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1
Sächsisches Landesamt
Branchenbezogene Merkblätter
Stand:
11/99
für Umwelt und Geologie
zur Altlastenbehandlung
Bearbeiter:
Dr. Daffner
DI Scheppat
Umweltbüro GmbH Vogtland
Referat Altlasten
7: Agrochemische Zentren
Seiten: 17
1
Branchentypisches Schadstoffpotential
1.1
Gesetzliche Grundlagen
Wichtige gesetzliche Bestimmungen und Verordnungen gab es in der DDR, P
OKORNY, D. (1979):
-
Gesetz zum Schutz der Kultur- und Nutzpflanzen vom 25.11.1953; GBl. der DDR; Teil II; 1953
-
Gesetz über den Verkehr mit Giften - Giftgesetz vom 07.04.1977; GBl. der DDR; Teil I; 1977
- Verordnung über die Leitung, Planung und Organisation des Pflanzenschutzwesens in der DDR -
Pflanzenschutzverordnung vom 10.08.1978; GBl. der DDR; Teil I; 1978
-
Erste Durchführungsbestimmung zur Pflanzenschutzverordnung vom 10.08.1978; GBl. der DDR; Teil
I; 1978
- Dritte Durchführungsbestimmung zur Tierseuchenverordnung - Verhütung und Bekämpfung von
Bienenseuchen, Parasitosen und Vergiftungen der Honigbiene vom 08.06.1978; GBl. der DDR; Teil I;
1978
-
Gesetz über die planmäßige Gestaltung der sozialistischen Landeskultur in der DDR; 14.05.1970
Folgende Gesetze und Richtlinien sind aktuell:
-
Gesetz zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltverträglichen Beseitigung von
Abfällen - Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (KrW-/AbfG) mit Verordnungen; 27. September
1994
-
Gesetz zum Schutz vor schädlichen Bodenveränderungen und zur Sanierung von Altlasten (Bundes
-
Bodenschutzgesetz - BBodSchG) vom 17. März 1998 einschließlich der Bundes - Bodenschutz- und
Altlastenverordnung ( BBodSchV), gültig seit 12. Juli 1999
-
Sächsisches Abfallwirtschafts- und Bodenschutzgesetz (SächsABG); 20. Mai 1999
-
Richtlinien der Länderarbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA)
- Gesetz zur Ordnung des Wasserhaushalts - Wasserhaushaltsgesetz (WHG); in der Fassung der
Bekanntmachung vom 12. November 1996
-
Sächsisches Wassergesetz (SächsWG); April 1993, mit Überarbeitung von 1998
-
Richtlinien der Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA)
- Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege - Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG); in der
Fassung der Bekanntmachung vom 18. August 1997
-
Chemikaliengesetz (ChemG); 12. März 1987
1.2
Einteilung
In Agrochemischen Zentren (ACZ) erfolgt einmal die Lagerung von Dünge-, Pflanzenschutz- und
Schädlingsbekämpfungsmitteln und zum anderen der Umschlag dieser Stoffe.
Bei allen recherchierten Untersuchungsobjekten sind in den ACZ Technikstützpunkte mit Werkstätten,
Garagen und teilweise Betriebstankstellen integriert. Diese nicht branchentypischen Bereiche werden bei
der Erstellung dieses Merkblattes nicht betrachtet.
Damit erfolgt im Wesentlichen eine Einteilung in die Teilbereiche Umschlag, Lagerung,
Reinigungsflächen für Geräte und Anlagen für die Spritzbrüherest-Entsorgung unter Berücksichtigung der
standortspezifischen Gegebenheiten.
1.3.
Schadstoffe
1.3.1 Charakterisierung der vorkommenden Stoffe und Stoffgruppen
Feste Mineraldünger:
Feste Mineraldünger werden in der Tabelle 1 aufgezeigt.

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2
Tab. 1: Feste Mineraldünger, A
GRODIENST LEIPZIG GMBH (1991), POKORNY, D. (1979)
Düngerart
Hauptbestandteile
physikalische Eigenschaften
Stickstoffdünger:
Kalkammonsalpeter (KAS)
25 % N
NH
4
NO
3
, CaCO
3
körniges prilliertes Granulat
Kalkammonsalpeter (KAS)
28 % N
NH
4
NO
3
, CaCO
3
körniges prilliertes Granulat
Harnstoff
46 % N
CO(NH
2
)
2
körnige Prillis
Ammonsulfat
21 % N
(NH
4
)
2
SO
4
grobkristallines Salz
Phosphatdünger:
Superphosphat
7-9 % P
Ca(H
2
PO
4
)
2
, CaSO
4
P- Komponente 90 %
wasserlöslich
Alkalisinterphosphat
11-12 % P
CaNaPO
4
, Ca
2
SiO
4
P- Komponente 80 %
ammonzitratlöslich
Mg-Phosphat
8 % P
Mg
3
(PO
4
)
2
, Mg
3
Ca
3
(PO
4
)
4
,
CaSO
4
P- Komponente
zitronensäurelöslich
Thomasphosphat
5-7 % P
Ca
5
(PO
4
)
2
SiO
4
, CaO
P- Komponente
zitronensäurelöslich
Rünaphos
10-15 % P
Ca
10
(PO
4
)
6
(OH, F)
2
P- Komponente 70 %
ameisensäurelöslich
Kaliumdünger:
Kalidüngesalz 60*
49,8 % K
KCl, NaCl
Kalidüngesalz 50*
40-43 % K
KCl, NaCl
Kalidüngesalz 40*
31,5-35 % K
KCl, NaCl
Kamex
31,5-35 % K
KCl, NaCl, MgSO
4
Kainit
10-13,3 % K
NaCl, KCl, MgSO
4
schwefelsaures Kali
40-43 % K
K
2
SO
4
Kalkdünger:
Kamsdorfer Mg- Mergel
32,0 % Ca
CaCO
3
, MgCO
3
Kalkmergel 32,0 % Ca
CaCO
3
, MgCO
3
Leunakalk 27,2 % Ca
CaCO
3
Branntkalk 53,6 % Ca
CaO
Löschkalk 46,5 % Ca
Ca(OH)
2
Bunakalk 45,0 % Ca
Ca(OH)
2
Magnesiumdünger:
Kamsdorfer Mg- Mergel
10 % Mg
MgCO
3
Kieserit- Konzentrat
11 % Mg
MgSO
4
Kainit 4,5 % Mg
MgSO
4
Kamex 2,0 % Mg
MgSO
4
* Handelsbezeichnung auf K
2
O-Basis

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3
Flüssige Mineraldünger:
Flüssige Dünger besitzen Vorteile bei den Umschlag-, Transport- und Ausbringungsarbeiten. Sie weisen
in der Regel gegenüber Granulaten niedrigere Nährstoffkonzentrationen auf. Die unterschiedlich starken
Konzentrationsschwankungen der flüssigen Dünger bedingen auch eine geringere Wirkeffektivität ihres
Einsatzes. Unsachgemäßes Ausbringen führt häufig zu erheblichen Belastungen von Oberflächen- und
Grundwasser. Neben dem flüssigen Stickstoffdünger wird auch Gülle als ein Gemisch aus Kot und Harn
für die Düngung verwendet. Jedoch ist eine Lagerung von Gülle in Agrochemischen Zentren meist nicht
vertreten.
Tab. 2: Flüssige Mineraldünger, A
GRODIENST LEIPZIG GMBH (1991), POKORNY, D. (1979)
Düngerart
Hauptbestandteile
physikalische Eigenschaften
Stickstoffdünger
- Ammoniumharnstofflösung
(AHL) 28 % N
NH
4
NO
3
+ CO(NH
2
)
2
40 Gew.-% NH
4
NO
3
30 Gew.-% CO(NH
2
)
2
30 Gew.-% H
2
O
leicht ätzend, nicht toxisch,
brennbar und explosiv, Kontakt
mit H
2
SO
4
führt zur Zersetzung
und Freisetzung giftiger Gase;
Kontakt zu CaO setzt NH
3
frei;
Wasserschadstoff
Mehrnährstoffdünger:
Die Mehrnährstoffdünger werden in Komplex- und Mischdünger unterteilt. Komplexdünger ist das
Produkt von Reaktionen, die bei der Herstellung zu chemischen Verbindungen mit mehreren Nährstoffen
führen. Hingegen liegen die Nährstoffe im Mischdünger getrennt in verschiedenen chemischen Bindungen
vor, P
OKORNY, D. (1979).
Komplexdünger sind:
N P K
- Dünger
N P
- Dünger
N K
- Dünger
Mischdünger sind:
P K
- Dünger
Pflanzenschutzmittel (PSM):
Chemische Pflanzenschutzmittel wie Insektizide, Herbizide und Fungizide führen zu biochemischen
Reaktionen physiologischer Vorgänge zwischen dem Wirkstoff und dem spezifischen Reaktionspartner im
Schadenserreger, P
OKORNY, D. (1979).
Insektizide:
Die Wirkung erfolgt auf das periphere bzw. zentrale Nervensystem und hemmt somit
lebenswichtige Enzyme der Schädlinge. Bei dem Einsatz von Insektiziden werden auf der Oberfläche der
Pflanzen zunächst Rückstände gebildet. Bei Insektiziden mit Tiefenwirkung dringt der Wirkstoff durch
die Kuticula der Pflanze. Dadurch werden saugende Insekten systematisch bekämpft. Weitere Wirkungen
sind die Atemwirkung, Kontaktwirkung und Fraßwirkungen bzw. Wirkungskombinationen.
Zu den Insektiziden gehören Phosphororganische Verbindungen, CKW und Carbamate.
Herbizide:
Herbizide bewirken eine Hemmung der Photosynthese oder der Keimung und führen zu
Wachstumsstörungen der Pflanzen. Neben den Blatt- Boden- Herbiziden, deren Aufnahme durch die
Blatt- bzw. Wurzelbereiche realisiert wird, gibt es die Kontakt-Herbizide und translokalen Herbizide.
Kontakt-Herbizide töten die Assimilationsorgane der Pflanze bei direktem Kontakt ab. Translokale
Herbizide werden durch die Pflanze transportiert. Ihre Wirkung breitet sich auch auf nicht direkt
getroffene Pflanzenteile aus.
Zu den Herbiziden gehören Chlorierte Phenoxycarbonsäuren, Triazine, Carbamate und Harnstoffderivate.
Fungizide:
Fungizide wirken auf Proteine sowie die allgemeinen Zellfunktionen der pilzlichen Erreger
und werden in Kontakt-Fungizide (nur vorbeugender Schutz) und systemische Fungizide unterschieden.
Vorteil der systemischen Fungizide ist die bekämpfende Wirkung auch bei bereits infizierten Pflanzen.
Zu den Fungiziden gehören anorganische, metallhaltige organische und sonstige organische Fungizide.

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Tab. 3: Wichtige Wirkstoff-Gruppen der PSM, P
OKORNY, D. (1979)
Chemische PSM
Insektizide
Fungizide
Herbizide
Wichtige
Phosphororganische
Verbindungen
Chlorierte Verbindungen
Chlorierte Verbindungen
Wirkstoff-
Gruppen
Chlorierte Verbindungen
Metallhaltige
Verbindungen
Stickstofforganische
Verbindungen
Carbamate, Pyrethroide
Carbamate
Carbamate, Chlor-
phenoxycarbonsäuren
1.3.2 Zusammenfassung der altlastenrelevanten Stoffe und Stoffgruppen und deren Zuordnung zu
Analysenparametern
Mit folgenden Stoffen und Stoffgruppen ist bei Agro-Chemischen Zentren zu rechnen.
Beim Umgang mit diesen Stoffen am konkreten Standort ergeben sich dann die entsprechenden
Analysenparameter.
Tabelle 4: Zuordnung von Stoffen/Stoffgruppen zu typischen Handelsprodukten und zu Analysen-
parametern, P
FLANZENSCHUTZMITTEL (1986)
Stoffgruppe
Beispiele für
Handelsprodukte
Wirkstoffe/Schadstoffe Analysenparameter
Düngemittel
Stickstoffdünger Kalkammonsalpeter
(KAS)
NH
4
NO
3
, CaCO
3
NH
4
+
, NO
3
-
, pH-
Wert, Leitfähigkeit
Phosphatdünger Superphosphat
Ca(H
2
PO
4
)
2
, CaSO
4
SO
4
2-
, PO
4
3-
, pH-
Wert, Leitfähigkeit
Kaliumdünger Kamex, Kainit
KCl, NaCl, MgSO
4
Cl
-
, SO
4
2-
, pH-Wert,
Leitfähigkeit
Kalkdünger Kalkmergel, Kams-
dorfer Mg-Mergel
CaCO
3
, MgCO
3
pH-Wert,
Leitfähigkeit
Magnesiumdünger Kieserit-
Konzentrat
MgSO
4
SO
4
2-
, pH-Wert,
Leitfähigkeit
Insektizide
Phosphororganische
Verbindungen
Fekama-Dichlorvos
50, Delicia-Milon,
Ultracid 40EC,
Viozene, Bi 58,
Nexion EC 40,
Wofatox, Imidan 50
WP, Zolone 35 EC,
Dichlorvos, Malathion,
Pyrethrum,
Methidathion,
Fenchlorvos, Dimethoat,
Chlorfenvinphos,
Bromophos, Parathion-
methyl, Phosmet,
Phosalon, Lösungsmittel
(Xylol),
Phosphororgano-
Pestizide,
AOX, F
-
, Cl
-
, SO
4
2-
,
NO
3
-
, NH
4
+
, BTEX,
Br
-
Chlorierte Verbindungen Pflanzol, DTMC,
Thiodan 35, Helm-
Endosulfan e.c.,
berecam-Aero-
Super, berecam-
Ditox, Drinox, Kerb
Mix B, Karmex,
Melipax EC 60
Lindan, Pyrethrum,
Dicofol, Endosulfan,
DDT, Methoxychlor,
Heptachlor, Endrin,
Diuron, Camphechlor,
Pentachlorphenol
Chlororgano-
Pestizide + Meta-
boliten, EOX*,
AOX**, Chlor-
benzole, PCP, TCP,
F
-
, Cl
-
, SO
4
2-
, NO
3
-
,
NH
4
+
Carbamate Karbatox-Extra
P 75, Curaterr,
Furadan, Yaltox,
Pirimor 50 DP
Carbaryl, Carbofuran,
Pirimicarb
Aminocarbonsäuren
Fortsetzung Tabelle 4: Zuordnung von Stoffen/Stoffgruppen zu typischen Handelsprodukten und zu
Analysenparametern, P
FLANZENSCHUTZMITTEL (1986)

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Stoffgruppe
Beispiele für
Handelsprodukte
Wirkstoffe/Schadstoffe Analysenparameter
Pyrethroide Sumicidin, Ripcord
10, Ambush 25 EC
Fenvalerat,
Cybermethrin,
Permethrin
Pyrethroide
Fungizide
Metallverbindungen berecema-Zineb-
Kupfer, Santar
Kupferoxidchlorid,
Quecksilberoxid
Cu, Sn, As, Hg,
Cr-(VI), Cr
ges
Chlorierte Verbindungen Perchlorbenzene,
Malipur
Hexachlorbenzol
(HCB), Captan
Chlororgano-
Pestizide + Meta-
boliten, Chlor-
benzole, HCB, F
-
, Cl
-
, SO
4
2-
, NO
3
-
,
NH
4
+
Carbamate Carbendazim-
Spritzpulver,
Triticol, Oftanol,
Cercobin M,
Dithane M45,
berecema-Zineb 90
Carbendazim, Thiram,
Thiophanat-methyl,
Mancozeb, Ziram, Zineb
Aminocarbon-säuren
Herbizide
Chlorierte Verbindungen Probanil, Ramrod,
Burex, TCA-
AAtrichon,
Namedit
Chlorpropham,
Propachlor,
Chloridazon,
Trichloressigsäure
(TCA), Nitrofen
Chlororgano-
Pestizide + Meta-
boliten, Chlor-
benzole, TCA, TCP,
F
-
, Cl
-
, SO
4
2-
, NO
3
-
,
NH
4
+
Stickstofforganische
Verbindungen
Azaplant-Kombi,
Elburon, Probanil,
Uvon-Kombi 33,
Unkraut Ex, Treflan
2EC, Sencor „WG“,
Igrater 50 WP,
Duroplant
Simazin, Atrazin,
Ametryn, Amitrol,
Propazin, Prometryn,
Trifluralin, Metribuzin,
Metobromuron
Triazine,
Phenylharnstoffe,
Dinitroanilinverb., F
-
,
Cl
-
, Br
-
, NO
3
-
,
NH
4
+
Chlorphenoxycarbonsäuren SYS 67 Oxytril C,
Basagran DP,
Banvel M, Aqua-
Vex, Woldusin,
Malcid combi,
Mecoprop, Dichlorprop,
MCPA, Fenoprop,
2,4-D, 2,4,5-T
Chlorphenoxycarbon-
säuren
Carbamate Alirox 80 EC,
Elbanox
EPTC, Propham
Aminocarbonsäuren
*
EOX als Leitparameter für Lindan,
**
AOX als Leitparameter für Pentachlorphenol

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Bei den Grundwasser- bzw. Bodeneluatuntersuchungen sollte neben der Analyse der PSM- Parameter die
Untersuchung der Parameter Ammonium-N, Nitrat-N, Nitrit-N, Sulfat, Chlorid, Fluorid und AOX zur
Beurteilung der Düngemittelexposition durchgeführt werden. Eine Bewertung im Altlastenbereich ist für
diese Stoffe nicht vorgesehen. Ihr Nachweis dient als Hinweis, daß mit diesen Stoffen an dieser Stelle
umgegangen wurde und weitere altlastenrelevante Analysen notwendig sind. Außerdem können sie für
Massenbilanzen herangezogen werden.
Tabelle 7 enthält ausgewählte Wirkstoffe von PSM, die Wasserschadstoffe darstellen, mit Angaben zur
Toxizität nach letaler Dosis LD 50 (Ratten) und nach Fischtoxizität. Diese Werte können bei der
Einschätzung einer Gefährdung z.B. bei Relevanz von Fischgewässern hilfreich sein
Tab. 5: Angaben der Toxizität der wichtigsten PSM, P
OKORNY, D. (1979), G & P (1992)
PSM- Wirkstoffe
LD
50
[mg/kg]
Ratte p.o.
Fischtoxizität
2.4.5-T (* chlorierte Phenoxycarbon-
säure)
400 - 800
stark
2,4-D (* chlorierte Phenoxycarbon-
säure)
1564
mäßig
Ametryn
1405
stark
Atrazin
3080
mäßig
Benomyl
10000
-
Bentazon
-
mäßig
Butonat
3000
mäßig
Captan
15000
stark
Carbaryl
630
stark
Champhechlor
65
stark
Chloralhydrat
1080
mäßig
Chlormequat
660
mäßig
Demephion
45
stark
Dicamba
-
keine
Dichlorprop
150
stark
Dimethoat
675
mäßig
DNOC
40
stark
Etephon
7000
mäßig
Ethofumesat
-
schwach
Lindan
125
stark
Maneb
7500
stark
Mecoprop
930
mäßig
Parathionmethyl
250
mäßig
Phenylquecksilberacetat
40
stark
Prometryn
3150 - 3750
stark
Propazin
5000
stark
Propham
3500
mäßig
Simazin
5000
stark
(-):
keine Angaben recherchiert
*:
Substanzgruppe
Tab. 6:
Am häufigsten vorkommende PSM-Wirkstoffe und Abbauprodukte im Grundwasser,
UBA (1999)
Desythylatrazin
Terbuthylazin
Dikegulac
Atrazin
Bentazon
1,2-Dichlorpropan
Simazin
Isoproturon
Mecoprop
Bromacil
Desethylterbuthylazin
Hexachlorbenzol
Hexazinon
Lindan und Isomeren
Monuron
Desisopropylatrazin
2,6-Dichlorbenzamid
Chlortoluron
Propazin
Metolachlor
Diuron
Metalaxyl

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2
Hinweise zur Altlastenbehandlung
2.1
Altlastenrelevanz
1966 wurde mit dem planmäßigen Aufbau von Agrochemischen Zentren (ACZ) in der DDR begonnen.
Die meisten ACZ wurden für die landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG), gärtnerische
Produktionsgenossenschaft (GPG), volkseigene Genossenschaft (VEG) und bäuerliche
Handelsgenossenschaft (BHG) als zwischenbetriebliche Einrichtungen (ZBE) aufgebaut. Somit wurde
eine industriemäßige Pflanzenproduktion mit hoher Effektivität geschaffen. Um die Effektivität zu
gewährleisten, wurden neben der Lagerung und dem Umschlag von agrochemischen Produkten ein
Wartungsbereich für die Technik errichtet.
Boden:
Aufgrund der Lagerung der Düngemittel und der PSM sind Untersuchungen auf
Bodenkontaminationen grundsätzlich einzuplanen. Eine Akkumulation von Schadstoffen ist aufgrund der
Mobilisierungsneigung nur bei geologischem Schichtenwechsel zur undurchlässigen Schicht zu erwarten.
Grundwasser:
Mit dem Vorhandensein von Grundwasserkontaminationen ist bei Agrochemischen
Zentren und bei Havarien mit Pflanzenschutzmitteln stets zu rechnen. Dies ist für das
Untersuchungsprogramm zu berücksichtigen. Aufgrund der hohen Wasserlöslichkeit der organischen
Wirkstoffe der Pflanzenschutzmittel sind die analytischen Untersuchungen auf dem Grundwasserpfad
durchzuführen.
Oberflächenwasser:
Eine Kontamination von Oberflächenwasser ist bei der Ausbringung der
Düngemittel bzw. PSM und bei Havariefällen zu besorgen. Die Lagerung der Düngemittel wurde
größtenteils in Luftzelten oder festen Umbauten praktiziert. PSM sind ausschließlich in festen Gebäuden
gelagert worden. Bei Düngemittelfreilagerung können bei nicht geklärter Wasserhaltung (eigene
Aufbereitung, Indirekteinleitung) Oberflächenwasserkontaminationen eingetreten sein.
Luft:
Emissionen über den Luftpfad sind bei Betriebsstillstand nicht zu erwarten.
2.2
Gefährdete Schutzgüter und relevante Pfade
Gefährdete Schutzgüter sind:
- Boden
- Grundwasser
- Oberflächenwasser.
Menschen, Tiere und Pflanzen sind durch Nutzung der o.g. Schutzgüter bzw. durch direkten Kontakt mit
den Stoffen gefährdet
2.3
Gefährdungsabschätzung nach der Sächsischen Altlastenmethodik
Agrochemische Zentren bedingen aufgrund des durch die verwendeten Stoffe implizierten
Gefährdungspotentials eine Bewertung nach Sächsischer Altlastenmethodik (SALM).
2.3.1 Verdachtsfallerfassung und Formale Erstbewertung
Im Sächsischen Altlastenkataster SALKA erfolgt die Erfassung und Formale Erstbewertung der
Altstandorte, die programmgestützt realisiert wird. Für Standorte Agrochemischen Zentren sind folgende
Kriterien zu beachten:
(7) Art der Verdachtsfläche:
Flächen der Agrochemischen Zentren sind generell als Altstandorte zu bewerten. Dabei ist die Bewertung
entsprechend verdachtsflächenbezogen vorzunehmen.

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(14/ 15) Fläche/ Volumen:
Es sind die relevanten Bereiche, also die Bereiche auf denen mit agrochemischen Stoffen umgegengen
wurde bzw. die von der Exposition betroffen sein könnten, abzuschätzen. Zu den möglicherweise
kontaminierten Flächen sind zu rechnen:
Umschlagsplätze,
freie und geschlossene Lagerbereiche,
Reinigungsflächen für Geräte,
betriebliche Kläranlagen, Spritzbrüheentsorgung (Kanalisation)
Wartungs- und Werkstattbereiche (hier nicht Untersuchungsgegenstand),
Wartungs- und Werkstattbereiche sind anschließend gesondert zu bewerten.
(18) Sohllage zum Grundwasser:
Wenn keine Kenntnis über den tiefsten Schadstoffpunkt vorhanden ist, gilt als Bezugspunkt die Tiefe von
unterirdischen Anlagen wie z.B. der Abwasserkanäle oder der unterirdischen Lagerbereiche.
(20) Einordnung in Branchenschlüssel und Belastungsstufe
Tab. 7: Einordnung in Branchenschlüssel und Gefährdungsklasse, S
ÄCHSISCHES STAATSMINISTERIUM FÜR
UMWELT UND LANDESENTWICKLUNG (1997)
Branchennummer
Branchenbezeichnung
Gefährdungsklasse
4000
Agrochemisches Zentrum
35
4060
Lager für
Schädlingsbekämpfungsmittel
35
2.3.2 Historische Erkundung und Bewertung (Beweisniveau 1)
Die Historische Erkundung ist nach SALM für die Schutzgüter Boden, Grundwasser und
Oberflächenwasser (in Vorbereitung) durchzuführen. Zur Auswertung ist das Programm GEFA
(aktuelle Version V 3.0) heranzuziehen, S
ÄCHSISCHES STAATSMINISTERIUM FÜR UMWELT UND
LANDESENTWICKLUNG (1995 b), SÄCHSISCHES STAATSMINISTERIUM FÜR UMWELT UND
LANDESENTWICKLUNG (1995 c), SÄCHSISCHES STAATSMINISTERIUM FÜR UMWELT UND LANDESENT-
WICKLUNG (1998).
Agrochemische Zentren sind i. d. R. solide gebaut und versiegelt. Eine Historische Erkundung beinhaltete
eine erste Ortsbegehung. Diese Ortsbegehung sollte eine erste Begutachtung der versiegelten Fläche und
der Kanalisation bzw. betrieblichen Kläranlage auf markante Undichtigkeitspunkte beinhalten.
Bei den Betriebsrecherchen im Rahmen der Historischen Erkundung wird die Bestimmung der Art des
Lagerinventars und des Zustandes der Lager eine wesentliche Rolle für die Gefährdungsabschätzung
spielen. In der Regel wurden Zwischenlager im Freien am Rande der Ausbringungsfläche benutzt. Die
Kapazität der Schläge bzw. die flächenbezogene Austragsdosis sind über die betriebsinterne
Dokumentation der LKW- Fuhren recherchierbar. Somit sind Erkenntnisse zum Austrag von Dünge- und
Pflanzenschutzmittel gewinnbar. Die Ausbringung bzw. der Umgang mit den PSM läßt im Umfeld eine
langsame Dekratierung des Bodens und des Grundwassers besorgen.

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Stoffgefährlichkeit r
0
:
Tab. 8: Zuordnung der branchenspezifischen Gefährdung, S
ÄCHSISCHES STAATSMINISTERIUM FÜR UMWELT
UND LANDESENTWICKLUNG (1995 c)
Branchennummer
Branchenbezeichnung
r
0
-Wert
4000
Agrochemisches Zentrum
4,0 – 6,0
4060
Lager für
Schädlingsbekämpfungsmittel
6,0
Bei einer Lagerung von PSM ist ein Herangehen mit dem Faktor r
0
= 6 notwendig. Bei einer
ausschließlichen Düngemittellagerung sollte auf r
0
= 4,0 orientiert werden.
Örtliche Bedingungen, m-Werte:
Schadstoffabhängige Faktoren werden im folgenden eingegrenzt.
Grundwasser m
I
:
- Lage zum Grundwasser: Generell ist m
I
= 1,2. Bei Kontaminationen, die im Grundwasserbereich
liegen, ist eine höhere Bewertung anzusetzen.
- Oberflächenabdeckung: Die Flächen der Agrochemischen Zentren sind versiegelt oder anderweitig
gegen Austrag in den Boden und in das Grundwasser geschützt (Betonplatte, Asphalt);
m =
±
0.
Bei Pflanzenschutzmittellagern ist auf die ordnungsgemäße Abdeckung zu achten. In den
Agrochemischen Zentren der DDR wurden die Pflanzenschutzmittel in einer festen Umhausung unter
Verschluß gehalten.
- Oberflächenabdichtung: Die Umschlagplätze sind i.d.R. versiegelt (Betonplatten), Düngemittel-lager
ausschließlich Freilager und PSM- Lager sind überdacht und umbaut. Damit ist der Schutz gegen
Auswaschung durch Niederschlagswasser gegeben. Sind diese Faktoren vorhanden, kann
m = -0,1 angesetzt werden.
Ein wichtiger Bewertungsgrundsatz für den Schadstoffaustrag ist die Prüfung der Dichtigkeit:
-
des Daches,
-
der Regenwasserableitung,
-
der Versiegelung,
-
der Kanalisation bzw. der betrieblichen Kläranlage.
Die Reinigung der Lagerflächen erfolgte in Form von Ausspritzen und Einleiten in die Kanalisation.
Dadurch wird bei Undichtigkeiten der Kanalisation bzw. der betrieblichen Kläranlage eine Integration
der Schadstoffe über den Pfad Boden in das Schutzgut Grundwasser vollzogen. Bei Undichtigkeiten
des Daches können die gelagerten Stoffe teilweise gelöst und durch auftretende Risse in der
Versiegelung über den Boden in das Grundwasser geführt werden.
Fazit: Bei vorhandenen Undichtigkeiten erfolgt eine Bewertung von
m =
±
0.
- Löslichkeit: Der Schadstoffaustrag in das Grundwasser wird stark von der Löslichkeit der zu
bewertenden Stoffe bestimmt. Bei flüssigen und sehr leicht löslichen Düngemitteln erfolgt die höchste
Bewertung im Programm GEFA.
Tab. 9: Physikalischen Eigenschaften ausgewählter PSM- Wirkstoffe, W
ASSER & BODEN (1999)
Wirkstoff
Bentazon
Chloridazon
Isoproturon
Metribuzin
Wasserlöslichkeit
bei 20 °C [mg/l]
570
340
65
1050
k
d
oder
(K
OC
)
13,3-176
(89-340)
0,8-4,2
0,32-0,87

Seite
10
Grundwasser m
II
:
- Abbaubarkeit:
PSM: Eine mikrobielle Abbaubarkeit ist nur sehr eingeschränkt möglich, daher
m =
±
0
nur Düngemittel:
m = -0,1.
Grundwasser m
III
:
-
Abbaubarkeit: Abbaubarkeit von Schadstoffen aus Düngemitteln ist vorhanden;
m = -0,1.
Düngemittel besitzen anorganische Bestandteile aus den Komponenten N, P, K, Ca, Mg die in ihren
Verbindungen durch Mikroorganismen abgebaut werden können und als reaktionsträges Produkt
vorliegen.
Bei den organischen Bestandteilen der PSM spielt die Biotoxizität eine wesentliche Rolle.
Pflanzenschutzmittel mit hoch toxischen Wirkstoffen (z. B. Champhechlor, Demephion, Lindan)
werden durch die Biozönose nicht abgebaut;
m =
±
0.
Grundwasser m
IV
:
- Aufbereitungsmöglichkeit: Aufgrund des toxischen Potenzials von Pflanzenschutzmitteln werden an
die Wasseraufbereitung hohe Anforderungen gestellt. Die Verwendung von Hochleistungsbiofiltern
bei der Aufbereitung von PSM- belasteten Grundwässern kann zu einer Zerstörung des biologischen
Rasens und somit zum Ausfall des Filters führen. Daher wird eine Verwendung von Aktivkohle-filtern
(Adsorption an der großen Filteroberfläche) empfohlen. Für Grundwässer mit anorganischen
Düngemittelbelastungen (Nitrat, Ammonium, Phosphat, Calcium etc.) können die konservativen
Aufbereitungsmechanismen wie Flockung mit Flockungshilfsmittel, Flotation mit oberflächenaktiven
Substanzen und Flotationsmitteln sowie die biologische Aufbereitung (Belebungsverfahren der
Denitrifikation) genutzt werden. Von einer Verwendung von Kiesfiltern ist aufgrund des hohen
Löslichkeitsproduktes der agrochemischen Produkte abzuraten.
Boden m
I
:
- Fallzuordnung: Erfahrungsgemäß werden von den vier genannten Fallarten, Fall 1 (Boden der Altlast
m
I
= 1,0) und Fall 2 (Boden der Umgebung der Altlast m
I
= 0,6) für die Bewertung herangezogen.
Der Schadstoffaustrag der Kontaminanten ist je nach Fall zu spezifizieren:
Boden m
II
:
Die Bewertung ist mit dem Versiegelungsgrad und dem Zustand der Versiegelung sowie den
unterirdischen Bauwerken abzugleichen.
Boden m
III
:
- Abbaubarkeit: Abbaubarkeit der Düngemittelkomponenten ist möglich (vgl. GW m
II
). Bei den
ökotoxischen PSM- Wirkstoffen ist der Abbau nur bedingt bzw. nicht erreichbar.
- Verweilzeit im Boden: Düngemittel und PSM sind aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften
(Löslichkeit, Aggregatzustand [granuliert, flüssig]) sehr gut mobilisierbar;
m = -0,1.
-
Sorption/ Bindungsstärke: Die Bioverfügbarkeit ist nach dem DVWK- Merkblatt 212 Teil I,
Tafeln 4, 5, 6 für die Abschätzung der Bindungsstärke vorzunehmen.
-
Wirkung: Bei PSM- Havarien bzw. unsachgemäßer Ausbringung ist mit einer definitiven Wirkung der
Kontaminanten auf Pflanzen und andere Lebewesen zu rechnen. Eine Erhöhung bis 0,2 ist zu prüfen.
Boden m
IV
:
Bei der beprobungslosen Historischen Erkundung nach SALM liegen häufig analytische Ergebnisse zu
auftretenden Schadstoffen aus Akten vor. Bei den Untersuchungen handelt es sich um betriebsinterne
Analysen des Bodens und des Abwassers. Diese wurden in der Vergangenheit genau dokumentiert und
unter Verschluß gehalten. Bei den Recherchen sind besonders den Quellen der Havariezuständigen
(Havariebücher), Arbeitsschutz- oder Umweltschutzbeauftragten des jeweiligen Standortes nachzugehen.

Seite 11
2.3.3
Technische Erkundung (Beweisniveau 2 und 3) und Bewertung
Die Orientierende Untersuchung (OU) und Detailuntersuchung (DU) sind nach S
ÄCHSISCHES LANDESAMT
FÜR
UMWELT UND GEOLOGIE (1998), (1999), (1995) durchzuführen.
Eine Bewertung erfolgt nach BB
ODSCHV (1999) und SÄCHSISCHES LANDESAMT FÜR UMWELT UND
GEOLOGIE (2000, in Vorbereitung, a) und
- bei der OU entsprechend S
ÄCHSISCHES STAATSMINISTERIUM FÜR UMWELT UND
LANDESENTWICKLUNG (1995 b), (1995 c)
- bei der DU entsprechend S
ÄCHSISCHES LANDESAMT FÜR UMWELT UND GEOLOGIE (2000, in
Vorbereitung b).
Orientierende Untersuchung (Beweisniveau 2)
Die Orientierende Untersuchung muß anhand erster Standortuntersuchungen und Analysen den
Altlastenverdacht bestätigen oder widerlegen. Beispielhafte aber typische Analysenpläne (ACZ mit PSM
und Düngemitteln) sind in den Tabellen 10 und 11 enthalten. Sie können als Grundlage für die OU
genutzt werden, sind aber an den Einzelfall anzupassen.
Im Beweisniveau 2 erfolgt nochmals eine formale Bewertung analog Beweisniveau 1. Dabei sind die ro-
Werte anhand der als relevant eingeschätzten (aus Analysen) Stoffe zu spezifizieren.
Ausgangspunkt der Untersuchungen sind die Umschlag- und Lagerplätze und Prüfungen der Dichtigkeiten
der Versiegelung, der Kanalisation bzw. der betrieblichen Kläranlage. Diese Dichtigkeitsprüfungen geben
Aufschluss über mögliche Schadstoffherde, die dann durch eine Verengung des Sondierrasters lokalisiert
werden müssen.
Für die Gefährdungsabschätzung sind Vergleichsbeprobungen zur lokalen Hintergrundbelastung (auch zu
Bodenwerten) erforderlich.
Boden:
Für die Bodenuntersuchungen werden Proben aus verschiedenen Schichten unterschiedlicher
Teufen entnommen und analytisch untersucht. Die Endteufen sollten bis zum Anschnitt des Grundwassers
bzw. Schichtenwassers reichen. Proben sind bei organoleptischen Auffälligkeiten, bei geologischem
Schichtenwechsel und im GW- Anschnittbereich, jedoch mindestens eine Probe pro Meter zu entnehmen,
DIN 4022 (1987), DIN 4023 (1984). Für die agrochemischen Untersuchungsparameter wird sich aufgrund
der Mobilisierung der Schadstoffe eine Akkumulation bei geologischem Schichtenwechsel zur kleineren
vertikalen Durchlässigkeit und im GW-Anschnittbereich vollziehen.
Grundwasser:
Der Analysenplan der Orientierenden Untersuchung ist abhängig von den eingelagerten
und umgeschlagenen Stoffen.
Tabelle 10 enthält ein Beispiel eines Analysenplanes bei Umgang mit PSM und Tabelle 11 eines
Analysenplanes bei Umgang mit Düngemitteln.

Seite
12
Tab. 10: Beispiel eines standortspezifischen Analysenplanes für PSM,
PFLANZENSCHUTZMITTEL (1986)
Handelsnamen der DDR
Analysenparameter
(Beispiele)
Malzid combi, Hormin, Woldusin, bercema-
Aero-Super, bercema-Becasol
Chlorphenoxycarbonsäuren
Azaplant-Kombi, Simazin 50%, Trazalex,
Uvon-Kombi 33, Yrodazin
Triazine und Phenylharnstoffe, Fluor, Brom,
Chlor
Helm-Endosulfan, Pflanzol, Thiodan 35
Chlororgano-Pestizide + Metaboliten, PCP,
TCP, EOX, AOX, Fluor, Chlorid, Sulfat,
Nitrat, Ammonium
Elburon, Faliherban, Gesaprimcombi 50 WP,
Wonuk
Triazine und Phenylharnstoffe, Fluor, Brom,
Chlor
Bi 58 EC, Wofatox, Oleo-Wofatox
Phosphororgano-Pestizide, AOX, Chlorid,
Sulfat, Fluor, Brom, (BTEX)
Namedit, Plantulin, Trazalex, Trizilin
Chlororgano-Pestizide + Metaboliten, TCA,
TCP, Fluor, Chlorid, Sulfat, Nitrat, Ammonium
Ambush 25 EC, Ripcord 10
Pyrethroide, Chlor
berecema-Zineb 90, Triticol
Carbamate
berecema-Zineb-Kupfer, Santar
Cu, Sn, As, Hg, Cr-(VI), Cr
ges
Neben den spezifischen Analysenplan für PSM, der aus den Handelsprodukten erstellt wurde, sind für
Düngemittel die Leitparameter pH-Wert, elektrische Leitfähigkeit und die Anionen von Bedeutung.
Tab. 11: Beispiel eines Analysenplanes für Düngemittel,
POKORNY (1979)
Düngemittel
Handelsname der DDR (Bsp.) Analysenparameter
Stickstoffdünger
Kalkammonsalpeter (KAS)
NH
4
+
, NO
3
-
, pH-Wert,
Leitfähigkeit
Phosphatdünger
Superphosphat
SO
4
2-
, PO
4
3-
, pH-Wert,
Leitfähigkeit
Kaliumdünger
Kamex, Kainit
Cl
-
, SO
4
2-
, pH-Wert,
Leitfähigkeit
Kalkdünger
Kalkmergel, Kamsdorfer Mg-
Mergel
pH-Wert, Leitfähigkeit
Magnesiumdünger
Kieserit- Konzentrat
SO
4
2-
, pH-Wert,
Leitfähigkeit
Detailuntersuchung (Beweisniveau 3)
Die Detailuntersuchung muß anhand detaillierter Untersuchungen feststellen, ob eine Altlast vorliegt oder
nicht. Eine Bewertung erfolgt anhand von konkreten Expositionsabschätzungen und nicht mehr anhand
eines Prüf- und Maßnahmenwertvergleiches und auch nicht mehr anhand der formalen Bewertung mit
GEFA.

Seite 13
2.4
Sanierung
Im allgemeinen ist der Einsatz aller Sanierungsverfahren möglich. In-situ-Verfahren sind für die
Sanierung im Grundwasserbereich durchführbar. Nachteil der in-situ- Grundwassersanierung ist die
aufwendige räumliche Überwachung der Dekontaminationsprozesse.
Bei agrochemisch bedingten Kontaminationen des Bodens mit organischen Schadstoffen sind on-site und
off-site Verfahren der Bodenwaschanlagen oder thermischen Bodenaufbereitung möglich. Bei GW-
Kontaminationen mit organischen Schadstoffen ist ein Abpumpen und Reinigen über Aktivkohlefilter
gängige Praxis.
Bei den on-site- und off-site- Verfahren ist die Überwachung der Reinigung mit moderner Meßtechnik an
einem Ort möglich. Bodensanierungen werden über chemisch-physikalische, zum Teil biologische oder
thermische Aufbereitungsverfahren on-site bzw. off-site realisiert.
Oberflächenabdichtung und Einkapselung im Rahmen der Sicherung sind für Düngemittelbelastungen
aufgrund der hohen Mobilität der Schadstoffe nicht relevant und werden in diesem Merkblatt nicht weiter
ausgeführt.
2.4.1 Thermische Sanierungsverfahren für Böden
Mit den thermischen Maßnahmen zur Dekontamination werden alle anorganischen und organischen
brennbaren Schadstoffe eliminiert bzw. umgewandelt.
Wirkungsgrad und Kosten
Niedertemperaturverfahren sind bei vergleichbarer Reinigungsleistung gegenüber den Hoch-
temperaturverfahren energieärmer und schonender,
Thermische Verfahren besitzen den höchsten Wirkungsgrad, aber auch einen hohen Energieverbrauch.
Die mittleren Kosten werden auf 220 DM/t in Abhängigkeit von der Tonnage geschätzt (Quelle:
Auskunft Entsorgungsfirma SUC).
2.4.2 Extraktions- und Waschverfahren für Böden
Stand der Technik
Das Suspensions-Strip-Verfahren u. a. nach Bilfinger + Berger, F
ISCHER & KÖCHLING (1993), ist zur
Dekontamination chlorierter Kohlenwasserstoffe, Aromaten und kurzkettiger Kohlenwasserstoffe
geeignet. System TerraCon ist ein Bodenwaschverfahren, welches so konzipiert ist, daß es mit
entsprechender Steuerung und Betriebsweise für alle üblichen Kohlenwasserstoffkontaminationen
anwendbar wird, F
ISCHER & KÖCHLING (1993). Die Bodenwaschverfahren verfolgen das Ziel, ohne
größeren Chemikalieneinsatz und thermischen Energieaufwand die Schadstoffe zu entfernen. Dabei wird
eine mechanische Aufbereitung oder Suspensierung des Bodens mit anschließendem Waschverfahren
unter Zugabe von oberflächenaktiven Stoffen praktiziert.
Eignung/ Anwendung
Die Grenze dieser Verfahren liegt in der Korngröße des Bodens. Ein hoher Schluffanteil ist technisch
beherrschbar, aber die Durchsatzleistung sinkt erheblich ab. Mit einigen Verfahren lassen sich organische
Kontaminanten aus rolligem und bindigem Material herauslösen.

Seite
14
Wirkungsgrad und Kosten
Der mittlere Wirkungsgrad ist stark abhängig von der Bodenfraktion.
Böden mit über 30 % anfallenden Reststoffen sind aus ökonomischen und ökologischen Gesichts-
punkten nicht empfehlenswert.
Die mittleren Kosten sind abhängig von der Schadstoffart und der Tonnage. Sie werden mit 130 bis
140 DM/t geschätzt (Quelle: Auskunft Entsorgungsfirma SUC).
2.4.3 Biologische Verfahren der Dekontamination von Böden
Für Böden mit agrochemischen Kontaminationen sind biologische Dekontaminationsverfahren
grundsätzlich möglich aber aufgrund der starken Ökotoxizität einiger PSM- Wirkstoffe nur bedingt
geeignet.
Stand der Technik
Für PSM- kontaminierte Böden gibt es derzeit wenig Erfahrung auf dem Gebiet der in-situ-Prozesse. On-
site und off-site-Aufbereitungen werden schon länger angewandt:
-
Beetverfahren,
-
Mietenverfahren,
-
Bioreaktor.
Eignung/ Anwendung
-
Gute Eignung ist bei organischen Kohlenwasserstoffen gegeben.
- Die Bodensanierungen mit biologischen Verfahren sind bei ökotoxischen Kontaminanten nicht bis
nur bedingt geeignet.
Wirkungsgrad und Kosten
- Im Gegensatz zu anderen Verfahren mit vergleichbarem Wirkungsgrad erfordern biologische
Maßnahmen einen hohen Zeitaufwand und Platzbedarf.
- Eine Einschätzung der Kosten setzt Deklarationsanalysen zur Bestimmung des Schadstoffinventars
voraus.
2.4.4 Hydraulische Maßnahmen zur GW-Sanierung
Stand der Technik
Verfahren der GW-Dekontamination mit PSM- Schadstoffen mit hohem ökotoxischem Potential (z. B.
Champhechlor, Demephion, Lindan) sind:
-
Adsorption mit Aktivkohle,
-
Flüssig-Flüssig-Extraktion.
Biologische Reinigungsverfahren des gehobenen Grundwassers sind nach F
ISCHER & KÖCHLING (1993):
-
Belebungsverfahren,
-
Tropfkörperverfahren,
-
Tauchkörperverfahren.
Die biologischen Verfahren sind für Schadstoffe mit einem minderen ökotoxischen Potential
(z.B. N, P, K-Dünger, Bi 58 EC < 20 mg/l) geeignet.

Seite 15
Die Belebungsverfahren sind aus den Abwasserbehandlungen in Kläranlagen für die GW-Sanierung
entwickelt worden. Dabei wird der Kontakt zwischen Schadstoff und Mikroorganismus durch künstliche
Belüftung und Erhöhung der Organismendichte optimiert. Es stellen sich schnelle Abreinigungsraten für
Kohlenwasserstoffe ein. Tropfkörperanlagen ähneln den Adsportionanlagen, jedoch sind die
Filterelemente mit Mikroorganismen geimpft. Das Tauchkörperverfahren umfaßt die Wirkungsweisen des
Belebungsverfahrens und des Tropfkörperverfahrens.
Für Grundwässer mit anorganischen Düngemittelbelastungen (Nitrat, Ammonium, Phosphat, Calcium
etc.) können auch Aufbereitungsmechanismen wie Flockung mit Flockungshilfsmittel sowie Flotation mit
oberflächenaktiven Substanzen und Flotationsmitteln genutzt werden. Einer Verwendung von Kiesfiltern
ist aufgrund des hohen Löslichkeitsproduktes der agrochemischen Produkte abzuraten.
Die biologischen Grundwasserreinigungsverfahren stammen aus der Abwasseraufbereitung, es liegen
somit praxisorientierte Erfahrungen vor. Sie sind für PSM- Schadstoffe nur bedingt geeignet.
Wirkungsgrad und Kosten
Die biologischen Reinigungsverfahren erfordern in der Regel eine höhere Wirkdauer. Für den Einsatz
biologischer Verfahren zur Dekontamination werden Deklarationsanalysen für die Optimierung der
Reinigungsprozesse empfohlen.
Biologische Reinigungsverfahren rufen eine hohe Akzeptanz in der Öffentlichkeit hervor.
Im allgemeinen besitzt die biologische GW-Dekontamination einen Wirkungsgrad, der von vielen
Einflüssen wie Standortbedingungen und Milieu, Nahrungsangebot etc. bestimmt wird.
2.4.5 Sanierungsüberwachung und -kontrolle
Während der Sanierung ist eine Überwachung im Sinne der meßtechnischen Begleitung (Prozeßtechnik
und Arbeitsschutz) notwendig.
Nach der Sanierung muß eine Kontrolle der Einhaltung der Sanierungsziele erfolgen. Im Ergebnis dieser
Kontrolle kann auch eine längerfristige Überwachung notwendig werden z.B. bei Sicherungsmaßnahmen.
2.4.6 Anbieter von Leistungen zur Altlastenbehandlung
Firmen und Einrichtungen, die sich mit der Behandlung von Altlasten beschäftigen, sind dem
Anbieterverzeichnis von Leistungen zur Altlastenbehandlung im Freistaat Sachsen zu entnehmen.
Informationen aus diesem Verzeichnis sind über die IHK- Niederlassungen Sachsens bzw. deren Internet-
Adressen erhältlich:
-
http://www.chemnitz.ihk.de,
-
http://www.leipzig.ihk.de
und
-
http://www.dresden.ihk.de.
Weiterhin sind in Fachzeitschriften (z.B. Grundwasser - Zeitschrift der Fachsektion Hydrogeologie,
Wasser & Boden, Korrespondenz Abwasser, Umwelt News, Altlastenspektrum, Altlasten-Aktuell),
Publikationen über innovative Altlastenbehandlungen und Anbieter von Leistungen zur Altlasten-
behandlung recherchierbar.
In Arbeit ist eine Publikation mit Referenzobjekten zu den branchenbezogenen Altlasten, die im Rahmen
des Sächsischen Altlastenfachinformationssystems "SALFA-WEB" im Internet
(http://www.lfug.de)
und
auf CD-ROM veröffentlicht werden.

Seite
16
3
Literaturhinweise
AGRODIENST LEIPZIG GMBH (1991): Betriebsgutachten - Umweltschutz des Agro- Service Kleinzschepa,
Agrodienst Leipzig GmbH, Liebertwolkwitz, September 1991.
BB
ODSCHV (1999): Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung, BGBl. IS. 1554
DIN 4022 (1987): Baugrund und Wasserbohrungen, DIN- Taschenbuch 91 , Bohrarbeiten,
Brunnenbauarbeiten, Wasserhaltungsarbeiten, Beuth Verlag GmbH Berlin, Köln.
DIN 4023 (1984): Baugrund und Grundwasser, Teil 1 bis 3, DIN- Taschenbuch 91 , Bohrarbeiten,
Brunnenbauarbeiten, Wasserhaltungsarbeiten, Beuth Verlag GmbH Berlin, Köln.
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Freistaat Sachsen, Materialien zur Altlastenbehandlung in Sachsen.
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Landwirtschaftsverlag Berlin.
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Methoden, Materialien zur Altlastenbehandlung, Band 7/95, Dresden
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Erkundung von Altlasten, Materialien zur Altlastenbehandlung in Sachsen, Band 3/98, Dresden.
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Altlastenbehandlung in Sachsen, Dresden
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ÄCHSISCHES LANDESAMT FÜR UMWELT UND GEOLOGIE (2000, in Vorbereitung, a): Empfehlung zur
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Sachsen, Dresden
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ÄCHSISCHES LANDESAMT FÜR UMWELT UND GEOLOGIE (2000, in Vorbereitung b): Detailuntersuchung,
Materialien zur Altlastenbehandlung in Sachsen, Dresden
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Handhabung von Prüf- und Maßnahmenwerten für die Gefährdungsabschätzung in Sachsen, Materialien
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fallerfassung und formale Erstbewertung, Handbuch zur Altlastenbehandlung, Teil 2, Dresden.
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