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Die Online-Liebesfalle
Das LKA informiert zum Thema Love-Scamming
Wir wollen mal wieder den Wonnemonat Mai zum Anlass nehmen, vor einer
besonders perfiden Anbahnungsmasche zu warnen, mit der Betrüger nicht nur
die Gefühle und das Vertrauen ihrer Opfer schamlos ausnutzen. Auch der
finanzielle Schaden, den sie anrichten, ist enorm.
Alles beginnt mit einem Flirt im Internet, man ist schnell auf einer Wellenlänge
und die Sympathie wächst. Die Online-Beziehung wird ernsthafter. Über
Wochen oder Monate werden Mails ausgetauscht, man gibt immer mehr
Persönliches preis und meint die große Liebe vor sich zu haben. Der oder die
Angebetete ist aufmerksam, gebildet und hat zudem auch noch eine
interessante Lebensgeschichte. Fehlt nur noch das ersehnte persönliche
Treffen. Doch das reale Kennenlernen wird von einer Geldüberweisung
abhängig gemacht, entweder für das Visum oder für den Kauf eines Flugtickets
bzw. es gibt eine ad-hoc-Notlage. Ein enger Angehöriger ist erkrankt, nur eine
teure Operation kann helfen oder Wertsachen und Pass wurden gestohlen und
die Hotelrechnung ist offen.
Wir berichten hier über eine Form des sogenannten Vorschussbetruges, auch
Love- oder Romance-Scamming genannt. Es geht den Tätern nur ums Geld,
eine persönliche echte Verbindung war und ist nie vorgesehen. Es werden über
soziale Netzwerke Kontakte zu den Opfern, in den meisten Fällen sind es
Frauen, hergestellt und eine Vertrauensbasis aufgebaut. Danach wird eine
Notlage erfunden, die Mitleid bei den Betroffenen auslöst. Die Opfer überweisen
dann vertrauensvoll Geld z.B. via Western Union nach Ghana, Nigeria, den
USA, Großbritannien, der Türkei oder auch Russland. Bei
Internetbekanntschaften mit Russland handelt es sich um angeblich
heiratswillige Frauen, die dann ihre Opfer abzocken.
Medieninformation
21. Mai 2021
Landeskriminalamt Sachsen
Ihr/-e Ansprechpartner/-in
Kathlen Zink, Tom Bernhardt
LKA Sachsen
Durchwahl
Telefon +49 351 855 2010
Telefax +49 351 855 2095
kommunikation.lka@
polizei.sachsen.de*
Hausanschrift:
Landeskriminalamt Sachsen
Neuländer Straße 60
01129 Dresden
www.lka.sachsen.de

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Eine Recherche des Landeskriminalamtes im polizeilichen Auskunftssystem
Sachsen ergab 378 Fälle für das Jahr 2020. Enthalten sind 306 Fälle, die sich
im Jahr 2020 ereignet haben sowie 72 Fälle, die bereits 2019 geschehen sind,
aber erst im Jahr 2020 angezeigt wurden.
304 von diesen 378 polizeilich registrierten Fällen (80,4 Prozent) wurden
vollendet und verursachten einen Gesamtschaden von reichlich 4 Mio. Euro.
Damit ist die Anzahl der Fälle gegenüber dem Jahr 2019 (229 vollendete Fälle)
gestiegen und auch die Schadenssumme hat sich um 23,7 Prozent erhöht.
76,5 Prozent der Geschädigten sind Frauen, die meisten von Ihnen im Alter
zwischen 45 und 65 Jahren. Insgesamt wurden 77 Tatverdächtige ermittelt.
Die recherchierten Zahlen sind nur bedingt aussagekräftig, da man von einer
sehr hohen Dunkelziffer ausgehen muss. Viele Opfer schämen sich diesen
Betrug anzuzeigen. Das wissen leider auch die Täter. Daher versucht die
Polizei immer wieder präventiv zu informieren, Fälle beispielhaft bekannt zu
machen - denn ohne entsprechende Anzeigen und Verfahren können die
Behörden nicht tätig werden!
Aber wie kann man das sogenannte Love-Scamming erkennen und wie
kann man sich davor schützen?
Über Netzwerke oder Dating-Seiten kommen Betrüger an Mailadressen.
Eine knappe Mail in englischer Sprache mit einer Einladung zum Chat
dient als Lockmittel.
Die Betrüger kommunizieren meistens in gutem Englisch. Allerdings gibt
es auch viele, die perfekt Deutsch sprechen.
Oft werden den Opfern Bilder ihrer Internetbekanntschaften in
schlechter Qualität gezeigt, da sie illegal erlangt wurden. Ausnahme:
Frauen locken ihre Opfer bevorzugt mit schönen Fotos, auf denen sie
oft leicht bekleidet zu sehen sind.

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Seriös wirkende Mails wecken das Interesse, aber schon nach kurzer
Zeit überhäufen die Scammer ihre Opfer mit Liebesschwüren. Sie
wollen alles über ihr Opfer wissen: Hobbys, ehemalige Partner, Kinder,
Freunde, auch der Glaube an Gott spielt eine Rolle.
Die Täter sprechen dann oft von Geschäftsreisen oder familiären
Schwierigkeiten und einer Verbindung nach Westafrika wie Nigeria,
Ghana oder dem Senegal, aber auch nach Russland und Südostasien.
Frauen geben häufig vor, in osteuropäischen, südost-asiatischen oder
südamerikanischen Ländern zu leben.
Die Betrüger bitten ihr Opfer aus unterschiedlichsten Gründen um Geld.
Weigert es sich zu zahlen, suchen die Betrüger andere Wege der
Bereicherung. Dabei scheuen die Scammer nicht, erpresserische
Methoden anzuwenden, sogar mit Selbstmord wird gedroht.
Beispielsweise sollen Schecks (die allerdings gefälscht sind) in
Deutschland eingezahlt werden oder Briefe bzw. Päckchen sind an dritte
Personen zu versenden, die Betrüger bitten um Kopien von Ausweisen
und verwenden diese Daten für weitere Betrugshandlungen.
Wenn man tatsächlich Zweifel an seiner Internetbekanntschaft hat,
sollte man sich einer befreundeten aber neutralen Person anvertrauen
und sich über das Thema und die neu gewonnene „Liebe“ austauschen
und um eine zusätzliche unvoreingenommen Meinung zu bekommen.
Außerdem kann eine Suchmaschine in vielen Fällen einen Verdacht
bestätigen, wenn Sie den Namen der Internetbekanntschaft mit dem
Zusatz „Scammer“ eingeben.
Es gibt auch die Möglichkeit, das Foto der Internetbekanntschaft mal in
die Google-Bildersuche zu geben. Wenn das Bild oder die Person
darauf dann mit den unterschiedlichsten Namen auf verschiedenen
Seiten gefunden wird, kann man davon ausgehen, dass dieses Foto
missbräuchlich verwendet wird und das Profil gefälscht sein könnte.