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LUA-Mitteilungen 04/2017
LANDESUNTERSUCHUNGS-
ANSTALT FÜR DAS GESUNDHEITS-
UND VETERINÄRWESEN

│1
Inhaltsverzeichnis
Humanmedizin
Epidemiologische Information für den Freistaat Sachsen ......................................................................................................................................... 2
Ergebnisse der Untersuchungen auf Darmpathogene bei Asylsuchenden in Sachsen, 2007 bis 2017 ........................................................ 7
Die Trinkwasserverordnung – Rück- und Ausblick ....................................................................................................................................................18
Lebensmitteluntersuchungen
Alles im grünen Bereich? -
Eine Verfälschung von Rosmarin ..............................................................................................................................21
Neue Rechtsbestimmungen im Bereich des LFGB – Juli 2017 bis September 2017 .......................................................................................23
Beschwerdeproben-Report für Lebensmittel und Bedarfsgegenstände sowie Tabakerzeugnisse .............................................................25
BSE - Untersuchungen 3. Quartal 2017 .......................................................................................................................................................................26
Tollwutuntersuchungen 3. Quartal 2017 .....................................................................................................................................................................26
Salmonellenberichterstattung im Freistaat Sachsen - 3. Quartal 2017 .............................................................................................................27

2 │
Epidemiologische Information für den Freistaat
Sachsen
3. Quartal 2017 (vom 03.07. – 01.10.2017)
Borreliose
Die Anzahl der gemeldeten Erkrankungsfälle (n=946) lag 27 %
über dem 5-Jahres-Mittelwert. Im Vergleich zum 3. Quartal des
Vorjahres gab es 22 % weniger Neuerkrankungen.
Insgesamt knapp 5 % der Infektionen wurden mit neurologi-
scher (n=42) bzw. arthritischer (n=3) Symptomatik diagnosti-
ziert.
Brucellose
Eine 27-jährige Frau sowie ein 39-jähriger Mann klagten über
Kopf- und Gelenkschmerzen sowie Erschöpfungszustände, die
bereits seit längerer Zeit anhielten. Die Infektionen wurden
mittels Antikörpernachweis bestätigt. Beide Betroffenen waren
Ende 2015 aus Syrien eingereist; die Infektionsursache konnte
nicht ermittelt werden.
Clostridium difficile-Infektion, schwerer Verlauf
Im dritten Quartal des Jahres 2017 wurden 52 schwere Verläufe
einer
Clostridium difficile
-Infektion übermittelt. Es verstarben 5
Männer und 3 Frauen im Alter zwischen 62 und 89 Jahren an
den Folgen der Infektion.
Creutzfeld-Jakob-Krankheit (CJK)
Die 3 im Berichtszeitraum übermittelten CJK-Fälle wurden als
verstorben registriert. Es handelte sich um Männer im Alter von
63 bzw. 82 Jahren.
Denguefieber
Die 14 im Berichtszeitraum gemeldeten Erkrankungen betrafen
drei Jugendliche (13 bis 20 Jahre alt) sowie elf Erwachsene im
Alter zwischen 27 und 62 Jahren nach Auslandsaufenthalten in
Kolumbien, Malediven, Sri Lanka, Thailand sowie Vietnam.
Enterovirus-Infektion
Mit 290 Fällen lag die Zahl der im Berichtszeitraum übermit-
telten Infektionen auf einem hohen Niveau. Im Vergleich zum
5-Jahres-Mittelwert (204 Erkrankungen) wurden deutlich mehr
Infektionen gemeldet. 135 betroffene Patienten wiesen eine
respiratorische, 70 eine gastroenteritische und 23 eine menin-
gitische Symptomatik (Nachweis aus Liquor) auf. Weitere 62 Er-
regernachweise wurden ohne bekanntes klinisches Bild erfasst.
FSME
Bei den 13 übermittelten labordiagnostisch bestätigten Erkran-
kungen handelte es sich um bisher nicht gegen FSME geimpfte
Erwachsene im Alter zwischen 21 und 70 Jahren sowie um einen
12-jährigen Jungen. 8 Patienten mussten stationär behandelt
werden.
Mit hoher Wahrscheinlichkeit infizierten sich 10 Betroffene in
ihrem Wohnumfeld im Vogtlandkreis, im Erzgebirgskreis, im
Landkreis Mittelsachsen bzw. im Landkreis Sächsische Schweiz-
Osterzgebirge. Drei Erkrankte gaben an, sich in der Stadt Dres-
den (unter anderem im Bereich der Elbwiesen) aufgehalten zu
haben. Bei zwei Betroffenen galten Aufenthalte in Thüringen im
Landkreis Greiz als Infektionsgebiete.
Haemophilus influenzae-Erkrankung
Es kamen im Berichtszeitraum 8 Fälle nach Referenzdefinition
zur Meldung. Betroffen waren zwei Kleinkinder (1 und 2 Jahre
alt), ein 13-Jähriger sowie erwachsene Patienten im Alter zwi-
schen 72 und 85 Jahren. Bei einem Erkrankten gelang der Nach-
weis aus Liquor, bei allen anderen aus Blut. In keinem Fall wurde
ein Kapseltyp angegeben.
Hepatitis B
Von den 51 nach Referenzdefinition übermittelten Fällen kam
einer als an der Krankheit verstorben zur Meldung. Es handelte
sich um eine 64-jährige Frau. Weitere Angaben lagen nicht vor.
Hepatitis E
Im aktuellen Berichtszeitraum wurden im Freistaat Sachsen 70
Virushepatitis E-Fälle übermittelt, was mehr als dem Doppel-
ten des 5-Jahres-Mittelwerts entsprach. Bei 29 Betroffenen war
aufgrund der Schwere der Erkrankung eine stationäre Behand-
lung nötig. Todesfälle kamen nicht zur Meldung.
Keuchhusten
Im dritten Quartal des Jahres ergab sich aus den übermittelten
202 Erkrankungen eine Neuerkrankungsrate von 5 Erkrankun-
gen pro 100.000 Einwohner. Das entsprach einem Rückgang der
Inzidenz um 15 % gegenüber dem Vorquartal. Im Vergleich zum
Vorjahreszeitraum (n = 141) wurden fast 50 % mehr Erkran-
kungen registriert.
Von den 185 erkrankten Betroffenen mit dem Erregernachweis
Bordetella pertussis
waren 72 % nicht bzw. nur unvollständig
gegen Keuchhusten geimpft.
Zusätzlich wurden 77 Keimträger identifiziert, bei denen das
kli-
nische Bild fehlte bzw. nicht vollständig ausgeprägt war.
Es wurde im Berichtsquartal über 16 Keuchhusten-Häufungen
(darunter 6-mal Parapertussis) berichtet. Betroffen waren Kin-
dertagesstätten und Schulen mit jeweils 3 bis 7 Betroffenen.
Legionellose
Die 23 übermittelten Erkrankungen betrafen 18 Männer und 5
Frauen zwischen 24 und 85 Jahren. Zusätzlich wurden 5
Infi-
zierte übermittelt, bei denen das klinische Bild fehlte bzw. nicht
vollständig ausgeprägt war. Die meisten Betroffenen infizierten
sich wahrscheinlich im häuslichen Umfeld; lediglich 2 berichte-
ten über Auslandsaufenthalte; ein weiterer Patient hatte eine
Reha-Einrichtung besucht.
Zwei Männer (77 bzw. 84 Jahre alt) verstarben an den Folgen
der Infektion.
Leptospirose
Eine 51-jährige Frau erkrankte mit Fieber, ein 40-jähriger Land-
wirt zusätzlich mit Husten. Labordiagnostisch wurde bei beiden
Betroffenen eine Infektion durch
Leptospira interrogans
bestä-
tigt. Die Frau infizierte sich vermutlich beim Erdbeerpflücken
auf einem Feld, der Mann mit hoher Wahrscheinlichkeit bei sei-
ner beruflichen Tätigkeit.

│3
Listeriose
Im Berichtszeitraum wurden 19 Listeriose-Fälle übermittelt. Bis
auf ein Neugeborenes (siehe angeborene Infektion) waren die
Patienten zwischen 21 und 89 Jahre alt.
Bei einer 56-Jährigen sowie einem 64-jährigen Mann, bei denen
sich ein meningitisches Krankheitsbild zeigte, gelang der Erre-
gernachweis von
Listeria monocytogenes
aus Liquor, bei allen
anderen aus Blut.
Es kamen keine Todesfälle zur Meldung.
Listeriose, angeborene Infektion
Aus der Stadt Chemnitz wurde die Infektion eines zu früh gebo-
renen Jungen gemeldet. Das Kind entwickelte kurz nach der Ge-
burt ein septisches Krankheitsbild und litt unter Atemstörungen.
In der Blutkultur des Neugeborenen gelang der Nachweis von
Listeria monocytogenes
. Zur Mutter des Kindes konnten keine
Angaben eruiert werden.
Malaria
Zwei Deutsche erkrankten nach Aufenthalten in Madagaskar
bzw. Ghana an einer Malaria tropica und ein 31-jähriger Deut-
scher nach einem Aufenthalt in Nigeria an einer Malaria quar-
tana. In keinem der Fälle war eine Chemoprophylaxe im Zusam-
menhang mit diesen Reisen erfolgt.
Meningitiden
Im Quartal wurden 53 Erkrankungen übermittelt. Durch welche
Erreger diese verursacht waren, ist aus Tabelle 1 ersichtlich. Be-
rücksichtigt sind hier nur die Fälle, bei denen der Erregernach-
weis aus dem Liquor der Patienten erfolgte.
Todesfälle kamen nicht zur Meldung.
Tabelle 1: Erkrankungen mit dem klinischen Bild Meningi-
tis/Enzephalitis in Sachsen (Vergleich 3. Quartal
2017 zu 2016)
Erreger
3. Quartal 2017
3. Quartal 2016
Erkran-
kung
Tod Inzi-
denz
Erkran-
kung
Tod Inzi-
denz
bakt. Erreger gesamt
14
-
0,3
13
1
0,3
Borrelien
9
-
0,2
8
-
0,2
Haemophilus influenzae
1
-
0,02
1
-
0,02
Listerien
2
-
0,05
3
1
0,07
Pneumokokken
2
-
0,05
1
-
0,02
virale Erreger gesamt
39
-
1,0
16
-
0,4
Enterovirus
23
-
0,6
7
-
0,2
FSME-Virus
2
-
0,05
4
-
0,1
Herpesvirus
1
-
0,02
-
-
-
Varizella-Zoster-Virus
13
-
0,3
5
-
0,1
Gesamtzahl
53
-
1,3
29
1
0,7
MRSA-Infektion (invasive Erkrankung)
Im Berichtszeitraum wurden 58 Infektionen übermittelt. Betrof-
fen war hauptsächlich die Altersgruppe der über 65-Jährigen.
Die MRSA-Nachweise wurden aus Blut geführt. 3 Männer und
eine Frau zwischen 78 und 80 Jahren verstarben an den Folgen
der Infektion.
caMRSA-Nachweis
Im aktuellen Quartal kamen 26 Nachweise (18 Infektionen und
8 Kolonisationen) zur Übermittlung. Betroffen waren 2 Säuglin-
ge, 2 Kleinkinder, 3 Kinder im Alter zwischen 7 und 9 Jahren, ein
16-Jähriger sowie 18 Erwachsene im Alter von 18 bis 80 Jahren.
16 Fälle waren vermutlich auslandsassoziiert.
Bei 5 Patienten gelang der Erregernachweis aus der Blutkultur;
bei allen anderen aus Wund-, Nasen- bzw. Rachenabstrichen.
Multiresistente Erreger (MRE) mit Carbapenem-Resistenz
Im Berichtszeitraum kamen 140 Nachweise zur Erfassung (Er-
regeraufschlüsselung in Tabelle 2). Den größten Anteil (56 %)
stellten
Pseudomonas aeruginosa
, gefolgt von
Klebsiella spp.
mit
17 %.
Eine 96-jährige Frau verstarb an den Folgen einer
Acinetobacter
spp.-Infektion.
Tabelle 2: Gramnegative Bakterien mit erworbener Carba-
penemase/Carbapenem-Resistenz im 3. Quartal
2017
Erreger
Infektion Kolonisation Gesamt-
Fallzahl
dav. Tod
Acinetobacter spp.
2
8
10
1
Citrobacter spp.
2
4
6
-
Enterobacter spp.
5
10
15
-
Escherichia coli
-
5
5
-
Klebsiella spp.
8
16
24
-
Morganella spp.
-
1
1
-
Pseudomonas aeruginosa
16
62
78
-
Serratia spp.
1
-
1
-
Gesamtzahl
34
106
140
1
Norovirus-Gastroenteritis
Gegenüber dem letzten Quartal wurde ein leichter Rückgang
(- 4 %) der Norovirus-Infektionen registriert. Die Inzidenz be-
trug 19 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner. Verglichen mit
dem 5-Jahresmittelwert (27 Erkrankungen pro 100.000 Einwoh-
ner) lag die erfasste Quartalsinzidenz deutlich darunter. Todes-
fälle wurden nicht übermittelt.
Es kamen im Berichtszeitraum lediglich 16 Erkrankungshäufun-
gen zur Meldung. Betroffen waren hauptsächlich Kindertages-
stätten und Seniorenheime.
Pneumokokken-Erkrankung (invasiv)
Insgesamt wurden 33 Fälle nach Referenzdefinition erfasst. Bei
den Patienten handelte es sich um ein 10 Monate altes Mäd-
chen, einen 17-Jährigen sowie um Erwachsene im Alter zwi-
schen 19 und 87 Jahren.
Bei 2 Betroffenen, die mit meningitischer Symptomatik erkrank-
ten, erfolgte der Erregernachweis aus Liquor, bei allen anderen
aus Blut.
Ein 86-jähriger Mann verstarb an den Folgen einer Pneumokok-
ken-Sepsis.
Salmonellose
Saisonal bedingt wurde eine deutlich höhere Neuerkrankungs-
rate (13 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner) erreicht als im
Vorquartal. Diese lag erstmals seit längerer Zeit wieder über
dem Niveau des 5-Jahresmittelwertes (11 Erkrankungen pro
100.000 Einwohner).
Unter der Bevölkerung mehrerer sächsischer Landkreise kam es
zu 32 Erkrankungen mit gastrointestinaler Symptomatik. Die
Ermittlungen ergaben den Verzehr verschiedener Backwaren ei-
ner Bäckerei. Bei 11 Personen war eine stationäre Behandlung
notwendig. Stuhluntersuchungen erbrachten den Nachweis von

4 │
Salmonella Enteritidis
. Eine ursächliche Infektionsquelle konnte
nicht eruiert werden.
Nach dem Verzehr von selbst hergestelltem „Schneewittchenku-
chen“ mit Roheizusatz erkrankten 10 Schüler einer Oberschul-
klasse mit Durchfall, Erbrechen und Fieber. 4 Kinder mussten
stationär behandelt werden. Der Erregernachweis (
S. Enteritidis
)
gelang bei 4 Betroffenen aus Stuhl. Reste des Kuchens bzw. der
Eier standen für eine Untersuchung nicht mehr zur Verfügung.
Shigellose
Im Berichtszeitraum kamen die
Shigella sonnei
-Erkrankung ei-
nes 10-jährigen Mädchens nach seiner Rückkehr aus Ägypten
sowie die Erkrankungen 8 Erwachsener im Alter zwischen 29
und 61 Jahren nach Auslandsaufenthalten in Ägypten, Bulgari-
en, Marokko und Uganda zur Meldung.
Eine
Shigella flexneri
-Erkrankung betraf eine 29-Jährige mit
wahrscheinlicher Infektionsquelle in Marokko.
Typhus abdominalis
Ein 23-jähriger Mann erkrankte mit Kopfschmerzen, Fieber und
Durchfällen. Nachdem er zunächst eine alternativmedizinische
Selbstbehandlung durchgeführt hatte, wurde eine stationä-
re Behandlung notwendig und die Diagnose Typhus gestellt.
Als Infektionsquelle kann ein Treffen „Rainbow Gathering“ in
Norditalien angesehen werden. Ermittlungen ergaben, dass dort
mehrere Personen mit der entsprechenden Symptomatik er-
krankt waren.
Tod an sonstiger Infektionskrankheit
Die im dritten Quartal des Jahres übermittelten Fälle betrafen
jeweils 18 Männer und 12 Frauen im Alter von 57 bis 96 Jahren
(Median: 75 Jahre).
Tabelle 3: Todesfälle gemäß IfSGMeldeVO § 1 Absatz 2 im
3. Quartal 2017
Erreger
Anzahl
Klinisches Bild
Candida spp.
2
Aspirationspneumonie, Sepsis
Enterococcus spp.
2
Sepsis, Multiorganversagen
Epstein-Barr-Virus
1
akutes Nierenversagen
Escherichia coli
9
Sepsis
Klebsiella pneumoniae
1
Sepsis, Multiorganversagen
Staphylococcus spp.
15
Sepsis, Multiorganversagen
Nosokomiale Ausbrüche
Tabelle 4: Nosokomiale Ausbrüche gemäß § 6 Absatz 3/§11
Absatz 2 IfSG im 3. Quartal 2017
Erreger
Zahl der Ausbrüche
Gesamtfallzahl
MRSA
1
2
Verantwortlich:
Dr. med. Sophie-Susann Merbecks
und Mitarbeiter des FG Infektionsepidemiologie
LUA Chemnitz

│5
3. Quartal
27. - 39. MW 2017
kumulativ (1. – 39. MW)
2017
2016
Fälle
T
Fälle
T
Fälle
T
Adenovirus-Enteritis
374
1.588
1.549
Adenovirus-Infektion, respiratorisch
121
884
1
698
Adenovirus-Konjunktivitis
19
60
64
Amöbenruhr
5
10
29
Astrovirus-Enteritis
103
1.711
1
1.020
Borreliose
946
1.394
1.656
Brucellose
2
2
1
Campylobacter-Enteritis
1.760
3.696
1
4.490
Chlamydia trachomatis-Infektion
1.044
3.100
3.093
Clostridium difficile-Enteritis
942
3.306
3.499
Clostridium difficile-Infektion, schwerer Verlauf
52
8
157
49
115
41
Creutzfeldt-Jakob-Krankheit
3
3
8
8
6
4
Denguefieber
14
26
26
Echinokokkose
1
4
EHEC-Infektion
47
126
98
Enterovirus-Infektion
290
666
2
688
Escherichia coli-Enteritis
301
585
606
FSME
13
14
7
Gasbrand
1
1
3
1
Giardiasis
66
200
284
Gonorrhoe
223
678
625
Gruppe B-Streptokokken-Infektion
775
2.222
2.401
Haemophilus influenzae-Erkrankung, invasiv
8
40
2
21
1
Hantavirus-Infektion
4
1
Hepatitis A
7
25
11
Hepatitis B
51
1
214
1
259
Hepatitis C
46
146
192
1
Hepatitis D
1
1
1
Hepatitis E
70
201
183
3
Herpes zoster
445
1.153
1.076
HUS
1
1
Influenza
18
16.342
80
10.967
15
Keuchhusten
202
647
378
Kryptosporidiose
62
104
145
Legionellose
23
2
43
2
35
1
Leptospirose
2
4
5
Listeriose
19
53
5
52
5
Malaria
3
15
1
9
Masern
68
34
Meningokokken-Erkrankung, invasiv
6
1
7
MRE-Nachweis mit Carbapenem-Resistenz
140
1
393
4
414
8
MRSA-Infektion, invasiv
58
4
187
18
195
11
caMRSA-Nachweis
26
54
53
Mumps
1
10
19
Mycoplasma hominis-Infektion
214
637
638
Mycoplasma-Infektion, respiratorisch
304
980
970
Norovirus-Enteritis
790
4.623
5
5.272
1
Ornithose
2
2
Parainfluenza-Infektion, respiratorisch
127
460
363
Übermittelte Infektionskrankheiten im Freistaat Sachsen
3. Quartal 2017 und kumulativer Stand 2016 und 2017

6 │
3. Quartal
27. - 39. MW 2017
kumulativ (1. – 39. MW)
2017
2016
Fälle
T
Fälle
T
Fälle
T
Paratyphus
1
1
Parvovirus B19-Infektion
41
166
227
Pneumokokken-Erkrankung, invasiv
33
1
242
15
220
11
Q-Fieber
1
4
Rotavirus-Erkrankung
302
4.288
4
2.804
Röteln
1
7
RS-Virus-Infektion, respiratorisch
12
2.327
3
1.655
Salmonellose
521
923
2
875
3
Scharlach
189
1.105
1.238
Shigellose
10
19
11
Syphilis
65
165
158
Toxoplasmose
11
43
97
Tuberkulose
44
156
1
169
2
Typhus abdominalis
1
3
1
Windpocken
172
1.161
1.676
Yersiniose
99
270
293
Zikavirus-Infektion
1
5
Zytomegalievirus-Infektion
22
50
1
253
angeborene Infektion
1
4
6
Tod an sonstiger Infektionskrankheit
30
91
58
T = Todesfälle
Veröffentlicht werden Fälle nach den Kriterien der RKI-Referenzdefinition (soweit vorhanden).
Um eine Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr zu erzielen, wurden für 2016 diese Kriterien ebenfalls angewandt.

│7
Ergebnisse der Untersuchungen auf Darmpathogene
bei Asylsuchenden in Sachsen, 2007 bis 2017
Einleitung
Weltweit befinden sich aktuell mehr Menschen als jemals
zu-
vor auf der Flucht. 2016 betraf dies 65,6 Millionen Menschen,
damit hat sich die Zahl der Flüchtlinge weltweit seit 1997 fast
verdoppelt. Der stärkste Anstieg war zwischen 2012 und 2015
aufgrund des Krieges in Syrien und damit im Zusammenhang
stehenden Konflikten in der Region zu verzeichnen. Zwar lebt
die große Mehrheit der Asylsuchenden in Ländern mit niedrigem
Pro-Kopf-Einkommen (1), doch suchten 2015 auch über eine
Million Menschen Schutz in Europa (2), die meisten davon stell-
ten in der Folge einen Asylantrag in Deutschland. Im darauffol-
genden Jahr wurden deutlich weniger Menschen aufgenommen.
Deutschland ist die einzige westliche Industrienation unter den
zehn wichtigsten Aufnahmeländern weltweit und lag 2016 an
achter Stelle (1). In Sachsen betrug die Zahl der Asylsuchenden
im vergangenen Jahr 14.860 (3).
Asylsuchende kommen häufig aus Ländern, in denen die
Prä-
valenz zahlreicher Infektionskrankheiten höher liegt als in
Deutschland. Aufgrund der widrigen Umstände bei der Unter-
bringung in Flüchtlingslagern außerhalb Europas und während
der Flucht sowie aufgrund der beengten Verhältnisse in den
Aufnahme-Einrichtungen, müssen Asylsuchende als besonders
vulnerabel gegenüber Infektionskrankheiten angesehen werden
(4).
Um insbesondere übertragbare Erkrankungen bei ihnen frühzei-
tig zu erkennen und unter Umständen eine Weiterverbreitung
zu verhindern, werden alle neu angekommenen Flüchtlinge in
Deutschland einer Erstuntersuchung unterzogen. Während die
Untersuchung auf Tuberkulose in § 62 (1) des Asylgesetzes und
§ 36 (4) des Infektionsschutzgesetzes vorgeschrieben ist, legen
die Bundesländer den Umfang weiterer Untersuchungen, z. B. in
Verwaltungsvorschriften, selbst fest.
Gesetzliche Regelungen zur Erstuntersuchung von Asylsu-
chenden in Sachsen
In Sachsen umfasst die Erstuntersuchung laut Verwaltungsvor-
schrift (5) Asylbewerbergesundheitsbetreuung (VwV AsylGesBe-
tr) vom 29.07.2015 derzeit:
]
Eine beschwerdefokussierte Anamnese und eine allgemeine
körperliche Untersuchung
]
Eine Röntgenaufnahme der Lunge ab dem 16. Lebensjahr
und entweder ein Tuberkulin-Hauttest oder ein Interferon-
Gamma-Release-Assay (IGRA) für Personen unter 15 Jahre
und Schwangere
]
Eine serologische Untersuchung ab dem 14. Lebensjahr auf
Hepatitis-B-Antigen (HBsAg), Hepatitis-A-IgM-Antikörper
sowie IgG-Antikörper gegen Masern-, Mumps-, Röteln- und
Varizella-Zoster-Virus (Röteln-Antikörper nur bei Frauen im
gebährfähigen Alter)
Bis zum März 2015 beinhaltete die Erstuntersuchung zusätzlich
eine Stuhluntersuchung auf ausgewählte bakterielle und parasi-
tologische Darmpathogene für alle Asylsuchenden. Nach diesem
Zeitpunkt wurde eine Stuhluntersuchung nur noch bei entspre-
chenden Beschwerden durchgeführt.
Aufgrund der hohen Nachweisrate von
Schistosoma mansoni
bei
Asylsuchenden aus Ostafrika (Eritrea, Somalia, Komoren, Athio-
pien, Kenia, Dschibuti, Madagaskar) in unseren Screening-Un-
tersuchungen sollen seit 01.12.2016 alle Flüchtlinge aus dieser
Region auf intestinale Helminthen untersucht werden.
Für die hier vorgestellte retrospektive Studie wurden die Er-
gebnisse der Stuhluntersuchungen ausgewertet, die vom
01.01.2007 bis zum 25.03.2015 im Rahmen der Untersuchung
von Asylsuchenden in den Erstaufnahme-Einrichtungen (EAE)
in Sachsen initiiert wurden. Auch die bisherigen Ergebnisse des
aktuell stattfindenden Screenings auf Helminthen bei
Asylsu-
chenden aus Ostafrika werden dargelegt. Die mikrobiologische
Diagnostik wurde an der Landesuntersuchungsanstalt für das
Gesundheits- und Veterinärwesen (LUA) Sachsen durchgeführt.
Material und Methoden
Im Zeitraum von 01.01.2007 bis 25.03.2015 wurden an der LUA
Sachsen Stuhlproben von Asylsuchenden aus den EAE in Sach-
sen routinemäßig bakteriologisch auf
Salmonella
spp.,
Shigella
spp.,
Campylobacter
spp., Enterohämorrhagische
Escherichia
coli
(EHEC) und parasitologisch auf intestinale Helminthen so-
wie auf die Protozoen
Giardia lamblia
und
Entamoeba
histolyti-
ca
untersucht.
Probenröhrchen für die Stuhluntersuchung wurden bis März
2015 bei der Erstuntersuchung an alle Asylsuchenden ohne Al-
tersbeschränkung ausgegeben, die Abgabe der Probe wurde je-
doch im Nachgang nicht aktiv eingefordert, wenn sie unterblieb.
Wenn nicht ausreichend Probenmaterial für die gesamte Diag-
nostik vorhanden war, wurde in der Regel vorrangig auf bakteri-
elle Darmpathogene untersucht, dann auf Protozoen und zuletzt
auf intestinale Helminthen, da für diese Untersuchung am meis-
ten Material benötigt wird. Aufgrund dieser Priorisierung unter-
scheiden sich die Untersuchungszahlen für die einzelnen Para-
meter (bakterielle Darmpathogene: 13.514, Protozoen: 13.263
und intestinale Helminthen: 12.612 Untersuchungen).
Die Diagnostik auf
Salmonella
spp.,
Shigella
spp. und
Campylo-
bacter
spp. umfasste die Anzucht auf Selektivnährmedien mit
anschließender biochemischer und gegebenenfalls serologischer
Differenzierung. Identifizierungen wurden gegebenenfalls
mit-
tels miniaturisierter Testverfahren, VITEK® 2 oder MALDI-TOF-
MS (matrix-assisted laser desorption/ionization time-of-flight
mass spectrometry) durchgeführt.
Bei der Untersuchung auf EHEC erfolgte der Nachweis der
Shigatoxine 1 und/oder 2 mittels Enzym-Immuno-Assay (EIA).
Ein positives Ergebnis wurde mit molekularbiologischen Me-
thoden (PCR) bestätigt. Zudem wurde bei Erstnachweisen an-
gestrebt, den toxinbildenden
E. coli
-Stamm anzuzüchten und
serologisch zu charakterisieren.

8 │
E. histolytica
und
G. lamblia
wurden mittels Antigen-Nachweis
im EIA detektiert. Der anfangs verwendete Test für
E. histolytica
konnte nicht zwischen einer Infektion mit
E. histolytica
und der
apathogenen Form
Entamoeba dispar
unterscheiden, ab 2013
wurde ein für
E. histolytica
spezifischer EIA verwendet.
Die Untersuchung auf Wurmeier oder Wurmbestandteile er-
folgte mikroskopisch mittels SAF-Anreicherungsverfahren (so-
dium acetate - acetic acid - formalin-Anreicherungsverfahren)
und/oder der Kato-Katz-Methode. Die Bezeichnung intestinale
Helminthen umfasst hier Wurminfektionen des Darms und der
Darmanhangsorgane.
Bei der Auswertung der Untersuchungsergebnisse nach geo-
grafischen Regionen wurde die Einteilung anhand des UN-
Geoschemas genutzt (6), die eine Beschreibung von regionalen
Unterschieden innerhalb der WHO-Regionen erlaubt.
Ergebnisse
Bakterielle Darmpathogene
13.514 Stuhlproben von Asylsuchenden wurden im Studien-
zeitraum auf bakterielle Gastroenteritis-Erreger untersucht. Die
häufigsten Herkunftsländer waren dabei Kosovo (8,4 %),
Tune-
sien (7,0 %), Syrien (6,8 %), Indien (6,7 %) und der Irak (6,0 %)
(Abbildung 1).
Da die routinemäßige Untersuchung auf Darmpathogene zu Be-
ginn der großen Fluchtbewegung aus Syrien ausgesetzt wurde,
stammten die meisten Stuhlproben von Menschen aus Südeu-
ropa, gefolgt von Süd- und Westasien. Ostafrika und Osteuropa
waren seltener vertreten (Abbildung 2).
In 236 von 13.514 Stuhlproben (1,7 %) wurden darmpatho-
gene Bakterien nachgewiesen. In Tabelle 1 sind die zehn Her-
kunftsländer mit den höchsten Positivenraten aufgelistet, die
von Albanien angeführt werden. Nach geografischen Regionen
ausgewertet war die Nachweisrate mit 2,9 % am höchsten bei
Asylsuchenden aus Osteuropa, gefolgt von Ostafrika und Südeu-
ropa (Abbildung 3).
Tabelle 1:
Die zehn Herkunftsländer mit den höchsten Nach-
weisraten von bakteriellen Darmpathogenen bei
Asylsuchenden in den Erstaufnahme-Einrichtun-
gen Sachsens im Zeitraum von 01/2007-03/2015
Land
Probenzahl
Anzahl
positiver
Proben
Nachweisrate
bakterielle Darm-
pathogene (%)
95%-KI
Albanien
390
17
4,4
2,6-6,9
Russland
708
21
3,0
1,9-4,5
Eritrea
106
3
2,8
0,6-8,1
Libyen
539
13
2,4
1,3-4,1
Serbien
715
17
2,4
1,4-3,8
Libanon
741
16
2,2
1,2-3,5
Marokko
157
3
1,9
0,4-5,5
Iran
391
7
1,8
0,7-3,7
Pakistan
788
14
1,8
1,0-3,0
Mazedonien
673
11
1,6
0,8-2,9
alle Länder
13.514
236
1,7
1,5-2,0
Kosovo
8,2%
Tunesien
7,0%
Indien
6,8%
Syrien
6,8%
Irak
6,0%
Pakistan
5,8%
Libanon
5,5%
Serbien
5,3%
Rußland
5,2%
Afghanistan
5,0%
sonstige
38,3%
Abbildung 1: Herkunftsländer der Asylsuchenden, die von 01/2007-03/2015
in den Erstaufnahme-Einrichtungen Sachsens auf bakterielle
Darmpathogene untersucht wurden (N = 13.514)
2.931
724
1.729
201
2.774
2.633
2.522
0
500
1000
1500
2000
2500
3000
3500
Probenzahl
Geografische Region
Abbildung 2:
Geografische Verteilung der Asylsuchenden, die von 01/2007-
03/2015 in den Erstaufnahme-Einrichtungen Sachsens auf bak-
terielle Darmpathogene untersucht wurden, nach Herkunftsre-
gion (gemäß UN-Geoschema) (N = 13.514):
Nordafrika (Tunesien, Libyen, Marokko, Algerien, Ägypten),
Ostafrika
(Eritrea, Somalia, Komoren, Äthiopien, Kenia, Dschibuti, Madagaskar),
Südasien
(Afghanistan, Pakistan, Indien, Iran, Bangladesch, Sri Lanka, Nepal),
Westasien (Syrien, Irak, Libanon, Georgien, Aserbaidschan, Jemen, Armenien,
Jordanien, Katar, Vereinigte arabische Emirate),
Südeuropa (Kosovo, Albanien, Serbien, Mazedonien, Bosnien-Herzegowina, Jugo-
slawien, Italien, Montenegro, Kroatien),
Osteuropa (Russland, Ukraine, Slowakische Republik, Bulgarien, Polen, Weißruss-
land, Moldawien, Rumänien),
sonstige Regionen.
0
0,5
1
1,5
2
2,5
3
3,5
Positivenrate in %
Geografische Region
Campylobacter spp.
Shigella spp.
Salmonella spp.
EHEC
Abbildung 3:
Nachweisraten der vier untersuchten bakteriellen Darmpathoge-
ne bei Asylsuchenden in den Erstaufnahme-Einrichtungen Sach-
sens im Zeitraum von 01/2007-03/2015 nach Herkunftsregion
(gemäß UN-Geoschema) (N = 13.514)

│9
In 1 % der Proben wurde EHEC detektiert, dies entsprach 60 %
der nachgewiesenen bakteriellen Darmpathogene.
Campylobac-
ter
spp. wurde in 0,4 % der Proben nachgewiesen (25 % aller
bakteriellen Darmpathogene),
Salmonella
spp. in 0,2 % und
Shi-
gella
spp. in 0,1 % der Proben (10 % bzw. 5 % aller bakteriellen
Darmpathogene). Bei Asylsuchenden aus Osteuropa machten
Campylobacter
spp. fast die Hälfte der nachgewiesenen Bakte-
rien aus, für alle anderen Regionen waren EHEC die am
häufigs-
ten gefundenen Erreger (Abbildung 3).
Intestinale Protozoen
Von 13.263 untersuchten Stuhlproben wurden 1.039 (7,8%) po-
sitiv auf
G. lamblia
getestet. Die höchste Prävalenz von Infekti-
onen mit
G. lamblia
hatten mit 15,3 % Asylsuchende aus Myan-
mar, gefolgt von solchen aus dem Irak (13,3 %) und Afghanistan
(12,1 %) (Tabelle 2). Nach Herkunftsregionen ausgewertet fand
sich bei Personen aus Südasien eine Nachweisrate von 9,4 %,
gefolgt von Personen aus Westasien und Südeuropa mit jeweils
8,0 %. Am niedrigsten lagen die Positivenraten für
G. lamblia
bei Flüchtlingen aus Nord- und Ostafrika (5,3 % bzw. 6,5 %)
(Abbildung 4).
Tabelle 2: Die zehn Herkunftsländer mit den höchsten
Nachweisraten von G. lamblia bei Asylsuchenden
in den Erstaufnahme-Einrichtungen Sachsens im
Zeitraum von 01/2007-03/2015 (N = 13.263)
Land
Probenzahl
Anzahl
positiver
Proben
Nachweis-
rate Giardia
lamblia (%)
95 %-KI
Myanmar
59
9
15,3
7,2-27,0
Irak
800
106
13,3
11,0-15,8
Afghanistan
659
80
12,1
9,7-14,9
Türkei
437
45
10,3
7,6-13,5
Mazedonien
641
65
10,1
7,9-12,7
Pakistan
778
78
10,0
8,0-12,4
Serbien
696
62
8,9
6,9-11,3
Indien
895
77
8,6
6,9-10,6
Eritrea
106
9
8,5
4,0-15,5
Russland
678
48
7,1
5,3-9,3
alle Länder
13.263
1.039
7,8
7,4-8,3
42 von 13.263 Stuhlproben (0,3 %) wurden positiv auf
E.
histolytica/E. dispar
getestet, die Nachweisrate lag für alle Her-
kunftsregionen zwischen 0,0 % und 0,5 %. Seit der Verwendung
eines spezifischeren Antigen-Nachweises 2013 wurde
E.
histo-
lytica
nicht mehr nachgewiesen.
Intestinale Helminthen
Im Studienzeitraum wurden 12.612 Stuhlproben auf Wurmeier
oder Wurmbestandteile untersucht. In 602 (4,8 %) der unter-
suchten Proben wurden Helminthen nachgewiesen.
Mit Abstand die höchste Nachweisrate von Wurmparasiten des
Darms hatten Asylsuchende aus Vietnam mit 39,7 %, die aus
sehr hohen Positivenraten (bis 62,6 %) in den Jahren 2007-2010
resultierte. Bei Asylsuchenden aus Eritrea wurde in 16,3 % der
Fälle eine Wurminfektion nachgewiesen, bei solchen aus Myan-
mar in 13,8 %. Auch bei Personen aus Indien, Pakistan und So-
malia lag die Prävalenz mit über 8 % deutlich über dem Durch-
schnitt (Tabelle 3).
Tabelle 3: Die zehn Herkunftsländer mit den höchsten
Nachweisraten von Wurminfektionen des Darms
oder der Darmanhangsorgane bei Asylsuchenden
in den Erstaufnahme-Einrichtungen Sachsens im
Zeitraum von 01/2007-03/2015 (N = 12.612)
Land
Probenzahl
Anzahl
positiver
Proben
Nachweis-
rate Helmin-
then (%)
95 %-KI
Vietnam
506
201
39,7
35,4-44,1
Eritrea
98
16
16,3
9,6-25,2
Myanmar
58
8
13,8
6,1-25,4
Indien
847
84
9,9
8,0-12,1
Pakistan
732
64
8,7
6,8-11,0
Somalia
83
7
8,4
3,5-16,6
Türkei
417
27
6,5
4,3-9,3
Afghanistan
630
27
4,3
2,8-6,2
Bosnien-H.
30
1
3,3
0,1-17,2
Libanon
718
20
2,8
1,7-4,3
alle Länder
12.612
602
4,8
4,4-5,2
Am häufigsten lag eine Infektion mit Hakenwürmern (
Ancylo-
stoma duodenale
oder
Necator americanus
, 33 % der positiven
Wurmei-Nachweise) vor, gefolgt von
Trichuris trichiura
(Peit-
schenwurm, 28 %),
Hymenolepis nana
(Zwergbandwurm, 14%)
und
Ascaris lumbricoides
(Spulwurm, 12 %). Die Eier von
Schis-
tosoma mansoni
(Pärchenegel) sowie
Enterobius vermicularis
(Madenwurm) hatten einen Anteil von je 4 % und von
Taenia
spp. (Rinder- oder Schweinebandwurm) von 3 % an allen Hel-
minthen-Nachweisen.
Wie zu erwarten, gab es bei den Helminthen-Nachweisen erheb-
liche Unterschiede abhängig von der Herkunftsregion. Während
lediglich bei 0,9 % der Personen aus Nordafrika eine Wurminfek-
tion nachgewiesen wurde, betraf dies 12,8 % der Asylsuchenden
aus Ostafrika und 6,9 % der Menschen aus Südasien. Bei je ca.
1-2 % der Asylsuchenden aus Westasien, Süd- und Osteuropa
wurden ebenfalls Helminthen gefunden (Abbildung 5).
Bei Menschen aus Südasien wurden überwiegend Hakenwurm-
Infektionen nachgewiesen (60 % der Helminthen-Nachweise bei
5,3
6,5
9,4
8,0
8,0
6,9
7,8
0
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
Nordafrika
Ostafrika
Südasien
Westasien Südeuropa Osteuropa alle Länder
Positivenrate (%)
Geografische Region
Abbildung 4: Nachweisraten von
G. lamblia
bei Asylsuchenden in den Erst-
aufnahme-Einrichtungen Sachsens im Zeitraum von 01/2007-
03/2015 nach Herkunftsregion (gemäß UN-Geoschema)
(N = 13.263)

10 │
diesem Kollektiv), bei Asylsuchenden aus Ostafrika überwiegend
Infektionen mit dem Pärchenegel (50 % der Helminthen-Nach-
weise) (Abbildung 5). Damit waren ca. 6 % der Asylsuchenden
aus Ostafrika von einer Infektion mit
S. mansoni
, dem Erreger
der Darmbilharziose, betroffen.
Screening von Asylsuchenden aus Ostafrika auf intestina-
le Helminthen seit 12/2016
Im Zeitraum von 01.12.2016 bis 30.06.2017 wurden 280 Stuhl-
proben von erwachsenen Asylsuchenden aus Ostafrika unter-
sucht. 76,4 % der Untersuchten kamen aus Eritrea, 14,3 % aus
Somalia und 1,1 % aus Äthiopien. Bei 8,2 % wurde das Her-
kunftsland nicht angegeben.
Tabelle 4: Verteilung der Herkunftsländer und Ergebnisse
des Screenings auf Wurminfektionen des Darms
oder der Darmanhangsorgane bei Asylsuchenden
aus Ostafrika in den Erstaufnahme-Einrichtun-
gen Sachsens im Zeitraum von 12/2016-06/2017
(N = 280)
Herkunftsländer
Probenzahl
%
Eritrea
214
76,4
Somalia
40
14,3
Äthiopien
3
1,1
ohne Angabe des
Landes
23
8,2
Ostafrika
280
100,0
Nachgewiesene
Helminthen-Art
Anzahl positiver
Proben
Nachweisrate (%)
Helminthen-
Nachweise gesamt
88
31,4
Schistosoma mansoni
65
23,2
Hymenolepis nana
17
6,1
Trichuris trichiura
4
1,4
Hakenwurm
4
1,4
Taenia spp.
2
0,7
Hymenolepis diminuta
1
0,4
Fasciola hepatica
1
0,4
Darmtrematoden
1
0,4
Doppelnachweis
5
1,8
Dreifachnachweis
1
0,4
In 31,4 % der Proben (n = 88) wurden Wurmeier nachgewie-
sen, in 23,2 % der Proben (n = 65)
S. mansoni
(Tabelle 4). Am
zweithäufigsten wurden Eier von
H. nana
(6,1 %, n = 17) und
T.
trichiura
sowie von Hakenwürmern (je 1,4 %, n = 4) gefunden.
In 5 (1,8 %) Proben gelang der Nachweis einer Doppelinfektion,
davon drei Mal mit
S. mansoni
und
H. nana
. In einer (0,4 %) Pro-
be wurde der Nachweis einer Dreifachinfektion (mit
S. mansoni,
H. nana
und
Hymenolepis diminuta
) geführt. In weiteren Proben
wurden Eier von
Taenia
spp. (n = 2),
Fasciola hepatica
(n = 1)
und Darmtrematoden (n = 1) detektiert.
Diskussion
In Sachsen wurden Asylsuchende bis zum März 2015 im Rah-
men der gesundheitlichen Untersuchung in der Erstaufnahme-
Einrichtung (EAE) der Zentralen Ausländerbehörde (ZAB) auf
ausgewählte bakterielle und parasitologische Darmpathoge-
ne gescreent, unabhängig vom Vorliegen anamnestischer Be-
schwerden. Die Ergebnisse dieser Diagnostik wurden hier vor-
gestellt.
Im Zeitraum von 01.01.2007 bis 25.03.2015 gingen 13.514
Stuhlproben von Asylsuchenden in der LUA Sachsen ein. Wenn
die Abgabe der Stuhlprobe nach Austeilung des Proberöhrchens
unterblieb, wurde sie nicht nochmals aktiv eingefordert. Im sel-
ben Zeitraum (01.01.2007 – 31.03.2015) wurden 25.322 Serum-
proben von Asylsuchenden ab dem 14. Lebensjahr an der LUA
untersucht, die im Rahmen der Erstuntersuchung entnommen
wurden. Es wurde also nur bei maximal etwa gut der Hälfte der
Asylsuchenden eine Untersuchung auf Darmpathogene durch-
geführt. Asylsuchende wurden unabhängig davon gescreent, ob
sie unter Beschwerden einer gastrointestinalen Erkrankung lit-
ten oder nicht.
Bakterielle Darmpathogene
Im Studienzeitraum wurden 13.514 Stuhlproben von Asylsu-
chenden auf bakterielle Darmpathogene untersucht, in 236
Proben (1,7 %) erfolgte ein Nachweis. Die Nachweisrate un-
terschied sich moderat zwischen den Herkunftsregionen, am
höchsten war sie mit 2,9 % bei Asylsuchenden aus Osteuropa.
EHEC wurde in 1 % aller Proben nachgewiesen.
Campylobacter
spp. wurde in 0,4 %,
Salmonella
spp. in 0,2 % und
Shigella
spp.
in 0,1 % aller Proben gefunden. EHEC war in allen
geografi-
schen Regionen der am häufigsten detektierte Erreger, außer bei
Flüchtlingen aus Osteuropa, bei denen
Campylobacter
spp. fast
die Hälfte aller bakteriellen Nachweise ausmachte. Rückschlüs-
se über die Assoziation mit gastroenteritischen Symptomen wa-
ren wegen fehlender anamnestischer Angaben nicht möglich.
Die Diagnostik an der LUA Sachsen erfolgte für Salmonellen,
Shigellen und
Campylobacter
spp. mittels klassischer mikrobio-
logischer Kulturverfahren. Molekularbiologische Verfahren sind
sensitiver, allerdings gibt es Hinweise auf eine schwache oder
fehlende Korrelation positiver Ergebnisse mit gastroenteriti-
schen Beschwerden in Hochprävalenzgebieten (7). Frickmann et
al. fanden in einer Population gesunder Schulkinder auf Mada-
gaskar mittels PCR insgesamt sehr hohe Raten an Besiedelungen
oder DNA-Residuen von
Campylobacter jejuni
(22 %) und
Shi-
gella
spp./EIEC (14 %) (7). Auch für die Beurteilung der Infek-
tiösität ist die Bedeutung positiver PCR-Befunde bei fehlendem
kulturellen Nachweis fraglich.
0
2
4
6
8
10
12
14
Positivenrate in %
geografische Region
Darmtrematoden
Schistosoma mansoni
Hymenolepis nana
Taenia spp.
Strongyloides stercoralis
Enterobius vermicularis
Hakenwurm
Trichiura trichiura
Ascaris lumbricoides
Abbildung 5: Nachweisraten von Wurminfektionen des Darms oder der
Darmanhangsorgane bei Asylsuchenden in den Erstaufnahme-
Einrichtungen Sachsens im Zeitraum von 01/2007-03/2015
nach Herkunftsregion (gemäß UN-Geoschema) (N = 12.612)

│11
Über die Prävalenz bakterieller Darmpathogene in der gesunden
deutschen Bevölkerung sind uns keine Angaben bekannt. Die
Meldezahlen des Robert Koch-Instituts sind nicht zum Vergleich
geeignet, da eine Diagnostik auf Darmpathogene in der Bevöl-
kerung selbst bei gastrointestinalen Beschwerden nur teilweise
erfolgt und die Dunkelziffer bei Darminfektionen hoch ist, wäh-
rend hier die Ergebnisse eines Screenings an meist gesunden
Personen vorliegen.
In einer schwedischen Studie (8) lag in einer Kontrollgruppe
erwachsener Personen ohne gastrointestinale Beschwerden die
Prävalenz von EHEC bei 2 %,
Salmonella
spp. bei <1 %,
Shigella
spp. und
Campylobacter
spp. wurden nicht nachgewiesen. Bei
Patienten mit enteritischen Symptomen betrugen die Nach-
weisraten für Salmonellen, Shigellen und
Campylobacter
spp.
7 %, 4 % bzw. 13 %, bei Patienten mit Reiseanamnese waren
sie noch höher. EHEC wurde mit 1 % in der Fallgruppe seltener
als in der Kontrollgruppe gefunden.
In einer beschwerdefreien Population in Australien wurden
Nachweisraten von 0,4 % für
Salmonella
spp. und 0,1 % für
Campylobacter
spp. beschrieben (9).
Einige Studien berichten höhere Prävalenzen bakterieller Darm-
pathogene in Ländern mit niedrigerem Einkommen, auch bei
beschwerdefreien Personen.
In einer ländlichen Region in Südindien lag in einer älteren Stu-
die (10) die Prävalenz von
Campylobacter
spp.,
Shigella
spp. und
Salmonella
spp. in einer gesunden Dorfpopulation bei 10,9 %,
1,9 % und 1,5 %.
Bei Schulkindern bzw. erwachsenen Patienten ohne gastroen-
teritische Beschwerden in einer Region Südafrikas betrugen die
Prävalenzen für
Campylobacter
spp. 1,6 % bzw. 8,4 %, für
Shi-
gella
spp. 2 % bzw. 5 % und für
Salmonella
spp. 1,6 % bzw.
3 % (11).
Einer Meta-Analyse von Fletcher et al. (12) zufolge wurde bei
symptomatischen Personen in Sub-Sahara Afrika in 10 % der
Fälle
Shigella
spp. sowie in je 8 %
Salmonella
spp. bzw.
Campy-
lobacter
spp. nachgewiesen.
Zur Prävalenz bakterieller Darmpathogene in Flüchtlingspopu-
lationen gibt es wenige Daten. Eine Studie (13) berichtet die
Ergebnisse der Erstuntersuchung von unbegleiteten minderjäh-
rigen Asylsuchenden (umA) in Deutschland. Hier wurden mittels
sensitiverer molekularbiologischer Methoden (PCR) bei 1,3 %
enteroinvasive
E. coli
(EIEC)/
Shigella
spp. und in 0,7 %
C. jejuni
nachgewiesen.
Insgesamt war die Prävalenz von Salmonellen, Shigellen,
Cam-
pylobacter
spp. und EHEC in unserer Studienpopulation gering.
Eine Weiterverbreitung von Infektionen unter beengten und
hygienisch suboptimalen Bedingungen, wie sie in Flüchtlings-
unterkünften oft vorliegen, ist aufgrund der geringen Infekti-
onsdosis vor allem bei positiven EHEC- bzw. Shigellen-Befunden
zu befürchten.
Eine Auswertung von gemeldeten Ausbrüchen in Gemeinschafts-
unterkünften für Asylsuchende 2004-2014 in Deutschland (14)
zeigt, dass diese vorwiegend durch impfpräventable Infektionen
verursacht wurden, am häufigsten durch Windpocken- und
Ma-
sernviren. 12 % der Fälle sind einem Ausbruch durch Darmpa-
thogene zuzuordnen. Davon waren über die Hälfte viral bedingt
und etwa ein Viertel durch Shigellen,
Campylobacter
spp. und
EHEC. Damit waren lediglich 3 % der Fälle bei gemeldeten Häu-
fungen durch bakterielle Darmpathogene verursacht.
Von Januar bis Juni 2017 lag der Anteil an den in Deutschland
gemeldeten Infektionen durch EHEC, Salmonellen und
Campy-
lobacter
spp., die bei Asylsuchenden auftraten, bei <1 % (15).
Intestinale Protozoen
Entamoeba histolytica
Nur in 0,3 % der Proben wurde
E. histolytica/E. dispar
nach-
gewiesen. Nach der Einführung eines spezifischeren Antigen-
Nachweises, der zwischen Infektionen mit
E. histolytica
und
apathogener
E. dispar
differenziert, wurden ab 2013 keine Pro-
ben mehr positiv getestet.
Die Prävalenz von
E. histolytica
lag in mehreren Studien bei
Flüchtlingen niedrig bei <1 % (16, 17), wo mittels Antigen-
Nachweis auf
E. histolytica/E. dispar
untersucht wurde bei 1,4-
2,1 % (18, 19).
Diese Ergebnisse sprechen dafür, dass Infektionen mit
E.
histo-
lytica
bei Asylsuchenden aus Public Health-Sicht keine Heraus-
forderung darstellen.
Giardia lamblia
Bei 7,8 % der untersuchten Personen lag eine Infektion mit
G.
lamblia
vor. Die Unterschiede zwischen den Herkunftsregionen
waren moderat (5,3 % bis 9,4 %). Die höchste Prävalenz war bei
Asylsuchenden aus Südasien zu finden.
Infektionen mit
G. lamblia
kommen weltweit vor, die Übertra-
gung erfolgt fäkal-oral. Die Infektionsdosis liegt mit 10-100
Zysten sehr niedrig, die infektiösen Zysten sind sehr umweltre-
sistent, z. B. gegenüber Säure und Chlorung. Ausbrüche durch
G. lamblia
nach Nutzung kontaminierter Badegewässer und in
Kindertagesstätten wurden berichtet (20, 21, 22).
Bei einer Untersuchung in Großbritannien (23) zu Risikofaktoren
für eine Übertragung von Giardia-Infektionen im Haushalt von
Erkrankten wurden in 30 % der Haushalte Sekundärfälle iden-
tifiziert, 90 % davon waren asymptomatisch. Mit Abstand die
höchste Transmissionsrate wurde in Haushalten mit Kindern <5
Jahren beobachtet (OR = 42).
Die Prävalenz von
G. lamblia
in Ländern mit hohem Pro-Kopf-
Einkommen liegt bei gesunden Individuen zwischen 0 und 6,8 %
(8, 9, 24, 25), in einkommensschwachen Ländern zwischen 2,7-
20 % (11, 26, 27), bei Kindern bis 36 % (28), bei angewandter
PCR-Diagnostik sogar bei >50 % (7).
In Niedrigprävalenzländern ist eine Infektion mit gastroenteriti-
schen Symptomen assoziiert, kann aber auch häufig subklinisch
verlaufen (23, 29).
In Hochprävalenzländern ist der Nachweis von
G. lamblia
nicht
mit dem Auftreten enterischer Beschwerden assoziiert. Im Ge-
genteil betrug in mehreren Studien die Odds Ratio (OR) für das
Auftreten einer Diarrhoe bei Infektion 0,6, ausgenommen Erst-

12 │
infektionen bei Kleinkindern (29, 30). Es bestand allerdings eine
deutliche Assoziation (OR = 3,2) zwischen einer Giardia-Infekti-
on und einer persistierenden Diarrhoe bei Kindern (29, 31).
Bei Untersuchungen von Flüchtlingen aus verschiedenen Her-
kunftsregionen wurden in weiteren Studien Prävalenzen von
4,1 % bis 13,4 % beschrieben (18, 19, 32). Von allen Infektionen,
die 2014 im Rahmen von Krankheitsausbrüchen in Flüchtlings-
unterkünften in Deutschland gemeldet wurden, waren aller-
dings nur 1,5 % durch
G. lamblia
bedingt (14). Dabei muss auch
in Gemeinschaftseinrichtungen für Asylsuchende grundsätzlich
von einer Untererfassung von Darmpathogenen ausgegangen
werden, insbesondere von
G. lamblia
-Infektionen, da hier bei
Personen aus Hochendemiegebieten meist mit einem subklini-
schen Verlauf zu rechnen ist.
2 % der bis Ende Juni 2017 in Deutschland gemeldeten
G.
lam-
blia
-Infektionen betrafen Asylsuchende (15), wobei zu beachten
ist, dass in manchen Bundesländern bei der Erstuntersuchung
gezielt auf diesen Erreger untersucht wird. In den letzten zehn
Jahren wurden in Deutschland zwischen 3.488 (2016) und 4.767
(2008)
G. lamblia
-Infektionen gemeldet, eine Zunahme der Fälle
ist nicht zu beobachten (survstat-Abfrage 17.08.2017). Es gibt
also keinen Hinweis, dass die erhöhten Flüchtlingszahlen ab
2014 zu einer veränderten Prävalenz in der Allgemeinbevölke-
rung geführt haben.
Intestinale Helminthen
Bei 4,8 % unserer Studienpopulation wurde eine Infektion mit
intestinalen Helminthen bzw. Lebertrematoden nachgewiesen.
Die Prävalenzen unterschieden sich stark zwischen den Her-
kunftsregionen um etwa den Faktor 14 (bei Asylsuchenden aus
Nordafrika 0,9 % und aus Ostafrika 12,8 %). An der LUA Sachsen
wurden Stuhlproben mittels SAF-Konzentrationsverfahren und/
oder mittels 2 Stuhlausstrichen nach Kato-Katz untersucht.
Da die Eier von Helminthen unregelmäßig ausgeschieden wer-
den, ist die Sensitivität der Stuhluntersuchung vor allem bei
geringer Parasitenlast eingeschränkt. Es wird daher die Unter-
suchung von mindestens drei Stuhlproben zur Diagnostik von
intestinalen Wurminfektionen empfohlen.
In einer chinesischen Studie führte die Untersuchung von zwei
Stuhlproben versus einer mittels Kato-Katz-Technik zu erhöhten
Nachweisraten von Geohelminthen (
A. lumbricoides
um 23 %,
T.
trichiura
um 26 % und Hakenwurm um 100 %) (33).
Von Asylsuchenden wurde lediglich eine Stuhlprobe untersucht,
es muss also von einer Untererfassung von Helminthen-Infekti-
onen in unserer Studienpopulation ausgegangen werden.
Die Sensitivität der koproskopischen Diagnostik von Helmin-
then-Infektionen ist nicht zuverlässig zu bestimmen, da es
keinen ausreichend sensitiven und spezifischen diagnostischen
Goldstandard gibt. Molekularbiologische Nachweise werden nur
in sehr wenigen Laboren durchgeführt und beschränken sich auf
wenige Arten.
Eine leichte Überlegenheit von Konzentrationsverfahren gegen-
über 1-3 Stuhlausstrichen nach Kato-Katz wird für den Nach-
weis der meisten Helminthen-Eier berichtet (34, 35).
Unumstritten ist bei der Helminthen-Diagnostik die Erfahrung
des mikroskopierenden Personals von überragender Bedeutung.
Diese ist an der LUA Sachsen durch geschultes Personal, hohe
Untersuchungszahlen und regelmäßige Nachweise verschiede-
ner Arten gegeben.
Weltweit sind am häufigsten Kinder von Wurminfektionen
be-
troffen aufgrund mangelhaften Hygieneverhaltens, erhöhter
Exposition, z. B. durch Barfußgehen, eines eingeschränkten
Ernährungszustandes und unausgereiften Immunsystems. Bei
geringer Parasitenlast verlaufen die meisten Infektionen sym-
ptomarm, bei starkem Befall beeinträchtigen sie jedoch die
Entwicklung, Hakenwurminfektionen führen häufig zu Anämien
(36).
Am höchsten ist weltweit die Prävalenz von Geohelminthen (vor
allem
A. lumbricoides, T. trichiura, A. duodenale/N. americanus
).
Nach Schätzungen der WHO sind 1,5 Milliarden Menschen in-
fiziert, entsprechend 24 % der Weltbevölkerung. Besonders
be-
troffen sind Sub-Sahara-Afrika (SSA), der amerikanische Kon-
tinent, China und Ostasien. Vor allem Kinder und Schwangere
sind durch die Folgen der Infektion gefährdet. Die WHO emp-
fiehlt in Hochendemiegebieten mit Prävalenzen >20 %
jährli-
che Behandlungen gefährdeter Personen, vor allem Kinder, mit
Albendazol oder Mebendazol ohne vorangegangene individuelle
Diagnostik. 2015 erhielten 59 % von geschätzten 840 Millionen
Kindern mit Bedarf eine Therapie (37).
Geohelminthen machten 73 % aller Helminthen-Nachweise bei
Asylsuchenden in Sachsen aus.
Infektionen durch
Taenia solium
(Schweinebandwurm) sind von
Bedeutung, da der Mensch End- und Zwischenwirt (Zystizerko-
se) sein kann. Die WHO schätzt, dass in Endemiegebieten 30 %
aller Epilepsien auf eine
T. solium-Zystizerkose
zurückzuführen
sind (38).
3 % der Helminthen-Nachweise in unserer Studienpopulation
waren
Taenia
spp., wobei anhand des Ei-Nachweises nicht zwi-
schen einer Infektion mit
T. solium
oder
Taenia saginata
(Rin-
derbandwurm) unterschieden werden kann.
14 % der Wurmnachweise bei Asylsuchenden in Sachsen wa-
ren auf
H. nana
zurückzuführen. Der Zwergbandwurm kann vor
allem bei Kindern durch Autoinfektionen (Schlüpfen der infek-
tiösen Hakenlarve bereits im Darm des Wirtes) zu einem sehr
starken Befall führen. Mit zunehmender Immunität wird die In-
fektion dann besser kontrolliert (39).
Bei Untersuchungen an Flüchtlingen wurden meist Prävalen-
zen intestinaler Helminthen (ohne
Schistosoma
spp.) zwischen
0,9 % und 7,6 % berichtet, in einzelnen Studien bis zu 20,8 %
(13, 16, 32, 40, 41, 42). Die Nachweisraten sind von den diag-
nostischen Methoden sowie den jeweiligen Herkunftsregionen
abhängig, am höchsten sind sie in der Regel für SSA und Süd-
ostasien (19).
In unserer Kohorte lag die Prävalenz intestinaler Helminthen
(ohne
Schistosoma
spp.) im Durchschnitt bei 4,6 %. Am höchs-
ten war sie bei Personen aus Südasien mit 6,9 %, davon 60 %
Hakenwurm-Infektionen, und Personen aus Ostafrika mit 6,4 %
(ohne
Schistosoma
spp.), davon über die Hälfte
T. trichiura
und
Taenia
spp.

│13
Der Nachweis von
Strongyloides stercoralis
-Larven gelingt mit-
tels SAF- und Kato-Katz-Methode selten, hierfür eignet sich
beispielsweise die Verwendung von Koga-Agar-Platten besser
(34). Die geringe Anzahl von
S. stercoralis
-Nachweisen (0,7 %
aller Helminthen-Nachweise) bei Asylsuchenden in Sachsen ist
wahrscheinlich auf die mangelnde Sensitivität der verwendeten
Methoden zurückzuführen.
Auch bei
E. vermicularis
(4 % aller Helminthen-Nachweise) ist
von einer Untererfassung auszugehen. Hier erfolgt der Nachweis
am sensitivsten durch ein Abdruckpräparat mittels Klebestrei-
fenmethode (43).
Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist außer
bei Infektionen mit
E. vermicularis
, dem auch in Deutschland
relativ häufig vorkommenden Madenwurm, und
H. nana
, dem
Zwergbandwurm, nicht zu befürchten, da entweder notwendige
Zwischenwirte oder günstige ökologische Bedingungen für Ent-
wicklungsstadien der Helminthen außerhalb des Menschen in
Deutschland fehlen.
Schistosoma mansoni
In 23 von 12.612 (0,2 %) Proben wurde in der LUA Sachsen
(Zeitraum Januar 2007-März 2015)
S. mansoni
nachgewiesen.
In 10 Fällen waren keine Angaben zum Herkunftsland bekannt.
Ein Fall stammte aus Libyen, die übrigen Nachweise erfolgten
bei Asylsuchenden aus Ostafrika (Eritrea, Somalia, Komoren).
S. mansoni
machte bei Ostafrikanern 50 % aller Helminthen-
Nachweise aus, die Positivenrate lag bei 6,4 %. Die Diagnostik
erfolgte mittels SAF-Konzentrationsverfahren und/oder mittels
2 Stuhlausstrichen nach Kato-Katz.
Schätzungsweise 200 Millionen Menschen weltweit leiden an
einer Schistosomiasis, über 90 % der Infizierten leben in SSA.
Hier ist etwa ein Viertel der Bevölkerung betroffen (36, 44). Laut
WHO erhielten 66,5 Millionen Menschen 2015 eine präventi-
ve Therapie mit Praziquantel, das waren etwa 28 % der Men-
schen mit Bedarf (44). Kinder sind durch Infektionen mit dem
Pärchenegel überproportional betroffen. Studien aus verschie-
denen Regionen Afrikas berichten Prävalenzen bei Schulkindern
(Stuhl- oder Urinuntersuchungen) zwischen 17 % und 83 % (11,
34, 46, 47).
Es gibt vier Erreger der Darmbilharziose, von denen
S. mansoni
mit Abstand am häufigsten vorkommt.
Schistosoma
haema-
tobium
ist der Erreger der urogenitalen Bilharziose. Hauptver-
breitungsgebiet für
S. mansoni
und
S. haematobium
ist Afrika,
daneben auch der Mittlere Osten, für
S. mansoni
zusätzlich die
Karibik und Teile Südamerikas. Infektionen mit
S. haematobium
wurden zwischen 2013 und 2015 auch auf Korsika erworben
(45, 48).
Schistosomen-Pärchen leben in den Mesenterial- bzw. Urogeni-
talvenen und scheiden je nach Art zwischen 250 und 3.500 Eier
pro Tag und Paar aus. Ein Teil der Eier gelangt mit Hilfe lytischer
Enzyme ins Darmlumen bzw. in die Blase, um in der Folge aus-
geschieden zu werden. Ihren Entwicklungszyklus vollenden sie,
wenn sie in Süßwasser gelangen, wo das Mirazidium schlüpft
und ggf. seinen artspezifischen Zwischenwirt
(Süßwasserschne-
cken) befällt, in dem die Entwicklung zur infektiösen Gabel-
schwanzzerkarie stattfindet. Der Mensch infiziert sich durch
Kontakt zu zerkarienhaltigem Wasser. Zerkarien bohren sich
durch die Haut, gelangen ins Blutsystem, reifen in den Pfort-
adervenen, paaren sich, wandern mithilfe eines Bauchsaugnap-
fes am Endothel entlang in die Mesenterialvenen und beginnen
mit der Eiproduktion (45, 49).
Manche Eier bleiben in der Darmwand bzw. der Blasenwand
stecken, ein weiterer Teil wird mit dem Blutstrom zu anderen
Organen transportiert. Eier, die im Körper verbleiben, lösen eine
chronische granulomatöse Entzündung aus, die schließlich zur
Fibrose führt. Besonders betroffen sind davon Leber und Lunge,
aber auch das ZNS, mit zahlreichen Folgekomplikationen (49,
50). Laut Schätzung der WHO sind jährlich etwa 200.000 Todes-
fälle auf eine Schistosomiasis zurückzuführen (45).
Reiserückkehrer sollten nach Exposition zu potentiell zerkarien-
haltigem Wasser in Endemiegebieten gescreent werden. Hierfür
sollten zwei verschiedene serologische Tests kombiniert werden
(50).
Symptomatische Patienten sollten serologisch und parasitolo-
gisch auf Schistosomen-Eier untersucht werden (Stuhl für Er-
reger der Darmbilharziose, Sammelurin für
S. haematobium
).
Nur der Ei-Nachweis ist beweisend für eine Infektion, er sollte
zudem immer für die Artbestimmung angestrebt werden (50).
Für Menschen aus Endemiegebieten sind serologische Tests zur
Diagnostik eingeschränkt aussagefähig, da Antikörpertiter nach
ausgestandener Infektion bzw. Therapie über Jahre positiv blei-
ben und vor allem in dieser Gruppe nur wenig abfallen (50, 51,
52, 53, 54). Aus diesem Grund sind serologische Tests auch zur
Kontrolle des Therapie-Erfolgs weniger geeignet, hierfür sollten
6, 12 und 24 Monate nach Therapie je drei Proben (Sammelurin
bzw. Stuhl) auf Schistosomen-Eier untersucht werden (46, 50,
52). Die Eier können für die Passage der Darmwand in Einzelfäl-
len Monate brauchen, deshalb belegt nicht jeder Ei-Nachweis
im Anschluss an die Behandlung ein Therapieversagen. Aller-
dings sind die Eier nach Ablage höchstens drei Monate lebensfä-
hig, deshalb beruht die Therapiekontrolle auf dem Nachweis der
Vitalität gefundener Eier (49). An der LUA Sachsen kann hierfür
der Mirazidienschlüpf-Test durchgeführt werden.
Weitere diagnostische Tests beruhen auf dem immunologischen
Nachweis von Schistosoma-Antigenen, in erster Linie von circu-
lating cathodic antigen (CCA), zum Teil als point-of-care-Test,
mit sehr unterschiedlicher Sensitivität und Spezifität, und auf
molekularbiologischen Verfahren. Letztere sind vor allem bei In-
fektionen mit geringer Parasitenlast der Mikroskopie überlegen
(51, 54, 55).
In der AWMF-S1-Leitlinie wird eine Behandlung mit Praziquan-
tel über 3 Tage empfohlen (50). Laut Herstellerangaben beträgt
die Behandlungsdauer der Schistosomiasis 1 Tag (1-3 Einzeldo-
sen), die Dosierung ist abhängig von der Speziesbestimmung.
Seit einigen Jahren gibt es Hinweise auf eine verminderte Emp-
findlichkeit und selten auch ausgeprägte Resistenzen, vor allem
bei
S. mansoni
in manchen Regionen Afrikas (56, 57).
Bei afrikanischen Flüchtlingen wurden nach Literaturangaben
mittels Mikroskopie Prävalenzen zwischen 5,6 % und 8,6 % für
S. mansoni
und zwischen 3,5 % und 10,7 % für
S. haematobium
gefunden (42, 51, 58, 59). Die Seropositivenraten lagen erwar-
tungsgemäß höher zwischen 5,8 % und 44 % (16, 17, 32, 59,
60). Mittels Mikroskopie und PCR wurde für umAs aus Ostafrika

14 │
in Deutschland eine Prävalenz der Schistosomiasis von 27 % er-
mittelt (13).
Screening von Asylsuchenden aus Ostafrika auf intestina-
le Helminthen seit 12/2016
Die hohe Prävalenz der Schistosomiasis bei ostafrikanischen
Flüchtlingen auch in unseren Untersuchungen führte zu der
Empfehlung des Sächsischen Ministeriums für Soziales und Ver-
braucherschutz (SMS), ab Dezember 2016 bei dieser Population
ein Screening auf intestinale Helminthen durchzuführen. Bis
Juni 2017 wurden so 280 Stuhlproben untersucht. In 31,4 %
wurden Wurmeier nachgewiesen, in 23,2 % Eier von
S. mansoni
.
Bei 6,1 % der Untersuchten wurden Eier des Zwergbandwurms
H. nana
gefunden, der von Mensch zu Mensch übertragen wer-
den kann.
Die Prävalenzen einer Wurminfektion sowie einer Schistosomi-
asis bei Asylsuchenden aus Ostafrika lagen damit weit über den
Prävalenzen in den Vorjahren (12,8 % intestinale Helminthen
insgesamt, 6,4 %
S. mansoni
).
Einer der Gründe dafür könnte sein, dass zuletzt mehr Flücht-
linge aus Eritrea kamen (76 % aller Ostafrikaner versus 52 % in
den Vorjahren). Mittels PCR wurden kürzlich in einer Studie an
umAs 56,3 % der Flüchtlinge aus Eritrea positiv auf Schistoso-
men getestet (13). Auch in unserer Studienpopulation lag bis
2015 die Prävalenz einer Schistosomen-Infektion mit 10,2 % für
Personen aus Eritrea höher als für Gesamt-Ostafrika.
Zudem wurde die Sensitivität der Diagnostik etwas erhöht, in-
dem die Stuhlproben im Rahmen des Screenings mittels SAF-
Konzentrationsverfahren und 2 Ausstrichen nach Kato-Katz
untersucht wurden, soweit ausreichend Material eingesandt
wurde. In ca. einem Viertel der positiven Schistosomen-Befunde
erfolgte der Nachweis lediglich in einem der beiden Verfahren,
obwohl beide durchgeführt wurden, davon doppelt so häufig im
Ausstrich nach Kato-Katz. In 23 % der Fälle war allerdings nicht
ausreichend Material für das SAF-Anreicherungsverfahren vor-
handen.
Im Rahmen des Screenings können nur Infektionen mit
S.
man-
soni
und gegebenenfalls weiteren Erregern der Darmbilharziose
(
Schistosoma intercalatum
in Teilen Afrikas) erkannt werden.
Für den Nachweis der ähnlich prävalenten Infektionen durch
S.
haematobium
wäre die Untersuchung von Sammelurin (idea-
lerweise gesammelt zwischen 10:00 und 14:00 Uhr) angezeigt.
Angesichts der hohen Prävalenz und der häufig auftretenden,
irreversiblen und schweren Folgeschäden durch eine unbehan-
delte Schistosomiasis ist nach Ansicht der Autoren für Asylsu-
chende aus SSA ein entsprechendes Screening geboten.
Empfehlungen anderer Länder für das Screening von
Asylsuchenden auf intestinale Parasiten
In mehreren Ländern existieren Empfehlungen zum Screening
auf Infektionskrankheiten bei Asylsuchenden bzw. zur präsum-
tiven Therapie intestinaler Parasitosen.
In Kanada sollen alle Flüchtlinge aus Südostasien und Afrika se-
rologisch auf eine Strongyloidiasis und alle aus Afrika stammen-
den zusätzlich serologisch auf eine Schistosomiasis untersucht
und bei positivem Befund therapiert werden (61).
Die entsprechende Leitlinie in den USA (62) empfiehlt, alle
Flüchtlinge aus dem Mittleren Osten, Asien, Nordafrika, Latein-
amerika und der Karibik vor Einreise in die USA mit Albenda-
zol (Geohelmithen) und Ivermectin (Strongyloidiasis) sowie alle
Flüchtlinge aus SSA zusätzlich mit Praziquantel (Schistosomia-
sis) zu behandeln. Letztere sollen in Endemiegebieten Ivermectin
nur nach Ausschluss einer Infektion mit Loa loa erhalten (Gefahr
einer Enzephalopathie bei hoher Parasitenlast). Seit Gültigkeit
der Leitlinie wurden die Prävalenzen der entsprechenden Para-
sitosen bei Asylsuchenden erfolgreich gesenkt (19, 42).
Großbritannien empfiehlt, nur symptomatischen Personen eine
Untersuchung auf intestinale Parasiten anzubieten, vor allem
solchen aus Südostasien und SSA (63). Allerdings korreliert eine
Infektion schlecht mit dem Auftreten typischer gastrointestina-
ler Beschwerden (64).
In Australien wird allen Flüchtlingen eine serologische Unter-
suchung auf das Vorliegen von Anti-Strongyloides-Antikörpern
und allen aus Afrika, Südostasien und dem Mittleren Osten
stammenden eine serologische Diagnostik auf Anti-Schistoso-
ma-Antikörper angeboten. Alle Personen mit Eosinophilie sollen
entweder eine Stuhluntersuchung auf intestinale Helminthen
oder eine empirische Therapie mit Albendazol erhalten (65).
Die WHO empfiehlt für Regionen mit einer Prävalenz der
Schis-
tosomiasis bei Schulkindern zwischen 10 und <50 % eine prä-
ventive Chemotherapie mit Praziquantel für alle Schulkinder
und besonders exponierte Erwachsene alle zwei Jahre (66). In
dieser Größenordnung liegt aktuell die Prävalenz bei ostafrika-
nischen Flüchtlingen in Sachsen (23,2 %).
In Deutschland wird aktuell darüber diskutiert, bundesweit ein
Screening auf Schistosomen bei Asylsuchenden aus SSA einzu-
führen.
Stärken und Schwächen
Eine Stärke dieser Studie ist die große Zahl an Asylsuchenden,
die in die Auswertung miteinbezogen wurden. Die Ergebnisse
wurden nach Herkunftsregionen ausgewertet und für die un-
tersuchten Parameter jeweils die „Top Ten“–Länder mit den
höchsten Prävalenzen angegeben. Diese Angaben können als
Ausgangspunkt für Public Health-Maßnahmen und Screening-
Empfehlungen dienen. Sie sind hilfreich für alle, die in der medi-
zinischen Versorgung von Flüchtlingen tätig sind.
Zu den Schwächen der Untersuchung gehört, dass nur ein Teil
der Asylsuchenden, die im Untersuchungszeitraum nach Sach-
sen kamen, eine Stuhlprobe abgegeben hat. Dies birgt zahl-
reiche Möglichkeiten für Selektionsbias-Effekte. Es ist z. B.
denkbar, dass Personen mit Beschwerden eher geneigt waren,
eine Stuhlprobe abzugeben, was zu einer Überschätzung der
Prävalenz derjenigen Darmpathogene führen würde, die mit Be-
schwerden assoziiert sind. Infektionen mit
G. lamblia
verlaufen
bei Menschen aus Ländern mit geringem Pro-Kopf-Einkommen
häufig asymptomatisch. Auch bei den meisten Wurminfektionen
fehlen typische gastrointestinale Beschwerden, so dass hier ein
entsprechender Selektionsbias weniger wahrscheinlich ist.
Für Rückschlüsse auf die Prävalenz von Darmpathogenen bei
Asylsuchenden muss die Abhängigkeit vieler Ergebnisse von der
Zusammensetzung der Herkunftsregionen beachtet werden.

│15
Die Sensitivität der Stuhlmikroskopie ist eingeschränkt, vor al-
lem wenn nur eine Probe untersucht wird. Die Prävalenz intes-
tinaler Helminthen wurde deshalb in dieser Studie sehr wahr-
scheinlich unterschätzt. Dies trifft in besonderem Maße für die
Strongyloidiasis zu, die mit den hier verwendeten Methoden
schlecht nachweisbar ist.
Anhand der Studiendaten lässt sich lediglich eine Aussage über
die Schistosomiasis bei Flüchtlingen aus Ostafrika ableiten. Aus
anderen Herkunftsregionen in SSA gingen lediglich 8 zusätzliche
Proben ein, in denen kein Nachweis von Schistosomen erfolgte.
Allerdings sind zahlreiche weitere Regionen in SSA hochende-
misch. Ein Screening aller Flüchtlinge aus SSA auf Schistosomen
wäre daher sinnvoll.
Da nur Stuhlproben untersucht wurden, ist keine Aussage über
das Vorkommen von
S. haematobium
möglich. Es ist anzuneh-
men, dass die entsprechende Prävalenz für SSA ähnlich hoch
liegt wie für
S. mansoni
.
Zusammenfassung
Es wurden die Ergebnisse der Stuhluntersuchungen von 13.514
Asylsuchenden im Rahmen der Erstaufnahme-Untersuchung in
Sachsen zwischen 2007 und 2015 berichtet.
Die Prävalenz bakterieller Darmpathogene betrug 1,7 % mit mo-
deraten Unterschieden zwischen den Herkunftsregionen. EHEC
wurde in allen Regionen außer Osteuropa (überwiegend
Campy-
lobacter
spp.) am häufigsten nachgewiesen. Vergleichbare
Prä-
valenzen wurden für gesunde Bevölkerungsgruppen auch in ein-
kommensstarken Ländern berichtet. Die gemeldeten Ausbrüche
in Gemeinschaftsunterkünften für Asylsuchende in Deutschland
zeigen, dass Erkrankungshäufungen durch bakterielle Darmpa-
thogene selten sind.
G. lamblia
wurde bei 7,8 % der Untersuchten nachgewiesen. Die
Infektion verläuft bei Menschen aus hochendemischen Regionen
meist symptomarm. Eine Weiterverbreitung in Gemeinschafts-
unterkünften ist aufgrund der niedrigen Infektionsdosis nicht
auszuschließen, doch auch hier fehlen Daten, die
G. lamblia
als häufige Ausbruchsursache in Unterkünften für
Asylsuchen-
de belegen könnten. Bundesweite und sächsische Meldedaten
deuten nicht auf eine veränderte Inzidenz in der Gesamtbevöl-
kerung hin.
Eine Infektion mit intestinalen Helminthen wurde bei 4,8 % der
Asylsuchenden festgestellt. Die Prävalenzunterschiede zwischen
den Herkunftsregionen waren groß, am stärksten waren Ostaf-
rika und Südasien mit 12,8 % bzw. 6,9 % betroffen. In Südasien
wurden überwiegend Infektionen mit Hakenwürmern (60 %)
festgestellt. Bei Flüchtlingen aus Ostafrika machte
S. mansoni
50 % der Nachweise aus; 6,4 % der Menschen waren betroffen.
Dies führte zu der Empfehlung, alle Asylsuchenden aus Ostafrika
ab Dezember 2016 auf intestinale Helminthen zu untersuchen.
Auch die Ergebnisse dieses Screening bis Juni 2017 wurden vor-
gestellt. Hier wurden in 31,4 % der Proben Wurmeier nachge-
wiesen und in 23,2 %
S. mansoni
. Die Screening-Empfehlung
sollte auf alle Flüchtlinge aus SSA ausgeweitet werden, da im
gesamten Gebiet zahlreiche Regionen hochendemisch sind. Die
Gefahr einer Weiterverbreitung von Schistosomen besteht in
Deutschland aufgrund des fehlenden Zwischenwirtes nicht.
Die Daten zeigen, dass vor allem die Prävalenz parasitologischer
Infektionen bei Asylsuchenden gegenüber der Allgemeinbe-
völkerung erhöht ist. Auf eine folgenschwere Erkrankung wie
die Bilharziose sollte bei Flüchtlingen aus hochendemischen
Regionen (SSA) gescreent und ein positiver Befund therapiert
werden.
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me managers. 2006
Bearbeiter: Dr. med. Katrin Flohrs
LUA Dresden
Dr. med. Ingrid Ehrhard
LUA Dresden
Dipl.-Med. Heidrun Böhm
SMS
Sächsisches Staatsministerium für Soziales und
Verbraucherschutz
Artikel wurde bereits in der Zeitschrift „Der Mikrobiologe“ Heft
3, Oktober 2017, 27. Jahrgang, S. 116-128 veröffentlicht.

18 │
Die Trinkwasserverordnung – Rück- und Ausblick
Wasser auf dem Weg zum Verbraucher
Die wenigsten Menschen denken bei der Nutzung von Trinkwas-
ser daran, welchen Weg das Wasser von der Gewinnung bis zum
Hahn des Verbrauchers zurückgelegt hat und welchen „Gefah-
ren“ es bis dahin bereits ausgesetzt war, die es in seiner Zusam-
mensetzung hätten beeinträchtigen können. Der Verbraucher
erwartet Wasser in Trinkwasserqualität. Die Qualitätskriterien
dafür sind in der
Trinkwasserverordnung
(Verordnung über die
Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch) [1] fest-
gelegt. Die Einhaltung der Anforderungen und der Grenzwerte
für die in der Trinkwasserverordnung aufgeführten Parameter
stellt sicher, dass ein Mensch das Wasser (unter der Annahme
des Verzehrs von 2 Liter/Tag) ein Leben lang trinken kann,
ohne
dass durch die Wasserinhaltsstoffe eine
gesundheitliche Ge-
fährdung
zu befürchten ist.
Verantwortlichkeiten
Der Wasserversorger liefert Trinkwasser in der geforderten Qua-
lität. Seine Verantwortung endet jedoch an der Übergabestelle,
in der Regel am Ende der Hausanschlussleitung (Hauptabsperr-
hahn bzw. Wasseruhr). Ab hier ist der Unternehmer und sonsti-
ge Inhaber der Trinkwasserinstallation für die Sicherstellung der
Wasserqualität durch eine Hausinstallation, die den allgemein
anerkannten Regeln der Technik entspricht und somit das Was-
ser in seiner Qualität nicht negativ beeinflussen kann,
verant-
wortlich. Nicht zuletzt trägt der Endverbraucher durch eine
be-
stimmungsgemäße Nutzung der Hausinstallation
(Vermeidung
von Stagnation) zur
Aufrechterhaltung der Wasserqualität
bei.
Rückblick
Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts erarbeitete die damalige
Landesanstalt Wasser, Boden, Luft unter Mitarbeit des DVGW
(Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches) eine „Anleitung
für die Einrichtung, den Betrieb und die Überwachung öffent-
licher Wasserversorgungsanlagen, welche nicht ausschließlich
technischen Zwecken dienen“ (1906) [2]. Ziel war das
Abweh-
ren von Krankheitserregern
, um Epidemien durch verunreinig-
tes Trinkwasser künftig zu vermeiden. Tabelle 1 enthält weitere
Vorläufer und Entwicklungsstufen der heute gültigen Trinkwas-
serverordnung.
Notwendigkeit von Änderungen
Die Notwendigkeit von Anpassungen bzw. Aktualisierungen der
Trinkwasserverordnung ergibt sich aus verschiedenen Gründen,
z. B. neue wissenschaftliche Erkenntnisse oder Europäische Vor-
gaben.
Aktualisierung auf Grundlage der Europäischen Richtlinie
Die Trinkwasserverordnung setzt unter anderem die Richtlinie
98/83/EG des Rates vom 3. November 1998 über die Qualität
von Wasser für den menschlichen Gebrauch [3] in nationales
Recht um. Werden Änderungen an dieser oder anderen Richt-
linien seitens der EU vorgenommen, kann das gegebenenfalls
Anpassungen in der Trinkwasserverordnung erfordern.
Begriffliche Aktualisierung
In der Praxis zeigt sich hin und wieder, dass es Lücken in der
Umsetzung der Trinkwasserverordnung gibt bzw. wo unklare
Formulierungen die Umsetzung zum Teil erschweren. Detail-
liertere Begriffsbestimmungen führen dann unter anderem zu
Verbesserungen und größerer Rechtssicherheit.
Aktualisierung von Grenzwerten
Der fortschreitende Entwicklungsstand von Wissenschaft und
Technik führt ständig zu neuen Erkenntnissen bezüglich der To-
xizität von Wasserinhaltsstoffen. Durch verbesserte Analysen-
techniken ist es außerdem möglich, immer mehr Stoffe in nied-
rigeren Konzentrationen nachzuweisen. Wichtig dabei ist, dass
einerseits eine
gesundheitliche Bewertung der gefundenen
Inhaltsstoffe
vorgenommen wird, andererseits auch
nachteili-
ge Auswirkungen für bestimmte Anlagenteile
der Trinkwas-
seraufbereitung
verhindert
werden. Die Trinkwasserverordnung
berücksichtigt das in Form von unterschiedlichen Motivationen
für die Grenzwertfestsetzungen, z. B. gesundheitlich, senso-
risch oder Schutz der Anlagen. Diese Grenzwerte sind ebenfalls
bei Bedarf dem Erkenntnisstand anzupassen, so dass es in der
Trinkwasserverordnung gelegentlich sowohl zu Änderungen
von Grenzwerten als auch zum Hinzufügen bzw. Entfernen von
Grenzwerten für einzelne Parameter kommen kann.
Tabelle 2 enthält die Verordnungen zur Änderung der Trinkwas-
serverordnung 2001 mit einigen vorgenommenen Aktualisie-
rungen.
Entwicklung
Begriffsbestimmungen
Die Entwicklung der Definition „Wasserversorgungsanlage“ im
Sinne der jeweiligen Verordnung wird im Folgenden deutlich.
Während es sich in der Trinkwasseraufbereitungsverordnung von
1959 [4] dabei um „…1. Anlagen, aus denen Wasser auf festen
Leitungswegen an Anschlussnehmer abgegeben wird, und 2. Ei-
genversorgungsanlagen in Betrieben, in Krankenhäusern, Erho-
lungsheimen und ähnlichen Einrichtungen zur Gemeinschafts-
verpflegung sowie in Kasernen und anderen militärischen und
polizeilichen Unterkünften…“ handelte, wurden in den Trink-
wasserverordnungen von 1975 [5], 1986 [6] und 1990 [7] unter
dieser Definition „…Anlagen incl. Leitungsnetze bzw.
Eigenver-
sorgungsanlagen und sonstige Anlagen“, aus denen „Trinkwas-
ser oder aus denen Brauchwasser für Lebensmittelbetriebe“
(1975) bzw. „Trinkwasser oder Wasser für Lebensmittelbetriebe“
(1986, 1990) abgegeben/entnommen wird, geführt. 2001 [8] er-
folgte dann die Einteilung nach abgegebener Wassermenge pro
Jahr (mehr oder weniger als 1000 m
3
) sowie in „sonstige nicht
ortsfeste Anlagen und Anlagen der Hausinstallation, aus denen
Wasser aus einer der vorgenannten Anlagen abgegeben wird.“
Mit der Ersten Verordnung zur Änderung der Trinkwasserver-
ordnung wurde 2011 [9] in § 3 die Einteilung der Anlagen nach
abgegebener Wassermenge pro Tag (mehr oder weniger als
10 m
3
) bzw. der Anzahl versorgter Personen und Kleinanlagen
zur Eigenversorgung vorgenommen sowie mobile Versorgungs-
anlagen, ständige und zeitweise Wasserverteilungsanlagen de-
finiert. Diese Einteilung gibt es noch heute.
Grenzwerte
In den Trinkwasserverordnungen 1986 [6] bzw. deren Neufas-
sung 1990 [7] fanden sich deutlich mehr Grenzwerte im Ver-
gleich zur Fassung von 1975 [5], jedoch wurden einige Para-

│19
meter mit der nächsten Änderung der Trinkwasserverordnung
wieder entfernt. So waren z. B. Grenzwerte für die Parameter
Kalium, Magnesium, Silber und Tenside festgelegt, die dann in
der Ausgabe 2001 [8] nicht mehr zu finden waren. 2001
wur-
den aber unter anderem Grenzwerte für Benzol, Bromat, Tri-
halogenmethane (THM), Kupfer und Radioaktivitätsparameter
(Gesamtrichtdosis, Tritium) aufgenommen, die bis in die heutige
Zeit Bestand haben. Mit der 1. Novellierung der Trinkwasserver-
ordnung 2011 wurde für Uran ein Grenzwert eingeführt, hinzu
kamen der Grenzwert für die Calcitlösekapazität und der tech-
nische Maßnahmenwert für Legionellen.
Einige wenige Parameter wurden im Laufe der Zeit bezüglich ih-
rer
Grenzwerte angepasst
. So betrug der Grenzwert für den Pa-
rameter Blei erst 0,04 mg/l und wurde ab 1. Dezember 2003 auf
0,025 mg/l abgesenkt. Nach einer Übergangsfrist von 10 Jahren
gilt nun seit 1. Dezember 2013 der Grenzwert von 0,010 mg/l.
Ausblick
Die Trinkwasserversorgung ist ein Spiegelbild einer leistungsfä-
higen Gesellschaft. Auch in Zukunft wird die Gesellschaft immer
wieder – nicht zuletzt durch den demographischen Wandel –
vor neuen Herausforderungen stehen und auf Ereignisse sowie
neue Erkenntnisse reagieren müssen.
UNICEF und WHO schätzen, dass ca. 663 Millionen Menschen
nach wie vor kein sauberes Trinkwasser haben [10]. Die General-
versammlung der Vereinten Nationen hat am 28. Juli 2010 mit
der Resolution 64/292 das
Recht auf Wasser als Menschen-
recht
anerkannt [11], jedoch besteht kein Rechtsanspruch da-
rauf.
Aufgrund moderner Wasserversorgungsanlagen und Fernwas-
sernetze ist in Deutschland eine stabile Versorgung der Bevöl-
kerung mit Trinkwasser gemäß den Vorgaben der Trinkwasser-
verordnung gesichert. In Deutschland waren 2013 99,3 % der
Bevölkerung an das öffentliche Trinkwassernetz angeschlossen
[12]. Während der Anschlussgrad in Sachsen 1991 noch bei
96 % lag, betrug er 2013 99,4 % [13] und entsprach damit dem
bundesdeutschen Durchschnitt. Deutschland hat einen hohen
Standard bezüglich Trinkwasserqualität, den es zu bewahren
gilt, denn
Wasser ist Leben
.
Über des Wassers Wert belehrt uns am besten der Durst.
Aus Russland [18]
Quellen
[1] Verordnung über die Qualität von Wasser für den mensch-
lichen Gebrauch (Trinkwasserverordnung – TrinkwV 2001),
BGBl. Nr. 46, 2013
[2] Abhandlungen aus dem Bundesgesundheitsamt, Heft 4, S.
9; Springer-Verlag Berlin Heidelberg GmbH, 1961
[3] Richtlinie 98/83/EG des Rates vom 3. November 1998 über
die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch
(Ausgabedatum 5.12.1998 Amtsblatt der Europäischen Ge-
meinschaften L 330/32)
[4] Trinkwasseraufbereitungsverordnung (Verordnung für den
Zusatz fremder Stoffe bei der Aufbereitung von Trinkwas-
ser), BGBl. I 1959 Nr. 52 vom 22.12.1959
[5] Trinkwasserverordnung (Verordnung über Trinkwasser und
über Brauchwasser für Lebensmittelbetriebe), BGBl. I 1975
Nr. 16 vom 15.2.1975
[6] Trinkwasserverordnung (Verordnung über Trinkwasser und
über Wasser für Lebensmittelbetriebe), BGBl. I 1986 Nr. 22
vom 28.5.1986
[7] Trinkwasserverordnung (Verordnung über Trinkwasser und
über Wasser für Lebensmittelbetriebe), BGBl. I 1990, S.
2613 vom 5.12.1990
[8] Trinkwasserverordnung (Verordnung über die Qualität von
Wasser für den menschlichen Gebrauch), BGBl. I 2001 Nr.
24 vom 28.5.2001
[9] Erste Verordnung zur Änderung der Trinkwasserverord-
nung, BGBl. I 2011 Nr. 21 vom 11.5.2011
[10]
http://www.unicef.de
[11]
http://www.menschenrechtsabkommen.de
[12] Statistik Portal
http://www.statista.com
[13]
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versorgung und Abwasserentsorgung in Sachsen, Ausgabe
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[17] E-Book: Wasserbau und Wasserwirtschaft in Deutschland,
Vergangenheit und Gegenwart, Rolf Meurer
[18]
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[19] DIN 2000 zentrale Trinkwasserversorgung – Leitsätze für
Anforderungen an Trinkwasser, Planung, Bau, Betrieb und
Instandhaltung der Versorgungsanlagen, Februar 2017,
Beuth Verlag GmbH Berlin
[20] Bundesseuchengesetz (BSeuchG) vom 18.7.1961, Gesetz
zur Verhütung und Bekämpfung übertragbarer Krankheiten
beim Menschen
[21] Richtlinie 80/778/EWG des Rates vom 15. Juli 1980 über
die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch,
Amtsblatt Nr. L 229 vom 30.08.1980, S. 11 ff
[22] Richtlinie 98/8/EG des Europäischen Parlaments und des
Rates vom 16. Februar 1998 über das Inverkehrbringen
von Biozidprodukten (Biozid-Richtlinie), ABl. L 123 vom
24.4.1998, S.1
[23] Infektionsschutzgesetz (Gesetz zur Verhütung und Be-
kämpfung übertragbarer Krankheiten beim Menschen) vom
20. Juli 2000, BGBl. I S.1045
[24] Richtlinie 2013/59/EURATOM des Rates vom 5. Dezember
2013, Amtsblatt Europäische Union L 13/1 vom 17.1.2014
[25] Zweite Verordnung zur Änderung der Trinkwasserverord-
nung, BGBl. I 2012, Nr. 58 vom 13.12.2012
[26] Dritte Verordnung zur Änderung der Trinkwasserverord-
nung, BGBl. I 2015, S. 2076
[27] Neubekanntmachung der Trinkwasserverordnung, BGBl. I
S.459, 460, vom 10.3.2016
Bearbeiter: DC Kristina Birke
LUA Dresden

20 │
Tabelle 1: Vorläufer und Entwicklungsstufen der Trinkwasserverordnung
Jahr
Verordnung
Regelungen/Forderungen z. B.
1906
Anleitung für die Einrichtung, den Betrieb und die Überwachung
öffentlicher Wasserversorgungsanlagen, welche nicht aus-
schließlich technischen Zwecken dienen
[2]
Grundlage:
]
Grundsätze für die Reinigung von Oberflächengewässern durch
Sandfiltration (1899)
]
Grundzüge für Anlagen und Betrieb von Grund- (Quell-) Wasserwer-
ken (1905) [14]
]
Trinkwasser frei von Krankheitserregern und anderen die Gesundheit
schädigender Stoffe
]
Personal mit hygienischem und technischem Sachverstand
]
Umfang der räumlichen und zeitlichen Überwachung der Anlagen
festgelegt [14]
1941
(überarbeitet 1959,
1973, 2000)
DVGW-Leitsätze für die Trinkwasserversorgung
(DIN 2000) [14, 19]
]
Regelungen zu Planung, Bau, Betrieb und Überwachung von Wasser-
versorgungsanlagen
]
umfassende Regelungen zur mikrobiologischen, physikalischen und
chemischen Beschaffenheit des Trinkwassers
]
erste Grenzwerte z. B. für Escherichia coli, Blei, Arsen, Chlorid, Eisen,
Mangan [14]
19.12.1959
Trinkwasseraufbereitungsverordnung (Verordnung für den Zusatz
fremder Stoffe bei der Aufbereitung von Trinkwasser) [4]
Grundlage:
]
Lebensmittelgesetz 1936,
]
Änderungsgesetze 1958, 1964 in der BRD und
]
1946, 1951 in der DDR erlassen [17]
]
Begriffsbestimmung Wasserversorgungsanlagen
]
Zulassung von Fremdstoffen und technischen Hilfsstoffen für
Aufbereitung von Trinkwasser (unter anderem zur Einstellung des
pH-Wertes oder der Bindung von Kohlensäure)
]
Angabe von maximal zulässigen Gehalten nach Aufbereitung
DDR April 1971
1981
1988
TGL 22 433 Trinkwasser-Gütebedingungen [16]
]
Anlage 6 Anordnung über Fremdstoffe in Lebensmitteln
]
Anlage 4 der Anordnung über die Rückstände von Wirkstoffen aus
Pflanzenschutzmitteln in Lebensmitteln [15]
]
Grenz- und Richtwerte für 44 organoleptische, physikalische,
chemi-
sche, mikrobiologische und radiologische Parameter [14]
]
Grenzwerte für 64 Wirkstoffe von Pflanzenschutzmitteln [15]
31.01.1975
Trinkwasserverordnung (Verordnung über Trinkwasser und über
Brauchwasser für Lebensmittelbetriebe)
[5]
Grundlage:
]
Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung übertragbarer Krankheiten
bei Menschen (Bundesseuchengesetz 1961) [20]
]
Anforderungen an Beschaffenheit des Trinkwassers
]
Pflichten Unternehmer und sonstiger Inhaber einer
Wasserversor-
gungsanlage beschrieben
]
Überwachung durch Gesundheitsamt
]
Straftaten und Ordnungswidrigkeiten
]
Grenzwert Escherichia coli
]
Richtwert coliforme Bakterien, Koloniezahl 20°C
]
Höchstwerte für 12 Stoffe und Stoffgruppen
]
befristete Grenzwertüberschreitungen zugelassen [14]
22.05.1986
Trinkwasserverordnung (Verordnung über Trinkwasser und über
Wasser für Lebensmittelbetriebe)
[6]
Grundlage:
]
Richtlinie 80/778/EWG des Rates vom 15. Juli 1980 über die Qualität
von Wasser für den menschlichen Gebrauch [21]
]
Mindestanforderungen für ca. 60 mikrobiologische, organoleptische
sowie physikalisch-chemische Parameter
]
Grenzwerte für Pflanzenschutzmittel aufgenommen
]
Minimierungsgebot rechtsverbindlich festgelegt
05.12.1990
Neufassung
Trinkwasserverordnung (Verordnung über Trinkwasser und über
Wasser für Lebensmittelbetriebe)
[7]
]
vollständige Umsetzung der EGW-Richtlinie
]
Übernahme der Trinkwasseraufbereitungsverordnung
]
Grenzwerte für zugelassene Zusatzstoffe für Trinkwasseraufbereitung
aufgenommen [14]
21.05.2001
Trinkwasserverordnung (Verordnung über die Qualität von Was-
ser für den menschlichen Gebrauch)
[8]
Grundlage:
]
Richtlinie 98/83/EG des Rates vom 3. Nov.1998 über die Qualität von
Wasser für den menschlichen Gebrauch [3]
]
Richtlinie 98/8/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom
16.02.1998 über das Inverkehrbringen von Biozidprodukten
(Biozid-
richtlinie)[22]
]
Infektionsschutzgesetz (IfSG) [23]
]
Begriffsbestimmungen und Schutzvorschriften für Trinkwasser
]
erstmals Verweis auf allgemein anerkannte Regeln der Technik
(a.a.R.d.T.) [14]
]
Entfernung zahlreicher Parameter und Neuaufnahme anderer
Parameter
Tabelle 2: Verordnungen zur Änderung der Trinkwasserverordnung 2001
Datum
Verordnung
Aktualisierungen
01.11.2011
1. [9]
]
Definitionen aufgenommen bzw. aktualisiert (z. B. Neueinteilung Wasserversorgungsanlagen in a – f-Anlagen)
]
Minimierungsgebot auch für Mikroorganismen festgelegt
]
Pflicht zur Bestandsanzeige bezüglich Großanlage zur Trinkwassererwärmung aufgenommen
]
Verschärfung der Strafbarkeit bezüglich Grenzwertverletzungen bei Wasser für die Öffentlichkeit
]
Grenzwerte für Uran, Calcitlösekapazität, Radioaktivitätsparameter neu aufgenommen
]
Anpassen der Grenzwerte für Cadmium, elektrische Leitfähigkeit und Sulfat
]
technischen Maßnahmenwert für Legionellen eingeführt
14. 12.2012
2. [25]
]
Aufhebung der Bestandsanzeigepflicht (eingeführt mit 1. Novellierung)
]
Neuregelung bezüglich Legionellen-Verantwortlichkeiten Eigentümer der Anlage (erst bei Überschreitung des technischen Maßnah-
menwertes Handlungsbedarf)
]
Festlegungen bezüglich Anforderungen an Materialien mit Trinkwasserkontakt
]
Zulassung von Aufbereitungsstoffen
18.11.2015
10.03.2016
3. [26]
Neufassung
Trinkwasser-
verordnung [27]
]
Anforderungen an Messung und Überwachung der Trinkwasserqualität bzgl. künstlicher und natürlicher radioaktiver Stoffe festge-
legt (Umsetzung der 2013/51/EURATOM- Richtlinie in nationales Recht) [24]
]
Aktualisierungsverweis auf Liste der Aufbereitungsstoffe und Desinfektionsverfahren
]
Zusammenfassung aller Änderungen seit 2001 in den bisher unveränderten Gesetzestext
voraussichtlich
Dezember 2017
4.
]
Grenzwert von Chrom-gesamt von 0,050 mg/l auf 0,005 mg/l abgesenkt
]
Möglichkeit, auf Basis einer Risikobewertung, Auswahl der Untersuchungsparameter und Untersuchungshäufigkeit anzupassen

image
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image
│21
Da Gewürze und Kräuter in der Regel
teuer sind, werden diese im internatio-
nalen Handel häufig verfälscht. Je nach
Art der Verfälschung kann sich diese
auch nachteilig auf die Gesundheit der
Verbraucher auswirken. So wurden in der
Vergangenheit qualitativ minderwerti-
gen Paprika- oder Currygewürzen von
einigen Produzenten illegale und poten-
ziell gesundheitsgefährdende Farbstoffe
wie z. B. Azofarbstoffe zugesetzt
www.bfr.bund.de/de/presseinformati-
on/2016/19/gewuerze_und_kraeuter__
zutaten__die_ein_ gesundheitliches_ri-
siko_bergen_koennen-197600.html).
Im Folgenden soll über die Verfälschung
einer Probe Rosmarin, welche Anfang
2017 in der LUA festgestellt wurde, be-
richtet werden.
Am 19. Januar 2017 wurde in einem Re-
staurant in Meerane eine Planprobe Ros-
marin entnommen. Dieser Rosmarin be-
fand sich in einer Kunststoff-Streudose,
welche geöffnet war. Die Etiketten dieser
Kunststoffdose waren überwiegend unle-
serlich (Abbildung 1).
Es ließ sich jedoch, neben dem Logo und
der Anschrift der Firma Fuchs auch die
Bezeichnung „Rauchsalz Old Hickory“ in
Verbindung mit den Angaben „kurzgebra-
tenes“, „Bratfisch und Brathähnchen“
er-
kennen. Es handelte sich somit um keine
Originalverpackung.
Diese Probe Rosmarin bestand aus hell-
grünen bis dunkelgrünen sowie beigefar-
benen bis braunen getrockneten Anteilen
(Abbildung 2). Im Geruch wurde dieser
Rosmarin als wenig aromatisch beurteilt.
Nach Punkt II.B Nr.33 der Leitsätze für
Gewürze und andere würzende Zutaten
werden unter Rosmarin die während und
nach der Blüte geernteten, getrockneten
Laubblätter von
Rosmarinus officinalis L.
aus der Familie der Lippenblütler (Labia-
ten oder Lamiaceen) verstanden. Typisch
für die graugrünen Blätter oder Blattstü-
cke des Rosmarins sind die deutlichen
Einrollungen auf der Unterseite (Abbil-
dung 3).
Bei der mikroskopischen Prüfung dieser
Probe Rosmarin wurde festgestellt, dass
Alles im grünen Bereich? -
Eine Verfälschung von Rosmarin
Abbildung 1:
Kunststoffdose mit Etiketten
Abbildung 2:
Planprobe „Rosmarin“
Abbildung 3:
Vergleichsprobe Rosmarin
Abbildung 4:
dunkelgrüne Anteile
Abbildung 5:
Vergleich Rosmarin (links) mit Probe
(rechts)

image
image
22 │
bei einigen Bestandteilen dieses Rosmarins diese typischen Ein-
rollungen auf der Unterseite fehlten.
In der vorliegenden Probe wurden ca. 50 % dunkelgrüne Anteile
festgestellt, bei denen es sich offensichtlich nicht um Rosmarin
handelt (Abbildung 4).
Außerdem färbte sich das Wasser nach dem Übergießen dieser
Anteile intensiv grün (Abbildung 5).
Im Rahmen der lebensmittelchemischen Untersuchung konnten
die
Farbstoffe E 102 (Tartrazin)
(Abbildung 6)
und E 131 (Pa-
tentblau V)
(Abbildung 7) mittels Dünnschichtchromatographie
nachgewiesen werden.
Der Zusatz von Farbstoffen zu Kräutern ist generell nicht er-
laubt. Es ist davon auszugehen, dass diese unerlaubten Farb-
stoffe der Probe Rosmarin vorsätzlich hinzugefügt wurden. Die
vorliegende Probe Rosmarin war also mit ca. 50 % grün gefärb-
ter Bestandteile wie z. B. Stängel verfälscht.
Bei der Kontrolle von Restaurants und Imbissbetrieben emp-
fiehlt sich somit, auch einen Blick in das Gewürzregal zu werfen
und auffällige Erzeugnisse in die LUA zur Untersuchung einzu-
reichen.
Bearbeiter:
DLC Heike Ansorge
LUA Chemnitz
Abbildung 6:
DC-Platte - gelbe Farbstoffe
Abbildung 7:
DC-Platte - blaue Farbstoffe

│23
Neue Rechtsbestimmungen im Bereich des LFGB –
Juli 2017 bis September 2017
des Europäischen Parlaments und des Rates über gene-
tisch veränderte Lebensmittel und Futtermittel (ABl. Nr.
L 173/28)
1.8 Durchführungsbeschluss (EU) 2017/1211 der Kommission
vom 4. Juli 2017 über die Zulassung des Inverkehrbringens
von aus der genetisch veränderten Baumwollsorte 281-
24-236 × 3006-210-23 × MON 88913 (DAS-24236-5 ×
DAS-21Ø23-5 × MON-88913-8) bestehenden, diese ent-
haltenden oder aus dieser gewonnenen Erzeugnissen ge-
mäß der Verordnung (EG) Nr. 1829/2003 des Europäischen
Parlaments und des Rates (ABl. Nr. L 173/38)
1.9 Durchführungsbeschluss (EU) 2017/1212 der Kommission
vom 4. Juli 2017 über die Zulassung des Inverkehrbrin-
gens von Erzeugnissen, die genetisch veränderten Mais
der Sorte DAS-40278-9 enthalten, aus ihm bestehen oder
aus ihm gewonnen werden, gemäß der Verordnung (EG)
Nr. 1829/2003 des Europäischen Parlaments und des Rates
(ABl. Nr. L 173/43)
1.10 Durchführungsverordnung (EU) 2017/1220 der Kommis-
sion vom 16. Juni 2017 zur Eintragung einer Bezeichnung
in das Register der geschützten Ursprungsbezeichnungen
und der geschützten geografischen Angaben (Malatya
Kayısısı (g.U.)) (ABl. Nr. L 174/1)
1.11 Durchführungsverordnung (EU) 2017/1222 der Kommis-
sion vom 26. Juni 2017 zur Eintragung einer Bezeichnung
in das Register der geschützten Ursprungsbezeichnungen
und der geschützten geografischen Angaben (Kiełbasa
biała parzona wielkopolska (g.g.A.)) (ABl. Nr. L 174/13)
1.12 Durchführungsverordnung (EU) 2017/1223 der Kommis-
sion vom 5. Juli 2017 zur Genehmigung einer nicht gering-
fügigen Änderung der Spezifikation einer im Register der
geschützten Ursprungsbezeichnungen und der geschützten
geografischen Angaben eingetragenen Bezeichnung
(Tom-
me de Savoie (g.g.A.)) (ABl. Nr. L 174/14)
1.13 Verordnung (EU) 2017/1237 der Kommission vom 7. Juli
2017 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1881/2006 in
Bezug auf den Höchstgehalt an Blausäure in unverarbei-
teten ganzen, geriebenen, gemahlenen, geknackten oder
gehackten Aprikosenkernen, die für Endverbraucher in Ver-
kehr gebracht werden (ABl. Nr. L 177/36)
1.14 Verordnung (EU) 2017/1250 der Kommission vom 11. Juli
2017 zur Änderung des Anhangs I der Verordnung (EG) Nr.
1334/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates —
Streichung des Aromastoffes 4,5-Epoxydec-2(trans)-enal
aus der Unionsliste (ABl. Nr. L 179/3)
1.15 Durchführungsverordnung (EU) 2017/1269 der Kommissi-
on vom 13. Juli 2017 zur Änderung der Durchführungsver-
ordnung (EU) 2015/949 — Streichung von Erdnüssen aus
1. Europäisches Recht
1.1 Verordnung (EU) 2017/1200 der Kommission vom 5. Juli
2017 über die Nichtzulassung bestimmter anderer ge-
sundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel als An-
gaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie
die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern (ABl. Nr.
L 173/1)
1.2 Verordnung (EU) 2017/1201 der Kommission vom 5. Juli
2017 über die Nichtzulassung einer anderen gesundheits-
bezogenen Angabe über Lebensmittel als einer Angabe über
die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwick-
lung und die Gesundheit von Kindern (ABl. Nr. L 173/4)
1.3 Verordnung (EU) 2017/1202 der Kommission vom 5. Juli
2017 über die Nichtzulassung bestimmter anderer ge-
sundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel als An-
gaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie
die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern (ABl. Nr.
L 173/6)
1.4 Verordnung (EU) 2017/1203 der Kommission vom 5. Juli
2017 zur Änderung der Richtlinie 2002/46/EG des Euro-
päischen Parlaments und des Rates und der Verordnung
(EG) Nr. 1925/2006 des Europäischen Parlaments und des
Rates im Hinblick auf die Verwendung von organischem
Silicium (Monomethylsilantriol) und Calcium-Phosphoryl-
Oligosacchariden (POs-Ca®) als Zusatz zu Lebensmitteln
und bei der Herstellung von Nahrungsergänzungsmitteln
(ABl. Nr. L 173/9)
1.5 Durchführungsbeschluss (EU) 2017/1207 der Kommission
vom 4. Juli 2017 zur Erneuerung der Zulassung des Inver-
kehrbringens von aus der genetisch veränderten Maissorte
MON 810 (MON-ØØ81Ø-6) gewonnenen Erzeugnissen ge-
mäß der Verordnung (EG) Nr. 1829/2003 des Europäischen
Parlaments und des Rates (ABl. Nr. L 173/18)
1.6 Durchführungsbeschluss (EU) 2017/1208 der Kommission
vom 4. Juli 2017 über die Zulassung des Inverkehrbringens
von Erzeugnissen, die genetisch veränderte Baumwolle der
Sorte GHB119 (BCS-GHØØ5-8) enthalten, aus ihr beste-
hen oder aus ihr gewonnen werden, gemäß der Verordnung
(EG) Nr. 1829/2003 des Europäischen Parlaments und des
Rates über genetisch veränderte Lebensmittel und Futter-
mittel (ABL. Nr. L 173/23)
1.7 Durchführungsbeschluss (EU) 2017/1209 der Kommission
vom 4. Juli 2017 über die Zulassung des Inverkehrbringens
von Erzeugnissen, die genetisch veränderten Mais der Sor-
te Bt11 × 59122 × MIR604 × 1507 × GA21 enthalten, aus
ihm bestehen oder aus ihm hergestellt werden, und von
genetisch verändertem Mais, bei dem zwei, drei oder vier
der Sorten Bt11, 59122, MIR604, 1507 und GA21 kombi-
niert werden, gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1829/2003

24 │
den Vereinigten Staaten von Amerika aus der Liste der ge-
nehmigten Prüfungen auf Aflatoxine vor der Ausfuhr (ABl.
Nr. L 183/9)
1.16 Verordnung (EU) 2017/1270 der Kommission vom 14. Juli
2017 zur Änderung des Anhangs II der Verordnung (EG)
Nr. 1333/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates
hinsichtlich der Verwendung von Kaliumcarbonat (E 501)
auf geschältem, geschnittenem und zerkleinertem Obst
und Gemüse (ABl. Nr. L 184/1)
1.17 Verordnung (EU) 2017/1271 der Kommission vom 14. Juli
2017 zur Änderung des Anhangs III der Verordnung (EG)
Nr. 1333/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates
hinsichtlich der Verwendung von Siliciumdioxid (E 551) in
Kaliumnitrat (E 252) (ABl. Nr. L 184/3)
1.18 Durchführungsbeschluss (EU) 2017/1281 der Kommission
vom 13. Juli 2017 zur Genehmigung des Inverkehrbringens
von L-Ergothionein als neuartige Lebensmittelzutat gemäß
der Verordnung (EG) Nr. 258/97 des Europäischen Parla-
ments und des Rates (ABl. Nr. L 184/65)
1.19 Delegierte Verordnung (EU) 2017/1353 der Kommission
vom 19. Mai 2017 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr.
607/2009 hinsichtlich der Keltertraubensorten und ihrer
Synonyme, die in der Etikettierung der Weine verwendet
werden dürfen (ABl. Nr. L 190/5)
1.20 Durchführungsbeschluss (EU) 2017/1387 der Kommission
vom 24. Juli 2017 zur Genehmigung des Inverkehrbringens
einer Enzymzubereitung aus Prolyloligopeptidase, herge-
stellt mit einem genetisch veränderten Stamm von Asper-
gillus niger, als neuartige Lebensmittelzutat gemäß der
Verordnung (EG) Nr. 258/97 des Europäischen Parlaments
und des Rates (ABl. Nr. L 194/65)
1.21 Verordnung (EU) 2017/1389 der Kommission vom 26. Juli
2017 zur Änderung des Anhangs VII der Verordnung (EG)
Nr. 882/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates
bezüglich der Benennung des EU-Referenzlaboratoriums
für durch Lebensmittel übertragbare Viren (ABl. Nr. L 195/9)
1.22 Verordnung (EU) 2017/1495 der Kommission vom 23. Au-
gust 2017 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 2073/2005
in Bezug auf Campylobacter in Schlachtkörpern von Mast-
hähnchen (ABl. Nr. L 218/1)
2. Nationales Recht
ohne Eintrag
Bearbeiter: Dr. Thomas Frenzel
LUA Dresden

│25
Beschwerdeproben-Report für Lebensmittel und
Bedarfsgegenstände sowie Tabakerzeugnisse
(3. Quartal 2017)
Zahl der bearbeiteten Beschwerdeproben: 37
davon beanstandet: 16
Probenbezeichnung
Beschwerdegrund
Beurteilung
HYDRAXIL
3 - 4 Tage nach Beginn der Anwendung
(1 x tgl. abends) Hautreizungen und
Pustelbildung an Wangen, Kinn und
Nase; lange anhaltende Fleckenbildung
chemisch-analytische Untersuchungen ergaben keinen Zusammenhang mit
aufgetretenen Hautreaktionen;
Kennzeichnung entspricht nicht den Maßgaben des Art. 19 Abs. 1a), c), d), e)
und g) tlw. i.V.m. Art. 19 Abs. 5 der EU-Kosmetik-VO und § 4 der KosmetikV
Speisequark
Verfärbung auf der Oberfläche
Hefen der Gattung Rhodotorula (rote Hefen) festgestellt;
Beurteilung als für den Verzehr durch den Menschen ungeeignet im Sinne
von Art. 14 Abs. 2 Buchstabe b) in Verbindung mit Art. 14 Abs. 5 der VO (EG)
Nr. 178/2002
Vollei flüssig
Masse in Farbe und Konsistenz abwei-
chend
Beurteilung als für den Verzehr durch den Menschen ungeeignet im Sinne
von Art. 14 Abs. 2 Buchstabe b) in Verbindung mit Art. 14 Abs. 5 der VO (EG)
Nr. 178/2002
Limburger Käse
Käse mit Fliegenmaden
Kontamination mit lebenden Larven von Schmeißfliegen festgestellt;
Beurteilung als für den Verzehr durch den Menschen ungeeignet im Sinne
von Art. 14 Abs. 2 Buchstabe b) in Verbindung mit Art. 14 Abs. 5 der VO (EG)
Nr. 178/2002
Reiseintopf
Reiseintopf mit Bläschenbildung und
abweichendem Geruch
Beurteilung als für den Verzehr durch den Menschen ungeeignet im Sinne
von Art. 14 Abs. 2 Buchstabe b) in Verbindung mit Art. 14 Abs. 5 der VO (EG)
Nr. 178/2002
Hähnchenschenkel mit Rückenstück
Lagerung über das Verbrauchsdatum
hinaus, verdorben
Beurteilung als für den Verzehr durch den Menschen ungeeignet im Sinne
von Art. 14 Abs. 2 Buchstabe b) in Verbindung mit Art. 14 Abs. 5 der VO (EG)
Nr. 178/2002
Quirlfett
große Schimmelkolonie an der Ober-
fläche
Schimmelpilze nachgewiesen;
Beurteilung als für den Verzehr durch den Menschen ungeeignet im Sinne
von Art. 14 Abs. 2 Buchstabe b) in Verbindung mit Art. 14 Abs. 5 der VO (EG)
Nr. 178/2002
Borschtsch
Fremdkörper
Beurteilung als gesundheitsschädlich gemäß Art. 14 Abs. 2a in Verbindung
mit Abs. 4 der VO (EG) Nr. 178/2002
Heidelbeeren
chemischer Geruch und Geschmack
Heidelbeeren verdorben, zum Teil weiß-graue Schimmelpilznester;
Beurteilung als für den Verzehr durch den Menschen ungeeignet im Sinne
von Art.14 Abs. 2 Buchstabe b) in Verbindung mit Art. 14 Abs. 5 der VO (EG)
Nr. 178/2002
Erdbeer-Fruchtaufstrich
borstenähnliche Gebilde im Lebensmittel
längliche, strohähnliche Pflanzenteile vorhanden;
Beurteilung als für den Verzehr durch den Menschen ungeeignet im Sinne
von Art. 14 Abs. 2 Buchstabe b) in Verbindung mit Art. 14 Abs. 5 der VO (EG)
Nr. 178/2002
Erasco Linsen-Eintopf mit Würstchen Fremdkörper
Beurteilung als gesundheitsschädlich gemäß Art. 14 Abs. 2a in Verbindung
mit Abs. 4 der VO (EG) Nr. 178/2002
hefefreies Vollkornbrot
Bauchschmerzen, Brechreiz nach Verzehr
vereinzelt kleine weiße punktförmige Auflagerungen, teilweise mit
blaugrü-
nen Anteilen festgestellt; Schimmelpilznachweis positiv;
Beurteilung als für den Verzehr durch den Menschen ungeeignet im Sinne
von Art. 14 Abs. 2 Buchstabe b) in Verbindung mit Art. 14 Abs. 5 der VO (EG)
Nr. 178/2002
Bio Gewürz Crunchy mit leichter
Apfelnote
ranziger, abweichender Geruch
stechender, ranziger und extrem bitterer Geschmack;
Beurteilung als für den Verzehr durch den Menschen ungeeignet im Sinne
von Art. 14 Abs. 2 Buchstabe b) in Verbindung mit Art. 14 Abs. 5 der VO (EG)
Nr. 178/2002
Gulasch
Durchfall, Unterleibsschmerzen nach
Verzehr
Clostridium perfringens 2 x 10
6
KbE/g nachgewiesen, α-Toxin und β2-Toxin
positiv;
Beurteilung als für den Verzehr durch den Menschen ungeeignet im Sinne
von Art. 14 Abs. 2 Buchstabe b) in Verbindung mit Art. 14 Abs. 5 der VO (EG)
Nr. 178/2002
haltbare Vollmilch 3,5 %
Bombage, aufgeplatzte Verpackung
Milch verklumpt, unreiner, verdorbener Geruch; Paenibacillus 9,8 x 10
6
KbE/g;
Beurteilung als für den Verzehr durch den Menschen ungeeignet im Sinne
von Art. 14 Abs. 2 Buchstabe b) in Verbindung mit Art. 14 Abs. 5 der VO (EG)
Nr. 178/2002
Joghurt
Fremdkörper
Fremdkörper pflanzlicher Natur;
Beurteilung als für den Verzehr durch den Menschen ungeeignet im Sinne
von Art. 14 Abs. 2 Buchstabe b) in Verbindung mit Art. 14 Abs. 5 der VO (EG)
Nr. 178/2002
Bearbeiter: Abteilung 5
LUA Chemnitz

26 │
BSE - Untersuchungen 3. Quartal 2017
Tierart
TKBA / ZNS / Kohorte *
Lebensmittel
Notschlachtung
Gesamt
Anoa
1
0
0
1
Damwild
1
0
0
1
Rind
2.691
0
2
2.693
Schaf
10
77
0
87
Ziege
6
0
0
6
Gesamt
2.709
77
2
2.788
* Tierkörperbeseitigung, ZNS-Störungen, Kohortenschlachtungen
Tollwutuntersuchungen 3. Quartal 2017
Landesdirektion Sachsen,
Bereich ehemalige
LD Dresden
Landesdirektion Sachsen,
Bereich ehemalige
LD Leipzig
Landesdirektion Sachsen,
Bereich ehemalige
LD Chemnitz
Landesdirektion Sachsen
Fuchs
11
6
3
20
Marderhund
0
0
0
0
Waschbär
2
4
0
6
Gesamtzahl der Proben
13
10
3
26
Untersuchungsergebnisse
negativ
13
10
3
26
ungeeignet
0
0
0
0
positiv
0
0
0
0
Die Aufstellung der positiven Tollwutbefunde entfällt.
Bearbeiter: Reinhard Seiler
LUA Dresden

│27
Salmonellenberichterstattung im Freistaat Sachsen -
3. Quartal 2017
Tabelle 1: Untersuchungen und Nachweise im Überblick
Untersuchungen
untersuchte Anzahl
Salmonellennachweise
Serotypen
(geordnet nach Nachweishäufigkeit)
Kotproben
16.479
228
S. Typhimurium var. Cop., S. Typhimurium,
S. Typhimurium Impfstamm, S. enterica ssp. II
S. Agona, S. Tennessee, S. enterica ssp. IIIb
S. Infantis, S. enterica ssp. IIIa, S. Derby
S. Serogr. B, S. Richmond, S. Serogr. C1, S. sp.,
S. Muenchen, S. Indiana, S. Montevideo, S. Serogr. E1,
S. Enteritidis
Sektionsmaterial
983
74
S. Typhimurium var. Cop., S. Enteritidis,
S. Typhimurium, S. Serogr. C1, S. enterica ssp. IIIb,
S. Derby, S. enterica ssp. I, S. Thompson, S. Newport,
S. Serogr. B, S. Ohio, S. Serogr. E1, S. Rissen
S. Typhimurium Impfstamm
Untersuchung nach Hühner-Salmonellen-VO
0
0
Umgebungstupfer
100
2
Salmonella
Futtermittel
51
14
S. Agona, S. Typhimurium
Bakteriologische Fleischuntersuchungen
8
0
Lebensmittel tierischer Herkunft
1.713
8
S. sp., S. Serogruppe B, S. Derby,
S. Typhimurium var. Cop., S. Typhimurium
Lebensmittel nichttierischer Herkunft
973
2
S. Enteritidis, S. Serogruppe B
Hygienekontrolltupfer - Lebensmittel
3.848
0
Kosmetische Mittel
0
0
Bedarfsgegenstände
1
0
Tabelle 2: Salmonellennachweise aus Kotproben und Sektionen
Tierart
Landesdirektion Sachsen,
Bereich ehemalige LD Chemnitz
Landesdirektion Sachsen,
Bereich ehemalige LD Dresden
Landesdirektion Sachsen,
Bereich ehemalige LD Leipzig
Kot
Sektionen
Kot
Sektionen
Kot
Sektionen
Proben
1
Salm.-
Nw
2
Proben
Salm.-
Nw
Proben
Salm.-
Nw
Proben
Salm.-
Nw
Proben
Salm.-
Nw
Proben
Salm.-
Nw
Rind
1.232
69
26
1
5.435
21
40
3
9.042
100
55
17
Schwein
18
1
50
6
17
0
71
3
0
0
23
5
Schaf
4
0
12
3
5
0
17
3
1
0
7
0
Ziege
0
0
1
0
4
0
6
0
0
0
1
0
Pferd
29
0
3
0
11
0
5
0
58
0
0
0
Huhn
0
0
33
0
12
1
38
0
0
0
16
0
Taube
0
0
3
0
18
1
15
1
3
0
5
1
Gans
0
0
11
0
0
0
24
5
0
0
6
0
Ente
0
0
7
0
0
0
1
1
0
0
28
11
Pute
0
0
0
0
0
0
1
0
0
0
24
0
Hund/Katze
52
5
4
0
209
13
18
0
184
4
11
1
sonstige Tierarten
33
3
125
4
53
4
202
8
59
6
94
1
Summe
1.368
78
275
14
5.764
40
438
24
9.347
110
270
36
1
= Anzahl der untersuchten Proben
2
= Anzahl der Salmonellennachweise

28 │
Tabelle 3: Regionale Zuordnung der Salmonellenfunde
Sektionen und Kotproben
Landesdirektion/Kreis
Tier- / Probenart
Nachgewiesene Serotypen
Anzahl
Serotyp
Landesdirektion Sachsen, Bereich ehemalige LD Chemnitz
Chemnitz, Stadt
Hund/Katze/Kot
1
S. enterica ssp. II
Chemnitz, Stadt
sonstige Tierarten/Kot
2
S. enterica ssp. II
Chemnitz, Stadt
sonstige Tierarten/Sektion
2
S. Typhimurium var. Cop.
Erzgebirgskreis
Schaf/Sektion
1
S. enterica ssp. IIIb
Erzgebirgskreis
Schwein/Sektion
1
S. Rissen
Erzgebirgskreis
Schwein/Sektion
1
S. Serogr. C1
Erzgebirgskreis
Schwein/Sektion
4
S. Typhimurium var. Cop.
Mittelsachsen
Hund/Katze/Kot
2
S. Derby
Mittelsachsen
Hund/Katze/Kot
1
S. Serogr. B
Mittelsachsen
Hund/Katze/Kot
1
S. Typhimurium var. Cop.
Mittelsachsen
Rind/Sektion
1
S. Typhimurium var. Cop.
Mittelsachsen
Schaf/Sektion
1
S. enterica ssp. IIIb
Mittelsachsen
Schwein/Kot
1
S. Serogr. B
Mittelsachsen
Schwein/Sektion
1
S. Serogr. C1
Mittelsachsen
Schwein/Sektion
1
S. Serogr. E1
Mittelsachsen
Schwein/Sektion
1
S. Thompson
Mittelsachsen
sonstige Tierarten/Kot
1
S. Tennessee
Vogtlandkreis
Rind/Kot
69
S. Typhimurium var. Cop.
Vogtlandkreis
Schaf/Sektion
1
S. enterica ssp. IIIb
Vogtlandkreis
sonstige Tierarten/Sektion
1
S. enterica ssp. I
Vogtlandkreis
sonstige Tierarten/Sektion
2
S. Thompson
Landesdirektion Sachsen, Bereich ehemalige LD Dresden
Bautzen
Ente/Sektion
1
S. Typhimurium
Bautzen
Rind/Kot
12
S. Typhimurium
Bautzen
Rind/Kot
6
S. Typhimurium Impfstamm
Bautzen
Rind/Sektion
1
S. Typhimurium Impfstamm
Bautzen
Schwein/Sektion
3
S. Derby
Bautzen
sonstige Tierarten/Kot
1
S. enterica ssp. IIIa
Bautzen
sonstige Tierarten/Kot
1
S. enterica ssp. IIIb
Bautzen
sonstige Tierarten/Sektion
1
S. Serogr. B
Dresden, Stadt
Gans/Sektion
2
S. Typhimurium
Dresden, Stadt
Hund/Katze/Kot
3
S. Agona
Dresden, Stadt
Hund/Katze/Kot
1
S. Enteritidis
Dresden, Stadt
Hund/Katze/Kot
2
S. Infantis
Dresden, Stadt
Hund/Katze/Kot
1
S. Tennessee
Dresden, Stadt
sonstige Tierarten/Kot
1
S. enterica ssp. IIIa
Görlitz
Gans/Sektion
3
S. Typhimurium
Görlitz
Hund/Katze/Kot
2
S. Agona
Görlitz
Hund/Katze/Kot
1
S. Indiana
Görlitz
Rind/Sektion
1
S. Serogr. B
Görlitz
Rind/Sektion
1
S. Typhimurium
Görlitz
Rind/Kot
2
S. Typhimurium
Görlitz
Schaf/Sektion
1
S. enterica ssp. IIIb
Görlitz
sonstige Tierarten/Kot
1
S. enterica ssp. IIIb
Görlitz
sonstige Tierarten/Sektion
1
S. Serogr. C1
Meißen
Huhn/Kot
1
S. Typhimurium
Meißen
Hund/Katze/Kot
1
S. Typhimurium
Meißen
Rind/Sektion
1
S. Derby
Meißen
Schaf/Sektion
1
S. enterica ssp. IIIb
Meißen
Schwein/Sektion
1
S. Typhimurium

│29
Landesdirektion/Kreis
Tier- / Probenart
Nachgewiesene Serotypen
Anzahl
Serotyp
Meißen
sonstige Tierarten/Sektion
1
S. Serogr. C1
Meißen
Taube/Kot
1
S. Typhimurium
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Hund/Katze/Kot
1
S. enterica ssp. II
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Hund/Katze/Kot
1
S. Typhimurium
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Rind/Kot
1
S. sp.
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Schaf/Sektion
1
S. enterica ssp. IIIb
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
sonstige Tierarten/Sektion
5
S. Serogr. C1
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Taube/Sektion
1
S. Typhimurium var. Cop.
Landesdirektion Sachsen, Bereich ehemalige LD Leipzig
Leipzig Land
Ente/Sektion
1
S. enterica ssp. I
Leipzig Land
Ente/Sektion
11
S. Enteritidis
Leipzig Land
Ente/Sektion
2
S. Newport
Leipzig Land
Rind/Sektion
1
S. enterica ssp. I
Leipzig Land
Rind/Sektion
1
S. Typhimurium
Leipzig Land
Rind/Sektion
23
S. Typhimurium var. Cop.
Leipzig Land
Rind/Kot
61
S. Typhimurium var. Cop.
Leipzig Land
sonstige Tierarten/Kot
1
S. enterica ssp. II
Leipzig, Stadt
Hund/Katze/Kot
2
S. Typhimurium
Leipzig, Stadt
Hund/Katze/Sektion
2
S. Typhimurium
Leipzig, Stadt
Rind/Kot
3
S. Typhimurium
Leipzig, Stadt
sonstige Tierarten/Kot
1
S. enterica ssp. IIIb
Leipzig, Stadt
sonstige Tierarten/Sektion
1
S. Enteritidis
Leipzig, Stadt
sonstige Tierarten/Kot
1
S. Muenchen
Leipzig, Stadt
sonstige Tierarten/Kot
2
S. Richmond
Leipzig, Stadt
sonstige Tierarten/Kot
1
S. Serogr. C1
Leipzig, Stadt
sonstige Tierarten/Kot
1
S. Serogr. E1
Nordsachsen
Hund/Katze/Kot
1
S. Montevideo
Nordsachsen
Hund/Katze/Kot
1
S. Tennessee
Nordsachsen
Hund/Katze/Kot
1
S. Typhimurium
Nordsachsen
Rind/Kot
36
S. Typhimurium
Nordsachsen
Schwein/Sektion
2
S. Ohio
Nordsachsen
Schwein/Sektion
8
S. Typhimurium var. Cop.
Nordsachsen
Taube/Sektion
1
S. Typhimurium var. Cop.

30 │
Tabelle 4: Salmonellennachweise
Warengruppe
Gesamtproben
davon Planproben
davon Verdachtsproben
davon Beschwerdeproben
Anzahl
Salm.-Nw.*
Anzahl
Salm.-Nw.
Anzahl
Salm.-Nw.
Anzahl
Salm.-Nw.
Milch, Milchprodukte, Käse und Butter
354
0
324
0
20
0
1
0
Eier und Eiprodukte
95
0
92
0
2
0
1
0
Fleisch warmblütiger Tiere, auch tiefgefroren
375
3
351
2
6
0
0
0
Fleischerzeugnisse warmblütiger Tiere (außer
Wurstwaren)
431
4
418
4
10
0
2
0
Wurstwaren
261
1
248
1
5
0
1
0
Fisch- und Erzeugnisse
169
0
164
0
4
0
1
0
Krusten-, Schalen-, Weichtiere, sonst. Tiere
und Erzeugnisse daraus
28
0
27
0
0
0
1
0
Fette, Öle, Margarine
2
0
2
0
0
0
0
0
Getreide, -produkte, Brot, Teig- und Backwaren
238
1
229
0
7
0
1
0
Mayonnaisen, emul. Soßen, kalte Fertigsoßen
und Feinkostsalate
191
0
176
0
5
0
6
0
Puddinge, Desserts und Cremespeisen
12
0
8
0
4
0
0
0
Speiseeis und -halberzeugnisse
286
0
267
0
17
0
1
0
Säuglings- und Kleinkindernahrung
0
0
0
0
0
0
0
0
Diätetische Lebensmittel, Nährstoffkonzentrate
und Ergänzungsnahrung
1
0
1
0
0
0
0
0
Obst, Gemüse und -zubebereitungen
37
1
30
1
5
0
1
0
Getränke, inkl. Tafel- und Trinkwasser, Spiritu-
osen und Bier
33
0
19
0
1
0
0
0
Gewürze, Würzmittel und Zusatzstoffe
20
0
12
0
4
0
0
0
Zucker, Süß- und Schokoladenwaren, Honig,
Konfitüre, Kaffee, Kakao, Tee
2
0
2
0
0
0
0
0
Fertiggerichte, zubereitete Speisen, Suppen
und Soßen
151
0
136
0
12
0
3
0
Kosmetika
0
0
0
0
0
0
0
0
Bedarfsgegenstände ohne Kosmetika
1
0
0
0
1
0
0
0
Gesamt
2.688
10
2.507
8
103
0
19
0
* Salmonellennachweis
Tabelle 5: Regionale Zuordnung der Salmonellenfunde
Landesdirektion/Kreis
Eingangsdatum
Probenart
Nachgewiesene Serotypen
Anzahl
Serotyp
Landesdirektion Sachsen, Bereich ehemalige LD Chemnitz
Erzgebirgskreis
11.08.2017
Hackepeter
1
S. Serogruppe B
Chemnitz, Stadt
26.07.2017
Schweinezunge gepökelt
2
S. Typhimurium var. Cop.
Erzgebirgskreis
23.08.2017
Kuchenreste Eierschecke, Kokoskuchen und
Quarkkuchen
1
S. Enteritidis
Zwickau
03.08.2017
Entenbrust
1
S. sp.
Mittelsachsen
19.09.2017
Rinderleber
1
S. Serogruppe B
Landesdirektion Sachsen, Bereich ehemalige LD Dresden
Bautzen
02.08.2017
Hackepeter
1
S. sp.
Bautzen
09.08.2017
Black-Fungus-Pilze
2
S. Serogruppe B
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
13.07.2017
Frühstücksmettwurst nach Art einer Zwiebel-
mettwurst
1
S. Derby
Landesdirektion Sachsen, Bereich ehemalige LD Leipzig
Nordsachsen
26.07.2017
Schweine-Hackfleisch zum Braten
2
S. Typhimurium
Nordsachsen
31.08.2017
Hackepeter mit Salz, Pfeffer, Kümmel gewürzt
1
S. sp.

│31
Tabelle 6: Häufigkeit der nachgewiesenen Salmonellenserotypen (Anzahl)
Serotypen
Veterinärmedizinische
Diagnostik
Futtermittel
Lebensmittel /
Bedarfsgegenstände
BU
Hygienekontrolltupfer
(Lebensmittel)
S. Typhimurium var. Cop.
171
3
S. Typhimurium
71
12
3
S. Enteritidis
13
2
S. Serogr. C1
10
S. enterica ssp. IIIb
9
S. Derby
6
2
S. Serogruppe B
7
S. Typhimurium Impfstamm
7
S. sp.
1
6
S. Agona
5
1
S. enterica ssp. II
5
S. Serogr. B
4
S. enterica ssp. I
3
S. Tennessee
3
S. Thompson
3
S. Serogr. E1
2
S. Richmond
2
S. Infantis
2
S. enterica ssp. IIIa
2
S. Newport
2
S. Ohio
2
S. Muenchen
1
S. Montevideo
1
S. Indiana
1
S. Rissen
1
Bearbeiter: Reinhard Seiler
LUA Dresden

32 │

image
Herausgeber:
Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsen
Jägerstr. 8/10, 01099 Dresden
Redaktion:
Dr. Hermann Nieper, LUA Sachsen, Standort Dresden, Jägerstr. 8/10, 01099 Dresden,
Tel.: 0351/8144 1400
Gestaltung und Satz:
SG IT, LUA Sachsen, Standort Dresden, Jägerstr. 8/10, 01099 Dresden,
Tel.: 0351/8144 1712 Fax: 0351/8144 1710
Druck:
alinea Digitaldruck, Chemnitz |
www.alinea24.de
Redaktionsschluss:
15. November 2017
Bezug:
Dieses offizielle Mitteilungsblatt der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und
Veterinärwe-
sen des Freistaates Sachsen kann kostenfrei im Internet abgerufen werden:
www.lua.sachsen.de
und unter
www.publikationen.sachsen.de