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“Many conservators consider the subject of transferring wall
paintings to be passé. Over the past few decades, general
attitudes towards the treatment of wall paintings have
shifted from the execution of hasty remedial treatments
to the implementation of methodologies emphasising the
study of the causes of deterioration, which can, in most
cases, be managed by preventive or passive treatments.
Many schools of conservation no longer include the transfer
of wall paintings as part of the curriculum in the belief that
the less the students know of this drastic and extremely
damaging technique, the less likely they will be to use it. lt
is, however, a sad fact that wall paintings continue to be
detached, although the frequency of such operations today
cannot be compared with the large number of detachments
carried out in the past, even as late as a quarter of a century
ago. Many recent detachments have taken place on modern
murals in unlisted buildings, which are not protected by
the legislation pertaining to historic sites. The transfer of
the painted decorations in such buildings comes into effect
when the interiors are gutted in the process of moderni-
sation, or when the entire building is razed. There are also
occasional cases where older decorations are detached as a
result of major interventions in the architectural structure.
What is the alternative to such situations?” Brajer, Isabelle:
The Transfer of Wall Paintings - Based on Danish Experience,
London 2002, S. IX
Auch und immer noch scheint die Situation der Wand-
malereiabnahme in Sachsen vergleichbar mit der von
Isabelle Brajer 2002 beschriebenen Situation. Dagegen
jedoch besteht nach wie vor in Dresden an der Hoch-
schule für Bildende Künste die Tradition, ganz bewusst
fortgeführt unter Prof. Dr. Thomas Danzl, das Wissen
als auch die Vermittlung der Geschichte und Praxis von
Wandmalereiabnahme und -übertragung nicht abreißen
zu lassen. Insofern versteht sich das Kolloquium über
das studentische Curriculum hinaus als Plattform des
kollegialen Austauschs zur Thematik.
Es wird freundlichst um Anmeldung per E-Mail
(moewald@hfbk-dresden.de) bis spätestens
22.6.18
gebeten zwecks Planung von Catering und Bestuhlung.
In Vorfreude auf rege Teilnahme und spannende Gesprä-
che in den jeweils vorgesehenen Diskussionsblöcken als
auch während der Pausen bzw. am Abend!
Prof. Dr. Thomas Danzl
Fachklasse für Kunsttechnologie,
Konservierung und Restaurierung
von Wandmalerei und Architekturfarbigkeit
Fachkolloquium/ -gespräch
29.06.2018
Zur aktuellen Situation der Abnahme
und Übertragung von Wandmalereien
Hochschule für Bildende Künste Dresden,
Güntzstraße 34, Vortragssaal (R 2.22)

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Programm
8.30
Uhr
Einlass
9.00
Uhr
Begrüßung / Einführung:
VDR Birgit Mühler, LfD Sachsen N.N.,
HfBK Dekan Fakultät II T. Danzl,
Moderation:
J. Pursche, I. Hammer, I. Mohrmann
9.30
Uhr
T. Nimoth:
Zur Restaurierungsgeschichte Sächsischer
Wandmalerei–Abnahmen
10.00
Uhr
S. Förster, C. Möwald:
Die Abnahmen aus den Alten
Meistern und Klösterlein Zelle/Aue
10.30
Uhr
I. Hammer:
La stagione degli stacchi oder
Die Geister, die wir riefen. Die Zweit-
Übertragung des Metnitzer Totentanzes.
Diskurs / Resümee / Fazit
Mittagspause
(Mensen Umkreis Hochschule)
13:00
Uhr
T. Danzl:
Zur Abnahme und Übertragung von
Wandmalereien in der denkmalpfle-
gerischen Praxis
13:30
Uhr
T. Löther:
Wissenschaftliche Begleitung von
Wandmalereiabnahmen
14:00
Uhr
A. Dähne:
Abnahme monumental: die Mosaiken vom
Sowjetischen Pavillon und ein Wandbild der
ehemaligen Hauptpost in Leipzig
14:30
Uhr
M. Lange:
Das Wandbild von Conrad Felixmüller
in Tautenhain
Diskurs / Resümee / Fazit
Kaffeepause
im Café OHA
16:00
Uhr
M. Lehmann:
Die Rückübertragung einer in
Stacco a massello abgenommenen
Wanddekoration aus Schloss
Großkmehlen
16:30
Uhr
A. Kirsch, T. Nimoth:
Das Wandbild „Familie“ von Siegfried
Schade aus Dresden-Prohlis
Diskurs / Resümee / Fazit
17:30
Uhr
Ausklang
Grillabend
››› Abb. oben:
Transport eines abgenommenen Bildsegments der Wand-
malerei „Mensch und Wissenschaft“ von Alfred Hesse in die HfBK Dresden,
2009
››› Abb. Vorderseite:
Ukraine, Kiew Goldkuppelkloster des heiligen
Michael. Erbaut 1108-1113 und Umbauten 17. Jh., bewusst zerstört
1935-37. Byzantinische (Mosaiken) und Wandmalereien (12. Jh.), vor
der Sprengung der Kirche abgenommen. Teilweise um 1930/40er Jahre
in die Sowjetunion verbracht, heute u. a. in Moskau; Petersburg und Kiew, So-
phienkathedrale, in: Winfried Nerdinger (Hrsg.): Geschichte der Rekonstruktion.
Konstruktion der Geschichte. München, Berlin, London, New York 2010. S. 294.