Institut für Bildung, Information und
Kommunikation // BIK
Zwischenbericht
über die organisatorische und inhaltliche Beglei-
tung des Aufbaus von Kooperationsverbünden
zur Sicherung und Ausgestaltung des inklusiven
Unterrichts in den Jahren 2019 bis 2021 im
Freistaat Sachsen
durch das Projekt BAKO_SN (
Begleitung des Aufbaus
von Kooperationsverbünden für schulische Inklusion
in Sachsen
)
Autorinnen und Autoren:
Prof. Dr. Friedrich Albrecht (Gesamtleitung)
Prof. Dr. Matthias Schmidt (Projektleiter)
Manja Zips
Manuela Egea-Gimenéz
Görlitz, 30.04.2021

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
Kontakt:
Prof. Dr. Friedrich Albrecht
Hochschule Zittau/Görlitz
Institut für Bildung, Information und Kommunikation (BIK)
Brückenstraße 1
02826 Görlitz
Telefon: 03581 374-4400
E-Mail: f.albrecht@hszg.de

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
3
Inhaltsverzeichnis
1
2
2.1
2.2
2.2.1
2.2.2
2.3
3
3.1
3.2
3.3
3.4
4
4.1
4.1.1
4.1.1.1
4.1.1.2
4.1.2
4.1.2.1
4.1.2.2
4.1.2.2.1
4.1.2.2.2
4.2
4.2.1
4.2.1.1
4.2.1.2
4.2.2
4.2.2.1
4.2.2.2
4.2.2.2.1
4.2.2.2.2
4.3
Abkürzungsverzeichnis
Einleitung
Ausgangssituation
Schulische Inklusion – Globale Impulse und regionale Umsetzun-
gen
Bildungspolitische Rahmenbedingungen und Anforderungen
Gesetzlicher Auftrag
Ausgewählte Ergebnisse der Vorstudie
Strukturelle und prozessorale Vorgaben
Vorgehen und Methoden
Allgemeiner struktureller Rahmen
Projektverlauf
Zusammenwirken der Projektpartner
Aufnahme der Evaluation des LaSuB zum Arbeits- und Entwick-
lungsstand der gegründeten Kooperationsverbünde
Darstellung der Ergebnisse
Projektphase A (04/2019 – 03/2020)
Befragung 1
Konzeptionierung der Befragung 1
Ergebnisse der Befragung 1
Konstituierende Beratungen der Phase A
Konzeptionierung der Konstituierenden Beratungen der Phase A
Ergebnisse der Konstituierenden Beratungen der Phase A
Beteiligung
Auswertung der Protokolle
Projektphase B und C, Teil 2020 (03/2020 – 12/2020)
Befragung 2
Konzeptionierung der Befragung 2
Ergebnisse der Befragung 2
Konstituierende Beratungen der Phasen B u. C/2020
Konzeptionierung der Konstituierenden Beratungen der Phasen B
u. C/2020
Ergebnisse der Konstituierenden Beratungen der Phasen B u.
C/2020
Beteiligung
Auswertung der Protokolle der Phasen B und C/2020
Ergebnisse aller 42 konstituierenden Beratungen (Phasen A, B und
C/2020)
5
7
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Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
4
5
5.1
5.1.1
5.1.2
5.1.2.1
5.1.2.2
5.1.2.3
5.1.2.4
5.1.2.5
5.1.2.6
5.1.2.7
5.1.2.8
5.1.2.9
5.1.2.10
5.2
5.2.1
5.2.2
5.2.3
5.2.4
5.2.5
5.2.6
6
Diskussion und Empfehlungen
Diskussion der Ergebnisse
Allgemeiner Stand des Aufbaus der Kooperationsverbünde
Spezifische Aspekte beim Aufbau der Kooperationsverbünde
Autonomie in der Festlegung von Entwicklungszielen und deren
Umsetzung
Aufbau nachhaltiger Strukturen
Unzureichende Rahmenbedingungen, Unterausstattung der
Schulen und Belastung des Lehrpersonals
Bedeutende Rolle außerschulischer Unterstützungssysteme
Bedeutende Rolle der Förderschulen und Förderschulzentren
Vernetzung und Transparenz
Bildungschancengleichheit
Gelingendes Übergangsmanagement
Fachgerechte Fort- und Weiterbildungen
Herausforderungen für die Zeit nach Corona
Empfehlungen zum weiteren Aufbau des Systems Kooperations-
verbünde in Sachsen
Beibehaltung und Verstetigung der Organisationsstruktur
Verbesserung der Rahmenbedingungen der Schulen
Außerschulische Unterstützungssysteme verstetigen
Klarere Beschreibung von Aufgaben und Verantwortlichkeiten der
Partner in den Kooperationsverbünden
Beibehaltung der Prozessoffenheit
Evaluation planen
Ausblick
Literatur und Quellen
91
91
91
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93
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98
98
99
101
Anlagen
Anlagenpaket 1:
Zwischenbericht des Landesamtes für Schule und Bildung zum
Aufbau der Kooperationsverbünde in Sachsen auf der Grundlage
der Befragung der Koordinatoren für Inklusion im Februar 2021
Anlagenpaket 2:
Relevante Dokumente und ergänzende Informationen zum
Zwischenbericht der Hochschule Zittau/Görlitz
Anlagenpaket 3:
Protokolle der konstituierenden Beratungen

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Abkürzungsverzeichnis
AG
Auftraggeber, Arbeitsgruppe (entsprechend Kontext)
BA
Bundesagentur für Arbeit
BIK
Institut für Bildung, Information und Kommunikation der
Hochschule Zittau/Görlitz
CDU
Christlich Demokratische Union Deutschlands
FÖS
Förderschule
FSP
Förderschwerpunkt
HRZ
Hochschulrechenzentrum
HSZG
Hochschule Zittau/Görlitz
HWK
Handwerkskammer
IFD
Integrationsfachdienst
IHK
Industrie- und Handelskammer
Kita
Kindertagesstätte
KMK
Kultusministerkonferenz
konstB
konstituierende Beratung
KoopV
Kooperationsverbund
LaSuB
Landesamt für Schule und Bildung
MSD
Mobile Sonderpädagogischer Dienst
Projekt BAKO_SN
Projekt Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für
schulische Inklusion in Sachsen
Projekt ZINT
Projekt Zusammen inklusive Schule entwickeln
SächsSchulG
Sächsisches Schulgesetz
SCHILF
Schulinterne Lehrerfortbildung
SNPT
Schulnetzplanungsträger
SMS
Sächsisches Staatsministerium für Soziales
SMK
Sächsisches Staatsministerium für Kultus
SPD
Sozialdemokratische Partei Deutschlands
SuS
Schülerinnen und Schüler
UN
United Nations (Vereinte Nationen)
UN-BRK
UN-Behindertenrechtskonvention
UNESCO
Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft
und Kultur
Zfe
Zentrum für eLearning der Hochschule Zittau/Görlitz

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
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HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
7
1. Einleitung
Anlass des Berichts
Dieser Zwischenbericht des Projektes „Begleitung des Aufbaus von Kooperations-
verbünden für schulische Inklusion in Sachsen“ (folgend: BAKO_SN)
1
ergeht, um dem
Sächsischen Staatsministerium für Kultus (SMK) als Auftraggeber (AG) eine möglichst
optimale Vorbereitung für seine Berichterstattung zum Stand des Aufbaus der Koope-
rationsverbünde im Sächsischen Landtag im Herbst 2021 zu gewährleisten.
Ursprünglich vorgesehen war, dass zum 30.06.2021 dem AG ein finaler Bericht vor-
gelegt wird, wobei geplant war, dass zu diesem Zeitpunkt bereits alle Gründungen der
vorgesehenen 64 Kooperationsverbünde abgeschlossen sind. Angestrebt wurde zu-
nächst, alle Gründungen bis zum Ende des Schuljahres 2019/20 umzusetzen, der
Zeitplan sah dann vor, dass im Dezember 2020 die letzte der 64 Gründungsveranstal-
tungen –
konstituierende Beratungen
genannt – in Form eines Präsenz-Tageswork-
shops für bis zu 100 Personen durchgeführt wird und sich danach auf die Begleitung der
Arbeitsphasen der Kooperationsverbünde konzentriert werden kann. Die Corona-Pan-
demie hat den Projektverlauf erheblich beeinträchtigt, nichtsdestotrotz bleibt das Projekt-
ziel an die Festlegung im Schulgesetz gekoppelt, dass im Herbst 2021 das SMK im
Landtag zu berichten hat und eine diesbezügliche Zuarbeit des Projektes BAKO_SN im
Vorfeld notwendig ist. Der diesem Bericht zugrundeliegende Zeitraum umfasst die
Monate vom Projektstart 01.04.2019 bis zum 31.12.2020. Die Datenlage lässt noch
keine abschließende, aber eine ausführliche Ergebnisdarstellung zu.
Einfluss der Corona-Pandemie
Das Coronavirus hat nicht nur den geplanten Projektablauf, sondern auch die Methodik
erheblich beeinflusst. So mussten durch den Lockdown ab dem 16.03.2020 ganze
22 konstituierende Beratungen abgesagt und zunächst auf unbestimmte Zeit verscho-
ben werden. An späterer Stelle wurden einige für den Zeitraum September 2020 bis
April 2021 neu angesetzt. Die Ungewissheit, ob überhaupt Tagesworkshops dieser
Größenordnung absehbar wieder durchführbar werden, führte dazu, dass ab April 2020
ein neues Durchführungskonzept entwickelt und erprobt wurde, mit dem die konstituie-
1
Strukturell zugehörig ist das Projekt BAKO_SN dem Institut für Bildung, Information und Kom-
munikation (BIK). Es ist eines von sieben interdisziplinären In-Instituten in der Rechtsform der
Zentralen Einrichtung (§92 SächsHSFG), über die die HSZG vornehmlich ihre Drittmittelprojekte
in Forschung, Entwicklung und Transfer organisiert.

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HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
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renden Beratungen im Hybridmodell umgesetzt werden konnten. Der ursprüngliche Ta-
gesworkshop in Präsenz wurde auf drei zeitlich kleinere Einheiten aufgeteilt, die an
unterschiedlichen Tagen stattfanden, wobei der erste und der dritte Teil als Webkon-
ferenz durchgeführt wurden und der zweite Teil als im Umfang reduzierte Präsenz-
veranstaltung, die den Coronabedingungen Rechnung trug. Nach den Sommerferien
2020 konnten in diesem Modell vier Gründungen erfolgreich umgesetzt werden – bis der
Lockdown ab November 2020 die nächste Umplanung erforderlich machte. Nun
mussten alle Präsenzveranstaltungen – also auch die mit reduziertem Umfang –
ausfallen und das Durchführungskonzept wurde erneut konzeptionell angepasst auf ein
reines webkonferenzbasiertes Modell umgestellt. Hinzu kam, dass auf Veranlassung des
SMK alle vorgesehenen Termine im Januar und Februar 2021 abgesagt und in das
Schuljahr 2021/22 verschoben werden mussten, weil aufgrund der Verschärfung der
Situation in den Schulen, Schulschließungen und Abordnungen von Referentinnen und
Referenten des Sächsischen Landesamtes für Schule und Bildung (LaSuB) an die
Gesundheitsämter eine unbedingte Konzentration auf das Kerngeschäft Unterricht
notwendig wurde, die keine Mitwirkung des Schulbereichs am Aufbau von Kooperations-
verbünden in dieser Phase zuließ. Nach den Winterferien 2021 erfolgte dann die
Wiederaufnahme mit 13 konstituierenden Beratungen bis April, die restlichen neun sind
zu Beginn des Schuljahres 2021/22 vorgesehen.
2
Projekt- und Arbeitsbedingungen
„Kräfte bündeln.“ Der vom SMK aus-
gegebene Slogan steht eigentlich als
Leitmarke
für
folgende
Botschaft:
Kooperationspartner erhöhen die Be-
reitschaft, ihre jeweilige Expertise in
den Prozess „Behindern verhindern“
einzubringen.
Er lässt sich aber ebenso auf die Zu-
sammenarbeit der Partner beziehen,
die maßgeblich an der Projektdurchführung mitwirken.
Von Beginn an war diese auf einen kontinuierlichen Austausch und dazugehörige
Abstimmung zwischen der Inklusionsverantwortlichen des SMK, der Inklusionsbeauf-
tragten des LaSuB und dem Projekt BAKO_SN ausgerichtet. Diesbezüglich wirkten auch
2
Auf die konzeptionellen Aspekte der konstituierenden Beratungen wird nicht an dieser Stelle,
sondern im Kapitel 3, Vorgehen und Methoden, eingegangen.
Grafik: pioneer communications GmbH

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die jahrelangen guten gemeinsamen Erfahrungen, die im Rahmen des Projektes ZINT
3
bereits gemacht wurden. Strukturell untersetzt wurde dies durch die Einrichtung eines
Büros für die Inklusionsbeauftragte des LaSuB in den Projekträumen an der Hochschule
Zittau/Görlitz (HSZG), mit dem Effekt kurzer Wege und der Möglichkeit zum perma-
nenten Austausch und auch kurzfristiger Entscheidungen. Von besonderem Wert war
die enge Kooperation zwischen HSZG und LaSuB insbesondere mit Blick auf die im
obigen Abschnitt beschriebenen Entscheidungen zum Umgang mit den coronabedingten
Störungen des Projektablaufs und den dadurch notwendig werdenden Neukonzep-
tionierungen der konstituierenden Beratungen im Webkonferenzformat sowie deren
terminlicher Neuansetzungen. Sowohl logistisch als auch methodisch, technisch und
personell waren hier komplexe Herausforderungen zu bewältigen: die Entwicklung eines
virtuellen Formates und die Beherrschung desselben seitens der Moderatorinnen und
Moderatoren, die Bereitstellung eines stabilen und niedrigschwelligen Webkonferenz-
systems, die Anwenderschulung und -betreuung und letztlich eine sehr komplexe
Terminplanung unter den Bedingungen eines engen Korsetts notwendiger aber ein-
schränkender Maßgaben seitens der Schulen mussten synchronisiert werden. Dies ge-
lang unter den gegebenen Umständen sehr zufriedenstellend. Es stehen mittlerweile
drei ausgearbeitete und zum Einsatz gekommene Formate für die Umsetzung der
konstituierenden Beratung zur Verfügung – Präsenz-, Hybrid- und virtuelles Format – mit
denen sichergestellt ist, dass je nach „Coronalage“ auch noch die verschobenen
22 Gründungen aus dem Frühjahr 2020 umgesetzt werden können bzw. konnten,
dreizehn davon wurden bereits zwischen dem 22.02. und dem 21.04.2021 als aus-
schließliche Webkonferenzen durchgeführt, die letzten neun Gründungen werden
zwischen dem 20.09. und dem 14.10.2021 umgesetzt, in welchem Format ist gegen-
wärtig natürlich noch offen, es dürfte aber nicht überraschen, wenn hier der Hoffnung
Ausdruck verliehen wird, dass die letzten neun Sessionen wieder in Präsenz stattfinden
könnten.
3
Das Projekt ZINT startete 2008 als „Zertifikatskurs Integrativer Unterricht“. Es handelte sich
dabei um einen von der HSZG im Auftrag des SMK entwickelten und durchgeführten zweijährigen
Fortbildungskurs für LehrerInnen aus allgemeinbildenden Schulen, um diese für ihre Arbeit im
gemeinsamen Unterricht inhaltlich und didaktisch zu festigen. In elf Jahren durchliefen annähernd
500 Personen den sogenannten „ZINT-Kurs“. Im Jahr 2013 wurde der Projektauftrag erweitert
um Einzelseminare mit Themen aus dem Spektrum inklusive Bildung sowie um Netzwerkarbeit.
Zu Letzterem sind insbesondere die jährlichen großen ZINT-Tagungen hervorzuheben. Ende
2019 lief das Projekt ZINT an der HSZG aus; vom LaSuB-Standort Radebeul wird es in den
Regelbetrieb überführt.
In der Anlage A1 im Anlagenpaket 2 sind Daten zur Verteilung der ZINT-AbsolventInnen auf die
LaSuB-Standorte und die Schultypen zusammengestellt.

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Projektauftrag und Projektziele
Die Projektbegleitung umfasst einerseits die Konzeptionierung, Durchführung, Doku-
mentation und Auswertung der bereits erwähnten konstituierenden Beratungen aller
64 mittlerweile gegründeten bzw. noch zu gründenden Kooperationsverbünde im Frei-
staat Sachsen. In quantitativer Hinsicht ist das der umfänglichste Teil der Aufgaben, den
das Projekt hat.
Weiterhin handelt es sich um wissenschaftliche Erhebungen und Analysen der regio-
nalen Ist-Stände und Potenziale. Diesbezüglich wurden und werden alle eruierten Ak-
teure der zu gründenden Kooperationsverbünde über ein webbasiertes Verfahren be-
fragt. Die Befragung dient der Ermittlung möglicher und wichtiger Partner in den
jeweiligen Kooperationsverbünden, der Erhebung der aktuellen Zusammenarbeit im Hin-
blick auf Inklusion und der Analyse der Bedarfe und Erwartungen in Bezug auf die zu-
künftige Zusammenarbeit. Die ermittelten Akteure werden zu den konstituierenden Bera-
tungen eingeladen. Als Grundlage für die Potenzialanalyse dienen die Protokolle der
konstituierenden Beratungen, die diesbezüglich ausgewertet werden.
Geregelt ist die Zusammenarbeit in einem Rahmenvertrag zwischen SMK und HSZG
„über die organisatorische und inhaltliche Begleitung des Aufbaus von Kooperations-
verbünden zur Sicherung und Ausgestaltung des inklusiven Unterrichts (…) im Frei staat
Sachsen“.
Vor dem Projektstart im April 2019 wurden durch das SMK bereits zentrale Rahmenbe-
dingungen festgelegt, die sogenannten „Leitlinien und Prämissen“
4
. Hierzu gehörte u. a.,
dass die Ausweisung der Kooperationsverbünde durch die Schulnetzplanungsträger
zumeist entlang der Mittelbereiche aus dem Landesentwicklungsplan von 2013
erfolgt;
dass ein Kooperationsverbund aus „festen“ und „möglichen weiteren“ Partnern
besteht. Die festen Partner sind das LaSuB, die öffentlichen Schulen, die Schul-
träger, die Landkreise und kreisfreien Städte in ihrer Funktion als Schulnetz-
planungsträger sowie Träger der Schülerbeförderung, der Jugend- und Sozialhilfe.
Mögliche weitere Partner sind z. B. die Kindertageseinrichtungen und Horte, freie
Schulen, die Bundeagentur für Arbeit und thematisch relevante regionale Vereine;
dass eine vernetzte Arbeitsstruktur zur Leitung und Steuerung des Systems Koope-
rationsverbünde aufgebaut wird und dafür zusätzliche Ressourcen bereitgestellt
werden;
4
Siehe hierzu: Anlage A2 im Anlagenpaket 2 sowie SMK (2019b)

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dass die Kooperationsverbünde Autonomie hinsichtlich der Festlegung ihrer Arbeits-
schwerpunkte erhalten, d. h. ihre Entwicklungs- und Gestaltungsziele und die Zeit-
räume der Umsetzung selbst festlegen.
Die HSZG war in diese Festlegungen insofern bereits eingebunden, als sie im Rahmen
eines Vorprojektes eine konzeptionelle Zuarbeit gemacht hat, die auf empirischer Grund-
lage von Interviews und Workshops mit Experten erfolgte.
Struktur des Berichts
Im nachfolgenden Kapitel 2 wird die Ausgangssituation, die bisher nur angerissen wurde,
ausführlicher dargelegt. Das Kapitel 3 beschreibt das Vorgehen und die eingesetzten
Methoden. Im Kapitel 4 werden die Ergebnisse aufbereitet vorgestellt und im Kapitel 5
diskutiert. Im Kapitel 6 folgt der Ausblick. Im umfangreichen Anhang werden alle wich-
tigen Projektdokumente systematisiert zur Verfügung gestellt.

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2. Ausgangssituation
2.1 Schulische Inklusion – Globale Impulse und regionale Umsetzungen
Der Begriff Inklusion mit seinen pädagogischen Ausprägungen wie inklusive Bildung
oder auch schulische Inklusion geht heute sehr vielen so selbstverständlich von den
Lippen, als wäre er schon immer oder seit langem dagewesen. Tatsächlich ist er aber
vor allem im deutschsprachigen Raum sehr jung – so kommen selbst in der offiziellen
Übersetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) „Inklusion“ und „inklusiv“
nicht vor; „inclusion“ wird mit „Einbeziehung“ und „inclusiv“ mit „integrativ“ übersetzt. Laut
Kleeberg-Niepage u. a.
(2021, S. 115) löste der Begriff Inklusion im deutschsprachigen
fachwissenschaftlichen Diskurs ab 2017 die Verwendung des Begriffs Integration bzw.
die Parallelverwendung von Integration und Inklusion komplett ab.
Nicht aufgelöst wurden dadurch allerdings die weiterhin existierenden Interpretations-
spielräume, z. B. ob und wie Integration und Inklusion voneinander abgegrenzt werden
können – in Deutschland ein weites diskursives Feld – oder was die Mindeststandards
sind, um von einem inklusiven Bildungssystem sprechen zu können.
Was aber zumindest festzuhalten ist: Der Begriff Inklusion hat als globaler sozialpoliti-
scher Leitbegriff seinen Weg in den deutschen Sprachgebrauch gefunden, ist fester Be-
standteil von sozial- und bildungspolitischen, wissenschaftlichen oder pädagogischen
Diskursen und auch der Gesetzgebung.
Dass es so weit gekommen ist, hat etwas mit der internationalen Behindertenpolitik der
Vereinten Nationen und ihrer Organisationen zu tun. Mit der Behindertenrechtskon-
vention von 2006 „wurde der gesamte Katalog der Menschenrechte auf den Kontext von
Behinderung zugeschnitten (… und) das Thema Behinderung auch institutionell in das
Menschenrechtssystem aufgenommen“ (Degener 2015, S. 63), und damit auch die Be-
griffe „inclusion“ und „inclusive education“. Hinter Begriffen stehen ja bekanntlich Grund-
verständnisse über Gegenstände der menschlichen Kommunikation und Kooperation
(von Auto bis Zion). Und hinter
inclusive education
steht der Ansatz, Schulen zu befähi-
gen, „allen Kindern gerecht zu werden, vor allem jenen mit besonderen pädagogischen
Bedürfnissen“ (Salamanca Erklärung 1994). Hiermit ist angesprochen, dass die inklusive
Bildung als globales Konzept bereits zwölf Jahre zuvor, bevor es im Artikel 24 der UN-
BRK Eingang fand, ausformuliert wurde – und zwar im Rahmen einer Weltkonferenz der
UNESCO im spanischen Salamanca, zu der im Juni 1994 über 300 TeilnehmerInnen
zusammenkamen, die 92 Regierungen (darunter auch die deutsche Regierung) und
25 internationale Organisationen vertraten.

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
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Das Anliegen dieser Konferenz war, das Aktionsprogramm „Education for All“ mit Prin-
zipien zu unterlegen, so dass auch Kinder und Jugendliche mit Behinderung Berücksich-
tigung finden. Ihr Ergebnis war eine Empfehlung, die sich in zwei Teile gliedert: erstens
die „Salamanca Deklaration“ und zweitens einen sich daran anschließenden "Aktions-
rahmen".
In der Deklaration wird zum Ausdruck gebracht und der Anspruch formuliert, dass jedes
Kind individuelle Eigenschaften und Bedürfnisse hat, auf die die Schule sich aus-
zurichten habe. Für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf müsse der Zugang
zur Regelschule gewährleistet werden, wobei diese sich der Aufgabe in Form einer
kindzentrierten Pädagogik anzunehmen habe, die in der Lage ist, die Bedürfnisse nach
spezieller Förderung befriedigen zu können. Eine solche Grundorientierung der Regel-
schule stelle in zweierlei Hinsicht das effizienteste Medium dar, um Bildung für alle zu
erreichen: Erstens, weil sie dazu beitrage, diskriminierende Einstellungen zu bekämpfen
und gerechtere gesellschaftliche Verhältnisse herzustellen und weil sie zweitens eine
effektivere Bildung für die große Mehrheit der Kinder erbringe und somit das Kosten-
Nutzen-Verhältnis des gesamten Bildungssystems verbessern helfe. Letztere Aussage
dürfte vornehmlich auf die Situation von Entwicklungsländern gemünzt sein.
Es folgt die Aufforderung an alle Regierungen, einer so skizzierten Verbesserung ihrer
Bildungssysteme höchste Priorität einzuräumen, inklusive Bildung gesetzlich zu veran-
kern, Modellprojekte zu entwickeln und internationale Kooperationen herzustellen, de-
zentrale Planungs-, Supervisions- und Evaluationsmechanismen aufzubauen, Eltern,
Gemeinschaften und Selbstvertretungsorganisationen in Planungs- und Entscheidungs-
prozesse einzubeziehen und sicherzustellen, dass sich unter den Erfordernissen eines
systematischen Wandels die Aus- und Fortbildung von LehrerInnen an der Prämisse der
Regelbeschulung von Kindern mit speziellem Förderbedarf ausrichtet.
In dem der Deklaration nachfolgenden Aktionsrahmen werden dann die Bausteine für
eine Umsetzung der inklusiven Bildung erläutert:
Im ersten Teil („Neues Denken“) erfolgt eine Absage an das bisherige Leitprinzip der
segregativen Bildung von beeinträchtigten Kindern. Vorangestellt wird, dass alle Kinder
– wann immer möglich – gemeinsam lernen sollen. Die Schule habe sich dieser Anfor-
derung zu stellen, indem sie individualisierte und angepasste Lernangebote, eine gute
Schulorganisation und eine angemessene Ressourcenausstattung bereitzustellen habe.
Sie müsse sich als Teil der Gemeinschaft (d. h. des direkten sozialen Umfelds) verstehen
und dem anfallenden speziellen Förderbedarf dauerhaft und kontinuierlich entsprechen.
Die Beschulung in Sonderschulen oder -klassen sei nur in den wenigen Ausnahmefällen

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zu akzeptieren, in denen eine Regelschulerziehung nicht den pädagogischen oder sozi-
alen Bedürfnissen eines Kindes entsprechen kann bzw. wenn sie dem Wohle des Kindes
oder der anderen Kinder zuwiderläuft.
Im zweiten Teil des Aktionsrahmens werden „Leitlinien für nationale Entwicklungsakti-
vitäten“ ausgegeben. Es wird – an dieser Stelle sind nur einige Aspekte beispielhaft
erwähnt – hervorgehoben und näher erläutert,
dass flexible, am Individuum orientierte Lehrpläne entwickelt werden müssen,
dass Schulen eine inklusive Corporate Identity entwickeln müssen,
dass der Vorschul-, der berufsvorbereitende Bereich und die Bildung von Mädchen
Priorität für inklusive Programme genießen sollten,
und
dass Hochschulen eine zentrale Rolle für die Etablierung dieses Leitprinzips spielen
und sich dieser Aufgabe in Forschung, Ausbildung und Evaluation stellen müssen.
Auch das, was in Sachsen mit den Kooperationsverbünden (KoopV) unternommen wird,
ist ansatzweise bereits im Aktionsrahmen zur Salamanca-Deklaration benannt, so heißt
es im Teil Richtlinien auf nationaler Ebene im Punkt 24 (Hervorh. i. Orig.):
„Die
Kooperation zwischen
Schulbehörden und jenen
Behörden
, die für Gesundheit, Arbeit
und Soziales zuständig sind, soll auf allen Ebenen gestärkt werden, um Übereinstim-
mung und Ergänzung zu bewirken. Planung und Organisation sollten sowohl die tat-
sächlichen als auch die noch möglichen Rollen berücksichtigen, die halb-öffentliche und
nichtstaatliche Organisationen spielen können. Besondere Bemühungen müssen un-
ternommen werden, um in Gemeinden Unterstützung zur Versorgung besonderer päda-
gogischer Bedürfnisse anzuregen.“
Das Bedeutende der Salamanca-Deklaration ist, dass erstmals eine globale Program-
matik der inklusiven Bildung ausformuliert wurde, die eine weltweite Umsetzbarkeit ver-
spricht, also sowohl vor dem Hintergrund der soziokulturellen und -ökonomischen Be-
dingungen des Südens wie des Nordens ihre Wirkung entfaltet oder zumindest entfalten
kann.
Für die UNESCO war sie ein Meilenstein. Denn in der Tat gab die Deklaration weltweit
enorme Impulse, dass nationale Bildungspolitiken, Verbände und im Arbeitsfeld aktive
Nichtregierungsorganisationen sich auf inklusive Bildung ausrichteten. Einschränkend
muss allerdings erwähnt sein: überwiegend im Kontext von Entwicklungszusammen-
arbeit und internationaler Bildungshilfe. In Europa wurde sie in Spanien intensiv rezipiert,
natürlich zum Teil deshalb, weil Salamanca der Veranstaltungsort war, aber v. a.
deshalb, weil zu dieser Zeit Spanien sein Schulsystem umfänglich reformierte und mit

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HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
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der Salamanca-Erklärung die entsprechende Vorlage zur Verfügung hatte. In Deutsch-
land fand sie dagegen in den Diskurs um Integration/Inklusion kaum Eingang.
Den globalen Impuls in Deutschland – neben den unzähligen nationalen und internatio-
nalen Impulsen – brachte die UN-Behindertenrechtskonvention, die am 13. Dezem-
ber 2006 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen einstimmig verabschie-
det wurde, am 30. März 2007, am ersten Tag der Auslage, u. a. von Deutschland unter-
zeichnet wurde und letztlich am 24. Februar 2009 von der Bundesrepublik ratifiziert
wurde. Am 26. März 2009 trat sie in Kraft und hat seitdem den Rang eines einfachen
Bundesgesetzes, das bindend für Bund und Länder ist (vgl. Degener 2015, S. 57, Knos-
pe/Papadopoulos 2015, S. 77). „Für Behörden und Gerichte ist sie Hilfsmittel bei der
Auslegung nationaler Normen. Damit ist sie auch in Deutschland zum zentralen Maßstab
und zur Impulsgeberin einer menschenrechtskonformen und dem Gedanken der Inklu-
sion verpflichteten Politik geworden“ (ebd.).
Hier wird das Muster erkennbar, wie nationale und regionale gesellschaftliche Praxis und
Entwicklung, (nicht rechtsverbindliche) globale Resolutionen und Deklarationen und
(rechtsverbindliche) UN-Konventionen zusammenwirken.
Am Anfang steht die vielfältige Praxis vor Ort und ihre Entwicklungsdynamik, die sich mit
Blick darauf, was globaler Konsens werden kann, z. B. in Deklarationen niederschlägt,
die einerseits bereits direkt auf die (Rechts-)Praxis von Staaten Einfluss haben können,

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Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
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wenn diese es wollen, weitergehend sich aber auch in Konventionen niederschlagen
(können), die dann jene Staaten, die ratifizieren, anzuwenden und umzusetzen haben,
was wiederum auf die nationale Praxis zurückwirkt.
Im Freistaat Sachsen hat dieser Prozess etwa dazu geführt, dass ein Aktionsplan zur
Umsetzung der UN-BRK erarbeitet wurde, das Schulgesetz novelliert wurde und ein
Gesetz zur Stärkung der Inklusion von Menschen mit Behinderung (Sächsisches Inklu-
sionsgesetz) verabschiedet wurde, das den Auftrag (Beseitigung von Benachteiligung
und gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben) bestimmt, zentrale recht-
liche Begriffsbestimmungen (z. B. Behinderung, Benachteiligung, Barrierefreiheit) vor-
nimmt, Maßnahmen zum Erreichen von Teilhabe und Barrierefreiheit festlegt (z. B. Recht
auf Gebärdensprache, leichte Sprache, barrierefreie Informationstechnik, Förderung von
Teilhabe) und die Wahrung der Belange regelt (z. B. Vertretung durch Verbände, Beauf-
tragter der Sächsischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderun-
gen, Gestaltung von Arbeitsplätzen).
Unter Berücksichtigung des Themas dieses Berichts – der Aufbau von Kooperations-
verbünden zur schulischen Inklusion in Sachsen – wird folgend lediglich auf die bildungs-
spezifischen Aspekte eingegangen.
2.2 Bildungspolitische Rahmenbedingungen und Anforderungen
2.2.1 Gesetzlicher Auftrag
Die allgemeine Grundlage bildet der
Artikel 24 der Behindertenrechtskonvention der
Vereinten Nationen (UN-BRK)
. Darin ist vorgegeben, dass die Vertragsstaaten, um
dem Recht von Menschen mit Behinderung auf Bildung ohne Diskriminierung und in
Chancengleichheit zu begegnen, ein inklusives Bildungssystem auf allen Ebenen und
lebenslanges Lernen gewährleisten. Dabei haben sie sicherzustellen, dass
Menschen mit Behinderung nicht vom allgemeinen Bildungssystem ausgeschlossen
werden dürfen,
sie gleichberechtigt mit anderen in der Gemeinschaft, in der sie leben, Zugang zu
einem inklusiven, hochwertigen und unentgeltlichen Unterricht an Grundschulen und
weiterführenden Schulen haben,
sie die notwendige individuell angepasste Unterstützung für ihre bestmögliche
schulische und soziale Entwicklung erhalten,

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sie lebenspraktische Fertigkeiten und soziale Kompetenzen erwerben können, um
ihre volle und gleichberechtigte Teilhabe an der Bildung und als Mitglieder der Ge-
meinschaft zu erleichtern; wie z. B. das Erlernen der Braille-Schrift, der Gebärden-
sprache oder anderer Kommunikationsformen,
sie von einem entsprechend geschulten Fachpersonal unterrichtet und begleitet
werden,
sie ohne Diskriminierung und gleichberechtigt mit anderen Zugang zu allgemeiner
Hochschulbildung, Berufsausbildung, Erwachsenenbildung und lebenslangem Ler-
nen haben.
(Vgl. UN-Behindertenrechtskonvention, S. 418-420)
Im
sächsischen Schulgesetz (SächsSchulG)
ist die inklusive Bildung seit der Novelle
aus dem Jahr 2018 vertreten.
Hinführende Aktivitäten im Vorfeld waren der Aktionsplan des SMK zur Umsetzung des
Artikels 24 der UN-BRK aus dem Jahr 2012, der Koalitionsvertrag von CDU und SPD
aus dem Jahr 2014, der u. a. davon spricht, dass man im Sinne der UN-BRK „so viel
gemeinsamen Unterricht an der Regelschule wie möglich und so viel Unterricht an der
Förderschule wie nötig“ anstrebe und man „Inklusion in den Schulen schrittweise und
mit Augenmaß ermöglichen“ wolle (vgl. Lange 2016, S. 11) und der bereits erwähnte
sächsische Aktionsplan aus dem Jahr 2016, der für den Bereich Schule als Ziel benennt,
dass „Schüler mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf oder Behinderung“ zu
einem „ihrem Leistungspotenzial entsprechenden Bildungsabschluss geführt und gezielt
auf das Berufsleben vorbereitet werden“, dass sie dabei
„gemeinsam lernen dürfen“
(Hervorh. d. AutorInnen) und dass ein „wesentlicher Schritt (…) die Novellierung des
Schulgesetztes“ sei (vgl. SMS 2016, S. 47). Als notwendiger Handlungsschritt wurde in
diesem Dokument auch schon benannt, dass durch „die Entwicklung von regionalen und
überregionalen Kompetenzzentren und Netzwerken für Beratung, Prävention und Unter-
richtsarbeit (…) Kompetenzen, Ressourcen und Unter stützungsleistungen zielgerichte-
ter eingesetzt werden“ sollen (ebd.). Seinen Niederschlag fand dies dann in den
Ausführungen des novellierten Schulgesetzes zu den Kooperationsverbünden.
Die zentralen programmatischen Aussagen des SächsSchulG hinsichtlich der inklusiven
Bildung sind (vgl. § 1 Abs. 7, §4c Abs. 5-9, § 64 Abs. 9 u. 10):
Inklusion ist ein
Ziel der Schulentwicklung
aller Schulen.
Hinsichtlich des gemeinsamen Unterrichts gilt der
Elternwunsch
, allerdings mit dem
Vorbehalt, dass dies unter Berücksichtigung der organisatorischen, personellen und

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sächlichen Voraussetzungen möglich ist, dem individuellen Förderbedarf des
Schülers entspricht, die Funktionsfähigkeit des Unterrichts nicht erheblich beein-
trächtigt wird und keine akute Selbst- oder Fremdgefährdung festgestellt wird.
Allgemeinbildende und berufsbildende Schulen bilden zur Sicherung und Ausgestal-
tung der sonderpädagogischen Förderung und des inklusiven Unterrichts
Koope-
rationsverbünde
mit dem Ziel, die Qualität der sonderpädagogischen Förderung und
des inklusiven Unterrichts durch Koordination und gegebenenfalls gemeinsame
Nutzung ihrer personellen und sächlichen Ressourcen sicherzustellen.
Dabei gehört jede öffentliche Schule mindestens einem Kooperationsverbund an.
Schulen in freier Trägerschaft können sich an einem Kooperationsverbund betei-
ligen.
Die Kooperationsverbünde sollen so gebildet werden, dass sie die Möglichkeit einer
inklusiven Unterrichtung in allen Förderschwerpunkten mit zumutbaren Schulwegen
vorhalten.
Förderschulen können als
Förderzentren
mit dem Auftrag, anderen Schulen ihre
sonderpädagogische Kompetenz in Form von Beratungs- und Diagnoseleistungen
sowie für die inklusive Unterrichtung zur Verfügung zu stellen, auch außerhalb des
Gebietes liegen und mit mehreren Kooperationsverbünden zusammenarbeiten.
Weiterhin arbeiten die Schulen in den Kooperationsverbünden mit
außerschulischen
Partnern
zusammen.
Die Kooperationsverbünde und die in einem Kooperationsverbund jeweils mitwir-
kenden Schulen werden durch den Träger der
Schulnetzplanung
im Schulnetzplan
ausgewiesen.
Die
oberste Schulaufsichtsbehörde
(d. h. das SMK) wird hinsichtlich der Koopera-
tionsverbünde ermächtigt, durch Rechtsverordnung das Verfahren zur Bildung der
Kooperationsverbünde, die Anzahl der Kooperationsverbünde, deren Verteilung auf
die Landkreise und Kreisfreien Städte und die Festlegung von Einzugsbereichen,
das Nähere zu den Zielen und Aufgaben der Kooperationsverbünde, Art und Umfang
der Zusammenarbeit der Schulen innerhalb des Kooperationsverbundes und mit
außerschulischen Partnern, die Mindestvoraussetzungen für die personelle und
sächliche Ausstattung sowie das Verfahren zur Zuweisung von zusätzlichen Res-
sourcen zu regeln.
Schließlich ist noch zu erwähnen, dass das SächsSchulG regelt, dass das SMK bis zum
30.09.2021 dem Landtag über die Umsetzung der Inklusion und darunter zum Stand des
Aufbaus der Kooperationsverbünde berichtet.

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Der Aufbau von Kooperationsverbünden ist damit gegenwärtig die umfangreichste Maß-
nahme Sachsens zur Umsetzung des Artikels 24 der UN-BRK.
Der unlängst gefasste Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK) vom 15.10.2020
zur
Ländervereinbarung über die gemeinsame Grundstruktur des Schulwesens und die
gesamtstaatliche Verantwortung der Länder in zentralen bildungspolitischen Fragen
stärkt den Ansatz des sächsischen Weges und den der Bildung der KoopV: „Bei der
Entwicklung inklusiver Bildungsangebote bedarf es der engen Abstimmung aller betei-
ligten Personen und Institutionen. Die Länder entwickeln dabei in eigener Verantwortung
weitere Schritte der Verbesserung, auch durch verstärkte Formen einer bereichs- und
rechtskreisübergreifenden Zusammenarbeit“ (KMK 2020, S. 11).
Im Vorfeld der Umsetzung veranlasste das federführende SMK eine Vorstudie mit dem
Ziel der Erstellung einer Konzeption zur Begleitung des Aufbaus der Kooperations-
verbünde (Albrecht u. a. 2018), die von der Hochschule Zittau/Görlitz von September bis
Dezember 2018 erarbeitet wurde. Sie beinhaltete einen empirischen Teil, der Experten
und (zukünftige) Akteure der Kooperationsverbünde in Form von teilstandardisierten
Interviews und zweier Workshops hinsichtlich aktueller Ausgangsbedingungen, Heraus-
forderungen, Erwartungen, Zielstellungen und Prioritätensetzungen befragte. Die wich-
tigsten Erkenntnisse der Vorstudie, insbesondere jene, die für die Aufbauphase berück-
sichtigt wurden, werden im nachfolgen Abschnitt zusammengefasst dargestellt.
2.2.2 Ausgewählte Ergebnisse der Vorstudie
Der gesetzliche Auftrag zum Aufbau von Kooperationsverbünden kam zu einer Zeit, in
der die Akteure im sächsischen Bildungssystem sich vielfältigen Herausforderungen ge-
genübersahen. Zu nennen ist hier beispielweise:
Lehrkräftemangel, hoher Altersdurchschnitt, nicht besetzte Schulleitungen
Dissonanzen in der Lehrerschaft
Fehlende Arbeit an der Haltung zum Thema Inklusion und Diskussionsbedarfe der
Lehrkräfte
Fehlende Anreize für Schulen für inklusive Schulentwicklung
Vernachlässigung des Themas Übergänge in der Schullaufbahn
Arbeitszeitliche Überforderung

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Eine besondere Skepsis wurde hinsichtlich des Themas Bereitstellung von Ressourcen
artikuliert. Mehrfach wurde die Befürchtung geäußert, dass der Aufbau der Koope-
rationsverbünde ohne ausreichende Ausstattung erfolgen soll und dies letztlich als wei-
tere On-Top-Leistung durch die InklusionsprotagonistInnen abgefedert werden müsste.
Das Vorhaben verbinde sich mit einem hohen bürokratischen, ressourcen- und zeitab-
sorbierenden Aufwand, auf den das Schulsystem zumindest aktuell strukturell, finanziell
und personell nicht ausreichend ausgestattet sei.
Gleichzeitig wurde aber auch positiv hervorgehoben, was sich in den Jahren zuvor ent-
wickelt hat, so bspw.:
Existenz gut funktionierender Systeme in Form von Beratungsstellen an Förder-
schulen, Fachberater Inklusion, Diagnostikteams, Arbeitskreise (z. B. Autismus,
AG Psychologie)
ZINT-Angebot als Ressource in der Fort- und Weiterbildung zur inklusiven Schul-
und Unterrichtsentwicklung und weitere (z. B. SCHILF)
Bereits existente Netzwerke von allgemeinbildenden Schulen mit Kindertagesein-
richtungen und anderen außerschulischen Akteuren
Verschiedenste Projekte (Schulverweigerung, produktives Lernen etc.)
Existente Kooperationen (mit Jugendamt, Sozialamt, Frühförderung, Kitas etc.)
Deutlich wurde eine grundsätzliche Offenheit gegenüber dem Ansatz der Kooperations-
verbünde: „Die Kooperationsverbünde sollten auf jeden Fall eine Chance bekommen.“
Mit ihnen wäre es möglich, das eigene bisherige Wirken auf eine strukturell und pro-
zessoral verbindlichere und nachhaltigere Ebene zu bringen. Die bis dahin nach außen
gedrungenen Informationen zur Grundstruktur (ca. 70 KoopV landesweit, nach dem
Regionalisierungsprinzip zusammengesetzt, den jeweiligen LaSuB-Standorten zugeord-
net) wurde grundsätzlich nicht in Frage gestellt.
An Erwartungen wurde formuliert:
Gewachsene Netzwerkstrukturen müssen in das Kooperationsverbündesystem
überführt werden.
Das SMK müsse eine stärkere strategische Führungsrolle übernehmen. Es müsse
eine zentrale Zielpräzisierung erfolgen und deutlicher vermittelt werden, was das
sächsische Inklusionsverständnis beinhaltet und dazu auch ein klareres Commit-
ment erfolgen.

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
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Zusätzlich zu den Verantwortlichkeiten im SMK und in den Standorten des LaSuB
sei ein Vor-Ort-Management im jeweiligen Kooperationsverbund vonnöten.
Weiterhin wurden durch die Experten allgemeine Ziele für die Kooperationsverbünde
formuliert. Diese sollen:
Inklusion praktisch umsetzen (mit befähigten Personen und einer angemessenen
Ressourcenausstattung),
eine optimale individuumzentrierte Bildung gewährleisten (für jedes Kind am geeig-
neten Bildungsort, schulische Teilhabe von Kindern mit Förderbedarf im Einklang mit
Elternwunsch),
Schulentwicklung und regionale Entwicklung befördern (damit auch zur Attraktivitäts-
steigerung ländlicher Regionen beitragen),
eine systematische Zusammenarbeit befördern (Kontinuität, Verlässlichkeit, Plan-
barkeit über Festlegung von Aufgaben, Zuständigkeiten und Ansprechpartner im Ko-
operationsverbund),
Netzwerken (kollegialer Austausch, gegenseitige Unterstützung, direkte Kommuni-
kationswege, Abstimmung beteiligter Organisationen),
und bestehende Bedingungen und Ressourcen effizient nutzen.
Hinsichtlich der bekannten Qualitätsdimensionen Struktur-, Prozess- und Ergebnisqua-
lität ließ sich auf Basis der empirischen Daten folgendes Bild zeichnen:
Strukturqualität
Ein KoopV hat einen sehr weitreichendenden und hohen Vernetzungsgrad mit allen
Organisationen, die für die Inklusion von Belang sind; d. h. er umfasst weit mehr als
Schulen: von den Horten über die Jugendämter, Elternvertretungen, über Inte-
grationsfachdienste bis zur IHK/HWK.
Ein KoopV bildet alle Förderschwerpunkte ab.
Ein KoopV hat einen Koordinator/Manager
5
.
Ein KoopV hat ein eigenes Budget und eine ausreichende Grundausstattung.
Ein KoopV ist eingebunden in ein landesweites Organisationsmanagement aller
KoopV mit klaren Aufgaben und Rollenbeschreibungen.
Prozessqualität
Ein KoopV erweitert die fachliche Zusammenarbeit (z. B. anlassbezogene Fallkon-
ferenzen).
5
Nach Einführung der Strukturen wurde diese Position als ModeratorIn bezeichnet.

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Ein KoopV schafft Synergien (z. B. Bündelung vorhandener Materialien, Bündelung
von Inklusionsstunden, Neuregelung der Einzelfallhelfer-Unterstützung).
Ein KoopV sorgt für passfähige Fortbildungen.
Ein KoopV befördert Perspektivwechsel (z. B. gegenseitige Hospitationen, Erfah-
rungsaustausch, Einblick in andere Systeme).
Ein KoopV befördert die interdisziplinäre Zusammenarbeit.
Ein KoopV gewährleistet umfassend die sonderpädagogische Kompetenz (auch
über multiprofessionelle Förderschullehrer, Spezialisierung einzelner Schulen auf
Förderschwerpunkte).
Ergebnisqualität
Ein KoopV verbessert die Qualität des Unterrichts.
Ein KoopV ermöglicht für jeden Schüler wohnortnah die erforderliche Unterstützung.
Ein KoopV schafft einen Mehrwert der Kooperation (gemeinsame Suche nach Lö-
sungen für Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf, gemeinsame Bildungs-
biografieberatung, Vereinfachung von Verfahrensabläufen).
Ein KoopV ermöglicht den Austausch von Schularten auf Augenhöhe.
Ein KoopV steigert die positive Haltung der Lehrkräfte zur Inklusion und stärkt ihr
humanistisches Menschenbild.
Letztlich sei noch erwähnt, dass seitens der Experten eine Fülle von Themen vorge-
schlagen wurde, die in den Kooperationsverbünden aufgegriffen und bearbeitet werden
können, sei dies die Initiierung einer Leitbilderarbeitung (gemeinsames Verständnis von
Inklusion), Ressourcensteuerung (abwägen, wo investiert werden soll) oder die Ent-
wicklung spezieller Arbeitsgruppen in Kooperationsverbünden (z. B.: Schulgestaltung,
Classroom-Management, Gestaltung von Arbeitsmaterialien).
2.3 Strukturelle und prozessorale Vorgaben
Seitens des Projektträgers SMK waren zum Projektstart im April 2019 die entschei-
denden Vorgaben festgelegt und in dem Papier „Aufbau der Kooperationsverbünde,
Leitlinien und Prämissen“ zusammengefasst (siehe Anlage A2 im Anlagenpaket 2).
Auch war die Ausweisung der Kooperationsverbünde durch die Schulnetzplanungsträ-
ger entlang der Mittelbereiche aus dem Landesentwicklungsplan zufriedenstellend abge-
schlossen. Zu vermeiden waren Gebilde, die bereits existenten inklusiven Netzwerken

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Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
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entgegen stehen. Ausgewiesen wurden zunächst 63 Kooperationsverbünde, eine Nach-
justierung im LaSuB-Standort Dresden führte aber noch zu einem weiteren Verbund, so
dass letztlich 64 Gründungen
6
zu begleiten waren bzw. noch sind.
Als übergeordnetes Ziel ist in dem genannten Papier ausgegeben, „eine tragfähige
Struktur der Zusammenarbeit für die Umsetzung der Inklusion zu etablieren.“
Die wichtigsten Strukturmerkmale sind gemäß den „Leitlinen und Prämissen“:
Ein Kooperationsverbund besteht aus festen und möglichen Partnern, erstere sind
qua Status „gesetzt“, letztere auf freiwilliger Basis regionalspezifisch oder anlassbe-
zogen dabei.
Feste Partner im Kooperationsverbund sind:
LaSuB (Koordination des Kooperationsverbunds)
Schulen in öffentlicher Trägerschaft
Landkreis bzw. kreisfreie Stadt als Schulnetzplanungsträger, Träger der
Schülerbeförderung, Träger von Jugend- und Sozialhilfe
Schulträger
Mögliche Partner im Kooperationsverbund sind:
Kita, einschließlich Horte
Schulen in freier Trägerschaft
Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit
Regional bedeutsame Vereine
Weitere regionale oder überregionale Partner nach Bedarf
Die Förderschulen werden i. d. R. den Kooperationsverbünden zugeordnet, in deren
Territorium sie liegen. Unabhängig davon gilt für Beratung und Diagnostik der
Wirkungsbereich der jeweiligen Förderschulen weiter.
Mindestens eine Grund- und eine Oberschule pro Kooperationsverbund soll die
inklusive Unterrichtung in den Förderschwerpunkten (FSP) Lernen und geistige Ent-
wicklung ermöglichen.
6
Die aktuelle Struktur findet sich in der Anlage A3 im Anlagenpaket 2.

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An jeder allgemeinbildenden Schule ist die inklusive Unterrichtung in dem FSP emo-
tionale und soziale Entwicklung zu ermöglichen sowie die Konzentration von
Schülern mit diesem FSP an einer Schule zu vermeiden.
Schulen können sich zu Schwerpunktschulen mit besonderen Angeboten in einzel-
nen FSP entwickeln.
Die Steuerung des Aufbaus der Kooperationsverbünde erfolgt durch SMK und
LaSuB.
Das zentrale Prozessmerkmal ist:
Der Aufbau der Kooperationsverbünde wird als ein Prozess angesehen, der regional
unterschiedlich verlaufen kann. Aus diesem Grund entwickeln die jeweiligen
Kooperationsverbünde bei ihrer Konstituierung Entwicklungsziele, die sie in einem
selbst zu bestimmenden Zeitraum erreichen wollen.
Auf die letzten beiden Anstriche wird an dieser Stelle kurz eingegangen:
Von vornherein war das SMK der Überzeugung, dass die Kooperationsverbünde nur
arbeitsfähig werden können, wenn sie sowohl ihre Entwicklungsziele als auch den
zeitlichen Rahmen zur Umsetzung derselben selbst bestimmen können. Zu heterogen
ist die Situation von Kooperationsverbund zu Kooperationsverbund, als dass hier ein
einheitliches Vorgehen erwartet werden könnte. Es wurde also bewusst auf Bottom-up-
Prozesse gesetzt. Top-down wurde und wird lediglich der allgemeine Rahmen (s. o.)
vorgegeben.
7
Das SMK fokussierte mehr in seinen Aktivitäten auf Orientierung und
Information zur Unterstützung der Arbeit der Kooperationsverbünde. Von besonderer
Bedeutung ist hier die Website
www.inklusion.bildung.sachsen.de
,
die mit einer Fülle
von Hintergründen, auch zum Aufbau der Kooperationsverbünde, ausgestattet ist.
Hier findet sich auch das nachfolgende Organigramm der Steuerung des Aufbaus der
Kooperationsverbünde.
7
Das führte auch zu manch einer Konfusion; einige TeilnehmerInnen an den konstituierenden
Beratungen, gerade zu Beginn des Projektes, konnten es schlicht nicht glauben, dass so viel
Freiheit zugestanden werden sollte bzw. vermuteten Laissez faire dahinter.

image
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26
https://www.inklusion.bildung.sachsen.de/grundlagen-5920.html
Die Inklusionsverantwortliche des SMK und die Inklusionsbeauftragte des LaSuB leiten
den Prozess. Zugeordnet sind letzterer sechs KoordinatorInnen für Inklusion, pro
LaSuB-Standort eine/r. Nicht aufgeführt sind die sogenannten ModeratorInnen der ein-
zelnen Kooperationsverbünde in den jeweiligen LaSuB-Standorten. Sie organisieren und
koordinieren die Arbeit vor Ort. Es handelt sich hierbei fast ausschließlich um LehrerIn-
nen aus öffentlichen Schulen, die für diese Tätigkeit sechs schulbezogene Anrechnungs-
stunden erhalten. Nur für einen Kooperationsverbund besteht die Ausnahme, dass die
Moderation nicht im schulischen Bereich angesiedelt ist.
Diese Steuerungsstruktur hat sich als sehr effizient erwiesen. Sie korrespondiert mit den
Empfehlungen aus der Vorstudie.

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3. Vorgehen und Methoden
3.1 Allgemeiner struktureller Rahmen
Im Rahmenvertrag zwischen SMK und HSZG zur Umsetzung des Projektes BAKO_SN
wurden neben der Berichterstattung vier Arbeitspakete – genannt Schritte – festgelegt:
Schritt 1: Erfassung und Analyse der strukturellen Bedingungen der aufzubauenden
Kooperationsverbünde (KoopV)
Schritt 2: Potenzialanalyse der aufzubauenden KoopV
Schritt 3: Durchführung einer konstituierenden Beratung in jedem aufzubauenden
KoopV
Schritt 4: Dokumentation der konstituierenden Beratungen, Erarbeitung von Empfeh-
lungen für die Weiterarbeit und Begleitung der KoopV
Mit Beginn der Planung der Umsetzung konkretisierte sich jedoch, dass nicht eine
schritt-
weise
, sondern eine
integrale
Vorgehensweise am geeignetsten ist.
Wie sich im Zuge der Projektplanung herausstellte, machte das Arbeitspaket 3 (Durch-
führung einer konstituierenden Beratung in jedem aufzubauenden KoopV) den mit Ab-
stand umfangreichsten Teil des Arbeitsaufwandes aus. Jede der 64 Konstituierungen
sollte in Form eines Tagesworkshops mit bis zu 100 TeilnehmerInnen in einem beson-
ders geeigneten Tagungshaus der Region durchgeführt werden. Ziel war, dass sich die
Akteure des zukünftigen Kooperationsverbundes persönlich kennenlernen und austau-
schen, grundlegende Informationen zum Vorhaben erhalten und die ersten Gestaltungs-
und Entwicklungsziele für ihren KoopV erarbeiten, um nach der Konstituierung eigen-
ständig die Arbeit aufnehmen zu können.
Die Arbeitspakete 1 (strukturelle Ist-Analyse) und 2 (Potenzialanalyse) wurden insofern
strukturell an die konstituierenden Beratungen gekoppelt.
Zur Ist-Analyse wurde mit der Einladung die Aufforderung versendet, sich an einer
webbasierten Befragung zu beteiligen, um Auskunft über bereits bestehende Zusam-
menarbeit und deren Qualität zu geben, Aufgaben und Themen zu benennen, die
prioritär im Kooperationsverbund bearbeitet werden sollen, verschiedene Aspekte von
Zusammenarbeit (z. B. multiprofessionelle Zusammenarbeit oder Nutzung von Syner-
gien) zu wichten, Partner zu benennen, mit denen eine intensivere Zusammenarbeit
gewünscht ist, sowie Erwartungshaltungen an den Kooperationsverbund zu formulieren.
Die Befragung folgt einem quantitativen Ansatz. Eine möglichst große Stichprobe soll
sicherstellen, dass hinsichtlich der genannten Fragen repräsentative Aussagen zur

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landesweiten Situation getroffen werden können, und dass auch regionale Unterschiede
offensichtlich werden können.
Als Grundlage der Potenzialanalyse dienen die Protokolle der konstituierenden Bera-
tungen. Diese haben weitestgehend eine einheitliche Struktur und geben Auskunft über
die im jeweiligen Workshop erarbeiteten Ergebnisse hinsichtlich der Themen, die die
Mitglieder des Kooperationsverbundes beschäftigen, ihrer getroffenen Festlegungen zu
den im Kooperationsverbund prioritär zu bearbeitenden Themen sowie den dazuge-
hörigen Handlungsschritten und Verantwortlichkeiten. Entsprechend dem coronabedingt
angepassten Konzept wurde auch die Form der Protokolle angepasst. Festgehalten
wurden ebenso die Beiträge der Teilnehmer, die auf Einflussfaktoren der Arbeit im Ko-
operationsverbund verweisen (strittige Themen, fördernde oder beeinträchtigende Rah-
menbedingungen, Erwartungshaltungen). Die Protokolle wurden allen TeilnehmerInnen
der jeweiligen konstituierenden Beratung als Grundstein für die nachfolgende Arbeits-
aufnahme zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus erfolgt durch die Projektgruppe der
Hochschule Zittau/Görlitz eine qualitative Auswertung der in den Protokollen vorfind-
lichen Datenbasis (siehe hierzu Kap. 4).
Hiermit ist nun auch das Arbeitspaket 4 angesprochen (Dokumentation der konstituie-
renden Beratungen und Empfehlungen für die Weiterarbeit und Begleitung der KoopV).
Die in diesem Zwischenbericht im Kap. 5 ausgesprochenen Empfehlungen beziehen
sich überwiegend auf das Gesamtsystem „Kooperationsverbünde für schulische Inklu-
sion in Sachsen“ – und nicht auf einzelne Kooperationsverbünde. Jeden einzelnen ex-
plizit zu betrachten und zu analysieren, hätte den zeitlichen Rahmen und die Personal-
ausstattung des Projektes gesprengt.
Im grafischen Überblick lassen sich Vorgehen und Methoden wie folgt darstellen:

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Die Darlegung der Konzeptionierungen der Bestandteile Befragung, konstituierende Be-
ratungen und Dokumentation wird zur besseren Nachvollziehbarkeit für die LeserInnen
im Kapitel 4 der jeweiligen Ergebnisdarstellung vorangestellt.
3.2 Projektverlauf
Geplant war, den oben skizzierten Arbeitsablauf bis zum 30.06.2021 abzuschließen. Zu
diesem Termin wäre der Abschlussbericht zum Aufbau der Kooperationsverbünde
erstellt worden, der vom SMK als Grundlage für seine Berichterstattung gegenüber dem
sächsischen Landtag im September 2021 gedient hätte. Im Jahr 2019 wurden zwölf
Gründungen durchgeführt. Für das Jahr 2020 war die Planung abgeschlossen, um alle
ausstehenden 52 Gründungen bis zu den Weihnachtsferien umzusetzen. 14 davon
wurden bis zum 11.03.2020 planmäßig durchgeführt – und dann erfolgte der
erste
Corona-Lockdown, der dazu führte, dass das ausgearbeitete Programm sowohl
hinsichtlich seines zeitlichen Verlaufs als auch hinsichtlich der Durchführung der kon-
stituierenden Beratungen konzeptionell neu erarbeitet werden musste.
Die konstituierenden Beratungen mussten zunächst vertagt und dann doch abgesagt
werden. Es stellte sich die Frage, ob das Programm nach den Sommerferien wieder
aufgenommen werden konnte, oder man sich auf eine längerfristige Unmöglichkeit zur
Durchführung von Präsenzveranstaltungen in dieser Größenordnung einzustellen hat.
Die diesbezüglichen Diskussionen und Abstimmungen zwischen dem SMK, dem LaSuB
und dem Projekt BAKO_SN führten zur – wie sich im Nachhinein herausstellte – richtigen

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30
Entscheidung, die Durchführung der konstituierenden Beratungen konzeptionell umzu-
stellen, d. h. diese in großen Anteilen zu virtualisieren und nach den Sommerferien 2020
in Form eines Hybridmodelles umzusetzen (Webkonferenzen plus eine zeitlich redu-
zierte Präsenzveranstaltung, die bezüglich der Teilnehmerzahl an die Coronalage an-
passbar ist).
Das Hybridmodell wurde während des ersten Lockdowns entwickelt, abgestimmt und
getestet. Der ursprüngliche Tagesworkshop wurde aufgeteilt in drei sogenannte Blöcke,
die idealtypisch im Abstand von drei Wochen stattfanden bzw. stattfinden sollten. Im
virtuellen Block 1 stand das Vermittelnde und das erste Kennenlernen im Vordergrund,
im Block 2, der als Halbtagesworkshop in Präsenz geplant wurde, das Erarbeiten und
Festlegen von Gestaltungs- und Entwicklungszielen und im Block 3, der dann wieder per
Webkonferenz durchzuführen war, die Präsentation der Ergebnisse und der Ausblick auf
die Weiterarbeit.
Geplant wurde zunächst, dass dieses Programm so lange umgesetzt würde, bis wieder
konstituierende Beratungen im alleinigen Präsenzmodus möglich sein sollten. Die erste
der zu diesem Zeitpunkt noch ausstehenden 38 Gründungen startete per Webkonferenz
am 22.09.2020. Der neue Zeitplan sah vor, dass die letzte Gründung am 20.04.2021
abgeschlossen worden wäre, womit auch noch die Berichterstattung an das SMK unter
Berücksichtigung aller 64 Gründungen zum 30.06.2021 möglich gewesen wäre.
Hinzuweisen ist auch noch darauf, dass ebenso die Befragung zur Ist-Analyse zum Start
der zweiten Phase überarbeitet wurde. Eingearbeitet wurde die Möglichkeit, in der Aus-
wertung nach den „schulischen“ und „externen“ Partnern differenzieren zu können,
sowie Fragen zur Nutzung digitaler Medien in der täglichen Arbeit und zu Problemen und
Lösungen zur Umsetzung der inklusiven Beschulung, die sich in der Coronazeit ergeben
haben.
Der
zweite
Corona-Lockdown im Herbst 2020 zwang zu einer erneuten umfangreichen
Überarbeitung des Programmes. Gerade einmal vier Gründungen waren im Hybrid-
modus umgesetzt, als keine weiteren Präsenzveranstaltungen mehr möglich waren. Als
Konsequenz wurde kurzfristig ein „Notprogramm“ aufgesetzt, um die begonnenen
Veranstaltungen in der 3-Block-Variante vollständig in virtueller Form abzuschließen und
parallel wurde eine dritte Durchführungsvariante mit zwei Blöcken konzipiert, die aus-
schließlich im Webkonferenz-Format gestaltet wurden.
Die dadurch neu hinzugekommene dritte Phase sollte ebenfalls zum 20.04.2021 ab-
geschlossen werden, allerdings musste das SMK Anfang Dezember 2020, wie in der
Einleitung bereits erwähnt, mitteilen, dass „aufgrund der weiteren Verschärfung der
Situation in den Schulen (…) die 11 geplanten Konstituierungen zum Aufbau der KoopV
im Januar und Februar 2021 auf den Beginn des neuen Schuljahres 2021/22 verlagert

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
31
(werden)“. Damit war es nicht mehr möglich, den Termin 20.04.2021 als Abschluss aller
64 Konstituierungen zu halten. Die neue Terminplanung sieht nun vor, dass die letzten
neun Gründungen im Oktober 2021 stattfinden werden.
Im tabellarischen Überblick lassen sich die Arbeitsphasen, die sich pandemiebedingt für
den Projektablauf ergeben haben, wie folgt darstellen:
Projekt-
phasen
Zeitraum
Umgesetzte bzw.
geplante konst.
Beratungen
Zentrale Projektaufgaben
A
04/2019 –
03/2020
12 (2019)
14 (2020)
Entwicklung Befragung
Entwicklung Durchfüh-
rungskonzept Tagesworkshop
in Präsenz
Veranstaltungsmanagement
Datenerhebung
Durchführung konstituierende
Beratung
Veranstaltungsprotokoll
B
03/2020 –
11/2020
4 (Hybridmodus,
09/2020 – 11/2020)
Überarbeitung Befragung und
Supervision des geplanten
Vorgehens
Entwicklung Durchfüh-
rungskonzept Hybridmodus
Veranstaltungsmanagement
Datenerhebung
Durchführung konstituierende
Beratung
Veranstaltungsprotokoll
C
11/2020 –
10/2021
1 (virtueller „Notmo-
dus“, 11/2020)
11 (virtueller Modus,
11/2020 – 12/2020)
13 (virtueller Modus,
02/2021 – 04/2021)
9 (virtueller oder
Präsenz-Modus,
09/2021 – 10/2021)
Entwicklung Durchfüh-
rungskonzept virtueller Modus
Veranstaltungsmanagement
Datenerhebung
Durchführung konstituierende
Beratung
Veranstaltungsprotokoll
Bis zum Abgabezeitpunkt dieses Zwischenberichts wurden 55 konstituierende Beratun-
gen umgesetzt. Da der Berichtszeitraum die Spanne von April 2019 bis Dezember 2020
umfasst, bezieht sich das in diesem Bericht Dargelegte auf die Datenlage im Kontext
von 42 Gründungen von Kooperationsverbünden.

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
32
3.3 Zusammenwirken der Projektpartner
Die Projektumsetzung entbehrte nicht einer gewissen Komplexität. Sie war bisher logis-
tisch herausfordernd, da z. B. Abläufe des Schulbetriebs wie Ferien- oder Prüfungszeiten
zu berücksichtigen sind, was teilweise enge Spielräume bedeutete. Es musste abge-
sichert werden, dass für 64 konstituierende Beratungen eine Veranstaltungsmoderation
zur Verfügung steht, die gleichbleibend mit hoher Qualität hinsichtlich Methoden, Kennt-
nisse der Zielgruppen und der Materie die Durchführung und Dokumentation der Grün-
dungsworkshops absichert. Zum Teil wurde das Thema Gründung von Kooperations-
verbünden überlagert von weiteren nicht weniger wichtigen, „nervenaufreibenden“, akut
existenzielleren Themen (vom Digitalpakt bis zum Lehrermangel).
Die mit Abstand größte Herausforderung war, dass im laufenden Betrieb mit den pan-
demiebedingten Absagen umgegangen werden und auf Webkonferenzen bei der Durch-
führung der konstituierenden Beratungen umgestellt werden musste. Methodisch bedeu-
tete dies, bewährte Bausteine aus den Präsenzveranstaltungen in ein virtuelles Format
zu übertragen, heterogene Voraussetzungen der TeilnehmerInnen hinsichtlich Anwen-
dungskompetenzen und technischer Ausstattung (Endgeräte, Bandbreiten) zu berück-
sichtigen und die VeranstaltungsmoderatorInnen im neuen Format zu schulen.
Technisch bedeutete dies für das Projekt BAKO_SN, selbst die Voraussetzungen für ein
stabiles, niedrigschwelliges und anwenderfreundliches Webkonferenzsystem zu schaf-
fen.
Als überaus hilfreich erwies sich in dieser Lage zweierlei.
Zum einen das bereits angesprochene umfassende und intensive Austausch- und Kom-
munikationsverhalten der von Beginn an beteiligten Partner.
Zum anderen die Möglichkeit des Projektes, erweitert auf Ressourcen der Hochschule
Zittau/Görlitz zugreifen zu können. Deren Hochschulrechenzentrum (HRZ) hat im Zuge
des ersten Lockdowns seine Serverkapazitäten zwischen April und September 2020
erheblich ausgebaut, um die extrem gewachsene Nachfrage nach virtueller Lehre und
wissenschaftlicher Kommunikation bedienen zu können. Gleichzeitig „schlug“ zu diesem
Zeitpunkt „die Stunde“ des Zentrums für eLearning an der HSZG (Zfe), des hauseigenen
Kompetenzzentrums für digitales Lehren und Lernen, das seit 15 Jahren (im Verbund
mit den anderen Kompetenzzentren der staatlichen Hochschulen des Freistaats
Sachsen) den Aufbau digitaler Lehre federführend betreut und plötzlich zur gefragtesten
Struktureinheit der Hochschule wurde. In Zeiten, in denen Digitalisierungsexperten aller
Orten gesucht wurden, war es dem Projekt über dessen Vernetzung mit dem Zfe mög-
lich, einen Mitarbeiter in Teilzeit, der gleichzeitig in Teilzeit für das Zfe arbeitet, für die

image
HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
33
technische Betreuung des verwendeten Webkonferenztools BigBlueButton sowie für die
Unterstützung der ModeratorInnen und TeilnehmerInnen im Anwenden des Tools zu ver-
pflichten.
Mit nachfolgender Grafik sollen die „Räder“, die im Dienste des Projektziels ineinander-
greifen, kurz vorgestellt werden.
Linksseitig sind die durch die HSZG verantworteten Einheiten benannt.
Das Projekt BAKO_SN des Instituts für Bildung, Information und Kommunikation (BIK)
wird von einem Professor für Heilpädagogik und einem Professor für Kommunikations-
psychologie geleitet, unterstützt von vier MitarbeiterInnen im Gesamtumfang von 1,93
VZÄ für Projektmanagement, Veranstaltungsmanagement, Forschung und inhaltliche
Begleitung, Webseitengestaltung und Webkonferenzen-Support.
Auf die Rolle des Zfe und des HRZ wurde bereits in obiger Passage eingegangen.
Das Kommunikationsunternehmen reSOURCE Dresden GmbH wurde per Ausschrei-
bung als Unterauftragsnehmer gewonnen und war für die Entwicklung der mittlerweile
drei Durchführungskonzepte zuständig. Zu seinen Aufgaben gehört weiterhin die Mode-
ration und Dokumentation der konstituierenden Beratungen der Kooperationsverbünde.
Es begleitet den Prozess mit ca. 10 ModeratorInnen.
Rechtsseitig finden sich die VerantwortungsträgerInnen seitens der Schulaufsicht.

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
34
Das Sächsische Staatsministerium für Kultus (SMK) ist verantwortlich für die über-
greifende Steuerung und Koordinierung der konzeptionellen Weiterentwicklung und
Ausgestaltung der Inklusion im sächsischen Schulsystem.
Das Landesamt für Schule und Bildung (LaSuB) ist zuständig für die regionale Um-
setzung der schulischen Inklusion, d. h. für die hierzu notwendigen Strukturen und Pro-
zesse in den einzelnen Standorten. Die Inklusionsbeauftragte steuert den Prozess
standortübergreifend und koordiniert die Zusammenarbeit zwischen LaSuB, SMK und
HSZG. Die Koordinatorinnen für Inklusion koordinieren die Entwicklungen am jeweiligen
Standort.
Alle Beteiligten befanden und befinden sich im kontinuierlichen Austausch, umgesetzt
durch regelmäßige Beratungen. Seit über einem Jahr finden diese coronabedingt
zumeist als Videokonferenzen über den Server der HSZG statt, ein Format, dessen
Vorzüge hinsichtlich Zeitersparnis mittlerweile auch sehr geschätzt werden.
Es muss auch darauf hingewiesen werden, dass die Pandemie zusätzliche Herausfor-
derungen mit sich gebracht hat und mit sich bringt, z. B. mussten die TeilnehmerInnen
immer wieder neu zur Teilnahme motiviert werden, die Einladungsschreiben immer
wieder angepasst werden, die KoordinatorInnen geschult werden, etc.
3.4 Aufnahme der Evaluation des LaSuB zum Arbeits- und Entwicklungsstand der
gegründeten Kooperationsverbünde
Eine umfassende Nachverfolgung der Arbeitsaufnahme in den gegründeten Koope-
rationsverbünden war dem Projekt BAKO_SN aufgrund der beschriebenen Einschnitte
nicht möglich. Das LaSuB hat aber eine eigene, auf seine sechs Standorte bezogene
Evaluation umgesetzt. Diese ist als Anlagenpaket 1 diesem Zwischenbericht beigefügt
und wird im Kapitel 5 in die Diskussion der Ergebnisse einbezogen und bei den Empfeh-
lungen berücksichtigt.

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
35
4. Darstellung der Ergebnisse
In diesem Kapitel werden die Ergebnisse der Befragung und der Auswertung der Proto-
kolle der konstituierenden Beratung aufbereitet und geordnet nach den Projektphasen
dargestellt.
Die Projektphase A umfasst das Datenmaterial von 26 Konstituierungen (Abschnitt 4.1).
Die Ergebnisse der Projektphase B, die lediglich vier Gründungen beinhaltet und die der
Projektphase C erster Teil (Jahr 2020), in der zwölf Gründungen stattfanden, können
zusammen dargestellt werden, da in beiden dieselbe Befragung umgesetzt wurde und
die Protokollformate der konstituierenden Beratungen identisch sind (Abschnitt 4.2).
4.1 Projektphase A (04/2019 – 03/2020)
4.1.1 Befragung 1
4.1.1.1 Konzeptionierung der Befragung 1
Für die Ist-Analyse wurde eine quantitative Vorgehensweise gewählt. Im Vorfeld wurde
überschlagen, dass bis zu 100 Personen aus den Gruppen der festen und möglichen
Partner an einer konstituierenden Beratung maximal teilnehmen könnten, die alle befragt
werden können, d. h. wir konnten hier mit einer großen Stichprobe rechnen.
Die Umsetzung erfolgte als Online-Befragung mittels der für solche Zwecke geeigneten
Anwendung Limesurvey, die, da sie über das Bildungsportal Sachsen der sächsischen
Hochschulen bereitgestellt wird, umfangreich in dieser Community genutzt wird.
Limesurvey ermöglicht neben der Bereitstellung der Befragung über eine mit Zugangs-
kennung geschützte Webseite den Export der Umfragedaten in das Excelformat für De-
tailanalysen.
Die Aufforderung zur Teilnahme an der Online-Befragung erfolgte mit der Einladung zur
konstituierenden Beratung, d. h., dass die Stichprobe der Befragung deckungsgleich mit
den Eingeladenen ist. Keine Aussagen können aber dazu getroffen werden, inwieweit
die jeweiligen TeilnehmerInnen an der Befragung und der konstituierenden Beratung
identisch sind; es dürfte aber von einer hohen Übereinstimmung auszugehen sein.
Das Vorgehen erfolgte in enger Absprache mit dem SMK. Es wurde ein detailliertes
Sicherheitskonzept, zusätzlich zur ausführlichen Projektbeschreibung, von Seiten der
Hochschule Zittau/Görlitz, gemäß dem Grundschutzkatalog des Bundesamtes für
Sicherheit in der Informationstechnik, beim SMK eingereicht. Nach eingehender Prüfung

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
36
der Erhebungsinstrumente wurde die Zustimmung zur Online-Befragung von Lehrkräften
im Rahmen der Konstituierung der Kooperationsverbünde von Seiten des SMK erteilt.
Insgesamt erhielten 2.899 Personen eine Aufforderung zur Beteiligung an dieser Befra-
gung. Davon nahmen 850 letztlich teil. Die Befragten hatten die Möglichkeit, nur einzelne
Fragen zu beantworten – und machten auch umfänglich davon Gebrauch. Insofern hat
jede Frage eine unterschiedliche Beantwortungsquote, oder anders formuliert: Viele Fra-
gen wurden nur von einem Anteil der Teilnehmenden beantwortet.
Unter der o. g. Annahme, dass im Wesentlichen die Verteilung bei der Befragung der
konstituierenden Beratung entspricht, ist davon auszugehen, dass 75 Prozent der
Antworten von Personen aus den Sektoren Schule und Schulverwaltung kamen und die
anderen von Personen aus den anderen Bereichen wie Schulträger, Kitas, Sozialamt,
Jugendamt etc..
In dieser Befragung wurde darauf verzichtet, die Gruppenzugehörigkeit nach festen und
möglichen Partnern zu erheben.
Der Fragebogen beinhaltete sechs Fragen. Die Fragen 1 und 6 bestanden aus mehreren
Teilfragen, so dass faktisch neun Fragen zu den Themen „Aktuelle Zusammenarbeit“,
„Intensivierungsbedarf in der Zusammenarbeit“ und „Erwartungen an die Kooperations-
verbünde“ gestellt wurden. Diese drei Themen umfassen die Grundfragen, auf die sich
hinsichtlich der Ist-Analyse vorab verständigt wurde. Hierbei und bei der Formulierung
der einzelnen Items wurde auf die Ergebnisse der Vorstudie (s. Abschnitt 2.2.2) Bezug
genommen.
Die Fragen 1 und 3 waren offen gehalten, d. h. hier konnten die Befragten freie Antworten
eintragen, während es sich bei den anderen um geschlossene Fragen handelte, d. h.
hier wurden Antwortoptionen angeboten (Multiple Choice).
Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die Fragen. Der Fragebogen selbst
ist in der Anlage A4 im Anlagenpaket 2 nachzulesen.

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
37
Thema
Nr.
Frage
Typ
Aktuelle
Zusam-
menarbeit
1.1
Welche Aufgaben/Themen bearbeiten Sie mit Ihren Partnern?
offen
1.2
Wie gestaltet sich die Art/Form der Zusammenarbeit?
offen
1.3
Mit welchen Stellen außerhalb Ihrer spezifischen Arbeitsstelle
(Dienststelle) arbeiten Sie bereits zusammen?
offen
2
Inwiefern arbeiten Sie mit folgenden Stellen zusammen und wie
gestaltet sich die Zusammenarbeit?
geschl.
Intensi-
vierungs-
bedarfe in
der Zu-
sammen-
arbeit
3
Welche Aufgaben/Themen sollten im Hinblick auf schulische
Inklusion durch den KoopV angegangen werden?
offen
4
Welche folgenden Aspekte der Zusammenarbeit im KoopV
sollten intensiviert werden?
geschl.
5
Mit welchen der folgenden Stellen möchten Sie zukünftig im
Rahmen des KoopV intensiver zusammenarbeiten?
geschl.
Erwartun-
gen an
die
KoopV
6.1
Inwiefern teilen Sie folgende Erwartungen im Hinblick auf den
nachhaltigen Erfolg der KoopV?
geschl.
6.2
Für wie relevant halten Sie den jeweiligen Aspekt im Hinblick auf
den nachhaltigen Erfolg der KoopV?
geschl.
Die offenen Fragen wurden mit der Methode der induktiven Kategorienbildung ausge-
wertet. Mit dieser werden die Kategorien aus dem Datenmaterial generiert – und nicht
wie in der deduktiven Kategorienbildung aus der Theorie. Die Daten werden paraphra-
siert (auf den Begriff gebracht) und untereinander auf gemeinsame bzw. identische Be-
deutungsgehalte abgeglichen. Dadurch entstehen Kategorien mit einem höheren Ab-
straktionsgrad, in denen Gleichbedeutendes, Gleichmeinendes etc. aus den Rohdaten
miteinander verknüpft werden kann. Am Ende steht ein Kategoriensystem, welches er-
möglicht, dass – wie im vorliegenden Fall – die Fülle von etwa 1.200 freien Einzelant-
worten auf die Frage „Welche Aufgaben/Themen bearbeiten Sie mit Ihren Partnern?“
überschaubar dargestellt und abgebildet werden kann, was die Gruppenmeinung
bzw. -aussage ist.
Die induktive Kategorienbildung ist dann angezeigt, wenn zu viel „Unvorhersehbares“ im
Spiel ist, z. B. wenn noch nicht genug Wissen zu einem Feld vorhanden ist, um ausrei-
chend antizipieren zu können, mit welchen Antworten überhaupt zu rechnen ist. In
diesem Fall ist die deduktive Kategorienbildung unpassend, weil diese nur „Vorherseh-
bares“ aufnehmen kann.
Die Aufbereitung der Daten über die induktive Kategorienbildung ist erheblich aufwän-
diger als jene, bei der auf deduktive Kategorien zurückgegriffen werden kann – wie bei
den geschlossenen Fragen, die letztlich nur ausgezählt werden müssen. Hier liegt der
hauptsächliche Arbeitsaufwand im Vorfeld, in der präzisen Ableitung und Ausformu-
lierung der Items zu den jeweiligen Fragen.

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
38
4.1.1.2 Ergebnisse der Befragung 1
Die Ergebnisse der Befragung werden folgend in Form von Diagrammen dargestellt, die
die Rückmeldungen aller Teilnehmenden im Gesamtüberblick wiedergeben. Eine Auf-
schlüsselung von Einzelergebnissen nach den Standorten des LaSuB wurde auch vor-
genommen, allerdings spiegeln diese keine signifikanten Unterschiede wieder, so dass
sie hier nicht aufgeführt werden. Sehr wohl können aber die standortbezogenen Ergeb-
nisse über die Anlage A5 im Anlagenpaket 2 nachvollzogen werden.
Hinzuweisen ist darauf, dass nicht alle induktiven Kategorien zu den Fragen 1 und 3
aufgeführt werden, sondern nur jene, die eine signifikante Zahl von Nennungen vorwei-
sen können.
Frage 1.1:
Wenn 850 Befragte etwa 1.000 Aufgaben und Themen benennen, die sie mit Partnern
bearbeiten, so deutet das auf bereits umfangreich bestehende Kooperationsstrukturen
hin.
Auffallend ist, dass ein Aufgabenfeld in puncto Intensität die anderen überstrahlt: Die
Begleitung und Beratung durch den Mobilen Sonderpädagogischen Dienst (MSD) der
Förderschulen und Förderzentren.
Zwei Themen folgen mit Abstand, aber deutlich vor anderen: Gelingendes Übergangs-
management und Diagnostik.
124
161
56
10
15
418
24
28
44
13
40
29
0
100
200
300
400
500
Diagnostik
gelingendes Übergangsmanagement
Zus.arb. mit außersch. Unterst.systemen
Eingliederungshilfe
Unterstützung und Begleitung bei Therapien
Begleitung/Beratung durch MSD
Elternarbeit
Zusammenarbeit mit dem Schulträger
Einzelfallgespräche/Fallberatung
Kindeswohl, Gesundh., schwier. Lebensl.
Berufsberatung/Berufsorientierung
Arbeit in Netzwerken/Arbeitskreisen
Welche Aufgaben/Themen bearbeiten Sie mit Ihren
Partnern?

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
39
Frage 1.2:
Wie nicht anders zu erwarten – aufgrund der Zusammenarbeit mit dem MSD – ist die
Beratung die dominierende Form der Zusammenarbeit.
Hervorzuheben ist, dass es Zusammenarbeit in Netzwerken und Arbeitskreisen gibt,
wenn auch noch auf überschaubarem Niveau.
11
470
75
22
102
99
118
7
81
16
14
70
42
42
30
42
5
30
7
0
100
200
300
400
500
Beobachtung
Beratung
Diagnostik/Gutachten
Zus.arb. mit außersch. Unterst.systemen
Unterstützung inklusive Unterrichtung
Hospitationen
Kooperationen
Finden von Praktik.st./Praxisbegl.
Dokumentation
Erstellung von Förderplänen
gelingendes Übergangsmanagement
Arbeit in Netzwerken/Arbeitskreisen
Organisation/Vermittlung
Projekttage/Exkursionen
Fortbildung/SCHILF
Elternarbeit
personelle Ressourcen
Telefonate
Schulvorbereitung
Wie gestaltet sich die Art/Form der Zusammenarbeit?

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
40
Frage 1.3:
Hauptkooperationspartner sind die Förderschulen.
Hervorhebenswert ist die relativ hohe Nennung der Kitas.
Frage 2:
Das nachfolgende Diagramm zeigt, dass die Zusammenarbeit innerhalb des öffentlichen
Schulsektors (inklusive LaSuB) als gut bezeichnet werden kann. Die grünen Balken mit
der Bedeutung „gut“ sind lang, die gelben und blauen mit der Bedeutung „teils-teils“ und
„keine Zusammenarbeit“ moderat und die roten für „schlecht“ sind kurz. Selbiges gilt für
die Schulträger sowie die Kindergärten und Horte.
90
69
31
17
10
191
80
69
43
16
18
11
24
75
31
18
34
13
15
23
30
34
11
27
13
9
36
0
50
100
150
200
250
Kitas
Grundschulen
Oberschulen
Gymnasien
Berufsbildende Schulen
Förderschulen
Schulleitungen
Jugendamt
Sozialamt
Schulpsychologen
Ärzte
Therapiezentr./Krankenh./Kliniken
Eltern
LaSuB
Schulträger
Hilfsorganisationen
BA und Jobcenter
Beratungsstellen
Landratsamt
Therapeuten
Hort
Frühförderzentren
Netzwerke
Vereine und Verbände
Unternehmen/Firmen/Betriebe
SMK/SMS
Freie Träger
Mit welchen Stellen außerhalb Ihrer spezifischen
Arbeitsstelle arbeiten Sie bereits zusammen?

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
41
Frage 2:
34
119
83
61
96
122
38
38
85
54
48
46
45
130
58
107
88
24
26
62
0
20
40
60
80
100
120
140
Inwiefern arbeiten Sie mit folgenden Stellen zusammen und wie gestaltet sich die
Zusammenarbeit?
keine Zusammenarbeit
schlecht
teils-teils
gut

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
42
Das Diagramm weist aber auch auf einige Entwicklungspotenziale hin.
Genannt werden müssen insbesondere das Jugendamt und auch das Sozialamt, die
eine eher durchwachsene Bewertung zur Zusammenarbeit bekamen (gelbe Balken
höher als die grünen, relativ hohe rote Balken). Das deutet auf verwaltungs- und arbeits-
kulturelle Unterschiede hin, die in den Kooperationsverbünden thematisiert werden soll-
ten.
Frage 3:
58
38
26
15
18
15
9
40
7
40
3
6
4
29
4
2
12
8
5
4
0
10
20
30
40
50
60
70
Optimierung Rahmenbeding. (personell, sächl.,
räuml., zeitl.)
Einbindung außerschul. Unterstütz.systeme
fachgerechte Fort- und Weiterbildungen
Bildungschancengleichheit
Erarb. Organigramm (Zuständigk., Aufg.,
Kontakte)
Vernetzung und Transparenz
Verringerung der Bürokratie
gelingendes Übergangsmanagement
Elternarbeit
Ausbau der Zusammenarbeit mit Förderschulen
Bündelung von Kompetenzen
Entwicklung einer Haltung zu Inklusion
Ausbau Zusammenarb. mit Schulträger
(Finanzier.)
Beratung/Fallbesprechungen
Entwicklung der Schwerpunktschulen
keine
Beschleunigung der Diagnostik
Lernzieldifferente Unterrichtung
Best Practice
Ausbau Zusammenarbeit mit Schülerbeförderung
Welche Aufgaben/Themen sollten im Hinblick auf
schulische Inklusion durch den KoopV angegangen
werden?

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
43
Diese offene Frage wurde deutlich weniger beantwortet als die anderen. Das deutet
darauf hin, dass der „Blick nach vorne“ zum Zeitpunkt der Konfrontation mit dieser Frage
noch zu diffus war. Das relativiert auch den Antwortgehalt.
Bezeichnend ist, dass die meistbenannte Kategorie jene ist, die den Kooperationsver-
bund als Plattform sieht, die Rahmenbedingungen für die inklusive Bildung zu optimie-
ren. Hier wird berechtigt eine Problemlage angesprochen. Allerdings ist der Koopera-
tionsverbund für die Zuweisung von Ressourcen nicht zuständig.
Bei den kooperationsverbundtypischen Aufgaben- und Themennennungen sind die
Favoriten: der Ausbau der Kooperation mit den Förderschulen, das gelingende Über-
gangsmanagement und die Einbindung der außerschulischen Unterstützungssysteme.
Frage 4:
Die Items zu dieser Frage wurden aus der Vorstudie abgeleitet (s. Abschnitt 2.2.2) und
man erkennt, dass die darin gewonnenen Erkenntnisse zu den Arbeitsfeldern innerhalb
der Kooperationsverbünde mit dieser Befragung bestätigt wurden.
Alle Aspekte haben eine hohe Bewertung dahingehend, dass sie intensiviert werden
sollten und eine niedrige Bewertung dahingehend, dass sie nicht benötigt werden.
169
165
180
156
169
32
15
18
29
34
7
10
6
15
3
0
40
80
120
160
200
Fachliche, multiprofessionelle Zusammenarbeit
(z.B. Fallkonferenzen, Schulbegleitung)
Nutzung von Synergien (z.B. Bündelung
vorhandener Materialien, Bündelung personeller
Ressourcen)
Organisation gemeinsamer
inklusionsspezifischer Fortbildungen
Erfahrungsaustausch (z.B. Netzwerkarbeit,
gegenseitige Hospitation)
Zusammenarbeit mit externen Partnern (z.B.
Psychologen, Therapeuten)
Welche folgenden Aspekte der Zusammenarbeit im KoopV
sollten intensiviert werden?
wird nicht benötigt
ist vorhanden und ausreichend
sollte intensiviert werden

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
44
Frage 5:
33
116
146
162
129
92
48
49
153
125
98
103
88
104
71
93
78
49
74
48
0
40
80
120
160
200
Mit welchen der folgenden Stellen möchten Sie zukünftig im Rahmen des KoopV intensiver
zusammenarbeiten?
eher ja
teils-teils
eher nein

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
45
Das Diagramm zur Frage 5 bestätigt eindrucksvoll das Grundanliegen zum Aufbau von
Kooperationsverbünden. Hinsichtlich nahezu aller festen und möglichen Partner wird der
eindeutige Wunsch formuliert, im Rahmen des Kooperationsverbundes intensiver zu-
sammenzuarbeiten.
Besonders auffallend ist hier zum einen, dass das Jugendamt und das Sozialamt, also
diejenigen, die für Maßnahmen der Hilfen zur Erziehung und der Eingliederungshilfe
zuständig sind, hoch bewertet werden.
Zum anderen fällt auf, dass Organisationen, die Beratungen zur inklusiven Bildung an-
bieten, sehr gefragt sind.
Weiterhin ist hervorzuheben, dass gegenüber dem LaSuB der starke Wunsch nach in-
tensiverer Zusammenarbeit zum Ausdruck gebracht wird. Das ist insofern von besonde-
rer Bedeutung, als das LaSuB durch die dort verankerte Inklusionsbeauftragte mit ihren
KoordinatorInnen für Inklusion in den jeweiligen Standorten die Steuerungskompetenz
für das ‚Gesamtsystem Kooperationsverbünde in Sachsen‘ hat. Hier kann mit dem
Wunsch nach intensiverer Zusammenarbeit sowohl die Erwartung als auch die Akzep-
tanz für die eingeführte Steuerung des Gesamtprozesses verbunden werden.
Die nachfolgenden Diagramme mit den Ergebnissen der Antworten zu den Fragen 6.1
und 6.2 geben die Erwartungen wieder, die die Befragten gegenüber den Kooperations-
verbünden haben, wobei zwei Perspektiven abgefragt werden, zum einen die eigene
Erwartungshaltung und zum anderen der abstraktere „Expertenblick“, der die Frage nach
der Relevanz bestimmter Aspekte für den nachhaltigen Erfolg der Kooperationsver-
bünde beinhaltet. Bei vielen Items sind die beiden Perspektiven kongruent, in einigen
unterscheiden sie sich aber signifikant.
Aus beiden Perspektiven wird sich der nachhaltige Erfolg insbesondere darüber her-
stellen, dass Kooperationsverbünde zu einer weiteren Professionalisierung beitragen,
die Unterstützung für Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf verbessert wird,
bestehendes Wissen und vorhandene Expertise besser genutzt werden können und die
Strukturqualität in der schulischen Inklusion verbessert wird.
Die Antworten zu anderen Items legen nahe, dass die persönliche und die fachliche
Erwartungshaltung auseinandergehen, z. B.: Bei den Themen Arbeitsentlastung, Res-
sourceneffizienz, Aufwand-Nutzen-Verhältnis oder Elternarbeit ist die persönliche Er-
wartung deutlich niedriger, d. h. skeptischer, während die fachliche Expertise sagt, dass
diese Aspekte ebenso mitentscheidend für den nachhaltigen Erfolg der Kooperations-
verbünde sind.

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
46
Frage 6.1:
53
125
128
125
41
88
103
65
49
43
45
0
40
80
120
160
Der Kooperationsverbund wird mich in meiner
Arbeit im Bereich schulische Inklusion
entlasten.
Der Kooperationsverbund wird zu einer
Verbesserung der Strukturen und
Verantwortlichkeiten im Bereich schulische
Inklusion beitragen.
Durch den Kooperationsverbund werden
bestehendes Wissen und vorhandene Expertise
zukünftig besser genutzt.
Durch den Kooperationsverbund wird die
Unterstützung für Schüler mit
sonderpädagogischem Förderbedarf
verbessert.
Ich werde im Rahmen des
Kooperationsverbundes
Gestaltungsmöglichkeiten haben.
Durch die Bildung des Kooperationsverbundes
werden unterschiedliche Interessenlagen
hinsichtlich des Themas schulische Inklusion
zukünftig besser in Einklang gebracht.
Durch den Kooperationsverbund wird eine
weitere Professionalisierung aller Beteiligten
stattfinden.
Im Kooperationsverbund werden vorhandene
regionale Unterschiede Berücksichtigung
finden.
Der Kooperationsverbund wird zu einem
effizienteren Einsatz der finanziellen Mittel für
Inklusion führen.
Der mit dem Kooperationsverbund erreichbare
Nutzen wird in einem angemessenen Verhältnis
zum erforderlichen Aufwand stehen.
Durch den Kooperationsverbund wird die
Zusammenarbeit mit den Eltern erleichtert.
Inwiefern teilen Sie folgende Erwartungen im Hinblick auf
den nachhaltigen Erfolg der KoopV?
eher nein
teils-teils
eher ja

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
47
Frage 6.2:
87
133
125
144
51
105
121
80
75
99
93
0
40
80
120
160
Der Kooperationsverbund wird mich in meiner
Arbeit im Bereich schulische Inklusion entlasten.
Der Kooperationsverbund wird zu einer
Verbesserung der Strukturen und
Verantwortlichkeiten im Bereich schulische
Inklusion beitragen.
Durch den Kooperationsverbund werden
bestehendes Wissen und vorhandene Expertise
zukünftig besser genutzt.
Durch den Kooperationsverbund wird die
Unterstützung für Schüler mit
sonderpädagogischem Förderbedarf verbessert.
Ich werde im Rahmen des
Kooperationsverbundes
Gestaltungsmöglichkeiten haben.
Durch die Bildung des Kooperationsverbundes
werden unterschiedliche Interessenlagen
hinsichtlich des Themas schulische Inklusion
zukünftig besser in Einklang gebracht.
Durch den Kooperationsverbund wird eine
weitere Professionalisierung aller Beteiligten
stattfinden.
Im Kooperationsverbund werden vorhandene
regionale Unterschiede Berücksichtigung finden.
Der Kooperationsverbund wird zu einem
effizienteren Einsatz der finanziellen Mittel für
Inklusion führen.
Der mit dem Kooperationsverbund erreichbare
Nutzen wird in einem angemessenen Verhältnis
zum erforderlichen Aufwand stehen.
Durch den Kooperationsverbund wird die
Zusammenarbeit mit den Eltern erleichtert.
Für wie relevant halten Sie den jeweiligen Aspekt im
Hinblick auf den nachhaltigen Erfolg der KoopV?
eher nein
teils-teils
sehr wichtig

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
48
4.1.2 Konstituierende Beratungen der Phase A
4.1.2.1 Konzeptionierung der konstituierenden Beratungen der Phase A
Wie schon im Kapitel 3 beschrieben, bilden die konstituierenden Beratungen (folgend:
konstB) den Schwerpunkt der Projektarbeit. In der Phase A wurden alle Beratungen in
Form eines Tagesworkshops in Präsenz umgesetzt, der das Ziel hatte, das
Kennenlernen der Partner, die Zusammenführung der beteiligten Akteure und die
Schaffung einer Arbeitsgrundlage für die zukünftige Zusammenarbeit in den Koope-
rationsverbünden (KoopV) herzustellen. Darüber hinaus sollte in den Workshops eine
Abstimmung der beteiligten Partner hinsichtlich der Entwicklungs- und Gestaltungsziele
im jeweiligen KoopV erfolgen.
Als konzeptionelle Eckpunkte wurden im Vorfeld festgelegt:
Ein für alle Workshops einheitliches inhaltliches und methodisches Rahmenkonzept,
das situativ an die spezifischen Bedarfe des jeweiligen KoopV angepasst werden
kann.
Alle Workshops gliedern sich in drei zentrale Phasen: 1. Kennenlernen, 2. Themati-
sches Arbeiten, 3. Festlegung von Gestaltungs- und Entwicklungszielen des jeweili-
gen KoopV für die weitere Zusammenarbeit.
Durchgeführt werden die Workshops als eintägige Veranstaltungen in Tagungshäu-
sern der Region, um eine adäquate Arbeitsatmosphäre abseits des Arbeitsalltags zu
gewährleisten.
Die Obergrenze für die Teilnehmerzahl beträgt 100.
Die Moderation der Workshops erfolgt unter Einsatz allgemein bekannter Methoden
für Großgruppenworkshops wie z. B. Open Space.
Die Workshop-Ergebnisse werden gesetzeskonform, in digitaler und bearbeitbarer
Form so protokolliert und dokumentiert, dass sie als Grundlage für die Erarbeitung
von Empfehlungen für die weitere Arbeit im KoopV dienen.
Die Moderation und die Dokumentation wird von Professionellen übernommen, die
entsprechend ausgebildet sind, entsprechende Erfahrungen mitbringen und die ge-
währleisten, dass die Umsetzung aller konstB mit ihnen umzusetzen ist.
Da das kleine Projektteam der HSZG letzteres nicht gewährleisten konnte, wurde der
Moderations- und Dokumentationsauftrag ausgeschrieben und als Unterauftrag verge-
ben. Den Zuschlag erhielt das Unternehmen reSOURCE Dresden GmbH.

image
HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
49
Das Veranstaltungsmanagement wurde durch das Projekt BAKO_SN geleistet. Die Ein-
ladungen an die schulischen VertreterInnen erfolgten seitens des LaSuB über das Schul-
portal, die Einladung an die VertreterInnen der nichtschulischen Organisationen, die im
Vorfeld für jeden einzelnen KoopV eruiert wurden, erfolgte seitens der HSZG.
8
Die Ziele und die Tagungsagenda
9
sind der nachfolgenden Grafik zu entnehmen:
Die o. g. zentralen Phasen wurden dergestalt umgesetzt, dass einer Vorstellungsrunde
folgend die TeilnehmerInnen aufgefordert waren, in einer Perspektivenrunde sich mit
ihren Erwartungen und Sichtweisen zum Aufbau ihres Kooperationsverbundes ausein-
anderzusetzen und sich z. B. über strittige Themen, Belastungen, die eigenen Zielvor-
stellungen und inhaltliche Priorisierungen auszutauschen (Nr. 2). Dem folgte ein Infor-
mationsblock zu den rechtlichen und strategischen Hintergründen sowie operativen
Hinweisen, der von der Inklusionsverantwortlichen, der Inklusionsbeauftragten und der
Koordinatorin geleistet wurde (Nr. 3). Ein Kurzvortrag der HSZG mit einer Aufbereitung
zu den Antworten der Online-Befragung aus dem Kooperationsverbund leitete über zu
einer Arbeitsphase, in der die dringlichsten Inklusionsthemen des KoopV gewichtet
wurden (Nr. 4) und letztlich in Beschlüsse zur Weiterarbeit überführt wurden (Nr. 5).
Jede konstituierende Beratung wurde ausführlich dokumentiert. Alle Protokolle sind
diesem Zwischenbericht im Anlagenpaket 3 beigefügt.
8
Das Einladungsschreiben ist als Anlage A6 im Anlagenpaket 2 beigefügt.
9
Der Moderationsplan ist als Anlage A7 im Anlagenpaket 2 beigefügt.
Plakat: Dr. Petra Koinzer
Ablaufplan: reSOURCE Dresden GmbH

image
HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
50
Ausgewertet wurden die Protokolle hinsichtlich zweier Aspekte:
1. Hinsichtlich der
Perspektivendiskussion
in den konstB: a) Welche Herausforderun-
gen und/oder Hindernisse sehen die TeilnehmerInnen? b) Welche Zielformulierun-
gen wurden von ihnen für ihren Kooperationsverbund genannt?
2. Hinsichtlich der
Festlegungen
: a) Welche Gestaltungs- und Entwicklungsziele für die
KoopV wurden festgelegt? B) Welche Handlungsschritte beim Aufbau der KoopV
wurden fixiert?
Grundlage der Perspektivendiskussion sind die Arbeitsphasen Nr. 2 und Nr. 4,
hinsichtlich der Festlegungen die Arbeitsphase Nr. 5. Die Auswertung (s. u.) erfolgte
über – die bereits oben erläuterte – induktive Kategorienbildung.
4.1.2.2 Ergebnisse der konstituierenden Beratungen der Phase A
Alle 26 konstB der Phase A konnten so durchgeführt werden, dass sie im jeweiligen
KoopV sowohl eine kritische Masse an Schulen als auch externer Organisationen er-
reichten. Eine klassische Zusammensetzung zeigt die nachfolgende Grafik.
Damit waren die Voraussetzungen geschaffen, einen KoopV ins Leben zu rufen. Ziel war
es zunächst, entsprechend der Leitlinien und Prämissen des SMK (s. Kapitel 2) eine
kritische Masse an schulischen und außerschulischen, festen und möglichen Partnern

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
51
zu generieren, die erste strukturelle und inhaltliche Festlegungen trifft, um darauf auf-
bauend die kontinuierliche Weiterarbeit und Entwicklung einschließlich der Akquise
weiterer Partner im KoopV zu ermöglichen.
4.1.2.2.1 Beteiligung
Die beiden nachfolgenden Tabellen geben Aufschluss über die Zusammensetzung der
konstB, aufgeschlüsselt in der ersten Tabelle nach chronologischem Ablauf und in der
zweiten Tabelle nach LaSuB-Standorten:
LK/ kreisfr. Stadt Name KoopV
Datum
konstB
Typ
Öff.
Schul.
Ext.
Part-
ner
La-
SuB
Teiln.
ges.
Orga-
team
LK Bautzen
KoopV 5
Hoyerswerda
04.09.2019
Präsenz
27
17
8
52
8
LK Zwickau
KoopV 1 Zwickau
11.09.2019
Präsenz
31
13
9
53
6
Vogtlandkreis
KoopV 3 Göltzschtal
25.09.2019
Präsenz
27
11
6
44
6
LK Görlitz
KoopV 1 Weißwasser 26.09.2019
Präsenz
22
12
7
41
7
LK Leipzig
KoopV 2 Borna-
Geithain
30.10.2019
Präsenz
22
10
5
37
7
LK Meißen
KoopV 4
Radebeul/Coswig
06.11.2019
Präsenz
29
7
8
44
7
Stadt Leipzig
KoopV 6 Leipzig
Nordwest/Nord/
Nordost
13.11.2019
Präsenz
27
7
10
44
8
LK Bautzen
KoopV 7 Radeberg
21.11.2019
Präsenz
21
10
7
38
7
Vogtlandkreis
KoopV 2 Plauen/
Plauener Land
27.11.2019
Präsenz
28
11
6
45
7
LK Nordsachsen KoopV 4 Torgau
04.12.2019
Präsenz
20
14
7
41
8
Stadt Chemnitz
KoopV 1 Chemnitz
Mitte/Nord
11.12.2019
Präsenz
29
15
13
57
7
LK Sächs.
Schweiz
Osterzgebirge
urspr.:
KoopV 3
OOE-Ost (Dohna/
Heidenau)
umbenannt in:
KV 4
Unteres Müglitztal
18.12.2019
Präsenz
17
7
7
31
8
LK Zwickau
KoopV 3
Glauchau/Zwickau
15.01.2020
Präsenz
17
5
8
30
7
LK
Mittelsachsen
KoopV 1 Freiberg
16.01.2020
Präsenz
44
12
6
62
7
LK Nordsachsen KoopV 1 Delitzsch
22.01.2020
Präsenz
24
7
2
33
6
LK Bautzen
KoopV 6 Kamenz
23.01.2020
Präsenz
17
7
7
31
6

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
52
LK/ kreisfr. Stadt Name KoopV
Datum
konstB
Typ
Öff.
Schul.
Ext.
Part-
ner
La-
SuB
Teiln.
ges.
Orga-
team
LK Zwickau
KoopV 5 Zwickau
29.01.2020
Präsenz
24
9
7
40
7
Stadt Leipzig
KoopV 5 Leipzig
Südost/Ost
30.01.2020
Präsenz
23
3
3
29
7
LK Leipzig
KoopV 1
Markkleeberg/Pegau
04.02.2020
Präsenz
19
7
3
29
6
Erzgebirgskreis
KoopV 1 Zschopau
05.02.2020
Präsenz
19
10
12
41
5
Stadt Leipzig
KoopV 4 Leipzig
Mitte
26.02.2020
Präsenz
24
12
5
41
5
LK Nordsachsen KoopV 2 Eilenburg
27.02.2020
Präsenz
15
13
3
31
6
LK Sächs.
Schweiz
Osterzgebirge
urspr.:
KoopV 5
OOE-Nord (Freital)
umbenannt in:
KV 5
Osterzgebirge Nord
04.03.2020
Präsenz
15
11
5
31
6
Stadt Dresden
KoopV 1 Dresden
Nord rechtselbig
05.03.2020
Präsenz
22
5
4
31
6
Vogtlandkreis
KoopV 1 Oberes
Vogtland
11.03.2020
Präsenz
23
17
7
47
7
LK Zwickau
KoopV 2
Crimmitschau/
Werdau
12.03.2020
Präsenz
20
7
5
32
5
Summe
606
259
170
1035
172
Durchschnitt
23
10
7
40
7

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
53
LaSuB-Standort (Anzahl konstB)
.
Öff.
Schul.
Ext.
Part-
ner
La-
SuB
Ges.
Orga-
team
Bautzen (4)
Summe
87
46
29
162
28
Durchschnitt
22
12
7
41
7
Chemnitz (3)
Summe
92
37
31
160
19
Durchschnitt
31
12
10
53
6
Dresden (4)
Summe
83
30
24
137
27
Durchschnitt
21
8
6
34
7
Leipzig (8)
Summe
174
73
38
285
53
Durchschnitt
22
9
5
36
7
Zwickau (7)
Summe
170
73
48
291
45
Durchschnitt
24
10
7
42
6
Der Überblick zeigt, dass die Teilnehmerzahl immer deutlich unter 100 lag. Betont sei,
dass dies aber keine Zielgröße war, sondern die festgelegte Obergrenze, mit der die
Durchführung der Workshops logistisch noch umsetzbar erschien. Insgesamt wurden
2.899 Einladungen ausgesprochen, denen 1.035 Teilnahmen folgten, d. h. etwas mehr
als ein Drittel (35,7%) nahm die Möglichkeit wahr.
Im Mittel nahmen 40 Personen (Streuung: 29-62) an einer konstB teil, davon 23 Vertre-
terInnen (57,5%) der öffentlichen Schulen, 10 VertreterInnen (25%) aus anderen Berei-
chen – die sog. externen Partner – (Landkreise, Schulträger, Kitas, freie Schulen, Verei-
ne, Verbände etc.) und 7 VertreterInnen (17,5%) des LaSuB. Hinzu kamen noch die
Mitglieder des Organisationsteams in einer mittleren Stärke von 7 Personen (HSZG,
reSOURCE, Inklusionsverantwortliche, -beauftragte, -koordinatorIn).
In der Einzelbetrachtung der LaSuB-Standorte fällt auf, dass in den Veranstaltungen des
Standorts Chemnitz deutlich mehr Teilnehmer zu verzeichnen waren, im Mittel 53, be-
dingt v. a. durch eine stärkere Teilnahme der öffentlichen Schulen. Hinzuweisen ist aller-
dings darauf, dass in der Phase A die konstituierenden Beratungen sich ungleich über
die LaSuB-Standorte verteilten, so war Chemnitz lediglich mit drei Veranstaltungen ver-
treten, die meisten mit acht wurden im LaSuB-Standort Leipzig umgesetzt.

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
54
4.1.2.2.2 Auswertung der Protokolle
Perspektivendiskussion
Die größten Herausforderungen bzw. Hindernisse für einen gelingenden Aufbau der
Kooperationsverbünde werden seitens der TeilnehmerInnen der konstituierenden Bera-
tungen hinsichtlich der Rahmenbedingungen gesehen: Zu wenig Zeit, zu wenig Personal
und unzureichende Ausstattung. Wenn man dies noch in Bezug zu weiteren korrespon-
dierenden Kategorien wie Überforderung/Überlastung und aufwendige Verwaltungs-
strukturen setzt, wird hier ein eindeutiges Belastungselement deutlich.
6
15
10
70
4
22
13
4
5
20
22
2
7
11
6
3
8
5
24
0
10
20
30
40
50
60
70
80
Digitalisierung
Überforderung/Überlastung
gelingendes Übergangsmanagement
Rahmenbedingungen (personell, sächlich,
räumlich, zeitlich)
Zus.arbeit mit der Schülerbeförderung
aufwendige Verwaltungsstrukturen
Schwierigkeiten in der Elternarbeit
Initiierung der Schwerpunktsschulen
Zus.arbeit mit FÖS
Bildungschancengleichheit
unzureichende außerschul. Unt.systeme
Migration vs. Inklusion
zeitintensive Diagnostikverfahren
Intransparenz der Rollen u. Zuständigkeiten
Schnittstellenarbeit zw. Institutionen
Zs.arbeit mit Schulträgern
Divergenz zw. Theorie u. Praxis
lernzielgleiche vs. lernzieldiff. Unterricht.
fachgerechte Fort- und Weiterbildungen
Herausforderungen/Hindernisse beim Aufbau des
Kooperationsverbundes

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
55
Auffallend ist eine Häufigkeit von Nennungen, die Probleme hinsichtlich außerschuli-
scher Unterstützung für den inklusiven Unterricht sehen. Das betrifft zum einen Ressour-
cen (Inklusionsassistenten, Schulbegleiter) und zum anderen Themen der Zusammen-
arbeit von Schule mit Organisationen wie beispielsweise Jugend- und Sozialamt, Kitas
und Horten, der Schulpsychologie oder auch dem LaSuB. Angesprochen ist hier aber
auch das Grundanliegen zur Bildung von Kooperationsverbünden, die zu einer Verbes-
serung eben dieser Zusammenarbeit beitragen sollen.
Weitere besonders relevante Kategorien sind Bildungschancengleichheit (gewährleis-
ten) und der hohe Fort- und Weiterbildungsbedarf.
8
2
9
8
15
11
4
1
1
15
3
4
5
13
4
2
57
19
12
1
0
10
20
30
40
50
60
gelingendes Übergangsmanagement
regelmäßige Schulanalysen
Erfahrungsaustausch (schulartübergreifend)
zielgerichtete Forbildung der Lehrkräfte
Sensibilisierung für Inklusion
Intensivierung der Elternarbeit
Unterstütz./Beratung d. FÖS
Initiierung der Schwerpunktschulen
Finden des/r Moderators/in (Aufgabenprofil)
Bildungschancengleichheit
Qualitätssicherung
Erfahrungsnutz. Modellschulen (Best Practice)
Planungssicherheit
Schaffung v. Transparenz
Schule als multifkt. Inst.
Ausbau der Zs.arbeit mit Schülerbeförderung
Aufbau Netzwerk- u. Arbeitsstrukturen
Ausbau der außerschul. Unterst.systeme
(flächendeckend)
Optimierung d. Rahmenbedingungen (pers.,
säch., räuml, zeitl., finanz.)
Zs.arbeit mit Schulträgern
Zielformulierungen für den Kooperationsverbund

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
56
Bei den Zielformulierungen für den Kooperationsverbund dominiert der Aufbau (bzw. die
Intensivierung) von Netzwerk- und Arbeitsstrukturen.
Das findet seinen Niederschlag entsprechend in den Festlegungen (s. die beiden nach-
folgenden Diagramme). Diese drücken in den Formulierungen der Gestaltungs- und Ent-
wicklungsziele wie den dazugehörigen Handlungsschritten aus, dass es primär darum
gehen soll, die Voraussetzungen für die Netzwerkarbeit über die Erarbeitung von
Organigrammen zu schaffen, was je nach Ansatz beides sein kann – ein praktikables
Gestaltungsziel oder ein notwendiger Handlungsschritt. Ähnlich verhält es sich mit den
genannten Fallbesprechungen, die in beiden Festlegungsbereichen besonders häufig
vorkommen. Es kann angenommen werden, dass hier bereits viele positive Erfahrungen
gelingender Kooperation vorliegen und insofern ein Ansatzpunkt besteht, die angestreb-
te Netzwerkarbeit in Gang zu setzen bzw. zu befördern.

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
57
Festlegungen
26
11
23
7
51
3
9
12
13
7
3
5
9
17
2
15
1
16
0
10
20
30
40
50
60
Beratung/Fallbesprechungen
Zusammenarbeit mit außerschulischen
Unterstützungssystemen
gelingendes Übergangsmanagement
Bildungschancengleichheit
Erarbeitung Organigramm (Zuständigkeiten,
Aufgaben, Kontakte)
Ausbau der Zusammenarbeit mit Förderschulen
fachgerechte Fort- und Weiterbildungen
Entwicklung einer Haltung zu Inklusion
Finden des/r Moderators/in (Aufgabenprofil)
Zugang und Arbeit mit LernSax
Zusammenarbeit mit Beratungsstellen
Initiierung der Stützpunktsschulen
Intensivierung der Elternarbeit
Vereinfachung der Verwaltungsstrukturen
Gewinnung Seiteneinsteiger für Studium SoPä
Optimierung der Rahmenbedingungen (personell,
sächlich, räumlich, zeitlich)
Ausbau der Zusammenarbeit mit der
Schülerbeförderung
Vernetzung und Transparenz
Gestaltungs- und Entwicklungsziele beim Aufbau des
Kooperationsverbundes

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
58
1
21
6
6
12
21
15
28
2
49
14
4
40
9
2
20
13
0
10
20
30
40
50
60
Entwicklung einer Haltung zu Inklusion
Vereinfachung der Verwaltungsstrukturen
Organisation von Hospitationen
Intensivierung der Elternarbeit
Finden des/r Moderators/in (Aufgabenprofil)
gelingendes Übergangsmanagement
fachgerechte Fort- und Weiterbildungen
Einbindung aller Partner und
Unterstützungssysteme in den KoopV
Ausbau der Zusammenarbeit mit der
Schülerbeförderung
Erarbeitung Organigramm (Zuständigkeiten,
Aufgaben, Kontakte)
Zugang und Arbeit mit LernSax
Kompetenzerweiterung Seiteneinsteiger
regelmäßige Fallbesprechungen/-beratungen
Begleitung und Beratung der inklusiven
Unterrichtung durch FÖS
Zusammenarbeit mit Schulträgern
Vorbereitung eines Treffens aller Partner
Erarbeitung Prozessablauf hinsichtlich
Zusammenarbeit
Handlungsschritte beim Aufbau des
Kooperationsverbundes

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
59
4.2 Projektphase B und C, Teil 2020 (03/2020 – 12/2020)
4.2.1 Befragung 2
4.2.1.1 Konzeptionierung der Befragung 2
Die durch die Corona-Pandemie erzwungene erste Unterbrechung ab März 2020 wurde
dazu genutzt, die Befragung zur Ist-Analyse zu aktualisieren. Das Grundkonstrukt der
Befragung wurde beibehalten und hier nicht erneut ausgeführt, sondern diesbezüglich
wird auf die Ausführungen im Abschnitt 4.1.1.1 verwiesen.
Einzelne Fragen wurden präzisiert und zwei Fragen aufgenommen, die die Erfahrungen
der Corona-Zeit thematisieren und nach den damit verbundenen Herausforderungen der
schulischen Inklusion fragen. Der Anteil an offenen Fragen wurde erhöht (5 von 12 ggü.
2 von 9).
Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die Fragen. Der Fragebogen selbst
ist in der Anlage A8 im Anlagenpaket 2 nachzulesen.
Thema
Nr.
Frage
Typ
Aktuelle
Zusam-
menarbeit
1
Nutzen sie in Ihrer täglichen Arbeit digitale Medien?
geschl.
2
Mit welchen Partnern arbeiten Sie zusammen und wie gestaltet
sich die Zusammenarbeit?
geschl.
4
Wie schätzen Sie die ggw. Situation hinsichtlich der Zusammen-
arbeit zwischen (Kooperations-)Partnern in Ihrer Region ein?
geschl.
5
Welche positiven Beispiele in der Umsetzung inklusiver Ange-
bote sind durch Kooperationen und Netzwerkarbeit möglich
geworden?
offen
6
Welche Schwierigkeiten treten bei der Kooperation mit Ihren
Partnern im Zusammenhang mit Inklusion auf?
geschl.
Intensi-
vierungs-
bedarfe in
der Zu-
sammen-
arbeit
3
Welche weiteren Partner sollten im Kooperationsverbund
unbedingt mitbedacht werden?
offen
10
Wie hilfreich sind folgende Bedingungen für eine erfolgreiche
Zusammenarbeit im Kooperationsverbund?
geschl.
Erwartun-
gen an
die
KoopV
7
Welche Aufgaben/Themen in Ihrem Kooperationsverbund sind
Ihnen besonders wichtig?
offen
8
Wie wichtig sind Ihnen folgende Aspekte für eine gelingende
Kooperation?
geschl.
9
Welcher Nutzen im Hinblick auf Ihren Kooperationsverbund ist
Ihnen wichtig?
geschl.
Erfahrun-
gen der
Corona-
Zeit
11
Welche Lösungen haben sich in der Corona-Zeit ergeben, die
erhaltenswert sind?
offen
12
Welche Probleme im Bereich der Inklusion traten während der
Corona-Zeit auf?
offen

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
60
Neu ermöglicht wurde, dass die Datensätze nach schulischen und externen Partnern zu
differenzieren sind, um prüfen zu können, ob es signifikante Unterschiede in den Sicht-
weisen dieser beiden Gruppen gibt.
Insgesamt erhielten 1.622 Personen eine Aufforderung zur Beteiligung an dieser Befra-
gung. Davon nahmen 382 teil. Die Befragten hatten auch hier die Möglichkeit, nur ein-
zelne Fragen zu beantworten, d. h. auch hier hatte jede Frage eine unterschiedliche
Beantwortungsquote. Genau bezifferbar, weil in dieser Befragung die Datensätze nach
schulischen und externen Partnern differenzierbar sind, ist der jew. Anteil: 283 beant-
worte Fragebögen kamen von Seiten der schulischen Partner (74%), 99 seitens der
Externen (26%). Das entspricht dem erwarteten Verhältnis.
Die Beteiligung war aber deutlich schwächer als jene der Befragung 1. Die Rücklauf-
quote betrug 24% ggü. 29%.
Dies in Verbindung mit dem Tatbestand, dass für diesen Zwischenbericht lediglich
16 (von 38) konstituierende Beratungen der Phasen B und C Berücksichtigung finden,
führt lediglich zu 99 Datensätzen der externen Partner.
Auf der Basis einer solch kleinen Teilstichprobe macht es keinen Sinn, eine vergleichen-
de Betrachtung der beiden Statusgruppen schulische und externe Partner zu unterneh-
men. Dies muss auf den Zeitpunkt verschoben werden, wenn die gesamte Erhebung
abgeschlossen ist, also wenn auch die restlichen Datensätze aus den 22 konstituieren-
den Beratungen des Jahres 2021 vorliegen.
Deshalb wird in der nachfolgenden Ergebnisdarstellung auf die Resultate der Gesamt-
stichprobe fokussiert.

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
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61
4.2.1.2 Ergebnisse der Befragung 2
Frage1:
Diese Frage wurde gestellt, um die Affinität der Akteure im Kooperationsverbund zu digi-
talen Medien zu erfragen. Dies erfuhr durch die Pandemie eine besondere Bedeutung.
Die überwiegende Mehrheit nutzt digitale Medien.
Die nachfolgenden beiden Diagramme zur Frage 2 zeigen, dass es viele Partner gibt,
mit denen die Kooperation positiv bewertet wird. Die beste Bewertung haben: Beratungs-
stellen, Schulträger, Schulen in öffentlicher Trägerschaft, Kindergärten, Eltern und das
LaSuB. Dieser Spitzengruppe folgen: mobiler sonderpädagogischer Dienst, Jugendamt,
Gesundheitsamt und Horte.
Auffallend ist die hervorragende Bewertung der Zusammenarbeit mit Eltern.
281
40
32
Nutzen Sie in Ihrer täglichen Arbeit digitale Medien?
Ja
Nein
keine Antwort
Auswertung alle
n = 353

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
62
Frage 2:
131
41
108
160
70
54
106
69
111
22
16
41
0
20
40
60
80
100
120
140
160
180
Mit welchen Partnern arbeiten Sie zusammen und wie gestaltet sich aus Ihrer Sicht die
Zusammenarbeit? (alle)
gut
weder gut noch schlecht
schlecht
keine Zusammenarbeit notwendig
keine Zusammenarbeit

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
63
155
52
138
122
19
84
22
70
49
187
162
57
0
20
40
60
80
100
120
140
160
180
200
Mit welchen Partnern arbeiten Sie zusammen und wie gestaltet sich aus Ihrer Sicht die
Zusammenarbeit? (alle)
gut
weder gut noch schlecht
schlecht
keine Zusammenarbeit notwendig
keine Zusammenarbeit

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
64
Frage 3:
Besonders hervorgehoben werden hier vier Vertreter der festen Partner: Schulträger,
LaSuB, Jugendamt und Förderschulen.
Bemerkenswert ist, dass Vereine/Verbände, zugehörig den möglichen Partnern, die
höchste Zahl an Nennungen erhielten.
4
4
3
1
16
10
24
9
2
12
2
6
27
16
2
2
11
10
4
7
8
32
1
1
1
3
1
6
1
1
0
5
10
15
20
25
30
35
Kitas
Grundschulen
Oberschulen
Berufsbildende Schulen
Förderschulen
Schulleitungen
Jugendamt
Sozialamt
Ärzte
Therapiezentren/Krankenhäuser/Kliniken
Schülberbeförderung
Eltern
LaSuB
Schulträger
Hilfsorganisationen
BA und Jobcenter
Beratungsstellen
Therapeuten
Hort
Frühförderzentren
Netzwerke/Arbeitskreise
Vereine/Verbände
Werkstatt für Menschen mit Behinderungen
Unternehmen/Firmen/Betriebe
Polizei
Kind/Betroffener
Landespolitiker
keine
Krankenkassen
Jugendgerichtshilfe
Welche weiteren Partner sollten im Kooperationsverbund
unbedingt mitbedacht werden? (alle)

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
65
Frage 4:
Bei dieser Frage überwiegt die indifferente Bewertung der Situation. Hervorzuheben ist,
dass die Items, die gegen den Aufbau von Kooperationsverbünden sprechen, niedrige
Werte haben.
In der nachfolgenden Frage 5 nach positiven Umsetzungsbeispielen stechen drei
Kategorien hervor: inklusive Unterrichtung, Kooperation mit Vereinen und Verbänden
und die Zusammenarbeit mit Förderschulen.
13
4
14
144
45
0
20
40
60
80
100
120
140
160
keine Zusammenarbeit
keine Zusammenarbeit notwendig
schlecht
weder gut noch schlecht
gut
Wie schätzen Sie die gegenwärtige Situation hinsichtlich
der Zusammenarbeit zwischen (Kooperations-) Partnern in
Ihrer Region ein? (alle)

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
66
Frage 5:
33
4
4
7
3
22
4
5
6
3
4
4
3
7
10
2
1
2
19
7
0
5
10
15
20
25
30
35
Zusammenarbeit mit Förderschulen
Zusammenarbeit mit LaSuB
Zusammenarbeit mit Therapeuten/Ärzten
Zusammenarbeit mit Krankenhäusern/Kliniken
Zusammenarbeit mit Unternehmen
Zusammenarbeit mit Vereinen und Verbänden
Gemeinsame Fortbildung
Zusammenarbeit mit Jugend-und Sozialamt
Zusammenarbeit mit Kita/Hort
Zusammenarbeit mit BA und Jobcenter
Zusammenarbeit mit Eltern
Fallbesprechungen
fachspezifische Hospitationen
gelingendes Übergangsmanagement
Veranstaltungen/Projekte
Schulplatzierung
Zusammenarbeit mit Frühförderzentren
keine
inklusive Unterrichtung
Netzwerkarbeit
Welche positiven Beispiele in der Umsetzung inklusiver
Angebote sind durch Kooperationen und Netzwerkarbeit
möglich geworden? (alle)

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
67
Frage 6
:
38
25
90
52
31
15
81
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
100
Unterschiede in der fachlichen Herangehensweise
Rollenunklarheiten
zeitlicher Mehraufwand
Unwissenheit über strukturelle Rahmenbedingungen (Aufgaben,
Zuständigkeiten)
Handlungseinschränkung aufgrund rechtlicher Vorgaben und
Weisungen
Institutionalisierung der Zusammenarbeit
administrativer und bürokratischer Aufwand
Welche Schwierigkeiten treten bei der Kooperation mit Ihren Partnern im Zusammenhang mit
Inklusion auf? (alle)
kann ich nicht sagen
trifft überhaupt nicht zu
trifft eher nicht zu
trifft eher zu
trifft voll und ganz zu

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
68
6
42
13
8
4
12
0
20
40
60
80
100
120
Missverständnisse
Überforderung
Diversität der Partner
Kommunikationsprobleme
Angst vor Teilung der eigenen Entscheidungsbefugnis
Grundeinstellung und Haltung
Welche Schwierigkeiten treten bei der Kooperation mit Ihren Partnern im Zusammenhang mit
Inklusion auf? (alle)
kann ich nicht sagen
trifft überhaupt nicht zu
trifft eher nicht zu
trifft eher zu
trifft voll und ganz zu

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
69
Aus den Antworten zu Frage 6 lässt sich schließen, dass Schwierigkeiten bei der Ko-
operation insbesondere hinsichtlich zweier Aspekte auftreten: a) dem administrativen
und dem bürokratischen Aufwand sowie dem zeitlichen Aufwand; b) Handlungsein-
schränkungen aufgrund rechtlicher Vorgaben und Weisungen sowie Unwissenheit über
strukturelle Rahmenbedingungen.
Fachlich begründete Schwierigkeiten spielen dagegen eine eher untergeordnete Rolle.
Frage 7:
Hohe Wichtungen erhalten die Kategorien, die auf die Funktionsfähigkeit eines Ko-
operationsverbundes abzielen: Erarbeitung eines Organigramms, Optimierung der Rah-
menbedingungen und Reduzierung des Verwaltungsaufwandes.
53
10
12
27
52
17
27
14
9
31
2
3
15
1
4
25
0
10
20
30
40
50
60
Optimierung Rahmenbedingungen
(person./sächl./räuml./zeitl.)
Einbindung außerschul. Unterstützungssysteme
fachgerechte Fort- und Weiterbildungen
Bildungschancengleichheit
Erarbeitung Organigramm
(Zuständigk./Aufg./Kontakt.)
Netzwerkarbeit
Reduzierung des Verwaltungsaufwandes
gelingendes Übergangsmanagement
Elternarbeit
Ausbau Zs.arbeit Förderschulen
Ausbau Zs.arbeit Schulträger
Schulentwicklung
Umsetzung des Lehrplanes
Ausbau Zus.arbeitTherapeuten/Ärzten/Kliniken
Ausbau Zus.arbeit Schülerbeförderung
Beratung/Fallbesprechungen
Welche Aufgaben/Themen in Ihrem Kooperationsverbund
sind Ihnen besonders wichtig? (alle)

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
70
Bei den fachlichen Aufgaben bzw. Themen ragen heraus: Bildungschancengleichheit,
Beratung/Fallbesprechungen und der Ausbau der Zusammenarbeit mit den Förder-
schulen.
Frage 8:
170
135
117
129
133
182
161
104
75
118
125
148
35
71
76
74
67
24
45
91
122
79
78
57
0
40
80
120
160
200
wertschätzende Grundhaltung
gemeinsames Inklusionsverständnis
Respekt vor dem beruflichen Selbstverständnis
Kenntnis über Aufgabenbereiche und
Arbeitsaufträge der Partner
gleichrangiger Informationsfluss
Verbindlichkeit von Absprachen und
Vereinbarungen
Klärung von Auftrag, Ziel und Nutzen
Prozessoffenheit und Zulassen von Fehlern
regelmäßige Reflexionen
Wertschätzung der geleisteten Arbeit
Konfliktfähigkeit und -bereitschaft
klare Rollen- und Tätigkeitsbeschreibung
Wie wichtig sind Ihnen folgende Aspekte für eine
gelingende Kooperation? (alle)
nicht wichtig
eher unwichtig
eher wichtig
sehr wichtig

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
71
Alle Aspekte werden überwiegend als sehr wichtig betrachtet. Davon können drei her-
vorgehoben werden: Zwei betreffen die Zusammenarbeit im KoopV: Verbindlichkeit und
Wertschätzung; ein Aspekt betrifft die Ziele des KoopV: Klärung von Auftrag, Ziel und
Nutzen.
Frage 9:
110
140
128
177
50
71
92
139
68
56
73
24
121
112
100
56
0
40
80
120
160
200
Der Kooperationsverbund soll mich in meiner
Arbeit entlasten.
Der Kooperationsverbund soll zu einer
Verbesserung der Strukturen und
Verantwortlichkeiten beitragen.
Durch den Kooperationsverbund soll bestehendes
Wissen und vorhande Expertise zukünftig besser
genutzt werden.
Durch den Kooperationsverbund soll die
Unterstützung für Schülerinnen und Schüler mit
sonderpädagogischem Förderbedarf verbessert
werden.
Im Rahmen des Kooperationsverbundes sollen
Möglichkeiten zur Mitgestaltung weiterentwickelt
werden.
Durch die Bildung des Kooperationsverbundes
sollen unterschiedliche Interessenlagen zukünftig
besser in Einklang gebracht werden.
Durch den Kooperationsverbund soll eine weitere
Professionalisierung aller Beteiligten unterstützt
werden.
Der Kooperationsverbund soll zu einem effizienten
Ressourceneinsatz beitragen.
Welcher Nutzen in Hinblick auf Ihren
Kooperationsverbund ist Ihnen wichtig? (alle)
nicht wichtig
eher unwichtig
eher wichtig
sehr wichtig

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
72
Die Befragten fokussieren auf fünf Nutzenaspekte, die ihnen besonders wichtig sind.
Hinsichtlich
Strukturqualität
: effizienter Ressourceneinsatz, Verbesserung von Struktu-
ren und Verantwortlichkeiten.
Hinsichtlich
Prozessqualität
: Verbesserung der Unterstützung für SchülerInnen mit son-
derpädagogischem Förderbedarf, Verbesserte Nutzung der im KoopV vorhandenen Ex-
pertise und die Arbeitsentlastung.
Dieses Antwortverhalten spiegelt sich im nachfolgenden Diagramm zur Frage 10 nach
den Bedingungen, die für eine erfolgreiche Zusammenarbeit im Kooperationsverbund
hilfreich sind.
Hier ragen besonders heraus: Vereinfachung der Abläufe (Strukturqualität), Ausrichtung
auf die Bedürfnisse der SchülerInnen, Erleichterung und Entlastung in der Arbeit (Pro-
zessqualität).

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
73
Frage 10:
53
36
63
83
78
50
141
83
30
29
26
55
49
0
20
40
60
80
100
120
140
160
Entwicklung Handlungskonzept. (Region)
Gemeinsamk. Vision/Zielvorstellg. (inklus. Beschulg.)
Zufriedenheit aller Beteiligten
Definition der Rollen/Aufgaben/Zuständigkeiten
Transparenz des Informationsflusses
Bekanntmachen erzielter Ergebnisse
Ausrichtung auf die Bedürfnisse der S u S
Effizienz Prozessstruktur/Ablauforganisation
Nutzung LernSax als Kommunikationsplattform
Regelmäßigkeit Arbeitstreff./Fallbesprechg.
Teil eines Teams sein, das Inklusion ermöglicht
Generieren abgestimmz./bedarfsgerecht. Lösg.
Zielgerichtetheit v. Diskussionen
Wie hilfreich sind folgende Bedingungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit im
Kooperationsverbund? (alle)
überhaupt nicht hilfreich
nur bedingt hilfreich
etwas hilfreich
sehr hilfreich
äußerst hilfreich

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
74
55
45
76
55
41
28
135
77
118
71
70
28
97
47
0
20
40
60
80
100
120
140
160
Stabilität/Ausbau d. Vernetzung
Sicherung d. erreichten Qualität
Bündelung v. Kompetenzen/Ressourcen
Effizienz in d. Zs.arbeit im multiprof.Team
Verantwortungsübernahme
Entwicklung einer Feedbackkultur/Reflex.mögl.
Vereinfachung d. Abläufe
Nutzung v. Synergien
Erleichterung/Entlastung in d. Arbeit
Akzeptanz
Kommunikationskultur
Möglichkeit zur Hospitation
Verbindlichkeit von Absprachen
Eigeninitiative
Wie hilfreich sind folgende Bedingungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit im
Kooperationsverbund? (alle)
überhaupt nicht hilfreich
nur bedingt hilfreich
etwas hilfreich
sehr hilfreich
äußerst hilfreich

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
75
Die nachfolgenden beiden Fragen wurden für die Befragung im Vorfeld der konstB ab
September 2020 aufgenommen, um eine Einschätzung der Akteure im KoopV zu den
Änderungen der Bedingungen, die sich durch die Pandemie ergaben, zu erhalten.
Frage 11:
Am Deutlichsten sticht hervor, dass die Kommunikation über digitale Netzwerke von
58 Befragten als erhaltenswert benannt wurde. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass
diese Frage nur von wenigen beantwortet wurde.
Frage 12:
8
58
14
5
8
5
6
6
0
10
20
30
40
50
60
70
Digitalisierung
Kommunikation über digitale Netzwerke
engere Kooperationen
Flexibilität
Differenzierung der Aufgaben
feste Gruppenbildung (feste Bezugsperson)
keine
Prioritätensetzung
Welche Lösungen haben sich in der Corona-Zeit ergeben, die
erhaltenswert sind? (alle)
81
25
21
31
12
18
27
19
1
2
1
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
Isolation/Kontaktlosigkeit
Stillstand Diagnostik
ungenügende Differenzierung
Wegfall der Therapien/Maßnahmen
fehlende Digitalisierung
Fachkräftemangel
Verlust der Lernstruktur (Motiv./Feedb./Koord.)
Überlastung/Überforderung
unklare Zuständigkeiten
Umsetzung der Hygienestandards
keine
Welche Probleme im Bereich der Inklusion traten während
der Corona-Zeit auf? (alle)

image
HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
76
Die Rückmeldung zu dieser Frage ist verlässlicher, da hier mehr Antworten eingingen.
Die mit Abstand am meisten genannte Kategorie ist Isolation/Kontaktlosigkeit.
4.2.2 Konstituierende Beratungen der Phasen B u. C/2020
4.2.2.1 Konzeptionierung der konstituierenden Beratungen der Phasen
B u. C/2020
Grundsätzlich ist das Hybrid-Konzept wie auch das Nachfolgekonzept, das ausschließ-
lich per Webkonferenzen umgesetzt wurde, als Fortführung des ursprünglichen Kon-
zepts mit anderen methodischen Mitteln zu verstehen. Es ging darum, dieselben Ziele
wie im Präsenzworkshop zu erreichen: Kennenlernen, thematisches Arbeiten, Festle-
gung von Gestaltungs- und Entwicklungszielen.
In nachfolgender Folie ist dies ausdifferenziert. Sie diente in beiden Varianten als Orien-
tierung für die TeilnehmerInnen und wurde zu Beginn jeder konstituierenden Beratung
erläutert.

image
HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
77
Die zunächst teilweise und später dann komplette Umstellung auf Webkonferenzen
bedeutete, wie bereits im Abschnitt 3.2 erläutert, dass eine konstB nicht mehr an einem
Tag, sondern in sogenannten Blöcken an drei bzw. zwei Tagen umgesetzt werden
musste. In der Phase B sollte dabei dem Präsenzworkshop die Rolle zukommen, dem
Bedürfnis nach persönlichem Kennenlernen und intensivem Austausch gerecht zu
werden. Leider fiel dieser Block nach kurzer Zeit der pandemischen Lage zum Opfer und
auch die dort vorgesehenen Arbeitsschritte mussten in den virtuellen Raum verlegt
werden.
Die nachfolgenden Grafiken zeigen am Beispiel zweier konkreter Durchführungen die
unterschiedlichen Ablaufpläne der beiden Phasen:
Ablauf der konstituierenden Beratung (Phase B)

image
HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
78
Letztlich wurde – strukturell betrachtet – in der Phase C der Block 2 und der Block 3 in
einem neuen Block 2 zusammengeführt.
Grundsätzlich lassen sich in einer Webkonferenz dieselben Aktivitäten wie in einem
Präsenzworkshop umsetzen, so zum Beispiel: Plenum, Arbeitsgruppen, Vorträge, Dis-
kussionen, Festhalten von Arbeitsergebnissen, Abstimmungen. Es gibt aber markante
Unterschiede:
Die Kommunikation ist eindimensionaler. Das Nonverbale ist erheblich reduziert, die
informellen Räume zum spontanen Austausch (z. B. in den Pausen) fehlen.
Die Teilnahme ist technisch herausfordernder. Es muss ein Programm angewendet
werden, dessen Grundfunktionen erst noch eingeübt werden müssen. Das Agieren
ist dadurch ungewohnt und fehleranfällig.
Die Teilnahme und Mitarbeit erfordert technische Voraussetzungen: eine ausrei-
chende Bandbreite, Geräte und Software auf einem aktuellen Stand.
Mit folgenden konzeptionellen Maßnahmen wurde hierauf reagiert:
Es wurde über das Zentrum für eLearning und das Hochschulrechenzentrum der
HSZG ein Mitarbeiter gewonnen, der speziell für die technische Betreuung zuständig
war. Jede Sitzung wurde durch ihn begleitet. Er richtete die virtuellen Konferenz-
räume ein, schulte technisch die VeranstaltungsmoderatorInnen und die Mitwir-
kenden in der Anwendung des genutzten Systems BigBlueButton, er erarbeitete eine
Ablauf der konstituierenden Beratung (Phase C)

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
79
umfassende Nutzerhandreichung
9
, durch ihn erfolgte direkt vor jeder Sitzung für die
TeilnehmerInnen eine Einführung in die Programm-Funktionen und ein moderiertes
praktisches Erproben. Während den Sitzungen war er für die Fälle, die akute techni-
sche oder Anwenderprobleme hatten, durchgängig telefonisch und per E-Mail
erreichbar. Zudem wurde vor jeder ersten Webkonferenz (Block 1) ein Termin zum
Techniktest und für das erste Betreten des BBB-Raumes angeboten.
Der Ablauf der Veranstaltungen wurde sehr präzise und restriktiv „getaktet“. Das
Setting einer Webkonferenz lässt durch die Komplexität, mit der man es zu tun hat
(siehe o. g. Einschränkungen), erheblich weniger an situativem Vorgehen zu. In Prä-
senzworkshops kann beispielsweise auf Gruppendynamik oder „Störungen“ geach-
tet und eingegangen werden und auch spontane Modifikationen des Plans können
vorgenommen werden. In Webkonferenzen können solche Versuche dagegen
schnell in nicht mehr kontrollierbaren Zuständen münden. Deshalb wurden sehr diffe-
renzierte Moderationspläne
10
erstellt und angewendet.
Der allgemeine Informationsblock zu den rechtlichen Hintergründen der Koope-
rationsverbünde wurde gekürzt. Hierzu wurde ein Vortrag der Inklusionsverant-
wortlichen des SMK aufgenommen, auf den BAKO_SN-Projektseiten als Video zur
Verfügung gestellt
11
und die TeilnehmerInnen der konstB darauf hingewiesen.
Die eingesetzten Arbeitsmethoden wurden auf das Medium Webkonferenz ange-
passt. So wurde etwa für die Perspektivendiskussion das „Jahreszeitenmodell“ aus
den Präsenzveranstaltungen aufgegeben und durch Kleingruppenarbeit ersetzt, in
der sich zunächst einmal zur Person und den Expertisen ausgetauscht werden sollte
und dann dazu gearbeitet werden sollte, welcher Nutzen von dem Kooperations-
verbund erwartet wird und welche weiteren Themen wichtig sind.
In Abstimmung zwischen reSOURCE, HSZG und LaSuB wurde das Konzept für die
digitale Durchführung der konstituierenden Beratungen durch das Unternehmen
Lots* Gesellschaft für verändernde Kommunikation mbH inhaltlich-fachlich geprüft
und Empfehlungen zur Optimierung entwickelt. Danach wurden die beiden virtuellen
Blöcke nach inhaltlichen, technischen und kommunikativen Gesichtspunkten getes-
tet und daraus Schlussfolgerungen für eine erfolgreiche technische und methodische
Umsetzung abgeleitet.
9
Diese ist als Anlage A9 im Anlagenpaket 2 zu finden.
10
Die Moderationspläne für die Phasen B und C sind als Anlagen A10 und A11 im Anlagenpaket 2
zu finden.
11
https://bako.hszg.de/aufbau-kooperationsverbuende/gesetzliche-grundlagen-informationen-
des-smk

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
80
Auch die konstituierenden Beratungen der Phasen B und C/2020 wurden ausführlich
dokumentiert. Die Protokolle sind im Anlagenpaket 3 beigefügt.
Ausgewertet wurden die Protokolle hinsichtlich derselben Aspekte wie in der Phase A:
1. Hinsichtlich der
Perspektivendiskussion
in den konstB: a) Welche Herausforderun-
gen und/oder Hindernisse sehen die TeilnehmerInnen? b) Welche Zielformulierun-
gen wurden von ihnen für den Kooperationsverbund genannt?
2. Hinsichtlich der
Festlegungen
: a) Welche Gestaltungs- und Entwicklungsziele für die
KoopV wurden festgelegt? B) Welche Handlungsschritte beim Aufbau der KoopV
wurden fixiert?
Grundlage der Perspektivendiskussion sind die Blöcke 1 und 2 (Phase B) und Block 1
(Phase C/2020), hinsichtlich der Festlegungen der Block 3 (Phase B) und Block 2 (Phase
C/2020). Die Auswertung erfolgte über die dieselben Kategorien, die in der Phase A
induktiv gewonnen wurden, also Kategorien, die hier als deduktive Kategorien zur
Anwendung kamen. Das ermöglicht die Vergleichbarkeit der Ergebnisse der verschie-
denen Phasen sowie deren Aggregation (siehe zu letzterem Abschnitt 4.3).

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
81
4.2.2.2 Ergebnisse der konstituierenden Beratungen der Phasen B und C/2020
4.2.2.2.1 Beteiligung
Die nachfolgende Tabelle, aufgeschlüsselt nach chronologischem Ablauf, verdeutlicht
die Beteiligung an den konstituierenden Beratungen der Phasen B und C/2020:
LK/ kreisfr.
Stadt
Name KoopV
Datum
konstB
Typ
Öff.
Schu.
Ext.
Part-
ner
La-
SuB
Teiln.
ges.
Orga-
Team
LK Bautzen
KoopV 2 Bautzen
Nord
22.09./
01.10./
12.10.20
Hybrid
10
4
8
22
5
Stadt Chemnitz
KoopV 2 Chemnitz
Ost
29.09./
07.10./
13.11.20
Hybrid
21
4
10
35
5
Erzgebirgskreis
Koopv 4
Schwarzenberg
29.09./
08.10./
13.11.20
Hybrid
15
3
7
25
4
LK Bautzen
KoopV 3 Bautzen
Süd
30.09./
15.10./
06.11.20
Hybrid
5
5
4
14
5
Erzgebirgskreis
KoopV 5 Aue-
Schneeberg
14.10./
23.11.2020
Webkonf.
18
7
LK Görlitz
KoopV 4 Zittau
14.10./
23.11.2020
Webkonf.
8
7
LK
Mittelsachsen
KoopV 4 Mittweida-
Rochlitz
03.11./
30.11.2020
Webkonf.
19
7
Stadt Dresden
KoopV 4 Dresden
Ost linkselbig 1
03.11./
30.11.2020
Webkonf.
11
7
LK Sächs.
Schweiz-
Osterzgebirge
KoopV 4
Osterzgebirge Süd
10.11./
19.11.2020
Webkonf.
9
7
Erzgebirgskreis
KoopV 6 Stollberg/
Oelsnitz/ Zwönitz
17.11./
25.11.2020
Webkonf.
22
7
LK Meißen
KoopV 3 Meißen
17.11./
26.11.2020
Webkonf.
16
7
Stadt Dresden
KoopV 5 Dresden
Ost linkselbig 2
24.11./
02.12.2020
Webkonf.
12
7
LK
Mittelsachsen
KoopV 5 Döbeln
01.12./
09.12.2020
Webkonf.
19
7
LK Sächs.
Schweiz-
Osterzgebirge
KoopV 1 Laus.
Bergl./ östl.
Elbsandsteingebirge
01.12./
10.12.2020
Webkonf.
9
7
LK Sächs.
Schweiz-
Osterzgebirge
KoopV 2 Oberes
Elbtal/ Gottleubatal
07.12./
15.12.2020
Webkonf.
8
7
LK Meißen
KoopV 2 Großenhain
07.12./
16.12.2020
Webkonf.
20
7
Summe
267
103
Durch-
schnitt
17
6

HSZG: Zwischenbericht zum Projekt „Begleitung des Aufbaus von Kooperationsverbünden für schulische
Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
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Da es sich bei den konstB der Phasen B und C/2020 um Veranstaltungen handelte, die
jeweils an drei bzw. zwei Terminen mit deutlicher Fluktuation zwischen den Veranstal-
tungsblöcken durchgeführt wurden, lässt sich die Beteiligung nicht so eindeutig beziffern
wie jene in der Phase A. Zur Ermittlung der Teilnahme haben wir festgelegt, dass für die
Hybrid-Veranstaltungen der Phase B die Teilnahme an den Präsenzveranstaltungen ge-
zählt wurde und für die Veranstaltungen der Phase C/2020, die in Form zweier Webkon-
ferenzen durchgeführt wurden, ein gemittelter Wert der Teilnahmen an beiden Webkon-
ferenzen angesetzt wird. Über die Zählweise anhand der Präsenzveranstaltungen sind
auch noch Angaben zur Verteilung der TeilnehmerInnen auf die Statusgruppen möglich;
bei den Webkonferenzen waren dagegen keine Zuordnungen mehr möglich. Das
Webkonferenzsystem erstellt automatisch eine Teilnehmerliste, die für die Ermittlung der
Teilnehmerzahlen als Grundlage diente. Über die Angabe von Namen und Institution,
die dann in dieser Teilnehmerliste erscheint, entscheidet der bzw. die Teilnehmende
aber jeweils selbst bei Anmeldung. Zumeist wurde hier nur der Name angegeben,
teilweise versehentlich auch der Einwahlcode. Die Angabe der Institution fehlte fast
immer. Daher war nicht verlässlich zählbar, wie viele VertreterInnen der jeweiligen
Gruppen anwesend waren.
Es kann aber aufgrund der Eindrücke aus den Webkonferenzen davon ausgegangen
werden, dass insbesondere die sogenannten externen Partner erheblich schwächer als
noch in Phase A vertreten waren.
12
Insgesamt war die Beteiligung an den Hybrid- und Webkonferenzveranstaltungen deut-
lich niedriger – 17 im Durchschnitt gegenüber 40, die in den reinen Präsenzveranstal-
tungen der Phase A vor Beginn der Corona-Pandemie verbucht wurden. Die Gründe
sind aber nicht in der Ablehnung des Angebotes zu suchen, sondern in den Arbeits-
belastungen, mit denen die Zielgruppen durch die Pandemiesituation konfrontiert waren,
in mangelnden technischen Voraussetzungen, oder auch hinsichtlich der Teilnahmeres-
triktionen bei den Präsenzveranstaltungen aufgrund der jeweiligen Allgemeinverfügun-
gen.
Weitergehende (vergleichende) Betrachtungen zur Beteiligung machen aufgrund der
geringen Beteiligung an dieser Stelle keinen Sinn. Hinzuweisen ist noch darauf, dass der
Terminplan vorsah, dass die 16 durchgeführten konstituierenden Beratungen der Pha-
sen B und C/2020 in den drei LaSuB-Standorten Bautzen (3), Chemnitz (6) und Dres-
den (7) stattfanden.
12
Im Gegensatz zu deren Beteiligung an der Befragung 2, die mit 26% ähnlich wie die der
Phase A war.

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4.2.2.2.2 Auswertung der Protokolle der Phasen B und C/2020
Perspektivendiskussion
Die Antworten der Phasen B und C/2020 differieren etwas gegenüber denen aus der
Phase A. Die Rahmenbedingungen als Herausforderung bzw. Hindernis sind gleich hoch
gewichtet, ebenso das Thema Bildungschancengleichheit. Stärker gewichtet ist in Phase
B und C jedoch das Problem Übergangsmanagement, niedriger das Thema fachgerech-
te Fort- und Weiterbildungen.
2
16
28
67
10
14
15
6
19
28
17
4
9
9
10
7
7
11
6
0
10
20
30
40
50
60
70
80
Digitalisierung
Überforderung/Überlastung
gelingendes Übergangsmanagement
Rahmenbedingungen (personell, sächlich,
räumlich, zeitlich)
Zus.arbeit mit der Schülerbeförderung
aufwendige Verwaltungsstrukturen
Schwierigkeiten in der Elternarbeit
Initiierung der Schwerpunktsschulen
Zus.arbeit mit FÖS
Bildungschancengleichheit
unzureichende außerschul. Unt.systeme
Migration vs. Inklusion
zeitintensive Diagnostikverfahren
Intransparenz der Rollen u. Zuständigkeiten
Schnittstellenarbeit zw. Institutionen
Zs.arbeit mit Schulträgern
Divergenz zw. Theorie u. Praxis
lernzielgleiche vs. lernzieldiff. Unterricht.
fachgerechte Fort- und Weiterbildungen
Herausforderungen/Hindernisse beim Aufbau des
Kooperationsverbundes

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Auch bezüglich der Zielformulierungen ergibt sich eine nuanciert andere Rückmeldung
als in den Antworten der Phase A. Gleichbleibend hoch bewertet ist die Kategorie Aufbau
von Netzwerk- und Arbeitsstrukturen. Stärker gewichtet werden Planungssicherheit, Un-
terstützung und Beratung durch die Förderschulen und insbesondere Erfahrungsaus-
tausch.
18
32
5
8
8
19
8
12
2
13
22
16
13
4
43
12
4
6
0
5
10
15
20
25
30
35
40
45
50
gelingendes Übergangsmanagement
Erfahrungsaustausch (schulartübergreifend)
zielgerichtete Forbildung der Lehrkräfte
Sensibilisierung für Inklusion
Intensivierung der Elternarbeit
Unterstütz./Beratung d. FÖS
Initiierung der Schwerpunktschulen
Bildungschancengleichheit
Qualitätssicherung
Erfahrungsnutz. Modellschulen (Best Practice)
Planungssicherheit
Schaffung v. Transparenz
Schule als multifkt. Inst.
Ausbau der Zs.arbeit mit Schülerbeförderung
Aufbau Netzwerk- u. Arbeitsstrukturen
Ausbau der außerschul. Unterst.systeme
(flächendeckend)
Optimierung d. Rahmenbedingungen (pers.,
säch., räuml, zeitl., finanz.)
Zs.arbeit mit Schulträgern
Zielformulierungen für den Kooperationsverbund

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Festlegungen
Die Festlegungen der Ziele bewegen sich im Rahmen dessen, was an Ergebnissen in
der Phase A erzielt wurde, mit der Ausnahme, dass Festlegungen aus der Kategorie
Vernetzung und Transparenz deutlich öfter erfolgten.
31
20
12
6
59
11
8
3
6
7
2
4
15
1
23
1
59
0
10
20
30
40
50
60
70
Beratung/Fallbesprechungen
Zusammenarbeit mit außerschulischen
Unterstützungssystemen
gelingendes Übergangsmanagement
Bildungschancengleichheit
Erarbeitung Organigramm (Zuständigkeiten,
Aufgaben, Kontakte)
Ausbau der Zusammenarbeit mit Förderschulen
fachgerechte Fort- und Weiterbildungen
Entwicklung einer Haltung zu Inklusion
Finden des/r Moderators/in (Aufgabenprofil)
Zugang und Arbeit mit LernSax
Initiierung der Stützpunktsschulen
Intensivierung der Elternarbeit
Vereinfachung der Verwaltungsstrukturen
Gewinnung Seiteneinsteiger für Studium SoPä
Optimierung der Rahmenbedingungen (personell,
sächlich, räumlich, zeitlich)
Ausbau der Zusammenarbeit mit der
Schülerbeförderung
Vernetzung und Transparenz
Gestaltungs- und Entwicklungsziele beim Aufbau des
Kooperationsverbundes

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Bei den Handlungsschritten offenbart sich ein breiteres Spektrum gegenüber denen, auf
die sich in den konstituierenden Beratungen der Phase A verständigt wurde.
Nun sind fünf Kategorien mit annähernd gleicher Untersetzung an Handlungsschritten
zu vermerken: Erarbeitung eines Prozessablaufs der Zusammenarbeit, Vorbereitung
eines Treffens aller Partner, regelmäßige Fallbesprechungen, Erarbeitung eines Organi-
gramms und Einbindung aller Partner und Unterstützungssysteme in den Kooperations-
verbund.
14
10
9
13
17
19
13
47
9
49
23
14
53
38
18
50
60
0
10
20
30
40
50
60
70
Entwicklung einer Haltung zu Inklusion
Vereinfachung der Verwaltungsstrukturen
Organisation von Hospitationen
Intensivierung der Elternarbeit
Finden des/r Moderators/in (Aufgabenprofil)
gelingendes Übergangsmanagement
fachgerechte Fort- und Weiterbildungen
Einbindung aller Partner und
Unterstützungssysteme in den KoopV
Ausbau der Zusammenarbeit mit der
Schülerbeförderung
Erarbeitung Organigramm (Zuständigkeiten,
Aufgaben, Kontakte)
Zugang und Arbeit mit LernSax
Kompetenzerweiterung Seiteneinsteiger
regelmäßige Fallbesprechungen/-beratungen
Begleitung und Beratung der inklusiven
Unterrichtung durch FÖS
Zusammenarbeit mit Schulträgern
Vorbereitung eines Treffens aller Partner
Erarbeitung Prozessablauf hinsichtlich
Zusammenarbeit
Handlungsschritte beim Aufbau des
Kooperationsverbundes

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4.3 Ergebnisse aller 42 konstituierenden Beratungen (Phasen A, B und C/2020)
Da alle konstituierenden Beratungen mit einem einheitlichen Kategoriensystem ausge-
wertet wurden, lassen sich die aggregierten Ergebnisse in den nachfolgenden Dia-
grammen darstellen:
Perspektivendiskussion
8
31
38
137
14
36
28
10
24
48
39
6
16
20
16
10
15
16
30
0
20
40
60
80
100
120
140
160
Digitalisierung
Überforderung/Überlastung
gelingendes Übergangsmanagement
Rahmenbedingungen (personell, sächlich,
räumlich, zeitlich)
Zus.arbeit mit der Schülerbeförderung
aufwendige Verwaltungsstrukturen
Schwierigkeiten in der Elternarbeit
Initiierung der Schwerpunktsschulen
Zus.arbeit mit FÖS
Bildungschancengleichheit
fehlende außerschul. Unt.systeme
Migration vs. Inklusion
zeitintensive Diagnostikverfahren
Intransparenz der Rollen u. Zuständigkeiten
Schnittstellenarbeit zw. Institutionen
Zs.arbeit mit Schulträgern
Divergenz zw. Theorie u. Praxis
lernzielgleiche vs. lernzieldiff. Unterricht.
fachgerechte Fort- und Weiterbildungen
Herausforderungen/Hindernisse beim Aufbau des
Kooperationsverbundes

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88
26
2
41
13
23
19
23
9
1
27
5
17
27
29
17
6
100
31
16
7
0
20
40
60
80
100
120
gelingendes Übergangsmanagement
regelmäßige Schulanalysen
Erfahrungsaustausch (schulartübergreifend)
zielgerichtete Forbildung der Lehrkräfte
Sensibilisierung für Inklusion
Intensivierung der Elternarbeit
Unterstütz./Beratung d. FÖS
Initiierung der Schwerpunktschulen
Finden des/r Moderators/in (Aufgabenprofil)
Bildungschancengleichheit
Qualitätssicherung
Erfahrungsnutz. Modellschulen (Best Practice)
Planungssicherheit
Schaffung v. Transparenz
Schule als multifkt. Inst.
Ausbau der Zs.arbeit mit Schülerbeförderung
Aufbau Netzwerk- u. Arbeitsstrukturen
Ausbau der außerschul. Unterst.systeme
(flächendeckend)
Optimierung d. Rahmenbedingungen (pers.,
säch., räuml, zeitl., finanz.)
Zs.arbeit mit Schulträgern
Zielformulierungen für den Kooperationsverbund

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Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
89
Festlegungen
57
31
35
13
110
14
17
15
19
14
3
7
13
32
3
38
2
75
0
20
40
60
80
100
120
Beratung/Fallbesprechungen
Zusammenarbeit mit außerschulischen
Unterstützungssystemen
gelingendes Übergangsmanagement
Bildungschancengleichheit
Erarbeitung Organigramm (Zuständigkeiten,
Aufgaben, Kontakte)
Ausbau der Zusammenarbeit mit Förderschulen
fachgerechte Fort- und Weiterbildungen
Entwicklung einer Haltung zu Inklusion
Finden des/r Moderators/in (Aufgabenprofil)
Zugang und Arbeit mit LernSax
Zusammenarbeit mit Beratungsstellen
Initiierung der Stützpunktsschulen
Intensivierung der Elternarbeit
Vereinfachung der Verwaltungsstrukturen
Gewinnung Seiteneinsteiger für Studium SoPä
Optimierung der Rahmenbedingungen
(personell, sächlich, räumlich, zeitlich)
Ausbau der Zusammenarbeit mit der
Schülerbeförderung
Vernetzung und Transparenz
Gestaltungs- und Entwicklungsziele beim Aufbau des
Kooperationsverbundes

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Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
90
15
31
15
19
29
40
28
75
11
98
37
18
93
47
20
70
73
0
20
40
60
80
100
120
Entwicklung einer Haltung zu Inklusion
Vereinfachung der Verwaltungsstrukturen
Organisation von Hospitationen
Intensivierung der Elternarbeit
Finden des/r Moderators/in (Aufgabenprofil)
gelingendes Übergangsmanagement
fachgerechte Fort- und Weiterbildungen
Einbindung aller Partner und
Unterstützungssysteme in den KoopV
Ausbau der Zusammenarbeit mit der
Schülerbeförderung
Erarbeitung Organigramm (Zuständigkeiten,
Aufgaben, Kontakte)
Zugang und Arbeit mit LernSax
Kompetenzerweiterung Seiteneinsteiger
regelmäßige Fallbesprechungen/-beratungen
Begleitung und Beratung der inklusiven
Unterrichtung durch FÖS
Zusammenarbeit mit Schulträgern
Vorbereitung eines Treffens aller Partner
Erarbeitung Prozessablauf hinsichtlich
Zusammenarbeit
Handlungsschritte beim Aufbau des
Kooperationsverbundes

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Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
91
5. Diskussion und Empfehlungen
5.1 Diskussion der Ergebnisse
5.1.1 Allgemeiner Stand des Aufbaus der Kooperationsverbünde
Bis Ende 2020 wurden 42 von geplanten 64 KoopV gegründet und in diesen die struk-
turellen und inhaltlichen Voraussetzungen geschaffen, dass eine nachhaltige Netzwerk-
arbeit zur Beförderung der schulischen Inklusion möglich ist. Für alle Verbünde kann
konstatiert werden, dass eine kritische Masse an Akteuren vorhanden ist, von ihnen viele
gemeinsame Themen identifiziert wurden und in den konstituierenden Beratungen in
konkrete Gestaltungs- und Entwicklungsziele überführt wurden. Auch kann festgehalten
werden, dass die Zusammensetzung der KoopV so erfolgt ist, dass die Fortführung
bereits bestehender Kooperationen und Netzwerke in ihnen aufgehoben ist.
Darüber hinaus hat sich eine sehr tragfähige Aufbauorganisation entwickelt.
Auf Landesebene gründet sie auf der
Steuergruppe Inklusion
, gebildet aus sechs Koor-
dinatorInnen aus jeweils einem LaSuB-Standort, die wiederum in ihren Koordinations-
aufgaben und ihrer Zusammenarbeit von der Inklusionsbeauftragten des LaSuB betreut
werden. Die Inklusionsbeauftragte koordiniert zudem das Zusammenwirken mit dem
SMK und der HSZG.
Auf der Ebene der konkreten KoopV wurde für die Leitung die Funktion des/r Modera-
torIn etabliert. Es handelt sich hierbei mit einer Ausnahme – dem KoopV Hoyerswerda,
hier übernimmt die Koordinierungsstelle Bildung der Stadt Hoyerswerda diese Aufgabe –
um eine/n LehrerIn, der/die hierfür sechs schulbezogene Anrechnungsstunden erhält.
Als Aufgaben der ModeratorInnen sind insbesondere zu nennen: Koordination der Netz-
werkarbeit im KoopV, Informationsgrundlagen schaffen, Beratung. Die überwiegende
Mehrheit der Positionen ist besetzt. In den Fällen, wo noch kein/e ModeratorIn gefunden
werden konnte, übernimmt diese Aufgabe der/die KoordinatorIn des jeweiligen LaSuB-
Standortes.
Hervorzuheben ist, dass die Corona-Pandemie den Gesamtprozess des Aufbaus zwar
erheblich verzögert und beeinträchtigt hat, dass aber ein Abbruch trotz der widrigen Um-
stände nicht erfolgen musste. Alle Beteiligten haben sehr viele Kräfte dahingehend in-
vestiert, dies zu vermeiden, wissend, dass ansonsten das Vorhaben um Jahre zurück-
geworfen worden wäre.

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92
Die getroffenen Maßnahmen – Plan- und Konzeptänderungen, Umstellung auf virtuelle
Formate – trugen dazu bei, dass der Aufbau des Systems Kooperationsverbünde in ab-
sehbarer Zeit abgeschlossen sein wird. Allerdings konnten nicht alle Widrigkeiten kom-
pensiert werden. Die Pandemie absorbierte in allen Bereichen und auf allen Ebenen im
großen Umfang zeitliche und konzeptionelle Ressourcen, die beispielsweise dazu führ-
ten, dass nach einer Gründung eines Kooperationsverbundes die nachfolgende inhaltli-
che Arbeit im Netzwerk leiden musste oder dass die Beteiligung an den virtuellen konsti-
tuierenden Beratungen während der Pandemie aufgrund von Arbeitsbelastung oder
nicht vorhandener technischer Ausstattung zurückging. Diese Umstände müssen gewür-
digt werden, um den reduzierten Fokus auf Inklusion in der Pandemiephase richtig einzu-
ordnen.
5.1.2 Spezifische Aspekte beim Aufbau der Kooperationsverbünde
5.1.2.1 Autonomie in der Festlegung von Entwicklungszielen und deren
Umsetzung
Die in den „Leitlinien und Prämissen“ des SMK ausgegebene Richtschnur, dass die Ko-
operationsverbünde ihre Ziele und den Zeitraum der Umsetzung selbst bestimmen
können, hat sich u. E. als richtig erwiesen. Die Ausgangslagen in den jeweiligen KoopV
sind derart unterschiedlich, etwa hinsichtlich Ressourcen, bestehender Kooperationen,
Netzwerke oder Problemlagen, dass sich ein vorher festgelegter einheitlicher Entwick-
lungsweg für alle als bremsend erwiesen hätte.
Selbstverständlich ist nicht jeder KoopV einzigartig. Es finden sich ähnliche oder gleiche
Zielformulierungen in den Festlegungen, die in den konstituierenden Beratungen getrof-
fenen wurden. So haben sich viele KoopV darauf festgelegt, dass es ihnen zuerst darum
gehen wird, die Voraussetzungen für die Netzwerkarbeit über die Erarbeitung von Orga-
nigrammen zu schaffen. Eine andere große Gruppe stellt Beratung und Fallbesprechun-
gen in den Vordergrund. Bei relativ wenigen steht zunächst das sehr wichtige Ziel Initi-
ierung von Schwerpunktschulen auf dem Plan (siehe S. 89).
Aus potenzialanalytischer Sicht ist entscheidend, dass jeder KoopV seine ersten Ent-
wicklungsziele diskutieren und festlegen konnte und sich damit den Startschuss für die
Netzwerkarbeit gegeben hat.

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Inklusion in Sachsen“ (BAKO_SN) vom 30.04.2021
93
5.1.2.2 Aufbau nachhaltiger Strukturen
Als besonderes Potenzial ist herauszustellen, dass es gelungen ist, eine starke Steuer-
gruppe aufzubauen.
Die Ausführungen zu den KoordinatorInnen für Inklusion im Zwischenbericht des LaSuB
(vgl. Anlagenpaket 1, S. 16-20) zeigen, dass die Inklusionsverantwortliche, was den be-
ruflichen und fachlichen Hintergrund sowie weitergehende Kompetenzen betrifft, ein
Team mit hervorragender Expertise an ihrer Seite hat, das vielfältige Aufgabengebiete
abdeckt: Betreuung der KoopV des Standortes, Durchführung von Veranstaltungen,
Außenvertretung des LaSuB bei externen Partnern, Mitwirkung an internen Prozessen
und Entscheidungen des LaSuB-Standortes. Besonders ist die Rolle des Standorts Ra-
debeul und seiner Koordinatorin. Dem Standort sind bekanntlich keine KoopV direkt zu-
geordnet, dafür unterstützt er den Aufbau der Kooperationsverbünde mit Materialent-
wicklung für den inklusiven Unterricht, Fortbildung und auch dem Herstellen von Werbe-
und Informationsmaterial, auch für die Website Schulische Inklusion in Sachsen.
Die Steuergruppe in der gegenwärtigen Ausprägung ist geeignet, das strategische Ma-
nagement des Systems Kooperationsverbünde abzusichern.
Die operative Ebene in Form der ModeratorInnen ist ergänzend zur strategischen un-
erlässlich. Das Aufgaben- und Arbeitsvolumen ist sehr umfassend (vgl. ebd. S. 26-30),
das Anforderungsprofil – u. a. Erfahrungen in Projekt- und Netzwerkarbeit, schulischer
Inklusion, Zusatzqualifikation in sonderpädagogischer Förderung, inklusionsorientierte
Haltung – anspruchsvoll (vgl. ebd., S. 24). Den LaSuB-Standorten und deren Koordina-
torInnen für Inklusion ist es bisher gelungen, geeignete ModeratorInnen zu finden, wenn
auch mit zumindest anfänglichen Schwierigkeiten. Ein Einflussfaktor ist auch, dass es
„insbesondere darauf ankommt, keine neuen Probleme bei der personellen Besetzung
der Schulen entstehen zu lassen“ (ebd.).
5.1.2.3 Unzureichende Rahmenbedingungen, Unterausstattung der Schulen und
Belastung des Lehrpersonals
Sowohl die Befragungen als auch die Auswertung der Protokolle der konstituierenden
Beratungen weisen darauf hin, dass die größten Herausforderungen bzw. Hindernisse
für einen gelingenden Aufbau der Kooperationsverbünde seitens der Akteure der Ko-
operationsverbünde in den Rahmenbedingungen gesehen wird: Zu wenig Zeit, zu wenig
Personal und unzureichende Ausstattung. Wenn man dies noch in Bezug zu weiteren
korrespondierenden Kategorien wie Überforderung/Überlastung und aufwendige Ver-
waltungsstrukturen setzt, wird hier ein eindeutiges Belastungselement deutlich (siehe S.
54, S. 67, S. 69, S. 74, S. 87). Diese Wahrnehmung der Situation zieht sich wie ein roter
Faden durch den bisherigen Prozess.

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Als bedenklich muss kommuniziert werden, dass Inklusionsstunden abgesenkt werden
und der Wegfall nicht mehr in der Bedarfsplanung erscheint (vgl. Zwischenbericht des
LaSuB, Anlagenpaket 1, S. 5, S. 48). Damit werden nicht gehaltene Stunden, die den
inklusiv beschulten Kindern eigentlich zustehen, nicht als Ausfall erfasst. Erklärbar mag
das dadurch sein, dass gegenwärtig der Bedarf aufgrund des Lehrermangels nicht ge-
deckt werden kann, er bleibt aber bestehen.
Optimierungsbedarf bei Verwaltungsvorgängen wird insbesondere hinsichtlich der da-
tenschutzkonformen Digitalisierung der Prozesse bei Beratung, Förderung und im Ver-
fahren zur Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs gesehen. Für Letz-
teres sind beispielsweise 20 Seiten auszufüllen. Zudem ziehen sich manche Verfahren
aus Mangel an FachexpertInnen über ein Jahr.
5.1.2.4 Bedeutende Rolle außerschulischer Unterstützungssysteme
Der Ausbau der außerschulischen Unterstützung für den inklusiven Unterricht wurde in
den Diskussionsgruppen in der Kleingruppenarbeit der konstB immer wieder thematisiert
und erscheint auch in der Auswertung der Protokolle als markante Kategorie der Per-
spektivendiskussion (siehe S. 88). Betont wurde, wie wichtig Schulsozialarbeit, Inklu-
sionsassistenten etc. für eine gelingende Inklusion sind. Demgegenüber stehen Proble-
me wie unsichere Arbeitsverhältnisse und Perspektiven der MitarbeiterInnen, zum Teil
auch unzureichende Fachlichkeit, die sich mit diesen Stellen verbinden. Hier kann die
Zusammenarbeit in den Kooperationsverbünden zumindest dazu beitragen, neue Be-
rufsbilder für die schulische Inklusion zu schärfen, oder über die Entwicklung von Fort-
bildungen die Fachlichkeit zu erhöhen, wenn sozusagen im Gegenzug staatlicherseits
die Ausfinanzierung dieser Stellen gewährleistet wird.
5.1.2.5 Bedeutende Rolle der Förderschulen und Förderschulzentren
Förderschulen und Förderschulzentren sind die am häufigsten gefragten Partner im Ko-
operationsverbund, einerseits aufgrund ihrer Expertise in sonderpädagogischer Be-
gleitung im Rahmen des Mobilen Sonderpädagogischen Dienstes und den Beratungs-
stellen, sowie andererseits aufgrund der Diagnostik (siehe S. 38.). In vielen konstituie-
renden Beratungen trat aber zutage, dass hinsichtlich deren Rolle noch Klärungsbedarf
besteht, der in den KoopV aufgegriffen werden kann. Das betrifft zum Beispiel: Klarere
Darstellung von Prozessen und Verwaltungsabläufen und deren Kommunikation oder
das Herausarbeiten, was die FÖS leisten kann und was nicht, um damit nicht erfüllbaren
Erwartungen zu begegnen.

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5.1.2.6 Vernetzung und Transparenz
In diese Kategorie lassen sich die zweitmeisten Festlegungen der konstituierenden
Beratungen einordnen (siehe S. 89). Vernetzung verfolgt nicht zuletzt dem Zweck, dass
die Partner mehr übereinander wissen, z. B. über ihre gegenseitigen rechtlichen Hand-
lungsgrundlagen, über Arbeitsabläufe oder Kapazitäten. Hier gibt es zum Teil falsche
Vorstellungen.
Es geht aber auch um optimale Informationsflüsse, z. B. im Verfahren zur Feststellung
sonderpädagogischen Förderbedarfs, schulartübergreifend und im Hinblick auf externe
Partner wie Jugendhilfe oder Sozialamt. Dies gilt auch umgekehrt bei Festlegungen der
externen Partner, wenn Schule davon betroffen ist. Die Verbesserung der gegenseitigen
Berücksichtigung ist ein zentrales Motiv der Zusammenarbeit in Kooperationsverbün-
den. Inklusion kann nur gelingen, wenn es gemeinsame Lösungen aller beteiligten Part-
ner gibt.
5.1.2.7 Bildungschancengleichheit
In den konstituierenden Beratungen wurde das Thema Bildungschancengleichheit als
die zweithäufigste Herausforderung genannt (siehe S. 87) und diesbezüglich auch struk-
turelle Probleme aufgeworfen, etwa, dass Schüler mit dem Förderschwerpunkt Lernen
oder geistige Entwicklung in der Oberschule kein Schuljahr wiederholen können. Obwohl
sie nach Bildungsstandards den geringsten Wissensstand erworben haben, aber viel-
leicht die größte individuelle Entwicklung vollzogen haben, gehen sie als jüngste
Schulabgänger in die Berufsausbildung. Für Schüler mit dem Förderschwerpunkt
geistige Entwicklung gibt es nach der Oberschule so gut wie keine Möglichkeit einer
inklusiven Berufsausbildung entsprechend ihren Möglichkeiten.
Die Zusammenarbeit in den Kooperationsverbünden kann die Möglichkeit eröffnen, neue
Modelle der Berufsbildung für lernzieldifferent lernende Schüler zu erproben (z. B. durch
zeitliche Streckung als Nachteilsausgleich).
5.1.2.8 Gelingendes Übergangsmanagement
Dieses gehört in den Kooperationsverbünden zu den häufigsten Festlegungen von Ent-
wicklungszielen (siehe S. 89). Es ist prädestiniert für die Kooperation verschiedenster
Partner. Angesprochen wird hiermit die verbesserte Gestaltung der Übergänge der ein-
zelnen Bildungsabschnitte, bei denen wichtige Informationen nicht weitergegeben wer-
den (können), aber auch die Übergänge zwischen allgemeiner Schule und Förderschule
und vice versa.

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96
5.1.2.9 Fachgerechte Fort- und Weiterbildungen
Auch wenn dieses Entwicklungsziel von den Akteuren in den KoopV bisher nicht ganz
so hoch bewertet wurde – mit der Ausnahme der Frage 4 in Befragung 1 (siehe S. 43) –
soll es an dieser Stelle angesprochen werden, weil wir es für besonders wichtig halten.
Hinter vielen Themen, die in den Kooperationsverbünden behandelt werden (sollen)
liegen fach- und disziplinenübergreifende Kommunikations- und Kooperationsprozesse
in der Netzwerkarbeit, die die Reflexion der eigenen Tätigkeit erfordern, z. B.: Welches
Ziel verfolge ich? Was kann ich tun? Wer kann mich unterstützen? Wir gehen davon aus,
dass sich durch Netzwerkarbeit ein kontinuierlicher Bedarf an Fortbildung ergibt, der aus
der Praxis der Netzwerkarbeit entsteht und der flexibel bedient werden sollte.
5.1.2.10 Herausforderungen für die Zeit nach Corona
Die Rückmeldung auf die Frage, welche Probleme im Bereich der Inklusion während der
Corona-Zeit auftraten (siehe S. 75), deutet darauf hin, dass der „Stillstand der Diagnos-
tik“, der „Wegfall von Therapien/Maßnahmen“, der „Verlust der Lernstruktur“ und das
Erleben von „Isolation/Kontaktlosigkeit“ nicht ohne negative Auswirkungen und damit
nicht ohne besondere Herausforderungen für die Zusammenarbeit in den Kooperations-
verbünden bleiben wird.

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97
5.2 Empfehlungen zum weiteren Aufbau des Systems Kooperationsverbünde in
Sachsen
Auf der Basis unseres bisherigen Erkenntnisstandes und den Ausführungen in 5.1
sprechen wir folgende Empfehlungen aus:
5.2.1 Beibehaltung und Verstetigung der Organisationsstruktur
Wir empfehlen ausdrücklich, die bisherige Organisationsstruktur beizubehalten und zu
verstetigen. Sie hat sich bewährt. Mit der Steuerungsgruppe wird eine kontinuierliche
Weiterentwicklung der Kooperationsverbünde ermöglicht, mit der Betreuung eines
KoopV durch eine/n ModeratorIn eine verlässliche Zusammenarbeit vor Ort gewährleis-
tet. Verstetigt werden sollte auch der finanzielle Verfügungsrahmen für jeden KoopV.
5.2.2 Verbesserung der Rahmenbedingungen der Schulen
Wir empfehlen, dass verstärkte Anstrengungen zur Verbesserung der Rahmenbedin-
gungen, insbesondere zur Personalausstattung unternommen werden. Wir sind uns
bewusst, das bereits wichtige Maßnahmen angeschoben wurden, etwa zur Sicherung
des Lehrerbedarfs und auch, dass kurzfristige Effekte immer schwer zu erzielen sind.
Die gegenwärtigen Belastungen der Schulen sind aber enorm. Wir sehen vor allem
hinsichtlich der sonderpädagogischen Expertise einen besonderen Handlungsbedarf,
insbesondere in strukturschwachen Regionen.
5.2.3 Außerschulische Unterstützungssysteme verstetigen
Wir empfehlen, außerschulische Unterstützungsleistungen wie InklusionsassistentInnen
oder Schulsozialarbeit zu verstetigen und zu professionalisieren. Sie leisten grund-
sätzlich einen hervorragenden Beitrag für gelingende Inklusion.
Den Kooperationsverbünden empfehlen wir, Modelle zu entwickeln, dass in der Regel
nur ein außerschulischer Träger pro Schule agiert.
5.2.4 Klarere Beschreibung von Aufgaben und Verantwortlichkeiten der Partner
in den Kooperationsverbünden
Wir empfehlen, dass zur Verbesserung der Kommunikation und Kooperation die Partner
in den Kooperationsverbünden gegenseitig klarer herausarbeiten, was ihre Aufgaben
und Verantwortlichkeiten sind. Diesbezüglich gibt es noch sehr viele Unklarheiten und
zum Teil auch Missverständnisse.

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5.2.5 Beibehaltung der Prozessoffenheit
Wir empfehlen, den Ansatz beizubehalten, dass jeder KoopV seine Entwicklungsziele
und sein Vorgehen selbst bestimmt. Das hat sich bewährt. Regionale Unterschiede sind
gegeben und müssen zugelassen werden. Jeder thematische Anfang ist
gleich
bedeutend
– ob Bildungschancengleichheit oder Übergangsmanagement.
Die Prozessoffenheit trägt dazu bei, dass die Partner im jeweiligen Kooperationsverbund
sich mit dem Gründungsauftrag identifizieren und ihn verfolgen.
5.2.6 Evaluation planen
Wir empfehlen, nach Abschluss der Gründungsphase eine begleitende Evaluation zu
planen. Inklusive Bildung ist eine Querschnittsaufgabe und lässt sich nicht eindeutig dem
Aufgaben- und Zuständigkeitsbereich einzelner Verwaltungsressorts zuordnen und ent-
spricht auch nicht der Untergliederung in Fachressorts. Sie erfordert eine kontinuierliche
Verständigung über gemeinsame Ziele zur Bewältigung der mit ihr einhergehenden
Herausforderungen sowie über Wege und Maßnahmen zu ihrer Umsetzung. In diesem
Sinne sind die Kooperationsverbünde als verbindliche Plattformen für diese Austausch-
prozesse in einer regionalen Bildungslandschaft zu betrachten und auch eine innovative
Antwort auf die Herausforderung Querschnittsaufgabe. Aber als grundsätzlich neues
Format stellen sich Fragen, etwa jene, ob mehr Formalisierung analog zu den
hessischen inklusiven Schulbündnissen
13
notwendig ist oder ob der informale Charakter
gerade die Stärke einer solchen Austauschplattform ausmacht.
13
https://kultusministerium.hessen.de/foerderangebote/sonderpaedagogische-
foerderung/inklusion/inklusive-schulbuendnisse

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6. Ausblick
Der Weg ist das Ziel.
Kaum ein Leitsatz könnte besser auf den Projektverlauf passen als dieser. Er redet nicht
der Beliebigkeit das Wort, wie man fälschlich annehmen könnte, sondern verweist
darauf, dass Weg und Ziel zusammengehören. Nicht das Eine bestimmt das Andere,
sondern das Andere das Eine. Oder doch umgekehrt?
Das Ziel Aufbau von Kooperationsverbünden hat dem Weg Projektmanagement recht
viel an „coronabedingter“ Flexibilität und Anstrengung abverlangt. Dass es aber nicht
aus den Augen verloren wurde zeigt, wie wichtig es den Protagonisten und Protago-
nistinnen ist. Sie sind überzeugt, dass der Aufbau von Kooperationsverbünden der
schulischen Inklusion in Sachsen einen Schub bringen wird. Nicht kurzfristig, dafür ist
momentan nicht die Zeit, aber mittelfristig. Theoretisch ist das Vorhaben begründet
(siehe Kapitel 2) und praktisch ist es aussichtsreich. Der strukturelle Aufbau ist vorange-
schritten und bei aller Vorsicht darf man angesichts der Prognosen, dass die Corona-
Pandemie bald weggeimpft sein wird, den Blick über die eigene Homeoffice-Glocke nach
vorne wagen.
Wir bereiten uns darauf vor, im Herbst 2022 einen großen Kongress zur schulischen
Inklusion mit dem Fokus auf den Umsetzungsstand der Zusammenarbeit in den Koope-
rationsverbünden zu veranstalten. Er richtet sich vorrangig an die Mitglieder der Koope-
rationsverbünde und wird bis zu 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben.
Und er wird als Präsenzveranstaltung stattfinden.

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https://kultusministerium.hessen.de/foerderangebote/sonderpaedagogische-
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net:
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