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1
Qualitätsstandards für ESF-geförderte Alphabeti-
sierungsmaßnahmen in Sachsen
(Stand September 2016)
Gliederung
1.
Vorüberlegungen
Seite 2
1.1 Ausgangssituation
Seite 2
1.2 Pädagogische Betrachtungen
Seite 2
2.
Qualitative Anforderungen an die Einrichtung/ Ausstattung
Seite 3
2.1 Räume
Seite 3
2.2 Ausstattung
Seite 3
3.
Qualitative Anforderungen an die Kursangebote
Seite 4
3.1 Erst- und Lernberatung
Seite 4
3.2 Gruppengröße
Seite 4
3.3 Unterrichtszeit
Seite 4
3.4 Unterrichtsinhalte
Seite 4
3.5 Praxisanteile
Seite 9
3.6 Sozialpädagogische Betreuung
Seite 9
3.7 Projektevaluation
Seite 10
4.
Qualitative Anforderungen an das Personal
Seite 10
5.
Literaturverzeichnis
Seite 14
Anhang 1 Checkliste zur Umsetzung der Qualitätsstandards für
ESF-geförderte Alphabetisierungsmaßnahmen in Sachsen
Seite 15
Bemerkung
Ein Auftrag an die seit 2010 bestehende Koordinierungsstelle Alphabetisierung war die Erar-
beitung von Qualitätsstandards für ESF-geförderte Alphabetisierungsmaßnahmen. Die hier
vorgelegten Ergebnisse entstanden nach gründlichem Literaturstudium, einer Prüfung des
Ist-Standes in der Alphabetisierung in Sachsen und einem regen Austausch mit Praktikern
und Wissenschaftlern.
Wir danken den Mitgliedern des Beirates von koalpha, den Praktikern in der Alphabetisierung
und den Mitarbeitern von wissenschaftlichen Einrichtungen, die uns bei der Erarbeitung un-
terstützt haben, für ihre wertvollen Hinweise.
Die praktische Anwendbarkeit der vorgelegten Qualitätsstandards wurde mehrfach hinter-
fragt und mit Praktikern kommuniziert. Die Ergebnisse und Hinweise wurden bei der Überar-
beitung berücksichtigt.

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2
1. Vorüberlegungen
1.1 Ausgangssituation
In Sachsen wird von einer Größenordnung von etwa 202.000 funktionalen Analphabeten
ausgegangen.
1
„Funktionaler Analphabetismus ist gegeben, wenn die schriftsprachlichen
Kompetenzen von Erwachsenen niedriger sind als diejenigen, die minimal
erforderlich sind und als selbstverständlich vorausgesetzt werden, um den
jeweiligen gesellschaftlichen Anforderungen gerecht zu werden. Diese
schriftsprachlichen Kompetenzen werden als notwendig erachtet, um ge-
sellschaftliche Teilhabe und die Realisierung individueller Verwirklichungs-
chancen zu eröffnen“.
2
Auch hinsichtlich der weiteren Eingrenzung der Personengruppe der funkti-
onalen Analphabeten orientieren sich die vorliegenden Qualitätsstandards
an den Ausführungen der Fachgruppe „Zielgruppenanalyse“ aus dem
BMBF Förderschwerpunkt Forschungs- und Entwicklungsvorhaben im Be-
reich Alphabetisierung/ Grundbildung für Erwachsene.
3
Seit 2007 gibt es für diese Menschen zunehmend Angebote an Alphabetisierungskursen, die
durch Fördermittel aus dem Europäischen Sozialfonds finanziert werden. Um diese Mittel mit
hoher Effizienz einzusetzen, sollen die hier dargestellten Qualitätskriterien eine Richtschnur
für den Prozess der Antragstellung, der Vorbereitung, der Durchführung und der Bewertung
von ESF-geförderten Alphabetisierungskursen in Sachsen bilden.
Selbstverständlich können sie auch als Orientierung für andere Alphabetisierungskurse die-
nen.
Kursteilnehmer
4
in der Alphabetisierung zeigen sehr unterschiedliche Voraussetzungen hin-
sichtlich ihrer schriftsprachlichen Kompetenzen, aber auch in ihren Lernerfahrungen. Ziel
einer Alphabetisierungsmaßnahme muss es daher sein, den Teilnehmern zu helfen, ihren
persönlichen Weg zum Lernen grundlegender Fähigkeiten im Lesen und Schreiben zu fin-
den. Dazu gehören der Abbau von Lernhemmnissen und die Begleitung der Teilnehmer zu
lebenslangem Lernen. Nur so gelingt ihre gleichberechtigte Teilnahme am gesellschaftlichen
Leben. Die Kursangebote müssen diesem Ziel Rechnung tragen.
1.2 Pädagogische Betrachtungen
Vorraussetzung für eine erfolgreiche Arbeit auf dem Gebiet der Alphabetisierung sind Erfah-
rungen des Trägers in der Bildungsarbeit. Diese Erfahrungen beziehen sich auf:
die Arbeitsstrukturen des Trägers bei der Vorbereitung und Durchführung von Ange-
boten für benachteiligte Menschen, insbesondere funktionale Analphabeten
die Erfahrungen des eingesetzten Personals in der Unterrichtung und Betreuung be-
nachteiligter Menschen, insbesondere funktionaler Analphabeten.
1
Vgl. PASS alpha 2006: 25.
2
S. Fachgruppe Zielgruppenanalyse 2010: 1.
3
Vgl. Fachgruppe Zielgruppenanalyse 2010: 1ff.
4
Zur Vereinfachung der Lesbarkeit werden nachfolgend die männlichen und weiblichen Formen (Teil-
nehmer/in, Kursleiter/in) synonym gesetzt. Gemeint sind selbstverständlich beide Geschlechter gleich-
rangig.

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3
Der Träger strebt im Interesse der Teilnehmer Kontinuität in seinen Angeboten an. Der Ein-
satz von Instrumenten der Qualitätssicherung sowie die Prinzipien des Gender
Mainstreaming sind für den Träger selbstverständlich.
Der Träger gestaltet den Zugang für die Teilnehmer niedrigschwellig und sensibel. Er nutzt
verschiedene Mittel und Wege zur Teilnehmergewinnung. Die Wahrung der Anonymität und
der Schutz der personenbezogenen Daten bilden dabei eine Selbstverständlichkeit.
Im Sinne der Teilnehmer arbeitet der Träger in Netzwerken und sichert so auch bestmögli-
che Beratungsangebote für Teilnehmer mit Multiproblemlagen.
Der Umgang mit den Teilnehmern wird respektvoll und wertfrei gestaltet. Die Wünsche und
Bedürfnisse der Lernenden zum Erlangen ihres Zieles, Lesen und Schreiben zu lernen, ste-
hen im Vordergrund.
2. Qualitative Anforderungen an die Einrichtung/ Ausstattung
2.1 Räume
Für die Durchführung der Alphabetisierungskurse stellt der Träger für die Alphabetisierungs-
arbeit geeignete Räume und Mobiliar zur Verfügung, die äußerlich ansprechend sind und
dem eingesetzten Personal die Möglichkeit für verschiedene Lernsettings bieten
5
.
Die Teilnehmer haben Zugang zu PCs inklusive Drucker und Internet
6
.
Neben den Unterrichtsräumen steht den Mitarbeitern und Teilnehmern ein Raum für indivi-
duelle Beratungsgespräche zur Verfügung.
Die Einrichtung ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar und entsprechend ausge-
schildert.
2.2 Ausstattung
Für den Unterricht stehen dem eingesetzten Personal die notwendigen unterrichtstechni-
schen Mittel (Wandtafel, Whiteboard oder Flipchart) und audiovisuellen Medien (CD-Player,
Video- bzw. DVD-Player, Overheadprojektor) zur Verfügung. Eine Grundausstattung an für
die Alphabetisierungsarbeit geeigneten bzw. notwendigen (Verbrauchs-)Materialien ist vor-
handen. Dazu gehören Lehrbücher, Skripte, Nachschlagewerke und Lernspiele in erforderli-
cher Anzahl, aber auch Moderationskarten, Stifte, Klebstoff, Papier etc. Die Lehrbücher und
Lernmaterialien sind erwachsenengerecht.
5
Vgl. auch Doberer-Bey (2007): 25.
6
Ausnahmen bilden die besonderen Regelungen für Kurse in JVAen.

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4
3. Qualitative Anforderungen an die Kursangebote
3.1 Erst- und Lernberatung
Der Erstberatung eines künftigen Kursteilnehmers kommt eine entscheidende Bedeutung
zu
7
, da diese sich als sehr wichtig für den weiteren individuellen Kurserfolg des Teilnehmers
erweist. Sie erfolgt durch einen in der Alphabetisierung erfahrenen Mitarbeiter und ist diskret,
individuell, unkompliziert und zunächst auch ergebnisoffen.
Hat der Teilnehmer sich für den Kursbesuch entschieden, werden in den ersten vier Kurswo-
chen (Orientierungsphase) der Lernstand des Teilnehmers erhoben und seine individuellen
Problemlagen und Ziele besprochen. Dabei sollten Prüfungssituationen vermieden werden.
Der Träger nutzt dazu ein Diagnostikverfahren, das die beiden Kompetenzbereiche Lesen
und Schreiben betrachtet und Rückschlüsse auf das vorhandene Alpha-Level des Teilneh-
mers in beiden Bereichen zulässt.
Daneben werden vorhandene Kenntnisse im Umgang mit dem PC und weitere Kompetenzen
erfasst. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für den individuellen Lernverlauf des Teilneh-
mers und eine Binnendifferenzierung in der Kursdurchführung.
Im weiteren Verlauf sollte eine kontinuierliche Lernberatung unter der Sicht der Persönlich-
keit, des sozialen Verhaltens und der Lern- und Arbeitshaltung erfolgen.
3.2 Gruppengröße
Um ein individuelles Arbeiten mit dem Teilnehmer zu ermöglichen, beträgt die Gruppengröße
entsprechend der SMK-ESF-Richtlinie in der Regel mindestens sechs und maximal acht
Teilnehmer.
3.3 Unterrichtszeit
Entsprechend den Informationen für Antragsteller zur Umsetzung der ESF-Ressortrichtlinien
soll die Unterrichtszeit mindestens 8 und höchstens 30 Stunden pro Woche betragen.
Entscheidend für die Anzahl der Unterrichtsstunden und den zeitlichen Ablauf des Kurses
sind die Zielgruppe, deren Möglichkeiten sowie die Kursgestaltung durch den Träger. Eine
schrittweise Steigerung der Unterrichtszeit während des Kurses ist möglich.
In der zeitlichen Planung des Unterrichts (Unterrichtsbeginn, Pausengestaltung) werden
lernpsychologische Grundsätze beachtet.
3.4 Unterrichtsinhalte
Hinsichtlich der inhaltlichen, methodischen und didaktischen Ausgestaltung des Kurses sollte
das Ziel sein, den Lerner in seinen schriftsprachlichen Kompetenzen und anderen Bereichen
der Grundbildung soweit zu fördern, wie es unter Berücksichtigung seiner individuellen Vo-
raussetzungen und Wünsche möglich ist.
Dies erfolgt vor dem Hintergrund der Verbesserung der Chancen zur gesellschaftlichen Teil-
habe für Benachteiligte durch:
- Erhöhung der Beschäftigungsfähigkeit funktionaler Analphabeten und
- verbesserte Eingliederung in das Erwerbsleben und
7
Vgl. auch Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V. (2001)

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5
- verbesserte soziale Integration.
8
Schwerpunktmäßig werden Kenntnisse und Fertigkeiten im schriftsprachlichen Bereich ver-
mittelt. Daneben umfasst der Unterricht auch weitere Inhalte, die unter dem Begriff Grundbil-
dung zusammengefasst werden können. Deren Vermittlung soll eng mit dem Schriftsprach-
erwerb verzahnt werden.
Dabei wird von einem offenen Begriffsverständnis von Grundbildung ausgegangen. Gemeint
sind allgemein grundlegende Wissensbestände, Fertigkeiten und Kompetenzen, die Voraus-
setzung zur gesellschaftlichen Teilhabe sind (z.B. Alltagsmathematik, ökonomische Grund-
bildung, Umgang mit PC / Internet / anderen Medien, Kommunikation, personale und soziale
Kompetenzen etc.), die aber unter dem Hauptaugenmerk Lesen und Schreiben lernen ste-
hen. Darüber hinaus können alle Aspekte unter Grundbildung subsumiert werden, die dem
Ziel dienen, bei den Teilnehmenden Lernen zu ermöglichen und die Beteiligung an lebens-
langem Lernen zu erreichen
9
.
Die Schwerpunktsetzung hinsichtlich des zeitlichen Umfangs im Kurs wird wie folgt empfoh-
len:
Schriftspracherwerb:
Umfang mindestens 70% der Gesamtstundenzahl des Kurses
Grundbildung:
Umfang ca. 15% der Gesamtstundenzahl des Kurses
Praxisanteile:
Umfang ca. 15% der Gesamtstundenzahl des Kurses
Dabei ist eine analytische Trennung der Inhalte Schriftspracherwerb und Grundbildung nicht
immer möglich.
Die folgende Auflistung von Unterrichtsinhalten bzw. zu vermittelnden Kompetenzen im Be-
reich des Schriftspracherwerbs dient als Orientierung, um das oben beschriebene Ziel zu
erreichen. Die benannten Inhalte orientieren sich an den Kompetenzmodellen Alpha-Levels
Schreiben und Alpha-Levels Lesen 1-4 des Projektes Literalitätsentwicklung von Arbeitskräf-
ten (lea).
10
In der leo. - Level-One Studie
11
, die sich an den lea-Alpha-Levels orientiert, wird
von funktionalem Analphabetismus bei Unterschreiten der Textebene gesprochen (siehe
Level 1-3). Daher sind auch die Voraussetzungen für die Teilnahme an einem Alphabetisie-
rungskurs, der über den Europäischen Sozialfonds finanziert wird, an diese Levels geknüpft.
Voraussetzung für eine Teilnahme an einer Alphabetisierungsmaßnahme ist ein Alphalevel 1
– 3 im Lesen und/oder Schreiben. Um jedoch eine nachhaltige Alphabetisierung zur errei-
chen, können die Teilnehmer in der Maßnahmen je nach Entwicklung auch bis zum Level 4
geführt werden.
Level
Kompetenzebene/ Kompeten-
zen Lesen
Kompetenzebene/ Kompetenzen
Schreiben
Level 1
Buchstabenebene, prä- und pa-
raliterales Lesen
Vom Buchstabe zum Wort, überwie-
gend logografische Strategie
kann Grapheme zutreffend benennen
kann buchstabierte einzelne Laute verschriftli-
chen
kann KVK-Wörter mit bis zu 5 Graphemen
phonologisch segmentieren
kann lautierte einzelne Laute verschriftlichen
kann KVK-mit bis zu 5 Graphemen phono-
logisch synthetisieren (recodieren)
kann Groß- und Kleinbuchstaben in Druckschrift
unterscheiden
kann KVK-Wörter mit bis zu 5 Graphemen
kann Wörter mit Silben, die aus einem Vokal
8
Vgl. Förderbaustein – Informationen für Antragsteller zur Umsetzung der ESF-Richtlinie.
Stand 31.05.2016
9
vgl. Klein 2009: 14f.
10
vgl. Grotlüschen 2010
11
vgl. Grotlüschen, Riekmann 2011

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6
Level
Kompetenzebene/ Kompeten-
zen Lesen
Kompetenzebene/ Kompetenzen
Schreiben
konstruierend decodieren
oder Diphtong bestehen, schreiben (O-ma, Au-
to)
kann Zahlen bis 20 als Zahl schreiben
kann in einem logographischen Zugriff Stan-
dardanreden wie „Liebe“ (im Brief) oder „ Hallo“
großschreiben
kann kurze und geläufige Funktionsw örter auf-
schreiben I (ist, ein, in, und, die, gegen)
kann Wörter mit dem kurzen Vokal „e“ in den
häufigen Wortwendungen (-en, -es, -el) schrei-
ben (lauf-en)
kann Wörter mit w eichen Stoppkonsonanten am
Anfang des Wortes schreiben
kann ein Datum schreiben
kann am Anfang des Satzes großschreiben
kann Eigennamen großschreiben (KVK, hohe
Gebräuchlichkeit)
kann Wörter mit w eichen Stoppkonsonanten in
der Mitte des Wortes schreiben
kann Wörter mit offenen Silben schreiben (Na-
se)
Level 2
Wortebene, überwiegend kon-
struierendes Lesen
Vom Wort zum Satz, alphabetische
Strategie
kann Zeitpläne sinnentnehmend lesen
kann Eigennamen großschreiben (auch bei Kon-
sonantenklustern und auch bei geringerer Ge-
bräuchlichkeit)
kann Wörter mit ansteigender Komplexität
(Konsonantenhäufung) recodieren und
decodieren
kann persönliche Angaben orthografisch richtig
schreiben (Name, Wohnort, etc.)
kann kurze und geläufige Funktionsw örter auf-
schreiben II (bei, zum, oder, sie, alle)
kann Satzschlusszeichen anw enden (Punkt)
kann Wörter mit schw ierigen Dauerkonsonanten
schreiben
kann am Anfang des Satzes Großschreibung
beachten
kann Wörter mit harten Stoppkonsonanten
schreiben
kann Konkreta großschreiben
kann Wörter mit Dauerkonsonanten (schm, schr,
schl, schn) schreiben
kann Wörter mit Hilfe von kurzen Wortlisten
korrigieren
kann Wörter mit der Vorsilbe „vor“ richtig schrei-
ben
Level 3
Satzebene, überwiegend kon-
struierendes Lesen sowie lexi-
kalisches Erlesen von Stan-
dardwörtern
vom Satz zum Text
kann einzelne Wörter im Satzkontext
erlesen
kann kurze und geläufige Funktionsw örter auf-
schreiben III (je, für, nur, ob)
kann orthografisch komplexere Wörter
erlesen
kann Wörter mit Dauerkonsonanten (fr) schrei-
ben
kann Satz-Bildverbindungen vornehmen
kann „viel/ viele“ richtig schreiben
kann Sätze mit ansteigender Länge sinn-
erfassend lesen
kann Satzschlusszeichen anw enden (Fragezei-
chen)
kann SPO-Sätze und SPO-Sätze mit
Einfügungen sinnerfassend lesen
kann aggregierte Konkreta groß schreiben (Ein-
zelhandel)

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Level
Kompetenzebene/ Kompeten-
zen Lesen
Kompetenzebene/ Kompetenzen
Schreiben
kann einfachen Anleitungen folgen, insbe-
sondere w enn sie Bilder enthalten
kann die Auslautverhärtung bei Substantiven
beachten (Bund, Krieg)
kann TV-Programm einschließlich Zeitan-
gaben lesen
kann Wörter mit einer Dopplung des Konsonan-
ten im Auslaut orthographisch richtig schreiben
kann Wörter mit ausschließlich geschlossenen
Silben schreiben (Men-schen)
kann Wörter mit einer Dopplung des Konsonan-
ten zwischen den Silben schreiben
Level 4
Textebene 1: kurze und einfa-
che Texte, gleichermaßen kon-
struierendes und lexikalisches
Lesen
Vom Satz zum Text, alphabetische
und beginnende orthografische Stra-
tegie
kann einzelne Wörter aus einem Text
heraussuchen
kann die Auslautverhärtung bei Adjektiven be-
achten (spannend)
kann Strukturen einfacher Formulare
erkennen
Schreibung aufeinanderfolgender gleicher Buch-
staben bei Wortzusammensetzungen (Fahr-rad)
kann kurzen und einfachen Texten direkt
enthaltene/ w örtliche Informationen ent-
nehmen
kann Längenzeichen verw enden I (Dehnungs-h,
ie)
kann kurzen und einfachen Texten indi-
rekt enthaltene Informationen entnehmen
kann die Vorsilbe „ver“ richtig schreiben
kann s-Laute richtig verwenden (ß, ss)
kann Kürzungszeichen richtig verwenden (auch
ck, tz)
kann bei definitiv abstrakten Substantiven (Höf-
lichkeit, Situation) Großschreibung beachten
kann Wortfugen erkennen und schreiben (Ar-
beitszeit)
kann zusammengesetzte Wörter richtig getrennt
bzw . zusammen schreiben
kann Komma bei Aufzählung beachten (Wörter)
kann einen Satz mindestens lautgetreu schrei-
ben
Der folgende Modulkatalog
12
dient als Orientierung für mögliche Unterrichtsinhalte aus dem
Bereich der Grundbildung:
Themengebiet
Inhalte
Lernziele/ zu erreichende
Kompetenzen
Rechnen
Zahlenbereiche
Grundrechenarten
Ordnungsrelationen
Anwendung der Grundre-
chenarten auf ausgew ählte
Zahlenbereiche (natürliche,
ganze und rationale Zahlen)
Veranschaulichen gebro-
chener Zahlen
Zahlen und Größen (Meter,
Kilometer, Kilogramm, Liter)
Rechnen mit Größen
Umrechnen von Größen
Gesetzliche Vorsilben (Mili-,
Zenti-, Dezi-, Kilo-)
Die Lernenden erw erben ausrei-
chende Rechenkompetenzen, um
diese für ihr tägliches Leben zu
nutzen und es damit besser planen
und gestalten zu können. Mathe-
matische Kompetenzen w erden
aufgebaut, gefestigt und erw eitert.
12
Angelehnt an: LISUM 2008.

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8
Themengebiet
Inhalte
Lernziele/ zu erreichende
Kompetenzen
Proportionalität (direkte und
indirekte)
grafische und mathemati-
sche Darstellung proportio-
naler Abhängigkeiten
Dreisatzrechnungen
Nutzung des Taschenrech-
ners
Medienkompetenz
Inbetriebnahme des PC-
Arbeitsplatzes
Texte eingeben und gestalten
PC als Kommunikationsmittel
(E-Mail)
Nutzung des Internets zur
Informationsbeschaffung
Die Lernenden können den PC in
Betrieb nehmen. Sie kennen die
w ichtigsten Hardw are-
Komponenten.
Die Teilnehmer können Texte in ein
gängiges Textverarbeitungspro-
gramm eingeben und diese gestal-
ten.
Die Teilnehmer können am E-Mail-
Verkehr teilnehmen, Nachrichten
speichern, drucken und Anhänge
versenden.
Die Lerner entw ickeln die Fähigkeit,
Informationen im Internet zu su-
chen, auszuw ählen und zu bew er-
ten.
Mögliche Inhalte aus der Lebenswelt des Lernenden
Die Inhalte sollten anhand von Themen aus der Lebenswelt der Teilnehmenden entwickelt
werden. Dabei wird Wissen aus Themenbereichen wie z.B. Gesundheit, Ernährung, Geo-
grafie, politische Bildung und Kultur in den Lernprozess integriert.
13
Beruf, Familie, Soziales
Haushaltsplan mit Einkommen und
Ausgaben
Wohnungssuche/ Vergleich von
Wohnungsangeboten
Mietvertrag
Kosten und Finanzieren rund ums
Wohnen
Versicherungen
Die Lernenden erw erben Kenntnis-
se zu den genannten Inhalten,
können Informationen dazu für sich
aufbereiten, Entscheidungen treffen
und deren Folgen abschätzen.
Gesundheit und gesunde Lebens-
weise
Versicherung und medizinische
Versorgung
Gesundheitsvorsorge, Krankheit
und Unfall
Gesunderhaltung durch Bew egung
und Ernährung
Gesundheitsrisiken
Entw icklung von Umw eltbew usst-
sein
Die Lernenden erw erben Kenntnis-
se zu den genannten Inhalten,
können Informationen dazu für sich
aufbereiten, Entscheidungen treffen
und deren Folgen abschätzen.
Arbeit und Finanzen
Haushaltseinkommen und Bankge-
schäfte
Rücklagenbildung
Steuern
Anschaffungen
Kredite und Schulden
Die Lernenden erw erben Kenntnis-
se zu den genannten Inhalten,
können Informationen dazu für sich
aufbereiten, Entscheidungen treffen
und deren Folgen abschätzen.
Ausbildung, Beruf und Arbeit
Lebenslauf
Die Teilnehmer erw erben Wissen
13
Vgl.Doberer-Bey (2007): 31.

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9
Themengebiet
Inhalte
Lernziele/ zu erreichende
Kompetenzen
Arbeitssuche und Bewerbung
Arbeitsvertrag
Rechte und Pflichten als Arbeit-
nehmer
und entwickeln Strategien zu Stel-
lensuche und Bew erbung.
Die Lernenden erhalten einen
Grundüberblick über die w ichtigs-
ten Rechtskenntnisse auf diesem
Gebiet und Beratungsangebote.
Orientierungsw issen Politik
Wie funktioniert Politik?
Das politische System der BRD
Umgang mit Behörden
Die Teilnehmer können sich im
politischen System orientieren und
w erden ermutigt sich zu beteiligen
und einzubringen.
Die Lernenden w issen, w as ihr
Anliegen ist, welche Behörde zu-
ständig ist, wie sie telefonische
Erkundigungen einholen und sie
können Formulare verstehen und
ausfüllen.
3.5 Praxisanteile
Zur Nachhaltigkeit des Projektes tragen Praxisanteile entscheidend bei. Praxisanteile sind
auf die Lebenswelt der Teilnehmenden bezogene bzw. arbeitsmarktorientierte Anteile, wie
u.a. Exkursionen, die Arbeit in Lehrwerkstätten und Übungsfirmen oder Praktika in Koopera-
tionsbetrieben.
Der Teilnehmer kann hier seine praktischen Fähigkeiten entwickeln, seine in der Alphabeti-
sierung und Grundbildung erworbenen Kenntnisse anwenden, sowie berufliche Perspektiven
für sich schaffen.
Unverzichtbar ist dabei die Beachtung der Bezüge zwischen Alphabetisierung, Grundbildung
und praktischer Arbeit. Dazu dienen entsprechende individuelle Aufträge an die Teilnehmer,
deren Begleitung in der Praxisphase bzw. die Auswertung des in der Praxis Erlebten.
Der Sozialpädagoge und – sofern vorhanden – der Ausbilder begleitet diese Phase und ar-
beitet eventuell auftretende Probleme mit den Teilnehmern auf.
Der Praxisanteil sollte bei 15 % der Unterrichtszeit liegen.
3.6 Sozialpädagogische Betreuung
Der Sozialpädagoge berät und begleitet jeden einzelnen Teilnehmer, sichert so einen effekti-
ven Lernprozess und unterstützt den Erhalt der Lernmotivation für jeden Einzelnen.
Er ist an der Lernberatung der Teilnehmer bereits vor Kursbeginn und im Kursverlauf betei-
ligt. Ausgehend vom Erstgespräch erfolgt die begleitende sozialpädagogische Betreuung des
Teilnehmers während des Kurses. Dabei orientiert sich der Sozialpädagoge an der persönli-
chen Lebenssituation und den Wünschen des Lernenden. Er führt regelmäßige Fachgesprä-
che mit den Unterrichtenden und ggf. Ausbildern und hospitiert im Unterricht.
Der Sozialpädagoge ist der Ansprechpartner für die Teilnehmer während des Kurses und in
der Nachbetreuung. Feste Sprechzeiten und eine gute Erreichbarkeit des Sozialpädagogen
müssen gesichert sein. Er führt in festgelegten Abständen Einzelgespräche und erarbeitet
mit dem Lernenden individuelle Ziele, die dokumentiert werden. Diese werden kontinuierlich
überprüft und gegebenenfalls angepasst.
Der Sozialpädagoge arbeitet konsequent nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“, unterbrei-
tet Angebote zum Ausbau der sozialen Kompetenzen der Teilnehmer und vermittelt Hilfsan-

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10
gebote bei Netzwerkpartnern wie Schuldnerberatung, Wohnungslosenhilfe u.a. Dies erfolgt
vorrangig durch Einzelbetreuung. Ergänzend hierzu finden im Rahmen der Grundbildung
präventive Gruppenangebote statt (z.B. Schuldenregulierung, Erarbeiten von Lernstrategien,
Budget- und Haushaltsgeldplanung usw.), die vom Sozialpädagogen intensiv unterstützt
werden.
Der Sozialpädagoge leistet aufsuchende Sozialarbeit zur Vermeidung von Fehlzeiten und
Kursabbrüchen, begleitet bei Bedarf zu Ämtern und Behörden und unterstützt die Teilneh-
menden bei ihren Bemühungen um Arbeitsaufnahme.
Die Nachbetreuung durch den Sozialpädagogen sichert die Fortführung begonnener Maß-
nahmen entsprechend der individuell vereinbarten Ziele, auch durch die Vermittlung in wei-
terführende (Hilfs-) Angebote.
3.7 Projektevaluation
Zum Kursende werden die Lernfortschritte der Teilnehmer erfasst und dokumentiert. Dazu
erfolgt ein Vergleich zwischen den Ergebnissen des Einstufungstests zu Beginn der Ma ß-
nahme und den erreichten Lernerfolgen zum Ende der Maßnahme (siehe auch 3.1).
Es erfolgt eine Einschätzung zur erreichten Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit der
einzelnen Teilnehmer.
Daneben erfolgt eine Einschätzung des Kurses durch die Teilnehmer. Dazu nutzt der Träger
für die Zielgruppe geeignete Instrumentarien. Die Ergebnisse werden dokumentiert und bei
Folgemaßnahmen berücksichtigt.
4. Qualitative Anforderungen an das Personal
Die Unterrichtung funktionaler Analphabeten stellt einen hohen Anspruch an die Professiona-
lität des Personals. Bei der Personalauswahl werden folgende Aspekte berücksichtigt:
pädagogische und fachliche Qualifikation
berufliche Erfahrung
Außerdem sollte eine Eignung für die Zielgruppe vorhanden sein, die
Fachkompetenz
Methodenkompetenz
personale Kompetenzen und soziale Kompetenz
umfasst.
Ständige Weiterbildung ist für das Personal selbstverständlich.
Die folgende Übersicht zeigt Anforderungen an die Qualifikation für Dozenten und sozialpä-
dagogische Betreuer in Alphabetisierungsmaßnahmen.

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11
Anforderungen an die Qualifikation für Lehrkräfte
14
und sozialpäda-
gogische Betreuer in Alphabetisierungsmaßnahmen
Lehrkräfte in der Alphabetisierung und Grundbildung
Grundvoraussetzung für einen Einsatz in einer Alphabetisierungsmaßnahme ist
ein Hochschulabschluss, ein Fachhochschulabschluss oder ein als gleichwertig
anerkannter Abschluss nach DDR-Recht
Anforderungen für Lehrkräfte im Bereich Alphabetisierung und Grundbildung
Grundqualifikation
Nachzuweisende Weiterbildung zu Inhalten im Be-
reich Alphabetisierung/ Grundbildung oder Berufser-
fahrung
pädagogischer Abschluss mit Lehr-
befähigung im Fach Deutsch,
Deutsch als Fremdsprache,
Deutsch als Zweitsprache oder für
andere Sprachen
ca. 24 Stunden zu den nachstehend genannten In-
halten (mind. aus 2 Schwerpunktbereichen)
oder
400 Unterrichtsstunden in der Alphabetisierung vor
Kursbeginn
andere pädagogische Abschlüsse
ca. 64 Stunden zu den nachstehend genannten In-
halten (mind. aus 3 Schwerpunktbereichen)
oder
1.000 Unterrichtsstunden in der Alphabetisierung vor
Kursbeginn
Unterrichtserfahrung in der Alpha-
betisierung (ca. 400 UE)
ca. 24 Stunden zu den nachstehend genannten In-
halten (mind. aus 2 Schwerpunktbereichen)
Unterrichtserfahrung aus anderen
Bereichen (ca. 400 UE)
ca. 64 Stunden zu den nachstehend genannten In-
halten (mind. aus 3 Schwerpunktbereichen)
Germanist
(Bachelor of Arts, Magister, Diplom)
ca. 64 Stunden zu den nachstehend genannten In-
halten (mind. aus 3 Schwerpunktbereichen)
oder
1.000 Unterrichtsstunden in der Alphabetisierung vor
Kursbeginn
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Der besseren Lesbarkeit halber wurde auf die explizite Nennung jeweils der männlichen und weibli-
chen Form verzichtet. Gemeint sind immer beide Geschlechter gleichermaßen.

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Sozialpädagogische Betreuer in Alphabetisierungsmaßnahmen
Anforderungen für Sozialpädagogische Betreuer
Grundqualifikation
Nachzuweisende Weiterbildung zu Inhalten im Be-
reich Alphabetisierung/ Grundbildung und Berufser-
fahrungen
Sozialpädagoge, Sozialarbeiter
(Hochschul-, Fachhochschul- oder
BA-Abschluss)
Erziehungswissenschaftler mit
Schwerpunkt Sozialpädagogik
keine Auflagen
Pädagogen, Psychologen (Hoch-
schul- oder Fachhochschulab-
schluss)
8 Stunden aus dem Schwerpunktbereich Grundlagen
Fachkraft für soziale Arbeit,
Erzieher,
Hoch- oder Fachhochschulab-
schluss auf anderem Gebiet
8 Stunden aus dem Schwerpunktbereich Grundlagen
mind. 2 Jahre Berufserfahrung in der sozialpädago-
gischen Arbeit mit Erwachsenen vor Kursbeginn
Nachzuweisende Inhalte im Bereich Alphabetisierung/Grundbildung:
Schwerpunktbereiche
Inhalte
Grundlagen
Zugang zur Alphabetisierungs- und Grundbil-
dungsarbeit
Besonderheiten der Zielgruppe der funktionalen
Analphabeten
Alltagsrechnen – didaktisch-methodisches Vor-
gehen
Lernberatung
Ziele und Inhalte der Alphabetisierungsarbeit mit
Migranten
Einstufung, Beratung und Beurteilung von Teil-
nehmenden
Für die Zielgruppe geeignete Instrumente und Ver-
fahren zur Kompetenzfeststellung
Zwischen Alphabetisierung und niedrigschwelli-
gem DaZ-Unterricht
zielgruppengerechte methodische Ansätze der
Schriftsprachvermittlung
Teilleistungs-
schwächen/Lern-
therapie
LRS/ Legasthenie
Dyskalkulie
Lerntherapie

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13
Erwachsenen-
didaktik
heterogene Gruppen – individuelle Förderung
Lernprozessbegleitung
Kollegiale Beratung/ Praxisreflexion
Erwachsenendidaktik
Unterrichten von Menschen mit Lernbeeinträchti-
gungen
lernpsychologische Grundlagen für die Erwach-
senenbildung
Besonderheiten des Lehr-Lernprozesses bil-
dungsferner Lerner
Gestaltung von Bildungs- und Förderprozessen in
der Alphabetisierung/Grundbildung
Soziokulturelle, interkulturelle und lernerbiogra-
phische Aspekte
Handlungsorientierte Unterrichtskonzepte
Methoden und Methodenvielfalt im Alphabetisie-
rungsunterricht
Lehrwerke sowie verfügbare und selbst herge-
stellte Materialien
Lernerautonomie
Lernschwierigkeiten und Binnendifferenzierung
Bilder und Visualisierungen im Alphabetisie-
rungsunterricht
Neue Medien/ e-learning in der (DaZ)-
Alphabetisierung
Unterrichtsplanung, Unterrichtsevaluierung und
Selbstreflexion
Sprachwissen-
schaftliche Aspekte
der deutschen
Sprache
Grundlagen des Schriftspracherwerbs
zielgruppengerechte methodische Ansätze der
Schriftsprachvermittlung
Sprachwissenschaftliche Grundlagen
Bedeutung der Herkunftssprachen: Kontrastive
Alphabetisierung
Phonologische Bewusstheit

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Koordinierungsstelle Alphabetisierung Sachsen
www.koalpha.de
14
5. Literaturverzeichnis
Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V.
(2001): Qualitätssicherung in der
Alphabetisierung. Auf dem Weg zu einem Grundbildungsangebot in der Erwachsenenbil-
dung.
URL:
http://www.alphabetisierung.de/fileadmin/files/Dateien/Downloads_BV/Qualitatssicheru
ng_Positionspapier.pdf (Stand: 13.01.2010)
Doberer-Bey
, A. (2007): Qualitätsstandards für die Alphabetisierung und Basisbildung. Her-
ausgegeben von der Entwicklungspartnerschaft In.Bewegung. Netzwerk Basisbildung und
Alphabetisierung in Österreich
Fachgruppe Zielgruppenanalyse (
2010): Was ist funktionaler Analphabetismus? URL:
http://www.alphabetisierung.de/fileadmin/files/Dateien/Downloads_BV/Definition_f%C3%BCr
_Layout.pdf (Stand: 28.03.2011)
Förderbaustein
– Förderbaustein – Informationen für Antragsteller zur Umsetzung der ESF-
Richtlinie. Stand 31.05.2016
Grotlüschen
, A. (Hrsg.) (2010): lea.-Diagnose: Waxmann
Grotlüschen
, A.; Riekmann, W. (2011): leo. – Level One Studie. Presseheft
Klein
, R. (Hrsg.) (2009): „Lesen und Schreiben sollten sie schon können“. Sichtweisen auf
Grundbildung. GIWA Schriftenreihe zu Grundbildung in Wirtschaft und Arbeit - mehrperspek-
tivisch Band 1
Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg
(LISUM) (2008): Grundbildung für
Erwachsene. Module für ein Grundbildungsangebot an Weiterbildungseinrichtungen im Land
Brandenburg. 2. erweiterte Auflage.
PASS Alpha
– Pro Alphabetisierung – Wege in Sachsen (2006): Herausforderung Analpha-
betismus. Alphabetisierung funktionaler Analphabeten in Sachsen. Abschlussbericht: Dres-
den
Richtlinie des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus zur Förderung von aus dem Euro-
päischen Sozialfonds mitfinanzierten Vorhaben“ (SMK-ESF-RL 2014-2020)

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Koordinierungsstelle Alphabetisierung Sachsen
www.koalpha.de
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Anhang 1
Checkliste zur Umsetzung der Qualitätsstandards für
ESF-geförderte Alphabetisierungsmaßnahmen in Sachsen
Nr.
ja
nein entf.
2.
Qualitative Anforderungen an die Einrichtung/ Ausstattung
2.1
Räume
Geeignete Räume und Mobiliar sind vorhanden.
Zugang zu PCs inkl. Drucker und Internet vorhanden
Raum für Beratungsgespräch vorhanden
Gute Erreichbarkeit der Einrichtung mit ÖPNV
2.2
Ausstattung
Nötige unterrichtstechnische Mittel und audiovisuelle Medien
vorhanden
Unterrichtsmaterial und Verbrauchsmaterial vorhanden
Unterrichtsmaterial ist erwachsenengerecht
3.
Qualitative Anforderungen an die Kursangebote
3.1
Erst- und Lernberatung
Für Lernberatung wird ein in der Alphabetisierung erfahrener
Mitarbeiter eingesetzt.
Verwendung von Einstufungsinstrumentarien ohne Prüfungs-
situationen herbeizuführen
Im Kursverlauf erfolgt eine kontinuierliche Lernberatung
3.2
Gruppengröße
Gruppengröße von 6-8 Teilnehmern wird eingehalten
3.3
Unterrichtszeit
Unterrichtszeit beträgt mindestens 8 und höchstens 30 Unter-
richtsstunden pro Woche
Bei der zeitlichen Planung des Unterrichts werden lernpsycho-
logische Grundsätze beachtet.
3.4
Unterrichtsinhalte
Schwerpunkt im Unterricht liegt auf Vermittlung von Kenntnis-
sen und Fertigkeiten im Bereich Lesen und Schreiben
Der Unterricht umfasst auch weitere Inhalte, die unter Grund-
bildung zusammengefasst werden können.
Bezüglich des Umfanges der einzelnen Unterrichtsbestandtei-
le orientiert sich das Konzept an folgenden Vorgaben:
Schriftspracherwerb: mindestens 70% der Gesamtstunden-

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Koordinierungsstelle Alphabetisierung Sachsen
www.koalpha.de
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Nr.
ja
nein entf.
zahl des Kurses
Grundbildung:ca. 15% der Gesamtstundenzahl des Kurses
Praxisanteile: ca. 15% der Gesamtstundenzahl des Kurses
Eine Übersicht zu möglichen Unterrichtsinhalten im Bereich Schriftsprachvermittlung
und Grundbildung finden Sie in den Qualitätsstandards für ESF-geförderte Alphabe-
tisierungsmaßnahmen.
3.5
Praxisanteile
Praxisanteile sind vorhanden (15% der Unterrichtszeit)
Bezüge zwischen Alphabetisierung, Grundbildung und prakti-
scher Arbeit werden hergestellt
Begleitung der Praxisanteile durch Sozialpädagogen (und
Ausbilder)
3.6
Sozialpädagogische Betreuung
Der Sozialpädagoge ist an der Lernberatung beteiligt.
Er führt regelmäßige Fachgespräche mit Unterrichtenden und
ggf. Ausbildern
Er hospitiert im Unterricht.
Der Sozialpädagoge betreut die Teilnehmenden während des
Kurses und in der Nachbetreuung.
Es sind feste Sprechzeiten und eine gute Erreichbarkeit vor-
handen.
Der Sozialpädagoge führt regelmäßig Einzelgespräche und
erarbeitet mit dem Lernenden individuelle Ziele.
3.7
Projektevaluation
Erfassung und Dokumentation der Lernfortschritte zum Kurs-
ende
Einschätzung der Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit
Kursangebote werden auch durch Teilnehmereinschätzung
evaluiert
Geeignete Instrumentarien werden genutzt
Ergebnisse werden dokumentiert und berücksichtigt
4.
Qualitative Anforderungen an das Personal
Mindestanforderungen an die Qualifikation der Lehrkräfte in
der Alphabetisierung und Grundbildung erfüllt
Mindestanforderungen an die Qualifikation der sozialpädago-
gischen Betreuer in der Alphabetisierung und Grundbildung
erfüllt