DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 1/68
Bericht zum DBU-Vorprojekt
Entwicklung von Konzepten zum Schutz national wertvoller archäologischer Kulturdenkmäler
auf ackerbaulich genutzten, erosionsgefährdeten Flächen in der Lommatzscher Pflege
(Machbarkeitsstudie)
Aktenzeichen der Umweltstiftung: 21009
Verfasser: Dr. K. Hartsch, Diplomlandespflegerin C. Kahl, Agraringenieurökonom F. Ende,
Dr. M. Strobel, Dipl.-Geol. R. Vogt
Firma/Institution: Umweltzentrum Ökohof Auterwitz e.V., Auterwitz 13, 04720 Zschaitz-
Ottewig
Projektbeginn: 2.07.2004
Laufzeit: 18 Monate
Auterwitz/Dresden, Juli 2005

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 2/68
06/02
Projektkennblatt
der
Deutschen Bundesstiftung Umwelt
Az
21009
Referat
45
Fördersumme
62.500 €
Antragstitel
Entwicklung von Konzepten zum Schutz national wertvoller
archäologischer Kulturdenkmäler auf ackerbaulich genutzten,
erosionsgefährdeten Flächen in der Lommatzscher Pflege
(Machbarkeitsstudie)
Stichworte
Denkmal, Boden, Kulturlandschaft, Naturschutz
Laufzeit Projektbeginn Projektende Projektphase(n)
18 Monate
02.07.2004
02.01.2006
Vorprojekt
Förderbereich (seit 2004):
III.9.2
Umwelt und Kulturgüter:
Erhalt von historischen
national bedeutenden
Kulturlandschaften und
Gartenanlagen
Bewilligungsempfänger
Umweltzentrum Ökohof Auterwitz e. V.
Tel
034325/20 200
Fax 034325/20 507
Auterwitz 13
Projektleitung
Agraringenieurökonom Frank
Ende
04720 Zschaitz
Bearbeiter
Dr. K. Hartsch, Dipl.-Landespfl.
C. Kahl, Agraringenieurökonom
F. Ende, Dipl.-Geol. R. Vogt,
Dr. M. Strobel
Kooperationspartner
Landesamt für Archäologie, Zur Wetterwarte 7, 01109 Dresden; Sächsisches
Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft, 01075 Dresden mit
nachgeordneten Behörden (Landesanstalt für Landwirtschaft [LfL], Landesamt
für Umwelt und Geologie (LfUG), Ämter für Landwirtschaft [AfL]) und
Umweltallianz Sachsen; H&G GmbH, Dr. K. Hartsch, Gebauerstraße 2, 01189
Dresden; TU Bergakademie Freiberg, 09596 Freiberg
Partnerbetriebe: Agrar AG Ostrau, Agrarunternehmen Lommatzscher Pflege
Birmenitz, Lempe GbR Höfgen, Arntitzhof GbR, Südzucker AG Lüttewitz
Zielsetzung und Anlass des Vorhabens
In der Lommatzscher Pflege, einem Teilgebiet des mittelsächsischen Lößhügellandes zwischen Döbeln,
Meißen und Riesa, ist das Archiv im Boden seit Jahrzehnten einem schleichenden Zerstörungsprozess
durch ackerbauliche Nutzung und Bodenerosion ausgesetzt. Ziel des Vorprojektes war es, beispielhaft
neue Wege einer nachhaltigen archäologischen Substanzerhaltung in Kooperation mit
landwirtschaftlichen Betrieben und Behörden aufzuzeigen und Aussagen zur Durchführbarkeit eines
Deutsche Bundesstiftung Umwelt
An der Bornau 2
49090 Osnabrück
Tel 0541/9633-0
Fax 0541/9633-190
http://www.dbu.de

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 3/68
Hauptprojekts zu gewinnen. Dafür sollten
erstens
adäquate Kommunikationsstränge zur
Wissensvermittlung aufgebaut,
zweitens
der Aufwand für die Erhebung und Bewertung von Fachdaten
abgeschätzt,
drittens
effiziente Verfahren zur Evaluierung archäologischer Denkmäler erprobt,
viertens
individuelle Besonderheiten der Partnerbetriebe ermittelt,
fünftens
gemeinsam erste
Maßnahmenvorschläge erarbeitet und
sechstens
dafür die förderpolitischen Rahmenbedingungen
geprüft werden.
Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden
Das Projekt ist konsequenter Freiwilligkeit verpflichtet. In mehreren
Einzelgesprächen
wurden den
Betrieben die Projektziele vorgestellt, das Einverständnis für einen flächenbezogenen Datenabgleich
(InVeKoS) von Schlägen und Denkmalflächen eingeholt und gemeinsam Arbeitsfenster definiert sowie
betriebswirtschaftliche Rahmenbedingungen ermittelt. Durch die Sichtung von
Schlagkarteien
konnte
eine Datenbank mit flächenspezifischen Bewirtschaftungsbiographien und betriebsspezifischen
Rahmendaten aufgebaut werden. Die
Überlagerung
von umwelt- und planungsrelevanten Fachdaten
(Boden, Schutzgebiete etc.) und archäologischen Kulturdenkmälern sowie landwirtschaftlichen
Schlaggeometrien erfolgte in einem
geographischen Informationssystem
. Zur Erkundung des
Erhaltungszustandes wurden
bodenkundliche Untersuchungen
(Bohrstocksondierungen) in
Abhängigkeit vom Relief (Catenen) durchgeführt und zur Veranschaulichung des Gefährdungsgrades
ergänzend
Modellierungen
der Wassererosionsprozesse mit dem Erosionsmodell EROSION 2D/3D
vorgenommen. Der
archäologische Kenntnisstand
fußt auf Recherchen im Orts- und Luftbildarchiv,
auf Begehungen und Grabungen, der
förderpolitische
auf Recherchen von Veröffentlichungen der
Landwirtschaftsverwaltung. Auf dieser Grundlage konnten wiederum in
Einzelgesprächen
gemeinsam
mit den Betrieben erste Maßnahmevorschläge diskutiert und bei
Feldbegehungen
im Gelände vertieft
werden.
Ergebnisse und Diskussion
Das Vorhaben wurde von den Kooperationspartnern mit großer Aufgeschlossenheit aufgenommen;
durch Vorortbegehungen konnte der Grad der Akzeptanz zusätzlich gesteigert werden. Die langjährige
Beratungstätigkeit der Sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), mit der gemeinsam durch
eine Broschüre und Internetseite das Thema Bodenschutz und Archäologie sachsenweit kommuniziert
werden soll, hat bereits ein erhebliches Problembewusstsein geschaffen. Hat sich die Verankerung im
Raum und der individuelle Zugang als erfolgreich erwiesen, müssen Einzelgespräche künftig noch
besser auf die saisonalen Betriebsabläufe abgestimmt werden. Die Partnerbetriebe erklärten sich nicht
nur mit der Verwendung ihrer InVeKoS-Daten einverstanden, sondern legten auch Schlagkarteien und
betriebsspezifische Kennziffern offen. Auf dieser Grundlage konnten gezielt Arbeitsfenster ausgewählt,
Flächenbiographien rekonstruiert und Betriebsprofile erstellt werden, die den gewählten
betriebsspezifischen Ansatz bestätigten: Kein Betrieb gleicht dem anderen. Wechselnde Größen,
Anbaustrategien, Marktausrichtungen, technische Ausstattungen („teilflächengesteuerte Landwirtschaft“,
konservierende Bodenbearbeitung) und Flächenverteilungen sind zu beachten. Insbesondere zwischen
Misch- und Marktfruchtbetrieben bestehen erhebliche Unterschiede. Ebenso betriebsabhängig ist die
Umsetzung bodenschonender Bewirtschaftungsmethoden, die ein wichtiges Schutzinstrument bilden. In
sieben Arbeitsfenstern wurden auf einer Fläche von ca. 5000 ha, die von vier Partnerbetrieben
bewirtschaftet werden und repräsentative Ausschnitte des mittelsächsischen Lößhügellandes darstellen,
elf archäologische Kulturdenkmäler exemplarisch bearbeitet. Fruchtfolgen und Bestellung lassen sich in
den Schlagkarteien bis zur Wende mit vertretbarem Aufwand sinnvoll zurückverfolgen und auswerten.
Ebenso reibungslos verlief die Recherche und Überlagerung umweltrelevanter Fachdaten, die von den
kooperierenden Behörden zur Verfügung gestellt wurden. Überraschend ist die hohe fachliche
Durchdringung einzelner Teilgebiete mit Studien zum Bodenabtrag (EROSION 3D-Studien), die für die
Definition künftiger Tätigkeitskorridore und zur Feinabstimmung von Maßnahmen genutzt werden
können. Der archäologische Kenntnisstand reicht von Grabungen über Luftbilder bis hin zu
Oberflächenfunden und konnte durch die Bohrstocksondagen exemplarisch erheblich verdichtet werden,
die eine Abschätzung des Bodenabtrags ermöglichen. Dieser erreicht in Extrempositionen Mächtigkeiten
(Oberhänge/Hangflanken) von bis zu 1 m und mehr. Neben Erosionserscheinungen wirken sich
außerdem bearbeitungsbedingte Verschleppungen und künstliche Verlagerungen von Bodenmaterial
negativ auf die Denkmälererhaltung aus. Die Kombination von schwach erodierten Plateaus und
Deutsche Bundesstiftung Umwelt
An der Bornau 2
49090 Osnabrück
Tel 0541/9633-0
Fax 0541/9633-190
http://www.dbu.de

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 4/68
angegriffenen Flanken/Hängen lässt erste Verallgemeinerungen für archäologische Kulturdenkmäler in
vergleichbaren Positionen zu. In anderen Fällen macht die kleinräumige Heterogenität der Bodenprofile
eine Einzelfallanalyse unausweichlich, die durch EROSION 2D/EROSION 3D-Modellierungen unterstützt
werden kann und in ersten Maßnahmevorschlägen mündete. Genügt auf Verebnungsflächen und flach
geneigten Hängen eine konsequente Umsetzung bodenschonender Bewirtschaftungsmethoden bzw.
eine Verringerung der Eingriffstiefen, sind für besonders anfällige Lagen landschaftsgestalterische
Eingriffe in Erwägung zu ziehen, die der Zustimmung der Eigentümer bedürfen. Diese sind in Zukunft
unbedingt einzubeziehen. Reversible Maßnahmen lassen sich dagegen mit den Betrieben individuell
vereinbaren. Neue förderpolitische Perspektiven eröffnet die Neugestaltung der
Agrarumweltfördermaßnahmen im Rahmen des Entwicklungsplanes für den ländlichen Raum ab 2007
und die Koppelung der Direktzahlungen an die Fläche verbunden mit Grundanforderungen zur
Bewirtschaftung („cross compliance“). Das Vorprojekt gab Anstöße, archäologische Denkmäler als
Schutzziel in die Entscheidungsprozesse einzubringen und einen Katalog förderfähiger Maßnahmen
(Bearbeitungsrichtung, Eingriffstiefen usw.) aufzustellen. Besonderes Augenmerk verdient ein
Kompensationsflächenpool („Ökoflächenmanagement“), der seit kurzem beim Landratsamt Meißen im
Aufbau ist, Eingriffs- wie potentielle Ausgleichsflächen ausweist und für das Management archäologisch
relevanter Flächen eingesetzt werden kann.
Öffentlichkeitsarbeit und Präsentation
Das Vorprojekt wurde einer breiten Öffentlichkeit durch Führungen (Tag des offenen Denkmals September
2004, Ausgrabungen) und Vorträge (Lommatzsch, Dresden, Kamenz), der Fachöffentlichkeit durch
Tagungsvorträge (MOVA Meißen 04/2004, DEGUF Halle 06/2004, EAA Lyon 09/2004, KAS Eichholz
11/2004) sowie einen Aufsatz (R. Göldner, K. Hartsch, J. Oexle und M. Strobel, Wie lässt sich eine
intensive landwirtschaftliche Flächennutzung mit dem Schutz archäologischer Kulturdenkmäler in Einklang
bringen? Ein Ausblick nach der Hochwasserkatastrophe im August 2002. Arch. Inf. 27/1, 2004, 1-12)
vorgestellt. Des weiteren informiert eine Internetseite des Landesamtes für Archäologie über Projektinhalt
und Zielstellung.
Der Fachbeirat des Projektes wurde anlässlich einer Projektvorstellung am 16.6.2005 im Landesamt für
Archäologie über die Ergebnisse informiert; erste Schwerpunkte für die Durchführungs- und
Umsetzungskonzeption im Rahmen eines Hauptprojektes konnten diskutiert werden. Die Möglichkeiten
einer förderpolitischen Einbeziehung des archäologischen Kulturdenkmalschutzes in die derzeit laufende
Neuformulierung der Agrarumweltprogramme in Sachsen für 2007 bis 2013 wurden in ersten Gesprächen
mit dem SMUL geprüft.
Fazit
Ohne die große Aufgeschlossenheit der Partnerbetriebe und die Kooperationsbereitschaft der
Sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) und dem Sächsischen Landesamt für Umwelt und
Geologie (LfUG) hätten weder die Datenbeschaffung und –integration innerhalb des Berichtszeitraumes
durchgeführt noch erste auf Betriebe und archäologische Kulturdenkmäler zugeschnittene
Maßnahmenvorschläge ausgearbeitet werden können.
Die Ergebnisse des Vorprojektes haben gezeigt, dass Wege und Methoden für die Umsetzung und damit
Machbarkeit eines praktischen archäologischen Kulturdenkmalschutzes in intensiv genutzten Agrarräumen
möglich und entwickelbar sind. Eine entsprechende Durchführungs- und Umsetzungskonzeption wird als
Projektantrag an die DBU mit vorliegendem Ergebnisbericht eingereicht.
Durch das Vorprojekt konnten Kommunikations-, Abstimmungs- und Arbeitsstrukturen geschaffen werden,
die nicht nur weiter ausbaufähig sind, sondern sich auch auf andere intensiv genutzte Agrarräume
übertragen lassen. Das mit vorliegendem Bericht beantragte Hauptprojekt kann direkt auf einer
vorhandenen Arbeits- und Vermittlungsplattform aufbauen.
Deutsche Bundesstiftung Umwelt
An der Bornau 2
49090 Osnabrück
Tel 0541/9633-0
Fax 0541/9633-190
http://www.dbu.de

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 5/68
Inhaltsverzeichnis
1 ANLASS UND ZIELSETZUNG DES PROJEKTES
10
1.1 A
NLASS UND RAHMEN
10
1.2 P
RÄMISSEN UND ZIELE
11
2 ANGEWANDTE METHODEN UND ERGEBNISSE
12
2.1 Ü
BERSICHT ZUR ANGEWANDTEN ARBEITSMETHODIK UND DEN PROJEKTPARTNERN
12
2.2 PROJEKTKOMMUNIKATION UND ÖFFENTLICHKEITSARBEIT
16
2.3 LANDWIRTSCHAFT
18
2.3.1 Grundlagen
18
2.3.1.1
Landwirtschaftlich bedingte Faktoren für die Gefährdung von archäologischen
Kulturdenkmälern 18
2.3.1.2 Bodenschonende Bewirtschaftungsmethoden
19
2.3.1.3 Applikation moderner Technologien
22
2.3.2 Ergebnisse
23
2.3.2.1 Datenerhebung
23
2.3.2.2 Bodenschonende Bewirtschaftungsmethoden und archäologischer
Kulturdenkmalschutz 24
2.3.2.3
Erosion 2D-Simulationen am Beispiel der Flächen des Betriebes 3
27
2.4
Ö
KONOMISCHE LÖSUNGSANSÄTZE ZUM EINBINDEN DER SCHUTZMAßNAHMEN DER
ARCHÄOLOGISCHEN
DENKMÄLER IN DIE LANDWIRTSCHAFTLICHEN UNTERNEHMEN
29
2.4.1
Ökonomische Definition des Handlungsrahmens für Schutzmaßnahmen der
archäologischen Denkmäler
29
2.4.2
Nutzung von Fördermöglichkeiten an der Schnittstelle zwischen Umwelt und
Landwirtschaft 31
2.4.3
Die Veränderung der Agrarmarktpolitik und ihr Einfluss auf die Motivation für
Schutzmaßnahmen der archäologischen Denkmäler
34
2.4.4
Nutzung von Planungsinstrumenten zur Umsetzung von Schutzmaßnahmen für
archäologische Denkmäler
35
2.5 A
RCHÄOLOGISCHE SCHADENSERHEBUNG, BODENSCHUTZ UND EROSIONSPRÄVENTION 40
2.5.1
Auswahlkriterien für die Arbeitsfenster
40
2.5.2 Methodik Bohrstocksondierungen
40
2.5.3 Methodik E2D/E3D-Modellierung
43
3 FLÄCHENSPEZIFISCHE ERGEBNISSE
46
3.1 H
ÖFGEN (GDE. KETZERBACHTAL, KR. MEISSEN)
46
3.2 Z
SCHEILITZ (GDE. LOMMATZSCH, KR. MEISSEN)
47
3.2.1 Zscheilitz Nord
47

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 6/68
3.2.2 Zscheilitz Süd
48
3.3 AUTERWITZ UND LÜTTEWITZ (GDE. ZSCHAITZ-OTTEWIG, KR. DÖBELN)
49
3.3.1 Glockenbechersiedlung bei Auterwitz
49
3.3.2 Lüttewitz „Stromleitung“
49
3.3.3
Lüttewitz „Baderitzer Stausee“
50
3.3.4 Zschaitzer Burgberg
51
3.4 P
ITSCHÜTZ (GDE. LOMMATZSCH, KR. MEISSEN)
51
3.5 ALTLOMMATZSCH (GDE. LOMMATZSCH, KR. MEISSEN)
52
3.6 S
CHWOCHAU (GDE. LOMMATZSCH, KR. MEISSEN)
53
3.7 P
ALTZSCHEN (GDE. LOMMATZSCH, KR. MEISSEN)
53
4 DISKUSSION
55
5 NACHHALTIGKEIT DES PROJEKTES
57
6 FAZIT
57
7 QUELLEN
58
7.1 L
ITERATUR
58
7.2 UNVERÖFFENTLICHTE PROJEKTE
64
7.3 D
IGITALE UND ANALOGE DATEN
66

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 7/68
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 2-1: Übersicht der methodischen Arbeitsschritte. ...............................................13
Abbildung 2-2: Übersicht Projektpartner..............................................................................14
Abbildung 2-3: Struktur des Projekt-GIS (ArcView, Access)................................................15
Abbildung 2-4: Geländestufe an einem Oberhang bei Paltzschen. .....................................19
Abbildung 2-5: Direktsämaschine (für Direkt- und Mulchsaat).............................................20
Abbildung 2-6: Dauerhaft und temporär konservierende Bodenbearbeitung auf
landwirtschaftlichen Flächen im Einzugsgebiet des Baderitzer Stausees
(Quelle: Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft)...............................21
Abbildung 2-7: Rübenabladeplatz nahe Wauden (bei Schleinitz)........................................22
Abbildung 2-8: Anzahl Schläge verschiedener Fruchtarten in den Arbeitsfenstern des
Betriebes 1 im Vergleich der Jahre 1977 bis 1990 und 1991 bis 2004........24
Abbildung 2-9: Summe der Klassenwerte der Bodenbearbeitung und der Fruchtarten aller
Schläge in den Arbeitsfenstern des Betriebes 1 für die Jahre 1977 bis 1990
und 1991 bis 2004.......................................................................................26
Abbildung 2-10: Relativer Anteil von Schlägen mit pflugloser Bodenbearbeitung an
Gesamtanzahl aller Schläge in den Arbeitsfenstern der Jahre 1977 bis 2004.
.....................................................................................................................27
Abbildung 2-11: Schematischer Überblick des Erosion 2D-Modells......................................27
Abbildung 2-12: Förderzeiträume auf der Zeitachse zwischen 2004 und 2008.....................33
Abbildung 2-13: Weg der Obligatorischen Modulation als Bestandteil der Reform der
Gemeinsamen Agrarpolitik ab 2005.............................................................35
Abbildung 2-14: Schema der Planungsebenen in der Raumordnung....................................36
Abbildung 2-15: Ausschnitt der Landschaftsplanerischen Zielvorstellung im Bereich des
archäologischen Denkmals Zscheilitz Nord aus dem LP Lommatzsch Stadt
1996 - Entwurf. ............................................................................................38
Abbildung 2-16: Kompensationsflächenpool Kreis Meißen (Projekt der Umweltallianz
Sachsen) - Ausschnitt Zscheilitz Nord (links: ohne Kompensationsflächen;
rechts: mit Kompensationsflächen – grün dargestellt; roter Kreis: Bereich
archäologischer Kulturdenkmäler)...............................................................38
Abbildung 2-17: Arbeitsfenster und vorhandene E3D-Modellierungen im Gesamt-
untersuchungsrahmen (Grundlage: Topographische Karte 1:10.000 mit
Erlaubnis des Landesvermessungsamtes Sachsen Erlaubnis-Nr.: 213/03-B).
.....................................................................................................................44
Tabellenverzeichnis
Tabelle 2-1:
Charakteristik und ableitbare archäologische Schutzmaßnahmen für den
Beispielbetrieb 1..........................................................................................30
Tabelle 2-2:
Charakteristik und ableitbare archäologische Schutzmaßnahmen für den
Beispielbetrieb 3..........................................................................................31

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 8/68
Anlagenverzeichnis
Anlage 1
Gebietsübersicht
Anlage 1.1
Übersichtskarte mit Verwaltungszonen (M 1:100.000)
Anlage 1.2
Gesamtübersichtskarte mit Denkmalflächen (M 1:25.000)
Anlage 1.3
Tabellarische Übersicht über ausgewählte Archäologische Denkmäler
Anlage 1.4
Übersichtskarten zu den einzelnen Arbeitsfenstern (M 1:15.000)
Anlage 1.5
Karte der Schutzgebiete (M 1:50.000)
Anlage 2
Betriebscharakteristik der Kooperationspartner
Anlage 3
Verfahren der Bodenbearbeitung
Anlage 4
Instrumente zur Verminderung von Bodenverlagerungen und zum Schutz
von archäologischen Kulturdenkmälern (Maßnahmenkatalog) (Kap. 2.3.1.2)
Anlage 5
Erosion 2D-Simulationen am Beispiel des Betriebes 3
Anlage 5.1
Ergebnisse der Auswertung der Erosion 2D-Simulationen
Anlage 5.2
Flächenspezifische Ergebnisse und Ausgangsdaten
Anlage 6
Klassifizierung von Bodenbearbeitungstechniken im Rahmen der
Datenbankauswertung
Anlage 7
Übersicht über Programme im Freistaat Sachsen unter Berücksichtigung
ihrer Anwendbarkeit für das Projekt
Anlage 8
Übersicht über flächenspezifische Raumplanungen
Anlage 9
Ausführliche flächenspezifische Ergebnisse der archäologischen
Schadenserhebung
Anlage 10
Leitbodentyp und Bodenschätzung
Anlage 10.1
Arbeitsfenster Höfgen
Anlage 10.2
Arbeitsfenster Zscheilitz
Anlage 10.3
Arbeitsfenster Auterwitz und Lüttewitz
Anlage 10.4
Arbeitsfenster Pitschütz
Anlage 10.5
Arbeitsfenster Altlommatzsch
Anlage 10.6
Arbeitsfenster Schwochau
Anlage 10.7
Arbeitsfenster Paltzschen
Anlage 11
Protokoll zum Fachbeiratstreffen am 16.06.2005

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 9/68
Abkürzungsverzeichnis/ Glossar
BP Bebauungsplan
Catene Kette, Reihe
DIA
Dokumentations- und Informationssystem Archäologie
FNP Flächennutzungsplan
GAP Gemeinsame Agrarpolitik
GIS Geoinformationssystem
GOP
Grünordnungsplan
ID Identifikationscode
InVeKoS
Integriertes Verwaltungs- und Kontrollsystem für flächenbezogene Beihilfen in
der Landwirtschaft
KULAP
Teil des Programms UL – Extensive Grünlandwirtschaft
LP Landschaftsplan
NAK
Teil des Programms UL – Naturschutz und Erhalt der Kulturlandschaft
UL
Programm zur Förderung einer Umweltgerechten Landwirtschaft im Freistaat
Sachsen
Danksagung
Für Ihre Anregungen, Hilfe, Hinweise und Unterstützung gilt unser herzlicher Dank:
Dr. Gesine Ende, Dr. Anne Michael, Anne Schob, Dr. Arnd Bräunig, Dr. Jörg Döring, Prof.
Dr. Werner Konold, Dr. Marek Kornmann, Prof. Dr. Manfred Kramer, Dr. Michael Menge, Dr.
Harry Meyer-Steinbrenner, Axel Mildner, Dr. Christoph Moormann, Dr. Judith Oexle, Dr.
Helmut Schlichtherle, Prof. Dr. Jürgen Schmidt, Dr. Walter-Alexander Schmidt, Dr. C.
Sebastian Sommer, Dr. Uwe Sobe, Dr. Ronald Symmank, Dr. Rolf Tenholtern sowie den
Partnerbetrieben.

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 10/68
1
Anlass und Zielsetzung des Projektes
1.1
Anlass und Rahmen
Konnte die archäologische Denkmalpflege in den alten Bundesländern Ende der 1990er
Jahre allenthalben auf ein Jahrhundertviertel erfolgreicher Rettungsgrabungen in Altstädten,
Gewerbegebieten, Trassen und Tagebauen etc. zurückblicken, war die Bilanz im ländlichen
Raum vieler Orten so ernüchternd, dass man den Kampf gegen eine unkontrollierte,
schleichende Zerstörung archäologischer Kulturdenkmäler durch Bodenerosion und
landwirtschaftliche Nutzung z. T. bereits für verloren erklärte oder sogar einer kompletten
Lößhügellandschaft den archäologischen Tod prognostizierte
(Biel
1995; Behrends 1997;
Engelhardt 1997). Den allgemeinen Pessimismus nährte nicht zuletzt eine große Zahl von
Luftbildern, die nach über 20 Befliegungsjahren den desolaten Zustand vieler Denkmäler
offenbarten. Diese Erfahrungen auf die intensiv genutzten Agrarregionen Ostdeutschlands
zu übertragen, in denen eine systematische Flugprospektion erst seit der Wende möglich ist,
gibt in der Tat mancher besorgniserregende Luftbildbefund Anlass. Flächenzusammen-
legungen, Flurbereinigungsmaßnahmen und der hohe Mechanisierungsgrad der
Landwirtschaft der ehemaligen DDR lassen sogar ungleich drastischere Substanzverluste in
jenen Regionen befürchten, die seit je her zu den ertragreichsten Agrarlandschaften zählen.
Dies trifft in Sachsen in besonderem Maße auf die sog. Lommatzscher Pflege, das
Kerngebiet des mittelsächsischen Lößhügellandes zu, wo der Bodenabtrag durch sehr
umfassende Flurbereinigungsmaßnahmen außerordentliche Größenordnungen erreicht hat.
Die dramatischen Erosionsfolgen für die Landwirtschaft und damit auch die archäologischen
Kulturdenkmäler blieben schon damals nicht unbemerkt
(Kramer
1966; Kramer 1981).
Das mittelsächsische Lößhügelland gehört zu den bedeutendsten Altsiedellandschaften
Sachsens. In einem ca. 300 km² großen Kerngebiet („Lommatzscher Pflege“) im
Städtedreieck Döbeln-Meißen-Riesa, sind etwa 800 archäologische Fundstellen bekannt
(siehe Anlage 1.2). Die Anfänge bäuerlicher Besiedlung reichen hier bis in die älteste
Linienbandkeramik und damit bis in die Mitte des 6. Jahrtausends v. Chr. zurück. Bis heute
gilt diese Landschaft als einer der fruchtbarsten und produktivsten Agrarräume
Deutschlands.
Gegenwärtig profitiert die hochmoderne Landwirtschaft von den irreversiblen
Landschaftstransformationen vorangehender Jahrzehnte und steht doch gleichzeitig unter
enormen technischen bzw. wirtschaftlichen Anpassungszwängen, die durch veränderte
Rahmenbedingungen der europäischen Agrarförderung zusätzlich verschärft werden. Der
steigende Nutzungsdruck geht mit staatlich geförderten Erosionspräventionsmaßnahmen
einher, die vor allem konservierende Bearbeitungstechniken, Zwischenfruchtanbau etc.
umfassen. Sachsenweit werden mittlerweile über 30% der Ackerflächen konservierend
bewirtschaftet. Dennoch stellt der Bodenabtrag nach wie vor ein drängendes Problem dar,
wie nicht nur während der Starkregenfälle im Vorfeld des Jahrhunderthochwassers im
August 2002 mit den Händen zu greifen war, sondern alljährlich fast nach jedem
Gewitterregen zu beobachten ist. Je weniger bei schrumpfenden Ressourcen Spielräume für
großflächige Rettungsgrabungen bestehen, desto größer ist der Zwang, nach neuen,
innovativen Erhaltungsstrategien und Maßnahmenkonzepten im ländlichen Raum zu suchen.
Eine archäologische Denkmalpflege, die diese Herausforderung nicht annimmt, gäbe
unersetzliche Quellen und am Ende auch sich selbst preis.

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 11/68
1.2
Prämissen und Ziele
In der Lommatzscher Pflege waren Landwirte die ersten „Archäologen“. Mit der Einführung
neuer Techniken, insbesondere des Tiefpfluges, einher ging in den Jahren vor dem ersten
Weltkrieg die Entdeckung zahlreicher neuer Fundstellen. Der Aufmerksamkeit und dem
Engagement dieser historisch interessierten Laien verdankt die archäologische
Denkmalpflege viele Fundmeldungen. Diesen Faden bürgerschaftlichen Engagements, der
auch nach 1945 nicht völlig abgerissen ist, wiederaufzunehmen, stellt ebenso ein
Kernelement des Projektansatzes dar wie der Verzicht auf staatliche Zwangsmaßnahmen.
Zu den Zielen des Vorprojektes gehört daher
erstens
die Entwicklung von
Vermittlungswegen, auf denen die Adressaten förderpolitischer staatlicher Steuerung in die
Steuerung selbst einbezogen und an der Planung standortbezogener Schutz- und
Entwicklungsziele beteiligt, mithin einzelne Betriebe wie Eigentümer für die Erhaltung
archäologischer Kulturdenkmäler gewonnen werden können.
Zweitens
ist zu prüfen, mit welchem Aufwand an Recherche und Datensammlung
Zielkonflikte im Spannungsfeld von Natur- und Bodenschutz, archäologischer Denkmalpflege
und Landwirtschaft sowie der Landschaftsplanung vermieden und gleichzeitig
Interessenkongruenzen bzw. Schnittstellen optimal genutzt werden können.
Drittens
müssen Verfahren gefunden werden, wie flächenhaft ausgeprägte archäologische
Kulturdenkmäler jeweils individuell mit einem möglichst geringen Aufwand evaluiert, der
historische Bodenabtrag bilanziert sowie nutzungs- und erosionsbedingte Schäden,
Altschäden und aktuelle Prozesse unterschieden werden können.
Da die Bewirtschaftung betriebsspezifisch erfolgt, muss
viertens
ein Merkmalkatalog
geschaffen werden, der eine übersichtliche Charakterisierung nach betrieblichen
Kenngrößen einschließlich der technischen Ausstattung ermöglicht.
Fünftens
sollten
gemeinsam mit den Kooperationspartnern erste wirtschaftlich verträgliche Perspektiven für
ausgewählte Denkmalflächen entwickelt und vor dem Hintergrund sich wandelnder
Förderbedingungen bzw. struktureller Veränderungen in der Landwirtschaft konkretisiert
werden.
Sechstens
ist deshalb nicht nur eine genauere Kenntnis der Neuausrichtung der
EU-Agrarpolitik, sondern auch landesspezifischer Förderinstrumente bzw. umweltpolitischer
Richtlinien unabdingbar, die für die Erhaltung archäologischer Kulturdenkmäler eingesetzt
werden könnten.

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 12/68
2
Angewandte Methoden und Ergebnisse
2.1 Übersicht zur angewandten Arbeitsmethodik und den
Projektpartnern
Zwei Besonderheiten des Vorprojektes lassen sich als Rahmenbedingungen benennen, die
direkt die methodische Vorgehensweise mitbestimmten: So war das Vorprojekt zunächst
generell einer konsequenten Freiwilligkeit verpflichtet, auf deren Grundlage die
landwirtschaftlichen Kooperationspartner ausgewählt und einbezogen wurden.
Dementsprechend erfolgte die Entwicklung einer tragfähigen Arbeits- und
Kommunikationsstruktur mit den landwirtschaftlichen Partnern über einen direkten,
individuellen Arbeitsdialog mit den Landwirten („bottom-up“). Ziel dabei war es, von
vornherein die Vielschichtigkeit der Schutz- und Bewirtschaftungsansprüche an der
Schnittstelle zwischen Landwirtschaft, Bodenschutz und archäologischem
Kulturdenkmalschutz flächenkonkret zu bearbeiten, um daraus sowohl mit den Landwirten
entsprechende Schutzmaßnahmen abzuleiten als auch erste Ansätze einer übertragbaren
methodischen Vorgehensweise zu entwickeln (Regionalisierung).
Da die Konkurrenz zwischen natürlichen-, Archiv- und Nutzungsfunktionen des Bodens mit
einer steigenden Komplexität der zu lösenden Schutzaufgaben verbunden ist, müssen Natur,
Boden-, Landschafts- und Kulturdenkmalschutz zunehmend als Einheit betrachtet werden.
Die Auswahl der Projektpartner (Abbildung 2-2) spiegelt direkt diesen fachübergreifenden
Arbeitsansatz und Anspruch des Vorprojektes wider.
Die Arbeitsmethodik des Vorprojektes folgt der im Projektantrag dokumentierten
Vorgehensweise (Abbildung 2-1):
In mehreren
Einzelgesprächen
wurden den Betrieben die Projektziele vorgestellt, das
Einverständnis für einen flächenbezogenen Datenabgleich (InVeKoS) von Schlägen und
Denkmalflächen eingeholt, gemeinsam Arbeitsfenster definiert (siehe Anlagen 1.1; 1.3 und
1.4) sowie betriebswirtschaftliche Rahmenbedingungen ermittelt.
Durch die Sichtung von Schlagkarteien konnte eine Datenbank mit flächenspezifischen
Bewirtschaftungsbiographien und betriebsspezifischen Rahmendaten aufgebaut werden. Die
Überlagerung
von umwelt- und planungsrelevanten Fachdaten (Boden, Schutzgebiete
[siehe Anlage 1.5] etc.), archäologischen Kulturdenkmälern sowie landwirtschaftlichen
Schlaggeometrien erfolgte in einem
geographischen Informationssystem
(Projekt-GIS).
Zur Erkundung des Erhaltungszustandes wurden
bodenkundliche Untersuchungen
(Bohrstocksondierungen) in Abhängigkeit vom Relief (Catenen) durchgeführt und zur
Abschätzung des Gefährdungsgrades in Abhängigkeit bestimmter
Bewirtschaftungsszenarien ergänzend
EROSION 2D-Modellierungen
eingesetzt.
Der
archäologische Kenntnisstand
fußt auf Recherchen im Orts- und Luftbildarchiv des
Landesamtes für Archäologie sowie auf Begehungen und Grabungen. Umfangreiche
Recherchen von Veröffentlichungen der Umwelt- und Landwirtschaftsverwaltung in Sachsen
wurden ergänzt durch die Prüfung der bestehenden und künftigen
förderpolitischen
Kulissen
in Landwirtschaft, Umwelt- und Naturschutz.
Unter Berücksichtigung der betriebs- und standortspezifischen Rahmenbedingungen sowie
den Ergebnissen der archäologischen Schadenserhebung bzw. Gefährdungseinschätzung
konnten - wiederum in Einzelgesprächen - mit den Betrieben gemeinsam erste
Maßnahmenvorschläge diskutiert und bei
Feldbegehungen
im Gelände vertieft werden.

image
DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 13/68
Übersicht zur Arbeitsmethodik
Abbildung 2-1: Übersicht der methodischen Arbeitsschritte.

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 14/68
Projektpartner
Abbildung 2-2: Übersicht Projektpartner
Die betriebsspezifische Charakteristik der Kooperationspartner aus der Landwirtschaft ist in
Anlage 2 dokumentiert.
Antragsteller:
Umweltzentrum Ökohof Auterwitz e.V. (Herr Ende)
Landesamt für Archäologie: Frau Dr.
Oexle, Herr Dr. Strobel, Herr Dipl.-Geol.
Vogt
Sächsisches Staatsministerium für Umwelt
und Landwirtschaft: Herr Dr. Meyer-
Steinbrenner
H&G GmbH (Projektkoordination): Frau Dr.
K. Hartsch
Sächsisches Landesamt für Umwelt und
Geologie: Herr Dr. A. Bräunig
Sächsische Landesanstalt für Land-
wirtschaft: Herr Dr. Menge, Herr Dr.
Schmidt, Herr Mildner
Kooperationspartner
Umweltallianz Land- und Forstwirtschaft
Sachsen
TU-Bergakademie Freiberg: Frau Dr.
Michael
Agrar AG Ostrau (Herr Urban)
Agrarunternehmen „Lommatzscher Pflege“
e.G. Striegnitz (Herr Grübler)
Lempe GbR (Herr Lempe)
Arntitzhof GbR (Herr Isensee)
Gut Lüttewitz der Südzucker AG (Herr
Rühl)
Kooperationspartner aus der
Landwirtschaft
DBU-Fachbeirat:
Herr Dr. Heinrich (Zentrum für Agrarlandschafts- und Landnutzungsforschung), Herr Krawczyk
(Sächsischer Landesbauernverband, Vorsitzender des Regionalverbandes Döbeln/Oschatz), Herr
Dr. Menge (Landesanstalt für Landwirtschaft), Herr Mildner (ehemals Amt für Landwirtschaft
Großenhain, jetzt Landesanstalt für Landwirtschaft), Herr Dr. Schlichtherle (Regierungspräsidium
Stuttgart), Herr Dr. Sommer (Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege)

image
DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 15/68
Projekt-Gis und Datenverwaltung
Im Rahmen des Vorprojektes wurden die erhobenen Geometriedaten (Schlag, Denkmal etc.)
mit Unterstützung der ESRI Software ArcView 3x dargestellt und konnten für verschiedene
Fragestellungen bearbeitet werden (Verschneidungen etc.). Die schlagbezogenen
Sachdaten zur Bewirtschaftung wurden gesondert in einer Microsoft ACCESS-Datenbank
erfasst (vgl. Kap. 2.3.2.1).
Um im Rahmen der Datenauswertung eine sinnvolle Verknüpfung der Geometrie- und
Sachdaten zu gewährleisten (Abbildung 2-3), wurde eine entsprechend eindeutige ID für die
kleinste gemeinsame Flächeneinheit (kfe) generiert, die sowohl in der Datenbank als auch im
Flächenshape mitgeführt wird.
Abbildung 2-3: Struktur des Projekt-GIS (ArcView, Access).

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 16/68
2.2
Projektkommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Das Projekt ist dem Prinzip konsequenter Freiwilligkeit verpflichtet. Über den Erfolg des
Projektes entscheidet die Art und Weise, wie über die Ziele kommuniziert wird. Welche
Vermittlungswege vertieft oder ggf. neu entwickelt werden müssen, war ein wesentlicher
Gegenstand des Vorprojektes.
Die Vermittlung richtet sich primär an einzelne Flächenbewirtschafter (Kooperationspartner).
Um Zielkonflikte im Spannungsfeld von Landwirtschaft, Boden- und Naturschutz sowie
archäologischer Denkmalpflege zu vermeiden und Schutzinteressen optimal zu bündeln, war
zweitens eine
Binnenkommunikation
zwischen staatlichen Institutionen
(
„Netzwerkbildung“
) herzustellen, die über fachliche Routinen hinausgeht.
Motivation durch „Wissenstransfer“
Wer zum Schutz archäologischer Kulturdenkmäler und einer gemeinsamen
Maßnahmenplanung bis hin zur Realisierung motiviert werden soll, muss sich mit der
Geschichte seiner Kulturlandschaft identifizieren. Die Landwirtschaft in der Lommatzscher
Pflege kann auf eine über 7000jährige Geschichte zurückblicken. Das Wissen um diese
Tradition muss ebenso vermittelt werden, wie ein Problembewusstsein für den
Zusammenhang von Bodenerosion und der Zerstörung unersetzlicher archäologischer
Quellen erst zu wecken ist.
Mittel der Wissensvermittlung
In bis zu drei
Einzelgesprächen
wurden den äußerst aufgeschlossenen landwirtschaftlichen
Kooperationspartnern zunächst (Herbst 2004) die allgemeinen Ziele vorgestellt und ihre
Zustimmung für einen flächenbezogenen Datenabgleich (InVeKoS) eingeholt. Danach
wurden gemeinsam Arbeitsfenster definiert bzw. eine Auswahl archäologischer
Kulturdenkmäler getroffen, über die die Landwirte im Anschluss durch Karten-, Text- und
Bildmaterial unmittelbar informiert werden konnten.
Das aktive Vermitteln von aufbereitetem archäologischem Problem- und Kenntnisstand
nimmt hierbei eine Schlüsselstellung für die Bereitschaft des Landwirtes zur Beteiligung am
Projekt ein. Bestehende Kontakte des Antragstellers in der Region erleichterten die nicht
immer einfache terminliche Koordination und den Zugang bis hinein in die Archivbestände
einzelner Unternehmen. Bereitwillig stellten die Betriebe Schlagkarteien zur Rekonstruktion
von Flächenbiographien bzw. Erstellung von „Betriebsprofilen“ zur Verfügung und legten
betriebsspezifische Interessen bzw. Strukturen offen.
Dieser Rückfluss landwirtschaftlichen Wissens mündete in einer ersten gemeinsamen
Maßnahmendiskussion
, die im Frühjahr 2005 auf der Grundlage raumbezogener
Datenüberlagerungen, EROSION 2D-Modellierungen und insbesondere der Ergebnisse von
Geländearbeiten (Bohrstocksondierungen) geführt und bei gemeinsamen
Ortsbegehungen
vertieft werden konnte. Durch das Aufsammeln von Oberflächenfunden waren die
Schutzobjekte konkret mit den Händen zu greifen, durch die Absteckung im Gelände der
Zusammenhang von abstrakten Bohrprofilen mit dem differenzierten Relief wahrzunehmen.
Die Ablesbarkeit der Spuren eines archäologischen Denkmals vor Ort hat die Akzeptanz von
Schutzmaßnahmen positiv beeinflusst.
In dem Spannungsfeld zwischen betriebsspezifischen Zwängen einerseits und einem nach
jahrzehntelanger landwirtschaftlicher Praxis gewonnenen Problembewusstsein für den
Erosionsschutz und der damit verbundenen Bewahrung der Bodenfruchtbarkeit als
landwirtschaftliches „Kapital“ andererseits stehen nicht zuletzt die Landwirte selbst. Auf diese
Weise entwickelte sich ein reger wechselseitiger Austausch von über viele Jahre

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 17/68
gesammelten landwirtschaftlichen und archäologischen Erfahrungen und Informationen
sowie eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Partnerbetrieben, mit denen
direkt
in
Kontakt zu treten und Probleme bzw. Lösungsansätze zu erörtern sich als fruchtbarer Ansatz
erwiesen hat.
Eine Sensibilisierung und Auseinandersetzung mit dem Erosionsschutz erfolgte in der
Region bereits seit 1993 im Kontext der durch die AfL durchgeführten E2D-Modellierungen.
Der
Binnenkommunikation
dienten interne Besprechungen sowie eine erste
Projektvorstellung im Umweltzentrum Auterwitz (April 2005), an denen Vertreter der
Sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft, aus den Landwirtschaftsämtern, der TU
Bergakademie Freiberg sowie Landwirte teilnahmen. Der Landwirtschaftsverwaltung
verdankt das Projekt nicht nur wesentliche Datenbestände, sondern auch Perspektiven einer
vertieften Zusammenarbeit, der die langjährige Beratungstätigkeit (
„Kommunikation“
) mit
engen Verbindungen zu einzelnen Betrieben ebenso wie vielfältige projektkongruente
Arbeitsfelder bereits viele Wege geebnet hat. Den Schutz archäologischer Kulturdenkmäler
auf der Internetplattform und in Broschüren der Landesanstalt für Landwirtschaft zukünftig
präsentieren zu dürfen, darf ebenfalls als wichtiges Ergebnis dieser
Binnenkommunikation
gewertet werden. Im Herbst 2005 sind außerdem Vorträge im Amt für Landwirtschaft in
Großenhain geplant.
Darüber hinaus konnte bereits in ersten Gesprächen mit dem Sächsischen Ministerium für
Umwelt und Landwirtschaft (
SMUL
) das gemeinsame Interesse an einer förderpolitischen
Einbeziehung des archäologischen Kulturdenkmalschutzes in die derzeit laufende
Neuformulierung der Ararumweltprogramme in Sachsen für 2007 bis 2013 diskutiert werden.
Um die Projektziele einer breiteren Öffentlichkeit zu vermitteln, wurden am Tag des Offenen
Denkmals (September 2004) und auf Ausgrabungen im Raum
Führungen
veranstaltet, eine
Internetseite
(
http://www.archsax.sachsen.de/projekte/dbu.html
) auf der Homepage des
Landesamtes für Archäologie eingerichtet sowie
Vorträge
gehalten (Lommatzsch, Dresden,
Kamenz).
Auf Tagungen des mittel- und ostdeutschen Verbandes für Altertumsforschung in Meißen
(April 2004), der Deutschen Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte (DGUF) in Halle (Juni
2004), der European Association of Archeology in Lyon (September 2004) und der Konrad-
Adenauer-Stiftung in Eichholz (November 2004) konnte das Projekt einer größeren
Fachöffentlichkeit
durch Referate vorgestellt werden. Eine deutsch- und englischsprachige
Projektskizze für das Publikationsorgan der DGUF (Archäologische Informationen) bzw. des
niederländischen ROB befindet sich im Druck (Göldner 2004).
Anlässlich einer Projektvorstellung am 16.6.2005 im Landesamt für Archäologie wurde der
Fachbeirat
des Projektes über die Ergebnisse dieses Vorprojektes informiert. Im Rahmen
einer sehr konstruktiven Diskussion konnten erste Schwerpunkte für die Durchführungs- und
Umsetzungskonzeption im Rahmen eines Hauptprojektes skizziert werden (Anlage 11).
Um den abschließenden Ergebnisrücklauf zu sichern, wird der Ergebnisbericht des
Vorprojektes allen
Kooperationspartnern
inkl. der landwirtschaftlichen Betriebe zur
Verfügung gestellt.

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 18/68
2.3 Landwirtschaft
Ein Schwerpunkt des Vorprojektes war eine erste Analyse und Bewertung der für die
zunehmende Gefährdung archäologischer Denkmäler verantwortlichen Faktoren im
Untersuchungsgebiet. Dies erfolgte gemeinsam mit den landwirtschaftlichen
Kooperationspartnern zunächst exemplarisch in sieben Arbeitsfenstern.
Dabei sollte die Frage beantwortet werden, ob und inwieweit Chancen bestehen, dass der
individuelle Landwirt im Beziehungsgefüge der natürlichen, betriebswirtschaftlichen, markt-
und förderpolitischen Rahmenbedingungen flächenscharfe und zeitlich
überschaubare/planbare Maßnahmen zum Schutz der archäologischen Denkmäler
veranlassen und selbstbestimmt durchführen kann.
Eine wichtige Grundlage bildete die schlagbezogene Sammlung und Bewertung aller
relevanten archäologischen, landwirtschaftlichen sowie geowissenschaftlichen und
umweltfachlichen Datenbestände bezüglich ihrer Aussagefähigkeit und damit methodischen
Verwendbarkeit im Hauptprojekt (Kap. 2.1).
An Fallbeispielen wurden bodenschonende Bewirtschaftungsmethoden näher beleuchtet.
2.3.1 Grundlagen
2.3.1.1 Landwirtschaftlich bedingte Faktoren für die Gefährdung von
archäologischen Kulturdenkmälern
Archäologische Kulturdenkmäler in landwirtschaftlich intensiv genutzten Agrarräumen sind
sowohl durch Bodenerosion als auch bearbeitungsbedingte Bodeneingriffe z.T. großflächig
gefährdet.
Das im Untersuchungsgebiet ausgeprägte Relief der Mittelsächsischen Lößhügellandschaft
bedingt starke niederschlagsbedingte Erosionserscheinungen, die Gegenstand langjähriger
interdisziplinärer Untersuchungen waren und sind
(LfL
1996; LfL 2002; LfL 2003).
Neben dieser Gefährdung der archäologischen Kulturdenkmäler durch erosiven Bodenabtrag
müssen gleichzeitig nichterosive, d.h. bewirtschaftungs-/bearbeitungsbedingte Boden-
verlagerungen und damit Deckschichtverluste für die Einschätzung der Denkmalgefährdung
berücksichtigt werden:
Hierbei ist zum einen selbst auf Schlägen mit niedriger Reliefenergie, also weitestgehend
ebenen Bewirtschaftungsflächen, mit einer unmittelbaren Zerstörung der oberflächennahen
archäologischen Befunde durch den mechanischen Eingriff der Bodenbearbeitung zu
rechnen (in Abhängigkeit von Art, Tiefe und Häufigkeit der Bodenbearbeitung). Zum anderen
werden z.T. deutliche technikbedingte Verlagerungen von Bodenmaterial beobachtet, die
z.B. Geländestufen (Abbildung 2-4) an Oberhängen im Übergangsbereich zu nicht
ackerbaulich genutzten Flächen entstehen lassen (Wald, Gartenland etc.) oder angepflügte
„Wälle“ bei den an Ackerflächen angrenzenden Gartengrundstücken.
Vor diesem Hintergrund wurden in dieser Machbarkeitsstudie die Auswirkungen von
Bodenverlagerungen im Bereich der archäologischen Fundplätze betrachtet und bewertet,
um im Dialog mit den Landwirten konkrete Schutzmaßnahmen ableiten zu können.
Die Maßnahmenvorschläge unterscheiden sich je nach standörtlichen Gegebenheiten,
betriebswirtschaftlichen, markt- und förderpolitischen Rahmenbedingungen (Kap. 2.4.1).

image
DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 19/68
Abbildung 2-4: Geländestufe an einem Oberhang bei Paltzschen.
2.3.1.2 Bodenschonende Bewirtschaftungsmethoden
Grundgedanke einer bodenschonenden, konservierenden Bodenbearbeitung ist die Redu-
zierung der Intensität der Bodenbearbeitung in Art, Tiefe und Häufigkeit des mechanischen
Eingriffs, um ein stabiles Bodengefüge mit einem hohen Makroporenanteil zu erzielen.
Durch das Belassen von Pflanzenresten wird eine möglichst ganzjährige Bodenbedeckung
angestrebt; gleichzeitig wird mit der Humusanreicherung in Verbindung mit intensiverem
Bodenleben ein intaktes Bodengefüge zur Erosionsprävention hergestellt.
Die Arbeitsgänge der Bodenbearbeitung werden mit abnehmender Intensität des Eingriffs in
den Boden wie folgt klassifiziert
(KTBL
[Hrsg.] 1993) (vgl. Anlage 3):
1. Bodenbearbeitung mit Pflug (konventionell)
2. Bodenbearbeitung ohne Pflug (konservierend)
A mit Grundbodenbearbeitung
B ohne Grundbodenbearbeitung
3. Direktsaat
Mit der Entwicklung von Verfahren zur bodenschonenden Bewirtschaftung wurde bereits in
den 80er Jahren u.a. in der Lommatzscher Pflege begonnen, nachdem die Problematik der
Bodenerosion erkannt worden war. Durch eine konservierende Bodenbearbeitung, die heute
auf über 30% der sächsischen Feldflächen angewandt wird, konnte die Bodenerosion bereits
erheblich reduziert werden. Meist wird das pfluglose Verfahren mit dem Einsatz des
Grubbers angewandt.
Direktsaatverfahren sind noch sehr selten und werden bislang nur bei einzelnen Fruchtarten,
beispielsweise Getreide nach Vorfrucht Raps, praktiziert.

image
image
DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 20/68
Abbildung 2-5:
Direktsämaschine (für Direkt- und Mulchsaat)
Für die konservierende Bodenbearbeitung wird von vielen Betrieben die Förderung durch
das seit 1993/94 angebotene Programm „Umweltgerechte Landwirtschaft“ (UL)
(Programmteil A, Mulchsaat; vgl. Internetseite:
http://www.smul.sachsen.de/de/wu/landwirtschaft/agrarumweltmassnahmen/index_646.html
)
in Anspruch genommen. Zunehmend motivieren aber auch rein ökonomische Vorteile,
welche bei konsequenter Umstellung auf konservierende Bodenbearbeitung durch
Kostensenkung auftreten, zu einem kompletten Systemwechsel.
Von allen Partnerbetrieben der Vorprojektstudie wird zumindest ein Teil der Flächen
konservierend bearbeitet, eine konsequente Anwendung des Verfahrens findet nur im
Unternehmen 5 statt; im Bedarfsfall erfolgt in den anderen Partnerbetrieben die
Bodenbearbeitung konventionell, d. h. mit dem Pflug (Abbildung 2-6).

image
DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 21/68
Abbildung 2-6: Dauerhaft und temporär konservierende Bodenbearbeitung auf landwirtschaft-
lichen Flächen im Einzugsgebiet des Baderitzer Stausees (Quelle: Sächsische Landesanstalt
für Landwirtschaft).
Zur Verminderung von Bodenverlagerungen und zum Schutz von archäologischen
Kulturdenkmälern stehen generell folgende Instrumente zur Verfügung (Erläuterungen siehe
Anlage 4).
1. Konservierende Bodenbearbeitung (Mulch- oder Direktsaat).
2. Herausnahme bestimmter Flächen aus der ackerbaulichen Bewirtschaftung und
Überführung in Brachland/Stilllegungsfläche.
3. Partielle Umwandlung von Ackerland in Dauergrünland.
4. Anbau von Zwischenfrüchten (Gründüngung) nach der Ernte zur Verringerung der
Schwarzbrachezeiten (Zeiten ohne Pflanzenbewuchs).
5. Anbau von Kulturen mit größtmöglicher Bodenbedeckung.
6. Im Einzelfall höhenlinienparallele Bodenbearbeitung.

image
DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 22/68
7. Erosionsmindernde Flurneugestaltung durch die Gliederung und Verkürzung von
Hangprofilen.
8. Teilung von Schlägen.
9. Flächentausch/-kauf.
10. Teilflächengesteuerte Landbewirtschaftung (z. B. im Hinblick auf Bodenbearbeitungs-
tiefe).
11. Keine Anlage von Lager- und Verladeplätzen für Rüben etc. auf Denkmalsflächen, da im
Nachgang häufig Tiefenlockerung notwendig wird (Abbildung 2-7)
Abbildung 2-7: Rübenverladeplatz nahe Wauden (bei Schleinitz).
2.3.1.3
Applikation moderner Technologien
Stand der Agrartechnik
Während in der Vergangenheit mit einer Vielzahl von Einzelgeräten die
Flächenbewirtschaftung in mehreren Arbeitsschritten erfolgte, geht heute im Hinblick auf die
Produktionskosten die Tendenz zu Gerätekombinationen. Diese erlauben, mehrere
Arbeitsgänge in einem Schritt zu erledigen.
Stellvertretend für die Vielzahl von Einzelgeräten und Gerätekombinationen unterschiedlicher
Hersteller wurde im Rahmen des Vorprojekts als exemplarisches Beispiel die Ausstattung
des Partnerbetriebes 5 näher betrachtet, um den technischen Stand sowie
Entwicklungstendenzen in der landwirtschaftlichen Bearbeitungstechnik zu erfassen (Anlage
12).
Das Unternehmen 5 bearbeitet seit 1992 alle Ackerflächen konservierend. Der
Technikbestand umfasst neben zwei leistungsstarken Zugmaschinen lediglich 3
Geräte(kombinationen), mit denen fast ausschließlich gearbeitet wird: Grubber mit Walze
und Striegel, Mulch- bzw. Direktsämaschine mit Striegel, sowie dem nur noch selten zum
Einsatz kommenden Tiefenmeißel.
Die Beschaffung dieser neuartigen Bodenbearbeitungs- und Bestelltechnik macht trotz der
Überschaubarkeit des Geräteparks, einschließlich der erforderlichen Zugmaschinen
Investitionen in Höhe mehrerer 100 T€ notwendig.

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 23/68
Daneben werden Mähdrescher und Rübenroder bei Bedarf von spezialisierten Lohn-
unternehmern angefordert; für begrenzte Anwendungsbereiche werden durch den Betrieb
noch mehrere Kleinmaschinen vorgehalten (Mulchgeräte zur Feldrandpflege,
Rübensämaschine, Walze).
Eine jüngere, sich allerdings noch im Pilotprojektstadium befindliche Entwicklung weist in
Richtung einer
teilflächengesteuerten Bewirtschaftung
mittels EDV-Erfassung und
Satellitennavigation, um den wechselnden standörtlichen Bedingungen bezüglich
Düngereinsatz, Aussaatmenge und Bodenbearbeitung Rechnung zu tragen. Eine
Nutzungsmöglichkeit dieses Systems für archäologische Belange könnte u.a. beispielsweise
in der genauen Ortung und nachfolgend flacheren Bodenbearbeitung im Bereich von
Denkmalsflächen liegen. Eine flächenhafte Einführung dieser Bewirtschaftungsmethode wird
aber auch wegen den zusätzlichen technischen Investitionskosten kurz- und mittelfristig nicht
zu erreichen sein.
2.3.2 Ergebnisse
2.3.2.1 Datenerhebung
Um einen schlagbezogenen Überblick der „Bewirtschaftungsbiographie“ in den exemplarisch
ausgewählten archäologisch interessierenden Arbeitsfenstern zu erhalten, wurden Daten zu
Bearbeitungsverfahren sowie angebauten Kulturen recherchiert. Dies erfolgte durch
- Sichtung der Nutzungsnachweise und Flächennachweise bei den Ämtern für
Landwirtschaft Meißen und Döbeln (Import InVeKoS, d.h. Nutzungs- und Flächendaten
für geförderte LW-Flächen)
- Auswertung der Schlagkarteien der Landwirte hinsichtlich der Bearbeitungstiefen,
Fruchtfolgen und des Geräteeinsatzes (Schlagkarte 1 und 2)
-
Datenverdichtung und -ergänzung im Rahmen von Interviews mit den Landwirten
Die erhobenen relevanten Daten wurden GIS-gestützt in einer Datenbank (Abbildung 2-3)
erfasst, verwaltet und ausgewertet (vgl. Kap. 2.1).
Bewertung der Datengrundlagen und -beschaffung
Generelle Voraussetzung dieser Datenerhebungen war die für das Projekt erteilte
persönliche Nutzungsgenehmigung zur Datennutzung durch den jeweiligen Landwirt.
Im Gegensatz zu relativ unkonkreten Bewirtschaftungsdaten der Nutzungs- und
Flächennachweise wurden die Informationen aus den Schlagkarteien der
Landwirtschaftsbetriebe bezüglich Detailliertheit und Aussagetiefe als gut geeignet für die
Erfassung der Bewirtschaftungsbiographie eingeschätzt. Alle notwendigen Angaben zu
Kulturen und zum Technikeinsatz sind in den Schlagkarteien enthalten und recherchierbar.
Diese Dokumentationen sind jedoch betriebsspezifisch in Bezug auf inhaltliche
Vollständigkeit, Detailliertheit, in Bezug auf Art und Weise der Archivierung (digital, analog)
sowie auf den erfassbaren „historischen“ Zeitraum (von max. 5-10 Jahren bei
Wiedereinrichtern, bis 30 Jahre zurück bei ehem. LPG-Betrieben) sehr unterschiedlich zu
bewerten.
Dokumentiert werden von den Landwirten nur die Daten, aus denen betriebswirtschaftliche
Konsequenzen resultieren.
Datenerhebungen bei den Landwirten sollten nach Möglichkeit nicht in den landwirtschaftlich
arbeitsintensiven Zeiten wie beispielsweise der Frühjahrsbestellung erfolgen, da sonst

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 24/68
Zeitverzögerungen im Projektfortschritt und Schwierigkeiten in der Koordination von
Terminen auftreten.
Die erforderliche Datenmenge wird unter Berücksichtigung des Methodenbausteins
„Erosionsprognose“ (Kap. 2.3.2.3) auf folgende Parameter eingegrenzt:
-
Fruchtfolgen, Technik, Schlagbezüge, Bearbeitungsrichtung.
-
Als Zeitfenster für die Datenerhebung werden 2 Fruchtfolgen herangezogen (da es
auch mehrgliedrige Fruchtfolgen geben kann).
Aufgrund des aufgebauten datenbankbasierten Projekt-GIS ist mit dieser methodisch
definierten Parameter- und Zeitfenstervorgabe eine effiziente Datenerhebung gegeben.
2.3.2.2 Bodenschonende Bewirtschaftungsmethoden und archäologischer
Kulturdenkmalschutz
A) Bewirtschaftungsgeschichte der Schläge
Es wurde eine vergleichende Betrachtung für die Zeit vor- und nach der politischen Wende
am Beispiel des Betriebes 1 vorgenommen (Abbildung 2-8). Im Betrachtungszeitraum 1977-
1990 spielte der Wintergetreideanbau bereits eine herausragende Rolle. Dieser wurde nach
der Wende noch weiter intensiviert. Im Zuckerrüben- und Feldfutteranbau (Luzerne, Klee,
Gras) war nach 1990 ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen. Rückläufige Tierzahlen
bedingten diese Abnahme an Feldfutter-Anbauflächen. Im Zuge der neuen förderpolitischen
Rahmenbedingungen entwickelte sich energiereicher prämiengeförderter Mais zum
Hauptbestandteil des angebauten Futters. Dies folgt dem Trend steigender Einzeltierleistung
bei gleichzeitig sinkenden Tierzahlen nach 1990. Der Rückgang des Feldfutteranbaus ist zu
bedauern, da dieser eine geringe Erosionsförderung aufweist. Der Kartoffelanbau blieb
nahezu unverändert.
Fruchtart
Kartoffeln
Sonnenblumen
Zuckerrüben
Mais
Raps
Hafer
Winterroggen
Wintergerste
Winterweizen
Luzerne, Klee, Gras
Stilllegung
Anzahl Schläge
0
10
20
30
40
50
60
1977 - 1990
1991 - 2004
Abbildung 2-8: Anzahl Schläge verschiedener Fruchtarten in den Arbeitsfenstern des
Betriebes 1 im Vergleich der Jahre 1977 bis 1990 und 1991 bis 2004.

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 25/68
B)
Erste Bewertung der Bodenbearbeitungstechnik als Gefährdungsfaktor für das
archäologische Kulturdenkmal
Um eine Gefährdung der archäologischen Kulturdenkmäler durch
Bearbeitungstechniken
zu bewerten, wurden zunächst die in der Projektdatenbank erfassten Bodenbearbeitungs-
techniken nach den Kriterien Intensität, Häufigkeit und Tiefe des Bodeneingriffs klassifiziert
(Erläuterungen zur Klassifizierung siehe Anlage 6).
1 2 3 4
Direktsaat Bodenschonende/
konservierende
Bearbeitung (pfluglos)
Bodenbearbeitung mit
Pflug (Arbeitstiefe
< 30 cm) bzw.
Gerätekombination mit
Rodemaschine
Bodenbearbeitung mit
Pflug > 30cm
In einem zweiten Schritt erfolgte eine Klassifizierung und Bewertung der auf den
ausgewählten Flächen angebauten
Kulturen in Bezug auf die Förderung der
Bodenerosion
(in Anlehnung an
[BVB
(Hrsg.) 2004]) nach den Kriterien „Dauer der
Bodenbedeckung" sowie „Dichte der Bodenbedeckung“.
1 2 3 4 5 6 7 8
Still-
legung
Grünland Feldfutter Winter-
getreide
Sommer-
getreide
Hack-
früchte/
Mais mit
Schutz-
maß-
nahme
Hack-
früchte/
Mais
ohne
Schutz-
maß-
nahme
Feld-
gemüse
Die Summe der Klassenwerte für die Bodenbearbeitungstechnik und die Kulturen über einen
Zeitraum lässt eine erste tendenzielle Aussage zur Erosionsförderung durch die
Bewirtschaftung in diesem Zeitraum zu. Im Folgenden wurde beispielhaft der Zeitraum von
1977 bis 1990 und von 1991 bis 2004 verglichen (Abbildung 2-9).
Gefährdung des archäologischen Kulturdenkmals
Gefährdung des archäologischen Kulturdenkmals

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 26/68
n = Anzahl (Schläge x Jahre)
Bodenbearbeitung
Fruchtart
Summe der Klassenwerte aller Schläge
0
200
400
600
800
1977 - 1990
1991 - 2004
n = 160
n = 160
n = 160
n = 160
Abbildung 2-9: Summe der Klassenwerte der Bodenbearbeitung und der Fruchtarten aller
Schläge in den Arbeitsfenstern des Betriebes 1 für die Jahre 1977 bis 1990 und 1991 bis 2004.
Während die Bodenbearbeitung in der Summe der Klassenwerte einen deutlich niedrigen
Wert nach 1990 erreicht (was auf generell weniger starken Bodeneingriff schließen lässt),
bleibt die Summe der Klassenwerte der Fruchtarten annähernd gleich. Das Spektrum und
die Schwerpunkte der Fruchtarten haben sich zwar verändert (Abbildung 2-8), aber der
Erosionseinfluss durch die Kultur ist unverändert.
1
Aus (Abbildung 2-10) kann eingeschätzt werden, dass bodenschonende Bearbeitungs-
verfahren erstmals 1987 mit steigender Tendenz praktiziert wurden (Jahr 1990 mit Anzahl
Schläge = 4 ist Ausreißer) und ab 1993 (höchster Anteil bei gleichzeitig erstmaliger
Förderung durch UL) starke Schwankungen in deren Anwendung auftreten (Anteil der
konservierend bestellten Ackerflächen schwankt zwischen 50 und 90 %).
1
Diese Aussage kann nur als Tendenz interpretiert werden und nicht i.S. eines quantitativen Ergebnisses, da die
Klassifizierung der Fruchtarten und Bodenbearbeitung nicht als kardinale Skala betrachtet werden kann und
damit eigentlich keine Rechenoperation zulässt.

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 27/68
Jahr
1977
1979
1981
1983
1985
1987
1989
1991
1993
1995
1997
1999
2001
2003
Relativer Anteil pfluglos bearbeiteter Schläge (%)
0
20
40
60
80
100
Abbildung 2-10: Relativer Anteil von Schlägen mit pflugloser Bodenbearbeitung an
Gesamtanzahl aller Schläge in den Arbeitsfenstern der Jahre 1977 bis 2004.
2.3.2.3
Erosion 2D-Simulationen am Beispiel der Flächen des Betriebes 3
Im Rahmen betriebswirtschaftlicher Vorgaben des Betriebes 3 (Bewirtschaftung entfernter
Schläge mit gleicher Kultur; keine Schlagteilung; keine kleinräumig differenzierte
Bearbeitungsrichtung; Marktfruchtanbau, keine zusätzlichen Vorgewende) wurden unter
Anwendung des Computermodells zur Simulation der Bodenerosion durch Wasser (Erosion
2D) Erosionsbeträge für verschiedene Fruchtarten und Bewirtschaftungsformen an 3
Beispielflächen (Feldstück 13, 15, 4) ermittelt. Bei der Simulation kann unter
Berücksichtigung standörtlicher Bedingungen (Relief, Boden, Bewirtschaftung, vgl. Abbildung
2-11) für einzelne Niederschlagsereignisse festgestellt werden, welche Maßnahmen in
welcher Größenordnung den Schutz des Bodens vor Erosion gewährleisten. Den
Berechnungen wurde ein zweijähriges Niederschlagsereignis zugrunde gelegt, d.h. ein
Ereignis, das innerhalb des Projektzeitraums auch real zu erwarten ist. Ziel war es im
speziellen Beispiel, aus den vielfältigen Szenarien für jeden Hang eine Bewirtschaftung
(Fruchtfolge, Bodenbearbeitung, Bodenbedeckung) zu ermitteln, welche für den jeweiligen
Standort den Bodenabtrag minimiert.
Abbildung 2-11: Schematischer Überblick des Erosion 2D-Modells.
Relief
(Profile)
Boden
(Bodenparameter)
Bewirtschaftung
(Kultur, Bodenbearbeitung,
Zeitpunkt)
Niederschlagsdaten
(2-jähriges Ereignis)
Eingangsdaten
Ergebnis
Austrag
und Deposition
des Bodens
für ein Ereignis
in t ha
-1

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 28/68
Zusammenfassend stellen sich die Ergebnisse wie folgt dar:
Aufgrund der Relief- und Bodenfaktoren ist der Standort Höfgen als weniger
erosionsgefährdet einzustufen, der Standort Zscheilitz Süd als intermediär, der Standort
Zscheilitz Nord ist dagegen am gefährdetsten. Diese Bewertung des Gefährdungspotentials
bestätigt die Ergebnisse der Bohrstocksondierungen (Kap. 3).
Aus den Simulationen kann für die 3 Beispielflächen im Rahmen der betrieblichen Vorgaben
das folgende Maßnahmenspektrum abgeleitet werden:
konsequente Mulchsaat,
Zwischenfruchtanbau,
Verzicht auf Zuckerrübenanbau aufgrund der Bodenbeeinträchtigung durch die
Rodemaschine,
Optimierung der Bearbeitungsrichtungen und
Perspektivische Herausnahme eines genau abgegrenzten Schlagteils aus der
Ackernutzung (Stilllegung).
Die detaillierten Ergebnisse sind in Anlage 5 dokumentiert.
Das Modell Erosion 2D ist als methodisches Arbeitsinstrument geeignet, für Hangsegmente
von 1 m Breite eine Bewirtschaftung (Fruchtfolge, Bodenbearbeitung, Bodenbedeckung,
Hangunterteilung) zu simulieren, die den Bodenabtrag entsprechend den speziellen
Erfordernissen der Flächenbewirtschafter so weit als möglich minimiert.
Ergänzend wird für die flächenscharfe Lokalisierung/Abgrenzung von Maßnahmenbereichen
das EROSION 3D-Modell favorisiert. Mit EROSION 3D ist im Gegensatz zu EROSION 2D
eine einzugsgebietsweite Simulation der Wassererosion realisierbar (s. Kap. 2.5.3).

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 29/68
2.4 Ökonomische Lösungsansätze zum Einbinden der
Schutzmaßnahmen der archäologischen Denkmäler in die
Landwirtschaftlichen Unternehmen
Für die auf Bewirtschaftung und Betriebsergebnis der landwirtschaftlichen Unternehmen
wirkenden Schutzmaßnahmen der archäologischen Denkmäler stehen keine finanziellen
Ausgleichsmittel zur Verfügung. Daher wurde in diesem Vorprojekt nach mittelbaren
ökonomischen Effekten für die Umsetzung der Schutzmaßnahmen (Kap. 2.3.1.2) gesucht.
Im Folgenden wird beschrieben:
-
wie das Maßnahmenspektrum für die individuellen Betriebsverhältnisse definiert wird,
-
wie die Maßnahmen im derzeitigen und zukünftigen förderpolitischen und
marktwirtschaftlichen sowie rechtlichen Rahmen zu bewerten sind und
-
wie raumordnerische und landschaftsplanerische Instrumente für den Schutz der
archäologischen Denkmäler genutzt werden können.
2.4.1 Ökonomische Definition des Handlungsrahmens für
Schutzmaßnahmen der archäologischen Denkmäler
Die ökonomischen Folgen einer denkmalschutzbedingten Reglementierung der
landwirtschaftlichen Nutzung sind abhängig von den Standortparametern der betroffenen
Fläche, der Struktur des landwirtschaftlichen Betriebes, dem marktwirtschaftlichen Umfeld
(Kap. 2.4.3) und von steuernden Förderprogrammen (Kap. 2.4.2). Diese Einflussfaktoren
sollen im Folgenden erläutert werden:
Schutzmaßnahmen für archäologische Denkmäler sind durch ihren unmittelbaren Eingriff in
das Nutzungsregime des Landwirts mit finanziellen Verlusten unterschiedlicher
Größenordnung verbunden. Die vorliegenden Erfahrungen zeigen jedoch, dass die
Landwirte aufgrund eines wachsenden Verantwortungsbewußtseins für ihre Kulturlandschaft
ökonomische Verluste im Zuge von archäologischen Schutzmaßnahmen in gewissen
Grenzen in Kauf nehmen. So lange jedoch keine Finanzierungsmöglichkeiten aus
Förderprogrammen für den archäologischen Kulturdenkmalschutz verfügbar sind, setzen
erwartungsgemäß betriebswirtschaftliche und flächenabhängige Randbedingungen Grenzen
für das Maßnahmenspektrum zum Schutz der Denkmäler.
1. Das betriebswirtschaftliche Ergebnis einer Fläche ist konkret abhängig von den
Standortparametern:
-
Bodenfruchtbarkeit und damit verbundene Ertragsleistung,
-
Flächengröße, Parzellenform, Hangneigung, Hindernishäufigkeit, Entfernung vom Hof,
Zugänglichkeit sowie Bodenunebenheit und Tragfähigkeit des Bodens.
2. Der ökonomische betriebsspezifische Verlust bei gleicher Maßnahme ist abhängig von:
-
der Größe der landwirtschaftlichen Fläche eines Betriebes,
-
der Ausrichtung des Betriebes auf Marktfruchtanbau oder Tierhaltung,
-
den angebauten Fruchtarten und dem Fruchtartenspektrum (Ein großes
Kulturartenspektrum bietet dabei eine gute Auswahlmöglichkeit für die Gestaltung einer
günstigen Fruchtfolge für den Anbau mit konservierender Bodenbearbeitung.) sowie
-
Unterschieden in Betriebsführung und Betriebsphilosophie.

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 30/68
Ergebnisse
Bereits bei den wenigen im Vorprojekt ausgewählten teilnehmenden Landwirten zeigten sich
sehr individuelle Betriebsstrukturen, die unterschiedliche gezielte Maßnahmenvorschläge
verlangen, welche nachfolgend beispielhaft skizziert werden sollen. Wesentlich ist, dass die
Landwirte in Gesprächen signalisiert haben, auch außerhalb unmittelbarer finanzieller
Anreize für den archäologischen Denkmalschutz einen Entscheidungsspielraum in ihrer
Produktionsentscheidung einzuräumen.
Tabelle 2-1: Charakteristik und ableitbare archäologische Schutzmaßnahmen für den
Beispielbetrieb 1.
Charakteristikum
Maßnahme / Motivation
Großes Unternehmen, breites Anbauspektrum
±
konstante Fruchtfolgen und Interesse an
natürlicher hoher Bodenfruchtbarkeit
aber
Keine konsequente Mulchsaat, da anfängliche
Produktionsrisiken (Ertragseinbußen) nicht
eingegangen werden und bei acker- und
pflanzenbaulichen Anpassungsstrategien
Diskussionsbedarf besteht
Motivation zur
konsequenten
Mulchsaat
mit vergleichsweise
„unproblematischen“ Kulturen auf den
schutzbedürftigen Denkmälern
Tierhaltender Betrieb,
Neben Marktfrucht- auch Futterbau,
Bisher hoher Maisanbau aufgrund hoher Prämien
und hoher Energiedichte des Futters
Mit fortschreitender Entkopplung (Kap.
2.4.3) verringern sich die finanziellen
Vorzüge des Maisanbaus gegenüber
Klee, Luzerne und Gras etwas.
Nutzung des Ausbaus des
Klee-,
Grasanbaus
auf Denkmalflächen
möglichst
in zeitlicher Kombination
mit Stilllegung
(dafür muss spezielle
Genehmigung erwirkt werden)
Mit dem Übergang zur Flächenförderung ab 2005
ist ein zunehmendes Interesse an Grünland zu
erwarten, welches bisher nicht mit der Marktfrucht-
produktion auf den ertragreichen Böden
konkurrieren konnte
Nutzung der zusätzlichen Förderung der
extensiven
Grünlandwirtschaft
im
Rahmen künftiger Umweltprogramme
Im Unternehmen werden bereits verschiedene
„Bausteine“ des Programms UL genutzt - nicht nur
aus wirtschaftlichen Gründen sondern auch für ein
besseres Flächenmanagement
Gezielter, flächenspezifischer Vorschlag
einzelner
Umweltfördermaßnahmen

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 31/68
Tabelle 2-2: Charakteristik und ableitbare archäologische Schutzmaßnahmen für den
Beispielbetrieb 3
Charakteristikum
Maßnahme / Motivation
breites Anbauspektrum,
±
konstante Fruchtfolgen,
Fruchtfolge weniger stark wintergetreidebetont und
Interesse an natürlicher hoher Bodenfruchtbarkeit
Kleineres Unternehmen, reiner Marktfruchtbetrieb,
weit vom Hof entfernte Schläge
Kriterien setzen aus Aufwandsgründen
betriebswirtschaftlich engen Handlungsrahmen:
-
Bewirtschaftung entfernter Schläge mit
gleicher Kultur
-
Keine Schlagteilung
(Bearbeitungsflächenverkleinerung)
-
Keine kleinräumige Differenzierung der
Bearbeitungsrichtung
-
Anbauspektrum begrenzt auf Marktfrucht
alle Maßnahmen die mittelbare
finanzielle Effekte über eine Erhöhung
der Bodenfruchtbarkeit und/oder Schutz
vor Bodenabtrag versprechen:
-
Zwischenfruchtanbau,
-
Konsequente und dauerhaft
konservierende Bodenbearbeitung
mit hohem Anteil an
Mulchbedeckung.
2.4.2 Nutzung von Fördermöglichkeiten an der Schnittstelle zwischen
Umwelt und Landwirtschaft
Der Schutz archäologischer Denkmäler ist nicht selbst förderfähig. Aber Maßnahmen des
Naturschutzes, Bodenschutzes, der ökologischen Landschaftsgestaltung und des ländlichen
Raumes, welche durch verschiedene Programme gefördert werden, können positive Effekte
für den archäologischen Denkmalschutz haben. Diese Förderungen sind als Motivation für
die Umsetzung von Schutzmaßnahmen auf Flächen archäologischer Denkmäler
unverzichtbar.
Folgende Programme im Freistaat Sachsen wurden auf ihre Anwendbarkeit für das Projekt
geprüft (Kurzinhalt, Laufzeit und Verpflichtungszeitraum s. Anlage 7.1):
Im Rahmen des Entwicklungsplans für den ländlichen Raum für den Freistaat Sachsen 2000
bis 2006 existiert das sächsische Programm zur
„Förderung einer umweltgerechten
Landwirtschaft im Freistaat Sachsen (UL)“
. Es wird aus Mitteln zur Förderung der
Entwicklung des Ländlichen Raumes durch den europäischen Ausrichtungs- und
Garantiefond für die Landwirtschaft kofinanziert.
Ab 2005 beginnt die Zuweisung der Zahlungsansprüche für beihilfefähige Flächen
(„
Flächenprämien
“) im Zuge der Umsetzung der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik
(Kap. 2.4.3).
Im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des
Küstenschutzes“ wird in Sachsen die
Ländliche Neuordnung
(Verfahren nach
Flurbereinigungsgesetz) gefördert.
Auf der Grundlage des Operationellen Programms zur Strukturförderung des Freistaates
Sachsen gewährt das Land Sachsen für den Zeitraum 2000 bis 2006 Mittel für die
Ökologische Landschaftsgestaltung
und
die Entwicklung des ländlichen Raumes und
der Dörfer
.

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 32/68
Für die Pflege und Entwicklung von Landschaftselementen gewährt der Freistaat Sachsen
außerdem Fördermittel nach der
Naturschutzrichtlinie
.
Aufgrund der vergleichsweise großen Anwendungsbreite des Programms „Förderung einer
umweltgerechten Landwirtschaft im Freistaat Sachsen (UL)“ (vgl. Internetseite:
http://www.smul.sachsen.de/de/wu/landwirtschaft/agrarumweltmassnahmen/index_646.html
)
wird dieses nachfolgend in Bezug auf seine Anwendbarkeit für den Denkmalschutz unter
Beachtung der Gebietsspezifik in Bezug auf Bodenfruchtbarkeit und Erträge, Lebensraum
und Artenpotential und Ansprüchen des Denkmalschutzes speziell erläutert. Daneben
bewirkt die Flächenprämie innerhalb der Reform der GAP eine Veränderung des
agrarwirtschaftlichen Umfeldes, die der speziellen Betrachtung bedarf (Kap. 2.4.3).
Ergebnisse
Das Programm UL wird nur den kurzfristigen Lösungsweg zum Denkmalschutz unterstützen
können, da 2006 ein neuer Entwicklungsplan für den ländlichen Raum für den Freistaat
Sachsen durch das Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft erarbeitet werden
muss. Es ist noch nicht absehbar, ob in diesem Zusammenhang das Förderinstrument
unverändert erhalten bleibt, modifiziert wird oder zugunsten anderer Instrumente wegfällt.
Die derzeitige Teilnahme vor allem an den bodenschonenden Maßnahmen des
Umweltgerechten Ackerbaus belegen den wirtschaftlichen Anreiz des Programms.
Die im Rahmen des UL förderfähige konservierende Bodenbearbeitung kann auf
erosionsgefährdeten Standorten den Bodenabtrag über Denkmälern begrenzen bzw. im
besten Fall minimieren. Die, mit dem UL verbundene Auflage zum Zwischenfruchtanbau vor
der pfluglosen Bearbeitung zu Mais und Zuckerrüben sichert i. d. R. eine Mulchbedeckung
bis zur Ernte dieser Sommerfrüchte. Der Landwirt kann die Schläge für bodenschonende
Maßnahmen jährlich wechseln. Auch die Tiefe der Bodenbearbeitung wird mit diesem
Förderinstrument nicht begrenzt. Für einen wirksamen Schutz eines archäologischen
Denkmals werden zusätzliche Vereinbarungen nötig, die langfristig eine konservierende
Bodenbearbeitung sichern und die Bearbeitungstiefe begrenzen.
Die Grünlandwirtschaft spielt in der Lommatzscher Pflege eine untergeordnete Rolle.
Grünland ist grundsätzlich nur für tierhaltende Betriebe als Produktionsgrundlage
interessant. Mit der 2005 eingeführten und bis 2013 steigenden Flächenprämie wird das
wirtschaftliche Interesse am Grünland steigen, da dann auf Grünland mit geringsten Kosten
u. U. Gewinne erzielbar werden.
Unter dem Programmteil Naturschutz und Erhaltung der Kulturlandschaft (NAK) werden
Maßnahmen gefördert, die Denkmalflächen langfristig sichern könnten. Die Förderung setzt
aber eine vertragliche Vereinbarung mit der zuständigen Naturschutzbehörde voraus. Es
muss also ein naturschutzfachliches Interesse aufgrund eines speziellen Arten- oder
Lebensraumpotentials auf der Fläche bestehen. Bestimmte Maßnahmen sind nur für Flächen
in Schutzgebieten vorgesehen. Die Flächenauswahl wird für die Anwendung des NAK sehr
begrenzt sein. Zusätzlich bedingen Umwandlungen von Acker in Dauergrünland sowie
langfristige Stilllegung die Eigentümereinwilligung und einen über den
Verpflichtungszeitraum andauernden Pachtvertrag.
Sehr interessant ist die Maßnahme „Zwischenstreifen auf Acker“ im NAK. Zwischenstreifen
kommen den Ansprüchen des Denkmalschutzes entgegen, da viele Fundstellen inmitten von
Schlägen liegen. Die Maßnahme wird mit 450 € / ha sehr hoch gefördert. Allerdings muss
eine naturschutzfachlich sinnvolle Bewirtschaftung des Zwischenstreifens gefunden werden.
Auf Grund der Überschneidung von Ansprüchen des Umwelt- und Naturschutzes und des
Denkmalschutzes an die Flächenbewirtschaftung sind Umweltförderprogramme grund-
sätzlich als Anreiz für die Umsetzung von Schutzmaßnahmen für archäologische
Kulturdenkmäler geeignet.

image
DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 33/68
Das hohe Ertragspotenzial dieser Region steht aber der Förderung einer extensiveren
Nutzung entgegen
Außerdem sind Förderungen zeitlich begrenzt und bieten durch die Bindung an staatliche
Institutionen und Haushalte keine ausreichende Planungssicherheit. Dies macht sie
eindeutig zu einem Instrument des kurzfristigen Sofortschutzes.
Die derzeitige Situation schränkt mit Auslaufen des Programms UL die konkreten
Handlungsmöglichkeiten auf den Denkmalflächen ein, eröffnet aber mit Ausgestaltung eines
neuen Programms für eine Umweltgerechte Landwirtschaft im Rahmen des neuen
Entwicklungsplans für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen ab 2007 (Abbildung 2-12)
die Chance der Einflussnahme auf deren Ausgestaltung.
Abbildung 2-12: Förderzeiträume auf der Zeitachse zwischen 2004 und 2008.
Die Einflussnahme auf die Ausgestaltung des Entwicklungsplans des Freistaates Sachsen
für den ländlichen Raum kann auf zwei Wegen erfolgen:
1. Einflussnahmen auf die Neugestaltung der Umweltmaßnahmen über die
Kommunikationspartner der Umwelt- und Naturschutzverbände, wobei hierbei
folgende Maßnahmen anzustreben wären:
-
Bodenschonende Bewirtschaftung mit Flächenbindung,
-
Extensive bzw. naturschutzgerechte
Grünlandnutzung,
-
Anlage (auch großflächiger) Zwischenstreifen im Acker.
2. Eine Integration der Altsiedelgebiete mit den Schutzobjekten Archäologische
Denkmäler in die Entwicklungsziele für den ländlichen Raum auf der Basis des
Bundes-Naturschutzgesetzes (Grundsätze und Ziele des Naturschutzes und der
Landschaftspflege § 2 (1) Satz 14.: „
Historische Kulturlandschaften
...,
einschließlich solcher von besonderer Bedeutung für
die Eigenart
oder Schönheit
geschützter oder
schützenswerter
Kultur-, Bau- und
Bodendenkmäler, sind zu
erhalten
.“) und des Bundes-Bodenschutzgesetzes („Archivfunktion des Bodens“).
Perspektivisch sollte das Erhaltungsziel in ein Förderinstrument für
Schutzmaßnahmen für wertvolle archäologische Kulturdenkmäler münden.
Der fortgeschrittene Bearbeitungsstand des Entwicklungsplans des Freistaates Sachsen für
den ländlichen Raum erlaubt keinen Aufschub der Einflussnahme.
Die Möglichkeiten einer fachpolitischen Einflussnahme auf die Formulierung von
Fördertatbeständen im Rahmen der laufenden Festlegung fachpolitischer Ziele für die
„Entwicklungsplanung ländlicher Raum Sachsen“ wurden deshalb bereits in ersten
Gesprächen im SMUL geprüft: Ziel ist die Integration des archäologischen
Kulturdenkmalschutzes in die flächenbezogenen Fördermaßnahmen der Landwirtschaft für
den Zeitraum 2007-2013.

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 34/68
2.4.3 Die Veränderung der Agrarmarktpolitik und ihr Einfluss auf die
Motivation für Schutzmaßnahmen der archäologischen Denkmäler
Im Juni 2003 hat der EU-Agrarrat mit den Kernpunkten:
1. Entkopplung der Direktzahlung von der Produktion
2. Cross Compliance
3. Obligatorische Modulation
eine grundlegende Neuausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik eingeleitet.
Die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik wurde im August 2004 in der nationalen
Gesetzgebung und ab 2005 praktisch umgesetzt.
Die „Entkopplung“ (1.) bedeutet, dass die neuen Direktzahlungen nicht mehr an Produkte
und produzierte Mengen sondern an die Größe der landwirtschaftlich genutzten Fläche des
Betriebes gekoppelt ist. Das bewirkt eine Flexibilisierung der Produktionsentscheidung des
Landwirts und Hinwendung auf Marktkriterien. Da es zukünftig für Acker und Grünland
gleiche Flächenprämien geben wird, ist die jetzige Benachteiligung des Grünlandes
aufgehoben. In Deutschland erfolgt diese Umstellung in einer Übergangsphase zur
Betriebsanpassung von 2005 bis 2012. 2013 sollen die regional einheitlichen Hektarprämien
umgesetzt sein.
Mit dem Wegfall der Produktförderung können die hohen Kosten einer sehr intensiven
Flächenbearbeitung nicht mehr erwirtschaftet werden. Dieser ökonomische Druck kann ein
Hauptmotor für die Verringerung der Bodenbearbeitungsintensität werden. Damit erhöhen
sich die Chancen des archäologischen Denkmalschutzes.
Die Gewährung der Direktzahlungen ist an die Einhaltung von Grundanforderungen (
Cross
Compliance
2.) an die Betriebsführung (19 Europäische Rechtsvorschriften) sowie an die
Erhaltung der landwirtschaftlichen Flächen in einem „guten landwirtschaftlichen und
ökologischen Zustand“ gebunden. Die Direktzahlungen-Verpflichtungenverordnung regelt in
Deutschland diese Anforderung. Sie enthält wichtige auch auf den archäologischen
Denkmalflächen anwendbare Restriktionen zur
-
Erosionsvermeidung und
-
Erhaltung der organischen Substanz im Boden und Schutz der
Bodenstruktur.
Ab 2009 werden die Cross Compliance durch eine weiteres Erfordernis ergänzt. Es müssen
landeseinheitlich potenziell erosionsgefährdete Standorte ermittelt werden und Maßnahmen
zum Erosionsschutz definiert werden.
Die EU Mitgliedsstaaten sind ab 2005 verpflichtet die Direktzahlungen auch bei Einhaltung
der Cross Compliance um 3 % (ab 2007 5%) zu Gunsten der Entwicklung ländlicher Räume
zu kürzen (
obligatorische Modulation
) und an die EU rückzuführen. Über die Verwendung
der in die Länder zurückfließenden Mittel (Abbildung 2-13) entscheiden die Bundesländer im
Rahmen der Ausgestaltung ihrer Entwicklungspläne für den ländlichen Raum. Die
Bedeutung dieses Entwicklungsplans wurde bereits in Kap. 2.4.2 diskutiert.

image
DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 35/68
Abbildung 2-13: Weg der Obligatorischen Modulation als Bestandteil der Reform der
Gemeinsamen Agrarpolitik ab 2005.
Die Reform der gemeinsamen Agrarpolitik wirkt auf eine Extensivierung hin und erhöht damit
die Chancen des archäologischen Denkmalschutzes. Für die flächenbezogenen
Diskussionen mit den Landwirten zum archäologischen Kulturdenkmalschutz ist jedoch
gleichzeitig zu beachten, dass sich die Landwirte durch die Neuregelungen im Rahmen von
Cross Compliance mit einer Reihe zusätzlicher Restriktionen konfrontiert sehen, die –
zusätzlich zu den ohnehin per Gesetz verpflichtenden Umweltleistungen
2
- z.
T. den
derzeitigen Handlungs- und Finanzspielraum der Betriebe weiter einschränken könnten.
2.4.4 Nutzung von Planungsinstrumenten zur Umsetzung von
Schutzmaßnahmen für archäologische Denkmäler
Aufgrund der Vielzahl von Planungen (Anlage 8) der verschiedenen Ebenen der
Raumordnung (Abbildung 2-14) erfolgte eine Bestandsaufnahme und Prüfung ihrer
Auswirkungen auf die archäologischen Kulturdenkmäler. Im Vordergrund standen die
Beiträge der Landschaftsplanung zur Raumordnung und Anbindungsmöglichkeiten von
Maßnahmen des Denkmalschutzes an die der Landschaftspflege.
2 Für die Gefahrenabwehr bei Bodenerosion enthält zum Beispiel das Bodenschutzrecht Regelungen.
Mit der Einhaltung der „Grundsätze der guten Fachlichen Praxis“ gemäß § 17 BBodSchG
(Bundesbodenschutzgesetz) sind die Vorsorgepflichten für die landwirtschaftliche Bodennutzung
erfüllt. Die landwirtschaftlichen Beratungsstellen fungieren als beratende Vermittler der „guten
Fachlichen Praxis“ mit dem Vollzugsinstrument, der BBodSchV (Bundesbodenschutzverordnung). Sie
enthält in § 8 konkrete Regelungen zur Gefahrenabwehr bei schädlichen Bodenveränderungen durch
Bodenerosion
(Rothstein
2003; BVB (Hrsg.) 2004; Schmidt 2004). Neben den Anforderungen des
BBodSchG ergeben sich aus dem § 5 Abs. 4 BNatSchG (Bundes Naturschutzgesetz) weitere
Grundsätze für eine standortangepasste Bewirtschaftung.

image
DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 36/68
Abbildung 2-14: Schema der Planungsebenen in der Raumordnung.
A Der Regionalplan
Der Regionalplan übernimmt in seiner Position in der Raumordnung die Grundsätze und
Ziele des Landesentwicklungsprogramms und präzisiert diese Vorrang- (Ziel) und
Vorbehaltsgebiete (Grundsatz) sachlich und räumlich. Im Untersuchungsgebiet sind auf der
Grundlage der sehr hohen Bodengüte sowohl Vorrang- aus auch Vorbehaltsgebiete für die
Landwirtschaft ausgewiesen. Die Kategorie Vorranggebiet ist als Ziel der Raumordnung
verbindliche Vorgabe und unterliegt nicht der Abwägung mit konkurrierenden Nutzungs-
ansprüchen. Ein Entzug landwirtschaftlicher Fläche aus Vorranggebieten für Landwirtschaft
mit besten Produktionsbedingungen ist zumindest für Rohstoffabbau und Bebauung nicht
möglich während bspw. Gehölzpflanzungen zum Erosionsschutz mit dem Vorranggebiet
Landwirtschaft vereinbar sind. Die Regionalpläne Oberes Elbtal und Ostsachsen verweisen
auf die hohe Erosionsgefährdung. In der Lommatzscher Pflege sind ebenfalls Vorrang- und
Vorbehaltsgebiete für Natur und Landschaft vor allem in den Bachtälern im Bereich
bestehender Schutzgebiete ausgewiesen.
B Der Flächennutzungsplan und der Bebauungsplan sowie Landschaftsplan und
Grünordnungsplan mit der Eingriffsregelung
Denkmäler können durch Landschaftspflegerische Maßnahmen auf den Flächen dauerhaft
geschützt werden. Der Landschaftsplan (LP) liefert dem Flächennutzungsplan (FNP)
Maßnahmen für die Kompensation von Eingriffen in Naturhaushalt und Landschaftsbild,
welche der Flächennutzungsplan mit der Planung und Darstellung von bspw. Bauflächen und
Verkehrsflächen vorbereitet („Vorbereitende Bauleitplanung“). Der Verbindliche Bauleitplan,
der Bebauungsplan (BP), welcher aus dem FNP entwickelt wird, bildet die Grundlage für die
Umsetzung des Eingriffs und der in einem Grünordnungsplan (GOP) (Abbildung 2-14)
konkretisierten Kompensationsmaßnahmen.
In den genannten einzelnen Plänen (FNP, BP, LP, GOP) der Bauleitplanung erfolgt auf
diesem Wege die Umsetzung der naturschutzfachlichen „Eingriffsregelung“. Die
„Eingriffsregelung“ wird formal inhaltlich durch das Baugesetzbuch (BauGB) und materiell
inhaltlich im Naturschutzrecht bestimmt
(Gerhards
2002). Nach dem Verursacherprinzip ist
der Bauherr für die Bewältigung und Kosten der Kompensationsmaßnahme verantwortlich.
Obwohl Kompensationsmaßnahmen bereits im FNP dargestellt werden müssen, wenn
dieser Eingriffe vorbereitet werden, enthält der FNP Lommatzsch keine solchen Flächen. Für
den Schutz der Archäologischen Denkmäler hat dies den Vorteil, dass die Kompensations-
maßnahmen noch nicht räumlich fixiert sind. Kompensationsmaßnahmen müssen jedoch
planerisch fixiert werden. Veränderungen der Gesetzgebung eröffneten seit der Novellierung
des Baugesetzbuches 1998 eine neue Möglichkeit des Vollzuges der „Eingriffsregelung“.
Folgende Rechtsaspekte haben dabei auch für Denkmalflächen besondere Bedeutung:

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 37/68
-
Die Kompensation des Eingriffs muss nicht am Ort des Eingriffs erfolgen.
-
Die Durchführung von Kompensationsmaßnahmen ist vor der Durchführung des Eingriffs
und sogar vor der Zuordnung zu einem konkreten Eingriff bereits möglich.
Diese räumliche und zeitliche Flexibilisierung ermöglicht die Bevorratung von Flächen und
Maßnahmen für die Kompensation von zukünftigen Eingriffen in so genannten Ökokonten.
Daraus kann abgeleitet werden, dass damit die Umsetzung von Kompensationsmaßnahmen
auf Denkmalflächen stattfinden, auch wenn diese vom Baugebiet entfernt sind und / oder
noch gar kein Eingriff erfolgt ist, vorausgesetzt die Fläche finden Eingang in das Ökokonto.
Im Rahmen eines Forschungs- und Entwicklungsvorhabens „Verbesserung des Vollzugs der
Eingriffsregelung durch Etablierung eines regionalen Kompensationsflächenpools“ wurde für
die Planungsregion Westsachsen sowohl eine Methodik als auch ein konkreter Flächenpool
entwickelt. Dieser Kompensationsflächenpool erlaubt im Maßstab 1:25.000 eine Bewertung
von Eingriffen und von Aufwertungspotentialen auf Ausgleichsflächen.
Auf der Grundlage dieser Methode wird der Kompensationsflächenpool derzeit für den Kreis
Meißen als Projekt der Umweltallianz Sachsen erarbeitet (vgl. Internetseite
http://webs.idu.de/oekoMan/content.asp
) (Abbildung 2-16).
Für die Identifizierung möglicher Kompensationsmaßnahmen weist der Landschaftsplan eine
hohe Eignung auf
(IÖR
2004). Die Auswahl geeigneter Kompensationsräume bzw. Flächen
sowie geeigneter Maßnahmen wird sich also stark am Landschaftsplan orientieren. Der
Landschaftsplan Lommatzsch sieht im Bereich der archäologischen Denkmäler umfassende
landschaftspflegerische Maßnahmen vor (Anlage 8) welche in das Ökokonto integriert
werden könnten (Abbildung 2-15).

image
image
DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 38/68
Abbildung 2-15: Ausschnitt der Landschaftsplanerischen Zielvorstellung im Bereich des
archäologischen Denkmals Zscheilitz Nord aus dem LP Lommatzsch Stadt 1996 - Entwurf.
Neben der fachlichen Eignung einer Fläche muss ihre Verfügbarkeit gesichert sein. Ein
wichtiger zukünftiger Arbeitsschritt wird die Kommunikation mit dem Projekt
Ökoflächenmanagement Meißen zur Einbindung von Flächen und Maßnahmen in den
Kompensationspool und zur Unterstützung bei der Akquirierung von Flächen sein.
Abbildung 2-16: Kompensationsflächenpool Kreis Meißen (Projekt der Umweltallianz Sachsen)
- Ausschnitt Zscheilitz Nord (links: ohne Kompensationsflächen; rechts: mit
Kompensationsflächen – grün dargestellt; roter Kreis: Bereich archäologischer
Kulturdenkmäler).
Bereich mit
archäologischen
Kulturdenkmälern
N
N
(ohne Maßstab)
(ohne Maßstab)

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 39/68
C Agrarstrukturelle Vorplanung und Agrarstrukturelle Entwicklungsplanung/ ländliche
Neuordnung
Agrarstrukturelle Vorplanung und Entwicklungsplanung sind unverbindliche informelle
Fachplanungen mit dem Ziel der ganzheitlichen regionalen Entwicklung ländlicher Räume
fokussiert auf Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft. In der Agrarstrukturellen Vorplanung
Ostrau (1995) wurde die Bodenerosion auf landwirtschaftlichen Flächen registriert, sie findet
sich aber nicht in flächenkonkreten Maßnahmen zum Erosionsschutz wieder.
Vorgeschlagene Maßnahmen dienen der Strukturanreicherung der Landschaft mit
Pflanzungen im Bereich von Straßen und Wegen und gewässerbegleitender
Grünlandnutzung. Die Umsetzung der Maßnahmen kann aus verschiedenen
Förderprogrammen finanziell unterstützt werden.
Hauptziel der ländlichen Neuordnung ist die Verbesserung der Agrarstruktur. Zwei laufende
Verfahren im Untersuchungsgebiet (Gemeinde Leuben-Schleinitz und Gemeinde Zschaitz-
Ottewig) planen in den ausgewählten Arbeitsfenstern jedoch keine Maßnahmen. Die
Verfahren der ländlichen Neuordnung werden im Blickfeld des archäologischen
Denkmalschutzes bleiben, da sie, abhängig von der Teilnehmergemeinschaft, ein gutes
Instrument darstellen, welches auch Maßnahmen des Denkmalschutzes integrieren kann.

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 40/68
2.5 Archäologische Schadenserhebung, Bodenschutz und
Erosionsprävention
2.5.1 Auswahlkriterien für die Arbeitsfenster
Primäres Kriterium für die Auswahl der archäologischen Kulturdenkmäler war ein Abgleich
mit den bewirtschafteten Flächen der Partnerbetriebe. Naturräumlich sind damit
repräsentative Ausschnitte im Kerngebiet des mittelsächsischen Lößhügellandes, d. h. der
Lommatzscher Pflege erfasst.
Wesentliche archäologische Kriterien bildeten die Zeitstellung, die von der
Linienbandkeramik bis ins frühe Mittelalter reicht, mithin auch der Seltenheitswert des
Denkmales (z. B. die endneolithische Siedlung von Auterwitz, älterkaiserzeitliche Fundstelle
bei Altlommatzsch) sowie seine Bedeutung für die Landesgeschichte Sachsens (Zschaitzer
Burgberg, slawische Burganlage von Paltzschen).
Im Kriterienkatalog unberücksichtigt bleiben mußten einzelne Denkmälergattungen (Gräber,
Siedlungen etc.). Ebenso war ein ungleicher Kenntnisstand in Kauf zu nehmen, der zwischen
einem größeren Grabungsausschnitt (Auterwitz, Flächennummer 770) auf der einen und
wenigen Oberflächenfunden (Zscheilitz, Flächennummer 155, 185, 186) auf der anderen
Seite außerordentlich schwankt.
Bislang überhaupt keine Informationen lagen, von der spätneolithischen Siedlung von
Auterwitz (Flächennummer 772) einmal abgesehen, zum Erhaltungszustand einzelner
Kulturdenkmäler vor. Nach Maßgabe des Reliefs und der Fundstelleausdehnung angelegte
Bohrcatenen stellen deshalb nicht nur entscheidende Grundlagen für erste Zustands-
beschreibungen, sondern auch für Prognosen und künftige Maßnahmenkonzeptionen dar.
2.5.2 Bohrstocksondierungen
Die seitens der Archäologie ausgewählten Bodendenkmäler und Untersuchungsflächen
lagen ausnahmslos auf Schlägen von Landwirtschaftsbetrieben, die bereits in
Vorgesprächen ihre wohlwollende Unterstützung für das Vorprojekt signalisiert hatten.
Dadurch wurde erreicht, dass es in keiner Projektphase Schwierigkeiten z.B. für das
Betreten der Feldflächen und bei den durchzuführenden Geländearbeiten gab. Diese
Vorgehensweise und enge Abstimmung führte zu einer sehr offenen und harmonischen
Zusammenarbeit mit den landwirtschaftlichen Projektpartnern, sodass bereits am Ende des
Vorprojekts konkrete Schritte und Maßnahmen zum Erhalt und Schutz der Bodendenkmäler
in praktischer Umsetzung auf den Weg gebracht werden konnten.
Von bodenkundlicher Seite wurde erwartet, das Umfeld der archäologischen Fundplätze
topographisch-geomorphologisch zu bewerten und durch gezielte Handsondagen den
Bodenprofilaufbau zu erfassen. Schließlich erlaubt einzig der Abgleich und die Interpretation
der rezent vorliegenden Bodenprofile, ganz konkrete Aussagen zur Bodenerosion in der
Vergangenheit an diesen Lokalitäten vorzunehmen und die Bodenabträge zu quantifizieren
(Vogt
1995) Diese Berechnungen basieren auf der Tatsache, dass sich bei den hier
verbreiteten ‚Normparabraunerden’ der charakteristische Tonverarmungshorizont in einer
flächenhaft ca. 40 bis 50 cm mächtigen Decklage entwickelt hat (siehe dazu u.a. Thiery &
Laves 1968; Machann & Semmel 1970; Kramer 1978) und der unterlagernde
Tonanreicherungshorizont hier gewöhnlich eine Mächtigkeit von 60 bis 70 cm aufweist. Über
diese Parameter und eingeschränkt auch über die Entkalkungstiefe lässt sich über die
Abtragungsbeträge der Erhaltungszustand der Denkmäler einschätzen. Allerdings ist es
dabei nicht möglich, das Alter bzw. den Zeitpunkt der Erosion zu bestimmen. Aus der
Zusammenschau der Profile ließ sich schließlich das Gefährdungspotential für die

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 41/68
Bodendenkmäler ableiten, was wiederum den Ansatzpunkt für die Diskussion verschiedener
Schutzmaßnahmen in Abstimmung mit den Landwirtschaftsbetrieben darstellt.
Zunächst wurden, um sich selbst auf die Stratigraphien der verbreitetsten Bodentypen im
Lösshügelland zu eichen, zahlreiche Bodenprofile in Aufschlüssen des Haus- und
Straßenbaus aufgesucht; diese sind z.T. auch mit Fachkollegen diskutiert worden. Danach
erst begannen die Bohrstocksondierungen im Bereich der archäologisch relevanten Flächen.
Die Abstände und Anzahl der Sondagepunkte wurden an das Relief angepasst, d.h. bei
größeren topographischen Unterschieden sind die Abstände geringer angelegt, bei kleineren
entsprechend weiter gefasst. Zum Sondieren der Böden wurde ein Pürckhauer-
Handbohrgerät zum Aufschluss von 1 Meter Profiltiefe verwendet, durch Verlängerungen von
weiteren Meterstücken ließen sich auch tiefere Bereiche aufschließen. Die Bearbeitung und
Beschreibung der Profile erfolgte nach der Bodenkundlichen Kartieranleitung
(AG
Boden
(Hrsg., 1994). Um nicht nur die stabilen oder erosionsgefährdeten Landschaftsteile zu fassen
wurden Bohrungen auch in Tiefenlinien oder Hangfußbereichen niedergebracht, um auch
dort eine gewisse Vorstellung der Akkumulation des umgelagerten Bodenmaterials zu
erhalten. Die beschriebene Vorgehensweise mit angepassten Bohrstocksondagen hat sich
hier, wie bereits in anderen Landschaften auch, bestens bewährt.
Als ganz entscheidendes Ergebnis der pedologischen Untersuchungen hat sich gezeigt,
dass jeder einzelne Fundplatz falsifiziert zu betrachten und zu bewerten ist und vorliegende
Kartenwerke (Mittelmaßstäbliche Landwirtschaftliche Kartierung, digitalisierter
Reichsbodenschätzungs-Vergleich, Bodenkonzeptkarte 1: 50.000) allenfalls eine grobe
Übersicht geben können.
Des Weiteren müssen Verallgemeinerungen, z.B. im Falle vergleichbarer Reliefpositionen,
aufgrund des Ein- und Zusammenwirkens vieler verschiedener Faktoren auf den jeweiligen
Standort zwangsläufig zu Fehleinschätzungen führen. Dies bedeutet zugleich, dass sich aus
den der vorliegenden Voruntersuchung zugrunde liegenden Einzelbeispielen keinesfalls
flächenhafte Aussagen für die Gefährdung der archäologischen Denkmäler in der
Lommatzscher Pflege ableiten lassen. Die Ergebnisse der einzelnen bodenkundlichen
Bearbeitungen sind mit den Ausführungen seitens der Archäologie in Kap. 3 verschmolzen.
Ergebnisse
Nicht bestätigt haben sich Befürchtungen, dass die Lommatzscher Pflege nach über einem
Jahrhundert intensiver agrarischer Nutzung zur archäologischen Wüste geworden wäre. Der
Generalverdacht, unter dem die Landwirtschaft vielfach schon gestellt worden ist, zerfällt im
Licht der Einzelfallanalyse in ein höchst differenziertes Wirkungsgefüge von Topographie,
Erosion und Nutzung, das zu Sorge und Hoffnung gleichermaßen Anlass gibt, eine
flächenhafte Betrachtung jedoch erheblich erschwert.
Bei vielen Fundstellen gehen bereits erheblich angegriffene Bereiche, insbesondere Flanken
und Oberhänge in Verebnungsflächen über, auf denen die Erosion noch nicht weit
vorangeschritten ist. Dies gilt etwa für die Plätze Lüttewitz-Baderitzer Stausee
(mehrperiodischer Fundplatz, Nr. 29960-D-05), Höfgen (offene frühmittelalterliche Siedlung,
Nr. 61320-D-03) und mit Einschränkungen auch Zscheilitz-Süd (offene frühmittelalterliche
Siedlung, Nr. 60430-D-03), wo auf den plateauartigen Rücken von geringen
Erosionsbeträgen (bis zu 20 cm) und damit passabler Befunderhaltung ausgegangen werden
kann, während an den Übergängen zu den steilen, in Dellen abfallenden Hängen und auf
den Hängen selbst erhebliche Verluste (>0,5 m) zu beklagen sind. Entsprechend mächtige
kolluviale Sedimente konnten sich in den Senken (> 1 m) entwickeln. Auf Luftbildern
erkennbare Strukturen (Lüttewitz-Baderitzer Stausee Nr. 29960-D-05; Zscheilitz-Süd, Nr.
60430-D-03) stehen mit diesen Beobachtungen in gutem Einklang: Befundtragende Plateaus
werden von hellen, denudierten Randbereichen begrenzt, die die Modellierungen als stark
erosionsgefährdete Bereich ausweisen.
Wäre auf den Verebnungsflächen eine konsequente konservierende Bodenbearbeitung
wahrscheinlich ausreichend, müssen für die erodierten Flanken weitergehende Maßnahmen

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 42/68
in Betracht gezogen werden. Die spätneolithische Siedlung von Auterwitz (Nr. 28400-S-02-
04) verdankt ihren vergleichsweise guten Erhaltungszustand ebenfalls der Lage auf einer
Verebnungsfläche. Über eine konservierende Bewirtschaftung hinaus empfiehlt sich hier der
Verzicht auf den Anbau von Kartoffeln, Mais und Zuckerrüben.
Im Fall der slawischen Burg auf dem „Tanzberg“ von Paltzschen (Nr. 59260-D-02) ist das
Plateau im engeren Befestigungsbereich vom Bodenabtrag zwar in geringerem Maße
betroffen als die weitgehend erodierten Ränder, doch ist das Kulturdenkmal durch die 1976
erfolgte Umwandlung einer Streuobstwiese in Ackerland, die Beseitigung der Wallanlage
sowie den Auftrag von Bauschutt wahrscheinlich so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass
sich eine belastbare Schadensbilanz erst nach Sondagen ziehen ließe. Allerdings zeichnen
sich auf Luftbildern westlich der Befestigung auch grubenhausartige Strukturen ab, die noch
auf der Verebnungsfläche liegen und in jedem Fall die Einleitung von Schutzmaßnahmen
verdienen. Der von den „Flurbereinigungsmaßnahmen“ der 1970er Jahre profitierende
Nachfolgebetrieb der LPG „Helmut Just“ wird sich hier einer gewissen Verantwortung nicht
entziehen können.
War der „Tanzberg“ von dem mutmaßlichen, bei Thietmar von Merseburg überlieferten
Stammesheiligtum der slawischen Daleminzier, das am Paltzschener See zu lokalisieren
sein dürfte, nicht weit entfernt, wird der Zschaitzer Burgberg (Nr. 29940-D-02) immer wieder
mit jener „
urbs quae dicitur Gana“
in Verbindung gebracht, die nach Widukind von Corvey im
Winter 928/929 von Heinrich I. erobert worden sein soll. Auch in diesem Fall gehen durch
Flurveränderungen und ackerbauliche Nutzung verursachte Schäden Hand in Hand mit
Erosionserscheinungen. Von der Materialverschleppung durch die Feldbestellung ist vor
allem der Hauptwall bedroht. Da im Hauptburgareal im Basismaterial gepflügt wird, mag es
hier für Schutzmaßnahmen bereits zu spät sein. Ohne Sondagen ist das Ausmaß der
Schäden jedoch nicht zu beurteilen. Ungleich besser ist offensichtlich der Zustand des
Vorburgareals, für das neue Luftbilder ein mehrfach gestaffeltes Grabensystem ausweisen.
Die Erosionsbeträge unterschreiten in allen Bohrungen 30 cm. Die aktuelle
Bewirtschaftungsform (Kleegras) gewährleistet wenigstens mittelfristig einen Schutz des
archäologischen Kulturdenkmals. Langfristig ist eine dauerhafte Umwandlung in Grünland
anzustreben.
Ließen sich die Ergebnisse von der Kombination Verebnungsfläche-erodierte Flanken
(Lüttewitz-Baderitzer Stausee Nr. 29960-D-05, Höfgen Nr. 61320-D-03, mit Einschränkung
Auterwitz Nr. 28400-S02/-03/-04) eventuell sogar auf vergleichbare topographische
Verhältnisse übertragen, blickt man durch fünf weitere Arbeitsfenster (Altlommatzsch Nr.
59940-S-07/-08/-16; Lüttewitz-Stromleitung Nr. 29960-S-12 und 29960-D-08; Pitschütz Nr.
59960-D-02; Schwochau Nr. 59990-D-05; Zscheilitz „Nord“ Nr. 60430-04/-06/-08) auf ein
äußerst differenziertes Erhaltungspanorama: Die günstigste Diagnose lässt sich
Fundarealen, u.a. der Bandkeramik und Bronzezeit bei Pitschütz (Nr. 59960-D-02) stellen,
die einen zum Keppritzbach bzw. dessen Seitentälchen sanft geneigten, schwach
gegliederten Hang einnehmen und vom Bodenabtrag nur geringfügig betroffen sind.
Mehrfach wurden Befunde von 0,5 bis über 1 m Tiefe durchbohrt. Allerdings dürften
vorgeschichtliche Begehungshorizonte in der Pflugschicht aufgearbeitet sein, aus der
erwartungsgemäß zahlreiche Funde an die Oberfläche transportiert werden. Die größte
Gefahr geht auf diesen Flächen nicht von der Erosion, sondern von der Bearbeitungstiefe
aus. Diese durch den Verzicht auf Pflug und Bodenmeißel möglichst gering zu halten, wäre
eine wirkungsvolle Schutzmaßnahme. Auch im Bereich der stichbandkeramischen
Fundstelle von Lüttewitz, die auf einem Hangfuß in einem Akkumulationsraum liegt,
gelangen die Funde eher durch die Bodenbearbeitung als erosive Vorgänge aus kolluvial
überdeckten Schwarzerderelikten an die Oberfläche. Überraschenderweise waren
hangaufwärts weitgehend vollständige Parabraunerde-Profile anzutreffen. Eine genaue
Bewertung lässt sich allerdings wohl erst nach Sondagen vornehmen.
Das kleinräumig differenzierte Dellen-Rücken-System bei Altlommatzsch, auf dem Funde der
älteren römischen Kaiserzeit (Nr. 59940-S-07/-08/-16) aufgesammelt werden konnten,
bedingt eine ebenso kleinteilige Differenzierung der Bodenprofile. Ist eine Verebnungsfläche

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 43/68
wiederum erwartungsgemäß weniger betroffen, sind aus den Profilverkürzungen an den
Hängen und auf den Rücken erhebliche Verlagerungen von Material abzuleiten, das sich in
den Tiefenlinien bis zu einer Mächtigkeit von 1 m akkumuliert hat. Bei Bodenverlusten von
50-60 cm auf den Oberhängen und Rückenansatzzonen müssen dringend
Schutzmaßnahmen eingeleitet werden.
Besonderes Augenmerk richtete sich auf einen mehrperiodischen Fundplatz bei Schwochau,
wo beim Bau einer Ferngasleitung Ende der 1960er Jahre Gruben und Bodenprofile
angeschnitten worden waren und dokumentiert werden konnten. Den Bodenverlust der
letzten 40 Jahre durch einen Profilvergleich zumindest ansatzweise bilanzieren zu können,
bietet dieser Trassenabschnitt im Arbeitsgebiet die seltene Gelegenheit: Der Vergleich mit
1968 aufgenommenen Profilen zeigt, dass partiell extreme Bodenverluste eingetreten sind,
die beispielsweise am Oberhang ca. 40 cm betragen. Demnach wäre hier jährlich etwa 1 cm
Material erodiert worden. Da die Erosionsbeträge insgesamt zwischen 0,1 bis 0,5 m auf der
Kuppe und 0,7 m auf den konvexen Oberhanglagen schwanken, besteht dringender
Handlungsbedarf, um den Totalverlust von archäologischer Substanz zu verhindern.
Dieser Fall dürfte im Bereich einer zweiten Fundstelle bei Zscheilitz (Zscheilitz-Nord, Nr.
60430-D-06/-08/-04) schon eingetreten sein. Der Bodenabtrag variiert hier nicht nur
zwischen 0,4 und 1 m, sondern erstreckt sich auch auf Mittel- und Unterhangpositionen, von
denen technikbedingt Material in eine Mulde verfrachtet und dort bis zu einer Mächtigkeit von
1,5 m abgelagert wurde. Dem Zusammenwirken von Erosion und mechanischen
Bodenbewegungen sind wahrscheinlich mindestens drei bekannte archäologische
Kulturdenkmäler komplett bzw. teilweise zum Opfer gefallen. Auf dieser Fläche
Schutzmaßnahmen zu ergreifen, hätte kaum mehr Aussicht auf Erfolg.
Dass archäologische Kulturdenkmäler nicht nur durch langfristige Erosionsprozesse und die
alljährliche Bodenbearbeitung, sondern auch durch einen häufig undokumentierten
künstlichen Reliefausgleich in Mitleidenschaft gezogen wurden, wird im Hauptprojekt
verstärkt zu berücksichtigen sein. An einer differenzierten Einzelfallanalyse, die
insbesondere dem Mikrorelief Rechnung tragen muss, führt auch in Zukunft, wie die große
Bandbreite der Erhaltungszustände gezeigt haben mag, kein Weg vorbei.
2.5.3 Methodik E2D/E3D-Modellierung
EROSION-3D (E3D) ist wie EROSION 2D (E2D) ein physikalisch begründetes Modell zur
Prognose der Bodenerosion durch Niederschlagsereignisse. Abweichend vom E2D, welches
für ein Hangprofil anwendbar ist, erlaubt E3D eine räumliche, auf Wassereinzugsgebiete
bezogene Betrachtung. Beide Modelle wurden im Rahmen umfangreicher Feldversuche
zwischen 1992 und 1996 in Zusammenarbeit der TU Bergakademie Freiberg, LfL, LfUG und
TU Karlsruhe validiert. Das Erosionsmodell E3D gehört in Sachsen seit mehreren Jahren
zum geläufigen Instrumentarium des Bodenschutzes und wird in der Landschaftsplanung
oder in Flurneuordnungsverfahren eine immer größere Rolle spielen.
Im Rahmen dieses Vorprojektes wurden keine Simulationsberechnungen mit dem E3D
Modell durchgeführt. Gebiete, für die bereits Erosionsprognosestudien vorliegen (Abbildung
2-17.) wurden recherchiert und deren Eignung für die hier vorliegende Fragestellung
eingeschätzt. Weiterhin wurde geprüft, inwieweit weitere pedologische und archäologische
Basis-Daten für
die geplanten Erosionsmodellierungen,
die damit verbundene Abschätzung der Erhaltungschancen der archäologischen
Kulturdenkmäler und
die Konzeption konkreter Schutzmaßnahmen aufzunehmen sind.
Exemplarisch wurde eine E2D Simulation verschiedener Bewirtschaftungsszenarien an 3
Hängen vorgenommen (Kap. 2.3.2.3).

image
DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 44/68
Ergebnisse
Die recherchierten, bereits vorhandenen E3D-Modellierungen (Abbildung 2-17) lagen - mit
Ausnahme einer Denkmalfläche - alle außerhalb der ausgewählten Arbeitsfenster des
Vorprojektes. Die vorhandenen Arbeiten belegen ein sehr kleinräumiges Wirkungsgefüge der
Boden-, Relief- und Niederschlagsparameter und entsprechend kleinflächige heterogene
Bodenabtragswerte.
Die Nutzbarkeit dieser bereits vorliegender E3D-Ergebnisse ist zunächst für die
Fragestellung des großmaßstäblichen archäologischen Kulturdenkmalschutzes nur
eingeschränkt möglich: Die vorliegenden Modellierungsszenarien wurden in den
zurückliegenden Jahren auf jeweils spezifisch formulierte fachliche Problemstellungen
ausgerichtet und damit auf Basis unterschiedlicher Datenqualität – u.a. vom Arbeitsmaßstab
abhängig - erarbeitet (z.B. ist die Wahl der Grenzwerte für tolerierbare Bodenabträge
aufgrund verschiedener fachlicher Fragestellungen unterschiedlich). Keine dieser
Fragestellungen berücksichtigte das Problemfeld „Erhaltung archäologischer Denkmäler“.
Abbildung 2-17: Arbeitsfenster und vorhandene E3D-Modellierungen im Gesamt-
untersuchungsrahmen
(Grundlage:
Topographische Karte 1:10.000 mit Erlaubnis des
Landesvermessungsamtes Sachsen Erlaubnis-Nr.: 213/03-B)
.
E3D-Modellierungen haben sich generell für unterschiedliche Fragestellungen als
ausgezeichnetes Planungsinstrument für die Simulation verschiedener
Bewirtschaftungsszenarien in erosionsgefährdeten (Teil-) Einzugsgebieten erwiesen und
ergänzen methodisch sinnvoll die auf ein einzelnes Hangprofil bezogene E2D-Simulation.
Das Modell E3D kann künftig Anwendung finden bei:
1. einer
mittelmaßstäblichen Analyse
des gesamten Untersuchungsrahmens zur
Identifikation
von Risikobereichen
,

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 45/68
2. einer
großmaßstäblichen
Betrachtung der Landnutzungs- und
Bewirtschaftungssituation für einzelne Denkmalstandorte zur
Ermittlung des jeweiligen
Gefährdungsgrades
einer standortangepassten Feldbewirtschaftung mit Angaben zur
konkreten Fruchtfolge und Art der Bodenbearbeitung.
Betriebswirtschaftlich einschneidende Maßnahmen (Grünlandnutzung, Schutzpflanzungen)
können durch eine hohe Auflösung von z.B. 1x1 m auf tatsächlich hoch gefährdeten Bereich
eingegrenzt werden.
Voraussetzung für die Selektion klar abgrenzbarer Flächen, auf denen sich
Erosionsprozesse konzentrieren, ist eine einheitliche präzise Datengrundlage: Basis für die
Reliefparameter ist dabei ein digitales Geländemodell (DGM), wobei die Eigenschaften
innerhalb eines Rasterelementes dieses Modells als homogen betrachtet werden. Die
Differenziertheit der Betrachtung ist also vom Raster abhängig, welches in Größe und
Auflösung vom vorhandenen DGM bestimmt ist. Die optimale Rasterweite für eine
Projektbearbeitung muss noch ermittelt werden.

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 46/68
3 Flächenspezifische Ergebnisse
Die im Rahmen des Vorprojektes ausgewählten Archäologischen Kulturdenkmäler (Anlage
1.3) wurden anhand der in den vorangegangenen Kapiteln beschriebenen Methodik
untersucht.
Die Auswertung der landwirtschaftlichen Flächendaten, d.h. von kultur- und
bearbeitungstechnisch relevanten Informationen, ist schlagübergreifend für die ausgewählten
Arbeitsfenster des Vorprojektes in Kap. 2.3.2.1 dargestellt.
Die nachfolgende Zusammenfassung der flächenspezifischen Ergebnisse bezieht sich auf
das konkret im Gelände untersuchte archäologische Denkmal. Anlage 9 enthält ergänzend
die detaillierte Ergebnisdarstellung. Auf Grundlage der Ergebnisse der dort vorgenommenen
Bodenuntersuchungen erfolgten eine Gefährdungseinschätzung des Denkmals und
Maßnahmenvorschläge. Die Geländeprotokolle der Bohrungen/ Bohrstocksondierungen sind
im Landesamt für Archäologie archiviert (Quelle: Profildokumentation der
Bohrstocksondagen, Ortsakten Landesamt für Archäologie Sachsen).
Die angeführten Ackerzahlen basieren auf Feldbefunden der amtlichen Bodenschätzung aus
den Jahren 1934 bis 1952 (siehe Anlage 10).
Mit dem Erosion 2D-Modell erfolgten beispielhaft für die Schläge nahe Höfgen und Zscheilitz
Simulationen bzgl. der Erosionsintensität in Abhängigkeit von Relief-, Boden- und
Bewirtschaftungsparametern. Die Auswertung ist in Kapitel 2.3.2.3 dargestellt.
3.1
Höfgen (Gde. Ketzerbachtal, Kr. Meißen)
Archäologie
Bei der seit 1912 bekannten Fundstelle handelt sich um eine offene, wohl dörfliche
frühmittelalterliche Siedlung (61320-D-03; Flächennummer 298) in direkter Nachbarschaft
der slawischen bzw. frühdeutschen Burganlagen von Ziegenhain und Höfgen. Das
Fundmaterial umfasst vor allem Keramik und Hitzesteine
Relief
Die Fundstelle befindet sich in einer Spornlage mit größerer Verebnungsfläche, die zu
beiden Seiten nach Osten mäßig geneigt ist. Im Süden geht das Gelände über eine steile
Flanke in eine größere Geländemulde über. Die Funde wurden vermutlich entlang der
breiten Stirn nach Osten hangabwärts verlagert.
Landwirtschaft
Zurzeit ist auf der Fläche Winterweizen angebaut. Für 2006 ist der Anbau von Sommergerste
geplant.
Das Gebiet weist überwiegend Ackerzahlen um 70 auf.
Bodenverhältnisse
Es wurden 8 Bohrungen durchgeführt.
Während auf der geneigten Verebnungsfläche die Parabraunerden nur schwach erodiert
sind (10-20 cm), fehlen an der Plateaukante ca. 30 cm, in den Mittelhangbereichen zirka 20
cm. In den Mulden hat sich das verlagerte Material zu Kolluvien von ca. 2 m Mächtigkeit
akkumuliert.

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 47/68
Einschätzung der Gefährdung des Denkmals und Maßnahmenvorschläge
Die Pflugtiefe bewegt sich zwischen 25 und 30 cm und damit im durchschnittlichen Bereich.
Bei tieferen Bodeneingriffen wird mit hoher Wahrscheinlichkeit Fundmaterial an die
Oberfläche verlagert.
Die Erosion ist auf der Plateaufläche als schwach, im Bereich der Plateaukante deutlich
stärker zu bewerten. Hier sind Schutzmaßnahmen anzuraten.
Vereinbarungen mit dem Landwirt
Mulchsaat und Zwischenfruchtanbau wird konsequent und dauerhaft angewandt. Die
Bearbeitungsrichtung erfolgt hangparallel (SW-NO). Tiefenlockerung ist nicht beabsichtigt.
3.2
Zscheilitz (Gde. Lommatzsch, Kr. Meißen)
3.2.1 Zscheilitz Nord
Archäologie
Östlich des Ortes Zscheilitz bzw. nördlich des Bachlaufes Zscheilitzer Wasser sind derzeit
mindestens 3 Fundstellen bekannt, die u.a. Artefakte der Jungsteinzeit, Bronzezeit und
Römischen Kaiserzeit erbracht haben (60430-D-06, 60430-D-08, 60430-D-04;
Flächennummern 155, 185, 186). Die Zeitstellung eines Fundplatzes ist noch nicht geklärt.
Relief
Als größere geomorphologische Einheit taucht dort ein breiter, West-Ost-verlaufender
Rücken in eine Nord-Süd-ausgerichtete Geländemulde im Osten des Fundareals ab. Die
nach Süden exponierte Rückenflanke weist im Kleinrelief eine unregelmäßige Hangprofillinie
auf, bei der sich etwas flachere und steilere Bereiche ablösen und sich teilweise sogar als
schwach konvexe Bereiche herausheben können.
Landwirtschaft
Das Gelände ist ackerbaulich genutzt und z.Zt. mit Wintergetreide in Mulchsaat bestellt, die
Vorfrucht war Raps.
Das Gebiet weist überwiegend Ackerzahlen um 70 auf, die jedoch mit 88 am Nord- und
Ostrand etwas höher sind und Richtung Zscheilitzer Wasser auf ca. 96 ansteigen.
Bodenverhältnisse
Insgesamt wurden 15 Bohrungen niedergebracht.
In weiten Teilen ist der Bodenabtrag stark vorangeschritten und erreicht Größenordnungen
zwischen 0,4 und über 1 m insbesondere im östlichen Teil, wo bestenfalls stark erodierte
Parabraunerden, schlimmstenfalls aber bereits Pararendzinen und Rankerprofile anzutreffen
sind und in das anstehende Ausgangsmaterial hineingepflügt wird. Auffälligerweise sind die
größten Profilverkürzungen nicht im Hangknickbereich der Oberhänge, sondern in konvexen
Abschnitten des Hangverlaufs sogar in Mittel- und Unterhangpositionen festzustellen. Dem
entspricht eine Kolluvienentwicklung von mehr als 1,5 m in den Hangfußbereichen. In den
höhergelegenen, westlichen Bereichen ist von Profilverkürzungen zwischen 0,25 und 0,5 m
auszugehen.
Einschätzung der Gefährdung des Denkmals und Maßnahmenvorschläge
Dramatische Bodenverluste lassen befürchten, dass im Untersuchungsgebiet archäologische
Fundstellen zumindest teilweise bereits vollständig zerstört sind und damit
Schutzmaßnahmen weithin zu spät kommen.

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 48/68
Vereinbarungen mit dem Landwirt
Mulchsaat und Zwischenfruchtanbau wird konsequent und dauerhaft angewandt. Die
Bearbeitungsrichtung erfolgt hangparallel (West-Ost). Auf Kartoffel-, Mais- und Rübenanbau
wird verzichtet. Der Landwirt erklärt sich bereit, eine Flächenteilstilllegung in begrenztem
Umfang zum Schutz des Denkmals einzuräumen.
3.2.2 Zscheilitz Süd
Archäologie
Bei der südlich des Zscheilitzer Wassers liegenden Denkmalfläche handelt es sich
wahrscheinlich um ein frühmittelalterliches Siedlungsareal auf einer plateauartigen
Verebnungsfläche südlich des Ortes Zscheilitz (60430-D-03; Flächennummer 184). In
vorliegenden Luftbildern sind dunkle Flecken, möglicherweise Reste von Grubenhäusern, zu
erkennen. Das Hauptfundareal scheint sich vorwiegend auf einen mäßig geneigten
plateauartigen Bereich südöstlich des kartierten Denkmals zu erstrecken.
Relief
Der relativ flache Bereich der Verebnungsfläche geht mit schwachem Knick in eine mäßig
geneigte Ebene, im Nordosten und Südosten in einen stark geneigten Hangbereich über. Die
südöstliche Begrenzung bildet dabei eine übersteilte Geländemulde; im Nordosten folgt auf
einen geschleppten Hangfußbereich die Aue des Zscheilitzer Wassers.
Landwirtschaft
Das Gelände ist ackerbaulich genutzt und zurzeit mit Wintergetreide in Mulchsaat bestellt.
Vorfrucht war Raps.
Das Gebiet weist überwiegend Ackerzahlen zwischen 70 und 80 auf, die jedoch nach
Norden/ Nordosten auf ca. 90 ansteigen.
Bodenverhältnisse
Alle topographischen Positionen wurden abgebohrt (9 Bohrungen). Erosionsbeträgen von bis
zu 50 cm im Plateaubereich steht ein Verlust von rund 1 m am Hangknick im SO gegenüber;
der Abtrag führte zur Bildung von Kolluvien in Mittelhangposition von 0,6 m, am Hangfuß von
über 1,6 m.
Im Rahmen von Gesprächen mit dem Landwirt konnte in Erfahrung gebracht werden, dass
südöstlich des Denkmals früher an beiden Seiten des Hanges Sandgruben angelegt wurden.
Im Messtischblatt von 1904/35 ist nur auf dem nordostexponierten Hang außerhalb der
Denkmalfläche eine Signatur eingetragen, die auf eine Sandgrube schließen lässt. Für den
anderen Hang in Richtung Denkmal fehlt diese Eintragung. Da auch das Luftbild keine
direkten Schlüsse zulässt, steht eine genaue Lokalisierung noch aus
Einschätzung der Gefährdung des Denkmals und Maßnahmenvorschläge
Ein erbohrter Befund auf der Verebnungsfläche lässt auf eine Befundtiefe von noch 0,6 m
schließen. Da sich im Luftbild Befunde - vermutlich Grubenhäuser - deutlich abzeichnen und
an den Plateaurändern und auf den Hängen die Erosion deutlich fortgeschritten ist, sollten
gebündelte Maßnahmen möglichst bald eingeleitet werden.
Vereinbarungen mit dem Landwirt
Mulchsaat und Zwischenfruchtanbau wird konsequent und dauerhaft angewandt. Die
Bearbeitungsrichtung kann nicht hangparallel erfolgen. Auf Kartoffel-, Mais- und
Rübenanbau wird generell verzichtet. Die Fruchtfolge Winterweizen – Wintergerste –
Winterraps beinhaltet generell erosionsmindernde Kulturen.
Im Hangknickbereich bzw. in der Mulde besteht die Bereitschaft zur Stillegung einer genau
abgegrenzten Fläche bis 2013 (Ende Förderzeitraum).

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 49/68
3.3
Auterwitz und Lüttewitz (Gde. Zschaitz-Ottewig, Kr. Döbeln)
3.3.1 Glockenbechersiedlung bei Auterwitz
Archäologie
Der Fundort (28400-S-02, -03, -04; Flächennummer 772) befindet sich auf einer schwach
nach Nordosten geneigten Verebnungsfläche auf einem breiten Rücken des Silberbergs
nordwestlich von Auterwitz (ca. 215 m ü.NN). Nach Norden hin versteilt sich das Gelände.
Es handelt sich um ein Siedlungsareal des Spätneolithikums (Schnurkeramik,
Glockenbecherkultur).
Landwirtschaft
Zurzeit sind in diesem Bereich Zuckerrüben im Anbau. Die Ackerzahl liegt bei ca. 73.
Bodenverhältnisse
Auf der Fläche wurden 2 Bohrungen niedergebracht; im Rahmen der archäologischen
Untersuchungen sind 3 weitere Geoprofile (1/1, 2/1, 3/1) angelegt worden. In allen Fällen
konnten vollständige Parabraunerdeprofile dokumentiert werden, die eine geringe Erosion
von höchstens 15 cm auf der Plateaufläche wahrscheinlich machen.
Einschätzung der Gefährdung des Denkmals:
Aus dem relativ guten Erhaltungszustand der ergrabenen Befunde (Pfostenlochtiefen bis 0,5
m) und der geringen Erosionsgefährdung lässt sich gegenwärtig kein zwingender
Handlungsbedarf ableiten. Der Seltenheitswert des Denkmals rechtfertigt allerdings die
Abstimmung von Schutzmaßnahmen (konservierende Bodenbearbeitung; Verzicht auf
Kartoffeln, Rüben und Mais; Schlagteilung).
Vereinbarungen mit dem Landwirt
Um den betreffenden Bereich flachgründiger zu bearbeiten wird die Ackerschiene manuell
angehoben. Auf Tiefenlockerung wird generell verzichtet. So weit als möglich wird das
Mulchsaatverfahren praktiziert. Außerdem ist die Bereitschaft signalisiert worden, dass
Sondagen zum besseren Verständnis des Fundplatzes durchgeführt werden können.
3.3.2 Lüttewitz „Stromleitung“
Archäologie
Es handelt sich um eine stichbandkeramische Fundstelle mit oberflächlich bei Begehungen
erkennbaren dunkel verfärbten Strukturen, die mit der größten Dichte von
Oberflächenfunden zusammenfallen (29960-S-12, 29960-D-08; Flächennummer 769).
Relief
Der nach Norden bzw. Nordosten exponierte Hang ist von abwechselnd steileren und
flacheren Abschnitten geprägt, die auf eingeebnete, im Meilenblatt verzeichnete
Ackerterrassen zurückgehen könnten.
Landwirtschaft
Zurzeit sind auf der Fläche Zuckerrüben angebaut, für 2006 ist Winterweizen geplant. Die
Ackerzahl liegt bei 70.
Bodenverhältnisse

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 50/68
In 8 Bohrungen wurden schwarzerdeähnliche Relikte unter kolluvialen Umlagerungsmassen
im Hangfußbereich, Kolluvien geringerer Mächtigkeit im Mittelhangbereich bis hin zu
weitgehend vollständigen Parabraunerdeprofilen am Oberhang aufgeschlossen.
Einschätzung der Gefährdung des Denkmals:
Während der Bodenabtrag im oberen Bereich des Silberberges noch nicht sehr weit
fortgeschritten ist, scheint die Hauptfundverteilung mit einer nur geringmächtig ausgeprägten
kolluvialen Überdeckung entsprechender Befunde im Unterhangbereich (schwarzerdeartige
Relikte), wahrscheinlich einem Akkumulationsbereich, in Zusammenhang zu stehen. Dort
gerät Fundmaterial durch die Feldbestellung an die Oberfläche. Unter diesem Gesichtspunkt
wären auch entsprechende Maßnahmen einzuleiten.
Vereinbarungen mit dem Landwirt
Beim Anbau erosionsfördernder Kulturen erfolgt Schlagteilung. Auf Tiefenlockerung wird
verzichtet und Mulchsaatverfahren soweit als möglich angewandt. Auch hier wurde die
Bereitschaft zur Durchführung von Sondagen zum besseren Verständnis des Fundplatzes
eingeräumt.
3.3.3 Lüttewitz „Baderitzer Stausee“
Archäologie
Die seit 1928 bekannte Fundstelle liefert Material aus allen Perioden seit der Bandkeramik
(29960-D-05; Flächennummer 770).
Relief
Sie liegt auf einem abgeflachten, nach Osten zum Baderitzer Stausee geneigten Sporn mit
schwächer geneigter Nord- und steiler Südflanke, die in eine breite, sich in mehrere Dellen
verzweigende Mulde übergeht.
Landwirtschaft
Zurzeit ist die Fläche mit Raps bestellt. Die Ackerzahl liegt um 72, steigt jedoch im Bereich
der Mulden und kleinflächig am Mittelhang auf ca. 80 an.
Bodenverhältnisse
14 Bohrungen zeigen, dass auf der Plateaufläche weitgehend unbeeinflusste
Parabraunerden vorhanden sind, während auf der Südflanke erodierte Parabraunerden und
Kolluvien über Parabraunerderesten Bodenverluste von bis zu 0,5 m nahe legen.
Entsprechend tritt in der Muldenposition ein mindestens 1,5 m mächtiges Kolluvium auf.
Einschätzung der Gefährdung des Denkmals:
Ist auf der Plateaufläche die Erosion nur schwach, nimmt der Abtrag an den Kanten
drastisch zu. Hier dürften Befunde deutlich in Mitleidenschaft gezogen sein, und
Schutzmaßnahmen müssen dringend ergriffen werden (konsequente bodenschonende
Bewirtschaftung; Grünlandstreifen am Rand zur Geländemulde).
Vereinbarungen mit dem Landwirt
Es wird eine konsequente erosionsmindernde Bewirtschaftung durchgeführt.

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 51/68
3.3.4 Zschaitzer Burgberg
Archäologie/ Relief
Der Zschaitzer Burgberg ist eine prähistorische bis frühmittelalterliche wahrscheinlich
mehrfach ausgebaute Befestigung auf einer nach Westen geneigten Hochfläche in
Spornlage (29940-D-02; Flächennummern 517-518). Der durch einen Abschnittswall
abgeriegelten Hauptburg war eine Vorburg vorgelagert, die durch ein mehrfach gestaffeltes
Wall- und Grabensystem gesichert war. Bei Feldbegehungen wurden viele
Holzkohlestückchen, Keramik und Hüttenlehm an der Ackeroberfläche aufgelesen,
insbesondere im Bereich des deutlich sichtbaren Hauptwalls.
Landwirtschaft
Das ackerbaulich genutzte Gelände ist zurzeit mit Futtergras bestellt. Die Ackerzahl liegt
überwiegend zwischen 60 und 70 (südexponierter Hang im Süden) bzw. zwischen 73 und 78
(nordwestexponierter Hang im Nord- bzw. Ostteil der Fläche). Die niedrigsten Ackerzahlen
weist der Südwestzipfel der Fläche mit Tiefstwerten bis 31 auf.
Bodenverhältnisse
Den 10 Bohrungen nach zu urteilen treten im Hauptburggelände Bodenverluste von bis zu 1
m auf. Teilweise wird im Basismaterial gepflügt. Im Vorburggelände dagegen konnten nicht
nur archäologische Strukturen erbohrt, sondern auch relativ geringe Erosionsbeträge (bis zu
25 cm) ermittelt werden.
Einschätzung der Gefährdung des Denkmals und Maßnahmenvorschläge:
Die größte Bedrohung für Hauptburg und Wall geht momentan von der ackerbaulichen
Nutzung durch technikbedingte Bodenverlagerung aus. Die Maßnahmenplanung wäre vom
Erhaltungszustand der Hauptburgstrukturen abhängig zu machen, der nur durch Sondagen
festgestellt werden könnte. Für den Wall ist eine Umwandlung in Grünland anzuraten,
ebenso für das sich aus der Luft abzeichnende Befestigungssystem im Vorburggelände.
Von den Denkmälern im Vorburggelände liegen aus jüngster Zeit weder Oberflächenfunde
noch andere Beobachtungen vor.
Vereinbarungen mit Landwirt
In den nächsten 3 Jahren wird Kleegras angebaut. Danach kann evtl. eine 3-jährige
Stilllegung folgen.
3.4
Pitschütz (Gde. Lommatzsch, Kr. Meißen)
Archäologie
Bei Feldarbeiten wurde diese Fundstelle der Bandkeramik bereits um 1900 entdeckt (59960-
D-02; Flächennummer 348).
Relief
Die Geländetopographie ist mäßig ausgeprägt, im Untersuchungsareal tritt lediglich eine
Höhendifferenz von rund 10 m auf. Sowohl nördlich als auch südlich des nach Osten zum
Keppritzbach hin flach abtauchenden Rückens schließen sich ausgeprägte Geländemulden
bzw. Niederungsflächen an. Dabei ist die nördliche Hangschulter stärker konvex und damit
etwas steiler, der Südhang dagegen deutlich flacher ausgebildet.
Landwirtschaft
Das gesamte Gelände ist im Bereich des Fundplatzes durchweg ackerbaulich genutzt und
zurzeit mit Winterweizen bestellt. Die Ackerzahl liegt - mit Ausnahme kleinflächig niedrigerer
Werte - zwischen 83 im Norden und 92 im Süden der Fläche.

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 52/68
In alten Meliorationskarten ist der Bereich des Keppritzbaches südöstlich des Denkmals als
Drainfläche ausgewiesen.
Bodenverhältnisse
Die Verebnungsfläche scheint von erosiven Prozessen kaum beeinflusst zu sein. Auf der
steileren Nordflanke beschränken sich die Bodenverluste auf Werte um die 20 cm. In Senken
konnten sich Kolluvien von bis zu 80 cm Mächtigkeit entwickeln.
Da von 12 protokollierten Bohrungen 3 archäologische Strukturen durchschlugen, ist mit
einer erheblichen Dichte von Befunden zu rechnen, die teilweise noch bis zu 1 m tief
erhalten sein können.
Einschätzung der Gefährdung des Denkmals und Maßnahmenvorschläge:
Das archäologische Kulturdenkmal leidet weniger unter erosiven Vorgängen als unter einer
tiefgründigen Bodenbearbeitung, durch die Funde an die Oberfläche befördert werden. Um
diese Prozesse zu verlangsamen, sollte die Bearbeitungstiefe verringert und eine
konservierende Bearbeitung konsequent umgesetzt werden.
Vereinbarungen mit dem Landwirt
Generell wird auf der Fläche keine Tiefenlockerung durchgeführt. Rübenverladeplätze
werden außerhalb des Denkmals angelegt.
3.5
Altlommatzsch (Gde. Lommatzsch, Kr. Meißen)
Archäologie
In dem Fundareal östlich bzw. nordöstlich des Dorfes Altlommatzsch sind neben
spätbronzezeitlichen und frühmittelalterlichen Funden auch solche der älteren römischen
Kaiserzeit vertreten, die bislang in der Lommatzscher Pflege sehr selten sind (59940-S-07, -
08, -16; Flächennummer 315).
Landwirtschaft
Das Gelände ist gemäß dem sächsischen Meilenblatt bereits seit langer Zeit in
ackerbaulicher Nutzung; aktuell sind auf der Fläche Erbsen angesät.
Die Ackerzahl liegt bei 80, westlich von Altlommatzsch sind für Teilbereiche Werten um 70
angegeben.
In alten Meliorationskarten ist die gesamte Denkmalfläche als Beregnungsfläche
ausgewiesen.
Relief
Eine weitläufige Verebnungsfläche im Norden geht nach S bzw. SO in zwei parallele durch
einen Rücken getrennte Dellen über.
Bodenverhältnisse
Im Untersuchungsgebiet wurden insgesamt 18 Bohrungen niedergebracht.
Lassen sich auf der Verebnungsfläche aus den weithin vollständigen Parabraunerdeprofilen
keine oder nur geringe Bodenverluste erschließen, so weisen die Profilverkürzungen im
Bereich des Dellen-Rücken-Systems auf Verluste von bis zu 1 m hin. Dem stehen in den
Tiefenlinien Kolluvien von mehr als 1 m Mächtigkeit gegenüber.
Einschätzung der Gefährdung des Denkmals und Maßnahmenvorschläge:
Das vielfältige Relief bedingt einen kleinräumigen Wechsel von Erosions- und
Akkumulationsbereichen und damit sehr unterschiedlichen Standortsqualitäten Diese

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 53/68
Unterschiede spiegeln sich wahrscheinlich auch im Erhaltungszustand des Denkmals
wieder. Ist auf dem Plateau die Erhaltung sicherlich noch befriedigend, sind archäologische
Befunde innerhalb des Dellen-Rücken-Systems akut gefährdet und damit
Schutzmaßnahmen dringend notwendig.
Für künftige Prospektionen ist unbedingt zu beachten, dass im Abstand von ca. 5 Jahren
abgetragenes Material (10-15 cm) wieder nord- bzw. hangaufwärts gefahren wird (hinter
Eigentumhaus-Siedlung; zuletzt 2003 erfolgt). Zusätzlich waren durch ehemals massive
Eingriffe beim Wasserleitungsbau enorme Bodenverluste zu verzeichnen.
Vereinbarungen mit dem Landwirt
Es wird eine weitestgehend pfluglose Bodenbearbeitung angestrebt. Der Rübenverladeplatz
wird außerhalb des Denkmals angelegt.
3.6
Schwochau (Gde. Lommatzsch, Kr. Meißen)
Archäologie
Im Zuge des Ferngasleitungsbaus Lauchhammer-Zwickau wurden 1968 östlich von
Schwochau bzw. südöstlich von Rauba im Bereich eines von zwei Bachtälern flankierten,
markanten spornartigen Geländerückens mehrere archäologische Befunde verschiedener
Zeitstellungen vom Neolithikum bis in die römische Kaiserzeit entdeckt (u.a. 59990-D-05;
Flächennummer 274).
Landwirtschaft
Das Gelände ist ackerbaulich genutzt, zur Zeit der aktuellen Profilaufnahmen war mit
Ackersenf eine Zwischenfrucht angebaut.
Die Ackerzahl liegt überwiegend um 77, beträgt jedoch im Bereich der südlichen Senke nur
ca. 60.
Bodenverhältnisse
Da damals Gruben und Bodenprofile dokumentiert werden konnten, besteht die Hoffnung,
den Bodenverlust der letzten 40 Jahre durch einen Profilvergleich zumindest ansatzweise
bilanzieren zu können. Die gesamten Bodenverluste belaufen sich auf der Kuppe zwischen
0,1 bis 0,5 m und 0,7 m auf den konvexen Oberhanglagen. Um hier den Totalverlust
archäologischer Substanz zu verhindern, besteht dringender Handlungsbedarf.
Einschätzung der Gefährdung des Denkmals und Maßnahmenvorschläge:
Auch wenn der Einsatz von Mulchsaatverfahren den Bodenabtrag in der flacheren
Kuppenlage deutlich verlangsamen würde, ist auf den konvexen Oberhängen mittel- bis
langfristig ein Totalverlust zu erwarten. Hier kann nur eine Bündelung von
Schutzmaßnahmen weiterführen.
Vereinbarungen mit dem Landwirt
Es wird eine weitestgehend pfluglose Bodenbearbeitung durchgeführt. Zukünftig wird kein
Gemüse, sondern überwiegend Getreide angebaut. Zum Konturpflügen und GPS-
gesteuerten Drillen erfolgen zurzeit Versuche im Rahmen eines Testprojektes.
3.7
Paltzschen (Gde. Lommatzsch, Kr. Meißen)
Archäologie
Die ehemalige slawische Burganlage auf dem sog. Tanzberg (59260-D-02; Flächennummer
249), schließt sich direkt nördlich an die Ortschaft Paltzschen an und wurde 1976 nahezu

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 54/68
komplett eingeebnet. Auf Luftbildern zeichnen sich allerdings nicht nur die Reste der
Befestigung, sondern auch grubenhausartige Strukturen im westlichen Vorfeld ab. Eine
bandkeramische Fundstelle liegt etwas weiter in nordöstlicher Richtung (59260-D-03;
Flächennummer 250).
Relief
Die slawische Burganlage liegt auf einem breiten, flach nach Osten vorstoßenden Sporn, der
im Norden mit steiler Flanke in die Niederung übergeht.
Landwirtschaft
Die Ackerzahl liegt lokal unter 60, nach Norden und Süden treten auf diesem Schlag jedoch
höhere Werte um 85 bzw. über 90 auf.
Bodenverhältnisse
Aus den 14 Bohrungen erschließt sich ein geringer Bodenverlust von ca. 30 cm auf dem
Plateau und von teilweise mehr als 1 m auf den Flanken. Spuren der Planierung der
Befestigung konnten ebenso erbohrt werden wie von Materialauftrag nach einem
Gebäudeabriss. In der Niederung haben sich Kolluvien mit einer Mächtigkeit von bis zu 60
cm abgelagert.
Einschätzung der Gefährdung des Denkmals und Maßnahmenvorschläge:
Die aus der Luft sichtbaren Reste der Befestigung bedürfen einer Überprüfung durch
Sondagen. Dem geringeren Gefährdungsgrad der grubenhausartigen Befunde könnte durch
eine konsequente konservierende Bodenbearbeitung Rechnung getragen werden.
Weitergehende Schutzvorkehrungen müssten allerdings an den Flanken getroffen werden.
Vereinbarungen mit dem Landwirt
Generell wird keine Tiefenlockerung durchgeführt. Auf Kartoffelanbau kann verzichtet
werden, Rüben werden selten angebaut. Aufgrund der vorhandenen Beregnungsanlage
kann jedoch auf den Anbau von Bohnen nicht verzichtet werden, eine Schlagteilung ist dann
aber möglich.

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 55/68
4 Diskussion
Das Vorhaben wurde von den Kooperationspartnern mit großer Aufgeschlossenheit
aufgenommen; durch Vorortbegehungen konnte der Grad der Akzeptanz zusätzlich erhöht
werden. Die langjährige Beratungstätigkeit der Sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft
und der Ämter für Landwirtschaft hat bereits ein erhebliches Problembewusstsein zu
erosionsmindernden Bewirtschaftungsformen geschaffen: So konnte direkt daran
anknüpfend die Vermittlung des Zusammenhangs von Bodenerosion und der Zerstörung
archäologischer Kulturdenkmäler und darauf aufbauend die Entwicklung und Umsetzung von
Schutzkonzepten und -maßnahmen gemeinsam mit den Landwirten erfolgen.
Je schärfer Informationen und Maßnahmenvorschläge auf definierbare Flächen fokussiert
werden können, desto größer ist die Bereitschaft, in einen Dialog einzutreten.
Hat sich die Verankerung im Raum ebenso wie der individuelle, vertrauensbildende Zugang
als erfolgreich erwiesen, müssen Einzelgespräche besser auf die saisonalen und internen
Betriebsabläufe abgestimmt werden. Die hohe Bereitschaft zur partnerschaftlichen
Projektkooperation seitens der Landwirte war generell unabhängig von deren
betriebsspezifischer Struktur (LPG-Nachfolge, Wiedereinrichter etc.).
Den Landwirten ist außerdem zu einer öffentlichen Wertschätzung ihres Engagements zu
verhelfen - dies sollte Bestandteil einer künftigen Kommunikationsstrategie sein, die sich
auch an die Mitarbeiter der Landwirtschaftsverwaltung richtet. Dabei kommt der Erfahrbarkeit
archäologischer Kulturdenkmäler eine zentrale Rolle zu, die in einen übergeordneten
regionalen touristischen Entwicklungsplan eingebettet sein sollte.
Die Partnerbetriebe erklärten sich nicht nur mit der Verwendung ihrer InVeKoS-Daten
einverstanden, sondern legten auch Schlagkarteien und betriebsspezifische Kennziffern
offen. Auf dieser Grundlage konnten gezielt Arbeitsfenster ausgewählt, Flächenbiographien
rekonstruiert und Betriebsprofile erstellt werden, die den gewählten betriebsspezifischen
Ansatz bestätigten: Kein Betrieb gleicht dem anderen. Wechselnde Größen,
Anbaustrategien, Marktausrichtungen, technische Ausstattungen („teilflächengesteuerte
Landwirtschaft“, konservierende Bodenbearbeitung) und Flächenverteilungen sind im
Kontext der unterschiedlichen Betriebsbiographien zu beachten. Insbesondere zwischen
Misch- und Marktfruchtbetrieben bestehen erhebliche Unterschiede. Kommunikation und
Maßnahmenvorschläge werden darauf in Zukunft noch stärker Rücksicht nehmen müssen.
Ebenso betriebsabhängig ist die Umsetzung bodenschonender Bewirtschaftungsmethoden,
die ein wichtiges Schutzinstrument darstellen. Auch wenn die intensive Beratungstätigkeit
der Landwirtschaftsverwaltung bereits vielfach zu kompletten „Systemwechseln“ geführt hat,
stehen einer konsequenten Anwendung nicht nur wirtschaftliche Gesichtspunkte wie
Förderabhängigkeit oder hohe Anfangsinvestitionen, sondern auch traditionelle Leitbilder
oder „Philosophien“ entgegen. Um eine flächenhafte Schutzwirkung zu erzielen, ist daher
eine Einbeziehung weiterer Betriebe wünschenswert, die sich konservierender
Bodenbearbeitung verschrieben haben.
In sieben Arbeitsfenstern wurden auf einer Fläche von ca. 5000 ha, die von vier
Partnerbetrieben bewirtschaftet werden und repräsentative Ausschnitte des
mittelsächsischen Lößhügellandes darstellen, elf archäologische Kulturdenkmäler
exemplarisch bearbeitet.
Fruchtfolgen und Bestellung ließen sich in den Schlagkarteien bis zur Wende mit
vertretbarem Aufwand sinnvoll zurückverfolgen und auswerten. Ebenso reibungslos und
vertrauensvoll verlief die Recherche und Überlagerung umweltrelevanter Fachdaten, die von
den kooperierenden Behörden zur Verfügung gestellt wurden und Überschneidungen von
Schutzzielen überhaupt erst sichtbar machen konnten. Auf dieser Grundlage können Partner

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 56/68
in Natur- Boden- und Gewässerschutz gezielt angesprochen und für eine Zusammenarbeit
gewonnen werden.
Überraschend ist die hohe fachliche Durchdringung einzelner Teilgebiete mit Studien zum
Bodenabtrag (EROSION 3D-Studien usw.), die zur Definition von künftigen Tätigkeits-
korridoren und zur Feinabstimmung von Maßnahmen genutzt werden können. Der
archäologische Kenntnisstand reicht von Grabungen über Luftbilder bis hin zu
Oberflächenfunden und konnte durch die Bohrstocksondagen, die eine Abschätzung des
Bodenabtrags ermöglichen, exemplarisch erheblich verdichtet werden, wobei Erkenntnis-
zuwachs und Aufwand in einem günstigen Verhältnis stehen. Die Bodenabträge erreichen in
Extrempositionen Mächtigkeiten (Oberhänge/Hangflanken) von bis zu 1 m und mehr. Durch
den Vergleich mit Bodenprofilen, die 1968/69 entlang einer Gasleitung im
Untersuchungsgebiet aufgenommen wurden, lässt sich zumindest punktuell eine Erosions-
bilanz für 40 Jahre landwirtschaftliche Nutzung ziehen: Ein Verlust von 40 cm Boden an der
exponiertesten Stelle bedeutet einen jährlichen Bodenabtrag von 1 cm. Neben Erosions-
erscheinungen wirken sich außerdem bearbeitungsbedingte Verschleppungen und
künstliche Verlagerungen von Bodenmaterial negativ auf die Denkmälererhaltung aus und
müssen verstärkt berücksichtigt werden.
Dennoch wären Pauschalurteile irreführend. Die Einzelfallanalyse lieferte ein höchst
differenziertes Wirkungsgefüge von Kleinrelief, Erosion und Nutzung, das eine flächenhafte
Betrachtung allerdings erschwert. Die Kombination von schwach erodierten Plateaus und
angegriffenen Flanken/Hängen lässt erste Verallgemeinerungen für archäologische
Kulturdenkmäler in vergleichbaren Positionen zu. In anderen Fällen macht die kleinräumige
Heterogenität der Bodenprofile eine Einzelfallanalyse unausweichlich, die durch E2D/E3D-
Modellierungen unterstützt werden kann und in ersten Maßnahmevorschlägen mündete.
Genügt auf Verebnungsflächen und flach geneigten Hängen eine konsequente Umsetzung
bodenschonender Bewirtschaftungsmethoden bzw. eine Verringerung der Eingriffstiefen,
sind für besonders anfällige Hanglagen ergänzende landschaftsgestalterische Eingriffe in
Erwägung zu ziehen, die der Zustimmung der Eigentümer bedürfen. Reversible Maßnahmen
lassen sich dagegen mit den Betrieben individuell vereinbaren. Nicht nur Eigentümer,
sondern auch Kommunen und Anwohner in die Vermittlungsarbeit zielgerichtet
einzubeziehen, wird in Zukunft eine vordringliche Aufgabe sein.
Die Bestandsaufnahme förderpolitischer und planerischer Instrumente hat folgenreiche
Auswirkungen auf die weitere Projektkonzeption.
GAP-Reform und Neugestaltung des Entwicklungsplanes für den ländlichen Raum bergen
große Chancen für den Schutz archäologischer Kulturdenkmäler. Die stufenweise
Entkoppelung von Produktion und Direktzahlungen ist gebunden an einen Pflichtenkatalog
(„cross compliance“), in dem Anforderungen zur Erosionsvermeidung, zum Bodenschutz und
zur Erhaltung der Kulturlandschaft formuliert sind.
Neue förderpolitische Perspektiven eröffnet die Neugestaltung der Agrarumweltförder-
maßnahmen im Rahmen des Entwicklungsplanes für den ländlichen Raum ab 2007. Das
Vorprojekt gab Anstöße, archäologische Denkmäler als Schutzziel in die
Entscheidungsprozesse einzubringen und einen Katalog förderfähiger Maßnahmen
(Bearbeitungsrichtung, Eingriffstiefen usw.) aufzustellen. Besonderes Augenmerk verdient
ein Kompensationsflächenpool („Ökoflächenmanagement“), der seit kurzem beim
Landratsamt Meißen im Aufbau ist, Eingriffs- wie potentielle Ausgleichsflächen ausweist und
für den Schutz archäologisch relevanter Flächen eingesetzt werden kann. Hier besteht die
Aussicht, erstmals die Eingriffsregelung so zu nutzen, dass Kompensationsflächen nicht nur
nach naturschutzfachlichen, sondern auch archäologischen Kriterien festgelegt und vor allem
akquiriert werden können.
In Grundzügen zeichnet sich damit die Perspektive eines Flächenmanagements ab, das mit
innerbetrieblichen Steuerungsfunktionen wie der Rotation von Stillegungsflächen,
Fruchtfolgen, bodenschonender und teilflächengesteuerter Bewirtschaftung verzahnbar
wäre, und dem Projekt eine Nachhaltigkeit außerhalb der Arbeitsfenster sichern würde.

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 57/68
Mögen Kommunikations-, Abstimmungs- und Arbeitsstrukturen (Datenbank, GIS) noch
ausbaufähig sein, konnten im Berichtszeitraum methodische und strukturelle Ansätze
entwickelt werden, die für andere Agrarräume beispielhaft sein können.
5
Nachhaltigkeit des Projektes
Sowohl für eine nachhaltige Umsetzung des archäologischen Kulturdenkmalschutzes in der
Lommatzscher Pflege als auch für eine Übertragbarkeit eines zu entwickelnden Systems von
Schutzmaßnahmen auf andere erosionsgefährdete und intensiv genutzte landwirtschaftliche
Agrargebiete in Sachsen bzw. anderen Bundesländern lassen sich aus dem Vorprojekt
folgende Schlüsse ziehen:
-
Die Umsetzung eines aktiven archäologischen Kulturdenkmalschutzes durch die
Landwirte erfordert
flächenscharfe modifizierbare Bewirtschaftungsvereinbarungen
mit dem jeweiligen landwirtschaftlichen Betrieb oder die Festschreibung von Maßnahmen
in Pachtverträgen in Verbindung mit Eigentümern und Betrieben.
-
Es besteht die Notwendigkeit einer
Erfolgskontrolle für umgesetzte Schutz-
maßnahmen
(Monitoring).
Mit einer Kontrolle der Wirksamkeit vereinbarter und umgesetzter Schutzmaßnahmen
sind Kriterien für den erfolgreichen Schutz der Archäologischen Denkmäler zu definieren.
Dazu gehören nicht nur eine Minimierung des Abtrags der schützenden Deckschicht,
sondern auch Kriterien, welche eine langfristige sozioökonomische Verträglichkeit der
Maßnahme erwarten lassen.
-
Eine wesentliche Grundlage für die Umsetzung der Schutzmaßnahmen wird die
individuelle fachliche Befähigung der Landwirte
zu aktiven „ehrenamtlichen Helfern“
des archäologischen Kulturdenkmalschutzes sein. Aus der beschriebenen Schadens-
ermittlung muss ein vereinfachtes, von den Landwirten selbständig handhabbares
Instrument zur Auswahl von Schutzmaßnahmen abgeleitet werden.
-
Eine Regionalisierung der Ergebnisse als Basis für die Übertragbarkeit der Maßnahme-
konzepte auf andere vergleichbare Gebiete Sachsens/ Deutschlands erfordert, dass die
Maßnahmen in ein jeweiliges Gesamtkonzept zur Entwicklung der Region als
Kulturlandschaft eingebettet sein müssen, das die sozialen, ökonomischen und
ökologischen Lebensbedingungen der Menschen nachhaltig unterstützt.
6 Fazit
Ohne die große Aufgeschlossenheit der Partnerbetriebe und die Kooperationsbereitschaft
von LfL, LfUG und den AfL hätte weder die Datenbeschaffung und –integration innerhalb des
Berichtszeitraumes durchgeführt noch erste auf Betriebe und archäologische
Kulturdenkmäler zugeschnittene Maßnahmenvorschläge ausgearbeitet werden können.
Die Ergebnisse des Vorprojektes haben gezeigt, dass Wege und Methoden für die
Umsetzung und damit Machbarkeit eines praktischen archäologischen Kulturdenkmal-
schutzes in intensiv genutzten und erosionsgefährdeten Agrarräumen möglich und
entwickelbar sind. Eine entsprechende Durchführungs- und Umsetzungskonzeption wird als
Projektantrag an die DBU parallel zum vorliegenden Ergebnisbericht eingereicht.
Durch das Vorprojekt konnten Kommunikations-, Abstimmungs- und Arbeitsstrukturen
geschaffen werden, die nicht nur weiter ausbaufähig sind, sondern sich auch auf andere
intensiv genutzte Agrarräume übertragen lassen. Das mit vorliegendem Bericht beantragte
Hauptprojekt könnte direkt auf einer vorhandenen Arbeits- und Vermittlungsplattform
aufbauen.

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 58/68
7 Quellen
7.1 Literatur
Naturraum
Haase, G. 1978: Leitlinien der bodengeographischen Gliederung Sachsens. Beitr. Geogr.
29
: 7-79.
Haase, G. 1995: Mittelsächsisches Lößhügelland. In: Mannsfeld, K.; Richter, H.: Naturräume
in Sachsen. Trier. S: 103-107.
Kramer, M. 1985: Die Kennzeichnung der landschaftlichen Heterogenität von
Geländeschlägen im mittelsächsischen Lößgebiet auf der Grundlage der
Landschaftsanalyse. Wiss. Zeitschr. Pädagogische Hochschule Dresden. Math.-
natwiss 19
: 139-159.
Mannsfeld, K. 1983: Landschaftsanalyse und Ableitung von Naturraumpotentialen. Abh.
Sächs. Akad. Wiss. Leipzig Math.-nat. Berlin. Klasse 55
Mannsfeld, K., Richter, H. (Hrsg.) 1995: Naturräume in Sachsen. Trier. 228 S.
Neef, E. 1979: Analyse und Prognose von Nebenwirkungen gesellschaftlicher Aktivitäten im
Naturraum. Abh. Sächs. Akad. Wiss. Leipzig Math.-nat. Berlin. Klasse 54
Schultze, J.-H. 1955: Die Naturbedingten Landschaften der Deutschen Demokratischen
Republik. Gotha.
Staatliches Umweltfachamt Leipzig (Hrsg.) 2000: Ökologische Studie: Beiträge zur
Entwicklung eines ökologischen Leitbildes für Flußlandschaften am Beispiel der
Jahna, einem bedeutenden Nebenfluss der Elbe in Sachsen. Materialien zur
Wasserwirtschaft .
Gesetze, Verordnungen und Erläuterungen
Gesetz zur Umsetzung der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (Artikelgesetz) vom
21.07.2004. BGBl. 2004 Nr. 38 S. 1763-1775.
BBodSchG: Gesetz zum Schutz vor schädlichen Bodenveränderungen und zur Sanierung
von Altlasten (Bundes-Bodenschutzgesetz) vom 17. 03. 1998. BGBl. I 1998 S.
502-510.
BBodSchV: Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung vom 12.07.1999 BGBl. I 1999 S.
1554-1582.
BNatSchG: Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege (Bundesnaturschutzgesetz)
vom 25. März 2002 (zuletzt geändert durch EAG Bau v. 24.6.2004, BGBl. I S.
1359.
DirektZahlVerpflV: Verordnung über die Grundsätze der Erhaltung landwirtschaftlicher
Flächen in einem landwirtschaftlichen und ökologischen Zustand
(Direktzahlungen-Verpflichtungsverordnung) vom 04.11.2004, BGBl. I S. 2778-
2784.
DSchG: Gesetz zum Schutz und zur Pflege der Kulturdenkmale im Freistaat Sachsen
(Sächsisches Denkmalschutzgesetz) vom 03.03.1993 GVBl. S.229, geändert am
04.07.1994 GVBl. S. 1261.

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 59/68
SächsNatSchG: Sächsisches Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege (Sächsisches
Naturschutzgesetz) vom 26.07.1994 GVBl. S. 1601 zuletzt geändert am
01.01.2005.
SMUL (Hrsg.) 2004: GAP-Reform 2005. Informationen zur Umsetzung der Reform der
Gemeinsamen Agrarpolitik im Freistaat Sachsen. Pirna. 31 S.
Kommunikation
Ackermann, W., Brüggemann, J., Blücher, F., Wefelnberg, H., Froelich & Sporbeck 2004:
Umweltallianzen in Sachsen: Chancen-Grenzen-Umsetzungshindernisse. Hrsg.:
Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie
Adomsent, M. 2004: Umweltkommunikation in der Landwirtschaft. -Eine empirische
Untersuchung der bäuerlichen Lebenswelt als kommunikative Lernsituation im
Kontext nachhaltiger Entwicklung. Berliner Wissenschafts-Verlag GmbH: Berlin.
281 S.
Billen, N., Arman, B., Häring, G. & Sprenger, S. 2002: Der heimliche Verlust der
Bodenfruchtbarkeit. -Ökologische und betriebswirtschaftliche Bewertung von
Bodenerosion und Maßnahmen zu deren Vermeidung. Hrsg.: Projektgruppe
Kulturlandschaft Hohenlohe, AG Ressourcenschonende Ackernutzung,
Universität Hohenheim. 25 S.
Block, K. 1996: Umweltprojekte durch Kommunikation verbessern. Bonn/Eschborn. 34 S.
Borkenhagen, P., Jäkel, L., Kummer, A., Megerle, A. & Vollmer, L.-M. 2004:
Netzwerkmanagement. Hrsg.: Arbeitsgemeinschaft Betriebliche
Weiterbildungsforschung e.V., Berlin. 84 S.
Buchmann, I. 2001: Transfer von (Fach)Wissen in die Öffentlichkeit - Tue Gutes und rede
darüber. pö_forum Nachhaltig Kommunizieren (Sonderveröffentlichung der
Zeitschrift politische Ökologie) 71
: IX.
DBU (Hrsg.) 2001: Neue Chancen für Landwirtschaft und Umwelt. Hrsg.: Deutsche
Bundesstiftung Umwelt, Osnabrück. 43 S.
DBU (Hrsg.) 2003: Umweltkommunikation in der mittelständigen Wirtschaft. Hrsg.: Deutsche
Bundesstiftung Umwelt, Osnabrück. 51 S.
Goppel, C. 2003: Muss Natur in der Bildungsarbeit inszeniert werden? In: Bundesverband
Beruflicher Naturschutz e.V. (Hrsg.): Biologische Vielfalt - Leben in und mit der
Natur. Bonn. 54:
281-288.
Große Ophoff, M. 2003: Die Kraft von Bildern und Texten. pö_forum
Nachhaltigkeitskommunikation (Sonderveröffentlichung der Zeitschrift politische
Ökologie) 86
: VII-IX.
Kobbe, F. 2005: Zurück in die Steinzeit. Die Entwicklung einer jungsteinzeitlichen
Museumslandschaft im Archäologisch-Ökologischen Zentrum Albersdorf (AÖZA).
Natur und Landschaft 80 (4): 161-167.
Reinbolz, A. & Pretzell, D. 2003: Strategische Öffentlichkeitsarbeit: Mehr Aufmerksamkeit für
den Naturschutz. In: Biologische Vielfalt - Leben in und mit der Natur. Bonn. 54:
259-272.
Schuster, K. & Lantermann, E. 2002: Lebensstilanalyse in der Naturschutzkommunikation:
Ein Instru-ment zur Akzeptanzsteigerung für den Naturschutz. Natur und
Landschaft 77
: 116-119.

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 60/68
Landwirtschaft, Boden, Bodenerosion
AG Boden 1994: Bodenkundliche Kartieranleitung. Hrsg.: Bundesanstalt für
Geowissenschaften und Rohstoffe und Geologische Landesämter in der
Bundesrepublik Deutschland, Hannover. 392 S.
Brunotte, J. 2003: Handlungsempfehlung zur guten fachlichen Praxis: Bodenerosion
mindern, Bodenleben fördern. In: Artman, R.; Bockisch, F.-J.: Nachhaltige
Bodennutzung - aus technische, pflanzenbaulicher, ökologischer und
ökonomischer Sicht. Tagungsband zum Symposium am 16. Oktober 2003 im
Forum der FAL. Braunschweig. S: 79-86
BVB (Hrsg.) 2004: Handlungsempfehlung zur Gefahrenabwehr bei Bodenerosion. Hrsg.:
Bundesverband Boden e.V., 76 S.
Duttmann, R. & Brunotte, J. 2002: Oberirdischer Stofftransport in Agrarlandschaften.
Geographische Rundschau 54
: 26-33.
Gross, R. 1968: Die bürgerliche Agrarreform in Sachsen in der ersten Hälfte des 19.
Jahrhunderts. Untersuchungen zum Problem des Übergangs vom Feudalismus
zum Kapitalismus in der Landwirtschaft. Weimar.
Gross, R. 1997: Die sächsische Landwirtschaft in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Tendenzen der kapitalistischen Entwicklung. In: Landesgeschichte in Sachsen.
Tradition und Innovation. Festschr. K.-H. Blaschke. Dresden. S: 163-168.
Hammer, M. 2000: Zur baulichen Situation der Dörfer und der ehemaligen Bauernhöfe in der
Lommatzscher Pflege. Mitt. Landesver. Sächs. Heimatschutz 3
: 35-41.
Heinzler 1998: Diskussionsbeitrag zur Anwendung von Erosionsmodellen für die Prüfung der
Erhaltungswahrscheinlichkeit archäologischer Bodendenkmäler. Dresden.
unveröffentlichte Diplomarbeit
Herz, K. 1964: Die Ackerflächen Mittelsachsens im 18. und 19. Jahrhundert. Sächs.
Heimatblätter 10
: 54-71, 241-257, 341-361, 429-440.
Hilbig, W. & Morgenstern, H. 1967: Ein Vergleich bodenkundlicher und vegetationskundlicher
Kartierung landwirtschaftlicher Nutzflächen im Bereich des Mittelsächsischen
Lößlehmhügellandes. Arch. Naturschutz und Landschaftsforsch 7 : 281-314.
Hollmann, F. 2003: Ökonomische Bewertung pflugloser Anbauverfahren im nationalen und
internationalen Vergleich. In: Artman, R.; Bockisch, F.-J.: Nachhaltige
Bodennutzung - aus technischer, pflanzenbaulicher, ökologischer und
ökonomischer Sicht. Tagungsband zum Symposium am 16. Oktober 2003 im
Forum der FAL. Braunschweig. S: 97-102.
Kötzschke, R. 1953: Ländliche Siedlung und Agrarwesen in Sachsen. Remagen.
Kramer, M. 1966: Untersuchungen über die rezente Bodenerosion im mittelsächsischen
Lößhügelland. Wiss. Zeitschr. Pädagogische Hochschule Dresden. Math.-natwiss
1/2
: 43-48.
Kramer, M. 1978: Beziehungen zwischen rezenter Morphodynamik und der Struktur der
Bodendecke im mittelsächsischen Lössgebiet. Wiss. Zeitschr. Pädagog.
Hochschule Dresden 1
: 25-33.
Kramer, M. 1981: Bodenerosion und Flurordnung im mittelsächsischen Lößgebiet. In:
Nutzung und Veränderung der Natur. Tagungsband anläßlich des III.
Geographischen Kongresses der Deutschen Demokratischen Republik 1981 in
Leipzig. Wiss. Abh. Geogr. Gesell. DDR: Leipzig. 15:
211-220.
Kreitmayr, J. Bedeutung standortangepasster Bodenbearbeitungs- und Bestellverfahren für
den Bodenschutz. Hrsg.: Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft.

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 61/68
KTBL (Hrsg.) 1993: Bodenbearbeitung und Bestellung. Hrsg.: Kuratorium für Technik und
Bauwesen in der Landwirtschaft e.V., KTBL-Schrift 236
KTBL (Hrsg.) 2001: Bodenschonung und Kosteneinsparung. Hrsg.: Kuratorium für Technik
und Bauwesen in der Landwirtschaft e.V., KTBL-Schrift 398: 117 S.
Leinweber, T. 2003: Bewertung der Bestimmungen zur guten fachlichen Praxis der
Landwirtschaft im neuen Bundesnaturschutzgesetz. In: Bundesverband
Beruflicher Naturschutz e.V. (Hrsg.): Biologische Vielfalt - Leben in und mit der
Natur. Bonn. 54:
147-162.
LfL (Hrsg.) 1996: Bodenerosion durch Wasser. Hrsg.: Sächsische Landesanstalt für
Landwirtschaft, Leipzig. 17 S.
LfL (Hrsg.) 2003: Bodenschonende Bearbeitung. Hrsg.: Sächsische Landesanstalt für
Landwirtschaft, 23 S.
LfL (Hrsg.) 2004: Zwischenfruchtbau und Mulchsaat als Erosionsschutz. Tagungsband zum
3. Kulturlandschaftstag am 01.04.2004 in Landshut-Schönbrunn des Institutes für
Agrarökologie, Ökologischen Landbau und Bodenschutz. Schriftenreihe der
Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft .
LfL (Hrsg.) 1999: Konservierende Bodenbearbeitung in Sachsen. Neue Landwirtschaft 5/99
(Sonderdruck) .
LfL (Hrsg.) 2002: Entwicklung von dauerhaft umweltgerechten
Landbewirtschaftungsverfahren im sächsischen Einzugsgebiet der Elbe. Hrsg.:
Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft
LfL, LfUG (Hrsg.) 1996: EROSION 2D/3D. Ein Computermodell zur Simulation der
Bodenerosion durch Wasser, Hrsg.: Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft,
Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie Freiberg
Lieberoth, I. 1962: Über den Einfluß der Ackerkultur auf die Bodenentwicklung im
sächsischen Lößgebiet. Albrecht-Thaer-Archiv 6
: 3-30.
Lieberoth, I. 1963: Lößsedimentation und Bodenbildung während des Pleistozäns in
Sachsen. Geologie 12
: 149-187.
Machann, R. & Semmel, A. 1970: Historische Bodenerosion auf Wüstungsfluren Deutscher
Mittelgebirge. Geogr. Zeitschr. 58
: 250-266.
Michael, A. 2001: Anwendung des physikalisch begründeten Erosionsprognosemodells
EROSION 2D/3D - Empirische Ansätze zur Ableitung der Modellparameter.
Freiberger Forschungshefte C 488
: 147.
Niller, H.-P. N. 1998: Prähistorische Landschaften im Lößgebiet bei Regensburg. Kolluvien,
Auenlehme und Böden als Archive der Paläoumwelt. Regensburger Geogr. Schr.
Regensburg. 31
Rehfuess, K. E. 1990: Waldböden. -Entwicklung, Eigenschaften und Nutzung. 2.
Auflage,Verlag Paul Parey: Hamburg und Berlin. 294 S.
Rothstein, B. 2003: Landwirtschaftlicher Bodenschutz. Sicherung der Schutzfunktion durch
Optimierung naturwissenschaftlicher, juristischer und ökonomischer
Handlungsziele. Berlin. 160 S.
Schmidt, W. 2000. Ergebnisse zur Konservierenden Bodenbearbeitung in Sachsen. In:
Erosion als ein weltweites Problem der Landbewirtschaftung. Dresden.
Schmidt, W. 2004: Landwirtschaftlicher Bodenschutz in Sachsen. Tagungsband zur
Fachveranstaltung der LfL. Schriftenreihe der LfL 9,10
.
Schwertmann, U., Vogel, W. & Kainz, M. 1990: Bodenerosion durch Wasser. Vorhersage
des Abtrags und Bewertung von Gegenmaßnahmen. Stuttgart. 64 S.

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 62/68
Semmel, A. 1993: Grundzüge der Bodengeographie. 3. Auflage, B. G. Teubner: Stuttgart.
127 S.
SMUL (Hrsg.) 2002: Sächsischer Agrarbericht. Hrsg.: Sächsisches Staatsministerium für
Umwelt und Landwirtschaft, Dresden.
Stremme, H. 1950: Die Böden der Deutschen Demokratischen Republik. Berlin.
Südzucker AG (Hrsg.) 1997: Teilflächengesteuerte Landbewirtschaftung.
Südzucker AG (Hrsg.) 2002: Innovative Bodenbearbeitung.
Tebrügge, F. 2003: Konservierende Bodenbearbeitung gestern, heute, morgen - von
wendender über nicht wendende Bodenbearbeitung zur Direktsaat. In: Artman,
R.; Bockisch, F.-J.: Nachhaltige Bodennutzung - aus technische,
pflanzenbaulicher, ökologischer und ökonomischer Sicht. Tagungsband zum
Symposium am 16. Oktober 2003 im Forum der FAL.
Thiere, J. & Laves, D. 1968: Untersuchungen zur Entstehung der Fahlerden, Braunerden
und Staugleye im nordostdeutschen Jungmoränengebiet. Albrecht-Thaer-Archiv
12
: 659-677.
Uteß, H. 2004: Erosionsermittlung anhand von Luftbildern (unveröffentlichter
Praktikumsbericht). Dresden. 25 S.
v. Langsdorff, K. 1889: Die Landwirthschaft im Königreich Sachsen ihre Entwicklung bis
einschl. 1885 und die Einrichtungen und Wirksamkeit des Landeskulturraths für
das Königreich Sachsen bis 1888. Dresden.
Vogt, R. 1995: Archäologische und bodenkundliche Beobachtungen zu Bodenerosion und
Akkumulation in Hornstaad am Bodensee. Anthropogene
Landschaftsveränderungen im prähistorischen Südwestdeutschland. Arch.
Informationen aus Bad.-Württ. Stuttgart. 30:
44-48.
Planungsinstrumente der Raumordnung und Landschaftsplanung
Bruns, E., Herberg, A. & Köppel, J. 2005: Flächen- und Maßnahmenpools in Deutschland.
Konzepte, Management und naturschutzfachliche Standards. Natur und
Landschaft 80
(3): 89-95.
Gassner, E. 2003: Die Neuregelung bei Eingriffen - Verursacherpflichten, Verfahren,
Verhältnis zum Baurecht. In: Bundesverband Beruflicher Naturschutz e.V. (Hrsg.):
Biologische Vielfalt - Leben in und mit der Natur. Bonn. 54:
169-175.
Gerhards 2002: Naturschutzfachliche Handlungsempfehlung zur Eingriffsregelung in der
Bauleitplanung. Hrsg.: Bundesamt für Naturschutz, 159 S.
IÖR (Hrsg.) 2004: Abschlussbericht (Entwurf) zum F+E Vorhaben des Sächsischen
Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft "Verbesserung des Vollzuges
der Eingriffsregelung durch Etablierung Regionaler Kompensationsflächenpools".
Hrsg.: Institut für ökologische Raumentwicklung e.V., Dresden. 40 S.
KULAP 2001: Förderung einer umweltgerechten Landwirtschaft im Freistaat Sachsen (UL) -
Teil B: Extensive Grünlandwirtschaft (KULAP). Fördermöglichkeiten für Umwelt,
Landwirtschaft und ländlichen Raum. Sächsisches Staatsministerium für Umwelt
und Landwirtschaft, Dresden. S. 116-118.
SMUL (Hrsg.) 2000: Umweltallianz Land- & Forstwirtschaft Freistaat Sachsen. Hrsg.:
Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft, Dresden. 24 S.

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 63/68
Archäologie und Kulturlandschaft
Behrends, R.-H. 1997: Die aktuelle Archäologische Situation im Kraichgau. In: Hildebrand,
L.-H.: Archäologie und Wüstungsforschung im Kraichgau. Heimatverein
Kraichgau Sonderveröffentlichung 18: 11-18.
Biel, J. 1995: Siedlungsarchäologie im Heilbronner Raum. Denkmalpflege Baden-
Württemberg 2
: 39-48.
Bierbaum, G. 1932: Vorgeschichtliches aus dem Jahnatal. Mitt. Landesver. Sächs.
Heimatschutz 21
: 1-8.
Engelhardt, B. 1997: Bodendenkmalpflege im ländlichen Raum am Beispiel Niederbayerns.
Gegebenheiten, Möglichkeiten, Ziele. Arch. Nachrichtenbl. 2
: 153-161.
Göldner, R., Hartsch, K., Oexle, J. & Strobel, M. 2004 (im Druck): Wie lässt sich eine
intensive landwirtschaftliche Flächennutzung mit dem Schutz archäologischer
Kulturdenkmale in Einklang bringen? Ein Ausblick nach der
Hochwasserkatastrophe im August 2002. Archäologische Informationen 27/1
: 1-
12.
Herz, K. 1960: Das Lommatzscher Land. Eine historisch-geographische Untersuchung.
Wiss. Veröff. Dt. Institut Länderkunde NF 17/18 : 209-282.
Lambrick, G. 1977: Archaeology and Agriculture. A survey of modern cultivation methods an
d the problems of assessing plough damage to archaeological sites. Oxfordshire
Archaeological Unit Survey 4
.
Vogt, R. 1995: Archäologische und bodenkundliche Beobachtungen zu Bodenerosion und
Akkumulation in Hornstaad am Bodensee. Anthropogene
Landschaftsveränderungen im prähistorischen Südwestdeutschland. Arch.
Informationen aus Bad.-Württ. Stuttgart. 30: 44-48.

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 64/68
7.2 Unveröffentlichte Projekte
Projekt
Institut
Bearbeitungss
tand
Zentrales Forschungsvorhaben: Umweltverträgliche
Flächennutzung im ländlichen Raum
Auswirkung der gegenwärtigen Struktur und
Nutzung ländlicher Räume am Beispiel des
Mittelsächsischen Lösshügellandes
LfUG laufend
Teilprojekt:
Möglichkeiten vorhandener Raumplanungs-
instrumente im Beziehungsgeflecht zwischen den
Umwelt-/Naturschutz und der Landwirtschaft zur
Erreichung von Umweltqualitäts- und -
handlungszielen auf mittlerer und lokaler Ebene
geobild gbr
LfUG
Zwischenberich
t 2004
Teilprojekt:
Ableitung standortbezogener Qualitätsziele und
Umwelthandlungsziele zur Minimierung der
Bodenerosion für ausgewählte kleine
Einzugsgebiete innerhalb des Mittelsächsischen
Lösshügellandes mit Unterstützung des
Erosionsmodells EROSION 3D
TU Bergakademie
Freiberg,
AG Boden- und
Gewässerschutz
LfUG
Abschluss
12/2005
Langfristige nutzungsbedingte Bodendegradierung
ackerbaulich genutzter Lössböden in Sachsen
Justus-Liebig-Universität
Gießen,
Ing.-büro Schnittstelle
Boden,
GeoExtend
LfUG
Abschluss-
bericht 2003
Ableitung von Blattfächenindex und
Bedeckungsgrad aus Fernerkundungsdaten für das
Erosionsmodell EROSION 3D
Klisch, A., Dissertation an
der TU Potsdam
2003
Untersuchungen zur Entwicklung eines Leitbildes
der bäuerlichen Kulturlandschaft auf der Grundlage
historischer Landschaftselemente im
Randzertalungsgebiet des Ketzerbaches (Raum
Leuben-Schleinitz)
Kleisz, R., Diplomarbeit
an der TU Dresden
2002
Forschungsvorhaben: Entwicklung von dauerhaft
umweltgerechten Landbewirtschaftungsverfahren im
sächsischen Einzugsgebiet der Elbe
Sächsische Landesanstalt
für Landwirtschaft, Leipzig
Abschluss-
bericht 2002
Erfassung und Bewertung von Elementen der
bäuerlichen Kulturlandschaft im Einzugsgebiet des
Käbschützbaches zwischen Zöthain und Heynitz -
Ein Beitrag zur Kulturlandschaftsanalyse.
Einer, C., Diplomarbeit an
der TU Dresden
2002

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 65/68
Kriterienkatalog zur Gestaltung von Ackerschlägen
im Agrarraum (Empfehlung für die
Bewirtschaftungsweise)
Institut für Bodenkunde
Müncheberg
Abgeschlossen
2000
Erosionsstudie mit besonderer Berücksichtigung der
Freiflächeneinflüsse auf die Vorsorge gegen
Unwetterschäden
Staatliches Amt für
Ländliche Neuordnung
Wurzen
Auterwitzer
Landschaftspflegehof
GmbH
Dezember 2000
Modellgestützte Ableitung hochauflösender digitaler
Bodenerosionsprognosekarten für das
Einzugsgebiet der Jahna (Ist-Stands-Analyse und
Variantenvergleich)
Arbeitsgemeinschaft
Boden- und Gewässer-
schutz,
Staatliches Amt für
Landwirtschaft und
Gartenbau Großenhain
2000
Entwicklung eines Informationssystems zur
Erosionsminderung im Wassereinzugsgebiet der
Jahna - einem Nebenfluß der Elbe.
Staatliches Amt für
Landwirtschaft und
Gartenbau Großenhain
Staatliches Amt für
Landwirtschaft Döbeln
Abschluss-
bericht2000
Analytische Untersuchungen und
Lösungsvorschläge zur Sicherung des
Meliorationskatasters der ehemaligen DDR im
Territorium des Freistaates Sachsen
Sächsische Landesanstalt
für Landwirtschaft
1996

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 66/68
7.3
Digitale und analoge Daten
A) Digitale Daten
Inhalt
Herkunft
Bemerkungen
Allgemein
RD10
LfA (Herr Göldner)
CD (*.tif)
ATKIS-DLM 25
LfA
CD (shape)
DGM (dgm20-Dateien)
LfA (Göldner)
CD (*.dgm20)
Geol. Karte eisz. bedeckter Gebiete
LfUG (Völlings,
Meusel)
CD (ArcView-Projekt)
Karte der oberflächennahen Rohstoffe (KOR)
LfUG (Völlings,
Meusel)
CD (ohne
Vorbehaltsgebiete;
Anforderung über RPSt)
CIR-Daten
LfUG (Völlings,
Meusel)
DVD
Satellitenbildauswertung:
Hauptflächennutzungsarten IRS-IC (2001)
LfUG (Völlings,
Meusel)
DVD (shape)
Naturräume Sachsens
LfUG (Völlings,
Meusel)
DVD (shape)
Bodendaten (Verschnitt MMK-WBK): 4744-46,
4846, 4845, 4844, 4945
LfUG (Völlings,
Meusel)
(*.e00)
Im LfUG bislang keine BK
50 abgeschlossen
Bodenschätzung LfUG (Völlings,
Meusel)
CD (shape)
Teil-EZG OW
LfUG (Völlings,
Meusel)
Email (shape)
Wasserschutzgebiete (WSG)
LfUG (Völlings,
Meusel)
Email (shape)
Selektive Biotopkartierung
LfUG (Völlings,
Meusel)
Email (shape)
NSG/ FFH.Gebiete
LfUG (Völlings,
Meusel)
Internet (shape, *.e00)
Meilenblätter (Scans und grob entzerrt)
LfA (Göldner)
CD (*.tif)
Orthophotos MTB 4945, 4846, 4845, 4844, 4746,
4745, 4744 (CD-Kopie), Original-CD bei R.
Göldner
LfL(Dr. Menge);
über LfA (M. Dr.
Strobel)
CD (*.sid)
Hochwasserbefliegungen 2002 (Mtbl. 4744,
4745, 4746, 4844, 4845, 4846)
Fr. Wagner,
LfUG
DVD (*.sid)
Verwaltungsgrenzen (VÜK200)
LfA (Göldner)
Email (shape)

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 67/68
Inhalt
Herkunft
Bemerkungen
Bereich Landwirtschaft
Invecos-Feldblockgeometrien (PolyGis) Kreis
Döbeln
AfL Döbeln
(Uhlemann,
Hartung)
CD
Invecos-Feldblockgeometrien (PolyGis) Kreis
Riesa-Großenhain
AfL GRH
(Mildner, Kirste)
CD
Schlagdateien Lempe
AfL GRH (Kirste) Email (shape)
Schlagdateien Lempe-Neumeister
AfL GRH (Kirste) Email (shape)
Schlagdateien Agrarunternehmen Lommatzscher
Pflege e.G.
AfL GRH (Kirste) Email (shape)
Schlagdateien Agrar AG Ostrau
AfL Döbeln
(Hartung)
Email (shape)
Schlagdateien Arntitzhof GbR
AfL GRH (Kirste) Email (shape)
Flächen- und Nutzungsnachweise Agrar AG
Ostrau
AfL Döbeln
(Hartung)
Email (*.xls)
Flächen- und Nutzungsnachweise Arntitzhof,
Lempe, Lempe/Neumeister, Lommatzscher
Pflege
AfL GRH (Kirste/
Zschoche)
Email (*.xls)
EZG Baderitzer Stausee – dauerhaft
konservierende Bodenbearbeitung
LfL (Kornmann)
Email (shape)
Ökokonto (Döbeln, Oschatz, Torgau)
IÖR
CD
Sonstiges
Lesefunde 2004 und 2003
Auterwitz (Fr.
Müller)
Email (*.xls)
Bohrstocksondierungen Vogt
(<TabelleGeoprofile.xls>)
Auterwitz (Fr.
Müller)
Lfd. bis 3.6. 05 (noch
Zulieferungen)
Archäologische Kulturdenkmäler
LfA (Göldner
FNP Ostrau-Zschaitz
Gemeinde
Ostrau-Zschaitz
Shape-Dateien
Regionalplan Oberes Elbtal/ Osterzgebirge; inkl.
Teilfortschreibungen
RPSt Radebeul
2 CD
Landschaftsplan Burg,
Planungsfibel für die Streusiedlung Burg
Herr Strobel
CD

DBU
Machbarkeitsstudie zu Schutzkonzepten für archäologische
Umweltzentrum Ökohof
Kulturdenkmäler in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten
Auterwitz e.V.
Az 21009
Seite 68/68
B) Analoge Karten
Inhalt
Herkunft
Bemerkungen
Orthofoto Luftbild – s/w Zschaitz-Ottewig, M
1:5.000 (20.07.1998);
Transparente Ausdrucke mit Höhenlinien
Herr Ende
HK 50
LfUG
Analoge Karte
Archäologische Kulturdenkmäler –
Übersichtskarte (Stand 2002) Lommatzscher
Pflege
LfA
analoge interne Karte/
Arbeitsmaterial H&G
Übersichtskarte – ausgesuchte Bodendenkmäler
mit Schlägen
LfA
analoge interne Karte/
Arbeitsmaterial H&G
Flächen- und Nutzungsnachweise Arntitzhof,
Lempe, Lempe/Neumeister, Lommatzscher
Pflege als xls-Dateien
AfL GRH
(Zschoche)
Analoge Ausdrucke der xls-
Dateien
AVP Ostrau (Kartenausschnitte)
Bestands- und
Entwicklungskarte
(gescannt)
FNP Gemeinde Ketzerbachtal (Auszug)
Böhmert, S., C. Riedel
(1997), Maßstab 1:10.000,
genehmigt Febr. 1998;
(gescannt)
FNP Leuben (Auszug)
Entwurf
FNP Stadt Lommatzsch (Auszug)
Maßstab 1:10.000, wirksam
seit Okt. 2000
LNO Leuben-Schleinitz I (Auszug)
Staat. Amt f. ländl.
Neuordnung Kamenz,
Maßstab 1:10.000, Januar
2002
LNO Zschaitz (Auszug)
Staat. Amt f. ländl.
Neuordnung Wurzen, Karte
zum Plan über die
gemeinschaftlichen und
öffentlichen Anlagen,
Maßstab 1:10.000, Juli 2002
LP Lommatzsch Stadt
Stadtverwaltung
Lommatzsch
Karte
Landschaftspflegerische
Zielvorstellungen, Dezember
1996, Entwurf, Maßstab
1:25.000