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Umwelterklärung 2021

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Inhalt
1.
Vorwort
3
2.
Die BfUL
4
2.1 Aufgabe und Struktur
4
2.2 Standorte und Messnetze
5
2.3 Umweltpolitik und Integriertes Managementsystem
6
2.4 Umweltaspekte und Umweltauswirkungen
7
3.
Unsere Umweltleistung - in der Tätigkeit zum Ziel
8
3.1 Verwaltung und Stabsstellen
9
3.2 Immissions- und Strahlenschutz
11
3.3 Messnetzbetrieb Wasser und Meteorologie
15
3.4 Landwirtschaftliches Untersuchungswesen
18
3.5 Umweltanalytik und Naturschutzmonitoring
21
4.
Termin für die nächste Umwelterklärung
27
5.
Gültigkeitserklärung
28

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Umwelterklärung 2021
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1. Vorwort
Mit dieser Umwelterklärung informieren wir
Sie über die Entwicklung unserer Umwelt-
leistung in einem sehr besonderen Jahr.
Das Programm für 2020 wurde vor den
pandemiebedingten Einschränkungen auf-
gestellt und stand unter dem Vorbehalt der
Umsetzung des betrieblichen Pandemie-
planes, auf dessen Grundlage die dienstli-
chen Erfordernisse fortlaufend mit den An-
forderungen des Infektionsschutzes in
Übereinstimmung gebracht werden muss-
ten. Der Dienstbetrieb war von März bis
Mai und ab November deutlich einge-
schränkt. Kontakte wurden reduziert, Tou-
ren und Analysen umgeplant. Abstim-
mungswege mussten vielfach ohne Prä-
senz auskommen und mit neuen Hilfsmit-
teln abgesichert werden. Dafür wurde u. a.
eine enorme lT-seitige Betreuung geleistet,
wie auf Seite 9 nachzulesen ist.
Die Aufrechterhaltung des Kernbetriebs
und damit unmittelbar die Erreichung der
Kennzahlen wurde sichergestellt. Ein
Großteil der Ziele konnte umgesetzt wer-
den, Dank des Engagements und der ho-
hen Fachkompetenz aller Beteiligten.
Unsere Arbeit war wieder von einem Mix
aus routinierter Arbeit und besonderen
Herausforderungen geprägt:
Die langanhaltende Trockenperiode führte
auch 2020 zu extremen Niedrigwasser-
ständen bis zum Trockenfallen von Ge-
wässern. Dadurch konnte an 116 Fließge-
wässermessstellen
mindestens
einmal
keine Probenahme durchgeführt werden.
Der Messnetzbetrieb Wasser & Meteorolo-
gie hat gemeinsam mit dem Fachbereich
Gewässerökologie im Auftrag des Sächsi-
schen Staatsministeriums für Energie, Kli-
maschutz, Umwelt und Landwirtschaft im
Juli ein Sondermonitoring im Einzugsge-
biet der Talsperre Cranzahl durchgeführt.
Ziel war die Erfassung und Darstellung der
Auswirkungen der Niedrigwassersituation
in Bezug auf ökologisch-biologische und
gewässerkundliche Parameter. Es wurden
mit drei Messtrupps insgesamt 33 Durch-
flussmessungen realisiert. Als besondere
Herausforderung erwies sich die Messung
von Geringstdurchflüssen aufgrund der
extremen Niedrigwassersituation, wie auf
Seite 14 ein Bild veranschaulichen soll.
Mit der Installation eines Außenmonitors,
an dem jeder Passant die aktuellen Mess-
daten ablesen kann, wird der hochwasser-
gerechte Neubau der Gewässergütemess-
station Schmilka in 2021 beendet. Das El-
behochwasser 2013 hatte zu erheblichen
Schäden geführt. Die Station wurde in Zu-
sammenarbeit mit dem
Staatsbetrieb
Sächsisches Immobilien- und Baumanage-
ment (SIB) entsprechend den gewonnenen
Erkenntnissen neu gebaut.
Die Umsetzung der Baumaßnahmen für
unsere Betriebsanlagen wird derzeit neu
ausgerichtet. Im Zuge einer Neubewertung
seiner Zuständigkeit für staatliche Bau-
maßnahmen hat das SIB die Tätigkeit im
Messstellenbau stark reduziert und für
neue Maßnahmen temporär ausgesetzt.
Für den Wechsel der Bau-Zuständigkeit
sind die Abstimmungen zwischen den bei-
den zuständigen Ministerien inzwischen
abgeschlossen. Sie werden jetzt im Detail
umgesetzt. Trotzdem lassen sich auch für
das Jahr 2021 Auswirkungen auf geplante
bauliche Vorhaben im Messnetz nicht ver-
meiden.
Unsere Messergebnisse sind Indikatoren
für die Wirksamkeit von Nachhaltigkeits-
strategien im Bereich natürliche Lebens-
grundlagen und Ressourcenschutz, geben
sie doch Auskunft zur Qualität von Boden,
Wasser oder Luft und dokumentieren so
die Entwicklungszustände der natürlichen
Ressourcen. Mit der Teilnahme an EMAS
ist unsere Aufgabenerfüllung als Umwelt-
leistung anerkannt. Seit 2005 stellen wir
uns diesem System und wollen uns in den
kommenden zwei Jahren mit der inhaltli-
chen Ausrichtung auseinandersetzen, um
Bewährtem neue Struktur zu geben und
neues Potenzial zu erkennen.
Dr. Mathias Böttger
Geschäftsführer

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Umwelterklärung 2021
4 |
Geschäftsbereich 1
Verwaltung
Radebeul
Geschäftsbereich 2
Immissions- und
Strahlenschutz
Radebeul
Geschäftsbereich 3
Messnetzbetrieb Wasser und
Meteorologie
Brandis
Geschäftsbereich 4
Landwirtschaftliches
Untersuchungswesen
Nossen
Fachbereich 11
Allgemeine Verwaltung /
Bau und Liegenschaften
Fachbereich 21
1. Landesmessstelle
(LMSt.)
Fachbereich 31
Messnetzbetrieb Wasser,
Meteorologie und Lysimeter
Brandis
Fachbereich 41
Boden, Düngemittel
Sachgebiet
Qualitätsmanageme nt
Fachbereich 12
Personal, Organisation,
Aus- und Fortbildung
Fachbereich 22
2. Landesmessstelle
Chemnitz
Fachbereich 32
Messnetzbetrieb Wasser
und Meteorologie Radebeul
Fachbereich 42
Pflanzen, Futtermittel
Fachbereich 51
Feststoffanalytik
Fachbereich 13
Kaufmännischer Bereich
Fachbereich 23
Immissionsmessungen
Fachbereich 33
Messnetzbetrieb Wasser
und Meteorologie Chemnitz
Fachbereich 52
Spezielle Wasseranalytik
Geschäftsführer
Radebeul
Stabsstellen
- Controlling / NSM
- IMS
- Justitiariat/Innenrevision / Informationssicherheit
Staatliche Betriebsgesellschaft für
Umwelt und Landwirtschaft (BfUL
)
Fachbereich 53
Gewässergütelabor e
Fachbereich 54
Gewässerökologie
Fachbereich 55
Messnetz Naturschutz
Fachbereich 56
Gewässergütemessstatione n,
Probenlogistik, LIMS
Fachbereich 24
Emissionsmessungen,
Referenz- und Kalibrierlabor
Fachbereich 43
Saatgut, Landwirtschaftliche
Erzeugnisse
Fachbereich 44
Phytopathologie
Geschäftsbereich 5
Umweltanalytik und
Naturschutzmonitoring
Nossen
Fachbereich 14
Information,
Kommunikation und
Arbeitsschutz
Datenschutzbeauftragt er
2. Die BfUL
2.1 Aufgabe und Struktur
Die BfUL ist ein Staatsbetrieb im Ge-
schäftsbereich des Sächsischen Staatsmi-
nisteriums für Energie, Klimaschutz, Um-
welt und Landwirtschaft (SMEKUL).
Die Aufgaben sind durch Gesetze und
Rechtsverordnungen übertragen. Sie be-
treibt in eigener Verantwortung Umwelt-
analytik und Umweltmessungen sowie
landwirtschaftliche Untersuchungen und
Analytik für die Auftrag gebenden Dienst-
stellen der Umwelt- und Landwirtschafts-
verwaltung zur Umsetzung rechtlicher Ver-
pflichtungen der EU, des Bundes und des
Freistaates.
Dazu zählen insbesondere Datenerhebun-
gen und -auswertungen zur Gewässeröko-
logie, zur belebten Natur, zur Meteorologie,
zu landwirtschaftlichen Produktions- und
Futtermitteln, Pflanzen und Saatgut, Vered-
lungsprodukten, Düngemitteln und die phy-
topathologische Diagnostik.
Die BfUL bringt ihre Kompetenz auch in na-
tionale und internationale Gremien ein.
Die aktuellen Änderungen im Aufbau sind
durch blaue Schriftfarbe erkennbar.

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Umwelterklärung 2021
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2.2. Standorte und Messnetze
Alle Tätigkeiten werden in bzw. von den 8
Dienststandorten ausgehend durch insge-
samt 264 Mitarbeiter durchgeführt.
1
Radebeul (68 Mitarbeiter)
Geschäftsführung mit Stabsstellen
GB 1 | Verwaltung
GB 2 | Immissions- und Strahlenschutz
GB 3 | Messnetzbetrieb Wasser &
Meteorologie
2
Chemnitz (29 Mitarbeiter)
GB 2 | 2. LMSt. Umweltradioaktivität
GB 3 | Messnetzbetrieb Wasser &
Meteorologie
GB 5 | Gewässergütelabor
3
Görlitz (17 Mitarbeiter)
GB 3 | Messnetzbetrieb Wasser &
Meteorologie
GB 5 | Gewässergütelabor
4
Leipzig, gehört organisatorisch zu Nr. 5
5
Brandis (13 Mitarbeiter)
GB 3 | Messnetzbetrieb Wasser, Mete-
orologie und Lysimeter
6
Bad Düben (12 Mitarbeiter)
GB 5 | Gewässergütelabor
7
Nossen (122 Mitarbeiter)
GB 4 | Landwirtschaftliches Untersu-
chungswesen
GB 5 | Umweltanalytik & Naturschutz-
monitoring
8
Neschwitz (3 Mitarbeiter)
GB 5 | Sächsische Vogelschutzwarte
Für Probenahme und zahlreiche Messun-
gen werden folgende Messnetze betrie-
ben:
GB 2
zur Luftgüte mit 29 Stationen.
GB 3
für Pegel mit 270 Pegelanlagen;
11 Messnetze zum Grundwasser mit
mehr als 1000 Messstellen;
für Niederschlag mit 28 Obrometern;
zum Bodenwasser mit 30 Lysimetern
und bodenhydrologischen Messplätzen
sowie mit Bodendauerbeobachtungsflä-
chen Level II;
für Agrarmeteorologie mit 34 Stationen;
Sondermessnetz Parthe mit 150 Mess-
stellen.
GB 5
zur automatischen Überwachung der
Gewässergüte in 5 Stationen an Neiße,
Elbe und Mulde;
mit dem GB 3 und anderen Partnern
das Bioakustisches Messnetz Fleder-
mäuse.
Beobachtungen und Datenerhebung finden
zudem ohne bauliche Anlage in der Natur
auf unterschiedlich großen Flächen statt,
z. B. beim Vogelmonitoring, in Heide- und
Moorlandschaften und in Gewässern statt.

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Umwelterklärung 2021
6 |
2.3. Umweltpolitik und Integriertes Managementsystem
Die Leitlinien für unsere Unternehmenskul-
tur haben weiterhin Bestand:
1. Die BfUL ist fachlich kompetenter Part-
ner und zuverlässiger Dienstleister für die
Behörden im Geschäftsbereich des Sächsi-
schen Staatsministeriums für Umwelt und
Landwirtschaft.
2. Unser Auftrag wird mit höchstem Quali-
tätsanspruch wahrgenommen und im Dia-
log mit unseren Auftraggebern ständig an
aktuelle Erfordernisse angepasst.
3. Die Geschäftsprozesse werden auf
Basis eines Integrierten Management-
systems (IMS) mit betriebswirtschaftli-
chen Methoden gesteuert. Damit ver-
pflichten wir uns, die Anforderungen an
unsere Kompetenz als Prüf- und Kalib-
rierlabor nach DIN EN ISO/IEC 17025 zu
erfüllen und mit der Teilnahme an EMAS
die umweltrechtlichen Forderungen ein-
zuhalten sowie unsere Umweltleistung
zu verbessern.
4. Wir unterstützen und betreiben im Rah-
men unseres Auftrages angewandte For-
schung in den Bereichen Umwelt und
Landwirtschaft und bringen unsere Kom-
petenz in nationale und internationale Gre-
mien ein.
5. Unsere Unternehmenskultur ist geprägt
durch eine offene Kommunikation, durch
sachliche und zielorientierte Problemdis-
kussionen und eine kollegiale Zusammen-
arbeit.
6. Das Handeln unserer Führungskräfte ist
gekennzeichnet durch Gleichbehandlung
aller Beschäftigten, Transparenz der Ent-
scheidungen sowie der Fähigkeit zu diffe-
renzierter und konstruktiver Kritik wie auch
zur Selbstkritik.
7. Unsere Beschäftigten bringen sich of-
fen, kooperativ und konstruktiv in den Ar-
beitsprozess ein.
8. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter er-
halten für die Erfüllung ihrer Aufgaben die
notwendigen Rahmenbedingungen und
Ressourcen sowie – je nach Stellung im
Unternehmen – die Verantwortung für ihr
Wirken.
9. Wir sehen es als Chance und Herausfor-
derung an, Bestehendes konstruktiv zu hin-
terfragen und durch kontinuierliche Verbes-
serungen die Arbeitsprozesse weiter zu op-
timieren.
10. Aufgabengerechte Qualifikation und
Weiterbildung, umfassende Information
und hohe Motivation aller Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter sind die Basis für den Un-
ternehmenserfolg.
Die dritte Leitlinie fasst die
Leitlinien unse-
rer Umweltpolitik
zusammen:
Die BfUL betreibt ein geschäftsbereichs-
übergreifendes Managementsystem, das
die unternehmerischen Aspekte Qualität,
Umwelt und Arbeitsschutz miteinander ver-
bindet.
Das Umweltmanagementsystem ist der
Größe, und den Tätigkeiten der BfUL an-
gemessen und erfüllt die Anforderungen
der
EMAS-Verordnung. Die Aufrechterhaltung
und Weiterentwicklung des Systems wird
durch die Arbeitsgruppe IMS sichergestellt.
Dazu gehören die IMS-Verantwortliche
(IMS-V) und ein Beauftragter (IMS-B) aus
jedem Geschäftsbereich (GB). Für die Fra-
gen der Arbeits- und Betriebssicherheit ist
eine externe Fachkraft für Arbeitssicherheit
(FASi) tätig.
Unsere wichtigste Leistung: Wir erheben Daten.
Wir setzen Elektroenergie und Stoffe sparsam ein.
Wir halten die Rechtsvorschriften ein.
Wir beziehen unsere Partner ein.
Wir verbessern uns kontinuierlich.
Und wir berichten darüber.

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Umwelterklärung 2021
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2.4. Umweltaspekte und Umweltauswirkungen
Die Umweltaspekte wurden im Rahmen
von Umweltprüfungen erfasst und an Hand
folgender Kriterien bewertet, um die we-
sentlichen Umweltaspekte zu ermitteln.
Kriterien für die direkten Umweltaspekte:
1. Können die Umweltauswirkungen zur
Umweltgefährdung/Umweltbelastung
führen?
2. Sind die Umweltaspekte beeinflussbar
im Sinne eines Verbesserungsprozes-
ses sowie mit vertretbarem Aufwand
messbar bzw. mit Kennzahlen vergleich-
bar?
3. Sind die Aspekte zumindest teilweise
ein Kostenfaktor?
Kriterien für die indirekten Umweltaspekte:
1. Führen die Umweltauswirkungen zur
Minderung/Verstärkung der Umweltge-
fährdung/-belastung?
2. Sind diese Aspekte im Sinne eines Ver-
besserungsprozesses beeinflussbar so-
wie messbar bzw. qualitativ zu beschrei-
ben?
Unsere wesentlichen Umweltaspekte sind:
die Qualität der Arbeit, d. h. der Daten zu
Umwelt und Landwirtschaft [indirekt];
Materialeffizienz
(Gefahrstoffeinsatz)
[direkt];
Energieeffizienz (Fahrzeugverkehr) [di-
rekt].
Für die Entwicklung der positiven Auswir-
kungen konzentrieren wir uns daher auf die
gezielte Verbesserung der Qualität unserer
Arbeit. Die Auswirkungen, d. h. die weitere
Verwendung der Daten durch unsere Kun-
den, sind nicht quantifizierbar. Aber wir
messen unsere diesbezüglichen Anstren-
gungen unter folgenden Gesichtspunkten:
Datenumfang, d. h. welche Daten sind
wie oft in welchem Spektrum zu ermit-
teln;
Datenqualität, d. h. die Daten müssen
durch zuverlässige Methoden genau er-
mittelt werden und nachprüfbar sein;
Datenverfügbarkeit,
d. h.
terminge-
rechte und zugriffssichere Bereitstel-
lung.
Die Umweltleistung beruht somit auf der
„Qualitätsleistung“ und entspricht der Un-
ternehmensleistung. Alle weiteren von
EMAS geforderten Aspekte, wie z. B. Ener-
gieeffizienz, Energiebezug, Materialeffizi-
enz, Wasser, Abfall, biologische Vielfalt
und Emissionen bleiben mit wenigen Aus-
nahmen unberücksichtigt, weil sie für un-
sere Umweltleistung nicht wesentlich sind.
Zur Absicherung und stetigen Verbesse-
rung der anforderungsgerechten Aufga-
benerfüllung werden die Risiken und Chan-
cen betrachtet, die mit den Tätigkeiten ver-
bunden sind, einerseits von ihnen ausge-
hen und anderseits auf sie einwirken. In je-
dem GB werden die Risiken analysiert,
d. h. identifiziert, bewertet und Maßnahmen
zum Umgang ergriffen, um einen mögli-
chen Ausfall der Tätigkeiten und uner-
wünschte Auswirkungen zu vermeiden o-
der zu vermindern. Die Wirksamkeit der
Maßnahmen wird überprüft.
Die Chancen werden als Möglichkeiten zur
Verbesserung bereichsweise im Unterneh-
mensprogramm geplant und jährlich abge-
rechnet. Strategische Vorgabe dafür ist das
mit dem SMEKUL abgestimmte Betriebs-
konzept 2019 bis 2023.
Die Zielstellungen im Unternehmenspro-
gramm sind in vier Kategorien und Kenn-
zahlen zusammengefasst.
A
Erweiterung der gerätetechnischen Aus-
rüstung zur Datenerhebung
Erhöhung der Untersuchungskapazität,
Verbesserung der Zuverlässigkeit und
der Genauigkeit der Daten.
B
Erweiterung der Technik zur Datenbear-
beitung und -übertragung
Verbesserung von Arbeitsprozessen,
Verbesserung der Datenzuverlässigkeit,
Verbesserung des Datenzugriffs durch
Nutzer.
C
Einführung neuer Methoden und Opti-
mierung bestehender Methoden
Erweiterung
Untersuchungsspektrum,
Verbesserung von Arbeitsprozessen.
D
Optimierung des Arbeitsmitteleinsatzes
Ressourcenschonung,
Verminderung
von Emission und Lärm
K
Kennzahlen zur Datenverfügbarkeit und
zur Qualitätssicherung.

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Umwelterklärung 2021
8 |
3. Unsere Umweltleistung - in der Tätigkeit zum Ziel
Das Programm für 2020 wurde vor den pan-
demiebedingten Einschränkungen aufge-
stellt und stand unter dem Vorbehalt der Um-
setzung des betrieblichen Pandemieplanes.
Der Dienstbetrieb war von März bis Mai und
ab November deutlich eingeschränkt. Die
Aufrechterhaltung des Kernbetriebs und da-
mit unmittelbar die Erreichung der Kennzah-
len konnte sichergestellt werden.
Die für die Planumsetzung erforderliche Be-
reitstellung und -haltung der IT-Infrastruktur
hatte daher auch Vorrang vor anderen Vor-
haben im IT-Bereich.
Trotz der widrigen Umstände konnten ca. die
Hälfte der vorgenommenen Verbesserungs-
maßnahmen umgesetzt werden und über-
dies zahlreiche zusätzliche Maßnahmen. Die
nicht erreichten Ziele wurden, soweit sinnvoll
in den Plan für 2021 integriert.
Alle 16 Kennzahlen zur Datenverfügbarkeit
im Immissionsschutz und im Messnetzbe-
trieb Wasser & Meteorologie sind erreicht.
Insgesamt decken sowohl das erfüllte Pro-
gramm als auch das neue Programm für
2021 alle Zielkategorien ab: Investitio-
nen/Ausrüstung
(A),
Datenbearbeitung/-
übertragung (B), Methoden (C) und Arbeits-
mitteleinsatz (D).
Die Darstellung der Umweltleistung in dieser
Umwelterklärung wird nicht wie bisher an
Hand der Zielkategorien sortiert, sondern er-
hält den direkten Bezug zu den beauftragten
Tätigkeitsfeldern der einzelnen Geschäftsbe-
reiche. Damit soll für kundige Mitarbeiter und
interessierte Leser die Verbindung zwischen
täglicher Arbeit und erzielter Verbesserung
leichter erkennbar sein.
Die mehrjährige Darstellung der Umwelt-
leistung erfolgt aus Platzgründen mindes-
tens für das aktuelle Abrechnungsjahr, das
Vorjahr und das der Einführung bzw. der
ersten Darstellung innerhalb der Umwelter-
klärung.
Die Bewertung der Zielstellungen für 2020
wird durch die Symbole angezeigt:
= erfüllt,
= nicht erfüllt,
= nicht erfüllt, Ursache dafür ist extern,
zusätzlich = über Plan, d. h. Chance ge-
nutzt.
Ein Beispiel aus dem GB 3 soll zur Erklärung
dienen. Die Aufgaben werden eingerahmt,
die dazu gehörende erreichte Verbesserung
und die neue Zielstellung angefügt und wenn
vorhanden durch Bildmaterial veranschau-
licht.
Messnetzbetrieb Wasser und Me-
teorologie
Oberflächenwasser
(OW)
Stand
und
Menge:
Betrieb von 198 Pegelanlagen,
davon 97 Hochwasser-Meldepegel;
hydrologische Betreuung des Kontroll-
und Steuermessnetzes der Landestal-
sperrenverwaltung (LTV) mit 48 Pegeln;
Durchführung von 1.173 Durchflussmes-
sungen und 140 Pegelhöhenprüfungen
pro Jahr;
fachliche Begleitung von bis zu 20 Pe-
gelbaumaßnahmen pro Jahr;
Betreuung von ca. 200 ehrenamtlichen
Pegelbeobachtern.
Investition/Ausrüstung:
Elektroanschluss an drei Pegeln,
Wasserstands-/ Durchflussmesstechnik.
(4 neue Sensoren, auch Radar).
neues Festrumpfboot als Schlauchboot
zum Einsatz bei Durchflussmessungen.
geht in 2021 weiter.
Datenbearbeitung/-übertragung:
Umstellung WISKI Datenbank auf Version 7
wird erst in 2021 durchgeführt.
Abbildung (Abb.) 1: Durchflussmessung am Hanggraben als Zulauf zur
Talsperre Cranzahl, Beispiel für die Messung von Geringstdurchflüs-
sen.

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Umwelterklärung 2021
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3.1 Verwaltung und Stabsstellen
Der GB 1 unterstützt alle Geschäftsberei-
che als interner Dienstleister in allen Quer-
schnittsangelegenheiten durch:
Sicherstellung des Geschäftsbetriebes
mit Gebäude- und Liegenschaftsbewirt-
schaftung, die Verwaltung des Fuhr-
parks und Betreuung der Beschäftigten
in Dienstreiseangelegenheiten sowie
zentrale Registratur;
Einrichtung insektenfreundlicher Außen-
bereiche ist an den Standorten Radebeul
und Chemnitz umgesetzt.
Die Herstellung der Bienenweiden in
Chemnitz um unser Dienstgebäude herum
ist ein voller Erfolg. Es herrschte stets ein
großer Andrang verschiedener Insektenar-
ten um die Blüten. Es sieht zudem noch
sehr gut aus.
Abb. 2: Blühwiese in Chemnitz
Ziel für 2021/2022: Einrichtung von Nisthil-
fen an Standorten und Messstellen. Dazu
finden Besichtigungen mit ortskundigen
Fachleuten statt, um Bedarf und Möglich-
keiten zu prüfen. Dabei ist zu beachten,
dass Fensterfronten vorher mit einem wirk-
samen Schutz gegen Vogelschlag auszu-
statten sind. Für den Neubau am Standort
Brandis können zahlreiche Ideen in die lau-
fende Maßnahme eingebracht werden, die
u. a. zur verbesserten Gestaltung der Be-
pflanzung führen.
Der Kraftstoffverbrauch der gesamten
BfUL liegt knapp unter 8 l auf 100 km. Die
freiwillige Selbstverpflichtung zur Richtge-
schwindigkeit von 130 km/h auf Autobah-
nen wird weiterhin aufrechterhalten. Daten-
grundlage für die Darstellung des Gesamt-
Kraftstoffverbrauchs:
2003 2007
2013
[Max]
2017 2018 2019
2020
[
Min]
Fahrtstrecke in
1.000 Kilometer
796 855
998 919 875
918
846
Kraftstoffmenge
in 1.000 Liter
75,7 77,1 93,6
77 78,2 78,8
67,2
Verbrauch in
Liter/100km
9,5
9,0
9,4
8,4
8,9
8,6
7,9
Ziel ist weiterhin, den Verbrauch bei unter
9,5 l auf 100 km zu halten.
Vorbereitung und nutzerseitige Beglei-
tung von Bau- und Bauunterhaltungs-
maßnahmen in Zusammenarbeit mit
dem Sächsischen Immobilien- und
Baumanagement (SIB) sowie rechtliche
Liegenschaftssicherung und Betreuung
der Messstellen aller Messnetze;
Personalmanagement, -fürsorge und -
entwicklung sowie Planung, Organisa-
tion und Evaluation der Fort- und Wei-
terbildung;
Abwicklung der Einkäufe und Verga-
ben;
Durchführung der Buchungsgeschäfte,
des Zahlungsverkehrs und der Anla-
genbuchhaltung sowie Erstellung des
kaufmännischen Jahresabschlusses;
Erstellung von Wirtschafts- und Jahres-
plänen, Betriebsanalysen, Prognosen,
Finanzberichten.
Organisation von arbeitsmedizinischen
Vorsorgeuntersuchungen und Arbeitssi-
cherheitsbegehungen; Koordination der
externen Fachkraft für Arbeitssicherheit
und des Arbeitssicherheitsausschus-
ses;

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Umwelterklärung 2021
10 |
Administration der zentralen Fachda-
tenbanken und des Netzwerkes sowie
Betreuung von Hardware, System- u.
Standardsoftware;
Erstellung und Umsetzung der IT-Pla-
nung, Organisation der Kommunikati-
onstechnik mit DV-technischem Sup-
port der Messnetze.
Zur Aufrechterhaltung des Betriebes unter
den Bedingungen des Pandemieplanes
wurden folgende Maßnahmen ergriffen:
kurzfristiges Bereitstellen von etwa 100
Telearbeitsgeräten und Zugangslösungen.
Es wurden ausschließlich dienstliche Gerä-
teverwendet. Eine gesonderte Konfigura-
tion, die sich von lokal in Büros verwende-
ten Rechnern unterscheidet, musste entwi-
ckelt werden.
Kurzfristige Organisation und technische
Ausstattung der VIS.SAX Schulung durch
Umstellung von Präsenzschulung auf On-
lineschulung.
Folgende Vorhaben wurden pandemiebe-
dingt zurückgestellt, Ziele für 2021:
Einführung der Nutzung mobiler Geräte
Arbeiten am Lokalen Netzwerk
Erarbeitung Datensicherungskonzept
Wiederherstellung Serviceleistungen und
Problemlösungsdokumentation
Umstellung der Server
Umstellung auf Microsoft Office 2016.
Einrichtung neuer Intranetplattform auf
Basis von SharePoint, Ziel für 2022.
Aktualisierung Serverstruktur 2018 bis
2021: in 2020 wurden die letzten alten Ser-
ver in Radebeul und Nossen abgeschaltet,
die Installation der neue Server Brandis und
Leipzig wurde vorgezogen. Dadurch wird
beim Verbrauch durch die Server eine deut-
liche Energieeinsparung von 70% erreicht.
Umstellung auf Microsoft Windows 10 als
Projekt des Geschäftsbereich SMEKUL,
Ziel ist gemeinsame Einführungs-und Be-
triebsstrategie im GB. Alle Bereiche sind
umgestellt, bis auf Teile des GB 5. Auf-
grund der Pandemie mussten einige Rech-
ner die als neue Desktoprechner geplant
waren für Telearbeit umkonfiguriert werden.
Aktualisierung der Backup-Infrastruktur
an den Standorten Radebeul und Nossen
zur flexiblen Datensicherung. Je nach Be-
darf werden in 2021 Erweiterungen vorge-
nommen.
All-IP Umstellung der Telekom zur Absi-
cherung der Datenübertragung aus allen
Messnetzen der GB 2, 3 und 5 kann in 2021
abgeschlossen werden.
Einführung von neuen Clientrechnern im
Hinblick auf Energieeinsparung, Effizienz,
Langlebigkeit und Ergonomie. Dazu wur-
den veraltete Arbeitsplatz-PCs ausge-
tauscht oder durch die komplette Nutzung
der vorhandenen Laptops ganz eingespart.
Das Einsparpotential liegt bei 90% (von 80
W auf 8 W) und konnte für die GB 1, 2, 3
und 4 bereits ausgeschöpft werden. Ziel für
2021: Ausstattung des GB 5.
Zusätzlich: Auf Grund einer Erneuerung der
Exchangeserver und des Umzugs von Lich-
tenwalde nach Kamenz mussten alle Mail-
postfächer migriert werden. Dies konnte
Ende 2020 abgeschlossen werden.
Die Stabsstellen erfüllen die Aufgaben:
Aufrechterhaltung und Weiterentwick-
lung der Kosten- und Leistungsrech-
nungen sowie Erarbeitung von Control-
lingkonzepten mit Auswertungen und
Berichten;
juristische Beratung und Stellungnah-
men, Vertragsangelegenheiten und
Prozessvertretung sowie lnnenrevision,
Datenschutz und Informationssicher-
heit.
Aufrechterhaltung und Weiterentwick-
lung des Integrierten Managementsys-
tems nach den Anforderungen der DIN
EN ISO/IEC 17025 und von EMAS/ DIN
EN ISO 14001;
Umstellung der Akkreditierung als Prüfla-
bor auf die DIN EN ISO/IEC 17025:2018.
Dafür wurden zahlreiche Anforderungen
umgesetzt, u. a. an die Risikobewertung. In
2020 waren insgesamt acht Fach- und der
Systembegutachter an 19 Tagen zur Prü-
fung in allen GB tätig. Daran waren bzw.
sind beinahe alle Mitarbeiter beteiligt. Mit
den Standorten Chemnitz, Bad Düben und
Neschwitz ist ein Teil noch in 2021 zu prü-
fen.

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Umwelterklärung 2021
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3.2 Immissions- und Strahlen-
schutz
Allgemeine Umweltradioaktivität, Notfall-
schutz, Kerntechnische Anlagen:
Routinemessprogramm;
Vorbereitung für den nuklearen Notfall;
Unabhängige Messstelle am For-
schungsstandort Rossendorf.
Datenbearbeitung/-übertragung:
Erstellung eines Konzeptes für den Nach-
folger der aktuellen Datenbank Umweltradi-
oaktivität in Sachsen (DURAS). Eine neue
Version soll die Abläufe im Labor vereinfa-
chen und durch den Wegfall von Auswerte-
bögen den Papierbedarf verringern. Dabei
wird die Zuordnung der Adressinformation
zu Probenentnahmestellen für Aufgaben-
gebiet „Aufsichtliche Kontrollmessungen“
berücksichtigt. Die aktuelle Software ist seit
fast 20 Jahren im Einsatz. Die Planung ei-
nes Nachfolgers laufen stetig, aber aus per-
sonellen, betrieblichen und haushaltäri-
schen Gründen konnten in 2020 keine kon-
kreten Arbeiten erfolgen. Die Ausführung ist
für 2022/2023 geplant.
Ziel für 2021: Schaffung einer Kopplung
zwischen
der
strahlenschutzrechtlichen
Genehmigungsdatenbank im LfULG (Lan-
desamt für Umwelt, Landwirtschaft und Ge-
ologie) und der Datenbank DURAS für An-
meldung von Arbeitsplätzen nach §129
StrlSchG. Dabei ist zu prüfen, in welcher
Weise Daten aus Anmeldungen im LfULG
nach § 129 StrlSchG für spätere Auswer-
tungen in DURAS vorgehalten werden kön-
nen.
Sanierungsstandorte der Wismut GmbH;
Altstandorte des Uranbergbaus;
Nuklearspezifische Gefahrenabwehr:
Unabhängige Messstelle an Standorten
des ehemaligen Uranbergbaus;
Vorhaltung von Messkapazität und Ruf-
bereitschaft „Nukleare Vorkommnisse“.
Lebensmittelüberwachung:
Trink-, Mineral-, Heil- und Rohwässer;
Wildfleisch und Wildpilze.
zusätzliche Methodenerweiterung:
Flüssigszintillationsmessverfahren zur Be-
stimmung der Gesamt-Alpha-Konzentra-
tion. Die Erprobung des Verfahrens war er-
folgreich, es sind deutlich niedrigere Nach-
weisgrenzen möglich. In 2020 erfolgte die
Umstellung des Verfahrens. Mit dem Ver-
fahren ist aber nur die Bestimmung in Trink-
wässern möglich.
Radonberatung:
Beratung und Information von Bürgern,
Kommunen, SIB und SMEKUL;
Messprogramme.
Ziel für 2021 Datenbearbeitung: Aufbau ei-
ner webbasierten Messprogrammanmel-
dung für die Radonberatung. Zur Effizienz-
steigerung soll der im Freistaat zentral zur
Verfügung stehende Formularservice ge-
nutzt werden, um Messprogrammanmel-
dungen online durchführen zu können.
Für die ab 2020 neue Kennzahl zur Ge-
fahrstoffverwendung wurden relevante Ein-
heiten gebildet und erstmalig erfasst. Eine
Bewertung kann erst in den Folgejahren er-
folgen.
Für den Bereich Immissionsschutz ist die
Anzahl bestellter Gasflaschen relevant. Ein
geeigneter Bezug muss noch ermittelt wer-
den.
2020
Gasflaschen
36
Gesamtvolumen 1.102 Liter
Es handelt sich um 15 verschiedene Gase,
die als Kalibrier- und / oder Prüfgase die-
nen. Die Gebindegrößen variierten zwi-
schen einem und 50 Liter.
Im Strahlenschutz wird die für die Analyse
erforderliche zugegebene Aktivität in Bec-
querel (Bq)/Probe dargestellt pro Landes-
messstelle.
2020
In Radebeul 1,10E+02
In Chemnitz 4,52E+01

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Umwelterklärung 2021
12 |
Überwachung der Luftqualität in Sachsen:
Erfassung an 29 Stationen des Luft-
messnetzes (regionaler Hintergrund,
städtischer Hintergrund, Hot-spot);
Referenz- und Kalibrierlabor (RKL);
Automatisierte Staubwägung.
Abb. 3: Stationäres Luftmessnetz 2020
Investition/Ausrüstung:
Container Carlsfeld wurde im Frühjahr
2020 in Betrieb genommen;
Abb. 4: Der neue Container am Standort Carlsfeld.
Neubau und Aufstellung Liebschützberg
als Ersatz für Standort Collm. Der Standort
Liebschützberg ist mit guten Erfolgsaus-
sichten für 2021 in Arbeit.
Zusätzlich:
Rückbau am Standort Plauen;
Beginn der Ozon-Messung in Brockau;
Planungen zum Aufbau einer SuperSite
in Radebeul; dafür erfolgte bereits die Um-
setzung der Ruß- und Partikelanzahlmes-
sung von Annaberg-Buchholz im Herbst
2020.
Ziele für 2021:
weiterer Ausbau der SuperSite;
Ozon-Messung in Leipzig-Mitte als Er-
satz für die geschlossene Station Leipzig-
Thekla, die wegen nicht behebbarer Beein-
flussung eingestellt wurde.
Gemäß Anforderung der Fachaufsicht ist
der Standort Radebeul-Wahnsdorf zur Un-
tersuchung der Ursachen für die hohen
Ozonkonzentrationen
erheblich
auszu-
bauen (sog. Supersite). Der Standort ver-
fügt bei einigen Komponenten über langjäh-
rige Messreihen, und soll erweitert werden
um: Partikelanzahlgrößenverteilung, Ruß
und perspektivisch auch Messungen von
Kohlenmonoxid, weiteren Strahlungskom-
ponenten, der Photolyserate sowie zu den
Komponenten BVOC (Flüchtige organische
Verbindungen von Pflanzen) und anthropo-
gene NMVOC (Flüchtige organische Ver-
bindungen). Dafür ist der vorhandene Con-
tainer jedoch zu klein. Ein zweiter Container
soll hinzugestellt werden.
Beginn Umrüstung der Meteorologiever-
gleichsmessstationen mit Ultraschallan-
emometer (USA) und höherwertigen Strah-
lungsgebern für die messtechnische Rück-
führung. Derzeit wird noch an der DV-tech-
nischen Integration gearbeitet.
Im Messnetz wurden zur Verbesserung der
Verfügbarkeit bei winterlichen Verhältnis-
sen und zur vereinfachten Wartung verein-
zelt hochwertige 2D-USA zur Erfassung der
Windgeschwindigkeit installiert. Eine der
zur regelmäßigen Überprüfung eingesetz-
ten Meteorologie-Vergleichsmessstationen
sollte ebenfalls damit ausgestattet werden,
um die Stations-USA äquivalent und die
Werte der anderen Stationen mit einer
zweiten Messmethode überprüfen zu kön-
nen.
Staubmessung: Es wurden Messgeräte
zweier Firmen getestet. Beide beruhen auf
dem Verfahren der Lichtstreuung (Nephelo-
metrie) und erwiesen sich für den Mess-
netzbetrieb als tauglich. Die Entscheidung
zur Integration in das Luftmessnetz erfolgt
aber erst in 2021.
Ziele für 2021:
zeitaufgelöste
Niederschlagmessung:
Integration der Niederschlagsensoren ins
Messnetz. Es erfolgte im Herbst 2020 eine
Beschaffung von vier Niederschlagssenso-
ren (zeitaufgelöste Messung des Nieder-
schlags mittels einer Kippwaage) durch das
LfULG.
Wiederinbetriebnahme der CO-Strecke
im RKL, Im Rahmen der Vorbereitung eines
Projektes zur Erfassung von Ozon-Vorläu-
fersubstanzen sollen neue CO-Messgeräte
mit niedriger Nachweisgrenze angeschafft
und getestet werden.

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Umwelterklärung 2021
| 13
Alle Kennzahlen wurden erreicht und blei-
ben bestehen. Die Darstellung teilt ein in:
Verfügbarkeit von Meteorologiedaten,
HVS-Daten (High Volume Sampler-Daten
der täglichen Staubprobenahme in den
Fraktionen PM2,5 und PM10) und der Tem-
peraturüberwachung. Ziel ist jeweils: 92,8
%.
Verfügbarkeit in %
2006
2010
2012
2013
2019
2020
Meteorologiedaten
96,6
99,4
99,2
99,4
98,0
99,4
HVS-Daten 10
97,9
99,2
98,9
98,8
99,6
99,6
HVS-Daten 2,5
98,8
99,0
99,5
99,5
Temperatur
98,3
98,7
98,7
97,4
99,3
99,0
Gesamt- und Analysatoren-Verfügbarkeit
Verfügbarkeit
(Ziel)
2010
2012
2013
2019
2020
Gesamt
90,0 %
96,2
97,2
97,0
97,6
97,8
Benzol,Toluol,Xylole (BTX) 90,0 %
95,6
92,0
93,0
93,8
95,9
Schwefeldioxid (SO2)
92,8 %
96,7
97,5
95,8
99,1
99,1
Ozon (O3)
92,8 %
97,9
98,3
98,2
97,4
97,3
Stickoxide (NOx)
92,8 %
98,3
98,8
99,0
99,3
99,1
Staubautomaten (TEOM) 92,8 %
93,2
99,0
96,1
97,2
97,3
Ausfallquote Gravimetrie, Ziel <0,1 %
Ausfallquote der
Gravimetrie in %
2010
2012
2013
2017
2018
2019
2020
<0,1
<0,1
<0,1
0,03
0,03
<0,1
<0,1
96,2%
97,2%
97,0%
97,6%
97,8%
95,6%
92,0%
93,0%
93,8%
95,9%
96,7%
97,5%
98,6%
99,1%
99,1%
97,9%
98,3%
98,2%
97,4%
97,3%
98,3%
98,8%
99,0%
99,3%
99,1%
93,2%
99,0%
96,1%
97,2%
97,3%
90%
92%
94%
96%
98%
100%
2010
2012
2013
2019
2020
Verfügbarkeit Immissionsmessnetz
Gesamt
Benzol/Toluol/Xylol
Schwefeldioxid
Ozon
Stickoxide
TEOM
Ziel

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Umwelterklärung 2021
14 |
Datenbearbeitung/-übertragung:
Die Erweiterung der Abfragemöglichkei-
ten im Rahmen der Erneuerung der Mess-
netzkommunikation zwischen Zentrale und
Stationsrechnern ist abgeschlossen. Alle
Stationen sind eingebunden, die Überwa-
chung der Stationsabfrage wurde realisiert.
Ziel bis 2021: Datenbankumstellung zur
Automatisierung der Standortcharakteris-
tika: Das Projekt wird wie geplant in 2021
fortgesetzt und mit externer Vergabe abge-
schlossen. Das Wartungstool wird aktuali-
siert.
Ziel für 2021: Realisierung einer Near-Re-
altime-Datenübertragung für die Mobility
Particle Size Spectrometer (MPSS) erfolgt
im Zusammenhang mit Überarbeitung der
Messungen zu ultrafeinen Partikeln (UFP)
und dem Aufbau einer SuperSite am Stand-
ort Radebeul. Das soll die Effizienz der Ar-
beit steigern und eine schnellere Datenver-
fügbarkeit sicherstellen.
Methodenoptimierung:
Qualitätssicherung Probenahme: Ertüch-
tigung einer Prüfmethode zur Bestimmung
des Wirkungsgrades der Probenahme-Ein-
richtung konnte aus Kapazitätsgründen
2020 nicht weiter qualifiziert werden. Eine
Entscheidung zur Routine-Einführung steht
ebenfalls aus. Ziel für 2021.
Stickstoffdioxid-Messung
: Evaluierung
des NO2-Direktmessgerätes an ausge-
wählten Standorten im Luftmessnetz. Ver-
gleichsmessungen haben begonnen, Stu-
fenprogramm wurde in 2020 abgeschlos-
sen. Das Gerät wird zunächst im RKL ein-
gesetzt.
Absicherung der Arbeitsfähigkeit der
Laborbereiche:
Die Einrichtungen für
Staubwerkstatt, RKL, Emissionslabor so-
wie Elektro-Werkstatt genügen auf Dauer
nicht den Anforderungen, bzgl. Qualitätssi-
cherung (QS) (Platz)/ Arbeits- und Be-
triebsschutz, Radonproblematik. Der erfor-
derliche Neubau ist ein langfristiges Pro-
jekt. Die Vorbereitungen wurden in 2020
vorangebracht. Ziel für 2021: Planungen,
gegebenenfalls über studentische Arbeiten
der HTW Dresden (Hochschule für Technik
und Wirtschaft), und die Voraussetzungen
für eine Aufnahme in den Doppelhaushalt
2023/24 schaffen.
Untersuchung von Emissionen aus beson-
derem Anlass:
Aufträge im besonderen behördlichen /
öffentlichen Interesse;
Aufträge aus Forschungsprojekten des
LfULG.
Investition/Ausrüstung:
Der
geplante
Ersatz
eines
mobilen
Messcontainers zur Emissionsmessung
wurde aufgrund der dringenderen Stall-
messungen auf Ende 2021/Anfang 2022
verschoben.
Methodenoptimierung
QS-Emissionsmessung: Erweiterung der
Evaluierung der Gasmischstation für pro-
jektbezogene Gasgemische (Fortführung
von 2019) zur Absicherung der Messdaten
durch Vorversuche mit synthetisch herge-
stellten Gasmischungen, Querempfindlich-
keiten erkennen. Die erforderlichen Tests
an der Gasmischstation konnten in 2020
wegen pandemiebedingter Kapazitätseng-
pässe nicht alle abgeschlossen werden.
Ziel für 2021.
QS-Emissionsmessung:
Nutzung
der
Software OPUS zur qualitativen Gasanaly-
tik wurde wegen der Umstellung auf Win10
in einer neuen Version angeschafft, instal-
liert und getestet. Es erfolgte eine Auf-
nahme von Spektren aller vorhandenen
Prüfgase, die Identifizierungsfunktionen
wurden getestet. Eine Fortbildung konnte
pandemiebedingt nicht stattfinden.

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Umwelterklärung 2021
| 15
3.3 Messnetzbetrieb Wasser und
Meteorologie
Oberflächenwasser
(OW)
Stand
und
Menge:
Betrieb von 198 Pegelanlagen, davon
97 Hochwasser-Meldepegel;
hydrologische Betreuung des Kontroll-
u. Steuermessnetzes der LTV (48 Pe-
gel);
Durchführung von 1.173 Durchfluss-
messungen und 140 Pegelhöhenprüfun-
gen im Jahr;
fachliche Begleitung von bis zu 20 Pe-
gelbaumaßnahmen im Jahr;
Betreuung von ca. 200 ehrenamtlichen
Pegelbeobachtern.
Investition/Ausrüstung:
Elektroanschluss an drei Pegeln,
Wasserstands-/Durchflussmesstechnik.
(4 neue Sensoren, auch Radar).
neues Festrumpfboot als Schlauchboot
zum Einsatz bei Durchflussmessungen.
wird in 2021 fortgeführt.
Abb. 1: Durchflussmessung am Hanggraben als Zulauf zur Talsperre
Cranzahl, Beispiel für die Messung von Geringstdurchflüssen.
Datenbearbeitung/-übertragung: Umstel-
lung der WISKI Datenbank auf Version 7
konnte erst Anfang 2021 erfolgen. Mit der
Umstellung ist eine Verbesserung beim Da-
tenumgang verbunden, und damit eine
schnellere Bereitstellung der Daten für die
Fachaufsicht.
WISKI=Wasserwirtschaftliches
Informations-
system der Firma Kisters
Methodenoptimierung:
Messungen bei Hochwasser
: Das Radar-
messgerät konnte im sechsten Jahr in
Folge nicht getestet werden. Während in
den Vorjahren nur Niedrigwasser daran
hinderte, hielt die Pandemiesituation von
der Fortführung der intensiven Tests ab.
Ziel für 2021. Bei Eignung ist die Beschaf-
fung für den Einsatz in anderen Fachberei-
chen des GB 3 vorgesehen.
Investition/Ausrüstung:
Pegelbau:
18 Maßnahmen wurden insge-
samt betreut, davon konnten 5 fertiggestellt
und 9 neu in Angriff genommen werden.
Ziel für 2021:
5 Fertigstellungen und
8 Neubeginne.
Diese Zielstellung ist nur zu erreichen,
wenn die aktuelle Klärung der Zuständig-
keit für den Messstellenbau eine reibungs-
lose Fortsetzung ermöglicht. Mit Verzöge-
rungen ist daher bei allen derartigen Bau-
maßnahmen zu rechnen.
Abb. 5: neuer Pegel Kleinvoigtsberg an der Freiberger Mulde.
Kennzahl
zur Verfügbarkeit der Daten per DFÜ, Zielgröße 97 %.
Gesamt
2006
2012
2013
2019
2020
Pegelanzahl
173
179
187
198
198
Ausfalltage
371
113
242
156
225
Maximalverfügbarkeit
63.145 65.335 68.255 72.270 72.270
Tage mit Daten
62.774 65.222 68.013 72.114 72.045
Verfügbarkeit in %
99,4
99,8
99,6
99,8
99,7

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Umwelterklärung 2021
16 |
Grundwasser (GW) Stand und Menge:
Betrieb von vier Messnetzen mit insge-
samt ca. 1.000 Messstellen;
ca. 68.000 Standsmessungen durch die
Beschäftigten, die ehrenamtlichen Be-
obachter, beauftragte Firmen und digi-
tale Datensammler mit DFÜ;
Betreuung von ca. 600 ehrenamtlichen
Beobachtern.
Messstellenausrüstung:
Umrüstung
von 12 GW-Messstellen (GWM) mit Daten-
sammlern
und
Datenfernübertragung
(DFÜ), geplant waren zunächst nur 5 Um-
rüstungen.
Ziel für 2021: Datensammler an 18 GWM.
Kennzahl
zum Messnetz „Hochwasser
im Grundwasser“, Verfügbarkeit der Daten
per DFÜ, Zielgröße 97 %.
Gesamt
2011
2012
2013
2019
2020
Messstellen
66
115
120
195
203
Maximalverfüg. 24.090 41.975 43.800 71.175 74.095
Tage mit Daten 23.545 40.647 43.189 69.926 72.434
Verfügb. in %
97,7
96,8
98,6
98,2
97,8
Grundwasser Beschaffenheit:
Betrieb von fünf Messnetzen mit insge-
samt 453 Messstellen;
Durchführung von 632 Probenahmen;
Neubau von bis zu 15 Messstellen.
Messstellenbau zur Überwachung der
Grundwasser-Körpern:
18 Bauanträge wurden erstellt,
6 der geplanten 10 Maßnahmen wurden
abgeschlossen.
Ziel für 2021:
Bauanträge für 12 Messstellen und 20 Fer-
tigstellungen, unter der Voraussetzung,
dass Frage der Bauzuständigkeit geklärt
ist.
Abb. 6: Probenbergung bei Sonderprobenahme im Hedwigschacht
Kennzahl
zur Verfügbarkeit durch Erfül-
lung der Probenahme (PN), Ziel: 97 %.
Gesamt
2006 2012 2013 2019 2020
beauftragte PN
907
775
743 687
651
durchgeführte PN
890
763
736 674
632
Erfüllung in %
98,1
98,5
99,1 98,1
97,1
Niederschlag:
Betrieb von 29, ab Dezember 2020: 35,
automatischen Niederschlagsmessge-
räten (Ombrometer) mit DFÜ;
Betreuung von 21 ehrenamtlichen Be-
obachtern.
Investition/Ausrüstung:
2 neue Standorte realisiert und 6 Ombro-
meter an AMN-Stationen nachgerüstet.
Ziel für 2021: wie 2020, d. h. 2 neue Stand-
orte und 6 Nachrüstungen mit Ombrometer.
Methodenoptimierung:
Zur Umrüstung der Generation Pluvio¹ auf
die neue Generation Pluvio² wurden 7
Messstellen neu ausgestattet. In 2021 sind
weitere 2 Messstellen umzurüsten.
Kennzahl
zur Verfügbarkeit der Daten
per DFÜ, Zielgröße 95 %.
Gesamt
2013
2019
2020
Stationen
22
29
31
Ausfalltage
5
1.389
463
Verfügbarkeit in %
99,9
86,9
95,9
Bodenwasser, Teil Lysimeter:
Betrieb von 30 Lysimetern und zwei Bo-
denhydrologischen Messplätzen;
Betrieb Sondermessnetz Parthe mit ca.
150 Messstellen für OW, GW sowie Nie-
derschlag;
tägliche Erfassung und Auswertung aller
relevanten Daten zur Witterung sowie
zum Wasser- und Stoffhaushalt.
Methodenoptimierung:
Überprüfung von Messnetzen: Zur Unter-
suchung von Stickstoffgehalt und PSM in
Böden werden Probenahme und Daten-
auswertung fortgesetzt. Mittels der Isoto-
penuntersuchung können wertvolle Infor-
mationen für die Bewertung der Wasser-
und Stoffflüsse in den Lysimetern und Er-
kenntnisse über die Herkunft des Nitrats im
Sickerwasser geliefert werden. Diese Un-
tersuchungen stoßen zunehmend auf fach-
liches Interesse und sollen fortgesetzt wer-
den.

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Umwelterklärung 2021
| 17
Bodenwasser, Teil Bodendauerbeobach-
tung:
Betrieb von 4 Bodendauerbeobach-
tungsflächen/-stationen Level2 (BDF II);
drei bodenhydrologische Messplätze.
Investition/Ausrüstung:
Zum Betrieb der Station Lippen wurde
diese mit Solarzellen und neuen Akkus so-
wie einem neuen Bulksammler-Trichter
ausgestattet. An der BDF II Station Hilbers-
dorf erfolgte die Automatisierung der Pro-
bengewinnung. Diese ermöglicht die Bei-
behaltung der 14-tägige Probengewinnung
und Verlängerung des Befahrungsrhyth-
mus von 14 auf 28 Tage.
Ziel für 2021: Automatisierung der Proben-
gewinnung an 2 weiteren BDF II Stationen.
Agrarmeteorologie:
34 automatische Stationen zur Wetter-
datenerhebung für die Pflanzenschutz-
vorhersage;
kontinuierliche Datenbereitstellung für
das LfULG und Externe zur Schaderre-
ger-Prognose.
Zusätzliche Investition/Ausrüstung: zur Si-
cherung wurden 2 Stationen des Agrarme-
teorologischen Messnetzes (AMN) umge-
setzt und zur Standardisierung des Mess-
netzes wurden 6 AMN Stationen mit neuer
Niederschlagsmesstechnik umgerüstet.
Kennzahl zur Verfügbarkeit der Daten
per DFÜ, Zielgröße 97 %.
Gesamt
2012
2013
2019 2020
Stationen
33
35
34
34
Ausfalltage
594
112
30,7
35,0
Verfügbark. in % 95,1
99,1
99,8
99,7
Für den Messnetzbetrieb Wasser
und Meteorologie insgesamt
Datenbearbeitung OW/GW:
Umstellung der Messstellen- und Be-
obachter-Datenbank auf neue Access 2010
Version; Implementierung von Erweite-
rungsmodulen zur Absicherung der Daten-
sicherheit und des Datenschutzes bleibt als
Ziel für 2021.
Arbeitsmitteleinsatz:
Ersatzbeschaffung von 2 Messfahrzeugen
im FB 31 und im FB 32 (1x Diesel, 1x Hyb-
rid).
zur Erhaltung der Einsatzfähigkeit und
Senkung Verbrauch, CO2-Emission.
Ziel für 2021: Beschaffung eines Messfahr-
zeuges für den FB 32 GW Messnetz.

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Umwelterklärung 2021
18 |
3.4 Landwirtschaftliches Untersu-
chungswesen
Boden, Düngemittel:
Amtliche Düngemittelverkehrskontrolle;
Untersuchungen von Böden auf Hu-
mus-, Nährstoff-, Schwermetallgehalte;
Analyse von Futtermitteln, Pflanzen,
Fleisch und Fisch auf Schwermetalle.
Investition/Ausrüstung:
Ersatz Ultraclave IV zur Erhöhung der Zu-
verlässigkeit von Aufschlüssen organi-
schen Materials.
Arbeitsmitteleinsatz
:
Die Ammoniumstickstoffbestimmung von
Düngemitteln nach
KJELDAHL
wurde
durch die Untersuchung mittels CFA (Con-
tinuous-Flow Analysis) ersetzt. Dadurch
wurde eine deutliche Senkung der Bestim-
mungsgrenze, wie für die Düngemittelver-
kehrsverordnung für Ammoniumstickstoff
vorgesehen, erreicht. Wird 2021 fortge-
führt.
Methodenerweiterung in 2021:
Einführung einer Methode zur Bestimmung
von Cr6+ in Düngemitteln für die Überprü-
fung der Grenzwerte gemäß Düngemittel-
verordnung.
Cr6+ = 6-wertiges Chrom, ist toxisch.
Pflanzen und Futtermittel:
Amtliche Futtermittelanalytik (Inhalts-,
Zusatz-, unerwünschte und verbotene
Stoffe);
Matrixübergreifende Rückstandsanaly-
tik organischer Schadstoffe (z. B. Pflan-
zenschutzmittel, PCB, Mercaptane);
Begleitung von Monitoring-Programmen
(z. B. Mykotoxine in sächsischem Ge-
treide);
Grundfutterqualitätsprogramm;
Analytik im Rahmen der EU- und Lan-
dessortenprüfung.
Zusätzliche Investition/Ausrüstung:
Beschaffung einer hochpräzisen Analysen-
waage zur Einwaage von Standardsub-
stanzen. Dadurch erhöht sich die Präzision
der Kalibrierfunktion und damit die Richtig-
keit der Analysenergebnisse im Bereich der
Untersuchung von Zusatz- und uner-
wünschten Stoffen in Futtermitteln und
Pflanzen.
Methodenoptimierung:
Die Zuverlässigkeit der NIRS (Nahinfra-
rot-Spektroskopie) Messung ist abhängig
von der Korrelation mit den Ergebnissen
der Referenzmethoden. Um die Genauig-
keit der Kalibration zu erhöhen wird diese
jährlich für bestimmte Parameter pflanzli-
cher Materialien überprüft und angepasst.
2020 erfolgte dies für Rohprotein, Rohfaser
und Rohfett. Zusätzlich konnte eine Kalib-
ration für Sorghumsilagen erstellt werden.
Damit kann für diese Proben auf nassche-
mische Untersuchungen verzichtet werden
Fortsetzung in 2021, soweit es die Vorga-
ben des Auftraggebers zulassen.
Zusätzliche Methodenerweiterung: Einfüh-
rung und Etablierung der Methode zur Be-
stimmung von Gelbpigmenten in Durum.
Durum = Hartweizen. Der Gelbpigmentge-
halt ist ein Qualitätsmerkmal.
Saatgut, Landwirtschaftliche Erzeugnisse:
Analytik auf gentechnisch veränderte
Organismen (GVO) bei Futtermitteln
und Saatgut;
Beschaffenheitsprüfung von Saatgut
(Anerkennung und Saatgut-Verkehrs-
kontrolle);
Besondere Ernteermittlung (BEE) zur
Ertragsabschätzung für das Statistische
Landesamt;
Mikrobiologische Untersuchungen von
Futtermitteln, Düngemitteln und Bioae-
rosolen;
Akkreditiertes Laboratorium nach Inter-
national Seed Testing Association
(ISTA).
Investition/Ausrüstung:
Beschaffung eines Titrationsautomaten zur
Bestimmung des Säuregehaltes von Äp-
feln. Für das LfULG werden jährlich ca. 500
Apfelproben untersucht. Bisher erfolgt die
Säure-Base-Titration manuell. Dabei wird
der Umschlagspunkt mittels Indikator visu-
ell bestimmt. Mit dem Titrationsautomaten
erfolgt die Bestimmung automatisch. Der
Aufwand wird durch Einsatz eines Automa-
ten mit Probengeber deutlich reduziert. Die

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Umwelterklärung 2021
| 19
Reproduzierbarkeit für die Bestimmung
wird verbessert, weil der subjektive Bear-
beiter-Einfluss entfällt. Nach Einweisung
durch die Herstellerfirma wird der Automat
seit der Ernte 2020 bereits genutzt. Die be-
schriebenen Vorteile der Nutzung dieses
Gerätes haben sich bestätigt.
Methodenoptimierung
GVO-Analytik
:
Erweiterung des Untersuchungsspektrums
für den Nachweis und die Quantifizierung
von gentechnischen Veränderungen in Fut-
termitteln und Saatgut wurde nach Anforde-
rungen kontinuierlich umgesetzt. 2020 wur-
den weitere real-time PCR-Nachweisme-
thoden etabliert für:
gv-Luzerne J101, J163 und KK179,
gv-Soja GMB151 und
NOST-SPEC-Nachweis
für
gv-Lein
FP967.
Im Rahmen des sächsischen Saatgutmoni-
torings auf gentechnisch veränderte Orga-
nismen (GVO) kamen 2020 insgesamt 40
Saatgutproben der Fruchtarten Mais, Raps
und Soja zur Untersuchung.
Fortsetzung in 2021 nach Anforderungen
bzw. Bedarf.
Abb. 7: Auswahl des im Bereich Saatgut untersuchten Samen-
spektrums von Kulturpflanzen
PCR
: Etablierung von weiteren Multi-
plex-real-time PCR-Methoden für den
Nachweis gentechnischer Veränderungen
sowie von Kartoffelviren. Durch Kombina-
tion von zwei Nachweissystemen in einer
Duplex-PCR-Methode werden PCR-Rea-
genzien-Mengen, Verbrauchsmaterial und
der Arbeitsaufwand reduziert.
(PCR = poly-
merase chain reaction, Polymerase-Kettenre-
aktion)
2021: Weitere Etablierung von Multiplex-
real-time PCR-Nachweissystemen für gen-
technische Veränderungen werden ange-
strebt.
Investition in 2021: Beschaffung eines wei-
teren real-time PCR-Gerätes (ggf. digitales
PCR-Gerät).
Phytopathologie:
Untersuchung von pflanzlichen Waren-
sendungen (Export, Import, innerge-
meinschaftliches Verbringen), Zuchtma-
terial, Pflanzen und Böden aus Be-
standskontrollen auf Quarantäne-Scha-
dorganismen;
Gesundheitsprüfungen an Saat- und
Pflanzgut im Rahmen von Anerken-
nungsverfahren und Saatgutverkehrs-
kontrollen;
Diagnostik von Schaderregern an
Pflanzen im Rahmen der Schaderreger-
überwachung sowie bei Versuchs- und
Monitoring-Programmen.
Datenbearbeitung
Etablierung des Se-
quenzanalyse-Programms (Geneious), zur
Senkung möglicher Analysefehler und da-
mit Optimierung der Analyse. Schulungen/
Workshops wurden intern durchgeführt, ist
in der Anwendung, wird in 2021 intensiviert.
Pflanz- und Speisekartoffeln wurden auf die
Quarantänebakteriosen Clavibacter michi-
ganensis ssp. sepedonicus (Bakterielle
Ringfäule) und Ralstonia solanacearum
(Schleimkrankheit) mit Hilfe molekularbio-
logischer Methoden (PCR-Analytik) unter-
sucht. 519 Pflanz- und Speisekartoffel-Pro-
ben wurden mittels real-time PCR auf beide
Quarantänebakteriosen im Simultanverfah-
ren untersucht. Im Bedarfsfall wurden die
Untersuchungen durch die konventionelle
PCR ergänzt. Diese Krankheitsfälle traten
in 2020 nicht auf.
Nationales Referenzlabor
für die Zulas-
sung von Zusatzstoffen zur Verwendung in
der Tierernährung und für gentechnisch
veränderte Organismen.

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Umwelterklärung 2021
20 |
Für das Landwirtschaftliches Un-
tersuchungswesen insgesamt
Arbeitsmitteleinsatz-
Analysenbedarf:
wird ab 2019 als Summe der Parameter pro
Jahr geplant. Vergleichsgrundlage ist die
Zahl der im Vorjahr gemessenen Parame-
ter.
2018
2019
2020
2021
Plan
320.000
320.000
320.000
Ist 320.370 313.107
316.000
Gefahrstoffeinsatz:
auf Grundlage der
jährlichen Bestellmenge an Chemikalien, in
2020 keine signifikante Änderung.
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
fest in kg
51
40
19,6
32,4
109
44,7
25,7
28,4
59,8
44,8
60,4
flüssig in kg
1.319
1.650
549,2
912,1
1.591
1.623
1.341
1.331 1.522,6
1.537,9
1.475
Parameteranzahl
308.320 283.679 276.379
308.791 331.590
329.210 332.753 321.415 320.370
313.107
316.000
fest in g/Param.
0,17
0,14
0,07
0,10
0,33
0,14
0,08
0,09
0,19
0,14
0,19
flüssig in g/Param.
4,28
5,82
1,99
2,95
4,80
4,93
4,03
4,14
4,75
4,91
4,67
0
1
2
3
4
5
6
2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020
Gefahrstoffeinsatz im GB 4
fest in g/Parameter
flüssig in g/Parameter

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Umwelterklärung 2021
| 21
3.5 Umweltanalytik und Natur-
schutzmonitoring
Probenahme von Wasser und Sediment
aus Fließ- und Standgewässern
Laborstandorte Nossen, Bad Düben,
Chemnitz, Görlitz.
Zusätzliche Ausrüstung: Die Seemess-
stelle Halbendorf wurde mit einer Wetter-
station am Ufer erweitert. Damit werden
meteorologischen Daten zur Interpretation
des Schichtungsverhalten im Badesee er-
fasst.
Mit dem automatischen Profiler auf der
Seeplattform im Halbendorfer See können
an frostfreien Tagen fast täglich entspre-
chende Tiefenprofile aufgenommen wer-
den. Diese größere Datendichte ermöglicht
u. a. genauere Aussagen zur Dauer der
Schichtung und zu Rücklösungen aus dem
Sediment. In Kombination mit einer Wetter-
station mit Niederschlags-, Temperatur-,
Globalstrahlungs- und Windmessungen
sind dann auch Rückschlüsse auf Verduns-
tungsmengen, Wellenschlag usw. möglich.
Ziele für 2021 und 2022:
Aufbau und Testung einer Verduns-
tungspfanne am Badesee Halbendorf zur
Ermittlung der Seeverdunstung und in 2022
Abgleich mit theoretischen Daten.
Aufbau und Testung der Möglichkeit ei-
ner automatisierten Sichttiefenerfassung
zur Erfassung der Belastbarkeit dieser be-
wertungsrelevanten Größe (Minimierung
von Fehlern und Messwertstreuungen).
Erfassung der Sulfatfrachten in der
Spree am Pegel Spreewitz durch Einsatz
eines Divers und Testung der Eignung ei-
ner Multiparametersonde zur kontinuierli-
chen
Datenerfassung.
Schwerpunkte
2021/2022: Multiparametersonde - Sicher-
stellung einer stabilen Datenübertragung
und Ermittlung des Wartungsaufwands (Ar-
beitszeit und Material).
Methodenoptimierung: Die Umstellung
auf Vor-Ort-Filtration für Metalle gelöst im
Oberflächenwasser ist abgeschlossen. Da-
mit wird die Normkonformität erhöht.
Ziel für 2021: Prüfung der Verwendung von
SPE-Disks zur Probenvorbereitung nach
CEN/TC 230 für ausgewählte Parameter.
Das soll die Erfassung von schwebstoffge-
bundenen Schadstoffen verbessern.
Monitoring gemäß Wasserrahmenrichtlinie
2000/60/EG
Laboranalytik von Nährstoffen, Ionen,
Summenparametern, Schwermetallen,
organischen Verbindungen sowie mikro-
biologische Untersuchungen;
ständige Anpassung des Parameter-
und Methodenspektrums;
Ermittlung des ökologischen Zustands.
Investition/Ausrüstung
:
Installation und Einarbeitung eines ICP-
OES-Systems (optische Emissionsspektro-
metrie mit induktiv gekoppeltem Plasma)
mit
erhöhter Robustheit stellt die Qualität und
Probendurchsatz der Metallanalytik sicher.
Die Messmethoden wurden migriert, der
Messbetrieb umfassend validiert und die
Mitarbeiter durch Herstellerfirma geschult.
neuer GC-MS/MS zur Absenkung der Be-
stimmungsgrenze für weitere Parameter:
Auch 2020 wurde an der weiteren Anpas-
sung des Parameter- und Methodenspekt-
rums entsprechend der Anforderungen der
EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) gear-
beitet. Wie jedes Jahr wurden neue Orga-
nikparameter in bestehende Methoden in-
tegriert bzw. neue Methoden erarbeitet,
z. B. 12 neue Parameter der Watchlist 3.
Darüber hinaus wurden zahlreiche Bestim-
mungsgrenzen an die gestiegenen Anfor-
derungen angepasst (Chlorpestizide und
Nitroaromaten). Hilfreich war dabei die Be-
schaffung und Inbetriebnahme eines vier-
ten hochsensitiven GC/MS/MS (Tripel-
quadrupol Massenspektrometer). Damit
sind die Hälfte aller GC/MS Systeme durch
GC/MS/MS ersetzt.
geplant war die Ersatzbeschaffung der
Titrationssysteme zur Bestimmung der
Säure-Base-Kapazität für alle Laborstand-
orte, um die Reproduzierbarkeit der Mes-
sungen zu verbessern und Geräteausfälle
zu reduzieren. Die Beschaffung wurde ver-
schoben, da Geräte aller Standorte in ei-
nem sehr guten Wartungszustand und mo-
mentan am Markt keine innovativen Weiter-
entwicklungen bei Titrationssystemen er-
hältlich. Die Maßnahme wird in 2022/2023
erneut geprüft, ein Ersatz ist erst sinnvoll,
wenn innovative Systeme erhältlich sind,
das heißt in-situ-Titrationen ohne Ge-
wichtsdifferenzermittlung.

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Umwelterklärung 2021
22 |
Zusätzlich: Ersatzbeschaffung des Ionen-
meters zur Bestimmung von Iodid am
Standort Chemnitz. Der für 2021 geplante
Ersatz wurde vorgezogen, weil das Altsys-
tem zur Iodidbestimmung störanfällig war
und Zubehör nicht mehr erhältlich.
Ziel für 2021:
Ersatzbeschaffung der TOC/
TNb-Analysatoren an den Standorten Bad
Düben und Nossen sowie des Kationen-
chromatografs am Standort Chemnitz zur
Reduzierung von Geräteausfällen und kos-
tenintensiven Reparaturen und zur Sen-
kung der Bestimmungsgrenzen durch emp-
findlichere Detektoren.
(TOC = gesamter or-
ganischer Kohlenstoffs / TNb = gesamter ge-
bundener Stickstoff)
Datenbearbeitung
Für die Umstellung der Bewertung der
WRRL-Verfahren auf Online-Tools und die
Anpassung der Bio-Datenbank wurden in
2020 bundesweiten Tests fortgeführt. Die
Tools für Phytobenthos und Phytoplankton
sind benutzbar, die Anpassung der Bio-Da-
tenbank für Makrozoobenthos-Bewertung
ist erfolgt. Abschluss in 2021,
Die meisten Bewertungsprogramme für die
biologischen Qualitätskomponenten wer-
den zurzeit von Access- auf Online-Tools
umgestellt. Unsere Mitarbeiter haben sich
mit großem Einsatz an der Testung und
Fehlerbehebung dieser Online-Versionen
beteiligt, v. a. bei PERLODES (MZB), Phy-
toFluss
(Phytoplankton
Fließgewässer)
und Phylib (Phytobenthos). Ein Mitarbeiter
brachte die Erfahrungen der BfUL bei der
Neueinstufung von Indikatortaxa für die
Phylib-Komponente Phytobenthos ohne Di-
atomeen (PoD) ein und unterstützte damit
die
Bearbeiterin
des
entsprechenden
LAWA-Projektes maßgeblich.
Abb. 8+9: Die benthische Alge Chamaesiphon starmachii
(Cyanobacteria), ein Indikator für den sehr guten Zustand in silikati-
schen Fließgewässern der Mittelgebirge, links: makroskopisch und
rechts: mikroskopisch.
Für die Umrüstung der Mikroskopkame-
ras und der zugehörigen Software zur Her-
stellung der Kompatibilität mit Windows 10
konnte nach umfangreichen Recherchen
die Ausschreibung durchgeführt werden.
Ziel 2021: Lieferung, Schulung und Nut-
zung.
Ziel für 2021:
Beschaffung
neuer
ICP-MS
Software
(Mass-Hunter 5.1, Metallbestimmung) für
verringerte Störungsanfälligkeit (spektrale
Interferenzen) bei der Metallbestimmung
und verbesserte Qualitätssicherung.
Methodenoptimierung:
Methoden für PAK (polyzyklische aromati-
sche Kohlenwasserstoffe)
und PCB (Polychlo-
rierte Biphenyle) wurden auf GC-MS/MS um-
gesetzt zur Sicherstellung der Anforderun-
gen (Umweltqualitätsnormen) nach WRRL.
15 neue Stoffe entsprechend „Watchlist“
wurden in die Routineanalytik aufgenom-
men, darunter 7 Pharmaka und 5 PSM. Das
wird in 2021 weiter fortgeführt.
Das Projekt zur Begleitung von Untersu-
chungen der Universität Rostock zu e-DNA
bei Characeen in Seen wurde mit dem Er-
gebnis abgeschlossen, dass die Erfassung
von Makrophyten ohne Einsatz von Tau-
chern, Rechen und ROV
(ferngesteuertes
Fahrzeug) derzeit nicht möglich ist. In 2021
ist eine Neukonzeption angedacht.
Abb. 10: Dichter Characeenbestand im Kulkwitzer See
Im Rahmen der Teilnahme an bundes-
weitem Projekt zur Erprobung molekularbi-
ologischer Methoden für Makrozoobenthos
(MZB) und Diatomeen erfolgte in 2020 die
Beprobung der Komponenten MZB und Di-
atomeen an vier Fließgewässertypen (Typ
5, 9, 14 und 15), je Komponente in Summe
30 Proben. Diese wurden zur molekularbi-
ologische Analyse an die Projektpartner
versandt. Das Projekt läuft bis 2022. In
2021 erfolgt erneut die Probenahme an ca.
30 Messstellen, aufgeteilt auf die 4 Gewäs-
sertypen.

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Umwelterklärung 2021
| 23
Zur Einführung von effektbasierten Me-
thoden für wirkungsbasierte Tests in OW-
körpern wurde das mögliche Methoden-
spektrum umfangreich recherchiert, die
Wahl des zu erprobenden Verfahrens ge-
troffen und die entsprechende Ausstattung
beschafft. Ziel für 2021: erste Erprobungen
des AMES-Test (Identifizierung von Muta-
genen – äußere (chemische) Einwirkun-
gen, die Genmutationen hervorrufen).
Seit 2020 arbeitet der FB Gewässerökolo-
gie im Forschungs- und Entwicklungspro-
jekt „Ökologische Funktionen von Gewäs-
serrandstreifen für die WRRL“ des LfULG
beratend mit. Ziel ist die Erstellung eines
Fachberichtes, der das ökologische Wir-
kungsgefüge von bachbegleitender, natür-
licher Vegetation und dem Ökosystem
Bach/Fluss plausibel und nachvollziehbar
darstellt. Dieser soll eine wissenschaftlich
fundierte Grundlage schaffen, mit der ver-
ständlich gemacht werden kann, welche
Maßnahmen für eine entsprechende natür-
liche Entwicklung von Bach- und Flussab-
schnitten erforderlich sind, um die verschie-
denen gesetzlichen Ziele z. B. nach WRRL
in Sachsen zu erreichen. Ein weiterer Be-
standteil ist eine grafische Aufbereitung der
Ergebnisse als anschauliche Illustrationen
für die breite Öffentlichkeit als auch für das
Fachpublikum.
Gewässerüberwachung im Havarie- und
Hochwasserfall
fünf, aktuell vier, Gewässergütemess-
stationen mit chemischen und biologi-
schen Online-Monitoren sowie automa-
tischen Probennehmern;
Internetpräsentation;
Rufbereitschaft (Diensthabender und
Laborbereitschaft).
Investition/Ausrüstung:
Zur Wiederherstellung und langfristigen
Sicherung des Betriebs der Messstation
Bad Düben sind umfangreiche bauliche Ver-
änderungen des Entnahmebauwerks not-
wendig. Im Zeitplan sind naturschutzrechtli-
che Belange zu berücksichtigen, Baustart
wird voraussichtlich im Sommer 2021 sein.
Die Wiederinbetriebnahme ist nicht vor 2022
zu erwarten. In Abstimmung mit dem LfULG
erfolgen verdichtend wöchentliche Stich-
tagsbeprobungen
sowie
monatliche
Schwebstoffentnahmen an der Vereinigten
Mulde in Bad Düben.
Datenübertragung:
Der SharePoint zum Datenaustausch
zwischen BfUL und LfULG für Standgewäs-
ser wurde eingerichtet, aber noch nicht fer-
tiggestellt. Derzeit wird er zum Datenaus-
tausch für das Projekt „Neubau Automati-
sche Gewässergütemessstation Spree“ ge-
nutzt. Ziel 2021: Weiterentwicklung und
Ausbau.
Weitere Ziele für 2021:
Erarbeitung und Anpassung einer neuen
Sondenschnittstelle durch Anwendung ei-
nes neuen Programms mit mehr Flexibilität.
Umstellung von analoger auf digitale
Datenübertragung in der Station Schmilka
ermöglicht ortsunabhängigen Zugriff auf
Mess- und Probenahmegeräte der Mess-
station über das BfUL-Netz.
Umstellung Betrieb eines Monitors (Dis-
plays) an der Station Schmilka zur Darstel-
lung von Funktionsweise und Aufgaben so-
wie der aktuellen Messdaten der Station für
interessierte Bürger vor Ort.
Methodenerweiterung
In der Station Schmilka wurde nach Fer-
tigstellung des Wartungsgangs auf dem
Dach die Erfassung der Meteorologie-Pa-
rameter eingerichtet.
Ziel für 2021: Überführung des Ammonium-
monitors mit neuem Messverfahren in Rou-
tinebetrieb zur Verringerung Chemikalien-
verbrauch für dieses Verfahren.
Analytik Luftmessnetz:
Bestimmung von Schwermetallen, PAK
und Ruß an Staubfiltern;
Untersuchung des Staubniederschlags;
Analyse von Proben der nassen Depo-
sition.
Investition/Ausrüstung
:
Beschaffung ei-
nes zweiten Rußanalysators zum Parallel-
betrieb wurde erneut verschoben, da ange-
botene Geräte keine technischen Verbes-
serungen enthalten. Außerdem konnte
durch verbesserte Wartungsmaßnahmen
die Robustheit und der Durchsatz des be-
stehenden Messsystems erheblich verbes-
sert werden.

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Umwelterklärung 2021
24 |
Methodenerweiterung in 2021:
2020 wurde mit methodischen Arbeiten für
die Analytik von Anhydromonosacchariden
(Levoglucosan, Galactosan, Mannosan)
aus Luftstaub begonnen. Diese Stoffe wer-
den als Marker zur Ermittlung des Rußan-
teils aus der Holzverbrennung genutzt und
sollen in den Routinebetrieb des sächsi-
schen Luftgütemessnetzes integriert wer-
den. Einarbeitung soll in 2021 erfolgen.
chemische und physikalische
Boden-, Se-
diment- und Gesteinsuntersuchungen
Umfassende Bodenanalytik für Boden-
monitoring und Kartierung;
Bestimmung organischer Schadstoffe in
Böden, Sedimenten und Biota (Fische);
Gesteinsvollanalysen.
Methodenoptimierung:
Die methodischen Arbeiten zur Optimie-
rung und Zusammenfassung der Analysen-
methoden für Alkylphenole, PSM und Py-
rethroide zu einer Multimethode sind abge-
schlossen, aber noch nicht in einer Arbeits-
anweisung (SOP) dokumentiert, das erfolgt
in 2021.
Einarbeitung der Sedimentanalytik auf
Dioxine, Dibenzofurane und dioxinähnliche
PCB musste auf Grund eines Bearbeiter-
wechsels 2020 zurückgestellt werden, soll
in 2021 fortgeführt werden.
Durchführung von Ringversuchen im Be-
reich Wasser:
Überwachung von Privatlaboren (Säch-
sische Eigenkontrollverordnung);
länderübergreifende Ringversuche
(LÜRV) im Rahmen der Länderarbeits-
gemeinschaft Wasser (LAWA).
In das Ringversuchsprogramm der LAWA
sind auch biologische Parameter wie Bio-
tests und Chlorophyll eingebunden, bei de-
nen die BfUL alleiniger Ausrichter ist. Der
LÜRV B11 "Chlorophyll in Oberflächenwas-
ser" wurde für 78 Teilnehmer aus dem ge-
samten Bundesgebiet durchgeführt. Um
den Termin der Probenausgabe unabhän-
gig vom jährlichen Witterungsablauf festle-
gen zu können, werden ab 2020 Algenkul-
turen zur Aufstockung der natürlichen Chlo-
rophyllkonzentrationen verwendet.
Abb. 11: Herstellung der Dosierlösung für LÜRV "Chlorophyll in
OW".
Vogelmonitoring:
Sächsische Vogelschutzwarte Ne-
schwitz;
SPA-Monitoring, bundesweite und
sonstige Monitoringprogramme;
Mitarbeit bei der Todesursachenana-
lyse geschützter Arten (Seeadler).
Methodenentwicklung
Optimierung des Einsatzes von Tontech-
nik und Klangattrappen wurde aus Kapazi-
tätsgründen zurückgestellt, wird in 2021
wieder aufgenommen. Es werden Feldauf-
nahmen für spätere Auswertungen ange-
fertigt.
Zur Einführung eines neuen Monitoring-
moduls „Monitoring seltener Brutvögel“ als
Umsetzung eines neu aufgelegten DDA-
Programmes in Sachsen wurde die erste
Tranche etabliert – koloniebrütende Arten.
Ziel für 2021/2021: 2. Tranche; Vorberei-
tung für Wasservögel, das bedeutet Kulis-
senaufstellung und Probeerfassungen.
(SPA = Vogelschutzgebiet)
(DDA = Dachverband Deutscher Avifaunisten).

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Umwelterklärung 2021
| 25
Naturschutzmonitoring nach FFH-Richtli-
nie:
Erfassung von Lebensraumtypen und
Biotopen (Grob- und Feinmonitoring);
Arten-Monitoring (mehr als 60 Tier- und
Pflanzenarten);
Bearbeitung von Naturschutz-Projek-
ten.
Investition/Ausrüstung
:
Erweiterung des Messnetzes „Fleder-
mausdetektion/Horchboxen“
durch
die
Messstelle in Schmilka ist umgesetzt und in
einem Probelauf getestet. Damit gelingt der
Lückenschluss in der Datenerfassung von
Fledermäusen im Elbtal.
Ziel für 2021: Testung automatisierte Da-
tenübertragung von Fledermaushorchbo-
xen in das PC-Netz. Fortsetzung der Tes-
tung für Datenübertragung von Schmilka
nach Nossen; Nachrüstung für weitere Sta-
tionen wird vorbereitet.
In Zusammenarbeit zwischen GB 5 mit GB
3 sowie der Biosphärenreservatsverwal-
tung Oberlausitzer Heide- und Teichland-
schaft (OHTL) und einem Fachbüro wurde
das nunmehr aus 4 Stationen bestehende
bioakustische Messnetz der BfUL an den
Pegeln Golzern (Vereinigte Mulde) und
Nossen (Freiberger Mulde), an der Gewäs-
sergütemessstation Zehren (Elbe) und neu
ab 2020 im Auwald Wartha (Biosphärenre-
servat OHTL) bereits in einem 7. Erfas-
sungsdurchgang betrieben. In Vorberei-
tung der geplanten Erweiterung um einen
5. Standort an der Station Schmilka (Elbe)
wurde die Erfassungstechnik beschafft, in-
stalliert und in einem ersten Probelauf im
Oktober erfolgreich getestet.
Abb. 12: Standortkulisse Bioakustisches Messnetz Fledermäuse
2020 (Zahl=Anzahl vollständiger Erfassungsdurchgänge)
Weitere Ausstattung für den Einsatz mo-
lekularbiologischer Methoden (DNA-Ex-
traktion) zur nichtinvasiven Erfassung von
FFH-Arten (Fortsetzung 2019) wurde ange-
schafft und teilweise aus dem Bestand des
GB4 übernommen.
(FFH = Fauna-Flora-Ha-
bitat)
Methodenoptimierung:
Anwendung molekularbiologischer Me-
thoden für nichtinvasive Erfassung von
FFH-Arten:
Testphase zur Erfassung von Langohr-
fledermäusen ist abgeschlossen (Umwelt-
DNA/ Kotprobenanalyse), Ziel 2021:
Übernahme in Routineprogramm, mit ent-
sprechender Erweiterung der Ausrüstung.
Testphase zur Erfassung von Kamm-
molchen absolviert; neue Methoden der
Extraktion und PCR erfolgreich getestet.
Vorbereitungen für Geländeversuch. Ziel
in 2021: Geländeverfahren testen, Filtra-
tion vor Ort, mit entsprechender Erweite-
rung der Ausrüstung.
Einführung statistischer Methoden zur
Prüfung von Arterfassungen im FFH-Moni-
toring der Lebensraumtypen. Ähnlichkeits-
analyse mit Identifikation von Ausreißern,
die auf Fehler hindeuten ist als Routinever-
fahren eingeführt und wird auf alle einge-
henden Daten von Dritten zu FFH-M-LRT.
Für die Überarbeitung der Kartier- und
Bewertungsmethoden im FFH-Monitoring
der Lebensraumtypen (LRT) konnte der
Abstimmungsprozess zu den Bewertungs-
matrices mit dem LfULG abgeschlossen
werden. Redaktionelle Bearbeitungen der
Textbeschreibungen und Matrices verblei-
ben für 2021.

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Umwelterklärung 2021
26 |
Zum Umweltanalytik und Natur-
schutzmonitoring insgesamt
Datenbearbeitung: Die Umstellung auf
das neue WinLIMS war zum Januar 2020
geplant. Die Arbeiten zur Fehlersuche an
der Testversion mussten aber fortgesetzt
werden, sodass die Übernahme in die Rou-
tine noch nicht erfolgen konnte. Die Funkti-
onsfähigkeit soll in 2021 hergestellt wer-
den. (LIMS=Laborinformations- und Manage-
mentsystem)
Gefahrstoffeinsatz:
auf Grundlage der
jährlichen Bestellmenge an Chemikalien.
Das Verhältnis von Einsatz pro Analyse ist
angestiegen. Das hängt mit der geringeren
Analysenzahl durch Pandemie und Tro-
ckenheit zusammen.
2005
2006
2010
2015
2016
2017
2018
2019
2020
Feststoffe in kg
87
79
44
94
57
128
59
28
49
Flüssigkeiten in l
1.804
1.850
1.449
1.553
1.799
1.411
1.353
1.304
1.432
Anzahl Analysen
170.618 198.035 202.978 207.041 203.026 194.300 178.422 171.818 160.810
fest in g/Analyse
0,51
0,40
0,22
0,45
0,28
0,66
0,33
0,16
0,30
flüssig in ml/Anal.
10,57
9,34
7,14
7,50
8,86
7,26
7,58
7,59
8,94
0
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
2005 2006 2010 2015 2016 2017 2018 2019 2020
Gefahrstoffeinsatz im GB 5
Feststoffe g/Analyse
Flüssigkeiten ml/Analyse

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Umwelterklärung 2021
| 27
4. Termin für die nächste
Umwelterklärung
Die Umwelterklärung 2021 wurde von der
Staatlichen Betriebsgesellschaft für Um-
welt und Landwirtschaft verabschiedet und
dem Umweltgutachter, Herrn Dr.-Ing. Wolf-
gang Kleesiek, zur Prüfung vorgelegt.
Die nächste Umwelterklärung wird im April
2022 veröffentlicht.
Radebeul, den 28. Juni 2021
Dr. Mathias Böttger
Geschäftsführer
Sylvia Tesch
Umweltmanagementbeauftragte
Die Ansprechpartnerin ist zu erreichen unter:
0351/ 85474-111
sylvia.tesch@smul.sachsen.de

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Umwelterklärung 2021
28 |
5. Gültigkeitserklärung
Die im Folgenden aufgeführten Umweltgutachter bestätigen, dass die Standorte, wie in der
vorliegenden Umwelterklärung der Organisation Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt
und Landwirtschaft mit der Registrierungsnummer DE-144-00043 angegeben, alle Anforde-
rungen der Verordnung (EG) Nr.1221/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates
vom 25. November 2009 in der Fassung vom 28.08.2017 und 19.12.2018 über die freiwillige
Teilnahme von Organisationen an einem Gemeinschaftssystem für Umweltmanagement und
Umweltbetriebsprüfung (EMAS) erfüllt.
Name des Umweltgutach-
ters
Registrierungsnum-
mer
Zugelassen für die Bereiche
(NACE)
Wolfgang Kleesiek
DE-V-0211
71.2
Technische, physikalische
und
chemische Untersuchung
Mit Unterzeichnung dieser Erklärung wird bestätigt, dass:
die Begutachtung und Validierung in voller Übereinstimmung mit den Anforderungen der
Verordnung (EG) Nr. 1221/2009 in der durch die Verordnungen (EU) 2017/1505 und (EU)
2018/2026 der Kommission geänderten Fassung durchgeführt wurden,
das Ergebnis der Begutachtung und Validierung bestätigt, dass keine Belege für die Nicht-
einhaltung der geltenden Umweltvorschriften vorliegen und
die Daten und Angaben der Umwelterklärung ein verlässliches, glaubhaftes und wahrheits-
getreues Bild sämtlicher Tätigkeiten der Organisation geben.
Diese Erklärung kann nicht mit einer EMAS-Registrierung gleichgesetzt werden. Die EMAS-
Registrierung kann nur durch eine zuständige Stelle gemäß der Verordnung (EG) Nr.
1221/2009 erfolgen. Diese Erklärung darf nicht als eigenständige Grundlage für die Unterrich-
tung der Öffentlichkeit verwendet werden.
Berlin, den 28. Juni 2021
Dr.-Ing. Wolfgang Kleesiek
Umweltgutachter DE-V-0211

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Umwelterklärung 2021
| 29
Impressum
Herausgeber:
Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft
Altwahnsdorf 12, 01445 Radebeul
Telefon: +49 351 85474-901
Telefax: +49 351 85474-119
E-Mail:
poststelle.bful@smul.sachsen.de
Internet:
www.bful.sachsen.de
Die BfUL ist eine nachgeordnete Behörde des Sächsischen Staatsministeriums für Energie, Klimaschutz, Umwelt
und Landwirtschaft.
Diese Veröffentlichung wird mitfinanziert aus Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsi-
schen Landtags beschlossenen Haushaltes.
Ansprechpartner:
Sylvia Tesch
Telefon: +49 351 85474-111
Telefax: +49 351 85474-119
Redaktion:
BfUL
Fotos:
Abbildungen: BfUL
Redaktionsschluss:
Juni 2021
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