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LANDESDIREKTIOM
SACHSEN
KHPE/3257/21/
Freistaat
SACHSEIM
LANDESDIREKTION SACHSEN
09105 Chemmtz
Gemeindeverwaltung Klipphausen
Talstraße 3
01665 Klipphausen
nachrichtlich per E-Mail an:
- LRA Meißen
- RPV Oberes Elbtal/Osterzgebirge
lhr/-e AnsprechpartnerZ-in
Ines Helnze
Durchwahl
Telefon+49 351 825-3410
Telefax +49 351 825-9301
ines.heinze@
lds.sachsen.de*
Geschäftszeichen
(bitte bei Antwort angeben)
DD34-2417/142/63
Dresden,
21. Mai 2021
Gemeinde Kiipphausen
Bebauungsplan „Gewerbegebiet ehemaliger Bahnhof
Uilendorf/Röhrsdorf"
Frühzeitige Beteiiigung der Raumordnungsbehörde im Verfahren gemäß § 4
Abs. 1 BauGB
Ihr Schreiben vom 28. April 2018
MACH
WAS:
1
msm WICHTIGES
Arbeiten im Öffentlichen Dienst Sachsen
Sehr geehrte Damen und Herren,
nach Prüfung des Sachverhalts anhand der uns vorliegenden Unterlagen gibt
die Raumordnungsbehörde folgende
raumordnerische Stellungnahme ab:
Um die vorliegende Planung in Einklang mit den Erfordernissen der Raum
ordnung^ zu bringen, wird empfohlen, den Geltungsbereich des Bebauungs-
planes-auTdie^Bereiche um die bestehende-Gebäudesubstanz-der-Interims--
unterkunft der Oberschule Klipphausen zu beschränken. Auf die Begründung
wird verwiesen.
Begründung
Sachverhalt
Postanschrift:
Landesdirektion Sachsen
091 OS Chemnitz
Besucheranschrift:
Landesdirektion Sachsen
Abteilung 3- Infrastruktur
Olbnchtplatz 1
01099 Dresden
www Ids sachsen.de
Bankverbindung:
Empfanger
Hauptkasse des Freistaates Sach
sen
IBAN
DE22 8600 0000 0086 0015 22
BIG MARK DEF1 860
Deutsche Bundesbank
Verkehrsverbindung:
DVB Linien 7,8 und 64
Haltestelle Stauffenbergallee
Die Gemeinde Klipphausen beabsichtigt, mit der Aufsteliung des Bebauungs
planes „Gewerbegebiet ehemaliger Bahnhof Ullendorf/Röhrsdorf' die bau-
planungsrechtlichen Voraussetzungen für eine Nachnutzung der Gebäude der
■'
Beurteilungsmaßstab sind die Erfordernisse der Raumordnung. Das sind gemäß § 3 Abs. 1
Nr. 1 ROG Ziele der Raumordnung, Grundsätze der Raumordnung und sonstige Erfordernisse
der Raumordnung (z. B. in Aufsteliung befindliche Ziele)
Seite 1 von 4
Für Besucher mit Behinderungen
befinden sich gekennzeichnete
Parkplätze vor dem Gebäude
•Informationen zum Zugang für ver
schlüsselte / signierte E-Mails /
elektronische Dokumente sowie
elektronische Zugangswege finden
Sie unter
www.lds
Sachsen de/kontakt
Informationen zum Datenschutz finden Sie
unter www Ids Sachsen de/datenschutz

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LANDESDIREKTION
SACHSEN
Freistaat
SACHSEN
Interimsunterkunft der evangelischen Oberschule Klipphausen zu schaffen und
Gewerbeflächen für die Erweiterung und Neuansiedlung von Unternehmen auszuweisen.
Das Bebauungsplangebiet befindet sich westlich der Staatsstraße 8 177 abgesetzt von
den Siedlungskernen der Gemeinde in unmittelbarer Nachbarschaft zum bestehenden
Gewerbegebiet Röhrsdorf und umfasst eine Fläche von ca. 3,0 ha.
Im wirksamen Flächennutzungsplan der Gemeinde Klipphausen ist der Geltungsbereich
des Bebauungsplanes als Fläche für die Landwirtschaft dargestellt. Der Flächen
nutzungsplan soll im Parällelverfahren geändert werden.
Rechtliche Grund laoen
• Landesentwicklungsplan Sachsen 2013 (LEP 2013) vom 12. Juli 2013 (SächsGVBI.
S. 582), verbindlich seit 31. August 2013;
• Regionalplan Oberes Elbtal/Osterzgebirge, 2. Gesamtfortschreibung 2020, wirksam
seit 17. September 2020 mit Bekanntmachung der Genehmigung im Amtlichen An
zeiger des Sächsischen Amtsblattes Nr. 38/2020
Raumordnerische Bewertung
Grundlage für die raumordnerische Bewertung der vorliegenden Planung sind die im
Landesentwicklungsplan Sachsen 2013(LEP 2013) dokumentierten landesplanerischen
Ziele und Grundsätze und im Weiteren die Festlegungen des Regionalplanes Oberes
Elbtal/Osterzgebirge.
Grundsätzlich ist festzustellen, dass die in der Bebauungsplanbegründung dargestellten
Planungsabsichten noch sehr unkonkret sind. Als Möglichkeiten der Nachnutzung des
vorhandenen Gebäudebestandes werden eine kleinteilige, mischgebietstypische
gewerbliche Nutzung als auch eine Nutzung als Landarztpraxis in Betracht gezogen. Eine
Bündelung von Grundversorgungseinrichtungen am Standort wird angestrebt. Auch für
die geplanten Gewerbeflächen sind keine konkreten Ansiedlungsvorhaben benannt, so
dass aus raumordnerischer Sicht von einer Angebotsplanung ausgegangen wird.
Der Gemeinde Klipphausen ist weder im Landesentwicklungsplan noch im Regionalplan
Oberes Elbtal/Osterzgebirge eine zentralörtliche Funktion oder eine besondere Ge-
meindefunktion.zugewiesen worden. Die künftige gewerbliche Siedlungsentwicklung der
Gemeinde hat sich dementsprechend an der Eigenentwicklung, die sich aus den An
sprüchen ortsangemessener Gewerbebetriebe ergibt, zu orientieren (vgl. Ziel 2.2.1.6
LEP 2013).
In diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen, dass die Gemeinde Klipphausen u. a.
auch auf Grund ihrer verkehrsgünstigen Lage an der Bundesautobahn A 4 über gewerb
liche Bauflächen in einer Größenordnung von mehr als 150 ha verfügt.
Entsprechend Grundsatz 2.3.1.1 LEP 2013 sollen die räumlichen und infrastrukturellen
Voraussetzungen für eine nachfrageorientierte Entwicklung attraktiver Industrie- und Ge
werbestandorte geschaffen werden und zur Ansiedlung neuer sowie zur Erhaltung, Er
weiterung oder Umstrukturierung bestehender Industrie- und Gewerbebetriebe bei
tragen. In den Gemeinden sollen bedarfsgerecht gewerbliche Bauflächen zur Sicherung
der Eigenentwicklung zur Verfügung gestellt werden (vgl. Grundsatz 2.3.1.2 LEP 2013).
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lANDESÜlREKTIOM
SACHSEN
Freistaat
SACHSEN
Die Festsetzung neuer Baugebiete außerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile
ist gemäß Ziel 2.2.1.4 LEP 2013 nur in Ausnahmefällen zulässig, wenn innerhalb dieser
Ortsteile nicht ausreichend Flächen in geeigneter Form zur Verfügung stehen. Solche
neuen Baugebiete sollen in Anbindung an vorhandene im Zusammenhang bebaute Ort
steile festgesetzt werden. Der vorliegende Bebauungsplan widerspricht somit dem Prin
zip des Vorrangs der Innen- vor Außenentwicklung.
im wirksamen Flächennutzungsplan der Gemeinde Klipphausen werden die Siedlungs
kerne Klipphausen/Sachsdorf, Taubenheim, Naustadt/Scharfenberg, Burkhardswalde
und Miltitz unter Beachtung der Verteilung der Einrichtungen der Daseinsvorsorge als
Schwerpunkte der gemeindlichen Entwicklung festgelegt. Die angedachte Bündelung
-von Grundversorgungseinrichtungen am Standort westlich der-Staatsstraße-S-l-77-würde-
zu einer Schwächung dieser Siediungskerne führen. Auch die in der Bebauungsplan
begründung angeführte Knotenpunktfunktion im ÖPNV ist angesichts der geringen Ver
bindungshäufigkeit der bestehenden zwei Buslinien aus raumordnerischer Sicht frag
würdig.
Das Plangebiet befindet sich entsprechend der Raumnutzungskarte des rechtskräftigen
Regionalplanes Oberes Elbtal/Osterzgebirge im Randbereich eines Vorranggebietes
Landwirtschaft. Wenngleich auf Grund einer frühzeitigen Abstimmung mit dem Regio
nalen Planungsverband Oberes Elbtal/Osterzgebirge dieser entsprechend der Bebau
ungsplanbegründung mitgeteilt hat, dass der Gemeinde diesbezüglich ein Konkretisie
rungsrahmen von ca. 100 - 150 m im Rahmen der Bauleitpianung zur Verfügung steht,
handelt es sich in diesem Bereich um Böden mit einer sehr hohen natürlichen Boden
fruchtbarkeit. Gemäß Grundsatz 4.1.3.2 LEP 2013 soll die unvermeidbare Neuinan
spruchnahme von Flächen für Siedlung und Gewerbe auf Flächen mit Böden, die bereits
anthropogen vorbelastet sind oder die eine geringe Bedeutung für die Land- und Forst
wirtschaft ... haben, gelenkt werden.
Der regionalplanerischen Vorrangausweisung verkehrliche Nachnutzung Bahntrasse der
im Plangebiet gelegenen ehemaligen Bahnstrecke Wilsdruff - Gärtitz soll mit einer Fest
setzung als von Bebauung freizuhaltende Fläche Rechnung getragen werden.
Insgesamt wird aus Sicht der Raumordnung empfohlen, den Bebauungsplan auf die Be
reiche um die bauplanungsrechtlich zu sichernde Gebäudesubstanz der Interimsunter
kunft der Oberschule Klipphausen zu beschränken, um für diese eine Nachnutzung zu
'gewähTleiStenT'Vördem'Hintergründ, das~s-ein konkreter=Bedarfsnachweis-über die pau^
schale Aussage hinaus, dass große Nachfrage nach gewerblichen Bauflächen in der Ge
meinde Klipphausen besteht, nicht erbracht wird, sollte auf die geplante Erweiterung von
gewerblichen Bauflächen in den Freiraum verzichtet werden.
Hinweise
Einschränkende Nutzungsbedingungen oder konkurrierende Nutzungsansprüche aus
dem Raumordnungskataster sind für die überplante Fläche nicht bekannt.
Hinweise und Anregungen zu der nach § 2 Abs. 4 BauGB erforderlichen Umweltprüfung
werden durch uns nicht gegeben, da die Festlegung von Umfang und Detaillierungsgrad
nicht Gegenstand der Raumordnung ist.
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LANDESDIREKTION
SACHSEN
frcislaat
SACHSEN
Wir bitten Sie, uns über den weiteren Fortgang des Verfahrens {Abwägung, Geneh
migung, Inkraftsetzung) im Rahmen Ihrer gesetzlichen Mitteilungspflicht gemäß § 18
SächsLPIG zu Informieren.^
Mit freundlichen Grüßen
■1^ H
Ines Heinze
Referentin Raumordnung
^ § 18 Abs. 1 SächsLPIG: „Die öffentlichen Stellen und die Personen des Privatrechts nach § 4 Absatz 1
Satz 2 des Raumordnungsgesetzes sind verpflichtet, der Raumordnungsbehörde unau^efordert die von
ihnen beabsichtigten raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen unverzüglich zur Führung des
Raumordnungskatasters mitzuteilen sowie unverzüglich über wesentliche Änderungen zu informieren. Die
Gemeinden informieren die Raumordnungsbehörde bei Wirksamwerden der Flächennutzungspläne und bei
Inkrafttreten der Bebauungspläne über deren Inhalt und deren räumlichen Geltungsbereich. Behörden sind
darüber hinaus verpflichtet, der Raumordnungsbehörde die im Rahmen ihrer Zuständigkeit zu ihrer Kenntnis
gelangten raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen unverzüglich mitzuteilen."
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KHPE/3227/21/
Regionaler Planungsverband
Oberes Elbtal/Osterzgebirge
Regionaler Ptanungsverband Oberes Elbtal/Osterzgebirge
Meißner Straße 151a. 01445 Radebeul
Körperschaft des öffentlichen Rechts
Verbandsgeschäftsstelle
Gemeinde Klipphausen
Abteilung Bauamt
Talstraße 3
01665 Klipphausen
Radebeul.
18.05.2021
Bearbeiter:
Frau Hein
Telefon:
0351 40404-712
E-MatI;
DanieIa.Hein@rpv-oeoe.de
Aktenzeichen: 2710-48.00
Stellungnahme zum Vorentwurf des Bebauungsplans „Gewerbegebiet ehemaliger
Bahnhof Ullendorf/Röhrsdorf", Gemeinde Klipphausen, Landkreis Meißen
Posteingang Regionaler Planungsverband: 30.04.2021
Sehr geehrte Damen und Herren,
der Vorentwurf des o. g. Bebauungsplans wurde auf der Grundlage 2. Gesamtfortschreibung
des Regionalplans^ für die Region Oberes Elbtal/Osterzgebirge geprüft.
Im Ergebnis der Prüfung teile ich Ihnen mit, dass der Planvorentwurf mit einem Geltungs
bereich von ca. 3,0 ha zur Entwicklung einer Gewerbefläche in Ergänzung einer bestehenden
Gewerbenutzung nicht in Konflikt zu regionalplanerischen Festlegungen steht.
Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass der Verlauf des Vorranggebietes verkehrliche
Nachnutzung Bahntrasse [VRG NB02 - Wilsdruff - (Gärtitz bei Döbeln)] von Bebauung und
Bepflanzungen freizuhalten ist. Die Maßnahme MI sollte dementsprechend im östlichen
Bereich verkleinert und die von Bebauung freizuhaltende Fläche in diesen Bereich verlängert
werden. Weiterhin sind Regelungen zum Rückbau bei Nutzungsaufgabe des bestehenden
östlichen Gebäudeteils aufgrund der Lage innerhalb des Vorranggebietes verkehrliche
Nachnutzung Bahntrasse zu treffen.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Russig
Leiterin
'
Regionalplan Oberes Elbtal/Osterzgebirge, 2. Gesamtfortschreibung 2020, wirt<sam seit 17.09.2020 mit
Bekanntmachung der Genehmigung im Amtlichen Anzeiger des Sächsischen Amtsblattes Nr. 38/2020
Internet;
www.rpv-elbtalosterz.de
E-Mail: posl@rpv-oeoe,de
Telefon;
Telefax;
0351 40404-701
0351 40404-740
Sie erreichen uns mit der Straßenbahnlinie 4
(Haltestelle Landesbühnen Sachsen)
und der S1 (Haltepunkt Weintrautae)

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Stellungnahme zum Vorhaben
Klipphausen, Bebauungsplan "Gewerbegebiet ehemaliger Bahnhof Ul-
lendorf/Röhrsdorf" (Vorentwurf), Flächennutzungsplan (Vorentwurf, 4.
Änderung), Lkr. Meißen
Sehr geehrte Damen und Herren,
vielen Dank für die Zusendung der Planunterlagen zu o.g. Vorhaben. Im Rah-
men der Beteiligung der TÖB gibt das Landesamt für Archäologie folgende
Stellungnahme ab:
Die archäologische Relevanz des Vorhabenareals belegen archäologische
Kulturdenkmale aus dem nahen Umfeld, die nach § 2 SächsDschG Gegen-
stand des Denkmalschutzes sind (
bronzezeitliches Gräberfeld [D-60980-02],
bronzezeitliche Siedlung [D-60630-04]
).
Vor Beginn von Bodeneingriffen im Rahmen von Erschließungs- und Bauar-
beiten müssen durch das Landesamt für Archäologie im von Bautätigkeit be-
troffenen Areal archäologische Grabungen durchgeführt werden. Auftretende
Befunde und Funde sind sachgerecht auszugraben und zu dokumentieren.
Diese beiden Sätze sind als Hinweise in den Bebauungsplan aufzunehmen,
um die Untere Bauaufsichtsbehörde und den künftigen Vorhabenträger oder
Bauherren von der Genehmigungspflicht zu informieren.
Nach § 14 SächsDSchG bedarf der Genehmigung der Denkmalschutzbe-
hörde, wer Erdarbeiten etc. an einer Stelle ausführen will, von der bekannt
oder den Umständen nach zu vermuten ist, dass sich dort Kulturdenkmale be-
finden.
Der Vorhabenträger wird im Rahmen des Zumutbaren an den Kosten beteiligt
(§ 14, Abs. 3 SächsDschG).
Der zeitliche und finanzielle Rahmen der Ausgrabung sowie das Vorgehen
werden in einer zwischen Vorhabenträger und Landesamt für Archäologie ab-
zuschließenden Vereinbarung verbindlich festgehalten.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Patricia van der Burgt
Referentin
Dieses Schreiben wurde elektronisch erstellt und ist auch ohne Unterschrift gültig.
D/UD Mei
Gemeinde Klipphausen
Bauamt
Talstraße 3
01665 Klipphausen
LANDESAMT FÜR ARCHÄOLOGIE SACHSEN
Zur Wetterwarte 7 | 01109 Dresden
Ihr Ansprechpartner
Dr. Patricia van der Burgt
Durchwahl
Telefon +493518926679
Telefax +493518926999
e-Mail
Patricia.vanderBurgt@
lfa.sachsen.de*
Ihr Zeichen
Ihre Nachricht vom
28.04.2021
Aktenzeichen
(bitte bei Antwort angeben)
2-7051/64/356-2021/12966
Dresden,
20.05.2021
Hausanschrift:
Landesamt für Archäologie Sach-
sen
Zur Wetterwarte 7
01109 Dresden
www.archaeologie.sachsen.de
Bankverbindung:
Hauptkasse des Freistaates
Sachsen
Deutsche Bundesbank
IBAN:
DE06 8600 0000 0086 0015 19
BIC: MARK DEF1 860
Verkehrsverbindung:
Zu erreichen mit
Straßenbahnlinie 7 –
Industriepark Klotzsche
Buslinie 70 – Hugo-Junkers-Ring
*Kein Zugang für elektronisch signierte so-
wie für verschlüsselte elektronische Doku-
mente.

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*2021/82162*
2021/82162
Ihre Nachricht vom
28.04.2021
Aktenzeichen
(bitte bei Antwort angeben)
21-2511/178/11
Dresden, 03.06.2021
Hausanschrift:
Sächsisches Landesamt für
Umwelt, Landwirtschaft und
Geologie
Abteilung 2
August-Böckstiegel-Str. 3,
01326 Dresden
www.sachsen.de
Verkehrsverbindung:
Buslinie 63, 83 und Linie P Halte-
stelle Pillnitzer Platz
Für Besucher mit Behinderungen
befinden sich gekennzeichnete
Parkplätze vor dem Haus August-
Böckstiegel-Straße 1
Seite 1 von 5
SÄCHSISCHES LANDESAMT FÜR UMWELT, LANDWIRTSCHAFT UND GEOLOGIE
Postfach 540137 | 01311 Dresden
Ihr/-e Ansprechpartner/-in
Rainer Clausnitzer
per E-Mail
eva.roick@klipphausen.de
Gemeinde Klipphausen
Abteilung Bauamt
Talstraße 3
01665 Klipphausen
Durchwahl
Telefon +4935126122110
Telefax +4935126122099
rainer.clausnitzer@
smul.sachsen.de
Ihr Zeichen
Bebauungsplan „Gewerbegebiet ehemaliger Bahnhof Ullen-
dorf/Röhrsdorf“ der Gemeinde Klipphausen - Vorentwurf
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit diesem Schreiben erhalten Sie die Stellungnahme des Sächsischen
Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) als Träger
öffentlicher Belange.
Wir weisen darauf hin, dass im LfULG nur die Belange
-
Fluglärm
-
Anlagensicherheit / Störfallvorsorge
-
natürliche Radioaktivität
-
Fischartenschutz und Fischerei und
-
Geologie
Gegenstand der Prüfung sind. Die Prüfung weiterer Belange ist auf Grund
fehlender Zuständigkeit nicht möglich.
Wir haben die Prüfung und Einschätzung u.a. auf der Grundlage des In-
halts der unter den Gliederungspunkten 2.1 und 3.1 angegebenen Unterla-
gen vorgenommen:
1
Zusammenfassendes Prüfergebnis
Seitens des LfULG stehen dem Vorhaben keine Bedenken entgegen.
Im Rahmen weiterer Planungen zur Bebauung bestehen jedoch Anforde-
rungen zum Radonschutz, die zu beachten sind. Zur Begründung und zu
weiteren Hinweisen der natürlichen Radioaktivität siehe Gliederungspunkt
2.
Wir empfehlen außerdem, im Rahmen der weiteren Planbearbeitung die in
Punkt 3 folgenden geologischen Hinweise zu berücksichtigen.

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Seitens der Anlagensicherheit und Störfallvorsorge bestehen keine Bedenken, da im
Rahmen der vorgesehenen Nutzungseinschränkung im geplanten Gewerbegebiet nur
nicht wesentlich störende Gewerbebetriebe im Sinne von § 6 Abs. 1 BauNVO zugelas-
sen werden.
Die Belange des Fluglärms sowie des Fischartenschutzes bzw. der Fischerei sind nicht
berührt.
2
Natürliche Radioaktivität
2.1
Unterlagen
[1]
Kataster für Natürliche Radioaktivität in Sachsen, basierend auf Kenntnissen
über den Altbergbau, Uranerzbergbau der Wismut und Ergebnissen aus dem
Projekt „Radiologische Erfassung, Untersuchung und Bewertung bergbaulicher
Altlasten“ (Altlastenkataster) des Bundesamtes für Strahlenschutz.
[2]
Gesetz zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung (Strah-
lenschutzgesetz - StrlSchG) vom 27. Juni 2017 (BGBl. I S. 1966), das zuletzt
durch Artikel 9 des Gesetzes vom 25. Februar 2021 (BGBl. I S. 306) geändert
worden ist.
[3]
Verordnung zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung
(Strahlenschutzverordnung - StrlSchV) vom 29. November 2018 (BGBl. I S.
2034, 2036), die zuletzt durch Artikel 1 der Verordnung vom 20. November
2020 (BGBl. I S. 2502) geändert worden ist.
[4]
Allgemeinverfügung zur Festlegung von Gebieten zum Schutz vor Radon-222 in
Innenräumen nach § 121 Absatz 1 Satz 1 des Strahlenschutzgesetzes vom 19.
November 2020 (SächsABl. S. 1362).
2.2
Prüfergebnis
Gegenwärtig [1] liegen uns keine Anhaltspunkte über radiologisch relevante Hinterlas-
senschaften für dieses Plangebiet vor.
Zum vorliegenden Vorhaben bestehen daher derzeit keine Bedenken. Jedoch sind im
Rahmen weiterer Planungen zur Bebauung die nachfolgenden Anforderungen und
Hinweise zum Radonschutz zu beachten.
2.3
Anforderungen zum Radonschutz
Das Strahlenschutzgesetz (§§ 121 - 132 StrlSchG) [2] und die novellierte Strahlen-
schutzverordnung (§§ 153 - 158 StrlSchV) [3] regeln die Anforderungen an den Schutz
vor Radon. Dabei wurde ein Referenzwert von 300 Bq/m³ (Becquerel pro Kubikmeter
Luft) für die über das Jahr gemittelte Radon-222-Aktivitätskonzentration in der Luft in
Aufenthaltsräumen und an Arbeitsplätzen in Innenräumen festgeschrieben.
Wer ein Gebäude mit Aufenthaltsräumen oder Arbeitsplätzen errichtet, hat grundsätz-
lich geeignete Maßnahmen zu treffen, um den Zutritt von Radon aus dem Baugrund zu
verhindern oder erheblich zu erschweren. Diese Pflicht gilt als erfüllt, wenn die nach
den allgemein anerkannten Regeln der Technik erforderlichen Maßnahmen zum
Feuchteschutz eingehalten werden.

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Wer im Rahmen baulicher Veränderung eines Gebäudes mit Aufenthaltsräumen oder
Arbeitsplätzen Maßnahmen durchführt, die zu einer erheblichen Verminderung der
Luftwechselrate führen, soll die Durchführung von Maßnahmen zum Schutz vor Radon
in Betracht ziehen, soweit diese Maßnahmen erforderlich und zumutbar sind.
Mit Inkrafttreten am 31.12.2020 wurden per Allgemeinverfügung [4] Gebiete nach § 121
Abs. 1 Satz 1 Strahlenschutzgesetz [2] festgelegt. Für diese sogenannten Radonvor-
sorgegebiete wird erwartet, dass die über das Jahr gemittelte Radon-222-
Aktivitätskonzentration in der Luft in einer beträchtlichen Zahl von Gebäuden mit Auf-
enthaltsräumen oder Arbeitsplätzen den Referenzwert von 300 Bq/m³ überschreitet. In
diesen Gebieten sind besondere Anforderungen an den Schutz vor Radon zu erfüllen.
Die Allgemeinverfügung sowie alle weiterführenden Informationen sind unter
www.radon.sachsen.de
nachzulesen.
Das zu überplanende Gebiet befindet sich außerhalb eines festgelegten Radonvorsor-
gegebietes [4] und nach unseren Erkenntnissen in einer als unauffällig bezüglich der zu
erwartenden durchschnittlichen Radonkonzentration in der Bodenluft charakterisierten
geologischen Einheit. Der Gesetzgeber schreibt neben den grundsätzlichen Maßnah-
men zum Radonschutz, welcher durch eine fachgerechte Ausführung der Maßnahmen
hinsichtlich des Feuchteschutzes nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik
als ausreichend angesehen wird, keine zusätzlichen Anforderungen an den Radon-
schutz vor.
Aber auch außerhalb der festgelegten Radonvorsorgegebiete kann nicht mit Sicherheit
ausgeschlossen werden, dass auf Grund lokaler Gegebenheiten und der Eigenschaften
des Gebäudes hinsichtlich eines Radonzutrittes dennoch erhöhte Werte der Radonak-
tivitätskonzentration in der Raumluft auftreten können. Daher empfehlen wir generell
dem vorsorgenden Schutz vor Radon besondere Aufmerksamkeit zu widmen.
2.4
Allgemeine Hinweise zum Radonschutz
In der Broschüre „Radonschutzmaßnahmen - Planungshilfe für Neu- und Bestandsbau-
ten“
(
https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/26126
)
sind die Möglichkeiten zum
Radonschutz praxisnah erläutert. Diese Broschüre können Sie kostenlos herunterla-
den.
Bei Fragen zu Radonvorkommen, Radonwirkung und Radonschutz wenden Sie sich
bitte an die Radonberatungsstelle des Freistaates Sachsen:
Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft - Radonberatungsstelle:
Dresdner Straße 183, 09131 Chemnitz
Telefon:
(0371) 46124-221
Telefax:
(0371) 46124-299
E-Mail:
radonberatung@smul.sachsen.de
Internet:
www.smul.sachsen.de/bful
https://www.bful.sachsen.de/radonberatungsstelle.html
Beratung werktags per Telefon oder E-Mail; zusätzlich besteht die Möglichkeit
einer Vereinbarung individueller persönlicher Beratungstermine.

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3
Geologie
3.1
Unterlagen
[1]
Anschreiben Gemeinde Klipphausen, Frau Roick zu o.g. Vorhaben vom
28.04.2021 mit digitalen Unterlagen [2]
[2]
Gemeinde Klipphausen: Bebauungsplan „Gewerbegebiet ehemaliger Bahnhof
Ullendorf/Röhrsdorf“ bestehend aus Planzeichnung, Textfestsetzungen, Be-
gründung, aufgestellt durch Planungsbüro Schubert aus Radeberg; 03/2021
[3]
Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie: Datenban-
ken, Archiv- und Kartenmaterial der Abteilung Geologie mit digitalen geologi-
schen Karten GK 50-Eiszeitkarte Blatt Meißen Nr. 2667 M. 1 : 50.000, Regio-
nalgeologisch-tektonische Gliederung Sachsens M. 1 : 1.000.000, Hydrogeolo-
gische Übersichtskarte HÜK 200 M. 1 : 200.000
3.2
Prüfergebnis
Nach derzeitigem Kenntnisstand bestehen aus geologischer Sicht keine Bedenken zum
o. g. Vorhaben.
Es wird empfohlen, im Rahmen der weiteren Planungen die nachfolgenden Hinweise
zu berücksichtigen.
3.3
Hinweise
3.3.1 Allgemeine geologische und hydrogeologische Situation im Plangebiet
Regionalgeologisch wird das Plangebiet nach [3] in das Meißener Massiv eingeordnet.
Der Festgesteinsuntergrund des Plangebietes wird durch kristallines magmatisches
Gestein in Form von Diorit gebildet. Dieser kann an seiner Oberfläche verwittert bis
zersetzt mit Lockergesteinseigenschaften vorliegen. Die Festgesteinsoberfläche wird
anhand [3] in Tiefen zwischen 4 m und >19 m unter Gelände erwartet. Die Verwitte-
rungszone des Diorits wird durch elstereiszeitlich abgelagerte Kiese und Sande überla-
gert. Die Kiessande werden zuoberst durch eiszeitlichen Löß bis Lößlehm abgedeckt.
Das natürliche geologische Profil wird an seiner Oberfläche durch einen humosen
Oberboden abgeschlossen.
Aus hydrogeologischer Sicht kommt oberflächennahes Grundwasser innerhalb der eis-
zeitlichen Kiessande vor. Diese bilden einen oberflächennahen, flächigen Porengrund-
wasserleiter. Das unverwitterte Festgestein bildet einen Kluftgrundwasserleiter aus.
Hier zirkuliert Grundwasser auf hydraulisch wirksamen Trennflächen wie Kluft- und Stö-
rungszonen.
3.3.2 Baugrunduntersuchungen
Für die Planung von Neubauten und von Erschließungsbauwerken empfehlen wir der
Bauherrschaft eine standortkonkrete und auf die Bauaufgabe ausgerichtete Baugrund-
untersuchung nach DIN 4020 bzw. DIN EN 1997-2. Insbesondere für eine wirtschaftlich
und bautechnisch sinnvolle Planung, Ausschreibung und Bauausführung sind Kennt-
nisse zum Baugrund, seiner Tragfähigkeit, den Grundwasserverhältnissen, der Stand-
sicherheit, der Ausweisung von Homogenbereichen hinsichtlich der gewählten Bauver-
fahren und zu Kennwerten notwendig. Die geplante Maßnahme sollte nach DIN EN

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1997 einer geotechnischen Kategorie zugeordnet werden, um den notwendigen Um-
fang an Erkundungsmaßnahmen und zu erbringenden Nachweisen einzugrenzen.
3.3.3 Regelung Geologiedatengesetz (GeolDG)
Wir weisen darauf hin, dass geologische Untersuchungen wie Baugrundbohrungen
nach GeolDG spätestens zwei Wochen vor Beginn dem LfULG anzuzeigen sind (§ 8
GeolDG). Für diese Anzeigen wird das Online-Portal des LfULG „ELBA.SAX“ empfoh-
len. Spätestens drei Monate nach dem Abschluss der geologischen Untersuchung sind
die dabei gewonnenen Bohrprofile und Laboranalysen und spätestens sechs Monate
nach dem Abschluss sind Bewertungsdaten wie Einschätzungen, Schlussfolgerungen
oder Gutachten an unsere Einrichtung zu übergeben (§ 9, 10 GeolDG).
3.3.4 Übergabe von Ergebnisberichten
Wurden oder werden im Auftrag der Gemeinde Erkundungen mit geowissenschaftli-
chem Belang durchgeführt, wie z. B. geologische Bohrungen, Baugrundgutachten, hyd-
rogeologische Untersuchungen etc., bitten wir die Gemeinde und ihre planungsverant-
wortliche Stelle um Zusendung der Ergebnisse und verweisen auf § 15 des Sächs-
KrWBodSchG.
3.3.5 Geologische Daten
Die geologischen Informationen zum Planungsraum sind aus den geologischen Kar-
tenblättern [3] ersichtlich.
Auf den interaktiven Karten des LfULG zu geologischen Themen lassen sich die allge-
meinen geologischen und hydrogeologischen Verhältnisse unter der Internetadresse
http://www.geologie.sachsen.de
(Link “Digitale geologische Karten“) einsehen.
Mit freundlichen Grüßen
gez.
Rainer Clausnitzer
Sachbearbeiter Grundsatzangelegenheiten
Dieses Schreiben wurde elektronisch erstellt und ist auch ohne Unterschrift gültig.

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Fr-om:Hoch- und Tiefbau Uwe Riße
+49 35204 78929
26/05/2021 12:44
Uwe Riße
Robschütz, Schenkberg 7, 01665 Klipphausen
Gemeinde Klipphausen
Talstraße 3
01665 Klipphausen
#481 P_001/001
26.05.2021
Herr Riße
Betreff
Beteiligung der Öffentlichkeit 4. Änderung Flächennutzungsplan hier
Gewerbegebiet ehemaliger Bahnhof Ullendorf
Sehr geehrte Damen und Herren,
Zum Vorhaben bestehen Bedenken, daher abzulehnen.
1. Unausgewogene Entwicklung hinsichtlich der Beachtung von Verkehrskonzepten die
Anbindung/ Ausbau zur Autobahn ist bereits derzeit völlig überlastet.
2. Gewerbeflächen ohne Verkehrskonzept und Bahnanschlussoption sollten nicht mehr
ausgewiesen werden.
3. Ackerflächen im Gewerbegebiet ist mit dem Bodenschutzgesetz nicht zu vereinbaren.
In der Gemeinde, auch unmittelbarer Nähe, gibt es eine mind. 3ha Gewerbefläche
(ehern. Zick und Ziegelei) die hier vorrangig zu entwickeln ist.