Versuche im deutschen Gartenbau 2013
Zierpflanzen
Nährstoffverhältnisse ohne Einfluss auf die Sternausprägung bei Petunien
Versuchsfrage und Versuchshintergrund
Bei Petunien mit gesternten Blüten ist häufig eine unerwünschte Variation der Farbausprägung der
Blüte festzustellen. In bundesweit abgestimmten Versuchen des Arbeitskreises Beet- und
Balkonpflanzen wurde nach Möglichkeiten zur Beeinflussung/Sicherung der gesternten
Farbausprägung gesucht. Welchen Einfluss haben verschiedene Nährstoffverhältnisse auf die
Farbausprägung gesternter Petunien?
Ergebnisse im Detail
Pflanzen der in Tabelle 1 aufgeführten Petuniensorten wurden in zwei Substrate getopft, deren
Grunddüngung und pH-Werte deutlich verschieden waren. Zur Differenzierung des
Nährstoffangebotes erfolgte weiterhin die Kultur mit 6 verschiedenen Nährlösungen die zwar alle
einen Stickstoffgehalt von ca. 90 mg N/l aufwiesen, sich in ihren Phosphor- und Kaliumgehalten
jedoch erheblich unterschieden. Bis zum Kulturende bauten sich in den Substraten bei ähnlichen
Stickstoffangeboten erhebliche Unterschiede im Phosphor- und Kaliumgehalt auf. So variierte der
Phosphorgehalt zwischen 38 und 2150 mg P
2
O
5
/l und der Kaliumgehalt zwischen 38 und 606 mg
K
2
O/l. Auch die pH-Werte variierten zwischen 3,5 und 5,4.
Diese deutlichen Unterschiede in den Nährstoffverhältnissen führten zwar teilweise zu ausgeprägten
Mangel- oder Überschusssymptomen, eine Beeinflussung der Sternausprägung war jedoch nicht
festzustellen. Die Mittelwerte der Substrat-/Nährlösungsvarianten unterschieden sich nur geringfügig
(siehe Abbildung 1). Die Mittelwerte der Sorten wiesen dagegen deutliche Unterschiede auf (siehe
Abbildung 2). Jedoch ist die Vergleichbarkeit der Sorten durch die ganz unterschiedlichen
Sternungstypen sowie die große Variabilität zwischen den Pflanzen einer Versuchsvariante sowie
innerhalb der einzelnen Pflanzen stark eingeschränkt (siehe Abbildungen 3 bis 6).
Die Ergebnisse – kurzgefasst
Im Frühjahr 2013 wurden am LfULG in Dresden-Pillnitz 23 Sorten gesternte Petunien in zwei
verschiedenen Substraten und mit 6 verschiedenen Nährlösungen in der Bewässerungsdüngung
kultiviert. Die so erzeugten ganz unterschiedlichen Nährstoffverhältnisse und pH-Werte bleiben
weitgehend ohne Auswirkungen auf die Sternausprägung der Blüten. Bei einer hohen Variabilität an
der einzelnen Pflanze und zwischen den Pflanzen einer Versuchsvariante wurden deutliche
Sortenunterschiede in der Sternausprägung festgestellt. Da die Sorten ganz unterschiedliche
Sternungstypen aufweisen, ist die Vergleichbarkeit jedoch fragwürdig.
1
Stephan Wartenberg | Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie,
Abteilung Gartenbau Dresden-Pillnitz | Pillnitzer Platz 3 | 01326 Dresden |
stephan.wartenberg@smul.sachsen.de | 03 51 – 26 12 82 00

Versuche im deutschen Gartenbau 2013
Zierpflanzen
Nährstoffverhältnisse ohne Einfluss auf die Sternausprägung bei Petunien
Tabelle 1:
Gesternte Petunien - Sorten und Herkünfte (LfULG Dresden-Pillnitz 2013)
Sorte
Firma
Queen Bee
Dümmen
Peppy Red
Dümmen
Peppy Neon
Dümmen
Peppy Blue
Dümmen
Pegasus Table Burgundy Bicolor
Volmary
Pegasus Table Pink Star
Volmary
Pegasus Purple Star
Volmary
Mystical Merlin
Florensis
Viva Select Blue Stardust
Florensis
Mystical Phantom
Florensis
Crazytunia Pulse
Beekenkamp
Sweet Pleasure Lavender White Circle
Grünewald
Raspberry Blast
Kientzler
Cascadias Bicolor Purple
Danziger
Cascadias Bicolor Pastel
Danziger
Prettytoonia Purple Star
Elsner
Cascadia Bicolor Cabernet
Bongartz
Sunflower Ray
Bongartz
Sun Ray
Bongartz
Littletunia Bicolor Black
Bongartz
Littletunia Bicolor Illusion
Bongartz
Compact Famous Red and White 58
Klemm
Grazytunia Cherry Cheescake
Westhoff
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Zierpflanzen
Nährstoffverhältnisse ohne Einfluss auf die Sternausprägung bei Petunien
Abbildung 1: Geringfügige Unterschiede in der Sternausprägung (Mittelwerte) in Abhängigkeit
vom Substrat und der Nachdüngungsvariante (LfULG Dresden-Pillnitz 2013)
Abbildung 2: Deutliche Unterschiede in der Sternausprägung (Mittelwerte) in Abhängigkeit von
der Sorte (LfULG Dresden-Pillnitz 2013)
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Abbildung 3: ‘Peppy Red‘ (LfULG Dresden-Pillnitz 2013; Foto: M. Dallmann, LfULG)
Abbildung 4: ‘Queen Bee‘ (LfULG Dresden-Pillnitz 2013; Foto: M. Dallmann, LfULG)
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Nährstoffverhältnisse ohne Einfluss auf die Sternausprägung bei Petunien
Abbildung 5: ‘Peppy Blue‘ (LfULG Dresden-Pillnitz 2013; Foto: M. Dallmann, LfULG)
Abbildung 6: ‘Littletunia Bicolor Illusion‘ (LfULG Dresden-Pillnitz 2013, Foto: M. Dallmann, LfULG)
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Versuche im deutschen Gartenbau 2013
Zierpflanzen
Nährstoffverhältnisse ohne Einfluss auf die Sternausprägung bei Petunien
Kultur- und Versuchshinweise
Substrate
B1 SM Stender D 400 mit Xylit
B2 Stender A 600 mit Cocopor
Nährlösungen
Dünger
N
P
K
MND g/l
N mg/l
P
2
O
5
mg/l
K
2
O mg/l
C1 Ferty 1 rot
20
7
10
0,450
90
31,5
45
C2 Krista-MAP
12 61
0,750
90
457,5
0
C3 Ferty 3 grün
15 10 15
0,600
90
60
90
C4 Ferty 8 gelb
20
16
0,450
90
0
72
C5 Ferty 4 weiß
8
16 24
1,125
90
180
270
C6 Ferty 2 blau
15
5
25
0,600
90
30
150
Topfen KW 05
Temperaturführung:
14 Tage Heizen T/N 16 °C, Lüften T/N 19 °C, ohne drop
dann Heizen T/N 15 °C, Lüften T/N 17/18 °C, mit drop
Kritische Anmerkungen
Die Erfassung der Sternausprägung durch die Bonitur einzelner Blüten ist methodisch fragwürdig.
Zusätzlich wird der Vergleich der Sternausprägung durch die ganz verschiedenen Sternungstypen der
Sorten erschwert.
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