image
image
image
 
Meldepflichtige Arbeitsunfälle in Sachsen
1998 bis 2007

 
Meldepflichtige
Arbeitsunfälle in Sachsen
Analyse von Daten der Unfallversicherungsträger für die
Jahre 1998 bis 2007 mit Vergleichen
Sachsen – Deutschland 2005 bis 2007
Bearbeiter:
Herr Dr. O. Kaufmann
SÄCHSISCHES STAATSMINISTERIUM FÜR WIRTSCHAFT UND ARBEIT
Abteilung 2, Referat 25
JANUAR 2010

Seite 1 von 76
Inhaltsverzeichnis
Seite
1
VORBEMERKUNGEN......................................................................................... 1
2
KURZFASSUNG................................................................................................. 1
3
ARBEITS- UND WEGEUNFÄLLE - ÜBERSICHTEN .......................................... 1
3.1
UNFALLZAHLEN NACH ART UND JAHR
................................................................................................. 1
3.2
ARBEITSUNFALLZAHLEN SACHSENS IM VERGLEICH ZU DEUTSCHLAND
............................................. 1
3.3
ARBEITSUNFÄLLE NACH ALTER IN SACHSEN UND DEUTSCHLAND
...................................................... 1
3.4
ARBEITSUNFÄLLE NACH WIRTSCHAFTSKLASSEN
................................................................................ 1
3.5
ARBEITSUNFÄLLE NACH TÄTIGKEITEN
................................................................................................. 1
4
AUSGEWÄHLTE ASPEKTE NACH TÄTIGKEITEN............................................ 1
4.1
ZUNAHME DER ARBEITSUNFALLZAHLEN
.............................................................................................. 1
4.2
ARBEITSUNFÄLLE BEI JUGENDLICHEN UND BERUFSEINSTEIGERN
..................................................... 1
4.3
ARBEITSUNFÄLLE BEI SENIOREN (ALTER > 65 JAHRE)
...................................................................... 1
4.4
ABSTURZUNFÄLLE
................................................................................................................................ 1
5
ARBEITSUNFÄLLE AUSGEWÄHLTER TÄTIGKEITEN - DETAILANALYSEN... 1
5.1
MAURER, BETONSTEINMETZE
............................................................................................................. 1
5.2
MASCHINENMECHANIKER UND -SCHLOSSER
....................................................................................... 1
5.3
KÖCHE
.................................................................................................................................................. 1
5.4
FAHRER SCHWERER LASTKRAFTWAGEN ÜBER 3,5 T
.......................................................................... 1
5.5
LEHRER
................................................................................................................................................ 1
6
AUSBLICK........................................................................................................... 1
7
QUELLEN............................................................................................................ 1
Begriffe:
Arbeitsunfall
Ein Arbeitsunfall ist ein Unfall, den eine versicherte Person infolge der Ausübung
einer versicherten Tätigkeit innerhalb und außerhalb der Arbeitsstätte erleidet (vgl.
§ 8 Siebtes Buch Sozialgesetzbuch – SGB VII).
Meldepflichtiger Unfall
Ein Unfall ist gemäß § 193 SGB VII meldepflichtig, wenn eine versicherte Person
durch einen Unfall getötet oder so verletzt wird, dass sie mehr als drei Tage
arbeitsunfähig ist.
Wegeunfall
Als Wegeunfall wird jeder Unfall bezeichnet, den eine versicherte Person auf dem
Weg zum oder vom Ort der versicherten Tätigkeit erleidet. Wegeunfälle sind gemäß
§ 8 Abs. 2 Nr. 1 bis 4 SGB VII den Arbeitsunfällen gleichgestellt.
Schwerer Arbeitsunfall
Dafür sind folgende
Verletzungskriterien maßgebend: Kopf- und
Schädelverletzungen, Verletzungen der Wirbelsäule, offene und komplizierte Brüche,
innere Verletzungen bzw. Verdacht auf innere Verletzungen, Quetsch- Platz- und
Stichwunden, Gliedmaßenverluste, schwere Verätzungen, großflächige
Verbrühungen und Verbrennungen, akute Intoxikationen, Verrenkungen,
Verstauchungen, Luxationen, ... die in der Regel eine stationäre Behandlung
erforderlich machen (Erlass des SMWA vom 06.07.1998).

Seite 2 von 76
1 Vorbemerkungen
Die Betriebe sind verpflichtet, die meldepflichtigen Arbeits- und Wegeunfälle an die
Unfallversicherungsträger (UVT) und je nach Zuständigkeit an die Gewerbeaufsicht
bzw. die Bergaufsicht zu melden. Die letztgenannten Meldungen sind jedoch
unvollständig.
Daten der UVT werden den Ländern ca. 16 Monate nach Ende eines Kalenderjahres
in maschinenlesbarer Form übergeben. Die hier vorgelegte Auswertung zum
Arbeitsunfallgeschehen in Sachsen beruht im Wesentlichen auf diesen Daten. In
einigen Fällen werden zur Berechnung von Quoten zum Arbeitsunfallgeschehen
Zahlen zu Erwerbstätigen oder zu sozialversicherungspflichtig Beschäftigten
einbezogen (/1/, /2/, /4/).
Die Datei der Unfallversicherungsträger beinhaltet bis 2003 eine etwa 10 %-ige
repräsentative Zufallsstichprobe aller Unfälle; ab dem Jahr 2004 hat sich bei den
UVT der Stichprobenumfang auf 6,7 % reduziert. Bei der Auswertung wird eine
Hochrechnung (auf 100 %) vorgenommen.
Zu den schweren und tödlichen Arbeitsunfällen erfolgen Direktmeldungen an die
Gewerbeaufsichtsbehörden. Diese Daten sind nicht Gegenstand des hier
vorgelegten Berichts.
Ab dem Kalenderjahr 2005 sind auch die Daten der anderen Länder für
Auswertungszwecke verfügbar, wodurch Vergleiche Sachsen – Deutschland
ermöglicht werden, die dem Aufdecken von Schwerpunkten im
Arbeitsunfallgeschehen Sachsens dienen.
Je größer die Datenbasis für Statistiken ist, desto weniger sind diese durch
Zufallseffekte beeinträchtigt. Darum werden im Allgemeinen Aussagen zum
Gesamtzeitraum 2005 bis 2007 getroffen. Bei den Tätigkeiten gab es jedoch
Veränderungen der Codierungen, weshalb sich die Analysen bei Einbeziehung
dieser Variablen auf das Kalenderjahr 2007 beschränken.
In der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) besteht eines der drei
Hauptziele in der Verringerung der Häufigkeit und Schwere von Arbeitsunfällen. Es
liegt auf der Hand, dass Informationen zum bisherigen bzw. gegenwärtigen
Arbeitsunfallgeschehen für dieses Ziel nicht nur hilfreich, sondern unabdingbar sind.
Arbeitsunfälle resultieren aus bzw. reflektieren die Gefährdungen bei beruflichen
Tätigkeiten. Darum werden die Tätigkeiten in das Zentrum der Analysen gestellt.
Der Datenbestand beinhaltet verschiedene Variablen zur näheren Charakterisierung
des Unfallhergangs (Arbeitsumgebung, Abweichung, spezifische Tätigkeit, Kontakt)
und der Unfallfolgen (Art der Verletzung, verletztes Körperteil). Im Abschnitt 5 wird
für zwei ausgewählte Tätigkeiten in beispielhafter Weise der Versuch unternommen,
mittels Statistiken auf Basis dieser Variablen punktuelle Schwerpunkte aufzuzeigen.
Das Ziel dieses Berichts besteht darin, über das Arbeitsunfallgeschehen in Sachsen
zu informieren. Es sollen insbesondere Schwerpunkte des Arbeitsunfallgeschehens
aufgezeigt werden, um damit die Ableitung von Prioritäten für das präventive
Handeln der Arbeitsschutzverwaltung zu unterstützen.

Seite 3 von 76
2 Kurzfassung
Arbeits- und Wegeunfälle – zeitliche Tendenzen
Die Arbeits- und Wegeunfälle in Sachsen weisen bis 2005 eine fallende Tendenz auf.
Seitdem haben sich die Arbeitsunfälle in Sachsen bis 2007 um 6,6% deutlicher
erhöht als in Deutschland (2,6%). Insgesamt gab es 2007 in Sachsen 51 307 Arbeits-
und 9 422 Wegeunfälle.
Arbeitsunfälle nach Alter
Bei den Jugendlichen (< 18 Jahre), bei den Berufseinsteiger (18 bis < 25 Jahre) und
bei den Senioren (> 65 Jahre) ereignen sich – gemessen an den
Erwerbstätigenzahlen - überproportional viele Arbeitsunfälle. Im Vergleich mit
Deutschland entfällt in Sachsen auf Berufseinsteiger ein erhöhter Anteil der
Arbeitsunfälle. In den Randgruppen (< 18 Jahre, >= 65 Jahre) sind die sächsischen
Arbeitsunfallquoten gegenüber den gesamtdeutschen erhöht.
Bei den Senioren in Sachsen zeigt sich eine deutliche Zunahme der
Arbeitsunfallzahlen im Zeitraum 1998 bis 2007 – sowohl absolut als auch relativ.
Arbeitsunfälle nach Wirtschaftsgruppen
Das Baugewerbe hat mit 14,4 % (2005 bis 2007) den mit Abstand größten Anteil an
den Arbeitsunfällen in Sachsen. Das ist ein Prozentpunkt mehr als in Deutschland
(13,4%). Weiterhin zeigen sich erhöhte Anteile der Arbeitunfälle in Sachsen
gegenüber Deutschland in den Gruppen
Erziehung und Unterricht
Interessenvertretungen, Vereinigungen, Kultur, Sport, Unterhaltung
Metallerzeugung und –bearbeitung,
Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung
Erbringung von Dienstleistungen überwiegend für Unternehmen.
Arbeitsunfälle nach Tätigkeiten
Die größten prozentualen Anteile der Arbeitsunfälle entfallen in Sachsen auf die
Tätigkeitsgruppen
Fachkräfte in der Land- und Tierwirtschaft, Gärtnerei, Fischerei
Maschinenmechaniker und Schlosser
Baukonstruktions- und verwandte Berufe.
Erhöhte prozentuale Anteile in Sachsen gegenüber Deutschland zeigen sich in den
Tätigkeitsgruppen:
Baukonstruktions- und verwandte Berufe
Former (für Metallguss), Schweißer, Blechkalt-, Baumetallverformer …
Hilfsarbeiter im Bergbau und Baugewerbe
Maler, Gebäudereiniger und verwandte Berufe
Hausmeister, Fensterputzer und verwandtes Reinigungspersonal.

Seite 4 von 76
Arbeitsunfälle – Ausgewählte Aspekte und Tätigkeiten
Zeitliche Tendenzen:
Für die zusammengefasste Tätigkeitsobergruppe
Metallarbeiter, Mechaniker, Maschinenbediener, Montierer u. ä.
liegt die Zunahme der Arbeitsunfallzahlen von 2005 bis 2007 bei 16,7%.
Jugendliche und Berufseinsteiger
In den Tätigkeitsgruppen
Ackerbauern und Tierzüchter, -halter
Präzisionsarbeiter für Metall und verwandte Werkstoffe
Dienstleistungsberufe (Hauswirtschaft und Gaststättengewerbe)
entfallen 50 % und mehr auf Erwerbstätige mit einem Alter unter 25 Jahren.
Absturzunfälle
Die größten prozentualen Anteile dieser Unfallart entfallen in Sachsen auf die
Tätigkeitsgruppen
Baukonstruktions- und verwandte Berufe
Kraftfahrzeugführer
Ausbau- und verwandte Berufe.
Bei den Baukonstruktionsberufen ist der prozentuale Anteil in Sachsen höher als in
Deutschland.
Arbeitsunfälle ausgewählter Tätigkeiten - Detailanalysen
Maurer und Betonsteinmetze:
75% ereignen sich bei Arbeiten zum Abriss, der Renovierung oder der
Wartung eines Gebäudes.
47 % entfallen auf Arbeiten mit Handwerkszeugen.
31 % betreffen den Sturz oder Absturz, davon betreffen 12 Prozentpunkte den
Absturz.
28% der Verletzungen betreffen die Hand, 19% den Knöchel oder Fuß.
Maschinenmechaniker und -schlosser:
21 % ereignen sich in der Wirtschaftsklasse Kfz-Handel, Instandhaltung und
Reparatur von Kfz, Tankstellen.
43% ereignen sich in Betrieben bis 49 Beschäftigte.
29 % entfallen auf Berufseinsteiger (18 bis unter 25 Jahre - das liegt deutlich
über dem Anteil dieser Altersgruppe an den Arbeitsunfällen der
Gesamtpopulation (19%). Berufserfahrung erscheint also für das
Arbeitsunfallgeschehen bedeutsam.
46% ereignen sich bei der Arbeit mit Handwerkzeugen.
36% der Verletzungen betreffen die Hand, 8% den Knöchel oder Fuß.

Seite 5 von 76
Köche:
42 % ereignen sich in Betrieben bis 9 Beschäftigte.
39 % entfallen auf Berufseinsteiger (18 bis unter 25 Jahre – das liegt mehr als
doppelt so hoch wie der Anteil dieser Altersgruppe an den Arbeitsunfällen der
Gesamtpopulation (19%). Berufserfahrung erscheint also für das
Arbeitsunfallgeschehen sehr bedeutsam.
44 % betreffen die Arbeit mit Handwerkzeugen.
51 % ereignen sich durch Kontakt mit einem scharfen Gegenstand (Messer,
Klinge).
66 % der Verletzungen betreffen die Hand, davon je 16 Prozentpunkte den
Zeigefinger bzw. den Daumen.
Fahrer schwerer Lastkraftwagen:
54% ereignen sich beim Be- und Entladen.
35 % ereignen sich beim Gehen, Laufen, Hinauf- oder Hinabsteigen usw.
31 % betreffen den Sturz oder Absturz, davon 10,7 Prozentpunkte den
Absturz.
23 % der Verletzungen betreffen den Knöchel oder Fuß, je 14 % das
Kniegelenk/Unterschenkel und die Hand.
Das Arbeitsunfallgeschehen bei dieser Tätigkeit wird durch die Aktivitäten zum Be-
und Entladen dominiert.
Lehrer:
Lehrer in Sachsen sind im Vergleich mit Deutschland auffällig – insbesondere die
Lehrer des Sekundarbereiches Zu dieser Teilpopulation wurden folgende
Auffälligkeiten im Vergleich zu Deutschland ermittelt:
Art des Merkmals
Merkmalsausprägung
Sachsen %
Deutschland %
Arbeitsumgebung
Bereich zur Sportausübung
24,9
20,3
Abweichung Beim ungeschickten gehen,
Umknicken, Ausgleiten, ohne
zu stürzen
28,3 17,5
Abweichung
Gewalt, Angriff, Bedrohung -
8,9 4,3
Gegenstand der
Abweichung
Sportgelände 5,4 3,2
Gegenstand der
Abweichung
Treppen 20,8 15,8
Kontakt
Körperliche Überlastung –
Bewegungsapparat
32,6 22,7
Verletzter Körperteil
Kniegelenk, Unterschenkel
25,2
19,2
Verletzter Körperteil
Knöchel, Fuß
24,5
21,2

Seite 6 von 76
3 Arbeits- und Wegeunfälle - Übersichten
3.1 Unfallzahlen nach Art und Jahr
Die Tabelle 1 beinhaltet die absoluten Zahlen der meldepflichtigen Unfälle nach Art
des Unfalls und Kalenderjahr, die in der Abbildung 1 dargestellt werden.
Tabelle 1
Entwicklung der Zahl der Unfälle nach Art des Unfalls
Arbeitsunfälle bei
betrieblicher
Tätigkeit
Dienstwege-
unfälle
Arbeitsunfälle
gesamt Wegeunfälle
1 2 3 4 5
1998
87 726
2 305
90 031
17 726
1999
75 838
2 086
77 924
14 646
2000
77 319
2 243
79 562
15 622
2001
62 312
2 378
64 690
14 459
2002
60 743
1 707
62 450
14 272
2003
56 256
1 736
57 992
12 598
2004
50 151
1 442
51 593
11 437
2005
46 890
1 253
48 143
10 965
2006
50 231
1 588
51 819
12 299
2007
49 984
1 325
51 309
9 422
0
10000
20000
30000
40000
50000
60000
70000
80000
90000
100000
110000
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
Wegeunfälle
Arbeitsunfälle
Abbildung 1
Die Anzahl der meldepflichtigen Arbeits- und Wegeunfälle in Sachsen nach Jahren
Die Zahl der meldepflichtigen Unfälle weist bis 2005 eine rückläufige Tendenz
auf
.

Seite 7 von 76
3.2 Arbeitsunfallzahlen Sachsens im Vergleich zu Deutschland
Unter Verwendung der Erwerbstätigenzahlen aus /1/ werden mit den Unfallzahlen
der UVT Quoten gebildet, die eine Gegenüberstellung der Unfallzahlen Sachsens
und Deutschlands ermöglichen. In der folgenden Abbildung 2 werden die Quoten
dargestellt.
0
5
10
15
20
25
30
35
40
45
50
1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007
Sachsen
Deutschland
Abbildung 2
Arbeitsunfälle pro 1000 Erwerbstätige in Sachsen und in Deutschland von 1998 bis
2007
Die Unfallquoten weisen in Sachsen und Deutschland einen ähnlichen Verlauf
auf. Sie liegen 2007 in Sachsen bei 26,4 Arbeitsunfällen pro 1000
Erwerbstätige. Die Quote für Deutschland beträgt 26,6.

Seite 8 von 76
3.3 Arbeitsunfälle nach Alter in Sachsen und Deutschland
Die Tabelle 2 beinhaltet die interessierenden Zahlen zu den Arbeitsunfällen und den
Erwerbstätigen (ET).
Tabelle 2
Mittlere Zahl der Arbeitsunfälle 2005 bis 2007 pro Jahr nach Alter
Alter
Sachsen
absolut
Sachsen
Anteil in %
Deutsch-
land Anteil
in %
Sachsen
pro 1000
ET
Deutsch-
land pro
1000 ET
Sachsen
ET
in %
1)
Deutsch-
land ET
in %
1)
1 2 3 4 5 6 7 8
< 18
1 200
2,4
2,2
58,0
52,8
1,1
1,1
18 - < 25
9 477
18,8
16,6
41,1
42,6
12,1
10,5
25 - < 35
9 054
18,0
19,6
25,5
27,5
18,5
19,2
35 - < 45
11 385
22,6
25,1
21,8
23,2
27,3
29,2
45 - < 55
11 358
22,5
21,3
22,6
22,6
26,3
25,4
55 - < 65
5 648
11,2
10,4
21,6
21,6
13,6
13,0
ab 65
2 302
4,6
4,6
108,6
79,6
1,1
1,6
Gesamt
50 424
100,0
100,0
26,4
26,9
100,0
100,0
1)
Quelle: /4/
In der Abbildung 3 werden die Altersverteilungen der Arbeitsunfälle, der
Erwerbstätigen (ET) und der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten(SVB)
Sachsens (/2/) dargestellt.
0
2
4
6
8
10
12
14
16
18
20
22
24
26
28
<18
18-<25
25-<35
35-<45
45-<55
55-<65
ab 65
Unfälle %
SVB %
ET %
Abbildung 3
Die Verteilung der Arbeitsunfälle, der Sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und
der Erwerbstätigen in Sachsen nach Altersgruppen

Seite 9 von 76
In den Altersgruppen <18 Jahre, 18 bis <25 Jahre und ab 65 Jahre ereignen
sich überproportional viele Arbeitsunfälle.
Die Erwerbstätigenzahlen werden besonders für die Jugendlichen und die Senioren
als die relevanten Bezugszahlen angesehen, da hier vermutlich mithelfende
Familienmitglieder, die nicht als sozialversicherungspflichtig Beschäftigte erfasst
sind, im Arbeitsunfallgeschehen von Bedeutung sind.
Interessant ist auch ein Vergleich der Altersverteilung der Unfallzahlen Sachsens mit
der Verteilung in Deutschland.
0
2
4
6
8
10
12
14
16
18
20
22
24
26
<18
18-<25
25-<35
35-<45
45-<55
55-<65
ab 65
Deutschland in %
Sachsen in %
Abbildung 4
Prozentuale Verteilung der meldepflichtigen Arbeitsunfälle in Sachsen und
Deutschland nach Altersgruppen
Die größte Abweichung zeigt sich in der Altersgruppe 18 bis unter 25 Jahre.
Mit
einem Anteil von 18,8 % liegt der Anteil in Sachsen um 2,2 Prozentpunkte
höher als in Deutschland (16,6 %).
In der nächsten Abbildung werden die Arbeitsunfallquoten nach Altersgruppen für
Sachsen und Deutschland dargestellt.

Seite 10 von 76
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
100
110
120
< 18
18- <25 25- <35 35- <45 45- <55 55- <65
ab 65
Unfälle pro 1000 ET
Deutschland
Unfälle pro 1000 ET
Sachsen
Abbildung 5
Die Zahl der Arbeitsunfälle pro 1 000 Erwerbstätige in Sachsen und Deutschland
nach Altersgruppen
Bei den Jugendlichen (< 18 Jahre), den Berufseinsteigern (18 bis < 25 Jahre)
und den Erwerbstätigen im Ruhestandsalter (>= 65 Jahre) zeigen sich deutlich
erhöhte Arbeitsunfallquoten, die in Sachsen bei 58, 41,1 und 108,6
Arbeitsunfällen pro 1 000 Erwerbstätige liegen. In den Randgruppen (< 18, ab
65 Jahre) liegen die sächsischen Quoten noch höher als die Gesamtquoten.
Wegen der auffälligen Quote der Arbeitsunfälle bei Senioren in Sachsen –
insbesondere im Vergleich mit der Altersgruppe 55 bis unter 65 Jahre - erscheinen
einige Zusatzbetrachtungen angezeigt. In der folgenden Abbildung wird die
Altersverteilung der Versicherten mit einem Arbeitsunfall in Sachsen für den Zeitraum
2005 bis 2007 für den Bereich Alter >= 55 Jahre mittels Histogramm dargestellt.

image
Seite 11 von 76
Abbildung 6
Histogramm zur Verteilung der Alters der Versicherten in Sachsen 2005 bis 2007 für
die Datenauswahl Alter >= 55 Jahre
Es erscheint bemerkenswert, dass ab dem regulären Renteneintrittsalter von 65
Jahren kein deutlicher Rückgang der Arbeitsunfälle erkennbar ist. In /3/ wird für
Sachsen im Jahr 2007 die Zahl von 3 355 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten
ausgewiesen mit einem Alter von 64 bis unter 65 Jahre ausgewiesen. Die Zahl derer
mit einem Alter ab 65 Jahre beträgt 3 206. Sehr auffällig erscheinen auch die
Arbeitsunfälle der knapp Einhundertjährigen. Das analoge Diagramm für Deutschland
gesamt, auf dessen Darstellung hier verzichtet wird, weist diese Auffälligkeiten in
ähnlicher Weise auf.
Interessant ist auch die Betrachtung der Tendenz der letzten 10 Jahre, die in der
folgenden Tabelle 3 dargestellt wird.
Tabelle 3
Arbeitsunfälle bei Senioren in Sachsen nach Kalenderjahr
Jahr
Anzahl absolut
Anteil in %
1998 767 0,9
1999 1124 1,4
2000 1238 1,6
2001 1113 1,7
2002 1264 2,0
2003 1651 2,8
2004 1763 3,4
2005 2032 4,2
2006 2366 4,6
2007 2507 4,9

Seite 12 von 76
Der Anteil der Senioren an den Arbeitsunfällen hat sich in Sachsen deutlich erhöht.
Die für die Senioren aufgezeigten Phänomene verdeutlichen, dass diese
Versichertengruppe die besondere Aufmerksamkeit der Arbeitsschutz-
behörden verdient.
3.4 Arbeitsunfälle nach Wirtschaftsklassen
Die Datei der UVT beinhaltet die Wirtschaftsklassen gemäß der Systematik NACE.
Um eine kompaktere Darstellung zu ermöglichen, erfolgte eine Zusammenfassung
der 60 Klassen gemäß NACE zu 30 Wirtschaftsgruppen. Dafür werden in der
folgenden Tabelle die annualisierten Arbeitsunfallzahlen der Jahre 2005 bis 2007
dargestellt.

Seite 13 von 76
Tabelle 4
Anzahl pro Jahr und Anteil in % der Arbeitsunfälle 2005 bis 2007 nach
Wirtschaftsgruppen in Sachsen und Deutschland – sortiert bzgl. Sachsen.
Sachsen Deutschland
Bezeichnung Anzahl % Anzahl %
Baugewerbe 7266 14,4 139609 13,4
Erbringung von Dienstleistungen überwiegend für Unternehmen
4188
8,3
72072
6,9
Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung
3709
7,4
64696
6,2
Herstellung von Metallerzeugnissen/ Maschinenbau
3578
7,1
73950
7,1
Erziehung und Unterricht
3512
7,0
35849
3,4
Landwirtschaft, gewerbliche Jagd
2734
5,4
93950
9,0
Gesundheit, Veterinär- und Sozialwesen
2669
5,3
64288
6,1
Groß- und Einzelhandel (ohne Kfz, Tankstellen)
2159
4,3
71316
6,8
Metallerzeugung und -bearbeitung
1986
3,9
26665
2,6
Gastgewerbe 1936 3,8 42551 4,1
Interessenvertretungen, Vereinigungen, Kultur, Sport und Unterhaltung
1834
3,6
21456
2,1
Ernährungsgewerbe 1775 3,5 42321 4,1
Landverkehr, Transport in Rohrfernleitungen
1712
3,4
48764
4,7
Kfz-Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kfz; Tankstellen
1112
2,2
23146
2,2
Kredit- und Versicherungsgewerbe
1093
2,2
17786
1,7
Papier- Verlags- Druckgewerbe 733 1,5 17765 1,7
Chemische Industrie/ Herst. von Gummi- und Kunststoffwaren
694
1,4
19449
1,9
Holzgewerbe (ohne Herstellung von Möbeln)
674
1,3
13962
1,3
Recycling /Abwasser- und Abfallbeseitigung und sonstige Entsorgung
620
1,2
12162
1,2
Übrige 597 1,2 9917 1,0
Herst. von Möbeln, Schmuck, Musikinstr., Sportgeräten, Spielwaren …
586
1,2
11004
1,1
Erbringung von sonstigen Dienstleistungen
578
1,1
9653
0,9
Glasgewerbe, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden
569
1,1
10221
1,0
Textil-Bekleidung-Leder 500 1,0 5231 0,5
Herstellung von Kraftwagen /Sonstiger Fahrzeugbau
493
1,0
15319
1,5
Informations- /Rundfunk- /Medizintechnik, Optik
468
0,9
10688
1,0
Hilfs- und Nebentätigkeiten für den Verkehr, Verkehrsvermittlung
358
0,7
15316
1,5
Forstwirtschaft 300 0,6 6905 0,7
Energie- und Wasserversorgung
285
0,6
4704
0,5
Bergbau, Gewinnung von Steinen und Erden
127
0,3
3633
0,4
Herstellung von Geräten der Elektrizitätserzeugung, -verteilung u.ä.
98
0,2
2301
0,2
Keine Angaben
1479
2,9
37.844
3,6
Gesamt 50424 100,0 1044277 100,0
Die 15 Wirtschaftsgruppen mit den größten Unfallhäufigkeiten werden in der
nächsten Abbildung dargestellt.

Seite 14 von 76
0
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
Kredit- und Versicherungsgewerbe
Kfz-Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kfz; Tankstellen
Landverkehr, Transport in Rohrfernleitungen
Ernährungsgewerbe
Interessenvertr., Vereinigungen, Kultur, Sport und Unterhaltung
Gastgewerbe
Metallerzeugung und -bearbeitung
Groß- und Einzelhandel (ohne Kfz, Tankstellen)
Gesundheit, Veterinär- und Sozialwesen
Landwirtschaft, gewerbliche Jagd
Erziehung und Unterricht
Herstellung von Metallerzeugnissen/ Maschinenbau
Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung
Erbringung von Dienstleistungen überwiegend für Unternehmen
Baugewerbe
Abbildung 7
Meldepflichtige Arbeitsunfälle (2005 bis 2007) nach ausgewählten Wirtschaftsgruppen in Sachsen - Anteil in %

Seite 15 von 76
Das Baugewerbe ist die Wirtschaftsgruppe, in der sich mit Abstand die meisten
Arbeitsunfälle ereignen.
Für die in der obigen Abbildung dargestellten Wirtschaftsgruppen, die mehr als einen
Wirtschaftzweig nach NACE beinhalten, wird in der folgenden Tabelle dargestellt, wie
sich die Arbeitsunfallzahlen aus den zugeordneten Wirtschaftszweigen
zusammensetzen.
Tabelle 5
Anzahl pro Jahr und Anteil in % der Arbeitsunfälle 2005 bis 2007 ausgewählter
Wirtschaftsgruppen und zugehöriger Wirtschaftszweige in Sachsen
absolut %
Herstellung von Metallerzeugnissen/ Maschinenbau
3578
7,1
Herstellung von Metallerzeugnissen
1983
3,9
Maschinenbau
1595
3,2
Groß- und Einzelhandel (ohne Kfz, Tankstellen)
2159
4,3
Handelsvermittlung und Großhandel (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen)
703
1,4
Einzelhandel (ohne Handel mit Kfz, Tankstellen), Reparatur von
Gebrauchsgütern
1456 2,9
Interessenvertretungen, Vereinigungen, Kultur, Sport und Unterhaltung
2734
5,4
Interessenvertretungen sowie kirchliche und sonstige religiöse
Vereinigungen (ohne Sozialwesen und Sport)
994
2,0
Kultur, Sport und Unterhaltung
840
1,7
Kredit- und Versicherungsgewerbe
1093
2,2
Kreditgewerbe
73
0,1
Versicherungsgewerbe
962
1,9
Die folgende Abbildung ermöglicht einen Vergleich Sachsens mit Deutschland für die
Wirtschaftsgruppen mit der größten Bedeutung für das Arbeitsunfallgeschehen in
Deutschland.

Seite 16 von 76
0
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10 11 12 13 14 15
Interessenvertretungen, Vereinigungen, Kultur, Sport und Unterhaltung
Kfz-Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kfz; Tankstellen
Metallerzeugung und -bearbeitung
Erziehung und Unterricht
Ernährungsgewerbe
Gastgewerbe
Landverkehr, Transport in Rohrfernleitungen
Gesundheit, Veterinär- und Sozialwesen
Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung
Groß- und Einzelhandel (ohne Kfz, Tankstellen)
Erbringung von Dienstleistungen überwiegend für Unternehmen
Herstellung von Metallerzeugnissen/ Maschinenbau
Landwirtschaft, gewerbliche Jagd
Baugewerbe
% Sachsen
% Deutschland
Abbildung 8
Meldepflichtige Arbeitsunfälle (2005 bis 2007) nach ausgewählten Wirtschaftsgruppen in Deutschland und Sachsen - Anteil in %

Seite 17 von 76
In den Wirtschaftsgruppen Baugewerbe, Erbringung von Dienstleistungen,
überwiegend für Unternehmen, Öffentliche Verwaltung, Verteidigung,
Sozialversicherung, Erziehung und Unterricht, Metallerzeugung und –bearbeitung
sowie Interessenvertretungen, Vereinigungen, Kultur, Sport und Unterhaltung liegt
der Anteil der Arbeitsunfälle in Sachsen höher als in Deutschland.
Besonders auffällig ist der Unterschied der prozentualen Anteile im Bereich
„Erziehung und Unterricht“. Bei der Suche nach einer Erklärung zeigt sich eine noch
gravierendere Auffälligkeit. Eine Betrachtung der Tätigkeitsobergruppen für den
Bereich „Erziehung und Unterricht“ im Jahr 2007 führt zu dem Ergebnis, dass in
Deutschland nur 5,7 % dieser Arbeitsunfälle auf Lehrer an Schulen oder
Hochschulen entfallen. In Sachsen beträgt deren Anteil dagegen 15,1 %. In
absoluten Zahlen bedeutet dies:
Im Jahr 2007 hatten in Deutschland 2125 Lehrer im Bereich Erziehung und Unterricht
einen meldepflichtigen Arbeitsunfall, davon entfielen 496 auf Sachsen. Dieses
Phänomen lässt weitere Betrachtungen wünschenswert erscheinen.
3.5 Arbeitsunfälle nach Tätigkeiten
Die Datei der UVT beinhaltet die Tätigkeiten gemäß der Systematik ISCO. Hier gab
es für das Kalenderjahr 2007 Veränderungen in der Codierung gegenüber den
Vorjahren. Darum beschränken sich die Betrachtungen auf das Jahr 2007. Für die
Dreisteller dieser Systematik werden in der ANLAGE 1 die Arbeitsunfallzahlen des
Jahres 2007 dargestellt.
Die 17 Tätigkeitsgruppen mit den größten Unfallhäufigkeiten in Sachsen werden in
der nächsten Abbildung veranschaulicht. Bzgl. Land- und Tierwirtschaft sowie
Gärtnerei wurde in der ANLAGE 1 eine Zusammenfassung vorgenommen, die in der
folgenden Abbildung einbezogen wird.

Seite 18 von 76
0 1 23 4 5 67 8
742 Holzbearbeiter, Möbeltischler und verwandte Berufe
828 Montierer
322 Medizinische Fachberufe [ohne Krankenpflege]
413 Materialverwaltungs- und Transportangestellte
914 Hausmeister, Fensterputzer und verwandtes Reinigungspersonal
714 Maler, Gebäudereiniger und verwandte Berufe
821 Maschinenbediener für Metall- und Mineralerzeugnisse
522 Ladenverkäufer, Verkaufs-, Marktstandverkäufer und Vorführer
931 Hilfsarbeiter im Bergbau und Baugewerbe
932 Hilfsarbeiter in der Fertigung
512 Dienstleistungsberufe (Hauswirtschaft und Gaststättengewerbe)
832 Kraftfahrzeugführer
713 Ausbau- und verwandte Berufe
721 Former [Metallguss], Schweißer, Blechkalt-, Baumetallverformer …
712 Baukonstruktions- und verwandte Berufe
723 Maschinenmechaniker und -schlosser
610 Fachkräfte in der Land- und Tierwirtschaft, Gärtnerei, Fischerei
Abbildung 9
Meldepflichtige Arbeitsunfälle 2007 nach ausgewählten Tätigkeitsgruppen in Sachsen - Anteil in %

Seite 19 von 76
In der folgenden Tabelle werden Einzeltätigkeiten zu Abbildung 9 dargestellt.
Tabelle 6
Anzahl und Anteil in % der Arbeitsunfälle 2007 ausgewählter Tätigkeitsgruppen und
ausgewählter zugehöriger Einzeltätigkeiten in Sachsen
absolut %
610 Fachkräfte in der Land- und Tierwirtschaft, Gärtnerei, Fischerei
3780
7,4
6100 Ohne nähere Angaben
1948 3,8
6129 Sonstige Tierwirtschaftliche Berufe, Tierpfleger
955
1,9
6112 Gärtner
815 1,6
6141 Waldarbeiter und Holzfäller
197 0,4
723 Maschinenmechaniker und -schlosser
3692 7,2
7230 Schlosser o.n.A.
1692 3,3
7231 Kfz-Mechaniker oder -Schlosser
1339 2,6
7233 Landmaschinenmechaniker und -schlosser
648
1,3
712 Baukonstruktions- und verwandte Berufe
3201 6,2
7122 Maurer, Bausteinmetze
1093 2,1
7121 Gerüstbauer, Eisenflechter u. ä.
762 1,5
7129 Berufe des Tiefbaus
743 1,5
7124 Zimmerer, Schreiner
329 0,6
7123 Betonbauer
274 0,5
721 Former [Metallguss], Schweißer, Blechkalt-, Baumetallverformer …
2993
5,8
7214 Metallbaumonteure, Baumetallverformer
1233
2,4
7212 Schweißer, Brennschneider
1109 2,2
7211 Halbzeugputzer, sonstige Former und Kernmacher
470
0,2
713 Ausbau- und verwandte Berufe
2695 5,3
7136 Klempner, Rohrschlosser, Installateure
1062
2,1
7137 Bauelektriker u. ä.
639 1,3
7131 Dachdecker, Dachspengler
491 1,0
7132 Fußboden- und Fliesenleger
268 0,5
832 Kraftfahrzeugführer
2563 5,0
8324 Fahrer schwerer Lastkraftwagen über 3,5 t
1729 3,4
8322 Fahrer von PKW und Kleinlastkraftwagen bis 3,5 t
461
0,9
512 Dienstleistungsberufe (Hauswirtschaft und Gaststättengewerbe)
2334
4,6
5122 Köche
1080 2,1
5120 o.n.A.
713 1,4
5121 Küchen-, Kantinenhilfe
304 0,6
5123 Kallner, Barkeeper
236 0,5
932 Hilfsarbeiter in der Fertigung
1706 3,3
9320 o.n.A.
1706 3,3
931 Hilfsarbeiter im Bergbau und Baugewerbe
1440 2,8
9312 Hilfsarbeiter für Bau- und Instandhaltungsarbeiten (Straßen, Dämme)
712
1,4
9313 Bauhilfsarbeiter (Gebäude), Bauhelfer
596
126
522 Ladenverkäufer, Verkaufs-, Marktstandverkäufer und Vorführer
1309
2,6
5220 o.n.A.
1309 2,6
821 Maschinenbediener für Metall- und Mineralerzeugnisse
1302
2,5
8211 Maschinenbediener für Metallerzeugnisse
1178
2,3
714 Maler, Gebäudereiniger und verwandte Berufe
1262
2,5
7143 Gebäudereiniger, Schornsteinfeger
730
1,4
7141 Industrie-, Eisenanstreicher, Korrosionsschützer
531
1,0
914 Hausmeister, Fensterputzer und verwandtes Reinigungspersonal
955
1,9
9141 Hausmeister, Hauswarte
771 1,5

Seite 20 von 76
Es erscheint von Interesse, auch die Rangreihe der einzelnen Tätigkeiten –
unabhängig von deren Einordnung in die Tätigkeitsgruppen – zu betrachten. Diese
Rangreihe wird für die Tätigkeiten mit den größten Häufigkeiten in der nächsten
Abbildung 10 dargestellt.
Es ist allgemein bekannt, dass das Bauwesen im Arbeitsunfallgeschehen eine
dominierende Rolle spielt. Bei der Betrachtung der Einzeltätigkeiten in der Abbildung
10 fallen jedoch andere Tätigkeiten durch hohe Arbeitsunfallzahlen auf, wie
Fachkräfte in der Landwirtschaft oder Fahrer schwerer Lastkraftwagen.
Für einen Vergleich der relativen Häufigkeiten Sachsens mit Deutschland in der
übernächsten Abbildung 11 wird wieder auf die Tätigkeitsgruppen zurückgegriffen.

Seite 21 von 76
0
0,5
1
1,5
2
2,5
3
3,5
4
9312 Hilfsarbeiter für Bau- und Instandhaltungsarbeiten
5120 Dienstleistungsberufe im hauswirtschaftl. Bereich
7143 Gebäudereiniger, Schornsteinfeger
7129 Berufe des Tiefbaus
7121 Gerüstbauer, Eisenflechter u. ä.
9141 Hausmeister, Hauswárte
4131 Lagerarbeiter, Versandfertigmacher
6112 Gärtner
6129 Sonstige tierwirtschaftliche Berufe, Tierpfleger
7136 Klempner, Rohrschlosser, Installateure
5122 Köche
7122 Maurer, Bausteinmetze
7212 Schweißer, Brennschneider
8211 Maschinenbediener für Metallerzeugnisse
7214 Metallbaumonteure, Baumetallverformer
5220 Ladenverkäufer, verkaufs-, Marktstandverkäufer
7231 Kfz-Mechaniker oder -Schlosser
7230 Schlosser o.n.A.
9320 Hilfsarbeiter in der Fertigung
8324 Fahrer schwerer Lastkraftwagen über 3,5 t
6100 Fachkräfte in der Landwirtschaft und Fischerei
Abbildung 10
Meldepflichtige Arbeitsunfälle 2007 nach ausgewählten Tätigkeiten in Sachsen - Anteil in %

Seite 22 von 76
0 1 2 3 4 567 8 9
323 Krankenpflege- und Geburtshilfefachkräfte
724 Elektro- und Elektronikmechaniker und -monteure
914 Hausmeister, Fensterputzer und verwandtes Reinigungspersonal
828 Montierer
322 Medizinische Fachberufe [ohne Krankenpflege]
714 Maler, Gebäudereiniger und verwandte Berufe
931 Hilfsarbeiter im Bergbau und Baugewerbe
913 Haushaltshilfen u.ä., Reinigungspersonal und Wäscher
821 Maschinenbediener für Metall- und Mineralerzeugnisse
741 Berufe in der Nahrungsmittelverarbeitung und verwandte Berufe
522 Ladenverkäufer, Verkaufs-, Marktstandverkäufer und Vorführer
413 Materialverwaltungs- und Transportangestellte
721 Former [für Metallguss], Schweißer, Blechkalt-, Baumetallverformer ..
932 Hilfsarbeiter in der Fertigung
512 Dienstleistungsberufe (Hauswirtschaft und Gaststättengewerbe)
713 Ausbau- und verwandte Berufe
712 Baukonstruktions- und verwandte Berufe
832 Kraftfahrzeugführer
723 Maschinenmechaniker und -schlosser
610 Fachkräfte in der Landwirtschaft, Gärtnerei und Fischerei
% Sachsen
% Deutschland
Abbildung 11
Meldepflichtige Arbeitsunfälle 2007 nach ausgewählten Tätigkeitsgruppen in Deutschland und Sachsen - Anteil in %

Seite 23 von 76
Im Vergleich mit Deutschland haben in Sachsen die folgenden Tätigkeitsgruppen einen
besonders hohen Anteil am Arbeitsunfallgeschehen:
Baukonstruktions- und verwandte Berufe
Former (für Metallguss), Schweißer, Blechkaltverformer, Baumetallverformer und
verwandte Berufe
Hilfsarbeiter (im Bergbau) und Baugewerbe
Maler, Gebäudereiniger und verwandte Berufe
Hausmeister, Fensterputzer und verwandtes Reinigungspersonal
Es ist davon auszugehen, dass die Gruppe der Hilfsarbeiter im 3. Punkt im
Wesentlichen das Bauwesen betrifft.

Seite 24 von 76
4 Ausgewählte Aspekte nach Tätigkeiten
4.1 Zunahme der Arbeitsunfallzahlen
Gegenüber dem Jahr 2005 war die Zahl der Arbeitsunfälle 2007 in Sachsen um 6,6 %
erhöht. Für Deutschland liegt diese Erhöhung bei 2,6 %.
Wegen veränderter Tätigkeitscodierungen in diesem Zeitraum ist nur eine
eingeschränkte Betrachtung der tätigkeitsbezogenen Veränderungen der
Arbeitsunfallzahlen möglich. Die folgenden Tätigkeitsobergruppen (Zweisteller) weisen
erhöhte Unfallzahlen auf:
Tabelle 7
Die Zahl der Arbeitsunfälle ausgewählter Tätigkeitsobergruppen in Sachsen in den
Jahren 2005, 2006 und 2007
2005
2006
2007
Erhöhung in % 2007
gegenüber 2005
41 Büroangestellte ohne Kundenkontakt
1543
1916
1785
15,7
72 Metallarbeiter, Mechaniker und verwandte Berufe
82 Maschinenbediener und Montierer
Summe der Tätigkeitsgruppen 72 und 82
9694 10512
11311
16,7
Die Tätigkeitsgruppen 72 und 82 gestatten wegen der Veränderungen nur eine
Gesamtbetrachtung.
In den ausgewählten Tätigkeitsobergruppen gab es einen deutlichen Anstieg der
Arbeitsunfallzahlen.
4.2 Arbeitsunfälle bei Jugendlichen und Berufseinsteigern
In Sachsen lag im Zeitraum 2005 bis 2007der Anteil der Jugendlichen (< 18 Jahre) bzw.
der Berufseinsteiger (18 bis < 25 Jahre) an den Arbeitsunfällen bei 2,4 bzw. 18,8 %. Bei
Beschränkung auf das Kalenderjahr 2007 betragen die Anteile 2,2 bzw. 17,7 %.
Bei den folgenden Tätigkeitsobergruppen (Zweisteller) entfallen insgesamt mehr als
20 % auf die beiden unteren Altersgruppen:
Tabelle 8
Die Zahl der Arbeitsunfälle ausgewählter Tätigkeitsobergruppen/-gruppen in Sachsen
im Jahr 2007 – gesamt und davon in den Altersgruppen unter 25 Jahre
Tätigkeitsobergruppe,
Tätigkeitsgruppen
gesamt
< 18
Jahre
18 - < 25
Jahre
Anteil <25
Jahre in %
51 Personenbezogene Dienstleistungsberufe und
Sicherheitsbedienstete
3542
133
1261
39,4
512 Dienstleistungsberufe (Hauswirtschaft,
Gaststättengewerbe) 2334 105 1057 49,8

Seite 25 von 76
516 Sicherheitsbedienstete
493
28
144
34,9
73 Präzisionsarbeiter, Kunsthandwerker, Drucker
und verwandte Berufe
321
0
116
36,1
733 Kunsthandwerker für Holz, Textilien, Leder
und verw. Materialien
14 0 14 100,00
731 Präzisionsarbeiter für Metall und verwandte
Werkstoffe
130 0 72 55,4
732 Töpfer, Glasmacher und verwandte Berufe
63
0
15
23,8
74 Sonstige Handwerks- und verwandte Berufe
1576
79
446
33,3
741 Berufe in der Nahrungsmittelverarbeitung und
verwandte Berufe
660 64 174 36,1
742 Holzbearbeiter, Möbeltischler und verwandte
Berufe 736 14 222 32,1
743 Textil-, Bekleidungs- und verwandte Berufe
176
0
49
27,8
99 Anderweitige Berufe, Unbekannt
230
9
56
28,3
Keine Angaben
5341
308
1201
28,3
72 Metallarbeiter, Mechaniker und verwandte
Berufe
7729
229
1876
27,2
723 Maschinenmechaniker und -schlosser
3692
155
1027
32,0
722 Grobschmiede, Werkzeugmacher und
verwandte Berufe
446 0 120 26,9
724 Elektro- und Elektronikmechaniker und -
monteure
597 14 141 26,0
721 Former [für Metallguss], Schweißer, Blechkalt-
verformer, Baumetallverformer u.ä.
2992 60 588 21,7
24 Sonstige Wissenschaftler und verwandte
Berufe
154
0
39
25,3
245 Schriftsteller, bildende oder darstellende
Künstler 154 0 39 25,3
81 Bediener stationärer und verwandter Anlagen
656
0
153
23,3
812 Verfahrensanlagenbediener in der
Metallerzeugung und -umformung
331 0 105 31,7
92 Landwirtschaftliche, Fischerei- und verwandte
Hilfsarbeiter
222
18
33
23,0
921 Landwirtschaftliche, Fischerei- und verwandte
Hilfsarbeiter
222 18 33 23,0
52 Modelle, Verkäufer und Vorführer
1309
39
250
22,1
522 Ladenverkäufer, Verkaufs-,
Marktstandverkäufer und Vorführer
1309
39
250
22,1
61 Fachkräfte in der Landwirtschaft und Fischerei
4046
116
717
20,6
613 Ackerbauern und Tierzüchter,-halter
42
9
15
57,1
612 Tierwirtschaftliche und verwandte Berufe
955
45
222
28,0
611 Gärtner und Ackerbauern
834
8
207
25,8
Weitere Tätigkeitsgruppen:
321 Biotechniker und verwandte Berufe
125
18
28
36,8
821 Maschinenbediener für Metall- und
Mineralerzeugnisse 1301 29 364 30,2
826 Maschinenbediener für Textil-, Pelz- und
Ledererzeugnisse
336 30 60 26,8
214 Architekten, Ingenieure und verwandte
Wissenschaftler
107 0 24 22,4
932 Hilfsarbeiter in der Fertigung
1706
9
344
20,7
Die Anteile je Tätigkeitsobergruppe in % werden in der folgenden Abbildung dargestellt.

Seite 26 von 76
0
5
10
15
20
25
30
35
40
61 Fachkräfte in der Landwirtschaft und Fischerei
52 Modelle, Verkäufer und Vorführer
92 Landwirtschaftliche, Fischerei- und verwandte Hilfsarbeiter
81 Bediener stationärer und verwandter Anlagen
24 Sonstige Wissenschaftler und verwandte Berufe
72 Metallarbeiter, Mechaniker und verwandte Berufe
k.A.
99 Anderweitige Berufe, Unbekannt
74 Sonstige Handwerks- und verwandte Berufe
73 Präzisionsarbeiter, Kunsthandwerker, Drucker u. verw. Berufe
51 Personenbez. Dienstleistungsberufe u. Sicherheitsbedienstete
< 18 Jahre
18 bis <25 Jahre
Abbildung 12
Tätigkeitsobergruppen mit einem erhöhten Anteil in % der Jugendlichen und Berufs-
einsteiger an den meldepflichtigen Arbeitsunfällen 2007 in Sachsen
Für die sechs erstgenannten Tätigkeitsobergruppen (51, 73, 74, 99, k. A. und 72)
wurden auch für Deutschland erhöhte Anteile am Arbeitsunfallgeschehen ermittelt.
Für die die Tätigkeitsgruppen (Dreisteller) wird die Situation in der folgenden Abbildung
veranschaulich, wobei die Gruppe 733 der Kunsthandwerker … aus
Skalierungsgründen (Anteil hier 100%) nicht mit einbezogen wurde.

Seite 27 von 76
0102030405060
932 Hilfsarbeiter in der Fertigung
721 Former, Schweißer, Blechkalt-, Baumetallverformer u.ä.
522 Ladenverkäufer, Verkaufs-, Marktstandverkäufer und Vorführer
214 Architekten, Ingenieure und verwandte Wissenschaftler
921 Landwirtschaftliche, Fischerei- und verwandte Hilfsarbeiter
732 Töpfer, Glasmacher und verwandte Berufe
245 Schriftsteller, bildende oder darstellende Künstler
611 Gärtner und Ackerbauern
724 Elektro- und Elektronikmechaniker und -monteure
826 Maschinenbediener für Textil-, Pelz- und Ledererzeugnisse
722 Grobschmiede, Werkzeugmacher und verwandte Berufe
743 Textil-, Bekleidungs- und verwandte Berufe
612 Tierwirtschaftliche und verwandte Berufe
k.A.
999 Anderweitige Berufe, Unbekannt
821 Maschinenbediener für Metall- und Mineralerzeugnisse
812 Verfahrensanlagenbediener Metallerzeugung /-umformung
723 Maschinenmechaniker und -schlosser
742 Holzbearbeiter, Möbeltischler und verwandte Berufe
516 Sicherheitsbedienstete
741 Berufe in der Nahrungsmittelverarbeitung und verwandte Berufe
321 Biotechniker und verwandte Berufe
512 Dienstleistungsberufe (Hauswirtschaft, Gaststättengewerbe)
731 Präzisionsarbeiter für Metall und verwandte Werkstoffe
613 Ackerbauern und Tierzüchter,-halter
< 18 Jahre
18 bis <25 Jahre
Abbildung 13
Tätigkeitsgruppen mit einem erhöhten Anteil in % der Jugendlichen und Berufs-
einsteiger an den meldepflichtigen Arbeitsunfällen 2007 in Sachsen
Bei drei Tätigkeitsgruppen (613, 731, 512) liegt der auf Jugendliche und
Berufseinsteiger entfallende Anteil an den Arbeitsunfällen bei 50 % und darüber.

Seite 28 von 76
4.3 Arbeitsunfälle bei Senioren (Alter > 65 Jahre)
In Sachsen liegt der Anteil der Senioren an den Arbeitsunfällen im Zeitraum 2005 bis
2007 insgesamt bei 4,6 %. Gemäß der Abbildung 5 ist das Risiko eines Arbeitsunfalls
bei den Senioren besonders hoch.
In den folgenden Tätigkeitsobergruppen/-gruppen zeigen sich erhöhte Anteile der
Senioren an den Arbeitsunfällen:
Tabelle 9
Die Zahl der Arbeitsunfälle ausgewählter Tätigkeitsobergruppen/-gruppen in Sachsen
im Jahr 2007 – gesamt und davon in der Altersgruppe über 65 Jahre
Tätigkeitsobergruppe
/
Tätigkeitsgruppe
gesamt
Alter >=65
Jahre
Anteil >65
Jahre in %
Keine Angabe.
5341
1907
35,7
999 Anderweitige Berufe, Unbekannt
230
55
23,9
9999 Nicht einzuordnen oder unbekannt
220
55
25,0
Andere Obergruppen
615 Fischer, Jäger und Fallensteller
39
15
38,5
414 Bibliotheks-, Post- und verwandte Angestellte
71
15
21,1
829 Sonstige Maschinenbediener, anderweitig nicht genannt
89
15
16,9
915 Boten, Träger, Pförtner und verwandte Berufe
631
62
9,8
610 Fachkräfte in der Landwirtschaft, Gärtnerei und Fischerei
1948
159
8,2
Alle Arbeitsunfälle der Senioren in der Gruppe 999 entfallen auf die Kategorie 9999
„Nicht einzuordnen“.
Der überwiegenden Zahl der Arbeitsunfälle von Senioren ist im Datenbestand keine
Tätigkeit zugeordnet.
In den Tätigkeiten „610 Fachkräfte in der Landwirtschaft …“
und „915 Boten, Träger …“ resultieren die hohen prozentualen Anteile der
Senioren an den Arbeitsunfällen aus hohen absoluten Unfallzahlen.
In der folgenden Tabelle 7 wird die Entwicklung des Arbeitsunfallgeschehens in den
letzten 10 beleuchtet.
4.4 Absturzunfälle
Absturzunfälle sind häufig besonders folgenschwer. Darum werden zu dieser
Unfallkategorie im Weiteren die verursachenden Tätigkeiten untersucht. In den beiden
folgenden Abschnitten werden die am häufigsten verursachenden Tätigkeitsgruppen
zunächst für Sachsen, dann im Vergleich zu Deutschland dargestellt.

Seite 29 von 76
01 2 3 4 5678 9 10
741 Berufe in der Nahrungsmittelverarbeitung u.ä.
824 Maschinenbediener für Holzerzeugnisse
322 Medizinische Fachberufe [ohne Krankenpflege]
931 Hilfsarbeiter im Bergbau und Baugewerbe
419 Sonstige Büroangestellte
Former [Metallguss], Schweißer, Blechkalt- u. Baumetallverformer u.ä.
914 Hausmeister, Fensterputzer u. ä. Reinigungspersonal
821 Maschinenbediener für Metall- und Mineralerzeugnisse
724 Elektro- und Elektronikmechaniker und -monteure
723 Maschinenmechaniker und -schlosser
714 Maler, Gebäudereiniger und verwandte Berufe
512 Dienstleistungsberufe (Hauswirtschaft, Gaststättengewerbe)
713 Ausbau- und verwandte Berufe
832 Kraftfahrzeugführer
712 Baukonstruktions- und verwandte Berufe
Abbildung 14
Absturzunfälle 2007 nach ausgewählten Tätigkeiten in Sachsen - Anteil in %

Seite 30 von 76
0 1 23 4 5 67 8 9 10 11 12
914 Hausmeister, Fensterputzer u.ä. Reinigungspersonal
322 Medizinische Fachberufe [ohne Krankenpflege]
724 Elektro- und Elektronikmechaniker und -monteure
419 Sonstige Büroangestellte
413 Materialverw altungs- und Transportangestellte
913 Haushaltshilfen u.ä. Hilfskräfte, Reinigungspersonal, Wäscher
721 Former [Metallguss], Schw eißer, Blechkalt-, Baumetallverformer u.ä.
522 Verkäufer (Laden, Verkaufs-, Marktstand) und Vorführer
932 Hilfsarbeiter in der Fertigung
931 Hilfsarbeiter im Bergbau und Baugew erbe
723 Maschinenmechaniker und -schlosser
714 Maler, Gebäudereiniger und verw andte Berufe
512 Dienstleistungsberufe (Hausw irtschaft, Gaststättengew erbe)
712 Baukonstruktions- und verw andte Berufe
713 Ausbau- und verw andte Berufe
832 Kraftfahrzeugführer
% Sachsen
% Deutschland
Abbildung 15
Absturzunfälle 2007 nach ausgewählten Tätigkeitsgruppen in Deutschland und Sachsen - Anteil in %

Seite 31 von 76
Erwartungsgemäß rangieren Baukonstruktions- und Ausbauberufe im vorderen Teil der
Rangreihe. Dagegen erscheinen die Häufigkeiten der Tätigkeitsgruppen:
832 Kraftfahrzeugführer
512 Dienstleistungsberufe
unerwartet hoch. Bei den Unfallzahlen für Deutschland rangieren die
Kraftfahrzeugführer sogar auf dem ersten Platz. Bei den Baukonstruktionsberufen fällt
die erhöhte relative Häufigkeit im Vergleich mit Deutschland auf.
Für die wichtigsten Tätigkeitsgruppen werden im Folgenden die Prozentpunkte der
substantiell beteiligten Einzeltätigkeiten für Sachsen dargestellt.
absolut %
712 Baukonstruktions- und verwandte Berufe
298
9,9
7122 Maurer, Bausteinmetze, Verfuger
149 4,9
7124 Zimmerer
68 2,3
7129 Sonstige
45 1,5
7121 Gerüstbauer
22 0,7
7123 Betonbauer
15 0,5
832 Kraftfahrzeugführer
279 9,2
8324 Fahrer schwerer Lastkraftwagen über 3,5 t
279
9,2
713 Ausbau- und verwandte Berufe
249
8,2
7137 Bau- und verwandte Elektriker
84
2,8
7131 Dachdecker, Dachspengler
60 2,0
7136 Klempner, Bauspengler, Installateure
45
1,5
512 Dienstleistungsberufe (Hauswirtschaft, Gaststättengewerbe)
125
4,1
5120 ohne nähere Angaben
87 2,9
714 Maler, Gebäudereiniger und verwandte Berufe
118
3,9
7141 Industrie-, Eisenanstreicher, Korrosionsschützer
73
2,4
7143 Gebäudereiniger
45 1,5
723 Maschinenmechaniker und -schlosser
101
3,3
724 Elektro- und Elektronikmechaniker und -monteure
74
2,5
An den Absturzunfällen in Sachsen sind besonders die Baukonstruktionsberufe,
Kraftfahrzeugführer und Ausbauberufe beteiligt. Im Vergleich mit Deutschland
(8,3%) ist der Anteil der Baukonstruktionsberufe in Sachsen mit ca. 10 % deutlich
erhöht.

Seite 32 von 76
5 Arbeitsunfälle ausgewählter Tätigkeiten - Detailanalysen
Die Verschlüsselung der Tätigkeiten bei der Dokumentation der Arbeitsunfälle orientiert
sich am tatsächlichen Tätigkeitsfeld. Darum werden die Tätigkeiten in das Zentrum der
Analysen gestellt.
Nachdem im Abschnitt 3.5 bereits die Anteile verschiedener Tätigkeiten am
Unfallgeschehen dargestellt wurden, werden zu den Tätigkeiten mit den größten
Anteilen vertiefende Betrachtungen angestellt. Dabei werden außer den bereits bisher
verwendeten Informationen die folgenden zusätzlichen Merkmale betrachtet:
Arbeitsumgebung:
Das Merkmal Arbeitsumgebung charakterisiert den Arbeitsort (bzw. Standort,
Arbeitsraum), wo sich das Unfallopfer unmittelbar vor dem Unfall aufhielt
Spezifische Tätigkeit:
Bei diesem Merkmal geht es um die präzise Tätigkeit, die das Opfer zum Zeitpunkt des
Unfalls ausübte.
Abweichung:
Dies ist die Beschreibung dessen, was auf eine vom Normalen abweichende Art
geschah.
Gegenstand der Abweichung:
Der wichtigste Gegenstand, der mit dem vom normalen Ablauf abweichenden Ereignis
zusammenhängt. Dieses Merkmal ist dreistufig (3 Hierarchieebenen) untergliedert.
Kontakt:
Damit wird beschrieben, wie das Opfer vom verletzenden Gegenstand geschädigt
wurde.
Weitere Merkmale sind
Art der Verletzung
und
verletzter Körperteil.
Diese zusätzlichen Merkmale sind – bis auf den Gegenstand der Abweichung -
zweistufig untergliedert. In der Darstellung werden die Ergebnisse zu den Komplexen
fett, die untersetzenden Einzelkategorien kursiv dargestellt.
Ziel der Betrachtungen ist es, Schwerpunkte für die Prävention aufzuzeigen.

Seite 33 von 76
5.1 Maurer, Betonsteinmetze
Diese Tätigkeit (Codierung 7122) ist von den Veränderungen bei den Codierungen der
Tätigkeiten nicht betroffen, weshalb die folgenden Analysen auf dem Zeitraum 2005 bis
2007 beruhen. Das Betrachtungsfeld der Analysen sind 3671 Arbeitsunfälle innerhalb
dieses Zeitraumes in Sachsen.
Wirtschaftsklassen
Die Tätigkeiten wurden in folgenden Wirtschaftsklassen ausgeführt:
Wirtschaftsklasse
%
45 Baugewerbe
86,2
80 Erziehung und Unterricht
2,4
91 Interessenvertretungen sowie kirchliche und sonst religiöse
Vereinigungen, ohne Sozialwesen, ohne Sport
2,4
74 Erbringung von Dienstleistungen überwiegend für Unternehmen
2,0
93 Erbringung von sonstigen Dienstleistungen
1,6
Übrige
5,4
Die Mehrheit ist im „Baugewerbe“ (86,2%) tätig.
Betriebsgrößenklassen
Die Tätigkeiten wurden in folgenden Betriebsgrößenklassen ausgeführt:
Betriebsgrößenklasse (BGRK)
%
3 (10-49 Beschäftigte)
35,1
2 (1-9 Beschäftigte)
32,5
4 (50-249 Beschäftigte)
20,7
6 (ab 500 Beschäftigte)
5,3
5 (250-499 Beschäftigte)
4,2
9 (Unbekannt)
2,2
In Klein- (35,1%), Kleinst- (32,5%) und in Mittleren Unternehmen (20,7%) werden die
Tätigkeiten am häufigsten durchgeführt.
Alter, Azubis
Die Unfälle haben folgende Altersverteilung:
Alter in Jahren
%
davon Azubis (%-Punkte)
alle Tätigk. %
unter 18
2,0
1,6
2,4
18 bis unter 25
21,5
9,4
18,8
25 bis unter 35
21,5
0,0
18,0
35 bis unter 45
25,6
0,0
22,6
45 bis unter 55
19,6
0,0
22,5
55 bis unter 65
9,8
0,0
11,2
ab 65
0,0
0,0
4,6

Seite 34 von 76
In der dritten Spalte werden die auf Azubis entfallenden Prozentpunkte je Altersgruppe
angegeben. Bei den Jugendlichen (Alter unter 18 Jahre) entfallen 4 von 5
Arbeitsunfällen auf Azubis. In der letzten Spalte wird die Altersverteilung der
Arbeitsunfälle insgesamt zu Vergleichzwecken dargestellt. Es sind nur geringfügige
Abweichungen erkennbar.
Arbeitsumgebung
Arbeitsort, Standort, Arbeitsraum, wo sich das Unfallopfer unmittelbar vor dem Unfall
aufhielt bzw. wo es arbeitete.
Bezeichnung
%
020 Baustelle, Bau, Steinbruch, Tagebau
93,3
022 Baustelle – Abriss, Renovierung, Wartung eines Gebäudes
74,5
021 Baustelle – Neubau
11,0
020 Baustelle, Bau, Steinbruch, Tagebau - o n A
7,3
010 Industrieller, gewerblicher Bereich
2,4
060 Öffentlicher Bereich
2,1
040 Bereich für Dienstleistungstätigkeiten, Büro, Unterhaltungseinrichtung, Verschiedenes
1,4
Übrige
1,0
In der Tätigkeitsgruppe „Maurer, Betonsteinmetze“ ereignen sich die Mehrheit (93,3%)
der Unfälle im Bereich „Baustelle, Bau, Steinbruch, Tagebau“, wobei zu beachten ist,
dass 74,5% der Arbeitsunfälle auf Baustellen jene sind, bei der es sich um einen Abriss,
eine Renovierung bzw. eine Wartung eines Gebäudes handelt.
Spezifische Tätigkeit
Die Tätigkeit, die vom Opfer unmittelbar vor dem Unfall ausgeübt wurde.
Bezeichnung
%
20 Arbeit mit Handwerkzeugen
46,6
21 Arbeiten mit manuellen (nicht kraftbetriebenen) Handwerkzeugen
26,8
22 Arbeiten mit motorisierten (kraftbetriebenen) Handwerkzeugen
18,0
60 Bewegung
32,5
61 Gehen, Laufen, Hinaufsteigen, Hinabsteigen usw.
29,6
50 Transport von Hand
9,8
51 Transportieren eines Gegenstands in der Vertikalen: Hochheben, Anheben, Herablassen,
Absenken usw.
4,1
52 Transportieren eines Gegenstands in der Horizontalen: Ziehen, Schieben, Rollen usw.
3,2
53 Transportieren [Tragen] einer Last durch eine Person
2,4
40 Manuelle Handhabung von Gegenständen
5,7
41 In die Hand nehmen, ergreifen, erfassen, mit der Hand halten, absetzen - in der Horizontalen
2,5
Übrige
5,4
Bei der „Arbeit mit Handwerkzeugen“ (46,6%) und in der „Bewegung“ (32,5%) kommt es
zu den meisten Unfällen.

Seite 35 von 76
Abweichung
Das letzte vom normalen Ablauf abweichende Ereignis, das zum Unfall führte.
Bezeichnung
%
40 Vollständiger oder partieller Verlust der Kontrolle über Maschine, Transportmittel,
Fördermittel, Handwerkzeug, Gegenstand
36,4
43 Vollständiger oder partieller Verlust der Kontrolle über handgeführtes Werkzeug
(kraftbetrieben oder nicht) und über das Werkstück
23,8
44 Vollständiger oder partieller Verlust der Kontrolle über einen (getragenen, bewegten,
gehandhabten usw.) Gegenstand
6,8
42 Vollständiger oder partieller Verlust der Kontrolle über Transportmittel, Fördermittel
(kraftbetrieben oder nicht)
4,1
41 Vollständiger oder partieller Verlust der Kontrolle über Maschine (einschließlich
unbeabsichtigtes Starten) oder über das Material, das mit der Maschine bearbeitet wird
1,7
50 Ausgleiten oder Stolpern mit Sturz - Sturz oder Absturz von Personen
31,1
52 Ausgleiten oder Stolpern mit Sturz, Sturz einer Person
18,1
51 Absturz einer Person
12,1
30 Reißen, Brechen, Bersten, Rutschen, Fallen, Zusammenstürzen von Gegenständen
12,8
33 Abrutschen, Fallen, Zusammenstürzen von Gegenständen (die von oben auf das Opfer fallen)
7,8
35 Abrutschen, Fallen, Zusammenstürzen von Gegenständen - auf gleicher Ebene
2,5
32 Brechen, Bersten von Material, das Splitter verursacht (Holz, Glas, Metall, Stein, Kunststoff
usw.)
1,3
34 Abrutschen, Fallen, Zusammenstürzen von Gegenständen (die das Opfer mitreißen)
1,2
70 Bewegungen des Körpers unter oder mit körperlicher Belastung (führt im Allgemeinen zu
einer inneren Verletzung)
9,5
75 Beim ungeschickten Gehen, Umknicken, Ausgleiten, ohne zu stürzen
7,2
71 Beim Heben, Tragen, Aufstehen
1,6
60 Bewegungen des Körpers ohne körperliche Belastung (führt im Allgemeinen zu einer
äußeren Verletzung)
7,2
64 Unkoordinierte, unangebrachte, unpassende Bewegungen
5,0
61 Auf einen scharfen Gegenstand treten
2,0
Übrige
3,0
Sowohl der „vollständiger oder partieller Verlust der Kontrolle über Maschine,
Transportmittel, Fördermittel, Handwerkzeug, Gegenstand“ (36,4%), als auch das
„Ausgleiten oder Stolpern mit Sturz - Sturz oder Absturz von Personen“ (31,1%) bilden
die am häufigsten auftretenden abweichenden Ereignisse, die zum Unfall führen.

Seite 36 von 76
Gegenstand der Abweichung
Der wichtigste Gegenstand, der mit dem vom normalen Ablauf abweichenden Ereignis
zusammenhängt.
Bezeichnung
%
02 Gebäude, bauliche Anlagen, Flächen - in der Höhe (innen oder außen)
24,9
0203 Bauliche Anlagen, Flächen, ortsveränderlich, in der Höhe (einschließlich Gerüsten,
Leitern, Gondeln, Hebebühnen)
11,2
02030100 Leitern, Trittleitern
7,6
0204 Bauliche Anlagen, Flächen, zeitlich befristet, in der Höhe (einschließlich vorübergehend
Errichteter Gerüste, Haltesystemen, Schaukeln)
10,9
02040100 Gerüste (außer Fahrgerüste)
9,2
01 Gebäude, bauliche Anlagen, Flächen - zu ebener Erde (innen oder außen, ortsfest oder –
veränderlich)
20,7
0102 Flächen oder Verkehrsbereiche zu ebener Erde: Böden (innen oder außen,
landwirtschaftliches Gelände, Sportgelände, rutschige Böden, Böden mit Hindernissen, Bretter
mit Nägeln)
18,2
14 Stoffe, Gegenstände, Erzeugnisse, Bestandteile von Maschinen, Trümmer, Stäube
19,7
1401 Baustoffe - alle Größen: Fertigteile, Schalungen, Träger, Ziegel, Mauer-, Dachziegel usw.
14,0
1405 Partikel, Stäube, Späne, Stücke, Spritzer, Splitter und andere Bruchstücke
3,0
06 Handgeführte nicht kraftbetriebene Werkzeuge
10,5
0606 Handgeführte nicht kraftbetriebene Werkzeuge – zum Nageln, Nieten, Heften
5,5
06060100
Hämmer, Steinschlägel, Steinspalthämmer
5,1
07 Gehaltene oder handgeführte kraftbetriebene Werkzeuge
6,2
0704 Handgeführte kraftbetriebene Werkzeuge - zum Schaben, Polieren, Schleifen
(einschließlich Trennschleifmaschine]
2,5
07040400 Trennschleifmaschine (handgeführt)
2,5
10 Ortsfeste Maschinen und Ausrüstungen
5,0
1011 Werkzeugmaschinen - zum Sägen
2,1
10110100 Kreissäge
1,7
1010 Werkzeugmaschinen - zum Hobeln, Fräsen, Planschleifen, Schleifen, Polieren, Drehen,
Bohren
2,1
10101300 Bohrmaschine, Innengewindeschneider
1,7
12 Landfahrzeuge
4,0
09 Tragbare oder ortsveränderliche Maschinen und Ausrüstungen
3,3
0901 Tragbare oder ortsveränderliche Maschinen zur Rohstoffgewinnung und für Erdarbeiten
(Bergbau-, Steinbruch-, Hoch- und Tiefbaumaschinen)
2,9
Übrige
5,7
Es zeigt sich ein breitgefächertes Spektrum der relevanten Gegenstände der
Abweichung.

Seite 37 von 76
Kontakt
Der Kontakt, durch den das Opfer verletzt wurde.
Bezeichnung
%
30 Vertikales oder horizontales Aufprallen auf oder gegen einen ortsfesten Gegenstand (das
Opfer bewegt sich)
32,2
31 Vertikale Bewegung, Aufprallen auf ([als Folge eines Absturzes)
24,2
32 Horizontale Bewegung, Prallen gegen etwas
7,4
50 Kontakt mit scharfem, spitzem, hartem, rauem Gegenstand
27,1
51 Kontakt mit scharfem Gegenstand (Messer, Klinge)
10,8
53 Kontakt mit hartem oder rauem Gegenstand
8,3
52 Kontakt mit spitzem Gegenstand (Nagel, Werkzeug)
7,9
40 Getroffen werden von einem/Zusammenstoßen mit einem sich bewegenden Gegenstand
18,2
42 Getroffen werden von einem herunterfallenden Gegenstand
9,8
41 Getroffen werden von einem weggeschleuderten Gegenstand
4,2
44 Getroffen werden von einem sich drehenden, sich bewegenden, sich verschiebenden
Gegenstand (auch Fahrzeug)
2,0
45 Zusammenstoßen mit einem Gegenstand, auch Fahrzeug - Zusammenstoßen mit einer
Person (das Opfer ist in Bewegung)
1,3
70 Akute körperliche Überlastung, akute seelische Überlastung
11,2
71 Körperliche Überlastung – Bewegungsapparat
11,2
60 [Ein]geklemmt, (ein)gequetscht, zerquetscht werden usw.
9,0
61 (Ein)geklemmt, [ein]gequetscht, zerquetscht werden in
3,4
62 (Ein)geklemmt, [ein]gequetscht, zerquetscht werden unter
3,3
63 (Ein)geklemmt, [ein]gequetscht, zerquetscht werden zwischen
2,3
Übrige
2,3
Am häufigsten tritt der Kontakt durch „Vertikales oder horizontales Aufprallen auf oder
gegen einen ortsfesten Gegenstand (das Opfer bewegt sich)“ mit 32,2% auf.
Dem schließen sich „Kontakt mit scharfem, spitzem, hartem, rauem Gegenstand“ mit
27,1% und „Getroffen werden von einem/Zusammenstoßen mit einem sich bewegen-
den Gegenstand“ mit 18,2% an.

Seite 38 von 76
Art der Verletzung
Bezeichnung
%
4 Zerreißung
40,4
41 oberflächliche Verletzung, offene Verletzung des Haut-,Unterhautgewebes ohne wesentliche
Beteiligung der Gefäße, Nerven, Muskeln, Sehnen, Gelenke, Organe
28,0
43 teilw. Zerreißung (teilweise Ruptur):Teildurch-oder -abtrennung; teilweise (subtotale)
Amputation; teilweise Sprengung (auch Tossy I)
5,4
46 Eindringen von Fremdkörpern
3,0
44 vollst. Zerreißung (totale Ruptur):Durchtrennung; Abriss, Ausriss (auch knöcherner Ausriss),
Ablösung; Reruptur (erneuter Riss) vollständige Sprengung (auch Tossy II + III)
2,4
0 Geschlossene, voll rückbildungsfähige Verletzung
25,0
0 alle Formen der Erschütterung (Commotionen), alle Oberflächenprellungen
25,0
5 Geschlossene Fraktur
14,7
50 Geschlossene Fraktur ohne nähere Angabe
7,8
52 Querfraktur, Schrägfraktur, Drehfraktur (Torsionsfraktur), Spiralfraktur, Biegungskeil
3,8
56 Kompressions-, Stauchungs-, Impressionsfraktur (Eindrückbruch), Depressionsfrakt,
Sinterung, Extensions-, Flexions-, Ab- oder Adduktionsfraktur
1,4
2 (Dis-)Torsion
13,3
20 (Ver-)Drehung, Verrenkung; (Ver-)Zerrung, (Über-)Dehnung, Zugschädigung, (Ver)-
Stauchung; Schleuderung
13,3
1 Geschlossene, blutige Verletzung mit bleibender Substanzschädigung
3,7
10 alle Formen der Quetschung (Contusionen), außer Decollement
3,7
7 Verbrennung, Verbrühung, Verätzung, Verstrahlung, Unterkühlung, Erfrierung,
Elektrizitätseinwirkung
1,3
Übrige
1,6
Am häufigsten tritt die „Zerreißung“ (40,4%) auf.

Seite 39 von 76
Verletzter Körperteil
Bezeichnung
%
6 Hand
28,0
62 Daumen [1. Finger]
6,3
61 Mittelhand
5,9
63 Zeigefinger [2. Finger]
5,1
66 5. Finger
2,9
64 3. Finger
2,9
9 Knöchel, Fuß
19,1
91 Oberes Sprunggelenk (Fußgelenk, Articulatio talocruralis), Knöchel (Malleolen), Bänder
8,8
90 Gesamter Fuß, Fußweichteile
4,1
0 Gesamter Mensch, Kopf
15,9
02 Kopf, Schädel (Cranium), Hirnhäute (Meningen), Hirnsubstanz (Cerebrum)
10,2
05 Augen, Augenhöhle (Orbita), Augenregion, Jochbein (Os zygomaticum)
2,9
8 Kniegelenk (außer Kniescheibe), Unterschenkel
10,0
81 Kniegelenk (außer Kniescheibe), Meniskus, Bandapparat,Gelenkkapsel, Kniekehle
6,2
80 Gesamter Unterschenkel
3,7
5 Unterarm, Handgelenk, Handwurzel
9,8
56 Handgelenknahe Unterarmknochen: Ellenköpfchen (Caput ulnae), körperfernes
Vorderarmdrehgelenk (Radio-Ulnargelenk, distal)
4,6
50 Gesamter Unterarm
3,2
4 Schulter, Oberarm, Ellenbogen
5,1
Übrige
7,1
Am häufigsten ist die „Hand“ (28,0%) beim Arbeitsunfall betroffen.
Zusammenfassend lässt sich zu den Arbeitsunfällen bei den Maurern und
Betonsteinmetzen feststellen:
74,5% ereignen sich bei Arbeiten zum Abriss, der Renovierung oder der Wartung
eines Gebäudes.
46,6 % entfallen auf Arbeiten mit Handwerkszeugen.
31,1 % betreffen den Sturz oder Absturz, davon betreffen 12,1 Prozentpunkte
den Absturz.
28,0% der Verletzungen betreffen die Hand, 19,1% den Knöchel oder Fuß.

Seite 40 von 76
5.2 Maschinenmechaniker und -schlosser
Auch diese Tätigkeitsgruppe (Codierung 723) ist von den Veränderungen bei den
Codierungen der Tätigkeiten nicht betroffen, weshalb die folgenden Analysen auf dem
Zeitraum 2005 bis 2007 beruhen. Das Betrachtungsfeld der Analysen sind 11691
Arbeitsunfälle innerhalb dieses Zeitraumes in Sachsen.
Tätigkeiten
Diese Tätigkeitsgruppe verursachte pro Jahr 7,6% der Arbeitsunfälle in Sachsen, die
sich auf die folgenden Einzeltätigkeiten aufteilen:
Tätigkeit %-Punkte
~ohne nähere Angaben
3,52
Kfz-Mechaniker und -schlosser
2,61
Land- oder Industriemaschinenmechaniker und -schlosser
1,39
Flugmotorenmechaniker und -schlosser
0,03
Summe
7,55
Wirtschaftsklassen
Die Tätigkeiten wurden in folgenden Wirtschaftsklassen ausgeführt:
Wirtschaftsklasse
%
Kraftfahrzeughandel, Instandhaltung und Reparatur von Kfz; Tankstellen
21,4
Erbringung von Dienstleistungen überwiegend für Unternehmen
12,7
Herstellung von Metallerzeugnissen
12,6
Maschinenbau 12,5
Metallerzeugung und -bearbeitung
5,0
Baugewerbe
4,2
Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen
2,8
Landwirtschaft, gewerbliche Jagd
2,6
Ernährungsgewerbe 2,5
Sonstiger Fahrzeugbau
2,2
Übrige
21,5
Betriebsgrößenklassen
Die Tätigkeiten wurden in folgenden Betriebsgrößenklassen ausgeführt:
Betriebsgrößenklasse
%
4 (50-249 Beschäftigte)
28,8
3 (10-49 Beschäftigte)
27,5
2 (1-9 Beschäftigte)
15,0
6 (ab 500 Beschäftigte)
14,6
5 (250-499 Beschäftigte)
9,3
9 (Unbekannt)
4,6
1 keine Beschäftigten)
0,3

Seite 41 von 76
In Mittleren Unternehmen (28,8%) und Kleinunternehmen (27,5%) werden die
Tätigkeiten am häufigsten durchgeführt.
Alter, Azubis
Die Unfälle haben folgende Altersverteilung:
Alter in Jahren
%
davon Azubis (%-Punkte)
alle Tätigk. %
unter 18
2,5
2,0
2,4
18 bis unter 25
28,9
12,5
18,8
25 bis unter 35
18,3
0,3
18,0
35 bis unter 45
22,3
0,0
22,6
45 bis unter 55
18,8
0,0
22,5
55 bis unter 65
8,6
0,0
11,2
ab 65
0,6
0,0
4,6
In der dritten Spalte werden die auf Azubis entfallenden Prozentpunkte je Altersgruppe
angegeben. Im Vergleich zu den Maurern und Betonsteinmetzen ist der auf die
Jugendlichen entfallende Anteil der Arbeitsunfälle etwas höher (2,5% gegenüber 2,0%),
der Anteil der Azubis daran ist jedoch derselbe (4 von 5 Arbeitsunfällen).
In der letzten Spalte wird die Altersverteilung der Arbeitsunfälle insgesamt zu Ver-
gleichszwecken dargestellt. Es wird folgende Auffälligkeit deutlich:
In der Tätigkeitsgruppe der Maschinenmechaniker und -schlosser entfallen 28,9 % der
Arbeitsunfälle auf Berufseinsteiger (18 – unter 25 Jahre). Das ist deutlich mehr, als in
der Gesamtheit aller Tätigkeiten.
Arbeitsumgebung
Arbeitsort, Standort, Arbeitsraum, wo sich das Unfallopfer unmittelbar vor dem Unfall
aufhielt bzw. wo es arbeitete.
Bezeichnung
%
010 Industrieller, gewerblicher Bereich
81,3
011 Produktionsbereich, Fabrik, Werkstatt
45,6
012 Wartungsbereich, Reparaturwerkstatt
29,3
013 Bereich mit der Hauptfunktion Lagerung, Be- und Entladen
3,7
020 Baustelle, Bau, Steinbruch, Tagebau
10,5
020 Baustelle, Bau, Steinbruch, Tagebau – o. n. A.
7,4
Übrige
8,2
Die Mehrheit der Unfälle ereignet sich im „industriellen, gewerblichen Bereich“ (81%).

Seite 42 von 76
Spezifische Tätigkeit
Die Tätigkeit, die vom Opfer unmittelbar vor dem Unfall ausgeübt wurde.
Bezeichnung
%
20 Arbeit mit Handwerkzeugen
46,2
21 Arbeiten mit manuellen (nicht kraftbetriebenen) Handwerkzeugen
32,5
22 Arbeiten mit motorisierten (kraftbetriebenen) Handwerkzeugen
11,4
60 Bewegung
17,1
62 Gehen, Laufen, Hinaufsteigen, Hinabsteigen usw.
15,1
40 Manuelle Handhabung von Gegenständen
15,3
41 In die Hand nehmen, ergreifen, erfassen, mit der Hand halten, absetzen - in der Horizontalen
7,7
40 Manuelle Handhabung von Gegenständen - ohne nähere Angabe
3,3
10 Bedienung einer Maschine
8,0
13 Überwachen, Bedienen, Betätigen der Maschine
3,6
50 Transport von Hand
7,6
51 Transportieren eines Gegenstands in der Vertikalen: Hochheben, Anheben, Herablassen,
Absenken usw.
4,4
30 Führen eines Transport- oder Fördermittels, Mitfahren auf einem Transportmittel
2,0
Übrige
3,8
Bei der „Arbeit mit Handwerkzeugen“ (46,2%) treten am häufigsten Unfälle auf.

Seite 43 von 76
Abweichung
Das letzte vom normalen Ablauf abweichende Ereignis, das zum Unfall führte.
Bezeichnung
%
40 Vollständiger oder partieller Verlust der Kontrolle über Maschine, Transportmittel,
Fördermittel, Handwerkzeug, Gegenstand
50,5
43 Vollständiger oder partieller Verlust der Kontrolle über handgeführtes Werkzeug
(kraftbetrieben oder nicht)und über das Werkstück
30,4
44 Vollständiger oder partieller Verlust der Kontrolle über einen (getragenen, bewegten,
gehandhabten usw.) Gegenstand
9,0
41 Vollständiger oder partieller Verlust der Kontrolle über Maschine (einschließlich
unbeabsichtigtes Starten) oder über das Material, das mit der Maschine bearbeitet wird
6,6
40 Vollständiger oder partieller Verlust der Kontrolle über Maschine, Transportmittel,
Fördermittel, Handwerkzeug, Gegenstand – o. n. A.
2,1
42 Vollständiger oder partieller Verlust der Kontrolle über Transportmittel, Fördermittel
(kraftbetrieben oder nicht)
2,1
30 Reißen, Brechen, Bersten, Rutschen, Fallen, Zusammenstürzen von Gegenständen
15,5
32 Brechen, Bersten von Material, das Splitter verursacht (Holz, Glas, Metall, Stein, Kunststoff
usw.)
6,5
33 Abrutschen, Fallen, Zusammenstürzen von Gegenständen (die von oben auf das Opfer fallen)
3,4
35 Abrutschen, Fallen, Zusammenstürzen von Gegenständen - auf gleicher Ebene
2,7
50 Ausgleiten oder Stolpern mit Sturz - Sturz oder Absturz von Personen
11,6
52 Ausgleiten oder Stolpern mit Sturz, Sturz einer Person
8,0
51 Absturz einer Person
2,8
60 Bewegungen des Körpers ohne körperliche Belastung (führt im Allgemeinen zu einer
äußeren Verletzung)
10,1
64 Unkoordinierte, unangebrachte, unpassende Bewegungen
7,5
63 Von einem Gegenstand oder durch seinen Schwung erfasst, mitgeschleppt werden
2,0
70 Bewegungen des Körpers unter oder mit körperlicher Belastung (führt im Allgemeinen zu
einer inneren Verletzung)
4,0
75 Beim ungeschickten Gehen, Umknicken, Ausgleiten, ohne zu stürzen
2,6
20 Abweichung ausgelöst durch Überlaufen, Umkippen, Auslaufen, Überfließen,
Verdampfen, Emission
3,7
Übrige
4,6
Das abweichende Ereignis, das am häufigsten zu einem Unfall führt, ist der
„vollständige oder partielle Verlust der Kontrolle über Maschine, Transportmittel,
Fördermittel, Handwerkzeug, Gegenstand“ (50,5%).

Seite 44 von 76
Gegenstand der Abweichung
Der wichtigste Gegenstand, der mit dem vom normalen Ablauf abweichenden Ereignis
zusammenhängt.
Bezeichnung
%
14 Stoffe, Gegenstände, Erzeugnisse, Bestandteile von Maschinen, Trümmer, Stäube
36,0
1403 Werkstücke oder Teile davon, Werkzeuge von Maschinen (einschließlich der Teile und
Splitter, die von diesen Gegenständen herrühren)
13,1
1402 Bauteile, Bestandteile von Maschinen, Fahrzeugen: Fahrgestell, Wanne, Kurbel, Rad usw.
8,9
1405 Partikel, Stäube, Späne, Stücke, Spritzer, Splitter und andere Bruchstücke
6,7
1401 Baustoffe - alle Größen: Fertigteile, Schalungen, Träger, Ziegel, Mauer-, Dachziegel usw.
3,6
06 Handgeführte nicht kraftbetriebene Werkzeuge
14,6
0605 Handgeführte nicht kraftbetriebene Werkzeuge – zum Bohren, Drehen, Schraube
5,9
06050100 Schraubenschlüssel
4,3
0606 Handgeführte nicht kraftbetriebene Werkzeuge – zum Nageln, Nieten, Heften
3,1
06060100 Hämmer, Steinschlägel, Steinspalthämmer
3,1
01 Gebäude, bauliche Anlagen, Flächen - zu ebener Erde (innen oder außen, ortsfest oder –
veränderlich)
9,9
0102 Flächen oder Verkehrsbereiche zu ebener Erde: Böden (innen oder außen,
landwirtschaftlich Gelände, Sportgelände, rutschige Böden, Böden mit Hindernissen, Bretter mit
Nägel)
8,8
02 Gebäude, bauliche Anlagen, Flächen - in der Höhe (innen oder außen)
7,2
0203 Bauliche Anlagen, Flächen, ortsveränderlich, in der Höhe (einschließlich Gerüsten,
Leitern, Gondeln, Hebebühnen)
2,9
0201 Teile einer baulichen Anlage, ortsfest, in der Höhe (Dächern, Terrassen, Öffnungen,
Treppen, Plattformen)
2,9
11 Förder-, Transport- und Lagereinrichtungen
6,9
10 Ortsfeste Maschinen und Ausrüstungen
6,0
07 Gehaltene oder handgeführte kraftbetriebene Werkzeuge
4,9
12 Landfahrzeuge
4,8
1202 Leichtfahrzeuge: Lasten oder Personen
3,1
Übrige
9,7
Die wichtigsten Gegenstände, die mit dem vom normalen Ablauf abweichenden
Ereignis zusammenhängen, sind „Stoffe, Gegenstände, Erzeugnisse, Bestandteile von
Maschinen, Trümmer, Stäube“ (36,0%) und „handgeführte nicht kraftbetriebene
Werkzeuge“ (14,6%).

Seite 45 von 76
Kontakt
Der Kontakt, durch den das Opfer verletzt wurde.
Bezeichnung
%
50 Kontakt mit scharfem, spitzem, hartem, rauem Gegenstand
36,7
53 Kontakt mit hartem oder rauem Gegenstand
16,9
51 Kontakt mit scharfem Gegenstand (Messer, Klinge)
10,4
50 Kontakt mit scharfem, spitzem, hartem, rauem Gegenstand - ohne nähere Angabe
5,0
52 Kontakt mit spitzem Gegenstand (Nagel, Werkzeug)
3,7
40 Getroffen werden von einem/Zusammenstoßen mit einem sich bewegenden Gegenstand
25,8
41 Getroffen werden von einem weggeschleuderten Gegenstand
9,8
42 Getroffen werden von einem herunterfallenden Gegenstand
9,2
45 Zusammenstoßen mit einem Gegenstand, auch Fahrzeug - Zusammenstoßen mit einer
Person (das Opfer ist in Bewegung)
2,0
40 Getroffen werden von einem/Zusammenstoßen mit einem sich bewegenden Gegenstand –
ohne nähere Angabe
2,0
44 Getroffen werden von einem sich drehenden, sich bewegenden, sich verschiebenden
Gegenstand (auch Fahrzeug)
1,8
60 (Ein)geklemmt, (ein)gequetscht, zerquetscht werden usw.
14,6
63 (Ein)geklemmt, (ein)gequetscht, zerquetscht werden zwischen
6,6
61 (Ein)geklemmt, (ein)gequetscht, zerquetscht werden in
5,2
30 Vertikales oder horizontales Aufprallen auf oder gegen einen ortsfesten Gegenstand (das
Opfer bewegt sich)
11,8
31 Vertikale Bewegung, Aufprallen auf (als Folge eines Absturzes)
5,6
32 Horizontale Bewegung, Prallen gegen etwas
5,0
70 Akute körperliche Überlastung, akute seelische Überlastung
5,3
71 Körperliche Überlastung – Bewegungsapparat
4,9
10 Kontakt mit elektrischem Strom, Temperaturen, gefährlichen Stoffen
4,3
13 Kontakt mit offenem Feuer oder heißen oder brennenden Gegenständen oder einer solchen
Umgebung
2,3
Übrige
1,5
Der häufigste Kontakt, durch den das Opfer verletzt wurde, ist der „Kontakt mit
scharfem, spitzem, hartem, rauem Gegenstand“ (36,7%), gefolgt von „Getroffen werden
von einem/Zusammenstoßen mit einem sich bewegenden Gegenstand“ (25,8%).

Seite 46 von 76
Art der Verletzung
Bezeichnung
%
4 Zerreißung
35,3
41 oberflächliche Verletzung, offene Verletzung des Haut-/Unterhautgewebes ohne wesentliche
Beteiligung des Gefäss-Nerven-Bündels, der Muskeln, Sehnen, Gelenke und Organe:
oberflächliche Biss-, Defekt-, Platz-, Riss-, Schnitt-, Stich- und Quetschwunden;
Abschürfung, Ablederung (ohne Beteiligung des Unterhautgewebes), Skalpierung, Skelettierung,
Aushülsung (mit Beteiligung des Unterhautgewebes, Avulsion)
19,1
46 Eindringen von Fremdkörpern
8,9
40 Zerreißung ohne nähere Angabe
2,3
43 teilweise Zerreißung [teilweise Ruptur]:Teildurch- oder -abtrennung; teilweise (subtotale)
Amputation teilweise Sprengung (auch Tossy I)
1,5
42 Eröffnung von Gelenken, Körperhöhlen: Pfählungsverletzungen, Perforation (Durchspießung),
offene Luxation, tiefe Stich-, Schnitt- und Rissverletzungen
1,3
44 vollständige Zerreißung (totale Ruptur):
Durchtrennung; Abriss, Ausriss (auch knöcherner Ausriss), Ablösung; Reruptur (erneuter Riss);
vollständige Sprengung (auch Tossy II + III)
1,1
5 Geschlossene Fraktur
9,8
50 Geschlossene Fraktur ohne nähere Angabe
7,2
52 Querfraktur, Schrägfraktur, Drehfraktur (Torsionsfraktur), Spiralfraktur, Biegungskeil
0,9
2 (Dis-)Torsion
9,0
20 (Ver-)Drehung, Verrenkung; (Ver-)Zerrung, (Über-)Dehnung, Zugschädigung; (Ver-)
Stauchung; Schleuderung
9,0
1 Geschlossene, blutige Verletzung mit bleibender Substanzschädigung
8,6
10 alle Formen der Quetschung (Contusionen), außer Decollement
8,3
0 Geschlossene, voll rückbildungsfähige Verletzung
8,0
00 alle Formen der Erschütterung (Commotionen), alle Oberflächenprellungen
8,0
7 Verbrennung, Verbrühung, Verätzung, Verstrahlung, Unterkühlung, Erfrierung,
Elektrizitätseinwirkung
3,2
71 Verbrennung, Verbrühung 1. und 2. Grades
1,3
6 Offene Fraktur
2,2
60 Offene Fraktur ohne nähere Angabe
1,6
Übrige
26,4
Die häufigste Art der Verletzung ist die „Zerreißung“ (35,3%).

Seite 47 von 76
Verletzter Körperteil
Bezeichnung
%
6 Hand
36,0
63 Zeigefinger (2. Finger)
8,7
62 Daumen (1. Finger)
6,0
64 3. Finger
5,7
60 Gesamte Hand
3,9
61 Mittelhand
3,4
65 4. Finger
2,8
66 5. Finger
2,6
67 mehrere Finger
2,6
0 Gesamter Mensch, Kopf
15,0
05 Augen, Augenhöhle (Orbita), Augenregion, Jochbein (Os zygomaticum)
8,2
02 Kopf, Schädel (Cranium), Hirnhäute (Meningen), Hirnsubstanz (Cerebrum)
3,2
9 Knöchel, Fuß
8,3
91 Oberes Sprunggelenk (Fußgelenk, Articulatio talocruralis), Knöchel (Malleolen), Bänder
4,6
90 Gesamter Fuß, Fußweichteile
1,9
8 Kniegelenk (außer Kniescheibe), Unterschenkel
6,0
81 Kniegelenk (außer Kniescheibe), Meniskus, Bandapparat, Gelenkkapsel, Kniekehle
3,8
80 Gesamter Unterschenkel
1,7
5 Unterarm, Handgelenk, Handwurzel
4,7
50 Gesamter Unterarm
2,2
4 Schulter, Oberarm, Ellenbogen
2,8
2 Brustkorb, Schultergürtel, Rücken, Flanke, Brustorgane
1,9
1 Hals, Wirbelsäule, Arm- und Beinnervengeflecht
1,7
Übrige
23,6
In mehr als einem Drittel der Arbeitsunfälle bei Maschinenmechanikern und –schlossern
wird eine „Hand“ verletzt. Das betrifft ca. 1370 Arbeitsunfälle pro Jahr.
Zusammenfassend lässt sich zu den Arbeitsunfällen bei Maschinenmechanikern und -
schlossern feststellen:
21,4 % ereignen sich in der Wirtschaftsklasse Kfz-Handel, Instandhaltung und
Reparatur von Kfz, Tankstellen.
42,8% ereignen sich in Betrieben bis 49 Beschäftigte.
28,9 % entfallen auf Berufseinsteiger (18 bis unter 25 Jahre - das liegt deutlich
über dem Anteil dieser Altersgruppe an den Arbeitsunfällen der
Gesamtpopulation (18,8%). Berufserfahrung erscheint also für das
Arbeitsunfallgeschehen bedeutsam.
46,2% ereignen sich bei der Arbeit mit Handwerkzeugen.
36% der Verletzungen betreffen die Hand, 8,3% den Knöchel oder Fuß.

Seite 48 von 76
5.3 Köche
Auch diese Tätigkeit (Codierung 5122) ist von den Veränderungen bei den Codierungen
der Tätigkeiten nicht betroffen, weshalb die folgenden Analysen auf dem Zeitraum 2005
bis 2007 beruhen. Das Betrachtungsfeld der Analysen sind 51187 Arbeitsunfälle
innerhalb dieses Zeitraumes in Deutschland.
Wirtschaftsgruppe
Die Tätigkeiten wurden in folgenden Wirtschaftsgruppen ausgeführt:
Wirtschaftsgruppe %
21 Gastgewerbe
76,3
28 Gesundheit, Veterinär- und Sozialwesen
8,5
27 Erziehung und Unterricht
5,6
4 Ernährungsgewerbe
3,0
29 Interessenvertretungen, Vereinigungen, Kultur, Sport und Unterhaltung
1,5
20 Groß- und Einzelhandel (ohne Kfz, Tankstellen)
1,4
Übrige
3,7
Die Mehrheit ist im „Gastgewerbe“ (72,9%) tätig.
Betriebsgrößenklassen
Die Unfälle haben folgende Betriebsgrößenklassenverteilung:
Betriebsgrößenklasse
%
2 (1-9 Beschäftigte)
41,6
3 (10-49 Beschäftigte)
26,8
4 (50-249 Beschäftigte)
15,6
6 (ab 500 Beschäftigte)
6,2
5 (250-499 Beschäftigte)
4,9
9 (Unbekannt)
3,7
1 keine Beschäftigten)
1,2
In Kleinst- (41,6%), Klein- (26,8%) und Mittleren Unternehmen (15,6%) ereignen sich
am häufigsten Arbeitsunfälle.
Alter, Azubis
Die Unfälle haben folgende Altersverteilung:
Alter in Jahren
%
davon Azubis (%-Punkte)
alle Tätigk. %
unter 18
4,8
2,2
2,4
18 bis unter 25
38,7
10,4
18,8
25 bis unter 35
22,8
0,9
18,0
35 bis unter 45
16,5
0,2
22,6
45 bis unter 55
12,0
0,06
22,5
55 bis unter 65
4,5
0
11,2
ab 65
0,7
0,06
4,6

Seite 49 von 76
In der dritten Spalte werden die auf Azubis entfallenden Prozentpunkte je Altersgruppe
angegeben. Bei den Jugendlichen (Alter unter 18 Jahre) entfallen etwa 2 von 4
Arbeitsunfällen auf Azubis.
In der letzten Spalte wird die Altersverteilung der Arbeitsunfälle insgesamt zu
Vergleichzwecken dargestellt. Es sind deutliche Abweichungen erkennbar.
Sie stehen damit im Gegensatz zu den Maurern/Betonsteinmetzen und den
Maschinenmechanikern/-schlossern, bei denen die Analyse nur geringfügige
Abweichungen erkennen ließ.
An dieser Stelle sei ausdrücklich betont, dass in der Tätigkeitsgruppe der Köche 38,7%
der Arbeitsunfälle auf Berufseinsteiger (18 bis 25 Jahre) entfallen. Gegenüber der
Gesamtheit aller Tätigkeiten (18,8%) ist dies deutlich erhöht. Hingegen ist in den vier
Altersgruppen ab 35 Jahre der Anteil an Arbeitsunfällen im Vergleich zu „alle
Tätigkeiten“ wesentlich geringer.
Arbeitsumgebung
Arbeitsort, Standort, Arbeitsraum, wo sich das Unfallopfer unmittelbar vor dem Unfall
aufhielt bzw. wo es arbeitete.
Bezeichnung
%
040 Bereich für Dienstleistungstätigkeiten, Büro, Unterhaltungseinrichtung, Verschiedenes
86,7
044 Restaurant, Freizeiteinrichtung, Beherbergungsbetrieb einschließlich Museum, Theater,
Messe u.Ä.
79,9
042 Bildungseinrichtung, Schule, Gymnasium, Universität, Kinderkrippe, Kinderhort
2,4
043 Verkaufsstelle jeglicher Größe einschließlich Straßenverkauf
0,8
010 Industrieller, gewerblicher Bereich
5,0
0
11 Produktionsbereich, Fabrik, Werkstatt
4,2
050 Einrichtung des Gesundheitswesens, Pflegeeinrichtungen
4,9
051 Einrichtung des Gesundheitswesens, Klinik, Krankenhaus, Pflegeheim
4,3
060 Öffentlicher Bereich
2,4
061 Ständig der Öffentlichkeit zugänglicher Bereich - Zufahrt, Straße, Abstellfläche, Wartesaal
Bahnhof, Flughafen u.Ä.
1,6
Übrige
1,0
Die Mehrheit der Unfälle ereignet sich im „Bereich für Dienstleistungstätigkeiten, Büro,
Unterhaltungseinrichtung, Verschiedenes“ (86,7%).

Seite 50 von 76
Spezifische Tätigkeit
Die Tätigkeit, die vom Opfer unmittelbar vor dem Unfall ausgeübt wurde.
Bezeichnung
%
20 Arbeit mit Handwerkzeugen
44,1
20 Arbeit mit Handwerkzeugen - ohne nähere Angabe
11,7
21 Arbeiten mit manuellen (nicht kraftbetriebenen) Handwerkzeugen
31,8
40 Manuelle Handhabung von Gegenständen
24,7
41 In die Hand nehmen, ergreifen, erfassen, mit der Hand halten, absetzen - in der Horizontalen
16,6
46 Ausgießen, Einfüllen, Auffüllen, Begießen, Entleeren, Ausschöpfen
2,8
60 Bewegung
17,2
61 Gehen, Laufen, Hinaufsteigen, Hinabsteigen usw.
16,2
50 Transport von Hand
5,9
53 Transportieren [Tragen] einer Last durch eine Person
3,7
10 Bedienung einer Maschine
5,6
11 Ingangsetzen, Stillsetzen der Maschine
3,9
Übrige
2,5
Die „Arbeit mit Handwerkzeugen“ (44,1%) und die „manuelle Handhabung von
Gegenständen“ (24,7%) sind die spezifischen Tätigkeiten mit der größten Häufigkeit.

Seite 51 von 76
Abweichung
Das letzte vom normalen Ablauf abweichende Ereignis, das zum Unfall führte.
Bezeichnung
%
40 Vollständiger oder partieller Verlust der Kontrolle über Maschine, Transportmittel,
Fördermittel, Handwerkzeug, Gegenstand
49,7
43 Vollständiger oder partieller Verlust der Kontrolle über handgeführtes Werkzeug
(kraftbetrieben oder nicht) und über das
Werkstück
33,4
44 Vollständiger oder partieller Verlust der Kontrolle über einen )getragenen, bewegten,
gehandhabten usw.) Gegenstand
8,6
41 Vollständiger oder partieller Verlust der Kontrolle über Maschine (einschließlich
unbeabsichtigtes Starten) oder über das Material, das mit der Maschine bearbeitet wird
5,3
42 Vollständiger oder partieller Verlust der Kontrolle über Transportmittel, Fördermittel
(kraftbetrieben oder nicht)
2,2
20 Abweichung ausgelöst durch Überlaufen, Umkippen, Auslaufen, Überfließen,
Verdampfen, Emission
13,0
22 Flüssiger Stoff - Auslaufen, Durchsickern, Überfließen, Spritzen, Besprühen
11,4
50 Ausgleiten oder Stolpern mit Sturz – Sturz oder Absturz von Personen
12,9
52 Ausgleiten oder Stolpern mit Sturz, Sturz einer Person
9,4
51 Absturz einer Person
3.3
60 Bewegungen des Körpers ohne körperliche Belastung (führt im Allgemeinen zu einer
äußeren Verletzung)
12,3
64 Unkoordinierte, unangebrachte, unpassende Bewegungen
10,6
30 Reißen, Brechen, Bersten, Rutschen, Fallen, Zusammenstürzen von Gegenständen
5,8
33 Abrutschen, Fallen, Zusammenstürzen von Gegenständen (die von oben auf das Opfer
Fallen)
3,1
32 Brechen, Bersten von Material, das Splittern verursacht (Holz, Glas, Metall, Stein,
Kunststoff usw.)
2,1
70 Bewegungen des Körpers unter oder mit körperlicher Belastung (führt im Allgemeinen
zu einer inneren Verletzung)
4,2
75 Beim ungeschickten Gehen, Umknicken, Ausgleiten, ohne zu stürzen
2,9
Übrige
2,1
„Vollständiger oder partieller Verlust der Kontrolle über Maschine, Transportmittel,
Fördermittel, Handwerkzeug, Gegenstand“ (49%) besitzt die größte Häufigkeit bei der
Betrachtung des vom normalen Ablauf abweichenden Ereignisses, welches zu einem
Arbeitsunfall führte.

Seite 52 von 76
Gegenstand der Abweichung
Der wichtigste Gegenstand, der mit dem vom normalen Ablauf abweichenden Ereignis
zusammenhängt.
Bezeichnung
%
06 Handgeführte nicht kraftbetriebene Werkzeuge
39,9
0602 Handgeführte nicht kraftbetriebene Werkzeuge – zum Schneiden, Trennen
(einschließlich Scheren, Baumscheren)
37,9
06020200 Messer, Kochmesser, Cutter
37,4
15 Chemische, explosionsgefährliche, radioaktive, biologische Stoffe
13,1
1507 Biologische Stoffe
7,4
1508 Stoffe ohne spezifische Gefahr (Wasser, inerte Stoffe)
3,0
01 Gebäude, bauliche Anlagen, Flächen - zu ebener Erde (innen oder außen, ortsfest oder
–veränderlich)
11,5
0102 Flächen oder Verkehrsbereiche zu ebener Erde: Böden (innen oder außen,
landwirtschaftliche Gelände, Sportgelände, rutschige Böden, Böden mit Hindernissen, Bretter
mit Nägeln)
9,8
10 Ortsfeste Maschinen und Ausrüstungen ohne nähere Angaben
8,5
1012 Werkzeugmaschinen - zum Schneiden, Spalten, Besäumen (einschließlich
Stanzpressen, Schneidemaschinen, Aktenvernichter, Brennschneider)
3,5
1004 Maschinen zur Materialverarbeitung – thermische Verfahren (Öfen, Trockner,
Trockenöfen)
2,8
17 Büroeinrichtungen, persönliche Ausrüstungen, Sportausrüstungen, Waffen,
Haushaltsgeräte
8,5
1708 Haushaltsgeräte, -werkzeuge, -gegenstände, -wäsche (zum gewerblichen Gebrauch)
Sonstige bekannte Büroeinrichtungen, persönl.
8,0
02 Gebäude, bauliche Anlagen, Flächen - in der Höhe [innen oder außen]
5,4
0201 Teile einer baulichen Anlage, ortsfest, in der Höhe (Dächern, Terrassen, Öffnungen,
Treppen, Plattformen)
4,6
11 Förder-, Transport- und Lagereinrichtungen
4,3
1109 Verschiedene Verpackungen, klein und mittelgroß, ortsveränderlich (Förderkörbe,
diverse Behälter, Flaschen, Kartons, Feuerlöscher usw.)
2,6
14 Stoffe, Gegenstände, Erzeugnisse, Bestandteile von Maschinen, Trümmer, Stäube
3,4
1405 Partikel, Stäube, Späne, Stücke, Spritzer, Splitter und andere Bruchstücke
2,0
Übrige
5,4
„Handgeführte nicht kraftbetriebene Werkzeuge“ (39,9%) sind am häufigsten als
wichtigster Gegenstand aufgeführt, der mit dem vom normalen Ablauf abweichenden
Ereignis zusammenhängt.

Seite 53 von 76
Kontakt
Der Kontakt, durch den das Opfer verletzt wurde.
Bezeichnung
%
50 Kontakt mit scharfem, spitzem, hartem, rauem Gegenstand
52,9
51 Kontakt mit scharfem Gegenstand (Messer, Klinge)
50,6
10 Kontakt mit elektrischem Strom, Temperaturen, gefährlichen Stoffen
17,7
13 Kontakt mit offenem Feuer oder heißen oder brennenden Gegenständen oder einer
solcher Umgebung
9,8
16 Kontakt mit gefährlichen Stoffen – über oder durch Haut und Augen
7,2
30 Vertikales oder horizontales Aufprallen auf oder gegen einen ortsfesten Gegenstand
(das Opfer bewegt sich)
16,0
31 Vertikale Bewegung, Aufprallen auf (als Folge eines Absturzes)
11,6
32 Horizontale Bewegung, Prallen gegen etwas
3,5
40 Getroffen werden von einem-Zusammenstoßen mit einem sich bewegenden
Gegenstand
6,1
42 Getroffen werden von einem herunterfallenden Gegenstand
3,1
41 Getroffen werden von einem weggeschleuderten Gegenstand
1,2
70 Akute körperliche Überlastung, akute seelische Überlastung
4,0
71 Körperliche Überlastung – Bewegungsapparat
4,0
60 (Ein)geklemmt, (ein)gequetscht, zerquetscht werden usw.
2,3
61 (Ein)geklemmt, (ein)gequetscht, zerquetscht werden in
1,5
Übrige
1,0
Auffällig ist bei der Analyse die hohe Relevanz bei der Entstehung von Arbeitsunfällen
im Umgang mit „scharfen Gegenständen (Messer, Klinge)“ (50,6%).

Seite 54 von 76
Art der Verletzung
Bezeichnung
%
4 Zerreißung
57,0
41 oberflächliche Verletzung, offene Verletzung des Haut-,/Unterhautgewebes ohne
wesentliche Beteiligung der Gefäße, Nerven, Muskeln, Sehnen, Gelenke, Organe
49,8
42 Eröffnung von Gelenken, Körperhöhlen: Pfählungsverletzung, Perforation (Durchspießung),
offene Luxation, tiefe Stich-, Schnitt- und Rissverletzungen
2,3
44 vollständige Zerreißung (totale Ruptur): Durchtrennung; Abriss, Ausriss (auch knöcherner
Ausriss), Ablösung; Reruptur (erneuter Riss); vollständige Sprengung (auch Tossy II + III)
1,7
7 Verbrennung, Verbrühung, Verätzung, Verstrahlung, Unterkühlung, Erfrierung,
Elektrizitätseinwirkung
18,4
71 Verbrennung, Verbrühung 1_ und 2_ Grades
14,4
70 Verbrennung, Verbrühung ohne nähere Angabe
2,3
0 Geschlossene, voll rückbildungsfähige Verletzung
9,5
0 alle Formen der Erschütterung (Commotionen), alle Oberflächenprellungen
9,5
2 (Dis-)Torsion
6,8
20 (Ver-)Drehung, Verrenkung; (Ver-)Zerrung, (Über-)Dehnung, Zugschädigung; (Ver-)
Stauchung; Schleuderung
6,8
5 Geschlossene Fraktur
3,9
50 Geschlossene Fraktur ohne nähere Angabe
3,0
1 Geschlossene, blutige Verletzung mit bleibender Substanzschädigung
2,9
10 alle Formen der Quetschung (Contusionen), außer Decollement
2,7
Übrige
1,5
Am häufigsten kommt es durch den Kontakt zu einer Form der „Zerreißung“ (57,0%).

Seite 55 von 76
Verletzter Körperteil
Bezeichnung
%
6 Hand
65,5
63 Zeigefinger (2. Finger)
16,3
62 Daumen (1. Finger)
16,2
60 Gesamte Hand
11,8
64 3. Finger
7,8
67 mehrere Finger
4,2
65 4. Finger
4,0
66 5. Finger
3,4
61 Mittelhand
1,7
9 Knöchel, Fuß
9,1
91 Oberes Sprunggelenk (Fußgelenk, Articulatio talocruralis), Knöchel (Malleolen), Bänder
4,0
90 Gesamter Fuß, Fußweichteile
3,7
5 Unterarm, Handgelenk, Handwurzel
7,9
50 Gesamter Unterarm
4,8
56 Handgelenknahe Unterarmknochen: Ellenköpfchen (Caput ulnae), körperfernes
Vorderarmdrehgelenk (Radio-Ulnargelenk, distal)
2,6
0 Gesamter Mensch, Kopf
4,9
8 Kniegelenk (außer Kniescheibe), Unterschenkel
4,6
81 Kniegelenk (außer Kniescheibe), Meniskus, Bandapparat, Gelenkkapsel, Kniekehle
3,5
4 Schulter, Oberarm, Ellenbogen
2,1
2 Brustkorb, Schultergürtel, Rücken, Flanke, Brustorgane
2,0
Übrige
3.9
Deutlich erkennbar ist die dominierende Rolle der Verletzungen im Handsystem
(65,5%).
Zusammenfassend lässt sich zu den Arbeitsunfällen bei den Köchen feststellen:
41,6 % ereignen sich in Betrieben bis 9 Beschäftigte.
38,8 % entfallen auf Berufseinsteiger (18 bis unter 25 Jahre – das liegt mehr als
doppelt so hoch wie der Anteil dieser Altersgruppe an den Arbeitsunfällen der
Gesamtpopulation (18,8%). Berufserfahrung erscheint also für das
Arbeitsunfallgeschehen sehr bedeutsam.
44,1 % betreffen die Arbeit mit Handwerkzeugen.
50,6 % ereignen sich durch Kontakt mit einem scharfen Gegenstand (Messer,
Klinge).
65,5 % der Verletzungen betreffen die Hand, davon 16,3 Prozentpunkte den
Zeigefinger, 16,2 Prozentpunkte den Daumen.
Die beiden letzten Feststellungen implizieren die Hypothese, dass bei den Köchen
Defizite bei der persönlichen Schutzausrüstung – hier speziell der Schutzhandschuhe –
bestehen.

Seite 56 von 76
5.4 Fahrer schwerer Lastkraftwagen über 3,5 t
Diese Tätigkeit (Codierung 8324) ist von den Veränderungen bei den Codierungen der
Tätigkeiten nicht betroffen, weshalb die folgenden Analysen auf dem Zeitraum 2005 bis
2007 beruhen. Das Betrachtungsfeld der Analysen sind 5021 Arbeitsunfälle innerhalb
dieses Zeitraumes in Deutschland.
Wirtschaftsgruppe
Die Tätigkeiten wurden in folgenden Wirtschaftsgruppen ausgeführt:
Wirtschaftsgruppe %
22 Landverkehr, Transport in Rohrfernleitungen
63,9
16 Recycling, Abwasser- und Abfallbeseitigung und sonstige Entsorgung
10,4
25 Erbringung von Dienstleistungen überwiegend für Unternehmen
6,5
04 Ernährungsgewerbe
2,9
18 Baugewerbe
2,4
Übrige
13,9
Der größte Anteil der LKW – Fahrer arbeitet in der Wirtschaftsgruppe „Landverkehr,
Transport in Rohrfernleitungen“ (63,9%).
Betriebsgrößenklassen
Die Unfälle haben folgende Betriebsgrößenklassenverteilung:
Betriebsgrößenklasse
%
3 (10-49 Beschäftigte)
45,4
4 (50-249 Beschäftigte)
26,5
2 (1-9 Beschäftigte)
20,6
5 (250-499 Beschäftigte)
4,1
6 (ab 500 Beschäftigte)
2,6
9 (Unbekannt)
0,6
1 keine Beschäftigten)
0,3
In Klein- (45,4%), Mittleren (26,5%) und Kleinstunternehmen (20,6%) ereignen sich am
häufigsten Arbeitsunfälle.
Alter, Azubis
Die Unfälle haben folgende Altersverteilung:
Alter in Jahren
%
davon Azubis (%-Punkte)
alle Tätigk. %
18 bis unter 25
2,9
0,0
18,8
25 bis unter 35
17,9
0,3
18,0
35 bis unter 45
37,5
0,3
22,6
45 bis unter 55
30,6
0,0
22,5
55 bis unter 65
11,1
0,0
11,2

Seite 57 von 76
In den Altersgruppen „35 bis unter 45“ und „45 bis unter 55“ ist der Anteil der
Arbeitsunfälle gegenüber dem Durchschnitt aller anderen Tätigkeiten deutlich erhöht.
Bei dieser Tätigkeitsgruppe ist zu beachten, dass es für das Erfüllen der
Ausübungsvoraussetzungen zwei Wege gibt. Der erste ist der Erwerb eines
Führerscheines der Klasse C bzw. C1 in einer autorisierten Fahrschule; der zweite ist
eine 3 jährige Ausbildung zum Berufskraftfahrer. Dies erklärt den äußerst geringen
Anteil der auf Azubis entfallenden Arbeitsunfälle.
Arbeitsumgebung
Arbeitsort, Standort, Arbeitsraum, wo sich das Unfallopfer unmittelbar vor dem Unfall
aufhielt bzw. wo es arbeitete.
Bezeichnung
%
010 Industrieller, gewerblicher Bereich
71,0
013 Bereich mit der Hauptfunktion Lagerung, Be- und Entladen
54,2
019 Sonstige bekannte Arbeitsumgebung dieser Gruppe
5,9
012 Wartungsbereich, Reparaturwerkstatt
5,2
011 Produktionsbereich, Fabrik, Werkstatt
3,9
060 Öffentlicher Bereich
20,7
061 Ständig der Öffentlichkeit zugänglicher Bereich – Zufahrt, Straße, Abstellfläche, Wartesaal
Bahnhof, Flughafen u. Ä.
16,5
062 Landtransportmittel Straße, Schiene - privat oder öffentlich – Zug, Bus, Pkw usw.
2,7
020 Baustelle, Bau, Steinbruch, Tagebau
4,8
022 Baustelle – Abriss, Renovierung, Wartung eines Gebäudes
2,7
Übrige
3,5
Der „industrielle, gewerbliche Bereich“ (71,0%) weist deutlich den größten Anteil an
Arbeitsunfällen auf. Teil dessen ist der „Bereich mit der Hauptfunktion Lagerung, Be-
und Entladen“, auf diesen entfällt mit 54,2% die Mehrheit aller Arbeitsunfälle.

Seite 58 von 76
Spezifische Tätigkeit
Die Tätigkeit, die vom Opfer unmittelbar vor dem Unfall ausgeübt wurde.
Bezeichnung
%
60 Bewegung
37,1
61 Gehen, Laufen, Hinaufsteigen, Hinabsteigen usw.
34,5
40 Manuelle Handhabung von Gegenständen
26,3
41 In die Hand nehmen, ergreifen, erfassen, mit der Hand halten, absetzen - in der Horizontalen
11,2
43 Befestigen an - auf, Aufhängen, Hochheben, Anbringen - in der Vertikalen
7,7
50 Transport von Hand
19,4
51 Transportieren eines Gegenstands in der Vertikalen: Hochheben, Anheben, Herablassen,
Absenken usw.
8,0
52 Transportieren eines Gegenstands in der Horizontalen: Ziehen, Schieben, Rollen usw.
6,9
30 Führen eines Transport- oder Fördermittels, Mitfahren auf einem Transportmittel
9,8
31 Führen eines kraftbetriebenen Transport- oder Fördermittels
6,7
20 Arbeit mit Handwerkzeugen
5,3
21 Arbeiten mit manuellen (nicht kraftbetriebenen) Handwerkzeugen
4,4
Übrige
2,1
Die „Bewegung“ (37,1%), die „Manuelle Handhabung von Gegenständen“ (26,3%) und
der „Transport von Hand“ (19,4%) sind die spezifischen Tätigkeiten, bei denen sich am
häufigsten Arbeitsunfälle ereignen, wobei auf „Gehen, Laufen, Hinaufsteigen,
Hinabsteigen usw.“, eine Untergruppe der „Bewegung“, der deutlich größte Anteil mit
34,5% entfällt.

Seite 59 von 76
Abweichung
Das letzte vom normalen Ablauf abweichende Ereignis, das zum Unfall führte.
Bezeichnung
%
50 Ausgleiten oder Stolpern mit Sturz - Sturz oder Absturz von Personen
30,9
52 Ausgleiten oder Stolpern mit Sturz, Sturz einer Person
19,2
51 Absturz einer Person
10,7
40 Vollständiger oder partieller Verlust der Kontrolle über Maschine, Transportmittel,
Fördermittel, Handwerkzeug, Gegenstände
23,5
44 Vollständiger oder partieller Verlust der Kontrolle über einen (getragenen, bewegten,
gehandhabten usw.) Gegenstand
11,6
42 Vollständiger oder partieller Verlust der Kontrolle über Transportmittel, Fördermittel
(kraftbetrieben oder nicht)
9,5
70 Bewegungen des Körpers unter oder mit körperlicher Belastung (führt im Allgemeinen zu
einer inneren Verletzung)
21,3
75 Beim ungeschickten Gehen, Umknicken, Ausgleiten, ohne zu stürzen
12,7
72 Beim Schieben, Ziehen
4,4
60 Bewegungen des Körpers ohne körperliche Belastung (führt im Allgemeinen zu einer
äußeren Verletzung)
11,5
64 Unkoordinierte, unangebrachte, unpassende Bewegungen
7,7
30 Reißen, Brechen, Bersten, Rutschen, Fallen, Zusammenstürzen von Gegenständen
11,2
33 Abrutschen, Fallen, Zusammenstürzen von Gegenständen (die von oben auf das Opfer
fallen)
4,3
Übrige
1,7
„Ausgleiten oder Stolpern mit Sturz - Sturz oder Absturz von Personen“ (30,9%),
„Vollständiger oder partieller Verlust der Kontrolle über Maschine“ (23,5%),
„Transportmittel, Fördermittel, Handwerkzeug, Gegenstände und Bewegungen des
Körpers unter oder mit körperlicher Belastung (führt im Allgemeinen zu einer inneren
Verletzung)“ (21,3%) sind die am häufigsten auftretenden Ereignisse, die vom normalen
Ablauf abweichen, und somit zu einem Arbeitsunfall führen.
„Ausgleiten oder Stolpern mit Sturz, Sturz einer Person“, eine Untergruppe von
„Ausgleiten oder Stolpern mit Sturz - Sturz oder Absturz von Personen“ hat dabei mit
19,2% den größten Anteil.
Wichtig erscheint weiterhin, dass 10,7% auf „Absturz einer Person“ entfallen. Abstürze
führen zu schweren Verletzungen und sind dadurch von höchster Relevanz.

Seite 60 von 76
Gegenstand der Abweichung
Der wichtigste Gegenstand, der mit dem vom normalen Ablauf abweichenden Ereignis
zusammenhängt.
Bezeichnung
%
12 Landfahrzeuge
31,7
1201 Schwerfahrzeuge - Lkws, Omnibusse (Personentransport)
29,3
12010100 Lastkraftwagen mit Anhänger mit Anhänger bzw. Sattelanhänger (Gütertransport)
26,2
14 Stoffe, Gegenstände, Erzeugnisse, Bestandteile von Maschinen, Trümmer, Stäube
19,2
1412 Lasten, von Hand bewegt
7,9
1402 Bauteile, Bestandteile von Maschinen, Fahrzeugen: Fahrgestell, Wanne, Kurbel, Rad usw.
7,0
11 Förder-, Transport- und Lagereinrichtungen
16,2
1104 Flurfördermittel, Materialtransportwagen (motorisiert oder nicht motorisiert) – Schubkarren,
Gabelhubwagen usw.
4,5
11040104 Handgabelhubwagen
2,1
1108 Lagerzubehör, Regalsysteme, Palettenregale, Paletten
3,8
11080200 Paletten
3,0
1107 Einrichtung zur Lagerung, Verpackung, Container – ortsveränderlich
2,9
11070100 Container, Kübel
2,6
01 Gebäude, bauliche Anlagen, Flächen - zu ebener Erde (innen oder außen, ortsfest oder –
veränderlich)
15,5
0102 Flächen oder Verkehrsbereiche zu ebener Erde: Böden (innen oder außen,
landwirtschaftliches Gelände, Sportgelände, rutschige Böden, Böden mit Hindernissen, Bretter
mit Nägeln)
14,6
01020106 Sonstige Gegebenheiten des Bodens (Löcher, Bordsteine, Steinstufen usw.)
7,3
01020102 Rutschige Böden (infolge von Regen, Schnee, Glatteis auf Boden usw.)
4,1
02 Gebäude, bauliche Anlagen, Flächen - in der Höhe (innen oder außen)
7,8
0201 Teile einer baulichen Anlage, ortsfest, in der Höhe (Dächern, Terrassen, Öffnungen,
Treppen, Plattformen)
4,5
02010100 Treppen
2,4
0203 Bauliche Anlagen, Flächen, ortsveränderlich, in der Höhe (einschließlich Gerüsten,
Leitern, Gondeln, Hebebühnen)
2,8
02030100 Leitern, Trittleitern
2,5
Übrige
9,5
Die Gegenstandsgruppe mit der größten Häufigkeit ist die der „Landfahrzeuge“ (31,7%),
allein 29,3% aller entfallen dabei auf „Schwerfahrzeuge – Lkws, Omnibusse
(Personentransport)“.

Seite 61 von 76
Kontakt
Der Kontakt, durch den das Opfer verletzt wurde.
Bezeichnung
%
30 Vertikales oder horizontales Aufprallen auf oder gegen einen ortsfesten Gegenstand (das
Opfer bewegt sich)
33,4
31 Vertikale Bewegung, Aufprallen auf (als Folge eines Absturzes)
23,1
32 Horizontale Bewegung, Prallen gegen etwas
9,0
40 Getroffen werden von einem/Zusammenstoßen mit einem sich bewegenden Gegenstand
23,2
42 Getroffen werden von einem herunterfallenden Gegenstand
8,2
41 Getroffen werden von einem weggeschleuderten Gegenstand
4,8
45 Zusammenstoßen mit einem Gegenstand, auch Fahrzeug - Zusammenstoßen mit einer
Person (das Opfer ist in Bewegung)
4,7
44 Getroffen werden von einem sich drehenden, sich bewegenden, sich verschiebenden
Gegenstand (auch Fahrzeug)
4,3
70 Akute körperliche Überlastung, akute seelische Überlastung
20,4
71 Körperliche Überlastung – Bewegungsapparat
20,1
50 Kontakt mit scharfem, spitzem, hartem, rauem Gegenstand
13,2
53 Kontakt mit hartem oder rauem Gegenstand
10,5
60 (Ein)geklemmt, (ein)gequetscht, zerquetscht werden usw.
7,9
63 (Ein)geklemmt, (ein)gequetscht, zerquetscht werden zwischen
5,8
Übrige
2,0
Der Kontakt mit dem größten Anteil ist „Vertikales oder horizontales Aufprallen auf oder
gegen einen ortsfesten Gegenstand (das Opfer bewegt sich)“ mit 33,4%.
Bei der Betrachtung der Untergruppen weisen „Vertikale Bewegung, Aufprallen auf (als
Folge eines Absturzes)“ (23,1%) und „Körperliche Überlastung – Bewegungsapparat“
(20,1%) die größten Häufigkeiten auf.

Seite 62 von 76
Art der Verletzung
Bezeichnung
%
2 (Dis-)Torsion
24,7
20 (Ver-)Drehung, Verrenkung; (Ver-)Zerrung, (Über-)Dehnung, Zugschädigung;
(Ver-)Stauchung; Schleuderung
24,7
0 Geschlossene, voll rückbildungsfähige Verletzung
20,8
0 alle Formen der Erschütterung (Commotionen), alle Oberflächenprellungen
20,8
1 Geschlossene, blutige Verletzung mit bleibender Substanzschädigung
16,6
10 alle Formen der Quetschung (Contusionen), außer Decollement
16,3
4 Zerreißung
16,2
41 oberflächliche Verletzung, offene Verletzung des Haut-, Unterhautgewebes ohne
wesentliche Beteiligung der Gefäße, Nerven, Muskeln, Sehnen, Gelenke und Organe
10,3
43 teilweise Zerreißung (teilweise Ruptur):Teildurch- oder - abtrennung; teilweise (subtotale)
Amputation; teilweise Sprengung (auch Tossy I)
2,9
5 Geschlossene Fraktur
16,2
50 Geschlossene Fraktur ohne nähere Angabe
12,3
Übrige
5,4
Die Arten der Verletzung sind, hinsichtlich ihrer auftretenden Häufigkeiten, vielfältig.
Den größten Anteil nimmt jedoch die „(Dis-)Torsion“ mit 24,7% ein.

Seite 63 von 76
Verletzter Körperteil
Bezeichnung
%
9 Knöchel, Fuß
23,0
91 Oberes Sprunggelenk (Fußgelenk, Articulatio talocruralis), Knöchel (Malleolen), Bänder
16,0
90 Gesamter Fuß, Fußweichteile
3,1
8 Kniegelenk (außer Kniescheibe), Unterschenkel
14,0
81 Kniegelenk (außer Kniescheibe), Meniskus, Bandapparat, Gelenkkapsel, Kniekehle
6,4
80 Gesamter Unterschenkel
6,1
6 Hand
14,0
63 Zeigefinger (2. Finger)
3,0
0 Gesamter Mensch, Kopf
11,4
02 Kopf, Schädel (Cranium), Hirnhäute (Meningen), Hirnsubstanz (Cerebrum)
7,7
2 Brustkorb, Schultergürtel, Rücken, Flanke, Brustorgane
8,2
20 Brustkorb (Thorax), Brustweichteile, Rücken, Flanke
4,0
21 Rippen, Rippenknorpel (Cartilago costalis), Rippenwirbelgelenke (Costovertebralgelenke),
Rippen-Brustbeingelenk (Sternocostalgelenk), Thoraxöffnung (Thoraxapertur)
3,9
4 Schulter, Oberarm, Ellenbogen
7,8
41 Schultergelenk (Articulatio humeri), Oberarmkopf (Caput humeri), Oberarmhöcker
(Tuberculum majus)
3,1
5 Unterarm, Handgelenk, Handwurzel
7,7
56 Handgelenknahe Unterarmknochen: Ellenköpfchen (Caput ulna) körperfernes
Vorderarmdrehgelenk (Radio-Ulnargelenk, distal)
2,9
1 Hals, Wirbelsäule, Arm- und Beinnervengeflecht
7,3
17 Lendenwirbelsäule (1-5 LWK, L 1 - L 5), Übergang zum Kreuzbein (L 5,S 1), auch
Bandscheiben
2,7
Übrige
6,6
Am häufigsten ist der „Knöchel“ bzw. der „Fuß“ (23,0%) verletzt.
Zusammenfassend lässt sich zu den Arbeitsunfällen bei den Fahrern schwerer
Lastkraftwagen feststellen:
54,2% ereignen sich beim Be- und Entladen.
34,5 % ereignen sich beim Gehen, Laufen, Hinauf- oder Hinabsteigen usw.
30,9 % betreffen den Sturz oder Absturz, davon 10,7 Prozentpunkte den Absturz.
23,0 % der Verletzungen betreffen den Knöchel oder Fuß, je 14,0 % das
Kniegelenk/Unterschenkel und die Hand.
Es sei angemerkt, dass Unfälle im Straßenverkehr als Dienstwegeunfälle auch
Arbeitsunfälle sind. Bei den Fahrern wird das Arbeitsunfallgeschehen jedoch durch die
Aktivitäten zum Be- und Entladen dominiert.

Seite 64 von 76
5.5 Lehrer
In der Abbildung 7 ist die Wirtschaftsklasse „Erziehung und Unterricht“ (NACE = 80)
auffällig. Deren Anteil liegt mit ca. 7 % für Sachsen doppelt so hoch wie in Deutschland
mit ca. 3,5 %. Es erfolgt zunächst eine Betrachtung der Tätigkeiten für diese
Wirtschaftsklasse. Die folgende Abbildung zeigt den Anteil ausgewählter
Tätigkeitsobergruppen an den Arbeitsunfällen für die Wirtschaftsklasse „Erziehung und
Unterricht“ für Sachsen und Deutschland.
0
5
10
15
20
25
24 Sonstige Wissenschaftler und verwandte Berufe
52 Modelle, Verkäufer und Vorführer
99 Anderweitige Berufe, Unbekannt
82 Maschinenbediener und Montierer
31 Technische Fachkräfte
74 Sonstige Handwerks- und verwandte Berufe
32 Biowissenschaftliche- und Gesundheitsfachkräfte
61 Fachkräfte in der Landwirtschaft und Fischerei
41 Büroangestellte ohne Kundenkontakt
34 Sonstige Fachkräfte [mittlere Qualifikationsebene]
93 Hilfsarb. im Bergbau, Bau-, Verarb. Gewerbe, Transportwesen
71 Mineralgewinnungs- und Bauberufe
33 Sonstige Lehrkräfte, Ausbilder
23 Lehrkräfte [Schule, Hochschule]
72 Metallarbeiter, Mechaniker und verwandte Berufe
91 Verkaufs- und Dienstleistungshilfskräfte
51 Personenbez. Dienstl.berufe und Sicherheitsbedienstete
Sachsen %
Deutschland%
Abbildung 16
Anteil der Tätigkeitsobergruppen an den Arbeitsunfällen der Wirtschaftsklasse
„Erziehung und Unterricht“ in Deutschland und Sachsen
Bei ca. 1/3-tel der Fälle wurde keine Tätigkeit zugeordnet. Diese Fälle sind in der
Abbildung 16 nicht berücksichtigt. Es ist zu vermuten, dass ein Teil der Arbeitsunfälle
Versicherte in Weiterbildungsmaßnahmen betrifft. Wegen der hohen Arbeitslosenquote
in Sachsen ist anzunehmen, dass hier auch mehr Versicherte an solchen Maßnahmen
teilnehmen.
Aus der Abbildung 16 lässt sich aber auch entnehmen, dass in Sachsen der Anteil der
Lehrkräfte (Codierung 23) am Arbeitsunfallgeschehen in dieser Wirtschaftsklasse mehr
als doppelt so hoch ist wie in Deutschland. Die absolute Anzahl beträgt 1732 und stellt
damit einen wesentlichen Anteil der nachfolgend betrachteten sächsischen Lehrer dar.

Seite 65 von 76
Im Weiteren werden wieder die Lehrer unabhängig von der Wirtschaftsklasse
betrachtet. Diese Tätigkeit (Codierung 232) ist teilweise von den Veränderungen bei
den Codierungen der Tätigkeiten betroffen, weshalb die folgenden Analysen nur für
jene, die nicht verändert wurden, auf dem Zeitraum 2005 bis 2007 beruhen. Somit
entfallen „nicht wissenschaftliche Lehrkräfte des Primärbereiches“, „nicht
wissenschaftliche Lehrkräfte des Vorschulbereiches“ und „nicht wissenschaftliche
Sonderschullehrkräfte“. Wegen des deutlich erhöhten Anteils der Arbeitsunfälle bei
Lehrern in Sachsen gegenüber Deutschland wird im Folgenden der Fokus der Analysen
auf den Vergleich zwischen Sachsen und Deutschland gelegt.
Das Betrachtungsfeld der Analysen sind 19774 Arbeitsunfälle innerhalb dieses
Zeitraumes in Deutschland, wobei davon 2172 Arbeitsunfälle auf Sachsen entfallen.
Tätigkeitsgruppe
In den Tätigkeitsgruppen ereignete sich jeweils die folgende Anzahl an Arbeitsunfällen:
Bezeichnung
Sachsen
Deutschland
232 Lehrer des Sekundarbereiches
1716
4423
334 Sonstige Lehrkräfte, Ausbilder
106
2666
235 Sonstige Lehrkräfte
217
4023
231 Universitäts- und Hochschullehrer
11
229
Übrige 122 17602
Gesamt 2172 19774
Dieser Sachverhalt entspricht dieser prozentualen Verteilung:
Bezeichnung
Sachsen %
Deutschland %
232 Lehrer des Sekundarbereiches
79,0
22,4
334 Sonstige Lehrkräfte, Ausbilder
10,0
20,3
235 Sonstige Lehrkräfte
4,9
13,5
231 Universitäts- und Hochschullehrer
0,5
1,2
Übrige 5,6 42,6
Gesamt 100 100
Die „Lehrer des Sekundarbereiches in Sachsen“ (79,0%) sind im Vergleich zu
Deutschland (22,4%) häufiger von einem Arbeitunfall betroffen. In den anderen
Tätigkeitsgruppen zeigt sich jedoch, dass sie in Sachsen einen deutlich geringeren
Anteil an Arbeitsunfällen verzeichneten als Deutschland.
In der sich anschließenden weiterführenden Betrachtung soll, auf Grund der
dominanten Rolle der Lehrer des Sekundarbereichen für das Arbeitsunfallgeschehen
Sachsens, einzig diese Tätigkeitsgruppe näher untersucht werden.

Seite 66 von 76
Alter
Die Unfälle haben folgende Altersverteilung:
Alter
Sachsen %
Deutschland %
0 (< 18 Jahre)
0,0
0,3
1 (18 - < 25 Jahre)
0,0
0,3
2 (25 - < 35 Jahre)
5,7
8,0
3 (35 - < 45 Jahre)
22,0
20,1
4 (45 - < 55 Jahre)
40,5
41,7
5 (55 - < 65 Jahre)
31,9
28,2
6 (ab 65 Jahre)
0,0
1,4
Übrige 0,0 2,0
Bezüglich der Altersverteilung der Arbeitsunfälle sind nur geringfügige Abweichungen
zwischen Sachsen und Deutschland erkennbar.
Arbeitsumgebung
Arbeitsort, Standort, Arbeitsraum, wo sich das Unfallopfer unmittelbar vor dem Unfall
aufhielt bzw. wo es arbeitete.
Bezeichnung
Sachsen %
Deutschland %
040 Bereich für Dienstleistungstätigkeiten, Büro, Unterhaltungs-
einrichtung, Verschiedenes
64,5 63,8
0
42 Bildungseinrichtung, Schule, Gymnasium, Universität,
Kinderkrippe, Kinderhort
58,7
59,0
044 Restaurant, Freizeiteinrichtung, Beherbergungsbetrieb
einschließlich Museum, Theater, Messe u.Ä.
5,2
3,2
080 Bereich zur Sportausübung
24,9
20,3
081 In Gebäuden - Sporthalle, Turnhalle, Hallenbad
17,5
13,5
082 Im Freien - Sportplatz, Freibad, Skipiste
7,4
6,3
060 Öffentlicher Bereich
5,8
9,9
061 Ständig der Öffentlichkeit zugänglicher Bereich - Zufahrt,
Straße, Abstellfläche, Wartesaal Bahnhof, Flughafen u.Ä.
5,2
6,4
030 Landwirtschaftlicher Bereich, Bereich der Tierzucht,
Fischzucht, Forstbereich
1,7
1,7
036 Garten jeglicher Art, Park, Tierpark
1,2
1,0
Übrige
3,1 4,3
Gemeinsam ist Sachsen und Deutschland, dass der größte Anteil der Lehrer im
„Bereich für Dienstleistungstätigkeiten, Büro, Unterhaltungseinrichtung, Verschiedenes“
ein Arbeitsunfall erleiden. Unterschiede bestehen darin, dass in Sachsen im „Bereich
zur Sportausübung“ 4,6% mehr und im „öffentlichen Bereich“ 4,1% weniger
Arbeitsunfälle im gemeldet werden.

Seite 67 von 76
Spezifische Tätigkeit
Die Tätigkeit, die vom Opfer unmittelbar vor dem Unfall ausgeübt wurde.
Bezeichnung
Sachsen %
Deutschland %
60 Bewegung
70,2
67,0
61 Gehen, Laufen, Hinaufsteigen, Hinabsteigen usw.
50,2
54,5
63 Springen, Losstürzen usw.
8,3
4,2
67 Bewegungen auf der Stelle: Duschen, Waschen, sich anziehen,
sich ausziehen usw.
5,2 2,3
70 Anwesenheit – ohne nähere Angaben
10,9
9,0
40 Manuelle Handhabung von Gegenständen
8,5
10,4
41 In die Hand nehmen, ergreifen, erfassen, mit der Hand halten,
absetzen - in der Horizontalen
5,3
5,4
50 Transport von Hand
5,0
4,3
53 Transportieren (Tragen) einer Last durch eine Person
2,7
1,4
Übrige
5,4 9,3
Die Mehrheit der Arbeitsunfälle ereignet sich sowohl in Sachsen, als auch in
Deutschland in der „Bewegung“. Es liegen insgesamt nur geringfügige Abweichungen
vor.

Seite 68 von 76
Abweichung
Das letzte vom normalen Ablauf abweichende Ereignis, das zum Unfall führte.
Bezeichnung
Sachsen %
Deutschland %
70 Bewegungen des Körpers unter oder mit körperlicher
Belastung (führt im Allgemeinen zu einer inneren Verletzung)
35,8
22,6
75 Beim ungeschickten Gehen, Umknicken, Ausgleiten, ohne zu
stürzen
28,3
17,5
50 Ausgleiten oder Stolpern mit Sturz - Sturz oder Absturz von
Personen
31,0
35,0
52 Ausgleiten oder Stolpern mit Sturz, Sturz einer Person
28,3
30,3
80 Überraschung, Schreck, Gewalt, Angriff, Bedrohung,
Anwesenheit
11,2
8,7
82 Gewalt, Angriff, Bedrohung - zwischen Beschäftigten des
Unternehmens unter der Verantwortung des Unternehmers
8,9
4,3
40 Vollständiger oder partieller Verlust der Kontrolle über
Maschine, Transportmittel, Fördermittel, Handwerkzeug,
Gegenstände
6,2
8,9
44 Vollständiger oder partieller Verlust der Kontrolle über einen
(getragenen, bewegten, gehandhabten usw.) Gegenstand
2,7
3,4
60 Bewegungen des Körpers ohne körperliche Belastung (führt
im Allgemeinen zu einer äußeren Verletzung)
6,1
15,3
64 Unkoordinierte, unangebrachte, unpassende Bewegungen
5,0
10,0
30 Reißen, Brechen, Bersten, Rutschen, Fallen,
Zusammenstürzen von Gegenständen
4,6
5,3
32 Brechen, Bersten von Material, das Splitter verursacht (Holz,
Glas, Metall, Stein, Kunststoff usw.)
2,3
2,0
Übrige
5,1 4,2
Es sind Unterschiede zwischen Sachsen und Deutschland erkennbar:
In Sachsen ist der Anteil der „Bewegungen des Körpers unter oder mit körperlicher
Belastung (führt im Allgemeinen zu einer inneren Verletzung)“ um 13,2 Prozentpunkte
und der Ereignisgruppe „Überraschung, Schreck, Gewalt, Angriff, Bedrohung,
Anwesenheit“ um 2,5 Prozentpunkte erhöht.
Niedriger ist er hingegen um 9,2 Prozentpunkte bei „Bewegungen des Körpers ohne
körperliche Belastung (führt im Allgemeinen zu einer äußeren Verletzung)“, um 4,0
Prozentpunkte bei „Ausgleiten oder Stolpern mit Sturz - Sturz oder Absturz von
Personen“ und um 2,7 Prozentpunkte bei „Vollständiger oder partieller Verlust der
Kontrolle über Maschine, Transportmittel, Fördermittel, Handwerkzeug, Gegenstände“.

Seite 69 von 76
Gegenstand der Abweichung
Der wichtigste Gegenstand, der mit dem vom normalen Ablauf abweichenden Ereignis
zusammenhängt.
Bezeichnung
Sachsen %
Deutschland %
01 Gebäude, bauliche Anlagen, Flächen - zu ebener Erde (innen
oder außen, ortsfest oder –veränderlich)
36,6
35,6
0102 Flächen oder Verkehrsbereiche zu ebener Erde: Böden
(innen oder außen, landwirtschaftliches Gelände, Sportgelände,
rutschige Böden, Böden mit Hindernissen, Bretter mit Nägeln)
33,3
32,2
01020101 Fußboden
16,4
15,1
01020300 Sportgelände
5,4
3,2
01020102 rutschige Böden
3,7
4,1
0101 Teile von Gebäuden, baulichen Anlagen: Türen, Außen- und
Innenwände, Abtrennungen (Fenster, verglaste Öffnungen usw.)
3,3
3,1
02 Gebäude, bauliche Anlagen, Flächen - in der Höhe (innen oder
außen)
20,8
16,3
0201 Teile einer baulichen Anlage, ortsfest, in der Höhe (Dächern,
Terrassen, Öffnungen, Treppen, Plattformen)
20,8
15,8
02010100 Treppen
20,8
15,8
18 Menschen und andere Lebewesen
16,9
13,2
1806 Menschen
6,3
5,9
17 Büroeinrichtungen, persönliche Ausrüstungen,
Sportausrüstungen, Waffen, Haushaltsgeräte
12,0
17,4
1704 Gegenstände und Ausrüstungen für Sport und Spiel
6,0
8,4
14 Stoffe, Gegenstände, Erzeugnisse, Bestandteile von
Maschinen, Trümmer, Stäube
3,6
3,3
1405 Partikel, Stäube, Späne, Stücke, Spritzer, Splitter und andere
Bruchstücke
2,3
1,8
Übrige
10,1 14,2
Es sind nur geringfügige Abweichungen zwischen Sachsen und Deutschland
erkennbar.

Seite 70 von 76
Kontakt
Der Kontakt, durch den das Opfer verletzt wurde.
Bezeichnung
Sachsen %
Deutschland %
30 Vertikales oder horizontales Aufprallen auf oder gegen einen
ortsfesten Gegenstand (das Opfer bewegt sich)
40,1
41,8
31 Vertikale Bewegung, Aufprallen auf (als Folge eines Absturzes)
32,8
34,3
32 Horizontale Bewegung, Prallen gegen etwas
7,2
6,0
70 Akute körperliche Überlastung, akute seelische Überlastung
32,6
23,5
71 Körperliche Überlastung – Bewegungsapparat
32,6
22,7
80 Biss, Tritt usw. (von Tier oder Mensch)
8,5
6,2
83 Schlag, Tritt, Stoß mit dem Kopf, Erwürgen
7,3
5,4
50 Kontakt mit scharfem, spitzem, hartem, rauem Gegenstand
8,0
8,3
51 Kontakt mit scharfem Gegenstand (Messer, Klinge)
4,3
2,9
40 Getroffen werden von einem/Zusammenstoßen mit einem sich
bewegenden Gegenstand
7,7
14,7
41 Getroffen werden von einem weggeschleuderten Gegenstand
2,7
3,7
Übrige
3,1 5,5
Auffallend für Sachsen ist der um 9,1% - Prozentpunkte höhere Anteil bei „Akute
körperliche Überlastung, akute seelische Überlastung“.
Bei „Getroffen werden von einem/Zusammenstoßen mit einem sich bewegenden
Gegenstand“ der Anteil in Sachsen im Vergleich zu Deutschland um 7,0% niedriger.

Seite 71 von 76
Art der Verletzung
Bezeichnung
Sachsen %
Deutschland %
2 (Dis-)Torsion
31,7
27,0
20 (Ver-)Drehung, Verrenkung; (Ver-)Zerrung, (Über-)Dehnung,
Zugschädigung; (Ver-)Stauchung; Schleuderung
31,7
26,9
4 Zerreißung
21,3
21,6
41 oberflächliche Verletzung, offene Verletzung des Haut-,Unter-
hautgewebes ohne wesentliche Beteiligung der Gefäße, Nerven,
Muskeln, Sehnen, Gelenke und Organe
6,3
7,7
43 teilweise Zerreißung (teilweise Ruptur):Teildurch-oder –
abtrennung; teilweise (subtotale) Amputation; teilweise Sprengung
(auch Tossy I)
5,4
4,4
44 vollständige Zerreißung [totale Ruptur]:Durchtrennung; Abriss,
Ausriss (auch knöcherner Ausriss), Ablösung; Reruptur (erneuter
Riss
);vollständige Sprengung (auch Tossy II + III)
4,5
5,2
0 Geschlossene, voll rückbildungsfähige Verletzung
16,0
21,0
0 alle Formen der Erschütterung (Commotionen),
alle Oberflächenprellungen
15,9
21,0
1 Geschlossene, blutige Verletzung mit bleibender
Substanzschädigung
13,5
7,3
10 alle Formen der Quetschung (Contusionen), außer
Decollement
13,4
7,2
5 Geschlossene Fraktur
13,2
15,0
50 Geschlossene Fraktur ohne nähere Angabe
6,8
9,2
Übrige
4,3 8,1
Bei „Geschlossene, voll rückbildungsfähige Verletzung“ weist Sachsen einen um 5,0%
geringeren Anteil auf.
Dem entgegen steht ein um 6,2% höherer Anteil bei „Geschlossene, blutige Verletzung
mit bleibender Substanzschädigung“.

Seite 72 von 76
Verletzter Körperteil
Bezeichnung
Sachsen %
Deutschland %
8 Kniegelenk (außer Kniescheibe), Unterschenkel
25,2
19,2
81 Kniegelenk (außer Kniescheibe), Meniskus, Bandapparat,
Gelenkkapsel, Kniekehle
19,7
14,0
80 Gesamter Unterschenkel
5,5
4,8
9 Knöchel, Fuß
24,5
21,2
91 Oberes Sprunggelenk (Fußgelenk, Articulatio talocruralis),
Knöchel (Malleolen), Bänder
14,9
13,7
96 Mittelfußknochen (Ossa metatarsalia)
4,8
3,0
0 Geschlossene, blutige Verletzung mit bleibender
Substanzschädigung
10,7
16,5
02 Kopf, Schädel (Cranium), Hirnhäute (Meningen), Hirnsubstanz
(Cerebrum)
6,4
8,1
6 Hand
10,4
12,8
4 Schulter, Oberarm, Ellenbogen
8,4
7,0
1 Hals, Wirbelsäule, Arm- und Beinnervengeflecht
6,9
7,2
5 Unterarm, Handgelenk, Handwurzel
6,8
8,3
Übrige
7,1 7,8
Bei „Geschlossene, blutige Verletzung mit bleibender Substanzschädigung“ ist in
Sachsen der Anteil um 5,8% geringer.
Hingegen bei „Kniegelenk (außer Kniescheibe), Unterschenkel“ (um 6,0%) und bei
„Knöchel, Fuß“ (um 3,3%) liegt ein erhöhter Anteil vor.
Zusammenfassend lässt sich zu den Arbeitsunfällen bei den Lehrern feststellen:
Im Vergleich mit gesamtdeutschen Verhältnissen fallen Lehrer in Sachsen durch einen
besonders hohen Anteil am Arbeitsunfallgeschehen auf. Aus (hier nicht dargestellten)
ergänzenden Analysen geht hervor, dass sich dieses Phänomen auch in anderen
ostdeutschen Ländern zeigt.
Die Lehrer des Sekundarbereiches sind als Hauptverursacher anzusehen. Zu dieser
Teilpopulation lassen sich folgende Auffälligkeiten im Vergleich zu Deutschland
benennen, die für eine Erklärung des Gesamtphänomens jedoch nicht ausreichend
erscheinen:
Art des Merkmals
Merkmalsausprägung
Sachsen %
Deutschland %
Arbeitsumgebung
Bereich zur Sportausübung
24,9
20,3
Abweichung Beim ungeschickten gehen,
Umknicken, Ausgleiten, ohne
zu stürzen
28,3 17,5
Abweichung
Gewalt, Angriff, Bedrohung -
8,9 4,3

Seite 73 von 76
Art des Merkmals
Merkmalsausprägung
Sachsen %
Deutschland %
Gegenstand der
Abweichung
Sportgelände 5,4 3,2
Gegenstand der
Abweichung
Treppen 20,8 15,8
Kontakt
Körperliche Überlastung –
Bewegungsapparat
32,6 22,7
Verletzter Körperteil
Kniegelenk, Unterschenkel
25,2
19,2
Verletzter Körperteil
Knöchel, Fuß
24,5
21,2
6 Ausblick
Weitere Detailanalysen
Weitere Tätigkeiten wie z. B. Fachkräfte in der Landwirtschaft und Fischerei
sollten einer Detailanalyse (vgl. Abschnitt 5) unterzogen werden.
Tätigkeitsbezogene Arbeitsunfallrisiken
Tätigkeitsbezogene Aussagen zum Risiko eines Arbeitsunfalls mittels Quoten
erscheinen für präventive Zwecke besonders wünschenswert. Hier ist leider die
Zuordnung der Arbeitsunfälle zu den Bezugszahlen problematisch. Im Datenbestand zu
den meldepflichtigen Arbeitsunfällen wird die europäische Systematik ISCO verwendet.
Die tätigkeitsbezogenen Zahlen der Erwerbstätigen aus dem Mikrozensus sind nach
einer anderen Systematik der Tätigkeiten erfasst. Es gibt zwar eine Schlüsselbrücke,
jedoch bestehen Mehrdeutigkeiten in der Zuordnung. Es erscheinen jedoch
Abschätzungen zum Arbeitsunfallrisiko (Quote >= x) oder Teilaussagen für eventuell
eindeutige Zuordnungsmöglichkeiten einzelner Tätigkeiten erstrebenswert.
Arbeitsunfälle bei Senioren
Wegen des erhöhten Arbeitsunfallrisikos und der Erhöhung des Renteneintrittsalters
erscheinen hier weiterführende Analysen angezeigt.
7 Quellen
/1/
Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit – Länderstatistik der
Unfallverhütungsberichte
/2/
Abschnitt 5. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am 30. Juni ... nach Alter,
Geschlecht und Arbeitszeit
in: Statistische Berichte: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Freistaat
Sachsen.- Kamenz: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, 2006
/3/ dito, 2007
/4/
Erwerbstätige in Deutschland und Sachsen 2007 nach Altersgruppen (in 1 000) –
Ergebnisse des Mikrozensus –
in: Statistische Berichte: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Freistaat
Sachsen.- Kamenz: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, 2007

ANLAGE 1
Anzahl der Arbeitsunfälle in Sachsen 2007 nach Tätigkeitsgruppen
Code Bezeichnung
Anzahl %
723 Maschinenmechaniker und -schlosser
3692 7,20
712 Baukonstruktions- und verwandte Berufe
3201
6,24
721 Former [für Metallguss], Schweißer, Blechkaltverformer, Baumetallverformer und
verwandte Berufe
2993 5,83
713 Ausbau- und verwandte Berufe
2695 5,25
832 Kraftfahrzeugführer
2563 5,00
512 Dienstleistungsberufe im hauswirtschaftlichen Bereich und im Gaststättengewerbe
2334
4,55
610 Fachkräfte in der Landwirtschaft, Gärtnerei und Fischerei
1948
3,80
932 Hilfsarbeiter in der Fertigung
1706 3,32
931 Hilfsarbeiter im Bergbau und Baugewerbe
1440
2,81
522 Ladenverkäufer, Verkaufs-, Marktstandverkäufer und Vorführer
1309
2,55
821 Maschinenbediener für Metall- und Mineralerzeugnisse
1302
2,54
714 Maler, Gebäudereiniger und verwandte Berufe
1262
2,46
612 Tierwirtschaftliche und verwandte Berufe
955
1,86
914 Hausmeister, Fensterputzer und verwandtes Reinigungspersonal
955
1,86
413 Materialverwaltungs- und Transportangestellte
857
1,67
322 Medizinische Fachberufe [ohne Krankenpflege]
840
1,64
611 Gärtner und Ackerbauern
835 1,63
828 Montierer
783 1,53
742 Holzbearbeiter, Möbeltischler und verwandte Berufe
736
1,44
741 Berufe in der Nahrungsmittelverarbeitung und verwandte Berufe
662
1,29
347 Künstlerische, Unterhaltungs- und Sportberufe
636
1,24
915 Boten, Träger, Pförtner und verwandte Berufe
630
1,23
419 Sonstige Büroangestellte
603 1,18
724 Elektro- und Elektronikmechaniker und -monteure
598
1,16
833 Führer von Landmaschinen und anderen mobilen Anlagen
549
1,07
513 Pflege- und verwandte Berufe
515 1,00
323 Krankenpflege- und Geburtshilfefachkräfte
505
0,98
516 Sicherheitsbedienstete
492 0,96
232 Lehrer des Sekundarbereiches
486 0,95
722 Grobschmiede, Werkzeugmacher und verwandte Berufe
446
0,87
913 Haushaltshilfen und verwandte Hilfskräfte, Reinigungspersonal und Wäscher
442
0,86
933 Transport- und Frachtarbeiter
424 0,83
343 Verwaltungsfachkräfte
350 0,68
827 Maschinenbediener zur Herstellung von Nahrungs- und Genussmitteln
349
0,68
826 Maschinenbediener für Textil-, Pelz- und Ledererzeugnisse
336
0,65
812 Verfahrensanlagenbediener in der Metallerzeugung und Metallumformung
332
0,65
311 Material- und ingenieurtechnische Fachkräfte
323
0,63
341 Finanz- und Verkaufsfachkräfte
297 0,58
813 Bediener von Anlagen zur Glas- und Keramikherstellung sowie verwandte
Anlagenbediener
260 0,51
823 Maschinenbediener für Gummi- und Kunststofferzeugnisse
237
0,46
999 Anderweitige Berufe, Unbekannt
231 0,45
614 Forstarbeitskräfte und verwandte Berufe
228
0,44
921 Landwirtschaftliche, Fischerei- und verwandte Hilfsarbeiter
222
0,43
822 Maschinenbediener für chemische Erzeugnisse
204
0,40
743 Textil-, Bekleidungs- und verwandte Berufe
177
0,34
346 Sozialpflegerische Berufe
175 0,34
824 Maschinenbediener für Holzerzeugnisse
157
0,31
245 Schriftsteller, bildende oder darstellende Künstler
155
0,30

Seite 75 von 76
411 Sekretärinnen, Maschinenschreibkräfte und verwandte Berufe
148
0,29
731 Präzisionsarbeiter für Metall und verwandte Werkstoffe
130
0,25
514 Sonstige personenbezogene Dienstleistungsberufe
129
0,25
825 Maschinenbediener für Druck-, Buchbinde- und Papiererzeugnisse
126
0,25
123 Sonstige Fachbereichsleiter
125 0,24
321 Biotechniker und verwandte Berufe
125
0,24
734 Druckhandwerker und verwandte Berufe
114
0,22
315 Sicherheits- und Qualitätskontrolleure
110
0,21
214 Architekten, Ingenieure und verwandte Wissenschaftler
108
0,21
412 Angestellte im Rechnungs-, Statistik- und Finanzwesen
106
0,21
334 Sonstige Lehrkräfte, Ausbilder
90
0,18
222 Mediziner [ohne Krankenpflege]
90
0,18
829 Sonstige Maschinenbediener, anderweitig nicht genannt
90
0,17
122 Produktions- und Operationsleiter, Manager
89
0,17
916 Wertstoffverwerter, Müllsammler und verwandte Berufe
84
0,16
213 Informatiker
83 0,16
511 Reisebegleiter und verwandte Berufe
72
0,14
414 Bibliotheks-, Post- und verwandte Angestellte
71
0,14
422 Kundeninformationsangestellte
68
0,13
831 Lokomotivführer und verwandte Berufe
62
0,12
732 Töpfer, Glasmacher und verwandte Berufe
62
0,12
121 Direktoren und Hauptgeschäftsführer
60
0,12
421 Kassierer, Schalter- und andere Angestellte
54
0,11
711 Bergleute, Sprengmeister, Steinbearbeiter und Steinbildhauer
48
0,09
814 Bediener von Anlagen zur Holzaufbereitung und Papierherstellung
46
0,09
223 Wissenschaftliche Krankenpflege- und Geburtshilfefachkräfte
45
0,09
613 Ackerbauern und Tierzüchter,-halter
42
0,08
615 Fischer, Jäger und Fallensteller
39
0,08
235 Sonstige Lehrkräfte
33 0,06
312 Datenverarbeitungsfachkräfte
28
0,05
211 Physiker, Chemiker und verwandte Wissenschaftler
15
0,03
815 Bediener chemischer Verfahrensanlagen
15
0,03
314 Schiffs-, Flugzeugführer und verwandte Berufe
14
0,03
733 Kunsthandwerker für Holz, Textilien, Leder und verwandte Materialien
14
0,03
816 Bediener von Energieerzeugungs- und verwandten Anlagen
4
0,01
Keine Angaben
5341 10,41
Gesamt
51309 100,00
Fachkräfte in der Land- und Tierwirtschaft, Gärtnerei, Fischerei
3780
7,37
Die Anlage 1 beinhaltet die Tätigkeiten
Anzahl
%
610 Fachkräfte in der Landwirtschaft, Gärtnerei und Fischerei
1948
3,80
612 Tierwirtschaftliche und verwandte Berufe
955
1,86
611 Gärtner und Ackerbauern
835
1,63
613 Ackerbauern und Tierzüchter,-halter
42
0,08
Eine Zusammenfassung dieser vier Kategorien wird in der zusätzlichen letzten Spalte
ausgewiesen.