Riesen-Bärenklau – Management- und Maßnahmenblatt zu VO (EU) Nr. 1143/2014
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Riesen-Bärenklau
Management- und Maßnahmenblatt
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Metainformationen
1.1
Dokument
Management- und Maßnahmenblatt zu VO (EU) Nr. 1143/2014
1.2
Rechtlicher Bezug
Verordnung (EU) Nr. 1143/2014, hier „VO“ genannt
Durchführungsverordnung (EU) 2017/1263, hier „Unionsliste“ genannt
1.3
Version
Nach Öffentlichkeitsbeteiligung, Stand: Mai 2019
1.4
Ziele dieses Dokumentes
Das vorliegende Dokument beschreibt die Managementmaßnahmen nach Art. 19 der VO.
2
Artinformationen
2.1
Betroffene Art/ Artengruppe
Riesen-Bärenklau, Herkulesstaude
2.2
Wissenschaftlicher Name
Heracleum mantegazzianum
Sommier & Levier, 1895
2.3
Status, Verbreitung und Datenlage
Status in Deutschland:
etabliert
Status und Verbreitung im Bundesland:
siehe länderspezifische Anlage.
Datenlage:
überwiegend gut (gesichert)
2.4
Wesentliche Ausbringungs- und Ausbreitungspfade
Absichtliche Pfade
Einführung: Gartenbau, Imkerei
Unabsichtliche Pfade
Ausbringung: Wasser, Gartenabfälle
Ausbreitung: Wasser, Wind, Weidetiere, Bodentransport, Autos
3
Nachteilige Auswirkungen
Nachteilige Auswirkungen auf Ökosysteme:
Bildet Dominanzbestände zumeist in nährstoffreichen Brachen, an Wald- und
Straßenrändern und Gewässerufern und kann einheimische Pflanzenarten
verdrängen.
Das Auftreten in den FFH-Auwald-Lebensraumtypen (LRT 91E0*, LRT 91F0),
alpine Flüsse (LRT 3220, 3230, 3240) und der Feuchten Hochstaudenfluren (6430)
führt nach dem bundeseinheitlichen LRT-Bewertungsschlüssel zu einer
Verschlechterung des Erhaltungszustandes.
Nachteilige Auswirkungen auf die Gesundheit:
Die in allen Pflanzenteilen enthaltenen Furocumarine führen bei Menschen und
Tieren, insbesondere in Verbindung mit UV-Strahlen, zu Verbrennungen der Haut,
aber auch zu Beeinträchtigungen der Atemwege.
Literatur:
siehe Punkt 5.2 „Weiterführende Literatur/Quellen“

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Maßnahmen
4.1
Ziele des Managements
Ziel der Maßnahmen ist es,
bei einer akuten Gefährdung von geschützten Biotopen, FFH-Lebensraumtypen
oder Populationen seltener oder gefährdeter Arten bzw. FFH-Arten in einem
ungünstigen Erhaltungszustand, Initialbestände zu beseitigen und größere
Bestände zu kontrollieren, unter Berücksichtigung der Verhältnismäßigkeit, der
Auswirkungen auf die Umwelt sowie der Kosten.
Im Überschwemmungsgebiet von Fließgewässer-Mittel- und Unterläufen ist eine
Bekämpfung meist nicht sinnvoll, wenn Bestände im Oberlauf vorhanden sind, weil
von einer wiederkehrenden Ausbreitung ausgegangen werden muss.
Vor Beginn von größeren Maßnahmen zur Populationskontrolle ist jeweils die damit
angestrebte konkrete Naturschutzzielstellung verbindlich festzulegen. Weiterhin
sind Festlegungen zum Monitoring und Nachweis des Maßnahmenerfolgs zu
treffen und zu dokumentieren. Kriterien zum Abbruch der Managementmaßnahme
(z.B. nachgewiesene Erfolglosigkeit innerhalb eines konkret festgesetzten
Zeitrahmens) sollten festgeschrieben werden.

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4.2
Managementmaßnahmen
M 1: Öffentlichkeitsarbeit und Bildung
Beschreibung:
Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärung über geeignete Wege, z.B. Flyer und
Webseiten sowie Schulung von Personal. Darstellung der Risiken, die von Beständen im
Freiland ausgehen sowie der durch die VO eingeführten Beschränkungen mit dem Appell,
die Ausbreitung des Riesen-Bärenklau zu verhindern und ausbreitungsrelevante
Pflanzenreste bei Bekämpfungsmaßnahmen fachgerecht zu entsorgen und ggb. Riesen-
Bärenklaupflanzen zu melden.
Aufwand und Wirksamkeit:
Geringe Kosten mit hohem Nutzen.
Wirkung auf Nichtzielarten
: Keine.
Erfolgskontrolle
: nur indirekt möglich.
M 2: Ausgraben
Beschreibung:
Die effektivste Bekämpfungsmaßnahme ist das Ausgraben. Dabei wird der
oberste Teil der Wurzelrübe mit den Regenerationsanlagen abgestochen. Es müssen
mindestens die ersten 15-20 cm der Rübe entfernt werden, die tieferen Wurzelteile
verrotten im Boden. Die Pflanzen ohne ältere Blüten oder Samenstände können zum
Vertrocknen ausgelegt werden, indem sie beispielsweise über einen Ast gehängt werden.
Um das Austrocknen zu beschleunigen, sollten die Blätter an der ausgegrabenen Wurzel
verbleiben. Ist ein Austrocknen vor Ort nicht sichergestellt, können die Pflanzen an
anderer Stelle getrocknet werden oder die abgeschnittenen Wurzeln auf andere Weise
fachgerecht (gesicherte Erhitzung der Abfälle auf mindestens 55°C) im Rahmen der
örtlichen abfallrechtlichen Regelungen entsorgt werden, keine Eigenkompostierung, keine
Entsorgung als Grünabfall über die Grünabfallsammelplätze der öffentlich-rechtlichen
Entsorgungsträger oder der Kommunen.
Die Trocknungsorte sind später zu kontrollieren, wenn ein Wiederanwachsen nicht
ausgeschlossen werden kann.
Aufwand und Wirksamkeit:
Durch den hohen Aufwand nur für kleinere Bestände geeignet.
Entlang von Gewässerläufen sollte im Oberlauf mit der Maßnahme begonnen werden.
Wirkung auf Nichtzielarten:
Gering.
Erfolgskontrolle:
Mehrjährige Nachkontrollen sind erforderlich.
M 3: Populationskontrolle durch entfernen der Samenstände
Beschreibung:
Die noch grünen Samenstände und Blüten werden Anfang bis Mitte Juli so
hoch wie möglich abgeschnitten. Die samentragende Dolden müssen gesammelt und
entsorgt werden, blühende Dolden ohne Samenansatz können vor Ort verwelken, wenn
das eingesetzte Personal hier eine sichere Einschätzung vornehmen kann. Die
Mutterpflanze bleibt stehen und stirbt nach der Fruchtreife der Mitteldolde ab, wie es bei
ungestörter Entwicklung geschieht. Der Schnittzeitpunkt wird mit Juli so gewählt, dass
noch keine Samenausbreitung stattgefunden hat und in der Regel keine Notblüten mehr
entwickelt werden. Eine Nachkontrolle auf eventuelle Notblüten muss erfolgen.

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Reife Samen sollten fachgerecht (gesicherte Erhitzung der Abfälle auf mindestens 55°C)
im Rahmen der örtlichen abfallrechtlichen Regelungen entsorgt werden, keine
Eigenkompostierung, keine Entsorgung als Grünabfall über die Grünabfallsammelplätze
der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger oder der Kommunen, wobei eine Ausbreitung
der Samen vermieden werden muss. Sollte dies nicht möglich sein, können Samenstände
vor Ort auf kleinen Flächen gesammelt werden. Bei konzentrierter Freilandlagerung
werden die Samen größtenteils durch die entstehende Wärme zerstört, die oberflächlich
lagernden Samen vertrocknen meist nach der Keimung. Sollten bei der ohnehin
erforderlichen Nachkontrolle des Standortes Jungpflanzen entdeckt werden, können sie
leicht entfernt werden. Der Verrottungsprozess in den Samenhaufen kann auch durch
Silofolienabdeckung unterstützt werden.
Aufwand und Wirksamkeit:
Besonders bei großen Beständen geeignet, wenn eine gezielt auf
die Entwicklung der Samen abgestimmte Durchführung der Maßnahme im Juli
sichergestellt werden kann. Entlang von Gewässerläufen sollte im Oberlauf mit der
Maßnahme begonnen werden.
Wirkung auf Nichtzielarten:
Keine.
Erfolgskontrolle:
Mehrjährige Nachkontrollen sind erforderlich.
M 4: Abschneiden der Blütenstände
Beschreibung:
Auch das Entfernen der Blütenstände zur Vollblüte kann wirksam sein, wenn
der Zeitpunkt günstig gewählt wird. Wird zu früh geschnitten, entwickeln sich die
Notblüten. Die Blüten sollten in möglichst großer Entfernung vom Boden abgeschnitten
werden. Samentragende Dolden müssen gesammelt und entsorgt werden. Dolden am
Beginn der Blüte können auf den Boden fallen gelassen werden, wo sie verwelken. Nach
der Blüte stirbt die Pflanze in der Regel ab. Eine Nachkontrolle mit Entfernung der
aufgekommenen Notblüten muss erfolgen.
Aufwand und Wirksamkeit:
Durch die mindestens zweimalige Kontrolle im ersten Jahr
aufwendiger als die Entfernung der Samenstände, aber bei guter zeitlicher Planung
wirksam. Kann aufgrund von zeitlich eingeschränkter Personalverfügbarkeit gegenüber M3
vorgezogen werden. Entlang von Gewässerläufen sollte im Oberlauf mit der Maßnahme
begonnen werden.
Wirkung auf Nichtzielarten:
Keine Effekte.
Erfolgskontrolle:
Nachkontrollen während der Blütezeit und in den folgenden Jahren
erforderlich.
M 5: Mähen
Beschreibung:
Diese verbreitetste Bekämpfungsmethode ist nur wirksam, wenn sie häufiger
als 5 Mal jährlich durchgeführt wird. Aus der Speicherwurzel kann der Riesen-Bärenklau in
wenigen Wochen die verlorene Blattmasse ersetzen.
Eine Mahd kann die gezielte Entfernung der Samenstände erschweren, weil sie niedrig
bleiben und im Blattwerk schwer zu finden sind.
Pflanzen, die durch mehrmaliges Mähen keine Samen gebildet haben, sterben nicht nach
3-5 Jahren ab sondern treiben über Jahre hinweg immer wieder aus. Im Vorjahr gemähte
Pflanzen bilden meist neben der Hauptdolde mehrere kleinere Nebenblütendolden, die im
dichten Bestand leichter übersehen werden, wodurch das Auffinden und Entfernen der
Samenstände erschwert wird.

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Aufwand und Wirksamkeit:
Nur wirksam, wenn 6- bis 8-mal im Jahr gemäht werden kann.
Kann in dieser Intensität nur auf gehölzfreien, trockenen und ebenen Standorten
durchgeführt werden. Entlang von Gewässerläufen sollte im Oberlauf mit der Maßnahme
begonnen werden.
Wirkung auf Nichtzielarten:
Die Auswirkungen müssen in Abhängigkeit der umgebenden
Vegetation im Einzelfall abgeschätzt werden.
Erfolgskontrolle:
Mehrjährige Nachkontrollen sind erforderlich.
M 6: Beweidung
Beschreibung:
Beweidung hat sich als eine effiziente Methode bewährt, um große
Pflanzenpopulationen an Standorten zu bekämpfen, die für Maschinen und manuelle
Maßnahmen unzugänglich sind. Prinzipiell gleicht der Effekt dem von Mahdtechniken. Die
Tiere entfernen einen Großteil des oberirdischen Pflanzenmaterials, was zu einer
Erschöpfung der in den Wurzeln gespeicherten Reserven führt. Erfahrungen mit
Beweidung sind hauptsächlich mit Schafen gesammelt worden, aber die Pflanze wird auch
von Rindern angenommen. Berichte über Ziegen oder Pferde sind im Zusammenhang mit
Riesen-Bärenklau nur vereinzelt zu finden. Eine Beweidung mit ausreichenden Tierzahlen
sollte zeitig im Frühjahr beginnen, wenn die Blätter noch nicht voll entwickelt sind.
Die im Riesen-Bärenklau enthaltenen Inhaltsstoffe können Entzündungen auf Haut und
Schleimhäuten (Lippen, Nüstern, Augenbereich) verursachen. Negative Auswirkungen auf
die Weidetiere sind bei gemischter Nahrung weniger wahrscheinlich. Es werden dunkle
und dickfellige Schafrassen empfohlen.
Aufwand und Wirksamkeit:
Nur wirksam, wenn mehrjährige Beweidung mit ausreichenden
Tierzahlen sichergestellt werden kann. Entlang von Gewässerläufen sollte im Oberlauf mit
der Maßnahme begonnen werden.
Wirkung auf Nichtzielarten:
Die Auswirkungen müssen in Abhängigkeit der umgebenden
Vegetation im Einzelfall abgeschätzt werden.
Erfolgskontrolle:
Mehrjährige Nachkontrollen sind erforderlich.
M 7: Pflügen/Fräsen
Beschreibung:
Bei großen Beständen können auf geeigneten Standorten gute Erfolge
erzielt werden, wenn die gelockerten Pflanzen abgesammelt werden und neu aufkeimende
Samen durch erneutes Fräsen oder Pflügen beseitigt werden. Nach 2-maligem Fräsen
oder Pflügen empfiehlt sich eine Einsaat von schnell und dicht wachsenden Gräsern,
damit am Boden liegende Samen nicht zum Keimen kommen.
Aufwand und Wirksamkeit:
Durch die mindestens zweimalige Kontrolle im ersten Jahr
aufwendiger als die Entfernung der Samenstände, aber bei guter zeitlicher Planung
wirksam. Entlang von Gewässerläufen sollte im Oberlauf mit der Maßnahme begonnen
werden.
Wirkung auf Nichtzielarten:
Wirkung auf die Begleitvegetation beim Fräsen müssen in
Abhängigkeit der umgebenden Vegetation im Einzelfall abgeschätzt werden.
Erfolgskontrolle:
Mehrjährige Nachkontrollen sind erforderlich.

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M 8: Einsatz von Herbiziden
Beschreibung:
Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist durch rechtliche Regelungen auf
landwirtschaftlich, gärtnerisch oder forstwirtschaftlich genutzte Flächen beschränkt und sie
dürfen nicht unmittelbar an Gewässern ausgebracht werden. Auf Nichtkulturland ist eine
Ausnahmegenehmigung der zuständigen Behörden nach § 12 PflSchG erforderlich, die
nur Personen mit Sachkunde im Pflanzenschutz erteilt wird. Wirksame Herbizide und
optimale Anwendungszeitpunkte sind beim Pflanzenschutzdienst zu erfragen. Außerhalb
von Haus- und Kleingärten dürfen Pflanzenschutzmittel nur von Personen mit
Pflanzenschutz-Sachkunde verwendet werden. Es können verschiedene Wirkstoffe, die
selektiv auf zweikeimblättrige Unkräuter wirken und Totalherbizide, die auf Ein- und
Zweikeimblättrige Pflanzen wirken zum Einsatz kommen. Die Ausbringung kann mit
verschiedenen Spritzgeräten oder mit selektiv in Handarbeit einsetzbaren
Dochtstreichgeräten erfolgen.
Aufwand und Wirksamkeit:
Auch die Effektivität eines Herbizideinsatzes kann nur durch
mehrjährige Kontrollen sichergestellt werden.
Wirkung auf Nichtzielarten:
Herbizideinsätze sind je nach Ausbringungsmethode mit
unterschiedlich starken Auswirkungen auf zahlreiche Nichtzielartengruppen verbunden.
Die Anwendungsbestimmungen und Auflagen zum Schutz von Mensch und Umwelt
insbesondere zum Anwenderschutz sind einzuhalten. Ob ein Einsatz in Schutzgebieten
möglich ist, ist anhand der Schutzgebietsverordnung zu überprüfen.
Erfolgskontrolle:
Mehrjährige Nachkontrollen sind erforderlich.
M9: Abdecken mit dunklen Folien
Beschreibung:
Diese Methode des Abdeckens mit Folie ist insbesondere zur Bekämpfung
von über einen längeren Zeitraum aufgebauter Bestände mit einem erheblichen
Samenvorrat im Boden geeignet. Dazu wird im Frühjahr nach dem Austrieb der Pflanzen
der Bestand mit Folie (z.B. Silofolie) abgedeckt. Starke mehrjährige Pflanzen können die
Folie hochdrücken und evtl. durchstoßen. Daher sollte die Folie während der
Vegetationsperiode 2-3-mal kontrolliert werden. Bei den starken Pflanzen sollte wie unter 2
beschrieben die Wurzel abgestochen und anschließend wieder abgedeckt werden. Nach
dem Absterben der bereits gekeimten Pflanzen (durch Dunkelheit, Trockenheit und hohe
Temperaturen unter der schwarzen Folie) sollte die Folie im Spätsommer entfernt
(aufgerollt bzw. gefaltet zur erneuten Verwendung) werden. Im Herbst kommen dann bei
feuchter Witterung und geeigneten Temperaturen in der oberen Erdschicht befindliche
Samen zum Keimen. Diese können im nächsten Frühjahr nach dem Austrieb durch
erneutes Abdecken vernichtet werden. So kann durch eine Wiederholung innerhalb von 2-
3 Jahren der komplette keimfähige Samenvorrat in den oberen Bodenschichten beseitigt
werden.
Aufwand und Wirksamkeit:
Nur wirksam, wenn mehrjährige Betreuung der Maßnahmen
sicher gestellt werden kann. Entlang von Gewässerläufen sollte im Oberlauf mit der
Maßnahme begonnen werden.
Wirkung auf Nichtzielarten:
Die Auswirkungen müssen in Abhängigkeit der umgebenden
Vegetation im Einzelfall abgeschätzt werden.
Erfolgskontrolle:
Mehrjährige Nachkontrollen sind erforderlich.
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Sonstiges

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5.1
Besondere Bemerkungen
Die Ziele der FFH-Richtlinie (RL 92/43/EWG), der Vogelschutzrichtlinie (RL
2009/147/EG) sowie der Wasserrahmenrichtlinie (RL 2000/60/EG) sind zu
berücksichtigen. Weiterhin sind bei der Durchführung der Maßnahmen ggf. die
Vorgaben des Jagd- bzw. Fischereirechts zu beachten.
Nach der Durchführung von Maßnahmen sind verwendete Fahrzeuge, Geräte und
Schuhe vor Ort zu reinigen, um eine Verschleppung von Diasporen zu vermeiden.
Bei allen Bekämpfungsmaßnahmen muss auf ausreichenden Arbeitsschutz
geachtet werden, der bei höher aufgewachsenen Pflanzen auch eine Schutzbrille
umfassen sollte und bei Bekämpfung mit Treckern eine geschlossene
Fahrerkabine. Die eingesetzten Mitarbeiter sind entsprechend zu schulen und zu
informieren. Eine Bekämpfung des Riesen-Bärenklaus aus Gründen der
Gesundheitsvorsorge fällt nicht in die Zuständigkeit der Naturschutzbehörden, hier
gilt das Biozidrecht, die Zuständigkeit liegt bei den betroffenen Kommunen und
Landkreisen.
5.2
Weiterführende Literatur/Quellen
CABI, 2017.
Heracleum mantegazzinaum
. In: Invasive Species Compendium.
Wallingford,
https://www.cabi.org/isc/datasheet/26911,
(zuletzt abgerufen am
14.02.2018).
Nehring, S., Kowarik, I., Rabitsch, W. & Essl, F. (2013): Naturschutzfachliche
Invasivitätsbewertungen für in Deutschland wild lebende gebietsfremde
Gefäßpflanzen. BfN-Skripten 352: 202 S.
Thiele, J. & Otte, A. (2006): Analysis of habitats and communities invaded by
Heracleum mantegazzianum Somm. et Lev. (Giant Hogweed) in Germany.
Phytocoenologia 36: 281-320.
Schmiedel, D., Wilhelm, E.-G., Nehring, S., Scheibner, C., Roth, M. & Winter, S.
(2015): Management-Handbuch zum Umgang mit gebietsfremden Arten in
Deutschland: Band 1: Pilze, Niedere Pflanzen und Gefäßpflanzen. – Naturschutz
und Biologische Vielfalt 141(1): 709 S.
Nielsen, C., H.P. Ravn, W. Nentwig & Wade, M. (Hrsg.) (2005). Praxisleitfaden
Riesenbärenklau - Richtlinien für das Management und die Kontrolle einer
invasiven Pflanzenart in Europa. Forest & Landscape, Dänemark, Hoersholm, 44
pp.
5.3
Anlagen
Länderspezifische Anlage zur Verbreitung
Hinweis: Das vorliegende Dokument wurde durch die Expertengruppe „invasive Arten“ im Rahmen des StA
„Arten- und Biotopschutz“ der LANa erarbeitet. Es soll für Arten der Unionsliste, die in Deutschland als "weit
verbreitet" im Sinne der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 gelten, vorhandene Erkenntnisse zusammenführen und
so die Festlegung von Managementmaßnahmen nach Art. 19 VO (EU) Nr. 1143/2014 durch die Bundesländer
vorbereiten und vereinfachen. Die weitere länderspezifische Bearbeitung, Abstimmung, Priorisierung und
abschließende Festlegung der Maßnahmen obliegt dem jeweiligen Bundesland.