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Fruchtfolgegestaltung auf trockenen Standorten
Dr. Kerstin Jäkel, LfULG
In Nord- und Ostsachsen ist der Klimawandel besonders deutlich zu spüren, denn hier
treffen trockene, sandige Böden mit höheren Temperaturen und höherer Verdunstung
zusammen. Auf diesen Standorten ist die Wasserversorgung der limitierende Faktor. Doch
mit solchen Situationen müssen die Landwirte vor Ort zurechtkommen.
Neben den klassischen Fruchtarten wie Roggen und Kartoffeln ist auch der Mais als C4-
Pflanze auf diesen Standorten am besten geeignet. Auch Zuckerrüben liefern, im Vergleich
zu anderen Fruchtarten, gute Erträge. Von Luzerne- und Ackergräsern muss jedoch
abgeraten werden. Die Erträge dieser Fruchtarten kommen bei weitem nicht an die Erträge
der bereits genannten Fruchtarten heran. Da nur wenig Kartoffeln und Zuckerrüben
angebaut werden und die Selbstfolge von Mais über mehrere Jahre ackerbaulich nicht
empfehlenswert ist, sollte man sich nach anderen, neuen und an die trockneren
Bedingungen besser angepasste Pflanzen umsehen. Sorghum bicolor (Futterhirse) wäre
eine gute Alternative zum Mais. Auf einem trockenen Standort in Nord-Sachsen lieferte sie
im Durchschnitt von 5 Jahren einen Trockenmasseertrag von 180 dt/ha. Der Mais, im
Durchschnitt von 6 Jahren, nur 143 dt/ha. Sorghum bringt nicht nur hohe Erträge, sondern
hat auch einige ökologische Vorteile gegenüber Mais (z.B. trockentoleranter, weniger N-
Austrag). Bei den Sommerzwischenfrüchten liefern die Sudangrashybriden mit Abstand die
besten Ergebnisse. So kann nach der Ernte einer Getreideganzpflanze im Juni mit einem
guten Gesamtertrag gerechnet werden, wenn eine frühe Sudangrashybridsorte verwendet
wird.
Abfrierende Zwischenfrüchte, wie Phacelia und Senf, sind zur Auflockerung in den
Fruchtfolgen immer willkommen. Die Nutzung von Grünroggen als Ganzpflanzensilage kann
in Jahren mit guter Wasserversorgung zum Betriebserfolg beitragen. Jedoch ist Vorsicht bei
Wasser zehrenden Zwischenfrüchten geboten, wenn die folgende Hauptfrucht nicht über
genug Wasser verfügt.
Folgende dreigliedrige Fruchtfolgen können in Futterbau- und Biogasanlagenbetrieben
empfohlen werden:
1. Jahr
2. Jahr
3. Jahr
Senf (SZF) Sorghum bicolor
Grünroggen (WZF) Mais
Wintertriticale Phacelia
Wintertriticale (GPS)
Sudangrashybride (SZF)
Mais
Wintergerste
SZF Sommerzwischenfrucht
WZF Winterzwischenfrucht
GPS Ganzpflanzensilage
In Marktfruchtbetrieben baut man in die Fruchtfolge Winterroggen, Kartoffeln, Zuckerrüben
Raps und Wintergerste mit ein.
Unsere Agrarlandschaft verfügt oftmals über zu wenige Blütenpflanzen, die sowohl für die
Insekten als auch zur Landschaftsgestaltung wichtig sind. Hier kann man mit der
mehrjährigen Durchwachsenen Silphie gute Erfolge erzielen. Sie bringt Erträge von ca. 125
dt TM/ha und kann in Biogasanlagen eingesetzt werden. Streifen mit solchen Blühpflanzen
tragen zur Aufwertung der Landschaft mit bei.