Stand: November 2021
zvv_02_10_002
11/2021
Merkblatt
zum Vorbereitungsdienst für ein Lehramt an
Schulen im Freistaat Sachsen
zum Einstellungstermin 01.09.2022,
Bewerbungsschluss: 01.03.2022
Zulassung zum Vorbereitungsdienst
Der Zugang zum Vorbereitungsdienst für die Lehrämter an Schulen im Freistaat Sachsen
1)
setzt
- das Bestehen der Ersten Staatsprüfung für das jeweilige Lehramt an Schulen nach der Lehramtsprü-
fungsordnung I oder
- das erfolgreiche Absolvieren eines akkreditierten Bachelorstudienganges an einer Universität, Kunst-
oder Musikhochschule mit mindestens 6 Semestern Regelstudienzeit und eines akkreditierten Mas-
terstudienganges an einer Universität, Kunst- oder Musikhochschule mit mindestens 4 Semestern
Regelstudienzeit mit dem Abschluss „Master of Education“ für das jeweilige Lehramt, sofern der Min-
destumfang der insgesamt im Studium zu erbringenden fachwissenschaftlichen, bildungswissen-
schaftlichen und schulpraktischen Leistungen 300 Leistungspunkte nach dem European Credit Trans-
fer System beträgt, oder
- für das Lehramt an berufsbildenden Schulen das Bestehen eines akkreditierten konsekutiven Master-
studienganges Wirtschaftspädagogik mit mindestens 4 Semestern Regelstudienzeit und einem all-
gemeinbildenden gymnasialen Zweitfach an einer Universität mit dem Abschluss „Master of Science“;
sofern für den Masterstudiengang Wirtschaftspädagogik eine gültige Akkreditierung nicht bescheinigt
ist, kann im Einzelfall eine Zulassung durch die Schulaufsichtsbehörde, d. h. dem Landesamt für
Schule und Bildung, erfolgen, wenn die vermittelten Studieninhalte den fachlichen Anforderungen des
Vorbereitungsdienstes genügen,
voraus.
Daneben kann zum Vorbereitungsdienst zugelassen werden,
1. wer ein Fachstudium an einer Universität oder an einer Fachhochschule mit einem Mastergrad oder
einem gleichwertigen Hochschulabschluss erfolgreich abgeschlossen hat und damit eine Ausbildung
nachweist, die mindestens
a) zwei Fächern,
b) einer beruflichen Fachrichtung und einem Fach,
c) zwei beruflichen Fachrichtungen oder
d) einer beruflichen Fachrichtung mit zwei Vertiefungsrichtungen
zugeordnet werden kann und nach Inhalt und Umfang nicht wesentlich von der Ausbildung nach der
Lehramtsprüfungsordnung I abweicht, oder
2. für das Lehramt an Gymnasien, wer einen akkreditierten konsekutiven Masterstudiengang Allgemein-
bildende Schulen Doppelfach Musik an einer Hochschule für Musik mit dem Abschluss „Master of
Education“ absolviert hat,
wenn bei einem vorhandenen Ausbildungsplatz ein Bewerber nach § 4 Abs. 1 LAPO II für das jeweilige
Lehramt in den jeweiligen Fächern, beruflichen Fachrichtungen oder Förderschwerpunkten nicht zur
Verfügung steht.
Für das Lehramt an Grundschulen gilt der vorstehende Satz mit der Maßgabe, dass eine Ausbildung
nachzuweisen ist, die mindestens ein Fach, die Grundschuldidaktik und den bildungswissenschaftlichen
1)
Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus über den Vorbereitungsdienst und die Staatsprüfung für Absolventen mit Mas-
terabschluss sowie die Zweite Staatsprüfung für Lehrämter an Schulen im Freistaat Sachsen (Lehramtsprüfungsordnung II – LAPO II) vom
12.01.2016 (SächsGVBl. S. 9)
,
zuletzt geändert durch Artikel 2 der Verordnung vom 16.12.2020 (SächsGVBl. S. 737)

- 2 -
Bereich umfasst bzw. für das Lehramt Sonderpädagogik mit der Maßgabe, dass eine Ausbildung nach-
zuweisen ist, die mindestens ein Fach der Oberschule oder die Grundschuldidaktik und einen Förder-
schwerpunkt umfasst.
Eine in einem anderen Bundesland bestandene lehramtsbezogene Hochschulabschlussprüfung oder
Erste Staatsprüfung berechtigt zum Zugang zum Vorbereitungsdienst für das jeweilige Lehramt, wenn
eine Ausbildung nachgewiesen wird, die nach Inhalt und Umfang den Vorgaben der Kultusministerkonfe-
renz für das betreffende Lehramt entspricht.
Über den Antrag auf Zulassung zum Vorbereitungsdienst zum Einstellungstermin 01. September 2022
entscheidet das Landesamt für Schule und Bildung - Standort Chemnitz (Zulassung zum Vorbereitungs-
dienst für das Lehramt an Oberschulen und das Lehramt an Grundschulen), das Landesamt für Schule
und Bildung - Standort Dresden (Zulassung zum Vorbereitungsdienst für das Lehramt an berufsbilden-
den Schulen) bzw. das Landesamt für Schule und Bildung - Standort Leipzig (Zulassung zum Vorberei-
tungsdienst für das Lehramt Sonderpädagogik und für das Lehramt an Gymnasien).
Bewerbung
Die Zulassung zum am
01. September 2022
beginnenden Vorbereitungsdienst ist bis zum
01. März
2022 (Ausschlussfrist)
elektronisch unter Verwendung des von dem Landesamt für Schule und Bildung
unter
http://www.lehrerbildung.sachsen.de/21089.htm
zur Verfügung gestellten elektronischen Formulars zu beantragen.
Die dem Zulassungsantrag gemäß § 6 Abs. 1 LAPO II beizufügenden Unterlagen sind ebenfalls bis spä-
testens
01. März 2022 (Ausschlussfrist)
bei dem Landesamt für Schule und Bildung - Standort Chem-
nitz (Zulassung zum Vorbereitungsdienst für das Lehramt an Oberschulen und das Lehramt an Grund-
schulen), bei dem Landesamt für Schule und Bildung - Standort Dresden (Zulassung zum Vorberei-
tungsdienst für das Lehramt an berufsbildenden Schulen) bzw. bei dem Landesamt für Schule und Bil-
dung - Standort Leipzig (Zulassung zum Vorbereitungsdienst für das Lehramt Sonderpädagogik und für
das Lehramt an Gymnasien) einzureichen.
Maßgeblich ist der Eingangstempel des Landesamtes für
Schule und Bildung, nicht der Poststempel. Es werden nur vollständig eingereichte Anträge be-
rücksichtigt!
An
s
chriften:
Landesamt für Schule und Bildung
Landesamt für Schule und Bildung
Standort Chemnitz
Standort Dresden
Lehrerausbildungsstätte
Großenhainer Straße 92
Straße der Nationen 12
01127 Dresden
09111 Chemnitz
Landesamt für Schule und Bildung
Standort Leipzig
Nonnenstraße 17 A
04229 Leipzig

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I. Allgemeine Hinweise
Die Prüfung der Frage, inwieweit der nachgewiesene Hochschulabschluss im Einzelfall zum Vor-
bereitungsdienst für ein Lehramt an Schulen im Freistaat Sachsen berechtigt, erfolgt im Rahmen
der Bewerbung. Eine gesonderte Antragstellung ist insoweit nicht erforderlich.
Eine von der Bewerbung unabhängige Prüfung der Frage, inwieweit ein erfolgreich bestandener
Abschluss eines Hochschulstudiums im Einzelfall zu der Aufnahme des Vorbereitungsdienstes
für ein Lehramt an Schulen im Freistaat Sachsen berechtigt, ist nicht möglich.
1.
Zur Anerkennung eines
nicht lehramtsbezogenen Hochschulabschlusses (erfolgreicher Ab-
schluss eines Fachstudiums an einer Universität oder Fachhochschule mit Mastergrad oder
gleichwertigem Hochschulabschluss)
sind neben des bzw. der entsprechenden Abschlusszeug-
nisse des Hochschulstudiums (z.B. vollständiges Bachelor- und Masterzeugnis - Urkunde und
Zeugnis über Studien- und Prüfungsleistungen) weitere Nachweise der im Rahmen dieses Studiums
inhaltlich und umfänglich erbrachten Studien- und Prüfungsleistungen (Semesterwochenstunden
(SWS) bzw. Leistungspunkte (LP)) der Fächer (Lehramt an Oberschulen, an Gymnasien und ggf.
Lehramt Sonderpädagogik) / Förderschwerpunkt(e) (Lehramt Sonderpädagogik) / Fachrich-
tung(en)/Fach/Vertiefungsrichtung(en) (Lehramt an berufsbildenden Schulen) / Fächer der Grund-
schuldidaktik (Lehramt an Grundschulen und ggf. Lehramt Sonderpädagogik) vorzulegen.
Weitere Informationen hierzu können dem Merkblatt: „
Zulassung zum Vorbereitungsdienst
für die Lehrämter an Schulen im Freistaat Sachsen ohne lehramtsbezogenen Hochschulab-
schluss (sog. „Seiteneinstieg in den Vorbereitungsdienst“)
“ entnommen werden.
2.
Bewerber für das
Lehramt an Grundschulen
bzw. für das
Lehramt Sonderpädagogik
sollten Fol-
gendes beachten:
Zur Sicherung der Freizügigkeit von Lehramtsbewerbern und Lehrern hat die Ständige Konferenz
der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (KMK) am 22. Oktober 1999 ihren
Beschluss über die „Gegenseitige Anerkennung von Lehramtsprüfungen und Lehramtsbefähigun-
gen“ aktualisiert (sog. "Husumer Beschluss"). Dieser Beschluss bezieht sich sowohl auf die Zulas-
sung zum Vorbereitungsdienst in Ausbildungsgängen des gleichen Lehramtstyps als auch auf die
laufbahngerechte Einstellung für Lehrämter des gleichen Lehramtstyps.
Für Studieninhalte und Leistungsnachweise in den Fächern und Fachrichtungen bleiben jedoch
auch nach dem o. g. Beschluss der KMK die Regelungen desjenigen Landes maßgebend, in dem
die jeweilige Prüfung abgelegt worden ist. Darüber hinaus kann die Zulassung zum Vorbereitungs-
dienst auf die von dem aufnehmenden Land vorgehaltenen Unterrichtsfächer und Fachrichtungen
beschränkt werden.
a) Demnach werden Bewerber für das Lehramt an Grundschulen auf Folgendes hingewiesen:
Die Ausbildung im Vorbereitungsdienst für das Lehramt an Grundschulen umfasst die Didaktiken
Deutsch oder Sorbisch, Mathematik, Sachunterricht und die eines weiteren Faches.
Nach § 23 Abs. 3 Nr. 2 der Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus über die Ers-
te Staatsprüfung für Lehrämter an Schulen im Freistaat Sachsen (Lehramtsprüfungsordnung I –
LAPO I) vom 29. August 2012 (SächsGVBl. S. 467), zuletzt geändert durch Artikel 1 der Verordnung
vom 16. Dezember 2020 (SächsGVBl. S. 738), können als weiteres Fach gewählt werden:
► Englisch, Ethik/Philosophie, Kunst, Musik, Evangelische Religion, Katholische Religion, Sport,
Werken oder Wirtschaft-Technik-Haushalt/Soziales.
Es wird darauf hingewiesen, dass bei fehlender Didaktik in einem der weiteren Fächer das Fach an-
zugeben ist, in welchem die Ausbildung während des Vorbereitungsdienstes erfolgen soll.
Sollte die als Zulassungsvoraussetzung genannte Prüfung nicht über die vorbezeichneten Ausbil-
dungsinhalte verfügen, wird empfohlen, die Grundschuldidaktik der fehlenden Gebiete als ergän-
zende Studienleistung nachzuholen und den entsprechenden Leistungsnachweis der Bewerbung
beizufügen.

- 4 -
b) Bewerber für das Lehramt Sonderpädagogik sollten Folgendes zu beachten:
Im Rahmen des Vorbereitungsdienstes für das Lehramt Sonderpädagogik können als Förder-
schwerpunkte grundsätzlich gewählt werden:
- emotionale und soziale Entwicklung
- geistige Entwicklung
- körperliche und motorische Entwicklung
- Lernen
- Sprache.
Im Einzelfall kann ggf. eine Zulassung für den Förderschwerpunkt Hören oder Sehen geprüft wer-
den.
Gemäß § 113 Abs. 3 Satz 2 LAPO I kann der Förderschwerpunkt geistige Entwicklung nicht mit den
Fächern Chemie, Informatik und Physik kombiniert werden.
Bewerber, die aufgrund ihres Studiums an einer Universität eine Ausbildung in
einem
Förder-
schwerpunkt nachweisen, erwerben mit dem erfolgreichen Abschluss des Vorbereitungsdienstes die
Lehrbefähigung für das Lehramt Sonderpädagogik in dem
einen
studierten Förderschwerpunkt.
3.
Bewerber mit der Zugangsberechtigung zum Vorbereitungsdienst für das Lehramt an Gym-
nasien
können sich gemäß § 5 Abs. 2 LAPO II auch zum Vorbereitungsdienst für das Lehramt an
berufsbildenden Schulen oder das Lehramt an Oberschulen bewerben.
Eine gleichzeitige Bewer-
bung für den Vorbereitungsdienst für das Lehramt an Gymnasien und den Vorbereitungs-
dienst für das Lehramt an berufsbildenden Schulen oder das Lehramt an Oberschulen ist
nicht möglich.
Eine Zulassung zum Vorbereitungsdienst für das Lehramt an berufsbildenden Schu-
len oder das Lehramt an Oberschulen kann nur dann erfolgen, wenn ein Ausbildungsplatz zur Ver-
fügung steht, der nicht durch einen Absolventen, der die Erste Staatsprüfung für das Lehramt an be-
rufsbildenden Schulen oder das Lehramt an Oberschulen nach der Lehramtsprüfungsordnung I oder
einen vergleichbaren Abschluss gemäß § 4 Abs. 1 Nummer 2, 3 oder Abs. 2 Nummer 1 LAPO II be-
standen hat oder über einen entsprechenden Abschluss nach § 4 Abs. 3 LAPO II verfügt, in An-
spruch genommen wird.
Mit dem Bestehen der Staatsprüfung für das Lehramt an berufsbil-
denden Schulen oder das Lehramt an Oberschulen wird ausschließlich die Lehrbefähigung
für dieses Lehramt erworben.
II. Hinweise zur Bewerbung
Bitte verwenden Sie keine Bewerbungsmappen! - Das Zusammenführen der Bewerbungsunterla-
gen in einer einzelnen „Klarsichthülle“ ist ausreichend!
1.
Fristen
1.1.
Bis zum
01. März 2022 müssen folgende Bewerbungsunterlagen
vorliegen:
- tabellarischer Lebenslauf mit Angaben über den bisherigen Bildungsweg und ggf. ausgeübte
Berufstätigkeiten
- Zeugnisse über die zum Zugang zum Vorbereitungsdienst für ein Lehramt berechtigenden Ab-
schlüsse und Prüfungen oder eine vorläufige Bescheinigung über das Bestehen der Prüfungen
(vgl. hierzu Punkt II. 1.2. und Punkt II. 2.)
- eine Erklärung, ob der Bewerber bereits im Freistaat Sachsen oder in einem anderen Bundes-
land einen Vorbereitungsdienst oder eine vergleichbare Ausbildung ganz oder teilweise absol-
viert hat
(vgl. Antragsformular)
- eine beglaubigte Kopie des Personalausweises oder des Reisepasses
- gegebenenfalls die Heiratsurkunde oder die Lebenspartnerschaftsurkunde, das Scheidungsur-
teil (Tenor) und die Geburtsurkunden der Kinder
- eine Erklärung des Bewerbers, ob gegen ihn wegen des Verdachtes einer Straftat ein gerichtli-
ches Strafverfahren oder ein staatsanwaltliches Ermittlungsverfahren anhängig ist
(vgl. Antrags-
formular)

- 5 -
- eine schriftliche Erklärung des Bewerbers, dass er von dem Regelungsinhalt der §§ 33 bis 35,
42 und 43 des Infektionsschutzgesetzes vom 20. Juli 2000 (BGBl. I S. 1045), das zuletzt durch
Artikel 8 Absatz 8 des Gesetzes vom 27. September 2021 (BGBl. I S. 4530) geändert worden
ist, in der jeweils geltenden Fassung, Kenntnis genommen hat
(vgl. Antragsformular)
- von Bewerbern, die einen besonderen Härtefall geltend machen, Nachweise über die Tatsa-
chen, die den Härtefall begründen
(vgl. hierzu Punkt II. 5.)
-
von Bewerbern, die das Fach Evangelische Religion oder Katholische Religion gewählt haben,
eine vorläufige kirchliche Unterrichtserlaubnis für den Freistaat Sachsen (
vgl. hierzu Punkt II. 3.
)
- von Bewerbern für das Lehramt Sonderpädagogik eine Erklärung, für welchen Förderschwer-
punkt die Zulassung bevorzugt beantragt wird
(vgl. Antragsformular)
- gegebenenfalls ein Antrag auf Ausbildung in einem weiteren Fach oder einer weiteren Fachrich-
tung und das Zeugnis über das Bestehen der entsprechenden Erweiterungsprüfung im Sinne
des § 22 Abs. 1 LAPO I oder eines Abschlusses nach § 7 Abs. 4 Satz 2 LAPO II
(vgl. Antrags-
formular)
-
gegebenenfalls ein Antrag auf Durchführung des Vorbereitungsdienstes in Teilzeit und Nach-
weise über die Tatsachen, die eine Zulassung in Teilzeit nach § 12 Abs. 3 Satz 1 LAPO II be-
gründen
(vgl. hierzu Punkt III. 7. sowie Antragsformular)
-
gegebenenfalls ein Antrag auf Verkürzung der Dauer des Vorbereitungsdienstes nach § 12 Abs.
7 LAPO II und Nachweise über die Tatsachen, die eine Verkürzung begründen (z. B. Nachweis
über Ausbildungszeiten eines bereits absolvierten Vorbereitungsdienstes oder über Zeiten ein-
schlägiger Berufspraxis)
(vgl. hierzu Punkt III. 8. sowie Antragsformular)
-
bei Sachsenstipendiaten die Kopie des Zuwendungsbescheides.
Sonderfristen für das erweiterte behördliche Führungszeugnis
- Zur Beantragung des geforderten erweiterten behördlichen Führungszeugnisses ist bei der zu-
ständigen Meldebehörde in der Regel eine schriftliche Aufforderung der Stelle, die die Vorlage
des erweiterten Führungszeugnisses verlangt, hier des Landesamtes für Schule und Bildung,
vorzulegen. Diese Aufforderung zur Beantragung des erweiterten behördlichen Führungszeug-
nisses wird mit der elektronischen bzw. schriftlichen Eingangsbestätigung Ihrer schriftlichen
Bewerbungsunterlagen übersandt.
Das erweiterte behördliche Führungszeugnis muss dem
Landesamt für Schule und Bildung bis spätestens 30. Juni 2022 vorliegen
(
vgl. hierzu
Punkt II. 6.
).
1.2.
Besondere Regelungen für Bewerber, die zum 01. März 2022 die entsprechenden Ab-
schlussprüfungen noch nicht abgelegt haben bzw. denen das entsprechende Zeugnis zu
diesem Zeitpunkt noch nicht vorliegt:
Hier können bis zum
15. Juli 2022
nachgereicht werden:
- Zeugnis der Ersten Staatsprüfung / des „Master of Education“ bzw. des „Master of Science"
(Wirtschaftspädagogik mit einem allgemeinbildenden gymnasialen Zweitfach) / des Abschlus-
ses eines Fachstudiums an einer Universität oder Fachhochschule / eines außerhalb des Frei-
staates Sachsen erworbenen Hochschulabschlusses einschließlich des Nachweises über die im
Studium erbrachten Studien- und Prüfungsleistungen (
vgl. hierzu Punkt zu II. 2
.)
Zur Fristwahrung kann auch eine vorläufige Bescheinigung der zuständigen Prüfungsbehörde
vorgelegt werden, aus welcher der Tag, an dem die Prüfung erfolgreich abgeschlossen wurde,
sowie die Gesamtnote (mit Dezimalstelle) und die entsprechenden Unterrichtsfächer / Förder-
schwerpunkte / beruflichen Fachrichtungen hervorgehen.
- Zeugnis über das Bestehen der entsprechenden Erweiterungsprüfung im Sinne des § 22 Abs. 1
LAPO I oder eines Abschlusses nach § 7 Abs. 4 Satz 2 LAPO II (
vgl. hierzu Punkt zu II.2.
)
- von Bewerbern, die das Fach Evangelische Religion oder Katholische Religion gewählt haben,
eine vorläufige kirchliche Unterrichtserlaubnis (
vgl. hierzu Punkt zu II. 3
.).

- 6 -
2. Zeugnis über die Erste Staatsprüfung / den Abschluss „Master of Education“ bzw. „Master of
Science" (Wirtschaftspädagogik mit allgemeinbildendem gymnasialen Zweitfach) / den Ab-
schluss eines Fachstudiums an einer Universität oder Fachhochschule / einen außerhalb des
Freistaates Sachsen erworbenen Hochschulabschluss
Das Zeugnis der Ersten Staatsprüfung / des Abschlusses „Master of Education“ bzw. „Master of
Science" (Wirtschaftspädagogik mit einem allgemeinbildenden gymnasialen Zweitfach) / des Ab-
schlusses eines Fachstudiums an einer Universität oder Fachhochschule bzw. das Zeugnis eines
außerhalb des Freistaates Sachsen erworbenen Hochschulabschlusses muss
im Original, als amt-
lich beglaubigte Kopie oder Abschrift
beigefügt werden. Das Zeugnis sollte eine Gesamtnote in
der Notenskala 1 - 6 mit mindestens einer Dezimalstelle ausweisen. Bei fehlender Dezimalstelle bit-
te eine entsprechende Bescheinigung des Prüfungsamtes einreichen. Andernfalls muss die Note mit
z. B. 1,
9
/ 2,
9
/ 3,
9
in das Auswahlverfahren einbezogen werden.
An
Stelle des Zeugnisses
kann auch zunächst eine
vorläufige Bescheinigung
der zuständigen
Prüfungsbehörde vorgelegt werden, aus welcher der Tag, an dem die Prüfung erfolgreich abge-
schlossen wurde, sowie die Gesamtnote (mit Dezimalstelle) und die entsprechenden Unter-
richtsfächer/Förderschwerpunkte/beruflichen Fachrichtungen hervorgehen.
3. Vorläufige kirchliche Unterrichtserlaubnis
Von Bewerbern, die das Fach
Evangelische Religion oder Katholische Religion
gewählt haben,
wird eine vorläufige kirchliche Unterrichtserlaubnis benötigt. Diese ist bei den jeweiligen kirchlichen
Institutionen zu beantragen:
Ev.-Luth. Landeskirchenamt Sachsens
Bischöfliches Ordinariat
Bistum Dresden - Meißen
Lukasstraße 6, 01069 Dresden
Käthe-Kollwitz-Ufer 84, 01309 Dresden
Tel.: 0351-4692 0
Tel.: 0351-3364 600
E-Mail: kirche@evlks.de
E-Mail: info@bddmei.de
4. Vorlage der geforderten Unterlagen
Die Unterlagen sind im
Original
bzw. als
amtlich beglaubigte Kopie
oder
Abschrift
vorzulegen.
Amtliche Beglaubigungen
der Unterlagen können nur von den nach landesrechtlichen Bestim-
mungen befugten Behörden erstellt werden. Im Freistaat Sachsen sind dies nach der Verordnung
der Sächsischen Staatsregierung zur Bestimmung der zur amtlichen Beglaubigung befugten Behör-
den im Freistaat Sachsen (Beglaubigungsverordnung - BeglVO) vom 01. April 1998 (SächsGVBl.
S. 154), zuletzt geändert durch Verordnung vom 9. Juli 2014 (SächsGVBl. S. 409), u. a. die Behör-
den und Gerichte des Freistaates Sachsen sowie die Behörden der Gemeinden, Verwaltungsver-
bände und Landkreise. Beglaubigungen
sonstiger Behörden
(einschließlich Hochschulverwaltun-
gen) außerhalb ihrer sachlichen Zuständigkeit werden auch anerkannt.
Im Zusammenhang mit dem Bewerbungsverfahren werden bei der Vorlage von Kopien zusammen
mit den Originalen die Beglaubigungsvermerke kostenfrei von dem jeweils zuständigen Standort
Chemnitz, Dresden bzw. Leipzig des Landesamtes für Schule und Bildung vorgenommen (
Bitte
Öffnungszeiten und ggf. Sicherheitsbestimmungen des Landesamtes für Schule und Bildung
zum Infektionsschutz vor SARS-CoV-2 beachten! Insbesondere darf der jeweilige Standort
des Landesamtes für Schule und Bildung nur ohne die einschlägigen Symptome betreten
werden!
).
5. Nachweis eines besonderen Härtefalles
Gemäß § 38 Satz 1 LAPO II liegt ein besonderer Härtefall vor, wenn der Bewerber
- ein schwerbehinderter oder gleichgestellter behinderter Mensch gemäß § 2 Abs. 2 oder Abs. 3
des Neunten Buches Sozialgesetzbuch (SGB IX) vom 23. Dezember 2016 (BGBl. I S. 3234), das
zuletzt durch Artikel 4 des Gesetzes vom 18. April 2019 (BGBl. I S. 473) geändert worden ist, in
der jeweils geltenden Fassung, ist, oder
- sein minderjähriges Kind oder einen sonstigen pflegebedürftigen Angehörigen betreut oder ihm
aufgrund gesetzlicher Verpflichtung Unterhalt zu leisten hat.

- 7 -
Als Nachweis der Betreuung eines pflegebedürftigen Angehörigen sind ggf. ein ärztliches Gutachten
bzw. ein Bescheid des medizinischen Dienstes beizufügen. Hieraus müssen der Name und die An-
schrift des betreuten/gepflegten Angehörigen sowie die Gesamtdauer der Betreuung/Pflege und
evtl. die Pflegestufe ersichtlich sein. Aus den vorgelegten Unterlagen muss hervorgehen, dass die
Betreuung tatsächlich durch den Bewerber erfolgt.
6.
Führungszeugnis
Bei der Entscheidung über den Zulassungsantrag muss ein
erweitertes behördliches Füh-
rungszeugnis
gemäß § 30a Abs. 1 i. V. m. § 30 Abs. 5 des Gesetzes über das Zentralregister und
das Erziehungsregister (Bundeszentralregistergesetz – BZRG) in der Fassung der Bekanntmachung
vom 21. September 1984 (BGBl. I S. 1229, 1985 I S. 195), zuletzt geändert durch Artikel 2 des Ge-
setzes vom 10. August 2021 (BGBl. I S. 3420), in der jeweils geltenden Fassung, vorliegen.
Zur Beantragung dieses Führungszeugnisses ist in der Regel eine schriftliche Aufforderung der Stel-
le, die die Vorlage des erweiterten Führungszeugnisses verlangt, hier des Landesamtes für Schule
und Bildung, vorzulegen. Die Aufforderung zur Beantragung des erweiterten behördlichen Füh-
rungszeugnisses wird mit der elektronischen bzw. schriftlichen Eingangsbestätigung Ihrer schriftli-
chen Bewerbungsunterlagen übersandt. Das erweiterte behördliche Führungszeugnis,
so genannte
Belegart OE
, ist bei der zuständigen Meldebehörde unter Angabe des Verwendungszwecks: „Vor-
bereitungsdienst“ zu beantragen.
Das Führungszeugnis muss dem Landesamt für Schule und Bildung bis spätestens
30. Juni 2022
vorliegen. Andere Arten des Führungszeugnisses (z. B. persönliches Führungszeugnis – so ge-
nannte Belegart N, behördliches Führungszeugnis – so genannte Belegart O) werden nicht akzep-
tiert und führen zum Ausschluss aus dem Zulassungsverfahren.
7. Ärztliches Gutachten
Zum Vorbereitungsdienst wird zugelassen, wer u. a. ausweislich eines ärztlichen Gutachtens im
Sinne des § 4 Abs. 4 des Sächsischen Beamtengesetzes vom 18. Dezember 2013 (SächsGVBl. S.
970, 971), das zuletzt durch Artikel 4 des Gesetzes vom 26. Februar 2021 (SächsGVBl. S. 318) ge-
ändert worden ist, in der jeweils geltenden Fassung, die gesundheitliche Eignung für die Übernahme
in den Vorbereitungsdienst und die angestrebte Laufbahn besitzt oder als Schwerbehinderter über
das Mindestmaß gesundheitlicher Eignung verfügt; insbesondere müssen Bewerber von Krankhei-
ten und Behinderungen, die eine ordnungsgemäße Lehrtätigkeit unmöglich machen, frei sein und
ein für das angestrebte Lehramt ausreichendes Seh-, Hör- und Sprechvermögen besitzen.
Nach Eingang Ihrer schriftlichen Bewerbungsunterlagen werden Sie durch das Landesamt für Schu-
le und Bildung - Standort Chemnitz, Dresden bzw. Leipzig, elektronisch bzw. schriftlich um die Fest-
stellung der gesundheitlichen Eignung gebeten. Das ärztliche Gutachten ist dem Landesamt für
Schule und Bildung bis spätestens
30. Juni 2022
vorzulegen.
8. Ausbildung und Erwerb einer Lehrbefähigung in einem weiteren Fach oder einer weiteren
Fachrichtung im Rahmen des Vorbereitungsdienstes
Mit dem Antrag auf Zulassung zum Vorbereitungsdienst kann ggf. ein Antrag auf Ausbildung in ei-
nem weiteren Fach oder einer weiteren Fachrichtung unter Beifügung des Zeugnisses über das Be-
stehen der entsprechenden Erweiterungsprüfung im Sinne des § 22 Abs. 1 LAPO I oder eines Ab-
schlusses nach § 7 Abs. 4 Satz 2 LAPO II gestellt werden.
9.
Zulassungsbeschränkung
Sofern die Zahl der Ausbildungsplätze insgesamt, für ein einzelnes Lehramt oder innerhalb eines
Lehramtes für einzelne Fächer, Förderschwerpunkte oder berufliche Fachrichtungen nicht ausreicht,
um eine sachgerechte Durchführung des Vorbereitungsdienstes für alle Bewerber zu gewährleisten,
ist die Zulassung zum Vorbereitungsdienst beschränkt.
Sind die Ausbildungsplätze beschränkt, gibt das Sächsische Staatsministerium für Kultus vor dem
Einstellungstermin im Ministerialblatt des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus und im Internet

- 8 -
die Zahl der Ausbildungsplätze je Lehramt, Fach, Förderschwerpunkt oder berufliche Fachrichtung
bekannt. Durch das Landesamt für Schule und Bildung wird in diesem Fall ein Auswahlverfahren
durchgeführt.
Im Ministerialblatt des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus und im Internet können darüber
hinaus auch Fächer mit besonderem öffentlichen Bedarf an ausgebildeten Lehrkräften in bestimm-
ten Fächern, Förderschwerpunkten oder beruflichen Fachrichtungen ausgewiesen werden.
10. Zulassungsverfahren
Nach Vorlage aller entscheidungsrelevanten Unterlagen (bis 01. März 2022, 30. Juni 2022
bzw. bis 15. Juli 2022 – Ausschlussfristen) erfolgt die Erstellung der Bewerberübersicht je
Lehramt unter Berücksichtigung der ggf. vorhandenen veröffentlichten Ausbildungsplatzka-
pazitätsbeschränkungen (vgl. hierzu Punkt zu II. 9.).
Ab spätestens Mitte bis Ende Juli 2022 er-
folgt die schriftliche bzw. elektronische Bekanntgabe der Entscheidung über das Ergebnis der Be-
werbung. Aufgrund der gebotenen, kurzfristigen Rückäußerung des Bewerbers, inwieweit er die Zu-
lassung zum Vorbereitungsdienst annimmt, ist bei der schriftlichen Bekanntgabe die Anwesenheit
des Bewerbers bzw. eines Bevollmächtigten unter der im Zulassungsantrag angegebenen Post-
adresse während dieser Zeit dringend erforderlich; bei der Zustimmung zum elektronischen Schrift-
verkehr im Rahmen des Zulassungs- und Bewerbungsverfahrens für den Vorbereitungsdienst für
ein Lehramt an Schulen im Freistaat ist dafür Sorge zu tragen, dass die im Zulassungsantrag ange-
gebene E-Mail-Adresse bis einschließlich 31.08.2022 für den Zugang von elektronischen Dokumen-
ten geöffnet ist. Wird die Annahme innerhalb der gesetzten Frist nicht erklärt, wird der Bewerber im
laufenden Zulassungsverfahren nicht mehr berücksichtigt. Bis zum 01. September 2022 frei wer-
dende Ausbildungsplätze werden ggf. anschließend im Rahmen des Nachrückverfahrens vergeben
(§ 40 LAPO II). Aus diesem Grund sollte auch für diesen Zeitraum die Erreichbarkeit des Bewerbers
bzw. eines Bevollmächtigten per Post, Telefon und E-Mail gegeben sein.
Die Ernennungsveranstaltungen sind für August 2022 vorgesehen.
Bewerber, die eine Zulassung zum Vorbereitungsdienst, auch im Rahmen des Nachrückverfahrens,
ablehnen (Gründe hierfür sind grundsätzlich unbeachtlich), haben bei einer erneuten Bewerbung
keinerlei Vergünstigungen (Anrechnung Wartezeit, o. ä.). Diese Bewerber werden bei einer erneu-
ten Bewerbung wie sogenannte Erstbewerber behandelt.
Es wird darauf hingewiesen, dass eine schriftliche bzw. elektronische Bestätigung des frist-
gemäßen Eingangs Ihrer schriftlichen Bewerbungsunterlagen in der Regel erst nach Ablauf
der Bewerbungsfrist am 01. März 2022 erfolgt. Für die Vollständigkeit und Fristmäßigkeit der
schriftlichen Bewerbungsunterlagen ist der Bewerber verantwortlich.
Ferner ist zu beachten, dass telefonische Anfragen bzw. Anfragen per E-Mail zum fristgemä-
ßen Eingang der schriftlichen Bewerbungsunterlagen sowie zum Stand des Zulassungsver-
fahrens aufgrund der Vielzahl der zu erwartenden Bewerbungen grundsätzlich nicht beant-
wortet werden können.
III. Ablauf des Vorbereitungsdienstes
1
.
Beginn und Dauer des Vorbereitungsdienstes
Der Vorbereitungsdienst beginnt zweimal jährlich zu den von dem Landesamt für Schule und Bil-
dung festzusetzenden Terminen im ersten und zweiten Unterrichtshalbjahr. Der Vorbereitungsdienst
gliedert sich in drei Ausbildungsabschnitte. Jeder Ausbildungsabschnitt dauert ein Unterrichtshalb-
jahr.
2. Rechtliche Stellung während des Vorbereitungsdienstes
Mit der Einstellung in den Vorbereitungsdienst werden die Studienreferendare in das
Beamtenver-
hältnis auf Widerruf
berufen, wenn sie die Voraussetzungen für die Ernennung zum Beamten er-
füllen. Andernfalls wird der Vorbereitungsdienst in einem
öffentlich-rechtlichen Ausbildungsver-
hältnis
im Sinne des § 18 Abs. 2 Satz 1 des Sächsischen Beamtengesetzes absolviert. Für die

- 9 -
Rechte und Pflichten des Studienreferendars im öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis sowie
für die Begründung und Beendigung des öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnisses sind ge-
mäß der Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums des Innern zur Ausgestaltung des öffent-
lich-rechtlichen Ausbildungsverhältnisses (SächsÖrAusbVVO) vom 18. Mai 2002 (SächsGVBl. S.
175), zuletzt geändert durch die Dritte Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums des Innern
zur Änderung der Verordnung zur Ausgestaltung des öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnisses
vom 10. Dezember 2018 (SächsGVBl. S. 729), die für Beamte auf Widerruf geltenden Bestimmun-
gen mit Ausnahme der §§ 63, 77, 80 und 86 des Sächsisches Beamtengesetz entsprechend anzu-
wenden.
3. Vergütung (Ausbildungsbezüge)
Studienreferendare erhalten Anwärterbezüge (im Beamtenverhältnis auf Widerruf) bzw. Ausbil-
dungsbezüge (im öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis). Die Anwärter-/Ausbildungsbezüge
setzen sich im Lehramt an Grundschulen, im Lehramt an Oberschulen, im Lehramt Sonderpädago-
gik, im Lehramt an Gymnasien sowie im Lehramt an berufsbildenden Schulen aus dem
Anwärter-
grundbetrag nach A 13
, dem Familienzuschlag und den vermögenswirksamen Leistungen zu-
sammen.
Die hieraus resultierenden Bruttobezüge des Anwärtergrundbetrages bzw. des Familienzuschlages
können den entsprechenden Veröffentlichungen des Landesamtes für Steuern und Finanzen unter
https://www.lsf.sachsen.de/download/Besoldung/AnwaerterGB_1Januar2020.pdf
bzw.
https://www.lsf.sachsen.de/download/Besoldung/FamZuschl_210101.pdf
entnommen werden. (Bitte beachten Sie, dass sich die dort benannten Beträge auf eine Vollzeittä-
tigkeit beziehen.)
Die Ausbildungsbezüge (im
öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis)
unterliegen der Bei-
tragspflicht zur gesetzlichen Sozialversicherung (§ 4 Abs. 4 SächsÖrAusbVVO). Studienreferenda-
ren im öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis kann ein Zuschlag in Höhe von 390 Euro monat-
lich gewährt werden, wenn auf Grund des prognostizierten Bedarfs an grundständig ausgebildeten
Lehrkräften ein Mangel an Bewerbern für den Schuldienst besteht. Bei Teilzeitbeschäftigung wird
der Zuschlag im gleichen Verhältnis wie die Arbeitszeit gekürzt (§ 5 Abs. 1 SächsÖrAusbVVO).
Studienreferendaren, die ihren Vorbereitungsdienst an einer
Ausbildungsschule in einer Bedarfs-
region
absolvieren, können unter den, in der Verwaltungsvorschrift des Sächsischen Staatsministe-
riums für Kultus über die Gewährung von Anwärtersonderzuschlägen (VwV Anwärtersonderzu-
schlag SMK - VwV AnwSZ SMK) vom 6. Juni 2019 genannten Voraussetzungen
Anwärtersonder-
zuschläge nach § 73 des Sächsischen Besoldungsgesetzes
gewährt werden. Dies gilt unab-
hängig davon, ob der Vorbereitungsdienst im öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis oder im
Beamtenverhältnis auf Widerruf absolviert wird. Schulstandorte in Bedarfsregionen sind alle Städte
und Gemeinden des Freistaates Sachsen, außer denen, die in Anhang 1 der VwV AnwSZ SMK auf-
gezählt werden. Studienreferendare im öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis, denen ein An-
wärtersonderzuschlag auf Grundlage der VwV AnwSZ SMK gewährt wird, erhalten keinen Zuschlag
nach § 5 Abs. 1 SächsÖrAusbVVO.
4. Ausbildungsstätten
Ausbildungsstätten sind gemäß § 8 Abs. 1 LAPO II die Schulaufsichtsbehörde, d. h. die Lehreraus-
bildungsstätten des Landesamtes für Schule und Bildung, sowie die öffentlichen Schulen und, im
Einvernehmen mit ihren Trägern, die Schulen in freier Trägerschaft im Freistaat Sachsen (Ausbil-
dungsschulen).
Es besteht grundsätzlich kein Anspruch auf Aufnahme in den Vorbereitungs-
dienst an einem bestimmten Ort.

- 10 -
Die Ausbildung für das Lehramt an Grundschulen erfolgt für den am 01.09.2022 beginnenden Vor-
bereitungsdienst an den Lehrerausbildungsstätten Annaberg-Buchholz, Chemnitz, Dresden, Leipzig
und Löbau. Die Ausbildung für das Lehramt an Oberschulen und das Lehramt an Gymnasien erfolgt
für den am 01.09.2022 beginnenden Vorbereitungsdienst an den Lehrerausbildungsstätten Chem-
nitz, Dresden und Leipzig. Die Ausbildung für das Lehramt Sonderpädagogik erfolgt für den am
01.09.2022 beginnenden Vorbereitungsdienst an den Lehrerausbildungsstätten Chemnitz und
Leipzig und die Ausbildung für das Lehramt an berufsbildenden Schulen an der Lehrerausbildungs-
stätte Dresden. Das Landesamt für Schule und Bildung bestimmt, welcher Lehrerausbildungsstätte
der Bewerber in Abhängigkeit von den Zulassungszahlen für die Lehrämter und die Unterrichtsfä-
cher / Förderschwerpunkte zugewiesen wird, sofern für das betreffende Lehramt verschiedene Leh-
rerausbildungsstätten bestehen.
Der Studienreferendar für das Lehramt Sonderpädagogik hospitiert und unterrichtet an einer seinem
Förderschwerpunkt entsprechenden Förderschule, an einem Förderzentrum mit einer seinem be-
sonderen Förderschwerpunkt entsprechenden Ausrichtung oder an Schulen, an denen Schüler mit
sonderpädagogischem Förderbedarf integrativ unterrichtet werden, wenn dort die Betreuung des
Studienreferendars durch mindestens einen sonderpädagogisch qualifizierten Mentor gewährleistet
ist.
5. Ausbildung an der Schulaufsichtsbehörde (Landesamt für Schule und Bildung, Lehreraus-
bildungsstätten)
Die Studienreferendare sollen die pädagogischen und fachdidaktischen Kenntnisse, Erfahrungen
und Fähigkeiten, die sie während des Studiums an der Hochschule erworben haben, in engem Be-
zug zur Schulpraxis so erweitern und vertiefen, dass sie verantwortlich und erfolgreich den Erzie-
hungs- und Bildungsauftrag als Lehrkraft wahrnehmen können.
Die Ausbildung an den Lehrerausbildungsstätten erstreckt sich auf folgende Bereiche:
1. Schwerpunkte der Didaktik und Methodik unter Berücksichtigung der Bildungswissenschaften in
Bezug auf die Unterrichtsfächer, die Förderschwerpunkte oder die beruflichen Fachrichtungen
sowie
2. Schulrecht, Lehrerdienstrecht und Beamtenrecht.
Die Studienreferendare werden von Lehrbeauftragten betreut. Sie hospitieren im Unterricht, bespre-
chen mit dem Studienreferendar die hospitierten Unterrichtsstunden und geben ihm Gelegenheit, in
ihrem Unterricht zu hospitieren.
6. Ausbildung an der Schule
An den Ausbildungsschulen stehen für die Beratung und Betreuung der Studienreferendare Schul-
leiter und Mentoren zur Verfügung.
Während des ersten Ausbildungsabschnitts des Vorbereitungsdienstes hat der Studienreferendar
wöchentlich in der Regel 16 Unterrichtsstunden zu absolvieren und dabei zunehmend in der Regel 8
bis 10 Stunden wöchentlich begleiteten Unterricht durchzuführen. Ab dem zweiten Ausbildungsab-
schnitt des Vorbereitungsdienstes hat der Studienreferendar in seinen Unterrichtsfächern oder be-
ruflichen Fachrichtungen mindestens 3 Unterrichtsstunden wöchentlich zu hospitieren und in der
Regel 12 Unterrichtsstunden wöchentlich selbständig zu unterrichten. Der selbständige Unterricht
erfolgt im Rahmen eines Lehrauftrages. Die Mentoren hospitieren je Unterrichtsfach oder beruflicher
Fachrichtung in der Regel 2 Stunden monatlich. Im Lehramt an Grundschulen hospitieren die Men-
toren je Gebiet der Grundschuldidaktik und im Fach in der Regel eine Stunde monatlich.
Durch den Schulleiter erfolgt die Ausbildung in Angelegenheiten der Schulorganisation.
7. Vorbereitungsdienst in Teilzeit
Der Vorbereitungsdienst kann auf Antrag des Studienreferendars in Teilzeit absolviert werden, wenn
er

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1. mindestens ein Kind unter 18 Jahren oder einen nach ärztlichem Gutachten pflegebedürftigen
sonstigen nahen Angehörigen tatsächlich betreut oder pflegt,
2. neben dem Vorbereitungsdienst noch in einem weiteren Fach oder einer weiteren Fachrichtung
eine Erweiterungsprüfung nach § 22 der Lehramtsprüfungsordnung I anstrebt oder
3. neben dem Vorbereitungsdienst habilitiert oder eine Dissertation bearbeitet.
In diesem Fall dauert der Vorbereitungsdienst vier Unterrichtshalbjahre und
wird im öffentlich-
rechtlichen Ausbildungsverhältnis nach § 18 Abs. 2 Satz 1 des Sächsischen Beamtengeset-
zes absolviert.
Wird der Vorbereitungsdienst in Teilzeit absolviert, dauert der erste Ausbildungsabschnitt acht Mo-
nate. Es erfolgt eine Reduzierung der Unterrichtsverpflichtung in Anwendung der entsprechenden
gesetzlichen Regelung. Die Lehrveranstaltungen finden nach dem regulären Ausbildungsplan statt.
Im Fall der Wiederholungsprüfung nach § 24 LAPO II wird Teilzeit für die verlängerte Ausbildungs-
zeit nicht gewährt.
Der Antrag auf Durchführung des Vorbereitungsdienstes in Teilzeit muss
mit dem Antrag auf Zulassung zum Vorbereitungsdienst gestellt werden.
8. Verkürzung des Vorbereitungsdienstes
Auf Antrag des Studienreferendars kann der Vorbereitungsdienst unter Anrechnung von Ausbil-
dungszeiten, die im Rahmen eines bereits absolvierten Vorbereitungsdienstes erbracht worden sind,
oder von Zeiten einschlägiger Berufspraxis um 1 Unterrichtshalbjahr (Wegfall des ersten Ausbil-
dungsabschnittes (Eingangsphase)) verkürzt werden.
Zur Anerkennung einschlägiger Berufspraxis ist in der Regel eine mindestens sechsmonatige Tätig-
keit als Lehrkraft im erforderlichen Lehramt mit mehr als der Hälfte des Regelstundenmaßes einer
vergleichbar vollzeitbeschäftigten Lehrkraft erforderlich. Tätigkeiten
vor
Abschluss der wissenschaft-
lichen Ausbildung (Erste Staatsprüfung/Masterabschluss), z. B. Praxissemester während des Studi-
ums, finden hierbei keine Berücksichtigung.
Unter Einbeziehung der von dem Studienreferendar nachgewiesenen Zeiten im Rahmen eines be-
reits absolvierten Vorbereitungsdienstes bzw. unterrichtspraktischer Tätigkeiten entspricht der ver-
kürzte grundständige Vorbereitungsdienst den gesetzlichen Vorgaben im Freistaat Sachsen, so
dass eine Übernahme in das Beamtenverhältnis auf Probe bzw. in das Beamtenverhältnis auf Le-
benszeit im Freistaat Sachsen derzeit möglich ist. Auf die Hoheit der Bundesländer wird hingewie-
sen.
Der Antrag auf Verkürzung der Dauer des Vorbereitungsdienstes und Nachweise über die Tatsa-
chen, die eine Verkürzung begründen, sind bis zum
01. März 2022 (Ausschlussfrist)
einzureichen.
9. Staatsprüfung
Lehramt an Grundschulen
Die Staatsprüfung besteht aus:
1. je einer Prüfungslehrprobe in den Unterrichtsfächern Deutsch oder Sorbisch und Mathematik;
eine der Prüfungslehrproben wird in der Klassenstufe 1 oder 2 durchgeführt,
2. mündlichen Prüfungen:
- zwei Prüfungen in der Grundschuldidaktik, jeweils eine im Gebiet Sachunterricht und
einem weiteren Gebiet der Grundschule oder dem gewähltem Fach, sofern es nicht
Deutsch, Sorbisch oder Mathematik ist, einschließlich der Bildungswissenschaften,
- eine Schulrechtsprüfung und
3. der Beurteilung durch den Schulleiter.

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Lehramt Sonderpädagogik
Die Staatsprüfung besteht aus:
1. zwei Prüfungslehrproben in unterschiedlichen Klassenstufen im Unterrichtsfach der Ober-
schule oder in zwei Unterrichtsfächern der Grundschule,
2. mündlichen Prüfungen:
- eine Prüfung in dem Förderschwerpunkt einschließlich der Bildungswissenschaften,
- eine Prüfung in der Didaktik und Methodik des studierten Faches der Oberschule oder
in der Grundschuldidaktik einschließlich der Bildungswissenschaften,
- eine Schulrechtsprüfung und
3. der Beurteilung durch den Schulleiter.
Lehramt an Oberschulen
Die Staatsprüfung besteht aus:
1. einer Prüfungslehrprobe in jedem der Unterrichtsfächer,
2. mündlichen Prüfungen:
- jeweils eine Prüfung in den Schwerpunkten der Didaktiken und Methodiken der Fächer
einschließlich der Bildungswissenschaften,
- eine Schulrechtsprüfung und
3. der Beurteilung durch den Schulleiter.
Lehramt an Gymnasien
Die Staatsprüfung besteht aus:
1. einer Prüfungslehrprobe in jedem der Unterrichtsfächer; eine der Prüfungslehrproben wird in
der Sekundarstufe II durchgeführt,
2. mündlichen Prüfungen:
- jeweils eine Prüfung in den Schwerpunkten der Didaktiken und Methodiken der Fächer
einschließlich der Bildungswissenschaften (Ausnahme im Doppelfach Musik: nur eine
mündliche Prüfung im Fach Musik)
- eine Schulrechtsprüfung und
3. der Beurteilung durch den Schulleiter.
Lehramt an berufsbildenden Schulen
Die Staatsprüfung besteht aus:
1. einer Prüfungslehrprobe in jedem der Unterrichtsfächer oder beruflichen Fachrichtungen in
der Regel in unterschiedlichen Klassen- oder Jahrgangsstufen verschiedener Schularten der
berufsbildenden Schulen,
2. mündlichen Prüfungen:
- jeweils eine Prüfung in den Didaktiken und Methodiken der beruflichen Fachrichtung
und des allgemeinbildenden Faches oder der gewählten Vertiefungsrichtung der beruf-
lichen Fachrichtung einschließlich der Bildungswissenschaften,
- eine Schulrechtsprüfung und
3. der Beurteilung durch den Schulleiter.

- 13 -
10. Ansprechpartner
Für weitere Anfragen stehen nachfolgende Ansprechpartner zur Verfügung:
Landesamt für Schule und Bildung
Landesamt für Schule und Bildung
Standort Leipzig
Standort Dresden
Nonnenstraße 44c
Großenhainer Str. 92
04229 Leipzig
01127 Dresden
Raum 115
Raum 132
Ansprechpartner(in):
Ansprechpartner(in):
Lehramt Sonderpädagogik
Lehramt an berufsbildenden Schulen
Frau Fischer (0341/ 4945 962)
Frau Hoecker (0351/ 8439 425)
susann.fischer@lasub.smk.sachsen.de
marie.hoecker@lasub.smk.sachsen.de
Lehramt an Gymnasien
Dienstag:
13:00 Uhr - 16:00 Uhr
Herr Schlicke (0341/ 4945 964)
ronald.schlicke@lasub.smk.sachsen.de
(im Einzelfall individuelle Terminabsprache
Dienstag:
9:00 Uhr – 12:00 Uhr
telefonisch möglich)
13:30 Uhr – 16:00 Uhr
Donnerstag: 9:00 Uhr – 12:00 Uhr
(im Einzelfall individuelle Terminabsprache
telefonisch möglich)
Landesamt für Schule und Bildung
Standort Chemnitz
Lehrerausbildungsstätte Chemnitz
Straße der Nationen 12
09111 Chemnitz
Raum 101
Ansprechpartner(in):
Lehramt an Grundschulen
Frau Menzel (0371/256202 14)
teresa.menzel@lasub.smk.sachsen.de
Lehramt an Oberschulen
Frau Meisch (0371/ 256202 11)
josefine.meisch@lasub.smk.sachsen.de
Dienstag:
9:00 Uhr – 12:00 Uhr
13:30 Uhr – 16:00 Uhr
Donnerstag: 9:00 Uhr – 12:00 Uhr
(im Einzelfall individuelle Terminabsprache
telefonisch möglich)

- 14 -
Anlage
Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen (Infektionsschutzgesetz – IfSG) vom
20. Juli 2000 (BGBl. I S. 1045), das zuletzt durch Artikel 8 Absatz 8 des Gesetzes vom 27. September 2021 (BGBl. I S.
4530) geändert worden ist, in der jeweils geltenden Fassung
Auszug
6. Abschnitt
Infektionsschutz bei bestimmten Einrichtungen, Unternehmen und Personen
§ 33
Gemeinschaftseinrichtungen
Gemeinschaftseinrichtungen im Sinne dieses Gesetzes sind Einrichtungen, in denen überwiegend minderjährige Personen
betreut werden; dazu gehören insbesondere:
1.
Kindertageseinrichtungen und Kinderhorte,
2.
die nach § 43 Absatz 1 des Achten Buches Sozialgesetzbuch erlaubnispflichtige Kindertagespflege,
3.
Schulen und sonstige Ausbildungseinrichtungen,
4.
Heime und
5.
Ferienlager.
§ 34
Gesundheitliche Anforderungen, Mitwirkungspflichten, Aufgaben des Gesundheitsamtes
(1) Personen, die an
1.
Cholera
2.
Diphtherie
3.
Enteritis durch enterohämorrhagische E. coli (EHEC)
4.
virusbedingtem hämorrhagischen Fieber
5.
Haemophilus influenzae Typ b-Meningitis
6.
Impetigo contagiosa (ansteckende Borkenflechte)
7.
Keuchhusten
8.
ansteckungsfähiger Lungentuberkulose
9.
Masern
10.
Meningokokken-Infektion
11.
Mumps
12.
Paratyphus
13.
Pest
14.
Poliomyelitis
14a.
Röteln
15.
Scharlach oder sonstigen Streptococcus pyogenes-Infektionen
16.
Shigellose
17.
Skabies (Krätze)
18.
Typhus abdominalis
19.
Virushepatitis A oder E
20.
Windpocken
erkrankt oder dessen verdächtig oder die verlaust sind, dürfen in den in § 33 genannten Gemeinschaftseinrichtun-
gen keine Lehr-, Erziehungs-, Pflege-, Aufsichts- oder sonstige Tätigkeiten ausüben, bei denen sie Kontakt zu den
dort Betreuten haben, bis nach ärztlichem Urteil eine Weiterverbreitung der Krankheit oder der Verlausung durch
sie nicht mehr zu befürchten ist. Satz 1 gilt entsprechend für die in der Gemeinschaftseinrichtung Betreuten mit der
Maßgabe, dass sie die dem Betrieb der Gemeinschaftseinrichtung dienenden Räume nicht betreten, Einrichtungen
der Gemeinschaftseinrichtung nicht benutzen und an Veranstaltungen der Gemeinschaftseinrichtung nicht teilneh-
men dürfen. Satz 2 gilt auch für Kinder, die das 6. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und an infektiöser Gast-
roenteritis erkrankt oder dessen verdächtig sind.

- 15 -
(2) Ausscheider von
1.
Vibrio cholerae O 1 und O 139
2.
Corynebacterium spp., Toxin bildend
3.
Salmonella Typhi
4.
Salmonella Paratyphi
5.
Shigella sp.
6.
enterohämorrhagischen E. coli (EHEC)
dürfen nur mit Zustimmung des Gesundheitsamtes und unter Beachtung der gegenüber dem Ausscheider und der
Gemeinschaftseinrichtung verfügten Schutzmaßnahmen die dem Betrieb der Gemeinschaftseinrichtung dienenden
Räume betreten, Einrichtungen der Gemeinschaftseinrichtung benutzen und an Veranstaltungen der Gemein-
schaftseinrichtung teilnehmen.
(3) Absatz 1 Satz 1 und 2 gilt entsprechend für Personen, in deren Wohngemeinschaft nach ärztlichem Urteil eine
Erkrankung an oder ein Verdacht auf
1.
Cholera
2.
Diphtherie
3.
Enteritis durch enterohämorrhagische E. coli (EHEC)
4.
virusbedingtem hämorrhagischem Fieber
5.
Haemophilus influenzae Typ b-Meningitis
6.
ansteckungsfähiger Lungentuberkulose
7.
Masern
8.
Meningokokken-Infektion
9.
Mumps
10.
Paratyphus
11.
Pest
12.
Poliomyelitis
12a.
Röteln
13.
Shigellose
14.
Typhus abdominalis
15.
Virushepatitis A oder E
16.
Windpocken
aufgetreten ist.
(4) Wenn die nach den Absätzen 1 bis 3 verpflichteten Personen geschäftsunfähig oder in der Geschäftsfähigkeit
beschränkt sind, so hat derjenige für die Einhaltung der diese Personen nach den Absätzen 1 bis 3 treffenden Ver-
pflichtungen zu sorgen, dem die Sorge für diese Person zusteht. Die gleiche Verpflichtung trifft den Betreuer einer
von Verpflichtungen nach den Absätzen 1 bis 3 betroffenen Person, soweit die Erfüllung dieser Verpflichtungen zu
seinem Aufgabenkreis gehört.
(5) Wenn einer der in den Absätzen 1, 2 oder 3 genannten Tatbestände bei den in Absatz 1 genannten Personen
auftritt, so haben diese Personen oder in den Fällen des Absatzes 4 der Sorgeinhaber der Gemeinschaftseinrich-
tung hiervon unverzüglich Mitteilung zu machen. Die Leitung der Gemeinschaftseinrichtung hat jede Person, die in
der Gemeinschaftseinrichtung neu betreut wird, oder deren Sorgeberechtigte über die Pflichten nach Satz 1 zu
belehren.
(6) Werden Tatsachen bekannt, die das Vorliegen einer der in den Absätzen 1, 2 oder 3 aufgeführten Tatbestände
annehmen lassen, so hat die Leitung der Gemeinschaftseinrichtung das Gesundheitsamt, in dessen Bezirk sich die
Gemeinschaftseinrichtung befindet, unverzüglich zu benachrichtigen und krankheits- und personenbezogene An-
gaben zu machen. Dies gilt auch beim Auftreten von zwei oder mehr gleichartigen, schwerwiegenden Erkrankun-
gen, wenn als deren Ursache Krankheitserreger anzunehmen sind. Eine Benachrichtigungspflicht besteht nicht,
wenn der Leitung ein Nachweis darüber vorliegt, dass die Meldung des Sachverhalts nach § 6 bereits erfolgt ist.
(7) Die zuständige Behörde kann im Einvernehmen mit dem Gesundheitsamt für die in § 33 genannten Einrichtun-
gen Ausnahmen von dem Verbot nach Absatz 1, auch in Verbindung mit Absatz 3, zulassen, wenn Maßnahmen
durchgeführt werden oder wurden, mit denen eine Übertragung der aufgeführten Erkrankungen oder der Verlau-
sung verhütet werden kann.

- 16 -
(8) Das Gesundheitsamt kann gegenüber der Leitung der Gemeinschaftseinrichtung anordnen, dass das Auftreten
einer Erkrankung oder eines hierauf gerichteten Verdachtes ohne Hinweis auf die Person in der Gemeinschaftsein-
richtung bekannt gegeben wird.
(9) Wenn in Gemeinschaftseinrichtungen betreute Personen Krankheitserreger so in oder an sich tragen, dass im
Einzelfall die Gefahr einer Weiterverbreitung besteht, kann die zuständige Behörde die notwendigen Schutzmaß-
nahmen anordnen.
(10) Die Gesundheitsämter und die in § 33 genannten Gemeinschaftseinrichtungen sollen die betreuten Personen
oder deren Sorgeberechtigte gemeinsam über die Bedeutung eines vollständigen, altersgemäßen, nach den Emp-
fehlungen der Ständigen Impfkommission ausreichenden Impfschutzes und über die Prävention übertragbarer
Krankheiten aufklären.
(10a) Bei der Erstaufnahme in eine Kindertageseinrichtung haben die Personensorgeberechtigten gegenüber die-
ser einen schriftlichen Nachweis darüber zu erbringen, dass zeitnah vor der Aufnahme eine ärztliche Beratung in
Bezug auf einen vollständigen, altersgemäßen, nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission ausrei-
chenden Impfschutz des Kindes erfolgt ist. Wenn der Nachweis nicht erbracht wird, benachrichtigt die Leitung der
Kindertageseinrichtung das Gesundheitsamt, in dessen Bezirk sich die Einrichtung befindet, und übermittelt dem
Gesundheitsamt personenbezogene Angaben. Das Gesundheitsamt kann die Personensorgeberechtigten zu einer
Beratung laden. Weitergehende landesrechtliche Regelungen bleiben unberührt.
(11) Bei Erstaufnahme in die erste Klasse einer allgemein bildenden Schule hat das Gesundheitsamt oder der von
ihm beauftragte Arzt den Impfstatus zu erheben und die hierbei gewonnenen aggregierten und anonymisierten
Daten über die oberste Landesgesundheitsbehörde dem Robert Koch-Institut zu übermitteln.
§ 35
Belehrung für Personen in der Betreuung von Kindern und Jugendlichen
Personen, die in den in § 33 genannten Gemeinschaftseinrichtungen Lehr-, Erziehungs-, Pflege-, Aufsichts- oder
sonstige regelmäßige Tätigkeiten ausüben und Kontakt mit den dort Betreuten haben, sind vor erstmaliger Auf-
nahme ihrer Tätigkeit und im Weiteren mindestens im Abstand von zwei Jahren von ihrem Arbeitgeber über die
gesundheitlichen Anforderungen und Mitwirkungsverpflichtungen nach § 34 zu belehren. Über die Belehrung ist ein
Protokoll zu erstellen, das beim Arbeitgeber für die Dauer von drei Jahren aufzubewahren ist. Die Sätze 1 und 2
finden für Dienstherren entsprechende Anwendung.
8. Abschnitt
Gesundheitliche Anforderungen an das Personal beim Umgang mit Lebensmitteln
§ 42
Tätigkeits- und Beschäftigungsverbote
(1) Personen, die
1.
an Typhus abdominalis, Paratyphus, Cholera, Shigellenruhr, Salmonellose, einer anderen infektiösen Gastroenteritis
oder Virushepatitis A oder E erkrankt oder dessen verdächtig sind,
2.
an infizierten Wunden oder an Hautkrankheiten erkrankt sind, bei denen die Möglichkeit besteht, dass deren Krank-
heitserreger über Lebensmittel übertragen werden können,
3.
die Krankheitserreger Shigellen, Salmonellen, enterohämorrhagische Escherichia coli oder Choleravibrionen ausschei-
den,
dürfen nicht tätig sein oder beschäftigt werden
a)
beim Herstellen, Behandeln oder Inverkehrbringen der in Absatz 2 genannten Lebensmittel, wenn sie dabei mit diesen
in Berührung kommen, oder
b)
in Küchen von Gaststätten und sonstigen Einrichtungen mit oder zur Gemeinschaftsverpflegung.
Satz 1 gilt entsprechend für Personen, die mit Bedarfsgegenständen, die für die dort genannten Tätigkeiten verwendet werden,
so in Berührung kommen, dass eine Übertragung von Krankheitserregern auf die Lebensmittel im Sinne des Absatzes 2 zu
befürchten ist. Die Sätze 1 und 2 gelten nicht für den privaten hauswirtschaftlichen Bereich.
(2) Lebensmittel im Sinne des Absatzes 1 sind
1.
Fleisch, Geflügelfleisch und Erzeugnisse daraus
2.
Milch und Erzeugnisse auf Milchbasis

- 17 -
3.
Fische, Krebse oder Weichtiere und Erzeugnisse daraus
4.
Eiprodukte
5.
Säuglings- und Kleinkindernahrung
6.
Speiseeis und Speiseeishalberzeugnisse
7.
Backwaren mit nicht durchgebackener oder durcherhitzter Füllung oder Auflage
8.
Feinkost-, Rohkost- und Kartoffelsalate, Marinaden, Mayonnaisen, andere emulgierte Soßen, Nahrungshefen
9.
Sprossen und Keimlinge zum Rohverzehr sowie Samen zur Herstellung von Sprossen und Keimlingen zum Rohver-
zehr.
(3) Personen, die in amtlicher Eigenschaft, auch im Rahmen ihrer Ausbildung, mit den in Absatz 2 bezeichneten Lebensmitteln
oder mit Bedarfsgegenständen im Sinne des Absatzes 1 Satz 2 in Berührung kommen, dürfen ihre Tätigkeit nicht ausüben,
wenn sie an einer der in Absatz 1 Nr. 1 genannten Krankheiten erkrankt oder dessen verdächtig sind, an einer der in Absatz 1
Nr. 2 genannten Krankheiten erkrankt sind oder die in Absatz 1 Nr. 3 genannten Krankheitserreger ausscheiden.
(4) Das Gesundheitsamt kann Ausnahmen von den Verboten nach dieser Vorschrift zulassen, wenn Maßnahmen durchgeführt
werden, mit denen eine Übertragung der aufgeführten Erkrankungen und Krankheitserreger verhütet werden kann.
(5) Das Bundesministerium für Gesundheit wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates den
Kreis der in Absatz 1 Nr. 1 und 2 genannten Krankheiten, der in Absatz 1 Nr. 3 genannten Krankheitserreger und der in Absatz
2 genannten Lebensmittel einzuschränken, wenn epidemiologische Erkenntnisse dies zulassen, oder zu erweitern, wenn dies
zum Schutz der menschlichen Gesundheit vor einer Gefährdung durch Krankheitserreger erforderlich ist. In dringenden Fällen
kann zum Schutz der Bevölkerung die Rechtsverordnung ohne Zustimmung des Bundesrates erlassen werden. Eine auf der
Grundlage des Satzes 2 erlassene Verordnung tritt ein Jahr nach ihrem Inkrafttreten außer Kraft; ihre Geltungsdauer kann mit
Zustimmung des Bundesrates verlängert werden.
§ 43
Belehrung, Bescheinigung des Gesundheitsamtes
(1) Personen dürfen gewerbsmäßig die in § 42 Abs. 1 bezeichneten Tätigkeiten erstmalig nur dann ausüben und mit diesen
Tätigkeiten erstmalig nur dann beschäftigt werden, wenn durch eine nicht mehr als drei Monate alte Bescheinigung des Ge-
sundheitsamtes oder eines vom Gesundheitsamt beauftragten Arztes nachgewiesen ist, dass sie
1.
über die in § 42 Abs. 1 genannten Tätigkeitsverbote und über die Verpflichtungen nach den Absätzen 2, 4 und 5 vom
Gesundheitsamt oder von einem durch das Gesundheitsamt beauftragten Arzt belehrt wurden und
2.
nach der Belehrung im Sinne der Nummer 1 in Textform erklärt haben, dass ihnen keine Tatsachen für ein Tätigkeits-
verbot bei ihnen bekannt sind.
Liegen Anhaltspunkte vor, dass bei einer Person Hinderungsgründe nach § 42 Abs. 1 bestehen, so darf die Bescheinigung erst
ausgestellt werden, wenn durch ein ärztliches Zeugnis nachgewiesen ist, dass Hinderungsgründe nicht oder nicht mehr beste-
hen.
(2) Treten bei Personen nach Aufnahme ihrer Tätigkeit Hinderungsgründe nach § 42 Abs. 1 auf, sind sie verpflichtet, dies ihrem
Arbeitgeber oder Dienstherrn unverzüglich mitzuteilen.
(3) Werden dem Arbeitgeber oder Dienstherrn Anhaltspunkte oder Tatsachen bekannt, die ein Tätigkeitsverbot nach § 42 Abs.
1 begründen, so hat dieser unverzüglich die zur Verhinderung der Weiterverbreitung der Krankheitserreger erforderlichen Maß-
nahmen einzuleiten.
(4) Der Arbeitgeber hat Personen, die eine der in § 42 Abs. 1 Satz 1 oder 2 genannten Tätigkeiten ausüben, nach Aufnahme
ihrer Tätigkeit und im Weiteren alle zwei Jahre über die in § 42 Abs. 1 genannten Tätigkeitsverbote und über die Verpflichtung
nach Absatz 2 zu belehren. Die Teilnahme an der Belehrung ist zu dokumentieren. Die Sätze 1 und 2 finden für Dienstherren
entsprechende Anwendung.
(5) Die Bescheinigung nach Absatz 1 und die letzte Dokumentation der Belehrung nach Absatz 4 sind beim Arbeitgeber aufzu-
bewahren. Der Arbeitgeber hat die Nachweise nach Satz 1 und, sofern er eine in § 42 Abs. 1 bezeichnete Tätigkeit selbst aus-
übt, die ihn betreffende Bescheinigung nach Absatz 1 Satz 1 an der Betriebsstätte verfügbar zu halten und der zuständigen
Behörde und ihren Beauftragten auf Verlangen vorzulegen. Bei Tätigkeiten an wechselnden Standorten genügt die Vorlage
einer beglaubigten Abschrift oder einer beglaubigten Kopie.
(6) Im Falle der Geschäftsunfähigkeit oder der beschränkten Geschäftsfähigkeit treffen die Verpflichtungen nach Absatz 1 Satz
1 Nr. 2 und Absatz 2 denjenigen, dem die Sorge für die Person zusteht. Die gleiche Verpflichtung trifft auch den Betreuer, so-
weit die Sorge für die Person zu seinem Aufgabenkreis gehört. Die den Arbeitgeber oder Dienstherrn betreffenden Verpflichtun-
gen nach dieser Vorschrift gelten entsprechend für Personen, die die in § 42 Abs. 1 genannten Tätigkeiten selbständig ausü-
ben.
(7) Das Bundesministerium für Gesundheit wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates Unter-
suchungen und weitergehende Anforderungen vorzuschreiben oder Anforderungen einzuschränken, wenn Rechtsakte der Eu-
ropäischen Union dies erfordern.