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Empfehlungen der Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren und
des Deutschen Feuerwehrverbandes
Anforderungen an die Qualifikation von
Brandsicherheitswachen bei Veranstaltungen
(2020-1)
25.03.2020
Fachausschuss Vorbeugender Brand- und Gefahrenschutz
der deutschen Feuerwehren (FA VB/G)
Arbeitsgruppe Brandsicherheitswachdienst
c/o Branddirektion München
An der Hauptfeuerwache 8
80331 München
Ltd. BD Dipl.-Ing. (FH) Peter Bachmeier
Telefon: 089 2353-40000
Telefax: 089 2353-40099
E-Mail: bfm.vb-leitung.kvr@muenchen.de

FA VB/G – Anforderungen an die Qualifikation von Brandsicherheitswachen bei Veranstaltungen
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1 Anwendungsbereich und Ziel der Fachempfehlung
1.1
Diese Fachempfehlung gibt Empfehlungen bezüglich der Qualifikation und
Personalstärke von Brandsicherheitswachen (BSW), die aufgrund öffentlich-rechtlicher
Bestimmungen bei geplanten Veranstaltungen erforderlich sind. Sie gilt für öffentliche
Feuerwehren
und
privatwirtschaftliche
Unternehmungen,
die
entsprechende
Dienstleistungen anbieten.
1.2
Weitergehende materielle Bestimmungen zur Durchführung von BSW sind nicht
Regelungsgegenstand dieser Empfehlung.
1.3
Die nachfolgenden Bestimmungen bezüglich Personalstärke und Qualifikation stellen
nach Einschätzung des Fachausschusses Mindestanforderungen dar. Abweichungen zu
Gunsten der Personalstärke oder einer höherwertigen Qualifikation können im Einzelfall
notwendig sein.
1.4
Die Bestimmung der Mindestpersonalstärke und Mindestqualifikationen der BSW
erfolgt standardmäßig mit den Tabellen 1 und 2. Zur besseren Würdigung
außergewöhnlicher örtlicher Gegebenheiten, Umständen oder Teilnehmerzahlen kann
der Brandsicherheitswachdienst auch mit Hilfe anderer anerkannten Verfahren, wie z.B.
dem
Leitfaden – Veranstaltungssicherheit
der Landeshauptstadt München, geplant
werden.
2 Rechtsgrundlagen
Verbindliche
Rechtsgrundlage
bilden
die
jeweiligen
Brandschutzgesetze
und
bauordnungsrechtlichen Bestimmungen der Länder. Stellvertretend werden nachfolgend
die
von
der
Bauministerkonferenz
verabschiedeten
Mustervorschriften
und
Mustererlasse in der aktuell gültigen Fassung zu Grunde gelegt. Ebenfalls eingegangen
ist das Merkblatt 13-06 der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes
e.V.
3 Mindestpersonalstärke
Die Mindestpersonalstärke ergibt sich standardmäßig aus Tabelle 1. Die Liste ist nicht
abschließend. Es sei darauf verwiesen, dass nicht aufgeführte Anlässe unter den
Tatbestand der
Veranstaltung mit erhöhter Brandgefahr
fallen können. Insbesondere bei
Vorliegen einer sehr hohen Anforderungsstufe nach Tabelle 2 ist zu überprüfen, ob die
Mindestpersonalstärke
tatsächlich ausreichend ist.
Vor allem im innerstädtischen Bereich können aus Veranstaltungen negative

FA VB/G – Anforderungen an die Qualifikation von Brandsicherheitswachen bei Veranstaltungen
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Auswirkungen auf den Grundschutz resultieren. Diese werden nicht in dieser Empfehlung
erfasst und sollten im Einzelfall überprüft werden. In diesem Fall ist ggf. die Vorhaltung
anzupassen, bei diesen Einsatzmitteln handelt es sich nicht um einen Bestandteil der
BSW.
Ein wasserführendes Löschfahrzeug ist mitzuführen, wenn ein zu erwartendes
Schadensereignis in der Entstehungsphase voraussichtlich nicht ausreichend durch
Einrichtungen des anlagentechnischen Brandschutzes oder durch Vornahme von
Kleinlöschgeräten bekämpft werden kann oder bei Veranstaltungen im Freien mit großer
räumlicher Ausdehnung.
Nr.
Ort, Veranstaltung
Anzahl
1
Veranstaltungen mit erhöhter Brandgefahr
2
2
Großbühnen
2
3
Szeneflächen >200m²
2
4
Zirkusveranstaltungen in Zelten mit mehr als 1.500 Besucher
2
5
Volksfeste in Zelten mit mehr als 5.000 Besuchern
2
6
Veranstaltungen mit über 1.500 Personen in baulichen Anlagen, deren
hauptsächliche Nutzung
nicht
für solche Zwecke bestimmt ist
2
7
Kunst-, Musik- und Sportveranstaltungen in baulichen Anlagen, bei
denen die Baugenehmigung eine solche Nutzung vorsieht
a) Mit über 3.000 Besuchern
b) Mit über 10.000 Besuchern
2
4
8
Kunst-, Musik- und Sportveranstaltungen im Freien
a) Mit über 5.000 Besuchern
b) Mit über 15.000 Besuchern
2
6*
* einsatzfähige Staffel mit wasserführendem Löschfahrzeug
4 Anforderungen an die Mindestqualifikation
4.1
Personen, die als BSW eingesetzt werden, müssen mindestens über eine
abgeschlossene Truppmannausbildung verfügen und den Sprechfunker Lehrgang
erfolgreich absolviert haben. Eine höherwertige Qualifikation ist zulässig. Alle
eingesetzten Personen müssen über die notwendige Orts- und Objektkunde sowie über
Grundkenntnisse im Brandsicherheitswachdienst verfügen.
4.2
Personen, die als Führer einer BSW eingesetzt werden, müssen über die
Mindestqualifikation nach Tabelle 2 verfügen. Neben der Führungsqualifikation muss der
Führer einer BSW ausreichende Kenntnisse über die Alarm- und Ausrückeordnung und
die Leistungsfähigkeit der örtlichen Feuerwehr besitzen, so dass die Kommunikation und
Zusammenarbeit ohne Einschränkungen möglich ist. Darüber hinaus können weitere
Anforderungen gestellt werden. Die Eignung wird durch die nach Landesrecht zuständige
Tabelle 1: Mindestpersonalstärke Brandsicherheitswachdienst

FA VB/G – Anforderungen an die Qualifikation von Brandsicherheitswachen bei Veranstaltungen
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Stelle festgestellt. Wie der Nachweis erfolgt regelt die zuständige Stelle.
4.3
Tabelle 2 legt die Qualifikationen fest, die in der Mindeststärke enthalten sein
müssen.
Anforderungsstufe
Qualifikationserfordernis
Normal
Mindestens ein Gruppenführer
Hoch
Mindestens ein Zugführer und ein zusätzlicher Gruppenführer
Sehr Hoch
Einzelfallentscheidung der nach Landesrecht zuständigen Stelle;
mindestens jedoch wie bei der Anforderungsstufe „hoch“
4.4
Bestimmung der Anforderungsstufe
4.4.1
Eine normale Anforderungsstufe liegt vor, wenn eine BSW nach den öffentlich-
rechtlichen Bestimmungen erforderlich ist und keine hohe oder sehr hohe
Anforderungsstufe besteht.
4.4.2
Eine hohe Anforderungsstufe liegt vor, wenn:
1) vorgesehen
ist,
dass
Einrichtungen
des
anlagentechnischen
Brandschutzes, ausgenommen der Anforderungen an Großbühnen gemäß
MVStättVO, szenarienabhängig von Personal der BSW angesteuert wird,
2) bei einem Schadenseintritt besondere Anforderungen an die Koordination
der nachrückenden Kräfte bestehen,
3) Abstimmungen der BSW mit Polizei und Rettungsdienst notwendig sind, die
deutlich über das gewöhnliche Maß hinausgehen
oder
4) bei Veranstaltungen der Nr. 7b und 8b nach Tabelle 1
4.4.3
Eine sehr hohe Anforderungsstufe liegt vor, falls die anlassbezogenen
Erfordernisse über die hohe Anforderungsstufe hinausgehen. Dann trifft die nach
Landesrecht zuständige Stelle eine Einzelfallentscheidung.
4.5
Die Bezeichnung der Qualifikationen und Lehrgänge richtet sich nach der
Feuerwehrdienstvorschrift 2.
Tabelle 2: Zuordnung von Mindestqualifikationen zu Anforderungsstufen