1
FwDV 1
Feuerwehr-
Dienstvorschrift 1
Stand September 2006
Grundtätigkeiten
- Lösch- und Hilfeleistungseinsatz -

2
Diese Dienstvorschrift wurde vom Ausschuss Feuerwehrangelegenheiten,
Katastrophenschutz und zivile Verteidigung (AFKzV) auf der 18. Sitzung am 06. und
07. September 2006 in Bremen genehmigt und den Ländern zur Einführung empfoh-
len.
Die Ausgabe entspricht dem Stand September 2006 mit redaktionellen Änderungen
bis März 2007.
(Bei einem Nachdruck ist zuvor die Zustimmung des AFKzV einzuholen.
Es ist dann folgender Text auf der Innenseite der Umschlagseite abzudrucken:
Druck mit freundlicher Genehmigung des Ausschusses Feuerwehrangelegenheiten,
Katastrophenschutz und zivile Verteidigung (AFKzV)).

3
INHALTSVERZEICHNIS
Nr. Thema Seite
1 Einleitung
7
2 Persönliche Schutzausrüstung
8
2.1 Mindestschutzausrüstung
8
2.1.1
Ergänzungen für den Löscheinsatz
10
2.1.2
Ergänzungen für den Hilfeleistungseinsatz
11
2.2 Warnkleidung
11
2.3 Gesichtsschutz
12
2.4 Schutzbrille
12
2.5 Schnittschutzkleidung
13
2.6 Hitzeschutzkleidung
14
3 Einsatzausrüstung
15
3.1
Einheitsführer
15
3.2
Melder
16
3.3
Truppführer und Truppmann
17
3.3.1 Einsatzausrüstung im Löscheinsatz
17
3.3.2 Einsatzausrüstung im Hilfeleistungseinsatz
19
4
Auslegen von Druckschläuchen
22
4.1
Auslegen mit Schlauchtragekorb oder tragbarer Schlauchhaspel
22
4.2
Auslegen eines Rollschlauches
23
4.3
Auslegen der Schnellangriffsleitung
24
4.4
Vornahme einer C-Druckschlauchleitung über Leitern
25
4.5
Auslegen mit fahrbarer Schlauchhaspel
26
4.6
Kuppeln von Druckschläuchen
27
4.7
Vornahme von Druckschläuchen
28
4.8
Einsatz von Schlauchbrücken
31
4.9
Zurücknehmen von Druckschläuchen
32
5
Handhabung und Bedienung von wasserführenden Armatu-
ren
34
5.1 Verteiler
34
5.2 Strahlrohre
36
5.3
Schaumstrahlrohre und tragbare Zumischer
39

4
6
Wasserentnahme
41
6.1
Auslegen der Saugleitung
41
6.2
Wasserentnahme aus offenen Gewässern
45
6.3
Wasserentnahme aus Saugschacht
46
6.4
Wasserentnahme aus Löschwasser-Sauganschluss
47
6.5
Wasserentnahme aus Hydranten
48
6.5.1 Unterflurhydrant
48
6.5.2 Überflurhydrant
51
7
Einsatz von Kleinlöschgeräten
53
7.1 Kübelspritze A
53
7.2 Feuerlöscher
54
8
Handhabung einfacher Hilfeleistungsgeräte
55
8.1 Brechstange
55
8.2 Nageleisen
56
8.3 Feuerwehr-Werkzeugkasten
57
8.4 Feuerwehr-Elektrowerkzeugkasten
58
8.5 Einreißhaken
59
8.6 Schachtabdeckungen
60
8.7 Bindemittel
60
9
Verlegen von elektrischen Leitungen
61
10 Beleuchtungsgeräte
65
10.1 Handscheinwerfer
65
10.2 Kopfleuchte
65
10.3 Flutlichtstrahler
66
11 Tauchmotorpumpe
68
12
Ziehen, Heben, Spreizen und Bewegen von Lasten
70
12.1 Hebebaum
70
12.2
Zug- und Anschlagmittel
70
12.3 Mehrzweckzug
73
12.4 Maschinelle Zugeinrichtung
76
12.5 Spreizer
78
12.6 Rettungszylinder
80
12.7 Hebekissensysteme
81
12.8 Hydraulische Winde
85

5
12.9
Hydraulischer Hebesatz
86
13 Trennen
89
13.1
Kappmesser und Gurtmesser
89
13.2 Holzaxt
89
13.3 Bolzenschneider
90
13.4 Motorkettensäge
91
13.5 Trennschleifmaschine
93
13.6 Schneidgerät
94
13.7 Brennschneidgerät
97
13.8 Plasmaschneidgerät
98
14 Abstützen
100
14.1
Abstützen von Lasten bei Hebevorgängen
100
14.2
Senkrechte und waagerechte Abstützungen
101
15
Transportieren von Verletzten
102
15.1 Krankentrage
102
15.2 Rettungstuch
103
15.3 Schleifkorbtrage
104
15.4 Schaufeltrage
105
16
Leinen und Seile
106
16.1
Handhabung von Leinen und Seilen
106
16.2
Knoten, Stiche und Brustbund
107
16.3
Befestigung und Hochziehen von Geräten
118
16.4
Einlegen der Feuerwehrleine in den Feuerwehrleinenbeutel
120
16.5
Einlegen des Kernmantel-Dynamikseils in ein Transportbehältnis
121
17
Sichern in absturzgefährdeten Bereichen
122
17.1 Halten
122
17.1.1
Halten mit Feuerwehrleine
122
17.1.2
Selbstsicherung mit Feuerwehr-Haltegurt
124
17.2 Auffangen
125
17.2.1
Seilsicherung mit Geräten zum Auffangen
126
17.2.2
Sichern im absturzgefährdeten Bereich
129
17.3
Hinweise zur Sicherheit
132
18
Retten und Selbstretten
133

6
18.1 Retten
133
18.1.1
Retten mit Gerätesatz Absturzsicherung
133
18.1.2
Retten mit Feuerwehrleine
133
18.1.3
Retten über Leitern
133
18.1.4
Retten mit Krankentrage
134
18.1.5
Retten mit Sprungtuch
137
18.1.6
Retten mit Sprungpolster
140
18.1.7
Hinweise zur Sicherheit
141
18.2 Selbstretten
141
18.2.1
Selbstretten mit Feuerwehr-Haltegurt mit
Multifunktionsöse
142
18.2.2
Selbstretten mit Feuerwehr-Haltegurt ohne
Multifunktionsöse
146
18.2.3
Hinweise zur Sicherheit
146
19
Sichern von Einsatzstellen gegen fließenden Verkehr
147
20 Sichtzeichen
151

7
1
Einleitung
Die bundeseinheitlichen Feuerwehr-Dienstvorschriften (FwDV) wurden zur Anwen-
dung bei allen Feuerwehren des Bundesgebietes eingeführt. Zweck der Feuerwehr-
Dienstvorschriften ist es, die erforderliche Einheitlichkeit im Feuerwehrdienst in allen
Bundesländern herbeizuführen und für die Zukunft sicherzustellen. Sie gelten nicht
nur für die Ausbildung, sondern gleichermaßen für den Einsatz.
Die Dienstvorschriften beschränken sich bewusst nur auf solche Festlegungen, die
für einen geordneten Einsatz der taktischen Einheiten und des Einzelnen unbedingt
erforderlich sind. Weitergehende Festlegungen werden daher nicht getroffen.
In der vorliegenden Feuerwehr-Dienstvorschrift 1 (FwDV 1) werden die Grundtätig-
keiten im Lösch- und Hilfeleistungseinsatz dargelegt. Sie soll für diese Bereiche
Grundlagen vermitteln, die zur einheitlichen Ausbildung notwendig sind. Bei den Ge-
räten wird dabei von der Ausrüstung des Löschgruppenfahrzeuges, gegebenenfalls
mit Zusatzbeladung, ausgegangen. Einige Gerätetypen und Einrichtungen gehören
zur Beladung und Ausrüstung eines Rüstwagens. Nicht aufgenommen sind Geräte,
deren Gebrauch sich von selbst erklärt.
Sicheres und schnelles Arbeiten ist erreichbar, wenn die Feuerwehrangehörigen
zweckmäßige Handgriffe und Bewegungsabläufe beherrschen. Bei der Ausbildung
und im Einsatz sind die Grundsätze der Unfallverhütungsvorschriften zu beachten.
Die bildlichen Darstellungen sagen aus, wie bestimmte Geräte getragen und ge-
handhabt werden sollen.
Die nachstehenden Angaben und Darstellungen „links“ und „rechts“ beziehen sich
auf die Fahrt- oder Fließrichtung.
Fahrzeugeinrichtungen und bestimmte Bestandteile der feuerwehrtechnischen Bela-
dung dürfen grundsätzlich nur von entsprechend unterwiesenen Feuerwehrangehöri-
gen angewendet werden.
Die hergebrachten Funktionsbezeichnungen gelten sowohl für weibliche als auch für
männliche Feuerwehrangehörige.

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8
2
Persönliche Schutzausrüstung
Die persönlichen Schutzausrüstungen werden durch Unfallverhütungsvorschriften
und Regeln der Unfallversicherungsträger sowie durch landesrechtliche Regelungen
der Bundesländer vorgegeben. Die hier dargestellten und beschriebenen persönli-
chen Schutzausrüstungen sind beispielhaft und nicht vollständig.
2.1 Mindestschutzausrüstung
1. Feuerwehrschutzanzug
2. Feuerwehrhelm mit Nackenschutz
3. Feuerwehrschutzhandschuhe
4. Feuerwehrschutzschuhwerk
Kombinationsbeispiele für den Feuerwehrschutzanzug:
Feuerwehreinsatzhose und
Feuerwehreinsatzhose und
Feuerwehreinsatzjacke
Feuerwehrüberjacke

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9
Feuerwehrüberhose und
Feuerwehrüberjacke
Hinweis: Die dargestellten persönlichen Schutzausrüstungen können auf Grund von
Ländervorschriften abweichen.

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10
2.1.1 Ergänzungen für den Löscheinsatz
Entsprechend den Erfordernissen, z. B.
1. Feuerwehr-Haltegurt mit Feuerwehrbeil
2. Gesichtsschutz
3. Feuerwehrleine mit Feuerwehrleinenbeutel
4. Atemschutzgerät
5. Warnkleidung
6. Hitzeschutzkleidung
Abweichungen in der persönlichen Schutzausrüstung sind entsprechend „UVV Feu-
erwehren“ auf Befehl des Einheitsführers möglich.

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11
2.1.2 Ergänzungen für den Hilfeleistungseinsatz
Entsprechend den Erfordernissen, z. B.
1. Feuerwehr-Haltegurt mit Feuerwehrbeil
2. Gesichtsschutz
3. Feuerwehrleine mit Feuerwehrleinenbeutel
4. Atemschutzgerät
5. Warnkleidung
6. Schutzbrille
7. Gehörschutz
8. Schnittschutzkleidung
Abweichungen in der persönlichen Schutzausrüstung sind entsprechend „UVV Feu-
erwehren“ auf Befehl des Einheitsführers möglich.
2.2
Warnkleidung
Alle Feuerwehrangehörigen, die der Gefahr durch fließenden Verkehr ausgesetzt
sind, tragen Warnkleidung (z. B. Warnweste oder Feuerwehrüberjacke, die neben
anderen Funktionen auch die der Warnkleidung erfüllt).

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12
2.3
Gesichtsschutz
Der Gesichtsschutz zum Feuerwehrhelm (Klappvisier) ist zu verwenden bei Gefahren
für Gesicht und Augen, beispielsweise durch Splitter, wegschnellende Teile, Funken
oder Spritzer gefährlicher Stoffe.
2.4
Schutzbrille
Die Schutzbrille ist zu verwenden, wenn besondere Gefahren für die Augen zu er-
warten sind, zum Beispiel durch Metallfunken beim Einsatz der Trennschleifmaschi-
ne. Sie kann kombiniert mit dem Gesichtsschutz (Klappvisier) verwendet werden.

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13
Beim Einsatz des Brennschneidgerätes bzw. Plasmaschneidgerätes sind speziell
hierfür vorgesehene, zum Zubehör des Gerätes gehörende Schutzbrillen zu tragen.
Diese schützen die Augen vor Fremdkörpern und vor UV-Strahlung. Der Gesichts-
schutz (Klappvisier) sollte hierbei nicht verwendet werden, um das Ansammeln von
Atemgiften unter dem Klappvisier beim Brennschneiden zu vermeiden.
2.5 Schnittschutzkleidung
Die Schnittschutzkleidung (Beinlinge oder Schnittschutzhose mit rundumlaufendem
Schnittschutz)
ist beim Einsatz der Motorkettensäge zu tragen.

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14
2.6
Hitzeschutzkleidung
Die Hitzeschutzkleidung schützt die vorgehenden Einsatzkräfte bei der Brandbe-
kämpfung gegen Strahlungswärme.

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15
3
Einsatzausrüstung
Ergänzungen und Abweichungen von der Einsatzausrüstung sind je nach Lage zu-
lässig.
3.1 Einheitsführer
Handsprechfunkgerät, ggf. Funktionskennzeichnung, Beleuchtungsgerät

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16
3.2 Melder
Ggf. Beleuchtungsgerät, Handsprechfunkgerät
Hinweis: In einigen Ländern hat auch der Melder beim Löscheinsatz einen Feuer-
wehr-Haltegurt.

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17
3.3
Truppführer und Truppmann
3.3.1 Einsatzausrüstung im Löscheinsatz
Trupp als Angriffstrupp für den Atemschutzeinsatz und Sicherheitstrupp
nach FwDV 7
Je nach Lage kann der Einheitsführer Abweichungen von der vorgegebenen Ausrüs-
tung befehlen. Dies bezieht sich auch auf zusätzlich mitzuführende Ausrüstungen
wie Isoliergeräte, Brand-Fluchthauben, Feuerwehraxt u. a.

18
Beispiele:
Ausrüstung auf Befehl: „Zum Einsatz fertig!“
Truppführer:
Beleuchtungsgerät,
Verteiler,
ggf. Handsprechfunkgerät
Truppmann: C-Strahlrohr,
C-Druckschläuche,
Schlauchhalter
Ausrüstung auf Befehl: „ ... 1. Rohr ... vor!“
Truppführer:
Beleuchtungsgerät,
Verteiler,
ggf. Handsprechfunkgerät
Truppmann: C-Strahlrohr,
C-Druckschläuche
Schlauchhalter
Ausrüstung auf Befehl: „ ... B-Rohr ... vor!“
Truppführer:
Beleuchtungsgerät,
Verteiler,
ggf. Handsprechfunkgerät
Truppmann: B-Strahlrohr, Stützkrümmer,
B-Druckschläuche,
Schlauchhalter
Ausrüstung auf Befehl: „ ... Schaumrohr ... vor!“
Truppführer:
Beleuchtungsgerät,
Verteiler,
2 Schaummittelbehälter (bei Fehlen des Schlauchtrupps),
ggf. Handsprechfunkgerät
Truppmann: Schaumstrahlrohr, Schlauchhalter,
B-Druckschläuche,
Zumischer und D-Ansaugschlauch (bei Fehlen des Schlauch-
trupps)
Ausrüstung auf Befehl: „ ... Schnellangriff ... vor!“
Truppführer:
Beleuchtungsgerät,
ggf. Handsprechfunkgerät
Truppmann: Schnellangriffsrohr, Schlauchhalter
Der Sicherheitstrupp nach FwDV 7 rüstet sich mindestens wie der Angriffstrupp aus.

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19
3.3.2 Einsatzausrüstung im Hilfeleistungseinsatz
Trupp als Angriffstrupp
Der Trupp sollte bei der Menschenrettung medizinische Handschuhe zum einmali-
gen Gebrauch unter den Feuerwehrschutzhandschuhen tragen.

20
Beispiele:
Ausrüstung auf Befehl:
„... zum Einsatz fertig!“
Truppführer: Beleuchtungsgerät,
ggf. Handsprechfunkgerät
Truppmann: Feuerwehr-Verbandkasten oder
Sanitätsausrüstung
Brechstange
Ausrüstung auf Befehl:
„... zur Menschenrettung ... mit
Brechwerkzeug ... vor!“
Truppführer: Beleuchtungsgerät
ggf. Handsprechfunkgerät
Truppmann: Feuerwehr-Verbandkasten oder
Sanitätsausrüstung
Brechwerkzeug
Ausrüstung auf Befehl:
„... zur Menschenrettung ... mit
Spreizer ... vor!“
Truppführer: Beleuchtungsgerät
ggf. Handsprechfunkgerät
Truppmann: Feuerwehr-Verbandkasten oder
Sanitätsausrüstung
Brechstange
Anmerkung:
Der Spreizer wird vom Schlauch-
trupp vorbereitet und dem Angriffs-
trupp übergeben.
Ausrüstung auf Befehl:
„... zur Menschenrettung ... mit
Schneidgerät ... vor!“
Truppführer: Beleuchtungsgerät
ggf. Handsprechfunkgerät
Truppmann: Feuerwehr-Verbandkasten oder
Sanitätsausrüstung
Brechstange
Anmerkung:
Das hydraulische Schneidgerät wird
vom Schlauchtrupp vorbereitet und
dem Angriffstrupp übergeben.

21
Trupp mit sichernden Aufgaben
Diese Aufgaben werden im Allgemeinen vom Wassertrupp wahrgenommen.
Beispiele:
Ausrüstung auf Befehl:
„... zum Sichern gegen den fließenden
Straßenverkehr ... vor!“
Truppführer: Beleuchtungsgerät,
ggf. Handsprechfunkgerät
Warndreieck und Warnleuchte
Auf Befehl des Einheitsführers:
Warnflagge oder Stabwinker (Winkerkelle)
Truppmann: Warndreieck und Warnleuchte
Auf Befehl des Einheitsführers:
Warnflagge
Verkehrsleitkegel
Verkehrswarngerät (Blitzleuchten)
Ausrüstung auf Befehl:
„... zum Sichern gegen Brandgefahren
... mit Pulverlöscher und Schnellangriff
... vor!“
Truppführer: Beleuchtungsgerät,
ggf. Handsprechfunkgerät
Pulverlöscher
Truppmann: Schnellangriffsrohr
Anmerkung:
Bei der Vornahme des Schnellangriffs wird der Sicherungs-
trupp vom Maschinisten unterstützt.
Ausrüstung auf Befehl:
„... zum Ausleuchten ... vor!“
Truppführer: Beleuchtungsgerät,
ggf. Handsprechfunkgerät
Flutlichtstrahler
Truppmann:
Stativ mit Sturmverspannung
Aufnahmebrücke für Flutlichtstrahler
Abzweigstück
Leitungsroller

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22
4
Auslegen von Druckschläuchen
4.1
Auslegen mit Schlauchtragekorb oder tragbarer Schlauchhaspel
Legt ein Trupp seine Leitung selbst, so wird diese vom Verteiler in Richtung Einsatz-
stelle ausgelegt, anderenfalls von der Einsatzstelle zum Verteiler.
Bei der tragbaren Schlauchhaspel muss die Schlauchleitung von unten abrollen.
Der Truppführer ist für das Herstellen einer ausreichenden Schlauchreserve verant-
wortlich. Er unterstützt den Truppmann bei der Vornahme des Rohres.
Hinweise für benötigte Schlauchanzahl:
eine C-Länge zur Überwindung eines Geschosses
mindestens eine C-Länge je abzusuchender Nutzungseinheit, beachte Gebäude-
abmessungen.

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23
4.2
Auslegen eines Rollschlauches
Das Auslegen des doppelt gerollten Schlauches kann durch Auswerfen oder durch
Abrollen aus der Armbeuge erfolgen.
Bei beiden Arten führt eine Hand die Schlauchrolle, die andere Hand erfasst die bei-
den Schlauchenden unmittelbar hinter den Kupplungen.

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24
4.3
Auslegen der Schnellangriffsleitung
Der Truppmann nimmt das Strahlrohr aus der Halterung und geht mit dem Truppfüh-
rer vor. Ein weiterer Trupp unterstützt bei Erfordernis beim Abziehen und Auslegen
der Druckleitung. Auf das Kommando „Wasser marsch!“ öffnet der Maschinist das
Absperrorgan an der Pumpe und gibt Wasser.
Bei Schnellangriffsleitungen mit C-Druckschläuchen ist darauf zu achten, dass diese
vollständig ausgelegt werden!

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25
4.4
Vornahme einer C-Druckschlauchleitung über Leitern
Die Vornahme von leeren C-Druckschlauchleitungen über tragbare Leitern darf nur
bis auf Höhe des 1. Obergeschosses erfolgen. Darüber hinaus muss der Schlauch
mittels Feuerwehrleine hochgezogen bzw. hochgeführt werden.
Die C-Druckschlauchleitung darf nicht am Körper befestigt werden.
Schlauchleitungen dürfen nicht auf tragbaren Leitern verlegt oder an ihnen befestigt
werden.

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26
4.5
Auslegen mit fahrbarer Schlauchhaspel
Auslegen einer B-Leitung mit fahrbarer Schlauchhaspel
Beim Absetzen der Schlauchhaspel arbeiten Wassertrupp und Maschinist zusam-
men. Das Absetzen der Ein-Mann-Haspel(n) erfolgt durch den Maschinisten.
Die Schlauchhaspel wird an den Handgriffen gezogen. Der Schlauch muss von unten
abrollen.

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27
4.6
Kuppeln von Druckschläuchen
B-Schläuche werden grundsätzlich von zwei Feuerwehrangehörigen gekuppelt.
C-Schläuche können von einem Feuerwehrangehörigen gekuppelt werden.
Das Kuppeln der Schläuche erfolgt in der Regel von Hand und kann ggf. mit Kupp-
lungsschlüsseln unterstützt werden.
Das Zusammenkuppeln erfolgt im Uhrzeigersinn, das Auseinanderkuppeln entgegen
dem Uhrzeigersinn. Beim Auseinanderkuppeln mittels Kupplungsschlüssel werden
die Schlüssel über Kreuz gehalten.

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28
4.7
Vornahme von Druckschläuchen
Bei Vornahme von Druckschläuchen an Außenfronten oder in Treppenräumen sind
diese an geeigneten Festpunkten durch Seilschlauchhalter oder Feuerwehrleine zu
sichern.
In Treppenräumen muss andernfalls die Leitung auf der Treppe verlegt werden.
Auf ausreichende Schlauchreserve ist zu achten.

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29
Beim Auslegen von Druckschläuchen über Hindernisse (Zäune o. ä.) können Steck-
leiterteile als Schlauchstütze verwendet werden.
Die Standsicherheit der Leiter und die Verbindung der Leiterteile untereinander sind
zu beachten. Die Verbindung erfolgt in der Regel mit Mehrzweckleinen.

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30
Vorhandene Möglichkeiten der Unterführung von Verkehrswegen sind auszunutzen
wie Freiraum unter Gleisen, Rohrdurchlässe.
Hinweis zur Sicherheit:
Der Gleiskörper darf erst nach Freigabe betreten werden.

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31
4.8
Einsatz von Schlauchbrücken
Beim Überqueren von Straßen mit Schlauchleitungen sind mindestens zwei, besser
drei Schlauchbrücken auf einer Fahrbahnseite so auszulegen, dass Fahrzeuge ver-
schiedener Spurbreite (PKW/LKW) die Leitung überfahren können. Auf Verkehrssi-
cherung ist besonders zu achten.

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32
4.9 Zurücknehmen von Druckschläuchen
Die Schlauchleitung ist an geeigneten Stellen zu entkuppeln.
Wasserschaden verhindern –
Glatteisgefahr beachten –
Zur Entleerung wird der Schlauch fortlaufend hochgehoben oder in abfallendem Ge-
lände so gelegt, dass das Wasser durch natürliches Gefälle abfließt.

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33
Der C-Druckschlauch wird bei der Zurücknahme in Buchten über die Schulter gelegt,
wobei sich die Kupplungen vor dem Körper befinden oder er wird wie B-
Druckschläuche einfach oder doppelt gerollt.

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34
5
Handhabung und Bedienung von wasserführenden Armaturen
5.1 Verteiler
Der Verteiler wird an der befohlenen Stelle abgelegt.

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35
Für das Anschließen der Leitungen an den Verteiler gilt:

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36
5.2 Strahlrohre
Handhabung eines CM-Strahlrohres
Der Truppmann kuppelt und hält das CM-Strahlrohr.
Die Entfernung des Mundstückes erfolgt nur auf Befehl des Einheitsführers.
Hebel am Schaltorgan des CM-Strahlrohres nach vorn: Vollstrahl
Hebel am Schaltorgan des CM-Strahlrohres nach hinten: Sprühstrahl
Hinweise zur Sicherheit:
Sicherheitsabstände im Löscheinsatz in elektrischen Anlagen beachten.
Angekuppelte Strahlrohre dürfen nicht im geöffneten Zustand abgelegt werden.

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37
Handhabung eines BM-Strahlrohres
Der Truppführer und der Truppmann kuppeln das BM-Strahlrohr mit Stützkrümmer
an den B-Druckschlauch an.
Die Entfernung des Mundstückes erfolgt nur auf Befehl des Einheitsführers.
Hebel am Schaltorgan des BM-Strahlrohres nach vorn: Vollstrahl
Hebel am Schaltorgan des BM-Strahlrohres nach hinten: Sprühstrahl
Hinweise zur Sicherheit:
Sicherheitsabstände im Löscheinsatz in elektrischen Anlagen beachten.
Das BM-Strahlrohr mit Stützkrümmer muss von mindestens zwei Feuerwehran-
gehörigen gehalten werden. Die B-Leitung stützt sich in der Achse des
Stützkrümmers zum Boden ab und leitet so die Rückkraft ab. Zu diesem Zweck
sollte der Schlauch hinter dem Stützkrümmer auf ca. 5 Metern gerade verlegt
sein.
Das BM-Strahlrohr ohne Stützkrümmer muss von mindestens drei Feuerwehran-
gehörigen gehalten werden.
Dies gilt auch, wenn bei Verwendung eines Stützkrümmers keine ausreichende
Standsicherheit gegeben ist.
Angekuppelte Strahlrohre dürfen nicht im geöffneten Zustand abgelegt werden.

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38
Handhabung von Hohlstrahlrohren
Der Truppmann kuppelt das Hohlstrahlrohr an die C-Druckschlauchleitung und stellt
vor der Wasserabgabe den erforderlichen Sprühwinkel und die befohlene Durch-
flussmenge ein.
Hinweise zur Sicherheit:
Sicherheitsabstände im Löscheinsatz in elektrischen Anlagen beachten.
Der vorgehende Trupp muss mit der Bedienung und den Besonderheiten
(Löschwasserverbrauch, Rückstoßgefahr, Wasserdampfbildung, etc.) des Hohl-
strahlrohres vertraut sein.
Bei Verwendung eines Hohlstrahlrohres mit B-Kupplung soll ein Stützkrümmer
verwendet oder ein dritter Feuerwehrangehöriger zur Unterstützung eingesetzt
werden.
Angekuppelte Strahlrohre dürfen nicht im geöffneten Zustand abgelegt werden.
Herstellerangaben beachten.

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39
5.3
Schaumstrahlrohre und tragbare Zumischer
Handhabung eines Schaumstrahlrohres
Der Truppmann kuppelt und hält das Schaumstrahlrohr, der Truppführer sichert eine
ausreichende Schlauchreserve und unterstützt anschließend den Truppmann.
Das Schaumstrahlrohr soll erst auf das Objekt gerichtet werden, wenn Schaum in
gleichmäßiger Qualität erzeugt wird.
Bei der Handhabung von Schaumstrahlrohren ist darauf zu achten, dass
kein Brandrauch angesaugt wird,
die Luftzutrittsöffnungen nicht zugehalten werden,
der richtige Druck ansteht.
Bei Kombinationsschaumstrahlrohren soll die Schaumart nur auf Befehl des Einheits-
führers umgestellt werden.
Alle eingesetzten Geräte müssen nach Benutzung gründlich mit Wasser gespült wer-
den.

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40
Handhabung des tragbaren Zumischers
Der Zumischer wird in Richtung des Pfeils auf dem Zumischer zwischen Verteiler und
Schaumstrahlrohr in die Druckschlauchleitung eingekuppelt.
Die Dosiereinrichtung wird auf die erforderliche Zumischung eingestellt. Der Ansaug-
schlauch wird angekuppelt und in den Schaummittelbehälter eingeführt.
Hinweise zur Sicherheit:
In unter Spannung stehenden elektrischen Anlagen darf Schaum nicht eingesetzt
werden.
Schaummittel sind wasser- und gesundheitsgefährdende Stoffe.
Schaum nicht einatmen und verschlucken.
Augenschutz anwenden.

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41
6 Wasserentnahme
6.1
Auslegen der Saugleitung
Tragen eines 1,60 m langen Saugschlauches. Der Saugschlauch sollte aus Gründen
der Unfallverhütung möglichst senkrecht getragen werden.
Das Tragen von zwei Saugschläuchen erfolgt durch zwei Feuerwehrangehörige.

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42
Die Saugschläuche werden beim Kuppeln zwischen den Beinen festgehalten. Die
Kupplungen werden von Hand vorgekuppelt. Durch Rechtsdrehen fassen die Knag-
gen und werden mit dem Kupplungsschlüssel nachgezogen.
Beim Kuppeln mit Schnellkupplungsgriffen erfassen die Hände die Griffe, setzen die
Kupplungen gegeneinander (Griffe waagerecht) und drehen die Knaggenteile jeweils
nach rechts bis zum Anschlag.
Das Kuppeln der Saugleitung beginnt am Saugkorb.
Ein Trupp kuppelt, der andere Trupp unterstützt. Werden weniger als drei Saug-
schläuche benötigt, richtet der Wassertrupp die Wasserentnahme alleine her.

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43
Nach dem Kuppeln von zwei Saugschläuchen treten alle Feuerwehrangehörigen in
Blickrichtung zur Pumpe nach rechts neben die am Boden liegende Leitung bezie-
hungsweise an der dem Wasser abgewandten Seite, gehen vorwärts zur neuen Po-
sition, treten wieder über die Leitung und führen einen erneuten Kupplungsvorgang
durch.
Anbringen einer Mehrzweckleine als Halteleine an der Saugleitung
Sofern eine Halteleine verwendet wird, ist diese am Saugkorb vor dem Anbringen
des Saugschutzkorbes mittels Zimmermannsschlag oder Mastwurf und Spierenstich
zu befestigen. Anschließend wird sie an jedem Saugschlauch mittels Halbschlag be-
festigt. Es ist darauf zu achten, dass die Halteleine angemessen fest verlegt wird. Sie
wird an einem geeigneten Festpunkt befestigt. Das Anbringen der Halteleine ist ins-
besondere bei fließenden Gewässern und in Schächten zweckmäßig.

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44
Anbringen der Ventilleine am Saugkorb.
Die Ventilleine wird mit dem Karabinerhaken in das Auge oder den Ring des Rück-
schlagorgans eingehängt.
Beim Anbringen eines Saugschutzkorbes darf die Ventilleine nicht eingeklemmt wer-
den.

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45
6.2
Wasserentnahme aus offenen Gewässern
Die Saugleitung wird zunächst durch den Maschinisten an die Pumpe angekuppelt.
Danach erfolgt das Zu-Wasser-Bringen und das Positionieren der Saugleitung im
Gewässer. Sie soll genügend tief und entgegen der Fließrichtung liegen. Anschlie-
ßend wird die Halteleine unter Spannung an einer geeigneten Stelle befestigt.
Die Ventilleine wird lose verlegt und neben der Pumpe abgelegt.
Beim Einsatz einer Tragkraftspritze ist diese bei Erfordernis vor Anschluss der
Saugleitung gegen Ab-/Verrutschen zu sichern.
Zur Wasserentnahme aus offenem Gewässer kann auch eine Turbinentauchpumpe
oder eine Tauchmotorpumpe verwendet werden.

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46
6.3
Wasserentnahme aus Saugschacht
Der Schachtdeckel ist mit Hilfe der Schachthaken einseitig anzuheben und nach
hinten wegzuziehen.

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47
Die Saugleitung wird fertiggestellt und nach dem Ankuppeln an die Feuerlöschkrei-
selpumpe zu Wasser gebracht.
6.4
Wasserentnahme aus Löschwasser-Sauganschluss
Die Entnahme aus einem Löschwasser-Sauganschluss bei Löschwasserbrunnen,
-behältern und -teichen erfolgt unter Verwendung von Saugschläuchen.

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48
6.5
Wasserentnahme aus Hydranten
6.5.1 Unterflurhydrant
Trageweise von Standrohr und Unterflurhydrantenschlüssel
Die Klauenmutter muss bis zum unteren Anschlag heruntergeschraubt sein.

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49
Zum Einsetzen des Standrohres wird der Deckel der Straßenkappe abgehoben.
Festsitzende Deckel werden durch Schläge mit dem Unterflurhydrantenschlüssel ge-
lockert.
Das Standrohr wird nach Entfernen des Klauendeckels und Reinigung des Sitzes in
den Unterflurhydranten eingesetzt und durch Rechtsdrehen mit dem Griff festgezo-
gen. Muss das Standrohroberteil gedreht werden, darf das nur mit Rechtsdrehung
geschehen.

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50
Ein Abgang am Standrohr wird geöffnet.
Danach wird mit dem Unterflurhydrantenschlüssel der Hydrant geöffnet (bis zum An-
schlag aufdrehen und anschließend eine halbe Umdrehung zurück!) und gespült.
Nach dem Schließen des Hydranten ist zur Belüftung und Entwässerung ein freier
Druckabgang zu öffnen.
Bei einer Wasserentnahme aus Schachthydranten muss dieser zur Reinigung gründ-
lich gespült werden, bevor das Standrohr aufgesetzt wird.

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51
6.5.2 Überflurhydrant
Überflurhydrant mit Fallmantel
Mit dem Überflurhydrantenschlüssel wird durch Linksdrehen des Dreikants die Sper-
re des Fallmantels gelöst. Dann werden die oberen Ventilabgänge frei.
Durch Linksdrehen des Haubendeckels (bis zum Anschlag und anschließend eine
halbe Drehung zurück) wird das Hydrantenventil geöffnet und der Hydrant über einen
vorher geöffneten freien Druckabgang gespült.

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Überflurhydrant mit freiliegenden oberen Abgängen
Mit dem Überflurhydrantenschlüssel ist die entsprechende Deckkapsel zu entfernen.
Anschließend wird das Absperrventil mit dem Schlüssel durch Linksdrehen der Hau-
benspitze geöffnet und der Hydrant gespült. Dann wird der Druckschlauch ange-
schlossen.
Bei Überflurhydranten mit Vorschieber ist sinngemäß zu verfahren.

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53
7
Einsatz von Kleinlöschgeräten
7.1
Kübelspritze A
Die Kübelspritze A wird von zwei Feuerwehrangehörigen eingesetzt.

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54
7.2 Feuerlöscher
Der Feuerlöscher ist gemäß der Herstellerangaben (Brandklasseneignung, Warn-
hinweise) einzusetzen.
Bei Inbetriebnahme dürfen sich keine Körperteile in Wirkrichtung des Überdruckven-
tils und des Löschstrahles befinden.
Nach Beendigung des Einsatzes ist der Feuerlöscher auf den Kopf zu stellen und
drucklos zu machen.

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55
8
Handhabung einfacher Hilfeleistungsgeräte
8.1
Brechstange
Die Brechstange wird als Hebel verwendet. Sie wird in der technischen Hilfeleistung
bevorzugt zum Anheben von Lasten und zum Öffnen von Türen eingesetzt. Bei Kraft-
fahrzeugunfällen kann die Brechstange zum Vorbereiten der Tür für das Öffnen mit
dem Spreizer verwendet werden.
Beim Anheben von Lasten muss der Nachteil der geringen Hubhöhe durch Unterle-
gen eines Kantholzes ausgeglichen werden.
Hinweise zur Sicherheit:
Beim Einsatz der Brechstange ist Gesichtsschutz zu verwenden.
Nicht mit dem Hammer auf die Spitze oder Klaue schlagen, weil das gehärtete
Material sonst abplatzt.
Beim Heben von Lasten ist der Gefahr des Abrutschens bei Metall auf Metall
durch gleithemmende Zwischenlagen (zum Beispiel Holz) vorzubeugen.
Beim Heben von Lasten muss die Last durch Unterbauen gesichert werden.

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56
8.2
Nageleisen
Das Nageleisen dient zum Ziehen von Nägeln sowie zum Aufbrechen von Holzkon-
struktionen, zum Öffnen von Türen und Fenstern und zum Bewegen kleinerer Lasten.
Hinweise zur Sicherheit:
Beim Einsatz des Nageleisens zum Aufbrechen und ähnlichen Verrichtungen ist
Gesichtsschutz zu verwenden.
Das Nageleisen soll nicht als Meißel oder Stemmeisen verwendet werden.
Im Übrigen kann auch ein Brechwerkzeugsatz zur Verfügung stehen. Er beinhaltet
eine Zusammenstellung der bei den Feuerwehren gebräuchlichen Hilfsmittel zum
Eindringen in Räume, verpackt in einer Tragetasche.

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57
8.3
Feuerwehr-Werkzeugkasten
Der Feuerwehr-Werkzeugkasten beinhaltet weitgehend genormte Werkzeuge, die
den Einsatzerfordernissen der Feuerwehr entsprechen.
Es lassen sich damit die an Einsatzstellen notwendigen Handwerksarbeiten durch-
führen, zum Beispiel:
Anziehen und Lösen von Rohrverbindungen
Trennen von Drähten
Sägen von Metallteilen
Anziehen und Lösen von Schraubenverbindungen
Meißeln von Stahl und Stein
Abdichten von Leitungen und Behältern

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58
8.4
Feuerwehr-Elektrowerkzeugkasten
Der Feuerwehr-Elektrowerkzeugkasten wird eingesetzt, um Sicherungsmaßnahmen
an elektrischen Niederspannungsanlagen, insbesondere das Freischalten, durchzu-
führen. Er enthält eine Zusammenstellung von bis 1000 Volt isolierten Werkzeugen
sowie Zubehör.
Die Werkzeuge und das Zubehör ermöglichen:
Feststellen der Spannungsfreiheit
Ziehen von Niederspannungs-Hochleistungssicherungen (NH-Sicherungen)
Sichern gegen Wiedereinschalten
Kenntlichmachen von freigeschalteten Anlagen
Hinweis zur Sicherheit:
Zur Handhabung ist Elektro-Fachpersonal einzusetzen.

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59
8.5
Einreißhaken
Der Einreißhaken dient zum Einreißen, Einstoßen und Herausziehen von Bauteilen
und anderen Gegenständen aus dem Gefahrenbereich.
Der Einreißhaken besteht in der Regel aus zwei Teilen (Holzstiel mit Haken und Ver-
längerungsteil). An der Stielhülse des Hakens befindet sich eine Öse, an der eine
Mehrzweckleine befestigt werden kann. So kann mittels angeschlagener Mehrzweck-
leine der Zug beim Einreißen unterstützt werden.

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60
Hinweise zur Sicherheit:
Beim Einsatz des Einreißhakens ist Gesichtsschutz zu verwenden.
Der Einreißhaken soll nicht als Hebel verwendet werden.
Beim Einreißen nicht hinter dem Stielende stehen.
Personen sollen sich nicht im Wirkungsbereich herabfallender Teile aufhalten.
8.6
Schachtabdeckungen
Schachtabdeckungen, mineralölbeständig und flüssigkeitsdicht, werden verwendet
zum Schließen von Kanalisationseinläufen beim Freiwerden von Flüssigkeiten, zum
Beispiel gefährlicher Stoffe oder belastetem Löschwasser. Unter die Schachtabde-
ckung sollte eine mineralölbeständige Schaumstoffmatte gelegt werden.
8.7
Bindemittel
Bindemittel dienen dem Zweck, mit flüssigen gefährlichen Stoffen, zum Beispiel Mi-
neralölprodukten, verschmutzte Oberflächen abzustreuen und damit den Stoff zu
binden.
Die Eignung des Bindemittels für den gefährlichen Stoff und die Oberfläche ist zu
beachten. Es ist dafür Sorge zu tragen, dass das Bindemittel wieder aufgenommen
und fachgerecht entsorgt wird.
Hinweis zur Sicherheit:
Bindemittel, die Flüssigkeiten aufgenommen haben, haben damit ähnliche Eigen-
schaften wie die aufgenommene Flüssigkeit. Es sind deshalb die gleichen Vor-
sichtsmaßnahmen einzuhalten, wie sie für die Flüssigkeit notwendig sind.

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61
9 Verlegen von elektrischen Leitungen
Elektrische Leitungen dienen zur Stromversorgung elektrisch betriebener Arbeitsge-
räte oder Beleuchtungsgeräte. Sie werden zwischen dem am Verwendungsort be-
reitgestellten Elektrogerät (Verbraucher) und dem Stromerzeuger aufgebaut.
Der ausführende Trupp rüstet sich mit Leitungsroller aus und schließt den Stecker
des elektrisch betriebenen Arbeitsgeräts oder des Abzweigstücks an die Steckdose
der elektrischen Leitung an.
Anmerkung:
Der Stecker des Verbrauchers ist vor dem Auslegen der elektrischen Leitung an die
Steckdose der Verbindungsleitung des Leitungsrollers anzuschließen, um Ver-
schmutzungen von Stecker und Steckdose beim Ablegen zu vermeiden. Die jeweili-
gen Blindkupplungen sind zum Schutz vor Verschmutzungen miteinander zu kup-
peln.

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62
Die elektrische Leitung wird vollständig von dem Leitungsroller abgerollt, um unzu-
lässige Erwärmung zu vermeiden. Wird nicht die gesamte Länge der Leitung benö-
tigt, so ist der verbleibende Rest an geeigneter Stelle in Buchten zu verlegen. Stol-
perfallen sind zu vermeiden.
Der Maschinist nimmt den Stromerzeuger in Betrieb, zieht die Zuleitung mit Stecker
von der Hilfstrommel ab und schließt, nachdem der Verbraucher angeschlossen und
die gesamte elektrische Leitung (Stromversorgung) aufgebaut ist, den Stecker an
den Stromerzeuger an.
Reicht die Länge der elektrischen Leitung nicht aus, kann mit der Leitung eines zwei-
ten Leitungsrollers verlängert werden. Eine weitere Verlängerung ist nicht zulässig.
Hinweis:
Je nach verwendeter Art des Leitungsrollers kann auch eine umgekehrte Verlegungs-
richtung erforderlich sein.

63
Hinweise zur Sicherheit:
An einen Stromerzeuger dürfen elektrische Leitungen nur mit bestimmten Lei-
tungslängen angeschlossen werden (siehe Abbildungen). Die Längen der An-
schlussleitungen der Verbraucher können hierbei vernachlässigt werden, sofern
die einzelne Anschlussleitung nicht länger als 10 Meter ist (Angaben des Strom-
erzeuger-Herstellers beachten).
Beispiele für die Länge einzelner Leitungen
S = Stromerzeuger
V = Verbraucher
Zulässig
:
Zwischen Stromerzeuger und
Verbraucher liegen 100 Meter
Leitungslänge.
Die Geräteanschlussleitungen
von maximal 10 Meter Länge
können vernachlässigt werden.
Unzulässig
:
Zwischen zwei Verbrauchern
liegt eine Leitungslänge von
mehr als 100 Metern.
Unzulässig
:
Zwischen Stromerzeuger und
Verbraucher liegen zwar 100
Meter Leitungslänge, aber
durch die Anschlussleitung des
Verbrauchers von 30 Meter
(größer als 10 Meter) wird die
10 m
10 m
100 m
10 m
V
V
V
10 m
50 m
10 m
50 m
V
V
V
50 m
100 m
V
V
10 m
30 m
50 m
50 m
V
V
V
S
S
S
S

64
zulässige Leitungslänge über-
schritten.
Die Länge einer elektrischen Leitung darf 100 Meter nicht überschreiten, somit
können zum Beispiel maximal zwei Leitungsroller mit jeweils 50 Meter Leitungs-
länge hintereinander zum Einsatz kommen.
Elektrische Leitung, Stecker und Steckdosen sind gegen mechanische Einwir-
kungen (scharfe Kanten, spitze Gegenstände) zu schützen.
Stecker und Steckdose, miteinander verbunden, sind nur dann druckwasserdicht,
wenn sie arretiert sind. Andere Steckverbindungen sind nicht wasserdicht!
Das Verlegen von elektrischen Leitungen über befahrene Straßen und Wege ist
zu vermeiden. Ist dies nicht zu umgehen, so muss in gleicher Art und Weise, wie
beim Überqueren von Verkehrswegen mit Schlauchleitungen, verfahren werden.
Das heißt, es müssen Schlauchbrücken verlegt und Verkehrssicherungsmaß-
nahmen getroffen werden.
Elektrische Leitungen sollen nicht in die Nähe von offenem Feuer und heißen
Gegenständen gebracht werden.
Elektrische Leitungen sollen nicht mit Säuren oder Laugen in Berührung gebracht
werden.
Stromerzeuger und nicht ex-geschützte elektrische Leitungen dürfen nicht in ex-
plosionsgefährdeten Bereichen eingesetzt werden.
Elektrische Leitungen sollen nur an den Stromerzeugern der Feuerwehr ange-
schlossen werden.
Sollte in Ausnahmefällen auf Grund der Einsatzsituation ein anderer Speisepunkt
erforderlich sein, darf der Anschluss nur über einen Personenschutzschalter mit
einem Nennstrom von maximal 30 mA, allpoliger Abschaltung und Schutzlei-
terüberwachung erfolgen. Das Gehäuse des Personenschutzschalters muss min-
destens die Schutzart IP 54 (staub- und spritzwassergeschützt) entsprechen und
über eine druckwasserdichte Kupplung verfügen. Der Personenschutzschalter ist
möglichst nahe an der Stromentnahmestelle zu installieren.
Es dürfen nur Leitungsroller verwendet werden, deren Leitungsquerschnitt 2,5
mm² beträgt.

65
10
Beleuchtungsgeräte
10.1 Handscheinwerfer
Der Handscheinwerfer ist ein netzunabhängiges Beleuchtungsmittel. Er dient in der
Regel zum Ausleuchten beim Vorgehen an Einsatzstellen.
Hinweise zur Sicherheit:
Die Eignung des Handscheinwerfers für explosionsgefährdete Bereiche ist zu be-
achten.
Der Handscheinwerfer darf nur in Verbindung mit für explosionsgefährdete Berei-
che zugelassenen, geschlossenen Batterien oder Akkumulatoren verwendet wer-
den.
Der Handscheinwerfer darf nicht in explosionsgefährdeten Bereichen geöffnet
werden.
Der Handscheinwerfer darf nicht in Verbindung mit farbiger Vorsteckscheibe oder
Gelblichtkalotte zur Warnung im Straßenverkehr verwendet werden. Hierfür sind
ausschließlich zugelassene Warnleuchten zu verwenden.
10.2
Kopfleuchte
Die Kopfleuchte ist ein netzunabhängiges Beleuchtungsmittel. Sie dient zum Aus-
leuchten beim Vorgehen in engen Räumen und bei Arbeitsverrichtungen, bei denen
beide Hände frei sein müssen.
Der Lampenkörper der Kopfleuchte wird am Feuerwehrhelm nach Angaben des
Helmherstellers befestigt.
Hinweise zur Sicherheit:
Die Eignung der Kopfleuchte für explosionsgefährdete Bereiche ist zu beachten.
Die Kopfleuchte darf nur in Verbindung mit den dafür vorgeschriebenen zugelas-
senen Batterien oder Akkumulatoren verwendet werden.
Die Kopfleuchte darf nicht in explosionsgefährdeten Bereichen geöffnet werden.
Die Kopfleuchte darf nicht in Verbindung mit farbigen Vorsteckscheiben zur War-
nung im Straßenverkehr verwendet werden. Hierfür sind ausschließlich zugelas-
sene Warnleuchten zu verwenden.

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66
10.3
Flutlichtstrahler
Flutlichtstrahler dienen dem großflächigen Ausleuchten von Einsatzstellen.
Die Einsatzstelle soll blend- und schattenfrei so ausgeleuchtet werden, dass Gefah-
renstellen erkannt werden sowie sicheres Retten und Arbeiten möglich ist.
Zum Aufbau von mobilen Flutlichtstrahlern werden Abzweigstück, Flutlichtstrahler,
Aufnahmebrücke und Stativ einschließlich Sturmverspannung benötigt. Sie werden
an der befohlenen Stelle bereitgelegt.

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67
Flutlichtstrahler, Aufnahmebrücke und Stativ werden miteinander verbunden, der Ab-
strahlwinkel der Flutlichtstrahler eingestellt und das Stativ im Regelfall ganz ausge-
schoben. Die Sturmverspannung wird zuvor am Stativ befestigt.
Die Anschlussleitungen der Flutlichtstrahler werden mit den Abgängen des Abzweig-
stücks verbunden und das Abzweigstück an die elektrische Leitung zum Stromer-
zeuger beziehungsweise an die Steckdose des Leitungsrollers angeschlossen.
Nach dem Ausschalten muss der Flutlichtstrahler mindestens 10 Minuten abkühlen,
bevor er abgebaut und auf dem Fahrzeug verlastet wird.
Hinweise zur Sicherheit:
Flutlichtstrahler dürfen nicht in Bereichen mit explosionsfähiger Atmosphäre ein-
gesetzt werden.
Die Stecker und Steckdose, miteinander verbunden, sind nur dann druckwasser-
dicht, wenn sie arretiert sind. Andere Steckverbindungen sind nicht wasserdicht.
Flutlichtstrahler nicht anspritzen.
Flutlichtstrahler nicht werfen, Erschütterungen vermeiden.

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68
11 Tauchmotorpumpe
Die Tauchmotorpumpe ist eine elektrisch betriebene Feuerwehrpumpe, die vorwie-
gend zur Förderung von Wasser im Lenzeinsatz dient.
Vor dem Einsatz der Tauchmotorpumpe ist eine B-Leitung zur Stelle der Wasserab-
gabe aufzubauen. Die Druckschläuche sind sorgfältig auszulegen, um Wasserfluss
bei niedrigem Druck zu ermöglichen. Knickstellen sind zu vermeiden. Das Schlauch-
ende ist gegen Schlagen zu sichern. Die B-Leitung wird an den B-Anschluss der
Tauchmotorpumpe angeschlossen.
Eine Mehrzweckleine ist mit Mastwurf und Spierenstich oder Karabinerhaken an der
Tauchmotorpumpe zu befestigen. Die Tauchmotorpumpe ist mit Hilfe der Mehr-
zweckleine zu Wasser zu lassen, danach den Stecker der Tauchmotorpumpe an die
Steckdose der elektrischen Leitung zum Stromerzeuger anschließen.

69
Hinweise zur Sicherheit:
Brennbare Flüssigkeiten, Säuren, Laugen und Lösemittel dürfen nicht mit der
Tauchmotorpumpe gefördert werden.
Die Tauchmotorpumpe darf nicht in explosionsgefährdeten Bereichen eingesetzt
werden.
Die Tauchmotorpumpe soll nur an einen für die Feuerwehr genormten Stromer-
zeuger angeschlossen werden.
Sollte in Ausnahmefällen auf Grund der Einsatzsituation ein anderer Speisepunkt
erforderlich sein, darf der Anschluss nur über einen Personenschutzschalter mit
einem Nennstrom von maximal 30 mA, allpoliger Abschaltung und Schutzleiter-
überwachung erfolgen. Das Gehäuse des Personenschutzschalters muss min-
destens die Schutzart IP 54 (staub- und spritzwassergeschützt) entsprechen und
über eine druckwasserdichte Kupplung verfügen. Der Personenschutzschalter ist
möglichst nahe an der Stromentnahmestelle zu installieren.
Die Tauchmotorpumpe darf nicht an der elektrischen Anschlussleitung zu Wasser
gelassen werden.
Bei Tauchmotorpumpen mit Anlaufkondensator (Metallhülse) darf dieser nicht ins
Wasser gelegt werden.

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70
12
Ziehen, Heben, Spreizen und Bewegen von Lasten
12.1
Hebebaum
Der Hebebaum dient zum Heben und Bewegen von Lasten bei geringer Hubhöhe.
Die Belastbarkeit ist durch die Bauart und das Prinzip des einfachen Hebels be-
grenzt.
Hinweise zur Sicherheit:
Beim Einsatz des Hebebaums ist Gesichtsschutz zu verwenden.
Die Belastbarkeit des Hebebaums ist zu beachten.
Die Last ist nötigenfalls gegen Wegrutschen zu sichern.
Die Last muss beim Heben durch Unterbauen gesichert werden.
12.2 Zug- und Anschlagmittel
Schäkel
Schäkel dienen zum sicheren Verbinden und Anschlagen von Drahtseilen, An-
schlagketten, Rundschlingen und Hebebändern.
Seile
Seile werden entsprechend ihrer zulässigen Belastung beispielsweise zum Si-
chern von Lasten, zum Anschlagen von Zugmitteln an Lasten oder als Zugmittel
verwendet.

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71
Drahtseile
Drahtseile werden als Zugseil oder Anschlagseil verwendet. Bei der Feuerwehr
gebräuchliche Drahtseile haben an den Enden Schlaufen oder Kauschen. An-
schlagseile sind in der Regel mit Schlaufen und Zugseile mit Kauschen ausge-
stattet.
Drahtseile sind empfindlich gegen Beschädigungen. Das Entstehen von
Drahtseilschäden (zum Beispiel Schlingen, Knickstellen oder Drahtbruch) ist
durch richtige Handhabung zu vermeiden.
Drahtseile sollen nicht geknickt oder ungeschützt über scharfe Kanten geführt
werden. An Kanten sind Kantenreiter zu verwenden. Zum Umlenken oder zur
Vergrößerung der Zugkraft an der Last ist eine Rolle zu verwenden.
Drahtseile müssen vor Gebrauch auf volle Länge ausgerollt werden.
Sonstige Zug- und Anschlagmittel
Zum gleichen Zweck werden, soweit vorhanden, auch Anschlagketten, Rund-
schlingen oder Hebebänder verwendet.
Hinweise zur Sicherheit:
Es dürfen nur zugelassene und für den Zweck geeignete Zug- und Anschlagmittel
eingesetzt werden.
Beim Umgang mit Drahtseilen müssen Schutzhandschuhe getragen werden.

72
Drahtseile mit Schäden dürfen nicht eingesetzt werden.
Die zulässige Belastung ist bei allen Zug- und Anschlagmitteln zu beachten, bei
Drahtseilen ist die zulässige Belastung gegebenenfalls auf einer Marke ange-
bracht.
An Kanten sind alle Zug- und Anschlagmittel vor Abrieb und Beschädigung durch
geeignete Unterlagen zu schützen.
Drahtseile dürfen nur mit Hilfe von in den Kauschen oder Schlaufen befestigten
Schäkeln verbunden beziehungsweise verlängert oder an Ösen (Fest- oder Hal-
tepunkte) befestigt werden.
Drahtseile mit Kausche dürfen nur mit in der Kausche befestigtem Schäkel an
Haken befestigt werden.
Die Kausche soll nicht im Schäkel verkantet werden.
Schäkel sollen nicht als Umlenkeinrichtung oder zum Befestigen auf der Seillänge
verwendet werden.
Beim Schließen des Schäkels ist der Bolzen vollständig in den Bügel einzu-
schrauben und dann um eine halbe Umdrehung zurückzuschrauben.
Schäkel dürfen nicht unter Spannung (Zug) geöffnet werden.
Zu unter Last stehenden Drahtseilen ist ein Sicherheitsabstand von mindestens
dem 1,5fachen der Seillänge einzuhalten.
Der Neigungswinkel bei Anschlagmitteln soll nicht größer als 60° sein.

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73
12.3
Mehrzweckzug
Der Mehrzweckzug wird zum Ziehen, Heben, Ablassen und Sichern von Lasten ver-
wendet.
Am Mehrzweckzug befinden sich ein Vorschub- und ein Rückzughebel sowie ein
Schaltgriff zum Arretieren und Lösen des Zugseils. Im Vorschubhebel ist eine Über-

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74
lastsicherung (Scherstifte) eingebaut.
Das Zugseil soll nicht als Anschlagseil verwendet werden. Ansonsten gelten für den
Gebrauch des Zugseils die gleichen Grundsätze wie für den Gebrauch anderer
Drahtseile.
Die Last wird mit einem Anschlagmittel am Seilhaken des Zugseils befestigt.
Der Mehrzweckzug wird in der Regel mit einem Anschlagmittel an einem Festpunkt
befestigt.
Als Festpunkt können auch Erdanker verwendet werden.

75
Hinweise zur Sicherheit:
Das Zugseil soll nur für den Mehrzweckzug und nicht zu anderen Zwecken ver-
wendet werden.
Das Zugseil soll nicht über Kanten geführt oder geknickt werden, hierdurch wird
es für seinen Zweck unbrauchbar.
Das Zugseil soll nicht direkt an der Last befestigt oder angeschlagen werden.
Der Schaltgriff darf unter Last nicht betätigt werden.
Die zulässige Belastung des Mehrzweckzugs ist zu beachten.
Wenn die Überlastsicherung (Scherstifte) wirksam geworden ist, ist nur noch Ent-
lasten möglich. Die Last muss dann abgesichert oder abgelassen werden.
Es dürfen nur vom jeweiligen Hersteller zugelassene Scherstifte eingesetzt wer-
den.
Das Zugseil darf erst dann durch Betätigen des Schaltgriffs in der Zugvorrichtung
gelöst werden, wenn es entlastet und von der Last getrennt ist.
Zu unter Last stehenden Seilen ist ein Sicherheitsabstand r von mindestens dem
1,5fachen der wirksamen Seillänge einzuhalten.
Anschlag-
punkt 1
Anschlag-
punkt 2
Seil
r
r

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76
12.4
Maschinelle Zugeinrichtung
Maschinelle Zugeinrichtungen, die in Feuerwehrfahrzeugen eingebaut sind, dienen
zum Ziehen und/oder Sichern einer Last. Der Zug wird in Längsrichtung des Fahr-
zeuges und im Bodenzug (mit zulässigen Abweichungen der Schrägwinkel) ausge-
übt.
Am freien Ende des Zugseils befindet sich eine Vollkausche.
Das Zugseil soll nicht direkt an der Last oder einem Festpunkt befestigt oder ange-
schlagen werden, es sei denn, an der Last oder am Festpunkt befindet sich eine ge-
eignete Vorrichtung. In der Regel wird ein Anschlagmittel verwendet. Das Anschlag-
mittel wird mit einem entsprechend belastbaren Schäkel an der Vollkausche des Zug-
seils befestigt.
Vor dem Einsatz der Zugeinrichtung ist die Lenkung des Fahrzeugs gerade zu stellen
und die auf alle Räder wirkende Feststellbremse in Betrieb zu nehmen.
Das Fahrzeug ist mit Unterlegkeilen gegen Wegrutschen zu sichern. Sie werden vor
den Rädern der der Last zugewandten Achse eingesetzt.

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77
Die Zugkraft ist durch geeignete Verwendung der Zugeinrichtung so zu begrenzen,
dass ein Wegrutschen des ziehenden Fahrzeugs ausgeschlossen ist.
Beim Einziehen des Zugseils dürfen bestimmte Seiten- und Höhenwinkel nicht über-
schritten werden. Angaben hierzu sind aus den Hinweisen des Herstellers zu ent-
nehmen.
Hinweise zur Sicherheit:
Die allgemeinen Regeln zum Gebrauch von Drahtseilen und Schäkeln sind zu
beachten.
Die Hinweise des Herstellers der Zugeinrichtung sind zu beachten.
Die zulässige Belastung der Zugeinrichtung, von Schäkeln und Anschlagmitteln
darf nicht überschritten werden.
Der zulässige Schrägzugwinkel soll nicht überschritten werden.
Die Zugeinrichtung soll nicht zum Heben von Lasten verwendet werden.
Solange Lasten an der Zugeinrichtung angeschlagen sind und während des Zie-
hens von Lasten mit der Zugeinrichtung darf das Feuerwehrfahrzeug nicht bewegt
werden.
Zu unter Last stehenden Seilen ist ein Sicherheitsabstand r von mindestens dem
1,5fachen der wirksamen Seillänge einzuhalten.

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78
Beim Aufspulen des Zugseils ist die Quetschgefahr für Hände zu beachten. Daher
ist beim Führen des Zugseils mit den Händen ein Abstand von ca. 1 m von der
Propellerrolle einzuhalten.
12.5
Spreizer
Der Spreizer ist ein hydraulisch betriebenes Gerät zum Spreizen, Drücken, Ziehen
und Heben von Lasten. Er wird insbesondere zum Retten eingeschlossener oder
eingeklemmter Personen aus verunglückten Kraftfahrzeugen verwendet und dient
hierbei zum Öffnen von Türen, Hochdrücken von Fahrzeugdächern usw.
Die Hydraulikpumpe wird so abgestellt, dass für die Hydraulikschläuche genügend
Bewegungsfreiheit verbleibt. Die Hydraulikleitungen werden mittels der Steckkupp-
lungen verbunden.
Beim Ansetzen des Spreizers sind Stöße, die sich auf die zu rettende Person über-
tragen, zu vermeiden. Nötigenfalls sind Öffnungen zum Ansetzen des Spreizers vor-
zubereiten. Zum Beispiel kann ein Türfalz durch Einsatz der Brechstange oder durch
geeignete Spreiztechnik so vorbereitet werden, dass die Spitzen des Spreizers in der
Öffnung angesetzt werden können.

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Hinweise zur Sicherheit:
Beim Einsatz des Spreizers ist Gesichtsschutz zu verwenden.
Sollte zur umfassenden verletztenorientierten Rettung der Einsatz mehrerer hyd-
raulischer Rettungsgeräte am gleichen Objekt notwendig sein, ist darauf zu ach-
ten, dass sich die Auswirkungen nicht gegenseitig negativ beeinflussen.
Der Spreizer ist nur an den vorgesehenen Griffflächen zu tragen und zu bedie-
nen.
Die Steckkupplungen der Hydraulikschläuche sind gegen Verschmutzung zu
schützen. Sie dürfen nicht unverbunden und ohne Staubschutzkappe auf dem
Boden abgelegt werden. Ebenfalls sind die Staubschutzkappen der Steckkupp-
lungen gegen Verschmutzung zu schützen, indem sie nach Schließen der Steck-
kupplung miteinander verbunden werden und die Steckkupplung dann erst abge-
legt wird.
Der Spreizer soll zum Spreizen nur mit den dafür vorgesehenen Spreizerspitzen
mit Außenriffelung verwendet werden. Andere Spreizerspitzen, die gegebenen-
falls im Austausch verwendet werden können, dürfen nur zu den vom Hersteller
zugelassenen Zwecken verwendet werden.
Spreizerarme nicht verkanten.
Der Spreizer kann durch Verwendung von Zugketten, die als Zubehör mitgeführt
werden, zum Ziehen von Lasten eingesetzt werden.
Die Verbindungselemente der Zugketten werden an den geöffneten Spreizerarmen
befestigt. Die eine Zugkette wird an einem Festpunkt, die andere an der Last befes-
tigt, wobei beide Zugketten durch Einhaken des Kettengliedes am Verbindungsele-
ment auf die wirksame Kettenlänge gekürzt werden. Der Zug erfolgt durch Schließen
der Spreizerarme.

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80
Zusätzliche Hinweise zur Sicherheit:
Auf sicheres Anschlagen der Zugketten ist zu achten.
Die Zugketten sollen nicht verdreht sein.
12.6
Rettungszylinder
Der Rettungszylinder ist ein hydraulisch betriebenes Gerät zum Bewegen von Lasten
durch Druck oder gegebenenfalls auch Zug. Er wird insbesondere zum Retten einge-
schlossener oder eingeklemmter Personen verwendet, zum Beispiel Abklappen des
Vorderteils eines Kraftfahrzeuges. Er kann auch zum Abstützen und Aussteifen ver-
wendet werden.
Die Hydraulikpumpe wird an der Einsatzstelle so abgestellt, dass für die Hydraulik-
schläuche genügend Bewegungsfreiheit verbleibt. Die Hydraulikleitungen für Zu- und
Rücklauf werden durch Schließen der Steckkupplungen (in gleicher Art und Weise
wie beim Spreizer) verbunden.
Hinweise zur Sicherheit:
Beim Einsatz des Rettungszylinders ist Gesichtsschutz zu verwenden.
Fuß- und Kopfteil des Rettungszylinders sind sicher an Last und Festpunkt anzu-
setzen. Der Rettungszylinder darf nicht verkantet sein.
Zylinderrohr und Kolbenstange sollen nicht auf Biegung beansprucht werden.

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Die Steckkupplungen der Hydraulikschläuche sind gegen Verschmutzung zu
schützen. Sie sollen nicht unverbunden und ohne Schutzkappe auf dem Boden
abgelegt werden. Ebenfalls sind die Staubschutzkappen der Steckkupplungen
gegen Verschmutzung zu schützen, indem sie nach Schließen der Steckkupplung
miteinander verbunden werden und die Steckkupplung dann erst abgelegt wird.
Der Rettungszylinder kann, sofern er von der Bauart entsprechend geeignet und
ausgerüstet ist, durch Verwendung von zwei Zugketten zum Ziehen von Lasten ein-
gesetzt werden. Die Zugketten werden mit Verbindungselementen am Rettungszylin-
der befestigt. Ansonsten wird sinngemäß wie beim Einsatz des Spreizers zum Ziehen
mit Zugketten verfahren. Der Zug erfolgt durch Einfahren des Hydraulikzylinders.
Zusätzliche Hinweise zur Sicherheit:
Auf sicheres Anschlagen der Zugketten ist zu achten.
Die Ketten sollen nicht verdreht sein.
12.7
Hebekissensysteme
Die Hebekissensysteme sind pneumatisch betriebene Geräte.
Hebekissensysteme werden aufgrund verschiedener Arbeitsdrücke unterteilt in He-
bekissensysteme bis 1 bar und Hebekissensysteme über 1 bar (gebräuchlich 8 bar).
Das Hebekissensystem besteht aus Druckkissen mit Füllschlauch, einer Druckluftfla-
sche mit Druckminderer, einem Luftschlauch zur Verbindung von Druckminderer und
Steuerteil und dem Steuerteil mit Kupplungen zum Anschluss für Luftschlauch und
Füllschläuche. Vom Steuerteil können ein oder zwei Druckkissen betrieben werden.

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Die Druckkissen bis 1 bar sind mit mindestens zwei Vorrichtungen (zum Beispiel Ö-
sen) versehen, an denen sie mit Mehrzweckleinen oder Bindesträngen in Stellung
gebracht werden können.
Vor Inbetriebnahme werden die Druckkissen in Stellung gebracht und nötigenfalls
befestigt. Die Füllschläuche werden am Steuerteil und der Luftschlauch an Steuerteil
und Druckminderer angekuppelt. Die Füllung der Druckkissen wird vom Steuerteil
aus reguliert.
Die Druckkissen sind vor scharfen Kanten und Spitzen, die Beschädigungen verur-
sachen können, zu schützen, zum Beispiel durch Auflegen von Brettern oder Bohlen.
Angehobene Lasten sind durch einen geeigneten Unterbau zu sichern.
Hebekissensysteme bis 1 bar
Zur Vergrößerung der wirksamen Auflagefläche und zum Erzeugen einer besseren
Standsicherheit während des Hebevorgangs sollten zwei Druckkissen nebeneinan-
der verwendet werden.

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Hebekissensysteme über 1 bar
Mit zunehmender Hubhöhe verringert sich die Hubkraft des Druckkissens, da sich die
Oberfläche wölbt und der Druck nicht mehr auf der gesamten Kissenoberfläche wirk-
sam wird.
Es können zwei Druckkissen gleichzeitig eingesetzt werden, sowohl nebeneinander
als auch übereinander.
Beim Einsatz zweier Druckkissen übereinander ist darauf zu achten, dass das kleine-
re Druckkissen oben liegt und immer das untere Druckkissen zuerst befüllt wird. Es
dürfen nicht mehr als zwei Druckkissen übereinander eingesetzt werden.
Hinweise zur Sicherheit:
Beim Einsatz von Druckkissen ist Gesichtsschutz zu verwenden.
Ein Fallen von Lasten auf gefüllte Druckkissen ist zu vermeiden.
Die Befestigungseinrichtungen an den Druckkissen dienen nur zum in Stellung
bringen und Befestigen, beispielsweise mit Mehrzweckleinen.

84
Die Last muss gegen Wegrutschen gesichert sein.
Druckkissen dürfen nicht an Spitzen, scharfen Kanten oder heißen Teilen ange-
setzt werden, punktförmige Belastung ist zu vermeiden. Das Druckkissen ist mög-
lichst ganz unter die Last einzuschieben, mindestens müssen jedoch 75 % der
Kissenfläche unter der Last liegen.
Werden zwei Kissen übereinander verwendet, muss die instabile Lage berück-
sichtigt werden.
Druckkissen müssen bei Schweiß- und Brennarbeiten und vor aggressiven Stof-
fen geschützt werden.
Die Last muss während des Hebens durch Unterbauen gesichert werden.
Nie unter angehobene aber noch nicht gesicherte Lasten treten.
Beim Heben nicht vor das eingeschobene Druckkissen stellen.
Beim Einsatz von Druckkissen sind die Hinweise der Hersteller zu beachten.

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12.8
Hydraulische Winde
Die hydraulische Winde dient zum Heben, Senken und Drücken von Lasten, insbe-
sondere zum Anheben. Mit ihr können zum Beispiel unter Lasten eingeklemmte Per-
sonen befreit werden. Sie kann auch zum Abstützen von Lasten verwendet werden.
Die Last wird auf die Anhebeklaue oder Kopfplatte aufgesetzt.
Die Winde ist mit einer flachen Fußplatte versehen, die durch eine balligrunde Fuß-
platte (Zubehör) ausgetauscht werden kann.
Die Fußplatte der Winde wird in der Regel auf eine Fußlagerplatte (Zubehör)
und/oder eine Unterlage aus Holz gesetzt, die dem sicheren Stand dient.
Die Last wird durch Betätigen des Handrades am Ablassventil abgelassen.
Fußplatte
balligrund
Fußlager-
platte
Zubehör der hydraulischen Winde
Kopfplatte
Pumpenhebel
Handrad für
Ablassventil
Klaue
Fußplatte

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Ein Betrieb der hydraulischen Winde ist in den dargestellten Lagen möglich:
Hinweise zur Sicherheit:
Beim Einsatz der hydraulischen Winde ist Gesichtsschutz zu verwenden.
Die Last muss gegen Wegrutschen gesichert sein.
Beim Ansetzen der Winde ist auf festen und rutschsicheren Stand der Fußplatte
zu achten.
Unterlagen, auf die die Winde aufgestellt wird, müssen ausreichend breit und
bruchsicher sein.
Die Last auf der Kopfplatte oder der Anhebeklaue muss rutschsicher unterlegt
sein.
Die Winde soll nicht zwischen Auflagefläche und Last verkantet sein. Seitliche
Belastung ist nicht zulässig.
Die Last muss beim Heben durch Unterbauen gesichert werden.
Der Angriffspunkt an der Last muss ausreichend fest sein.
Die Winde darf bei Verwendung der balligrunden Fußplatte höchstens bis zu ei-
nem Winkel von 75° zur Fußplatte genutzt werden.
12.9
Hydraulischer Hebesatz
Der hydraulische Hebesatz kann zum Heben, Drücken, Abstützen, Schieben und
Absenken verwendet werden. Er wird in der Regel dann verwendet, wenn andere
Geräte zum Bewegen von Lasten aufgrund der begrenzten Hubkraft nicht mehr ein-
setzbar sind. Der Hebesatz besteht aus einer oder zwei handbetätigten Hydraulik-
pumpen, einem Zweiwege-Verteiler mit Regulierventilen und zwei Verlängerungs-
schläuchen, mehreren Hydraulikzylindern, Verlängerungen, Zubehör (u. a. Druckplat-
> 75°
Bei der links abgebildeten Arbeitsstellung
kann im Bereich von 5 bis 30° die kom-
plette Hubhöhe nicht erreicht werden, da
die Ölmenge nicht voll genutzt werden
kann.

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87
ten und Anhebeklauen) und einem Spreizschnabel. Die Hydraulikzylinder haben
paarweise gleiche Hubkraft und Hubhöhe.
Die Druckplatten können als Kopf- und Fußplatten
verwendet werden.
Die Hydraulikzylinder werden von der handbetätig-
ten Hydraulikpumpe mit Öldruck versorgt. Über den
Zweiwege-Verteiler können gleichzeitig zwei Hyd-
raulikzylinder betrieben werden.
Die Stempel der Hydraulikzylinder können mit Verlängerungsrohren verlängert wer-
den. Die maximale Länge nach Angaben des Herstellers ist zu beachten.
Die Hydraulikzylinder können, wenn der Zwischenraum zwischen Auflagefläche und
Last nicht ausreicht, mit Anhebeklaue seitlich an die Last angesetzt werden.
Der Hubvorgang wird über die Regulierventile des Zweiwege-Verteilers gesteuert.
Der Zweiwege-Verteiler ist deshalb immer in die Hydraulikleitung einzubauen.
Lasten, die auf einer Fläche so aufliegen, dass das Ansetzen von Hydraulikzylindern
oder anderen Geräten zum Heben von Lasten nicht möglich ist, können gegebenen-
falls mit dem Spreizschnabel soweit angehoben werden, dass ein Zwischenraum
entsteht, der den Einsatz von Hydraulikzylindern mit Anhebeklaue oder die Verwen-
dung anderer Geräte zum Heben von Lasten ermöglicht.
Zweiwege-
Verteiler

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Hinweise zur Sicherheit:
Beim Einsatz der Hydraulikzylinder oder des Spreizschnabels ist Gesichtsschutz
zu verwenden.
Die Last ist gegen Wegrutschen zu sichern.
Die Hydraulikzylinder sind standfest und rutschsicher aufzustellen. Unterlagen
müssen ausreichend breit und bruchsicher sein.
Die Last auf dem Kopf des Hydraulikzylinders, der Druckplatte oder der Anhe-
beklaue muss rutschsicher unterlegt sein.
Die Hydraulikzylinder sollen nicht zwischen Auflagefläche und Last verkantet sein.
Seitliche Belastung ist nicht zulässig.
Die Last muss beim Heben durch Unterbauen gesichert werden.
Die Steckkupplungen der Hydraulikschläuche sind gegen Verschmutzung zu
schützen. Sie sollen nicht unverbunden und ohne Staubschutzkappe auf dem
Boden abgelegt werden. Ebenfalls sind die Staubschutzkappen der Steckkupp-
lungen gegen Verschmutzung zu schützen, indem sie nach Schließen der Steck-
kupplung miteinander verbunden werden und die Steckkupplung dann erst abge-
legt wird.

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13
Trennen
13.1
Kappmesser und Gurtmesser
Kappmesser und Gurtmesser werden verwendet zum Trennen von Gurten, zum Bei-
spiel von Sicherheitsgurten in Kraftfahrzeugen, zum Trennen von Leinen oder Binde-
strängen und zum Öffnen und Entfernen von Polstern oder Verkleidungen.
13.2
Holzaxt
Die Holzaxt dient zum Spalten, Entasten und Kantenbrechen von Holz, zum Fällen
von Bäumen und Anspitzen von Pfählen.
Hinweise zur Sicherheit:
Die Axt darf nicht als Spaltkeil, Hammer oder Hebel verwendet werden.
Keine Rundschläge ausführen.
Kontrolle des festen Sitzes der Axtköpfe auf dem Stiel.

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13.3
Bolzenschneider
Der Bolzenschneider für Rundmaterial bis 12 mm Durchmesser dient zum Trennen
von Metallstäben, Zäunen, Drähten u. a.
Hinweise zur Sicherheit:
Beim Einsatz des Bolzenschneiders ist Gesichtsschutz zu verwenden.
Es dürfen keine unter Spannung stehenden elektrischen Leitungen getrennt wer-
den.
Der Bolzenschneider soll nicht an gehärteten Metallstücken eingesetzt werden.
Zug- und Druckspannung sind zu beachten.
Vor dem Abtrennen von freistehenden Enden sind diese gegen Wegschnellen zu
sichern.

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13.4
Motorkettensäge
Die Motorkettensäge ist ein Arbeitsgerät zum Trennen und Schneiden von Holz so-
wie zum Fällen von Bäumen.
Bei Inbetriebnahme der Motorkettensäge sind folgende Anweisungen zu beachten:
Füllstand vom Kraftstoff- und Kettenschmierölbehälter prüfen!
Beim Tanken Zündquellen vermeiden!
Kettenspannung und Kettenschärfe prüfen!
Kette nicht bei laufendem Motor nachspannen, zur Prüfung der Kettenspannung
Motor abstellen, Schutzhandschuhe benutzen!
Motorkettensäge beim Starten auf dem Boden sicher abstützen und festhalten!
Die Führungsschiene muss freistehen. Die Kette darf keine Berührung mit ande-
ren Gegenständen haben.
Funktion der Kettenbremse kontrollieren!
Vor Beginn der Sägearbeit Kettenschmierung überprüfen!
Hinweise zur Sicherheit:
Arbeiten mit Motorkettensägen dürfen nur von speziell ausgebildeten Personen
durchgeführt werden.
Beim Einsatz der Motorkettensäge ist Gesichtsschutz zu verwenden und es ist
Schnittschutzkleidung (Beinlinge oder Schnittschutzhose mit rundumlaufenden
Schnittschutzeinlagen) zu tragen.

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Bei Arbeiten mit der Motorkettensäge muss grundsätzlich Gehörschutz getragen
werden.
Beim Sägen ist auf sicheren Stand zu achten. Der Einsatz der Motorkettensäge
von tragbaren Leitern aus ist nicht zulässig.
Im Wirkungsbereich der Motorkettensäge dürfen sich keine anderen Personen
aufhalten. Beim Einsatz der Motorkettensäge vom Rettungskorb der Drehleiter
aus soll sich nur der Sägenführer im Korb aufhalten.
Vom Rettungskorb aus sollen nur Motorsägen bis zu 6,5 kg Gesamtgewicht und
einer Schienenlänge von bis zu 40 Zentimetern eingesetzt werden.
Säge immer mit beiden Händen halten.
Mit laufender Säge nicht rückwärts gehen.
Nicht über Schulterhöhe sägen.
Bei Standortwechsel stets Kettenbremse einlegen.
Zug- und Druckspannungen beim Sägen beachten.
Anmerkung:
Anstelle eines Feuerwehrhelms mit Gesichtsschutz kann auch ein zugelassener
Schutzhelm für Forstarbeiten (mit integriertem Gesichts- und Gehörschutz) getragen
werden.

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13.5
Trennschleifmaschine
Die Trennschleifmaschine wird zum Trennen von Metallteilen und von Gestein ver-
wendet. Der Antrieb erfolgt durch Elektro- oder Verbrennungsmotor.
Vor Inbetriebnahme der Trennschleifmaschine ist die für den Einsatz erforderliche
Trennscheibe für Metall oder Stein einzusetzen.
Hinweise zur Sicherheit:
Beim Einsatz der Trennschleifmaschine ist die Schutzbrille (Korbbrille) zu tragen.
Die Trennscheiben müssen für die zu erreichenden Umfangsgeschwindigkeiten
zugelassen sein.
Der Handschutz an der Trennschleifmaschine darf, auch zum Zweck besserer
Handhabung des Geräts, nicht entfernt werden.
Die Trennschleifmaschine ist immer mit beiden Händen festzuhalten, auf festen
Stand ist zu achten.
Vor Gebrauch Trennscheibe auf Schäden kontrollieren.
Nicht über Schulterhöhe schleifen.

94
Die Trennschleifmaschine soll erst nach Erreichen der Betriebsdrehzahl an der
Schnittstelle angesetzt werden.
Die Trennrichtung soll nach dem Ansetzen nicht mehr verändert werden.
Die Schnitttiefe soll maximal ein Drittel des Scheibenradius betragen.
Standortwechsel erst nach Stillstand des Geräts durchführen.
Die Trennschleifmaschine darf nicht in explosionsgefährdeten Bereichen verwen-
det werden.
Leicht entzündliche Stoffe im Wirkbereich von Trennfunken können zur Zündung
gebracht werden. In der Regel sind Löschmittel bereitzuhalten.
Wenn mit dem Freiwerden von Atemgiften zu rechnen ist, muss geeigneter Atem-
schutz getragen werden.
Personen im Wirkungsbereich von Trennfunken müssen geschützt werden.
Sofern das Gerät vorübergehend nicht benutzt wird und vor dem Wechseln der
Trennscheibe ist bei elektrisch betriebenen Geräten der Netzstecker zu ziehen.
13.6
Schneidgerät
Das Schneidgerät ist ein hydraulisch betriebenes Gerät zum Retten eingeschlosse-
ner oder eingeklemmter Personen. Es dient insbesondere zum Trennen von Teilen
aus Metall, wie beispielsweise von Türpfosten und Dachholmen an Kraftfahrzeugen.
Mit dem Schneidgerät dürfen keine gehärteten Metallstücke, wie Lenksäulen, Achsen
oder Maschinenteile, getrennt werden.
Schneidgerät mit handbetriebener Hydraulikpumpe
Das Schneidgerät, die handbetriebene Hydraulikpumpe und das Zubehör werden mit
dem Transportkasten an der Einsatzstelle bereitgestellt. Die an dem Schneidgerät
und an der handgetriebenen Hydraulikpumpe befindlichen Hydraulikschläuche wer-
den durch Schließen der Steckkupplungen verbunden. Das Gerät ist damit betriebs-
bereit.

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Schneidgerät mit motorgetriebener Hydraulikpumpe
Die motorgetriebene Hydraulikpumpe wird an der Einsatzstelle so abgestellt, dass für
die Hydraulikschläuche genügend Bewegungsfreiheit verbleibt. Das Schneidgerät
wird durch das Schließen der Steckkupplungen mit der Hydraulikpumpe verbunden.

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Zwischen der motorgetriebenen Hydraulikpumpe mit Elektroantrieb und dem Strom-
erzeuger wird eine Leitungsverbindung (Stromversorgung) aufgebaut und die Hyd-
raulikpumpe an diese Leitung angeschlossen. Nach Inbetriebnahme des Stromer-
zeugers ist das Gerät damit einsatzbereit.
Hinweise zur Sicherheit:
Beim Einsatz des Schneidgeräts ist Gesichtsschutz zu verwenden.
Das Schneidgerät darf nicht an gehärteten Metallstücken eingesetzt werden.
Die Steckkupplungen der Hydraulikschläuche sind gegen Verschmutzung zu
schützen. Sie dürfen nicht unverbunden und ohne Staubschutzkappe auf dem
Boden abgelegt werden. Ebenfalls sind die Staubschutzkappen der Steckkupp-
lungen gegen Verschmutzung zu schützen, indem sie nach Schließen der Steck-
kupplung miteinander verbunden werden und die Steckkupplung dann erst abge-
legt wird.
Vor dem Abtrennen von freistehenden Enden sind diese gegen Wegschnellen zu
sichern.
Immer rechtwinklig ansetzen und nicht verkanten.

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13.7
Brennschneidgerät
Das Brennschneidgerät dient zum Trennen von Stahlteilen. Es können auch gehärte-
te Stahlteile getrennt werden.
Das Brennschneidgerät besteht aus Tragegestell, Sauerstoff-Flasche und Acetylen-
Flasche mit Druckminderer, Schneidbrenner mit Schneiddüse, einem Satz Gas-
schläuche für Sauerstoff und Acetylen sowie Zubehör. Als Reserve werden zwei
Sauerstoff-Flaschen und eine Acetylen-Flasche mitgeführt.
Vor Benutzung des Gerätes ist eine Schneiddüse, die der Dicke des zu schneiden-
den Materials entspricht, auszuwählen und an den Brenner anzuschließen.
Vorbereitung der Inbetriebnahme, Einstellen des erforderlichen Betriebszustandes
und Außerbetriebnahme sind nach den Anweisungen des Herstellers durchzuführen.
Bei Brennschneidarbeiten muss mit der Entzündung brennbarer Stoffe gerechnet
werden.
Hinweise zur Sicherheit:
Bei Einsatz des Brennschneidgeräts ist eine spezielle Schutzbrille für Brenn-
schneidarbeiten, die als Zubehör mitgeführt wird, zu verwenden.
Schneidflamme nur mit zugelassenem Gerät entzünden! Kein Feuerzeug ver-
wenden.
Die allgemeinen Sicherheitsregeln für den Umgang mit Sauerstoff und Acetylen
sind zu beachten.
Das Gerät und Reserveflaschen sind mindestens drei Meter von der Arbeitsstelle
entfernt aufzustellen.

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Die Gasschläuche sind gegen Beschädigungen zu schützen.
Brennschneidarbeiten dürfen nicht in explosionsgefährdeten Bereichen durchge-
führt werden.
Leicht entzündliche Stoffe im Wirkbereich der Schneidfunken und des heißen
Gasstrahls können zur Zündung gebracht werden.
Grundsätzlich sind bei Brennschneidarbeiten Löschgeräte mit geeigneten Lösch-
mitteln bereitzuhalten.
Personen im Wirkbereich von Schneidfunken und heißen Gasen müssen zum
Beispiel durch Abdecken geschützt werden.
Bei Brennschneidarbeiten in geschlossenen Räumen muss für ausreichende Be-
lüftung mit Umluft gesorgt werden.
Bei Gefahr durch Atemgifte (zum Beispiel Dämpfe von Farbanstrichen) ist geeig-
neter Atemschutz zu tragen.
13.8
Plasmaschneidgerät
Das Plasmaschneidgerät dient zum Trennen von metallischen leitfähigen Stoffen.
Die durch den Brenner strömende Luft wird ionisiert. Der so gebildete Plasmastrahl
hat eine sehr hohe Energiedichte und mit 10.000 – 20.000 °C eine sehr hohe Tempe-
ratur, wodurch der metallische Werkstoff geschmolzen und aus der Schnittfuge her-
aus getrieben wird.
Das Plasmaschneidgerät besteht aus Stromquelle, Handbrenner mit Zuleitungen,
Masseanschluss sowie Druckluftversorgung (in der Regel Druckluftflasche mit 300
bar und Druckminderer). Zur Inbetriebnahme muss das Gerät an einen Stroman-
schluss angeschlossen werden.

99
Zum Betrieb des Plasmaschneidgeräts ist eine ausreichend starke Stromversorgung
(mindestens 8 kVA) sicherzustellen. Die Hinweise und Gebrauchsanleitungen der
Hersteller sind zu beachten.
Hinweise zur Sicherheit:
Zum Schutz vor UV-Strahlung, Funkenflug und heißem Metall vollständige Feu-
erwehrschutzkleidung, Feuerwehrschutzhandschuhe (Leder), Feuerwehrsicher-
heitsschuhwerk und Feuerwehrhelm tragen. Das Tragen einer Lederschürze wird
empfohlen.
Zum Schutz der Augen vor starker sichtbarer und unsichtbarer (ultravioletter und
infraroter) Strahlung Schweißerschutzbrille tragen.
Andere anwesende Personen warnen, nicht in den Lichtbogen zu schauen.
Das Einatmen von Schneidrauch ist gesundheitsschädlich, Kopf von Dämpfen
fernhalten; bei Gefahr durch Atemgifte geeigneten Atemschutz tragen.
Beim Plasmaschneiden in Innenräumen für eine ausreichende Belüftung mit Um-
luft sorgen.
Vor dem Schneiden jegliche Brennstoffe, wie z. B. Feuerzeuge oder Streichhöl-
zer, aus den Taschen entfernen.
Hände von der Brennerspitze entfernt halten (Verbrennungsgefahr).
Den Plasmaschneidstrahl nicht auf Personen und Tiere richten.
Personen in der Nähe des Plasmastrahls müssen geschützt werden (z. B. Abde-
cken).
Brennbare Materialien in der Nähe der zu trennenden Metalle entfernen oder ab-
decken.
Brandschutz, z. B. durch Bereitstellen von Pulverlöschern, sicherstellen.
Plasmaschneidarbeiten dürfen nicht in explosionsgefährdeten Bereichen durch-
geführt werden.
Keine Behälter schneiden, die möglicherweise brennbare Materialien enthalten –
sie müssen zuerst entleert und gereinigt werden.
Keine unter Druck stehenden Zylinder, Rohre oder geschlossenen Behälter
schneiden.
Nicht isolierte Teile des Brenners, des Werkstückes sowie alle damit verbunde-
nen Teile (elektrisch verbunden) nicht berühren.

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14
Abstützen
14.1 Abstützen von Lasten bei Hebevorgängen
Bei Hebevorgängen muss die Last während des Anhebens und späteren Absenkens
durch Unterbauen gegen Abrutschen und Ausweichen gesichert werden. Das Unter-
bauen ist mit geeignetem Unterbaumaterial durchzuführen (Kantenhölzer, Holzplat-
ten, Formholz, Holzkeile, Kunststoffkeile, Kunststoffplatten u. a.).
Der Aufenthalt von Personen unter nicht gesicherten Lasten ist nicht zulässig. Die
Last muss vorher durch Unterbauen oder Abstützen gesichert werden.
Es ist darauf zu achten, dass die Stützkonstruktion nicht wegrutschen oder ausbre-
chen kann.

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14.2 Senkrechte und waagerechte Abstützungen
Auf Rüstwagen werden Stützen aus Stahlrohr mitgeführt. Sie sind innerhalb be-
stimmter Maße verstellbar und können so der jeweils erforderlichen Länge angepasst
werden. Sie können zum Aussteifen von Gräben und Abstützen von einsturzgefähr-
deten Bauteilen (z. B. Decken) verwendet werden. Zur Lastverteilung bei vertikaler
Abstützung ist die Stütze auf ein Brett oder Kantholz zu stellen und am Kopf eben-
falls ein Kantholz anzubringen. Die Stütze ist gegen Umfallen zu sichern (z. B. durch
Annageln zum oberen und unteren Kantholz, Verkeilen u. a.).
Die erforderliche Anzahl der Stützen ist von deren Tragfähigkeit und der zu stützen-
den Last sowie der Stützhöhe abhängig.
Stehen Stahlrohrstützen nicht zur Verfügung, werden Rundholzstützen (Stempel)
bzw. Kanthölzer mit entsprechenden Querschnitten verwendet, die auf entsprechen-
de Länge geschnitten werden. Die Stützen werden durch Antreiben von zwei Hart-
holzkeilen am Fuß der Stütze festgesetzt. Der Kopf der Stütze wird am horizontalen
Kantholz mit Bauklammern oder kurzen Brettern als Lasche befestigt.

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Hinweise zur Sicherheit:
Die zulässige Belastung der Stützen sollen nicht überschritten werden.
Stützen müssen gegen Umfallen und Kippen gesichert werden.
Beim Tragen der Stahlrohrstützen darauf achten, dass das Innenteil nicht heraus-
fällt.
15
Transportieren von Verletzten
15.1 Krankentrage
Die Krankentrage dient zum Transportieren von Verletzten oder nicht gehfähigen
Personen.
Die Krankentrage wird einsatzbereit gemacht und zusammen mit der Krankenhaus-
decke bereitgestellt.
Die verletzte Person ist unter Anwendung der Regeln der Ersten Hilfe auf der Kran-
kentrage zu lagern. Vor dem Transportieren sind die Anschnallgurte zu schließen
und die Tragholme herauszuziehen. Beim Retten aus Höhen und Tiefen mit der
Krankentrage wird die Person zusätzlich mittels einer Feuerwehrleine auf der Trage
fest eingebunden.
Getragen wird in der Regel in Blickrichtung der verletzten beziehungsweise nicht
gehfähigen Person. Der Truppführer, der am Kopfende der Trage steht, gibt Anwei-
sungen zum gleichmäßigen Anheben, Tragen und Absetzen.

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15.2 Rettungstuch
Das Rettungstuch dient dem behelfsmäßigen Transportieren von Verletzten oder
nicht gehfähigen Personen, insbesondere bei ungünstigen räumlichen Verhältnissen.
Es ist von mindestens drei Feuerwehrangehörigen zu tragen.
Verletzungen des Beckens und der Wirbelsäule oder andere schwerwiegende Ver-
letzungen können die Verwendung des Rettungstuches ausschließen.
Das Rettungstuch kann durch Einschieben von Latten oder Stangen in die durchge-
henden Seitentaschen stabilisiert werden. Es wird dann in gleicher Art und Weise
verwendet wie die Krankentrage.

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15.3 Schleifkorbtrage
Die Schleifkorbtrage wird dort eingesetzt, wo herkömmliche Krankentragen schwierig
einsetzbar sind. Die Korbtrage kann waagerecht und senkrecht benutzt werden.
Durch die stabile Bauweise kann der Korb als Schleifkorb oder aber auch als Abseil-
korb benutzt werden. Vier große metallverstärkte Ringe zum Einhaken von Karabi-
nern sind in den Seiten eingearbeitet (siehe Pfeile). Die Innenseite ist mit einer Matte
ausgelegt, die Stöße abfängt und mildert. Standardmäßig ist eine verstellbare Fuß-
stütze vorhanden. Zum Weitertransport kann die Schleifkorbtrage auf jede herkömm-
liche Krankentrage gelagert werden, wodurch ein Umlagern nicht nötig ist.

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5.4 Schaufeltrage
Die Schaufeltrage dient zum schonenden und sicheren Aufheben und Umlagern von
Verletzten. Die beiden Schaufelteile werden geöffnet, seitlich unter den Verletzten
geschoben und wieder geschlossen. Der Verletzte kann nun vorsichtig angehoben
und umgelagert werden. Die Verwendung der Schaufeltrage ist insbesondere beim
Verdacht auf Wirbelsäulenverletzungen empfehlenswert.

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106
16
Leinen und Seile
16.1 Handhabung von Leinen und Seilen
Im Feuerwehrdienst werden Feuerwehrleinen, Mehrzweckleinen und Kernmantelsei-
le verwendet.
Die F e u e r w e h r l e i n e dient als Rettungs-, Sicherungs- und Signalleine sowie
sonstigen unmittelbar mit dem Einsatz in Zusammenhang stehenden Zwecken.
Die M e h r z w e c k l e i n e ist eine rot eingefärbte Leine, die z. B. als Ventilleine,
Absperrleine oder Bindeleine verwendet wird.
K e r n m a n t e l s e i l e werden bei der Sicherung in absturzgefährdeten Bereichen
verwendet. Bei dieser Tätigkeit kommen nur Dynamikseile zur Anwendung.
Feuerwehrleine
Mehrzweckleine
Kernmantel-Dynamikseil

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107
16.2 Knoten, Stiche und Brustbund
Knoten und Stiche werden zur Herstellung von Leinen- und Seilverbindungen als
Befestigungsknoten, als Verbindungsknoten und als Bremsknoten verwendet.
Zum Binden von Knoten können die Schutzhandschuhe ausgezogen werden.
Halbschlag
Der Halbschlag dient z. B. zum Führen von Geräten beim Hochziehen sowie bei der
Einbindung von Personen auf Krankentragen.
Doppelter Ankerstich
Der doppelte Ankerstich dient u. a. zum Befestigen von Geräten beim Hochziehen.

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Zimmermannsschlag
Der Zimmermannsschlag ist ein Befestigungsknoten.
Er dient z. B. zum Anbringen von Sicherungsleinen (Atemschutztrupp) und zum
Hochziehen von Gegenständen.
Spierenstich
Der Spierenstich dient zur Sicherung von Knoten.

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Mastwurf
Der Mastwurf ist ein Befestigungsknoten. Er dient zum Anschlagen, beim Selbstret-
ten, zum Halten und zum Auffangen.
Ein Mastwurf kann gelegt oder gebunden werden.
Weiterhin wird er u. a. verwendet zum Befestigen beim Hochziehen von Geräten,
zum Befestigen der Halteleine am vorgesehenen Anschlagpunkt und zum Befestigen
des Auszugseils der Schiebleiter.
Der Mastwurf ist generell durch einen Spierenstich zu sichern.
Mastwurf legen
Zwei Halbschläge zum Mastwurf legen.
... Mastwurf überschieben, festziehen
und durch Spierenstich sichern.

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110
Mastwurf binden
1. Phase
2. Phase
3. Phase
4. Phase
Sicherung durch Spierenstich

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111
Achterknoten
Der Achterknoten ist ein Verbindungs- und Befestigungsknoten. Er dient vorrangig
zur Einbindung im Auffanggurt beim Halten und Auffangen sowie als Befestigungs-
punkt am Ende der Feuerwehrleine bzw. des Dynamikseils.
Der Achterknoten kann gestochen und gebunden werden.
Phasen des Einbindens mit einem Achterknoten
1. Phase
2. Phase

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112
3. Phase
4. Phase
5. Phase
6. Phase
Sicherung mit Spierenstich

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113
Schotenstich
Der einfache Schotenstich dient zum Verbinden zweier Leinen.
Der Schotenstich mit Aufziehschlaufe kann unter Belastung durch Aufziehen der
Schlaufe sofort gelöst werden.
Der Schotenstich darf nicht zur Personensicherung und Personenrettung eingesetzt
werden.

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114
Halbmastwurf
Der Halbmastwurf dient bei Verwendung einer Feuerwehrleine als Bremsknoten
beim Selbstretten und zum Halten.

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Brustbund
Die Feuerwehrleine wird der zu haltenden Person um den Nacken gelegt und so
nach vorn geführt, dass das freie Leinenende den Boden berührt. Beide Enden wer-
den unter den Armen zum Rücken geführt, dort verschlungen (gekreuzt) und wieder
nach vorn geführt.
Feuerwehrleine um den Nacken legen.
Brustbund – Rückenansicht.

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Pfahlstich
Der Brustbund wird durch einen Pfahlstich über der Brust straff sitzend geschlossen
und durch einen Spierenstich gesichert.
1. Phase – Pfahlstich
2. Phase – Pfahlstich
3. Phase – Pfahlstich
4. Phase – Pfahlstich

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117
1. Phase Spierenstich
2. Phase Spierenstich
Gesamtansicht Brustbund

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16.3 Befestigung und Hochziehen von Geräten
Befestigen und Hochziehen am Beispiel der Feuerwehraxt
Verwendet werden Mastwurf und Halbschlag. Anstelle des Mastwurfs kann auch der
doppelte Ankerstich angewendet werden.
Das Abhalten vom Gebäude erfolgt mit dem freien Ende der Feuerwehrleine.

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Befestigen und Hochziehen von Strahlrohr und Schlauch
Verwendet werden Mastwurf und Halbschlag. Das Abhalten vom Gebäude erfolgt
hier mit dem Schlauch.
Das Befestigen und Hochziehen anderer Geräte erfolgt sinngemäß.

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16.4 Einlegen der Feuerwehrleine in den Feuerwehrleinenbeutel
Die Feuerwehrleine ist so in den Feuerwehrleinenbeutel einzulegen, dass sie im
Einsatzfall frei ablaufen kann. Eine Hand hält den Feuerwehrleinenbeutel, die Feu-
erwehrleine läuft durch die Hand. Die andere Hand legt die Feuerwehrleine ein.
Eine Sichtprüfung der Feuerwehrleine kann mit dem Einlegen in den Feuerwehrlei-
nenbeutel kombiniert werden. In diesem Fall werden keine Handschuhe getragen.

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16.5 Einlegen des Kernmantel-Dynamikseils in ein Transportbehältnis
Das Kernmantel-Dynamikseil ist so in den Seilsack einzulegen, dass es im Einsatz-
fall frei ablaufen kann.
Das zuerst eingelegte Ende wird am Seilsack z. B. durch einen Mastwurf befestigt.
Danach erfolgt das Einlegen des Kernmantel-Dynamikseils. Der einfache Achterkno-
ten wird zweckmäßigerweise
in das freie Seilende eingebunden und obenauf gelegt.

122
17
Sichern in absturzgefährdeten Bereichen
17.1 Halten
Halten ist das Sichern von gefährdeten Personen und Einsatzkräften mit dem Ziel,
einen Absturz auszuschließen. Der Begriff des Haltens beschreibt nur solche Situati-
onen, bei denen ein Kernmantel-Dynamikseil bzw. eine Feuerwehrleine zur Siche-
rung oberhalb des zu Haltenden geführt wird. Das heißt, die gesicherte Person wird
beim Abrutschen von der Standfläche sofort von Auffanggurt und Kernmantel-
Dynamikseil bzw. Feuerwehr-Haltegurt und Feuerwehrleine so von oben gehalten,
dass sie nicht abstürzen oder weiterrutschen kann. Dabei ist darauf zu achten, dass
die Feuerwehrleine bzw. das Kernmantel-Dynamikseil immer straff auf Zug gehalten
wird. Der Haltende darf sich nicht im absturzgefährdeten Bereich befinden.
Eine weitere Form des Haltens ist das Rückhalten von Personen. Es dient der Ein-
schränkung des Bewegungsraumes der zu sichernden Einsatzkraft. Ein Absturz wird
ausgeschlossen, wenn verhindert wird, dass der Gesicherte die Absturzkante er-
reicht.
Einsatzbeispiele sind Tätigkeiten auf Böschungen, Leitern und Flachdächern.
Ein freies Hängen in der Feuerwehrleine ist nicht zulässig. Die einzige Ausnahme
besteht beim Selbstretten.
Geräte zum Halten sind:
alle Geräte, die zum Auffangen verwendet werden (Anwendung siehe Kapitel
17.2).
Stehen diese Geräte nicht zur Verfügung, so können auch
der Feuerwehr-Haltegurt und
die Feuerwehrleine
eingesetzt werden.
17.1.1 Halten mit Feuerwehrleine
Beim Halten mit der Feuerwehrleine wird die zu haltende Person mit einem Brust-
bund (siehe Kapitel 16.2) in die Feuerwehrleine eingebunden.
Die zu haltende Person befindet sich unterhalb der Führung der Feuerwehrleine.

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Die Selbstsicherung und die Halbmastwurfsicherung (HMS) müssen sich gemeinsam
in einer Halteöse des Feuerwehr-Haltegurtes befinden. Nur so ist der Haltende nicht
direkt in die Sicherungskette integriert. Er kann sich ohne fremde Hilfe befreien bzw.
die Person ablassen, falls die Sicherung beansprucht wird.
Um einen sicheren Stand des haltenden Feuerwehrangehörigen ständig zu gewähr-
leisten, ist eine Selbstsicherung notwendig.
Die Selbstsicherung erfolgt mit dem Sicherungsseil seines Feuerwehr-Haltegurtes an
einem geeigneten Anschlagpunkt (vergleiche hierzu Kapitel 17.1.2).
Der Anschlagpunkt ist so zu wählen, dass der zu Haltende beobachtet werden kann.
Ist dies nicht möglich, sichert sich der haltende Feuerwehrangehörige an einem An-
schlagpunkt mit der Feuerwehrleine. Mittels Achterknoten wird eine Schlaufe als An-
schlagpunkt in der Feuerwehrleine gebunden. Das Sicherungsseil des Feuerwehr-
Haltegurtes wird durch die entstandene Schlaufe des Achterknotens geführt und der
Karabinerhaken anschließend in die Halteöse eingeklinkt.

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124
Der Haltende führt die Feuerwehrleine mit Hilfe eines Halbmastwurfes an der ge-
schlossenen Halteöse seines Feuerwehr-Haltegurtes.
Hierbei ist darauf zu achten, dass das Einbinden des zu Haltenden in den Brustbund
erst nach Anbringen des Halbmastwurfs durchgeführt werden kann.
17.1.2 Selbstsicherung mit Feuerwehr-Haltegurt
Der Feuerwehrangehörige sichert sich mit dem Sicherungsseil des Feuerwehr-
Haltegurtes, indem er es um einen geeigneten Anschlagpunkt schlingt und den Ka-
rabinerhaken in die geschlossene Halteöse einklinkt. Ein Anschlagen direkt mit dem
Karabinerhaken ist nicht zulässig.
Im Einsatz muss der Feuerwehrangehörige die Belastbarkeit des Anschlagpunktes
abschätzen. Anschlagpunkte können zum Beispiel Holme von gegen Umfallen gesi-
cherten tragbaren Leitern oder massive Treppengeländer sein. Der Anschlagpunkt
muss sich immer oberhalb des Feuerwehr-Haltegurtes befinden, um einen Sturz
auszuschließen.

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125
17.2 Auffangen
Auffangen ist die Sicherung von Einsatzkräften, die Tätigkeiten in absturzgefährdeten
Bereichen ausführen müssen, bei denen ein freier Fall nicht auszuschließen ist.
Hierzu ist der Gerätesatz Absturzsicherung notwendig. Dieser Gerätesatz wird in Be-
reichen eingesetzt, in denen es aus strukturellen und räumlichen Bedingungen zu
einem Unfall durch Absturz kommen kann, obwohl diese, abgesehen vom Risiko,
ohne Hilfsmittel erreichbar wäre.
Eine Absturzgefahr besteht immer dann, wenn sich der Anschlagpunkt des Kernman-
tel-Dynamikseils auf gleicher Höhe oder unterhalb des Feuerwehrangehörigen befin-
det oder wenn das Kernmantel-Dynamikseil nicht ständig straff geführt werden kann.
Ein freies Hängen im Kernmantel-Dynamikseil ist nicht zulässig.

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126
17.2.1 Seilsicherung mit Geräten zum Auffangen
Legen des Halbmastwurfes in den HMS-Doppelverschlusskarabiner:
1. Phase
2. Phase
3. Phase
4. Phase
Zur Halbmastwurfsicherung mit Kernmantel-Dynamikseil darf nur ein HMS-
Doppelverschlusskarabiner verwendet werden. Die Sicherung mit Kernmantel-
Dynamikseil am Karabinerhaken des Feuerwehr-Haltegurtes ist nicht zulässig.
Um die Bremskraft optimal auszunutzen, sind die zwei Seilstränge möglichst parallel
zu führen.
Beim Auffangen kommen zwei Grundvarianten der Seilsicherung zur Anwendung.
Endlosbandschlinge und Halbmastwurfsicherung (HMS)
Die Endlosbandschlinge wird an einem geeigneten Anschlagpunkt befestigt, der
HMS-Doppelverschlusskarabiner in diese Schlinge eingeklinkt und anschließend die
HMS in den Karabiner eingelegt. Bei dieser Methode ist ca. 1 – 2 m vor Seilende ein
Achterknoten zu binden.

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Mastwurf-Achterknoten mit Schlaufe-HMS
Wenn der Anschlagpunkt zu groß für eine Endlosbandschlinge ist oder verlegt wer-
den muss, ist eine andere Methode erforderlich.
Das Kernmantel-Dynamikseil wird an einem geeigneten Anschlagpunkt mittels
Mastwurf angeschlagen und zusätzlich mit einem Spierenstich gesichert.

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In das angeschlagene Kernmantel-Dynamikseil wird mit einem Achterknoten eine
Schlaufe gebunden (vergleiche hierzu Abbildung 1 im Kapitel 17.1.1). In diese
Schlaufe wird ein HMS-Doppelverschlusskarabiner eingeklinkt, in dem der Halb-
mastwurf eingelegt wird.

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17.2.2 Sichern im absturzgefährdeten Bereich
Beispiel einer Einsatzstelle
Halbmastwurf-Sicherung im Gebäude

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130
Zwischensicherung im Dachbereich an einem ausreichend stabilen Bauteil, z. B.
Sparren…
Anlegen des Auffanggurtes
Der Feuerwehrangehörige legt den Auffanggurt an. Alle Verschlüsse sind straff zu
ziehen und die Gurtenden mit den dazugehörigen Sicherungsschnallen zu sichern.
Das Kernmantel-Dynamikseil muss am Auffanggurt mit einem gesteckten Achterkno-
ten in die dafür vorgesehene Fangöse oder -schlaufe eingebunden werden.

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131
Zwischensicherungen
Bei Bewegungen in absturzgefährdeten Bereichen sind Zwischensicherungen (zu-
sätzliche Umlenkpunkte) anzubringen.
Beim vertikalen Vorstieg sind Zwischensicherungen grundsätzlich in den Höhen von
2 m, 3 m, 4 m, 5 m, 7 m, .... erforderlich.
Beim horizontalen Vorstieg sind anfänglich Abstände kleiner als 2 m erforderlich.
Als Zwischensicherungen werden Bandschlingen in Verbindung mit je einem Karabi-
nerhaken mit Verschlusssicherung verwendet. Die Bandschlinge wird um einen ge-
eigneten Anschlagpunkt gelegt und mit einem derartigen Karabiner verbunden. Beim
Anbringen der Zwischensicherungen muss die Bandschlinge durch mehrmaliges
Umschlingen des Anschlagpunktes so gekürzt und gegen Verrutschen fixiert werden,
dass keine Sturzstreckenverlängerung auftritt. In diesen Karabiner wird das Kern-
mantel-Dynamikseil eingelegt und die Klinke gesichert.
Zwischensicherungen ohne Karabinerhaken mit Verschlusssicherung und nur mit
Bandschlingen sind in keinem Fall zulässig!

132
17.3 Hinweise zur Sicherheit
Feuerwehrleine bzw. Kernmantel-Dynamikseil immer straff führen.
Feuerwehrleine bzw. Kernmantel-Dynamikseil vor scharfen Kanten schützen.
Karabiner immer gegen unbeabsichtigtes Öffnen sichern.
Klinkenbelastung der Karabiner vermeiden.
Der Feuerwehr-Haltegurt ist nur bei den Methoden Halten und Rückhalten in Ver-
bindung mit der als Halbmastwurfsicherung (HMS) zulässig. Hierzu ist die Halteö-
se zu verwenden.
Der Karabinerhaken des Feuerwehr-Haltegurtes darf nicht zur Halbmastwurfsi-
cherung (HMS) verwendet werden.
Persönliche Schutzausrüstung zur Absturzsicherung ist bestimmungsgemäß zu
verwenden.
Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz darf im Einsatz nur durch solche
Personen benutzt werden, die über eine nach Landesrecht beziehungsweise den
Grundsätzen der Unfallversicherungsträger vorgeschriebene Ausbildung verfü-
gen.
Auf der Bremsseite der Halbmastwurfsicherung (HMS) wird eine zweite Einsatz-
kraft als Sicherungsmann eingesetzt.
Vor Einsätzen und Übungen muss ein Partnercheck (Vier-Augen-Prinzip) erfol-
gen! Dabei sind insbesondere Anschlagpunkte, Karabinerverschlüsse, Knoten
und Halbmastwurfsicherung zu überprüfen.

133
18
Retten und Selbstretten
18.1 Retten
18.1.1 Retten mit Gerätesatz Absturzsicherung
Möglichkeiten zur Rettung in Verbindung mit dem Gerätesatz Absturzsicherung be-
schränken sich auf:
Erstsicherung des zu Rettenden und lebensrettende Sofortmaßnahmen, die sich
auf Erhaltung bzw. Wiederherstellung von Atmung, Kreislauf und Herztätigkeit
richten,
gesichertes Zurückführen aus dem absturzgefährdeten Bereich nur, wenn die zu
rettende Person dazu in der Lage ist. Dabei ist der zu rettenden Person ein Auf-
fanggurt anzulegen,
Ablassen einer Person nach einem Sturz ins Sicherungsseil,
Selbstrettung.
Darüber hinaus gehende Maßnahmen sind von Einheiten der speziellen Rettung aus
Höhen und Tiefen durchzuführen.
18.1.2 Retten mit Feuerwehrleine
Die Feuerwehrleine ist der zu rettenden Person mit Brustbund, wie in Kapitel 16.2
beschrieben, anzulegen. Die Methode darf nicht angewendet werden, wenn die Ge-
fahr eines Absturzes besteht.
18.1.3 Retten über Leitern
Beim Retten über Leitern der Feuerwehr ist, soweit es die Lage erfordert und zulässt,
die zu rettende Person beim Absteigen mit einer Feuerwehrleine zu sichern.
Beim Retten über die Drehleiter ist die zu rettende Person, soweit es die Lage erfor-
dert und zulässt, durch einen vorabsteigenden Feuerwehrangehörigen zu sichern.

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134
18.1.4 Retten mit Krankentrage
Das Retten von Personen aus Höhen oder Tiefen mit Krankentrage ist immer dann
erforderlich, wenn eine Person liegend transportiert werden muss und eine Schleif-
korbtrage nicht zur Verfügung steht.
Einbinden einer verletzten Person auf der Krankentrage
Die Krankentrage wird vollständig aufgeklappt, die Person auf der Trage gelagert
und kann gegebenenfalls in eine Decke eingeschlagen werden.

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Die Feuerwehrleine wird mit einem Mastwurf kopfseitig am rechten Holm angeschla-
gen. Dann werden in Brusthöhe, in Hüfthöhe und oberhalb der Knie Halbschläge ge-
legt. Anschließend wird die Feuerwehrleine mit einem Mastwurf fußseitig am rechten
Holm angeschlagen und dann dreimal so um die Füße des Verletzten gelegt, dass
das abgehende Leinenende unter den Fußsohlen verläuft. Danach wird ein Mastwurf
fußseitig am linken Holm angeschlagen. Von da aus werden oberhalb der Knie, in
Hüfthöhe und in Brusthöhe Halbschläge gelegt. Das Ende wird mit einem Mastwurf
und einem Halbschlag gesichert. Es ist darauf zu achten, dass die Hände mit einge-
bunden werden und die
Halbschläge seitlich am Holm liegen
.
Anschlagen der Feuerwehrleine an der Trage zum Ab- und Aufseilen
Die Feuerwehrleine wird mit einem Leinenende durch die Tragefüße geführt, wobei
mit dem kurzen Leinenende an einem Tragefuß ein Mastwurf zu binden ist, damit
sich die Trage nicht verdrehen kann.
Danach werden beide Leinenenden durch mehrere halbe Schläge oder je einen
Mastwurf an den Griffen befestigt.

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Das kurze Leinenende wird dann wieder nach oben bis zur Mitte geführt und dort mit
dem langen Leinenende mittels Pfahlstich zu einem Ring verbunden und mit einem
Spierenstich gesichert. Auf diese Art wird je eine Feuerwehrleine am Kopf- und am
Fußende befestigt.
Eine Rettung soll nur in waagerechter Lage der Trage erfolgen.

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18.1.5 Retten mit Sprungtuch
Das Retten mit Sprungtuch ist nur zulässig bei Absprunghöhen bis zu 8 m.
Das Retten mit Sprungtuch erfordert zum Halten mindestens 16 Feuerwehrangehöri-
ge. Das Sprungtuch wird auf Befehl des Einheitsführers außerhalb des Sprungberei-
ches einsatzbereit gemacht.
Das Sprungtuch wird im einsatzbereiten Zustand mit Untergriff am Umfassungsseil
(Halteseil) straff in Brusthöhe gehalten und unter die Absprungstelle getragen.
Für einen sicheren Stand ist jeweils ein Fuß zurückzusetzen. Die Ellenbogen dürfen
nicht am Oberkörper abgestützt werden.

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Der Einheitsführer steht möglichst so, dass er die zu rettende Person und die Halte-
mannschaft überblicken und die zu erwartende Sprungrichtung beurteilen kann.
Der Einheitsführer weist die Haltemannschaft ein. Er bestimmt so mit Handzeichen
und durch Zuruf die erforderliche Stellung des Sprungtuches.
„rechts“
„links“
„vor“
zum Objekt hin
„zurück“
vom Objekt weg
in Blickrichtung auf das Objekt

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Auf das Kommando des Einheitsführers:
„Achtung – Sprung – zieht!“
zieht die Mannschaft am Umfassungsseil (Halteseil) kräftig nach außen, um ein
Durchschlagen der zu rettenden Person zu verhindern.
Bei Übungen dürfen nur geeignete Fallkörper, maximal 50 kg schwer, verwendet
werden. Abwurfhöhe höchstens 6 m.

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18.1.6 Retten mit Sprungpolster
Das Retten mit dem Sprungpolster ist nur zulässig bis zur jeweils bauartbedingten
Rettungshöhe.
Für das Bedienen und das Instellungbringen des Sprungpolsters wird eine Bedien-
mannschaft von mindestens zwei Feuerwehrangehörigen benötigt.
Das Sprungpolster wird auf Befehl des Einheitsführers außerhalb des Sprungberei-
ches einsatzbereit gemacht und unter die Absprungstelle getragen. Es ist auf eine
möglichst ebene Standfläche zu achten.
Das Sprungpolster darf nicht durch scharfe und heiße Gegenstände beschädigt wer-
den.
Nach erfolgtem Sprung ist die Person sofort aus dem Sprungpolster zu befreien und
das Sprungpolster neu auszurichten.

141
18.1.7 Hinweise zur Sicherheit
Feuerwehrleinen und Kernmantel-Dynamikseile immer straff führen.
Anschlagpunkte grundsätzlich oberhalb des Arbeitsstandortes wählen.
Bei Rettungsübungen mit der Krankentrage oder mit Sprungrettungs-
geräten aus Höhen und Tiefen dürfen nur Puppen eingesetzt werden.
Krankentrage grundsätzlich waagerecht beziehungsweise Kopfseite etwas höher
als die Fußseite ablassen. Führungsleine einsetzen.
Feuerwehrleinen und Kernmantel-Dynamikseile nicht über scharfe Kanten ziehen
(gegebenenfalls Kantenschutz, zum Beispiel Decke oder Druckschlauch verwen-
den).
Bei der Rettung mit Krankentrage Gesichts- beziehungsweise Kopfschutz für die
zu rettende Person einsetzen.
Bei Übungen zu rettende Person gegen Absturz wie in Kapitel 17.2 sichern.
Sprungrettungsgeräte dürfen nur zur Rettung eingesetzt werden. Schau- und
Übungssprünge sind verboten.
Gegenseitige Sicherheitskontrolle durchführen.
18.2
Selbstretten
Das Selbstretten ist eine Rettungsmethode, mit der sich Feuerwehrangehörige durch
Abseilen mit Feuerwehrleine und Feuerwehr-Haltegurt aus Höhen in Sicherheit brin-
gen können.
Das Selbstretten wird nur angewendet, wenn andere Rettungswege nicht mehr be-
nutzbar oder nicht mehr erreichbar sind. Jeder Feuerwehrangehörige muss sich dar-
über bewusst sein, dass diese Methode mit Risiken verbunden ist.
Geräte zum Selbstretten sind
der Feuerwehr-Haltegurt und
die Feuerwehrleine.

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142
18.2.1 Selbstretten mit Feuerwehr-Haltegurt mit Multifunktionsöse
Die Feuerwehrleine muss an einem geeigneten Anschlagpunkt befestigt werden.
Im Einsatz muss der Feuerwehrangehörige die Belastbarkeit des Anschlagpunktes
abschätzen.
Die Feuerwehrleine wird mit einem Mastwurf und einem Spierenstich am Anschlag-
punkt befestigt.
Danach wird die Feuerwehrleine durch die Ausstiegsöffnung nach unten geworfen.
Zuvor muss sich der Feuerwehrangehörige versichern, dass niemand von der abge-
worfenen Leine getroffen werden kann; unten stehende Personen sind durch Zuruf:
„ACHTUNG LEINE!“
zu warnen.
Der sich rettende Feuerwehrangehörige dreht seinen Feuerwehr-Haltegurt am Kör-
per nun so, dass die Halteöse nach vorne zeigt. Der Karabinerhaken muss in die
Halteöse so eingeklinkt werden, dass bei belastetem Karabinerhaken der geschlos-
sene Teil des Karabinerhakens zu derjenigen Seite hinzeigt, auf der sich die Brems-
hand des Abseilenden befindet; bei Rechtshändern nach rechts, bei Linkshändern
nach links.
Die am Anschlagpunkt befestigte Feuerwehrleine wird in eine Schlaufe gelegt und
durch die Multifunktionsöse des Karabinerhakens geführt.
Die Schlaufe wird in den Karabinerhaken eingeklinkt.

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Das zum Anschlagpunkt führende Leinenende wird durch Zug mit der Bremshand
gestrafft, damit beim Aussteigen aus der Ausstiegöffnung keine ruckartige Belastung
der Feuerwehrleine erfolgt.

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Der Feuerwehrangehörige steigt mit derjenigen Körperseite zuerst aus, auf der er die
Feuerwehrleine führt; Rechtshänder mit dem rechten Bein, Linkshänder mit dem lin-
ken Bein.

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Die Abseilgeschwindigkeit wird durch die Haltekraft der Bremshand geregelt, wobei
diese in Hüfthöhe zu halten ist.
Mit der freien Hand und mit den Füßen wird der Körper stabilisiert und vom Gebäude
entfernt gehalten.

146
18.2.2 Selbstretten mit Feuerwehr-Haltegurt ohne Multifunktionsöse
Bei der Verwendung eines Feuerwehr-Haltegurtes ohne Multifunktionsöse wird zum
Anschlagen der Feuerwehrleine am Feuerwehr-Haltegurt der Halbmastwurf durch die
geschlossene Halteöse geführt (vergleiche hierzu Kapitel 16.2).
Hierbei ist zu beachten, dass die Feuerwehrleine am Anschlagpunkt erst nach An-
bringen des Halbmastwurfes befestigt werden kann.
Anschließend wird vorgegangen wie unter Kapitel 18.2.1 beschrieben.
18.2.3 Hinweise zur Sicherheit
Selbstrettungsübungen sind nur unter Aufsicht von erfahrenen Feuerwehrangehö-
rigen durchzuführen.
Bei Selbstrettungsübungen mit Feuerwehr-Haltegurt und Feuerwehrleine muss
der Übende vorzugsweise zusätzlich über einen Auffanggurt und Kernmantel-
Dynamikseil von oben gesichert werden.
Vor Selbstrettungsübungen sind Gewöhnungsübungen aus geringer Höhe durch-
zuführen.
Bei Übungen mit Feuerwehr-Haltegurt und Feuerwehrleine darf eine Brüstungs-
höhe von 8 m nicht überschritten werden.
Bei Selbstrettungsübungen ist vor dem Ausstieg die Sicherung zu kontrollieren.
Während der Selbstrettung ist darauf zu achten, dass keine losen Kleidungs- oder
Ausrüstungsteile (zum Beispiel die Begurtung des Atemschutzgerätes oder der
Kinn-Nacken-Riemen des Feuerwehrhelms) in die Halbmastwurfsicherung bezie-
hungsweise in die Seilführung durch die Multifunktionsöse des Selbstrettenden
hineingezogen werden können.
Es ist ein ausreichender Abstand zwischen Bremshand und Halbmastwurfsiche-
rung einzuhalten.
Das Kernmantel-Dynamikseil ist so zu führen, dass es stets straff läuft, aber noch
keine Belastung hat.
Der Sichernde muss stets beide Hände am Kernmantel-Dynamikseil haben
(Schutzhandschuhe sind zu tragen).
Ständige Sichtverbindung zwischen dem Sichernden und der sich im Seil befind-
lichen Person ist erforderlich.

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147
19
Sichern von Einsatzstellen gegen fließenden Verkehr
An Einsatzstellen auf oder an Straßen können für Einsatzkräfte und andere Perso-
nen Gefahren durch fließenden Verkehr auftreten. Zum Schutz sind geeignete Siche-
rungs- und Absperrmaßnahmen vorzunehmen.
Der Beginn der Absicherung auf Straßen außerhalb geschlossener Ortschaften hat
ungefähr 200 Meter vor der Einsatzstelle zu erfolgen. Bei Straßen mit Gegenverkehr
muss stets nach beiden Seiten gesichert werden.
Zur besseren Erkennbarkeit soll neben dem Warndreieck zusätzlich eine Warnleuch-
te aufgestellt werden.
Sind Warndreiecke und Warnleuchten in ausreichender Anzahl vorhanden, sollen sie
auf beiden Seiten der Fahrbahn aufgestellt werden.
Sonstige auf dem Feuerwehrfahrzeug mitgeführte Geräte zur Warnung im Straßen-
verkehr, wie Verkehrsleitkegel (500 oder 750mm hoch), Verkehrswarngerät (Blitz-
leuchten) oder Starklichtfackeln, sind nach Bedarf zusätzlich zu verwenden.

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148
Absicherung auf gerader Straße
außerorts:
200 m
200 m
innerorts:
100 m
100 m
Bei unübersichtlicher Straßenführung (Kurven, Kuppen, sonstige Sichtbehinderun-
gen) sind gegebenenfalls größere Sicherheitsabstände zu wählen. Das Warngerät ist
so weit vor dem Sichthindernis aufzustellen, dass es bei Annäherung bereits auf Ent-
fernung erkannt wird.
Absicherung auf kurviger Straße
Absicherung vor einer Kuppe
Einsatz-
stelle

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An Einsatzstellen auf Autobahnen und Kraftfahrstraßen mit getrennten Richtungs-
fahrbahnen erfolgt die Absicherung entgegen der Fahrtrichtung des fließenden Ver-
kehrs.
Absicherung auf Autobahn oder Kraftfahrstraße mit Richtungsfahrbahnen
Der Beginn der Absicherung richtet sich nach den möglichen Höchstgeschwindigkei-
ten herannahender Verkehrsteilnehmer. In Streckenbereichen ohne Geschwindig-
keitsbegrenzung hat der Beginn der Absicherung 800 Meter entgegen der Fahrtrich-
tung vor der Einsatzstelle zu erfolgen. Die Zeichen sollen nach 200 Metern in Fahrt-
richtung wiederholt werden.
Hinweis: Die Leitpfosten an Straßen und Autobahnen haben in der Regel einen
Abstand von 50 m.
Lageabhängig sollten auch auf der linken Fahrbahnseite Warndreiecke aufgestellt
werden. Steht ein zusätzliches für den Einsatz an der Einsatzstelle nicht benötigtes
Feuerwehrfahrzeug zur Verfügung, sollte dieses zur Warnung bei 800 m auf dem
Standstreifen mit eingeschalteter Warnblinkanlage, Fahrlicht und blauem Blinklicht
aufgestellt werden.
Warndreieck und Warnleuchte sind zum Absichern von Einsatzstellen auf Autobah-
nen nicht auffällig genug. In der Regel sind zusätzlich mitgeführte Verkehrszeichen
oder Faltsignale zu verwenden. Zum Sperren von Fahrspuren (ungefähr 200 Meter
ca. 800 m
ca. 600 m
ca. 400 m
ca. 200 m

150
vor der Einsatzstelle) sind Verkehrsleitkegel in Verbindung mit Blitzleuchten zu ver-
wenden. Für eine Fahrspur sind in der Regel fünf Leitkegel und mindestens zwei
Blitzleuchten zu verwenden, für die Sperrung von zwei Fahrspuren fünf bis sieben
Leitkegel und mindestens drei Blitzleuchten.
Sicherungsposten müssen zusätzlich zum Warngerät eingesetzt werden, wenn Hin-
dernisse im Verkehrsbereich sonst nicht ausreichend kenntlich gemacht werden kön-
nen.
Hinweise zur Sicherheit:
Der nach § 15 StVO allgemein geforderte Sicherheitsabstand von 100 m ist
für Einsatzstellen der Feuerwehr unzureichend, daher sind hier weitergehende
Absicherungsmöglichkeiten vorgeschlagen.
Die Mannschaft verlässt das Einsatzfahrzeug nur auf der der Fahrbahn abge-
wendeten Fahrzeugseite und tritt vor dem Einsatzfahrzeug an.
Sicherungs- und Absperrmaßnahmen sind nur mit äußerster Vorsicht unter
Beachtung des fließenden Verkehrs durchzuführen.
In Einsatzfahrzeugen, die als Sicherungsfahrzeuge eingesetzt werden, sollen
sich keine Personen aufhalten.
An Einsatzstellen mit Gefährdung durch den fließenden Verkehr ist Warnklei-
dung zu tragen.
Einsatzstellen sind bei nicht ausreichendem Tageslicht auszuleuchten.
Alle Einsatzfahrzeuge werden mit eingeschaltetem Blaulicht, Warnblinkanlage,
Standlicht/Abblendlicht und ggf. vorhandene Verkehrswarnanlagen abgestellt.
Das An- und Abfahren weiterer Einsatzfahrzeuge ist zu berücksichtigen.
Beim Auf- und Abbauen von Warnzeichen sollte bei vorhandener Leitplanke
hinter dieser gelaufen werden.
Der Abstand der einzelnen Warngeräte soll gleichmäßig sein.
Nicht benötigte Einsatzkräfte sollen sich an einem sicheren Platz, z. B. hinter
einer Leitplanke, aufhalten.
Einsatzkräfte am Rand des gesicherten Bereichs sollen den fließenden Ver-
kehr beobachten und bei eintretenden Gefahren warnen.
Straßeneinmündungen und Kreuzungen innerhalb des Absperrbereiches sind
zu berücksichtigen.

151
20
Sichtzeichen
Sichtzeichen dienen zum Übermitteln von Befehlen und Meldungen, wenn andere
Arten der Übermittlung nicht möglich oder unzweckmäßig sind.
In dieser Feuerwehr-Dienstvorschrift sind nur die grundlegenden Zeichen entspre-
chend der Richtlinie 92/58/EWG des Rates über Mindestvorschriften für die Si-
cherheits- und/oder Gesundheitsschutzkennzeichnung am Arbeitsplatz vom
24. Juni. 1992 (ABl. EU Nr. L 245 S. 23) aufgenommen. Besondere Zeichen können
in anderen Vorschriften festgelegt sein.
Sichtzeichen werden mit dem Arm bei flachgehaltener Hand gegeben.

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152
Einsatzspezifische Sichtzeichen
Bedeutung:
1. Achtung!
2. Ankündigung ...
3. Verbindung aufnehmen!
4. Verstanden! Fertig!
Ausführung:
Ausgestreckten Arm senkrecht hochhalten.

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153
Bedeutung:
1. Wasser marsch! oder
2. Einschalten/Anlassen oder
3. Marsch!
Ausführung:
Arm seitwärts abgewinkelt aus Schulterhöhe mehrmals
h o c h s t o ß e n.

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154
Bedeutung:
1. Arbeit einstellen! oder
2. Wasser halt! oder
3. Motor abstellen!
Ausführung:
Arm seitwärts abgewinkelt aus Schulterhöhe mehrmals
n a c h u n t e n s t o ß e n.

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155
Bedeutung:
1. Sammeln! oder
2. Antreten!
Ausführung:
Mit ausgestrecktem Arm ü b e r d e m K o p f g r o ß e
K r e i s e beschreiben.

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156
Sichtzeichen zur Einweisung von Fahrzeugen
Bedeutung:
1. Halt
2. Unterbrechung
3. Beenden eines Bewegungsablaufs
Ausführung:
Rechter Arm nach oben, die Handfläche der rechten Hand nach
vorne gekehrt.

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157
Bedeutung:
Ende eines Bewegungsablaufs
Ausführung:
Die Hände in Brusthöhe verschränken.

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158
Bedeutung:
Auf / Heben
Ausführung:
Rechter Arm nach oben, die Handfläche der rechten Hand nach
vorne gekehrt, beschreibt langsam einen Kreis.

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159
Bedeutung:
Ab / Senken
Ausführung:
Rechter Arm nach unten, die Handfläche der rechten Hand
nach innen gekehrt, beschreibt langsam einen Kreis.

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160
Bedeutung:
Vertikaler Abstand
Ausführung:
Die Hände zeigen den Abstand an.

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161
Bedeutung:
Vorwärts/Herkommen
Ausführung:
Arme angewinkelt, Handflächen nach innen gekehrt, die Unter-
arme machen langsame Bewegungen zum Körper hin.

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162
Bedeutung:
Rückwärts/Entfernen
Ausführung:
Arme angewinkelt, Handflächen nach außen gekehrt, die Unter-
arme machen langsame Bewegungen vom Körper fort.

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163
Bedeutung:
Rechts
vom Zeichengeber aus gesehen
Ausführung:
Rechter Arm mehr oder weniger waagerecht ausgestreckt, die
Handfläche der rechten Hand nach unten, kleine Bewegungen
in die gezeigte Richtung.

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164
Bedeutung:
Links
vom Zeichengeber aus gesehen
Ausführung:
Linker Arm mehr oder weniger waagerecht ausgestreckt, die
Handfläche der linkten Hand nach unten, kleine Bewegungen
in die gezeigte Richtung.

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165
Bedeutung:
Horizontaler Abstand / Anzeige einer Abstandsverringerung
Ausführung:
Die Hände zeigen den Abstand an. Beide Handflächen parallel
halten und dem Abstand entsprechend zusammenführen.

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166
Bedeutung:
1. Gefahr
2. Nothalt
Ausführung:
Beide Arme nach oben, die Handflächen nach vorne gekehrt.