Rahmenhygieneplan
für Rettungs- und Krankentransportdienste
erarbeitet vom:
Länder-Arbeitskreis
zur Erstellung von Hygieneplänen nach § 36 IfSG
Gesundheitsamt im Bezirksamt Spandau von Berlin
Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg
Landesamt für Gesundheit und Soziales Mecklenburg-Vorpommern
Niedersächsisches Landesgesundheitsamt
Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsen
Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt
Thüringer Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz
Autorenkollektiv:
aktuell:
Dipl.-Med. Gudrun Widders, Berlin-Spandau; Antje Schmidt, Brandenburg; Dr. Margret Seewald,
Brandenburg; Dr. Rosmarie Poldrack, Mecklenburg-Vorpommern; Peter Bergen, Niedersachsen; Dr. Axel
Hofmann, Sachsen; Dr. Claudia Kohlstock, Sachsen-Anhalt; Dr. Bernhard Schicht, Sachsen-Anhalt;
Alexander Spengler, Thüringen
Stand: März 2011

Rahmenhygieneplan für Rettungs- und Krankentransport
Stand März 2011
2
Inhaltsverzeichnis
1
Einleitung ................................................................................................................. 4
2
Risikobewertung, Hygienemanagement und Verantwortlichkeit .............................. 5
2.1
Risikobewertung ............................................................................................... 5
2.2
Hygienemanagement und Verantwortlichkeiten ............................................... 6
2.3
Organisation von Krankentransporten .............................................................. 6
3
Standardhygiene...................................................................................................... 7
3.1
Hygieneanforderungen an Einsatzfahrzeuge und deren Ausstattung ............... 7
3.2
Reinigung, Desinfektion, Sterilisation ............................................................... 8
3.2.1 Allgemeine Anforderungen bei Auswahl und Anwendung von
Desinfektionsmitteln ........................................................................................ 8
3.2.2 Händehygiene ................................................................................................. 8
3.2.3 Hautdesinfektion (Hautantiseptik) beim Patienten .......................................... 9
3.2.4 Reinigung und Desinfektion des Einsatzfahrzeuges ..................................... 10
3.2.5 Aufbereitung von Medizinprodukten (MP) und Sterilgutlagerung .................. 11
3.3
Wäschehygiene und Bekleidung .................................................................... 15
3.4
Abfallbeseitigung ............................................................................................ 17
3.4.1 Art der Abfälle und ihre Entsorgung .............................................................. 17
3.4.2 Allgemeine Hinweise zum Sammeln, Transport, Lagern, Beseitigen von
Abfällen ......................................................................................................... 18
4
Ausstattung der Rettungswache ............................................................................ 18
4.1
Krankenhaushygienische Erfordernisse ......................................................... 18
4.2
Aufbereitungsraum/ -räume ............................................................................ 19
5
Anforderungen nach der Biostoffverordnung ......................................................... 19
5.1
Gefährdungsbeurteilung ................................................................................. 19
5.2
Arbeitsmedizinische Vorsorge ........................................................................ 20
5.2.1 Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung ................................................. 20
5.2.2 Impfungen für die Beschäftigten ................................................................... 21
6
Transport von Patienten mit hochkontagiösen Infektionskrankheiten .................... 21

Rahmenhygieneplan für Rettungs- und Krankentransport
Stand März 2011
3
Anlagen
Anlage 1
Literatur - wichtige rechtliche Grundlagen und fachliche Standards
Anlage 2
Auszug aus der Richtlinie für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention
Anlage 3
Auszug aus der AWMF-Leitlinie zur Hygiene in Klinik und Praxis
Anlage 4
Tabelle zu ausgewählten Infektionskrankheiten und –erregern
Anlage 5
Hygienemaßnahmen beim Auftreten multiresistenter Erreger
Anlage 6
Beispiel- Desinfektions- und Reinigungsplan für den Bereich Persönliche Hygiene
Anlage 7
Beispiel- Desinfektions- und Reinigungsplan für Geräte/ Instrumente
Anlage 8
Beispiel- Desinfektions- und Reinigungsplan für das Fahrzeug
Anlage 9
Beispiel- Desinfektions- und Reinigungsplan für Patientenwäsche
Hinweis:
Aus Gründen der Vereinfachung und besseren Lesbarkeit wird im vorliegenden
Rahmenhygieneplan darauf verzichtet, bei jedem personenbezogenen Begriff jeweils
die weibliche und männliche Form zu nennen. Selbstverständlich sind aber trotz der
Vereinfachung beiderlei Geschlechter ausdrücklich gemeint.

Rahmenhygieneplan für Rettungs- und Krankentransport
Stand März 2011
4
1
Einleitung
Der Rettungsdienst (RD) hat eine flächendeckende und bedarfsgerechte Versorgung
der Bevölkerung mit Leistungen der Notfallrettung und des Krankentransports auf Dauer
sicherzustellen.
Aufgabe der Notfallrettung ist, bei Notfallpatienten unverzüglich Maßnahmen der
Lebenserhaltung und zur Verhinderung schwerer gesundheitlicher Schäden einzuleiten
und durchzuführen, ihre Transportfähigkeit herzustellen und sie unter fachgerechter
Betreuung mit einem Rettungsfahrzeug in eine für die weitere Versorgung geeignete
Behandlungseinrichtung zu befördern. Notfallpatienten sind Verletzte oder Kranke, die
sich in Lebensgefahr befinden, oder bei denen schwere gesundheitliche Schäden zu
befürchten sind, wenn sie nicht unverzüglich medizinische Hilfe erhalten.
Aufgabe des Krankentransports ist darüber hinaus, anderen Kranken, Verletzten oder
sonstigen Hilfebedürftigen nötigenfalls erste Hilfe zu leisten und sie mittels besonders
ausgestatteter und dafür zugelassener Rettungsmittel unter fachgerechter medizini-
scher Betreuung in die weiterversorgende Einrichtung zu befördern.
Dieser Rahmenhygieneplan bezieht sich auf die bodengebundenen Rettungs-
dienste.
Zu beachten sind neben den übergeordneten gesetzlichen Bestimmungen und
Richtlinien (z. B. Infektionsschutzgesetz, Biostoffverordnung und Technische Regeln für
Biologische Arbeitsstoffe) die länderspezifischen Rechtsregelungen.
Personal im Rettungsdienst
Dazu gehören u. a.:
Notarzt
Rettungsassistent
Rettungssanitäter
Rettungsdiensthelfer
Personalpool (ehrenamtliche Mitarbeiter)
Im Rahmenhygieneplan werden alle Personengruppen als Rettungsdienstpersonal
zusammengefasst.
Der Begriff
Einsatzfahrzeug
wird folgenden Fahrzeugtypen zugeordnet:
Krankentransportwagen (KTW)
Rettungstransportwagen (RTW)
Notarztwagen (NAW)
Notarzteinsatzfahrzeug (NEF)
Für den Hygieneplan der Einrichtung sind die Empfehlungen des Rahmenhygie-
neplanes im Hinblick auf einrichtungsspezifische Details und Festlegungen
anzupassen oder zu ergänzen.

Rahmenhygieneplan für Rettungs- und Krankentransport
Stand März 2011
5
Unterschied zwischen Krankentransport und Krankenfahrt
Man unterscheidet zwischen Krankentransport und Krankenfahrt. Ein Krankentransport
unterliegt den Rettungsdienstgesetzen der Länder. Er wird laut § 6 der Krankentrans-
port-Richtlinien mit Krankentransportwagen (KTW) unter medizinisch-fachlicher
Betreuung des Patienten durch qualifiziertes nicht-ärztliches Personal durchgeführt. Die
Fachaufsicht bei Krankentransporten haben u. a. die Gesundheitsbehörden.
Die Krankenfahrt hingegen findet in Mietwagen, Taxen, Liegendmietwagen oder
Behindertentransportwagen ohne medizinisch-technische Ausstattung und ohne
medizinisch-fachliche Betreuung statt. Sie unterliegt dem Personenbeförderungsgesetz
unter Fachaufsicht des Ordnungs- und des Straßenverkehrsamtes. Der behandelnde
Arzt beurteilt laut § 4 der Krankentransport-Richtlinien den aktuellen Gesundheitszu-
stand und die Gehfähigkeit des Patienten im Rahmen einer Gefährdungsabschätzung
und entscheidet dann über die jeweils durchzuführende Transportart.
Die Beförderung von Patienten, die keiner medizinischen Betreuung durch qualifiziertes
Fachpersonal bedürfen, muss nicht durch den Krankentransportdienst geleistet werden.
Hingegen soll ein Krankentransport verordnet werden, wenn dadurch die Übertragung
schwerer, ansteckender Krankheiten durch die Versicherten vermieden werden kann.
MRE*-positive Patienten können prinzipiell öffentliche Verkehrsmittel und somit auch
Taxen benutzen, ohne dass besondere Schutzmaßnahmen erforderlich werden, da von
Patienten, die mit MRE kolonisiert bzw. infiziert sind, in der Regel keine Infektionsgefahr
für gesunde Menschen ausgeht.
In sonstigen Transportunternehmen (z. B. Taxi, Liegendmietwagen), die vorrangig
Patienten zu Dialysen oder Chemotherapien transportieren, sollten vorsorglich
Maßnahmen der Händehygiene und nach jedem Transport eine Flächendesinfektion
von patientennahen Flächen
berücksichtigt werden.
*MRE = Multiresistente Erreger, einschließlich MRSA
2
Risikobewertung, Hygienemanagement und Verantwortlichkeit
2.1 Risikobewertung
Die Wiederherstellung und Erhaltung vitaler Funktionen haben im Rettungsdienst bei
gleichzeitiger Minimierung von Infektionsgefahren Priorität. Im Rettungsdienst existieren
im Wesentlichen die gleichen Infektionsübertragungsmöglichkeiten wie im Kranken-
haus, jedoch sind die Bedingungen am Notfallort bzw. beim Transport des Patienten im
Allgemeinen ungünstiger. Damit ist die Gefährdung von Notfallpatienten zumeist höher
einzuschätzen.
In der Regel ist das Vorliegen einer Infektion bei den Patienten nicht bekannt. Deshalb ist
im Rettungsdienst stets von ungünstigen Voraussetzungen auszugehen.
Für schwerst immunsupprimierte Patienten sind die besonderen Vorgaben oder Hinweise
der verlegenden Einrichtung zu beachten.
Wie auch sonst in der Medizin kann hygienisch nicht korrektes Verhalten, insbesondere
bei invasiven Maßnahmen, vor Ort und im Einsatzfahrzeug die Grundlage für das
spätere Entstehen einer nosokomialen Infektion (NI, Krankenhausinfektion) bilden.

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Allen Hygienemaßnahmen kommt prinzipiell die gleiche Bedeutung zur Verhinderung
nosokomialer Infektionen wie im Krankenhaus oder in ambulanten medizinischen
Einrichtungen zu.
Im Unterschied zum Rettungsdienst ist im Krankentransport eine Risikoabschätzung
sinnvoll, wenn Infektionen oder Besiedelungen mit bestimmten Erregern (z. B.
multiresistente bakterielle Erreger, offene Lungentuberkulose) beim Patienten bekannt
sind. Hieraus lassen sich dann weitere, über die Standardhygiene hinaus gehende,
gezielte Hygienemaßnahmen ableiten.
2.2 Hygienemanagement und Verantwortlichkeiten
Der Leistungserbringer des Rettungsdienstes trägt die Verantwortung für die Sicherung
der hygienischen Erfordernisse und nimmt diese durch Anleitung und Kontrolle wahr. Er
sollte zu seiner Unterstützung einen Hygienebeauftragten oder ein Hygieneteam
benennen. Eine Ausbildung und regelmäßige Fortbildung nach aktuellen fachlichen
Gesichtspunkten ist dabei zu gewährleisten.
Das Rettungsdienstpersonal ist für alle medizinischen Fragen einschließlich der
Einhaltung der Hygiene verantwortlich, der Leistungserbringer für den hygienischen
Zustand der eingesetzten Rettungsmittel.
Zu den Aufgaben des Hygienebeauftragten bzw. -teams gehören:
Erstellung und Aktualisierung des Hygieneplanes
Überwachung der Einhaltung festgelegter Maßnahmen
Durchführung hygienischer Untersuchungen (ggf. in Absprache mit dem Gesund-
heitsamt)
Durchführung und Dokumentation von Hygienebelehrungen.
Der Hygieneplan ist jährlich hinsichtlich seiner Aktualität zu überprüfen und ggf. zu
ändern.
Der Hygieneplan muss für alle Beschäftigten jederzeit zugänglich und einsehbar sein.
Für das Rettungsdienstpersonal sollen neben der Ausbildung regelmäßige (mind.
einmal pro Jahr) Nachschulungen zu Grundfragen der Infektionsprophylaxe durchge-
führt werden. Die Belehrungen sind schriftlich zu dokumentieren.
2.3 Organisation von Krankentransporten
Erkrankungen mit erhöhtem Infektionsrisiko sind dem Krankentransportpersonal bzw.
Rettungsdienstpersonal vor dem Transport mitzuteilen. Die notwendigen Hygiene- und
Vorsichtsmaßnahmen ergeben sich aus der Einteilung der Patienten in die entspre-
chenden Kategorien. Dabei sind vor allem die jeweiligen Übertragungswege der
verschiedenen Infektionserreger zu berücksichtigen.
Das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt in der Richtlinie „Anforderungen der Hygiene
an den Krankentransport einschließlich Rettungstransport in Krankenkraftwagen“ aus
infektionsprophylaktischen Gründen, dass der den Transport veranlassende Arzt die
Krankentransporte jeweils einer bestimmten Gruppe zuordnet (siehe Anlage 2). Eine
etwas differenzierte Kategorisierung vor Transportübernahme empfiehlt die Arbeitsge-

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meinschaft der wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaften e. V. (AWMF) in
ihrer Leitlinie zu „Hygienemaßnahmen beim Patiententransport“ (siehe Anlage 3).
Durch diese Kategorien soll sichergestellt werden, dass die Routinemaßnahmen zur
Gewährleistung eines hygienisch einwandfreien Zustandes auf mögliche Gefahrenpo-
tentiale abgestimmt werden können.
Eine solche Klassifikation ist in der Praxis oft schwer umsetzbar, weil beim Transport
eines Infektionskranken die Diagnose i. d. R. nicht sicher bekannt ist. Einige Einrichtun-
gen nutzen Übersichten zu den Infektionskrankheiten und den nach Risiko abgestuften
Hygienemaßnahmen (Anlage 4).
3
Standardhygiene
Die gültigen Hygienevorschriften verpflichten alle im Rettungsdienst eingesetzten
Mitarbeiter zur Durchführung von Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen. Zu
berücksichtigen sind dabei die jeweiligen Übertragungswege. Zusätzlich werden in
festgelegten Intervallen am Standort des jeweiligen Rettungsdienstfahrzeuges
Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen durchgeführt. Zur korrekten Standardhygie-
ne gehören u. a. die hygienische Händedesinfektion, das Händewaschen vor
Dienstbeginn und nach Dienstende, das Benutzen von geeigneten Einmalschutzhand-
schuhen zur Infektionsprophylaxe, die Flächendesinfektion nach Kontamination sowie
die Aufbereitung von Medizinprodukten.
3.1 Hygieneanforderungen an Einsatzfahrzeuge und deren Ausstattung
Einsatzfahrzeuge müssen den Anforderungen der Hygiene, den Unfallverhütungsvor-
schriften sowie den brandschutztechnischen Vorschriften genügen. Insbesondere sind
hygienische Anforderungen an Bauweise, Oberflächengestaltung und Ausstattung zu
berücksichtigen, z. B. mit leicht zu reinigenden, glatten Oberflächen, die beständig
gegen Reinigungs- und Desinfektionsmittel sind.
Hygienerelevante
Mindestausstattung
ist:
Zellstoff oder Einmaltücher zum schnellen Beseitigen von Ausscheidungen und
Verunreinigungen
Einmalhandtücher
Unterlagen, Decken, Kopfkissen (ideal aus Einmalmaterialien)
Brechbeutel
Urinbeutel, Inkontinenzhilfen
stabile (mechanisch belastbar), flüssigkeitsdichte und lagerungsfähige Einmal-
schutzhandschuhe (Sterilität in der Regel nicht erforderlich, sterile Einmalschutz-
handschuhe sollten bei Bedarf in entsprechenden Größen vorhanden sein)
persönliche Schutzausrüstung gemäß TRBA 250 für Fahrer und begleitende
Personen (Einmalmaterialien)
gebrauchsfertige Haut-, Hände-, Schleimhaut- und Flächendesinfektionsmittel aus
der Liste des Verbundes für Angewandte Hygiene e.V. (VAH), ebenso sind Einmal-
tuchsysteme möglich

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Sammelbehälter zur Aufnahme von Abfällen
Sammelbehälter zur Aufnahme von spitzen Gegenständen, gemäß TRBA 250
Wechselmanschette für RR-Geräte, wenn keine abwischbare Manschette benutzt
wird
Infektionsschutzset: Einmal-Overall mit integriertem Kopfteil (Kapuze) Kat. III Typ 4,
5, 6 , partikelfiltrierende Halbmaske (FFP 3), Schutzbrille, Einmalschutzhandschuhe
Kat. III, Überziehschuhe, Entsorgungsbeutel
ggf. sterile Schutzkleidung (z. B. im Notarztwagen)
Frischwasser z. B. Tetrapack-Systeme
Auf die Besonderheiten der Ausstattung von Einsatzfahrzeugen zum Transport von
Frühgeborenen wird hingewiesen.
Ggf. sollte ein spezielles Set mit latexfreien Produkten vorrätig sein, falls ein Patient an
einer Latexallergie leidet.
3.2 Reinigung, Desinfektion, Sterilisation
3.2.1 Allgemeine Anforderungen bei Auswahl und Anwendung von Desinfektionsmitteln
Zu nutzen sind VAH- und/ oder RKI- gelistete Präparate.
Die Einwirkzeit (EWZ) und der Anwendungsbereich sind nach Herstellerangaben zu
beachten.
Vorzugsweise sind Originalgebinde zu verwenden.
3.2.2 Händehygiene
Die Händehygiene gehört zu den wichtigsten Maßnahmen zur Verhütung von
Infektionen.
Die Anforderungen an
das Händewaschen
die Händepflege
das Tragen von Schutzhandschuhen
die hygienische (auch nach Ablegen benutzter Einmalschutzhandschuhe)
ggf. die chirurgische Händedesinfektion und
die Ausstattung der Handwaschplätze
sind im Hygieneplan auf der Grundlage der Empfehlung der Kommission für Kranken-
haushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) am RKI zur “Händehygiene” sowie der
TRBA 250 zu erstellen.
Händedesinfektion muss erfolgen:
vor Patientenkontakt
vor aseptischen Tätigkeiten
nach Kontakt mit potentiell infektiösen Materialien
nach Patientenkontakt
nach Kontakt mit Oberflächen in unmittelbarer Umgebung des Patienten

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Jedes Einsatzfahrzeug ist mit einem
Händedesinfektionsmittelspender
(ggf. alternativ
Pumpspender bzw. Kitteltaschenflaschen) auszustatten.
3.2.3 Hautdesinfektion (Hautantiseptik) beim Patienten
Die Hautdesinfektion (Hautantiseptik) dient der Verhütung von Infektionsübertra-
gungen auf Haut oder Schleimhaut.
Die Hautdesinfektion (Hautantiseptik) soll eine Reduktion der Standortflora (hauteigene/
residente Flora), aber auch eine Abtötung/ Beseitigung von Anflugkeimen (transiente
Flora) bewirken. Sie ist vor allen medizinischen Eingriffen, bei denen Barrieren verletzt
werden, erforderlich. Zum Beispiel bei:
Punktionen
Injektionen
Katheterisieren
chirurgischen Eingriffen.
Die Verfahrensweise erfolgt in Abhängigkeit von Art, Lokalisation und Invasivität der
Maßnahme unter Beachtung der Herstellerangaben.
Dabei ist folgendermaßen vorzugehen:
Vor Kapillarblutentnahmen, subkutanen und intrakutanen Injektionen sowie vor
intravenösen Punktionen zur Blutentnahme oder Injektion
ist ein Hautdesinfektionsmittel auf die Punktionsstelle aufzusprühen und nach
Ablaufzeit der Einwirkzeit mit einem sterilisierten Tupfer in einer Richtung abzurei-
ben (keine Rekontamination). Alternativ ist die Verwendung von Einmal-
Alkoholtupfern möglich.
Nach der Hautdesinfektion ist die Punktionsstelle nicht mehr zu berühren.
Die Einstichstelle muss trocken sein, ggf. ist ein gesonderter sterilisierter Tupfer
nach dem Ende der Einwirkzeit einzusetzen.
Bei Kapillarblutentnahmen bietet sich in der Praxis an, die Punktionsstelle mit einem
getränkten sterilisierten Tupfer oder mit einem Einmal-Alkohol-Tupfer abzureiben.
Nach der Blutentnahme ist die Einstichstelle mit einem Tupfer abzudrücken und/
oder mit einem Pflaster abzudecken.
Vor intramuskulären Injektionen oder dem Legen peripherer Venenkatheter
ist wie oben beschrieben zu verfahren. Nur wird die Hautdesinfektion zweimal
hintereinander mit einer Einwirkzeit entsprechend den Herstellerangaben vorge-
nommen. Dabei gilt der erste Vorgang als Reinigung.
Vor Notfalleingriffen sind
besondere
aseptische
Kautelen
(chirurgische
Händedesinfektion,
Mund-
Nasenschutz, sterile Abdeckung, ggf. Haarschutz und sterile Kleidung) zusätzlich zu
beachten und
mit dem Desinfektionsmittel satt getränkte sterile Tupfer zu verwenden bzw. sind
zum Wischen nach dem satten Aufsprühen des Desinfektionsmittels sterile Tupfer
zu benutzen.

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3.2.4 Reinigung und Desinfektion des Einsatzfahrzeuges
Fußbodenreinigung
Für die Fußbodenreinigung in den Einsatzfahrzeugen können wiederaufbereitbare
Reinigungssysteme zum Einsatz kommen. Am besten geeignet sind Wischmopsyste-
me, wie sie auch im klinischen Bereich verwendet werden.
Die Aufbereitung erfolgt mit einem desinfizierenden, VAH-gelisteten Waschverfahren
und anschließender Trocknung.
Flächendesinfektion
Die Flächendesinfektion benutzter Flächen (Arbeitsflächen, Liege, Fußboden) im
Einsatzfahrzeug wird nach dem Einsatz als Wischdesinfektion ausgeführt. Das trifft
auch für die wöchentliche Grundreinigung aller Außen- und Innenflächen zu. Die
Ausnahme bildet die Sprüh-Wisch-Desinfektion ausgewählter Flächen (siehe unten).
Bei der Wischdesinfektion wird die Gebrauchslösung in vorgegebener Konzentration
in einer Schüssel oder einem Eimer angesetzt (ggf. Einmaltuch-Fertigsysteme). Das
zu nutzende Trinkwasser soll etwa bei 20-25 °C temperiert sein (wegen der Ab-
dampfung niemals höher temperieren). Weitere Hilfsmittel sind: Lappen, ggf. Bürste,
Mopp etc.
Beim Ansetzen der Desinfektionslösung sind chemikalienbeständige Schutzhand-
schuhe und eine Schutzbrille zu tragen.
Bei der Ausführung der Wischdesinfektion ist die Schutzausrüstung (z. B. mecha-
nisch belastbare, flüssigkeitsdichte und gegen die verwendeten Desinfektionsmittel
beständige Schutzhandschuhe, flüssigkeitsdichte Schutzschürze) anzulegen.
Die Sprüh-Wisch-Desinfektion mit VAH-gelisteten Alkohol-Pumpen-Sprays ist nur für
kleinste Flächen zu empfehlen, dabei sind folgende Einsatzmöglichkeiten unter
Beachtung der Hinweise gegeben:
Zwischendesinfektion kleiner Flächen
und gezielte Desinfektion bei Kontami-
nation kleiner Flächen mit Körperausscheidungen des Patienten
während der
Fahrt
(alternativ auch Einsatz von Fertigtüchern)
ausgewählte Instrumente/ Geräte nach dem Einsatz
(z. B. Blutdruckman-
schette, Stethoskop, Fingerclip, Luftkammerschiene), Flächen, die mit dem Lap-
pen nicht wischdesinfizierbar sind (z. B. Drehknöpfe mit geriffelter Grifffläche).
Achtung:
Größere als die angegebenen Flächen dürfen im Einsatzfahrzeug mit dem
Alkohol-Pumpen-Spray nicht besprüht werden (Explosionsgefahr!).
Routinedesinfektion nach jedem Einsatz: Flächen, die durch den Patientenkontakt
kontaminiert sein könnten, sind einer Wischdesinfektion mit einem VAH-gelisteten
Mittel zu unterziehen.
Zusätzlich ist mind. wöchentlich und bei Bedarf eine gründliche Gesamtreinigung
des Einsatzfahrzeuges vorzunehmen (Fahrzeuginnenraum, Inventar, med. Geräte).
Mit Blut, Sekreten, Eiter, Stuhl oder Urin kontaminierte Flächen oder Geräte und
Gegenstände sind sofort einer Wischdesinfektion zu unterziehen.
Größere Verunreinigungen mit Körperausscheidungen (z. B. Blut, Urin, Erbroche-
nes, Stuhl) sind zunächst mit einem in Desinfektionsmittel getränkten Einmaltuch zu

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beseitigen. Danach ist eine Scheuer-Wisch-Desinfektion durchzuführen. Zellstoff
und Einmalschutzhandschuhe werden im Beutel entsorgt und neue Einmalschutz-
handschuhe (Händedesinfektion) angelegt.
Das Einsatzfahrzeug kann nach Abtrocknung der wischdesinfizierten Flächen wieder
aufgerüstet werden (etwa nach ca. 7-10 min. bzw. nach sichtbarem Abtrocknen der
Flächen). Nach dem Aufrüsten kann das Einsatzfahrzeug zum Einsatz fahren bevor
die Einwirkzeit abgelaufen ist.
Nach einer amtsärztlich angeordneten Desinfektion ist die jeweilige Einwirkzeit (RKI-
Liste) abzuwarten, unabhängig davon, wann die Flächen visuell abgetrocknet waren.
Anschließend folgt das Aufrüsten.
Innenraumdesinfektion
Eine Verdampfung oder Vernebelung von Formaldehyd im Einsatzfahrzeug ist nur
indiziert bei Verdacht auf eine hochkontagiöse Infektionskrankheit (siehe Punkt 6) und
nach Anweisung des Amtsarztes.
Nach Transport von Patienten mit offener Lungentuberkulose u. ä. aerogen übertragba-
ren Infektionskrankheiten ist eine Innenraumdesinfektion mit Formaldehyd nicht
notwendig. In diesen Fällen wird das Einsatzfahrzeug 10 min. gut gelüftet und dann alle
Flächen im Innenraum einer gründlichen Scheuer-Wisch-Desinfektion unterzogen.
Ist eine Innenraumdesinfektion erforderlich, ist eine sachkundige Person mit Erlaubnis
der zuständigen Behörde zu beauftragen (z. B. anerkannter Desinfektor der Einrichtung
oder andere nach TRGS 522 befähigte Personen).
3.2.5 Aufbereitung von Medizinprodukten (MP) und Sterilgutlagerung
Für die Aufbereitung gelten das Medizinproduktegesetz (MPG) und die Medizinproduk-
te-Betreiberverordnung (MPBetreibV) in Verbindung mit der Empfehlung der KRINKO
am RKI “Anforderungen der Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten”. Das
Personal muss über entsprechende Fachkenntnisse verfügen.
Alle wieder verwendbaren Instrumente und Materialien, die entsprechend der
MPBetreibV bestimmungsgemäß keimarm oder steril angewendet werden müssen, sind
nach der Anwendung am Patienten oder anderweitiger Kontamination aufzubereiten.
Bevorzugt ist die maschinelle Reinigung und Desinfektion sowie die Sterilisation mit
geeigneten validierten Verfahren durchzuführen.
Vor der Aufbereitung sind die angewendeten Instrumente in geeigneten, geschlossenen
Behältern aufzubewahren (Trockenentsorgung).
Grundsätzlich wird empfohlen, die Aufbereitung der Medizinprodukte in einer zentralen
Sterilgutversorgungsabteilung (ZSVA) eines Krankenhauses oder einer entsprechenden
Service-Einrichtung durchzuführen.
Alternativ kann der Einsatz von Einmalinstrumenten und -materialien im Rettungsdienst
sinnvoll sein. Diese sind nach der Anwendung zu entsorgen und nicht wiederaufzube-
reiten.
Risikoeinstufung der Medizinprodukte (MP)

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Stand März 2011
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Die Einstufung der Medizinprodukte erfolgt entsprechend den RKI-Empfehlungen nach
der Art der Anwendung und der Konstruktion des Instrumentes in die Kategorien:
unkritisch:
lediglich Kontakt mit intakter Haut, z. B. EKG-Elektroden (sofern
nicht Einwegmaterial), Pulsoxymeterclip, Paddel, Stethoskop, Blut-
druckmanschette, Nierenschale, Bettpfanne, Urinal, Vakuum- und
Luftkammerschienen, Halskrausen, Absaugsekretbehälter etc.
Aufbereitung:
Reinigung/ Desinfektion
semikritisch A:
MP ohne besondere Anforderungen an die Aufbereitung, Kontakt
mit Schleimhaut oder krankhaft veränderter Haut, z. B. Laryn-
goskopspatel, Magill-Zange, Beißkeil und Klemme zum Intubieren,
ggf. Thermometer
Aufbereitung:
Reinigung/ viruzide Desinfektion
(bevorzugt maschinell)
semikritisch B:
MP mit erhöhten Anforderungen an die Aufbereitung (z. B.
Hohlkörper), Kontakt mit Schleimhaut oder krankhaft veränderter
Haut, z. B. Maske, Ambu-Beutel, Ventilstück, Beatmungsschläuche,
Guedel-, Dacron- oder Wendl-Tubus, Absaugschlauch
Aufbereitung:
Reinigung/ viruzide Desinfektion
(bevorzugt maschinell)
kritisch A:
MP ohne besondere Anforderungen an die Aufbereitung,
Durchtrennen der Haut oder Schleimhaut bei bestimmungsgemä-
ßen Gebrauch, Kontakt mit Blut, inneren Geweben oder Organen
einschließlich Wunden, z. B. Schere und Klemmen aus dem Ent-
bindungsset, Behälter zur Insufflation, Führungsstab zur Intubation
Aufbereitung:
Desinfektion (bevorzugt thermisch maschinelle Des-
infektion) und Dampfsterilisation
kritisch B:
MP mit erhöhten Anforderungen an die Aufbereitung (z. B.
Hohlkörper) und wie kritisch A z. B. Sprudler (Innenkanal) des In-
sufflationsbehälters
Aufbereitung:
wie kritisch A (zusätzlich: Nachweis einer anerkann-
ten Ausbildung zur/ zum Sterilgut-Assistentin/ ten
des mit der Aufbereitung Betrauten)

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Stand März 2011
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Die Ausstattung ist nach jedem Einsatz auf Vollständigkeit zu kontrollieren und ggf.
zu ergänzen. Verbrauchte Materialien und Medikamente müssen ersetzt und alle
sterilen Artikel, deren Verpackung beschädigt ist, ausgetauscht werden (Verfallsda-
tum und Lagertemperatur beachten).
Soweit nicht Einmalartikel verwendet werden, sind alle
benutzten
Instrumente oder
Gegenstände (z. B. Masken der Atembeutel, Steckbecken und Urinflaschen) ent-
sprechend Reinigungs- und Desinfektionsplan aufzubereiten.
Wiederverwendbare Instrumente und Geräte (z. B. Kabel und Motoren), die bei der
Behandlung durch Patientenkontakt kontaminiert, aber nicht in eine Desinfektionslö-
sung eingelegt werden können, müssen entweder wirksam vor Kontamination
geschützt (Schutzhülle) oder nach jeder Anwendung am Patienten entsprechend
den Herstellerangaben wisch- oder ggf. sprühdesinfiziert werden.
Die Entnahme des Sterilgutes hat unter aseptischen Bedingungen unmittelbar vor
dem Gebrauch zu erfolgen. Zur Entnahme ist ggf. eine sterile Pinzette zu verwen-
den.
Transportgurte sind bei Verunreinigung auszutauschen und aufzubereiten.
Vorgaben für die manuelle Aufbereitung nach Routineeinsatz
Wenn die bevorzugte Anwendung der maschinellen Reinigung und Desinfektion mit
einem geeigneten validierten Verfahren nicht möglich ist, sind für die manuelle
Aufbereitung wichtige Punkte zu beachten:
Alle Schritte sind exakt zu dokumentieren (Standardarbeitsanweisungen).
Zur effektiven Beseitigung von Verunreinigungen sollte unter strenger Beachtung der
Arbeitsschutzvorschriften zuerst manuell gereinigt werden.
Desinfektionslösungen sind mit VAH-gelisteten Mittel in den vorgegebenen
Konzentrationen frisch anzusetzen.
Instrumente werden so weit wie möglich zerlegt.
Die verwendeten Desinfektionswannen müssen mit einem Einsatzsieb und einem
dicht schließenden Deckel versehen sein.
Die manuelle Instrumentendesinfektion wird als
Tauchdesinfektion
ausgeführt.
Dabei müssen alle inneren und äußeren Oberflächen vollständig und blasenfrei mit
Desinfektionslösung bedeckt und auch alle inneren Oberflächen benetzt sein.
Beim Umgang mit dem Konzentrat und der gebrauchsfertigen Lösung sind
geeignete Schutzhandschuhe zu tragen. Bei der Reinigung (Spritzgefahr) sind
Schutzbrille und Schutzkittel/ Schürze anzulegen.
Die vorgegebene Einwirkzeit ist einzuhalten.
Danach werden die Güter mit dem Sieb entnommen, gut abgespült und getrocknet
(sauberes, frisches Tuch, an der Luft), ggf. zusammengesetzt und ggf. verpackt.
Alle desinfizierten Güter sind staubgeschützt zu lagern (Ausnahme z. B. Stethoskop,
Blutdruckmanschette).
Lagerung der Instrumente/ Sterilgutlagerung
Bei der
Sterilisation
sind DIN-gerechte Verpackungen entsprechend dem angewand-
ten Verfahren zu verwenden. Eine Setverpackung (anwendungsgerechte Sets) ist zu
bevorzugen. Die vorgeschriebene Kennzeichnung und Dokumentation ist vorzunehmen

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(z. B. Inhalt, Charge, Sterilisierdatum, Verfallsdatum). Die Sterilisation in einer Zentralen
Sterilgutversorgungseinrichtung ist bevorzugt zu nutzen.
Zur Sicherung der Unversehrtheit der Sterilverpackung ist das Übereinanderstapeln von
mehreren weichen Verpackungen möglichst zu vermeiden.
Auf dem Fahrzeug sollte aufgrund der dort bestehenden Lagermöglichkeiten für
Sterilgut maximal der Bedarf für 2 Tage vorgesehen werden.
Die folgende Tabelle ist daher eher für die Lagerung in der Rettungswache bestimmt.
Lagerfristen für Sterilgut nach DIN 58953, Teil 8
DIN-gerechte
Sterilverpackung
Lagerung
im Sterilbarrieresystem
(alt: Primärverpackung)
Lagerung
im Verpackungssystem
(alt: Lagerverpackung)
Lagerart
ungeschützt
geschützt
1)
Lagerungszeit
alsbaldiger
Verbrauch
2)
6 Monate
3)
5 Jahre
4)
1) in Schränken oder Schubladen
3) jedoch nicht länger als das Verfallsdatum
2) innerhalb von maximal 48 Stunden
4) sofern keine andere Verfallsfrist vom Hersteller festgelegt ist
Begriffsbestimmungen
Sterilbarrieresystem (alt: Primär- oder Einfachverpackung):
Mindestverpackung,
die das Eintreten der Mikroorganismen verhindert und die aseptische Bereitstellung
des Instrumentes ermöglicht, z. B. Papier-/ Klarsicht-, Sterilisiercontainer.
Schutzverpackung (alt: Sekundärverpackung):
Verhinderung von Schäden am
Sterilbarrieresystem und seinem Inhalt vom Zeitpunkt der Zusammenstellung bis zur
Verwendung.
Verpackungssystem (alt: Lagerverpackung):
Kombination aus Sterilbarrieresys-
tem und Schutzverpackung.
Probleme bei der Entnahme von Sterilgut
Beim Entnehmen des verpackten Sterilgutes (z. B. Entnahme aus der Lagerverpa-
ckung, Nachfüllen im Einsatzfahrzeug, Bereitlegen für den Einsatz, Handling für den
Einsatz) gelten folgende Grundsätze:
Hygienische Händedesinfektion vor dem Anfassen von Sterilgut.
Sterilgüter, insbesondere die Papierseiten, dürfen nicht mit feuchten/ nassen
Händen angefasst und nicht auf feuchte/ nasse Flächen gelegt werden.
(Achtung auch bei Regen!) Beachte: trockenes Papier ist eine gute Keimbarriere,
feuchtes/ nasses Papier hingegen nicht.
Sterilgüter dürfen bei der Entnahme nicht durch das Papier gedrückt werden (z. B.
Kanülen, Spritzen). Die Verpackungen sind daher an der Siegelnaht aufzureißen (die
Schweißnähte sind an einer Seite aufzureißen).

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Stand März 2011
15
3.3 Wäschehygiene und Bekleidung
Grundlage für diese Ausführungen ist die Anlage zu den Ziffern 4.4.3 und 6.4 der
Richtlinie für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention des RKI “Anforderungen
der Hygiene an die Wäsche aus Einrichtungen des Gesundheitsdienstes, die Wäscherei
und den Waschvorgang und Bedingungen für die Vergabe von Wäsche an gewerbliche
Wäschereien”.
Für gebrauchte/ verunreinigte Wäsche gilt: kein nachträgliches Sortieren und
Sammeln; Transport in keimdichten, reißfesten, feuchtigkeitsdichten Säcken.
Bei der Lagerung und beim Transport ist eine strikte Trennung zwischen Schmutz-
wäsche und sauberer Wäsche vorzunehmen.
Saubere Wäsche ist staubgeschützt zu lagern (im Schrank, verpackt oder
abgedeckt).
Die Häufigkeit des Wäschewechsels ist vom Verschmutzungsgrad abhängig.
Grundsätzlich ist verunreinigte Wäsche sofort zu wechseln.
Arbeitskleidung
Das Rettungsdienstpersonal ist verpflichtet, während des Einsatzes Arbeitskleidung zu
tragen, die erst am Arbeitsort angelegt wird. Im Rettungsdienst wird die Arbeitskleidung
häufig zur Schutzkleidung.
Sie muss mit einem desinfizierenden Waschverfahren mit Mitteln aus der VAH-Liste in
der Einrichtung oder in einer externen Wäscherei gewaschen werden. Die Schuhe
sollen in regelmäßigen Abständen gereinigt ggf. desinfiziert werden.
Arbeitskleidung ist auch für externes Personal entsprechend aufzubereiten.
Schutzkleidung und persönliche Schutzausrüstung (PSA)
Siehe TRBA 250/ BGR 250 und GUV-R 2106
Schutzkleidung
(bzw. Einmalschutzkleidung) ist beim Einsatz mit Infektionsgefähr-
dung zu tragen.
Einmalschutzhandschuhe
sind bei Tätigkeiten am Patienten immer zu tragen. Bei
der Versorgung mehrerer Patienten müssen diese vor dem Einsatz am nächsten
Patienten gewechselt werden.
Geeignete Schutzhandschuhe sind auch zu tragen, wenn benutzte Instrumente,
Geräte oder Flächen desinfiziert und gereinigt werden.
Mindestens ein eng anliegender, mehrlagiger und im Nasenbereich modellierbarer
Mund-Nasen-Schutz
in FFP1-Qualität sowie ggf. eine Schutzbrille sind z. B. bei
Kontakt zu Erbrochenem/ bei Erbrechen sowie beim herkömmlichen Absaugen zu
tragen.
Der Arbeitgeber hat PSA einschließlich geeigneter Schutzkleidung in ausreichender
Stückzahl zur Verfügung zu stellen und für die Reinigung, Desinfektion und Instand-
haltung zu sorgen.
PSA einschließlich Schutzkleidung ist nach Abschluss der Tätigkeit abzulegen und
zu entsorgen (Einmalprodukte). Mehrfach nutzbare PSA, einschließlich Schutzklei-

Rahmenhygieneplan für Rettungs- und Krankentransport
Stand März 2011
16
dung, ist getrennt von anderen Kleidungsstücken sicher zu lagern. Sie ist täglich
bzw. bei Verunreinigung zu wechseln.
Für Tätigkeiten mit aseptischen Anforderungen ist sterile Schutzkleidung und PSA
zu verwenden.
Sonstige Wäsche
Decken, Unterlagen und Kopfkissen können durch die Bezüge hindurch befeuchtet
werden. Deshalb sind vorrangig Einwegmaterialien zu nutzen. Werden Mehrwegma-
terialien eingesetzt, sind diese mindestens wöchentlich einem desinfizierenden,
VAH-gelisteten Waschverfahren zuzuführen.
Für Bezüge und Textilien (z. B. Laken) muss ebenfalls ein desinfizierendes
Waschverfahren gewählt werden (alternativ Verwendung von Einmalwäsche). Diese
werden personengebunden genutzt und dann gewechselt.
Die Entsorgung der Wäsche erfolgt unmittelbar im Fahrzeug in geeignete Wäsche-
säcke, die bis zur endgültigen Entsorgung an einem dafür vorgesehenen Ort zwi-
schengelagert werden können.

Rahmenhygieneplan für Rettungs- und Krankentransport
Stand März 2011
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3.4 Abfallbeseitigung
3.4.1 Art der Abfälle und ihre Entsorgung
Kategorie Art der Abfälle
Entsorgung
ehem. A
Hausmüll
AS
200301
Abfälle, an deren Entsorgung aus infekt-
präventiver, umwelthygienischer Sicht
keine besonderen Anforderungen zu
stellen sind:
Hausmüll, hausmüllähnliche Abfälle
(z.B. Zeitschriften, Papier, Kunststoff,
Glas, Verpackungsmaterial, Küchenab-
fälle)
wie Hausmüll, jeweiliges
Erfassungssystem (Verwertung
oder Restmüll)
Papier, Abfall, spezielle
Glascontainer
gelber Sack, gelbe Tonne
Biotonne
ehem. B
AS
180104
AS
180101
Abfälle, an deren Entsorgung aus
infektionspräventiver Sicht innerhalb der
Einrichtung besondere Anforderungen zu
stellen sind:
mit Blut, Sekreten, Exkreten behaftete
Abfälle (z.B. Wund-, Gipsverbände,
Einwegwäsche, -artikel, Stuhlwindeln)
geöffnete Ampullen, Kanülen; scharfe,
spitze, zerbrechliche Gegenstände
sind im Einsatzfahrzeug in
undurchsichtigen, flüssigkeitsdich-
ten Kunststoffsäcken zu sammeln
u. verschlossen über den Hausmüll
zu entsorgen
größere Flüssigkeitsmengen
können unter Beachtung
hygienischer Gesichtspunkte dem
Abwasser zugeführt werden
alle geöffneten Ampullen,
Kanülen; scharfe, spitze u.
zerbrechliche Gegenstände sind in
bruch- u. durchstichsicheren
Behältern im Einsatzfahrzeug
verschlossen ohne vorherige
Behandlung zu sammeln u. zu
entsorgen; Landesrechtliche
Regelungen und regionale
Besonderheiten der Abfallentsor-
gungssatzungen sind zu beachten
ehem. C
AS
180103
Abfälle, an deren Entsorgung aus
infektionspräventiver Sicht inner- u.
außerhalb der Einrichtungen besondere
Anforderungen zu stellen sind:
sog. infektiöse, ansteckungsgefährliche
Abfälle gem. IfSG
Entsorgung über Krankenhaus
(KH)
Durch das KH:
Entsorgung als infektiöser
Sondermüll durch zugelassene
Entsorger o. nach thermischer
Desinfektion Entsorgung wie B-
Müll
Beim Einsatz in Wohnungen kann der patientenbezogene ehem. A-Müll verpackt im
Hausmüllcontainer entsorgt werden. Der ehem. B-Müll ist in der Dienststelle zu
entsorgen.
Beim Einsatz „auf der Straße“ ist der ehem. B-Müll mitzuführen und in der Dienststelle
zu entsorgen.

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Stand März 2011
18
3.4.2 Allgemeine Hinweise zum Sammeln, Transport, Lagern, Beseitigen von Abfällen
Spitze, scharfe oder zerbrechliche Gegenstände, Instrumente und Geräteteile, die
bei Tätigkeiten am Menschen verwendet werden, dürfen nur in dicht verschließbaren
festen Behältern, die eine Verletzungsgefahr ausschließen, mit dem Hausmüll
beseitigt werden (s. Nummer 4.1.1.4 TRBA 250).
Auch gesicherte Instrumente sind in durchstichsicheren Behältern zu entsorgen.
Abfälle Gruppe B (AS 180104 und AS 180101) und C (AS 180103) dürfen nicht
sortiert bzw. umgefüllt werden.
Lagerung der Abfälle Gruppe C (AS 180103) in einem gesonderten Raum unter
15°C (längstens eine Woche) im Krankenhaus.
Abfall Gruppe C (AS 180103) darf nicht verpresst oder zerkleinert werden.
Die Entsorgung von Abfällen der Gruppen A und B muss entsprechend der
kommunalen Abfallsatzungen erfolgen.
Die Entsorgung der Abfälle hat so zu erfolgen, dass keine Gefahr für Dritte (z.B.
spielende Kinder) ausgehen kann.
4
Ausstattung der Rettungswache
Rettungswachen sind die Stationen, an denen die für ihren Einsatzbereich erforderli-
chen Rettungsmittel sowie das nach dem Bereichsplan erforderliche Personal
vorzuhalten sind. Sie sind einsatzmäßig den Rettungsleitstellen unterstellt.
Die Aufgaben der Rettungswache sind:
Vorhaltung der Einsatzfahrzeuge
Sicherstellung der Notfallrettung
Durchführung von Krankentransporten.
4.1 Krankenhaushygienische Erfordernisse
Folgende Räume sind für den Betrieb von Rettungswachen erforderlich:
Aufenthaltsraum (ggf. mit Kochgelegenheit oder separater Küche)
ggf. Ruheraum
ggf. Aufbereitungsraum
Sanitärbereiche (WC/ Waschraum)
sonstige Räume, wie z. B.: Lagerraum für Sanitätsmaterial, Entsorgungsraum
Die Anzahl der jeweils vorzuhaltenden Räume richtet sich nach der Größe der
Rettungswache und der Zahl der darin Beschäftigten. Grundsätzlich ist auf eine
Schwarz-Weiß-Trennung zu achten, entsprechend sind reine und unreine Arbeitsräume
vorzuhalten.
Der Turnus von Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen in den Räumen der
Rettungswache ist auf die einzelnen Rettungswachen abzustimmen. Die Art der
Tätigkeit bleibt davon jedoch unberührt. Art und Umfang der Reinigungsarbeiten
müssen entsprechend dem gültigen Hygieneplan erfolgen.

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4.2 Aufbereitungsraum/ -räume
Grundsätzlich wird empfohlen, die Aufbereitung der Medizinprodukte in einer Zentralen
Sterilgutversorgungsabteilung (ZSVA) durchführen zu lassen.
Falls vor Ort aufbereitet wird, ist die Aufbereitung gemäß § 4 MPBetreibV mit einem
geeigneten validierten Verfahren und entsprechend der Empfehlung der KRINKO am
RKI „Anforderungen an die Aufbereitung von Medizinprodukten“ durch diesbezüglich
geschultes Personal durchzuführen.
Folgende Ausstattung sollte in den Aufbereitungsräumlichkeiten u. a. vorhanden sein:
reiner und unreiner Arbeitsraum oder klare funktionelle Trennung
ggf. Reinigungs- und Desinfektionsautomat/ en
Instrumentenwanne mit Abtropfschale
Spülbecken mit Kalt- und Warmwasser
Reinigungsutensilien
ggf. Ultraschallbad
persönliche Schutzausrüstung
Reinigungs- und Desinfektionspläne, Hautschutzplan
Aushänge nach § 20 Abs. 2 Gefahrstoffverordnung und § 12 Biostoffverordnung
Standardarbeitsanweisungen für den korrekten Umgang mit Desinfektionslösungen
und Instrumentarium bei der Aufbereitung
Dampfsterilisator
ggf. Siegelnahtgerät
ggf. Waschmaschine
ggf. maschineller Wäschetrockner (reine Zone)
Geschirrspülmaschine für die Aufbereitung der Gesichtsteile für Beatmungspuppen
der Erste Hilfe - Ausbildungsabteilungen
Entsorgungsbehälter
Handwaschbecken nach TRBA 250
In Arbeitsbereichen mit erhöhter Infektionsgefährdung müssen die Wände feucht zu
reinigen und zu desinfizieren sein. Die Widerstandsfähigkeit des Fußbodens gegen
Desinfektionsmittel muss gewährleistet sein.
5
Anforderungen nach der Biostoffverordnung
5.1 Gefährdungsbeurteilung
Beschäftigte im Rettungsdienst sind durch ihre berufliche Tätigkeit beim Umgang mit
Menschen biologischen Arbeitsstoffen (Krankheitserreger, Mikroorganismen wie Viren,
Bakterien, Pilze die Infektionen, sensibilisierende oder toxische Wirkungen verursa-
chen) ausgesetzt, können diese freisetzen und mit diesen direkt oder im Gefahrenbe-
reich in Kontakt kommen.
Gemäß § 5 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) ist der
Arbeitgeber verpflichtet, bei biologischen Einwirkungen durch eine Beurteilung
der arbeitsplatzbedingten Gefährdungen die notwendigen Schutzmaßnahmen zu
ermitteln.
Diese allgemein gültige Vorschrift wird für Tätigkeiten mit biologischen
Arbeitsstoffen in der Biostoffverordnung (BioStoffV) und in der Technischen Regel für

Rahmenhygieneplan für Rettungs- und Krankentransport
Stand März 2011
20
Biologische Arbeitsstoffe (TRBA) 400 "Handlungsanleitung zur Gefährdungsbeurteilung
bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen" konkretisiert.
Im Rettungsdienst und qualifizierten Krankentransport ist davon auszugehen, dass
durch Handlungen am Patienten bzw. durch den Kontakt zu Blut, Sekreten und
Exkreten nicht gezielte Tätigkeiten mit Mikroorganismen der Risikogruppe 2 und/ oder 3
(geringes/ mäßiges Infektionsrisiko, z. B. Shigella flexneri, Hepatitis B-Virus) durchge-
führt werden. Eine Schutzstufenzuordnung einzelner Tätigkeiten erfolgt in Abhängigkeit
von der Infektionsgefährdung. Bei Tätigkeiten mit erhöhter Infektionsgefahr (z. B.
Kontakt mit Körperflüssigkeiten, invasive Eingriffe, Blutentnahme, Operieren, Verlet-
zungsmöglichkeit durch spitze und scharfe Arbeitsmittel) sind Maßnahmen der
Schutzstufe 2 festzulegen. Ist zu vermuten oder ist bekannt, dass biologische
Arbeitstoffe einer höheren Risikogruppe vorliegen oder eine hohe Ansteckungsgefahr z.
B. über Aerosole besteht ist eine höhere Schutzstufenzuordnung und weitergehende
Schutzmaßnahmen erforderlich. Liegen keine entsprechenden Tätigkeiten bzw.
Gefährdungen vor, ist beim beruflichen Umgang mit Menschen die Schutzstufe 1
(Allgemeine Hygienemaßnahmen) ausreichend. Eine Einzelfallprüfung ist notwendig.
Zur Gefährdungsbeurteilung und den erforderlichen Arbeitsschutzmaßnahmen siehe
TRBA/ BGR 250 “Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitsdienst und der Wohlfahrts-
pflege”.
Enthalten sind auch Regelungen zum Schutz vor Verletzungen durch spitze oder
scharfe Instrumente - Bereitstellung und Verwendung geeigneter Abfallbehältnisse (Nr.
4.1.1.4), Maßnahmen zur Minimierung von Verletzungs-, Infektionsgefahren durch
gebrauchte Arbeitsgeräte (Nr.4.1.2.8), Ersatz spitzer, scharfer, zerbrechlicher
Arbeitsgeräte (Nr. 4.2.4), Aufbereitung von Medizinprodukten (Nr. 7.1) und Verhalten
bei Stich-, Schnittverletzungen einschließlich Dokumentation, Meldepflichten (Nr. 4.5).
Zum Thema siehe auch Anlage 1 Literatur - wichtige rechtliche Grundlagen und
fachliche Standards.
5.2 Arbeitsmedizinische Vorsorge
Bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen hat der Arbeitgeber in Abhängigkeit der
Gefährdungsbeurteilung für eine angemessene arbeitsmedizinische Vorsorge zu sorgen
(§§ 15 BioStoffV i.V.m. Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV)).
Hierzu gehört neben der arbeitsmedizinischen Beurteilung der Gefährdungen, der
Beratung und der Unterrichtung der Beschäftigten nach §§ 8, 12a BioStoffV, dass bei
Tätigkeiten nach Anhang Teil 2 ArbMedVV mit beruflicher Exposition gegenüber
bestimmtem Mikroorganismen eine spezielle arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersu-
chung veranlasst (
Pflichtuntersuchung
) und für Tätigkeiten, die nicht einer Pflichtun-
tersuchung unterliegen, eine Untersuchung angeboten (
Angebotsuntersuchung
)
werden muss.
5.2.1 Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung
Für die Beschäftigten besteht bei Tätigkeiten im Rettungsdienst u. a. eine Expositions-
möglichkeit gegenüber Hepatitis B- und C-Viren durch regelmäßigen Kontakt zu

Rahmenhygieneplan für Rettungs- und Krankentransport
Stand März 2011
21
Körperflüssigkeiten sowie Verletzungsgefahren. Vom Arbeitgeber sind die entsprechen-
den
arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen zu veranlassen.
Sind keine Pflichtuntersuchungen zu veranlassen und wird im Ergebnis der Gefähr-
dungsbeurteilung eine Infektionsgefährdung durch nicht gezielte Tätigkeiten der
Schutzstufe 3 festgestellt bzw. sind bei nicht gezielten Tätigkeiten der Schutzstufe 2 die
Schutzmaßnahmen nicht ausreichend, hat der Arbeitgeber weitere
arbeitsmedizini-
sche Vorsorgeuntersuchungen anzubieten
.
Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen sind grundsätzlich anzubieten, wenn sich
Beschäftigte eine Erkrankung zugezogen haben, die auf eine Tätigkeit mit biologischen
Arbeitsstoffen zurückzuführen ist. Dies gilt auch für Beschäftigte mit vergleichbaren
Tätigkeiten. Ein Untersuchungsangebot ist ebenfalls zu unterbreiten, wenn infolge einer
Exposition mit einer schweren Infektionskrankheit gerechnet werden muss und
Maßnahmen der postexpositionellen Prophylaxe möglich sind bzw. eine Erkrankung
aufgetreten ist, bei der die Möglichkeit eines ursächlichen Zusammenhangs mit der
Tätigkeit besteht.
Mit der Durchführung der speziellen arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen ist
ein Facharzt für Arbeitsmedizin oder ein Arzt mit der Zusatzbezeichnung „Betriebsmedi-
zin“ zu beauftragen, vorrangig der Betriebsarzt (§ 3 Abs. 2 ArbMedVV).
5.2.2 Impfungen für die Beschäftigten
Werden Tätigkeiten mit impfpräventablen Mikroorganismen entsprechend Anhang Teil 2
ArbMedVV durchgeführt, ist den Beschäftigten im Rahmen der Pflichtuntersuchung
nach ärztlicher Beratung eine
Impfung anzubieten
. Die Kosten sind vom Arbeitgeber
zu tragen.
Bei Beschäftigten im Rettungsdienst bei denen mit einer Infektionsgefährdung durch
Blut zu rechnen ist, soll ein aktueller Impfschutz gegen Hepatitis B-Virus vorliegen.
Unabhängig von einer ggf. durch den Arbeitgeber anzubietenden Impfung sollte im
Interesse des öffentlichen Gesundheitsschutzes entsprechend den Impfempfehlungen
der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) ein vollständiger,
altersgemäßer und ausreichender Impfschutz gegeben sein. Eine Beratung durch das
Gesundheitsamt wird empfohlen.
6
Transport von Patienten mit hochkontagiösen Infektionskrankhei-
ten
Hochkontagiöse Infektionskrankheiten können als meist importierte schwer verlaufende
hoch ansteckende Infektionen zu einer akuten erheblichen Gefahr für Kontaktpersonen,
Mitpatienten und medizinisches Personal werden, wie z. B. virale hämorrhagische
Fieber, Lungenpest, SARS oder Lungenmilzbrand.
In der Regel hat jedes Bundesland spezielle Richtlinien zum Umgang mit hochkontagiö-
sen Infektionskrankheiten, z. B. zu Infektionstransporten mit Sonderfahrzeugen (RTWI).

Rahmenhygieneplan für Rettungs- und Krankentransport
Stand März 2011
22
Für den Transport von Infektionsverdächtigen mit hochkontagiösen Erregern steht der
Rettungsdienst des jeweils zuständigen Kompetenz- oder Behandlungszentrums bereit.

Rahmenhygieneplan für Rettungs- und Krankentransport
Stand März 2011
23
Anlage 1
Literatur - wichtige rechtliche Grundlagen und fachliche Standards
Gesetze/ Verordnungen
(nachzulesen
unter
http://www.gesetze-im-internet.de,
http://bundesrecht.juris.de,
http://frei.bundesgesetzblatt.de)
Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen
(Infektionsschutzgesetz - IfSG) vom 20. Juli 2000 (BGBl. I S. 1045), zuletzt geändert
durch Artikel 2a des Gesetzes vom 17. Juli 2009 (BGBl. I S. 2091)
Gesetz über Medizinprodukte (Medizinproduktegesetz – MPG) in der Fassung der
Bekanntmachung vom 7. August 2002 (BGBl. I S. 3146), zuletzt geändert durch
Artikel 6 des Gesetzes vom 29. Juli 2009 (BGBl. I S. 2326)
Verordnung über das Errichten, Betreiben und Anwenden von Medizinprodukten
(Medizinprodukte-Betreiberverordnung – MPBetreibV) in der Fassung der Bekannt-
machung vom 21. August 2002 (BGBl. I S. 3396), zuletzt geändert durch Artikel 4
des Gesetzes vom 29. Juli 2009 (BGBl. I S. 2326)
Gesetz über die Durchführung von Maßnahmen des Arbeitsschutzes zur Verbesse-
rung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten bei der Arbeit
(Arbeitsschutzgesetz - ArbSchG) vom 07.08.96 (BGBl. I, S. 1246) zuletzt geändert
durch Art. 15, Abs. 89 vom 05.02.2009 (BGBl. I S. 160)
Rettungsdienstgesetze der Bundesländer
Verordnung über Arbeitsstätten (Arbeitsstättenverordnung - ArbstättV) vom 12.
August 2004 (BGBl. I, S 2179) zuletzt geändert durch Artikel 4 der Verordnung vom
19. Juli 2010 (BGBl. I S. 960)
Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Tätigkeiten mit biologischen
Arbeitsstoffen (Biostoffverordnung – BioStoffV) vom 27. Januar 1999 (BGBl. I S. 50)
zuletzt geändert durch Art. 3 der Verordnung zur Rechtsvereinfachung und Stärkung
der arbeitsmedizinischen Vorsorge vom 18. Dezember 2008 (BGBl. I Nr. 62, S.
2768)
Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) vom 18.12.2008 (BGBl.
I Nr. 62, S. 2768) zuletzt geändert durch Artikel 2 der Verordnung vom 19. Juli 2010
(BGBl. I S. 960)
Technische Regeln
Vorschriften, Regeln, Informationen der Deutschen Unfallversicherung (DGUV)
(nachzulesen unter
www.baua.de
und
www.dguv.de/inhalt/medien/datenbank/index.jsp)
Technische Regel für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA) 250: Biologische Arbeitsstof-
fe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege
Technische Regel für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA) 400: Handlungsanleitung zur
Gefährdungsbeurteilung bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen
Technische Regel Gefahrstoffe (TRGS) 522: Raumdesinfektion mit Formaldehyd
BGV/ GUV-V A 1 „Grundsätze der Prävention“
BGV/ GUV-V A 4 „Arbeitsmedizinische Vorsorge“
BGR/ GUV-R A 1 „Grundsätze der Prävention“
BGR/ GUV-R 189 „Benutzung von Schutzkleidung“

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Stand März 2011
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BGR/ GUV-R 195 „Benutzung von Schutzhandschuhen“
BGR/ GUV-R 206 „Desinfektionsarbeiten im Gesundheitsdienst“
BGR 208 „Reinigungsarbeiten mit Infektionsgefahr in medizinischen Bereichen“
BGR/ GUV-R 500 Betreiben von Arbeitsmitteln, Kapitel 2.6: Betreiben von
Wäschereien
GUV-R 2106 „Benutzung von persönlicher Schutzausrüstung im Rettungsdienst“
BGI/ GUV-I 512 „Erste Hilfe - Material“
BGI 853 „Betriebsanweisungen nach Biostoffverordnung“
GUV-I 8536 „Verhütung von Infektionskrankheiten
GUV-I 8537 „ Kanülenstichverletzungen sind vermeidbar“
M612/613 „Risiko Virusinfektionen“
(www.bgw-online.de)
M612/613-LI „Liste sicherer Produkte - Schutz vor Schnitt- und Stichverletzungen“
(www.bgw-online.de)
Vorgehen nach Stich- und Schnittverletzungen - Begründung für das Regeluntersu-
chungsprogramm der BGW
(http://bgw-online.de/internet/generator/inhalt/online
Inhalt/Medientypen/Fachartikel/Regeluntersuchungsprogramm Nadelstichverletzun-
gen.html
Weitere Informationen zum Schutz vor Verletzungen durch spitze oder scharfe
Instrumente (Nadelstichverletzungen) unter
http://www.nadelstichverletzung.de/content/home.html
http://www.stop-nadelstich.de/
http://www.baua.de/de/Ueber-die-
BAuA/Modellprogramm/Nadelstichverletzungen.html
Fachliche Standards
Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Verordnung von
Krankenfahrten, Krankentransportleistungen und Rettungsfahrten nach § 92 Abs. 1
Satz 2 Nr. 12 SGB V (Krankentransport -Richtlinien) in der Fassung vom 22. Januar
2004 (Bundesanzeiger 2004; Nr. 18: S. 1342)
Mitteilungen und Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und
Infektionsprävention am Robert Koch-Institut
(www.rki.de)
RKI Richtlinien 4.5.3. , Anforderungen der Hygiene an den Krankentransport
einschließlich Rettungstransport in Krankenkraftwagen Anlage zu Ziffer 4.5.3 der
„Richtlinie für die Erkennung, Verhütung und Bekämpfung von Krankenhausinfektio-
nen“(aus Bundesgesundheitsblatt 32/1989, H. 4, S. 169–170)
Leitlinien des AWMF
(www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF)
Aktuelle Liste der vom Robert-Koch-Institut geprüften und anerkannten Desinfekti-
onsmittel und -verfahren
Aktuelle Desinfektionsmittelliste des Verbundes für Angewandte Hygiene (VAH)
Aktuelle Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO);
www.rki.de
Merkblatt über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen aus öffentlichen
und
privaten
Einrichtungen
des
Gesundheitsdienstes
der
Länder-
Arbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA-AG), Überarbeitung: Stand September 2009
DIN 58953 Sterilisation- Sterilgutversorgung, Teil 8: Logistik von sterilen Medizin-
produkten

Rahmenhygieneplan für Rettungs- und Krankentransport
Stand März 2011
25
DIN EN 1789 „Rettungsdienstfahrzeuge und deren Ausrüstung - Krankenkraftwa-
gen“ („Medical vehicles and their equipment – Road ambulances“)
DIN EN 1865 „Festlegungen für Krankentragen und andere Krankentransportmittel
im Krankenkraftwagen“ („Specifications for stretchers and other patient handling
equipment used in road ambulances“)
DIN 13024 Krankentrage
DIN 13232 Notfall-Arztkoffer
Weiterführende Literatur
Hygienegrundsätze im Rettungsdienst/ Krankentransport (und Sanitätsdienst) des
Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGuS) Mecklenburg-Vorpommern
2006
Kunzika, C. (1999): Analyse des Hygienestatus im Rettungsdienst in Vorpommern
und Erarbeitung einer Modellhygieneordnung für diesen Bereich als Fragestellung
der Community Medicine. Institut für Hygiene und Umweltmedizin. Medizinische
Fakultät der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Finsterer, B., Fiebig, T. (2008): Sinnvolle Hygiene im Rettungswesen. Krankenhaus-
hygiene up2date 3, S. 101-116
Schulze-Röbbecke, R., (2009): Standardmaßnahmen zur Prävention der Übertra-
gung
nosokomialer
Infektionen
Standardhygiene,
Basishygie-
ne.Krankenhaushygiene up2date 4, S. 193-203
Nussbaum, B. (2009): Kleidung und Schutzausrüstung für Pflegeberufe aus
hygienischer Sicht. Hygiene & Medizin 3, März 2009, S. 102-107
Neumann, M., Schuh T. (2006): Kompendium Krankenhaushygiene. Ein Leitfaden
für medizinisches Personal mit einer Auswahl an Testfragen, 15. Auflage. Trier:
Krankenhaus der Barmherzigen Brüder
Neßler, A. (2008): Maßnahmen bei MRSA-positiven Patienten im Rettungsdienst/
Krankentransportwesen. LUA-Mitteilung 01/2008 Chemnitz, S. 13-15
Neßler, A., Mitglieder der AG Tuberkulose des Sächsischen Ministeriums für
Soziales
und
Verbraucherschutz
(2010):
Maßnahmen
bei
Tuberkulose-
Verdachtsfällen und Erkrankten im Rettungsdienst/ Krankentransportwesen. LUA-
Mitteilung 01/2010 Chemnitz, S. 14-16
Höpken E. (2005): Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) - Rettungs-
und Krankentransportdienste, Informationsblatt des Niedersächsischen Landesge-
sundheitsamtes in Zusammenarbeit mit dem Fachausschuss Infektionsschutz des
Landesverbandes Niedersachsen der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesund-
heitsdienstes 02/2005

Rahmenhygieneplan für Rettungs- und Krankentransport
Stand März 2011
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Anlage 2
Auszug aus der Richtlinie für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention
„Anforderungen der Hygiene an den Krankentransport einschließlich Rettungs-
transport in Krankenkraftwagen“
Anlage zu Ziffer 4.5.3 der „Richtlinie für die Erkennung, Verhütung und Bekämpfung von
Krankenhausinfektionen“ (aus Bundesgesundheitsblatt 32/1989, H. 4, S. 169–170)
[…]
2 Organisation der Krankentransporte
Für den hygienischen Zustand des Krankenkraftwagens ist die jeweilige Transportorga-
nisation verantwortlich.
Als grundsätzliche Vorsichtsmaßnahme müssen dem Kranken- bzw. Rettungs-
transportpersonal Infektionsgefahren (ohne Nennung der Erkrankung) mitgeteilt
werden, soweit diese erkannt wurden. Aus infektionsprophylaktischen Gründen
empfiehlt es sich, alle Krankentransporte durch den Arzt, der den Transport veranlasst,
einer der nachfolgenden Gruppen zuzuordnen:
1. Patienten, bei denen kein Anhalt für das Vorliegen einer Infektionskrankheit besteht.
2. Patienten, bei denen zwar eine Infektion besteht und erkannt ist, die jedoch nicht
durch die beim Transport üblichen Kontakte übertragen werden kann (z.B. Patienten mit
Virushepatitis, HIV-positive Patienten ohne klinische Zeichen von AIDS, Patienten mit
einer geschlossenen Lungentuberkulose).
3. Patienten, bei denen die Diagnose ätiologisch gesichert ist oder der begründete
Verdacht besteht, an einer hochkontagiösen und gefährlichen Infektionskrankheit zu
leiden (s. Anhang) […]

Rahmenhygieneplan für Rettungs- und Krankentransport
Stand März 2011
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Anlage 3
Auszug aus der AWMF-Leitlinie zur Hygiene in Klinik und Praxis
„Hygienemaßnahmen beim Patiententransport“
http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/029-029.htm
[…]
2. Transportübernahme
Erkrankungen mit erhöhtem Infektionsrisiko sind dem Krankentransportpersonal bzw.
Rettungsdienst vor dem Transport mitzuteilen. Die notwendigen Hygiene- und
Vorsichtsmassnahmen ergeben sich aus der Einteilung der Patienten in folgende
Kategorien [2]:
Kategorie A:
Patienten, bei denen kein Anhalt für das Vorliegen einer Infektionserkrankung
besteht.
Kategorie B:
Patienten, bei denen zwar eine Infektion besteht und diagnostiziert wurde, diese
jedoch nicht durch beim Transport übliche Kontakte übertragen werden kann.
Darunter fallen auch Virushepatitis, HIV-Infektion ohne klinische Zeichen eines
Vollbildes AIDS, Tuberkulose exkl. offene Lungen-TB. Ausgenommen hiervon sind
Patienten mit offenen und blutenden Wunden (
Kategorie C oder D).
Kategorie C-I:
Patienten, bei denen die Diagnose gesichert ist oder der begründete Verdacht
besteht, dass sie an einer kontagiösen Infektionskrankheit leiden wie z.B. an offe-
ner Lungen-Tuberkulose, Meningokokken-Meningitis, Diphtherie, Milzbrand,
Windpocken, generalisiertem Zoster, Cholera, Typhus, Tollwut, sowie Patienten
mit multiresistenten Keimen wie z.B. MRSA, VRE und Patienten, die akut erbre-
chen und/ oder dünnflüssige Stühle ausscheiden.
Kategorie C-II:
Patienten, bei denen auch nur der bloße
Verdacht
auf eine Infektionskrankheit mit
besonders gefährlichen Erregern besteht, wie z.B.: hämorrhagisches Fieber
(Lassa, Ebola), Pocken, Pest, Lungenmilzbrand, SARS.
Kategorie D:
Patienten, die in besonderem Maße infektionsgefährdet sind durch: z.B.: Poly-
trauma, ausgedehnte Unfallverletzungen oder Verbrennungen, Frühgeburt, Im-
munsuppression (z.B. manifeste AIDS-Erkrankung, Leukopenie (< 500 Neutrophi-
le), Agranulocytose, Organtransplantation) […]

Rahmenhygieneplan für Rettungs- und Krankentransport
Stand März 2011
28
Anlage 4
Tabelle zu ausgewählten Infektionskrankheiten und –erregern
Acinetobacter Infektion
/ bakterielle, meist nosokomiale Infektion, wie Harnwegs-, Atemwegs- oder
Wundinfektion, oder Sepsis (siehe dort), evtl. multiresistent (siehe dort)
Adenovirus-Infektion
/ Frage ob Atemwegsinfektion, Enteritis infectiosa viral, Konjunctivitis, Menin-
goencephalitis (siehe dort)
Affenpocken
siehe hochkontagiöse Infektionskrankheit
AIDS
siehe HIV-Infektion
Amöbenruhr
= Amöbiasis / infektiöse Darmerkrankung / selten / Erreger: Entamoeba histolytica
(Protozoenart)
Infektiöse Substanzen: Stuhl
Übertragungswege:
fäkal-oral, direkte und indirekte Kontakte
PSA*:
Schutzhandschuhe
Schutzkittel
Desinfektion:
Wirkungsbereich: bakterizid
Routinedesinfektion
Kontaminierte Abfälle:
Standardentsorgung (AS 180104 bzw. AS 180101)
Kontaminierte Wäsche:
normale Entsorgung und Aufbereitung
Anthrax
siehe Milzbrand bzw. Lungenmilzbrand
Aspergillose
/ Form der Lungenentzündung (Pneumonie) / Erreger: Aspergillus fumigatus (Schimmelpilz)
Infektiöse Substanzen: in der Luft befindliche Pilzsporen
Übertragungswege:
aerogen, betrifft abwehrgeschwächte Personen / keine Gefahr für Betreuende
PSA, Desinfektion,
Abfälle und Wäsche
entsprechend Standardhygiene
Atemwegsinfektion
(außer
Tuberkulose), verschiedene Erreger möglich
Infektiöse Substanzen: respiratorische Sekrete
Übertragungswege:
aerogen, evtl. direkte und indirekte Kontakte
PSA*:
Schutzhandschuhe
Schutzkittel
Partikel filtrierende Halbmaske FFP1/
MNS in FFP1-Qualität
Desinfektion:
Wirkungsbereich: bakterizid
Routinedesinfektion
Kontaminierte Abfälle:
Standardentsorgung (AS 180104 bzw. AS 180101)
Kontaminierte Wäsche:
normale Entsorgung und Aufbereitung
Borelliose
(Lyme-Borrelliose) / systemische Infektionskrankheit / Erreger: Borrelia burgdorferi
(Bakterienart)
Infektiöse Substanzen: keine Mensch-zu-Mensch-Übertragung
Übertragungswege:
durch Zeckenstich / keine Gefahr für Betreuende
PSA, Desinfektion,
Abfälle und Wäsche
entsprechend Standardhygiene
Botulismus /
Form der Lebensmittelvergiftung (weitere, seltene Infektionsformen sind der Wund- und der
Säuglingsbotulismus) / Erreger: Clostridium botulinum (bakterieller Sporenbildner)
Infektiöse Substanzen: z.B. fehlerhaft sterilisierte Konserven oder unsachgemäß haltbar gemachte
Fleischprodukte
Übertragungswege:
Aufnahme von botulinustoxinhaltigen Lebensmitteln / keine Gefahr für
Betreuende
PSA, Desinfektion,
Abfälle und Wäsche
entsprechend Standardhygiene
Candida-Infektion
(Candidiasis) / meist lokaler, selten systemischer Pilzbefall, der sich in verschiedenen
Formen (z.B. Haut- und Schleimhautmykosen, tiefe Organmykosen, Sepsis) manifestiert / Erreger:
Candida albicans (Pilzart)
Infektiöse Substanzen: je nach Lokalisation
Übertragungswege:
meist endogene Infektion, auch Schmierinfektion mgl.
PSA, Desinfektion,
Abfälle und Wäsche
entsprechend Standardhygiene
CDI = CDAD
(Clostridium difficile-Infektion) / Antibiotika assoziierte Durchfallerkrankung / Kolitis / Erreger:

Rahmenhygieneplan für Rettungs- und Krankentransport
Stand März 2011
29
Clostridium difficile (baterieller Sporenbildner)
Infektiöse Substanzen: Stuhl
Übertragungswege:
direkte und indirekte Kontakte bzw. fäkal-oral
PSA*:
Schutzhandschuhe
Schutzkittel
Desinfektion:
Wirkungsbereich: sporizid, Hände: Desinfektion und gründliche Reinigung!
Routinedesinfektion
Kontaminierte Abfälle:
Standardentsorgung (AS 180104 bzw. AS 180101)
Kontaminierte Wäsche:
Entsorgung als infektiöse Wäsche
Cholera
/ lebensbedrohliche Darminfektion mit systemischen Auswirkungen / selten / Erreger: Vibrio
cholerae (Bakterienart)
Infektiöse Substanzen: Stuhl
Übertragungswege:
direkte und indirekte Kontakte mit Stuhl bzw. fäkal-oral
PSA:
Schutzhandschuhe
Schutzkittel
Desinfektion:
Wirkungsbereich: bakterizid
Schlussdesinfektion: gesamter Innenraumbereich
Kontaminierte Abfälle:
infektiös, d.h. AS 180103
Kontaminierte Wäsche:
Entsorgung als infektiöse Wäsche
Clostridium-difficile-Infektion
siehe CDI
Coronavirus-Infektion /
Frage ob Atemwegsinfektion, Enteritis infectiosa viral (siehe dort)
Coxsackievirus /
Frage ob Atemwegsinfektion, Enteritis infectiosa viral, Konjunctivitis (siehe dort)
Creutzfeld-Jakob-Krankheit (CJD bzw. CJK, vCJK)
/ irreversible Hirnschädigung / Erreger: Prionen
(infektiös wirkende Eiweißpartikel)
Infektiöse Substanzen: verschiedene Gewebearten (wie Hirn, Rückenmark, Auge), kontaminierte
Instrumente oder Transplantate
Übertragungswege:
Entstehung meist sporadisch, auch genetisch bedingt oder iatrogen / keine
Gefahr für Betreuende
PSA, Desinfektion,
Abfälle und Wäsche
entsprechend Standardhygiene
Cytomegalie
siehe Zytomegalie
Diphtherie**
/ lebensbedrohliche Infektion der oberen Atemwege / Erreger: Corynebacterium diphtheriae
(Bakterienart)
Infektiöse Substanzen: Atemwegs- und Wundsekrete
Übertragungswege:
aerogen, evtl. direkte oder indirekte Kontakte
PSA*:
Schutzhandschuhe
Schutzkittel
Partikel filtrierende Halbmaske FFP2
Desinfektion:
Wirkungsbereich: bakterizid
Schlussdesinfektion: gesamter Innenraumbereich
Kontaminierte Abfälle:
infektiös, d.h. AS 180103
Kontaminierte Wäsche:
Entsorgung als infektiöse Wäsche
Ebola-Infektion (hämorrhagisches Fieber)
siehe hochkontagiöse Infektionskrankheit
Echovirus-Infektion
/ Frage ob Atemwegsinfektion, Enteritis infectiosa viral, Meningoencephalitis
E. Coli-Infektion
/ Frage ob Enteritis infectiosa bakteriell, Wund-, Harnwegs- oder Atemwegsinfektion
oder Sepsis (siehe dort)
EHEC, ETEC, EIEC-Infektion
siehe Enteritis infectiosa bakteriell oder HUS
Enzephalitis
siehe Meningoencephalitis
Enteritis infectiosa bakteriell
(außer Typhus, Paratyphus, Shigellose) / Infektion des Verdauungstraktes
/
verschiedene bakterielle Erreger wie: E. coli, Campylobacter, Salmonellen etc.
Infektiöse Substanzen: Stuhl, Erbrochenes
Übertragungswege:
direkte und indirekte Kontakte, fäkal-oral
PSA*:
Schutzhandschuhe
Schutzkittel
Desinfektion:
Wirkungsbereich: bakterizid
Routinedesinfektion
Kontaminierte Abfälle:
Standardentsorgung (AS 180104 bzw. AS 180101)
Kontaminierte Wäsche:
Entsorgung als infektiöse Wäsche
Enteritis infectiosa viral oder Erreger unbekannt
/ Infektion des Verdauungstraktes / verschiedene
virale Erreger wie: Noro-, Rota-, Adeno-, Corona-, Echo oder Coxsackieviren etc.
Infektiöse Substanzen: Stuhl oder Erbrochenes

Rahmenhygieneplan für Rettungs- und Krankentransport
Stand März 2011
30
Übertragungswege:
direkte und indirekte Kontakte fäkal-oral, evtl. aerogen
PSA:
Schutzhandschuhe
Schutzkittel
Partikel filtrierende Halbmaske FFP1/
MNS in FFP1-Qualität
Desinfektion:
Wirkungsbereich: viruzid
Routinedesinfektion
Kontaminierte Abfälle:
Standardentsorgung (AS 180104 bzw. AS 180101)
Kontaminierte Wäsche:
Entsorgung als infektiöse Wäsche
Enterokokken- oder Enterobacter-Infektion /
Frage ob Enteritis infectiosa bakteriell, Harnwegsinfektion,
Wundinfektion, Atemwegsinfektion, Sepsis (siehe dort)
Erysipel
/ früher als "Wundrose" bezeichnete bakterielle Hautinfektion / Erreger: Streptokokken der
Gruppe A (Bakterienart).
Infektiöse Substanzen: Wundsekret
Übertragungswege:
direkte und indirekte Kontakte
PSA*:
Schutzhandschuhe
Desinfektion:
Wirkungsbereich: bakterizid
Routinedesinfektion
Kontaminierte Abfälle:
Standardentsorgung (AS 180104 bzw. AS 180101)
Kontaminierte Wäsche:
normale Entsorgung und Aufbereitung
ESBL-Infektion oder Kolonisation
siehe multiresistente Erreger
Escherischia coli-Infektion
/ Frage ob Enteritis infectiosa bakteriell, Wund-, Harnwegs- oder
Atemwegsinfektion oder Sepsis (siehe dort)
Flohbefall
Infektiöse Substanzen: keine
Übertragungswege:
körperliche Kontakte
PSA, Desinfektion,
Abfälle und Wäsche
entsprechend Standardhygiene
FSME
= Zeckenenzephalitis / Form der Hirn- bzw. Hirnhautentzündung / Erreger: FSME-Viren
Infektiöse Substanzen: keine Mensch-zu-Mensch-Übertragung
Übertragungswege:
Zeckenstich / keine Gefahr für Betreuende
PSA, Desinfektion,
Abfälle und Wäsche
entsprechend Standardhygiene
Gasbrand
/ oft tödlich und schnell verlaufende Gewebsentzündung / Erreger: meist Clostridium
perfringens (bakterieller Sporenbildner)
Infektiöse Substanzen: Wundsekret, Eiter, Stuhl
Übertragungswege:
Übertragung meist infolge Verletzung oder intraoperativ / keine Gefahr für
Betreuende
PSA*:
Schutzhandschuhe
Desinfektion:
Wirkungsbereich: sporizid
Routinedesinfektion
Kontaminierte Abfälle:
Standardentsorgung (AS 180104 bzw. AS 180101
Kontaminierte Wäsche:
normale Entsorgung
Gastroenteritis
siehe Enteritis infectiosa bakteriell oder viral
Gelbfieber
/ virusbedingtes hämorrhagisches Fieber, Übertragung durch Mücken
Infektiöse Substanzen: keine Mensch-zu-Mensch-Übertragung
Übertragungswege:
Mückenstich / keine Gefahr für Betreuende
PSA, Desinfektion,
Abfälle und Wäsche
entsprechend Standardhygiene
Gürtelrose
siehe Herpes-Zoster-Infektion
Harnwegsinfektion
/ Infektion der ableitenden Harnwege wie Zystitis oder Urethritis / Erreger:
verschiedene Bakterien, ggf. multiresistent (siehe dort)
Infektiöse Substanzen: Urin
Übertragungswege:
direkte und indirekte Kontakte
PSA, Desinfektion,
Abfälle und Wäsche
entsprechend Standardhygiene
Hepatitis A** oder E
/ Form der infektiösen Leberentzündung / Erreger: Hepatitis A- oder E-Viren
Infektiöse Substanzen: Stuhl, Urin
Übertragungswege:
direkte und indirekte Kontakte, fäkal-oral

Rahmenhygieneplan für Rettungs- und Krankentransport
Stand März 2011
31
PSA*:
Schutzhandschuhe, Schutzkittel
Desinfektion:
Wirkungsbereich: viruzid
Routinedesinfektion
Kontaminierte Abfälle:
Standardentsorgung (AS 180104 bzw. AS 180101)
Kontaminierte Wäsche:
normale Entsorgung und Aufbereitung
Hepatitis B**, C, D** oder G
/ Form der infektiösen Leberentzündung / Erreger: Hepatitis B-, C-, D- oder
G-Viren / Hinweis: Beschäftigte im Gesundheitswesen sollten einen ausreichenden Impfschutz gegen
Hepatitis B vorweisen können
Infektiöse Substanzen: Blut, Körperflüssigkeiten
Übertragungswege:
hämatogen, iatrogen
PSA, Desinfektion,
entsprechend Standardhygiene, wobei der Verwendung verletzungssicherer
Kanülen eine besonders hohe Bedeutung zukommt.
Kontaminierte Abfälle:
sofern nicht tropfnass mit Blut kontaminiert Standardentsorgung (AS 180104
bzw. AS 180101), sonst infektiös, d.h. AS 180103
Kontaminierte Wäsche:
normale Entsorgung und Aufbereitung
Herpes-simplex- und Herpes-zoster-Infektion (generalisierte Infektionen)
/ Erreger: Herpes-simplex-
Viren
Infektiöse Substanzen: Nasen-Rachensekrete, Wund oder Genitalsekret (je nach Lokalisation)
Übertragungswege:
direkte und indirekte Kontakte, ggf. aerogen
PSA*:
Schutzhandschuhe
Schutzkittel
Partikel filtrierende Halbmaske FFP1/
MNS in FFP1-Qualität
Desinfektion:
Wirkungsbereich:
begrenzt viruzid
Routinedesinfektion
Kontaminierte Abfälle:
Standardentsorgung (AS 180104 bzw. AS 180101)
Kontaminierte Wäsche:
normale Entsorgung und Aufbereitung
Herpes-Zoster-Infektion
(lokale Form, =Gürtelrose) / Entzündung des Nervengewebes, die mit einem
schmerzhaften Ausschlag einhergeht / Erreger: Varizella-Zoster-Viren, die sowohl Windpocken
(Varizellen), als auch Herpes Zoster (Gürtelrose) verursachen können
Infektiöse Substanzen: Atemwegssekrete, Wundsekrete
Übertragungswege:
direkte und indirekte Kontakte, aerogen
PSA*:
entsprechend Standardhygiene
Desinfektion:
Wirkungsbereich: begrenzt viruzid
Routinedesinfektion
Kontaminierte Abfälle:
Standardentsorgung (AS 180104 bzw. AS 180101)
Kontaminierte Wäsche:
normale Entsorgung und Aufbereitung
HIV-Infektion (= AIDS)
/ systemische Virusinfektion / HIV-Viren
Infektiöse Substanzen: Blut, Körperflüssigkeiten, Sekrete
Übertragungswege:
u.a. hämatogen, iatrogen
PSA, Desinfektion
entsprechend Standardhygiene, wobei der Verwendung verletzungssicherer
Kanülen eine besonders hohe Bedeutung zukommt.
Kontaminierte Abfälle:
sofern nicht tropfnass mit Blut kontaminiert Standardentsorgung (AS 180104
bzw. AS 180101), sonst infektiös, d.h. AS 180103
Kontaminierte Wäsche:
normale Entsorgung und Aufbereitung
Hochkontagiöse Infektionskrankheiten
(Affenpocken, Hämorrhagisches Fieber, Lungenpest, SARS,
Lungenmilzbrand) / Infektionskrankheiten mit einer hohen Letalität, die besondere Transportmaßnahmen
notwendig machen (siehe entsprechende Ausführungen im Hygieneplan).
HUS
(= hämolytisch-urämisches Syndrom, syn. Gasser-Syndrom) / lebensgefährliche Infektion, die mit
einer Schädigung der Blutzellen, Blutgefäße und Nieren einhergeht / Erreger: bestimmte Toxin bildende
E.coli- Stämme wie EHEC, EIEC oder ETEC)
Infektiöse Substanzen: Stuhl, Erbrochenes
Übertragungswege:
kontaminierte Lebensmittel, direkte und indirekte Kontakte, fäkal-oral
PSA*:
Schutzhandschuhe
Schutzkittel
Desinfektion:
Wirkungsbereich: bakterizid
Routinedesinfektion
Kontaminierte Abfälle:
Standardentsorgung (AS 180104 bzw. AS 180101)

Rahmenhygieneplan für Rettungs- und Krankentransport
Stand März 2011
32
Kontaminierte Wäsche:
normale Entsorgung
Influenza**
(= Grippe) / systemische Virusinfektion mit unterschiedlichem Verlauf und Schweregrad /
Erreger: Influenzaviren / Hinweis: bitte jeweils aktuelle Empfehlungen des RKI beachten!
Infektiöse Substanzen: Atemwegssekrete
Übertragungswege:
aerogen, direkte und indirekte Kontakte
PSA*:
Schutzhandschuhe
Schutzkittel
Partikel filtrierende Halbmaske FFP 2 (bei
nicht impfpräventabler Influenza)
Desinfektion:
Wirkungsbereich: begrenzt viruzid
Routinedesinfektion
Kontaminierte Abfälle:
Standardentsorgung (AS 180104 bzw. AS 180101)
Kontaminierte Wäsche:
normale Entsorgung und Aufbereitung
Impetigo contagiosa
/ lokale Hautinfektion meist im Bereich des Gesichtes, Kopfes oder der Extremitäten
/ Erreger: Staphylokokken oder Streptokokken
Infektiöse Substanzen: Eiter, Wundsekret
Übertragungswege:
direkte und indirekte Kontakte
PSA, Desinfektion,
Abfälle und Wäsche
entsprechend Standardhygiene
Keuchhusten
siehe Pertussis
Klebsiella-Infektion oder -Kolonisation
/ Frage ob Harnwegsinfektion, Wundinfektion, Atemwegsinfekti-
on oder Sepsis (siehe dort)
Konjunktivitis
(= Augenbindehautentzündung) / Erreger: verschiedene Bakterien (z.B. Chlamydien,
Neisserien, Pseudomonaden) und Viren (z.B. Adenoviren, Coxsackieviren, Herpesviren) mit unterschiedli-
cher Infektiosität
Infektiöse Substanzen: Tränen, Eiter
Übertragungswege:
direkte und indirekte Kontakte
PSA*:
Schutzhandschuhe
Desinfektion:
Wirkungsbereich: viruzid
Routinedesinfektion
Kontaminierte Abfälle:
Standardentsorgung (AS 180104 bzw. AS 180101)
Kontaminierte Wäsche:
Entsorgung als infektiöse Wäsche
Krätze
siehe Skabies
Krim-Kongo-Fieber
(Hämorrhagisches Fieber) siehe hochkontagiöse Infektionskrankheiten
Kryptosporidiose
/ Infektion des Verdauungstraktes / Erreger: Kryptosporidien (Protozoenart)
Infektiöse Substanzen: Stuhl
Übertragungswege:
direkte und indirekte Kontakte, fäkal-oral
PSA*:
Schutzhandschuhe
Schutzkittel
Desinfektion:
gründliches Händewaschen und Reinigen von Kontaktflächen, da handelsübli-
che Desinfektionsmittel nicht wirksam sind
Routinedesinfektion
Kontaminierte Abfälle:
Standardentsorgung (AS 180104 bzw. AS 180101)
Kontaminierte Wäsche:
normale Entsorgung und Aufbereitung
Läusebefall
Infektiöse Substanzen: keine
Übertragungswege:
körperliche Kontakte
PSA, Desinfektion,
Abfälle und Wäsche:
entsprechend Standardhygiene
Lassa Fieber
(Hämorrhagisches Fieber) siehe hochkontagiöse Infektionskrankheiten
Legionellose
/ Infektion der Atmungsorgane / Erreger: Legionella pneumophila (Bakterienart)
Infektiöse Substanzen: kontaminiertes Wasser
Übertragungswege:
keine direkte Mensch-zu-Mensch-Übertragung
PSA, Desinfektion,
Abfälle und Wäsche
entsprechend Standardhygiene
Lungenpest
siehe hochkontagiöse Infektionskrankheiten
Lungenmilzbrand
siehe hochkontagiöse Infektionskrankheiten
Lungentuberkulose
siehe Tuberkulose
Lyme-Borrelliose
siehe Borrelliose

Rahmenhygieneplan für Rettungs- und Krankentransport
Stand März 2011
33
Malaria
/ mit Fieberschüben einhergehende systemische Infektionskrankheit / Erreger: Plasmodien
(Protozoenart)
Infektiöse Substanzen: keine Mensch-zu-Mensch-Übertragung
Übertragungswege:
Stich der Anophelesmücke / keine Gefahr für Betreuende
PSA, Desinfektion,
Abfälle und Wäsche
entsprechend Standardhygiene
Marburg-Fieber
(Hämorrhagisches Fieber) siehe hochkontagiöse Infektionskrankheiten
Masern**
/ mit Hautausschlag einhergehende systemische Infektionskrankheit / Erreger: Masern-Viren
Infektiöse Substanzen: Atemwegssekrete
Übertragungswege:
aerogen, wobei für ungeimpfte Personen eine hohe Infektionsgefahr besteht
PSA*:
Schutzhandschuhe
Schutzkittel
Partikel filtrierende Halbmaske FFP2
Desinfektion:
Wirkungsbereich: begrenzt viruzid
Schlussdesinfektion: gesamter Innenraumbereich
Kontaminierte Abfälle:
Standardentsorgung (AS 180104 bzw. AS 180101
Kontaminierte Wäsche:
normale Entsorgung
Meningitis unbekannter Erreger
(= Hirnhautentzündung) / Erreger: verschiedene Bakterien und Viren/
Hinweis: besonders ansteckungsfähig und gefährlich ist die Meningokokken-Meningitis
Infektiöse Substanzen: Mund- und Atemwegssekrete
Übertragungswege:
aerogen, evtl. Kontakte
PSA*:
Schutzhandschuhe
Schutzkittel
Partikel filtrierende Halbmaske FFP2
Desinfektion:
Wirkungsbereich: bakterizid
Routinedesinfektion
Kontaminierte Abfälle:
Standardentsorgung (AS 180104 bzw. AS 180101)
Kontaminierte Wäsche:
normale Entsorgung und Aufbereitung
Meningoencephalitis
siehe Meningitis
Milzbrand
(bei Lungenmilzbrand siehe hochkontagiöse Infektionskrankheiten) / lebensgefährliche Haut-
oder Darminfektion mit systemischen Auswirkungen / Erreger: Bacillus anthracis (bakterieller Sporenbild-
ner)
Infektiöse Substanzen: Blut, Fleisch oder Körperflüssigkeiten infizierter Tiere, sporenhaltiger Staub
Übertragungswege:
direkter Kontakt mit erregerhaltigen Materialien
PSA*:
Schutzhandschuhe
Schutzkittel
Partikel filtrierende Halbmaske FFP2
Desinfektion:
Wirkungsbereich: sporizid
Schlussdesinfektion: gesamter Innenraumbereich
Kontaminierte Abfälle:
infektiös, d.h. AS 180103
Kontaminierte Wäsche:
Entsorgung als infektiöse Wäsche
Mononukleose
(= Pfeiffersches Drüsenfieber) / eine mit grippeähnlichen Symptomen einhergehende
Virusinfektion / Erreger: Epstein-Barr-Viren
Infektiöse Substanzen: Mund- und Atemwegssekrete
Übertragungswege:
Küssen, gemeinsame Benutzung von Trinkgefäßen / keine Gefahr für
Betreuende
PSA, Desinfektion,
Abfälle und Wäsche
entsprechend Standardhygiene
MRSA-Infektion oder Kolonisation
siehe multiresistente Erreger
Multiresistente Errger (Infektion oder/und ggf. Kolonisation)
/ Erreger: verschiedene Bakterien mit
ausgeprägter Antibiotika-Resistenz wie MRSA, ESBL-bildende Bakterien, VRE / Hinweis: detaillierte
Informationen sind in den Empfehlungen der Kimmission für Krankenhaushygiene und Infektionspräventi-
on am RKI (KRINKO) enthalten sowie in denen anderer Institutionen, z.B. Landesgesundheitsämter,
DGKH
Infektiöse Substanzen: je nach Lokalisation Atemwegssekret, Wundsekret, Körperflüssigkeiten
Übertragungswege:
meist direkte oder indirekte Kontakte, bei Kolonisation oder Infektion der
Atemwege auch aerogen
PSA:
primär Standardhygiene, die anzuwendende Schutzausrüstung richtet sich nach
der jeweiligen Sachlage (s. Rahmenhygieneplan Anlage 5)
Desinfektion:
Wirkungsbereich: bakterizid
Routinedesinfektion
Kontaminierte Abfälle:
Standardentsorgung (AS 180104 bzw. AS 180101)
Kontaminierte Wäsche:
normale Entsorgung und Aufbereitung

Rahmenhygieneplan für Rettungs- und Krankentransport
Stand März 2011
34
Mumps
** / virale Entzündung der Ohrspeicheldrüse / Erreger: Mumpsviren
Infektiöse Substanzen: Atemwegssekrete, Tränenflüssigkeit, Blut, Liquor, Urin
Übertragungswege:
aerogen, evtl. direkte und indirekte Kontakte
PSA*:
Schutzhandschuhe
Schutzkittel
Partikel filtrierende Halbmaske FFP2
Desinfektion:
Wirkungsbereich: begrenzt viruzid
Routinedesinfektion
Kontaminierte Abfälle:
Standardentsorgung (AS 180104 bzw. AS 180101)
Kontaminierte Wäsche:
normale Entsorgung und Aufbereitung
Noro-Virus-Infektion
siehe Enteritis infectiosa viral oder Erreger unbekannt
Ornithose
(= Psittakose oder Papageienkrankheit) / schwere Atemwegserkrankung mit grippeähnlichen
Symptomen / Erreger: Chlamydia psittaci (Bakterienart)
Infektiöse Substanzen: kontaminierter Staub- bzw. Kotpartikel, respiratorisches Sekret
Übertragungswege:
aerogen, direkter Kontakt zu infizierten Vögeln / Übertragung von Mensch zu
Mensch nicht nachgewiesen / keine Gefahr für Betreuende
PSA, Desinfektion,
Abfälle und Wäsche
entsprechend Standardhygiene
ORSA - Infektion oder Kolonisation
siehe multiresistente Erreger
Parainfluenza
siehe Influenza
Paratyphus (A, B, C)
siehe Typhus abdominalis
Pest
siehe hochkontagiöse Infektionskrankheiten
Pertussis**
(= Keuchhusten) / mit Hustenanfällen einhergehende Infektionserkrankung / Erreger:
Bordetella pertussis (Bakterienart)
Infektiöse Substanzen: respiratorische Sekrete
Übertragungswege:
aerogen, evtl. direkte und indirekte Kontakte
PSA*:
Schutzhandschuhe
Schutzkittel
Partikel filtrierende Halbmaske FFP2
Desinfektion:
Wirkungsbereich: bakterizid
Routinedesinfektion
Kontaminierte Abfälle:
Standardentsorgung (AS 180104 bzw. AS 180101
Kontaminierte Wäsche:
normale Entsorgung und Aufbereitung
Pfeiffersches Drüsenfieber
siehe Mononukleose
Pneumonie
siehe Atemweginfektion
Psittacose
siehe Ornithose
Ringelröteln
(= Erythema infectiosum) / meist stumm oder mild verlaufende, mit einem Erythem
einhergehende, virale Infektionskrankheit / Erreger: Parvoviren
Infektiöse Substanzen: respiratorische Sekrete
Übertragungswege:
aerogen, evtl. auch über Handkontakte, selten über Blutprodukte
PSA, Desinfektion,
Abfälle und Wäsche
entsprechend Standardhygiene
Rotavirus-Infektion
siehe Enteritis infectiosa viral
Röteln**
/ meist stumm oder mild verlaufende, mit einem Exanthem einhergehende Infektionskrankheit /
Erreger: Rötelnviren / Hinweis: Gefahr einer intrauterinen Fruchtschädigung bei Schwangeren ohne
Immunschutz
Infektiöse Substanzen: respiratorische Sekrete
Übertragungswege:
aerogen, evtl. direkte Kontakte
PSA*:
Schutzhandschuhe
Schutzkittel
Partikel filtrierende Halbmaske FFP2
Desinfektion:
Wirkungsbereich: begrenzt viruzid
Schlussdesinfektion: keine besonderen Maßnahmen notwendig
Kontaminierte Abfälle:
Standardentsorgung (AS 180104 bzw. AS 180101)
Kontaminierte Wäsche:
normale Entsorgung und Aufbereitung
RS-Virus-Infektion
siehe Atemwegsinfektion
Ruhr
siehe Shigellose
Salmonellose
siehe Enteritis infectiosa bakteriell
SARS
siehe hochkontagiöse Infektionskrankheiten
Scharlach**
/ mit hohem Fieber, Hautexanthem und Entzündung des Mund-Rachenraumes einhergehen-
de bakterielle Infektionskranheit (Sonderform ist der Wundscharlach) / Erreger: Streptococcus pyogenes
(Bakterienart)

Rahmenhygieneplan für Rettungs- und Krankentransport
Stand März 2011
35
Infektiöse Substanzen: respiratorische Sekrete
Übertragungswege:
aerogen
PSA*:
Schutzhandschuhe
Schutzkittel
Partikel filtrierende Halbmaske FFP1/
MNS in FFP1-Qualität
Desinfektion:
Wirkungsbereich: bakterizid
Routinedesinfektion
Kontaminierte Abfälle:
Standardentsorgung (AS 180104 bzw. AS 180101)
Kontaminierte Wäsche:
normale Entsorgung und Aufbereitung
Sepsis
(= "Blutvergiftung") / lebensgefährliche systemische Infektion/ Erreger: verschiedene, vorwiegend
bakterielle Erreger (z.B. Staphylokokken bzw. MRSA, Meningokokken)
Infektiöse Substanzen: Blut oder andere Körperflüssigkeiten
Übertragungswege:
meist endogene Infektion, kein erhöhtes Infektionsrisiko
PSA*, Desinfektion,
Abfälle und Wäsche
entsprechend Standardhygiene
Shigellose (= Ruhr oder Bakterienruhr) /
seltene, komplikationsbehaftete, mit schweren Durchfällen und
Elektrolytverlusten einhergehende Darminfektion / Erreger: Shigella spez. (Bakterienart)
Infektiöse Substanzen: kontaminierte Lebensmittel/Trinkwasser, Stuhl, Erbrochenes
Übertragungswege:
Aufnahme kontaminierter Lebensmittel/Trinkwasser, direkte und indirekte
Kontakte fäkal-oral, Fliegen als mech. Vektoren
PSA*:
Schutzhandschuhe
Schutzkittel
Desinfektion:
Wirkungsbereich: bakterizid
Routinedesinfektion
Kontaminierte Abfälle:
Standardentsorgung (AS 180104 bzw. AS 180101)
Kontaminierte Wäsche:
Entsorgung als infektiöse Wäsche
Skabies
(= Krätze) / parasitäre Hautinfektion / Erreger: Krätzmilben
Infektiöse Substanzen: evtl. Hautschuppen
Übertragungswege:
Körperkontakte
PSA*:
Schutzhandschuhe
langärmlige Schutzkittel
Desinfektion, Abfälle,
Wäsche
entsprechend Standardhygiene
Tetanus
(= Wundstarrkrampf) / eine mit Lähmungen einhergehende, lebensgefährliche Infektions-
krankheit / Erreger: Clostridium tetani (Bakterienart)
Infektiöse Substanzen: Staub, Gartenerde, Stuhl, Wundsekret
Übertragungswege:
kein erhöhtes Infektionsrisiko
PSA, Desinfektion,
Abfälle und Wäsche
entsprechend Standardhygiene
Toxoplasmose
/ stumm oder mit diffusen Symptomen verlaufende perasitäre Infektionskrankheit /
Erreger: Toxoplasma gondii (Protozoenart) / Hinweis: besondere Gefahr für Schwangere ohne
Immunschutz
Infektiöse Substanzen: evtl. kontaminierte Lebensmittel (vor allem rohes Fleisch, ungewaschenes
Gemüse/Obst)
Übertragungswege:
durch Kontakt mit Katzen oder über Lebensmittel / keine Gefahr für Betreuende
PSA, Desinfektion,
Abfälle und Wäsche
entsprechend Standardhygiene
Tuberkulose in Form der offenen Lungentuberkulose
/ mit Gewebseinschmelzung des Lungenpa-
renchyms einhergehende Infektionskrankheit / Erreger: Mycobacterium tuberculosis
Infektiöse Substanzen: Atemwegssekrete, kontaminierte Staubpartikel
Übertragungswege:
aerogen
PSA*:
Schutzhandschuhe
Schutzkittel
Partikel filtrierende Halbmaske FFP2
Desinfektion:
Wirkungsbereich: tuberkulozid
Schlussdesinfektion: gesamter Innenraumbereich
Kontaminierte Abfälle:
infektiös, d.h. AS 180103
Kontaminierte Wäsche:
Entsorgung als infektiöse Wäsche
Tuberkulose übrige Formen
/ mit Gewebseinschmelzungen einhergehende Infektionskrankheit /
Erreger: Mycobacterium tuberculosis
Infektiöse Substanzen: je nach Lokalisation Eiter, Urin, Stuhl, Liquor, Blut, genitaler Ausfluss
Übertragungswege:
iatrogen, direkte und indirekte Kontakte

Rahmenhygieneplan für Rettungs- und Krankentransport
Stand März 2011
36
PSA*:
Schutzhandschuhe
Schutzkittel
Desinfektion:
Wirkungsbereich: tuberkulozid
Routinedesinfektion
Kontaminierte Abfälle:
infektiös, d.h. AS 180103
Kontaminierte Wäsche:
Entsorgung als infektiöse Wäsche
Typhus abdominalis / Paratyphus (A, B, C)
/ lebensbedrohliche Infektion des Verdauungstraktes /
Erreger: Salmonella typhi bzw. paratyphi (Bakterienarten)
Infektiöse Substanzen: Stuhl, Urin, Erbrochenes, Blut, Eiter
Übertragungswege:
direkte und indirekte Kontakte bzw. fäkal-oral (kontaminierte Flächen,
Lebensmittel, Wasser)
PSA*:
Schutzhandschuhe
Schutzkittel
Desinfektion:
Wirkungsbereich: bakterizid
Routinedesinfektion
Kontaminierte Abfälle:
infektiös, d.h. AS 180103
Kontaminierte Wäsche:
Entsorgung als infektiöse Wäsche
Varizellen-Infektion
siehe Herpes Zoster oder Windpocken
VRE- Infektion oder -Kolonisation
siehe multiresistente Erreger
VTEC-Infektion
siehe Enteritis infectiosa bakteriell oder HUS
Windpocken (Varizellen)**
/ mit einem Exanthem einhergehende Virusinfektion / Erreger: Varizellen-
Zoster-Viren, die sowohl Windpocken (Varizellen) als auch Herpes-Zoster (Gürtelrose) verursachen
können
Infektiöse Substanzen: Atemwegssekrete, Bläscheninhalte
Übertragungswege:
aerogen
PSA*:
Schutzhandschuhe
Schutzkittel
Partikel filtrierende Halbmaske FFP2
Desinfektion, Abfälle,
Wäsche:
entsprechend Standardhygiene
Wundinfektion
/ Erreger: meist Bakterien
Infektiöse Substanzen: Wundsekret
Übertragungswege:
direkte und indirekte Kontakte
PSA*, Desinfektion,
Abfälle und Wäsche
entsprechend Standardhygiene
Zeckenenzephalitis
siehe FSME
Zoster (Gürtelrose)
siehe Herpes-Zoster-Infektion
* Es handelt sich um Empfehlungen. Die konkret zu tragende PSA ist auf die jeweiligen Sachverhalte
(z.B. Patienten nahe Tätigkeiten, Übertragungswege, Immunstatus der Beschäftigten) abzustimmen:
Schutzkittel oder Schutzhandschuhe können sich evtl. erübrigen, wenn abzusehen ist, dass die
Betreuenden keine körperlichen Kontakte mit den Erkrankten haben. Eine Partikel filtrierende Halbmaske
(FFP) für den Betreuenden kann sich erübrigen, wenn der betreffende Patient in der Lage ist, eine
entsprechende FFP-Maske zu tragen.
** Besondere Gefährdung für Beschäftigte ohne Immunschutz. Es sind daher bevorzugt Personen mit
einem entsprechenden Impf- bzw. Immunschutz einzusetzen.

Rahmenhygieneplan für Rettungs- und Krankentransport
Stand März 2011
37
Anlage 5
Hygienemaßnahmen für Rettungs- und Krankentransportdienste beim Auftreten multiresistenter Erreger (MRE):
MRSA, VRE, ESBL und sonstige Multiresistente Bakterien
Risikokategorie II: Pat. mit Infektion/ Kolonisation. Gilt nicht für Tuberkulose.
Folgende Standardhygienemaßnahmen sind immer einzuhalten:
Hygienische
Vor und nach jedem Patientenkontakt, nach jedem Kontakt mit potentiell infektiösem Material
Händedesinfektion
(z.B. Speichel, Blut, Urin, Schutzkleidung einschl. Handschuhe) u./ o. Oberflächen.
Mund-Nasen-Schutz
Wird vom Begleitpersonal bei Gefahr der Exposition gegenüber einem infektiösen Aerosol
(MNS)
(z.B. Patient mit produktivem Husten und Kolonisation mit MRE im Respirationstrakt) getragen.
Mindestens ein 3-lagiger OP-Mund-Nasen-Schutz in FFP1-Qualität.
Schutzkittel
Begleitpersonal trägt Schutzkittel bei allen Tätigkeiten mit direktem Patientenkontakt
(z.B. Abholung, Behandlungs-/ Versorgungsmaßnahme während des Transportes, Übergabe in Zieleinrichtung).
Das Begleitpersonal beim Patienten behält den Schutzkittel bis zur Übergabe an.
Nach der Übergabe werden alle benutzten Schutzkittel entsorgt.
Handschuhe
Bei jedem möglichen Kontakt mit infektiösem Material (z.B. Speichel, Blut, Urin).
Nach Ablegen der Handschuhe hygienische Händedesinfektion!
Flächendesinfektion
Bei direkter Kontamination während des Transportes mit infektiösem Material ist eine sofortige wischdesinfizierende
Reinigung erforderlich (z.B. mit desinfektionsmittelgetränkten Einmaltüchern).
Nach Patientenübergabe wischdesinfizierende Reinigung des patientennahen Umfeldes und aller Handkontaktflächen.
Das Tragen von Schutzkleidung in einer Fahrerkabine ist nicht erforderlich.
Während des Transportes ist die Umluft im Fahrzeug auszuschalten.
Während des Transportes sind
patientenseitig
keine weiteren speziellen Hygienemaßnahmen notwendig.*
1
Zielgruppe:
Rettungsleitstellen, Ärztliche Leitungen Rettungsdienst, leitende Notärzte, Rettungsstellen, Betreiber des Rettungsdienstes, Krankentransportdienste,
Katastrophenschutzbehörden der Landkreise und kreisfreien Städte, Krankenhäuser, stationäre Pflegeeinrichtungen, ambulante Pflegedienste, statio-
näre Rehabilitationseinrichtungen und Gesundheitsämter
MRSA: Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus
VRE: Vancomycin-resistente Enterokokken
ESBL: Enterobakterien mit Extended-Spektrum-Beta-Laktamasen
Erstellt: Arbeitsgruppe Krankenhaushygiene, Brandenburg
Version: 1.0
Status: gültig
Stand: 28.04.2010
*
1
Die Mitglieder des Länder-Arbeitskreises ergänzen folgenden Passus: MNS ggf. als Einzelfallentscheidung, Stand 02/2011

Rahmenhygieneplan für Rettungs- und Krankentransport
Stand März 2011
38
Anlage 6
Beispiel- Desinfektions- und Reinigungsplan für den Bereich Persönliche Hygiene - Auszug
Was
Wie
Womit
Wann
Bemerkungen
Händehygiene
hygienische
Händedesinfektion
ca. 3-5 ml Desinfektionsmittel sorgfältig bis zum
Eintrocknen in die trockenen Hände (Innen- u.
Außenflächen) einschl. Handgelenke,
Fingerspitzen, Flächen zw. den Fingern und
Daumen einreiben;
sichtbar kontaminierte Stellen vor der eigentlichen
Händedesinfektion mit einem
mit Desinfektionsmittel getränktem Tuch reinigen,
danach hygienische Händedesinfektion
durchführen
alkoholische
Händedesinfektionsmittel
(30 s)
vor und nach jedem
Patientenkontakt,
vor aseptischen Tätigkeiten,
nach Kontakt mit potentiell
infektiösen Material, nach
Kontakt mit Oberflächen in
unmittelbarer Umgebung des
Patienten,
nach Ablegen der Einmal-
schutzhandschuhe
kein Umfüllen von
Händedesinfektionsmittel
Händewaschung
Waschlotion in die angefeuchteten
Hände geben, gleichmäßig aufschäumen,
gründlich mit Wasser nachspülen
und mit Einmalhandtuch trocknen
Flüssigseife aus Spender
bei sichtbarer Verschmutzung,
vor Arbeitsbeginn und nach
Arbeitsende, nach Toilettenbe-
nutzung
Händepflege
beide Hände und ggf. Unterarme einreiben
Handpflegepräparate
nach individuellem Bedürfnis,
nach dem Waschen, in Pausen,
nach Arbeitsende (vgl.
Hautschutzplan)
Hautschutz
beide Hände einreiben
Hautschutzpräparate
bei Gefährdung der Haut durch
Arbeiten in feuchtem Milieu (vgl.
Hautschutzplan)

Rahmenhygieneplan für Rettungs- und Krankentransport
Stand März 2011
39
Was
Wie
Womit
Wann
Bemerkungen
Bekleidung
Hosen, Hemden,
Jacken, Westen
desinfizierendes Waschverfahren
VAH-gelistetes
Waschverfahren, mind.
60°C
bei Bedarf und nach
Verschmutzung
Abwurf in Behälter für
Schmutzwäsche
Sicherheitsschuhe
Wischdesinfektion nach Kontamination
Flächendesinfektionsmittel
bei Bedarf und nach
Kontamination

Rahmenhygieneplan für Rettungs- und Krankentransport
Stand März 2011
40
Anlage 7
Beispiel- Desinfektions- und Reinigungsplan für Geräte/ Instrumente - Auszug
Was
Wie
Womit
Wann
Bemerkungen
EKG
(komplett mit Kabel u.
Paddel)
Injektomat
Blutdruckmessgerät
Stethoskop
Wischdesinfektion -
nicht abwischbare Flächen
einsprühen (Pumpspray) und mit
Einmaltuch gleichmäßig verteilen
Flächendesinfektionsmittel
(Gerätegehäuse)
hautverträgliches Desinfektionsmittel für
Teile mit Hautkontakt
nach Gebrauch, bei
Verunreinigung
bzw. bei
Nichtbenutzung
wöchentlich
bei alkoholischer Desinfektion
nur Manschette besprühen,
Manometerglas nicht mit
Alkohol in Verbindung bringen
(Alkohol greift Plexiglas an)
Beatmungsgerät
- Gehäuse
- Beatmungsschläuche
- Ambubeutel
- Intubationsspatel
vorsichtig mit Desinfektionslösung
abwischen,
nach vollständiger Zerlegung im
Reinigungs- und Desinfektionsge-
rät oder
Desinfektionslösung einlegen,
auf Flüssigkeitsbedeckung
achten
Atemfilter nach jedem Patienten
wechseln
Flächendesinfektionsmittel
bzw. Instrumenten-
desinfektionsmittel bzw. haut-/
schleimhautverträgliches Desinfekti-
onsmittel
nach Gebrauch,
bei Nichtbenutzung
wöchentlich
auf funktionsgerechte Demontage
achten, gründlich mit klarem
Wasser
nachspülen
Absaugpumpe
- Gehäuse
- Behälter und
Schläuche
Sekretbehälter entleeren,
Material nach Zerlegung im
Tauchbad desinfizieren,
mit klarem Wasser
nachspülen und trocknen
Flächendesinfektionsmittel
bzw. Instrumenten-
desinfektionsmittel
nach Gebrauch
auf eine funktionsgerechte
Demontage achten, gründlich mit
klarem Wasser
nachspülen

Rahmenhygieneplan für Rettungs- und Krankentransport
Stand März 2011
41
Anlage 8
Beispiel- Desinfektions- und Reinigungsplan für das Fahrzeug - Auszug
Was
Wie
Womit
Wann
Bemerkungen
Fahrerraum:
alle abwaschbaren
Flächen (Lenkrad, Griffe,
Türen, etc.)
Wischdesinfektion,
ggf. Sprühdesinfektion bei
nicht erreichbaren Flächen
Flächendesinfektionsmittel
(nach Herstellerangaben)
nach Kontamination, nach
Einsatz und
wöchentliche Grundreinigung
Patientenraum:
alle Oberflächen
Fußboden
Wischdesinfektion oder
ggf. Sprühdesinfektion
Wischdesinfektion
Flächendesinfektionsmittel
Flächendesinfektionsmittel
nach Kontamination, nach
Einsatz und
wöchentliche Grundreinigung
täglich und nach grober
Verschmutzung, wöchentliche
Grundreinigung
Notfallkoffer, Patienten-
trage/ -stuhl,
Schaufeltrage,
Luftkammerschiene,
Halskrausen, Spender
(Desinfektionsmittel),
Vakuummatratzen
Wischdesinfektion, ggf.
Sprühdesinfektion anders
nicht erreichbarer Flächen
Luft einlassen/ Wischdesinfek-
tion
Flächendesinfektionsmittel
nach Kontamination,
nach Benutzung
Koffer nach Reinigung
austrocknen
Tragetücher
desinfizierendes Waschverfah-
ren
VAH-gelistetes Waschverfahren,
mind. 60°C,
nach Kontamination,
nach Benutzung
Schubladen, Fächer
Wischdesinfektion
Flächendesinfektionsmittel
nach Kontamination und
1x wöchentlich
Urinflaschen,
Steckbecken
nach Entsorgung vorrangig
Desinfektion im Steckbecken-
automat
Instrumentendesinfektionsmittel
nach Patientenbenutzung
zu empfehlen ist im
Krankenhaus die Desinfektion
im Reinigungs- Desinfektions-
Automaten

Rahmenhygieneplan für Rettungs- und Krankentransport
Stand März 2011
42
Anlage 9
Beispiel- Desinfektion- und Reinigungsplan für Patientenwäsche - Auszug
Was
Wie
Womit
Wann
Bemerkungen
Einmalbettwäsche
Laken
Bezüge
Decken
entsorgen
-
nach Gebrauch bzw.
nach Kontamination oder
Verschmutzung
Mehrwegbettwäsche
Laken
Bezüge
desinfizierendes Waschverfah-
ren
VAH-gelistetes Waschverfahren,
mind. 60°C
nach Gebrauch bzw.
nach Kontamination oder
Verschmutzung
nach Möglichkeit nur
Einmalwäsche verwenden