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2020
GESCHÄFTSBERICHT

2 |
Genderhinweis:
Wenngleich zugunsten der besseren Lesbarkeit der Texte überwiegend
die männliche Sprachform gewählt wurde, beziehen sich die Angaben
auf Angehörige aller Geschlechter. Es wird darauf hingewiesen, dass dies
keinesfalls eine Benachteiligung anderer Geschlechter darstellt.

3
Inhaltsverzeichnis
S. 5
Grußwort Staatsminister Thomas Schmidt, Sächsi-
sches Staatsministerium für Regionalentwicklung
S. 7
Grußwort Geschäftsführerin Annette
Rothenberger-Temme
GeoSN aktuell
S. 8
Neue Leitung der Abteilung 4
S. 9
Antrittsbesuch des SMR im GeoSN
S. 10
Inbetriebnahme sächsischer SAPOS-Boden-
stationen
S. 11
Die letzten DDR-Grenzsäulen sind jetzt historisch
GeoSN zukunftsorientiert
S. 12
Europäische Richtlinie INSPIRE: wichtiger
Etappensieg erreicht
S. 14
Aufgabenwandel für das Kompetenzzentrum
Geodateninfrastruktur
S. 16
Liegenschaftskataster für die Nachwelt gesichert
S. 17
Maßnahmen zur Umsetzung der Grund-
steuerreform im Freistaat Sachsen
GeoSN nutzerorientiert
S. 18
Weitere Web- und Kartendienste im Geoportal
S. 19
DMS-Karibu - Eine Fachanwendung von Prakti-
kern für Praktiker
S. 20
Ein Jahr Offene Geodaten in Sachsen
S. 21
Gebäude in 3D für ganz Sachsen modelliert
S. 22
Hochaufgelöste Digitale Höhenmodelle für
ganz Sachsen
GeoSN verortend
S. 24
Aufsicht über die ÖbVI und uVB
S. 26
Verbesserung der geometrischen Qualität des
Liegenschaftskatasters
S. 27
Bodenschätzung
S. 28
Kooperation Landesvermessung und Energie-
versorger
S. 29
Bundes- und Landesgrenze
S. 31
Satellitenpositionierungsdienst SAPOS
GeoSN aktiv
S. 32
Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie
S. 34
Der Dienstbetrieb im GeoSN während der Pandemie
S. 38
Vereidigung zweier Öffentlich bestellter
Vermessungsingenieure im GeoSN
S. 39
Veranstaltungen und Termine
GeoSN intern
S. 42
Personal
S. 45
Systemverwaltung
S. 45
Zentrale Vergabestelle
GeoSN spezial
S. 46
Der Obere Gutachterausschuss für Grundstückswerte im
Freistaat Sachsen
Organigramm und Lagebericht
S. 48
Organigramm des GeoSN
S. 49
Auszug aus dem Lagebericht und Jahresabschluss 2020

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4

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Grußwort von Staatsminister Thomas Schmidt zum
Geschäftsbericht 2020 des GeoSN
Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
nur wenige Wochen nach Übernahme mei-
nes Amtes als Sächsischer Staatsminister
für Regionalentwicklung (SMR) am 20. De-
zember 2019 und meinem ersten Besuch
im Staatsbetrieb Geobasisinformation und
Vermessung Sachsen (GeoSN) Anfang Fe-
bruar 2020 musste sich der GeoSN infolge
der seit März 2020 ergriffenen Maßnah-
men zur Bekämpfung der COVID-19-Pan-
demie auf Einschränkungen und Verände-
rungen des Geschäftsbetriebes einstellen.
Der Ihnen vorliegende Geschäftsbericht
2020 lässt dies durchaus erkennen. Zu-
gleich macht er jedoch deutlich, dass der
GeoSN die ihm gestellten Aufgaben und
Herausforderungen auch in einer Zeit be-
sonderer Belastungen gemeistert hat.
Er tritt als aktives Glied des zusammen-
wachsenden Geschäftsbereiches des SMR
hervor und überzeugt mit hoher Fachkom-
petenz und Leistungsbereitschaft seiner
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dankbar
bin ich zudem für manch wertvolle Unter-
stützung in der Aufbauphase des neu er-
richteten Staatsministeriums für Regional-
entwicklung, etwa bei der Durchführung
von Vergaben.
Seit September 2019 stellt der GeoSN sein
digitales Geodatenangebot als Open Data
bereit, das sehr gut angenommen wurde
und inzwischen fest etabliert ist. Dass dies
in erheblichem Umfang mit einem Rück-
gang von Leistungserlösen verbunden ist,
war bei der Grundsatzentscheidung vor-
herzusehen. Die bis Dezember 2021 lau-
fende Umsetzung der INSPIRE-Richtlinie
wurde im Jahr 2020 zielstrebig fortgeführt
und es erfolgte ein weiterer kundenorien-
tierter Ausbau von Dienstleistungen im
Bereich Web- und Kartendienste. An der
Digitalisierung von Verwaltungsleistungen
nach dem Online-Zugangsgesetz und dem
Masterplan „Digitale Verwaltung Sachsen“
beteiligt sich der GeoSN zukunftsorien-
tiert. Für ganz Sachsen stehen seit dem
Jahr 2020 aktualisierte digitale Höhen-
modelle und Gebäude in 3D zur Verfügung.
Der Satellitenpositionierungsdienst SA-
POS® wurde in Sachsen mit Inbetriebnah-
me von Bodenstationen weiter ausgebaut
und das Bodenrichtwertinformationssys-
tem BORIS Sachsen sorgt zuverlässig für
Transparenz auf dem Grundstücksmarkt.
5
Schließlich bildet der GeoSN Nachwuchs-
kräfte im Vermessungswesen aus und wird
seine Anstrengungen künftig noch weiter
verstärken. Gut ausgebildete Nachwuchs-
kräfte werden bei allen am amtlichen
Vermessungswesen Sachsens beteiligten
Behörden und bei den Öffentlich bestell-
ten Vermessungsingenieuren dringend ge-
braucht.
Die vielfältigen Leistungen des Staats-
betriebes werden übrigens auch in der
derzeit in Erarbeitung befindlichen
Dach-
strategie des SMR besonders berücksich-
tigt und gewürdigt. Die Leistungsfähigkeit
des GeoSN für seine Zukunftsaufgaben in
und für Sachsen in nationalen und euro-
päischen Zusammenhängen und Vollzü-
gen zu sichern und auszubauen, ist mir als
Staatsminister für Regionalentwicklung
ein wichtiges Anliegen.
Ich verbinde meine guten Wünsche für
eine erkenntnisreiche Lektüre mit einem
herzlichen Dank an alle Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter des GeoSN für die im Jahr
2020 geleistete Arbeit und Innovationsbe-
reitschaft.
Thomas Schmidt
Sächsischer Staatsminister
für Regionalentwicklung

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7
respektvollen Kommunikation geprägt ist.
Daher möchte ich das Grußwort nutzen,
Ihnen das „Team“ vorzustellen und mich
bei allen Abteilungsleitern zu bedanken,
die nicht nur unseren GeoSN in vielen
Web-Ex-Meetings kompetent präsentier-
ten, sondern in diesem besonderen Jahr
auch mich konstruktiv und vertrauensvoll
unterstützt haben.
Liebe Leserinnen und Leser, im Jahr 2020
ist viel passiert, es gab viel zu tun und
doch haben wir unsere Aufgaben nicht
aus dem Blick verloren. Dieser Geschäfts-
bericht vermittelt einen Eindruck über die
wichtigen Themen aus dem breiten Spekt-
rum unseres Portfolios. Viele Freude beim
Lesen!
Ihre
„Erstens kommt es anders und zweitens
als man denkt.“
Diese Redensart hat uns im Jahr 2020 per-
manent begleitet. Unsere Jahresplanung,
meine persönliche Vorstellung, wie ich das
zweite Jahr als Geschäftsführer gestal-
te, gehörten spätestens im März schon
der Vergangenheit an. Denn die Covid-
19-Pandemie stellte auch für den Staats-
betrieb Geobasisinformation und Vermes-
sung Sachsen – „unseren GeoSN“ – eine
unvorhergesehene Herausforderung dar.
Deshalb haben wir uns entschlossen, die-
sem Thema im vorliegenden Geschäftsbe-
richt ein eigenes Kapitel zu widmen, dem
Sie nicht nur entnehmen können, wie wir
den Dienstbetrieb grundsätzlich aufrecht-
erhalten haben, sondern auch, in welchen
Bereichen uns die Pandemie bei der Auf-
gabenerledigung Grenzen setzte.
Mein herzlicher Dank gilt zunächst allen
Kolleginnen und Kollegen, die trotz der
Pandemie und den damit verbundenen
außergewöhnlichen Belastungen sowohl
im beruflichen als auch im privaten
Be-
reich mit Homeoffice, Homeschooling,
Betreuung von Kindern, Enkeln,
Pflegebe-
dürftigen etc. weiterhin mit viel Können
und engagiert nicht nur ihre Aufgaben
erledigten, sondern auch außerhalb des
Dienstbetriebes beispielweise die kommu-
nalen Gesundheitsämter unterstützten.
Der vorliegende Geschäftsbericht bietet
Ihnen den gewohnten Einblick in unsere
Bandbreite an hoheitlichen Tätigkeiten
im Bereich der Landesvermessung, der
Geotopographie und Kartographie, dem
Liegenschaftskataster, dem Raumbezug,
den Landesgrenzen, der Geodateninfra-
struktur sowie in unsere Aktivitäten als
zentraler Dienstleister für Geodaten und
vieles mehr.
Die Berufs- bzw. Laufbahnausbildung war
auch in diesem Jahr ein wichtiges Anlie-
gen und wurde mit viel Unterstützung aus
allen Abteilungen, trotz fehlenden Prä-
senzunterrichts und Prüfungen mit Hygi-
enekonzept, gemeistert. Die Anstrengung
hat sich gelohnt; alle Prüflinge haben
be-
standen.
Dank Digitalisierung und Open Data stan-
den allen Nutzern aus Verwaltung, Wirt-
schaft und Forschung unsere amtlichen
Geodaten ohne Einschränkung zuverlässig
und dienstleistungsorientiert zur Verfü-
gung. Dennoch sollten wir nicht nachlas-
sen, weiter für die vom GeoSN erzeugten
und bereitgestellten qualitätiv hochwerti-
gen amtlichen Geodaten zu werben, um
unseren Nutzerkreis zu vergrößern.
Bei allen Herausforderungen war es uns
auch ein Anliegen, das noch im Aufbau
befindliche Staatsministerium für
Regio-
nalentwicklung und das Zusammenwach-
sen des neuen Geschäftsbereichs aktiv zu
unterstützen. Und auch im eigenen Haus
haben wir nach der Umstrukturierung
2019 insbesondere im Bereich der Haus-
leitung eine Neuausrichtung eingeschla-
gen, die von einer offenen und dennoch
Unser GeoSN
Annette Rothenberger-Temme
Geschäftsführerin
von links:
Herr Dr. Katerbaum - Abteilungsleiter 2, Frau Lieb-
scher - Abteilungsleiterin 4, Herr Kohler - Abtei-
lungsleiter 1 und Herr Näser - Abteilungsleiter 3

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8 |
GeoSN aktuell
Mein Name ist Ria Liebscher. Seit dem
1. April 2020 leite ich die erst sechs Mo-
nate zuvor neu strukturierte Abteilung
Geodatenmanagement im GeoSN. Diese
Abteilung bündelt ein vielfältiges Aufga-
benspektrum. So sind wir für die Sicher-
stellung von IT-Fachverfahren, für die
Bereitstellung der E-Government-Basis-
komponente Geodaten (GeoBaK) sowie
den darauf basierenden IT-Services, für
die Umsetzung des Vorhabens der euro-
päischen Geodateninfrastruktur INSPIRE
sowie für die Begleitung anstehender Gre-
mienarbeiten der Arbeitsgemeinschaft der
Vermessungsverwaltungen (AdV) und der
Geodateninfrastruktur Deutschland (GDI-
DE) zuständig.
In meiner Abteilung arbeiten Experten für
die Steuerung bzw. Betreuung von IT-Fach-
verfahren, das Test- und Qualitätsmanage-
ment, Datenbanken, Web-Anwendungen,
Webdienste, Fachsoftware, Metadaten
sowie Programmierer, Release- und Stö-
rungsmanager, Prozessmodellierer genau-
so wie Fachleute für Monitoring, Projekt-
oder Gremienarbeit. Ebenso beraten wir
unseren Geschäftsbereich und andere Res-
sorts zu Kartenviewer- oder Dienste-An-
wendungen bzw. geodatenhaltende Stellen
zur Datenbereitstellung für INSPIRE oder
bringen den Raumbezug in die Prozesse
der Verwaltungsdigitalisierung und geben
Neue Leitung der Abteilung 4
in Lehrgängen, Workshops oder in ver-
schiedensten Ausbildungsmodulen Fach-
wissen methodisch aufbereitet weiter.
Fast alle unsere Aufgaben sind sehr eng
mit den Fachabteilungen, anderen Res-
sorts oder Externen vernetzt. Dies stellt
meine Kollegen und mich täglich beispiels-
weise vor folgende Fragen: Wie können
wir Prozesse verbessern? Welcher neuen
technologischen Entwicklung sollen/kön-
nen/müssen wir folgen? Wie meistern wir
die stetig wachsende Komplexität oder wie
gehen wir mit der Aufgabenverdichtung
um? Dass es auf diese Fragen keine einfa-
chen Antworten gibt, ist mir bewusst. Aber
eines weiß ich ganz sicher: Ich kann mich
auf die Fachexpertise der 50 Kolleginnen
und Kollegen meiner Abteilung und deren
große Motivation für ein modernes Geo-
datenmanagement stets verlassen.
Der Start als Abteilungsleiterin während
des ersten Corona-Lockdowns war für
mich, neben der Einarbeitung in viele neue
Themen, eine spannende Herausforderung.
Fast alle Kollegen arbeiteten zu dieser Zeit
im Homeoffice. Meine „persönliche“
Vor-
stellung in den Referaten via Webex „vor“
ca. 20 nur zuhörenden Kollegen, ohne
neugierige Augenpaare und ohne fragen-
de oder freundliche Gesichter, ist mir dabei
besonders in Erinnerung geblieben.
Nun freue ich mich auf die nächsten
spannenden Aufgaben, wie die Weiter-
entwicklung anforderungsgerechter IT-
Fachverfahren, die Entdeckung möglicher
Nutzungspotentiale der INSPIRE-Daten-
sätze oder die Implementierung von Kar-
ten-Plug-ins in die zukünftig digitalen An-
tragsverfahren. Besonders freue ich mich
jedoch auf einen baldigen persönlichen
Austausch mit den Kolleginnen und Kolle-
gen meiner Abteilung.
GeoSN aktuell

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Antrittsbesuch des SMR im GeoSN
Am 3. Februar 2020 besuchte der Staats-
minister für Regionalentwicklung Herr
Thomas Schmidt gemeinsam mit Herrn
Staatssekretär Dr. Frank Pfeil unser Haus
am Olbrichtplatz, um sich persönlich
einen Überblick über unsere Aufgaben
zu verschaffen. Der GeoSN ist als nach-
geordnete obere Vermessungsbehörde im
neu gebildeten Staatsministerium für die
Erfassung und Bereitstellung von Geo-
basisinformationen in Sachsen zuständig.
Besonderes Interesse zeigte der Staats-
minister bei einer kurzen Präsentation
des vom GeoSN betriebenen Geoportals
Sachsenatlas. Dieses ermöglicht das ein-
fache Auffinden und gemeinsame
Dar-
stellen verschiedenster Geodaten aus den
unterschiedlichsten Fachbereichen. Es bil-
det die Grundlage zur Erledigung unzähli-
ger Aufgaben in der Verwaltung.
Dienstberatung mit Herrn Staatsminister Schmidt im GeoSN
GeoSN aktuell
In der anschließenden gemeinsamen Dienstberatung mit der Ge-
schäftsführerin Frau Rothenberger-Temme und allen Führungskräf-
ten des Hauses informierte sich der Staatsminister über die laufen-
den und künftigen Aufgaben des GeoSN.
Herauszuheben sind hierbei die vom GeoSN entwickelte Zukunfts-
strategie sowie die Bereitstellung aller Geobasisdaten als Open Data.
Der Staatsminister würdigte die von den Beschäftigten des GeoSN
gezeigten Leistungen und verband dies mit dem Wunsch nach einer
aktiven Zusammenarbeit im neuen Ressort.
Führungskräfte des SMR und GeoSN gemeinsam mit Herrn Staatsminister und
Herrn Staatssekretär

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10
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Inbetriebnahme sächsischer SAPOS-Bodenstationen
Im Mai 2020 wurde die Sta-
tion Zinnwald als erste säch-
sische Bodenstation für den
deutschlandweiten Satelli-
tenpositionierungsdienst of-
fiziell in Betrieb genommen.
Dazu fand ein Pressetermin
gemeinsam mit dem Säch-
sischen Staatsminister für
Regionalentwicklung Herrn
Thomas Schmidt, dem Präsi-
denten des Sächsischen Lan-
desbauernverbandes Herrn
Torsten Krawczyk und Herrn
Dipl.-Ing. Steffen Oertelt,
Vorstandsmitglied der BDVI-
Landesgruppe Sachsen, statt.
GeoSN aktuell
Station Bad Muskau
Station Olbersdorf
Station Bad Brambach
Bis zum Jahresende konnten
die Station Bad Brambach
in Betrieb genommen sowie
die Stationen Bad Muskau
und Olbersdorf baulich fer-
tiggestellt werden. Damit
wurden die Voraussetzungen
für die Teilnahme der Sta-
tionen an der bundesweiten
GNSS-Kampagne 2021 und
die potentielle Einstufung als
späterer Datumspunkt für
Folgemessungen sowie die
permanente Überwachung
des amtlichen Bezugsrahmens
geschaffen.
v. l. Frau Rothenberger-Temme, Herr Werner (Vertreter SMR)
Herr Krawczyk
rechts: Herr Oertelt
Herr Staatsminister Schmidt (r.) mit Herrn Strugale (l.) bei der Inbetriebnahme
der SAPOS-Bodenstation Zinnwald

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11
Die letzten DDR-Grenzsäulen sind jetzt historisch
GeoSN aktuell
An der Grenze zwischen der Bundesrepu-
blik Deutschland und der Republik Polen
gibt es im Bereich des Freistaates Sach-
sen 307 deutsche Grenzmarkierungssäu-
len. Die an der Lausitzer Neiße stehenden
Säulen wurden in den 1960er Jahren er-
richtet. Weil sie unter Wind und Wetter
gelitten hatten, hat der GeoSN sie nun
ersetzt. Diese Arbeiten wurden Ende
September im Fürst-Pückler-Park in Bad
Muskau abgeschlossen.
Eine dieser Markierungen steht dort ge-
nau auf der Jeanetteninsel an der Dop-
pelbrücke. Hierher hatte der GeoSN am
8. Oktober 2020 zum Pressetermin gela-
den. Mit dabei war auch ein Ehepaar, das
erst vor kurzem im Schloss Bad Muskau
geheiratet hatte. Sie waren vermutlich
das letzte Paar, das die alte Grenzsäule
als Motiv für ihr Hochzeitsfoto wäh-
len konnte. Gerne hätten sie die Säule
käuflich erworben, aber das ist
recht-
lich nicht möglich. Daher bekamen sie
von der Geschäftsführerin als Erinnerung
einen eigens angefertigten Pfeileraus-
schnitt überreicht.
Da das Interesse der Bürgerinnen und
Bürger an den historischen Grenzzei-
chen sehr groß ist, hat der GeoSN sich
entschlossen, der Stiftung „Fürst-Pü-
ckler-Park Bad Muskau“ eine der histo-
rischen Säulen für ihre Dauerausstellung
zu überlassen.
Die alten Säulen aus der DDR-Zeit waren
fast 60 Jahre alt und bestanden aus Be-
ton. Nach der Wiedervereinigung wurden
sie mit schwarz-rot-goldenen Kunst-
stoffhüllen versehen. Die neuen Säulen
sind aus glasfaserverstärktem Kunst-
stoff. Sie haben eine Höhe von etwa drei
Metern: 2,10 Meter über der Erde und
einen Meter in der Erde.
Die Säulen sind jeweils als Paare ange-
ordnet, es stehen sich immer eine deut-
sche und eine polnische gegenüber. Sie
stehen nicht direkt auf der Grenze, son-
dern zeigen an, dass in der Mitte des
Flusses Neiße die Grenze verläuft. Daher
lautet die korrekte Bezeichnung „Grenz-
markierungssäule“.
Ehepaar Weser an der Grenzmarkierungssäule 295 als
Motiv für ihr Hochzeitsfoto
Abgebaute Grenzmarkierungssäulen aus den
1960er Jahren (unten) und Kunststoffhüllen (oben)
Geschäftsführerin Frau Rothenberger-Temme beim Pressetermin vor der
neuen Grenzmarkierungssäule

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12
| GeoSN zukunftsorientiert
Europäische Richtlinie INSPIRE:
wichtiges Etappenziel erreicht
INSPIRE (Infrastructure for Spatial Information in the European
Community), die 2007 vom Europäischen Parlament und dem
Rat erlassene Richtlinie zur Schaffung einer Geodateninfra-
struktur in der Europäischen Gemeinschaft (Richtlinie 2007/2/
EG) erreichte termingerecht am 21. Oktober auch in Sachsen
einen wesentlichen Meilenstein: Interoperable Geodaten für
alle Datenthemen der INSPIRE-Richtlinie sind über Darstel-
lungs- und Downloaddienste europaweit im INSPIRE-Geopor-
tal (unter https://inspire-geoportal.ec.europa.eu/index.html)
verfügbar.
Die Dimension des eigens dafür in Sachsen 2012 ins Leben ge-
rufenen Projektes Sax4INSPIRE war enorm. In 32 Teilprojekten
waren ca. 4.000 Geodatensätze bzw. -dienste zu identifizieren,
unzählige Abstimmungen mit den geodatenhaltenden Stellen
durchzuführen, Zuständigkeiten zu klären, die Fachdaten in
das INSPIRE-Datenmodell zu überführen, die Darstellungs- und
Download-Dienste INSPIRE-konform aufzubereiten, fachliche
und technische Qualitätskontrollen durchzuführen, über 4.000
Metadatensätze abzugleichen und Aktualisierungskonzepte zu
entwickeln – und diese Abfolge für jedes der 32 Datenthemen.
Die Publikation der einzelnen Datenthemen erfolgte zweistufig:
Bis November 2017 waren die Daten zu den Themen des An-
hanges I (u. a. mit Verwaltungseinheiten, Adressen, Flurstücken,
Schutzgebieten) zu veröffentlichen, bis Oktober 2020 die Daten
für die Anhänge II und III (u. a. mit Geologie, Bodenbedeckung,
Höhe, Umweltüberwachung, Bodennutzung, Gebäude, Lebens-
räume und Biotope, Energiequellen).
GeoSN zukunftsorientiert
INSPIRE Darstellungsdienst Flurstücke

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GeoSN zukunftsorientiert |
13
Mit der Veröffentlichung dieser Geodaten aus den unterschied-
lichsten Fachbereichen leistet der Freistaat Sachsen seinen
Beitrag zur Bereitstellung von Geoinformationen für grenz-
überschreitendes planerisches Handeln insbesondere von Um-
weltfragen oder Fragen zum Klimamonitoring. Aber auch ein
anderer positiver Aspekt ist an dieser Stelle unbedingt zu er-
wähnen. Durch diese Veröffentlichungsstrategie haben sehr
viele Datenschätze, die bisher nur innerhalb der Amtsstuben
erhoben und verarbeitet wurden, ihren Weg an die Öffentlich-
keit für eine breite Nutzung gefunden.
Nach INSPIRE ist vor INSPIRE: Damit die Daten nicht veral-
ten, stehen Aufgaben wie die regelmäßige Aktualisierung und
Laufendhaltung der Daten und die stete Anpassung an neue
Standards und technologische Entwicklungen dauerhaft auf
der Agenda. Außerdem sind Überlegungen zur Inwertsetzung
dieser wertvollen Daten zwingend erforderlich. Dieser europa-
weit verfügbare einmalige Datenschatz ist eine gute Chance,
grenzübergreifende Projekte mit einheitlichen Geodaten zu
unterstützen und auf deren Basis Entscheidungen zu treffen.
Ein konzeptioneller Ansatz wird aktuell mit der Initiative „Green
Data4All“, ein gemeinsamer europäischer Datenraum für den
Grünen Deal, diskutiert.
INSPIRE Darstellungsdienst Höhe
INSPIRE Darstellungsdienst Bodennutzung
INSPIRE Darstellungsdienst Schutzgebiete

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14
|
GeoSN zukunftsorientiert
Die Digitalisierung der Verwaltung schafft die
Voraussetzungen für die Inanspruchnahme öf-
fentlich-rechtlicher Dienstleistungen rund um die
Uhr. Eine große Herausforderung besteht in der
Vereinfachung der Verwaltungsprozesse mit Hil-
fe von Kartenfunktionen. Durch die Verknüpfung
von Sachentscheidung und geographischem Ort
beginnt sich die GeoBaK von einem Datenbereits-
tellungstool zu einem Onlineprovider von IT-Ser-
vices im Sinne von ITIL zu wandeln.
Digitalisierung für externes
Verwaltungshandeln
Die Erwartungshaltung der Behörden an die Geo-
BaK wurde in einer Onlineumfrage der Sächsischen
Staatskanzlei (SK) und des GeoSN abgefragt. Da-
bei wurde der Bedarf an Kartenfunktionen zur
digitalen Umsetzung von Verwaltungsleistungen
im Sinne des Onlinezugangsgesetzes (OZG) ab-
gefragt. Für über 80 % der aufgeführten Verwal-
tungsleistungen sind entsprechende Kartenfunk-
tionen erforderlich bzw. tragen zur Erhöhung der
Effizienz und Nutzerfreundlichkeit der
Antrags-
verfahren bei. Deshalb sind bestehende und neu
zu entwickelnde Funktionen der GeoBaK in das
Amt24 in Zusammenarbeit von SK und GeoSN zu
konzipieren und zu integrieren. Der Antragsteller
muss so auch in Zukunft nicht auf das Markieren
eines Objektes in der Karte in seinem Antrag ver-
zichten. Aber auch der Mitarbeiter einer Behörde
erhält für die Bearbeitung des Antrages alle erfor-
derlichen Informationen durch digitale Analysen
mit anderen Geo-Fachdaten, um diesen effizient
bearbeiten zu können.
Die unten stehende Abbildung zeigt den verein-
fachten Ablauf eines Verwaltungsverfahrens, wel-
cher den GeoSN, das Umweltamt und das Bauamt
miteinander verknüpft, um einen Antrag an das
Umweltamt „Darf ich diesen Baum fällen“ digital
zu beantworten.
Auch wenn dieses Verfahren kompliziert aussieht,
ist es tatsächlich schnell und unabhängig von den
Behördenöffnungszeiten nutzbar, da die „Bearbei-
tung“ nur im Internet erfolgt.
Mitte 2020 haben SK und GeoSN mit den Abstim-
mungen zur technischen Umsetzung der erforder-
lichen Prozesse begonnen.
Aufgabenwandel für das Kompetenzzentrum
Geodateninfrastruktur

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GeoSN zukunftsorientiert |
15
Neben dem Zukunftsthema Onlinezugang, werden die
IT-Services der GeoBaK in einem breiten Behörden-
spektrum für dienstliche Themen genutzt. Im Jahr
2020 ist eine deutlich gestiegene Nachfrage nach der
Bereitstellung von interaktiven Webkarten mit spezi-
fischen Karteninhalten für verschiedenste Behörden
festzustellen. Die besondere Herausforderung ist dabei
eine sehr schnelle Umsetzung von der Formulierung
des Bedarfs bis zur Freischaltung der Webkarte. Um
die vielen Anfragen effizient zu bearbeiten, hat sich
das mittlerweile etablierte Prozessmodell für den IT-
Service „Kartenviewer“ bewährt.
Beispiele der 2020 umgesetzten IT-Services sind:
Digitalisierung für internes
Verwaltungshandeln
Auftrag des SMR: Kartenanwendung Förderkulissen
Auftrag des LASuV: Kartenanwendung Baustelleninformationen
Auftrag des SMR: Kartenanwendung EFRE-Stadtentwicklung
Auftrag des SMEKUL: Kartenanwendung Waldbiotopkartierung
Auftrag der SK: Kartenanwendung Standorte der Mikroelektronik

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| GeoSN zukunftsorientiert
Liegenschaftskataster für die Nachwelt gesichert
Pirna 1888 Beiblatt zum Nachweis einer Katastervermessung und Abmarkung
Das Sächsische Staatsarchiv (StA) und der GeoSN haben ein ge-
meinsames Bewertungsmodell für die dauerhafte Archivierung
der Unterlagen des staatlichen Liegenschaftskatasters er-
arbeitet. Am 4. Dezember 2020 wurde es durch Frau Dr. Andrea
Wettmann, die Direktorin des StA und Frau Annette Rothenber-
ger-Temme, die Geschäftsführerin des GeoSN, in einer Videokon-
ferenz unterzeichnet. Damit haben das StA und der GeoSN ihre
Zusammenarbeit weiter ausgebaut.
Das Bewertungsmodell dient dazu, die in der sächsischen Ver-
messungsverwaltung von 1835 bis heute geführten Unterlagen
des Liegenschaftskatasters zu analysieren und ihre Archivwür-
digkeit zu bestimmen. Daneben enthält es Regelungen, um das
Verfahren der Anbietung, Bewertung und Übernahme zwischen
den verwahrenden Stellen und dem StA zu koordinieren. Im Kern
des Modells steht eine Übersicht aller relevanten Karten, Risse
und Amtsbücher, die nach zeitlichen und formalen Kriterien ge-
ordnet und mit Angaben zu ihrer Funktion und weiteren inhalt-
lichen Merkmalen versehen wurden.
Auf diese Weise ist sichergestellt, dass künftig alle rechtlich und
historisch relevanten Unterlagen des Liegenschaftskatasters
vom StA übernommen werden können. Dort bestehen beste Be-
dingungen für den Erhalt und die Nutzung der wertvollen Quel-
len aus 200 Jahren staatlicher Landesvermessung durch Bürger,
Wissenschaft und Verwaltung.

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GeoSN zukunftsorientiert |
17
Im Rahmen einer Kooperation zwischen sächsischer Finanz- und
Vermessungsverwaltung unterstützt der GeoSN die Umsetzung
der Grundsteuerreform. Diese erfordert eine Feststellung des
Grundsteuerwertes durch eine Bewertung von schätzungs-
weise 2,5 Millionen wirtschaftlichen Einheiten im gesamten
Freistaat. Diese soll zum Hauptfeststellungszeitpunkt 1. Januar
2022 erstmals durchgeführt und jährlich fortgeschrieben wer-
den. Der GeoSN unterstützt die Bewertung durch die Bereit-
stellung von
1) Flurstücksinformationen zur Identifizierung der wirt-
schaftlichen Einheit,
2) Daten zur tatsächlichen Nutzung als Indiz für die steuer-
liche Nutzung sowie
3) Daten, die ein Wertverhältnis im Sinne des Bewertungs-
rechts abbilden.
Maßnahmen zur Umsetzung der
Grundsteuerreform im Freistaat Sachsen
Bereitstellung der notwendigen Grundstücksinformationen zur Umsetzung der Grundsteuerreform in Sachsen
Letztere umfassen Ertragsmesszahlen für land- und forstwirt-
schaftliches Vermögen und Bodenrichtwerte für Grundvermö-
gen.
Im GeoSN wurde eine referatsübergreifende Projektgruppe ge-
bildet, die unter Beteiligung der Finanzverwaltung eine nutzer-
freundliche und effiziente Lösung zur Bereitstellung der Daten
erarbeitet. Diese basiert auf einer Kartenanwendung mit Sach-
datenabfrage, welche als Anwendung der GeoBaK auf Seiten
der Finanzverwaltung eingebunden wird. Die Freischaltung der
Anwendung wird gemäß den Vorgaben der Finanzverwaltung
im Jahr 2022 erfolgen.

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| GeoSN nutzerorientiert
GeoSN nutzerorientiert
Weitere Web- und Kartendienste im Geoportal
- Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
- Bodenschätzung mit Erfassungsstand
- Intensitätsbilder
www.geoportal.sachsen.de
www.landesvermessung.sachsen.de
Am 14. Oktober 2020 haben das Sächsische Landesamt für
Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) und der GeoSN
neue Web-Dienste für verschiedene geologische Kartenwerke,
für Energie-Rohstoffe und für mineralische Bodenschätze frei-
geschaltet. Die Dienste wurden in enger Zusammenarbeit vom
LfULG, GeoSN und mehreren Dienstleistungsfirmen erstellt und
können von den Fachexperten und von jedermann in
geografi-
schen Informationssystemen (GIS) genutzt oder in entspre-
chende Portale eingebunden werden. Zugehörige Metadaten
beschreiben die fachlichen Inhalte der Dienste.
Das Geoportal Sachsenatlas bietet seinen Nutzern zwei weitere
neue Kartendienste kostenfrei an. Der Kartendienst „Boden-
schätzung in Sachsen“ stellt die Bodenschätzungsergebnisse
sowie die Lage und Bezeichnung der Bodenprofile dar. In der
Regel erfolgt die Übernahme gemeindeweise. Der GeoSN ver-
öffentlicht regelmäßig auf seiner Webseite den aktuellen Er-
fassungsstand, da noch nicht alle Bodenschätzungsergebnisse
in digitaler Form vorliegen.
Der Kartendienst „Intensitätsbilder“ präsentiert Daten des Di-
gitalen Oberflächenmodells (DOM). Intensitätsbilder entstehen
aufgrund spektraler Reflexionseigenschaften der Objekte auf
der Erdoberfläche. Von diesen Eigenschaften hängt die
Inten-
sität ab, mit welcher der auftreffende Laserstrahl reflektiert
wird. Aus den Intensitätsinformationen des reflektierten
Laser-
strahl-Echos entsteht ein Graustufenbild, das Intensitätsbild.
Die dargestellten Intensitätsbilder wurden aus den Intensitäten
der First- und der Only-Echos des Laserstrahls, also den zuerst
auf der Erdoberfläche auftreffenden Signale, erzeugt.
Kartendienst „Bodenschätzung in Sachsen“
Kartendienst „Intensitätsbilder“

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GeoSN nutzerorientiert |
19
DMS-Karibu - Eine Fachanwendung
von Praktikern für Praktiker
Die Führung der Liegenschaftskatasterakten gemäß Nr. 14 Abs.
2 VwVLika erfolgt im Freistaat Sachsen mit dem Dokumenten-
managementsystem DMS-Web. Dazu kam in den vergangenen
10 Jahren zunächst eine gleichnamige kommerziell angebotene
Software zum Einsatz. Diese wurde nun durch die Eigenent-
wicklung des GeoSN „DMS-Karibu“ abgelöst. Die Bezeichnung
„Karibu“ ist eine Abkürzung aus den wesentlichen Bestandtei-
len des DMS: Karten, Risse, Buchwerk.
In einem Zeitraum von zwei Jahren konnte der GeoSN nicht nur
die Anwendung neu entwickeln, sondern auch die Funktionen
deutlich verbessern. Die Programmierung wurde durch paral-
lel durchgeführte Anwender-Tests aktiv begleitet. So entstand
eine praxisnahe Software-Lösung.
Da die Einführung der neuen Anwendung erstmals nicht im
klassischen Stil mit Präsenzschulungen organisiert werden
konnte, mussten neue Wege ausprobiert werden. Es wurden
Online-Seminare via Webex für ca. 150 Anwender aus den
unteren Vermessungsbehörden und dem GeoSN durchgeführt.
Somit konnte die neue Anwendung ohne nennenswerte Ver-
zögerung zur Nutzung übergeben werden.
Der Vermessungsverwaltung im Freistaat Sachsen steht nun
eine vollständig überarbeitete, praxisorientierte, leistungsfähi-
ge und stabile Software zur Führung der Liegenschaftskatas-
terakten zur Verfügung.
Anwendung DMS-Karibu: Rechercheergebnis mit der Georeferenz
des Fortführungsrisses 35
Fortführungsriss 35: Nachweis einer Katas-
tervermessung 1968

20
| GeoSN nutzerorientiert
Ein Jahr Offene Geodaten
0
500
1000
1500
2000
2500
3000
3500
2018
2019
2020
Liegenschaftskataster
Landesvermessung
Der GeoSN stellt seit dem 1. September 2019 seine Geodaten
unter Open Data-Kriterien kostenfrei bereit. Damit können die-
se entsprechend den Nutzungsbedingungen der Datenlizenz
Deutschland - Namensnennung - Version 2.0 von jedem Nutzer
jederzeit über das Portal „Offene Geodaten“ per Download be-
zogen und zu jedem Zweck verwendet werden.
Das im Portal anfänglich verfügbare Angebot an Geodaten
wurde 2020 kontinuierlich erweitert, unter anderem um Daten
des Digitalen Oberflächenmodells, des 3D-Stadtmodells sowie
um Laserscan-Rohdaten. Alle Produkte werden in einem fest-
gelegten Turnus aktualisiert, so dass den Nutzern zeitnah aktu-
elle Geodaten zur Verfügung stehen.
Die Resonanz der Nutzer auf das Downloadangebot ist ausge-
sprochen positiv und führte zu einem signifikanten Rückgang
bei der antragsbezogenen Bereitstellung von Geodaten durch
den Geodatenvertrieb. Im Ergebnis ist bei Anträgen auf Daten-
abgaben für den Bereich der Landesvermessung ein Rückgang
von über 80 % zu verzeichnen. Die Anzahl der Anträge auf
Abgabe von Daten des Liegenschaftskatasters hat sich etwa
halbiert (s. Abbildung unten links). Hierbei ist jedoch zu be-
rücksichtigen, dass die Differenzdatenbereitstellung sowie die
0
5
10
15
20
25
30
2018
2019
2020
Geodatenvertrieb
Offene Geodaten
Prüfung des berechtigten Interesses bei Abgabe von Eigentü-
merinformationen weiterhin durch Beschäftigte des Geodaten-
vertriebs erfolgen muss.
Demgegenüber ist hinsichtlich der bereitgestellten und abgeru-
fenen Datenmengen ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen, bei-
spielhaft ist dieser in Abbildung unten rechts für die Digitalen
Orthophotos (DOP) dargestellt.
Die durch den Geodatenvertrieb übermittelte Datenmenge ist
im Vergleich zu den Vorjahreszeiträumen nur geringfügig zu-
rückgegangen, da Updatekunden hier turnusmäßig weiterhin
große, aktualisierte Datenbestände direkt vom GeoSN bezie-
hen. Gleichzeitig haben jedoch zahlreiche Nutzer ein Vielfaches
an Daten über das Portal „Offene Geodaten“ heruntergeladen.
Der Antragsrückgang für alle digitalen Produkte zeigt im Zu-
sammenspiel mit den Downloadzahlen, dass deutlich mehr
Nutzer, wie zum Beispiel Ingenieurbüros oder wissenschaftli-
che Einrichtungen, Geodaten zur Erledigung ihrer Aufgaben im
Selbstabruf beziehen. Nicht zuletzt aufgrund der Kostenfreiheit
ist somit eine deutliche Zunahme in der Nutzung der Daten zu
verzeichnen.
Antragsbezogene Datenabgaben
Datenbereitstellung DOP (RGB), Abgabevolumen in TB

image
image
GeoSN nutzerorientiert |
21
Gebäude in 3D für ganz Sachsen modelliert
Höchste Objekte im 3D
Stadtmodell
- 160 Meter
Kraftwerkkomplex Boxberg
- ca. 60 Meter
Kirche Cunewalde
Das 3D-Stadtmodell des GeoSN beinhal-
tet weit mehr, als die Produktbezeich-
nung vorzugeben scheint. Das zeigt sich
auch daran, dass es ca. ein halbes Jahr
an Produktionszeit benötigte, um das
Modell flächendeckend für den Freistaat
Sachsen komplett neu zu berechnen.
Nach der Fertigstellung und Qualitäts-
prüfung liegen seit Februar 2020 ins-
gesamt knapp 2,1 Mio. Gebäude in der
Vertriebsdatenbank vor. Etwa 400.000
Gebäude bestehen aus mehreren Gebäu-
deteilen. Das 3D-Stadtmodell ist dabei
längst nicht mehr nur auf die größeren
Städte beschränkt. Auch der ländliche
Raum wurde mit der gleichen Sorgfalt
modelliert. Durch die automatisierte
Produktion werden Gebäude mit Stan-
darddachformen im Level of Detail 2
(LoD2) generiert. So weisen beispielswei-
se mehr als 1,1 Mio. Gebäude ein Sattel-
dach auf. Für die 3D-Produktion werden
Gebäudegrundrisse aus dem amtlichen
topographisch-kartographischen Infor-
mationssystem (ATKIS), Daten aus Air-
borne Laserscanning und das digitale
Geländemodell (DGM) verwendet.
Objekte mit landschaftsbildprägender
Bedeutung sind darüber hinaus händisch
nachbearbeitet worden. Diese etwa
6.700 Gebäude bestehen aus insgesamt
mehr als 25.000 Gebäudeteilen. Der
Anteil
an Gebäuden mit Standardhöhe
(LoD1) konnte somit auf weniger als 3 %
des gesamten Datenbestandes reduziert
werden.
Die Höhengenauigkeit des 3D-Gebäude-
modells beträgt ein Meter. Dachaufbau-
ten wie Gauben, Antennen und Schorn-
steine sowie Dachüberstände sind nicht
modelliert worden.
Das 3D-Stadtmodell ist auf der Bereit-
stellungsplattform „Offene Geodaten
Sachsen“ kostenfrei als LoD1 und LoD2
verfügbar. Als Abgabeformate stehen
neben CityGML auch DXF und 3D-Shape
zur Verfügung.
3D-Gebäudemodelle werden vorwiegend
im Zusammenhang mit der Bauleitpla-
nung, der Lärmkartierung und durch die
Navigationsbranche verwendet. Liegen
weitere Fachdaten mit Raumbezug vor,
kann das 3D-Modell in der Nachnutzung
auch entsprechend ergänzt werden, bei-
spielsweise um Angaben zum Baujahr,
Baustil oder Denkmalschutz.
Blick auf die Innenstadt von Zwickau im 3D-Stadtmodell
Ansicht der Cunewalder Kirche im 3D-Stadtmodell

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22
| GeoSN nutzerorientiert
Hochaufgelöste Digitale Höhenmodelle
für ganz Sachsen
Erstmals stellt der GeoSN für den Freistaat Sach-
sen flächendeckend digitale Höhenmodelle in einer
Gitterweite von einem Meter zur Verfügung. Der Er-
stellung des Digitalen Geländemodells (DGM) und
des Digitalen Oberflächenmodells (DOM) liegen
ins-
gesamt elf Befliegungen mit
Laserscanner-Mess-
aufnahmen aus den Jahren 2015 bis 2020 zugrunde.
Die Daten aus den Laserscanner-Messaufnahmen
weisen eine Höhengenauigkeit von ca. 15 cm und
eine Lagegenauigkeit von bis zu 30 cm auf. Mindes-
tens vier Punkte sind auf einem Quadratmeter ver-
ortet. In vielen Fällen ist es sogar die doppelte oder
dreifache Punktanzahl, so dass auch feingliedrigere
Strukturen erkennbar sind.
Das DGM1 ist ein regelmäßiges Punktraster und
wird anhand von klassifizierten Daten aus der La-
serscanner-Messaufnahme erstellt. Die DGM mit
größeren Gitterweiten von 2 m, 5 m, 10 m und
20 m werden automatisiert aus dem DGM1 abge-
leitet. Analog zum DGM wird auch beim DOM auf
Daten aus der Laserscanner-Messaufnahme zurück-
gegriffen. Dabei werden ausschließlich die zuerst
reflektierten Punkte jedes Laserstrahls sowie
Ergän-
zungspunkte im Bereich der Gewässerflächen für
die Berechnung des Modells genutzt. Das DOM liegt
in den Gitterweiten 1 m und 2 m vor.
Digitale Höhenmodelle werden u. a. zur archäo-
logischen Fundortbestimmung, zur Erfassung von
Waldzustandsparametern oder zur Planung von
Verkehrswegen und Hochwasserschutzanlagen ver-
wendet.
Zur Aktualisierung des DGM und DOM ist ein 6-jäh-
riger Befliegungsturnus in insgesamt 12
Bildfluglo-
sen vorgesehen. Die ersten beiden Befliegungen der
neuen Periode in den Bereichen Vogtlandkreis und
Landkreis Zwickau wurden bereits geplant.
https://www.geodaten.sachsen.de/digitale-hoehenmodelle-3994.html
Nach Boden- und Nichtbodenpunkten klassifizierte Primärdaten der
Laserscanner-Messaufnahme im Bereich des Schlosses Pillnitz
Nach Höhenwerten koloriertes Schummerungsmodell des DGM1 im
Bereich der Festung Königstein
Mit dem Digitalen Orthophoto texturiertes DOM1 im Bereich des
Völkerschlachtdenkmals in Leipzig

image
image
GeoSN nutzerorientiert
|
23
Klassifizierte Laserpunktwolke, Olbrichtplatz Dresden
3D-Stadtmodell und texturiertes DGM, Olbrichtplatz Dresden

24
| GeoSN verortend
GeoSN verortend
Aufsicht über die Öffentlich bestellten
Vermessungsingenieure und
unteren Vermessungsbehörden
Im Jahr 2020 wurde pandemiebedingt die regelmäßige Amts-
prüfung der Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure
(ÖbVI) am Amtssitz durch eine „Fernuntersuchung“ ersetzt mit
dem Ziel, vorrangig folgende Schwerpunkte zu prüfen:
• Erhebung der Vermessungsgebühren (Leistungsbescheide),
• Kontinuität der Abarbeitung von Anträgen auf Kataster-
vermessung,
• Berichtigung fehlerhafter Katastervermessungen.
Darüber hinaus wurden im Rahmen der Fachaufsicht auch
Kostenbescheide der unteren Vermessungsbehörden (uVB) so-
wohl für die Übermittlung der jeweiligen Vorbereitungsdaten
als auch für die Übernahme der Vermessungsschriften in das
Liegenschaftskataster geprüft.
Nahezu ohne Einschränkungen hat der GeoSN Revisionsver-
messungen zur Überprüfung abgeschlossener Katastervermes-
sungen der ÖbVI durchgeführt, Beschwerden gegen ÖbVI über-
prüft, Entscheidungen bei Uneinigkeit zwischen ÖbVI und uVB
bezüglich der Berichtigungspflicht von Katastervermessungen
getroffen und Anfragen zur Anwendung der Katasterrechtsvor-
schriften beantwortet.
Die folgenden Tabellen vermitteln einen Eindruck über die Auf-
sichtstätigkeit des GeoSN.
Zuständig für die Katastervermessung und Abmar-
kung im Freistaat Sachsen sind die ÖbVI. Zu de-
ren Arbeit führt der GeoSN regelmäßig oder anlass-
bezogen Amtsprüfungen durch.

GeoSN verortend |
25
Anzahl
der ÖbVI
Anzahl der unteren
Vermessungsbehörden (uVB)
Anzahl der Anträge auf Katastervermessung und
Abmarkung mit Fortführungsnachweis
96
6
13
12.795
Die Arbeit der ÖbVI wird hinsichtlich der Bearbeitungszeit
der Anträge auf Katastervermessung und Abmarkung sowie
Amtsführung geprüft. Bei Anträgen auf Katastervermessung
und Abmarkung, deren Bearbeitungszeit wesentlich über dem
Durchschnittswert der Bearbeitungszeit des jeweiligen ÖbVI
liegt, wird der GeoSN tätig. Über alle ÖbVI betrug dieser Wert
2020 ca. 4 Monate.
Anzahl der älteren unerledigten Anträge auf Katasterver-
messung, für die bei der Amtsprüfung eine Stellungnahme
abzugeben war
Anzahl der älteren Anträge auf Katastervermessung, für deren Erledi-
gung eine Weisung erteilt wurde
99
13
Zudem werden Katastervermessung und Abmarkung hin-
sichtlich der Gebührenbescheide der ÖbVI und der von den
uVB erhobenen Kosten für die Datenbereitstellung und die
Übernahme der Ergebnisse in das Liegenschaftskataster einer
Nachprüfung unterzogen. Fehlerhafte Leistungsbescheide
sind aufzuheben und neu zu erlassen.
Anzahl der geprüften Kataster-
vermessungen und Abmarkungen
Kostenbescheid des ÖbVI
fehlerhaft
Kostenbescheid der uVB fehlerhaft
124
49
17

26
| GeoSN verortend
Anzahl der ÖbVI, bei denen Revisionsver-
messungen durchgeführt wurden
Revisionsvermessungen durch örtliche Nach-
messung und Neuberechnung
Revisionsvermessungen durch
ausschließliche Neuberechnung
35
23
12
Erneuerungsgebiet
Anzahl der Bearbeitungsgebiete / Fläche
Anzahl der beteiligten ÖbVI
Landkreis Meißen
Landkreis Nordsachsen
Vogtlandkreis
2 Gebiete / 22 km²
3 Gebiete / 24 km²
3 Gebiete / 8 km²
4
5
4
In bestimmten ländlichen Gebieten des Freistaates Sachsen
genügt das Liegenschaftskataster nicht mehr den heutigen
Genauigkeitsanforderungen. Im Interesse von Wirtschaft,
Verwaltung und Eigentümern wurden im Rahmen des Projekts
„Verbesserung LiKa“ auch 2020 weitere Gebiete erneuert.
Ergebnis der Revisionsmessungen
Katastervermessungen mit groben Mängeln
(Grenzpunkte lagefalsch bestimmt)
Katastervermessungen mit geringen Män-
geln (Fehler bei Dokumentation und Verwal-
tungshandeln)
Katastervermessungen
ohne Mängel
11
22
2
Verbesserung der geometrischen Qualität des
Liegenschaftskatasters
Projektionsfläche
Anzahl der bestimmten Grenzpunkte
54 km²
540
Der GeoSN nimmt Revisionsvermessungen bei bereits abge-
schlossenen Katastervermessungen und Abmarkungen vor.
Sie betreffen die Arbeit jedes ÖbVI und finden derzeit alle
drei Jahre statt. Sowohl der ÖbVI als auch die Eigentümer
der betroffenen Flurstücke werden darüber informiert. Re-
visionsvermessungen finden im Gelände gemeinsam mit dem
ÖbVI statt, in dessen Arbeit Mängel festgestellt worden wa-
ren. Revisionsvermessungen ausschließlich als Neuberech-
nung betreffen Amtshandlungen des ÖbVI, bei denen es keine
oder nur geringe Mängel gab.

image
GeoSN verortend |
27
Bodenschätzung
Im Liegenschaftskataster werden die amtlichen Bodenschät-
zungsergebnisse sowie die Lage und Bezeichnung der Boden-
profile geführt. Seit 2015 haben die unteren
Vermessungsbe-
hörden nahezu 98 % der Landwirtschaftsfläche aus analogen
Karten und Dokumenten erfasst und ALKIS-konform aufberei-
tet. Der GeoSN realisiert hierzu das technische Verfahren und
scannt die Karten für die laufende Aktualisierung. Für die Aus-
Landwirtschaftsfläche im Freistaat Sachsen
insgesamt:
9.958,1 km²
Erfassung durch Bodenschätzung:
9.736,9 km²
Damit in Sachsen erfasst:
97,8 %
gabe von Liegenschaftskarten mit Bodenschätzung bzw. die
Berechnung der Ertragsmesszahl, welche die Grundlage für die
künftige Besteuerung der Flächen bildet, stellt der GeoSN ver-
schiedene Ausgabeprodukte bereit, und zwar sowohl als Aus-
zug in analoger oder digitaler Form als auch als Datensatz.

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28
| GeoSN verortend
Kooperation Landesvermessung
und Energieversorger:
Gemeinsame amtliche Höhenbestimmungen
im Lausitzer Braunkohlerevier gestartet
Der GeoSN ist für die Realisierung und Bereitstellung des
flä-
chendeckenden, amtlichen Höhenbezugssystems verantwort-
lich. Insbesondere dort, wo sich Höhen aufgrund von natür-
lichen oder technogenen Prozessen ändern, wie zum Beispiel
im Lausitzer Braunkohlerevier, das im Grenzgebiet zwischen
Sachsen und Brandenburg liegt, kann die Qualität der Höhen-
festpunkte nur durch wiederholte Präzisionsnivellements ge-
sichert werden.
Wegen der weitgehenden Übereinstimmung der von den Lan-
desvermessungsbehörden und den Bergbauunternehmen an-
gelegten Höhenfestpunktnetze führt der GeoSN diese Aufgabe
nun in enger Kooperation mit den anderen zuständigen Stellen
durch. Partner der zu diesem Zweck abgeschlossenen Koope-
rationsvereinbarung sind: Lausitzer und Mitteldeutsche Berg-
bau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV), Lausitz Energie
Bergbau AG (LEAG), Sächsisches Oberbergamt Freiberg (SOBA),
Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg
(LBGR), Landesvermessung und Geoinformation Brandenburg
(LGB) und GeoSN.
Zum Auftakt trafen sich ein Messtrupp des GeoSN, Vertreter
der Führungsebene aller Kooperationspartner und ein Mess-
trupp der LEAG am Ausgangspunkt der ersten gemeinsamen
Messkampagne, dem unterirdischen Fundamentalpunkt 1. Ord-
nung mit dem amtlichen Punktkennzeichen 4454 9 01040 in
der Nähe von Bad Muskau.
Bei der gemeinsamen Bearbeitung der Höhennetze im Lausitzer
Braunkohlerevier konzentrieren die Landesvermessungsbehör-
den ihre Außendienstarbeiten auf das übergeordnete Rahmen-
netz 1. Ordnung, das eine Umringslinie um das Gebiet und eine
Nord-Süd-Verbindung umfasst. Die Bergbauunternehmen füh-
ren ihre Messungen im innenliegenden Füllnetz – bestehend
aus amtlichen und nichtamtlichen Höhenfestpunkten – aus,
das an das Rahmennetz angeschlossen wird. Die Berechnungs-
und Auswertungsarbeiten erfolgen arbeitsteilig.
Turnusmäßig alle zwei Jahre wird nun der GeoSN die Vermes-
sungs- und Berechnungsarbeiten am sächsischen Teil des Rah-
mennetzes wiederholen.
Auftakttreffen in Bad Muskau am 15.09.2020
Rahmennetz des Lausitzer Reviernivellements

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GeoSN verortend |
29
Bundes- und Landesgrenze
Tschechische Republik
Vom 25. bis 27. August 2020 fand die 22. gemeinsame Besich-
tigung der Staatsgrenze durch die Koordinatoren der Bundes-
republik Deutschland und der Tschechischen Republik für die
Arbeiten an der gemeinsamen Staatsgrenze im Bereich des
Freistaates Sachsen statt. Dabei wurden auch historisch be-
deutsame Grenzsteine, wie zum Beispiel der sogenannte Drei-
herrenstein, welcher mit Nummer 14-1 im Grenzabschnitt XVI
bei Oberwiesenthal die Staatsgrenze markiert, in Augenschein
genommen. Beschlossen wurde, diesen historischen amtlichen
Grenzstein von 1725 denkmalgerecht in Stand zu setzen.
Coronabedingt konnte die 24. Verhandlung der Koordinatoren
in diesem Jahr erstmals nicht im Rahmen eines Präsenztreffens
durchgeführt werden. So wurde die Niederschrift im elektroni-
schen Umlaufverfahren verhandelt und während des Treffens
zur gemeinsamen Grenzbesichtigung gegenseitig unterzeich-
net.
Die 24. Tagung der Ständigen Deutsch-Tschechischen Grenz-
kommission, welche diesmal in der Tschechischen Republik
stattfinden sollte, wurde ebenfalls im elektronischen
Umlauf-
verfahren gestartet.
Grenzabschnitt
3. Laufendhaltung
XV 16,4 km
Marienberg - Bärenstein
• Prüfung aller Grenzzeichen
• Behebung von Mängeln, z. B. bei Schieflage
• Vermessungstechnische Dokumentation
• Vergabe an externe Firma: Herstellung der Sichtbarkeit zwischen und an zugewachsenen Grenzmar-
ken und Erneuerung des Anstrichs und der Beschriftung
XVI 18,2 km
Bärenstein - Oberwiesenthal
XIX 16,1 km
Eibenstock - Klingenthal
• Prüfung aller Grenzzeichen
• Erfassung der erforderlichen Arbeiten zur Herstellung der Sichtbarkeit zwischen und an zugewach-
senen Grenzmarken als Vorbereitung für eine Ausschreibung
XX 13,6 km
Klingenthal - Markneukirchen
Dreiherrenstein Oberwiesenthal

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30
| GeoSN verortend
Entlang der gemeinsamen Grenze zur
Republik Polen wurden innerhalb von
zwei Jahren alle alten und verschlis-
senen Grenzmarkierungssäulen durch
insgesamt 307 neue Säulen ersetzt und
vermessungstechnisch bestimmt. Alle
Messungen und Berechnungen – auch
die Arbeiten zur Bestimmung der Mit-
tellinie der Lausitzer Neiße – fanden
Die Grenzen zu den benachbarten Bun-
desländern betragen fast 800 km und
umfassen 30.000 Landesgrenzpunkte.
Zu den benachbarten Bundesländern
Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thürin-
gen und Bayern konnten im Jahr 2020
nur 20 km der Landesgrenze vermes-
Republik Polen
Eingang in ein neues Grenzurkunden-
werk. Das für den Oktober 2020 vorge-
sehene Treffen der gemeinsamen tech-
nischen Gruppe, bei dem Vertreter des
Freistaates Sachsens und der Republik
Polen weitere technische Details ab-
stimmen wollten, musste coronabedingt
entfallen und wurde auf das Jahr 2021
verschoben.
sungstechnisch bestimmt und mit den
Nachbarländern abgestimmt werden.
Die vergleichsweise geringe Abstim-
mungsquote findet ihre Begründung in
den Einschränkungen des Außendiens-
tes während der Pandemie.
Grenzmarkierungssäule Nr. 130 zur Republik Polen
Grenzmarkierungssäule Nr. 291 zur Republik Polen
Grenzen zu den benachbarten Bundesländern

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GeoSN verortend |
31
Satellitenpositionierungsdienst
Jahr
Durchschnittliche Anzahl
der SAPOS-Kunden je Monat
Vergleich zum Vorjahr
2020
540
+ 35 %
Jahr
Hochpräziser Echtzeit
Positionierungs-Service (HEPS)
Vergleich zum Vorjahr
2020
15.300.000 Nutzungsminuten
+ 88 %
Der vom GeoSN bereitgestellte SAPOS-
Dienst ermöglicht dem Nutzer die Be-
stimmung seiner Position in Lage und
Höhe mit hoher Präzision und Effizienz.
Die seit September 2019 geltende Kos-
tenfreiheit für die SAPOS-Produkte
führte unmittelbar zu einem deutlichen
Anstieg der Nutzung insbesondere des
hochpräzisen Echtzeitdienstes HEPS.
Entwicklung der Nutzerzahlen
Entwicklung des Nutzungsvolumens
Nutzung Andere
Nutzung Landwirtschaft
0
1.000.000
2.000.000
Jan. 20
Feb. 20
Mrz. 20
Apr. 20
Mai. 20
Jun. 20
Jul. 20
Aug. 20
Sep. 20
Okt. 20
Nov. 20
Dez. 20
Nutzungsminuten sächsischer Kunden des SAPOS-HEPS
Durch die Unterscheidung in die Grup-
pen „Landwirtschaft“ und „Andere“ (vgl.
Abbildung unten rechts) lässt sich das
unterschiedliche Nutzungsverhalten
sehr gut abbilden. Während die land-
wirtschaftliche Nutzung in Abhängigkeit
von den Bewirtschaftungszyklen stark
schwankt, zeigt die Nutzung durch an-
dere Branchen wie Vermessung und Bau
wesentlich weniger saisonale Effekte.
neue Bodenstationen
übrige SAPOS-Stationen

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32 |
GeoSN aktiv
GeoSN aktiv
Maßnahmen zur Bekämpfung
der Corona-Pandemie
Mit der verstärkten Ausbreitung der Co-
rona-Pandemie ab Mitte März 2020 hat-
te der GeoSN die überwiegende Mehrzahl
seiner Bediensteten binnen weniger Tage
in das Homeoffice überführt. Ab dem 23.
März waren täglich nur noch diejenigen
ca. 15 Bediensteten in der Dienststelle
präsent, die für die Aufrechterhaltung
des Dienstbetriebs vor Ort unabdingbar
waren. Etwa 225 Mitarbeiter arbeite-
ten im Homeoffice. Kurzfristig konnten
dazu Arbeitsplatzrechner ausgeben wer-
den, welche aufgrund ihrer technischen
Merkmale zwar bereits zur Aussonde-
rung vorgesehen waren, innerhalb kur-
zer Zeit jedoch für die Nutzung im Ho-
meoffice eingerichtet werden konnten.
Zusammen mit denjenigen Mitarbeitern,
die GeoSN-interne oder vom Freistaat
Sachsen bereitgestellte Anwendungen
zum Datenaustausch nutzten sowie den
„klassischen“ Telearbeitern konnten da-
mit schon Anfang April 2020 ca. zwei
Drittel aller Mitarbeiter ihre Aufgaben
uneingeschränkt am heimischen Arbeits-
platz erledigen. Die übrigen Mitarbeiter
waren über ihre private IT in der Lage,
via OWA ihre dienstlichen E-Mails zu be-
arbeiten und Daten auf den vom GeoSN
bereitgestellten USB-Sticks zu speichern.
Am 15. Mai 2020 ist die Regelung zur
stufenweisen Rückkehr in den Regelbe-
trieb nebst Hygienekonzept und Gefähr-
dungsbeurteilung in Kraft getreten. Da-
nach nahmen alle Mitarbeiter, die keiner
Risikogruppe angehörten und die keine
häuslichen Betreuungsaufgaben wahr-
zunehmen hatten, wieder ihre Arbeit
im GeoSN auf. Alle übrigen Mitarbeiter
arbeiteten bis zum Beginn der Sommer-
ferien tageweise bzw. bei Bedarf im Ho-
meoffice.
Sichtbarste Auswirkungen des Hygiene-
konzepts waren z. B. Aufsteller mit den
„10 Goldenen Regeln“ des GeoSN, Ein-
bahnstraßenregelungen in den Treppen-
häusern und die in den Beratungsräumen
und Teeküchen ausgelegten Desinfek-
tionssprays und die Pflicht zum Tragen
medizinischer Mund-Nase-Bedeckun-
gen. Rückblickend hat sich die Mühe ge-
lohnt: Kein Mitarbeiter des GeoSN hat
sich im Dienstgebäude mit dem Virus
infiziert.
Ausschilderung der Corona-Regeln im GeoSN

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GeoSN verortend |
33
GeoSN aktiv
| 33
Ausschilderung der Corona-Regeln im GeoSN
Ausschilderung der Corona-Regeln im GeoSN
Nachdem Ende Oktober 2020 die Infek-
tionszahlen in Dresden wieder gestiegen
waren, arbeiteten ab Anfang November
erneut ca. 150 Mitarbeiter mit Vollaus-
stattung im Homeoffice. Die
erforder-
lichen Rechner, Bildschirme, Tastaturen,
Mikrofone, Kameras und sonstiges Zu-
behör waren zwischenzeitlich beschafft
worden, die Gesamtkosten beliefen sich
auf 198.600 EUR. Spätestens seit diesem
Zeitpunkt gehörten Telefon- und Video-
konferenzen zum selbstverständlichen
Tagesgeschäft. Bis Mitte Dezember 2020
waren alle ca. 220 Bediensteten, die für
ihre Aufgabenerledigung auf IT-Technik
angewiesen sind, ausgestattet.
Mit Wirkung vom 17. Dezember 2020
wurde für den gesamten GeoSN verbind-
lich Homeoffice angeordnet. Das
Dienst-
gebäude durfte nur ausnahmsweise und
mit Zustimmung des Abteilungsleiters 1
betreten werden.
Auch außerhalb seines Dienstbetriebes
hat der GeoSN an der Bekämpfung der
Pandemie mitgewirkt. So folgten zehn
Bedienstete einem Aufruf der Staatsre-
gierung zur Unterstützung der Gesund-
heitsämter und wurden im November
und Dezember insbesondere zur Kon-
taktnachverfolgung nach Dresden, Mei-
ßen und Pirna abgeordnet.

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34
| GeoSN aktiv
Der Dienstbetrieb im GeoSN während
der Pandemie
Nutzerbetreuung
Kommunikationsformen
Ab Mitte März 2020 war die Nutzerbetreuung des Referats 13
praktisch im Dauereinsatz. Zunächst lag der Fokus auf der kurz-
fristigen Wiederinbetriebnahme bereits ausgesonderter Rech-
ner für die Bediensteten im Homeoffice. Im Anschluss wurde
fortlaufend die zusätzlich neu beschaffte Rechnerausstattung
ausgegeben. Im weiteren Verlauf der Pandemie verlagerte sich
der Schwerpunkt der Arbeiten zunehmend auf die Bereitstel-
lung geeigneter Kommunikationsmittel für das Homeoffice.
Für Videokonferenzen wurden Webex-Lizenzen verteilt sowie
Kameras, Headsets und weiteres Zubehör. Mit der Verbreitung
dieser zunächst ungewohnten Kommunikationstechniken unter
den Bediensteten stieg der Beratungsaufwand für die Mitarbei-
ter der Nutzerbetreuung.
Beratungsräume wurden kurzfristig für Videokonferenzen fit
gemacht und mit Telefonkonferenzanlagen inklusive zusätz-
licher Mikrofone sowie mobiler Kameras ausgestattet.
Telefon- bzw. Webex-Konferenzen haben sich wie in allen Ab-
teilungen auch in der Abteilung 4 sehr schnell als normales
Kommunikationsmittel etabliert. Neue Fachanwendungen via
Online-Lehrgang werden inzwischen erfolgreich in die prak-
tische Anwendung gebracht, Nutzern werden Hilfestellungen
zu Fachverfahren gegeben, Software-Updates für die Einfüh-
rung neuer Versionen vorbereitet oder neue Funktionen für die
laufenden Anwendungen programmiert. Referats- bzw. abtei-
lungsinterne Abstimmungen oder Fachabstimmungen mit Drit-
ten werden nahezu ausnahmslos vom heimischen Arbeitsplatz
aus wahrgenommen. Dadurch hat sich die „Schlagzahl“ der Be-
sprechungen in dieser Pandemiezeit allein durch das schnelle
„Switchen“ in den nächsten Termin erhöht.
Erweiterte Dienstberatung im GeoSN im Mai 2020

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GeoSN aktiv |
35
Außendienst
Auslastung der Dienst-Kfz in der
Corona-Pandemie
Eine besondere Herausforderung stellt seit Beginn der Pande-
mie der messtechnische Außendienst dar, da dieser nicht im
Homeoffice durchgeführt werden kann und die enge
Zusam-
menarbeit der Kollegen bei ihrer Tätigkeit besondere Hygiene-
konzepte erfordert. Es gelang aber trotz dieser Schwierigkeiten,
insgesamt 1.151 messtechnische Außendiensttage durchzu-
führen. Damit konnten 1.239 Raumbezugsfestpunkte und 457
Höhenfestpunkte zur Überwachung und 151 Raumbezugsfest-
punkte zur Sanierung aufgesucht werden. Es wurden an 547
Raumbezugsfestpunkten Wiederholungsmessungen durch-
geführt und 126 Doppel-km im Nivellementsnetz gemessen.
Mit enthalten sind aber auch die Arbeiten an der Staats- und
Landesgrenze.
Auch bei der Auslastung unserer Dienst-Kfz hinterließ die
Pandemie ihre Spuren. Weil nur noch unbedingt notwendige
Dienstreisen angetreten werden durften, kaum mehr Fortbil-
dungen und Schulungen im Präsenzbetrieb stattfinden konnten
und auch der vermessungstechnische Außendienst nur einge-
schränkt arbeiten konnte, waren insgesamt weniger Dienstrei-
sen zu verzeichnen als im Vorjahr.
Diese Entwicklung spiegelt sich in den jährlichen
Laufleistun-
gen und Einsatztagen der Dienst-Kfz des GeoSN wider. Die
trotz der Einschränkungen noch relativ hohe Laufleistung der
MessKW ist daraufzurückzuführen, dass die Außendienstmit-
arbeiter teilweise nicht am Arbeitsort übernachten durften, so
dass täglich lange Anfahrtswege zu absolvieren waren.
Dienstreisen im Vergleich zum Vorjahr
0
100
200
300
400
500
600
700
800
Dienstreisen des
Außendienstes
2019
654
545
581
226
2020
andere
Dienstreisen
Jährliche Laufleistung im Vergleich zum Vorjahr
Einsatztage im Vergleich zum Vorjahr
0
50.000
100.000
150.000
200.000
250.000
MessKW 2019
MessKW 2020
Pool-Kfz 2019
Pool-Kfz 2020
Diagrammtitel
203.219 km
192.859 km
40.519 km
26.145 km

36
| GeoSN aktiv
Die Dienstleistungen des GeoSN in Zeiten der Corona-Krise
Der GeoSN ist sich seiner Verantwortung als Dienst-
leister für Wirtschaft, Politik und Forschung be-
wusst. Das gilt insbesondere auch in Zeiten der Co-
rona-Krise. So war es von Anfang an das Ziel des
GeoSN, seine Leistungen und Produkte dem Nutzer
uneingeschränkt in Angebot und Qualität zur Verfü-
gung zu stellen. Dementsprechend wurden durch die
Leitung des GeoSN bereits am ersten Tag der Krise
Maßnahmen zur Erhaltung der Leistungsfähigkeit
des Hauses entwickelt und umgesetzt.
Zunächst musste gewährleistet werden, dass die
Bereitstellung von Daten des Liegenschaftskatas-
ters mit Eigentümerinformationen aufgrund des be-
sonderen Schutzbedarfs von einem Arbeitsplatz im
GeoSN aus erfolgen konnte. Die Bereitstellung von
Präsentationsausgaben des Liegenschaftskatas-
ters konnte dagegen unter Nutzung der ALKIS-APK
durch die Mitarbeiterinnen vom heimischen PC aus
erfolgen. Unterstützung erhielten sie bei der Verbu-
chung im Warenwirtschaftssystem SAP und bei der
Erstellung von Kostenbescheiden von Mitarbeitern
des Geodatenvertriebs, welche bereits einen voll
ausgestatteten
Homeoffice-Arbeitsplatz
nutzen
konnten.
Nach und nach wurden alle Beschäftigten mit voll-
wertiger Homeoffice-Technik ausgestattet, sodass
sowohl die Datenabgabe im Bereich des Liegen-
schaftskatasters als auch der Landesvermessung
problemlos vom Homeoffice aus erfolgte.
Im Ergebnis wurden sämtliche Anträge auf Daten-
bereitstellung termingerecht erfüllt, digitale Dienste
aufrechterhalten und Nutzerberatungen ohne Ein-
schränkung telefonisch oder per E-Mail durchge-
führt.
Die Bereitstellung und Abgabe von Daten in analoger
und digitaler Form umfasst die Bereiche Landesver-
messung und Liegenschaftskataster. Sämtliche Aus-
wertungen belegen, dass diese Produkte auch wäh-
rend der Corona-Krise uneingeschränkt nachgefragt
wurden. Interessant in diesem Zusammenhang ist
die oben stehende Abbildung. Sie zeigt das Antrags-
volumen auf Bereitstellung von Daten der Landes-
vermessung von Januar 2017 bis heute. Neben den
üblichen unterjährigen Schwankungen lässt sich in
den Jahren 2017 und 2018 eine gewisse Konstanz
erkennen. Ab Mitte des Jahres 2019 ist demgegen-
über ein massiver Einbruch des Antragsvolumens
zu verzeichnen. Ab September 2019 verharrt das
Antragsvolumen auf einem nahezu unveränderten
Niveau. Diese Entwicklung ist auf die Bereitstellung
0
100
200
300
400
500
600
I/2017
II/2017
III/2017
IV/2017
I/2018
II/2018
III/2018
IV/2018
I/2019
II/2019
III/2019
IV/2019
I/2020
II/2020
III/2020
IV/2020
Anzahl Anträge
Quartal
Anzahl der Anträge auf Bereitstellung von Daten der Landesvermessung in den Jahren 2017 bis 2020

image
image
GeoSN aktiv |
37
vielfältige Weise und erweist sich als verlässlicher
Partner für alle Nutzer und Kunden. Die Beratung
per Telefon und E-Mail wurde jedoch konsequent
aufrechterhalten. Aufträge wurden gebündelt und
an festgelegten Wochentagen im GeoSN bearbeitet,
die Waren wurden zusammengestellt und versandt.
Im Fazit bleibt festzuhalten, dass sich trotz der
schwierigen Rahmenbedingungen weder Antrags-
stau noch Antragsrückgang einstellten. Tatsächlich
lässt sich im Abverkauf der Freizeitkarten gegenüber
2019 sogar ein deutlicher Anstieg von rund 1.500
Stück verzeichnen. Das entspricht gegenüber dem
Vorjahr einer Steigerung um rund 36 %.
der Daten auf dem Portal „Offene Geodaten Sach-
sen“ zur kostenfreien Selbstentnahme zurückzu-
führen. So erweist sich gerade jetzt die technische
Entwicklung dieses Portals als Glücksgriff sowohl
für den Nutzer als auch für den GeoSN – können
doch auf diese Weise unbürokratisch, ohne Antrag,
schnell und jederzeit die gewünschten Daten her-
untergeladen werden.
Auch die digitalen Dienste des GeoSN sowie die Be-
ratungsleistungen werden unbeeinflusst durch die
Krise in Anspruch genommen. Hier konnte während
der Pandemie ein sprunghafter Anstieg der tägli-
chen Zugriffe verzeichnet werden. Dies lässt vermu-
ten, dass unsere Nutzer/Kunden trotz Homeoffice
unsere Dienste intensiv nutzen.
Natürlich konnte in der Verkaufsstelle des GeoSN
für einige Monate kein Präsenzvertrieb und damit
auch keine Vor-Ort-Kundenberatung stattfinden.
Es kann festgehalten werden, dass die Produkte des
GeoSN auch im Corona-Jahr uneingeschränkt nach-
gefragt wurden. Der GeoSN deckt diesen Bedarf auf
Steigender Abverkauf von Freizeitkarten im Vergleich zum Vorjahr
Steigender Abverkauf von Freizeitkarten im Vergleich zum Vorjahr
0
100
200
300
400
500
600
WK 10, Kurort Rathen, Hohnstein
WK 10, Schrammsteine
WK 25, 13, Westerzgebirge / Aue
WK 25, 22, Zschopau
WK 25, 30, Linkselbische Täler
WK 25, 31, Tharandter Wald
WK 25, 32, Osterzgebirge/Frauenstein
WK 25, 33, Osterzgebirge/Kurort Seiffen
WK 25, 35, Laußnitzer Heide
WK 25, 36, Dresdner Heide
WK 25, 37, Dippoldiswalde
WK 25, 38, Osterzgebirge/Altenberg, Geising
WK 25, 42, Bischofswerda
WK 25, 45, Sächs. Schweiz
WK 25, 51, Naturpark Zittauer Gebirge
2019
2020

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38
| GeoSN aktiv
Vereidigung zweier Öffentlich bestellter
Vermessungsingenieure
Im GeoSN wurden am 15. Juli 2020 die Herren Se-
bastian Teßmer und Jan Bornmann zu Öffentlich be-
stellten Vermessungsingenieuren (ÖbVI) im Freistaat
Sachsen bestellt.
Durch die Geschäftsführerin Frau Annette Rothen-
berger-Temme wurden sie vereidigt und erhielten
ihre Urkunde sowie ihr Dienstsiegel, das sie im Rah-
men ihres Amtes führen werden.
Herr ÖbVI Sebastian Teßmer übt sein Amt am Amts-
sitz Neustadt in Sachsen aus. Sein Amtsbezirk um-
fasst den Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzge-
birge.
Herr ÖbVI Jan Bornmann, der übrigens seine Lauf-
bahnausbildung im Freistaat Sachsen absolvierte,
nimmt seine hoheitlichen Aufgaben im Rahmen
einer Arbeitsgemeinschaft mit ÖbVI Horst Barth
wahr. Deren Amtsbezirk umfasst den Vogtlandkreis,
ihr Amtssitz ist Plauen.
v. l. n. r.: Frau Czodrowski - GeoSN, ÖbVI Herr Teßmer, Herr Näser -GeoSN
v. l. n. r.: Frau Czodrowski - GeoSN, ÖbVI Herr Bornmann, Frau Rothenberger-Temme - GF GeoSN

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GeoSN aktiv |
39
Veranstaltungen und Termine
Januar
- GeoSN auf der Messe Karriere Start 2020
in Dresden
- GeoSN bei „Digitale Welten 2020“ - Kon-
gress für Geoinformatik und Geodäsie
- Arbeitsgespräch des GeoSN und des Lan-
desamtes für Umwelt, Landwirtschaft und
Geologie (LfULG)
Vortrag von Frau Moosdorf (GeoSN) zur Veranstaltung
„Digitale Welten“
Februar
- Besuch des Staatsministers für Regional-
entwicklung im GeoSN
Herr Staatsminister Schmidt im GeoSN
Herr Staatsminister Schmidt (r.) und Geschäftsführerin des
GeoSN Frau Rothenberger-Temme (2. v. l.) mit Frau Moosdorf
(GeoSN) und Herrn Strugale (GeoSN) zur Inbetriebnahme der ers-
ten sächsischen SAPOS-Bodenstation
Juni
- Besuch des Präsidenten des Bundesamtes
für Kartographie und Geodäsie (BKG) im
GeoSN
v. l. n. r.: Herr Dr. Katerbaum (Abteilungsleiter 2), Herr Prof. Dr. Be-
cker (Präsident des BKG), Frau Rothenberger-Temme (Geschäfts-
führerin GeoSN) und Frau Liebscher (Abteilungsleiterin 4)
Mai
-
Inbetriebnahme
der
ersten
sächsischen
SAPOS-Bodenstation durch den Staats-
minister für Regionalentwicklung
-
Digitale
Lehrveranstaltungen
zum
amt-
lichen Geobasisinformationssystem an
der TU Dresden

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40
| GeoSN aktiv
v. l. n. r.: Herr Klenner, Frau Rothenberger-Temme (GeoSN) und Frau
Dr. Smolnik (LfA)
Studierende der TU
Wrocław
während eines Vortrages im GeoSN
Juli
-
Informationsaustausch
zwischen
dem
Landesamt für Archäologie (LfA) und
dem GeoSN
- Feierliche Vereidigung der Herren Jan
Bornmann und Sebastian Teßmer als Öf-
fentlich bestellte Vermessungsingenieure
Oktober
- Neue Grenzsäulen an der polnischen
Grenze gesetzt: Pressetermin in Bad
Muskau
- Studierende der Geomatik, Geodäsie und
Kartographie der TU Wroclaw zu Gast im
GeoSN
Übergabe der E-Ladestation auf dem Gelände des GeoSN durch
den SIB. v. l. n. r.: Herr Leverenz (SIB), Herr Gaber (SIB), Herr Wendt
(GeoSN), Herr Kohler (GeoSN), Herr Ressin (SIB)
Dezember
- Unterzeichnung der Vereinbarung mit
dem Sächsischen Staatsarchiv zum Lie-
genschaftskataster
- Digitaler Workshop “3D-Stadtmodelle im
Freistaat Sachsen“
- Inbetriebnahme zweier E-Tankstellen auf
dem Parkplatz des GeoSN

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GeoSN aktiv |
41
Ausgewählte Pressebeiträge

42
| GeoSN intern
Der GeoSN beschäftigte zum Stichtag
31. Dezember 2020 241 Bedienstete. Hin-
zu kommen sechs Auszubildende, zwei
Vermessungsoberinspektoranwärter und
vier Vermessungsreferendare. Das Durch-
schnittsalter lag mit 51,8 etwas über dem
Vorjahresniveau. 61 % der Bediensteten
waren über 50 Jahre alt. Zum Ende des
Jahres 2020 traten insgesamt zehn Be-
dienstete in den Ruhestand. Nur mit der
Nachbesetzung frei werdender Stellen
kann der Überalterung der Belegschaft
entgegengewirkt werden.
Mit flexiblen Arbeitszeiten und
individu-
ellen Teilzeitmodellen schafft der GeoSN
gute Rahmenbedingungen, um berufliche
Anforderungen und familiäre Interessen
zu vereinbaren. Fast 40 % der Bedienste-
ten sind in Teilzeit beschäftigt.
GeoSN intern
Personal
Personalsituation zum
Stichtag 31. Dezember 2020
40
30
20
10
0
10
20
30
21–25
26–30
31–35
36–40
41–45
46–50
51–55
56–60
61–65
Altersstruktur
Frauen
Männer

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GeoSN intern |
43
Laufbahnausbildung
Im Jahr 2020 beendeten vier Vermessungsreferen-
dare und zwei externe Vermessungsoberinspektor-
anwärter aus dem Einstellungsjahr 2018 erfolgreich
ihren Vorbereitungsdienst für die Laufbahngruppe 2
der technischen Dienste beim GeoSN.
Die Termine der Staatsprüfung für die Anwärter
mussten coronabedingt wie alle anderen Abschluss-
prüfungen im Frühjahr um einen Monat verschoben
werden, so dass deren Vorbereitungsdienst erst ent-
sprechend später endete.
Im Abschlusshalbjahr der Vermessungsreferendare
mussten einzelne Präsenzveranstaltungen und län-
derübergreifende Unterweisungen ausfallen.
Webinare, Video- und Telefonkonferenzen aus dem
Homeoffice bereiteten dem technikaffinen
Nach-
wuchs keine Probleme.
Ihr Staatsexamen beim Oberprüfungsamt in Bonn
legten sie planmäßig und mit guten Ergebnissen ab.
Unter strenger Einhaltung der Hygieneregeln startete
am 2. November 2020 der neue Jahrgang der Lauf-
bahnausbildung mit vier Vermessungsreferendaren
und sechs Vermessungsoberinspektoranwärtern. Die
neue Generation übersteigt damit zahlenmäßig die
vorangegangenen Jahrgänge fast um das Doppelte.
Zeugnisübergabe
der Anwärter am 13. Mai 2020
Beginn der Laufbahnausbildung im GeoSN am 2. November 2020
Referendare beim Abschluss in Bonn am 30. Oktober 2020

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44
| GeoSN intern
Berufsausbildung
Von den insgesamt acht Auszubildenden im GeoSN
im Jahr 2020 endete für zwei ihre Ausbildungszeit
mit einem erfolgreichen Abschluss zum Geomatiker.
Fünf Auszubildende werden zu Geomatikern und
eine zur Verwaltungsfachangestellten ausgebildet.
Praktika
Drei Bachelorstudenten nutzten das Angebot, ihr
Pflichtpraktikum bzw. ein freiwilliges Praktikum im
GeoSN durchzuführen. Zusätzlich absolvierten zwei
Bergvermessungsreferendare die praxisbegleitende
Ausbildung im GeoSN.
Fortbildung
Im Geschäftsjahr 2020 nahmen die Bedienste-
ten des GeoSN an insgesamt 114 (zum Vergleich:
2019 waren es 209) Fortbildungsveranstaltungen
teil, wovon 66 Seminare am Fortbildungszentrum
des Freistaates Sachsen (FoBiZ) und 48 bei exter-
nen Fortbildungsträgern stattfanden. Insgesamt 22
Fortbildungen wurden online absolviert. Der starke
Rückgang der Seminarzahlen um nahezu die Hälfte
gegenüber dem Vorjahr war hauptsächlich der co-
ronabedingten mehrmonatigen Aussetzung des Prä-
senzbetriebes beim FoBiZ und den Einschränkungen
für die Bediensteten in Bezug auf Dienstreisen ge-
schuldet.
Geomatiker nach der Zeugnisübergabe
Neue Auszubildende im GeoSN

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GeoSN intern |
45
Widerspruchsbearbeitung
Dem GeoSN als zuständige Widerspruchsbehörde
wurden im Jahr 2020 insgesamt 61 neue Wider-
sprüche gegen Verwaltungsakte der Öffentlich be-
stellten Vermessungsingenieure und der unteren
Vermessungsbehörden zur Entscheidung vorgelegt.
Demgegenüber konnten 96 Widerspruchsverfahren
abgeschlossen werden, womit ein deutlicher Abbau
anhängiger Widersprüche im GeoSN zu verzeichnen
war.
Widerspruchsbearbeitung
Zurückweisungen
Stattgaben
Teilstattgaben
Beendigung ohne Entscheidung
Widerspruchsbearbeitung
Systemverwaltung
Das Referat Systemverwaltung hat die Bereit-
stellung von WLAN in allen Beratungsräumen des
GeoSN technisch auf neue Füße gestellt. Dafür wur-
de die WLAN-Infrastruktur des Sächsischen Verwal-
tungsnetzwerkes auf den GeoSN übertragen.
Im Zuge einer europaweiten Ausschreibung wurde
außerdem ein neues Storage-System beschafft und
installiert. Mit diesem System stehen nunmehr ca.
415 TB an Speicherkapazität zur Verfügung. Davon
werden für Oracle-Datenbanken 218 TB, für Fileser-
ver 120 TB und für die Virtualisierungs-Umgebung
77 TB verwendet.
Das Sachgebiet Anwendungsbetreuung optimierte
die automatisierte Wartung der Infrastruktur der
betreuten Fachverfahren. Für die Verbesserung der
Störungsfrüherkennung und der damit verbundenen
Verbesserung der Verfügbarkeit von Verfahren wur-
de das bestehende Monitoring modernisiert und auf
weitere IT-Infrastruktur erweitert. Davon profitieren
auch die Fachadministratoren der Fachbereiche.
Zentrale Vergabestelle
Die zentrale Vergabestelle setzt fortlaufend die beauftragten Beschaf-
fungen um. Im Jahr 2020 betrug das Volumen der vergebenen Aufträge
4.451 TEUR (Brutto). Die Beschaffungen wurden im Rahmen von Direkt-
käufen, Freihändigen Vergaben, Öffentlichen Ausschreibungen auf natio-
naler Ebene, EU-weiten Ausschreibungen und durch Abrufe aus Rahmen-
verträgen realisiert.
Der GeoSN unterstützte im Berichtsjahr auch das im Dezember 2019 ge-
gründete Sächsische Staatsministerium für Regionalentwicklung (SMR) bei
der Durchführung von Beschaffungen. In diesem Zusammenhang führte
die Vergabestelle des GeoSN Vergabeverfahren durch, in deren Ergebnis
Aufträge im Wertumfang von 4.871 TEUR (Brutto) vergeben wurden.
Direktkäufe
Freihändige Vergabe
Abrufe aus Rahmenverträgen
Ausschreibungen national
Ausschreibungen EU
Beschaffungen des GeoSN 2020 - inklusive der Beschaffungen
für das SMR – anteilig nach Art der Beschaffung (in TEUR)
21
56
2
17
2194
527
1003
5569
29

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46 |
GeoSN spezial
Der Obere Gutachterausschuss für Grund-
stückswerte im Freistaat Sachsen
Der Immobilienmarkt steht regelmäßig
im Fokus öffentlicher und nicht öffentli-
cher Diskussionen. Sei es die Frage nach
bezahlbarem Wohnraum, welche auf der
politischen Bühne diskutiert wird, die
Frage nach einer geeigneten Anlageform,
welche insbesondere private Anleger be-
rührt, seien es Fragen der Vermögens-
auseinandersetzung oder auch einfach
nur der Wunsch nach den eigenen vier
Wänden – immer sind zuverlässige Im-
mobilienmarktdaten und deren Trends
von entscheidender Bedeutung. Dieses
Bedürfnis nach Markttransparenz be-
Ausschnitt aus der Bodenrichtwertkarte im BORIS.SN
dient der Obere Gutachterausschuss für
Grundstückswerte im Freistaat Sachsen
im Rahmen seines gesetzlichen Auftrags
gemäß Baugesetzbuch.
So veröffentlicht dieser mit Unterstüt-
zung seiner im GeoSN eingerichteten
Geschäftsstelle in enger Zusammen-
arbeit mit den 13 örtlichen Gutachter-
ausschüssen im Freistaat regelmäßig
Marktdaten und Übersichten in landes-
weit einheitlicher Darstellung und ab-
gestimmtem Inhalt. Das prominenteste
Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist si-
cherlich das Bodenrichtwertinforma-
tionssystem Sachsen (BORIS.SN), das
nach inhaltlichen Vorgaben des Oberen
Gutachterausschusses durch den GeoSN
betrieben wird. Dieses informiert durch
nahezu flächendeckende Darstellung von
Bodenrichtwerten in besonderer Wei-
se über die Preisstrukturen unbebauter
Grundstücke im Freistaat, zeigt zeitliche
Entwicklungen auf und legt die Grund-
lage für wirtschaftliches Handeln und
politische Entscheidungen. Sämtliche
Bodenrichtwertinformationen stehen der
interessierten Öffentlichkeit kostenfrei
zur Verfügung.
GeoSN spezial

image
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GeoSN intern |
47
| 47
Zur Steigerung der Effizienz der
Erstel-
lung der Marktinformationen arbeitet der
Obere Gutachterausschuss am Aufbau
einer Marktdatensammlung. Diese wird
sämtliche für die Auswertung relevanten
Daten der örtlichen Gutachterausschüs-
se fassen. Sowohl der Datenfluss von den
örtlichen Gutachterausschüssen in die
Marktdatensammlung als auch die Ge-
nerierung von statistischen Auswertun-
gen wird nahezu vollständig automati-
siert erfolgen. Auf diese Weise lässt sich
der Zeitraum von der Datenerhebung bei
den Gutachterausschüssen bis zur Veröf-
fentlichung der Auswertungen durch den
Oberen Gutachterausschuss massiv ver-
kürzen, die Aktualität der Daten steigern
und damit erneut die Markttransparenz
befördern.
Eine besondere Herausforderung im
Rahmen des Projektes „Marktdaten-
sammlung“ ist die Vielgestaltigkeit der
Kaufpreissammlungen der örtlichen
Gutachterausschüsse. So ist die Markt-
datensammlung auf drei verschiedene
Systeme mit unterschiedlichen Daten-
formaten und unterschiedlichen inhalt-
lichen Ausprägungen anzupassen. Die
Datenmigration ist somit nicht nur eine
rein technische, sondern auch fachli-
che Herausforderung. Der Abschluss des
Projektes und die Inbetriebnahme der
Marktdatensammlung wird für das Jahr
2022 angestrebt.
Durchschnittspreise je m² Wohnfläche für Ein- und Zweifamilienhausgrundstücke
(Quelle: Schlaglicht Markt 2021 Dresden – Leipzig - Chemnitz)
0
500
1.000
1.500
2.000
2.500
3.000
3.500
4.000
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
[EUR/m² WOFL]
Berichtsjahr
Durchschnittlicher Kaufpreis/m² Wohnfläche
freistehende Ein-/ Zweifamilienhäuser in Kreisfreien Städten
Leipzig
Dresden
Chemnitz
GeoSN spezial

48
| Org
GeoSN spezial
anigramm und Lagebericht
GeoSN spezial
48 |
Organigramm des GeoSN
Abteilung 2
Geobasisdaten/Service
Dr. Gunnar Katerbaum
Geschäftsführer
Annette Rothenberger-Temme
Vorzimmer: Nicole Franke
Abteilung 1
Zentrale Aufgaben
Stefan Kohler
Referat 11
Rechnungswesen/
Organisation
Harald Wendt
BflS
Andreas Haake
Referat 31
Katasterangelegenheiten
Jens Riedel
Referat 41
Grundsatzangelegenheiten
Ria Liebscher (Komm.)
Referat 32
Geodätischer Raumbezug
Janus Czodrowski
Referat 13
Systemverwaltung
Peter Schmädicke
Referat 23
Geodatenservice
Reinhard Walter Mundt
Referat 33
Landesgrenzen
N.N.
Referat 43
Technologie
Uwe Zechendorf
Referat 22
Landschaftsmodell/
Grundmaßstab
Kerstin Langhans
Referat 42
Kompetenzzentrum
Geodateninfrastruktur
Jörg Taggeselle
Referat 21
Geotopographie/Folgemaßstab
Andreas Klenner
Referat 12
Personal/Recht
Heike Gläßer-Stiegler
Geschäftsstelle Oberer
Guterachterausschuss
Reinhard Walter Mundt
Öffentlichkeitsarbeit
Barbara Wolters
Abteilung 3
Liegenschaftskataster
und Raumbezug
Jens Näser
Abteilung 4
Geodatenmanagement
Ria Liebscher
(Stand 31. Dezember 2020)
Organigramm
Organigramm und Lagebericht

Organigramm und Lagebericht |
49
| 49
Ertrags- und Finanzlage
Der GeoSN erzielte im Geschäftsjahr 2020 Leistungserlöse in
Höhe von 400 TEUR. Im Vergleich zu den vorangegangenen
zwei Geschäftsjahren ist somit ein deutlicher Rückgang der
Leistungserlöse zu verzeichnen (2019: 947 TEUR, 2018: 1.289
TEUR), der insbesondere auf die unentgeltliche Abgabe der di-
gitalen Daten seit 1. September 2019 zurückzuführen ist.
Die Leistungserlöse trugen mit 1,6 % nur unwesentlich zur
Deckung der Gesamtaufwendungen in Höhe von 24.445 TEUR
(2019: 23.188 TEUR) bei. Aus diesem Grund war der GeoSN im
Geschäftsjahr 2020 vollumfänglich auf Zuschüsse des Frei-
staates Sachsen angewiesen. Die dem GeoSN für das Haus-
haltsjahr 2020 zugewiesenen Zuschüsse in Höhe von 22.318
TEUR wurden in voller Höhe abgerufen.
Die Gesamtaufwendungen haben sich gegenüber dem Vorjahr
um 1.257 TEUR erhöht. Diese Entwicklung ist insbesondere
darauf zurückzuführen, dass im Geschäftsjahr u. a. die Kos-
ten für Instandhaltungen von Produktionssoftware gestiegen
sind. Ebenso erhöhten sich im Geschäftsjahr die Aufwendun-
gen für Personal aufgrund von Tariferhöhungen zum 1. Januar
2020.
Die Finanzlage des GeoSN ist vor allem aufgrund der Zu-
schüsse des Freistaates Sachsen solide. Die Liquidität war im
Berichtsjahr jederzeit gesichert. Verbindlichkeiten wurden in-
nerhalb der Zahlungsfristen beglichen. Die Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen wurden größtenteils zeitnah ver-
einnahmt.
Chancen- und Risikobericht
Die Nachfrage nach den angebotenen Produkten und Leis-
tungen wird sich auch künftig erhöhen. Verstärkt wird dieser
Trend durch Angebote der GeoBAK 2.0 sowie der Open Data
Strategie im Freistaat Sachsen.
Der GeoSN ist nach SächsVermKatG und SächsGDIG zustän-
dig für die Abgabe der bei ihm erfassten und ermittelten Geo-
basisdaten. Der überwiegende Teil der Leistungen ist jedoch
gebührenfrei zu erbringen. Somit ist der GeoSN auf eine Be-
zuschussung von über 98 % angewiesen.
Seitens des GeoSN ist einschätzbar, dass aufgrund der der-
zeitigen gesetzlichen sowie politischen Rahmenbedingungen
keine Indizien vorliegen, die existenzgefährdende Einflüsse
auf die Vermögens- sowie Ertragslage des GeoSN beinhalten.
Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass weite-
re finanzielle Kürzungen der Bezuschussung im Rahmen des
Staatshaushaltes oder in Form von Haushaltssperren eintre-
ten. Dies würde zu Unwägbarkeiten bei der Aufgabenwahr-
nehmung führen.
Der GeoSN unterliegt keinen Währungs- und Zahlungsstrom-
risiken. Ein allgemein marktübliches Preisänderungsrisiko be-
steht bei Beschaffungsvorgängen.
Prognosebericht
Die Leistungserlöse des GeoSN werden in den kommenden
Geschäftsjahren nochmals deutlich zurückgehen. Grund hier-
für sind Änderungen im SächsVermKatG, wonach bisher ent-
geltpflichtige Leistungen bereits seit der zweiten Jahreshälfte
2019 unentgeltlich abgegeben werden müssen („Open Data“).
Da ausgabenseitig der hohe Anteil an Personalaufwendungen,
der Bedarf für Pflege und Wartung von Software und
Hard-
ware sowie der Aufwand für den laufenden Geschäftsbedarf
bestehen bleibt, ist dieser Rückgang nur durch die Erhöhung
der laufenden sowie investiven Zuschüsse zu kompensieren.
Für 2021 rechnet der GeoSN bei Transfererträgen in Höhe von
22.385 TEUR und Personalaufwendungen von 16.334 TEUR
mit einem Jahresergebnis von 0 TEUR.
Auszug aus dem Lagebericht und Jahresabschluss 2020
Lagebericht
Organigramm und Lagebericht

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50
| Organigramm und Lagebericht

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Organigramm und Lagebericht |
51

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52
|
52
| Organigramm und Lagebericht

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Bild und Gestaltung: Mandy Göhler, Referat 22

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Herausgeber:
Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen
Redaktion:
Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen
Titelbild und Fotos:
GeoSN
Druck:
Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen
Redaktionsschluss:
August 2021
Bezug:
Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen
Diese Druckschrift kann kostenfrei bezogen werden bei: Staatsbetrieb
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anstaltungen, an Informationsständen der Parteien sowie das Einlegen, Aufdrucken
oder Aufkleben parteipolitischer Informationen oder Werbemittel. Untersagt ist auch
die Weitergabe an Dritte zur Verwendung bei der Wahlwerbung. Auch ohne zeitlichen
Bezug zu einer bevorstehenden Wahl darf die vorliegende Druckschrift nicht so
verwendet werden, dass dies als Parteinahme des Herausgebers zu Gunsten einzel-
ner politischer Gruppen verstanden werden könnte. Diese Beschränkungen gelten
unabhängig vom Vertriebsweg, also unabhängig davon, auf welchem Wege und in
welcher Anzahl diese Informationsschrift dem Empfänger zugegangen ist. Erlaubt ist
jedoch den Parteien, diese Informationschrift zur Unterrichtung ihrer Mitglieder zu
verwenden.
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