommen haben, sie benennen Gemeinsamkeiten und Unterschiede in
den verschiedenen Darstellungen
Auswertung
Warum ist es dir leicht/schwer gefallen, diese Situation darzustellen?
Hast du bereits einmal eine ähnliche Situation erlebt?
Wie hast du dich beim Beobachten und Beschreiben der dargestellten Situation
gefühlt?
Konntest du beobachten, dass Gefühle von den Spielern unterschiedlich dargestellt
wurden?
Bei welcher Aussage wurde besonders deutlich, dass Gefühle unterschiedlich
ausgedrückt werden können?
Emotionale
Kompetenz

Bemerkungen
Demonstration der Lehrkraft als Einstieg ist günstig, um die Schüler zum Darstellen
zu ermuntern
Sensibilisierung der Schüler auf die Spielsituation ist notwendig
„Spielort“, z. B. Hula-Hopp-Reifen, als Markierung: der Schüler verlässt diesen Ort
nach Beendigung der Darstellung und legt somit auch das dargestellte Gefühl
wieder ab
mögliche
Varianten:
statt Satzkarten Gefühlswörter (→ Kopiervorlage Wortkarten) verwenden
Komplexität der Sätze/der Situationen kann gesteigert werden
die Schüler entwerfen eigene Aussagen und Spielsituationen
auf ausgewogene Verteilung darzustellender Gefühle achten (Nicht nur negative
Gefühle darstellen!)
Quelle
Vgl. Paulus, P. (2016): Gemeinsam(es) Lernen mit Gefühl. Eine Ressource zur Förderung
sozial-emotionaler Kompetenzen für die Primarstufe. Berlin: Barmer. 148 ff.
C6
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“

Satzkarten
Juhu, ich habe heute eine 1
in Mathe bekommen.
Mein Kater Purzel ist gestern
weggelaufen.
Am Wochenende kommt
meine Lieblingstante aus
Australien zu Besuch.
Du Blödmann, kannst du endlich
mal deine Sachen aufräumen?
Hast du schon gehört?
Am Sonntag wurde in die Spar-
kasse am Markt eingebrochen.
Wenn ich reich wäre, würde ich
um die ganze Welt reisen.
Ich habe meine Hausaufgaben
vergessen.
Schnell, beeilt euch! Der Bus
fährt gleich ab.
Haltet den Dieb! Er hat mein
Portmonee geklaut.
Du alte Petze, kümmere dich um
deine eigenen Probleme.
Es tut mir leid, aber ich kann
am Freitag nicht mit dir ins Kino
gehen.
Du bist der beste Freund auf der
ganzen Welt. Ich hab dich gern.
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
C6 - Kopiervorlage

Wortkarten
Freude
Traurigkeit
Angst
Ärger
Überraschung
Interesse
Neid
Stolz
Scham
Schuld
Verlegenheit
Mitgefühl
C6 – Kopiervorlage
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“

Enttäuschung
Fröhlichkeit
Nachdenklichkeit
Übermut
Mut
Wut
Aufregung
Eifersucht
Vorfreude
Glück
Liebe
Erleichterung
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
C6 - Kopiervorlage

C7: Wenn ich fröhlich bin
Kurzbeschreibung
Die Schüler führen passende Bewegungen zu den genannten Gefühlen aus.
Ziel
verschiedene Gefühle erkennen und benennen
Möglichkeiten des Emotionsausdrucks kennen
Selbstwahrnehmung schulen
Klassenstufe
1 bis 3
Dauer
10 min
Material
großer Raum (Turnhalle, Freigelände), Spiegel
Einstimmung
Welchen Gesichtsausdruck hast du, wenn du fröhlich/wütend/traurig bist?
Wie bewegst du dich, wenn du fröhlich/wütend/traurig bist?
Aufgabenstellung
Probiere verschiedene Gesichtsausdrücke und ggf. Bewegungen vor dem Spiegel
aus, z. B.:
traurig – auf den Boden setzen, Kopf senken, Knie an den Körper ziehen
glücklich – Luftsprung machen
wütend – Fäuste ballen und auf den Boden hämmern
ängstlich – hinhocken und Hände über den Kopf halten
Höre das Lied „Wenn ich fröhlich bin“ aufmerksam an. Führe bei jedem Gefühl,
das genannt wird, eine passende Bewegung aus.
Durchführung
vor dem Spiel: Bewegungen zu jedem Gefühl üben
ein Lied (z. B. „Wenn ich fröhlich bin“) wird vor- bzw. abgespielt
bei Nennung eines Gefühls die entsprechende Bewegung ausführen
Auswertung
Welches Gefühl kannst du gut darstellen?
Welches Gefühl stellst du nicht gern dar? Warum?
Bemerkungen
fachübergreifend mit Musik: Liederarbeitung
fachübergreifend mit Kunst: aktionsbetontes Gestalten
fachübergreifend mit Sport: Erwärmung
statt des Liedes kann ein passender Lesetext genutzt werden
Gefühlskärtchen können einbezogen werden
Quelle
Vgl. Klauß, K./Laux, M./Hertel, S. (2007): Soziale Kompetenzen gezielt fördern.
Donauwörth: Auer Verlag, S. 92. Vgl. Gemeinfreies Lied, Hörbeispiel: „Gerhard Schöne
singt Kinderlieder aus aller Welt.“, Europa 1986.
C7
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
Emotionale
Kompetenz

C8: Kreuzdonnerwetter
Kurzbeschreibung
Die Schüler spielen eine Situation vor, in der sie Wutwörter verwenden.
Ziel
mit Wutvokabular bewusst umgehen
Möglichkeiten der Emotionsregulation kennen
Klassenstufe
2 bis 5
Dauer
20 min
Material
Stifte, kleine Zettel
Einstimmung
thematisieren, dass man bei Wut nicht immer die richtigen Wörter verwendet
Raum für diese „rabenschwarzen“ Wörter geben, ggf. unter Verwendung eines
Lehrergeheimnis: „Wenn ich richtig sauer bin, dann benutze ich beim Schimpfen
rabenschwarze Wutwörter. Meine Lieblingswörter sind gerade ...“
Aufgabenstellung
Denke an eine Situation, die dich richtig wütend macht.
Spiele sie mit einem Mitschüler vor.
Notiere Wutwörter, die vorgespielt wurden.
Durchführung
Situation ausdenken, in der man richtig wütend war
Situation vorspielen unter Verwendung aller Schimpfwörter
Schimpfwörter, die in der Schule nicht verwendet werden sollen bzw. Wörter, die
Schüler/Lehrer nicht hören wollen, werden notiert
unangemessene Wutwörter auswählen und symbolisch/praktisch entsorgen
kreative Wutwörter ergänzen oder erfinden
Auswertung
Wann bist du wütend?
Welche Wutwörter möchtest du von anderen nicht hören?
Was kannst du machen, damit deine Wut kleiner wird/damit dein Wutanfall vorbei
geht?
es demjenigen sagen
mit einer anderen Person über die eigene Wut sprechen
aufschreiben, warum wir wütend sind
Wut kanalisieren, z. B. Luftballon platzen lassen, zum Fußballtraining gehen etc.
Bemerkungen
Vorbereitung: typische „Wutbewegungen“, „wütende Gesichter“ und „Wutwörter“
probieren
Varianten: zu „Wutwörtern“ eine Geschichte erzählen oder ein Bild anfertigen
Rollenspiel immer an eine Requisite knüpfen (Kopfbedeckung, Maske)
Lehrkraft trägt dafür Sorge, dass die Schüler sich wieder aus der Wutsitua-
tion begeben
z. B. durch symbolische/praktische Entsorgung der Wutwörter/
Wutbilder
genügend Zeit für Auswertung einplanen
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
C8
Emotionale
Kompetenz

C9: Angsthasen-Umfrage
Kurzbeschreibung
Die Schüler führen mit einer erwachsenen Person eine Umfrage zum Thema Angst
durch.
Ziel
verschiedene Ängste kennen
wissen, dass alle Menschen Angst haben
Möglichkeiten des Umgangs mit Angst verstehen
Klassenstufe
4 bis 6
Dauer
Erstellung des Fragebogens: 45 min
Durchführung: 20 min
Auswertung: 20 min
Material
PC, Zettel, Stifte
Einstimmung
Haben Erwachsene eigentlich auch manchmal Angst?
Wovor könnten sie Angst haben?
Aufgabenstellung
Um herauszufinden, ob es auch erwachsene „Angsthasen“ gibt, führen wir eine Umfra-
ge mit Erwachsenen durch.
Durchführung
eine Umfrage/einen Fragebogen (ggf. am PC) erstellen
mögliche Fragen können sein:
Wovor hattest du als Kind Angst? Hast du diese Angst immer noch?
Wovor hast du als Erwachsener am meisten Angst?
Hast du deine Angst schon mal überwunden?
Was hat dir geholfen, keine Angst mehr zu haben?
Wann hat dir die Angst schon mal geholfen?
Wie können dir die Anderen helfen, wenn du Angst hast?
Umfrage durchführen und Erwachsene (Eltern, Bekannte) nach ihren Ängsten
fragen
Ängste werden von Erwachsenen notiert
ausgefüllte Fragebogen werden präsentiert und im Gespräch mit den Kindern
thematisiert
Auswertung
Haben Erwachsene die gleichen Ängste wie Kinder?
Welche Ängste kannst du gut verstehen?
Welche Tipps haben die Erwachsenen gegen Ängste?
Bemerkungen
Einstimmung mittels einer Geschichte möglich
Anonymität wahren
Tonaufnahmen sind möglich (Datenschutz beachten)
Achtung: sensibel und kindgerecht beim Berichten persönlicher Angsterlebnisse
vorgehen
Quelle
Vgl. Westermann, H. (2014): Sonja Kaemper: Der Grüffelo. Gefühle entdecken mit dem
Grüffelo. Weinheim/Basel: Beltz Verlag, S. 25.
C9
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
Emotionale
Kompetenz

C10: Gefühlscollagen
Kurzbeschreibung
Die Schüler stellen eine Collage zu einer Basisemotion her.
Ziel
Emotionen kennen und benennen
nonverbale Signale (Mimik, Gestik) des Emotionsausdrucks auf Bildern wieder-
erkennen
Emotionswörter kennen
Klassenstufe
2 bis 6
Dauer
mind. 45 min
Material
Zeitschriften, Fotokarton, Schere, Kleber
Einstimmung
gemeinsame Bildbetrachtung im Sitzkreis:
verschiedene Fotos betrachten,
Erkennen, Benennen und Beschreiben von Emotionen
Aufgabenstellung
Wähle mit deinem Partner eine Emotion/Gefühl aus:
Freude
Traurigkeit
Ärger
Angst
Überraschung
Interesse
Suche passende Bilder aus Zeitschriften.
Stellt gemeinsam eine Collage zu diesem Gefühl her.
Ergänzt die Collage mit passenden Gefühlswörtern.
Durchführung
Bilder zu einer Basisemotion aus Zeitschriften ausschneiden
Bilder als Collage aufkleben, passende Gefühlswörter zu den Bildern schreiben
Plakatpräsentation
Auswertung
Gibt es Bilder, die sich mehrfach zuordnen lassen?
Welche Gefühlswörter hast du gefunden?
Bemerkungen
fachübergreifend mit Deutsch: Synonyme finden, Wortfelder erarbeiten, Emo-
tionswörter richtig schreiben
fachübergreifend mit Kunst: Collage als Gestaltungsmöglichkeit
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
C10
Emotionale
Kompetenz

C11: Gefühlswürfel
Kurzbeschreibung
Die Schüler basteln zwei Gefühlswürfel (mit oder ohne Vorlage). Im Spiel werden Zu-
sammenhänge zwischen Gefühl, Situation und Ausdruck genannt.
Ziel
Gefühle benennen, beschreiben und darstellen
einen möglichen Zusammenhang zwischen Gefühl und Situation beschreiben
Klassenstufe
1 bis 4
Dauer
Herstellung: 20 min
Spiel: 10 min
Material
Stifte, Schere, Kleber, festes Papier, Kopiervorlage Würfelnetz
Einstimmung
Wie fühlt es sich an, wenn man
traurig/fröhlich/ängstlich
ist?
In welcher Situation bist du
traurig/fröhlich/ängstlich
?
Gefühle sind also sehr persönlich. Jeder Mensch denkt und fühlt anders.
Aufgabenstellung
Male die beiden Würfelnetze (→ Kopiervorlage C11) mit Buntstiften aus.
Schneide die Würfelnetze aus.
Klebe die Würfelnetze zusammen.
Spiele das Spiel mit einem Partner bzw. in der Gruppe.
Durchführung
Würfel herstellen
mit einem Partner oder in der Gruppe spielen:
beide Würfel werfen
Würfel 1: das gewürfelte Gefühl benennen
Würfel
2:
Herz – Wie fühlt sich dieses Gefühl an?
Sprechblase – In welcher Situation fühlst du dich so?
Strichmännchen – Gefühl mimisch/gestisch darstellen
Auswertung
Welches Gefühl lässt sich leicht/schwer benennen/beschreiben/darstellen?
Bemerkungen
fachübergreifend mit Mathematik: verschiedene Würfelnetze erproben, Würfel
ohne Vorlage basteln
Würfel zu weiteren Gefühlen können von den Schülern hergestellt werden
Klasse 1 und 2: vorbereitete Würfeln bzw. große Würfeln (Schaumstoff) für das
Spiel verwenden
Quelle
Vgl. BKK Dachverband e. V.: Fit von Kleinauf. BKK Gesundheitsförderung für Kitas
und Grundschulen.
http://www.fitvonkleinauf.de/grundschulen/unterrichtsbausteine/
stinksauer-und-gut-drauf/ (Stand: 01.11.2018)
C11
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
Emotionale
Kompetenz

Würfelnetz – Würfel 1
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“ C11 - Kopiervorlage

Würfelnetz – Würfel 2
C11 - Kopiervorlage Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“

Würfelnetz – Vorlage
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“ C11 - Kopiervorlage

C12: Landkarte der Gefühle
Kurzbeschreibung
Die Schüler kleben Wortkarten mit Emotionswörtern auf einen Körperumriss („Gefühls-
landkarte“).
Ziel
Emotionen bewusst körperlich wahrnehmen können
Emotionen einem Körperteil zuordnen können und beschreiben können
Klassenstufe
2 bis 5
Dauer
45 min
Material
Papierrolle/Tapetenrolle/Metaplanpapier (Kindergröße entsprechend), Kopiervorlage
Wortkarten
Einstimmung
Woran erkennst du, dass du wütend bist? Wo in deinem Körper fühlst du Angst,
Traurigkeit, Freude, Ärger, Interesse, Überraschung?
Wenn wir fröhlich sind, können wir das an verschiedenen Stellen im Körper spüren:
das Herz rast, auf der Haut oder im Bauch kribbelt es oder es fließen Freudentränen.
Auf der Landkarte der Gefühle kannst du einzeichnen, in welchen Körperteilen
Gefühle sich deutlich zeigen.
Aufgabenstellung
Zeichne mit einem Partner einen Umriss von deinem Körper. (= Gefühlslandkarte)
Klebe die Wortkarten an eine geeignete Stelle auf deiner Gefühlslandkarte.
Präsentiere deine Gefühlslandkarte.
Durchführung
Schüler fertigen mithilfe eines Mitschülers eine Umrisszeichnung von sich an
Wortkarten ausschneiden und auf die Gefühlslandkarte kleben
ggf. weitere Gefühlswörter dazu schreiben
Auswertung
Stelle deine Gefühlslandkarte vor.
An welche Stelle hast du die Gefühle gesetzt?
Beschreibe, wie sich das Gefühl dort äußert.
Bemerkungen
verkleinerte Gefühlslandkarte als Arbeitsblatt (A4) mit selbstgezeichnetem Umriss
möglich
Quelle
Vgl. Westermann, H./ Kaemper, S. (2014): Der Grüffelo. Gefühle entdecken mit dem
Grüffelo. Weinheim/Basel: Beltz Verlag, S. 58.
C12
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
Emotionale
Kompetenz

Wortkarten
Freude
Traurigkeit
Angst
Ärger
Überraschung
Interesse
Neid
Stolz
Scham
Schuld
Verlegenheit
Empathie
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“ C12 - Kopiervorlage

Enttäuschung
Fröhlichkeit
Nachdenklichkeit
Übermut
Mut
Wut
Aufregung
Eifersucht
Vorfreude
Glück
Liebe
Erleichterung
C12 - Kopiervorlage Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“

C13: Gefühlswetter
Kurzbeschreibung
Die Schüler reflektieren ihre Emotionen mit Hilfe von Wettersymbolen. Die Beobach-
tungen werden längerfristig in einem Protokoll festgehalten.
Ziel
Emotionen mithilfe eines passenden Symbols ausdrücken
Die eigene Gefühlslage längerfristig wahrnehmen und erfassen
Zusammenhänge zwischen Emotionen und Emotionsausdruck erkennen
Klassenstufe
3 bis 5
Dauer
5 min
Material
Kopiervorlage Wettersymbole, Kopiervorlage Gefühlswetterprotokoll
Einstimmung
Beziehung zwischen Gefühlen und Wetter herstellen, z. B. Sonnenschein und
Fröhlichkeit
auf individuelle Wahrnehmung hinweisen
Aufgabenstellung
Finde ein passendes Wettersymbol, das dein Gefühl in dieser Situation wiedergibt.
Durchführung
aktuelle Gefühle in einer bestimmten Situation mit Hilfe von Symbolen wieder
geben
Protokoll als wirksames Mittel vorstellen, um seine Gefühle/Stimmung über die
Woche/Tag zu dokumentieren
Auswertung
Warum hast du dieses Symbol ausgewählt?
Helfen dir die Wettersymbole, um deine Gefühle auszudrücken?
Wie kannst du dieses Gefühl beschreiben?
Zähle die verschiedenen Wettersymbole auf deinem Protokoll.
Welche kommen am häufigsten vor?
An welchem Tag ging es dir gut/nicht so gut?
Bemerkungen
mögliche Symbole und deren Bedeutung:
Sonne: Ich fühle mich sehr gut, alles läuft super.
Sonne mit Wolke: Ich fühle mich gut, aber habe ein kleines Problem.
Wind: Ich bin aufgeregt und freue mich auf/über etwas.
Wolken: Ich bin nachdenklich.
Gewitter: Ich bin verärgert. Es gibt Spannungen, Streit oder Probleme.
Regen: Ich bin sehr traurig.
Nebel: Ich bin unsicher und ängstlich, mir fehlt der Durchblick.
weitere Symbole und deren Bedeutung mit den Schülern festlegen
Wettersymbole zu einem zurückliegenden Ereignis wählen lassen
Wetterprotokoll als Ritual im Morgenkreis oder als Reflexionsmethode (Tages-/
Wochenabschluss) einsetzen
Quelle
Vgl. Krowatschek, D./Wingert, G. (2010): Schwierige Schüler im Unterricht. Was wirklich
hilft. Dortmund: Borgmann Publishing: S. 221.
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
C13
Emotionale
Kompetenz

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Wettersymbole
C13 - Kopiervorlage Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“

Gefühlswetterprotokoll
Name:
Montag
Dienstag
Mittwoch
Donnerstag
Freitag
6. Stunde
5. Stunde
4. Stunde
3. Stunde
2. Stunde
1. Stunde
Dieses Symbol habe ich in dieser Woche am häufigsten gewählt:
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“ C13 - Kopiervorlage

C14: Anti-Angst-Rezepte
Kurzbeschreibung
Die Schüler erstellen in der Klasse/Gruppe ein gemeinsames Rezeptbuch gegen Angst.
Dabei gestaltet jeder Schüler eine Doppelseite.
Ziel
Selbstkompetenz beim Umgang mit der eigenen Angst trainieren
eigene Ängste wahrnehmen und verbalisieren
belastende Emotionen aktiv bewältigen
Klassenstufe
3 bis 6
Dauer
45 min
Material
A4-Papier, Stifte, Buntstifte, Steckmappe/Ringbuch, Kopiervorlage „Mein Rezept gegen
Angst“
Einstimmung
über Ängste sprechen; Bezug zur Lebenswelt der Kinder herstellen (z. B. Angst in
der Gewitternacht)
individuellen Umgang mit Angst thematisieren: „Jeder hat Angst und jeder ver-
sucht, seine Angst mit Tricks zu bekämpfen.“
Aufgabenstellung
Wir gestalten ein Rezeptbuch, welches Rezepte gegen Angst enthält. Damit kann jeder
sein Rezept den anderen zur Verfügung stellen.
Gestalte eine A4-Seite mit einer Angst, die du bereits erlebt hast und einem Tipp
oder mehreren Tipps, wie du sie besiegt hast.
Male und schreibe dazu.
Durchführung
eine A4-Seite gestalten: Ängste malen/beschreiben, Rezepte gegen die Angst
aufmalen/aufschreiben
die Ergebnisse der Schüler werden zusammengeheftet (Steckmappe oder Ring-
buch) oder professionell gebunden
Anti-Angst-Rezepte präsentieren
einen Titel für das Buch festlegen
Auswertung
Präsentation des gesamten Rezeptbuchs in der Klasse:
Wer hat sich bereits ein Rezept entnommen?
Wem hat es schon einmal geholfen?
Einen festen Platz für das Buch im Klassenzimmer finden (z. B. Leseecke).
Bemerkungen
Differenzierungsmöglichkeiten nutzen:
vorstrukturierte Kopiervorlage oder freie Gestaltung der Seite
malen oder schreiben, ggf. PC verwenden
äußerst sensibel mit den Ängsten der Schüler umgehen
Rezepte dürfen grundsätzlich anonym abgegeben werden
keinesfalls mit traumatisierten Kindern durchführen oder bei Kindern mit einer
diagnostizierten Angst-Störung
bei Auffälligkeiten ggf. professionelle psychologische Unterstützung suchen, Kin-
der keinesfalls bedrängen
ggf. auch auf Klasse 1 und 2 übertragbar
Quelle
Vgl. Westermann, H., Kaemper, S. (2014): Der Grüffelo. Gefühle entdecken mit dem
Grüffelo. Beltz Verlag:Weinheim/Basel, S. 24.
C14
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
Emotionale
Kompetenz

Mein Rezept gegen Angst
Mein Name ist:
Ich bin
Jahre alt.
Das hat mir Angst bereitet:
Das hat mir geholfen:
Ich habe einen Tipp, wie man die Angst besiegen kann:
Hier ist ein Bild von mir, wie ich meine Angst besiegt habe:
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“ C14 - Kopiervorlage

C15: Erste-Hilfe-Wutkiste
Kurzbeschreibung
Die Schüler füllen eine Erste-Hilfe-Kiste gemeinsam mit Tipps gegen Wut.
Ziel
Wut ausdrücken und spielerisch darstellen
Möglichkeiten der Emotionsregulation kennen
Klassenstufe
3 bis 6
Dauer
30 min
Material
Pappkarton oder alte Erste-Hilfe-Kiste, Papier, Stifte
Einstimmung
Was hilft dir, wenn du wütend bist?
Was macht deine Wut kleiner oder lässt sie ganz verschwinden?
Aufgabenstellung
Schreibe deinen Tipp gegen Wut auf.
Durchführung
Tipp gegen Wut malen oder aufschreiben, z. B.:
Fußball
spielen
Luftballon zerplatzen lassen
raus gehen und laut schreien
Wut
auf
s
chreiben
mit jemandem über die Wut reden
malen
/lesen
/
Hörspiel
hören
gegen einen Boxsack schlagen
in einen anderen Raum gehen
Auswertung
Welchen Tipp hast du gegeben?
Welcher Tipp könnte dir in Zukunft helfen? Warum?
Bemerkungen
Kiste im Raum belassen und zugänglich für die Schüler halten
Regeln für den Umgang mit der Kiste festlegen
im Laufe des Schuljahres weitere Tipps und Tricks gegen Wut hinzufügen
Quelle
Vgl. Westermann, H.; Kaemper, S. (2014): Der Grüffelo. Gefühle entdecken mit dem
Grüffelo. Weinheim/Basel: Beltz Verlag, S. 41.
C15
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
Emotionale
Kompetenz

C16: Mein Wohlfühlort
Kurzbeschreibung
Die Schüler bauen ihren persönlichen Wohlfühlort als Modell in einem Schuhkarton.
Ziel
einen Wohlfühlort als Möglichkeit zur Emotionsregulation kennen
vielfältige Wohlfühlorte kennenlernen
Wohlfühlorte der Anderen respektieren und wertschätzen
Klassenstufe
4 bis 6
Dauer
mind. 90 min.
Material
Schuhkarton, Materialien zur Gestaltung (z. B. Wolle, Teppichreste, Stoffe), Natur-
materialien, Kleber, Fotos
Einstimmung
Schüler mit Fragen einstimmen:
Es gibt Orte, an denen wir uns sehr wohl und sicher fühlen.
An welchem Ort fühlst du dich besonders wohl?
Was ist das Besondere an diesem Ort?
Aufgabenstellung
Baue deinen persönlichen Wohlfühlort als Modell in einem Schuhkarton.
Durchführung
mögliche Wohlfühlorte (mündlich, schriftlich) ggf. als Gruppenarbeit benennen
und beschreiben
Warum fühlst du dich dort wohl? Was siehst/hörst/riechst/fühlst du dort? Welche
Natur, Gegenstände und Möbel sind dort?
Wohlfühlorte skizzieren und in einem Schuhkarton nachstellen
Präsentation und Wertschätzung der Schülerwerke, z. B. durch Ausstellung
Auswertung
Welchen Ort hast du dargestellt? Warum?
An welchem anderen Ort/In welchem Schuhkarton könntest du dich außerdem
wohl fühlen?
Bemerkungen
Möglichkeiten zur Einstimmung:
Fantasiereise
(Vor-)Lesetext
kann im Förderunterricht über einen längeren Zeitraum erfolgen
kann als mehrtägiges Projekt/fächerverbindender Unterricht umgesetzt werden
Quelle
Vgl. Westermann, H./ Kaemper, S. (2014): Der Grüffelo. Gefühle entdecken mit dem
Grüffelo. Weinheim/Basel: Beltz Verlag, S. 37.
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
C16
Emotionale
Kompetenz

C17: Schattenboxen
Kurzbeschreibung
Die Schüler lösen einen Konflikt ohne körperliche oder verbale Gewalt.
Ziel
die eigene Stimmungslage in einer Konfliktsituation kontrollieren können
Impulskontrolle und Selbstregulation trainieren
eine Strategie für den gewaltfreien Umgang mit Konflikten kennen
Klassenstufe
3 bis 6
Dauer
5 min
Material
ohne
Einstimmung
Verhalten in Streitsituationen thematisieren: Beschimpfungen, körperliche Ver-
letzungen
These aufstellen: Man kann Streit auch lösen, ohne sich weh zu tun.
Aufgabenstellung
Stelle dich dem Schüler gegenüber, mit dem du Streit hast.
Auf mein Zeichen beschimpft ihr euch gegenseitig, ohne einen Laut von euch zu
geben.
Ihr dürft boxen und schlagen, ohne den anderen zu berühren.
Durchführung
zwei Schüler, die wütend aufeinander sind, stehen sich gegenüber
Schüler duellieren sich lautlos und ohne den anderen zu berühren
Zuschauer sind erwünscht: entspannt die Situation, die Bewegungen belustigen
Auswertung
Wie geht es dir jetzt?
Ist deine Wut verflogen?
Welchen Grund gab es für euren Streit?
Wie könnt ihr in Zukunft einen Streit ohne Gewalt beenden?
Bemerkungen
nicht für alle Schüler geeignet: müssen sich darauf einlassen können
weitere Strategien für gewaltfreien Umgang mit Konflikten sollten mit den Schüler
besprochen werden (z. B. rennen, Luftballon platzen lassen, darüber sprechen)
Quelle
Vgl. Behnke, A. (2016): Die 50 besten Spiele zum Umgang mit Konflikten. München:
Don Bosco Medien GmbH, S. 28-29.
C17
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
Emotionale
Kompetenz

C18: Vorlage
Kurzbeschreibung
Ziel
Klassenstufe
Dauer
Material
Einstimmung
Aufgabenstellung
Durchführung
Auswertung
Bemerkungen
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“ C18 - Kopiervorlage

D
Unterstützungsmaterial –
Förderung in der Perspektive soziale Kompetenz
Material D0:
Selbstreflexionsbogen– Perspektive soziale Kompetenz
Material D1:
Fünf Finger – Fünf Komplimente
Material D2:
Flüsterstuhl
Material D3:
Kichererbse
Material D4:
Rückenmaler
Material D5:
Die perfekte Welle
Material D6:
Das schwarze Schaf
Material D7:
Schritt für Schritt
Material D8:
Meine Tür
Material D9:
Nein-Doch-Spiel
Material D10:
Boot im Sturm
Material D11:
Zappel-Stopp
Material D12:
Flussüberquerung
Material D13:
Der fliegende Weihnachtsmann
Material D14:
Ohne Worte
Material D15:
Vorlage

D0: Selbstreflexionsbogen - Perspektive soziale Kompetenz
Schätzen Sie mithilfe des Selbstreflexionsbogens Ihre Kompetenzen bezüglich der Förderung sozialer Kompetenz
ein. Leiten Sie daraus Handlungsmöglichkeiten für die Entwicklung Ihrer Professionalisierung ab.
Das setze ich
bereits um.
Das will ich
versuchen.
Dafür suche
ich mir
Unterstützung.
Gestaltung von Gleichaltrigenbeziehungen
Ich beobachte die Klasse und einzelne Schüler regelmäßig.
Ich achte darauf, verschiedene Sozialformen anzubieten.
Ich achte darauf, dass es wechselnde Gruppenkonstella-
tionen gibt.
Ich unterstütze die Teamfähigkeit zwischen den Mitschülern.
Ich achte darauf, dass bei der Vergabe von Verantwortlich-
keiten in der Klasse alle Schüler beteiligt werden.
Fähigkeiten des Selbstmanagements
Ich kenne spezielle Bedürfnisse meiner Schüler.
Ich ermutige meine Schüler, sich für ihre eigenen Bedürf-
nisse einzusetzen.
Ich biete den Schülern vielfältige Möglichkeiten, um sich
und ihre Lernergebnisse selbst einzuschätzen.
Ich biete Aufgabenformate an, die zur Reflexion des eige-
nen Verhaltens anregen.
Schulische Anpassungs- und Leistungsfähigkeit
Ich achte darauf, dass alle Schüler sich an getroffene Ver-
einbarungen und Regeln halten.
Ich steigere die schulischen Anforderungen schrittweise.
Ich unterstütze die Schüler in der Phase des Übergangs.
Ich nutze für eine schülergerechte Gestaltung des Alltages
die schulischen Rahmenbedingungen aus.
Ich fördere die Entwicklung eines angemessenen Leistungs-
verhaltens.
Ich mache meinen Schülern ihre Lernerfolge deutlich und
gebe lernförderliche und stärkenorientierte Rückmeldungen.
Ich unterstütze selbstständiges und eigenverantwortliches
Lernen.
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
D0 – Kopiervorlage
Soziale
Kompetenz

Das setze ich
bereits um.
Das will ich
versuchen.
Dafür suche
ich mir
Unterstützung.
Kooperations- und Mitwirkungsbereitschaft
Ich unterstütze die Teamfähigkeit der Schüler.
Ich achte darauf, dass die Schüler in Gruppenarbeiten ver-
schiedene Rollen einnehmen können.
Ich ermögliche Mitwirkung an Gestaltungs- und Entschei-
dungsprozessen.
Durchsetzungsfähigkeit
Ich gebe den Schülern die Möglichkeit, sich mit ihren Stär-
ken in den Unterricht einzubringen.
Ich ermutige Schüler in ihrem Lern- und Arbeitsverhalten.
Ich nutze verschiedene Anlässe (Schulalltag, Unterricht,
außerschulische Situationen), um eine wertschätzende Ge-
sprächskultur und demokratieförderliche Handlungsbereit-
schaft zu entwickeln.
Das sind meine Stärken:
Daran möchte ich als nächstes arbeiten:
Das muss ich dafür tun:
D0 – Kopiervorlage
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“

D1: Fünf Finger – Fünf Komplimente
Kurzbeschreibung
Die Schüler machen sich gegenseitig ernstgemeinte Komplimente, welche sie auf eine
Vorlage (Papierhand) schreiben.
Ziel
Wertschätzung zeigen und erleben
eine vertrauensvolle Beziehung zu Gleichaltrigen aufbauen
Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit stärken
Klassenstufe
3 bis 6
Dauer
30 min
Material
Papier, Stifte, Schere
Einstimmung
Oft sagen wir den Anderen nur, was uns an ihnen stört.
Manchmal geht es uns nicht gut. Dann ist es schön, wenn jemand etwas Nettes
zu uns sagt und uns damit aufmuntert.
Es tut gut, ein ernstgemeintes Kompliment zu bekommen.
Aufgabenstellung
Zeichne den Umriss deiner Hand auf Papier.
Schneide deine Papierhand aus.
Suche 5 Mitschüler aus, denen du ein Kompliment machen möchtest.
Gehe zu diesen Mitschülern und schreibe jedem jeweils ein Kompliment auf ei-
nen Finger seiner Papierhand.
Sind die Finger bei einem ausgesuchten Mitschüler bereits beschrieben, dann su
-
che dir einen anderen Mitschüler aus.
Durchführung
Hand auf Papier malen und ausschneiden
5 Mitschüler auswählen, Komplimente aufschreiben
Das Spiel ist zu Ende, wenn jeder fünf Komplimente auf seiner Hand stehen hat.
Auswertung
Welche Komplimente hast du vergeben?
Über welche Komplimente hast du dich selbst sehr gefreut?
Über welches Kompliment warst du erstaunt?
Bemerkungen
Anleitung der Schüler: nur wertschätzende Bemerkungen aufschreiben
Als positives Vorbild nimmt die Lehrkraft am Spiel teil.
Lehrkraft sollte darauf achten, dass für alle Mitschüler positive Eigenschaften
durch Komplimente verdeutlicht werden (auch nicht so beliebte Schüler können
feststellen, dass es an ihnen Positives gibt).
das Geben von Komplimenten kontinuierlich mit den Schülern üben
Varianten:
Schüler wählen die Mitschüler, von denen sie Komplimente bekommen
möchten, selbst aus.
Schüler geben einem Mitschüler ein Kompliment, bei dem es ihnen besonders
schwer fällt.
Zuordnung kann per Los erfolgen
zum Aufschrieb statt der Papierhand ein Kärtchen verwenden
Quelle
Krowatschek, D./Wingert, G. (2010): Schwierige Schüler im Unterricht. Was wirklich
hilft. Dortmund: Borgmann Publishing 2010, S. 237.
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
D1
Soziale
Kompetenz

D2: Flüsterstuhl
Kurzbeschreibung
Die Schüler flüstern einem Schüler eine positive Rückmeldung, ein ernstgemeintes
Kompliment oder eine Aufmunterung ins Ohr.
Ziel
Selbstwertgefühl stärken
Wertschätzung zeigen und erleben, positives Feedback geben
eine vertrauensvolle Beziehung zu Gleichaltrigen aufbauen
Klassenstufe
1 bis 6
Dauer
15 min
Material
Stuhlkreis mit einem Stuhl in der Mitte
Einstimmung
Schüler auf die Bedeutung von Komplimenten hinweisen: „Dir kommt ein Schüler
unglücklich/schüchtern/gehemmt vor. Wir können ihn stärken, indem wir ihm sa-
gen, welche Stärken er hat und was wir gut an ihm finden. Das sind Komplimente.
Sie sind immer positiv. Es tut gut, ein ernstgemeintes Kompliment zu bekommen
und auch zu geben.“
Aufgabenstellung
Überlege, welche positiven Dinge du deinem Mitschüler sagen möchtest.
Ihr dürft ihm etwas Positives ins Ohr flüstern.
Durchführung
Klasse sitzt im Stuhlkreis, ein Schüler sitzt in der Mitte auf dem Flüsterstuhl
Jeder flüstert dem Schüler in der Mitte etwas Positives ins Ohr.
Auswertung
Wie habt ihr/hast du die Komplimente erlebt? Wie fühlst du dich jetzt?
Über welches Kompliment hast du dich besonders gefreut?
Bemerkungen
Anleitung der Schüler, dass nur wertschätzende Bemerkungen ins Ohr geflüstert
werden dürfen
Flüsterstuhl durch ein besonderes Zeichen hervorheben (Bemalung, Stoffdekora-
tion, weiches Kissen)
Lehrkraft kann einen Schüler für den Flüsterstuhl wählen, der gerade besondere
Aufmerksamkeit braucht oder Aufmunterung benötigt.
Lehrkraft nimmt als positives Vorbild ebenfalls am Spiel teil.
Bei nicht so beliebten Schülern greift die Lehrkraft steuernd ein (z. B. gibt die Lehr
-
kraft das erste Kompliment).
kann als Ritual für den Morgenkreis genutzt werden
Quelle
Vgl. Hartke, B./Vrban, R. (2009): Schwierige Schüler – 49 Handlungsmöglichkeiten bei
Verhaltensauffälligkeiten (1. – 4. Klasse). 2. Auflage, Buxtehude: Persen, S. 84.
D2
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
Soziale
Kompetenz

D3: Kichererbse
Kurzbeschreibung
Ein Schüler bringt, ohne zu sprechen, einen anderen Schüler zum Lachen.
Ziel
Freude an der Kommunikation mit Anderen empfinden
nonverbale Interaktion bewusst nutzen
über Humor verfügen
eine positive Beziehung zu Gleichaltrigen aufbauen
Klassenstufe
1 bis 6
Dauer
10 min
Material
ohne
Einstimmung
Lehrkraft lenkt die Schüler auf die positiven Aspekte des Lachens:
„Lachen macht Spaß und ist noch dazu gesund. Es tut gut, wenn uns jemand zum
Lachen bringt oder wir selbst jemanden zum Lachen bringen.“
Aufgabenstellung
Schüler 1:
Stelle dich mit etwas Abstand einem Mitspieler gegenüber.
Bringe ihn mit lustigen Bewegungen und Grimassen zum Lachen.
Du hast gewonnen, sobald dein Mitspieler lacht.
Schüler 2:
Schaue deinen Mitspieler ernst an.
Du hast gewonnen, wenn du es schaffst, nicht zu lachen.
Durchführung
Übung zu zweit durchführen
Rollen- und/oder Partnertausch in der nächsten Runde
Auswertung
Schüler 1:
Wie hat es sich angefühlt, den anderen zum Lachen zu bringen?
Womit hast du deinen Partner zum Lachen gebracht?
Schüler 2:
Wie hat es sich angefühlt, das Lachen zu unterdrücken?
Bemerkungen
kann eine angespannte Atmosphäre in der Klasse auflockern
kann als Bewegungspause in einer längeren Arbeitsphase genutzt werden
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
D3
Soziale
Kompetenz

D4: Rückenmaler
Kurzbeschreibung
Die Schüler erraten Ziffern/Figuren/Buchstaben, die ein Partner mit dem Finger auf
den Rücken „malt“.
Ziel
taktile Wahrnehmung schulen
Nähe zulassen
eine vertrauensvolle Beziehung zu Gleichaltrigen aufbauen
Klassenstufe
1 bis 5
Dauer
5 min
Material
Kopiervorlage Körperreise
Einstimmung
„Im Alltag werden Augen und Ohren oft beansprucht. Aber auch unsere Haut ist ein
wichtiges Sinnesorgan. Berührungen nehmen wir oft unbewusst wahr.“
Kopiervorlage Körperreise als Muskelentspannung zum Einstieg möglich
Aufgabenstellung
Schüler 1: Lege deinen Kopf auf den Tisch vor dir.
Schüler 2: Zeichne deinem Nachbarn mit dem Finger eine einfache Figur, eine Ziffer,
einen Buchstaben oder ein Wort auf den Rücken.
Schüler 1: Versuche die Zeichnungen zu erraten. Hebe die Hand, wenn du eine
Wiederholung brauchst.
Sprecht im Flüsterton.
Durchführung
Schüler zeichnen und raten
Rollentausch
Auswertung
Wie hast du die Berührung empfunden?
Welche Figuren/Ziffern/Buchstaben/Wörter hast du über deine Haut erspürt?
Hast du alle Zeichnungen erraten?
Bemerkungen
Schüler mit Berührungsängsten: Teilnahme zunächst als Beobachter, dann als Ma-
ler (Schüler 1) und erst dann als Erlebender (Schüler 2)
angenehme Atmosphäre schaffen
verschiedene Sitzpositionen zulassen, angenehme Position frei wählen lassen
Partnerwechsel sollte ggf. ermöglicht werden.
kann als Ritual (z. B. nach der Hofpause) eingeführt werden
kann als Hinführung zum neuen Stundenthema genutzt werden, indem
Schüler 1 ein von der Lehrkraft genanntes Wort auf den Rücken von Schüler 2
schreibt (z. B. I-G-E-L oder L-E-S-E-N)
D4
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
Soziale
Kompetenz

Du schließt die Augen. Du hörst, wie es im Klassenzimmer immer leiser
wird. Dann ist es ganz ruhig und du hörst nur noch deinen Atem. Du spürst
wie sich dein Brustkorb bei jedem Atemzug hebt und wieder senkt. Deine
Arme fallen locker nach unten. Balle deine Hände zu einer Faust, dann öff-
ne die Faust wieder. Schüttle deine Finger und das Handgelenk vorsichtig
aus. Ziehe die Schultern langsam in Richtung deiner Ohren und lasse sie
dann wieder nach unten sinken. Kreise deine Schultern erst nach vorn, dann
zurück. Schüttle deine Arme vorsichtig aus. Drehe deinen Kopf erst nach
rechts und dann nach links, dann nach oben und nach unten. Lasse nun
deinen Kopf vorsichtig kreisen. Du spürst wie dein Po auf dem Stuhl sitzt.
Wackle vorsichtig mit deinem Po auf dem Stuhl hin und her. Du lehnst dich
zurück und spürst die Stuhllehne an deinem Rücken. Deine Füße stehen auf
dem Boden. Du bewegst vorsichtig deine Beine. Du hebst deinen linken Fuß
ein Stück vom Boden und streckst dein Bein und die Zehenspitzen lang aus.
Du stellst den Fuß wieder auf den Boden und hebst nun das rechte Bein. Du
streckst es aus und machst die Zehenspitzen lang. Dann stellst du den Fuß
wieder auf den Boden. Hebe die Fersen, sodass nur noch deine Zehen den
Boden berühren so als wären sie daran festgeklebt. Rolle deinen Fuß zurück
und spüre deine Fußsohle auf dem Boden. Ziehe nun deine Zehenspitzen
so weit wie möglich nach oben, deine Fersen bleiben am Boden kleben.
Rolle deine Füße wieder auf den Boden und spüre, wie sich deine Fußsohle
jetzt anfühlt. Bewege vorsichtig deine Beine, zapple ein wenig mit deinen
Fingern, deiner Hand und dann deinem Arm. Öffne die Augen langsam und
strecke dann deine Arme und Beine kräftig aus.
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
D4 - Kopiervorlage
Körperreise

D5: Die perfekte Welle
Kurzbeschreibung
Die Schüler erzeugen mit einem Schwungtuch eine Welle.
Ziel
Kooperationsfähigkeit und Mitwirkungsbereitschaft schulen
soziale Regeln einhalten
durch Rücksichtnahme und gegenseitige Unterstützung ein gemeinsames Ziel er-
reichen
Klassenstufe
1 bis 5
Dauer
10 min
Material
Schwungtuch
Einstimmung
möglicher Impuls für den Einstieg: Hörbeispiel Meeresrauschen
„Wenn die Kräfte im Wasser zusammenwirken, entstehen manchmal schöne große
Wellen. Wir können unsere Kräfte ebenfalls verteilen und gut aufeinander abstim-
men, sodass auch wir eine perfekte Welle erzeugen können.“
Aufgabenstellung
Bildet eine Gruppe von 14 bis 15 Schülern.
Bringt das Tuch zum Schwingen, sodass eine große und ruhige Welle entsteht.
Durchführung
Gruppen bilden
das Tuch gemeinsam zum Schwingen bringen
Auswertung
Wie ist die Übung in deiner Gruppe gelungen?
Welche Schwierigkeiten gab es?
Was hättest du/hättet ihr besser machen können?
Welche Tipps hast du für deine/eine andere Gruppe?
Bemerkungen
einen Ball verwenden, den Ball mit dem Schwungtuch kreisen, hoch werfen, in das
Loch fallen lassen etc.
einsetzbar im Sportunterricht, in der Hof- oder Bewegungspause
Schwungtuch zu einem Rhythmus (Musik) bewegen
D5
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
Soziale
Kompetenz

D6: Das schwarze Schaf
Kurzbeschreibung
Die Schüler erproben in einer Spielsituation, wie es sich anfühlt, Außenseiter zu sein.
Ziel
sich in einen Außenseiter einfühlen
die Notwendigkeit sozialer Regeln und Grenzen verstehen
eine wertschätzende und positive Beziehung zu Gleichaltrigen aufbauen
Klassenstufe
4 bis 6
Dauer
20 min
Material
ohne
Einstimmung
Gesprächsimpuls geben:
„Niemand ist gern ein Außenseiter. Menschen sind oft einer Gruppe zugehörig.
Manchmal gibt es dort Menschen, die als Außenseiter erscheinen.“
Aufgabenstellung
Die Klasse wird hälftig in Beobachter und Mitspieler (Schafe geteilt).
In der 1. Runde spielt ein Schüler freiwillig das schwarze Schaf (Außenseiter).
Alle Schüler bewegen sich frei durch den Raum.
Auf ein Signal findet ihr euch spontan in einer kleinen Gruppe zusammen.
Das schwarze Schaf versucht, sich einer Gruppe anzuschließen und am Gespräch
teilzunehmen.
Dem schwarzen Schaf wird die Aufnahme in die Gruppe und die Teilnahme am
Gespräch verwehrt. Es wird ignoriert und ausgeschlossen.
Es darf keinesfalls körperliche Gewalt gegen den Außenseiter angewendet werden.
Die Beobachter geben ihre Eindrücke und Gedanken wieder.
In der 2. Runde spielen 3 bis 4 Schüler freiwillig das schwarze Schaf (Außenseiter).
Die Schüler tauschen die Rollen. Der Ablauf findet wie oben statt.
Die Beobachter geben ihre Eindrücke und Gedanken wieder.
Die Schüler vergleichen die beiden Runden.
Durchführung
Rollen festlegen
Rollenspiel durchführen
Spielsituation auf ein Signal nach einer Weile auflösen, das Schaf mit in die Grup-
pe aufnehmen und etwas Nettes zu ihm sagen
ggf. nochmalige Gruppenbildung und Wiederholung des Rollenspiels
Spielsituation dringend reflektieren und auswerten
Auswertung
Wie hast du dich als schwarzes Schaf gefühlt?
Welches Verhalten der Gruppenmitglieder war besonders schwierig auszuhalten?
Wie hast du dich als Teil der Gruppe gefühlt, das schwarze Schaf auszuschließen?
Erkenntnisse unbedingt auf Klassensituation/Schüleralltag übertragen:
Was kannst du tun, damit es keinen Außenseiter in unserer Klasse gibt?
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
D6
Soziale
Kompetenz

Bemerkungen
Eine gute Anleitung und eine ausführliche Reflexion sind notwendig.
das schwarze Schaf in seine Rolle einführen und unbedingt wieder entlassen (z. B.
während der Spielsituation ein Schild mit der Aufschrift „schwarzes Schaf“ um-
hängen und bei Beendigung des Spiels wieder ablegen)
keinen Schüler als schwarzes Schaf wählen, der in der Klasse eine Außenseiter-
position hat
genaue Beobachtung der Spielsituation durch die Lehrkraft, ggf. Situation vor-
zeitig beenden
ggf. vereinbaren, dass das schwarze Schaf mit dem Codewort „Bitte“ in die Grup-
pe aufgenommen wird
D6
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“

D7: Schritt für Schritt
Kurzbeschreibung
Die Schüler lösen einen Konflikt, indem sie schrittweise aufeinander zugehen und zu
einer Einigung gelangen.
Ziel
eine Möglichkeit kennen, Konflikte konstruktiv zu lösen
Unterschiede in der Selbst- und Fremdwahrnehmung kennen
Kritik annehmen
sich in andere Menschen einfühlen
Klassenstufe
1 bis 5
Dauer
10 min
Material
2 Seile (je 2 m lang) mit 8 Markierungen (z. B. bunte Bänder): die Seile im spitzen Win-
kel zueinander legen und die bunten Bänder als Markierung in einem Abstand von ca.
50 cm an das Seil knoten
Einstimmung
aktuelle Streitsituation in der Klasse aufgreifen: „Es hat einen Streit zwischen
zwei Schülern gegeben. Diesen Streit können wir beenden, wenn wir dem anderen
genau zuhören und am Ende zu einer guten Lösung kommen.“
Hinweis geben, dass man einen Streit Schritt für Schritt lösen kann, wenn alle Be
-
teiligten gewisse Regeln einhalten und eine gemeinsame Lösung finden wollen
Aufgabenstellung
Regeln
Stelle dich an die erste Markierung des ersten Seiles (Schüler 1). Der Schüler, mit
dem du Streit hattest, stellt sich gegenüber an die erste Markierung des zweiten
Seiles (Schüler 2).
Markierung
1:
Schüler 1 schildert den Streit aus seiner Sicht, Schüler 2 hört zu.
Schüler 2 erzählt nun aus seiner Sicht, Schüler 1 hört zu. Beide gehen zur
nächsten Markierung.
Markierung 2:
Schüler 1 gibt wieder, was Schüler 2 gesagt hat. Ist dieser damit einverstanden,
rückt Schüler 1 zur nächsten Markierung.
Nun wiederholt Schüler 2, was Schüler 1 gesagt hat und rückt weiter.
Markierung 3:
Schüler 1 und Schüler 2 machen abwechselnd Vorschläge für eine Lösung.
Markierung 4:
Wenn beide Schüler sich einig sind und eine gemeinsame Lösung gefunden ha
-
ben, rücken sie zur Markierung 4 und besiegeln ihre Einigung mit einem Hand-
schlag.
Durchführung
Regeln für die Durchführung erklären, ggf. durch Karten für die Hand des Schülers
visualisieren
den Streit Schritt für Schritt klären
eine gemeinsame Lösung finden
den Streit und die Durchführung der Streitschlichtung reflektieren
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
D7
Soziale
Kompetenz

Auswertung
Haben euch die vier Schritte geholfen, den Streit zu beenden und eine Lösung zu
finden?
War es schwierig eine Lösung zu finden?
Bemerkungen
nicht für alle Konflikte und Streitigkeiten geeignet
Zurücknahme der Lehrkraft als Streitschlichter, ggf. kann ein anderer Schüler als
Streitschlichter das Einhalten der Regeln überwachen
Lösungssuche ggf. unterstützen: anderer Schüler oder Lehrer macht Vorschlag
Auswertung verzichtbar, wenn es zu einer schnellen Einigung kommt
Variante:
Schüler sitzen am Tisch gegenüber.
statt Knoten Verwendung von 8 Steinen, die zur Seite gelegt werden, mittlerer
Stein wird im letzten Schritt von beiden Schülern weggeräumt und die Einigung
mit Handschlag besiegelt
Abb. 11: Skizze Schritt für Schritt
D7
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“

D8: Meine Tür
Kurzbeschreibung
Die Schüler malen eine Tür, die symbolisch zu ihrem Inneren führt. Beim Zeichnen
setzen sie sich damit auseinander, wie leicht oder schwer sie andere Menschen an
sich heranlassen und ihnen Vertrauen schenken.
Ziel
positive Beziehung zu Gleichaltrigen aufbauen
sich eigener Besonderheiten bewusst werden
Selbstbewusstsein stärken
Klassenstufe
3 bis 6
Dauer
45 bis 90 min
Material
Papier, Malutensilien
Einstimmung
Türen thematisieren (Bedeutung, Arten, Aussehen, Material, Wirkung)
„So besonders und einzigartig wie Türen sind auch wir Menschen. Es ist nicht im-
mer ganz leicht, sich anderen gegenüber zu öffnen und zu zeigen, wie es in uns
aussieht, was einem gefällt, wie man sich fühlt oder was man denkt.“
„Wie könnte die Tür aussehen, durch die jemand gehen muss, um zu dir zu
gelangen?“
Aufgabenstellung
Male eine Tür, die zu dir führt.
Wähle passende Farben und Formen für die Gestaltung.
Präsentiere deine Tür.
Durchführung
eine individuelle Tür malen
Ergebnisse präsentieren
Auswertung
Beschreibe deine Tür.
Was ist an deiner Tür besonders?
Bemerkungen
einsetzbar im Kunstunterricht
vertiefte Einstimmung: Türen in der näheren Umgebung aufsuchen und betrachten
Varianten:
Klasse 3/4: Male eine Tür, die uns zeigt, wer du bist (Besonderheiten, Interessen,
Hobbys, Gefühle, Vorlieben,…)
Klasse 5/6: Male eine Tür, die zu deiner Persönlichkeit, zu deinen Gedanken
und Gefühlen führt. (Die Tür kann etwas über dein Inneres verraten: Ist die Tür
verschlossen oder offen? Ist sie groß oder klein? Ist sie hell oder dunkel? Wie
sieht der Schlüssel zur Tür aus?)
Abstraktionsniveau der Aufgabe an die Klasse/Schüler anpassen
sensibler Umgang mit den Ergebnissen
gegenseitigen Respekt und Wertschätzung von allen Schülern einfordern
Quelle
Vgl. Krowatschek, D./Wingert, G. (2010): Schwierige Schüler im Unterricht. Was wirk-
lich hilft. Dortmund: Borgmann Publishing. S. 230.
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
D8
Soziale
Kompetenz

D9: Nein-Doch-Spiel
Kurzbeschreibung
Die Schüler trainieren, sich gegenüber einem anderen Schüler zu behaupten.
Ziel
Selbstbewusstsein stärken
sich behaupten
eigene Stärken entdecken
Klassenstufe
ab 1
Dauer
10 min
Material
ohne
Einstimmung
„Schüler sind verschieden. Manche sind laut und können sich gegen andere be-
haupten. Andere Schüler sind still, zurückhaltend und können sich nicht mit der
notwendigen Stimme oder Worten ihr Recht verschaffen.“
Aufgabenstellung
Finde einen Partner.
Vereinbart ein Stoppzeichen für das Spielende.
Versucht euch mithilfe der Stimme durchzusetzen: ein Schüler verwendet aus-
schließlich das Wort NEIN, der andere das Wort DOCH.
Durchführung
Partner stellen sich gegenüber und führen das Spiel durch.
Die anderen Schüler sind Beobachter.
Paare spielen so lange, bis einer von beiden das Stoppzeichen gibt.
Rollentausch
Auswertung
Spieler
Wie hast du dich während des Spiels gefühlt?
Wer hat das Spiel beendet? Warum?
Welcher Stimmklang hat dich beeindruckt oder irritiert?
Beobachter
Wie hast du dich beim Beobachten gefühlt?
Welcher Stimmklang hat dich beeindruckt oder irritiert?
Welche Beobachtungen hast du noch gemacht?
Bemerkungen
Stopp-Zeichen für Spielende vorab ausprobieren
Variationen:
nacheinander von erhöhter Position springen und laut „Ich bin der König der
Welt!“ rufen
sich mit Namen von Küchengeräten („Du verrückter Pürierstab“ – „Du dummes
Nudelholz“ usw.) beschimpfen
bei sehr ruhigen und schüchternen Schülern: möglicherweise besondere Ermunte-
rung zur Teilnahme am Spiel
Lautstärkegrenzen vorgeben: nicht brüllen, laut sprechen
D9
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
Soziale
Kompetenz

D10: Boot im Sturm
Kurzbeschreibung
Die Schüler machen eine Fantasiereise und malen im Anschluss die Situation nach.
Mit Hilfe der Metapher eines Bootes im Sturm erfahren die Schüler, dass schwie-
rige Situationen überwunden werden können.
Ziel
Selbstwahrnehmung und -reflexion schulen
Selbstbewusstsein stärken
Herausforderungen bewältigen
Klassenstufe
4 bis 6
Dauer
30 min
Material
Papier, Wachsmalkreide, bunte Stifte, evtl. Farbe
Einstimmung
„Manchmal fühlen wir uns im Alltag hin- und hergerissen, so wie ein Herbstblatt,
das durch die Luft wirbelt oder wie ein Fußball, der übers Feld fliegt oder wie ein
Boot im Sturm. Wann fühlst du dich manchmal hin- und hergerissen?“
Aufgabenstellung
Nimm eine bequeme Position ein. Schließe die Augen.
Höre der Fantasiereise zu. Stelle dir das Boot und den Sturm genau vor.
Kein Boot darf untergehen.
Öffne die Augen und beginne das Boot im Sturm zu malen.
Durchführung
Schüler auf die Fantasiereise vorbereiten:
ruhig sitzen, ruhig atmen, ruhiger werden
Augen schließen; sich vorstellen, man sei ein Boot im Sturm
Fantasiereise Teil I durchführen (→ Kopiervorlage Teil I)
Boot malen
Schüler schließen die Augen erneut und folgen der Fantasiereise Teil II
(→ Kopiervorlage Teil II).
Auswertung
Schüler beschreiben ihr Gedankenbild (in der ICH-Form):
Wie ist es dir als Boot im Sturm ergangen?
In welchen Alltagssituationen könntest du dich wie das Boot im Sturm fühlen?
Bemerkungen
einsetzbar im Kunstunterricht
Untergehen des Boots verhindern
Untermalung der Fantasiereise und/oder der Arbeitsphase durch Musik möglich
Verantwortung der Lehrkraft: Schüler aus der Situation zurückholen
genügend Zeit für die Auswertung einplanen
Quelle
Krowatschek, D./Wingert, G. (2010): Schwierige Schüler im Unterricht. Was wirklich
hilft. Dortmund: Borgmann Publishing, S. 233.
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
D10
Soziale
Kompetenz

Boot im Sturm
Teil I
Stelle dir vor, du bist ein Boot. Die schwarze Wolkenwand ist genau über
dir. Ein furchtbares Unwetter fegt über dich hinweg. Heftige Sturmböen
rütteln an dir. Ein Platzregen prasselt auf dich nieder. In der Ferne siehst
du Blitzeinschläge und das Donnergrollen kommt immer näher. Die Wellen
bauen sich turmhoch auf und schlagen über dir zusammen. Kräftige Wel-
len schlagen an deine Flanken und bringen dich aus dem Gleichgewicht.
Fast kippst du um… Aber du als Boot hältst diesem Sturm stand. Der Regen
kann noch so auf dich niedertrommeln, der Orkan kann noch so an dir
zerren – du als Boot gehst nicht unter. Du trotzt dem Sturm. Du brauchst
viel Energie. Aber du schaffst das. Du bist stark. Durch deine Kraft und dei-
nen Willen können dir Wellen und Sturm nichts anhaben. Du bewegst dich
durch das Wasser mit der Gewissheit, dass selbst ein Unwetter dir nichts
anhaben kann.
Du kommst langsam zurück ins Klassenzimmer, öffnest deine Augen und
streckst dich. Dann beginnst du, dein Boot im Sturm zu malen.
Teil II
Der Regen hat aufgehört. Du als Boot hast den Sturm überstanden. Ein
leichter warmer Wind streift dich sanft. Endlich scheint die Sonne wieder
und trocknet dein Boot. Du fährst in ruhigem Gewässer in einen sicheren
Hafen ein.
D10 - Kopiervorlage Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“

D11: Zappel-Stopp
Kurzbeschreibung
Die Schüler führen Bewegung und Bewegungspausen nach den Anweisungen der
Lehrkraft durch.
Ziel
Aufforderungen als Signal wahrnehmen
auf Signale reagieren
soziale Regeln beachten
Klassenstufe
1 bis 3
Dauer
5 min
Material
ohne
Einstimmung
Impulse für ein gemeinsames Gespräch:
„Manchmal ruft uns jemand, aber wir hören es nicht, weil wir gerade spielen oder
Sport machen.“
„Es ist gar nicht so leicht, ganz still zu stehen, wenn die anderen Schüler zappeln
und sich bewegen.“
„Manchmal sagt man etwas und der andere reagiert nicht gleich.“
Aufgabenstellung
Bewege dich, wenn ich „Zappel“ sage und friere in deiner Position ein, sobald du
Stopp hörst.
Durchführung
Erklären der Spielregeln
Schüler stehen auf, stellen sich hinter ihren Stuhl oder bilden einen Kreis.
Lehrkraft gibt Anweisungen: Zappel-Stopp
Anweisungen können für alle oder einzelne Schüler gelten.
Auswertung
Wie hast du dich bei der Bewegung gefühlt?
Ist es dir leicht gefallen, ruhig zu sein/nicht zu zappeln?
Wie hast du dich dabei gefühlt, ganz ruhig zu sein?
Ist es dir leicht gefallen, mit Zappeln aufzuhören?
Bemerkungen
auf ausreichend Bewegungsraum achten, ggf. nur am Platz bewegen
als Bewegungsspiel zur Auflockerung einsetzbar
als Übung zur Umsetzung von Anweisungen möglich
Alternativen der Lehrkraft: Anweisungen durch Zeichen geben, z. B. durch Bewe-
gung, Mimik, Gestik
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
D11
Soziale
Kompetenz

D12: Flussüberquerung
Kurzbeschreibung
Die Schüler überwinden in Partnerarbeit mithilfe eines Hilfsmittels (Treibholz) eine
vorgegebene Strecke (Fluss).
Ziel
Interaktionsfähigkeit schulen
eine positive und vertrauensvolle Beziehung zu Gleichaltrigen aufbauen
Kooperations- und Mitwirkungsbereitschaft schulen
Klassenstufe
3 bis 6
Dauer
10 min
Material
„Treibholz“ (Zeitungspapier, Pappstücke, Teppichfliesen), vorbereiteter Raum mit Fluss-
markierungen
Einstimmung
„Stelle dir vor, du bist mit deinem besten Freund auf einer Abenteuerreise mitten in
der Wildnis. Ihr seid mutig und tapfer und helft einander, wenn es nötig ist. In der
Wildnis ist man ohne die Hilfe des Anderen verloren. Ihr seid seit Tagen gewandert,
die Füße schmerzen und der Rucksack drückt. In der Ferne seht ihr eine Ortschaft
– dort erwarten euch ein warmes Essen und ein weiches Bett. Oh nein, ein breiter
Fluss mit eisigem Gletscherwasser versperrt euch den Weg. Im Fluss lauern gefähr-
liche Tiere und es gibt unzählige Strudel. Die einzige Chance, die es gibt, um an das
andere Ufer zu gelangen, sind die zwei Stücke Treibholz, die am Ufer liegen.“
Aufgabenstellung
Finde einen Partner.
Ihr habt zwei Stück „Treibholz“ zur Verfügung.
Überlegt euch eine Strategie, wie ihr auf die andere Seite des Flusses (bis zur Mar-
kierung) kommt.
Durchführung
mit dem Partner eine Strategie zur Durchquerung des Raumes finden
den Raum mit dem Partner durchqueren
Auswertung
Wie ist die Flussüberquerung gelaufen?
Welche Strategie habt ihr genutzt?
Welche Schwierigkeiten gab es?
Was könntet ihr beim nächsten Mal anders machen?
Welchen Tipp hast du für deinen Partner/andere Schüler?
Bemerkungen
ausreichend großen Raum oder Schulhof nutzen
Varianten:
Gruppen- statt Partnerarbeit
vorgegebene Strecke vergrößern
Hindernisse einbauen (Schrägen, Kurven etc.)
als Staffelspiel möglich: mehrere Schüler müssen nacheinander den Fluss über
-
queren
einsetzbar im Sportunterricht
D12
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
Soziale
Kompetenz

Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
D13
D13: Der fliegende Weihnachtsmann
Kurzbeschreibung
Die Schüler verpacken in der Gruppe einen Schokoladenweihnachtsmann, sodass er
aus einer Höhe von ca. 2 m fallen kann, ohne zu zerbrechen.
Ziel
Interaktions- und Kooperationsfähigkeit schulen
positive Beziehung zu Gleichaltrigen aufbauen
Kompromiss- und Kritikfähigkeit schulen
Klassenstufe
4 bis 6
Dauer
20 min
Material
Schokoladenweihnachtsmann (je Gruppe), Klebeband, Strohhalme, Zeitungspapier,
Schnur, Stoffreste, Pappe, Watte
Einstimmung
„Der Weihnachtsmann fährt mit seinem Schlitten durch den Himmel. Eine Stern-
schnuppe kreuzt den Weg. Der Weihnachtsmann macht eine Vollbremsung. Rudolf,
das Rentier, rutscht aus und der Weihnachtsmann wird vom Schlitten geschleu-
dert. Erfinde einen Schutzanzug für den Weihnachtsmann, damit er den Sturz un-
beschadet übersteht und noch die Geschenke bringen kann.“
Aufgabenstellung
Bildet Gruppen.
Verpackt den Schokoladenweihnachtsmann gemeinsam, sodass er herunterfallen
kann, ohne zu zerbrechen.
Lasst den Schokoladenweihnachtsmann fallen. Prüft, ob er zerbrochen ist.
Vermutet, warum er (nicht) zerbrochen ist.
Durchführung
Gruppen bilden (3 bis 5 Schüler)
den Schokoladenweihnachtsmann mit dem vorhandenen Material verpacken
Schutzanzug präsentieren
den Schokoladenweihnachtsmann fallen lassen (ggf. aus immer größerer Höhe)
Ergebnis auswerten
Auswertung
Welcher Schokoladenweihnachtsmann hat den Flug aus der größten Höhe
überstanden?
Wie ist es euch gelungen, dass der Schokoladenweihnachtsmann nicht zerbricht?
Welche Schwierigkeiten hat es gegeben?
Was würdet ihr das nächste Mal anders machen?
Welchen Tipp hast du für deine Gruppe/für eine andere Gruppe?
Bemerkungen
fachübergreifend im Sachunterricht (Grundschule) oder Physik (weiterführende
Schule) einsetzbar
ggf. ein gekochtes oder ein rohes Ei verwenden
ggf. Preisvergabe (z. B. hausaufgabenfrei) an die Gewinnergruppe
Soziale
Kompetenz

D14: Ohne Worte
Kurzbeschreibung
Die Schüler legen in der Gruppe (3 bis 5 Spieler) die Teile von Postkarten zusammen,
sodass jeder Schüler eine vollständige Postkarte zusammengelegt hat. Es darf dabei
nicht gesprochen werden.
Ziel
Interaktions- und Kooperationsfähigkeit schulen
eine positive Beziehung zu Gleichaltrigen aufbauen
Klassenteams entwickeln
Klassenstufe
4 bis 6
Dauer
5 bis 10 min
Material
unterschiedliche Postkarten (mit Landschaften/Tieren), die jeweils in 3 bis 5 Teile (je
nach Gruppenstärke) zerschnitten werden, Briefumschläge
Einstimmung
Impulse für ein Gespräch geben: „Es gibt Situationen, in denen scheint es
unmöglich, nicht miteinander zu sprechen.“
Schüler erzählen ggf. von selbst erlebten Situationen, in denen Kommunikation
schwierig oder unmöglich war.
Aufgabenstellung
Vorbereitung:
Die Teilstücke einer Postkarte werden auf unterschiedliche Briefumschläge verteilt.
Für jede Gruppe gibt es so viele Briefumschläge wie es Mitspieler sind.
Spielregeln:
Es wird in der Gruppe gespielt (je 3 bis 5 Mitspieler, davon ein Spielleiter).
Bei diesem Spiel darf nicht gesprochen und nicht gestikuliert werden.
Jeder Mitspieler erhält einen Umschlag.
Auf ein vereinbartes Zeichen des Spielleiters öffnet jeder seinen Umschlag und legt
die benötigten Teilstücke schweigend vor sich auf dem Tisch.
Nicht benötigte Teilstücke werden schweigend zum Tauschen in die Mitte des Tischs
gelegt (und nicht zu einem Mitspieler).
Benötigte Teilstücke dürfen nur aus der Mitte entnommen werden.
Die Aufgabe ist beendet, wenn jeder eine vollständige Postkarte vor sich liegen hat.
Durchführung
Spielregeln erklären
Durchführung des Spieles
Spielleiter achtet auf Einhaltung der Regeln.
Auswertung
Welche Schwierigkeiten hat es beim Legen der Bilder gegeben?
Wem hättest du gern etwas gesagt oder gezeigt?
Wie fühlst du dich, wenn jemand ein wichtiges Teilstück hat, das du dringend be-
nötigst?
Wie fühlt es sich an, nicht zu sprechen?
Welche Schlussfolgerungen ziehst du für zukünftige Gruppenarbeiten?
D14
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
Soziale
Kompetenz

Bemerkungen
eignet sich besonders für Klassen, die Schwierigkeiten haben, in der Gruppe zusam-
menzuarbeiten
mögliche Differenzierung in der Durchführung:
ohne Sprache und Gestik
ohne Sprache, Gestik und Mimik
Varianten:
einsetzbar in Mathematik: Zur Schulung geometrischen Vorstellungsvermögens
werden Quadrate oder andere geometrische Figuren in Teilstücke zerschnitten.
Variante 1 (leicht): Jede Gruppe erhält die Teile einer Postkarte entsprechend der
Spielerzahl, die sie gemeinsam zusammensetzt.
Variante 2 (schwierig): Die Teile werden unstrukturiert auf alle Briefumschläge
der Klasse verteilt. Die Spieler gehen schweigend von Tisch zu Tisch, legen nicht
benötigte Teile in der Tischmitte ab oder / und nehmen sich passende Teile mit.
Variante 3 (schwierig): Postkarten mit demselben Motiv werden auf unter
-
schiedliche Art zerschnitten und auf die Gruppe verteilt.
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
D14

D15: Vorlage
Kurzbeschreibung
Ziel
Klassenstufe
Dauer
Material
Einstimmung
Aufgabenstellung
Durchführung
Auswertung
Bemerkungen
D15 - Kopiervorlage Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“

E Unterstützungsmaterial – Förderung in der
Perspektive Gestaltung der Beziehung
Material E0:
Selbstreflexionsbogen – Perspektive Gestaltung der Beziehung
Material E1:
Intervention – Klare Instruktion
Material E2:
Intervention – Signale helfen
Material E3:
Intervention – Spiegeln
Material E4:
Wiedergutmachung
Material E5:
Hinweise für Interventionen

Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
E0 – Kopiervorlage
E0: Selbstreflexionsbogen – Perspektive Gestaltung der Beziehung
Reflektieren Sie mithilfe des Selbstreflexionsbogens Ihren eigenen Unterricht kritisch in Bezug auf die folgenden
Aspekte. Leiten Sie Handlungsmöglichkeiten für die Entwicklung Ihrer Lehrerprofessionalität und der Gestaltung
der Lehrer-Schüler-Beziehung ab.
Das setze ich
bereits um.
Das will ich
versuchen.
Dafür suche
ich mir
Unterstützung.
Gestaltung der Lehrer-Schüler-Beziehung
Ich versuche zu allen Schülern eine gute Beziehung auf-
zubauen.
Ich spreche mit den Schülern in einem wertschätzenden Ton.
Ich achte auf mein Auftreten vor der Klasse (Position im
Raum, Stimme, Gestik, Mimik).
Ich lege besonderen Wert auf den Aufbau der Beziehung
zu Schülern mit schwierigen Verhaltensweisen (Gespräche
führen, Interesse zeigen).
Ich stehe den Schülern als Ansprechpartner zur Verfügung.
Gestaltung von Klassenprozessen
Ich bin mir meiner Rolle als Vorbild bewusst.
Ich gehe mit einer positiven Grundhaltung in die Klasse.
Ich lege mit den Schülern die Regeln und Konsequenzen für
die Klassengemeinschaft gemeinsam fest.
Ich lenke meinen Blick auf die Stärken der Schüler.
Ich verdeutliche den Schülern ihre Stärken.
Bei Konflikten suche ich gemeinsam mit den Schülern nach
konstruktiven Lösungen.
Bei Regelverstößen fordere ich Formen der Wiedergut-
machung (z. B. Entschuldigungen, Aktivierung von pro-
sozialen Verhaltensweisen) ein.
Bei Schwierigkeiten ermutige ich meine Schüler.
Umgang mit Unterrichtsstörungen
Ich mache dem Schüler meine Erwartungen transparent.
Ich fordere konsequent die Einhaltung von Regeln ein.
Ich spiegle Schülerverhalten.
Ich lobe Schüler, sobald das gewünschte Verhalten gezeigt wird.
Ich reagiere situationsangemessen bei Unterrichtsstörungen.
Gestaltung
der Beziehung

E0 – Kopiervorlage
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
Das setze ich
bereits um.
Das will ich
versuchen.
Dafür suche
ich mir
Unterstützung.
Ich reflektiere mein eigenes Lehrerverhalten.
Ich hole mir Rückmeldungen/Feedback von Kollegen und
Schülern ein.
Ich versuche, verletzendes Verhalten der Schüler nicht per-
sönlich zu nehmen.
Ich setzte Methoden und Instrumente der pädagogischen
Diagnostik ein.
Ich dokumentiere auffälliges bzw. störendes Verhalten.
Interventionen in kritischen Situationen
Ich behalte in kritischen Situationen einen wertschätzen-
den ruhigen Ton.
Ich erinnere Schüler an die Regeln und Konsequenzen.
Ich benenne das gewünschte Verhalten.
Ich versuche frühzeitig, eine schwierige Situation zu erken-
nen und zu entschärfen (Auszeiten gewähren, physische
Nähe, Themawechsel).
Ich setze Interventionstechniken (z. B. klare Instruktion,
Spiegeln, Ignorieren) gezielt ein.
Ich halte bei Bedarf entsprechende Materialien zur Verhal-
tenssteuerung bereit (z. B. Signalkarten, Token-Systeme).
Ich erarbeite schülerbezogen zusammen mit Kollegen eine
gemeinsamen Strategie für den Umgang mit kritischen
Situationen im Schulalltag.
Ich informiere alle Beteiligten bzw. informiere mich über
Festlegungen.
Ich halte mich an die gemeinsam getroffenen Festlegungen.
Das sind meine Stärken:
Daran möchte ich als nächstes arbeiten:
Das muss ich dafür tun:

E1: Intervention – Klare Instruktion
Kurzbeschreibung
Die Lehrkraft gibt den Schülern präzise formulierte Anweisungen, um erwünschte Ver-
haltensweisen zu erzeugen.
Ziel
das Verhalten des Schülers durch eine verbale Instruktion lenken
auf Unterrichtsstörungen präventiv, angemessen und zielführend reagieren
Hinweise zur
Durchführung
Wenden Sie folgende Handlungsschritte an:
1. Erzeugen Sie Aufmerksamkeit.
Impuls, Signal, Ritual, auditiv/visuell
2. Wenden Sie sich dem Schüler eindeutig zu.
präsent in der Nähe des Schülers positionieren
3. Formulieren Sie das erwünschte Zielverhalten.
direkt, kurz, eindeutig, sachlich, deutlich, z. B. „Nimm dein Heft.“
4. Nehmen Sie sich zurück. Lassen Sie dem Schüler Zeit zum Reagieren. Richten Sie die
Instruktionen ggf. erneut an den einzelnen Schüler.
5. Verstärken Sie das erwünschte Verhalten.
Mimik, Gestik, Sprache
Verstärken Sie die Erreichung von Teilzielen positiv.
Bemerkungen
schülerabhängig können Wiederholungen erforderlich sein: Anweisung von Schü-
lern wiederholen lassen, ggf. selbst wiederholen und nochmals (mit anderen Worten)
verdeutlichen
Formulieren Sie ggf. Teilaufträge. „Nimm dein Buch aus dem Ranzen! Schlage die
Seite 134 auf! Lies den Text!“
Verbale Intervention auf produktives Verhalten ausrichten: „Leg das Spielzeug in den
Ranzen!“ „Arbeite mit! Lies den Text!“
ggf. anschließend kurzes Reflexionsgespräch durchführen
Quelle
Vgl. Hartke, B.; Vrban, R. (2016): Schwierige Schüler – 64 Handlungsmöglichkeiten bei
Verhaltensauffälligkeiten. (5. -10. Klasse). 3. Auflage, Buxtehude: Persen Verlag, S. 27.
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
E1
Gestaltung
der Beziehung

E2: Intervention - Signale helfen
Kurzbeschreibung
Leichte Formen unerwünschten Verhaltens (wie Kippeln, mit Materialien spielen,
Schwatzen) werden durch ein akustisches oder optisches Signal beendet.
Ziel
unerwünschtes Verhalten durch ein Signal beenden
erwünschtes gelerntes Verhalten erzeugen
allen Schülern eine ruhige Arbeitsatmosphäre ermöglichen
Hinweise zur Durchfüh-
rung
mit den Schülern ein verbindliches Signal festlegen
die Funktion des Signals und das Verhalten, welches nach dem Signal gezeigt
werden soll, erklären
die Einhaltung des Signals mit Ihren Schülern einüben
Schülern positive Rückmeldung für das gezeigte gewünschte Verhalten geben
Bemerkungen
Beispiele für akustische Signale: Klangschale, Gong, Klangstab, Triangel, Klat-
schen, Klicker, Signalwort
Beispiele für optische Signale: Geste, Verhaltensampel, Lautstärkebarometer,
Warnkarten, „Sei-bitte-leise“-Kärtchen, Bildkarten für die Tafel („Ich arbeite
leise“), Position der Lehrkraft im Raum
ggf. ein optisches mit einem visuellen Signal kombinieren
vereinbarte Signale konsequent nutzen
Literaturhinweise
Vgl. Hartke, B.; Vrban, R. (2016): Schwierige Schüler – 64 Handlungsmöglichkeiten
bei Verhaltensauffälligkeiten (5. -10. Klasse). 3. Auflage, Buxtehude: Persen Verlag,
S. 33.
E2
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
Gestaltung
der Beziehung

E3: Intervention - Spiegeln
Kurzbeschreibung
Die Lehrkraft gibt dem Schüler eine sachliche, beschreibende Rückmeldung zu seinem
Verhalten oder seiner Leistung, indem sie die angemessenen/erwünschten Teile des
Verhaltens verbalisiert.
Ziel
Bewusstmachen erwünschter Verhaltensweisen
Aufbau dauerhaft angemessenen Verhaltens
Aufbau eines positiven Selbstkonzepts
Durchführung
das gezeigte gewünschte einzelne Verhalten eines Schülers beschreiben, z. B. „Ben
hält sich an die Gesprächsregeln.“
angemessenes individuelles Verhaltensziel wird dem Schüler durch Verbalisierung
bewusst gemacht, z. B. „Lisa, du hast daran gedacht und deine Sachen alleine aus-
gepackt?“
Rückmeldung über einen Fortschritt durch die Lehrkraft geben und somit helfen, die
positive Selbstwahrnehmung des Kindes aufzubauen
ein Spiegel-Satz enthält kein Lob, sondern eine sachliche Rückmeldung zu einem
erwünschten Verhalten
Beschreibung erfolgt kurz und knapp
Bemerkungen
Ein Spiegel-Satz hat drei Anteile:
Beschreibung des Verhaltens
Erinnerung an den Fortschritt oder Bestätigung des Fortschritts
Aufrechterhaltung der Anforderung
Spiegeln erfordert Übung zur positiven Umformulierung (siehe Quellenangabe)
Quelle
Vgl. Bergsson, M.; Luckfiel, H. (2014): Umgang mit schwierigen Kindern. 10. Auflage,
Berlin: Cornelsen, S. 56 - 60.
Übungen zum Spiegeln
Sara, du bist wieder nicht vorbereitet, denn du hast dein Buch nicht ausgepackt.
Sara, denke heute wieder an das Buch. Das letzte Mal hat es gut geklappt.
Lisa, jetzt sei doch nicht gleich wieder eingeschnappt.
Lisa, bleib erstmal ruhig.
Martin, nun redest du schon wieder dazwischen.
Martin, du hast dich seit Beginn der Stunde erst gemeldet und dann gesprochen.
Tim, in der Pause rennst du nicht wieder durchs Treppenhaus.
Tim, in der Pause gehst du langsam durchs Treppenhaus.
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
E3
Gestaltung
der Beziehung

E4: Wiedergutmachung
Kurzbeschreibung
Die Lehrkraft bietet dem Schüler Möglichkeiten der Wiedergutmachung nach Regel-
verstößen an.
Ziel
etwas wiedergutmachen, Verantwortung übernehmen, Entschuldigung als soziale
Umgangsform anwenden, Klassenzusammenhalt stärken
Material
Kopiervorlage Wiedergutmachungs-Kärtchen
Durchführung
Wiedergutmachung/Entschuldigung ernst nehmen
Erwachsene dürfen helfen
passende Wiedergutmachung suchen (Worüber könnte sich das andere Kind freuen?)
nicht jedes Verhalten kann wieder gut gemacht werden, ggf. sind andere Konse-
quenzen notwendig
Bemerkungen
möglichst Auswertung über den Erfolg/die Wirkung der Wiedergutmachung durch-
führen
E4
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
Gestaltung
der Beziehung

Kartei zur Wiedergutmachung
Schreibe einen
Entschuldigungsbrief.
Bitte mit einem selbstgemalten
Bild um Entschuldigung.
Bitte mit einer kleinen Bastelei
um Entschuldigung.
Bitte persönlich bei dem Schüler
um Entschuldigung.
Falte Himmel-und-Hölle aus
Papier. Schreibe vier nette
Dinge hinein.
Schreibe einen Zungenbrecher
als Entschuldigung auf eine
Karte.
Schreibe einen lustigen Witz als
Entschuldigung auf eine Karte.
Schreibe fünf Komplimente auf
eine Papierhand.
Bastle einen Gutschein zur
Wiedergutmachung.
(3x helfen, Platz aufräumen etc.)
Trage deinem Mitschüler zur
Wiedergutmachung den Ranzen.
Schmücke den Sitzplatz
deines Mitschülers zur
Wiedergutmachung.
(Serviette, Karte, Nascherei etc.)
Lies deinem Mitschüler in der
Lesezeit etwas vor.
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
E4 - Kopiervorlage

E5: Hinweise für Interventionen
Lassen Sie sich „Besinnungspausen“ für Ihre Reaktion.
keine Kurzschlussreaktion
sondern: kurzes Innehalten, Luft holen, überlegen „Wie gehe ich jetzt vor?“
Stellen Sie bewusst Kontakt zum Schüler her.
Blickkontakt herstellen bzw. aufrechterhalten
Namen sagen
auf den Schüler zugehen, ggf. Namen noch einmal sagen, dann erst Interventionstechnik einsetzen
Blickkontakt weiter aufrechterhalten
Kontakt halten bis die Anweisung ausgeführt ist bzw. bis die Handlung soweit gediehen ist, dass ein Abbruch
unwahrscheinlich erscheint
Setzen Sie Ihre Körpersprache ein.
Körperposition nah am Schüler
frontale Körperhaltung zum Schüler wirkt stärker
zur Konfliktentschärfung seitlich zum Schüler positionieren
Körperhaltung gerade und selbstbewusst
Hände entspannt, aber aktionsbereit vor dem Körper
Bewegung sowie Beinstellung auf den Schüler zugehend bzw. zum Schüler gebeugt
Setzen Sie Ihre Sprache und Stimme bewusst ein.
nicht nur knappes, sondern deutliches Ansprechen des Schülers
kurz, präzise, freundliche und verbindliche Formulierung
sachliche oder umgangssprachliche Formulierung
Stimmenmodulation einsetzen: nicht schreien, tiefer Ton, gelassene Stimmlage
Formulierung ist der Körpersprache eher nachgeordnet
Orientieren Sie sich an bestimmten Handlungsschritten.
wenn Schüler sich verweigert, möglicherweise ignorieren oder Konsequenzen für Verweigerung klar benen-
nen und umsetzen
Anweisung wiederholen („Kaputte Schallplatte“)
Gefühle des Schülers beachten, keine herabwürdigende Äußerung tätigen, ggf. Perspektive des Schülers
einholen
immer das Verhalten, nie die Person kritisieren, das könnte Angst, Scham und Wut auslösen
Handlungsalternativen aufzeigen und Entscheidungszeit einräumen
Geben Sie dem Schüler nach der Intervention ein Gefühl der Sicherheit.
respektvolle Beharrlichkeit: dauerhafte Kontrolle, im Blickfeld behalten
Versöhnung, Gesprächsangebot unterbreiten
Zeit nutzen, z. B. Angebote zur Weiterarbeit und Problemlösung offerieren
nachfolgende Kollegen über den Vorfall informieren
E5
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
Gestaltung
der Beziehung

F Unterstützungsmaterial – Förderung in der
Perspektive Gestaltung des Unterrichts
Material F0:
Selbstreflexionsbogen – Perspektive Gestaltung des Unterrichts
Material F1:
Blitzlichter
Material F2:
Den Nagel auf den Kopf treffen
Material F3:
Kurznachricht an meine Lehrkraft
Material F4:
Gestaltungstag
Material F5:
Hinweise zur Binnendifferenzierung – Lernwege
Material F6:
Hinweise zur Binnendifferenzierung – Aufgaben
Material F7:
Förderprogramme – Auswahl für die Klassenstufen 3 bis 6
Material F8:
Hinweise zu den Merkmalen guten Unterrichts

Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
F0 – Kopiervorlage
F0: Selbstreflexionsbogen – Perspektive Gestaltung des Unterrichts
Reflektieren Sie mithilfe des Selbstreflexionsbogens Ihren eigenen Unterricht kritisch in Bezug auf die folgenden
Aspekte. Leiten Sie Handlungsmöglichkeiten für die Entwicklung Ihrer Lehrerprofessionalität und der Gestaltung
des Unterrichts ab.
Das setze ich
bereits um.
Das will ich
versuchen.
Dafür suche
ich mir
Unterstützung.
Didaktische Prinzipien im Unterricht
Ich strukturiere den Unterricht.
Ich verdeutliche die Struktur, z. B. durch Rituale, die Ge-
staltung der Tafel, Routinen am Stundenanfang und -ende.
Ich rhythmisiere meinen Unterricht schülerorientiert im
Hinblick auf An- und Entspannung, z. B. durch den Wechsel
von Arbeits- und Sozialformen.
Ich achte auf eine störungsreduzierende Sitzordnung.
Ich kann im Unterricht flexibel auf aktuelle Geschehen re-
agieren, weil ich Alternativen eingeplant habe.
Ich gestalte den Unterricht schülerbezogen.
Ich beziehe emotionale Aspekte in den Unterricht ein.
Individuelle Förderung im Rahmen der Binnendifferenzierung
Ich kenne die individuellen Stärken und Schwächen meiner
Schüler sowie ggf. deren Förderbedarf.
Ich biete individuelle Differenzierungsmöglichkeiten an.
Für einzelne Schüler konkretisiere ich die Fördermaßnah-
men.
Ich dokumentiere die Zielstellung des Förderbedarfs unter
Nutzung von individuellen Lern- bzw. Verhaltensverträgen,
Förderplänen oder Bildungsvereinbarungen.
Ich ermögliche den Schülern ein hohes Maß an Eigenaktivi-
tät und Selbstverantwortung im Lernprozess.
Ich beziehe bewusst Elemente zur Förderung der emo-
tionalen und sozialen Entwicklung bei der Gestaltung des
Unterrichts ein.
Ich tausche mich mit Kollegen über erzielte Erfolge oder
Schwierigkeiten aus.
Gestaltung
des Unterrichts

F0 – Kopiervorlage
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
Das setze ich
bereits um.
Das will ich
versuchen.
Dafür suche
ich mir
Unterstützung.
Individuelle Förderung durch spezifische Angebote für den Entwicklungsbereich emotionale und soziale Entwicklung
Ich kenne Förderprogramme für die emotionale und soziale
Entwicklung.
Ich gestalte schulinterne Angebote zur Förderung der emo-
tionalen und sozialen Entwicklung mit.
Ich biete selbst schulinterne Angebote zur Förderung der
emotionalen und sozialen Entwicklung an.
Ich informiere meine Schüler über Angebote und Förder-
möglichkeiten zur emotionalen und sozialen Entwicklung
an der Schule.
Ich unterstütze meine Schüler bei der Auswahl von Förder-
möglichkeiten zur emotionalen und sozialen Entwicklung
an der Schule.
Umgang mit Leistungsanforderungen sowie Gestaltung der Leistungsermittlung und -bewertung
Ich achte auf eine möglichst ansprechende und stressarme
Umgebung.
Ich nutze vielfältige Möglichkeiten der Leistungsermittlung
und -bewertung.
Ich beziehe in die Beurteilung die individuelle Bezugsnorm
und erkenne Teilfortschritte an.
Ich stärke die leistungsbezogene Selbstwahrnehmung der
Schüler.
Ich biete im Unterricht Möglichkeiten der Selbst- und
Fremdeinschätzung an.
Ich schaffe im Rahmen meiner pädagogischen Möglichkei-
ten individuelle Lösungen für Leistungssituationen.
Für Schüler mit festgestelltem sonderpädagogischem För-
derbedarf gewähre und dokumentiere ich in Abstimmung
mit allen Beteiligten den festgelegten Nachteilsausgleich.
Das sind meine Stärken:
Daran möchte ich als nächstes arbeiten:
Das muss ich dafür tun:

F1: Blitzlichter
Kurzbeschreibung
Die Schüler reflektieren ihren eigenen Lern- und Arbeitsprozess und geben Rückmel-
dung über eine vorherige Lerntätigkeit.
Ziel
Reflexionsfähigkeit schulen
den Wert von Rückmeldungen erfahren
Klassenstufe
1 bis 6
Dauer
5 bis 10 min
Material
für Variante 4: Papierbogen mit gleichgroßen Quadraten entsprechend der Gruppen-
mitglieder, 3 verschieden farbige Filzstifte
Aufgabenstellung
Denke an das gerade Erlebte im Unterricht.
Überlege, wie du diese Aktivität beurteilst und wie es dir jetzt damit geht.
Äußere dich kurz dazu.
Durchführung
Variante 1: Daumen in Kniehöhe signalisiert = schlecht; in Brusthöhe = nicht gut,
aber auch nicht schlecht; in Kopfhöhe = sehr gut
Variante 2: Visualisierung von 3 Symbolen (schlecht, mittel, sehr gut) an der Tafel,
die Schüler unterschreiben unter dem für sie passenden Symbol
Variante 3: Lehrkraft stellt Nachfragen zum Unterricht, Schüler zeigen mit den Fin-
gern ihr Befinden an (Anzahl der gezeigten Finger steht für die Zufriedenheit der
Schüler)
Variante 4: Papierbogen mit gleichgroßen Quadraten vorbereiten (Quadrate = An-
zahl der Gruppen), die farbigen Filzstifte werden für die Stimmungsabfrage benutzt
(z. B. rot = schlecht; blau = mittel; grün = sehr gut), die Schüler platzieren ihre Farbe
(als Punkt) in einem der größeren Quadrate
Variante 5: Fragen zur Reflexion gemeinsam mit den Schülern formulieren und in
einer Kartei anlegen
Hast du heute jemandem geholfen?
Welche Aufgabe ist dir diese Woche gut gelungen?
Worüber hast du dich heute gefreut?
Was hätte deine Lehrkraft anders/besser machen können?
Bemerkungen
Reflexionsmethoden regelmäßig am Ende einer Unterrichtsstunde, des Schultages
oder der Schulwoche nutzen
Lehrkraft muss kritisches Feedback der Schüler aushalten und Kritik konstruktiv an-
nehmen können
Formulieren positiver und negativer Kritik muss geübt werden (Vorbildfunktion der
Lehrkraft)
Quelle
Vgl. Krowatschek, D.; Wingert, G. (2010): Schwierige Schüler im Unterricht. Was wirklich
hilft. Dortmund: Borgmann Publishing, S. 215.
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
F1
Gestaltung
des Unterrichts

F2: Den Nagel auf den Kopf treffen
Kurzbeschreibung
Die Schüler formulieren eine sachliche Kritik an einen Mitschüler und geben Vorschläge
für eine Verhaltensänderung.
Ziel
Selbst- und Fremdwahrnehmung schulen
Kritikfähigkeit schulen
Kritik angemessen formulieren
Klassenstufe
4 bis 6
Dauer
5 min
Material
kleine Karteikarten oder Zettel, unterschiedliche Nägel, Hammer, ein Holzbrett
Aufgabenstellung
„Um gut lernen und arbeiten zu können, ist es notwendig, sich entsprechend zu
verhalten. Du darfst einem Schüler, der sich gerade nicht an die Regeln hält und der
dich beim Lernen stört, eine Kritik aufschreiben.“
Schreibe eine ernstgemeinte Kritik auf eine Karte oder einen Zettel.
Achte auf eine sachliche Formulierung (keine Beleidigung).
Suche nach einem Änderungsvorschlag für sein/ihr Verhalten.
Hänge deine Kritik an ein vorbereitetes Nagelbrett (kleiner Nagel = kleine Kritik,
großer Nagel = große Kritik).
Durchführung
Kritik für einen Mitschüler auf eine Karte oder einen Zettel schreiben
Schüler darf die Karte umhängen oder zurückgeben, wenn er die Kritik nicht anneh-
men kann
sich für das Feedback der Mitschüler mit den Worten „Danke für deinen Hinweis“
bedanken
Auswertung
Hast du eine Karte mit Kritik erhalten?
Wie hast du auf die Kritik reagiert?
Hast du selbst jemanden kritisiert? Hast du einen Änderungsvorschlag für sein/ihr
Verhalten?
Bemerkungen
die Methode kann auch für das Verteilen von Lob statt Kritik verwendet werden
Lob und Kritik kann auch gleichzeitig auf verschieden farbigen Karten oder Zetteln
gegeben werden
kein Kind darf durch massive Kritik bloßgestellt/beschämt werden
Lehrkraft muss steuernd eingreifen, wenn sich Kritik nur auf einen bestimmten
Schüler konzentriert
mögliche Varianten: Pinnwand (mit verschiedenfarbigen Pinnnadeln) oder Magnet-
tafel (mit unterschiedlich großen Magneten) nutzen
Quelle
Vgl. Krowatschek, Wingert, G. (2010): Schwierige Schüler im Unterricht. Was wirklich
hilft. Dortmund: Borgmann-Verlag.
F2
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
Gestaltung
des Unterrichts

F3: Kurznachricht an meine Lehrkraft
Kurzbeschreibung
Die Schüler schreiben ein kurze Rückmeldung zum Unterricht oder bewerten eine
schwierige Situation im Schulalltag.
Ziel
Förderung der Reflexionsfähigkeit
Feedback formulieren
Klassenstufe
4 bis 6
Dauer
15 min
Material
kleine Zettel
Aufgabenstellung
Schreibe ein kurzes Feedback zur Unterrichtsstunde.
Achte auf eine sachliche Formulierung. Schreibe höflich.
Was hat dir gefallen? Was hat dich gestört? Was wünschst du dir für das nächste
Mal?
Durchführung
Schüler schreiben ein kurzes Feedback zur Unterrichtsstunde
Lehrkraft/Schüler liest Feedback vor
Lehrkraft bespricht mit der Klasse die Rückmeldungen
Bemerkungen
Varianten:
Feedback zu konkreter Unterrichtsstörung
Feedback zu schwieriger Situation im Schulalltag (z. B. Streit auf dem Pausenhof)
Nachrichten können anonym oder namentlich abgegeben werden
Lehrkraft muss Kritik seiner Schüler annehmen können und unbedingt sachlich blei-
ben
Lehrkraft kann ggf. eine maximale Anzahl an Zeichen oder Wörtern vorgeben.
Quelle
Vgl. Krowatschek, D.; Wingert, G. (2010): Schwierige Schüler im Unterricht. Was wirk-
lich hilft. Dortmund: Borgmann-Verlag.
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
F3
Gestaltung
des Unterrichts

F4: Gestaltungstag
Kurzbeschreibung
Die Schüler bearbeiten innerhalb eines Schultages ein freigewähltes Thema, sodass ein
gestaltetes Produkt entsteht.
Ziel
Interessen aller Schüler individuell fördern
Stärken erfahrbar machen
Lernfreude und intrinsische Motivation positiv beeinflussen
Lernkompetenz, Methodenkompetenz, Medienkompetenz weiterentwickeln
Klasse
1 bis 6
Dauer
ein Schultag
Material
individuelles Material
Aufgabenstellung
Bereite ein Thema, das dich interessiert oder mit dem du dich gut auskennst zu
Hause vor.
Bringe dein Material zum „Gestaltungstag“ mit.
Gestalte in Einzel-, Partner-, oder Gruppenarbeit ein Produkt (z. B. Plakat, Guck-
kasten, Modell, Bild, Geschichte, Schuhkartontheater, Gedicht, Lied).
Präsentiere der Klasse dein Ergebnis.
Durchführung
Schüler bereiten sich zu Hause auf ihr frei gewähltes Thema vor (Texte, Bilder, Bas-
telmaterial suchen)
am Gestaltungstag in der Schule ein kreatives Produkt zum Thema herstellen
Produkt der Klasse präsentieren
Bemerkungen
Lehrkraft informieren Eltern rechtzeitig über die Durchführung eines Gestaltungs-
tages (ggf. ein Hauptthema festlegen)
die Vorbereitung erfolgt zu Hause
die Erarbeitung/Umsetzung findet ausschließlich in der Schule statt
die Präsentation erfolgt vor der Klasse und bleibt grundsätzlich unbenotet
Quelle
Vgl. Sächsisches Staatsministerium für Kultus (2014): Integrative Begabtenförderung.
Ein Beitrag zur Schul- und Unterrichtsentwicklung an Sachsens Grundschulen. Verän-
derter Nachdruck, Dresden, S. 38.
F4
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
Gestaltung
des Unterrichts

F5: Hinweise zur Binnendifferenzierung - Lernwege
Lernwege
Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung
Methoden: Makroformen
Frontalunterricht
lehrergesteuerte klare Struktur, Nutzung der Lernzeit meist höher
Gruppe für Lehrkraft überschaubarer, promptes Eingreifen jederzeit mög-
lich
geringere Störgeräusche
geeignet, um Regeln einzuführen und zu festigen
geöffnete Unterrichtsformen
ermöglicht eine auf den individuellen Förderbedarf abgestimmte Differen-
zierung
klare Regeln, zeitliche Strukturierung und Zielorientierung notwendig
Verwendung akustischer und visueller Signale notwendig
Nebengeräusche können das Lernen behindern
Methoden: Mikroformen (Auswahl)
zur Erarbeitung, Wieder-
holung, Präsentation von
Lernergebnissen
allgemeine Unterrichtsregeln für bestimmte Methoden einüben und wie-
derholen
„Weniger ist mehr“ – nicht stets neue Methoden ausprobieren, sondern
reduzierte Auswahl festlegen, Methode erarbeiten, visualisieren und wie-
derholen
schulinterne Abstimmungen: klassenstufenweise Auswahl, einheitliche Be-
grifflichkeiten
Methodenportfolio zum Überblick für den Schüler erstellen
Sozialformen
Einzelarbeit
reizarmen Sitzplatz wählen
Fokussierung auf eine Aufgabe leichter möglich, wenn das Aufgaben-
verständnis abgeklärt ist
Lernergebnisse für Schüler mit Konzentrationsstörungen meist besser
Partnerarbeit, Gruppenarbeit
und Plenum
Schwierigkeiten bei der Wahl der Sozialform einkalkulieren
passenden Partner oder Gruppe anbieten oder freiwillige Wahl zulassen
schwierige Konstellationen vermeiden, ggf. steuernd eingreifen
offen für individuelle Lösungen sein (als Motivation verwenden), ggf. Ein-
zelarbeit zulassen
Rolle innerhalb der Gruppe klar zuordnen, Auswertung der Rolle durchführen
Dauer der Arbeitsphase in Abhängigkeit von der Konzentrationsfähigkeit
begrenzen
Schülertätigkeit überprüfen
alternative Aufgaben planen und parat haben
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
F5
Gestaltung
des Unterrichts

Lernwege
Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung
individuelle Lernziele
Lernziele klar und schülergerecht formulieren
Lernziele ggf. kleinschrittig strukturieren
Ergebnisorientierung eindeutig formulieren und fest terminieren
individuelle Themen einfließen lassen
außerschulische Lernorte
z. B. Betrieb, Museum, Kino,
Theater
Regeln vorher gut abklären, ggf. zweite Aufsichtsperson mitnehmen
Schüler nicht prinzipiell ausschließen, sondern: individuelle Lösungen
suchen, um diesen Schülern den außerschulischen Lernort zu eröffnen,
ggf. als Motivation einsetzen
Tagesablauf so gewohnt wie möglich gestalten: Frühstück, Mittagessen,
wichtige Rituale im Tagesablauf
Lernzeit
z. B. aufgabenbezogene Zeit,
Zeit zum Entspannen und
Bewegen, freie Zeiteinteilung,
Zeit für informelle Gespräche
Rituale langfristig einführen und damit den Schulalltag rhythmisieren
Bewegungspausen präventiv einplanen, besonders in den letzten Stunden
Lernzeit aufteilen, z. B. bei Hausaufgaben
Zeiträume visualisieren
Zeitdruck vermeiden, Zeitreserven einplanen
Medien
kommunikativ/interaktiv:
z. B. Internet, Lernsoftware,
E-Learning-Plattformen
mediales Angebot ggf. vorauswählen bzw. klare Zielorientierung geben
Mediennutzung als Motivation einsetzen, z. B. Lernprogramme
motivierende Angebote unterbreiten
visuell
Tafelbild übersichtlich strukturieren
Tages- bzw. Stundenablauf an Tafel visualisieren
Arbeitsblätter übersichtlich gestalten
Lernmittel sukzessive an Schüler aushändigen, Zeit für die individuelle
Erkundung einplanen
bei der Arbeit mit Schreibprogrammen gut lesbare Schrift und Schriftgröße
auswählen
auditiv
Hörbeiträge mehrfach bzw. abschnittsweise hören
wenn möglich Filmclips einsetzen, diese werden leichter aufgenommen
leise Musik bei schriftlichen Arbeiten nutzen, um Nebengeräusche zu
dämpfen
Kopfhörer als Geräuschschutz individuell einsetzen
haptisch/handlungsorientiert
haptische Materialien zur Entspannung Anbieten, z. B. Sandsäcke, Wutbälle
vielfältige Lernmittel einsetzen, z. B. Steckwürfel, Lernpuzzle
didaktische Modelle zur Erhöhung der Aufmerksamkeit einsetzen
F5
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“

F6: Hinweise zur Binnendifferenzierung - Aufgaben
Aufgaben
Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung
Komplexität
Anforderungsbereiche
in Aufgabenstellungen Operatoren visuell hervorheben
Länge und Komplexität von Aufga-
benstellungen
Aufgabenstellungen kurz und einfach formulieren (Kontextoptimie-
rung)
Hausaufgaben sinnvoll einsetzen, auf Grund von Vergesslichkeit
oder fehlender Unterstützung ist die Gefahr des Scheiterns hoch
Länge und Komplexität von Texten
und weiteren Materialien
Texte übersichtlich und gut lesbar aufbereiten
Aufgabenformate
geschlossen, halboffen, offen
geschlossene Aufgaben können leichter gelöst werden
bei offenen Aufgaben: Beispiele zur Orientierung vorgeben, bzw.
Unterstützung gewährleisten
Grad der Selbsttätigkeit
Erfüllung der Aufgaben kontrollieren
Selbstkontrolle kontrollieren
Lernplan als Unterstützungsinstrument einsetzen
bei Unterrichtsinhalten mit hohem Motivationscharakter gut um-
setzbar
Wahlmöglichkeiten einbauen
klare Regeln aufstellen
Wahl der zusätzlichen Materialien eingrenzen und anbieten
Quantität
Prinzip „weniger ist mehr“ trotz der Notwendigkeit, den Lehrplan zu
erfüllen
ggf. Höchstzeiten für Hausaufgaben in einer Bildungsvereinbarung
festlegen
Hausaufgabenumfang begrenzen, ggf. schulintern abstimmen
Übersichtlichkeit über Umfang herstellen, Portionieren
Lernprodukte
mündliche Umsetzung
individuelle Lösungsfindung unterstützen und zulassen
Anforderungen erreichbar stellen
ggf. öffentlichen Rahmen eingrenzen, z. B. nur vor der Lehrkraft
oder einem ausgewählten Personenkreis, Anforderungen sukzessive
steigern
Redebeiträge vorher schriftlich vorbereiten lassen
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
F6
Gestaltung
des Unterrichts

Aufgaben
Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung
schriftliche Umsetzung
Anforderungen schriftlich vorgeben, ggf. Arbeitsblatt vorstrukturieren
Umfang übersichtlich gestalten, Teilerfolge verdeutlichen
Aufgaben motivierender gestalten, z. B. schwierige Aufgaben mit
kreativen Anteilen verknüpfen
gegenüber Schriftbild tolerant sein
gestalterische Umsetzung
Kreativität nutzen und als Stärke herausstellen
F6
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“

F7: Förderprogramme – Auswahl für die Klassenstufen 3 bis 6
Name: Quelle
Zeitumfang/
Aufwand
PE /Alters-
gruppe
Perspektive/Teilbereiche
Einsatzmöglichkeiten
Erfahrungen,
Bemerkungen (Preis)
Lubo aus dem All
Hillenbrand, C.; Hennemann,
T.; Hens, S. (2008): „Lubo aus
dem All!“ –
1. und 2. Klasse. Programm
zur Förderung sozial-emotio-
naler Kompetenzen. Mün-
chen: Ernst Reinhardt Verlag.
30 Einheiten jeweils
2x die Woche +
23 Vertiefungsstun-
den
1. - 3. PE/
1. und 2.
Klasse (auch
in 3./4. Klas-
se einsetzbar)
Emotionale Kompetenz:
besonders Emotions-
wissen, Emotionsaus-
druck
Soziale Kompetenz: alle
Teilbereiche
leicht verständlich
Problemlöseformel
lässt sich auf andere
Bereiche übertragen
Handbuch + 10 Hefte
+ Puppe
Verhaltenstraining in der
Grundschule
Petermann, F.; Koglin, U.;
Natzke, H.; von Marées, N.
(2013): Verhaltenstraining
in der Grundschule. Ein
Präventionsprogramm zur
Förderung emotionaler und
sozialer Kompetenzen.
2., überarbeitete Auflage,
Göttingen: Hogrefe.
26 Trainingssitzun-
gen (1-2 pro Woche)
2. - 3. PE/
3. und 4.
Klasse
Emotionale Kompetenz:
Emotionswahrneh-
mung, Zusammenhänge
herstellen, Emotionsre-
gulation
Soziale Kompetenz: alle
Teilbereiche
Die Kapitän-Nemo-Ge-
schichten
Petermann, U. (2016): Die
Kapitän-Nemo-Geschichten.
Geschichten gegen Angst
und Stress. 19., aktualisierte
Auflage, Göttingen: Hogrefe.
Zum Einlesen:
20 - 30 Minuten
Zur Anwendung: 10-
20 Minuten
1. - 2. PE/
5 - 12 Jahre
Emotionale Kompe-
tenz: alle Teilbereiche,
besonders Emotionsre-
gulation von Angst und
Stress
Ökonomisch, effektiv,
verständlich, lese-
freundlich, gute An-
leitung, ansprechende
Geschichten
Faustlos – Grundschule
Schick, A.; Cierpka, M.
(2014): Prävention gegen
Gewaltbereitschaft an
Schulen: Das Faustlos-Curri-
culum. 3. Auflage, Göttingen:
Vandenhoeck & Ruprecht.
51 Trainingseinhei-
ten für insgesamt
3 Schuljahre
Schulung erforderlich
1. - 3. PE/
1. - 4. Klasse
Emotionale und soziale
Kompetenzen gleicher-
maßen
Förderung besonders
von Empathie, Emoti-
onsausdruck, Zusam-
menhänge herstellen,
Impulskontrolle, Emoti-
onsregulation
strukturiertes, wissen-
schaftlich fundiertes
Präventionskonzept
mit dem Ziel, gewalt-
bereitem Verhalten
vorzubeugen
klar gestaltet, leicht
umzusetzen
Faustlos – Sekundarstufe
Schick, A.; Cierpka, M. (2011):
Faustlos – Sekundarstufe. Ein
Curriculum zur Förderung
sozial-emotionaler Kompe-
tenzen und zur Gewaltprä-
vention.
1. Auflage, Göttingen, Ho-
grefe.
31 Lektionen a
45 min
Schulung erforderlich
1. - 3. PE
ab Klasse 7
(kann evtl.
auch früher
eingesetzt
werden)
Emotionale und soziale
Kompetenzen gleicher-
maßen
besonders die Bereiche
Empathie, Impulskont-
rolle und Umgang mit
Ärger und Wut werden
verstärkt geübt,
Erweiterung des
gewaltpräventiven
Verhaltensrepertoires
wenig Gestaltungs-
spielraum
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
F7
Gestaltung
des Unterrichts

F8
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
F8: Hinweise zu den Merkmalen guten Unterrichts
1
Strukturieren Sie den Unterricht.
erkennbare Struktur für Schüler durch sinnvolle Unterrichtsschritte festlegen
klare Zielstellung der Stunde definieren
auf konsequentes Einhalten der Unterrichtsregeln achten
Rituale einsetzen
Freiräume schaffen
Achten Sie auf einen hohen Anteil echter Lernzeit.
gutes Zeitmanagement vorplanen und einhalten
Unterrichtssituationen gut vorbereiten
Unterrichtsablauf durch Routinen und Rhythmisierung entlasten
„Zeitdiebe“ auslagern
Achten Sie auf ein lernförderliches Klima.
gegenseitigen Respekt und Regeln einhalten bzw. einfordern
Verantwortungsübernahme und Kompetenzorientierung fördern, Gerechtigkeit und Fürsorge
demokratisches Handeln stärken
konsequentes Handeln, Rollenklarheit
Bieten Sie den Schülern inhaltliche Klarheit.
Verständlichkeit der Aufgabenstellung
plausibles Vorgehen
Vernetzung mit dem Vorwissen
passendes Anspruchsniveau
Klarheit und Verbindlichkeit der Ergebnissicherung
Reflexion der Lernprozesse
Regen Sie sinnstiftende Kommunikation an.
Planungsbeteiligung der Schüler
Gesprächs- und Feedbackkultur entwickeln
Verwendung von Lerntagebüchern
Wählen Sie Methoden gezielt aus und beschränken Sie die Vielfalt.
Balance finden zwischen Vielfalt und Ritualisierung der Lernwege und Aufgabenformate
Fördern Sie Ihre Schüler individuell.
Freiräume, Geduld, Zeit, innere Differenzierung
Lerndiagnostik und abgestimmte Förderpläne, besondere Förderung von Begabungen und Interessen
1
Vgl. Meyer, H. (2010): Was ist guter Unterricht? 7. Auflage. Berlin: Cornelsen Skriptor, S. 23 – 126.
Gestaltung
des Unterrichts

Gestalten Sie effektive Lernangebote zur Übung und Festigung.
passgenaue Übungsaufträge, gezielte Hilfestellungen und „überfreundliche“ Rahmenbedingungen
durch angemessene Verteilung und Abwechslung im Übungsverlauf Übungserfolge erzielen
Kontrolle und Bestätigung
Bewusstmachen von Lernstrategien
Teilen Sie Ihre Leistungserwartungen transparent mit.
an den Richtlinien orientiert
dem Leistungsvermögen der Schülerinnen und Schüler entsprechendes Lernangebot sowie zeitnahe Rück-
meldungen zum Lernfortschritt geben
Bereiten Sie die Lernumgebung ansprechend und sorgfältig vor.
Ordnung
funktionale Einrichtung
anwendbares Lernmaterial
Handreichung „Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen“
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