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1
Landeskonzept zum Umgang mit wildlebenden invasiven Arten
Version 3.1, November 2021
Inhalt
Kurzfassung ............................................................................................................................................................. 2
1
Zielsetzung des Landeskonzeptes .................................................................................................................. 3
1.1.
Problemstellung und Lösungsansatz ..................................................................................................... 3
1.2.
Rechtlicher Hintergrund ......................................................................................................................... 4
1.3.
Liste invasiver Arten und artspezifische Behandlungsgrundsätze ......................................................... 5
1.4.
Überwachungssystem ............................................................................................................................ 9
1.5.
Öffentlichkeitsarbeit und -beteiligung ................................................................................................... 10
2
Management der weit verbreiteten invasiven Arten ...................................................................................... 11
2.1.
Länderübergreifend einheitliche Management- und Maßnahmenblätter .............................................. 11
2.2
Landesspezifische Hinweise: Priorität der Managementmaßnahmen im Freistaat Sachsen ............... 12
2.3
Weitere Schritte.................................................................................................................................... 19

2
Kurzfassung
Zur Absicherung der gesetzlichen Aufgabenerfüllung und sachgerechten Nutzung der
behördlichen Ressourcen im Naturschutz erarbeitet das Sächsische Staatsministerium für
Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft (SMEKUL) ein Landeskonzept zum
Umgang mit wildlebenden invasiven Arten nach Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 über die
Prävention und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder
Arten. Die zweite Fassung des Landeskonzepts vom März 2020 ist aktualisiert worden.
Gegenüber der Vorgängerfassung wurden Management- und Maßnahmenblätter zu den in
Deutschland weit verbreitet vorkommenden Arten Götterbaum und Sonnenbarsch ergänzt.
Der Teil 1 beschreibt die wesentlichen Ziele des Landeskonzeptes, nennt die
Verantwortlichkeiten und benennt die Maximen, entlang derer die Pflichten aus der zugrunde
liegenden EU-Verordnung Nr. 1143/2014 (EU-VO) und des begleitenden Bundesrechtes
umgesetzt werden sollen.
Der Teil 2 enthält Management- und Maßnahmenblätter für die 26 Arten der Unionsliste, die
in Deutschland weit verbreitet sind. Das Spektrum geeigneter Maßnahmen für das
Management wird dargestellt. Die Maßnahmen sind aus den artspezifischen Merkmalen,
Ausbreitungsfaktoren und den nachteiligen Auswirkungen der Art auf Schutzgüter sowie aus
spezifischen Managementzielen abgeleitet. Die Management- und Maßnahmenblätter sind
länderübergreifend abgestimmt. Die Öffentlichkeit ist beteiligt worden. Auf Grundlage der
Blätter erfolgt die rechtlich geforderte Festlegung von Managementmaßnahmen (Art. 19 EU-
VO, §40e Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG)).
Die
länderübergreifend
einheitlichen
Maßnahmenblätter
werden
durch
einen
landesspezifischen Abschnitt ergänzt. Darin werden die Prioritätensetzungen innerhalb des
Maßnahmenspektrums beschrieben. Eine hohe Priorität wird insbesondere präventiven
Maßnahmen beigemessen. Eine Beseitigung der bereits weit verbreiteten und häufigen Arten
aus dem Ökosystem wird häufig nicht mehr mit verhältnismäßigem Mitteleinsatz möglich sein.
Das Landeskonzept bildet die fachliche Grundlage für die Umsetzung von Maßnahmen gegen
invasive Arten gemäß § 40a BNatSchG. Mit der Richtlinie Natürliches Erbe (RL NE/2014) stellt
der Freistaat Sachsen Fördermittel für Managementmaßnahmen zum Schutz gefährdeter
Arten und Lebensräume bereit, die für Maßnahmen gegen invasive Arten genutzt werden
können.
Es erfolgt eine kontinuierliche Fortschreibung des Landeskonzeptes, um die im Rahmen der
Aktualisierung der Unionsliste ergänzten Arten einzufügen sowie die Erkenntnisse aus dem
Vollzug zu berücksichtigen.

3
1
Zielsetzung des Landeskonzeptes
1.1. Problemstellung und Lösungsansatz
Im Zuge der Globalisierung des Handels sowie der Zunahme des weltweiten Tourismus
werden zunehmend gebietsfremde Tier- und Pflanzenarten in unsere Umwelt eingebracht. Die
Ausbreitung verläuft bei der überwiegenden Zahl unbemerkt ohne auffällige Effekte. Tragen
diese Arten dazu bei, einheimische Arten zu verdrängen, stellen sie eine wichtige Ursache für
den Verlust der biologischen Vielfalt dar und werden als invasiv bezeichnet.
Invasive Arten verfügen über eine oder mehrere der folgenden Eigenschaften: Hohe
Anpassungsfähigkeit insbesondere an eine stark menschlich geprägte Umwelt (z. B.
Waschbär), häufige Haltung in Gefangenschaft und Überdauerungsfähigkeit in der Umwelt
(z. B. Buchstaben-Schmuckschildkröte), hohe Reproduktionsfähigkeit und Mobilität (z. B.
Chinesische Wollhandkrabbe), hohe vegetative Ausbreitungsfähigkeit (z. B. Götterbaum).
Am ehesten erfolgreich sind Maßnahmen, die in einem frühen Stadium der Invasion ansetzen,
das heißt, bevor sich Arten in der freien Natur etablieren und weithin ausbreiten. Eine
Beseitigung bereits weit verbreiteter gebietsfremder Arten aus dem Ökosystem wird häufig
nicht mehr möglich sein, denn vielfach ist die Verfügbarkeit geeigneter, für die
Gesamtpopulation wirksamer Maßnahmen begrenzt. Vielfach wird es nur gelingen, Schäden
direkt am jeweiligen im Fokus stehenden Schutzobjekt zu vermeiden oder zu vermindern.
Dementsprechend differenziert die EU-Verordnung Nr. 1143/2014 zwischen Arten,
a) deren Vorkommen im Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaates noch nicht bekannt war und
verpflichtet zur sofortigen Beseitigung und
b) die weit verbreitet sind und sieht für diese ein Management vor, dessen Ausgestaltung
den Mitgliedstaaten überlassen und das nicht zuletzt
Kosten-Nutzen-Abwägungen
unterworfen ist.
Das Landeskonzept stellt die Grundlagen für die einheitliche Umsetzung von Maßnahmen im
Freistaat Sachsen bereit, soweit diese nicht bereits, wie die artbezogenen Verbote und die
Beseitigung „neuer Arten“, abschließend durch die EU-VO geregelt sind.
Damit Maßnahmen gegen weit verbreitete invasive Arten wirksam sein können, müssen sie
sowohl artspezifisch als auch regionsübergreifend einheitlich ausgeformt sein. Die
Notwendigkeit zur artspezifischen Ausformung wird anhand des sehr unterschiedlichen
Spektrums von Arten und Artgruppen, die in der Unionliste geführt werden, deutlich. Pflanzen
reagieren auf andere Maßnahmen als Tiere, Sumpfpflanzen reagieren auf andere
Maßnahmen als Wasserpflanzen. Die Notwendigkeit zur regionsübergreifend einheitlichen
Ausformung, die auch dem Grundgedanken des harmonisierten Vorgehens der EU-VO
entspricht, erklärt sich aus der grundsätzlich regionsübergreifenden Verbreitung der Arten als
wildlebende oder gehaltene Exemplare sowie aus ihrer Mobilität und Ausbreitungsfähigkeit.

4
Der Ausgestaltung der Maßnahmen liegen folgende Leitprinzipien zugrunde:
1) Das Maßnahmenset soll möglichst überregional einheitlich ausgestaltet sein.
Dementsprechend wurden die geeigneten Maßnahmen zum Umgang mit den in
Deutschland weit verbreiteten Arten zwischen den Bundesländern abgestimmt
1
und einer
Öffentlichkeitsbeteiligung unterzogen
2
(siehe Kapitel 2.1).
2) Zum länderübergreifend einheitlichen Rahmen sollen die erforderlichen landesspezifischen
Inhalte ergänzt werden (siehe Kapitel 2.2).
3) Insbesondere Präventivmaßnahmen wird eine hohe Priorität eingeräumt. Dazu zählen
a) ein Management der bereits etablierten Arten, das sich differenziert in
- Arten, die in Deutschland bereits weit verbreitet sind, im Freistaat jedoch noch sehr
selten sind
- Arten die sowohl im Freistaat als auch in Deutschland weit verbreitet sind
(siehe Kapitel 1.3).
b) eine Umweltüberwachung zur Früherkennung der Etablierung neuer Arten in der freien
Natur (siehe Kapitel 1.4)
c) eine spezifische Öffentlichkeitsarbeit, die ebenfalls vor allem der Neuetablierung
entgegen wirken soll (siehe Kapitel 01.5).
4) Das Konzept soll regelmäßig fortgeschrieben werden und die Ergebnisse der Abstimmung
mit den Vollzugs- und Fachbehörden sowie der Öffentlichkeit bekannt gegeben werden.
1.2. Rechtlicher Hintergrund
Der Umgang mit gebietsfremden invasiven Arten
3)
hat mit der
Verordnung
(EU)
Nr.
1143/2014
über die Prävention und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver
gebietsfremder
Arten
(EU-VO)
sowie
mit
der
im
Rahmen
des
nationalen
Durchführungsgesetzes
vom
8. September 2017
erfolgten
Änderung
des
Bundesnaturschutzgesetzes
(BNatSchG) eine geänderte Rechtsgrundlage erhalten.
Das BNatSchG hat insbesondere eine Ergänzung durch die §§ 40 a bis f erfahren, mit denen
die Maßnahmen gegen invasive Arten näher geregelt werden.
Der Umgang mit invasiven Arten wird durch beide Rechtsnormen, EU-VO und BNatSchG,
geregelt, die einander ergänzend anzuwenden sind.
Gegenstand der rechtlichen Pflichten der EU-VO und des Bundesrechtes sind nur die Arten,
die auf einer Liste invasiver gebietsfremder Arten von unionsweiter Bedeutung geführt werden
(im Folgenden „Unionsliste“, vgl. § 7 Abs. 2 Nr. 9 BNatSchG) oder die durch Rechtsverordnung
des Bundes nach § 54 Abs. 4 Satz 1 Nummer 1 oder 3 aufgeführt sind. Die Unionsliste ist am
1
Die Abstimmung erfolgte im Rahmen des Unterarbeitskreises „Invasive Arten“ der Bund/Länder-
Arbeitsgemeinschaft Naturschutz, Landschaftspflege und Erholung (LANA)
2
Die Öffentlichkeitsbeteiligungen sind im Zeitraum 18. September bis 20. November 2017 (erste Unionsliste), 17.
September 2018 bis 19. November 2018 (1. Listenfortschreibung) und 1. September 2020 bis einschließlich 2.
November 2020 (2. Listenfortschreibung) durchgeführt worden (siehe Bekanntmachungen der Landesdirektion
vom 28. August 2017, SächsAbl. Nr. 37/2017, vom 17. August 2018 SächsAbl. Nr. 36/2018 und SächsAbl. Nr.
34/2020 vom 20. August 2020),
3)
„Invasive gebietsfremde Art“ eine gebietsfremde Art, deren Einbringung oder Ausbreitung die Biodiversität und
die damit verbundenen Ökosystemleistungen gefährdet oder nachteilig beeinflusst. Sie können zudem nachteilige
Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit oder die Wirtschaft haben (Art. 3 Nr. 3 EU-VO).

5
3. August 2016 in Kraft getreten.
4
Sie enthielt 37 Arten. Eine erste Listenfortschreibung
5
erfolgte 2017 und erweiterte die Unionsliste auf 49 Arten. Die zweite, am 15.August 2019 in
Kraft getretene Aktualisierung
6
führte zur Erweiterung der Unionsliste auf 66 Arten. Der Bund
hat von seiner Verordnungsermächtigung bislang keinen Gebrauch gemacht.
Die EU-VO differenziert in Arten, deren Vorkommen innerhalb des Mitgliedstaates bislang
noch nicht bekannt waren und der Pflicht zur sofortigen Beseitigung unterliegen (Art. 16 bis
18) und in solche Arten, die bereits weit verbreitet sind und den Bestimmungen über das
Management unterliegen (Art. 19 EU-VO).
Für die bereits weit verbreiteten Arten sind innerhalb von 18 Monaten nach ihrer Aufnahme in
die Unionsliste wirksame Managementmaßnahmen festzulegen (Art. 19 EU-VO). Dabei ist die
Öffentlichkeit zu beteiligen (Art. 26 EU-VO).
Die Ausgestaltung des Managements dieser Arten ist den Mitgliedstaaten überlassen. Auch
Maßnahmen der nicht tödlichen Beseitigung und der Populationskontrolle oder -eindämmung
sind zugelassen. Die von den Arten ausgehenden Risiken, die Auswirkungen der Maßnahmen
auf die Umwelt sowie die Kostenwirksamkeit der Maßnahmen sind bei der Auswahl der
Managementmaßnahmen zu beachten (Art. 19 Abs. 1 Satz 2 EU-VO).
Im Zusammenhang mit dem Management weit verbreiteter invasiver Arten sind zwei
grundlegende Prozesse zu unterscheiden:
a) Die Maßnahmenfestsetzung im Sinne der Festsetzung eines Bündels grundsätzlich
geeigneter Maßnahmen („Maßnahmenset“):
Rechtsgrundlage ist § 40e BNatSchG [Managementmaßnahmen].
Da diese grundsätzlich geeigneten Maßnahmen in den örtlichen Zuständigkeitsbereich
mehrerer Naturschutzbehörden fallen und im Freistaat Sachsen, analog zum Vorgehen
in den anderen Bundesländern, ein überregional einheitliches Maßnahmenset
angestrebt wird, hat sich die obere Naturschutzbehörde für den Festlegungsprozess
der ersten Unionsliste und der folgenden Unionslisteaktualisierungen für zuständig
erklärt. Das erfolgte auf der Grundlage von § 47 Abs. 3 Satz 2 Sächsisches
Naturschutzgesetz (SächsNatSchG).
b) Die Maßnahmenumsetzung, über die unter Würdigung der vor Ort herrschenden
Umstände im konkreten Einzelfall (Artvorkommen) zu entscheiden ist:
Rechtsgrundlage ist § 40a BNatSchG [Maßnahmen gegen invasive Arten].
Die Zuständigkeit liegt aufgrund der im § 47 Abs. 1 SächsNatSchG geregelten
Allgemeinzuständigkeit bei den unteren Naturschutzbehörden.
1.3. Liste invasiver Arten und artspezifische Behandlungsgrundsätze
Die Arten der Unionliste, die derzeit 66 Tier- und Pflanzenarten umfasst, werden entsprechend
ihrer Etablierung in der freien Natur sowie Haltung bzw. Kultivierung in Gärten nach einer
Methodik, die vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) erarbeitet wurde (siehe
BfN-Skripten
438
),
differenziert (Tabelle 1).
4)
Durchführungsverordnung (EU) 2016/1141 der Kommission vom 13. Juli 2016 zur Annahme einer Liste
invasiver gebietsfremder Arten von unionsweiter Bedeutung gemäß der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 des
Europäischen Parlaments und des Rates
5
Durchführungsverordnung (EU) 2017/1263 der Kommission vom 12.Juli 2017 zur Aktualisierung
gemäß der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates der mit der
Durchführungsverordnung (EU) 2016/1141 festgelegten Liste invasiver gebietsfremder Arten von
unionsweiter Bedeutung
6
Durchführungsverordnung (EU) 2019/1262 der Kommission vom 25.Juli 2019 zur Änderung der
Durchführungsverordnung (EU) 2016/1141 zwecks Aktualisierung der Liste invasiver gebietsfremder
Arten von EU-weiter Bedeutung

6
40 Arten sind in Deutschland noch nicht etabliert. Sie unterliegen den Pflichten zur sofortigen
Beseitigung nach Art. 16 bis 18 EU-VO, wenn sie in der freien Natur aufgefunden werden
(Fallgruppe A in Tabelle 1).
26 Arten sind in Deutschland als weit verbreitet einzustufen und fallen damit unter die
Managementvorgaben des Art. 19 EU-VO.
Darunter befinden sich 10 Arten, die in Sachsen bisher noch nicht oder nur mit Einzelfunden
nachgewiesen wurden und sich somit in einem frühen Invasionsstadium befinden (Fallgruppe
B in Tabelle 1). Bei diesen Arten besteht noch die Chance, dass durch gezielte
Bekämpfungsmaßnahmen eine Beseitigung erreicht werden kann.
Bei den übrigen 16 Arten ist eine Beseitigung bestenfalls in Einzelfällen möglich, da sie in
Deutschland und Sachsen bereits häufig vorkommen (Fallgruppe C in Tabelle 1). Bei ihnen
liegt der Managementschwerpunkt auf der Vermeidung einer weiteren Ausbreitung und dem
gezielten Schutz durch sie gefährdeter Naturgüter.
Tabelle 1: Arten der Unionsliste mit Angaben zum Vorkommen im Freistaat Sachsen sowie Zuordnung zu
den Artikeln der EU-VO: Art. 16-18 = sofortige Beseitigung; Art. 19. = Management
(Verbreitungskarten abrufbar unter
Artdaten-Online
(Darstellung von Inhalten der Zentralen Artdatenbank im
Internet))
Wissenschaftlicher
Name
Deutscher Name
Listung gilt
ab
Anwendung
EU-VO bei
aktuellem
Fund
Vorkommen in
der Umwelt in
den letzten 25
Jahren
Fall-
gruppe
Säugetiere
Callosciurus erythraeus
Pallas-Schönhörnchen
03.08.2016
Art. 16-18
keine
A
Herpestes javanicus
Kleiner Mungo
03.08.2016
Art. 16-18
keine
A
Muntiacus reevesii
Chinesischer Muntjak
03.08.2016
Art. 16-18
keine
A
Myocastor coypus
Nutria
03.08.2016
Art. 19
zahlreiche
C
Nasua nasua
Nasenbär
03.08.2016
Art. 16-18
Einzelfund/e
A
Nyctereutes
procyonoides
Marderhund
02.02.2019
Art. 19
zahlreiche
C
Ondatra zibethicus
Bisam
02.08.2017
Art. 19
zahlreiche
C
Procyon lotor
Waschbär
03.08.2016
Art. 19
zahlreiche
C
Sciurus carolinensis
Grauhörnchen
03.08.2016
Art. 16-18
keine
A
Sciurus niger
Fuchshörnchen
03.08.2016
Art. 16-18
keine
A
Tamias sibiricus
Sibirisches
Streifenhörnchen
03.08.2016
Art. 19
Einzelfund/e
B
Vögel
Acridotheres tristis
Hirtenmaina
15.08.2019
Art. 16-18
keine
A
Alopochen aegyptiacus
Nilgans
02.08.2017
Art. 19
zahlreiche
C
Corvus splendens
Glanzkrähe
03.08.2016
Art. 16-18
keine
A

7
Wissenschaftlicher
Name
Deutscher Name
Listung gilt
ab
Anwendung
EU-VO bei
aktuellem
Fund
Vorkommen in
der Umwelt in
den letzten 25
Jahren
Fall-
gruppe
Oxyura jamaicensis
Schwarzkopf-
Ruderente
03.08.2016
Art. 16-18
Einzelfund/e
A
Threskiornis aethiopicus
Heiliger Ibis
03.08.2016
Art. 16-18
Einzelfund/e
A
Reptilien
Trachemys scripta
Buchstaben-
Schmuckschildkröte
03.08.2016
Art. 19
wenige
C
Amphibien
Lithobates catesbeianus
Nordamerikanischer
Ochsenfrosch
03.08.2016
Art. 19
keine
B
Fische
Lepomis gibbosus
Gemeiner
Sonnenbarsch
15.08.2019
Art. 19
wenige
C
Perccottus glenii
Amurgrundel
03.08.2016
Art. 16-18
keine
A
Plotosus lineatus
Gestreifter
Korallenwels
15.08.2019
Art. 16-18
keine
A
Pseudorasbora parva
Blaubandbärbling
03.08.2016
Art. 19
zahlreiche
C
Krebstiere
Eriocheir sinensis
Chinesische
Wollhandkrabbe
03.08.2016
Art. 19
wenige
C
Orconectes limosus
i
Kamberkrebs
03.08.2016
Art. 19
zahlreiche
C
Orconectes virili
ii
Viril-Flusskrebs
03.08.2016
Art. 16-18
keine
A
Pacifastacus leniusculus
Signalkrebs
03.08.2016
Art. 19
wenige
C
Procambarus clarkii
Roter Amerikanischer
Sumpfkrebs
03.08.2016
Art. 19
keine
B
Procambarus fallax f.
virginalis
iii
Marmorkrebs
03.08.2016
Art. 19
Einzelfund/e
B
Insekten
Vespa velutina
nigrithorax
Asiatische Hornisse
03.08.2016
Art. 16-18
keine
A
Plattwürmer
Arthurdendyus
triangulates
Neuseeland-
Plattwurm
15.08.2019
Art. 16-18
keine
A
Pflanzen
Acacia saligna
iv
Weidenblatt-Akazie
15.08.2019
Art. 16-18
keine
A
Ailanthus altissima
Götterbaum
15.08.2019
Art. 19
zahlreiche
C
Alternanthera
philoxeroides
Alligatorkraut
02.08.2017
Art. 16-18
keine
A
Andropogon virginicus
Blaustängelige
Besensegge
15.08.2019
Art. 16-18
keine
A
Asclepias syriaca
Gewöhnliche
Seidenpflanze
02.08.2017
Art. 19
Einzelfund/e
B

8
Wissenschaftlicher
Name
Deutscher Name
Listung gilt
ab
Anwendung
EU-VO bei
aktuellem
Fund
Vorkommen in
der Umwelt in
den letzten 25
Jahren
Fall-
gruppe
Baccharis halimifolia
Kreuzstrauch
03.08.2016
Art. 16-18
keine
A
Cabomba caroliniana
Karolina-Haarnixe
03.08.2016
Art. 16-18
keine
A
Cardiospermum
grandiflorum
Ballonrebe
15.08.2019
Art. 16-18
keine
A
Cortaderia jubata
Rosa
Pampasgrasköpfchen
15.08.2019
Art. 16-18
keine
A
Ehrharta calycina
Ausdauerndes
Veldtgras
15.08.2019
Art. 16-18
keine
A
Eichhornia crassipes
Wasserhyazinthe
03.08.2016
Art. 16-18
keine
A
Elodea nuttallii
Schmalblättrige
Wasserpest
02.08.2017
Art. 19
zahlreiche
C
Gunnera tinctoria
Chilenischer
Riesenrhababer
02.08.2017
Art. 16-18
keine
A
Gymnocoronis
spilanthoides
Falscher
Wasserfreund
15.08.2019
Art. 16-18
keine
A
Heracleum
mantegazzianum
Riesen-Bärenklau
02.08.2017
Art. 19
zahlreiche
C
Heracleum persicum
Persischer Bärenklau
03.08.2016
Art. 16-18
keine
A
Heracleum sosnowskyi
Sosnowsky Bärenklau
03.08.2016
Art. 16-18
keine
A
Humulus scandens
Japanischer Hopfen
15.08.2019
Art. 16-18
keine
A
Hydrocotyle
ranunculoides
Großer Wassernabel
03.08.2016
Art. 19
keine
B
Impatiens glandulifera
Drüsiges Springkraut
02.08.2017
Art. 19
zahlreiche
C
Lagarosiphon major
Wechselblatt-
Wasserpest
03.08.2016
Art. 19
Einzelfund/e
B
Lespedeza cuneata
v
Chinesischer
Buschklee
15.08.2019
Art. 16-18
keine
A
Ludwigia grandiflora
Großblütiges
Heusenkraut
03.08.2016
Art. 19
Einzelfund/e
B
Ludwigia peploides
Flutendes
Heusenkraut
03.08.2016
Art. 16-18
keine
A
Lygodium japonicum
Japanischer
Kletterfarn
15.08.2019
Art. 16-18
keine
A
Lysichiton americanus
Gelbe Scheinkalla
03.08.2016
Art. 19
Einzelfund/e
B
Microstegium vimineum
Japanisches
Stelzengras
02.08.2017
Art. 16-18
keine
A
Myriophyllum aquaticum
Brasilianisches
Tausendblatt
03.08.2016
Art. 19
keine
B
Myriophyllum
heterophyllum
Verschiedenblättriges
Tausendblatt
02.08.2017
Art. 19
zahlreiche
C
Parthenium
hysterophorus
Karottenkraut
03.08.2016
Art. 16-18
keine
A

9
Wissenschaftlicher
Name
Deutscher Name
Listung gilt
ab
Anwendung
EU-VO bei
aktuellem
Fund
Vorkommen in
der Umwelt in
den letzten 25
Jahren
Fall-
gruppe
Pennisetum setaceum
Afrikanisches
Lampenputzergras
02.08.2017
Art. 16-18
keine
A
Persicaria perfoliata
vi
Durchwachsener
Knöterich
03.08.2016
Art. 16-18
keine
A
Prosopis juliflora
Mesquite
15.08.2019
Art. 16-18
keine
A
Pueraria montana var.
lobata
vii
Kudzu
03.08.2016
Art. 16-18
keine
A
Salvinia molesta
viii
Lästiger Schwimmfarn
15.08.2019
Art. 16-18
keine
A
Triadica sebifera
ix
Chinesischer
Talgbaum
15.08.2019
Art. 16-18
keine
A
Synonyme:
i
Faxonius limosus,
ii
Faxonius virilis,
iii
Procambarus virginalis,
iv
Acaccia cynophylla,
v
Lespedeza juncea var.
Sericea,
vi
Polygonum perfoliatum,
vii
Pueraria lobate,
viii
Salvinia adnata,
ix
Sapium sebiferum
1.4. Überwachungssystem
In die bestehenden staatlichen Monitoring- und Erfassungsvorhaben für Lebensräume, Tier-
und Pflanzenvorkommen wie das FFH-Monitoring wurde ein System zur Überwachung der
invasiven gebietsfremden Arten von unionsweiter Bedeutung integriert.
Fachverbände sind gebeten, Funde, die außerhalb dieser Vorhaben gemacht werden, an das
Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) zu melden.
Über die
Online-Eingabe
ist es nach Registrierung und Anmeldung möglich, Funde direkt
einzugeben. Die Artdaten werden in der ZenA, auf die Behördenmitarbeiter der Landes- und
Kommunalverwaltungen zugreifen können, gespeichert.
Zu weiteren Datenbanken, die relevante Artdaten enthalten, zum Beispiel Sächsisches
Wildmonitoring, bestehen Schnittstellen, die Datenimporte in die ZenA ermöglichen.
Über das frei zugängliche Datenportal
Artdaten-Online
,
das auf den Datenbestand der ZenA
zugreift, ist es jedem Internetnutzer möglich, Verbreitungsdaten abzufragen.
Besonderes Augenmerk liegt auf der Früherkennung des Auftretens „neuer Arten“: Für
invasive gebietsfremde Arten in der frühen Phase der Invasion (Art. 16 bis 18 der EU-VO)
sowie für weit verbreitete Arten der Unionsliste, die in Sachsen (noch) nicht oder nur mit
Einzelfunden vorkommen, besteht die Verpflichtung der unteren Naturschutzbehörden zur
sofortigen Informationsweiterleitung an die obere Naturschutzbehörde (Landesdirektion) und
die Fachbehörde (LfULG). Zusätzlich wird der Datenbestand invasiver Arten in der ZenA durch
das LfULG regelmäßig ausgewertet.

10
1.5. Öffentlichkeitsarbeit und -beteiligung
Entsprechend der Schwerpunktsetzung auf Prävention kommt der Sensibilisierung der
Öffentlichkeit durch Fachveranstaltungen und medial wirksame Instrumente eine
hervorgehobene Rolle zu. Damit sollen einerseits die Neuansiedlung von Arten verhindert und
andererseits einem Bekämpfungsaktionismus entgegengewirkt werden. Die Öffentlichkeits-
und Bildungsarbeit soll unter Einbindung Dritter, insbesondere der Landesstiftung Natur und
Umwelt (LaNU), weiterentwickelt und abgesichert werden. Über die Programmplanung der
landesweiten Fortbildungen für die Verwaltung, ihre Rolle als Geschäftsstelle im Netzwerk
Umweltbildung und durch die engen Arbeitsbeziehungen zu den Kommunen insbesondere
über das Netz der Naturschutzstationen verfügt die LaNU über besonders geeignete
Rahmenbedingungen, um an der Umsetzung des Landeskonzepts mitzuwirken.
Die Möglichkeiten von Zoos, zu Risiken und Präventionsmaßnahmen bezogen auf invasive
Tierarten zu vermitteln, sollen verstärkt, unter Beachtung der Beschränkungen durch den
Art. 7 der EU-VO, genutzt werden. Denn die Erfahrung hat gezeigt, dass die Vermittlung mit
unmittelbarem räumlichem Bezug und sozusagen „am lebenden Objekt“ durch die emotionale
Wirkung besonders erfolgreich sein kann.
Die Öffentlichkeit wird über geplante Managementmaßnahmen gemäß Art. 19 der Verordnung
frühzeitig informiert und hat Gelegenheit, sich an der Vorbereitung, Änderung oder
Überarbeitung der Managementmaßnahmen zu beteiligen. Hierzu werden die Entwürfe der
Managementmaßnahmenpläne in einem gemeinsamen Anhörungsportal aller Bundesländer
(
Link
zum
Anhörungsportal
)
im Internet veröffentlicht. Über Pressemeldungen und die
amtlichen Veröffentlichungsorgane wird die Öffentlichkeit informiert, sobald neue oder
überarbeitete Managementmaßnahmen vorliegen. Parallel findet zudem eine Auslegung der
Materialien
in
der
zuständigen
Behörde
statt.
Die
Entwürfe
der
Managementmaßnahmenblätter und begleitende Informationen werden im Anhörungsportal
sowie in der zuständigen Behörde für zwei Monate zur Einsichtnahme öffentlich ausgelegt. In
diesem Zeitraum ist die Abgabe von Stellungnahmen über das gemeinsame Internetportal und
bei der zuständigen Behörde möglich.
Informationen zu den Publikationen der LaNU, wie das 2019 erschienene Faltblatt „Invasive
Pflanzen im Garten“ und das 2020 erschienene Faltblatt „Invasive Krebse“, sind im Internet
verfügbar:
Publikationen
der
LaNU
.
Gleiches gilt für Weiterbildungsveranstaltungen:
Veranstaltungen
der
LaNU
.

11
2
Management der weit verbreiteten invasiven Arten
2.1. Länderübergreifend einheitliche Management- und Maßnahmenblätter
In der Online-Version des Landeskonzeptes gelangen Sie zu den einzelnen Blättern über die Links, die
in den Artnamen hinterlegt sind.
Arten mit Blättern, die gegenüber dem Landeskonzept vom März 2020 ergänzt wurden, sind mit
a
gekennzeichnet.
Säugetiere
Myocastor coypus
Nutria
Nyctereutes procyonoides
Marderhund
Ondatra zibethicus
Bisam
Procyon lotor
Waschbär
Tamias sibiricus
Sibirisches
Streifenhörnchen
Vögel
Alopochen aegyptiacus
Nilgans
Reptilien
Trachemys scripta
Buchstaben-Schmuckschildkröte
Amphibien
Lithobates catesbeianus
Nordamerikanischer
Ochsenfrosch
Fische
Lepomis gibbosus
Gemeiner
Sonnenbarsch
a
Pseudorasbora parva
Blaubandbärbling
Krebstiere
Eriocheir sinensis
Chinesische
Wollhandkrabbe
Orconectes limosus
Kamberkrebs
Pacifastacus leniusculus
Signalkrebs
Procambarus clarkii
Roter
Amerikanischer
Sumpfkrebs
Procambarus fallax f. virginalis
Marmorkrebs
Pflanzen
Asclepias syriaca
Gewöhnliche
Seidenpflanze
Ailanthus altissima
Götterbaum
a
Elodea nuttallii
Schmalblättrige
Wasserpest
Heracleum mantegazzianum
Riesen-Bärenklau
Hydrocotyle ranunculoides
Großer
Wassernabel
Impatiens glandulifera
Drüsiges
Springkraut
Lagarosiphon major
Wechselblatt-Wasserpest
Ludwigia grandiflora
Großblütiges
Heusenkraut
Lysichiton americanus
Gelbe
Scheinkalla
Myriophyllum aquaticum
Brasilianisches
Tausendblatt
Myriophyllum heterophyllum
Verschiedenblättriges
Tausendblatt

12
2.2 Landesspezifische Hinweise: Priorität der Managementmaßnahmen im Freistaat
Sachsen
Tabelle 2: Länderübergreifend einheitliche Managementmaßnahmen im Umgang mit weitverbreiteten Arten
und landesspezifische Prioritätensetzungen; Legende siehe Tabellenende
Artname
Maßnahme
(siehe Management- und Maßnahmenblättern für die Arten)
Priorität
Säugetiere
Bisam
M 1: Öffentlichkeitsarbeit
++
2
M 2: Bekämpfung mit Fallen durch erfahrene Bisamfänger [zum Schutz
konkreter Vorkommen gefährdeter heimischer Arten]
+
M 3: Eindämmung der Weiterverbreitung über geographische Grenzen,
die die Art ohne Hilfe des Menschen nicht [...] überwinden kann
-
1
Marderhund
M 1: Öffentlichkeitsarbeit
++
2
M 2: Einzäunung (mit Überkletterschutz) von Vorkommensgebieten
gefährdeter Arten (z. B. Bodenbrüter, Europäische Sumpfschildkröte)
+
M 3: Eindämmung der Weiterverbreitung über geographische Grenzen,
die die Art ohne Hilfe des Menschen nicht [...] überwinden kann
-
1
M 4: Lokale Populationskontrolle in Bereichen, in denen der Marder-
hund eine erhebliche Gefährdung heimischer Arten verursachen kann
+
Nutria
M 1: Eindämmung der Weiterverbreitung über geographische Grenzen,
die die Art ohne Hilfe des Menschen nicht [..]. überwinden kann
-
1
M 2: Bestandskontrolle zum Schutz gefährdeter, schutzwürdiger
Großmuschel-, Röhricht- und Wasserpflanzenbestände
+
M 3: Beendigung der Förderung der Nutria durch gezielte Fütterung
++
2
Sibirisches
Streifen-
hörnchen
M 1: Populationskontrolle durch Fallenfang
-
3
M 2: Populationskontrolle durch Einstellung der Fütterung
-
3
Waschbär
M 1: Anbringen von Überkletterschutzmanschetten an Horst- und
Höhlenbäumen gefährdeter oder besonders schutzbedürftiger Arten
+
M 2: Einzäunung (mit Überkletterschutz) von Vorkommensgebieten
gefährdeter Arten (z. B. Bodenbrüter, Europäische Sumpfschildkröte)
+
M 3: Sicherung gefährdeter Fledermausquartiere in Stollen und
Gebäuden gegen das Eindringen von Waschbären […]
+
M 4: Eindämmung der Weiterverbreitung über geographische Grenzen,
die die Art ohne Hilfe des Menschen nicht [...] überwinden kann
-
1
M 5: Lokale Populationskontrolle in Bereichen, in denen der Waschbär
eine erhebliche Gefährdung […] heimischer Arten verursach en kann.
+
M 6: Regulierung des Umgangs mit in menschlicher Obhut befindlichen
Waschbären
+
M 7: Öffentlichkeitsarbeit zur Verminderung der direkten und indirekten
anthropogenen Förderung der Art
++
2

13
Artname
Maßnahme
(siehe Management- und Maßnahmenblättern für die Arten)
Priorität
Vögel
Nilgans
M 1: Öffentlichkeitsarbeit
++
2
M 2: Populationskontrolle oder lokale -beseitigung durch Entnahme
+
M 3: Gelegemanagement zur Populationskontrolle oder zur
lokalen -beseitigung
+
M 4: Einschränkung nutzbarer Lebensraumkapazitäten v. a. im
städtischen Bereich zum Populationsmanagement
+
Reptilien
Buchstaben-
Schmuck-
schildkröte
M 1: Intensivierung der Öffentlichkeitsarbeit zu den negativen Folgen
von Freisetzungen für den Naturhaushalt
++
2
M 2: Zulassung der Weitergabe von in menschlicher Obhut befindlichen
Tieren
+
M 3: Entnahme aus Freiland-Habitaten
+
Amphibien
Nord-
amerikanischer
Ochsenfrosch
M 1: Populationskontrolle / Beseitigung durch Abfangen adulter und
subadulter Exemplare
-
3
M 2: Populationskontrolle / Beseitigung durch Abfangen von
Kaulquappen und Laich
-
3
M 3: Eindämmung durch Einzäunung
-
3
M 4: Öffentlichkeitsarbeit
-
3
Fische
S
onnenbarsch
M 1: Öffentlichkeitsarbeit
++
2
M 2: Schulung
+
M 3: Kontrolle der ungewollten Einbringung durch Besatzmaßnahmen
+
M 4: Maßnahmen im Rahmen der Teichbewirtschaftung
+
M 5: Ablassen oder Verfüllen und Neuanlage von Stillgewässern
-
4
M 6: Umgang mit Sonnenbarsch-Beifängen
+

14
Artname
Maßnahme
(siehe Management- und Maßnahmenblättern für die Arten)
Priorität
Blauband-
bärbling
M 1: Öffentlichkeitsarbeit
++
2
M 2: Schulung
++
2
M 3: Kontrolle der ungewollten Einbringung durch Besatzmaßnahmen
-
4
M 4: Entnahme und Abschirmung im Rahmen der Teichbewirtschaftung
+
M 5: Umgang mit Blaubandbärbling-Beifängen
-
4
Krebstiere
Chinesische
Wollhandkrabbe
M 1: Öffentlichkeitsarbeit
++
2
M 2: Installation von Fangeinrichtungen
+
M 3: Abschirmung von Gewässern
+
M 4: Entnahme sowie ggf. vorübergehende Zulassung der
kommerziellen Nutzung
+
Kamberkrebs
M 1: Öffentlichkeitsarbeit
++
2
M 2: Entnahme sowie ggf. vorübergehende Zulassung der
kommerziellen Nutzung
+
M 3: Schaffung von Pufferzonen
+
M 4: Errichtung von Krebssperren oder Erhaltung bestehender
Barrieren
-
3
M 5: Ablassen oder Verfüllen und Neuanlage von Stillgewässern
-
4
M 6: Gezielte Förderung von natürlichen Gegenspielern
+
Marmorkrebs
M 1: Öffentlichkeitsarbeit
++
2
M 2: Entnahme sowie ggf. vorübergehende Zulassung der
kommerziellen Nutzung
++
5
M 3: Schaffung von Pufferzonen
-
5
M 4: Errichtung von Krebssperren oder Erhaltung bestehender
Barrieren
-
5
M 5: Ablassen oder Verfüllen und Neuanlage von Stillgewässern
-
4
M 6: Gezielte Förderung von natürlichen Gegenspielern
+

15
Artname
Maßnahme
(siehe Management- und Maßnahmenblättern für die Arten)
Priorität
Roter
Amerikanischer
Sumpfkrebs
M 1: Öffentlichkeitsarbeit
++
2
M 2: Entnahme sowie ggf. vorübergehende Zulassung der
kommerziellen Nutzung
-
3
M 3: Schaffung von Pufferzonen
-
3
M 4: Errichtung von Krebssperren oder Erhaltung bestehender
Barrieren
-
3
M 5: Ablassen oder Verfüllen und Neuanlage von Stillgewässern
-
3
M 6: Gezielte Förderung von natürlichen Gegenspielern
-
3
Signalkrebs
M 1: Öffentlichkeitsarbeit
++
2
M 2: Entnahme sowie ggf. vorübergehende Zulassung der
kommerziellen Nutzung
+
M 3: Schaffung von Pufferzonen
+
M 4: Errichtung von Krebssperren oder Erhaltung bestehender
Barrieren
-
3
M 5: Ablassen oder Verfüllen und Neuanlage von Stillgewässern
-
4
M 6: Gezielte Förderung von natürlichen Gegenspielern
+
Pflanzen
Brasilianisches
Tausendblatt
M 1: Öffentlichkeitsarbeit
++
2
M 2: Beseitigung von Populationen durch Ausreißen / Ausspülen
++
5
M 3: Beseitigung von kleinflächigen Populationen durch Auszehren
+
M 4: Populationskontrolle durch Beschattung
+
Drüsiges
Springkraut
M 1: Öffentlichkeitsarbeit
++
2
M 2: Ausreißen von Hand
+
M 3: Beseitigung mit dem Freischneider oder der Sense
+
M 4: Beseitigung mit Mäh- bzw. Mulchgerät
+
Gelbe
Scheinkalla
M 1: Öffentlichkeitsarbeit
++
2
M 2 Manuelle Entnahme zur Beseitigung oder zur Kontrolle von
Beständen
++
5

16
Artname
Maßnahme
(siehe Management- und Maßnahmenblättern für die Arten)
Priorität
Gewöhnliche
Seidenpflanze
M 1: Öffentlichkeitsarbeit
++
2
M 2: Ausgraben/Ausreißen
++
5
M 3: Populationskontrolle durch Mahd
-
3
Götterbaum
M 1: Öffentlichkeitsarbeit
++
2
M 2: Ausreißen von Sämlingen und Jungpflanzen
+
M 3 Ausdunkeln von Jungpflanzen
+
M 4: Unvollständige Ringelung von Bäumen
+
Großer
Wassernabel
M 1: Öffentlichkeitsarbeit
++
2
M 2: Beseitigung von Exemplaren oder Populationen durch Ausreißen /
Ausspülen
-
3
M 3: Populationskontrolle durch Beschattung
-
3
Riesen-
Bärenklau
M 1: Öffentlichkeitsarbeit
++
2
M 2: Ausgraben
+
M 3: Populationskontrolle durch Entfernen der Samenstände
+
M 4: Abschneiden der Blütenstände
+
M 5: Mähen
+
M 6: Beweidung
+
M 7: Pflügen/Fräsen
+
M 8: Einsatz von Herbiziden
-
6
M 9: Abdecken mit dunklen Folien
+

17
Artname
Maßnahme
(siehe Management- und Maßnahmenblättern für die Arten)
Priorität
Großblütiges
Heusenkraut
M 1: Öffentlichkeitsarbeit
++
2
M 2: Manuelle Entnahme zur Beseitigung oder Kontrolle von Beständen
++
5
Schmalblättrige
Wasserpest
M 1: Öffentlichkeitsarbeit
++
2
M 2: Beseitigung von Exemplaren oder Populationen durch
Ausreißen/Ausspülen
+
M 3: Beseitigung von kleinflächigen Populationen durch Auszehren
+
M 4: Populationskontrolle durch Beschattung
+
M 5: Absenken des Wasserstands zur Beseitigung oder
Populationskontrolle
+
Verschieden-
blättriges
Tausendblatt
M 1: Öffentlichkeitsarbeit
++
2
M 2: Beseitigung von Populationen durch Ausreißen/Ausspülen
+
M 3: Beseitigung von kleinflächigen Populationen durch Auszehren
+
M 4: Populationskontrolle durch Beschattung
+
Wechselblatt-
Wasserpest
M 1: Öffentlichkeitsarbeit
++
2
M 2: Beseitigung von Exemplaren oder Populationen durch Ausreißen /
Ausspülen
++
5
M 3: Beseitigung von kleinflächigen Populationen durch Auszehren
+
M 4: Populationskontrolle durch Beschattung
+

18
Legende
Relevanz/Priorität
++: Die Maßnahme hat grundsätzlich eine hohe Priorität.
+: Die Maßnahme ist hat eine mittlere Priorität.
-: Die Maßnahme hat grundsätzlich eine nur geringe Priorität.
Begründungen für Einstufung Relevanz/Priorität als hoch/gering
1
In Sachsen gibt es keine derartigen Barrieren.
2
Es handelt sich um eine Präventivmaßnahme mit allgemein günstigem Kosten-Nutzen-
Verhältnis. Bei den Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit und Bildung soll durch ein
landesweites Konzept unter Einbindung Externer (z. B. LaNU) ein möglichst flächendeckendes
Bildungs- und ÖA Angebot abgesichert werden.
3
Derzeit liegen keine Nachweise von existierenden wildlebenden Populationen in Sachsen vor.
4
Der Aufwand in den sächsischen Vorkommensgebieten wird generell als unverhältnismäßig
eingeschätzt.
5
Die Art befindet sich in einem frühen Invasionsstadium in Sachsen.
6
Ausgehend vom übergeordneten Ziel, die Biodiversität zu erhalten, sollen grundsätzlich
mechanische Bekämpfungsmethoden den Vorzug gegenüber Herbiziden erhalten.

19
2.3 Weitere Schritte
Zur
Maßnahmenfestsetzung
(§ 40e BNatSchG):
Auf Grundlage des Landeskonzeptes werden durch die obere Naturschutzbehörde aus dem
bundeseinheitlichen Maßnahmenset (Kapitel 2.1) die für Sachsen relevanten und prioritären
Maßnahmen (Kapitel 2.2) festlegt. Diese sind von den unteren Naturschutzbehörden bei der
Maßnahmenumsetzung in Betracht zu ziehen. Auf diese Weise wird § 40e Abs. 1 Satz 1 BNatSchG
für den Freistaat Sachsen einheitlich und regional differenziert umsetzt. Dabei sind die Regelungen
zur Herstellung des Einvernehmens mit den zuständigen Jagd- und Fischereibehörden zu beachten
(§ 40e Abs. 2 BNatSchG). Im nächsten Schritt werden die festgelegten Managementmaßnahmen
gemäß § 40f Abs. 3 Satz 3 BNatSchG bekannt gemacht. Die Bekanntmachung soll im Internet unter
www.natur.sachsen.de
(Rubriken Biologische Invasionen/Neobiota,
Management
verbreiteter
invasiver
Arten
)
erfolgen.
Zur
Maßnahmenumsetzung
(§ 40a BNatSchG):
Mit den Management- und Maßnahmenblättern wird das Set grundsätzlich geeigneter Maßnahmen
bereitgestellt. Welche Maßnahme daraus konkret umzusetzen ist, muss in Anwendung des § 40a
BNatSchG im Einzelfall bezogen auf das jeweilige Vorkommen nach pflichtgemäßem Ermessen und
nach Einschätzung des Kosten-Nutzen-Verhältnisses der Maßnahmen durch die unteren
Naturschutzbehörden entschieden werden.
In der Kosten-Nutzen-Betrachtung ist insbesondere zu prüfen, ob vom jeweiligen Vorkommen
Gefährdungen für schutzwürdige Objekte des Naturschutzes ausgehen und somit eine besondere
naturschutzfachliche Dringlichkeit besteht. Auch die Größe des Bestandes und Nähe zu
Ausbreitungsvektoren
7)
sind zu beachten.
Die Entscheidung kann auch bedeuten, dass auf eine Bekämpfung verzichtet wird, weil zum Beispiel
die verfügbaren Methoden keine Aussicht auf Erfolg haben oder Risiken für die menschliche
Gesundheit und die Umwelt bergen oder der Aufwand unverhältnismäßig ist.
Für Maßnahmen gegen Arten, die dem Jagd- oder Fischereirecht unterliegen, bestehen die
besonderen Abstimmungspflichten des § 40e Abs. 2 BNatSchG.
Mit der Richtlinie Natürliches Erbe (RL NE/2014) stellt der Freistaat Sachsen Fördermittel für
Managementmaßnahmen zum Schutz gefährdeter Arten und Lebensräume bereit, die für
Maßnahmen gegen invasive Arten genutzt werden können.
7)
Ausbreitungsvektoren sind zum Beispiel Fließgewässer. Manche Pflanzenarten breiten sich vom Oberlauf entlang des
Fließgewässers aus.