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Stangenglas
Fundort: Leipzig, Hainstraße 8; 1997;
Material: Glas mit Emailmalerei in grün,
rot (?), braun, gelb und weiß durch Boden-
lagerung stark verändert; Höhe 21 cm,
Durchmesser (Boden): 5,8 cm
Caritas sitzt als Engel in langem Kleid auf einer Truhe. In ihrem linken Arm hält sie einen Knaben, ein zweiter wird an der rechten Hand geführt.
Aufgrund stilistischer Ausprägung der Emailmalerei und der Pflanzendarstellung wird das Glas wahrscheinlich im böhmischen Erzgebirge in der ersten
Hälfte des 17. Jahrhunderts entstanden sein. Emailbemalte Gläser zählen zum repräsentativen Hausrat an der Tafel wohlhabender Bürger und adeliger
Standespersonen.
Die Liebe [Caritas] gehört mit dem Glauben [Fides] und der Hoffnung [Spes] zu den drei christlichen Tugenden. Druckgraphiken führten seit der ersten
Hälfte des 16. Jahrhunderts zur weiten Popularisierung derartiger Bildthemen. Beliebt waren sie als Vorlage für die Gestaltung von Glas und Keramik.
© Landesamt für Archäologie Sachsen (Foto: U. Wohmann; Text: S. Krabath)
Cylindrical glass
»Caritas«, personified as an angel, carrying an infant in her left arm, guiding
a second infant with her right hand. »Fides« [faith], »caritas«[Christian love]
and »spes«[hope] are three virtues of Christianity. The genre was very popu-
lar in graphic prints, glass paintings as well as ceramic design. The style of the
enamel painting suggests that the glass was produced in the Bohemian part of
the Erzgebirge mountains – northern Czech Republic – in the first half of the
17
th
century.
Stangenglas
Fundort: Leipzig, Hainstraße 8; 1997;
Material: Glas mit Emailmalerei in grün, rot (?), braun,
gelb und weiß, durch Bodenlagerung stark verändert;
Höhe 21 cm, Durchmesser (Boden): 5,8 cm; Rand und
Glockenfuß abgebrochen, Emailbemalung auf Fuß
und Wandung: auf der Vorderseite Caritas, gegenüber
ein Maiglöckchenmotiv, Legende »CH[ARITAS]«.