1
Anbauempfehlung zu Kurz-Umtriebs-Plantagen bzw. Schnellwachsenden
Baumarten
Dr. Kerstin Jäkel, LfULG
Einer der wichtigsten Rohstoffe für die stoffliche und energetische Verwertung ist das
Holz. Holz ist vielfältig in vielen Bereichen verwendbar. Mit dem Anbau
Schnellwachsender Baumarten auf Ackerland ließe sich das Holzaufkommen
steigern. Das bietet für den Landwirt viele Vorteile. Positiv ist der Anbau auch für die
Natur, besonders wenn breite Streifen durch größere Schläge gezogen werden. Der
Vorteil liegt besonders im Erosionsschutz und in der Biodiversität. Will der Landwirt
auf dem Acker beim Anbau von Schnellwachsenden Baumarten auch weiterhin eine
Direktzahlung erhalten, dürfen nur die Baumarten Weide, Pappel, Robinie, Birke,
Erle, Esche und Eiche angepflanzt werden. Diese müssen einmal in 20 Jahren
beerntet werden. Die Baumarten eigen sich unterschiedlich gut für bestimmte
Standorte und Nutzungsmöglichkeiten. Für die
energetische Verwertung
werden
hauptsächlich Pappeln und Weiden verwendet, weil sie sehr schnell wachsen. Die
Pflanzung mit Stecklingen erfolgt im Frühjahr. Für einen wirtschaftlichen Erfolg
werden hohe Anwuchsraten (möglichst über 95 %) benötigt. Der Erfolg beginnt
demzufolge mit einem Steckling in hoher Qualität. Geerntet wird alle 3 bis 5 Jahre.
Handelt es sich um einen sehr trockenen Standort, kann auch die Robinie mit
verwendet werden. Trockene Standorte benötigen allerdings in den ersten 2 Jahren
eine Bewässerung, wenn der Niederschlag aus bleibt. Auch über eine Einzäunung
sollte nachgedacht werden, denn Fege- und Fraßschäden durch Wildtiere sind nicht
unerheblich. Im ersten Jahr ist eine Unkrautbekämpfung unumgänglich, damit der
Steckling sich gut entwickeln kann. Fehlstellen oder Entwicklungsverzögerungen
werden in den Folgejahren nicht mehr ausgeglichen.
Bereits zum Anbau sollte man sich über die Nutzung der Bäume im Klaren sein, denn
unterschiedliche Nutzungsformen erfordern unterschiedliche Baumarten und
unterschiedliche Pflanzdichten.
Eine gesicherte Vermarktung ist wichtig für einen guten wirtschaftlichen Erfolg. Die
extensive Anbauform (außer dem Pflanzjahr) ermöglicht dem Landwirt in gewissen
Grenzen auch flexibel auf den Markt und die Jahreswitterung zu reagieren. Wer Holz
hat, kann natürlich auch selbst mit Holz heizen.
Wer sein Holz gut vermarktet oder selbst nutzt, erreicht Gewinne, die einer
durchschnittlichen Marktfruchtfolge gleichen.