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Missionen und Maßnahmen
Handlungsempfehlungen
als Schlussfolgerungen aus
den strategischen Leitlinien

Inhalt
1
Ausgangslage und industriepolitische Mission................................................................ 3
2
Handlungsansätze und Maßnahmen .................................................................................. 4
2.1
Stärkung der Innovationspotenziale in den sächsischen Industrieregionen ...... 5
Regionale Innovations- und Wertschöpfungsbündnisse ............................................. 5
Regionale Innovations-Manager ................................................................................. 6
Technologie- und Gründerzentren 4.0 ........................................................................ 7
Transformationslabore Industrie und Nachhaltigkeit ................................................... 8
Nachhaltige Wertschöpfungsnetzwerke ...................................................................... 9
InnoCamp Saxony ..................................................................................................... 10
2.2
Intensivierung des Transfers wissenschaftlicher Exzellenz in die industrielle
Wertschöpfung
......................................................................................................... 11
SoftwareServiceCloud ............................................................................................... 11
Kompetenzzentrum IT-Sicherheit .............................................................................. 12
Plattform Additive Fertigung ...................................................................................... 13
Inno Slam Tour der sächsischen Hochschulen ......................................................... 14
Inkubation industrienaher Start-ups aus den sächsischen Hochschulen .................. 15
Nachhaltigkeitspiloten ................................................................................................ 16
2.3
Schulterschluss für die Zukunft der sächsischen Industrie ............................... 17
Agendaprozess: Zukunft der Industrie ...................................................................... 18
Synergieforum zur strategischen Koordination ......................................................... 19

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StrategieWerkstatt:
Industrie der Zukunft
1
Ausgangslage und industriepolitische Mission
Im Rahmen der StrategieWerkstatt: Industrie der ZUKUNFT wurden industriepolitische Leitlinien für
eine zukunftsfähige Wertschöpfung und die Steigerung von Beschäftigung erarbeitet. Darin wurden
vier übergreifende Handlungsfelder identifiziert, die für Sachsens Industrie der Zukunft sowohl große
Chancen als auch drängende Herausforderungen bereithalten:
Darüber hinaus hat der Werkstattprozess die umfassende Bedeutung der Industrie für die sächsische
Wirtschaft, den Arbeitsmarkt und nicht zuletzt die Zukunftsperspektiven der sächsischen Bevölkerung
unterstrichen. Die Hauptaufgabe der sächsischen Industriepolitik besteht in den nächsten Jahren da-
rin, die Rahmenbedingungen innerhalb der Handlungsfelder so zu gestalten, dass die ansässigen
Unternehmen die daraus resultierenden Potenziale möglichst umfassend realisieren können und die
Attraktivität für Ansiedlungen weiter gesteigert wird. Da die Anforderungen und Wettbewerbsbedin-
gungen der Unternehmen so divers sind wie die Branchenzusammensetzung der sächsischen Indust-
rie, reichen „one-size-fits-all“ Ansätze nicht aus, um diese Mission erfolgreich zu erfüllen. Während
Firmen, die sich durch technologisch anspruchsvolle Produkte und Dienste auszeichnen, besonders
durch Zugang zu wissenschaftlicher Exzellenz noch neue Impulse erhalten können, sind für viele der
traditionellen Industrien niedrigschwellige Informations-, Austausch- und Kooperationsmöglichkeiten
wichtig.
Die Formulierung der nachfolgenden Empfehlungen und Maßnahmen beruht auf der im Rahmen der
StrategieWerkstatt gewonnenen Erkenntnis, dass die innovative und nachhaltige Transformation der
Industrie praxisrelevante und bedarfsorientierte Maßnahmen erfordert, die die handelnden und inter-
mediären Akteure aus Industrie und Verwaltung von Beginn an einbezieht. Es geht somit darum, Mög-
lichkeitsräume zu eröffnen, die regionalen Stärken unter Einbeziehung der dortigen Akteure zu identi-
fizieren und zu entwickeln, unternehmerisches Tagesgeschäft mit wissenschaftlich-technischem Wis-
sen zu verknüpfen, bestehende Industrien zu fördern, ohne neue zu übersehen, und das gemein-
schaftliche Handeln zu stärken, um auf diese Weise zu einem Klima von Zuversicht anstelle von Zu-
kunftsangst beizutragen. Die Koordination und Umsetzung einer dergestalt ausgerichteten Industrie-
strategie erfordert das Zusammenspiel aus strategischer Supervision und einem ganzheitlichen politi-
schen Gestaltungswillen, der auch Experimente nicht scheut.

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StrategieWerkstatt:
Industrie der Zukunft
2
Handlungsansätze und Maßnahmen
Die Leitlinien der StrategieWerkstatt für eine zukünftige sächsische Industriestrategie sind von der
Ambition geprägt, die sächsischen Industrieunternehmen in ihrer Vielfalt darin zu unterstützen, ihre
Alleinstellungsmerkmale und Kernkompetenzen auch in einem zunehmend globalen und digitalen
Wettbewerbsumfeld erfolgreich zu behaupten und auszubauen. Um dies zu ermöglichen, bedarf es
einer unternehmerischen Denkweise, welche die Wechselwirkungen aus neuen Technologien, innova-
tiven Geschäftsmodellen, sich wandelnden Kompetenzanforderungen sowie nachhaltigen Arbeits- und
Organisationsweisen versteht und in zukunftsfähige Wertschöpfungsmodelle überführt. Dies setzt
einerseits Akteure voraus, die den Wandel aktiv gestalten und die bereit sind, die sich daraus erge-
benden Chancen zu ergreifen. Anderseits ist es auch eine Aufgabe, durch entsprechendes politisches
Handeln die Zuversicht innerhalb der sächsischen Wirtschaft zu stärken, damit dieser Weg trotz Risi-
ken und Unwägbarkeiten erfolgreich beschritten werden kann.
Hierzu bedarf es Maßnahmen, die unmittelbar auf die
Stärkung der Innovationspotenziale in den
Industrieregionen
fokussieren, die ausgehend von einer Unterstützung und Verknüpfung der Akteure
vor Ort übergreifende Synergieeffekte für die sächsische Industrie erzeugen. Da neue Erkenntnisse
aus wissenschaftlicher Forschung und Entwicklung eine zentrale Quelle für Innovationen darstellen,
bildet die
Intensivierung des Transfers wissenschaftlicher Exzellenz in die industrielle Wert-
schöpfung
ein weiteres Kernmotiv für Handlungsansätze. Schließlich erfordert die Komplexität der
Herausforderungen und Aufgaben von der Politik einen
Schulterschluss für die Zukunft der
Industrie
zwischen allen relevanten Akteuren, um die Kräfte zu bündeln und Synergien zu realisieren.
Im Folgenden werden für alle drei Felder konkrete Vorschläge für Maßnahmen aufgeführt, die im
Rahmen der StrategieWerkstatt entwickelt wurden. Zu jedem Maßnahmenvorschlag werden in Form
einer Grafik diejenigen der o. g. Handlungsfelder benannt, die hauptsächlich adressiert werden.

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2.1 Stärkung regionaler Innovationspotenziale
5
StrategieWerkstatt:
Industrie der Zukunft
2.1 Stärkung der Innovationspotenziale in den sächsischen In-
dustrieregionen
Sachsen ist einerseits von den starken Metropolen Dresden, Leipzig und Chemnitz geprägt, ander-
seits von ländlichen Regionen, die vor besonderen Herausforderungen wie Fragmentierung, infra-
strukturellen Problemen und Fachkräftemangel stehen. Doch ungeachtet dieser Herausforderungen,
die oftmals auch mit einem umfassenden demografischen, aber auch industriellen Strukturwandel
einhergehen – so etwa der Braunkohleabbau in der Lausitz –, verfügen alle Regionen auch über ein
hohes Potenzial.
Um die Wirtschaft angesichts der bevorstehenden Änderungs- und Wandlungsprozesse zu unterstüt-
zen, gilt es, das vorhandene Potenzial dort zu entwickeln, wo Wertschöpfung entsteht: vor Ort. Wenn
die lokalen und regionalen Akteure ihre gemeinsamen Interessen kennen, ihre Stärken verbinden und
miteinander handeln, besteht die Chance, Wertschöpfung und Beschäftigung in ganz Sachsen zu
sichern und auszubauen. Daher müssen Unternehmen, Wissenschaft, Verwaltung, Bildungseinrich-
tungen und andere Partner, darunter auch Gewerkschaften und Betriebsräte, Hand in Hand zusam-
menspielen, um den Austausch und die Zusammenarbeit vor Ort, aber auch überregional zu verbes-
sern, die Innovationsfähigkeit von Unternehmen zu stärken, nützliches Wissen bereitzustellen, junge
und erfahrene Talente zu fördern und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und auszuprobieren.
Regionale Innovations- und Wertschöpfungsbünd-
nisse
Die Arbeit der StrategieWerkstatt hat in zahlreichen Workshops,
Analysen und Interviews mit Akteuren aus Wissenschaft, Innova-
tion und Wirtschaft ergeben, dass es insbesondere KMU in ländli-
chen Gebieten schwerfällt, geeignete Partner für Kooperationspro-
jekte zu finden. Oftmals wissen die Unternehmen nicht einmal,
dass es Partner in ihrer Nachbarschaft gibt. Zwar existieren auch
in Sachsen Cluster-Initiativen, die das gemeinsame Potenzial
einer Branche bündeln und entwickeln, doch sind solche Strukturen längst nicht für alle Branchen,
Regionen und anderen Unternehmenszusammenhänge etabliert oder auch nur passfähig. Aus den in
der StrategieWerkstatt ermittelten Bedarfen ergibt sich somit die Notwendigkeit, auf der Ebene von
vergleichsweise kleinräumigen Einheiten Beratung, Vernetzung und Transfer aus einer Hand anzubie-
ten. Ziel ist es, das regionale Potenzial zu ermitteln, zu strukturieren und die Akteure (Unternehmen,
Forschungseinrichtungen, Universitäten, Fachhochschulen, berufliche und andere Schulen etc.) so-
wohl untereinander als auch überregional zu vernetzen.
In Anlehnung an das Konzept einer intelligenten Spezialisierung werden, jedoch mit einem deutlich
kleinräumigeren Bezug, regionale Strategieprozesse benötigt, in deren Rahmen sich die wesentlichen
Akteure zusammenfinden, um die Hemmnisse und Handlungsbedarfe vor Ort zu identifizieren und
gemeinsam Lösungsmöglichkeiten und Perspektiven zu entwickeln. Im Mittelpunkt steht die Definition
regionaler Innovations- und Wertschöpfungsbündnisse, in denen die Erarbeitung und Realisierung
konkreter Handlungsansätze und Maßnahmen für die örtlichen Unternehmen und die Übernahme von
Verantwortung strukturiert und organisiert werden. Durch einen kollektiv getragenen und regional ver-
ankerten Strategie- und Umsetzungsprozess können die regionalen Innovations- und Wertschöp-
fungsbündnisse so ein Momentum schaffen, welches die Identifikation mit der Region und ihrer Indust-
rie stärkt, die gemeinsame Tatkraft fördert und auf breiter Front dazu beiträgt, den Wandel als Chance
zu be- und zu ergreifen. Unternehmergeist und eine breite gesellschaftliche Akzeptanz der Industrie
sind ein Schlüssel dafür, dass dieser Schritt auf dem Weg zu einer Industrie der Zukunft gelingen
kann.

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2.1 Stärkung regionaler Innovationspotenziale
6
StrategieWerkstatt:
Industrie der Zukunft
Eckpunkte für die Umsetzung:
Einrichtung von Austauschforen zur Benennung von Herausforderungen.
Durchführung von Diskussionsveranstaltungen: Welche Herausforderungen können kurz- und
mittelfristig gelöst werden?
Einrichtung von Task Forces zur Definition von kurz- und mittelfristigen Lösungen, die auf Ba-
sis der eigenen, regional vorhandenen Ressourcen bewältigt werden können.
Vernetzung/Austausch mit anderen Regionen und überregionalen Einrichtungen.
Definition von Maßnahmen und Lösungen, die eine weitergehende (finanzielle) Unterstützung
erfordern und Ableitung von Projekten und Projektpartnern.
Monitoring und Coaching durch Begleitforschung.
Regionale Innovations-Manager
Um die Aktivitäten der regionalen Innovations- und Wertschöp-
fungsbündnisse zu organisieren, in Gang zu halten und zu struktu-
rieren, bedarf es eines „Kümmerers“. Wenn ein solcher nicht aus
der Mitte der lokalen/regionalen Akteure (Kammern, Wirtschafts-
förderungen) gestellt werden kann (mangelnde Ressourcen
und/oder Qualifikation), könnten diese regionalen Innovations-
Manager gefördert werden. Sie haben die Aufgabe, den „Bottom-
up-Prozess“ der Strategiebildung zu begleiten, die Herausbildung
des gemeinschaftlichen Handelns zu unterstützen und vor Ort
dafür zu sorgen, dass KMU die Chancen von Kooperationen erkennen und nutzen. Die regionalen
Innovations-Manager stellen eine Wissensschnittstelle zwischen Unternehmen, Hochschulen und
weiteren lokalen/regionalen Akteuren dar, koordinieren Initiativen, organisieren den Austausch, doku-
mentieren Fortschritte und Meilensteine und stellen überregionale Kontakte her. Sie entsprechen so-
mit einem Cluster-Manager ohne Cluster. Ihre Aufgabe ist es folgerichtig, auch konkrete Formen der
Zusammenarbeit und Netzwerke zu etablieren und zu diesem Zweck beispielsweise ZIM-Netzwerke
aus der Förderung des BMWi oder vergleichbares zu initiieren.
Als geeignet für die Funktion der regionalen Innovations-Manager erscheinen sowohl etablierte Per-
sonen aus Kammern und/oder Verbänden, als auch unter bestimmten Voraussetzungen Absolventen
von Hochschulen, da sie aktuelles Wissen in die Region tragen können und eine unmittelbare Verbin-
dung zu „ihrer“ Hochschule haben. Mit der Tätigkeit ist zwangsläufig eine Ausrichtung auf den
Schwerpunkt Wissenstransfer/Interdisziplinarität verbunden, sodass die regionalen Innovations-
Manager im Anschluss sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben sollten.
Eckpunkte für die Umsetzung:
Entwicklung eines Förderschemas (Personalkosten sowie Bereitstellung einer Lösung für die
individuelle Mobilität der regionalen Innovations-Manager) auf Grundlage des Transferassis-
tenten des SMWA.
Durchführung einer pilothaften Förderphase und Implementierung der regionalen Innovations-
Manager auf regionaler Ebene (Gemeindeverwaltungen, Wirtschaftsförderer, Kammern o. ä.).
Etablierung eines Beratungsportfolios der regionalen Innovations-Manager und Durchführung
eines entsprechenden Coachings.
Durchlauf und Evaluation der Pilotphase.
Etablierung von Formaten, über die die regionalen Innovations-Manager Erfahrungen und
Best Practices austauschen und überregionale Kooperationspotenziale identifizieren können.

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2.1 Stärkung regionaler Innovationspotenziale
7
StrategieWerkstatt:
Industrie der Zukunft
Technologie- und Gründerzentren 4.0
Um ihre volle Wirksamkeit zu entwickeln, benötigen die regionalen
Innovations- und Wertschöpfungsbündnisse einen physischen Ort,
der als Treffpunkt, Austauschplattform, Experimentierraum und als
operative Basis der regionalen Innovations-Manager dient. Ver-
lässliche Strukturen schaffen verlässliche Prozesse. Mit den 21
Technologie- und Gründerzentren (TGZ) existiert in Sachsen eine
gut ausgebaute Infrastruktur, um insbesondere KMU zu unterstüt-
zen. Aufbauend auf den bestehenden Angeboten sollten die TGZ
durch eine stärkere Öffnung für vielfältige Akteure und Interessen-
ten und durch die Aufnahme von Elementen aus der Start-up-Szene und Maker-Bewegung ein breit
gefächertes Angebotsspektrum, insbesondere zum niedrigschwelligen Austausch und Ausprobieren
von Ideen, realisieren. Ziel ist, die TGZ in lebendige Marktplätze für Ideen und Akteure rund um das
Thema Innovation zu machen, um so KMU die Möglichkeit zu geben, sich diesen schritt- und probe-
weise direkt vor Ort zu nähern.
Mit den TGZ 4.0 soll neben Entrepreneurship auch Intrapreneurship gefördert werden, mit dem Unter-
nehmen innerhalb ihres bestehenden Geschäftsmodells Freiräume für die Entwicklung von komple-
mentären oder auch auf neue Märkte abzielende Produkte und Dienstleistungen schaffen. Durch den
unmittelbaren Austausch sollen gleichermaßen die Bereitschaft und die Fähigkeit zur Innovation ge-
fördert und mit praktischer, kollaborativer Unterstützung in der betrieblichen Praxis umgesetzt werden.
Sowohl für die Entwicklung und den Austausch von Ideen als auch für deren – prototypische – Umset-
zung ist die Einbindung von unterschiedlichen Akteuren wichtig. Besonders hervorzuheben ist hier die
Möglichkeit zum Austausch mit anderen Unternehmen, mit Forschungseinrichtungen, aber auch mit
Bildungseinrichtungen und Schulen. Insbesondere durch den kreativen, unvoreingenommenen Impuls
von Schülerinnen und Schülern sowie Studierenden wird ein wertvolles Potenzial an Neugier und kol-
lektiver Intelligenz eröffnet, von dem alle Seiten profitieren können.
Eckpunkte für die Umsetzung:
Durchführung eines Definitionsprozesses zur Erweiterung und Erneuerung des Angebotsport-
folios und des Selbstverständnisses der existierenden Technologie- und Gründerzentren nach
den Bedürfnissen der lokalen/regionalen Wirtschaft.
Durchführung eines Wettbewerbs zur pilothaften Förderung von 5 - 10 „TGZ 4.0“: Die TGZ
sollen als Wettbewerbsantrag im Verbund mit lokalen/regionalen, aber auch überregionalen
Akteuren Dienstleistungs- und Umsetzungskonzepte entwickeln und darin die jeweiligen Rol-
len, Aufgaben/Verantwortungen, Eigenleistungen der Akteure und die benötigten Mittel be-
schreiben.
Förderung der ausgewählten TGZ; Durchführung einer zweiten Förderrunde mit dem Ziel ei-
ner weitgehenden Vollabdeckung.

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2.1 Stärkung regionaler Innovationspotenziale
8
StrategieWerkstatt:
Industrie der Zukunft
Transformationslabore Industrie und Nachhaltig-
keit
Die Herausforderungen, die sich im Schnittbereich des strukturel-
len, industriellen und gesellschaftlichen Wandels stellen, betreffen
nicht exklusiv die Regionen Sachsens. So sahen und sehen sich
Regionen weltweit mit ganz ähnlichen Problematiken und Heraus-
forderungen des Strukturwandels konfrontiert. Die Erfahrungen
aus diesen Regionen zeigen, dass eine Transformation hin zu
wissens- und nachhaltigkeitsbasierter Wertschöpfung gelingen
kann, wenn entsprechende Visionen auf ambitionierte und innovationsfördernde Rahmenbedingungen
treffen. In diesen Zusammenhängen wird jedoch auch deutlich, dass es keine allgemeinen Rezepte
für die Umsetzung erfolgreicher Transformationsprozesse gibt und die regionalen Eigenheiten und
Potenziale in jedem Fall berücksichtigt werden müssen. In Ergänzung zu den vorgeschlagenen Maß-
nahmen zur Stärkung regionaler Wertschöpfungssysteme stellen die Transformationslabore einen
experimentellen Ansatz dar, um das sächsische Rezept für nachhaltigen industriellen Wandel ge-
meinsam mit Akteuren vor Ort zu entwickeln und prototypische Lösungen unmittelbar zu erproben.
Während die regionalen Innovations- und Wertschöpfungsbündnisse darauf abzielen, bestehende
Unternehmen zu stärken und ihnen die Möglichkeit zur gezielten Weiterentwicklung zu geben, werden
die Transformationslabore grundsätzlicher: Hier steht der Wandel ganzer Industrien im Mittelpunkt. Es
geht darum, ein lokales Momentum zu erzeugen und den Veränderungswillen der Unternehmen, der
Bevölkerung und der Verwaltung in zukunftsweisenden Bahnen zu kanalisieren. Aufgrund des expe-
rimentellen und ergebnisoffenen Charakters der Transformationslabore ist eine staatliche Unterstüt-
zung und niedrigschwellige (wissenschaftliche) Begleitung der angestoßenen Prozesse zu empfehlen.
Darüber hinaus ist auch der europa- und weltweite Austausch mit Akteuren und Regionen von großer
Bedeutung, um Impulse aufzunehmen und mitzuteilen.
Eckpunkte für die Umsetzung:
Identifikation von ein bis zwei Pilotregionen.
Partizipative Entwicklung gemeinsamer Transformationsziele und geeigneter Ansätze unter
Einbeziehung der Akteure vor Ort.
Entwicklung eines Set-ups aus nötigen Impulsen und Umsetzungsstrategien.
Durchführung der vereinbarten Maßnahmen inkl. kontinuierlicher Ergebnis- und Erfahrungs-
sicherung.
Offene und ebenfalls partizipative Abstimmung über weiteres Vorgehen und Aussicht auf Ver-
stetigung.
Etablierung industriepolitischer Events für Sichtbarkeit und Vernetzung über Sachsen hinaus.

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2.1 Stärkung regionaler Innovationspotenziale
9
StrategieWerkstatt:
Industrie der Zukunft
Nachhaltige Wertschöpfungsnetzwerke
Ein wesentlicher Ausgangspunkt für die Umsetzung einer nachhal-
tigen Kreislaufwirtschaft sind regionale, nachhaltige Wertschöp-
fungsnetzwerke, in denen Stoff- und Energieströme so gelenkt
werden, dass Synergieeffekte zwischen den Unternehmen entste-
hen, die den Verbrauch senken und die Wertschöpfung zum ge-
genseitigen Nutzen steigern.
Am Beginn der Implementierung solcher Netzwerke stehen die
Analyse des Ist-Zustandes in der jeweiligen Region und die Erar-
beitung von Nutzungsszenarien, die etwa gemeinsame Rohstoffbeschaffung und Energieerzeugung,
Abfallverwertung, Halbzeugproduktion etc. beinhalten. Anschließend müssen entsprechende Koope-
rationen initiiert und ausgebaut werden, sodass ein Netzwerk entsteht, das auch nach außen hin ko-
operieren kann. Wichtig dabei ist, landesweit vorhandene Kompetenzen zu nutzen, die z. B. bei der
sächsischen Sekundärrohstoffwirtschaft, in der Verfahrenstechnik und Materialwissenschaft vorhan-
den sind.
Als Koordinatoren für die Entstehung und das allmähliche Wachstum solcher Netzwerke bieten sich
die Nachhaltigkeitspiloten und ihre regionalen Standorte an, da hier das benötigte Wissen sowie die
Kontakte zu den regionalen Akteuren gebündelt werden sollen.
Eckpunkte für die Umsetzung:
Regionale Workshops und Expertengruppen zur Analyse der Stoff- und Energieströme.
Erarbeitung synergetischer Nutzungsszenarien für nachhaltige Wertschöpfung.
Identifikation von Kooperationsmöglichkeiten.
Initiierung regionaler Wertschöpfungsnetzwerke, ausgehend von bilateralen Kooperationen.
Wachstum und überregionale Zusammenarbeit der Netzwerke.

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2.1 Stärkung regionaler Innovationspotenziale
10
StrategieWerkstatt:
Industrie der Zukunft
InnoCamp Saxony
Wenngleich Sachsen und Deutschland insgesamt über sehr leis-
tungsfähige Einrichtungen in Wissenschaft, Forschung und Ent-
wicklung und über dynamische Innovations- und Start-up-
Ökosysteme verfügt, muss anerkannt werden, dass in verschie-
denen Bereichen globale Wettbewerber den Takt der Entwicklung
vorgeben. Dies gilt etwa für die Entwicklung künstlicher Intelligenz,
für große Teile der Software-Entwicklung und auch im Bereich der
IKT-Hardware. Eine weltweit herausragende Konzentration an
innovativen Akteuren und Lösungen bietet hier das Silicon Valley, doch auch neue globale Innovati-
ons-Hotspots wie das chinesische Shenzhen demonstrieren eindrucksvoll ihr Potenzial. In diesen
Zentren haben oftmals maßgebliche Technologien und Geschäftsmodelle ihren Ursprung und beein-
flussen bzw. verändern die Wertschöpfung weltweit.
Um auch sächsischen KMU und Forschungseinrichtungen aus den Ballungszentren und regionalen
Innovations- und Wertschöpfungsbündnissen den Zugang zu diesen Innovations-Hotspots zu ermögli-
chen, wird in Anlehnung an eine Initiative aus Baden-Württemberg ein InnoCamp Saxony aufgelegt.
Während eines dreiwöchigen Programms werden die Teilnehmer unter Einbindung der Außenhan-
delskammer in San Francisco in das Ökosystem des Silicon Valley eingeführt, arbeiten an konkreten
Herausforderungen der Digitalisierung und knüpfen persönliche Geschäftskontakte. Dazu werden vor
Ort, unter Anleitung erfahrener Mentoren und gemeinsam mit Akteuren aus dem Silicon Valley, fol-
gende Themen behandelt: Silicon Valley Ecosystem & Mindset, Geschäftsmodell- und Produktinnova-
tion, Work Culture, Design Thinking etc. Das InnoCamp dient sowohl dazu, handfeste Informationen
und wertvolle Kontakte mit einer tiefgreifenden Inspiration für das eigene Geschäft zu verbinden, als
auch dazu, neue Denkanstöße für unternehmerisches Handeln und strategische Unternehmensfüh-
rung zu entwickeln. Um die Nachhaltigkeit des InnoCamps sicherzustellen, wird ein nachbereitendes
Coaching der KMU durchgeführt, um diese bei der Umsetzung der aufgenommenen Informationen
und Ideen zu unterstützen.
Eckpunkte für die Umsetzung:
Identifizierung von Angeboten zur internationalen Vernetzung von KMU und Erfahrungsaus-
tausch mit den entsprechenden Akteuren und Anpassen/Formulieren der Inhalte eines Inno-
Camps.
Prüfung des Interesses bei den sächsischen KMU und Forschungseinrichtungen.
Kontaktaufnahme mit der AHK San Francisco als lokaler Partner, ggf. Erweiterung auf die
AHK Shenzhen und europäische Partner, z. B. in Barcelona.
Umsetzung eines Pilot-InnoCamps Saxony.
Evaluation und ggf. Überführung in ein jährliches Angebot.

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2.2 Intensivierung des Transfers wissenschaftlicher Exzellenz
11
StrategieWerkstatt:
Industrie der Zukunft
2.2 Intensivierung des Transfers wissenschaftlicher Exzellenz in
die industrielle Wertschöpfung
Um auf Ebene der KMU mit dem technologischen Wandel mitzuhalten und daraus entstehende Po-
tenziale umsetzen zu können, ist die Aneignung wissenschaftlicher Erkenntnisse essentiell. Die säch-
sische Wissenschaftslandschaft mit ihren Universitäten, Kunst- und Fachhochschulen sowie zahlrei-
chen Forschungsinstituten ist facettenreich und bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte für den industri-
ellen Praxistransfer. In einem industriellen Umfeld, das noch stärker als bisher von neuen Technolo-
gien und Prozessen geprägt sein wird, wird die Innovations- und Adoptionsfähigkeit von Unternehmen
zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil: Will Sachsens Industrie in diesem Umfeld bestehen,
müssen das Wissen und die Erkenntnisse der führenden Forschungseinrichtungen noch stärker als
bisher für ganz Sachsen verwertet werden. Umfassende und niedrigschwellige Kooperationen zwi-
schen Wissenschaft und Wirtschaft bilden hierfür genauso geeignete Kanäle wie die konsequente
Unterstützung technologieorientierter Ausgründungen und Start-ups.
SoftwareServiceCloud
Modernste Rechen- und Simulationskapazitäten und hochwertige
technische, Netzwerk- und Logistiksoftware sind für kleinere Un-
ternehmen oft nur schwer zugänglich. Dies liegt nicht nur an be-
grenzten Finanz- und Zeitressourcen, sondern auch an – im Un-
terschied zu Großunternehmen – nicht umfassend vorhandenen
Kompetenzen, die für den Überblick im vielfältigen Angebot und
für die nutzbringende Anwendung von Softwareprodukten erfor-
derlich sind.
Beispielsweise befindet sich mit dem DLR-Software-Institut in Dresden eine Einrichtung im Aufbau,
die KMU nicht nur Rechenkapazität für Simulationsaufgaben, sondern auch kompetente Hilfestellung
bei deren Einsatz zur Verfügung stellen soll. Dieses Angebot ließe sich zum Nutzen der Unternehmen
über das Themenfeld Simulation hinaus erweitern. Beratungs- und Orientierungsangebote, Tutorials,
Online-Kurse und Foren zum Erfahrungsaustausch wären auch auf anderen Gebieten wie Indust-
rie 4.0, Big-Data- bis hin zu Fertigungssteuerungs- und Unternehmensverwaltungssoftware hilfreich,
um kleinere Industrieunternehmen bei der Digitalisierung zu unterstützen. Diese verfügen häufig nur
über rudimentäre Software-Kompetenzen, aber große Wertschöpfungspotenziale in Zusammenhang
mit der Anwendung moderner Software, sodass mit vergleichsweise geringem (aber professionell und
gezielt eingesetztem) Aufwand große Wirkungen erzielt werden können.
Eine entsprechende Infrastruktur könnte über eine Ausgründung, eine angegliederte Einrichtung oder
durch eine eigene Institution realisiert werden. Wichtig dabei ist, strikt an den Bedürfnissen industriel-
ler KMU zu operieren, und die Angebote in enger Abstimmung mit diesen zu implementieren.
Eckpunkte für die Umsetzung:
Etablierung einer durchführenden Institution unter enger Konsultation mit den betroffenen
KMU.
Genaue Evaluierung des Bedarfs mittelständischer Unternehmen auf dem Gebiet des Soft-
wareeinsatzes.
Schrittweise Entwicklung von Beratungs-, Orientierungs- und Schulungsangeboten.

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2.2 Intensivierung des Transfers wissenschaftlicher Exzellenz
12
StrategieWerkstatt:
Industrie der Zukunft
Kompetenzzentrum IT-Sicherheit
Manifeste und vermutete IT-Sicherheitsprobleme wurden in den
Diskussionen im Rahmen der StrategieWerkstatt häufig als we-
sentliches Hindernis für die Digitalisierung mittelständischer In-
dustrieunternehmen genannt. Im wissenschaftlichen Bereich wird
die Bündelung von Kompetenzen angestrebt, um sie für KMU
zugänglich zu machen, z. B. im Blockchain-Kompetenzzentrum
der Hochschule Mittweida. Ein gewisser Vorsprung an Exper-
tenwissen wird außerdem staatlichen (Sicherheits-) Behörden
zugeschrieben. Dabei ist die fundierte Adressierung von Sicher-
heitsrisiken auf allen Ebenen von Vernetzung und Datenverarbeitung eine unverzichtbare Vorausset-
zung der Digitalisierung, wobei es sich um einen Bereich handelt, der sich gerade für kleinere Unter-
nehmen als sensibel darstellt und in dem Vertrauen für die Zusammenarbeit von besonderer Bedeu-
tung ist. Daher erscheint es notwendig, eigene sächsische Kompetenzen auf dem Gebiet der IT-
Sicherheit zu entwickeln und Ansprechpartner für die damit zusammenhängenden Probleme sächsi-
scher KMU aufzubauen.
Ein Kompetenzzentrum für IT-Sicherheit ließe sich bei einem staatlich finanzierten Forschungsinstitut,
bei einem der Staatsministerien oder bei einer nachgeordneten Behörde installieren. Es sollte intensiv
mit Sicherheitsbehörden wie dem LKA, aber auch dem BSI, und Forschungseinrichtungen kooperie-
ren, um Serviceleistungen auf dem Stand der Technik für sächsische Industrieunternehmen anbieten
zu können. Bei diesen Leistungen handelt es sich in erster Linie um (Weiter-) Bildungs- und Bera-
tungsangebote, gedacht werden kann aber auch an Evaluierungs- und Zertifizierungsleistungen, mit
denen Vertrauen und Sicherheit bei Unternehmen aufgebaut werden kann. Neben dem zu gewährleis-
tenden Wissenstransfer in die Industrie könnte als weitere Säule auch die Entwicklung von Ge-
schäftsmodellen, die auf IT-Sicherheit beruhen, in Kooperation mit etablierten Unternehmen und Start-
ups aufgebaut werden.
Eine niedrigschwellige Maßnahme, die auch unabhängig von einem Kompetenzzentrum umgesetzt
werden könnte, wäre eine Serie von kostenfreien Webinaren, die von kompetenten Mitarbeitern von
Sicherheitsbehörden und wissenschaftlichen Einrichtungen durchgeführt werden und die grundlegen-
des, aktuelles Wissen für Industrieunternehmen vermitteln.
Eckpunkte für die Umsetzung:
Entwicklung theoretischer und praktischer IT-Sicherheitskompetenz.
Wissenstransfer zu Industrieunternehmen.
Bildungsangebote und Dienstleistungen für Unternehmen und Behörden.
Entwicklung von Geschäftsmodellen unter Wahrung der IT-Sicherheit.

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2.2 Intensivierung des Transfers wissenschaftlicher Exzellenz
13
StrategieWerkstatt:
Industrie der Zukunft
Plattform Additive Fertigung
Insbesondere in Dresden hat sich mit den Fraunhofer Instituten
für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung
(IFAM), Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) sowie Werkzeugma-
schinen und Umformtechnik (IWU) ein Gravitationszentrum für
Forschung und Entwicklung im Bereich additiver Fertigungsver-
fahren („Additive Manufacturing“, AM) entwickelt. Darüber hin-
aus konzentriert sich in Sachsen eine Vielzahl spezialisierter
Fertigungsdienstleister, die das gesamte Spektrum verfügbarer
Verfahren und Materialien abdecken. Aufgrund der Unübersicht-
lichkeit der Angebote und der geringen Größe und Sichtbarkeit vieler Anbieter stellt es jedoch für po-
tenzielle Kunden eine oft unüberwindbare Hürde dar, ein ihren Bedürfnissen entsprechendes Angebot
zu ermitteln. Außerdem ist es von großer Bedeutung für die zukünftige Entwicklung, den Unternehmen
die umfassende Kompetenz im wissenschaftlichen Bereich durch Kooperationen besser zugänglich zu
machen.
Mithilfe einer technologiebasierten Internetplattform lassen sich beide Aufgaben adressieren. Mit ihr
können die Angebote sächsischer Fertigungsdienstleister weltweit Kunden niedrigschwellig zugänglich
gemacht werden, indem anhand der vom Kunden eingestellten Konstruktionsdaten geeignete Materia-
lien und Verfahren sowie verfügbare Anbieter ausgewählt und deren Preise für das jeweilige Werk-
stück automatisch ermittelt werden. Besteht aufgrund der Kundenanforderungen zusätzlicher Entwick-
lungsbedarf, kann der Kontakt zu einschlägigen Forschungseinrichtungen hergestellt werden.
Für diese Maßnahme, mit der ein Best-Practice-Beispiel für die Verknüpfung industrieller Fertigung
und internetbasierter Geschäftsmodelle geschaffen werden kann, existiert bereits ein Konzept des
Fraunhofer IFAM Dresden, dessen Kompetenzschwerpunkt auf additiver Fertigung liegt, und der
3YourMind GmbH, die eine auf additive Fertigung zugeschnittene Plattformsoftware anbietet. Zusätz-
lich lassen sich Logistikdienstleister einbinden, wodurch eine weltweit einmalige, auf einer durchgän-
gigen Wertschöpfungskette beruhende Dienstleistung angeboten werden könnte („3D-Druck – heute
bestellt, morgen aus Sachsen verschickt in alle Welt“).
Eckpunkte für die Umsetzung:
Proof of Concept mit einer geringen Anzahl von Akteuren; Programmierung der grundsätzli-
chen Funktionen; Look and Feel; geschlossener, nicht-öffentlicher Testbetrieb mit ausgewähl-
ten Testern; Cloud-basierter Betrieb. Dauer: ca. 6 Monate
Einarbeiten der gewonnenen Erkenntnisse; Erweiterung der Anbieter-Basis auf 20 bis 40 Teil-
nehmer; echter Online-Pilotbetrieb mit registrierten Nutzern; Migration auf IFAM-Server; Prü-
fung der Anbindung an Fraunhofer Industrial Data Space; Auswertung der Anfragen; Erarbei-
tung von Empfehlungen für Plattform 2.0. Dauer: ca. 12 Monate
Einarbeitung der gewonnenen Erkenntnisse; Übergang auf kommerziellen Betrieb; Finanzie-
rung geht sukzessive auf Anbieter und Nutzer über.

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2.2 Intensivierung des Transfers wissenschaftlicher Exzellenz
14
StrategieWerkstatt:
Industrie der Zukunft
Inno Slam Tour der sächsischen Hochschulen
Es zeigt sich an verschiedenen Stellen, dass gerade die ländli-
chen Regionen Sachsens eine zu geringe Verbindung zu den
Hochschulen des Landes haben und die dortigen KMU von den
Wissenschaftseinrichtungen
oftmals
nicht
wahrgenom-
men/adressiert werden. Die Inno Slam Tour der Sächsischen
Hochschulen beschreibt ein neues Veranstaltungsformat, das
dabei helfen soll, die geografische und inhaltliche Distanz zwi-
schen den Universitäten und regionalen KMU zu überwinden und
die regionalen Innovations- und Wertschöpfungsbündnisse (sowie andere Regionen) dabei zu unter-
stützen, sich mit Zentren von Forschung und Entwicklung zu vernetzen. Dabei präsentieren jeweils
vier bis sechs (Nachwuchs-) Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus sächsischen Hochschulen
ihre industrierelevante Forschung unmittelbar vor Ort, d. h. in den TGZ (4.0), den Räumlichkeiten loka-
ler Wirtschaftsförderer, Unternehmen oder auch Gasthäusern. Die Art der Vorträge orientiert sich an
Science Slams, einem vergleichsweise neuen Ansatz der Wissenschaftskommunikation, in dem For-
schungsarbeiten (einem Laienpublikum) prägnant, anschaulich und anschlussfähig präsentiert wer-
den. Das Programm der Inno Slam Tour wird in Zusammenarbeit mit den jeweiligen regionalen Inno-
vations-Managern mit dem Ziel zusammengestellt, Forschungsthemen von hoher Industrie- und Pra-
xisrelevanz in den regionalen Innovations- und Wertschöpfungsbündnissen zu adressieren und so
einen niedrigschwelligen und facettenreichen Überblick über Innovations- und Kooperationspotenziale
zu geben.
Im Anschluss an die Inno Slams wird die Möglichkeit für informelle Vernetzung, Erfahrungsaustausch
und Kooperationsanbahnung gegeben. Je nach Verfügbarkeit ist zu prüfen, ob Fördermittel bereitge-
stellt werden können, um die im Rahmen der Tour geknüpften Kontakte zwischen Wissenschaftlerin-
nen und Wissenschaftlern und Unternehmen beispielsweise in Form von bezahlten Praktika für den
wissenschaftlichen Nachwuchs in den Unternehmen, gemeinsamen Pilotstudien für FuE-Projekte etc.
zu verstetigen.
Eckpunkte für die Umsetzung:
Parallele Ansprache von Hochschulen und regionalen Akteuren (regionale Innovations-
Manager), um die allgemeine Teilnahmebereitschaft und mögliche Themenschwerpunkte zu
ermitteln.
Zusammenstellung des Programms; Briefing und Coaching der Vortragenden; Erstellung einer
vom Umfang her angemessenen Werbekampagne.
Die Organisation und Umsetzung der Events erfolgt gemeinsam mit den regionalen Innovati-
ons-Managern oder anderen regionalen Partnern vor Ort. Insbesondere die zielgruppenge-
rechte Ansprache und Einladung der KMU sollte durch diese erfolgen.
Eine begleitende Evaluation der Veranstaltungsreihe klärt, wie vielversprechend eine Versteti-
gung des Formats erscheint.

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2.2 Intensivierung des Transfers wissenschaftlicher Exzellenz
15
StrategieWerkstatt:
Industrie der Zukunft
Inkubation industrienaher Start-ups aus den säch-
sischen Hochschulen
Das SMWA verfügt über etablierte Strukturen und wirksame In-
strumente der Start-up-Förderung. Start-ups sind für die Wirtschaft
ein wichtiger Impuls einer „kreativen Zerstörung“ und Erneuerung
für etablierte Unternehmen und die gesamte Volkswirtschaft. Als
Urheber innovativer Dienstleistungen oder Produkte schaffen sie
mehr Arbeitsplätze, größeres Wachstum sowie neue Absatzchan-
cen in etablierten und aufkommenden Märkten. Darüber hinaus
steigern Unternehmensgründungen das Innovationskapital und verjüngen die Unternehmensstruktur.
Neben diesen disruptiven Effekten schaffen sie – unter der Voraussetzung offener und gleichberech-
tigter Kooperationsbeziehungen – auch für etablierte Unternehmen wichtige Impulse, z. B. hinsichtlich
neuer Geschäfts- und Betreibermodelle, aber auch bei Technologieeinsatz, modernen und effizienten
Arbeitsweisen oder der Digitalisierung von Unternehmensstrukturen und Produktionsprozessen.
Für die Zukunft der sächsischen Industrie sind vor allem industrienahe Gründungen von großer Be-
deutung. Dazu zählen neben jungen und innovativen Anbieterunternehmen von produktionstechnolo-
gischen Industrie 4.0-Lösungen auch Start-ups im High-Tech-Bereich, deren Produkte für das Internet
der Dinge („Internet of Things“, IoT), virtuelle und unterstütze Realität oder urbane Technologien
(Smart Homes, Smart City usw.) eine neue Generation verarbeitender Unternehmen repräsentieren.
Da insbesondere die Technischen Universitäten in Dresden und Chemnitz ihre Stärke bei der Hervor-
bringung industrienaher Ausgründungen bereits gezeigt haben, stellt ein gezielter Ausbau der Grün-
dungsunterstützung einen verheißungsvollen Ansatz dar, um die Grundgesamtheit potenziell erfolg-
reicher, industrienaher Start-ups zu erhöhen und das vorhandene Gründungspotenzial auszuschöp-
fen.
Maßnahmen für eine verstärkte Hervorbringung industrienaher Start-ups aus den sächsischen Hoch-
schulen setzen auf bestehende Strukturen der universitären Gründungsförderung und -unterstützung
des SMWA und ergänzen diese punktuell und variabel um Best Practices aus der privatwirtschaftli-
chen Unterstützungslandschaft für Start-ups. Diese Angebote finden zunehmend in neuen Formaten
wie Akzeleratoren, Inkubatoren, Co-Working- oder Makerspaces statt und rücken, neben gezielten
Kompetenzaufbau der Gründer, vor allem die Vernetzung mit potenziellen Kunden und Investoren ins
Zentrum. Da für derartige Programme risiko- und wissensintensive Ausgründungen aus der Wissen-
schaft typischerweise keine Zielgruppe darstellen, vereinen professionelle und ambitionierte Unter-
stützungsangebote an Hochschulen das Beste aus beiden Welten.
Eckpunkte für die Umsetzung:
Ermittlung des Modernisierungs- und Ergänzungsbedarfs bei universitären Gründerzentren,
wobei insbesondere die spezifischen Bedingungen zur Unterstützung industrienaher Grün-
dungen in den Fokus rücken.
Initiierung von Erfahrungsaustauschen zwischen gründungsunterstützenden Einrichtungen an
den Universitäten und Forschungseinrichtungen.
Initiierung von Erfahrungsaustauschen zwischen den gründungsunterstützenden Einrichtun-
gen und erfolgreichen privatwirtschaftlichen Anbietern.
Ableitung von Best Practices und Überführung in Zusatzmodule, die unmittelbar in das Unter-
stützungsportfolio universitärer Gründungszentren integriert werden.
Unterstützung technologieorientierter Start-ups im Vorfeld der Gründung mittels Validierungs-
förderung.

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2.2 Intensivierung des Transfers wissenschaftlicher Exzellenz
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StrategieWerkstatt:
Industrie der Zukunft
Nachhaltigkeitspiloten
Mit dem PRISMA e. V. an der TU Dresden existiert bereits ein
Zentrum für Nachhaltigkeitsbewertung, jedoch wurde in den ein-
schlägigen Diskussionen im Rahmen der StrategieWerkstatt fest-
gestellt, dass eine praxisnahe Stelle für unternehmerische Fragen
rund um das Themenfeld Nachhaltigkeit benötigt wird, da die viel-
fältigen Möglichkeiten nachhaltigen Wirtschaftens besonders klei-
nen und mittleren Industrieunternehmen kaum bekannt und für
diese auch schwer zugänglich sind. Grundlegender Aufgabenbe-
reich der Nachhaltigkeitspiloten ist der Wissenstransfer (bspw. in Kooperation mit dem PRISMA e. V.)
zur Nachhaltigkeitsbewertung in der industriellen Wertschöpfung. Neben der Demonstration von Best-
Practice-Beispielen sollen vor allem auch Angebote geschaffen werden, die es Unternehmen erleich-
tern, Zugang zum Thema zu erhalten und die Möglichkeiten einer Gestaltung von nachhaltigen Ge-
schäftsmodellen eruieren zu können. Weiterhin könnte ein Angebot der Nachhaltigkeitspiloten darin
bestehen, bei der Erstellung von Ökobilanzierungen zu unterstützen, um Optimierungspotenziale in
der Wertschöpfungskette auszuloten und zu nutzen, bzw. entsprechende Software-Tools zur geteilten
Nutzung verfügbar zu machen.
Eine wichtige Aufgabe ist darüber hinaus die Identifikation von Kooperationsmöglichkeiten, bspw. um
Stoffströme gezielt zu vernetzen und damit Wertschöpfungsketten regional verorten zu können. Wei-
terhin wäre die Initiierung von Gruppenprojekten denkbar, sodass „Neueinsteiger“ von „alten Hasen“
lernen können und auch der branchenübergreifende Austausch zum Thema Nachhaltigkeit möglich
wird. Die Nachhaltigkeitspiloten sollen Erreichtes im Bereich der Nachhaltigkeit nach außen tragen
und könnten in Anlehnung an die Imagekampagne des Freistaats Sachsen unter dem Label „So geht
Nachhaltigkeit!“ arbeiten.
Eckpunkte für die Umsetzung:
Aufbau der Nachhaltigkeitspiloten in Zusammenarbeit mit den IHK und Wissenschaftseinrich-
tungen, evtl. mit verteilten Standorten in Dresden, Leipzig, Chemnitz.
Vernetzung der Nachhaltigkeitspiloten mit branchenspezifischen Clustern.
Kontaktaufnahme zu regionalen Akteuren, um allgemeine Partizipationsbereitschaft und mög-
liche Angebotsschwerpunkte zu ermitteln und an die Bedarfe anzupassen.

2.3 Schulterschluss für die Zukunft der sächsischen Industrie
17
StrategieWerkstatt:
Industrie der Zukunft
2.3 Schulterschluss für die Zukunft der sächsischen Industrie
Eine nachhaltige Transformation der Industrie mit Zielhorizont 2030 steht vor der Aufgabe, einerseits
bewährte und funktionierende Branchen, Strukturen und Geschäftsmodelle zu erhalten und gleichzei-
tig den Wandel hin zu neuen Formen der Wertschöpfung und Beschäftigung zu fördern und anzutrei-
ben. In der Regel geschehen in einem Unternehmen das Ausschöpfen eines bestehenden und das
Skalieren eines neuen Geschäftsmodells parallel; dabei gehen diese Prozesse weit über das Etablie-
ren einer neuen Produkt- oder Service-Generation hinaus.
Auch wenn Digitalisierung und künstliche Intelligenz unzweifelhaft technologische Megatrends darstel-
len, ist heute nicht abschließend bestimmbar, welche Produkte und Dienste in welcher Form auf wel-
chen Märkten unter welchen Vorzeichen im Jahr 2030 nachgefragt werden oder auch nur möglich
sind. Daher muss die Industrie grundsätzliche Kapazitäten entwickeln, um den technologischen Wan-
del zu antizipieren und daraus resultierende Chancen ergreifen zu können. Obwohl es eine zentrale
Aufgabe der Politik ist, Chancenräume zu erschließen und auf breiter Front dafür sorgen, das ausge-
wiesene Potenzial Sachsens zu mobilisieren, müssen vor allem auch die Unternehmen und ihre Mit-
arbeiter Wandlungsprozessen offen gegenüberstehen und Herausforderungen aktiv annehmen. Um
dies zu bewerkstelligen, bedarf es der allgemeinen Stärkung der Innovations- und Kooperationsfähig-
keit, der Förderung von Kreativität und Problemlösungskompetenzen sowie der Schaffung eines ge-
sellschaftlichen Klimas, das durch Veränderungswillen, Optimismus und Tatendrang aber auch Fair-
ness und Ausgleich geprägt ist.
Damit dies gelingt, müssen die verschiedenen hierfür notwendigen Kräfte zusammengeführt, struktu-
riert und orchestriert werden: Dies betrifft die Verschränkung politischer Strategieprozesse genauso
wie den Zusammenschluss von gesellschaftlichen Gruppen und Sozialpartnern. Wie und in welcher
Form kann der größte Effekt aus der Bildungspolitik (von der Schule bis zum lebenslangen Lernen) für
die Entwicklung der Industrie der Zukunft gezogen werden? Wie kann die wissenschaftlich-technische
Forschung und Entwicklung einen optimalen Beitrag für die Stärkung der Innovationsfähigkeit
und –kraft, insbesondere von kleinen und mittelständischen Unternehmen, leisten? In welcher zeitli-
chen Staffelung sind Infrastrukturmaßnahmen nötig, um den sich wandelnden Ansprüchen der Indust-
rie am besten zu entsprechen? Wie lässt sich der größte Nutzen aus der Gründung von (High-Tech-)
Unternehmen, aber auch aus der Ansiedlung von Firmen ziehen? Welche Regionalentwicklungsmaß-
nahmen zahlen unmittelbar auf die Sicherung von Wertschöpfung und Beschäftigung ein? Da sich die
Faktoren wechselseitig beeinflussen, ist ein dynamischer Prozess nötig, der Leitplanken setzt und
einen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Aufbruch aktiv fördert.

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2.3 Schulterschluss für die Zukunft der sächsischen Industrie
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StrategieWerkstatt:
Industrie der Zukunft
Agendaprozess: Zukunft der Industrie
Die industriepolitischen Leitlinien für eine zukunftsfähige Wert-
schöpfung wurden im Rahmen der StrategieWerkstatt gemeinsam
mit Expertinnen und Experten aus der Industrie entwickelt und
validiert. Nun kommt es darauf an, die beschriebenen Grundzüge
aufzugreifen und in die industrielle Realität zu überführen. Wäh-
rend der Politik die Aufgabe zukommt, den ordnungspolitischen
Rahmen aufzuspannen und durch gezielte Maßnahmen förderli-
che Voraussetzungen zu schaffen und Hilfestellungen zu geben,
müssen Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft den Rahmen mit Leben füllen. Da es über das
„was“ und „wie“ dieses Füllens nicht zwangsläufig einhellige Ansichten und Meinungen gibt, soll ein
Agendaprozess die Dynamik der StrategieWerkstatt und ihre offene, partizipative Arbeitsweise fortfüh-
ren, um die erarbeiteten Ergebnisse auf eine breite Basis zu stellen, an aktuelle Ereignisse anzupas-
sen und weiter zu konkretisieren.
Neben den bereits an industriepolitischen Prozessen beteiligten Akteuren kommt es darauf an, bisher
in geringerem Maße repräsentierte Betroffene, u. a. Beschäftigte der Industrieunternehmen und Ein-
wohner der Industrieregionen, zu gewinnen. Die Agenda soll darauf abzielen, die Erwartungen und
Bedürfnisse der Akteure aufzunehmen, zwischen den Zielen der Sozialpartner zu vermitteln und politi-
sche und unternehmerische Interessen zu verschränken. Gleichzeitig bietet der Agendaprozess die
Möglichkeit zum wechselseitigen Lernen anhand von guten Praktiken. Anhand von konkreten Beispie-
len können fruchtbare Diskussionen geführt und Erfahrungen übertragen und genutzt werden. Wenn
in dem Agendaprozess alle Betroffenen zu Beteiligten werden und sich die Chancen einer zukunftsfä-
higen industriellen Transformation vergegenwärtigen, die damit verbundenen Risiken einordnen kön-
nen und ihre individuellen Optionen im Handeln kennen, kann in Sachsen ein breiter gesellschaftlicher
Schulterschluss für die Zukunft der Industrie gelingen.
Eckpunkte für die Umsetzung:
Entwicklung der Strukturen und Prozesse auf Basis geeigneter partizipativer Formate.
Beauftragung eines neutralen Mittlers zur Durchführung des Agendaprozesses.
Ansprache von Vertretern aus Wirtschaft, Gewerkschaften, Wissenschaft und Gesellschaft
und Gewinnung zur Mitwirkung.
Durchführung von Dialogprozessen und Identifikation gemeinsamer Handlungsansätze für ei-
ne zukunftsfähige Wertschöpfung auf Basis der industriepolitischen Leitlinien und konkreter
Beispiele.
Einbindung der regionalen Innovations- und Wertschöpfungsbündnisse und des Synergiefo-
rums zur strategischen Koordination.

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2.3 Schulterschluss für die Zukunft der sächsischen Industrie
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StrategieWerkstatt:
Industrie der Zukunft
Synergieforum zur strategischen Koordination
Ähnlich wie der Agendaprozess entsprechende gesellschaftlichen
Gruppen miteinbezieht, sollte auch die Industriestrategie Sach-
sens weitere Regierungsaktivitäten mit dem Ziel einer konzertier-
ten Aktion zur Sicherung und zum Ausbau von Wettbewerbsfähig-
keit und Wohlstand einbeziehen. Ziel ist die Schaffung eines über-
greifenden „Governance Frameworks“, das dafür sorgt, dass eine
komplexe politische Aufgabe wie die Förderung der Industrie der
Zukunft in all ihren Teilbereichen und Querbezügen berücksichtigt
und in einem gemeinsamen Gestaltungsansatz adressiert wird.
Aus diesem Grund sollte unter Federführung des SMWA ein Synergieforum zur strategischen Koordi-
nation aller Ressorts implementiert werden, in dem ausgehend von den grundlegenden Leitlinien und
Handlungsfelder der Industriestrategie erarbeitet wird, wie die Strategien im Freistaat (Fachkräftestra-
tegie, Digitalisierungsstrategie, Innovationsstrategie etc.) aufeinander bezogen und so den größtmög-
lichen Effekt erzielen können (Realisierung von Synergiepotenzialen). Dabei sollen im politischen Aus-
tausch- und Koordinierungsprozess explizit auch Bezüge zu den Strategien, Prioritäten und Aktivitäten
der regionalen Innovations- und Wertschöpfungsbündnisse und zum gesellschaftlichen Agendapro-
zess hergestellt werden, um einen verschränkten Multi-Level-Prozess zur Unterstützung der Industrie
der Zukunft zu ermöglichen und den regionalen „bottom-up“ mit dem zentralen „top-down“ Ansatz zu
verbinden.
Eckpunkte für die Umsetzung:
Einberufung des Synergieforums auf Ebene der für die jeweiligen Ressortstrategien verant-
wortlichen Abteilungsleitungen.
Charakterisierung der zentralen Linien der einzelnen Strategien (inhaltliche und zeitliche Mei-
lensteine).
Identifikation und Ausarbeitung von Synergiepotenzialen durch die Zusammenführung von
Elementen aus den einzelnen Strategien und das Schließen von „funktionalen Lücken“.
Austausch mit den regionalen Innovations- und Wertschöpfungsbündnissen, dem Agendapro-
zess und etablierten Akteuren.
Umsetzung der koordinierten und aufeinander bezogenen Strategien unter prioritärer Berück-
sichtigung jener Maßnahmen, die der Realisierung der identifizierten Synergiepotenziale die-
nen.
Kontinuierliches Monitoring künftiger Entwicklungstrends und Einbringen in Strategieprozesse.

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ein Projekt des
durchgeführt von
http://www.industrie.sachsen.de/strategiewerkstatt.html