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Konzeption zur
Qualifizierung schulischer
Führungskräfte in Sachsen

Leerseite

Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Inhalt
Landesamt für Schule und Bildung
3
Inhalt
Einleitung ...................................................................................................................................................... 5
Kompetenzorientierte Fortbildung .............................................................................................................. 7
Ansatz zur kompetenzorientierten Fortbildung ....................................................................................... 7
Veranstaltungsformate ............................................................................................................................ 7
Verteilung der Fortbildungsformate auf die Phasen ................................................................................ 8
Lernanlässe ................................................................................................................................................... 9
Organisationsmodell .................................................................................................................................. 11
Orientierung (Phase 1) ............................................................................................................................... 12
Anliegen .................................................................................................................................................. 12
Ziele ........................................................................................................................................................ 12
Themenbereiche .................................................................................................................................... 12
Organisation ........................................................................................................................................... 12
Amtsvorbereitung (Phase 2) ....................................................................................................................... 13
Anliegen .................................................................................................................................................. 13
Ziele ........................................................................................................................................................ 13
Themenbereiche .................................................................................................................................... 13
Organisation ........................................................................................................................................... 13
Amtseinführung (Phase 3) .......................................................................................................................... 14
Schulleiter/stellvertretende Schulleiter ................................................................................................. 14
Anliegen .............................................................................................................................................. 14
Ziele .................................................................................................................................................... 14
Themenbereiche................................................................................................................................. 14
Organisation ....................................................................................................................................... 14
Schulreferenten ...................................................................................................................................... 15
Anliegen .............................................................................................................................................. 15
Ziele .................................................................................................................................................... 15
Themenbereiche................................................................................................................................. 15
Organisation ....................................................................................................................................... 15
Fachleiter ................................................................................................................................................ 16
Anliegen .............................................................................................................................................. 16
Ziele .................................................................................................................................................... 16
Themenbereiche................................................................................................................................. 16
Organisation ....................................................................................................................................... 16

Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Inhalt
4
Landesamt für Schule und Bildung
Oberstufenberater.................................................................................................................................. 17
Anliegen .............................................................................................................................................. 17
Ziele .................................................................................................................................................... 17
Themenbereiche ................................................................................................................................. 17
Organisation ....................................................................................................................................... 17
Amtsbegleitung (Phase 4) ........................................................................................................................... 18
Anliegen .................................................................................................................................................. 18
Ziele ........................................................................................................................................................ 18
Themenbereiche ..................................................................................................................................... 18
Organisation ........................................................................................................................................... 18
Modulbeschreibungen ............................................................................................................................... 20
Phase 1 ................................................................................................................................................... 20
Phase 2 ................................................................................................................................................... 26
Phase 3 ................................................................................................................................................... 34
Schulleiter/stellvertretende Schulleiter ............................................................................................. 34
Schulreferenten .................................................................................................................................. 50
Fachleiter ............................................................................................................................................ 53
Oberstufenberater .............................................................................................................................. 58
Gesamtübersicht der Führungskräftequalifizierung in Sachsen................................................................. 62
Hinweis
In dieser Konzeption wird der leichteren Lesbarkeit wegen für Amts-, Funktions- und Berufsbezeichnun-
gen nur die männliche Form verwendet. Gemeint sind jedoch immer beide Geschlechter.

 
Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Einleitung
Landesamt für Schule und Bildung
5
Einleitung
Die Einzelschule ist der Motor von Schulentwicklung. Von den Schulen wird erwartet, dass sie als
lernende Organisationen, flexibel auf die individuellen Voraussetzungen ihrer Schüler abgestimmt, Leh-
ren und Lernen gestalten und ihren Bildungs- und Erziehungsauftrag umsetzen.
Mit diesem gesellschaftlichen Anspruch an die aktive Gestaltung von Schule werden besondere Anforde-
rungen an Schulleitung gestellt, denn sie nimmt eine Schlüsselrolle bei der Personalführung und bei der
Steuerung schulischer Entwicklungsprozesse ein. Schulen brauchen Schulleitungen, die in der Lage sind,
die den Schulen gegebenen Freiräume verantwortungsbewusst zu nutzen. Die zentrale Bedeutung eines
Schulleiters für alle schulischen Aufgaben geht auch aus § 42 des Schulgesetzes für den Freistaat Sach-
sen hervor.
Damit Schulleitungen diesen Herausforderungen in vollem Umfang gerecht werden können, bedürfen
sie einer vorausschauenden und kontinuierlichen Professionalisierung in ihrer Tätigkeit. Hinzu kommt,
dass in den nächsten Jahren für einen großen Teil sächsischer Schulen ein Generationenwechsel der
Schulleitungen bevorsteht. Dabei muss das leistungsfähige Schulsystem in Sachsen erhalten und weiter-
entwickelt werden. Die Gewinnung von Nachwuchsführungskräften ist somit eine bildungspolitische
Schwerpunktaufgabe der nächsten Jahre. Es gilt, durch systematisches Personalmarketing eine große
Zahl von geeigneten und hoch motivierten Pädagogen zu finden, die sich den neuen Herausforderungen
stellen. Ihre Personalentwicklung wird durch ein gut durchdachtes Qualifizierungsprogramm unterstützt.
Die Rolle von Schulleitung leitet sich auch aus der Kriterienbeschreibung für schulische Qualität im Frei-
staat Sachsen ab. Dies betrifft vorrangig die folgenden Qualitätsbereiche:
-
Entwicklung der Professionalität,
-
Management und Führung,
-
Kooperation.
Eine Schwerpunktsetzung auf Management und Führung realisiert sich in den folgenden Qualitäts-
merkmalen:
-
Führung,
-
Personalentwicklung, Personalauswahl,
-
Qualitätssicherung/Qualitätsentwicklung,
-
Verwaltungs- und Ressourcenmanagement.
Ziel dieser Konzeption ist es, eine Qualifizierung für die systematische Professionalisierung von schuli-
schen Führungskräften in Sachsen auf hohem Niveau anzubieten und diese aufgrund der Evaluations-
rückmeldungen ständig weiterzuentwickeln. Sie berücksichtigt die Bedeutung von Schulleitung als
eigenständiges Tätigkeitsfeld.
Die Konzeption bezieht internationale und nationale Entwicklungen sowie Kenntnisse aus Forschung
und Praxis ein. Weiterhin sind die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung durch Prof. Dr. Stephan
Gerhard Huber (Pädagogische Hochschule Zentralschweiz Zug) von 2009 bis 2012 berücksichtigt.
Als schulische Führungskräfte im Sinne dieser Konzeption gelten:
-
Schulleiter und stellvertretende Schulleiter,
-
Schulreferenten,
-
Fachleiter,
-
Oberstufenberater.
1
Die Qualifizierung von Schulleitungspersonal wird als immerwährende Aufgabe gesehen. Sie soll durch
Flexibilität einerseits und Qualität sichernde Verbindlichkeit andererseits gekennzeichnet sein. Schuli-
1
Darüber hinaus bietet das Landesamt für Schule und Bildung für die Qualifizierung und Professionalisierung von weiteren
Personengruppen im Kontext von Schulentwicklung (z. B. Fachberater) ein weiterführendes umfangreiches Angebot an zentra-
len Fortbildungen.

Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Einleitung
6
Landesamt für Schule und Bildung
sche Führungskräfte sollen zielgerichtet und den individuellen Bedürfnissen entsprechend sowohl auf
die bevorstehenden Herausforderungen vorbereitet als auch in ihrer (neuen) Tätigkeit begleitet und
fortgebildet werden. Die Fortbildungen dienen der Erweiterung von Kompetenzen im Sinne des Kompe-
tenzbegriffs von Weinert.
Die Qualifizierung schulischer Führungskräfte ist an den genannten Qualitätsbereichen und Qualitäts-
merkmalen ausgerichtet und umfasst die Handlungsfelder Organisation, Personal, Unterricht und Erzie-
hung, Qualitätsmanagement sowie Außenbeziehungen mit dem Ziel, die Schüler bei der Entwicklung
ihrer Kompetenzen zu fördern und zu unterstützen. Die Inhalte der Qualifizierung decken die Hand-
lungsfelder von schulischen Führungskräften ab und sind auf die Ausprägung entsprechender Kompe-
tenzen ausgerichtet. Die Auswahl der Methoden folgt erwachsenendidaktischen Grundsätzen und kann
den Lernanlässen der Qualifizierung entsprechend zugeordnet werden. Die Konzeption berücksichtigt
verschiedene Lernanlässe wie Self-Assessment und Feedback, Fortbildung, Selbststudium, professionelle
Lerngemeinschaften und Netzwerke, eigene Praxis sowie Portfolio.
In der Qualifizierung werden grundlegende Fragen entsprechend der Zielstellung sowie zu Haltungen
und Einstellungen von schulischen Führungskräften erörtert und damit die persönliche Entwicklung der
Führungskräfte begleitet.
Die Gesamtzielstellung wird durch folgende Aspekte untersetzt:
-
Führungskompetenz, insbesondere die Reflexions- und Handlungskompetenz, zu erweitern
-
Kommunikative Kompetenz in den Mittelpunkt zu stellen
-
Konkrete Schulentwicklungsprozesse zu initiieren und somit der Qualitätsentwicklung und Qualitäts-
sicherung der Einzelschulen zu dienen
-
Hilfe und Unterstützung beim Rollenwechsel bzw. bei der Übernahme von Führungsverantwortung
anzubieten
-
Anspruchsvolle Aufgaben als Führungskraft in einer sich verändernden Schule zu thematisieren
-
Bildungs- und Erziehungsaufgaben von Schule zu reflektieren
-
Werteorientierungen, Haltungen und Handlungsstrategien zu reflektieren und förderliche Werte bei
den Teilnehmern weiterzuentwickeln
-
Ein demokratisches und humanistisches Grundverständnis bei schulischen Entscheidungs- und Ent-
wicklungsprozessen sowie eine demokratische Unterrichtskultur zu fördern und zu praktizieren
-
Führungsaufgaben im Kontext der Schule als lernende Organisation wahrzunehmen
-
Kompetente Wahrnehmung von Personalführung und -entwicklung zu unterstützen
-
Eigenes Führungsverhalten als Führung im Team zu entwickeln
Die konkretisierten Zielstellungen für die einzelnen Qualifizierungsphasen werden in den entsprechen-
den Abschnitten dargestellt.

 
Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Kompetenzorientierte Fortbildung
Landesamt für Schule und Bildung
7
Kompetenzorientierte Fortbildung
Ansatz zur kompetenzorientierten Fortbildung
Schulen sind lernende Organisationen. Schulische Führungskräfte benötigen eine Reihe von Kompe-
tenzen im Sinne von Wissen, Verständnis, Fähigkeiten und Fertigkeiten, die es ihnen ermöglichen, ent-
sprechend des systemischen Ansatzes situationsadäquat wirksam zu werden.
Unter Kompetenzen versteht man nach Weinert (2001)
2
„… die bei Individuen verfügbaren oder durch
sie erlernbaren kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten, um bestimmte Probleme zu lösen, sowie die
damit verbundenen motivationalen, volitionalen und sozialen Bereitschaften und Fähigkeiten, um die
Problemlösungen in variablen Situationen erfolgreich und verantwortungsvoll nutzen zu können.“
Der Aufbau und die Erweiterung von Kompetenzen vollzieht sich generell in einem kumulativen Prozess
mit drei Schritten: Aufbau von Wissen, Entwicklung von Fähigkeiten, die Handeln ermöglichen sowie
bewusste Reflexion. Ziel einer kompetenzorientierten Fortbildung ist es, dass sich die Handlungskompe-
tenz auf der Basis von vorhandenem und elaboriertem Wissen im Sinne des lebenslangen Lernens wei-
terentwickelt. Die Prozessschritte hinsichtlich des Aufbaus und der Erweiterung der Kompetenzen wer-
den über drei Veranstaltungsformate (Forum, Workshop, Reflexionsworkshop) abgebildet. Dabei wird
die Kompetenzentwicklung in unterschiedlicher Ausprägung unterstützt.
Veranstaltungsformate
Format
Ziele
Merkmale
Forum
Die Teilnehmer haben Neues kennen
gelernt und Kenntnisse erworben.
Die Teilnehmer haben Kenntnisse in
Bezug zum eigenen Arbeitskontext dis-
kutiert.
-
angeregt werden und rezipieren
- Wissen „aneignen“
-
systematische und gebündelte Hin-
tergrundinformationen erhalten
-
Diskussion eröffnen und Dialog initi-
ieren
-
an Vorhandenes anbinden und in
Beziehung setzen sowie Widersprü-
che herausarbeiten
Workshop
Die Teilnehmer haben Handlungsstrate-
gien, Ablaufpläne und Konzepte kennen
gelernt und auf den eigenen Handlungs-
kontext übertragen.
-
Handlungsstrategien entwickeln
-
Anwendungsbezug herstellen
-
Fertigkeiten ausprägen
-
Wissen übertragen
- Bekanntes „optimieren“ – Neues
„initiieren“
-
Üben und trainieren
-
Lernprozesse reflektieren
Reflexions-
workshop
Die Teilnehmer haben eigene Hand-
lungsstrategien, Verfahren und Kon-
zepte hinsichtlich der Implementierung,
Etablierung sowie Optimierung in ihrem
Arbeitskontext reflektiert.
-
Handlungsstrategien reflektieren
-
gemeinsames Nachdenken und
Verstehen
-
Handlungsspielräume erkennen und
Alternativen entwickeln
2
Weinert, F. E.: Vergleichende Leistungsmessung in Schulen – eine umstrittene Selbstverständlichkeit, in: Weinert, F. E. (Hrsg.):
Leistungsmessungen in Schulen. Weinheim und Basel 2001, S. 27f.

 
Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Kompetenzorientierte Fortbildung
8
Landesamt für Schule und Bildung
Verteilung der Fortbildungsformate auf die Phasen
F = Forum
WS = Workshop
RWS = Reflexionsworkshop
F
WS
RWS
Andere
Phase 1
Orientierungstag
X
Wege der Personalentwicklung
X
Arbeit mit Portfolio
X
Self-Assessment KPSM
X
Eine Schule führen und managen
X
Blick in die Schulleitungspraxis
X
Phase 2
Qualitätsmanagement
X
Unterrichtsentwicklung
X
Organisationsentwicklung
X
Personalentwicklung
X
Kooperation
X
Projektmanagement
X
Schulrechtsgrundlagen
X
Kommunikation und Gesprächsführung
X
Phase 3
Vorbereitungstag SL/sSL/SR
3
X
Pflichtmodule/Selbststudium SL/sSL/FL/SR/OSB
X
X
Wahlpflichtbereich SL/sSL
X
X
Vorbereitungstag Projekt SL/sSL
X
Projektbearbeitung SL/sSL
X
Projektpräsentation SL/sSL
X
Hospitation SL/sSL
X
X
Prozessbegleitende Supervision
X
X
Phase 4
Verwaltungs- und Ressourcenmanagement
X
X
X
Führung
X
X
X
Qualitätssicherung/Qualitätsentwicklung
X
X
X
Personalentwicklung
X
X
Nachfrageorientierte Fortbildung
X
X
X
3
SL = Schulleiter, sSL = stellvertretende Schulleiter, SR = Schulreferenten; FL = Fachleiter, OSB = Oberstufenberater

 
Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Lernanlässe
Landesamt für Schule und Bildung
9
Lernanlässe
Die Konzeption berücksichtigt verschiedene Lernanlässe, die in den einzelnen Qualifizierungsphasen
unterschiedlich gewichtet sind. Dies sind sowohl kognitiv-theoretische Lernformen, die in erster Linie
der Informationsvermittlung dienen, als auch kooperative und kommunikativ-prozessorientierte Ver-
fahrensweisen sowie reflexive Methoden. Die verschiedenen Lernanlässe werden dazu genutzt, mentale
Modelle, also Denkstrukturen, weiterzuentwickeln sowie einstellungs- und verhaltensverändernde Wir-
kungen zu erreichen.
Portfolio
Mit Beginn der Qualifizierung legen die Teilnehmer ein Portfolio an. Das Portfolio ist geeignet, das Leh-
ren und Lernen mit der (Selbst-)Beurteilung zu verbinden. Es dokumentiert den Entwicklungsprozess
und kann eine Grundlage für die Entscheidungsfindung bei der Personalauswahl sein. Darüber hinaus
hilft es bei der eigenen systematischen Qualifizierungsplanung.
Self-Assessment
Im Rahmen eines Self-Assessment zur persönlichen Potenzialanalyse erhalten die Teilnehmer perso-
nenbezogene Rückmeldungen zu relevanten Anforderungsbereichen und Anforderungsdimensionen.
Der Test wird online durchgeführt und orientiert sich am Anforderungsprofil für schulische Führungs-
kräfte (Kompetenzprofil Schulmanagement
4
). Die Auswertung ermöglicht ein differenziertes, individuel-
les Feedback, welches nur dem Teilnehmenden ausgehändigt wird. Gesetzlichen Datenschutzvorgaben
wird entsprochen. Im Anschluss erhalten die Teilnehmer im Rahmen eines Workshops die Möglichkeit,
ihr Kompetenzprofil zu reflektieren und entsprechend persönliche Lernziele abzuleiten. Die Teilnehmer
tragen damit selbst Verantwortung für das eigene künftige Lernen.
Fortbildung (Forum, Workshop, Reflexionsworkshop)
Fortbildung berücksichtigt, dass "Lernen" – also die Veränderung von Verhaltensweisen und Denkmus-
tern – als Anregung und Information, Reflexion und Austausch, Ausprobieren und Umsetzen zu verste-
hen ist. Die Qualifizierungsangebote verbinden Theorie und Praxis. Das betrifft sowohl die inhaltliche
Schwerpunktsetzung als auch die methodische Umsetzung, die beide an erwachsenenpädagogischen
Prinzipien ausgerichtet werden. Eine modularisierte Gestaltung ermöglicht ein bedarfsorientiertes Vor-
gehen, das die Lernziele der Teilnehmer in den Mittelpunkt rückt. Zudem werden spezielle Einzel- und
Gruppenarbeiten zu den Kompetenzbereichen Kommunikation, Kooperation, Konfliktbewältigung, Mo-
tivation durchgeführt. Die Teilnehmer erhalten in großem Umfang Möglichkeiten des Ausprobierens und
Gelegenheit zu einer gemeinsamen Reflexion. Fortbildner, Supervisoren und Teilnehmer kooperieren
und interagieren in hohem Maße.
Selbststudium
Im Selbststudium werden die jeweiligen Seminarthemen vorbereitet und vertieft. Die dabei zum Einsatz
kommenden Arbeitsmaterialien sind aktuell, spiegeln den Stand des wissenschaftlichen Diskurses wider
und enthalten authentische Dokumente aus der Praxis des Schulleitungshandelns. Sie vermitteln
Grundlagen- und Hintergrundwissen, enthalten ebenso praktische Umsetzungshilfen. Lernergebnisse
des Selbststudiums werden dokumentiert und bilden die Ausgangsbasis für weiteres Lernen. Eine
Selbstevaluation des Lernerfolgs ist von zentraler Bedeutung, um die eigene Wahrnehmung und das
Gefühl für die gemachten Erfahrungen anzuregen.
4
Das Self-Assessment Kompetenzprofil Schulmanagement (KPSM) wurde am Institut für Bildungsmanagement und
Bildungsökonomie der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz Zug entwickelt. Es kann als Orientierungs- und Entschei-
dungsinstrument für Lehrkräfte, welche sich für die Übernahme einer schulischen Führungsposition interessieren, hinzugezo-
gen werden. Außerhalb vom KPSM existieren bislang keine deutschsprachigen, speziell für den Schulleitungskontext entwickel-
ten eignungsdiagnostischen Testverfahren, die eine Erfassung überfachlicher Kompetenzen für pädagogische Führungskräfte
erlauben.
(
http://www.bildungsmanagement.net/html/projekte/forschung/pk27_kpsm20.htm
)

Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Lernanlässe
10
Landesamt für Schule und Bildung
Netzwerkarbeit
Den Teilnehmern werden in vielfältiger Form die Kooperation und das Lernen mit und von Kollegen
ermöglicht. Dies wird durch Supervision gewährleistet. Sie nutzen Tandemarbeit, um konkrete berufsbe-
zogene Fragen im kollegialen Austausch und mit gegenseitiger Hilfestellung zu bearbeiten. Darüber hin-
aus wird die Bildung von professionellen Netzwerken, die auch nach der Qualifizierungsmaßnahme wei-
ter wirken können, angeregt und gefördert.
Praxis
Die Qualifizierung bietet verschiedene Möglichkeiten, die jeweilige Praxis aufzugreifen. Die Praxis ist
Ausgangs- und Zielpunkt der Qualifizierungsmaßnahmen. In der Arbeit an individuellen Projekten sowie
in Hospitationen können komplexe Praxisprobleme bearbeitet werden. Besonderes Augenmerk liegt
hier auf dem Transfer, der Reflexion und dem Austausch des Gelernten. Anwendungs- und Handlungs-
orientierung sind zentrale Aspekte, um die gewünschte Nachhaltigkeit zu erreichen.

 
Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Organisationsmodell
Landesamt für Schule und Bildung
11
Organisationsmodell
Die Qualifizierung schulischer Führungskräfte erfolgt in mehreren Phasen und Modulen. Sie orientiert
sich sowohl an aktuellen nationalen und internationalen wissenschaftlichen Erkenntnissen als auch an
den Anforderungen der Schulpraxis und an den individuellen Voraussetzungen der Teilnehmer. Darüber
hinaus ist sie handlungs- und kompetenzorientiert. Im Verlauf der Qualifizierung gibt es vielfältige
Möglichkeiten zur Reflexion und Rückmeldung.
Die Evaluationsergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung haben gezeigt, dass sich die modulare
Durchführung in einzelnen Phasen bewährt hat. Die Phasen sind entsprechend des individuellen Aus-
gangsniveaus und der individuellen Führungserfahrung gestaffelt.
Phase 1 – Orientierung
Vor dem Hintergrund des Bedarfs an schulischen Führungskräften soll interessierten Lehrkräften die
Möglichkeit gegeben werden, ihre individuelle Situation mit den Anforderungen an schulische Füh-
rungskräfte zu vergleichen. Sie sollen eine Orientierung erhalten, für welche Führungsposition sie geeig-
net erscheinen. Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist freiwillig. Sie ist im Bewerbungsverfahren von
Vorteil.
Phase 2 – Amtsvorbereitende Qualifizierung
Lehrkräften, die sich auf eine Führungsposition bewerben wollen, wird die Möglichkeit eröffnet, genaue-
ren Einblick in typische Aufgabenfelder von schulischen Führungskräften zu erhalten. Die Teilnahme an
den Veranstaltungen ist freiwillig. Sie ist im Bewerbungsverfahren von Vorteil.
Phase 3 – Amtseinführende Qualifizierung
Neubestimmte Schulleiter sowie stellvertretende Schulleiter entwickeln Kompetenzen in allen
Arbeitsfeldern von Schulleitung. Die Erfahrung beim Führen einer Schule werden theoretisch unterstützt
und die Umsetzung trainiert. Die Teilnahme ist verpflichtend.
Phase 4 – Amtsbegleitende Qualifizierung
Im
Rahmen
der
begleitenden
Qualifizierung
wird
den
schulischen
Führungskräften
sowie
Schulreferenten die Möglichkeit eröffnet, sich in ihrem Führungshandeln entsprechend ihrem
Vorwissen, ihrem Fortbildungsbedarf und der Herausforderungen ihres konkreten schulischen
Arbeitskontextes weiter zu professionalisieren. Es werden angebotsorientierte und nachfrageorientierte
Fortbildungen angeboten.
Für Schulleitungsmitglieder und Schulreferenten wird alle zwei Jahre ein Schulleitungssymposium
angeboten.

 
Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Orientierung (Phase 1)
12
Landesamt für Schule und Bildung
Orientierung (Phase 1)
Die Angebote zur Orientierung richten sich an Lehrkräfte aller Schularten, die an der Übernahme schuli-
scher Führungsaufgaben interessiert sind. Die Teilnahme wird nachdrücklich empfohlen.
Anliegen
Anliegen der Orientierungsphase ist es, Lehrkräfte für die Übernahme von schulischen Führungsauf-
gaben aufzuschließen. Die Teilnehmer werden mit den aktuellen schulpolitischen Anforderungen an
Schulqualität und Schulentwicklung in Sachsen bekannt gemacht. Im Fokus der Veranstaltungen stehen
die sich aus dem Personalentwicklungskonzept des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus ergeben-
den Anforderungen an schulische Führungskräfte. In den einzelnen Modulen sollen die Teilnehmer
durch Einblicke in Theorie und Praxis schulischen Führungshandelns in die Lage versetzt werden, die
gestellten Anforderungen mit ihrem eigenen Profil zu vergleichen und einen individuellen Lernbedarf zu
ermitteln.
Ziele
Die Lehrkräfte
-
sind über Angebote und Möglichkeiten für die berufliche Entwicklung von schulischen Führungskräf-
ten in Sachsen informiert,
-
haben ein Grundverständnis für bildungspolitische Ziele in Sachsen, für Schulqualität, Schulentwick-
lung und Führung erworben,
-
haben ihre individuellen Kompetenzen und Interessen reflektiert und mit den Anforderungen und
Aufgaben schulischer Führungskräfte verglichen,
-
haben das Instrument Portfolio und dessen Nutzen im Zusammenhang mit der Dokumentation ihrer
eigenen Professionalisierung kennen gelernt,
-
haben ihren weiteren Lernbedarf zu führungsrelevanten Kompetenzen ermittelt.
Themenbereiche
5
Wahlbereich
Orientierungstag
F
Attraktivität des Lehrerberufs – Wege der Personalentwicklung für Lehrer im
sächsischen Schulsystem
F
Self-Assessment/Kompetenzprofil Schulmanagement
RWS
Arbeit am Portfolio
WS
Blick in die Schulleitungspraxis
F
Schule führen und managen
WS
Organisation
Ein zentraler Orientierungstag findet in der Regel alle zwei Jahre als Großveranstaltung statt. Die Teil-
nahme an dieser Veranstaltung ist wünschenswert, jedoch keine Voraussetzung für die Zulassung zu den
Modulen.
Die angegebenen Module werden schuljährlich angeboten. Sie umfassen jeweils acht Unterrichtsein-
heiten und finden sämtlich in der unterrichtsfreien Zeit (samstags oder Schulferien) statt.
5
Im Weiteren werden folgende Abkürzungen verwendet:
F = Forum, WS = Workshop, RWS = Reflexionsworkshop

 
Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Amtsvorbereitung (Phase 2)
Landesamt für Schule und Bildung
13
Amtsvorbereitung (Phase 2)
Das Angebot richtet sich an Lehrkräfte aller Schularten, die sich als schulische Führungskraft bewerben
wollen. Die Teilnahme wird nachdrücklich empfohlen.
Anliegen
Anliegen der vorbereitenden Qualifizierung ist es, den Teilnehmern einen Überblick über die zentralen
Arbeitsfelder von schulischen Führungskräften zu vermitteln und sie damit auf den Einstieg in die neue
Funktion vorzubereiten.
Die vorbereitende Qualifizierung vermittelt in acht Modulen theoretische und wissenschaftlich fundierte
Grundlagenkenntnisse. Die Module haben wesentliche Arbeits- und Aufgabenfelder von Schulleitungen
zum Gegenstand und greifen zur Vertiefung beispielhaft auf konkrete Fälle zurück.
Ziele
Die Lehrkräfte
-
haben einen Einblick in zentrale Arbeitsfelder für schulisches Führungshandeln erhalten,
-
haben ihre Kenntnisse zu den Grundlagen der einzelnen Arbeitsfelder erweitert,
-
haben ihre Kenntnisse anhand beispielhafter Fälle vertieft und deren Übertragung auf Führungshan-
deln reflektiert,
-
haben grundlegende Führungskompetenzen reflektiert.
Themenbereiche
Wahlbereich
Qualitätsmanagement
WS
Unterrichtsentwicklung
WS
Personalentwicklung
WS
Kooperation
WS
Organisationsentwicklung
WS
Projektmanagement
WS
Grundlagen des Schulrechts für Führungskräfte
WS
Grundlagen der Kommunikation und Gesprächsführung
WS
Organisation
Die angegebenen Module werden schuljährlich angeboten. Sie umfassen jeweils 16 Unterrichtseinheiten
und finden auch unter Einbeziehung der unterrichtsfreien Zeit (samstags oder Schulferien) statt.

 
Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Amtseinführung (Phase 3)
14
Landesamt für Schule und Bildung
Amtseinführung (Phase 3)
Schulleiter/stellvertretende Schulleiter
Die amtseinführende Qualifizierung durchlaufen Schulleiter und stellvertretende Schulleiter aller Schul-
arten. Die Teilnahme an der amtseinführenden Qualifizierung ist verpflichtend.
Anliegen
Die amtseinführende Qualifizierung ist eine vertiefende Begleitung der Teilnehmer im Hinblick auf alle
relevanten Arbeitsfelder von Schulleitung. Aufbauend auf Kenntnissen zum Führungshandeln erarbeiten
sich die Teilnehmer ihre Führungskonzeption. Dies beinhaltet die Auseinandersetzung mit der Rolle als
schulische Führungskraft und die Bearbeitung theoretischer, wissenschaftlich fundierter Themen.
Ziele
Die Schulleiter und stellvertretenden Schulleiter
-
haben sich mit ihrer neuen Rolle und deren Herausforderungen auseinandergesetzt,
-
haben an den für sie als Führungskraft relevanten Kernkompetenzen gearbeitet,
-
haben ein für sie passendes Konzept ihres Führungshandelns entwickelt,
-
haben für die Schulleitungsfunktion relevante Rechtsgrundlagen und Verwaltungsvorgänge im Über-
blick kennen gelernt und auf ihren Arbeitskontext angewandt.
Themenbereiche
Pflichtbereich
Vorbereitungstag
F
Schulleiter als Führungskraft
WS
Führen von Personal
WS
Schulentwicklung als Führungsaufgabe
WS
Schulmanagement als Führungsaufgabe
WS
Juristische Fortbildungen
WS
Projekt
WS, RWS
Wahlpflicht-
bereich
Führen von Schulen als lernende Organisation
WS, RWS
Sich selbst führen
WS, RWS
Ein Kollegium führen
WS, RWS
Führen von Unterrichtsentwicklung
WS, RWS
Qualitätsmanagement
WS, RWS
Wahlbereich
Hospitation
RWS
Organisation
Die amtseinführende Qualifizierung dauert zweieinhalb Jahre und beinhaltet 19 Präsenztage sowie bis
zu fünf Tagen Hospitation. Bei der Terminplanung werden unterrichtsfreie Zeiten einbezogen. Um Vor-
kenntnisse und Erfahrungen der Teilnehmer zu berücksichtigen, wird ein Qualifizierungsmodell gewählt,
bei dem ein Wechsel von Selbststudium und Erfahrungsaustausch in Seminargruppen erfolgt. Berufs-
erfahrungen und Vorkenntnisse werden, soweit dies möglich ist, z. B. bei der Gruppenbildung berück-
sichtigt.
Die Teilnahme an den Veranstaltungen des Pflichtbereiches ist Voraussetzung für die Teilnahme an Ver-
anstaltungen im Wahlpflicht- und im Wahlbereich.
Begleitend zur Qualifizierung können die Teilnehmer Supervisionsangebote in Anspruch nehmen.

 
Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Amtseinführung (Phase 3)
Landesamt für Schule und Bildung
15
Schulreferenten
Die amtseinführende Qualifizierung durchlaufen neu ins Amt gekommene Schulreferenten. Die
Teilnahme ist verpflichtend.
Anliegen
Die Schulreferenten werden für ihren Auftrag sensibilisiert, als Berater und Begleiter der Einzelschule zu
wirken. Dafür ist es notwendig, dass sie sich mit dem in der „Aufgaben- und Tätigkeitsbeschreibung der
Schulreferenten“ formulierten Arbeitsverständnis und ihrer Rolle auseinandersetzen.
Ziele
Die Teilnehmer
-
haben sich mit ihren Kernaufgaben und den dazu erforderlichen Kompetenzen auseinandergesetzt,
-
haben eigene Praxiserfahrungen diskutiert und darüber reflektiert,
-
haben den Transfer der Ergebnisse der Workshops in den eigenen Arbeitskontext vorbereitet und an
Fallbeispielen simuliert.
Themenbereiche
Pflichtbereich
Rolle und Auftrag der Schulaufsicht
WS
Recht und Verwaltung
WS
Qualitätsentwicklung im sächsischen Bildungswesen
WS
Organisation
In jedem Schuljahr werden die neu im Landesamt für Schule und Bildung tätigen Schulreferenten an
ihrer Regionalstelle offiziell in ihre Funktion eingeführt und auf die Qualifizierung hingewiesen. Die
amtseinführende Qualifizierung umfasst neun Präsenztage und soll innerhalb der ersten zwei Jahre nach
Übernahme der Tätigkeit als Schulreferent abgeschlossen sein. Die Module haben den Charakter von
Grundlagenkursen.
Im Rahmen der Phase 4 werden für Schulreferenten weitere Angebote unterbreitet, die als Vertiefungs-
kurse zur individuellen Professionalisierung dienen. Darüber hinaus können die Angebote der Akademie
für öffentliche Verwaltung des Freistaates Sachsen ergänzend genutzt werden.

 
Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Amtseinführung (Phase 3)
16
Landesamt für Schule und Bildung
Fachleiter
Das Angebot richtet sich an Fachleiter an Gymnasien, Abendgymnasien, Kollegs, Förderschulzentren und
Beruflichen Schulzentren nach Übertragung der Aufgaben durch das Landesamt für Schule und Bildung.
Die Teilnahme ist verpflichtend.
Anliegen
Anliegen der einführenden Qualifizierung ist es, die Fachleiter für die Wahrnehmung ihrer neuen Aufga-
ben so zu qualifizieren, dass sie in ihrem Fachbereich professionell und rechtssicher handeln sowie mit
externen Partnern kooperieren können.
Ziele
Die Fachleiter
-
haben ihre Rolle als Mitglied der Schulleitung reflektiert und sich mit den relevanten Arbeitsfeldern
eines Fachleiters auseinandergesetzt,
-
haben ihre Kompetenzen hinsichtlich der Gestaltung der Zusammenarbeit mit der Schulleitung, den
Kollegen und den Schulreferenten im Kontext der Schul- und Unterrichtsentwicklung ausgebaut.
Themenbereiche
Pflichtbereich
Rolle und Auftrag des Fachleiters
WS
Rechtssicheres Handeln für Fachleiter
WS
Projektmanagement
WS
Qualitätssteuerung/Qualitätssicherung
WS
Unterrichtsentwicklung im Team
WS
Organisation
Die amtseinführende Qualifizierung umfasst zehn Präsenztage und soll innerhalb der ersten zwei Jahre
nach Übernahme der Tätigkeit als Fachleiter abgeschlossen sein. Die Teilnehmer absolvieren die Module
in festen Seminargruppen. Diese Veranstaltungen sind schulartübergreifend.
Die Ausschreibung der Qualifizierung steht in Abhängigkeit vom konkreten Bedarf der aktuell zu qualifi-
zierenden Fachleiter im jeweiligen Katalogzeitraum.
Die schulartspezifischen Fortbildungsbedarfe, die sich am Lernbedarf der Teilnehmer orientieren, wer-
den durch Angebotskurse zur Vertiefung und durch die nachfrageorientierte Fortbildung realisiert.
Die Teilnehmer erhalten außerdem die Möglichkeit, ihre Praxiserfahrungen im Rahmen von Supervision
zu reflektieren.
Im Rahmen der Phase 4 werden den Fachleitern weitere Angebote unterbreitet, die als Vertiefungskurse
zur individuellen Professionalisierung dienen, u. a. ein Angebot für einen Reflexionsworkshop nach Ab-
schluss aller Module.

 
Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Amtseinführung (Phase 3)
Landesamt für Schule und Bildung
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Oberstufenberater
Das Angebot richtet sich an neu berufene Oberstufenberater nach Übernahme der Tätigkeit. Die Teil-
nahme ist verpflichtend.
Anliegen
Anliegen der einführenden Qualifizierung ist es, die Oberstufenberater für die Wahrnehmung ihrer
neuen Aufgaben so zu qualifizieren, dass sie in der Beratung der Schüler, der Erziehungsberechtigten,
der Kollegen und der Schulleitung professionell und rechtssicher handeln sowie mit externen Partnern
kooperieren können.
Ziele
Die Oberstufenberater
-
haben sich mit den relevanten Arbeitsfeldern eines Oberstufenberaters auseinandergesetzt,
-
haben ihre Kompetenzen hinsichtlich der Gestaltung der Zusammenarbeit mit der Schulleitung, den
Kollegen, den Schülern, den Eltern und den Schulreferenten im Kontext ihrer Arbeitsaufgaben
ausgebaut.
Themenbereiche
Pflichtbereich
Rolle und Auftrag des Oberstufenberaters
WS
Rechtssicheres Handeln für Oberstufenberater
WS
Kooperation und Teamentwicklung
WS
Organisation
Die amtseinführende Qualifizierung umfasst sechs Präsenztage und soll innerhalb eines Jahres ab-
geschlossen sein. Die Teilnehmer absolvieren die Module in Form von Workshops in festen Seminar-
gruppen. Diese Veranstaltungen sind schulartübergreifend und ermöglichen den Teilnehmern einen
Austausch in der Gruppe.
Die Ausschreibung der Qualifizierung steht in Abhängigkeit vom konkreten Bedarf der aktuell zu qualifi-
zierenden Oberstufenberater im jeweiligen Katalogzeitraum.
Die Teilnehmer erhalten außerdem die Möglichkeit, ihre Praxiserfahrungen im Rahmen von Supervision
zu reflektieren.
Im Rahmen der Phase 4 werden den Oberstufenberatern weitere Angebote unterbreitet, die als Vertie-
fungskurse zur individuellen Professionalisierung dienen, u. a. ein Angebot für einen Reflexionsworkshop
nach Abschluss aller Module.

 
Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Amtsbegleitung (Phase 4)
18
Landesamt für Schule und Bildung
Amtsbegleitung (Phase 4)
Die amtsbegleitende Qualifizierung richtet sich an tätige Schulleiter und deren Stellvertreter, Fachleiter,
Oberstufenberater sowie an Schulreferenten. Die Teilnahme an den Veranstaltungen folgt der
Fortbildungsverpflichtung, wie sie im § 40 des Schulgesetzes für den Freistaat Sachsen formuliert ist.
Anliegen
Anliegen der amtsbegleitenden Qualifizierung ist es, Angebote zu unterbreiten, die dem Erhalt, der Ak-
tualisierung, der Anpassung und der Weiterentwicklung der vorhandenen beruflichen Kompetenzen im
Sinne des lebenslangen Lernens dienen.
Im Mittelpunkt stehen Themen im Zusammenhang mit aktuellen bildungspolitischen Schwerpunkten,
aber auch solche aus alltäglichen Arbeitsfeldern von Schulleitung. Geeignete Gestaltungs- und Umset-
zungsmöglichkeiten im Kontext der Schul- und Unterrichtsentwicklung werden diskutiert, Kenntnisse
zum Führungshandeln werden vertiefend wiederholt und gemeinsam aufgrund der individuellen Erfah-
rungen reflektiert. Der Transfer auf den eigenen schulischen Kontext wird simuliert bzw. anhand konkre-
ter Vorhaben individuell erarbeitet.
Ziele
Die Führungskräfte
-
haben ihre Kompetenzen in den Bereichen Führung, Personalentwicklung, Qualitätsentwicklung und
Qualitätssicherung sowie Ressourcenmanagement ausgebaut,
-
haben bezogen auf die genannten Bereiche ihre Kenntnisse erweitert,
-
haben Grundlagen, unterschiedliche Positionen im System sowie nationale und internationale
Innovationen kennen gelernt,
-
haben ihre diesbezüglichen Handlungskompetenzen erweitert,
-
haben Produkte, Ablaufpläne und Konzepte hinsichtlich der Implementierung, Etablierung sowie
Optimierung in ihrem Arbeitskontext reflektiert.
Themenbereiche
In der Phase 4 werden sowohl in der angebotsorientierten als auch in der nachfrageorientierten Fortbil-
dung in vier Bereichen Veranstaltungen konzipiert.
Themen-
bereiche
Führung
F, WS, RWS
Personalentwicklung
F, WS, RWS
Qualitätsentwicklung und -sicherung
F, WS, RWS
Verwaltungs- und Ressourcenmanagement
F, WS, RWS
Organisation
In der
amtsbegleitenden angebotsorientierten Qualifizierung
werden die Bereiche in jedem Fortbil-
dungszeitraum mit Angeboten unterlegt, die auf der Grundlage bildungspolitischer Schwerpunkte, der
aktuellen Bedarfe der Zielgruppen sowie der Evaluation der vorhergehenden Fortbildungsjahre konzi-
piert werden. Die Angebote werden unter
http://www.lehrerbildung.sachsen.de/10496.htm
und im
Fortbildungskatalog veröffentlicht.

Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Amtsbegleitung (Phase 4)
Landesamt für Schule und Bildung
19
Die
amtsbegleitende nachfrageorientierte Fortbildung
reagiert auf aktuelle Fortbildungsbedarfe. Ziel ist
es, die Teilnehmer kurzfristig und passgenau im Rahmen der vorhandenen Ressourcen mit aktuellen bil-
dungspolitischen Erfordernissen vertraut zu machen.
Der personell zuständige bzw. inhaltlich koordinierende Antragsteller aus dem Sächsischen Staatsminis-
terium für Kultus oder dem Landesamtes für Schule und Bildung erfasst den Fortbildungsbedarf der
jeweils zugeordneten Zielgruppe. Er formuliert gemeinsam mit der Zielgruppe die Ziele, die mit der
Fortbildungsveranstaltung erreicht werden und zur Kompetenzerweiterung der Teilnehmer führen
sollen. Zudem trägt der Antragsteller Sorge für die rechtzeitige Anmeldung der Teilnehmer.
Das Landesamt für Schule und Bildung berät bei der Antragstellung und stellt den Informationsfluss
zwischen allen an der Realisierung einer Fortbildungsveranstaltung Beteiligten sicher. Es wählt in
Abstimmung mit dem Antragsteller geeignete Dozenten aus und sichert die Vor- und Nachbereitung
sowie die Durchführung der Fortbildung organisatorisch ab.
Die zentrale nachfrageorientierte Fortbildungsveranstaltung wird unter Beachtung der Grundsätze von
Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit und im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel vergeben. Nicht
unterstützt werden z. B. Klausurtagungen, Arbeitstagungen und Informationsveranstaltungen.
Das Landesamt für Schule und Bildung evaluiert die Fortbildungsveranstaltungen hinsichtlich ihrer
inhaltlichen Qualität und der organisatorischen Rahmenbedingungen mittels Fragebogen. Die
Evaluationsergebnisse werden zusammengefasst und gemeinsam mit Antragstellern und Dozenten
ausgewertet, um die Qualität künftiger Veranstaltungen zu sichern und zu verbessern.
Nachfrageorientierte Fortbildungen werden ebenso für Lehrer mit besonderen Aufgaben angeboten
(vgl. hierzu die „Konzeption zur zentralen nachfrageorientierten Fortbildung“ in ihrer aktuellen
Fassung
6
).
Darüber hinaus unterstützt das Landesamt für Schule und Bildung schulische Führungskräfte mit der
Möglichkeit eines Coachings oder einer Gruppensupervision
7
.
6
Die aktuelle Fassung der Konzeption zur zentralen nachfrageorientierten Fortbildung und das entsprechende Antragsformular
stehen
unter
http://www.lehrerbildung.sachsen.de/10496.htm
zum
Download bereit.
7
siehe Konzeption zum Coaching-Angebot, in der auch Informationen zur Supervision enthalten sind
(
http://www.lehrerbildung.sachsen.de/10496.htm
).

 
Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Modulbeschreibungen - Phase 1
20
Landesamt für Schule und Bildung
Modulbeschreibungen
Phase 1
Thema
Orientierungstag
Beschreibung
Der Orientierungstag soll Lehrkräfte aller Schularten für die Übernahme
von Führungsaufgaben interessieren und für die Qualifizierung zukünfti-
ger schulischer Führungskräfte in Sachsen sensibilisieren. Er widmet sich
dem Thema Führung aus unterschiedlichen Perspektiven. In Vorträgen
und Diskussionsrunden werden die Rolle einer Führungskraft hervorge-
hoben und die vielfältigen Herausforderungen für Führungshandeln be-
leuchtet. Es werden spezifische Themen der einzelnen Schularten und
einzelne Aufgabenfelder betrachtet. Der Orientierungstag ermöglicht es
den Teilnehmern, mit Führungskräften sowohl aus dem schulischen als
auch dem außerschulischen Bereich ins Gespräch zu kommen.
Ziele
Die Teilnehmer haben die zentralen Aussagen der Konzeption zur Quali-
fizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen kennen gelernt.
Sie haben die Anforderungen an Führungskräfte in Sachsen aus verschie-
denen Perspektiven und mögliche Wege zur eigenen Qualifizierung vor
diesem Hintergrund reflektiert.
Geeignete Teilnehmer haben ihre Bereitschaft zur Teilnahme an einer
weiteren Qualifizierung erklärt.
Inhaltliche Schwerpunkte
-
Bildungspolitische Schwerpunktsetzung für die Qualifizierung von
Nachwuchsführungskräften
-
Bedeutung, Rolle und Anforderungen an schulische Führungskräfte
aus Sicht der Schulentwicklungsforschung
-
Erfahrungen aus dem Alltag schulischer Führungskräfte
-
Angebote zur Qualifizierung von schulischen Führungskräften in
Sachsen
Fortbildungsformat
Forum
Umfang
8 Unterrichtseinheiten

Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Modulbeschreibungen - Phase 1
Landesamt für Schule und Bildung
21
Thema
Wege der Personalentwicklung
Beschreibung
Die weitere Entwicklung von Schulqualität in Sachsen erfordert enga-
gierte und kompetente Lehrkräfte in verschiedenen Bereichen des Bil-
dungssystems. Dazu gehören neben der Übernahme von Führungsposi-
tionen an der Schule oder in der Schulaufsicht auch interessante Aufga-
benfelder innerhalb des Unterstützungssystems zur Schulentwicklung.
Die Übertragung von Aufgaben in diesen Bereichen stellt eine Form der
Personalentwicklung dar.
Ziele
Die Teilnehmer sind über Angebote und Möglichkeiten der beruflichen
Entwicklung von schulischen Führungskräften in Sachsen informiert.
Sie haben Anforderungen an schulische Führungskräfte und Lehrkräfte
im Unterstützungssystem Schulentwicklung kennen gelernt.
Sie haben die Anforderungen an verschiedene Führungspositionen und
Tätigkeitsfelder mit ihren eigenen Interessen verglichen.
Inhaltliche Schwerpunkte
-
Anforderungsprofile für Schulleiter, stellvertretende Schulleiter,
Fachleiter, Oberstufenberater
-
Anforderungsprofile
für
Schulreferenten
und
Referenten
des
Landesamtes für Schule und Bildung
-
Anforderungsprofile für Lehrkräfte mit besonderen Aufgaben im
Unterstützungssystem Schulentwicklung
-
Zentrale Aufgabenschwerpunkte für verschiedene Tätigkeitsbereiche
und Fragestellungen des Führungshandelns
-
Betrachtung des Führungshandelns am Beispiel der Gestaltung von
Konferenzen
Fortbildungsformat
Forum
Umfang
8 Unterrichtseinheiten

Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Modulbeschreibungen - Phase 1
22
Landesamt für Schule und Bildung
Thema
Arbeit am Portfolio
Beschreibung
Der Workshop bietet Gelegenheit, das Instrument Portfolio näher ken-
nen zu lernen. Neben theoretischen Grundlagen steht die Methode des
reflexiven Schreibens zur Individualisierung eines eigenen Portfolios im
Vordergrund. Mit einem Portfolio sollen die Lernergebnisse und Lern-
fortschritte bei der eigenen Qualifizierung dokumentiert werden.
In einem weiteren Reflexionsprozess werden (Führungs-)Rollen im Team
betrachtet.
Ziele
Die Teilnehmer haben das Instrument "Portfolio" und seine Einsatzmög-
lichkeiten kennen gelernt.
Sie haben erfahren, wie man ein Portfolio für die eigene Qualifizierung
sinnvoll einsetzen kann, um Ergebnisse und Entwicklungen zu dokumen-
tieren und zu reflektieren.
Sie haben Verfahren des reflexiven Schreibens kennen gelernt und er-
probt.
Die Teilnehmer haben verschiedene Teamtypen kennen gelernt und
Schlussfolgerungen für ihr eigenes Handeln abgeleitet.
Inhaltliche Schwerpunkte
-
Einführung in die Arbeit mit einem Portfolio (theoretische Hinter-
gründe)
-
Gestaltungs- und Dokumentationsmöglichkeiten eines Portfolios
-
Informationen zum offenen und zum geschlossenen Bereich eines
Portfolios
-
Gliederungsvorschläge zum Anlegen eigener Portfolios
-
Reflexives Schreiben - Theorie und Praxis
-
(Führungs-)Rollen im Team
Fortbildungsformat
Workshop
Umfang
8 Unterrichtseinheiten

Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Modulbeschreibungen - Phase 1
Landesamt für Schule und Bildung
23
Thema
Kompetenzprofil Schulmanagement (KPSM)
Beschreibung
Der Workshop stellt eine Ergänzung des internetbasierten Self-Assess-
ments zum Kompetenzprofil Schulmanagement (KPSM) dar. Im Work-
shop werden Vorträge, Gruppenarbeiten, Diskussions- und Fragerunden
kombiniert. Er bietet eine optimale Ergänzung und Vertiefung zum per-
sönlichen Feedback-Bericht.
Ziele
Die Teilnehmer haben kennen gelernt, welche administrativen, perso-
nalen und interpersonalen Kompetenzen für die verschiedenen Hand-
lungsfelder schulischer Führungskräfte relevant sind.
Sie haben eine persönliche Standortbestimmung hinsichtlich der Über-
nahme einer schulischen Führungstätigkeit vorgenommen.
Sie haben ihre speziellen Kompetenzen und Interessen bezogen auf An-
forderungsprofile für schulische Führungskräfte reflektiert.
Inhaltliche Schwerpunkte
-
Orientierung, eigenes Verhalten (Selbstbild) bewusst aus einer neuen
Perspektive zu sehen
-
Vergleich eigener Neigungen und Fähigkeiten mit denen anderer
-
Reflexion über eigene Stärken und Entwicklungsfelder
-
Impulse, mit anderen über pädagogische Führung und Führungshan-
deln sowie Führungstätigkeiten zu diskutieren
-
Anregungen zur Ermittlung eigener Weiterentwicklungspotenziale
und des eigenen Fortbildungsbedarfs
Fortbildungsformat
Workshop
Umfang
8 Unterrichtseinheiten
Hinweis
Das Self-Assessment zum Kompetenzprofil Schulmanagement (KPSM) ist
ein speziell auf den pädagogischen Führungskontext abgestimmtes Self-
Assessment, das in enger Kooperation mit Experten für Eignungsdiag-
nostik entstanden ist. Es wird internetbasiert in Verantwortung der Pä-
dagogischen Hochschule Zentralschweiz (PHZ) Zug durchgeführt. Die
Auswertung erfolgt unmittelbar und ermöglicht ein differenziertes Feed-
back, welches nur dem Teilnehmenden ausgehändigt wird.
Für die Bearbeitung des internetbasierten Self-Assessments wird durch
die PHZ Zug ein Unkostenbeitrag erhoben.
Eine Teilnahme am Workshop ist nur nach vorher abgeschlossenem Self-
Assessment möglich.

Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Modulbeschreibungen - Phase 1
24
Landesamt für Schule und Bildung
Thema
Eine Schule führen und managen
Beschreibung
Schulen sind komplexe soziale Organisationen. Schulleitung bedeutet
zunehmend ein erfolgreiches Management mit pädagogischer Ausrich-
tung. Der Workshop behandelt Grundlagen eines erfolgreichen Mana-
gements für Schulleitung. Ausgehend von Grundsätzen für Unterrichts-
entwicklung werden flankierende Prozesse und Maßnahmen abgeleitet.
Im Mittelpunkt stehen Teamentwicklung, Wissens- und Projektmanage-
ment. Im Workshop werden Möglichkeiten eröffnet, über sich wan-
delnde Führungsrollen zu diskutieren. An Beispielen aus der Schulpraxis
werden Nutzen und Wirkung ausgewählter Managementinstrumente
erörtert.
Ziele
Die Teilnehmer haben Grundlagen von Führung und Management in
Schulen kennen gelernt.
Sie haben anhand von Praxisbeispielen den Nutzen und die Wirkung
ausgewählter Managementinstrumente in der täglichen Arbeit disku-
tiert.
Die Teilnehmer haben sich mit Grundsätzen der Teamentwicklung als
Faktor für erfolgreiches Qualitätsmanagement an Schulen auseinander-
gesetzt.
Sie haben Schule als eine komplexe soziale Organisation kennen gelernt
und Prozesse des Führungshandelns reflektiert.
Inhaltliche Schwerpunkte
-
Schule als komplexe Organisation
-
Grundlagen von Führung und Management an Schulen
-
Teamentwicklung
-
Führungshandeln und Schulmanagement
-
Unterrichtsentwicklung als Schwerpunktaufgabe für Schulleitungen
-
Wissensmanagement als Führungsaufgabe
Fortbildungsformat
Workshop
Umfang
8 Unterrichtseinheiten

Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Modulbeschreibungen - Phase 1
Landesamt für Schule und Bildung
25
Thema
Blick in die Schulleitungspraxis
Beschreibung
Das Forum beschäftigt sich mit dem Alltag von Schulleitungen anhand
von Einzelfällen aus der Praxis. Auf der Basis eines typischen Wochen-
ablaufs für Schulleitungen findet eine Auseinandersetzung mit auftre-
tenden Aufgaben, deren Erledigung und dem dafür notwendigen Füh-
rungshandeln statt. Es werden vorhandene Gestaltungsmöglichkeiten im
Zusammenhang mit (individuellen) Leitsätzen von Schulleitungshandeln
aufgezeigt. Konkrete Probleme aus dem Schulleitungsalltag werden
exemplarisch gemeinsam mit den Teilnehmern nachgestellt, kollegial
beraten und reflektiert.
Ziele
Die Teilnehmer haben erfahren, was zum Aushängeschild einer "guten"
Schulleitung gehört.
Die Teilnehmer haben sich mit der Rolle von Schulleitung für die Schul-
entwicklung auseinandergesetzt.
Sie haben Situationen aus dem Alltag von Schulleitungen analysiert und
mögliche Handlungsansätze reflektiert.
Inhaltliche Schwerpunkte
-
Grundsätze für "gute" Schulleitungen
-
Rolle von Schulleitung für Qualitätsentwicklung an der Schule
-
Persönliche Motivation und Leitsätze für Schulleitungshandeln
-
Gestaltungsmöglichkeiten für Schulentwicklung
-
Einzelfälle aus dem Alltag von Schulleitungen
Fortbildungsformat
Forum
Umfang
8 Unterrichtseinheiten

 
Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Modulbeschreibungen - Phase 2
26
Landesamt für Schule und Bildung
Phase 2
Thema
Qualitätsmanagement
Beschreibung
Zum professionellen Selbstverständnis für Führungskräfte gehört heute
mehr denn je die Überprüfung, Sicherung und Weiterentwicklung der
Qualität eigener Arbeit an der Schule. Diesen Prozess der Qualitätssiche-
rung und -entwicklung gilt es zu planen. Hierzu werden Ziele sowie Stra-
tegien, die auf einer soliden Datengrundlage basieren, benötigt.
Wie kann durch ein schulinternes Qualitätsmanagement eine wirkungs-
volle Steuerung von Schulentwicklung erreicht werden? Wie ordnen sich
die interne und externe Evaluation in diesen Prozess ein? Welche Ziele
und Maßnahmen lassen sich ableiten und im Schulprogramm verankern?
In wechselnden Sequenzen des theoretischen Inputs, der Diskussion und
Reflexion sowie des Transfers auf Führungshandeln werden im Work-
shop Antworten auf diese Fragen gefunden.
Ziele
Die Teilnehmer haben sich mit Konzepten der Qualitätssicherung
und -entwicklung vertraut gemacht.
Sie haben sich in der Rolle einer Führungskraft mit Verfahren sowie In-
strumenten der Qualitätssicherung und -entwicklung auseinandergesetzt
und deren Wirksamkeit diskutiert.
Sie haben gelernt, wie aus datengestützten Informationen wirksame
Ziele und Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung von Schule abgeleitet
werden können.
Sie haben die aus diesem Prozess resultierenden Anforderungen und
Handlungsspielräume einer Führungskraft diskutiert und reflektiert.
Inhaltliche Schwerpunkte
-
Qualität, Qualitätssicherung, Qualitätsentwicklung
-
Funktion, Ziele und Konzepte des Qualitätsmanagements
-
Verfahren und Instrumente der (internen) Qualitätsevaluation
-
Formen und Funktionen der externen Evaluation
Fortbildungsformat
Workshop
Umfang
16 Unterrichtseinheiten

Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Modulbeschreibungen - Phase 2
Landesamt für Schule und Bildung
27
Thema
Organisationsentwicklung
Beschreibung
Schulentwicklung versteht sich auch als Organisationsentwicklung. Lehr-
kräfte sowie Führungskräfte sollten gemeinsam den Prozess der Organi-
sationsentwicklung auf dem Weg zu ihrer guten Schule gestalten. Wel-
che Ziele verfolgt Organisationsentwicklung? Wonach ist dieser Verände-
rungsprozess auszurichten? Welche Konzepte gibt es dafür? Welche
Gelingensbedingungen und Prinzipien befördern diesen Prozess? Wel-
cher Auftrag für schulische Führungskräfte lässt sich in Hinblick auf die
Entwicklung der Schule als lernende Organisation ableiten?
In wechselnden Sequenzen des theoretischen Inputs, der Diskussion und
Reflexion sowie des Transfers auf Führungshandeln werden im Work-
shop Antworten auf die genannten Fragen gegeben.
Ziele
Die Teilnehmer haben ihre Sachkompetenz zu Prozessen der Organisa-
tionsentwicklung und deren Initiierung, Implementierung sowie Institu-
tionalisierung erweitert.
Sie haben in der Rolle als Führungskraft Methoden und Instrumente der
Organisationsentwicklung kennen gelernt und deren Vor- und Nachteile
diskutiert.
Die Teilnehmer haben Maßnahmen der Organisationsentwicklung und
ihre Gelingensbedingungen abgeleitet.
Sie haben die aus diesem Prozess resultierenden Anforderungen, Hand-
lungs- und Gestaltungsspielräume einer Führungskraft diskutiert und
reflektiert.
Inhaltliche Schwerpunkte
-
Organisation als soziales System
-
Gestaltung von Organisations- und Veränderungsprozessen in der
Schule
-
Maßnahmen, Phasen und Arbeitsschritte in Schulentwicklungs-
prozessen
-
Unterstützungsangebote
Fortbildungsformat
Workshop
Umfang
16 Unterrichtseinheiten

Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Modulbeschreibungen - Phase 2
28
Landesamt für Schule und Bildung
Thema
Projektmanagement
Beschreibung
Projekte in ihrer Komplexität zielorientiert und effektiv zum Abschluss zu
bringen, stellt eine Herausforderung für Führungskräfte dar. Wie gestal-
ten sich Projektauftrag und Projektziel? Wie gelingt eine effektive Zu-
sammenarbeit der am Projekt beteiligten Organisationen oder Fach-
bereiche ihren verschiedenen Sachlogiken folgend? Wie wird ein Projekt
geplant und organisiert und gesteuert? Wie kann ein Projekt mit seiner
Vielzahl von Lösungswegen erfolgreich beendet werden? Wie wird ein
Projekt evaluiert?
Mit Planungs- und Steuerungsinstrumenten sowie Führungsmethoden
und Organisationsmodellen werden im Workshop Antworten auf diese
Fragen gegeben.
Ziele
Die Teilnehmer haben ihre Sachkompetenz zum Projektbegriff erweitert.
Sie haben Planungs- und Steuerungsinstrumente sowie Führungsmetho-
den und Organisationsmodelle kennen gelernt.
Sie haben sich zur Komplexität der Projektarbeit ausgetauscht.
Die Teilnehmer haben über das Potenzial der Projektarbeit diskutiert und
den Transfer in ihren eigenen schulischen Kontext einerseits sowie in der
Rolle einer Führungskraft andererseits angedacht.
Inhaltliche Schwerpunkte
-
Grundverständnis zum Projektbegriff, Projektarten
-
Projektauftrag, Projektziel
-
Rollen in Projekten, Projektphasen
-
Planungs-, Organisations- und Steuerungsinstrumente
-
Führungsmethoden in Projekten
Fortbildungsformat
Workshop
Umfang
16 Unterrichtseinheiten

Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Modulbeschreibungen - Phase 2
Landesamt für Schule und Bildung
29
Thema
Unterrichtsentwicklung
Beschreibung
Im Zentrum der Schulentwicklung steht die Unterrichtsentwicklung.
Lehrkräfte sowie Führungskräfte sollten gemeinsam den Prozess der
Unterrichtsentwicklung gestalten. Durch welche Qualitätskriterien zeich-
net sich guter Unterricht aus? Wie verändert sich die Unterrichtsent-
wicklung bei Einführung kompetenzbezogener Leistungsstandards als
verbindliche Unterrichtsziele? Welcher Auftrag für Führungskräfte lässt
sich in Hinblick auf die Unterrichtsqualität ableiten? Welche Handlungs-
und Gestaltungsmöglichkeiten haben Führungskräfte, um auf die Unter-
richtsqualität Einfluss zu nehmen? Welche Arbeitsstrukturen sind in die-
sem Prozess effektiv und qualitätsfördernd?
In wechselnden Sequenzen von theoretischem Input, der Diskussion und
Reflexion sowie des Transfers auf eigene Arbeitsfelder und die einer
Führungskraft gibt der Workshop Antworten auf die genannten Fragen.
Ziele
Die Teilnehmer haben sich mit den neuesten wissenschaftlichen
Erkenntnissen der Unterrichtsentwicklung vertraut gemacht.
Sie haben in der Rolle als Führungskraft Methoden und Instrumente, die
den Prozess der Unterrichtsentwicklung fördern und unterstützen, ken-
nen gelernt und deren Einsatzmöglichkeiten diskutiert.
Sie haben die aus diesem Prozess resultierenden Anforderungen sowie
Handlungs- und Gestaltungsspielräume an Lehrkräfte sowie Führungs-
kräfte diskutiert und reflektiert.
Inhaltliche Schwerpunkte
-
Gegenwärtiger Stand der Unterrichtsentwicklung
-
Qualitätskriterien guten Unterrichts
-
Leitfaden für kompetenzorientierten Unterricht
-
Instrumente und Methoden der Unterrichtsentwicklung
-
Rolle schulischer Führungskräfte in der Unterrichtsentwicklung
-
Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeiten schulischer Führungs-
kräfte
Fortbildungsformat
Workshop
Umfang
16 Unterrichtseinheiten

Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Modulbeschreibungen - Phase 2
30
Landesamt für Schule und Bildung
Thema
Kooperation
Beschreibung
Schule zu entwickeln und zu gestalten bedeutet ein Miteinander aller an
Schule Beteiligten. Wie sieht dieses Miteinander aus? Welche Gelingens-
bedingungen sind für eine erfolgreiche Kooperation erforderlich? Welche
internen Kooperationsmöglichkeiten bieten sich an und wer partizipiert
von wem?
Schulentwicklung bedeutet auch Öffnung von Schule für die Zusammen-
arbeit mit nationalen und internationalen schulischen und außerschuli-
schen Partnern. Welche externen Kooperationspartner sind für Schule
unverzichtbar? Welche Ziele und Inhalte lassen sich für Kooperationsver-
einbarungen ableiten und im Schulprogramm verankern? Welche Stol-
persteine sind zu beachten?
In wechselnden Sequenzen von theoretischem Input, der Diskussion und
Reflexion sowie des Transfers auf Führungshandeln werden im Work-
shop Antworten auf die genannten Fragen gefunden.
Ziele
Die Teilnehmer haben die Vielfalt schulinterner sowie außerschulischer
Kooperationsformen, -möglichkeiten und -partner kennen gelernt.
Sie haben über deren Potenzial als Impulsgeber für die Gestaltung von
Schulentwicklungsprozessen diskutiert.
Die Teilnehmer haben in der Rolle als Führungskraft Gelingensbedin-
gungen für erfolgreiche schulinterne, schulische und außerschulische
Kooperationen diskutiert und den Transfer in den eigenen schulischen
Kontext angedacht.
Sie haben die aus diesem Prozess resultierenden Anforderungen sowie
Handlungs- und Gestaltungsspielräume von Führungskräften diskutiert
und reflektiert.
Inhaltliche Schwerpunkte
-
Kooperation zwischen Lehrern, Schülern, Eltern und Mitarbeitern der
Schule
-
Demokratie und Partizipation
-
Teamentwicklung, Teamarbeit
-
Unterstützungssysteme
-
Innerschulische Arbeitsstrukturen, Schulgremien
-
Außerschulische Partner (z. B. Schulförderverein, andere Bildungs-
einrichtungen, Partner der Wirtschaft)
Fortbildungsformat
Workshop
Umfang
16 Unterrichtseinheiten

Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Modulbeschreibungen - Phase 2
Landesamt für Schule und Bildung
31
Thema
Personalentwicklung
Beschreibung
Personalentwicklung ist integraler Bestandteil von schulischer Qualitäts-
entwicklung. Ausgerichtet auf die dynamischen Anforderungen der Insti-
tution Schule impliziert Personalentwicklung auch ausgewählte Elemente
der Persönlichkeitsentwicklung. Welche Konsequenzen ergeben sich
daraus für Führung? Welche Maßnahmen lassen sich davon ableiten?
Durch welche Instrumente und Methoden kann der Prozess der Perso-
nalentwicklung erfolgreich geführt werden?
In wechselnden Sequenzen von theoretischem Input, der Diskussion und
Reflexion sowie des Transfers auf Führungshandeln werden in dem
Workshop Antworten auf diese Fragen gegeben.
Ziele
Die Teilnehmer haben sich mit Konzepten der Personalentwicklung ver-
traut gemacht und die Konsequenzen für professionelles Führungshan-
deln abgeleitet.
Sie haben in der Rolle als Führungskraft Maßnahmen der Personalent-
wicklung diskutiert und deren Gelingensbedingungen reflektiert.
Sie haben Instrumente und Methoden der Personalentwicklung kennen
gelernt und deren Einsatzmöglichkeiten diskutiert.
Die Teilnehmer haben die Durchführung eines Mitarbeiter-Vorgesetzten-
Gespräches trainiert.
Inhaltliche Schwerpunkte
-
Schulspezifische Konzepte der Personalentwicklung
-
Führen durch individuelle Zielvereinbarung
-
Führen eines strukturierten Mitarbeiter-Vorgesetzten-Gespräches
-
Feedback-Kultur
-
Potenziale im Kollegium erkennen, beurteilen und fördern
Fortbildungsformat
Workshop
Umfang
16 Unterrichtseinheiten

Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Modulbeschreibungen - Phase 2
32
Landesamt für Schule und Bildung
Thema
Führungshandeln rechtssicher gestalten
Beschreibung
Die Institution Schule ist unzweifelhaft Bestandteil des Rechtsstaates.
Insofern gilt es, ständig für die Einhaltung der Rechts- und Verwaltungs-
vorschriften, Hausordnung und Konferenzbeschlüsse Sorge zu tragen.
Welche allgemeinen juristischen Grundlagen beeinflussen das Führungs-
handeln im schulischen Kontext? Wie sind schulische Prozesse rechtssi-
cher mit schulinternen und -externen Akteuren zu gestalten? Wie kön-
nen Daten rechtssicher verwaltet und vor Missbrauch geschützt werden?
In wechselnden Sequenzen von theoretischem Input, der Diskussion und
Reflexion anhand von Fallbeispielen werden im Workshop diese Fragen
beantwortet. Des Weiteren bietet der Workshop Raum, den Transfer auf
das Führungshandeln zu diskutieren.
Ziele
Die Teilnehmer haben ihre Sachkenntnisse zu führungsrelevanten The-
menbereichen des Schulrechts erweitert.
Sie haben sich mit typischen Verfahrensweisen beim Umgang mit schul-
rechtlichen Problemstellungen vertraut gemacht.
Sie haben Fallbeispiele analysiert und in der Rolle als Führungskraft de-
ren Lösungsmöglichkeiten erörtert.
Inhaltliche Schwerpunkte
-
Wesentliche gesetzliche Grundlagen
-
Lehrerdienstrecht
-
Konferenzen in der Schule, Eltern- und Schülermitwirkung
-
Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen, Aufsichtspflicht
-
Datenschutz und Urheberrecht in der Schule
Fortbildungsformat
Workshop
Umfang
16 Unterrichtseinheiten

Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Modulbeschreibungen - Phase 2
Landesamt für Schule und Bildung
33
Thema
Grundlagen der Kommunikation und Gesprächsführung
Beschreibung
Erfolgreiches Führen ist ohne bewusste Kommunikation nicht möglich. Es
kommt nicht nur darauf an, WAS man sagt, sondern auch WIE und
WANN man etwas sagt. Die Kraft der Worte wird dann noch von Mimik,
Gestik und Körpersprache überstrahlt. Welche Rolle kommt einer guten
Gesprächsvorbereitung zu? Welche Möglichkeiten gibt es, Gespräche
bewusst zu steuern? Wie kann Kommunikation gewaltfrei und wert-
schätzend gestaltet werden?
Im Workshop wechseln sich Phasen theoretischer Betrachtungen mit
aktiven Phasen des Ausprobierens beispielhafter Gesprächssituationen
ab.
Ziele
Die Teilnehmer haben Kommunikationsmodelle und Gesprächsstrategien
kennen gelernt.
Sie haben sich in der Rolle einer Führungskraft mit Techniken und
Instrumenten der Gesprächsführung auseinandergesetzt und deren
Wirksamkeit diskutiert.
Sie haben beispielhaft Gesprächssituationen simuliert sowie deren Ver-
lauf aus Sicht einer Führungskraft diskutiert und reflektiert.
Inhaltliche Schwerpunkte
-
Kommunikationsmodelle, Gesprächsebenen
-
Verbale und nonverbale Kommunikation
-
Ich-Botschaften, aktives Zuhören, Führen durch Fragen
-
Gesprächsvorbereitung, Gesprächstechniken, Gesprächssteuerung,
Feedback-Regeln
-
Simulation von Gesprächssituationen
Fortbildungsformat
Workshop
Umfang
16 Unterrichtseinheiten

 
Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Modulbeschreibungen - Phase 3 - Schulleiter/stellvertretende Schulleiter
34
Landesamt für Schule und Bildung
Phase 3
Schulleiter/stellvertretende Schulleiter
Pflichtmodule
Die Pflichtmodule werden als Workshops durchgeführt. Sie dienen der Wissenserweiterung, der
Systematisierung erworbenen Wissens, dem Erfahrungsaustausch in den Seminargruppen und zielen auf
die Erweiterung des Handlungsrepertoires. Zu jedem Pflichtmodul findet zusätzlich jeweils ein eintägiges
juristisches Modul statt.
Zur Vor- und Nachbereitung der einzelnen Module erhalten die Teilnehmer jeweils Aufgaben zum
Selbststudium (Handreichungen und Literaturhinweise). Die Teilnehmer reichen ihre schriftlichen Aus-
arbeitungen zu Aufgabenstellungen aus dem Selbststudium beim Gutachter ein. Sie erhalten eine
schriftliche Rückmeldung zu den Ausarbeitungen. Die Auseinandersetzung mit den Selbststudienaufga-
ben bildet den Ausgangspunkt für das jeweils folgende Modul. Dabei werden offene Fragestellungen aus
dem Selbststudium thematisiert und bearbeitet sowie Anwendungsmöglichkeiten des theoretischen
Lernstoffes auf den schulischen Kontext reflektiert. Die in Modulbeschreibungen aufgeführten inhaltli-
chen Schwerpunkte werden in Abhängigkeit von den Kompetenzen bzw. Vorkenntnissen der Teilnehmer
priorisiert.
Die theoretischen Grundlagen sind in einem Reader
8
gesammelt. Der Erwerb des Readers ist kosten-
pflichtig und wird nachdrücklich empfohlen.
Pflichtmodule im Überblick
-
Vorbereitungstag
-
Der Schulleiter als Führungskraft
-
Führen von Personal
-
Schulentwicklung als Führungsaufgabe
-
Schulmanagement als Führungsaufgabe
Thema
Vorbereitungstag
Beschreibung
Am Vorbereitungstag werden die Erwartungen der Teilnehmer themati-
siert. Sie erhalten einen Überblick über die Inhalte und die Organisation
der amtseinführenden Qualifizierung. Sie finden sich erstmals in den für
die Pflichtmodule konstant bleibenden Seminargruppen zusammen,
lernen die Fortbildner kennen und erhalten Aufgaben zur Vorbereitung
auf das nächste Pflichtmodul.
Ziele
Die Teilnehmer haben die Ziele und Inhalte der Qualifizierung kennen
gelernt.
Sie haben diese mit ihrem persönlichen Qualifizierungsbedarf abgegli-
chen.
Sie haben Informationen über den Gesamtverlauf der Qualifizierung
einschließlich des Selbststudiums erhalten.
Inhaltliche Schwerpunkte
-
Fortsetzung der Arbeit mit dem Portfolio
-
Kennenlernen der Seminargruppen, Fortbildner und Gutachter
-
Organisation und Rahmenbedingungen der Qualifizierung
-
Aufgaben und Vorbereitung für das nächste Pflichtmodul
Fortbildungsformat
Forum
Umfang
8 Unterrichtseinheiten
8
Qualifizierung von Schulleitern und stellvertretenden Schulleitern in Sachsen, Wolters Kluwer Deutschland GmbH Köln, 2010

Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Modulbeschreibungen - Phase 3 - Schulleiter/stellvertretende Schulleiter
Landesamt für Schule und Bildung
35
Thema
Schulleiter als Führungskraft
Beschreibung
Die Übernahme von Aufgaben der Schulleitung ist mit einem Rollen- und
Perspektivwechsel verbunden. Dieser Rollenwechsel und das Selbstver-
ständnis von Schulleitung stehen im Mittelpunkt des Workshops. Es ent-
steht die Notwendigkeit der Ausprägung eines Führungsverhaltens, das
den Anforderungen an die aktive Gestaltung von Schulentwicklungspro-
zessen förderlich ist.
Führungsmodelle, Führungstechniken und Führungshandeln werden vor
dem Hintergrund der kürzlich erfolgten Amtsübernahme reflektiert.
Ziele
Die Teilnehmer haben Gesetzmäßigkeiten systematisch und zielgerichtet
gestalteter Veränderungen in der Entwicklung von Schule kennen ge-
lernt.
Sie haben ihre Führungstätigkeit in Bezug auf die Schulentwicklung und
der Motivation aller an der Schule Beteiligten konzipiert.
Sie haben für sich geeignete Strategien zur Entscheidungsfindung ent-
wickelt.
Die Teilnehmer haben ihre Ergebnisse des Workshops im Portfolio do-
kumentiert.
Inhaltliche Schwerpunkte
Führung, Rolle und Selbstverständnis von Schulleitung
-
Fundamente pädagogischer Führungstätigkeit
-
Führungsphilosophien, -stile, -modelle und -techniken
-
Kooperative Führung (Schulleiter-Stellvertreter-Kooperation, Lei-
tungsteam, Steuergruppe)
-
Rolle von Führung in einer lernenden Organisation
-
Leitbildorientierte und zielorientierte Führung
-
Grundlagen der Teamarbeit
Strukturierte Entscheidungsverfahren
Umgang mit Mitarbeitern
-
Förderung von Mitarbeitermotivation
-
Entwicklung einer Feedback-Kultur
-
Umgang mit Widerständen
Fortbildungsformat
Workshop
Umfang
16 Unterrichtseinheiten

Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Modulbeschreibungen - Phase 3 - Schulleiter/stellvertretende Schulleiter
36
Landesamt für Schule und Bildung
Thema
Führen von Personal
Beschreibung
Aufgabe von Schulleitung ist es, alle Mitarbeiter – insbesondere die Lehr-
kräfte – zielorientiert in alle Prozesse an der Schule einzubinden. Perso-
nalführung, insbesondere Personalentwicklung, ist originäre Aufgabe von
Schulleitung. Im Mittelpunkt dieses Workshops stehen daher Methoden
und Instrumente der Personalentwicklung. Diese werden analysiert und
trainiert. Die Wahrnehmung der Aufgabe der Personalführung wird re-
flektiert.
Ziele
Die Teilnehmer haben ein Konzept für die Personalführung in ihrem
Arbeitskontext mit dem Schwerpunkt Personalentwicklung gestaltet.
Sie haben eine Strategie für die Gestaltung ihrer Mitarbeitergespräche zu
unterschiedlichen Anlässen entwickelt.
Die Teilnehmer haben sich darin professionalisiert, die Potenziale ihrer
Kollegien einzuschätzen und eine Strategie für deren Nutzung in der
Schulentwicklung konzipiert.
Sie haben den Prozess der Zielvereinbarungen mit den Mitarbeitern skiz-
ziert.
Die Teilnehmer haben ihre Ergebnisse des Workshops im Portfolio do-
kumentiert.
Inhaltliche Schwerpunkte
Personalentwicklung
-
Methoden der Personalentwicklung, Feedback-Kultur
-
Potenziale der Lehrer erkennen und für die Schulentwicklung nutzen
-
Fortbildungsplanung als Instrument zur Ermittlung des individuellen
Lehrerfortbildungsbedarfs und zur Förderung der Professionalisie-
rung des Kollegiums
-
Erstellung von Personalentwicklungskonzepten
-
Individuelle und institutionelle Zielvereinbarungsgespräche
-
Portfoliomethode
Lehrerbeurteilung
-
Unterrichtsbesuche
-
Unterrichtsanalyse (Beobachtungskriterien, Beobachtungsmethoden
und Auswertung)
Kommunikation/Gesprächsführung
-
Grundlagen der Kommunikation
-
Feedback
-
Mitarbeiter-Vorgesetzten-Gespräche
-
Konstruktive Konfliktgespräche
Gesundheitsförderung
-
Gesundheitsförderliche Maßnahmen für das Kollegium
-
Gesundheitliche Risiken und gesundheitsbewusstes Verhalten
Fortbildungsformat
Workshop
Umfang
16 Unterrichtseinheiten

Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Modulbeschreibungen - Phase 3 - Schulleiter/stellvertretende Schulleiter
Landesamt für Schule und Bildung
37
Thema
Schulentwicklung als Führungsaufgabe
Beschreibung
Schulleitungen tragen die Hauptverantwortung für die aktive Gestaltung
von Schulentwicklungsprozessen. Daher stehen im Workshop die Initiie-
rung und Steuerung von derartigen Prozessen durch die Schulleitung im
Mittelpunkt. Die Funktionsweise und die Wirkung von Instrumenten des
Qualitätsmanagements, der Teamentwicklung und des Projektmanage-
ments werden auf ihre Anwendung in der Prozesssteuerung analysiert
und reflektiert. Grundlage ist die Kriterienbeschreibung für schulische
Qualität im Freistaat Sachsen.
Ziele
Die Teilnehmer haben Ergebnisse der aktuellen Schulforschung sowie
neue Konzeptionen von pädagogischer Leitung und Führung kennen
gelernt.
Sie haben die zentrale Rolle, die der Schulleiter beim Gelingen von
Schulentwicklungsprozessen einnimmt, reflektiert.
Sie haben ihre Kompetenzen hinsichtlich der Gestaltung von Schulent-
wicklungsprozessen im Rahmen des Qualitätsmanagements ausgebaut.
Sie haben ihr Qualitätsmanagement in Bezug auf Initiierung, Implemen-
tierung und Evaluation der systemischen Schulentwicklung skizziert.
Sie haben geeignete Instrumente des Projektmanagements für die Um-
setzungsstrategien ihrer Entwicklungsvorhaben ausgewählt.
Die Teilnehmer haben ihre Ergebnisse des Workshops im Portfolio do-
kumentiert.
Inhaltliche Schwerpunkte
Eckpunkte des Qualitätsmanagements
Ziele von Schulentwicklung, Hindernisse und Stolpersteine
-
Schulentwicklung im systemischen Zusammenhang von Organisati-
ons-, Personal- und Unterrichtsentwicklung
-
Planen und Führen von Schulentwicklungsprozessen mit Fokus auf
die Unterrichtsentwicklung
-
Die Rolle von Schulleitung beim Führen von Veränderungsprozessen
-
Schulprogramm- und Leitbildarbeit
Instrumente und Verfahren der internen Evaluation
Einbeziehung der Angebote des Unterstützungssystems
Arbeit mit Steuer- und Arbeitsgruppen
-
Zusammensetzung, Prinzipien und Arbeitsweise
-
Kooperative Führung und die Rolle der Schulleitung
Arbeiten im Team
-
Instrumente der Teamentwicklung
-
Erkennen und Steuern von Prozessen in Gruppen
-
Umgang mit Widerstand, Konfliktlösungsmodelle
-
Feedbackkultur
Instrumente des Projektmanagements
Fortbildungsformat
Workshop
Umfang
16 Unterrichtseinheiten

Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Modulbeschreibungen - Phase 3 - Schulleiter/stellvertretende Schulleiter
38
Landesamt für Schule und Bildung
Thema
Schulmanagement als Führungsaufgabe
Beschreibung
Die vielfältigen Aufgaben von Schulmanagement lassen sich in Hand-
lungsfeldern differenzieren. Dazu gehören Organisation, Personal, Unter-
richt und Erziehung, Qualitätsmanagement und Kooperation. Schullei-
tungen stehen vor der Aufgabe zu analysieren, welche Aufgaben in wel-
chen Strukturen und mit welchen Instrumenten realisiert werden sollen.
Im Workshop stehen die Gestaltung und Steuerung dieser Kernprozesse
von Schule und Schulleitung im Mittelpunkt. Planungsverfahren werden
unter Einbeziehung von Kooperationsmöglichkeiten untersucht und in
Zusammenhänge gebracht.
Ziele
Die Teilnehmer haben die Grundlagen von Schulorganisation kennen
gelernt.
Sie haben die Kernprozesse ihrer Schule sowie ihre Schulleitungstätigkeit
analysiert und diese dargestellt.
Sie haben Strategien zur Optimierung dieser Prozesse bei sich verän-
dernden Rahmenbedingungen entwickelt, die ein effektives Leistungs-
angebot der Schule sichern.
Die Teilnehmer haben ihre Ergebnisse des Workshops im Portfolio do-
kumentiert.
Inhaltliche Schwerpunkte
Identifizierung und Analyse der Kernprozesse von Schule und Schullei-
tung
Rechte und Pflichten des Schulleiters
Aufbau- und Ablauforganisation
-
Strukturen, Befugnisse, Verantwortlichkeiten
-
Organisationsrichtlinien, Statistiken, Arbeitszeitmodelle
Koordinierung von Maßnahmen und Plänen
-
Personalplanung und Lehrereinsatz
-
Personalbedarfsermittlung und Stellenplanung
-
Personaleinführung (Berufseinsteiger; Rückkehrer aus dem Auslands-
schulwesen)
-
Methoden der Personaleinsatzplanung
-
Referendare/Lehramtsanwärter
-
Unterrichtsplanung
-
Unterrichtsverteilung
-
Stundenplanerstellung
-
Verringerung von Unterrichtsausfall, Mehrarbeit
Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern
-
Personalrat, Frauenbeauftragte , Schulträger u. a.
-
Regeln der Zusammenarbeit
-
Beschwerdemanagement
Fortbildungsformat
Workshop
Umfang
16 Unterrichtseinheiten

 
Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Modulbeschreibungen - Phase 3 - Schulleiter/stellvertretende Schulleiter
Landesamt für Schule und Bildung
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Pflichtbereich: Juristische Fortbildungen
Die Module greifen die Aufgabenfelder von Schulleitung analog der Pflichtmodule auf, dementspre-
chend sind sie den einzelnen Modulen zeitlich nachgeordnet.
Juristische Module im Überblick
-
Der Schulleiter als Führungskraft
-
Führen von Personal
-
Schulmanagement als Führungsaufgabe
-
Schulleiter als Beauftragter des Unternehmens
(Dieses Modul wird in Kooperation mit der Unfallkasse Sachsen durchgeführt.)
Thema
Der Schulleiter als Führungskraft – Juristischer Teil
Beschreibung
Fundiertes Wissen im Bereich allgemeiner Rechtsvorschriften und insbe-
sondere des Schulrechts ist für schulische Führungskräfte eine wesentli-
che Voraussetzung für sicheres Agieren im Schulalltag. Die korrekte An-
wendung geltender Rechtsvorschriften ist elementarer Bestandteil von
erfolgreichem Führungshandeln. Die Kenntnis der Zusammenhänge von
Rechtsvorschriften aus verschiedenen Rechtsgebieten und auf verschie-
denen Rechtsebenen bildet die Grundlage für Schulleitungshandeln.
Ziele
Die Teilnehmer haben ihre Kompetenzen bezüglich der sach- und situa-
tionsgerechten Gestaltung der administrativen Abläufe in ihrem Arbeits-
kontext erweitert.
Sie haben sich mit schulrechtlichen Grundlagen auseinandergesetzt und
den Transfer in ihren schulischen Kontext angedacht.
Inhaltliche Schwerpunkte
Administration und rechtliche Grundlagen
-
Einordnung von Schule in Gesellschaft und Recht (Grundgesetz, Ver-
fassung des Freistaates Sachsen, Schulgesetz für den Freistaat Sach-
sen)
-
Rechtsgrundlagen und Rechtsquellen zu Aufgaben des Schulleiters,
der Schulaufsicht und des Schulträgers
-
Einordnung und Bedeutung von Vorschriften des allgemeinen Rechts
(z. B. Arbeitsrecht, Verwaltungsrecht)
-
Anwendung schulrechtlicher Vorschriften (Schulgesetz, Verordnun-
gen, Verwaltungsvorschriften, Erlasse, Vorgaben, Weisungen, Mit-
teilungen)
-
Zuständigkeiten und Zusammenarbeit
-
Allgemeines Verwaltungsrecht (Verwaltungsakt, Widerspruchsver-
fahren)
-
Rechtsfähigkeit der Schule (Vertragsrecht, Sponsoring, Haftung,
Hausrecht)
-
Zusammenarbeit mit dem Schulträger (Ausstattung, Sicherheit,
Brandschutz, Arbeitsschutz, Unfallschutz)
-
Kommunales Haushaltsrecht (Budgetverantwortung, Vergabe, För-
dermittel, Verwendungsnachweis)
Fortbildungsformat
Workshop
Umfang
8 Unterrichtseinheiten

Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Modulbeschreibungen - Phase 3 - Schulleiter/stellvertretende Schulleiter
40
Landesamt für Schule und Bildung
Thema
Führen von Personal – Juristischer Teil
Beschreibung
Im Umgang mit dem Personal an einer Schule sind sowohl arbeits-
rechtliche als auch dienstrechtliche Regelungen zu beachten. Schullei-
tungen müssen stets beide Bereiche im Blick haben und voneinander
abgrenzen können. Der Zusammenarbeit mit der Schulaufsichtsbe-
hörde kommt in dienstrechtlichen Fragen eine besondere Bedeutung
zu. Gerade im Bereich der Personalführung wird ständig mit sensiblen
personenbezogenen Daten gearbeitet. Der Einhaltung allgemeiner
Datenschutzrechtlinien und besonderer Regelungen zum schulischen
Datenschutz ist daher große Aufmerksamkeit zu schenken.
Ziele
Die Teilnehmer haben die personalrechtlichen Vorschriften kennen ge-
lernt.
Sie haben an Fallbeispielen deren sach- und situationsgerechte Anwen-
dung simuliert.
Inhaltliche Schwerpunkte
Lehrerdienstrecht
-
Grundzüge Tarifvertrag der Länder, Beamtenrecht
-
Arbeitsverhältnis, Arbeitspflicht, Loyalität, Arbeitszeit, Abordnung,
Versetzung
-
Dienstverhältnis, Schulleiter-Lehrkraft, Vorgesetztenfunktion, Wei-
sungen, Dienstweg
-
Zusammenarbeit mit der Schulaufsichtsbehörde
-
VwV Unterrichtsverpflichtung, VwV Mehrarbeitsunterrichtsstunden
-
Verfahren, Maßnahmen und Nachweise bei Pflichtverletzung
(Ermahnung, Abmahnung, Kündigung)
-
Beurteilung, Unterrichtsbesuche
-
Mitwirkung von Personalvertretung, Schwerbehindertenvertre-
tung, Frauenbeauftragte
-
Lehramtsanwärter, Referendare
Schulischer Datenschutz
-
Allgemeiner Umgang mit personenbezogenen Daten an der Schule
-
Datenschutz und Personalführung, Verschwiegenheitspflicht
Fortbildungsformat
Workshop
Umfang
8 Unterrichtseinheiten

Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Modulbeschreibungen - Phase 3 - Schulleiter/stellvertretende Schulleiter
Landesamt für Schule und Bildung
41
Thema
Schulmanagement als Führungsaufgabe – Juristischer Teil
Beschreibung
Pädagogische Entscheidungen bedürfen oft einer verwaltungsrechtlichen
Absicherung, damit sie Bestand haben können. Im Fokus steht dabei der
Verwaltungsakt, der immer bei einer Außenwirkung bzw. beim Eingriff in
Persönlichkeitsrechte von Schülern gegeben ist und entsprechende Ver-
fahrensweisen nach sich zieht.
Für die Arbeit in und mit Gremien ergeben sich je nach Rechtsgrundlage
bestimmte Stellungen und Rollen, die Schulleitungen einnehmen. Deren
Handlungsspielräume können dadurch sowohl erweitert als auch einge-
schränkt werden.
Ziele
Die Teilnehmer haben rechtliche Grundlagen bezüglich der sach- und
situationsgerechten Gestaltung von Kooperationsbeziehungen zu den
verschiedenen Partnern von Schule kennen gelernt.
Sie haben den Transfer in den eigenen schulischen Kontext diskutiert und
reflektiert.
Inhaltliche Schwerpunkte
Grundzüge des Verwaltungsrechts
-
Zusammenhänge zwischen allgemeinem Verwaltungsrecht und
Schulrecht, Schulordnungen
-
Strukturen, Befugnisse, Verantwortlichkeiten
-
Schulverhältnis, Schulbesuchspflicht, Umgang mit Beurlaubungen/
Freistellungen
-
Fürsorge- und Aufsichtspflicht, Hausordnung
-
Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen, Verwaltungsaktqualität
-
Übergänge, Abschlüsse, Prüfungsrecht
Arbeit in und mit Gremien
-
Schulkonferenz, Lehrerkonferenzen
-
Elternarbeit
-
Zusammenarbeit mit Personalvertretung, Schwerbehindertenver-
tretung, Frauenbeauftragten,
-
Zusammenarbeit mit Schulträgern, kommunalen Einrichtungen und
weiteren Außenpartnern
Fortbildungsformat
Workshop
Umfang
8 Unterrichtseinheiten

Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Modulbeschreibungen - Phase 3 - Schulleiter/stellvertretende Schulleiter
42
Landesamt für Schule und Bildung
Thema
Schulleiter als Beauftragter des Unternehmens – Juristischer Teil
Beschreibung
Mit Aufnahme ihrer Tätigkeit werden den Schulleitern Pflichten über-
tragen, die jeder Unternehmer in Deutschland hat. Sie sind an ihrer
Schule im Rahmen schulischer Veranstaltungen u. a. verantwortlich für
die Einhaltung des Arbeitsschutzes, die Verhütung von Arbeitsunfällen,
Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren. Bei der
Erfüllung dieser Aufgaben stehen den Schulleitern zahlreiche Partner
hilfreich zur Seite.
Ziele
Die Teilnehmer sind informiert, welche Unternehmerpflichten auf Schul-
leiter übertragen werden.
Sie haben einen Überblick über Kooperationspartner bei der Wahrneh-
mung von Unternehmerpflichten erhalten.
Die Teilnehmer haben anwendungsbereites Wissen erworben und auf
den eigenen Handlungskontext übertragen.
Sie haben ihre Verantwortung im Bereich des Arbeits- und Gesundheits-
schutzes an der Schule reflektiert.
Inhaltliche Schwerpunkte
-
Schulrelevante Inhalte aus Arbeitsschutzgesetz, Arbeitssicherheits-
gesetz, Sozialgesetzbuch VII und aus Unfallverhütungsvorschriften
-
Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit dem Schulträger, der Unfall-
kasse Sachsen, den Fachkräften für Arbeitssicherheit und dem
Betriebsarzt
-
Wahrnehmung der Verantwortung für die arbeitsmedizinische und
sicherheitstechnische Betreuung des Personals an der Schule
Fortbildungsformat
Workshop
Umfang
8 Unterrichtseinheiten

 
Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Modulbeschreibungen - Phase 3 - Schulleiter/stellvertretende Schulleiter
Landesamt für Schule und Bildung
43
Pflichtbereich: Projekt
Im Anschluss an die Pflichtmodule werden die erworbenen Kenntnisse und Kompetenzen auf eine kon-
krete schulpraktische Aufgabe übertragen. Hierzu wird die Projektmethode zur Bearbeitung von hand-
lungsorientierten Fragestellungen aus dem Bereich der Schulentwicklung genutzt. Am Vorbereitungstag
für die Projektbearbeitung erfolgt eine Vertiefung zum Thema Projektmanagement.
Die Bearbeitung des Projekts erfolgt durch die Teilnehmer in Selbstverantwortung über einen Zeitraum
von ca. vier Monaten.
Die Präsentation der Projektergebnisse erfolgt dezentral im Rahmen von Peer-Groups.
Thema
Vorbereitungstag
Beschreibung
Projekte in ihrer Komplexität zielorientiert und effektiv zum Abschluss zu
bringen, stellt eine Herausforderung für Führungskräfte dar. Der Erfolg
eines Projekts ist stark von den Projektzielen und einer guten Planung
abhängig.
Ziele
Die Teilnehmer haben ihr Projektthema festgelegt und die Projektver-
einbarung geschlossen.
Sie haben einen Projektstrukturplan erstellt sowie alle notwendigen
Vereinbarungen zur Zusammenarbeit getroffen.
Inhaltliche Schwerpunkte
-
Ableitung der Themen aus dem Schulalltag und aus dem Transfer der
bereits erfolgten Qualifizierung
-
Projektplanung
(Wahl und Definition des Projektthemas, Abstecken der Projektziele,
Planung des Projekts, Organisatorische Absprachen zur Projekt-
durchführung und Supervision, Präsentationstechniken für die Ab-
schlusspräsentation)
Fortbildungsformat
Workshop
Umfang
8 Unterrichtseinheiten
Thema
Präsentation der Projektergebnisse
Beschreibung
Mit der Präsentation des in einem längeren Arbeitsprozess, über meh-
rere Zwischenziele und Meilensteine hinweg erarbeiteten Projektergeb-
nisses wird Raum eröffnet, den Verlauf, die verwendeten Methoden und
die Einzelergebnisse innerhalb der Peer-Group darzustellen. Der Ver-
gleich zwischen unterschiedlichen Projekten gibt Gelegenheit, Prozesse
zu reflektieren und Erfahrungen auszutauschen.
Ziele
Die Teilnehmer haben ihre Projektergebnisse präsentiert, diskutiert und
reflektiert.
Sie haben im Kontext des Austausches über die Projektergebnisse Feed-
back-Methoden angewandt.
Inhaltliche Schwerpunkte
-
Präsentation der Projektergebnisse
-
Rückmeldungen zur Projektumsetzung
-
Vertiefter Erfahrungsaustausch zur Projektarbeit
Fortbildungsformat
Reflexionsworkshop
Umfang
8 Unterrichtseinheiten

 
Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Modulbeschreibungen - Phase 3 - Schulleiter/stellvertretende Schulleiter
44
Landesamt für Schule und Bildung
Wahlpflichtbereich
Zur individuellen Professionalisierung und Kompetenzerweiterung wählen die Teilnehmer auf der
Grundlage ihrer persönlichen Potenzialanalyse zwei Module aus dem Wahlpflichtbereich. Diese Module
haben den Charakter von Reflexionsworkshops. Der Vertiefungsgrad der Inhalte folgt einer optimalen
Teilnehmerorientierung und richtet sich nach dem Lernbedarf der Teilnehmer, der sich aus den Pflicht-
modulen, dem Selbststudium sowie ggf. aus dem Self-Assessment in der Orientierung ergibt.
Zur Wahl stehen einzelne Modulangebote zu den folgenden Themengebieten:
-
Führen von Schule als lernende Organisation
-
Ein Kollegium führen
-
Sich selbst führen
-
Führen von Unterrichtsentwicklung
-
Qualitätsmanagement
Themengebiet
Führen von Schule als lernende Organisation
Beschreibung
Schule ist kein starres System, sondern befindet sich ständig in Bewe-
gung. Bildungspolitische Entwicklungen und innerschulische Prozesse
führen dazu, dass Handlungsspielräume an neue Erfordernisse angepasst
werden. Dies erfordert für die Schulleitung ein Führungsverständnis, das
Veränderungsprozesse und innovative Problemlösung unterstützt. Wie
vereinbaren sich Organisationsstrukturen mit Prozessorientierung und
Selbstregulation in Teams? Welche Mechanismen sind für die erfolgrei-
che Bewältigung von Veränderungsprozessen hilfreich?
Ziele
Die Teilnehmer haben die Aufgaben der Schulleitung einer Schule als
lernende Organisation reflektiert.
Sie haben Strategien zur Optimierung von Abläufen analysiert und dis-
kutiert.
Sie haben ihr Wissen zu Schulentwicklungsprozessen und den dafür zur
Verfügung stehenden Instrumente erweitert.
Sie haben diese Prozesse am Beispiel ihrer eigenen Schulen reflektiert
und Möglichkeiten des Transfers diskutiert.
Sie haben Strategien entwickelt, um Potenziale aller Beteiligten zu er-
kennen und im Sinne der Organisationsentwicklung wirksam werden zu
lassen.
Inhaltliche Schwerpunkte
Grundlagen des systemischen und prozessorientierten Denkens
-
Denken in Prozessen unter systemischem Blickwinkel
-
Aufgabenfelder der Schulleitung bei Entwicklungsprozessen
Instrumente der Schulentwicklungsarbeit
-
Arbeit an gemeinsamen Visionen
-
Leitsätze (pädagogische Grundorientierung, Ethos, Vision)
-
Schulprogrammarbeit als kontinuierlicher Prozess
-
Interne Evaluation (Auswahl und Entwicklung von Instrumenten,
Durchführung, Auswertung, Dokumentation, Konsequenzen)
Formen der kollegialen Unterstützung
-
Strategien zur Entwicklung einer Feedbackkultur
-
Formen der Zusammenarbeit von Lehrkräften/Lernen in Teams
-
Interne Kooperation, Tandem, Mentoring, Coaching
Fortbildungsformat
Workshop, Reflexionsworkshop
Umfang
16 Unterrichtseinheiten

Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Modulbeschreibungen - Phase 3 - Schulleiter/stellvertretende Schulleiter
Landesamt für Schule und Bildung
45
Themengebiet
Ein Kollegium führen
Beschreibung
Ein Hauptschwerpunkt für Führungshandeln ist die Kommunikation im
Kollegium. Dazu bedarf es geeigneter Instrumente, die situationsbezogen
eingesetzt werden. Die Heterogenität eines Kollegiums spiegelt sich in
Gesprächsanlässen und der Art der Kommunikation mit den Lehrkräften
wider. Grundsätzlich sollen Gespräche positiv und lösungsorientiert ge-
führt werden. Dies findet seinen Ausdruck sowohl in der verbalen als
auch in der nonverbalen Kommunikation. Bei auftretenden Konflikten im
Kollegium und in Prozessen der Teamentwicklung an der Schule kommt
der Schulleitung oft die Funktion eines Moderators zu.
Im Mittelpunkt dieses Themengebietes stehen geeignete Gesprächs- und
Moderationstechniken. Ausgehend von (erlebten) Praxisbeispielen wer-
den diese Techniken trainiert und das eigene Gesprächsverhalten wird
analysiert.
Ziele
Die Teilnehmer haben ihr Kommunikationsverhalten reflektiert.
Sie haben die eigene Haltung in Gesprächen analysiert, sich die dabei
ausgesandten Botschaften verdeutlicht und Strategien für wertschät-
zendes und zielführendes Gesprächsverhalten entwickelt.
Sie haben Gesprächsstrategien trainiert, um Potenziale in der Perso-
nalführung zu erkennen und zu fördern.
Sie haben Möglichkeiten, in Gesprächen Ziele zu formulieren und diese
zu kontrollieren, trainiert und darüber reflektiert.
Sie haben Techniken zum angemessenen Umgang mit Widerständen
kennen gelernt und erprobt.
Inhaltliche Schwerpunkte
Führungsinstrument Kommunikation
-
Gesprächstechniken als Führungsinstrument
-
Führungsindikatoren
-
Analyse des eigenen Gesprächsverhaltens
-
Grundregeln für positive und zukunftsorientierte Kommunikation
-
Nonverbale Kommunikation
-
Ziele vereinbaren und kontrollieren
Teamentwicklung
-
Instrumente der Teamentwicklung
-
Erkennen und Fördern von Potenzialen
-
Erkennen und Steuern von Prozessen in Gruppen
-
Umgang mit Widerständen
-
Feedback-Kultur
Moderation
-
Formen der Gesprächsführung
-
Moderationstechniken
-
Führen von Konferenzen und Besprechungen
-
(Groß-)Gruppenmoderation
-
Moderationsregeln, Moderationsinstrumente
Fortbildungsformat
Workshop, Reflexionsworkshop
Umfang
16 Unterrichtseinheiten

Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Modulbeschreibungen - Phase 3 - Schulleiter/stellvertretende Schulleiter
46
Landesamt für Schule und Bildung
Themengebiet
Sich selbst führen
Beschreibung
Erfolgreiches Führungshandeln bezieht sich nicht nur auf die zu führen-
den Mitarbeiter, sondern erfordert auch Maßnahmen zur Bewältigung
der vielfältigen, teils widersprüchlichen Anforderungen im eigenen
Arbeitsalltag. Das eigene Beanspruchungserleben geht oft mit Stress-
symptomen einher, die zu einer zunehmenden Gesundheitsgefährdung
führen können. Welche Konzepte und Methoden sind geeignet, den
Arbeitsalltag effektiv zu organisieren? Wie lässt sich ein persönliches
Selbstmanagementkonzept als wertvolle Ressource in der Bewältigung
der alltäglichen Anforderungen entwickeln?
In diesem Themengebiet wird Raum gegeben, individuelle Optimierungs-
bereiche zu identifizieren und Lösungsvorschläge vor dem Hintergrund
der eigenen Erfahrungen zu entwickeln.
Ziele
Die Teilnehmer haben verschiedene Konzepte und Methoden des Selbst-
managements kennen gelernt.
Sie haben handlungsleitende Routinen zur Bewältigung ihres Schulalltags
analysiert und diskutiert.
Sie haben ihren Führungsstil, das Spannungsfeld von Nähe und Distanz
sowie ihr eigenes Auftreten als Führungskraft reflektiert.
Inhaltliche Schwerpunkte
Zeit- und Stressmanagement
-
Stressbewältigung durch aktives Zeitmanagement
-
Externe und interne Ressourcen zur Stressbewältigung
Persönliche Arbeitsmethodik
-
Zusammenarbeit mit Mitarbeitern
-
Persönlicher Terminkalender, Sprechzeiten, offene Tür
-
Planung und Durchführung von Telefongesprächen, Aktennoti-
zen
-
Organisation des Sekretariats, Umgang mit Post
Lehrergesundheit
-
Möglichkeiten der Minderung von Lärmbelastung
-
Schaffung von Ruhezonen
-
Qualität der sozialen Beziehungen
-
Schulklima
-
Persönlicher Entwicklungsplan
-
Selbstwirksamkeitserfahrungen
Reflexion des eigenen Führungsverhaltens und -auftretens
-
Umgang mit Macht, Demokratie und Partizipation
-
Gestaltung von Arbeitsbeziehungen
-
Schulleiter im Team
-
Situationsabhängige Möglichkeiten zur Optimierung der Sprache
-
Grundlagen der Rhetorik
Fortbildungsformat
Workshop, Reflexionsworkshop
Umfang
16 Unterrichtseinheiten

Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Modulbeschreibungen - Phase 3 - Schulleiter/stellvertretende Schulleiter
Landesamt für Schule und Bildung
47
Themengebiet
Führen von Unterrichtsentwicklung
Beschreibung
Die Unterrichtsentwicklung liegt auch in der Verantwortung der Schullei-
tung. In diesem Themengebiet werden Handlungsfelder der Schulleitung
aufgezeigt, den Unterricht auf qualitativ hohem Niveau zu entwickeln
und zu sichern. Wie können Unterrichtsentwicklungsprozesse initiiert
werden? Welche Steuerungsinstrumente sind für die Unterrichtsent-
wicklung geeignet? Welche Arbeitsstrukturen unterstützen das Lehrer-
kollegium bei der kollegialen Kooperation zur Entwicklung des Unter-
richt? Wie können die Entwicklungsergebnisse gesichert und die Unter-
richtsentwicklung in einem Gesamtkonzept im Sinne von abgestimmter
und gemeinsam verantworteter Arbeit zusammengeführt werden? Dar-
aus ableitbare Handlungsfelder werden in einer Praxisreflexion themati-
siert.
Ziele
Die Teilnehmer haben die Merkmale „guten“ Unterrichts auf der Basis
der Ergebnisse von Bezugswissenschaften und der Unterrichtsforschung
diskutiert.
Sie haben ihre Strategien zur Initiierung, Steuerung und Evaluation von
Unterrichtsentwicklungsprozessen analysiert und überprüft.
Sie haben Möglichkeiten zur Führung von Unterrichtsentwicklung disku-
tiert und ihre Rolle im Prozess reflektiert.
Inhaltliche Schwerpunkte
Grundlagen zur Entwicklung von Unterricht
-
Überblick über aktuelle methodische Verfahren und Standards
-
Aktuelle Ergebnisse der Unterrichtsforschung, Qualitätsmerk-
male von Unterricht
-
Dimensionen und Handlungsfelder der Unterrichtsentwicklung
-
Kreislauf der Unterrichtsentwicklung
-
Leitfaden zum kompetenzorientierten Unterricht
Rolle von Schulleitungen im Prozess von Unterrichtsentwicklung
-
Entwicklung kooperativer Lerngemeinschaften (Tandems, Netz-
werke)
-
Beobachten und Beurteilen von Unterricht (Hospitationen)
-
Arbeit mit Zielvereinbarungen
-
Feedback-Kultur
-
Einbeziehung von Unterstützungsangeboten zur Unterrichtsent-
wicklung
Steuerung der Entwicklung von schulinterner Lehr- und Lernplanung
Fortbildungsformat
Workshop, Reflexionsworkshop
Umfang
16 Unterrichtseinheiten

Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Modulbeschreibungen - Phase 3 - Schulleiter/stellvertretende Schulleiter
48
Landesamt für Schule und Bildung
Themengebiet
Qualitätsmanagement
Beschreibung
Die schulische Qualität in Sachsen soll nachhaltig weiterentwickelt wer-
den. Diese Forderung nach Qualitätsentwicklung bezieht sich auf das
Bildungssystem insgesamt als auch auf die Einzelschule. Wie kann durch
Qualitätsmanagement an der Schule Schulentwicklung erreicht werden?
Wie ordnen sich Selbst-, Fremdevaluation und externe Evaluation in den
Prozess des schulinternen Qualitätsmanagements ein? Wie werden Qua-
litätsstandards einer Schule erstellt? Welchen Mehrwert haben Schulen
von der externen Evaluation im Freistaat Sachsen? Welche Unterstüt-
zungsangebote können genutzt werden?
Um Antworten auf diese Fragen zu erhalten, steht die Praxisreflexion der
Schulleitungen im Mittelpunkt.
Ziele
Die Teilnehmer haben Grundlagen, Instrumente und Indikatoren der
Evaluation für das Führen von Entwicklungsprozessen kennen gelernt.
Sie haben beispielhaft Methoden und Instrumente der Evaluation zur
Gestaltung von Schulentwicklungsprozessen erprobt und den Transfer in
den eigenen schulischen Kontext diskutiert.
Inhaltliche Schwerpunkte
Grundlagen der Evaluation
-
Selbst- und Fremdevaluation an der Schule
-
Verfahren und Instrumente
-
Qualitätsstandards einer Schule
-
Messung und Beurteilung von Schülerleistungen
-
Entwicklung von Qualitätsindikatoren
-
Umgang mit Daten, Statistiken (Bildungsmonitoring)
Externe Evaluation
-
Grundlagen und Prozess
-
Externe Evaluation in Sachsen
-
Bildungs- bzw. Qualitätsstandards
Umgang mit dem Bericht der externen Evaluation und institutionellen
Zielvereinbarungen
Interne Evaluation
-
Grundlagen und Prozessgestaltung
-
Evaluationsziele
-
Unterstützungsangebote durch das Serviceportal interne Evalua-
tion
Fortbildungsformat
Workshop, Reflexionsworkshop
Umfang
16 Unterrichtseinheiten

 
Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Modulbeschreibungen - Phase 3 - Schulleiter/stellvertretende Schulleiter
Landesamt für Schule und Bildung
49
Wahlbereich: Hospitation
Im Wahlbereich haben die Teilnehmer die Möglichkeit, in einem Umfang von bis zu fünf Arbeitstagen in
anderen Einrichtungen zu hospitieren, um einerseits Führungsprozesse in der Praxis eines anderen
Arbeitskontexts wahrzunehmen und zu reflektieren sowie andererseits Kooperationspartner besser
kennen zu lernen.
Die Hospitation fokussiert auf eine individuelle Entwicklung der persönlichen Führungskompetenz der
Schulleiter und stellvertretenden Schulleiter. Im Mittelpunkt steht dabei das Kennenlernen und Erleben
von Führung aus einer anderen Perspektive, um darüber die eigene Führungstätigkeit zu reflektieren
und das eigene Führungsverhalten weiterzuentwickeln. Der Perspektivwechsel über andere
Arbeitskontexte impliziert, dass nicht primär die „Tandemhospitationen“ mit einem anderen Schulleiter
im Vordergrund stehen. Vielmehr werden außerschulische Arbeitszusammenhänge angestrebt. Dazu
zählen z. B. Kindergarten, Hort, Hochschulen, Schulverwaltung, Schulaufsicht, Ausbildungsbetriebe,
Wirtschaft, soziale Einrichtungen oder Vereine.
Der Wahlbereich der Qualifizierung wird mit einer eintägigen Veranstaltung abgeschlossen, in der die
Möglichkeit eines Erfahrungsaustausches und einer gemeinsamen Reflexion gegeben wird.

 
Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Modulbeschreibungen - Phase 3 - Schulreferenten
50
Landesamt für Schule und Bildung
Schulreferenten
Thema
Rolle und Auftrag der Schulaufsicht
Beschreibung
Schulaufsicht versteht sich einerseits als hierarchische Struktur innerhalb
der Kultusverwaltung, andererseits als Bestandteil eines Beratungs-
systems für Schulen. Insofern sind Schulreferenten ständig einem Rollen-
und Perspektivwechsel ausgesetzt. Die Aufgaben- und Tätigkeitsbe-
schreibung für Schulreferenten verdeutlicht, wie diese Rollen voneinan-
der abgegrenzt werden sollen. Neben der Unterstützung der Gestaltung
von Managementprozessen steht auch die Förderung einer zeitgemäßen
Lehr- und Lernkultur an den Schulen im Mittelpunkt. Dazu benötigen sie
über ihren konkreten Zuständigkeitsbereich hinaus auch umfangreiche
Kenntnis zu bildungspolitischen Entwicklungen im In- und Ausland.
Im Workshop setzen sich die Schulreferenten vor dem Hintergrund der
kürzlich aufgenommenen Tätigkeit mit den Anforderungen an ihr Füh-
rungshandeln auseinander.
Ziele
Die Teilnehmer haben ihre Rolle im Schulsystem des Freistaates Sachsen
und ihre daraus resultierenden wesentlichen Aufgabenfelder im Kontext
von Beratung und Schulaufsicht kennen gelernt.
Sie haben ihr Wissen über aktuelle Entwicklungen der Bildung, Gestal-
tungsmöglichkeiten von Schulen und die Rolle von Schulaufsicht erwei-
tert.
Sie haben sich mit dem Leitbild der Kultusverwaltung und der Aufgaben-
und Tätigkeitsbeschreibung für Schulreferenten vertraut gemacht und
sind angeregt, Konsequenzen für ihre Tätigkeit abzuleiten.
Sie haben sich mit einem zeitgemäßen Führungsverständnis, insbeson-
dere mit der
Bedeutung von Kommunikation und Kooperation,
auseinandergesetzt sowie den Transfer in ihren eigenen Arbeitskontext
angedacht.
Inhaltliche Schwerpunkte
-
Entwicklungstendenzen im deutschen und internationalen Bildungs-
wesen
-
Aufgaben-
und
Tätigkeitsbeschreibung
der
Schulreferenten,
insbesondere Erörterung der Bereiche „Förderung einer zeitgemä-
ßen Lehr- und Lernkultur“ und „Gestaltung von Managementprozes-
sen“ unter Anwendung des Leitbildes Kultusverwaltung
-
Klärung der Rolle als Schulreferent in Abgrenzung zu Schulleitung
und Unterstützungssystem zur Schulentwicklung
-
Grundlagen von Führung (Einführung in Führungstheorien/Führungs-
ethik)
-
Kommunikation und Kooperation als Kernelemente von Führungstä-
tigkeit
-
Handlungsfelder im Spannungsfeld von Beratung und Aufsicht
-
Portfolio als individuelles Reflexionsinstrument
Fortbildungsformat
Workshop
Umfang
20 Unterrichtseinheiten

Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Modulbeschreibungen - Phase 3 - Schulreferenten
Landesamt für Schule und Bildung
51
Thema
Recht und Verwaltung
Beschreibung
Schulreferenten bearbeiten Aufgabenfelder, die auch der öffentlichen
Verwaltung zuzuordnen sind. Dies erfordert sowohl Sicherheit im Um-
gang mit Rechtsvorschriften als auch deren sichere Anwendung in Ver-
waltungsverfahren. Sie sind auch in rechtlichen Belangen Ansprechpart-
ner für die Schulleitungen ihres Zuständigkeitsbereiches.
Im Workshop erhalten die Schulreferenten einen Überblick über wesent-
liche Rechtsgebiete, die ihr Aufgabenfeld betreffen. Es soll das Bewusst-
sein verstärkt werden, dass sachgerechtes juristisches Handeln für die
Schulaufsicht unabdingbar ist. Exemplarisch werden typische Fälle aus
der Schulpraxis analysiert und erörtert.
Ziele
Die Teilnehmer haben den grundlegenden rechtlichen Rahmen ihres
Tätigkeitsfeldes kennen gelernt.
Sie haben einen Überblick über die wesentlichen Rechtsgebiete für
Schulreferenten erhalten.
Sie haben an Fallbeispielen die sach- und situationsgerechte Anwendung
einschlägiger Rechtsvorschriften trainiert.
Inhaltliche Schwerpunkte
-
Schule und Schulaufsicht im Rechtsstaat
-
Rechtliche Grundlagen der Schulaufsicht
-
Umgang mit Rechtstexten
-
Einführung in Schulrecht
-
Verwaltungsrecht, Bedeutung von Verwaltungsakten
-
Personal- und Dienstrechtrecht (Beamtenrecht, Tarifrecht, Daten-
schutz)
-
Aufsicht über die dem Schulträger obliegenden Aufgaben
-
Haushalts- und Kommunalrecht
Fortbildungsformat
Workshop
Umfang
20 Unterrichtseinheiten

Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Modulbeschreibungen - Phase 3 - Schulreferenten
52
Landesamt für Schule und Bildung
Thema
Qualitätsentwicklung im sächsischen Bildungswesen
Beschreibung
Die schulische Qualität in Sachsen soll nachhaltig weiterentwickelt wer-
den. Diese Forderung bezieht sich sowohl auf die Einzelschule als auch
auf die Schulaufsicht. Jeder Schulreferent trägt im Rahmen seiner bera-
tenden Funktion große Verantwortung für das Erreichen dieses Zieles.
Im Workshop erhalten die Schulreferenten grundlegende Kenntnisse zur
Definition von Schulqualität, zum Qualitätskreislauf für Schulentwick-
lungsprozesse, dem Unterstützungssystem und ihren eigenen Aufgaben
im Zusammenhang mit der externen Evaluation. Dabei werden Möglich-
keiten und Grenzen institutioneller Zielvereinbarungen thematisiert.
Ziele
Die Teilnehmer haben grundlegende Gelingensbedingungen für die
Schule als lernende Organisation kennen gelernt.
Sie haben ihr Wissen über zielführendes Qualitätsmanagement in Schu-
len erweitert.
Sie haben Instrumente und Verfahrensweisen der internen und externen
Evaluation kennen gelernt.
Sie haben, im Kontext ihrer Tätigkeit als Schulreferenten, Ansätze zur
Initiierung und Förderung von schulinternen Qualitätsentwicklungspro-
zessen entwickelt.
Inhaltliche Schwerpunkte
-
Systemische Steuerung in Organisationen
-
Regelkreislauf der Qualitätsentwicklung
-
Kriterienbeschreibung für schulische Qualität im Freistaat Sachsen
-
Unterstützung von Schulen bei der internen Evaluation
-
Kenntnisse zu Unterstützungsangeboten
-
Rolle des Landesamtes für Schule und Bildung im Regelverfahren der
externen Evaluation, Arbeit mit Berichten der externen Evaluation
-
Planspiel für Schulentwicklungsprozesse
-
Abschluss institutioneller Zielvereinbarungen, Überprüfung der Ziel-
erreichung
-
Beratung und Anregung zu Schulprogrammarbeit
Fortbildungsformat
Workshop
Umfang
20 Unterrichtseinheiten

 
Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Modulbeschreibungen - Phase 3 - Fachleiter
Landesamt für Schule und Bildung
53
Fachleiter
Thema
Rolle und Auftrag als Fachleiter
Beschreibung
Fachleiter unterstützen die Schulleitung bei der Qualitätsentwicklung
und Organisation im jeweiligen Fachbereich. Welche Aufgaben hat ein
Fachleiter in diesem Kontext zu erfüllen? Welche Instrumente der Füh-
rung lassen sich in welchem Prozess einsetzen? Wer leistet dem Fachlei-
ter in seiner Tätigkeit Unterstützung?
Der Workshop gibt in wechselnden Sequenzen von theoretischem Input
und Reflexion an Praxisbeispielen Antworten auf diese Fragen.
Ziele
Die Teilnehmer haben ihre Rolle und ihren Auftrag als Fachleiter kennen
gelernt und vor dem Hintergrund der kürzlich erfolgten Amtsübernahme
reflektiert.
Sie haben ihre Sach- sowie Methodenkompetenz hinsichtlich des Einsat-
zes von Führungsinstrumenten ausgebaut und diesbezügliche Hand-
lungsoptionen vor dem jeweiligen schulischen Hintergrund beispielhaft
konzipiert.
Die Fachleiter haben ihr Wissen über das Unterstützungssystem Schul-
entwicklung erweitert.
Inhaltliche Schwerpunkte
-
Aufgaben- und Tätigkeitsbeschreibung der Fachleiter
-
Einführung in Führungstheorien/Führungsethik
-
Anwendung von Führungsinstrumenten
-
Unterstützungssystem zur Schulentwicklung
Fortbildungsformat
Workshop
Umfang
16 Unterrichtseinheiten

Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Modulbeschreibungen - Phase 3 - Fachleiter
54
Landesamt für Schule und Bildung
Thema
Rechtssicheres Handeln für Fachleiter
Beschreibung
Der Fachleiter hat in seiner Tätigkeit ständig für die Einhaltung von
Rechts- und Verwaltungsvorschriften und Beschlüssen von Konferenzen
Sorge zu tragen. Welche Rechtsvorschriften berühren seinen Tätigkeits-
bereich? Wie können schulische Prozesse rechtssicher gestaltet werden?
Welche internen und externen Partner können hinzugezogen werden?
Der Workshop gibt in wechselnden Sequenzen von theoretischem Input
und Reflexion an Praxisbeispielen Antworten auf diese Fragen.
Ziele
Die Teilnehmer haben den grundlegenden rechtlichen Rahmen ihres
Tätigkeitsfeldes kennen gelernt.
Sie haben ihre Kenntnisse zu Verfahrensfragen bei Organisation ihres
Fachbereichs erweitert.
Sie haben ausgewählte Fallbeispiele mit Hilfe der Rechtsvorschriften
analysiert und diskutiert.
Inhaltliche Schwerpunkte
-
Allgemeine Rechtsgrundlagen und deren Bedeutung (Grundgesetz,
Verfassung)
-
Schulrechtliche Vorschriften und Verordnungen (Sächsisches Schul-
gesetz, Verwaltungsvorschriften, Weisungen)
-
Personalrecht (Beamtenrecht, Tarifrecht, Datenschutz)
-
Haushalts- und Kommunalrecht (Kooperation mit dem Schulträger)
Fortbildungsformat
Workshop
Umfang
16 Unterrichtseinheiten

Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Modulbeschreibungen - Phase 3 - Fachleiter
Landesamt für Schule und Bildung
55
Thema
Projektmanagement
Beschreibung
Projekte sind komplexe Prozesse, die zielorientiert und effektiv zum Ab-
schluss zu bringen sind. Sie stellen eine Herausforderung für die Fachlei-
ter dar. Wer erteilt einen Projektauftrag? Wie werden Projektziele ge-
funden? Welche Gelingensbedingungen gibt es für eine effektive Zu-
sammenarbeit aller am Projekt Beteiligten? Wie können alle konstrukti-
ven Ideen in die Planung eingebunden werden? Welche Wege sind effek-
tiv für eine erfolgreiche Durchführung? Wie wird ein Projekt evaluiert?
Mit Planungs- und Steuerungsinstrumenten sowie Führungsmethoden
und Organisationsmodellen werden in dem Workshop Antworten auf
diese Fragen gegeben.
Ziele
Die Teilnehmer haben ihre Kompetenzen erweitert, die ihnen dabei hel-
fen, in Kooperation mit der Schulleitung, Schulentwicklungsprozesse zu
initiieren, zu implementieren und zu institutionalisieren.
Sie können Projekte planen, steuern und Aufgaben delegieren.
Sie wissen, wie man eine Feedback-Kultur im Verantwortungsbereich
und darüber hinaus etabliert.
Inhaltliche Schwerpunkte
-
Projektdefinition
-
Projektziele
-
Projektplanung
-
Projektdurchführung
-
Projektfeedback
-
Moderationstechniken
Fortbildungsformat
Workshop
Umfang
16 Unterrichtseinheiten

Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Modulbeschreibungen - Phase 3 - Fachleiter
56
Landesamt für Schule und Bildung
Thema
Qualitätssteuerung und -sicherung
Beschreibung
Für Fachleiter ist im Zuge der Schulentwicklung ein professioneller Um-
gang mit Qualitätssteuerung und -sicherung grundlegend. Wie kann
schulinternes
Qualitätsmanagement
Schulentwicklung
wirkungsvoll
beeinflussen? Welche Rolle spielen Schulprogramm und Fortbildungs-
konzept? Wie werden die Ergebnisse interner und externer Evaluation in
den Prozess der Schulentwicklung eingeordnet? Welche Rolle spielt die
Arbeit im Team?
Antworten auf diese Fragen werden im Wechsel von theoretischen Aus-
führungen, praktischen Übungen und einem angedachten Transfer auf
das Handeln als Fachleiter in diesem Workshop gegeben.
Ziele
Die Teilnehmer haben ihre Sachkompetenz bezüglich der Instrumente für
die systemische und systematische Qualitätsentwicklung von Schule
sowie ihre diesbezügliche Methodenkompetenz erweitert.
Sie haben theoretische Konzepte auf die Schulentwicklung ihrer eigenen
Schule praxisorientiert übertragen.
Sie haben über Gelingensbedingungen von Teamarbeit/Teamentwick-
lung reflektiert und beispielhaft für ihren Schulkontext diskutiert.
Inhaltliche Schwerpunkte
Qualitätssteuerung
-
Schulprogrammarbeit
-
Fortbildungskonzept und dessen Umsetzung
Qualitätssicherung
-
externe und interne Evaluation
Arbeiten im Team
-
Instrumente der Teamentwicklung
-
Erkennen und Steuern von Prozessen in Gruppen
-
Umgang mit Widerstand, Konfliktlösungsmodelle
-
Feedbackkultur
Fortbildungsformat
Workshop
Umfang
16 Unterrichtseinheiten

Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Modulbeschreibungen - Phase 3 - Fachleiter
Landesamt für Schule und Bildung
57
Thema
Unterrichtsentwicklung im Team
Beschreibung
Fachleiter sollten gemeinsam mit den Lehrkräften ihres Fachbereiches an
der Gestaltung des Prozesses der Unterrichtsentwicklung arbeiten. Wel-
che Bildungsstandards sind in diesem Prozess zu berücksichtigen? Wie
setzt man gezielt fachübergreifendes sowie fächerverbindendes Unter-
richten ein? Verändert kompetenzorientiertes Unterrichten die Leis-
tungsstandards an Schule?
Gibt es Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeiten als Fachleiter bei der
Unterrichtentwicklung? Welche Arbeitsstrukturen sind effektiv und qua-
litätsfördernd?
Der Workshop gibt Antworten auf diese Fragen und ermöglicht eine
Übertragung und Reflexion auf den eigenen Arbeitskontext.
Ziele
Die Teilnehmer haben ihre Sach- und Handlungskompetenz hinsichtlich
der Unterrichtsentwicklung erweitert.
Sie haben Konzepte für Unterrichtsentwicklung auf ihre Arbeitskontexte
übertragen und Ideen für die Umsetzung im Team entwickelt.
Inhaltliche Schwerpunkte
-
Bildungsstandards und Unterrichtsentwicklung
-
Fachübergreifendes Lernen
-
Fächerverbindendes Lernen
-
Kompetenzorientiertes Unterrichten, Lehren im Lernfeld
-
Leitfaden für kompetenzorientierten Unterricht
-
Kriterienbeschreibung: Schulische Qualität im Freistaat Sachsen
Fortbildungsformat
Workshop
Umfang
16 Unterrichtseinheiten

 
Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Modulbeschreibungen - Phase 3 - Oberstufenberater
58
Landesamt für Schule und Bildung
Oberstufenberater
Thema
Rolle und Auftrag des Oberstufenberaters
Beschreibung
Oberstufenberater
organisieren
die
gymnasiale
Oberstufe.
Sie
informieren und beraten die Schüler, Eltern und Lehrer über Belange der
gymnasialen Oberstufe. Welche Aufgaben hat ein Oberstufenberater in
diesem Kontext zu erfüllen? Wie gestaltet sich Führungshandeln für
Oberstufenberater? Welche Grundlagen der Gesprächsführung und
Beratung gibt es? Wer steht dem Oberstufenberater in seiner Tätigkeit
unterstützend zur Seite?
Der Workshop gibt in wechselnden Sequenzen von theoretischem Input
und Reflexion an Praxisbeispielen Antworten auf diese Fragen.
Ziele
Die Teilnehmer haben ihre Rolle und ihren Auftrag als Oberstufenberater
kennen gelernt und vor dem Hintergrund der kürzlich erfolgten Amts-
übernahme reflektiert.
Sie haben einen exemplarischen Jahresablaufplan zur Organisation der
gymnasialen Oberstufe erstellt.
Sie haben ihr Wissen über situationsgerechte Beratungsangebote erwei-
tert.
Die Teilnehmer haben ihre Sach- sowie Methodenkompetenz hinsichtlich
der Gesprächsführung ausgebaut und diese für Beratungsgespräche
trainiert.
Sie haben ihr eigenes Gesprächsverhalten reflektiert.
Inhaltliche Schwerpunkte
-
Aufgaben- und Tätigkeitsbeschreibung der Oberstufenberater
-
Erstellung eines Kursangebots, Einbindung besonderer Lernleistun-
gen (BELL)
-
Erstellung eines Jahresplans, notwendige Dokumente
-
Grundlagen der Gesprächsführung und Beratung
-
Schwierige Situationen in Beratungsgesprächen, auch Gruppen-
gespräche
-
Reflexion des eigenen Gesprächsverhaltens
-
Vernetzung von Beratungsangeboten
Fortbildungsformat
Workshop
Umfang
16 Unterrichtseinheiten

Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Modulbeschreibungen - Phase 3 - Oberstufenberater
Landesamt für Schule und Bildung
59
Thema
Rechtssicheres Handeln für Oberstufenberater
Beschreibung
Der Oberstufenberater hat in seiner Tätigkeit permanent für die Einhal-
tung von Rechts- und Verwaltungsvorschriften Sorge zu tragen. Welche
Rechtsvorschriften berühren seinen Tätigkeitsbereich? Wie können die
Organisation und die Durchführung von Abiturprüfungen rechtssicher
gestaltet werden? Mit welchen Verfahren und Maßnahmen ist bei
Widersprüchen zu Prüfungsergebnissen zu reagieren?
Der Workshop gibt in wechselnden Sequenzen von theoretischem Input
und Reflexion an Praxisbeispielen Antworten auf diese Fragen.
Ziele
Die Teilnehmer haben den grundlegenden rechtlichen Rahmen ihres
Tätigkeitsfeldes kennen gelernt.
Sie haben ihre Kenntnisse zu Verfahrensfragen bei Organisation und
Durchführung der Abiturprüfung erweitert.
Sie haben ausgewählte Fallbeispiele mit Hilfe der Rechtsvorschriften
analysiert und diskutiert.
Inhaltliche Schwerpunkte
-
Schulrechtliche Vorschriften und Verordnungen (Sächsisches Schul-
gesetz, Verwaltungsvorschriften, Weisungen)
-
Schulordnung Gymnasien Abiturprüfung (SOGYA), Schulordnung
Berufliche Gymnasien (BGySO), Abendgymnasien- und Kollegverord-
nung (AGyKoVO)
-
Verwaltungsvorschrift zur Durchführung der Oberstufe und der
Abiturprüfung an Gymnasien, Abendgymnasien und Kollegs
-
Verwaltungsvorschrift zur Abiturprüfung am Beruflichen Gymnasium
-
Kurswahl, Belegpflicht, Zulassungsvoraussetzungen
-
Organisation und Durchführung von Abiturprüfungen
-
Prüfungsergebnis und Verwaltungsakt, interne Kontrollverfahren
Fortbildungsformat
Workshop
Umfang
16 Unterrichtseinheiten

Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Modulbeschreibungen - Phase 3 - Oberstufenberater
60
Landesamt für Schule und Bildung
Thema
Kooperation und Teamentwicklung
Beschreibung
Oberstufenberater sind eng in die Arbeit der Schulleitung eingebunden
und werden in Teams an der Schule wirksam. Sie sind durch ihre
beratende Tätigkeit ständig im Kontakt mit Schülern, Eltern, Lehrern und
externen Partnern. Welche Rolle nimmt die Entwicklung und Steuerung
von Teams ein? Welche Feedbackkultur kann zum Einsatz kommen? Wie
wird mit Widerständen und Konflikten richtig umgegangen? Wie können
Kooperationen aufgebaut und ausgestaltet werden?
Der Workshop gibt in wechselnden Sequenzen von theoretischem Input
und Reflexion an Praxisbeispielen Antworten auf diese Fragen.
Ziele
Die Teilnehmer haben ihre Kompetenzen erweitert, die ihnen dabei hel-
fen, gemeinsam mit den anderen Mitgliedern der Schulleitung die
Oberstufe effektiv und verantwortungsvoll zu organisieren.
Sie haben Kooperationsformen zur Unterstützung ihrer Beratungs-
tätigkeit diskutiert.
Die Teilnehmer haben wesentliche Merkmale der Teamentwicklung ken-
nen gelernt.
Sie können gruppendynamische Prozesse analysieren sowie Widerstände
und Konflikte für eine konstruktive Teamentwicklung nutzen.
In praxisorientierten Übungen haben sie den Transfer auf den eigenen
Arbeitskontext erprobt.
Inhaltliche Schwerpunkte
-
Kooperation zwischen Lehrern, Schülern, Eltern und Mitarbeitern der
Schule
-
Wesentliche Merkmale eines Teams
-
Phasen einer Teamentwicklung
-
Arbeiten im Team, Instrumente der Teamentwicklung
-
Grundlagen der Gruppendynamik
-
Erkennen und Steuern von Prozessen in Gruppen
-
Umgang mit Widerständen, Konfliktlösungsmodelle
-
Feedbackkultur
Fortbildungsformat
Workshop
Umfang
16 Unterrichtseinheiten

Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Landesamt für Schule und Bildung
61
Leerseite

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Qualifizierung schulischer Führungskräfte in Sachsen
Gesamtübersicht der Führungskräftequalifizierung in Sachsen
62
Landesamt für Schule und Bildung
Gesamtübersicht der Führungskräftequalifizierung in Sachsen

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E-Mail:
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Überarbeitete Fassung der Konzeption zur Qualifizierung schulischer Führungskräfte vom 06.02.2009
Stand: 08. November 2013
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Titelfoto: © Vitaliy – Fotolia.com
Bezug:
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http://www.lehrerbildung.sachsen.de/10496.htm
zum
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