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Leistungsermittlung und
Leistungsbewertung an Schulen
zur Lernförderung
Handreichung
LANDESAMT FÜR
SCHULE UND BILDUNG

Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung | 3
Inhalt
0 Vorwort
................................................................................................................................................................................................................ 5
1 Grundlagen
........................................................................................................................................................................................................ 7
2 Leistungsermittlung und Leistungsbewertung
.................................................................................................................................. 7
1
Besonderheiten schulischer Lernprozesse an der Schule zur Lernförderung ...............................................................................
7
2
Bewertungsgrundsätze an der Schule zur Lernförderung ................................................................................................................... 8
3 Beispielsammlung
........................................................................................................................................................................................... 9
Klassenarbeit im Fach Deutsch – Heimatkunde/Sachunterricht – Klassenstufe 4
1 Vorüberlegungen ............................................................................................................................................................................................... 9
2
Hinweise zur Anlage und Bewertung der Arbeit .................................................................................................................................... 9
3 Reflexion ............................................................................................................................................................................................................... 10
4 Literatur ................................................................................................................................................................................................................ 10
5 Anlage ................................................................................................................................................................................................................... 11
Kompetenzraster im Fach Informatik – Klassenstufe 5/6
1 Vorbemerkungen ................................................................................................................................................................................................ 19
2
Leistungsermittlung und Leistungsbewertung ....................................................................................................................................... 19
2.1 Kompetenzraster für die Schülerinnen und Schüler
zur Einschätzung der Beherrschung der Programmfunktionen
........................................................................................................ 19
2.2
Vorlage: Kompetenzraster für die Schülerinnen und Schüler ............................................................................................................ 19
2.3 Beobachtungsbogen für die Hand der Lehrkraft .................................................................................................................................... 19
2.4
Vorlage: Beobachtungsbogen für die Hand der Lehrkraft ................................................................................................................... 19
3
Reflexion – Möglichkeiten des Einsatzes an der Schule zur Lernförderung ................................................................................. 19
3.1 Kompetenzraster für die Schülerinnen und Schüler ............................................................................................................................. 19
3.2 Beobachtungsbogen für die Lehrkraft ....................................................................................................................................................... 20
3.3 Kompetenzraster selbst erstellen ................................................................................................................................................................. 20
4 Literatur ................................................................................................................................................................................................................ 20
5 Anlagen ................................................................................................................................................................................................................. 21
Einschätzungsbögen Fach Ethik – Klassenstufe 5/6
1 Vorüberlegungen ............................................................................................................................................................................................... 25
2 Leistungskomponenten ................................................................................................................................................................................... 25
3 Unterrichtsskizze ............................................................................................................................................................................................... 26
4
Hinweise zur Durchführung unter förderspezifischem Aspekt .......................................................................................................... 26
4.1 Selbsteinschätzungsbogen ............................................................................................................................................................................. 27
4.2 Fremdeinschätzungsbogen ............................................................................................................................................................................ 27
4.3 Einschätzungsbogen ......................................................................................................................................................................................... 27
5 Literatur ................................................................................................................................................................................................................ 27
6 Anlagen ................................................................................................................................................................................................................. 28

4 | Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung
Zweistufenarbeit im Fach Deutsch – Klassenstufe 7
1 Vorüberlegungen ............................................................................................................................................................................................... 32
2 Leistungskomponenten ................................................................................................................................................................................... 32
3 Unterrichtsskizze ............................................................................................................................................................................................... 32
4 Reflexion ............................................................................................................................................................................................................... 34
5 Literatur ................................................................................................................................................................................................................ 34
6
Anlagen ............................................................................................................................................................................................................... 35
Zweistufenarbeit – Biologie – Klassenstufe 7
1 Vorbemerkungen ................................................................................................................................................................................................ 41
2 Leistungskomponenten ................................................................................................................................................................................... 41
3
Durchführung der Zweistufenarbeit ........................................................................................................................................................... 41
4
Reflexion – Möglichkeiten und Grenzen an der Schule zur Lernförderung .................................................................................. 43
5 Literatur ................................................................................................................................................................................................................ 43
6 Anlagen ................................................................................................................................................................................................................. 44
Gemeinsam lernen – individuell bewerten – Fach Englisch – Klassenstufe 7
1 Vorüberlegungen ............................................................................................................................................................................................... 47
2 Leistungskomponenten ................................................................................................................................................................................... 47
3 Durchführung ..................................................................................................................................................................................................... 47
4
Bewertung der Lernergebnisse ..................................................................................................................................................................... 48
5 Reflexion ............................................................................................................................................................................................................... 50
6 Literatur ................................................................................................................................................................................................................ 51
7 Anlagen ................................................................................................................................................................................................................. 52
Arbeit mit dem Portfolio – Biologie – Klassenstufe 7
1
Vorüberlegungen zum Einsatz von Portfolios im Unterricht .............................................................................................................. 55
2 Leistungskomponenten ................................................................................................................................................................................... 55
3
Vorgehensweise beim Einsatz des Portfolios ........................................................................................................................................... 56
3.1 Einführung in die Arbeit mit dem Portfolio ............................................................................................................................................. 56
3.2 Arbeit mit dem Portfolio ................................................................................................................................................................................. 57
3.3 Abschluss der Arbeit mit dem Portfolio ..................................................................................................................................................... 58
4
Erläuterungen zur Leistungsbewertung .................................................................................................................................................... 58
5 Reflexion ............................................................................................................................................................................................................... 59
6 Literatur ................................................................................................................................................................................................................ 59
7 Anlagen ................................................................................................................................................................................................................. 60
Lernprozesse erfolgreich gestalten und individuell bewerten
Deutsch – Klassenstufe 8/9
1 Vorüberlegungen ............................................................................................................................................................................................... 77
2 Leistungskomponenten ................................................................................................................................................................................... 77
3 Durchführung ..................................................................................................................................................................................................... 78
4
Vorschläge zur Bewertung ............................................................................................................................................................................. 79
5 Reflexion ............................................................................................................................................................................................................... 80
6 Literatur ................................................................................................................................................................................................................ 80
7 Anlagen ................................................................................................................................................................................................................. 81

Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung | 5
0 Vorwort
Mit der vorliegenden Handreichung „Leistungsermittlung und Leistungsbewertung“ an Schulen zur Lernförderung sollen die
Lehrkräfte Empfehlungen und Hinweise erhalten, wie durch eine transparente, individuelle und den Lernfortschritt berück-
sichtigende Leistungsermittlung und Leistungsbewertung Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf
im Förderschwerpunkt Lernen motiviert und in ihrer Persönlichkeitsentwicklung gestärkt werden sowie differenzierte Rück-
meldungen zum Lern- und Leistungsstand durch die Lehrkräfte erhalten können.
An Förderschulen, insbesondere an den Schulen zur Lernförderung, werden Leistungen nach dem Grad des Erreichens von
Lernanforderungen bewertet. Die Bewertung soll den individuellen Lernfortschritt der Schülerinnen und Schüler, ihren son-
derpädagogischen Förderbedarf, den Grad der Anwendung von Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie die Art der
Darstellung der Arbeitsergebnisse berücksichtigen. Sie soll ermutigen und den Leistungswillen stärken.
Die Lehrkräfte an den Schulen zur Lernförderung sollen bei der Realisierung ihrer anspruchsvollen Aufgabe Unterstützung
erhalten, um ihre Schülerinnen und Schüler auf der Grundlage einer motivierenden und stärkenden Leistungsermittlung
und Leistungsbewertung noch besser auf ein Leben in der Gemeinschaft sowie auf Arbeit und Beruf vorbereiten zu können.
Die Handreichung veranschaulicht anhand unterrichtspraktischer Beispiele Positionen zur Leistungsermittlung und Leis-
tungsbewertung an der Schule zur Lernförderung. Sie zeigt – bezogen auf den geltenden Lehrplan – wichtige didaktisch-
methodische Grundsätze für die Gestaltung von Bewertungsprozessen auf und beschreibt die Potenzen des erweiterten Leis-
tungsverständnisses an der Schule zur Lernförderung unter Berücksichtigung der Besonderheiten schulischer Lernprozesse
an diesem Förderschultyp.
Vorgestellt werden sowohl traditionelle als auch neue Formen der Leistungsermittlung und Leistungsbewertung.
In der Beispielsammlung sind Bewertungsbeispiele enthalten, die sich stets in eine konkrete Lernsituation einbetten. Jedem
Beispiel ist eine ausführliche Analyse der Leistungskomponenten bezogen auf die Anforderungen im jeweiligen Lernbereich
vorangestellt. Damit soll der Blick für die Komplexität von Lernprozessen geschärft werden. Die Lehrkräfte erhalten darüber
hinaus Anregungen für eine differenzierte, förderorientierte Unterrichtsgestaltung, auch über das eigene Fach und eine
bestimmte Klassenstufe hinaus.
Durch die Erprobung in der Schulpraxis und die fachliche Begleitung durch die Fortbildner für Leistungsermittlung und Leis-
tungsbewertung flossen wichtige Hinweise in die wissenschaftliche Bearbeitung der Beispielsammlung ein. Weiterführende
Gedanken finden sich in den Reflexionen.
Die Handreichung ist ein weiterer Beitrag zur Optimierung der sonderpädagogischen Förderung in Sachsen und soll
die Verantwortung und Kompetenz der Schulen zur Lernförderung für die Leistungsermittlung und Leistungsbewertung
stärken,
veränderte Perspektiven auf die Leistungsermittlung und Leistungsbewertung eröffnen,
Anregung und praktische Unterstützung bieten,
zur Diskussion anregen,
Schulentwicklungsprozesse fördern.
Allen, die am Zustandekommen der Handreichung beteiligt waren, insbesondere den Schulleiterinnen und Schulleitern, den
Lehrkräften sowie den Fachberaterinnen und Fachberatern, die den Prozess mit ihren umfangreichen Erfahrungen sehr en-
gagiert unterstützt haben, gilt herzlicher Dank für die geleistete Arbeit.

6 | Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung

Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung | 7
Leistungsermittlung und Leistungsbewertung im Bereich der Schulen zur
Lernförderung bezogen auf die geltenden Lehrplananforderungen
1 Grundlagen
Die Grundlagen für die Leistungsermittlung und Leistungs-
bewertung in der Schule zur Lernförderung bilden das Schul-
gesetz, die Schulordnung Förderschulen, die Leistungsbe-
schreibung der Schule zur Lernförderung und die Lehrpläne.
Das Positionspapier zur Leistungsermittlung und Leistungs-
bewertung gibt Orientierungen für die eigenverantwortliche
Umsetzung der rechtlichen Vorgaben.
Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an der Schule
zur Lernförderung
muss die individuellen Voraussetzungen, unter denen eine
Leistung zustande kommt, die vom Lehrplan vorgegebene
Norm sowie die soziale Bezugsnorm berücksichtigen,
basiert auf dem individuellen Förderplan,
verlangt zieldifferenziertes Arbeiten,
liegt in der pädagogischen Verantwortung der Lehrenden,
erfordert es, Bewertungsrichtlinien in der Lehrerkonferenz
abzustimmen und zu beschließen,
ist den Eltern, Schülerinnen und Schülern transparent zu
erläutern.
Im Focus steht die Berücksichtigung des individuellen son-
derpädagogischen Förderbedarfs der Schülerinnen und
Schüler. Dieser wird durch Auffälligkeiten im kognitiven,
sensorischen, motorischen und sprachlichen Bereich sowie
im emotional-sozialen Verhalten bestimmt. Der individuelle
Förderbedarf wird zugleich durch den Verlauf und die Er-
gebnisse der bisherigen Förderung und die Bedingungen im
sozialen Umfeld beeinflusst.
2 Leistungsermittlung und Leistungsbewertung
1
Besonderheiten schulischer Lernprozesse an der
Schule zur Lernförderung
Schulisches Lernen erfordert von den Schülerinnen und
Schülern und eine Reihe gezielter Aktivitäten u. a.
Aufgabe verstehen,
Lernproblem bestimmen,
Lernziel formulieren,
Lernvorgang planen,
konkrete Operationen ausführen,
Lernfortschritt überwachen,
erreichte Ergebnisse am Lernziel überprüfen,
Lernweg gegebenenfalls ändern,
Schlussfolgerungen für das weitere Lernen ziehen.
Bei Schülerinnen und Schülern im Förderschwerpunkt Ler-
nen zeigen Lernprozesse aufgrund der Beeinträchtigungen
des Lern- und Leistungsverhaltens oftmals andere Verlaufs-
qualitäten. Vielfach steht die pädagogische Ausgangslage
zusätzlich in Verbindung mit Beeinträchtigungen der moto-
rischen, sensorischen, kognitiven, sprachlichen sowie sozia-
len und emotionalen Fähigkeiten. Diese können unmittelbare
Auswirkungen auf alle grundlegenden Entwicklungsbereiche
haben und zeigen sich vor allem
in der Grob- und Feinmotorik,
in der Abstraktion/im Transfer,
in Wahrnehmungs- und Differenzierungsleistungen,
in der Gedächtnisleistung,
in der Aufmerksamkeit,
in der Entwicklung von Lernstrategien,
im sprachlichen Handeln,
in der Motivation,
im sozialen Handeln,
im Aufbau von Selbstwertgefühl und einer realistischen
Selbsteinschätzung.
Beeinträchtigungen in den genannten Bereichen haben Aus-
wirkungen auf Denken, Orientierungsfähigkeit sowie Ein-
stellungen und Haltungen.
Das zeigt sich z. B. in folgenden alltäglichen Beobachtun-
gen: Schülerinnen und Schüler im Förderschwerpunkt Ler-
nen verwenden weniger Zeit auf die aktive Verarbeitung der
Aufgabenstellung, sie üben weniger handlungsbegleitende
Kontrolle über ihre Lerntätigkeit aus, sie können Aufgaben
seltener aktiv abbilden oder Lernprobleme in eigenen Wor-
ten formulieren. Sie können ihr Lernen seltener überwachen
und den eingeschlagenen Lernweg korrigieren.
Die Planung und Gestaltung des Unterrichts muss den Be-
sonderheiten der Lernausgangslage durch differenzierte
Angebote gerecht werden (siehe Leistungsbeschreibung der
Schule zur Lernförderung). Dies gilt gleichermaßen für alle
Bewertungsprozesse. Die
individuelle Norm
sollte dabei für
die Lehrenden
handlungsleitend
sein.

8 | Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung
2
Bewertungsgrundsätze an der Schule zur
Lernförderung
Sonderpädagogische Förderung hat die Aufgabe, die Ver-
änderung individueller Handlungsmöglichkeiten anzuregen
und zu begleiten. Dabei muss die Förderung als Prozess ver-
standen werden, der die Individualität, die Unterstützung
der Selbstbestimmung und die Teilhabe am gesellschaftli-
chen Leben für die Schülerinnen und Schüler möglich macht.
Deshalb orientiert sich die Leistungsermittlung und Leis-
tungsbewertung an der Schule zur Lernförderung sowohl an
der sachlichen
Bezugsnorm
(Lehrplanziele/fachliche Unter-
richtsziele) als auch an der individuellen. Stärker als bisher
berücksichtigt die Leistungsermittlung und Leistungsbewer-
tung die
individuelle Lernausgangslage
der Schülerinnen
und Schüler und bezieht diese bewusst in den Bewertungs-
prozess ein.
Die Umsetzung der Lehrplanziele setzt bei Lehrenden ein
erweitertes Leistungsverständnis
voraus. Im Fokus der
Leistungsermittlung und Leistungsbewertung stehen nicht
nur fachlich-inhaltliche Leistungen, sondern auch metho-
disch-strategische, sozial-kommunikative und persönliche
Leistungen.
Bei der Planung sollten Lehrende eine Gewichtung bezüg-
lich der
Leistungskomponenten
und der Förderzielschwer-
punkte vornehmen – bezogen auf den einzelnen Schüler und
die einzelne Schülerin und die konkrete Unterrichtssequenz.
Die Lehrenden können dabei sowohl auf tradierte B
ewer-
tungsformen
(Klassenarbeit, Kurzkontrolle, mündliche Leis-
tungskontrolle) als auch auf neue Bewertungsformen (u. a.
Lerngespräch, Beobachtungsbogen, Kompetenzraster, Ein-
schätzungsbogen) zurückgreifen.
Schulinterne Regelungen zur Leistungsermittlung und Leis-
tungsbewertung (Bewertungstabelle, Anzahl der Klassen-
arbeiten, zeitlicher Umfang von Klassenarbeiten, Komplexe
Leistungen) sind auf der Grundlage von Konferenzbeschlüs-
sen festzulegen und sollten im Schulprogramm verankert
werden.
Für die
Gestaltung des Bewertungsprozesses
hat sich fol-
gendes Vorgehen bewährt:
1 Lehrplananalyse
Lernzielebene (Einblick gewinnen, Kennen, ...)
Fachliche Ziele
Überfachliche Ziele
Förderspezifische Ziele
2 Analyse der Leistungskomponenten (bezogen auf die
konkreten Lernziele)
Fachlich-inhaltliche
Methodisch-strategische
Sozial-kommunikative
Persönliche
3 Planung des Lernprozesses
Methodisch-didaktische Schwerpunkte
Aufgabenstellungen
Sozialformen
Individuelle Förderpläne
4 Festlegung von Formen der Leistungsermittlung und
Leistungsbewertung
Folgende Fragen können dafür hilfreich sein:
Stimmen Ziele und Formen der Leistungsermittlung und
Leistungsbewertung überein?
Ist die Form der Leistungsermittlung und Leistungsbewer-
tung geeignet, um individuelle Lernfortschritte aufzuzei-
gen?
In welchem Verhältnis sollen individuelle, soziale und
sachliche Bezugsnormen in die Bewertung einfließen?
Soll sich die Bewertung stärker auf das Lernergebnis oder
stärker auf den Lernprozess beziehen?
Werden bei der Aufgabenerstellung unterschiedliche An-
forderungsniveaus berücksichtigt?
Wie werden die Schülerinnen und Schüler in den Bewer-
tungsprozess einbezogen?
Wie werden die Bewertungskriterien mit den Schülerin-
nen und Schülern sowie den Eltern kommuniziert und
diesen gegenüber transparent gemacht?
Sind die Aufgaben so gewählt, dass die Schülerinnen und
Schüler ihren Lernfortschritt zeigen können?
Ermutigen die Ergebnisse zum (Weiter)Lernen?
Werden unterschiedliche Lernwege angeboten und zuge-
lassen?
Welchen Beitrag leistet die Bewertungsform zur Entwick-
lung der Fehlerkultur?
Fließen die Ergebnisse der Leistungsermittlung und Leis-
tungsbewertung in die weitere Unterrichtsplanung und
die individuelle Förderplanarbeit ein?
5 Reflexion des Bewertungsprozesses
Die Ergebnisse des Bewertungsprozesses geben den Schüle-
rinnen und Schülern eine Rückmeldung über den Stand ihres
Lern- und Entwicklungsprozesses. Sie sollten in geeigneter
Weise mit den Schülerinnen und Schülern sowie den Eltern
kommuniziert werden und am Ende eines Schuljahres im
Entwicklungsbericht
festgehalten werden.

Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung | 9
3 Beispielsammlung
Klassenarbeit im Fach Deutsch – Heimatkunde/Sachunterricht –
Klassenstufe 4
1 Vorüberlegungen
Die vorliegende Klassenarbeit zeigt exemplarisch auf, wie
Ziele und Inhalte aus den Lernbereichen 1, 3 und 6 bezogen
auf ein Thema sinnvoll miteinander verknüpft werden kön-
nen. Damit wird dem integrativen Ansatz des Faches Rech-
nung getragen. Die Arbeit richtet sich schwerpunktmäßig an
dem allgemeinen fachlichen Ziel „Aneignen der Grundlagen
des Lesens und Schreibens“ aus.
Die Gestaltung der Arbeit berücksichtigt grundlegende
förderspezifische Anforderungen und Möglichkeiten der
Differenzierung. Alle Aufgaben orientieren sich an den Zie-
len und Inhalten des Lehrplanes. Bei der Formulierung der
Aufgaben wurde beachtet, dass diese unterschiedliche An-
forderungen an die einzelne Schülerin und den einzelnen
Schüler stellen.
Voraussetzungen für die erfolgreiche Durchführung der
Klassenarbeit sind die rechtschriftliche Absicherung eines
Grundbestandes an Wörtern sowie Sicherheit im Erlesen
kleiner Texte. Außerdem müssen die Schülerinnen und Schü-
ler mit den verwendeten Piktogrammen und Aufgabentypen
vertraut sein.
2
Hinweise zur Anlage und Bewertung der Arbeit
Der Text „Im Winter“ bildet die Grundlage für die Erfüllung
der nachfolgenden Aufgaben. Er sollte den Schülerinnen und
Schülern während der gesamten Arbeit vorliegen.
Bei der Gestaltung des Textes wurde auf kurze, klare Sätze
geachtet. Alle Wörter sind durch Übungen des klassenbezo-
genen Wortschatzes und einiger Funktionswörter (Lehrplan,
S. 31) bekannt. Die Illustration soll die Sinnerfassung unter-
stützen.
Es empfiehlt sich, in Klassen mit überwiegend leseschwa-
chen Schülerinnen und Schülern den Ausgangstext vor der
Klassenarbeit gemeinsam zu lesen. Einzelnen Schülerinnen
und Schülern muss der Text ggf. (wiederholt) vorgelesen
werden.
Aufgabe
Fachliche Ziele und Inhalte
Förderspezifische Aspekte bei der
Aufgabenauswahl und -gestaltung
Empfohlene
Punktzahl
1
Übertragen des Wissens über grundlegende
Funktionsweisen der Schriftsprache auf das
Erlesen kleiner Texte
Sinnerfassung (Wesentliches erfassen,
Ordnen)
Einbindung in thematischen Bezug
Ordnen auf bildhaft-anschaulicher Ebene
Schulung der Feinmotorik
Text nach Bildfolge klar strukturiert
3 Punkte
Hinweis:
Anfang: 1 P.
Ende: 1 P.
Verlauf: 1 P.
2
Übertragen des Wissens über grundlegende
Funktionsweisen der Schriftsprache auf das
Erlesen kleiner Texte
Sinnerfassung
Fragen mit unmittelbarem Textbezug
geübtes Wortmaterial
4 Punkte
3
Übertragen des Wissens über grundlegende
Funktionsweisen der Schriftsprache auf das
Schreiben
richtig schreiben
Schreibweise der Wörter wurde geübt und
gefestigt
Differenzierung:
Wenn Schülerinnen oder Schüler die falsch
geschriebenen Wörter nicht erkennen, kann
sie die Lehrkraft unterstreichen.
3 Punkte
Hinweis:
Es wird nur das
richtige Schreiben
bewertet (3.b)
4
Übertragen des Wissens über grundlegende
Funktionsweisen der Schriftsprache auf das
Erlesen kleiner Texte
Sinnerfassung
Hineinversetzen in eine lebens nahe
Situation:
Umgang
mitein ander
1 Punkt
5
Kennen von Wortarten
Substantiv (Namenwort)
Beispiel ist vorgegeben
kurze Sätze
alle Wörter sind durch Üben bekannt
Arbeitstechnik „Unterstreichen“ üben
3 Punkte

10 | Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung
3 Reflexion
Die Klassenarbeit eignet sich, um den Lernstand zu einem
bestimmten Zeitpunkt zu überprüfen. Die Lehrkraft / Das
Lehrerteam sollte jedoch genau überlegen, ob in der jewei-
ligen Situation eine Klassenarbeit das geeignete Mittel zur
Feststellung des Leistungsstandes der Schülerinnen und
Schüler ist.
In der Erprobung hat sich ein zeitlicher Rahmen von 2 Unter-
richtsstunden bewährt, um allen Schülerinnen und Schülern
die Chance zu geben, die Aufgabenvielfalt zu bewältigen und
das individuelle Lerntempo beizubehalten. Die Schülerinnen
und Schüler entscheiden selbstständig über die Reihenfolge
der zu lösenden Aufgaben. Die Lehrkraft unterstützt gegebe-
nenfalls den Entscheidungsprozess und hilft bei der Zeitein-
teilung. Es sollten Möglichkeiten der Entspannung angebo-
ten werden. Die Klasse muss an grundlegende Arbeitsregeln
gewöhnt sein. Während der Klassenarbeit kann die Lehrkraft
ihre Schülerinnen und Schüler genau beobachten und indi-
viduelle Hilfen geben. Es ist auch denkbar, dass die Arbeit
verteilt auf mehrere Tage (ca. 2–3) geschrieben wird, um
Überforderungen zu vermeiden.
Einzelne Schülerinnen und Schüler werden beim Erlesen
der Aufgabenstellungen individuell unterstützt. Die Art und
Weise der individuellen Hilfen sollte in jedem Fall dokumen-
tiert und in geeigneter Weise mit Schülerinnen und Schüler
sowie Eltern besprochen werden (z. B. Förderplan, Bemer-
kung unter der Arbeit).
Da Bewertungsmaßstäbe an Schulen variieren, müssen nor-
mative Aussagen an die spezifische Situation der Schule/
der Klasse angepasst werden. Die im vorgestellten Beispiel
vorgeschlagenen Punkte sind als Anregung zu verstehen. Sie
wurden deshalb nicht in die Arbeit eingefügt. Dadurch ergibt
sich für die Lehrkraft auch die Möglichkeit, den Aufgaben-
umfang und den Bewertungsmaßstab der eigenen Klassen-
situation anzupassen.
4 Literatur
(1) Bartnitzky, H.: Umgang mit Zensuren in allen Fächern.
Frankfurt a. M. 2003
(2) Bartnitzky, H.: Pädagogische Leistungskultur: Materiali-
en für Klasse 1 und 2 (Beiträge zur Reform der Grund-
schule, Bd. 119). Frankfurt a. M. 2006
(3) Bartnitzky, H.: Pädagogische Leistungskultur: Materiali-
en für Klasse 3 und 4 (Beiträge zur Reform der Grund-
schule, Bd. 121). Frankfurt a. M. 2006
(4) Comenius-Institut: Positionen zur Leistungsermittlung
und Leistungsbewertung. Radebeul 2005
(5) Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan
Schule zur Lernförderung. Sachsen 2005, überarbeitet
2010
(6) Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für
Kultus über Förderschulen im Freistaat Sachsen (Schul-
ordnung Förderschulen – SOFS) in der geltenden Fas-
sung
Aufgabe
Fachliche Ziele und Inhalte
Förderspezifische Aspekte bei der
Aufgabenauswahl und -gestaltung
Empfohlene
Punktzahl
6
Kennen des Alphabets
Wörter ordnen
Begriffserläuterung in der Aufga ben-
stellung: Alphabet/ABC
erster Buchstabe wird hervorge hoben
können Buchstabenleiste als Hilfe nutzen
1 Punkt
Hinweis:
Geprüft wird, ob
Schülerinnen und
Schüler das Prinzip
anwen den
können.
7
Übertragen des Wissens über grundlegende
Funktionsweisen der Schriftsprache auf das
Schreiben
optisches Erfassen von Wörtern
Sinneinheiten erkennen
alle Wörter wurden geübt und gefestigt
geringe Wortmenge
1 Punkt
8
Kennen
typischer
Wetter erscheinungen
Wetter in den vier Jahreszeiten (Temperatur
ablesen)
Maßeinheit °C zur Orientierung vorgegeben
5er Skalierung
3 Punkte
9
Kennen typischer Wetter erscheinungen
Einfluss des Wetters auf Natur und Umwelt
Übertragen des Wissens über grundlegende
Funktionsweisen der Schriftsprache auf das
Schreiben
Schreibverfahren
(Abschrei ben)
Wörter sind vorgegeben
4 Punkte
Hinweis:
Der Punkt wir nur
erteilt, wenn jeweils
beide Leistungen
erbracht werden.

Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung | 11
5 Anlage
Klassenarbeit

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12 | Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung

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Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung | 13

14 | Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung

Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung | 15

16 | Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung

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Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung | 17

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18 | Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung

Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung | 19
Ich weiß, was ich kann – Eigene Kompetenzen erkennen
Kompetenzraster im Fach Informatik – Klassenstufe 5/6
1 Vorüberlegungen
Kompetenzraster haben für die Lernenden zwei Funktionen:
Sie geben ihnen einen Überblick über alle zu erreichenden
Ziele innerhalb eines Kompetenzbereiches und dienen der
fortlaufenden Rückmeldung und Bewertung. Kompetenzras-
ter bedienen sich dabei aufsteigender Niveaustufen, die den
Grad der erreichten Fähigkeiten widerspiegeln. Anzahl der
Stufen und Zeitraum hängen vom Kompetenzbereich ab und
sollten flexibel gehandhabt werden.
Welche Vorteile bieten Kompetenzraster im Informati-
kunterricht an der Schule zur Lernförderung?
Der Informatikunterricht an der Schule zur Lernförderung
orientiert sich an nachfolgenden fachlichen Zielen:
Entwickeln eines Grundverständnisses für Informatiksys-
teme und deren Wirkung auf Mensch und Gesellschaft
Umgehen mit ausgewählten Informatiksystemen und Heran-
führen an wesentliche Prinzipien der Informatik
Erwerben von Wissen zum verständigen Umgang mit an-
wenderspezifischen Daten
Diese Ziele bauen auf der informatischen Vorbildung in den
Klassenstufen 1-4 und den individuellen Vorkenntnissen der
Schülerinnen und Schüler auf und werden spiralcurricular
umgesetzt. Zum Erreichen der fachlichen Ziele müssen die
Schülerinnen und Schüler Kompetenzen systematisch auf-
bauen, festigen und vertiefen. Dies geschieht oft über einen
langen Zeitraum (2–3 Klassenstufen). Mit Hilfe des Rasters
ist es für alle am Lernprozess Beteiligten möglich, den Über-
blick über den gesamten Kompetenzbereich zu behalten und
den Lernstand aller Schülerinnen und Schüler in Abständen
zu reflektieren.
Im vorliegenden Beispiel wurde ein „Ausschnitt“ aus dem
fachlichen Ziel „Beherrschen grundlegender Programmfunk-
tionen für die Arbeit mit Dokumenten in Schule und Freizeit“
(Klassenstufe 5/6, Lernbereich 2) ausgewählt.
2
Leistungsermittlung und Leistungsbewertung
2.1 Kompetenzraster für die Schülerinnen und Schüler
zur Einschätzung der Beherrschung der Programm-
funktionen
(Anlage 1)
Schülerinnen und Schüler erhalten einen Überblick über alle
zu erreichenden Anforderungen innerhalb des Kompetenzbe-
reiches. Sie schätzen mit Unterstützung durch die Lehrkraft
(Lerngespräch, Leistungskontrolle) ihren IST-Stand ein. Die
Lehrkraft wird ihnen daraufhin durch gezielte Lernangebote
ermöglichen, ihre Fähigkeiten zu festigen und zu erweitern.
Eine besondere Bedeutung kommt dabei den Ampelfarben
zu. Die Schülerinnen und Schüler kennen die Ampelfarben
und wissen um deren Signalwirkung:
Rot bedeutet: Diese Anforderung kann ich noch nicht
bewältigen.
Gelb bedeutet: Diese Anforderung kann ich bewältigen,
brauche aber noch Hilfe.
Grün bedeutet: Es ist alles in Ordnung. Diese Anforde-
rung beherrsche ich ohne Hilfe.
2.2 Vorlage: Kompetenzraster für die Schülerinnen und
Schüler
(Anlage 2)
Diese Anlage enthält ein leeres Kompetenzraster, welches
durch die Lehrkraft für die Schülerinnen und Schüler bzw.
für die Schülergruppe angepasst werden kann (selbst für an-
dere Unterrichtsfächer ist dies problemlos möglich).
2.3 Beobachtungsbogen für die Hand der Lehrkraft
(Anlage 3)
Der Beobachtungsbogen eignet sich besonders gut für die
Fremdbewertung von Kompetenzentwicklung. Die Lehrkraft
erhält eine Übersicht über die Kompetenzen der einzelnen
Schülerin und des einzelnen Schülers bzw. der Lerngruppe.
Sie kann nun ihre Unterrichtsplanung so gestalten, dass sie
unter Berücksichtigung des individuellen Lernstandes, ziel-
gerichtet an der Kompetenzerweiterung arbeiten. Ob die
Schülerinnen und Schüler eine bestimmte Kompetenz er-
reicht haben, sollte immer belegt (Kurzkontrolle, Test) und
mit den Schülerinnen und Schülern kommuniziert werden.
Die einzelnen Lernbereiche sind farbig hervorgehoben. Der
Beobachtungsbogen ist so gestaltet, dass der IST-Stand für
jede Schülerin bzw. jeden Schüler an zwei verschiedenen
Zeitpunkten festgestellt werden kann. Die Ampelfarben wer-
den entsprechend dem Schüler-Kompetenzraster eingesetzt.
2.4 Vorlage: Beobachtungsbogen für die Hand der
Lehrkraft
(Anlage 4)
Die Anlage enthält einen leeren Beobachtungsbogen, wel-
cher durch die Lehrkraft für die Lerngruppe individuell an-
gepasst werden kann (selbst für andere Unterrichtsfächer ist
dies problemlos möglich).
3
Reflexion – Möglichkeiten des Einsatzes an der
Schule zur Lernförderung
Der Einsatz von Kompetenzrastern an der Schule zur Lern-
förderung hat sich in der Praxis als relativ unkompliziert
erwiesen. Er setzt jedoch voraus, dass man für die Vorberei-
tung und den Einsatz genügend Zeit einplant.
3.1 Kompetenzraster für die Schülerinnen und Schüler
Das Kompetenzraster sollte zum Abschluss einer längeren
Unterrichtseinheit eingesetzt werden. Es ist wichtig, dass der
Einsatz nach einem bestimmten Zeitraum wiederholt wird,
um einschätzen zu können, ob die Kompetenzen nach die-
sem Zeitraum immer noch verfügbar sind.

20 | Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung
Den Schülerinnen und Schülern sollte die Arbeit und der Um-
gang mit dem Kompetenzraster vertraut sein. Dies lässt sich
beispielsweise dadurch realisieren, dass nach bestimmten
Unterrichtsabschnitten Auszüge aus dem Kompetenzraster
gemeinsam bearbeitet und ausführlich besprochen werden.
Das Kompetenzraster hilft den Schülerinnen und Schülern,
sich selbst richtig einzuschätzen. Dies kann natürlich nur
dann gelingen, wenn die Selbsteinschätzung mit Hilfe ande-
rer Schülerinnen und Schüler und der Lehrkraft ausreichend
diskutiert wird. Dafür muss für jede Schülerin und jeden
Schüler bzw. jede Schülergruppe entsprechend Zeit einge-
plant werden.
3.2 Beobachtungsbogen für die Lehrkraft
Der Beobachtungsbogen sollte während oder am Ende ei-
nes längeren Lernabschnittes eingesetzt werden. So erhält
die Lehrkraft schnell und unkompliziert einen Überblick über
die Kompetenzen der einzelnen Schülerin und des einzelnen
Schülers oder der Schülergruppe und kann ggf. Konsequen-
zen für seine weitere Arbeit ableiten.
Der Beobachtungsbogen sollte nach einiger Zeit erneut
eingesetzt werden, um festzustellen, in welcher Weise sich
Kompetenzen verändert haben.
Die Auswertung sollte unbedingt im Dialog mit den einzel-
nen Schülerinnen und Schülern oder der Schülergruppe er-
folgen. Der Beobachtungsbogen kann zur Bewertung unter-
stützend herangezogen werden.
3.3 Kompetenzraster selbst erstellen
Kompetenzraster können relativ einfach erstellt bzw. dem
individuellen Unterricht entsprechend angepasst werden.
Dies ist nicht nur für fachliche Kompetenzen möglich, son-
dern auch für methodische und sozial-kommunikative Kom-
petenzen. Die Einschätzung mit Hilfe der Ampelfarben hat
sich an der Schule zur Lernförderung bewährt.
Um die Erstellung eines eigenen Kompetenzrasters zu ver-
einfachen, ist ein leeres Kompetenzraster beigefügt. Weitere
Anregungen sind in der Literatur zu finden.
Bei der Erstellung des Kompetenzrasters für die Schülerin-
nen und Schüler sollte man unbedingt beachten, dass sich
die einzelnen Kompetenzen auf die fachlichen Ziele und In-
halte des Lehrplans beziehen. Sie sollten für die Schülerin-
nen und Schüler sprachlich eindeutig dargestellt sein.
Im Beobachtungsbogen für die Lehrkraft sollte ein möglichst
großer Lernabschnitt abgebildet werden, um eine Übersicht
über die Entwicklung von Kompetenzen zu erhalten.
4 Literatur
(1) Buschmann, R., Buhren, C.: QuiSS-Schülerkompetenzen.
Ergebnisse aus dem schleswig-holsteinischen Modell-
programm von QuiSS. Flensburg und Dortmund 2004
(2) Comenius-Institut: Eckwerte zur informatischen Bil-
dung. Radebeul 2004
(3) Comenius-Institut: Positionen zur Leistungsermittlung
und Leistungsbewertung. Radebeul 2005
(4) Hoppe, A., Hoßfeld, H.: Bewerten als Prozess. Braun-
schweig 2001

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Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung | 21
5 Anlagen
Anlage 1
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Ich heiße:
Klasse:
Datum:
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berichtigen
Zeichen fett
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eine Tabelle
einfügen
Absatz linksbündig, rechtsbündig, zentriert,
Blocksatz einstellen
den Tabulator
setzen
Male die Ampel
mit der richtigen Farbe aus!
Das kann ich noch nicht.
Hier brauche ich noch ein wenig Hilfe.
Das kann ich schon gut.
vorgefertigte
Formen einfügen

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22 | Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung
Anlage 2
Ich heiße:
Klasse:
Datum:
Male die Ampel
mit der richtigen Farbe aus!
Das kann ich noch nicht.
Hier brauche ich noch ein wenig Hilfe.
Das kann ich schon gut.

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Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung | 23
Anlage 3
Name
Vorname Datum
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
Das kann die Schülerin/der Schüler nicht.
Hier braucht die Schülerin/der Schüler noch Hilfe.
Das wird von der Schülerin/dem Schüler gut beherrscht.
Die Schülerin/der
Schüler kann
Informatik
Klasse
ÜBERSICHT
Klasse:
Verknüpfungen erkennen und nutzen
grundlegende Funktionen des Browsers
nutzen (Adresszeile, Vor, Zurück, Abbruch)
Informationen in Medien finden
(Lexika, Internet etc.)
Gestaltungsaufgabe eigenständig realisieren
(z. B. Verknüpfung Text-Grafik-Tabelle)
Dokumente ausdrucken
Dokumente an einem vorgegebenen
Speicherort abspeichern
Grafiken mit vorgefertigten Formen
selbst erstellen
vorgefertigte ClipArt einfügen
Tabellen einfügen
den Absatz formatieren (linksbündig,
rechtsbündig, zentriert, Blocksatz)
den Tabulator setzen
Seite einrichten (Hoch-, Querformat),
Seitenansicht nutzen
Zeichen formatieren (Schriftart ,-farbe
und -grad, kursiv, unterstreichen, fett)
zweite Tastaturbelegung nutzen
Text korrigieren
Fließtext zügig eingeben
Programme öffnen, schließen,
Fenstergröße anpassen
Speichermedien unterscheiden
wichtige Funktionen der linken Maustaste
(Zeigen, Ziehen, Klick, Doppelklick) nutzen
Tasten der Tastatur (Eingabe-, Umschalt-,
Leer-, Rücksetztaste und Entfernen) nutzen
Geräte des Computerarbeitsplatzes
unterscheiden

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24 | Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung
Anlage 4
Name
Vorname Datum
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
Informatik
Klasse 5/6 ÜBERSICHT
Klasse:
Das kann die Schülerin/der Schüler nicht.
Hier braucht die Schülerin/der Schüler noch Hilfe.
Das wird von der Schülerin/dem Schüler gut beherrscht.
Die Schülerin/der
Schüler kann

Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung | 25
Lernprozesse bewusst machen ...
Einschätzungsbögen Fach Ethik – Klassenstufe 5/6
1 Vorüberlegungen
Ausgehend vom veränderten Leistungsverständnis liegt es
nahe, dass die Bewertung von Lernergebnissen und die Ein-
schätzung des Lernprozesses nicht ausschließlich durch die
Lehrkräfte erfolgen kann. Im vorliegenden Beispiel aus dem
Fach Ethik werden Einschätzungsbögen für die Selbst- und
Fremdeinschätzung sowie für die Einschätzung durch die
Lehrkräfte vorgestellt. Schülerinnen und Schüler der Klas-
senstufe 6 werden angeleitet, ihre Leistungen selbst einzu-
schätzen. Zusätzlich zur Selbsteinschätzung beurteilen die
Schülerinnen und Schüler die Leistungen ihrer Mitschülerin-
nen und Mitschüler. Ihr Urteil fließt anteilig in die Gesamt-
einschätzung ein.
2 Leistungskomponenten
fachlich-inhaltliche Leistungen
benennen Unterschiede zwischen belebter und unbelebter Natur
ordnen Beispiele für belebte und unbelebte Natur richtig zu
erkennen Umweltprobleme, die auf das Handeln der Menschen
zurückzuführen
sind
entwickeln Gedanken zum Aussehen der Welt in 20 Jahren
benennen Zusammenhänge zwischen menschlichem Handeln und
umweltbedingten
Veränderungen
methodisch-strategische Leistungen
wählen Informationen aus verschiedenen Medien aus
sozial-kommunikative Leistungen
vertreten die eigene Meinung und lassen die Meinungen
der Mitschülerinnen und Mitschüler gelten
hören anderen zu
stellen und beantworten Fragen
geben kritische Hinweise
nehmen Hilfe an
persönliche Leistungen
führen Mitschriften sauber
gehen mit der eigenen Leistung kritisch um
strengen sich bei der Aneignung von Wissen an
suchen sich Hilfe
Gerade für Schülerinnen und Schüler an der Schule zur Lern-
förderung ist die Entwicklung von Urteils- und Kritikfähig-
keit zentrales Ziel förderpädagogischer Arbeit. Selbst- und
Fremdeinschätzung als Formen der Leistungsermittlung und
-bewertung leisten einen wichtigen Beitrag zur Herausbil-
dung eines realistischen Selbstbildes, bahnen eigenverant-
wortliches Lernen an und motivieren zur bewussten Ausein-
andersetzung mit Lerninhalten.
Alle Einschätzungsbögen orientieren sich an festgelegten,
verständlich formulierten Kriterien und Indikatoren, die mit
den Schülerinnen und Schülern erarbeitet werden.

26 | Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung
3 Unterrichtsskizze
Std.
Lernziele
Was?
Inhalte
Sozialformen
Formen der
Leistungsermitt lung
/
Leistungsbewertung
1.
Kennen der Verant wortung des
Men schen für die Natur
Naturgeschichte anhören
Fragen schriftlich beant worten
Zusammenfassung diskutieren
und
auf schreiben
Selbstkontrolle
Unterrichts-
gespräch
Gruppenarbeit
Einzelarbeit
Selbsteinschätzungsbogen
(Anlage 1)
2.
Kennen des Unter schiedes
zwischen belebter und
unbe lebter
Natur
Kennen
von
Bei spielen
für
belebte und unbelebte Natur
Recherchen im Internet
Gruppenarbeit
Zusammenfassung
1. Gr. belebte Natur
2. Gr. unbelebte Natur
Präsentation der Ergeb nisse
Einzelarbeit
Gruppenarbeit
Unterrichts-
gespräch
mündliche
Rück meldung
an die Gruppen
Hinweis: fachübergreifende
Zu sammenarbeit
BIO nutzen
3.
Erkennen, dass der Mensch
durch sein Verhalten das Gleich-
gewicht in der Natur verändert
Schülerinnen und Schüler
werten
Zeitungs meldungen
aus
Schülerinnen und Schüler
beantworten
Fragen
(Arbeitsblatt)
Gruppenarbeit
Einzelarbeit
Selbsteinschätzungsbogen
(Anlage 2)
Kontrolle der be arbeiteten
Arbeits blätter durch die
Lehrkräfte
4./5. Gestalten von „Lebensmodellen“
für das Leben auf der Erde in
20 Jahren
Die Aufgabe wird mit
u
n
t
e
r
schiedlichen
Tech
niken
bearbeitet:
zeichnen/malen
Fantasiegeschichte
Moderator für Sendung
Gruppenarbeit
Kurzarbeit
6.
Präsentation im Rahmen einer
„Fernsehshow“
Unterrichts-
gespräch
Fremdeinschätzungs bogen
(Anlage 3)
Einschätzungsbogen
(Anlage 4)
4
Hinweise zur Durchführung unter förderspezifi-
schem Aspekt
Die Fachlehrkräfte sollten bei der Planung eine Auswahl der
vorgestellten Einschätzungsbögen vornehmen und diese ge-
gebenenfalls an ihre Unterrichts- und Klassensituation an-
passen.
Die Schülerinnen und Schüler müssen langfristig an den
Gebrauch von Einschätzungsbögen herangeführt werden.
Dabei sollten die Bewertungskriterien allmählich erweitert
werden. Für das Gelingen dieser Bewertungsform ist eine
vertrauensvolle Lehrer-Schüler-Beziehung unabdingbare
Grundlage.

Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung | 27
4.1 Selbsteinschätzungsbogen (Anlage 1, Anlage 2)
Die Schülerinnen und Schüler werden zu Beginn der Stunde
mit dem Selbsteinschätzungsbogen vertraut gemacht. Ihnen
wird dargelegt, dass der Bogen ihre eigene Arbeitsweise re-
flektiert (
Förderung Selbstkontrolle).
Die Arbeit mit dem Selbsteinschätzungsbogen motiviert die
Schülerinnen und Schüler aktiv am Unterricht teilzunehmen.
( Förderung Motivation). Sie wissen zu Beginn der Stun-
de, dass die Lehrkraft den Unterricht eher beendet und jede
Schülerin und jeder Schüler die Selbsteinschätzung durch-
führen kann. Bemerkungen werden von der Lehrkraft einge-
tragen. Der Bogen kann als Grundlage für ein Lerngespräch
genutzt werden.
Mit Hilfe des Selbsteinschätzungsbogens können die Schüle-
rinnen bzw. Schüler ihre fachlichen Kenntnisse einschätzen
( Förderung der Kritik- und Urteilsfähigkeit). Sie werden
angehalten, nach Möglichkeiten zu suchen, Lerninhalte –
auch mit Unterstützung – zu vertiefen ( Förderung der
Anstrengungsbereitschaft
Förderung Eigensteuerung).
Die Lehrkraft hat die Möglichkeit, durch ihre Unterrichtsge-
staltung auf Sachverhalte einzugehen, die die Schülerinnen
und Schüler noch nicht verstanden haben. Die Schülerinnen
und Schüler sollten darüber hinaus angehalten werden, sich
untereinander zu helfen.
Im Lerngespräch bzw. durch die Kurzarbeit erhalten die
Schülerinnen und Schüler eine Rückmeldung, ob ihre Ein-
schätzung realistisch war und ob sie ihre Kenntnisse sicher
anwenden können ( Förderung der Kritik- und Urteilsfä-
higkeit).
Es ist von der Klassensituation und der Sicherheit im Um-
gang mit Einschätzungsbögen abhängig, ob und in welchem
Umfang die Leistung benotet wird. Die Lehrkräfte sollten den
Schülerinnen und Schülern auf jeden Fall eine verbale Rück-
meldung zum Lernprozess und den Lernergebnissen geben
(
Förderung Erfolgszuversicht).
4.2 Fremdeinschätzungsbogen (Anlage 3)
Die Schülerinnen und Schüler werden zum bewussten Zu-
hören während der Präsentation angehalten ( Förderung
der Aufmerksamkeit). Anschließend haben sie die Mög-
lichkeit, ihre Einschätzung vorzutragen und zu begründen
( Sprachförderung). Einzelne Schülerinnen und Schüler
benötigen für die Begründung ihrer Einschätzung die Unter-
stützung der Lehrkraft. Sie erleben die Bedeutsamkeit ihrer
Einschätzung für die Bewertung des Gesamtergebnisses.
Der ausgefüllte Bogen wird anschließend der vortragenden
Schülerin bzw. dem vortragenden Schüler ausgehändigt. In
einer ungünstigen Gruppenkonstellation sollte die Lehrkraft
von einer Einbeziehung der Schülereinschätzung in die Ge-
samtbewertung absehen.
Die Einschätzung geht mit max. 3 Punkten anteilig in die
Gesamtbewertung ein (der Bereich wurde in der Tabelle grau
unterlegt). Die Anzahl der einzuschätzenden Kriterien und
die Auswahl der Indikatoren wurden aufgrund der Förder-
spezifik begrenzt.
4.3 Einschätzungsbogen (Anlage 4)
Die pädagogische Verantwortung für die Gesamtnote liegt
in der Hand der Lehrkräfte. Der fachlichen Richtigkeit wird
besondere Bedeutung beigemessen. Alle Kriterien müssen
mit eindeutigen Indikatoren unterlegt und den Schülerinnen
und Schülern vorher bekannt sein.
Nach der Präsentation sollten die Lehrkräfte ihre Einschät-
zung begründen und die Meinung der beobachtenden Schü-
lerinnen bzw. Schüler (Anlage 3) in geeigneter Weise einbe-
ziehen ( Förderung der Kritik- und Urteilsfähigkeit). Die
vorliegenden Bögen lassen sich auch gut für die Bewertung
komplexer Leistungen nutzen.
5 Literatur
(1) Bartnitzky, H.: Umgang mit Zensuren in allen Fächern.
Frankfurt a. M. 2003
(2) Behr, U.: (Hrsg.): In Gruppen lernen – Anregung für die
Beobachtung und Bewertung von Schülerleistungen
(Heft 92). Thüringen. 2004
(3) Bohl, T.: Prüfen und Bewerten im offenen Unterricht.
Weinheim und Basel 2004
(4) Comenius-Institut: Leistungsbeschreibung der Schule
zur Lernförderung. Radebeul 2005
(5) Comenius-Institut: Positionen zur Leistungsermittlung
und Leistungsbewertung. Radebeul 2005
(6) Scianna, R.: Bewertung im Offenen Unterricht. Mühl-
heim an der Ruhr 2004
(7) vds Landesverband Nordrhein-Westfalen (Hrsg.): För-
derplanung in der sonderpädagogischen Arbeit. Me-
ckenheim 2004
(8) Winter, F.: Leistungsbewertung – eine neue Lernkultur
braucht einen anderen Umgang mit den Schülerleistun-
gen. Baltmannsweiler 2004

28 | Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung
6 Anlagen
Anlage 1
Selbsteinschätzungsbogen (für die Hand der Schülerin/des Schülers)
Ich habe ...
ja
teilweise
nein
Bemerkungen
1.
... die Anweisungen des
Lehrers beachtet.
2.
... mich diszipliniert in der
Stunde verhalten.
3.
... mich bemüht, den Text zu
verstehen.
4.
… alle Aufgaben bearbeitet.
5.
... eine Selbstkontrolle
durchgeführt.
6.
... mich in die Gruppen-
arbeit eingebracht.

Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung | 29
Anlage 2
Selbsteinschätzungsbogen (für die Hand der Schülerin/des Schülers)
Trage in die Tabelle ein.
Ich kann den Lehrer fragen.
Ich kann meinen Freund/meine Freundin fragen.
Ich kann meine Eltern fragen.
Ich kann
fragen.
Nutze die Zeit!
Suche dir Hilfe!
Die Kurzkontrolle schreiben wir am
Ich kann ...
sehr
sicher
unsicher
Was ich tun will, um
sicher
zu
werden.
1
2
3
4
... die Begriffe belebte und
unbelebte Natur erklären.
... Beispiele für belebte und
unbelebte Natur nennen.
... Beispiele für Natur-
zerstörung nennen und zeigen.
... erklären, was ich für den
Schutz der Natur tun kann.
A
B
C
D
E

30 | Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung
Anlage 3
Fremdeinschätzungsbogen (für die Hand der Mitschülerin/des Mitschülers)
Höre deiner Mitschülerin und deinem Mitschüler genau zu.
Gib eine ehrliche Einschätzung.
Einschätzung
Leistung
Zu wenig.
Ja.
Ich kann mir vorstellen, wie deine
Welt in 20 Jahren aussieht.
Du hast dein Bild von der Zukunft
begründet.
Du konntest unsere Fragen
beantworten.
Was hat dir besonders gefallen?
Was hat dir nicht gefallen?
Datum:
Unterschrift:

Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung | 31
Anlage 4
Einschätzungsbogen (für die Hand der Lehrkraft)
Kriterien
Name
Präsentation
Grad der
Selbstständigkeit
bei der
Produkterstellung
Einschätzung
Mitschülerin und Mitschüler
(Anlage 3)
gesamt
(15)
Sicheres
Auftreten
Zusam-
men-
hängend
sprechen
Äußere
Form des
Produktes
Idee
kreativ
umgesetzt
Fachliche
Richtig-
keit*
selbst-
ständig/
kooperativ
mit Hilfe
(1)
(1)
(1)
(1)
(5)
(2)
(1)
(3)
*
Indikatoren für fachliche Richtigkeit
(bezogen auf Präsentation/gestellte Fragen)
a) Kann die Schülerin/der Schüler mit ihrem/seinem Produkt (Geschichte/Plakat) Auswirkungen menschlichen Handelns für
zukünftige Lebenswelten aufzeigen?
b) Kann die Schülerin/der Schüler Zusammenhänge zwischen menschlichem Handeln und dem Zukunftsbild begründen?
c) Kann die Schülerin/der Schüler Schlussfolgerungen für gesellschaftliches Handeln in der Gegenwart benennen? („Man
muss ...“, „Es wäre nötig ...“)
d) Kann die Schülerin/der Schüler Schlussfolgerungen für ihr/sein eigenes Handeln ableiten?
e) Stimmen Plakat/Geschichte mit den dargestellten Schlussfolgerungen und Konsequenzen überein?

32 | Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung
In 2 Schritten zum Erfolg ...
Zweistufenarbeit im Fach Deutsch – Klassenstufe 7
1 Vorüberlegungen
Den Anlass für diese Schreibsituation bildet eine Klassen-
fahrt. Ausgewählte Beiträge der Schülerinnen und Schüler
sollen in die Klassenchronik aufgenommen werden. Dadurch
entsteht für die Schülerinnen und Schüler die Notwendig-
keit, qualitativ ansprechende Ergebnisse zu produzieren.
Dieser Prozess wird durch die Lehrkraft geführt, um allen
Schülerinnen und Schülern – entsprechend ihrer individu-
ellen Besonderheiten – Sicherheit für die selbstständige
schriftliche Niederschrift (1. Stufe) zu geben.
Anschließend erhalten die Schülerinnen und Schüler ihre
Arbeiten zurück, nachdem sie von der Lehrkraft durchge-
sehen und mit Hinweisen (Keine vollständige Korrektur!)
versehen wurden. Begleitet wird diese Rückmeldung durch
einen Rückmeldebogen. Während der zweiten Stufe werden
die Schülerinnen und Schüler erneut aktiv und gelangen
selbstständig oder mit Unterstützung zu einer überarbei-
teten/verbesserten Variante ihrer Arbeit. Die Schülerinnen
und Schüler können dabei Hilfsmittel nutzen (z. B. Arbeits-
blätter, Lehrbücher, Mitschriften, Internet, Duden …). Erst
dann erfolgt die Bewertung der Arbeit durch die Lehrkraft.
Bewertet wird sowohl das Ergebnis der Überarbeitung als
auch die Überarbeitungsphase selbst – planvolles Vorgehen,
Arbeitstechniken (prozessorientierte Bewertung).
Damit gewinnt diese Form der Leistungsermittlung und
-bewertung an der Schule zur Lernförderung einen beson-
deren Stellenwert, weil sie an Schwerpunkten sonderpäda-
gogischer Förderung ansetzt. Die Schülerinnen und Schüler
lernen, ihre Arbeit kritisch zu sehen und gegebene Hinweise
bewusst für sich zu verarbeiten. Sie erfahren, dass sie durch
ihre eigene Anstrengung die Arbeitsergebnisse verbessern
können. Voraussetzung dafür sind ein gewisses Maß an
Selbstbeurteilungskompetenz und Selbständigkeit im Um-
gang mit Hilfsmitteln.
2 Leistungskomponenten
fachlich-inhaltliche Leistungen
erzählen schriftlich von gemeinsam Erlebtem
geben Erlebtes zusammenhängend wieder
verwenden einleitende und abschließende Bemerkungen
beachten zeitliche und kausale Beziehungen
schreiben geübte Wörter richtig
schreiben gut lesbar und sauber
gestalten das Schriftbild
methodisch-strategische Leistungen
nutzen geübte Textmuster
schreiben richtig ab
nutzen Stützwörter als Hilfe
gliedern einen Text
kontrollieren und überarbeiten die eigene Niederschrift
arbeiten mit einem Rechtschreibwörterbuch
sozial-kommunikative Leistungen
tauschen sich über gemeinsam Erlebtes aus
drücken Gefühle aus
hören einander zu
persönliche Leistungen
wählen ein erzählenswertes Erlebnis aus
zeigen sich empathiefähig
3 Unterrichtsskizze
Das Ziel der Unterrichtseinheit ist eine schriftliche Erlebni-
serzählung über die Klassenfahrt. Dabei liegt der
fachliche
Schwerpunkt
auf der Entwicklung
sprachlicher Kompe-
tenzen
. Die Sicherung des Klassenwortschatzes/individuel-
len Wortschatzes geht voraus. Nur das geübte Wortmaterial
(auch Funktionswörter) wird anschließend in die Leistungs-
ermittlung und Leistungsbewertung einbezogen. Andere
Fehlerschwerpunkte, die in den schriftlichen Arbeiten der
Schülerinnen und Schüler deutlich werden, sind Ausgangs-
punkt für nachfolgende Übungen.

Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung | 33
Std.
Lernziele
Was? Inhalte
Aufgabenstellungen
Sozialform,
Organisation
Formen der
Leistungsermitt lung/
Leistungsbewertung
1
Erzählgegenstand und
-absicht erfassen
Ein erzählenswertes Erlebnis
auswählen
Thema: Unsere Klassenfahrt
sich über erzählenswerte
gemein same
Erlebnisse
austauschen
Stützwörter zum Inhalt
notieren (Anlage 3)
klassenbezogenen Wort-
schatz erarbeiten
Unterrichtsge-
spräch
Gruppenarbeit
2/3
Zusammenhängend und
anschaulich erzählen
Übungen:
einleitende und abschließende
Bemerkungen
Satzanfänge
einen Text gliedern
zeitliche und kausale
Beziehungen ausdrücken
Wortschatzarbeit
Präteritum
Unterrichtsge-
spräch
Gruppenarbeit
Einzelarbeit
Arbeitsblatt 2/3
(Anlage 3)
4
Richtig schreiben
Orthografisch-grammati sches
Regelwissen
an wenden
Klassenwortschatz
individueller Wortschatz
individuelle Hilfen
Tafelbild und
Arbeitsblatt 1
(Anlage 3)
Alle Bewertungskriterien
für die Erlebniserzäh -
lung werden mit den
Schülern erarbeitet und
besprochen.
5
Schriftlich erzählen unter Be-
achtung der Aufgabenstellung
Textmuster nutzen
Aufgabenstellung:
Schreibe eine Erlebnis erzählung
für die Klassen chronik.
Erstschrift
Einzelarbeit
Zweistufenarbeit
6/7
Einen Text überarbeiten
Arbeit mit Rückmeldebogen
Bewertungskriterien
Zweitschrift
Einzelarbeit
einzelne Schüler
überarbeiten ihre
Erlebniserzählung
im Förderunter-
richt
Rückmeldebogen
(Anlage 1)
Lerngespräche
8
Formale Mittel zur Ge staltung
des Schrift bildes sicher
verwenden
Sauber und gut lesbar schrei ben
Ästhetische Gestaltung des
Schrift bildes
Fertigstellung der Erlebnis-
erzählung
Gestaltung
Bewertungsbogen
(Anlage 2)
9
Auswertung der Ergebnisse
Auswahl von Schüler arbeiten
für die Klassen chronik
Gruppenarbeit
Schüler gestalten
die Seite für die
Klassen chronik
(Anlage 4 e)
Bewertungskriterien
werden mit den Schülern
festgelegt.
(Tafelbild)
Alle Schüler sind an der
Auswahl beteiligt und
müssen ihre Meinungen
begründen.

34 | Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung
4 Reflexion
Voraussetzungen
Konkrete und eindeutige Vorgabe von Bewertungskrite-
rien
Vorkenntnisse bei der Arbeit mit Rückmeldebögen
Zeitliche Reserven für die Zweitschrift (langsam arbeiten-
de Schülerinnen und Schüler)
Zusätzliche Übungsangebote/Aufgaben (z. B. Partnerar-
beit) für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler
Sicherheit im Umgang mit Hilfsmitteln
Möglichkeiten
Entwicklung der Fehlerkultur
Selbstständiges Arbeiten mit verschiedenen Hilfsmitteln
(Rechtschreibwörterbuch, Arbeitsblätter, Aufzeichnun-
gen, …)
Aufzeigen von Stärken (Rückmeldebogen)
Lernerfolge für Schülerinnen und Schüler mit unter-
schiedlichem Lernausgangniveau
Schülerinnen und Schüler lernen Kriterien kennen, um die
eigene Arbeit kritisch zu betrachten
Schülerinnen und Schüler lernen, eigenständig Kriterien
zu entwickeln
Bewertungen können für alle Schülerinnen und Schüler –
in geeigneter Weise – transparent gemacht werden
Anstrengungsbereitschaft wird zeitnah „belohnt“
Mo-
tivation steigt
Leistungsstarke Schülerinnen und Schüler können in die
Rückmeldung einbezogen werden
Lehrkraft kann Schülerinnen und Schülern individuell hel-
fen
Grenzen
Intrinsische Motivation bei einigen Schülerinnen und
Schülern gering ausgeprägt
Selbstkritische Arbeitshaltung nur mit direkter Hilfe mög-
lich
Durchhaltevermögen nicht ausreichend
Die Anwendung dieser Form der Leistungsermittlung und
Leistungsbewertung ist in allen Unterrichtsfächern möglich,
aber auch bei praktischen Tätigkeiten (Anfertigen von Werk-
stücken, …). Ziel sollte es sein, bei den Schülerinnen und
Schülern über einen längeren Zeitraum Lernmotivation und
Selbstkritik zu entwickeln und ihnen Erfolgszuversicht zu
vermitteln. Der Erfolg der Bewertung liegt nicht in der Note,
sondern in der Erkenntnis für die Schülerinnen und Schüler:
Ich kann etwas leisten und ich kann meine Leistung al-
lein oder mit Unterstützung steigern.
An einem
Schülerbeispiel
(Anlage 4) wird exemplarisch auf-
gezeigt, wie sich die Erlebniserzählung qualitativ verändert.
Die Motivation des Schülers war schließlich so gut, dass er
noch eine 3. Niederschrift anfertigte und diese für die Klas-
senchronik gestaltete.
5 Literatur
(1) Bartnitzky, H.: Differenzierte Diktate Klassen 3 und 4:
Klassendiktate, tägliche Übungen, Beurteilung. Frank-
furt am Main 1995
(2) Comenius-Institut: Positionen zur Leistungsermittlung
und Leistungsbewertung. Radebeul 2004
(3) Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan
Schule zur Lernförderung. Sachsen 2005, überarbeitet
2010
(4) Verwaltungsvorschrift des Sächsischen Staatsminis-
teriums für Kultus zur Förderung von Schülern mit
Lese-Rechtschreib-Schwäche (VwV LRS-Förderung)
Vom 29. Juni 2006, Rechtsbereinigt mit Stand vom
06. Juni 2008
(5) Sächsische Staatsministeriums für Kultus: Handlungs-
orientierung für den Umgang mit Schülern mit Le-
se-Rechtschreib-Schwäche (LRS). Sachsen 2008

image
Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung | 35
6 Anlagen
Anlage 1 Rückmeldebogen
(für die Hand der Lehrkraft)
Name: ..........................................................
Rückmeldebogen
Eingeschätzt wird deine erste Niederschrift.
Nutze die Hinweise für das Überarbeiten.
Prima,
keine Änderung
nötig.
Du hast dich
bemüht,
kannst
es
aber noch
besser
.
Du hast die
Aufgabe
nicht
beachtet.
Hinweise zum Überarbeiten
Hast du von einem Erlebnis erzählt?
Passt deine Überschrift zum Text?
Ist dein Text in Einleitung,
Hauptteil und Schlussteil gegliedert?
Sind alle Verben im Präteritum geschrieben?
Hast du verschiedene Satzanfänge genutzt?
Hast du treffende Wörter verwendet?
Hast du auf die richtige Schreibung der ge-
übten Wörter geachtet?

36 | Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung
Anlage 2 Bewertungsbogen
(für die Hand der Lehrkraft)
Bewertungsbogen
Bewertet wird deine überarbeitete Niederschrift.
Name: ......................................................
Die Punkte zeigen dir, wie viel Punkte du erreicht hast.
Klasse: ...........................
Kriterien
Hinweise
Hier sollte der Lehrer
ermutigende Hinweise für die
Weiterarbeit/Übung geben.
Du hast
ein
Erlebnis ausgewählt.
1
0
Du hast eine passende
Überschrift
gefunden.
1
0
Dein Text ist gegliedert. (
Einleitung – Hauptteil – Schluss
)
3
2
1
Du hast alle
Verben
in der
Vergangenheit
(Präteritum) benutzt.
3
(bis 1 Fehler)
2
(bis 3 Fehler)
0
Du hast
unterschiedliche Satzanfänge
gewählt.
2
1
0
Du hast
treffende Wörter
benutzt. (kaum Wortwiederholung)
3
2
0
Du hast
alle geübten Wörter richtig
geschrieben.
2
(bis 1 Fehler)
1
(bis 3 Fehler)
0
Ich kann deinen
Text gut lesen
. (Schrift)
1
0
Du hast
Hilfsmittel
(Wörterbuch, Stützwörter) genutzt.
1
0
Du hast deinen Text
überarbeitet
.
1
0
Du hast ____ Punkte erreicht.
Die Lehrkraft kennzeichnet die erreichte Punktzahl durch einen roten Kreis.
1
1

Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung | 37
Anlage 3
Stützwörter
(Tafelbild) und
Funktionswörter
(Lehrplan DE
S. 31)
Klassenwortschatz
Individueller Wortschatz
(Arbeitsblatt 1)
Substantive Verben Adjektive
Diese Wörter
brauche ich.
Bahnhof
Fahrt
Zug
Schöneck
Herberge
Erlebnis
treffen
fahren
laufen
kommen
gehen
schönstes
bestes
spannend
toll
gut
Bowlingbahn
bowlen
Team
Kugel
Gewinner
er entschuldigt sich
Urkunde
stolz
Wichtige Verben richtig beugen
(Arbeitsblatt 2)
treffen
traf
getroffen
fahren
fuhr gefahren
kommen
kam
gekommen
gehen
ging
gegangen
stehen
stand
gestanden
laufen
lief
gelaufen
haben
hat
gehabt
Beginne deine Sätze mit verschiedenen Satzanfängen.
(Arbeitsblatt 3)
Satzanfang immer groß schreiben
zuerst
danach
nun
bald
später
am Abend
am nächsten Tag
zum Schluss
am Ende
- HKS,

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38 | Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung
Anlage 4
Schülerbeispiel
a) 1. Niederschrift
b) Rückmeldebogen

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Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung | 39
c) 2. Niederschrift
d) Bewertungsbogen
d) Bewertungsbogen

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40 | Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung
e) 3. Niederschrift (vom Schüler für die Klassenchronik erneut bearbeitet und gestaltet)

Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung | 41
Kritikfähigkeit entwickeln ... Motivation steigern ...
Zweistufenarbeit – Biologie – Klassenstufe 7
1 Vorbemerkungen
Im vorliegenden Beispiel werden die Möglichkeiten der Zwei-
stufenarbeit genutzt, um den Schülerinnen und Schülern
während einer Klassenarbeit im Lerngebiet „Wahrnehmen
mit allen Sinnen“ (Klassenstufe 7/Lernbereich 1/14 Stunden)
nicht nur die Möglichkeit zu geben erworbenes Fachwissen
nachzuweisen, sondern darüber hinaus ihre Arbeit in einer
2. Arbeitsstufe zielgerichtet zu überarbeiten. Dazu wird den
Schülerinnen und Schülern ein zusätzlicher Text mit fachli-
chen Informationen gegeben. Die Schülerinnen und Schüler
erkennen den Nutzen von Lesekompetenz und erfahren, dass
sie selbst etwas zur Verbesserung ihres Arbeitsergebnisses
beitragen können. Damit dient die Zweistufenarbeit der Ent-
wicklung von Kritik- und Urteilsfähigkeit und trägt aktiv zur
Verbesserung der Lesekompetenz bei.
Bei der Gestaltung der Arbeit wurden wichtige Gestal-
tungsgrundsätze aus förderspezifischer Sicht (z. B. An-
schaulichkeit, einfache Sprache, kurze Sätze, Schriftgröße
und Zeilenabstand) berücksichtigt. Individuelle Hilfen sind
ausgewiesen. Die Aufgabenstellungen beziehen sich auf ein
begrenztes Stoffgebiet und spiegeln die im Lehrplan gefor-
derten Leistungskomponenten wider. Die Schülerinnen und
Schüler haben in den vorausgehenden Stunden vielfältige
Möglichkeiten der Übung und Festigung erhalten.
2 Leistungskomponenten
fachlich-inhaltliche Leistungen
kennen alle Sinnesorgane
ordnen unterschiedliche Sinneswahrnehmungen (z. B. Geräusche, Licht,
Farben) den entsprechenden Sinnesorganen zu
kennen wesentliche Funktionen der Sinnesorgane
kennen Teile der Augen und Ohren
äußern sich zu wesentlichen Zusammenhängen zwischen Arbeits- und
Freizeitverhalten und der Gesunderhaltung der Sinnesorgane
methodisch-strategische Leistungen
entnehmen gezielt Informationen aus Sachtexten
sozial-kommunikative Leistungen
positionieren sich zu gesundheitsschädigenden Verhaltensweisen
persönliche Leistungen
gehen mit der eigenen Arbeitsleistung kritisch um
verbessern oder/und vervollständigen ihre Ergebnisse
zeigen Ausdauer
3
Durchführung der Zweistufenarbeit
1. Stufe:
Die Schülerinnen und Schüler haben Zeit sich mit den Arbeitsaufgaben vertraut zu machen.
Einzelne Aufgaben werden vorgelesen, Schülerinnen und Schüler können Verständnisfragen stellen. Die Lehr-
kraft unterstützt Schülerinnen und Schüler mit geringer Lesekompetenz bzw. Nichtleser, indem sie ihnen Auf-
gaben vorliest. Die Schülerinnen und Schüler erhalten die Arbeit
(siehe Anlage 1)
und lösen die Aufgaben
selbstständig.
Zeit: 30 Minuten
2. Stufe:
Die Schülerinnen und Schüler erhalten das Arbeitsblatt
(siehe Anlage 2)
, sie dürfen den Text zum Überarbei-
ten und Vervollständigen nutzen.
In dieser Phase dürfen sie nur mit grüner Farbe schreiben.
Zeit: 15 Minuten

42 | Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung
Auf-
gabe
Anforderungen an die
Schülerinnen und Schüler
Förderspezifik,
Methodische Hinweise
Bewertung
(Empfohlene Punktzahl)
1
Sinnerfassendes Lesen
Vorstellungen zum Gelesenen
entwickeln
Thema emotional ansprechend
(Erzähltext)
kurze Sätze
Differenzierung:
Bildmaterial einsetzen, das Text-
wirkung unterstreicht
Der Text bildet die Grundlage für
die folgenden Aufgaben und fließt
damit indirekt in die Bewertung
ein.
2
Sinnerfassendes Lesen
Sinneseindrücke den Sinnen
zuordnen
Passende Farben auswählen
Erlebnis ist an der Schülerwirk-
lichkeit orientiert
Arbeitstechniken anwenden
5 Punkte
Hinweis:
Der Schüler muss 5 Sinnesein-
drücke richtig unterstreichen.
Es gibt keine Zusatzpunkte.
3
a)
Zusammenhang
herstellen
zwischen Alltagserfahrung und
Leistung des Auges
b) Übertragen von Wissen über
die Gesunderhaltung des Auges
auf eine Alltagssituation
Schüler erhalten Hinweise auf
Aufgabe 5 (Bild)
Wandkarte oder Poster „Auge“
2 Punkte
4
Vorstellung über Wirkung der
Pupillenadaption zeichnerisch
umsetzen
Wandkarte oder Poster „Auge“
2 Punkte
5
Wichtige Teile des Auges in der
Zeichnung erkennen und Begriffe
zuordnen
(Augenbraue, Oberlid, Unterlid,
Pupille, Regenbogenhaut)
Augenmodell
Wandkarte oder Poster „Auge“
Differenzierung:
Wortkarten mit den Begriffen
5 Punkte
6
Über Kenntnisse zu Sinnes-
beeinträchtigungen verfügen
Wandkarte oder Poster „Auge“
2 Punkte
7
Wichtige Teile des Ohres in der
Zeichnung erkennen und Begriffe
zuordnen
(Ohrmuschel, Gehörgang,
Trommelfell, Gehörknöchelchen,
Schnecke, Sehnerv)
Ohrmodell
Wandkarte oder Poster „Ohr“
Differenzierung:
Wortkarten mit den Begriffen
6 Punkte
8
Gesundheitsschädigende
Geräusche erkennen
Geräusche sind aus dem Unter-
richt bekannt
3 Punkte
Hinweis:
Jede richtige Entscheidung
½ Punkt
2. Stu-
fe der
Arbeit
Lese-
text
zur
Selbst-
kont-
rolle
Sinnerfassendes Lesen
Wiedererkennen von
Sachverhalten aus der Arbeit
Anwenden von grundlegenden
Arbeitstechniken
(Lesen – Unterstreichen)
Fehlerbewusstsein entwickeln
Durchhaltevermögen
Anspruch an Vollständigkeit und
Richtigkeit entwickeln
Schüler können im Text Wichtiges
unterstreichen
Differenzierung:
Text durch Lehrkraft vorlesen
Überarbeitete oder vervollstän-
digte Aufgaben (mit grünem Stift)
werden mit ½ Punkt bewertet.

Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung | 43
4
Reflexion – Möglichkeiten und Grenzen an der
Schule zur Lernförderung
Alle Schülerinnen und Schüler haben in der Überarbeitungs-
phase begeistert gearbeitet und waren stolz auf ihren selbst
errungenen Erfolg. Schülerinnen und Schülern mit einge-
schränkter Lesekompetenz wurden die Texte von der Lehr-
kraft vorgelesen.
Voraussetzungen
für eine erfolgreiche Durchführung sind
Lesekompetenz
angemessenes Anspruchsniveau
Vertrautsein mit der Arbeitstechnik (
Lernen lernen)
Möglichkeiten
dieser Form der Leistungsermittlung und
Leistungsbewertung
Verbesserung der individuellen Lern- und Leistungsmo-
tivation
Fehler oder fehlendes Wissen durch Verwendung von
Hilfsmitteln (Sachtext) berichtigen bzw. ergänzen (
För-
derung der Lesekompetenz)
Gründliche Auseinandersetzung mit Lerninhalten (
För-
derung kognitiver Fähigkeiten)
Grenzen
bei der Umsetzung an der Schule zur Lernförderung
geringe Lesekompetenz
niedriges individuelles Anspruchsniveau, sodass die Mög-
lichkeiten der 2. Stufe nicht angenommen werden
5 Literatur
(1) Comenius-Institut: Positionen zur Leistungsermittlung
und Leistungsbewertung. Radebeul 2005
(2) Lenoth, V., Schaper, J., Wisniewski, W. (Hrsg.): Natur be-
greifen Biologie (Schülerband 1 Lernstufe 5/6). Braun-
schweig 2004
(3) Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan
Schule zur Lernförderung. Sachsen 2005, überarbeitet
2010

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44 | Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung
6
Anlagen: Zweistufenarbeit
Heute ist ein herrlicher Sommertag. Markus macht einen Ausflug mit dem Fahrrad.
Die Sonne brennt ihm auf der Haut. Der Schweiß fließt ihm von der Stirn.
Auf dem großen Berg macht Markus eine Pause und schaut sich um.
Er entdeckt das Nachbardorf und den Badesee.
In der Ferne hört Markus einen Zug. Am Himmel kreist ein Raubvogel.
Dann ist es wieder fast still. Nur die Bäume rauschen.
Markus setzt sich ins Gras. Es ist wunderbar weich und duftet herrlich. Ein Käfer krabbelt
über seine Hand. Bevor Markus weiterfährt, trinkt er noch einen Schluck Tee. „Lecker,
Pfefferminztee!“, denkt er. Auf dem Rückweg bläst ihm der kühle Fahrtwind ins Gesicht.
Anlage 1
Name:
Klasse: 7
Klassenarbeit Biologie
„Unsere Sinne“
1. Lies den Text aufmerksam. Stell dir genau vor, was passiert.
2. Unterstreiche im Text die Sinneseindrücke farbig.
Was kann Markus
sehen
? (rot)
Was kann Markus
hören
? (grün)
Was kann Markus
schmecken
? (blau)
Was kann Markus
riechen
? (gelb)
Was kann Markus
fühlen
? (schwarz)
3.
Markus schwitzt sehr stark.
a) Welche Teile des Auges verhindern, dass Schweiß in die Augen kommt?
......................................................., ....................................................................
b) Warum sollten Motorradfahrer eine Schutzbrille tragen?
..................................................................................................................................
..................................................................................................................................
4.
Bei der Rückfahrt wird es langsam dunkel. Markus’ Augen stellen sich nach und nach auf
die Dunkelheit ein.
Wie verändert sich die Pupille? Zeichne ein.
a) Sonne
b) Dunkelheit

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Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung | 45
+ ..... Punkte
5. Beschrifte die Teile des Auges.
6.
a) Welcher Arzt könnte ihm helfen? Unterstreiche.
Kinderarzt Augenarzt Hautarzt Zahnarzt
b) Was wird ihm der Arzt wahrscheinlich verordnen? ........................................
7. Beschrifte die Teile des Ohres.
1
......................................................
2
......................................................
3
......................................................
4
......................................................
5
......................................................
6
......................................................
8. Kreuze an, welche Geräusche für unsere Ohren schädigend sein können.
Punkte:
/ 25
Note:
Vogelgezwitscher im Park
startendes Flugzeug
Baustelle mit Presslufthammer
Disko
5 Stunden MP 3-Player hören
Unterhaltung beim Bäcker
© Bildungshaus Schulbuchverlage
Westermann Schroedel Diesterweg
Schöningh Winklers GmbH
www.schroedel.de
Markus
,
Freund kann nicht mehr richtig sehen, was an der Tafel steht.

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46 | Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung
Unsere Augen
Unsere Augen sind ein wichtiges
Sinnesorgan.
Die Augen liegen geschützt in der
Augenhöhle. Von außen sieht man
nur die Regenbogenhaut mit der
Pupille.
Augenbrauen und Wimpern schützen
das Auge vor Schweiß und Regen-
tropfen.
Man kann das Auge mit einem Foto-
apparat vergleichen. Das Oberlid ent-
spricht dem Verschluss. Die Pupille
reagiert auf Licht. Im Hellen ist sie
verkleinert, im Dunkeln ist die Pupille
vergrößert.
Der Sehnerv leitet die Lichtreize zum
Gehirn weiter.
Die Ohren
Von den Ohren sehen wir die Ohr-
muscheln. Sie fangen Schallwellen
auf.
Durch den Gehörgang erreichen die
Schallwellen das Trommelfell.
Winzige Knochen im Innenohr leiten
die Schwingungen weiter.
In der Schnecke befinden sich viele
Sinneshärchen, die durch die
Schwingungen gereizt werden.
Die Reize werden durch den Hör-
nerv an das Gehirn weitergeleitet.
Da das Innenohr sehr empfindlich
ist, müssen wir es vor Lärm
schützen.
Anlage 2
Du darfst nun deine Arbeit mit Hilfe dieser Texte verbessern.
Schreibe mit einem grünen
Stift.

Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung | 47
Gemeinsam lernen – individuell bewerten –
Fach Englisch – Klassenstufe 7
1 Vorüberlegungen
Das Unterrichtsfach Englisch wird seit einigen Jahren an
den Schulen zur Lernförderung mit einer Wochenstunde
im Stundenplan unterrichtet. Der Unterricht in diesem Fach
verlangt eine sehr differenzierte, an dem jeweiligen indivi-
duellen Förderbedarf der einzelnen Schülerin und des einzel-
nen Schülers orientierte Unterrichtsgestaltung, den Einsatz
einer spezieller Fremdsprachenmethodik und die Anwen-
dung neuer Formen der Leistungsermittlung und Leistungs-
bewertung. Folgende didaktische Grundsätze sollten bei der
Leistungsermittlung eine besondere Berücksichtigung fin-
den: „Lesen und Schreiben werden den mündlichen Aktivitä-
ten nachgestellt. Der Schwerpunkt beim Lesen liegt auf dem
ganzheitlichen Erfassen von Einzelwörtern und Redemitteln.
Das Schreiben erfolgt nach Vorlage. Produktives Schreiben
kann nicht erwartet werden.“ (Lehrplan Schule zur Lernför-
derung, S. 3) Die Förderschulordnung legt außerdem fest,
dass im Fach Englisch in Klassenstufe 7 vorwiegend mündli-
che Leistungen bewertet werden.
Die Einschätzung und Bewertung der Lernprozesse gestaltet
sich durch den unterschiedlichen Stand der Vorkenntnis-
se – einige Schülerinnen und Schüler hatten bereits Eng-
lischunterricht in der Grundschule oder Oberschule – und
den individuellen Förderbedarf jedes Einzelnen (z. B. LRS/
Wahrnehmungs- sowie Sprachstörungen) teilweise proble-
matisch.
Am folgenden Beispiel einer Mindmap zum Thema „Seasons“
(Lernbereich 4: „Around the year“, Klassenstufe 7, 3 von
5 Stunden) werden Formen des Lernens aufgezeigt, die es den
Schülerinnen und Schülern ermöglichen, ihr Wissen weitge-
hend selbstständig zu erarbeiten, zu strukturieren und zu prä-
sentieren. Dabei sind die Arbeit mit dem Schülerwörterbuch
Englisch (Grundschule), das Einholen von Informationen über
Lernposter, die Nutzung von Wissen zum Erstellen einer Mind-
map/Einfügen von Grafiken ( Medienerziehung) wichtige
Bestandteile der vorgestellten Unterrichtssequenz. Sie beein-
flussen die Auswahl der Bewertungskriterien und die gewählte
Form der Leistungsermittlung und Leistungsbewertung.
2 Leistungskomponenten
fachlich-inhaltliche Leistungen
kennen Bezeichnungen für Jahreszeiten und Monate
kennen Traditionen und Feste im Jahresverlauf
benennen typische Wettererscheinungen und ordnen diese den
Jahreszeiten zu
teilen persönliche Angaben (Geburtstag) mit
drücken Vorlieben/Freizeitinteressen sprachlich aus (z. B. I like ...)
benennen Monate und ordnen diese den Jahreszeiten zu
präsentieren das eigene Mindmap (freies/gebundenes Sprechen in
englischer Sprache)
methodisch-strategische Leistungen
arbeiten mit dem Wörterbuch
nutzen das Internet und wählen Informationen gezielt aus
entwickeln eigene Lösungsstrategien
sozial-kommunikative Leistungen
hören Anderen zu
schätzen die Leistungen der Mitschüler ein
persönliche Leistungen
entwickeln eigene Gestaltungsideen für das Mindmap
reflektieren die eigene Leistung
entwickeln ein realistisches Selbstwertgefühl
3 Durchführung
a) Ziele
Die Schülerinnen und Schüler festigen bereits gelernte Re-
demittel und erweitern ihren Wortschatz zum Thema „Sea-
sons“. Sie sprechen in kurzen englischen Sätzen zum Thema
oder zeigen und nennen einzelne englische Begriffe. Die
Schülerinnen und Schüler setzen ein selbstgestaltetes Mind-
map zur Präsentation ihres Lernstandes ein.
b) Zeitschiene
Das Mindmap wird mit den Schülerinnen und Schülern in
3 Abschnitten (ca. 3 Unterrichtsstunden) erarbeitet:
Ideensammlung
Erstellen des Mindmaps
Präsentation und Auswertung/Bewertung
c) Lernsituation der Klasse
Die Unterrichtssequenz wird mit Schülerinnen und Schülern
einer 7. Klasse durchgeführt, die bereits seit der 5. Klasse
Englisch haben.

48 | Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung
d) Unterrichtsskizze
Std.
Lernziele
Inhalte
Methoden
Sozialformen
Differenzierung
Formen der Leis-
tungsermittlung/
Leistungsbewertung
1.
Schülerinnen und Schüler akti-
vieren und festigen Redemittel
Schülerinnen/Schüler holen
Informationen aus dem Wör-
terbuch und ordnen sie den
inhaltlichen Schwerpunkten zu
Schülerinnen und Schüler
erweitern ihren Wortschatz
Redemittel (Jahreszeiten,
typisches Wetter, Monate,
Feste und Höhepunkte, eigener
Geburtstag, Aktivitäten, per-
sönliche Interessen)
Dialog (Schüler – Schüler
oder Schüler – Lehrer)
Schülerinnen und Schüler
stellen ihren eigenen Jahres-
kreis mit Hilfe der Lern-
poster/Arbeitskarten/Wort-
bildkarten zusammen
Gesprächskreis
Dialog
Partnerarbeit
Classroom
phrases
Logico Piccolo
Arbeit mit dem
zweisprachigen
Wörterbuch
(fließt in die
Bewertung ein)
Übungskontrolle
(Lehrkraft/
Lernpartner)
2.
Schülerinnen und Schüler ord-
nen und strukturieren Informa-
tionen
Schülerinnen/Schüler skizzie-
ren ihr Mindmap
Informationen (Jahreszeit,
Monat, Wetter, Geburtstag,
Feste, persönliche Interes-
sen)
Sprechen: My birthday is
in ...
(Jahreszeit/Monat)
erfragen die Geburtstage
anderer Schüler
Gruppenarbeit
Einzelarbeit
Arbeit am PC
Differenzierung:
Datum auf Eng-
lisch nennen
Übungskontrolle
(Lehrerkraft)
3.
Schülerinnen und Schüler
gestalten und präsentieren ein
Mindmap
übertragen der Informatio-
nen von der Skizze
suchen und hinzufügen
geeigneter Grafiken
präsentieren ihr Mindmap
(Schülerbeispiele Anlage)
sprechen kurzer englischer
Sätze oder einzelne eng-
lische Wörter
Arbeit am PC
frontal
Hinweis:
ggf. fachübergrei-
fend mit Informatik
Individuelle
Bewertung
Selbsteinschätzung
Fremdeinschätzung
(siehe Seite 5–7)
e) Verwendete Redemittel (siehe Lehrplan Englisch S. 17–20)
seasons, spring, summer, autumn, winter
Christmas, Easter, holiday, Halloween
My birthday is in ……
weather, sunny, cloudy, rainy, stormy, windy, frosty, foggy
What`s the weather like?
dates (Ordnungszahlen)
month
I like swimming, biking, flying a kite, …
4
Bewertung der Lernergebnisse
Die Bewertung erfolgt prozessbegleitend und ergebnisorien-
tiert. Dabei ist es wichtig, Schülerinnen und Schülern zu
verdeutlichen, welche Leistung sie entsprechend ihrem in-
dividuellen Förderbedarf erbracht haben. Die Lehrkraft gibt
ihren Schülerinnen und Schülern regelmäßig positive ver-
bale Rückmeldung auf Englisch oder Deutsch. Sie begleitet
den Arbeitsprozess ihrer Schülerinnen und Schüler und gibt
gezielte, individuelle Hilfestellungen.
Die sprachliche Präsentation der Ergebnisse kann nicht von
allen Schülerinnen und Schülern in vollem Umfang realisiert
werden ( LRS / Wahrnehmungs- sowie Sprachstörungen).
Deshalb lesen diese Schülerinnen und Schüler nur einige Wör-
ter vor. Alle Mindmaps werden im Klassenzimmer ausgehängt
und von den Mitschülerinnen und Mitschülern anschaulich
und emotional ansprechend (z. B. Smileys) bewertet.
a) Bewertungskriterien
Der Entwicklung von Bewertungskriterien liegen folgende
Fragen zugrunde.
1. Wie selbstständig erlangt die Schülerin bzw. der Schüler
die Informationen (Umgang mit Wörterbuch, Tafelbild,
Lernposter)?
2. Ordnet die Schülerin bzw. der Schüler die erlangten Infor-
mationen sinnentsprechend zu?

Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung | 49
3. Wie sicher wendet sie/er Lerntechniken an (Informations-
beschaffung, Arbeit mit dem zweisprachigen Wörterbuch,
Arbeit mit Stichpunkten)?
4. Kann sie/er ihre/seine Ergebnisse strukturieren?
5. Wie sicher wendet sie/er ihr/sein Wissen aus dem Infor-
matikunterricht bei der Gestaltung des Mindmaps (Grafi-
ken, Layout) an?
6. Auf welchem sprachlichen Niveau (kurze englische Sät-
ze oder nur einzelne englische Begriffe) präsentiert die
Schülerin bzw. der Schüler ihr/sein Ergebnis?
In der Darstellung der individuellen Bewertung (siehe 3.b)
kommen diese Bewertungskriterien bezogen auf drei Schü-
lerinnen bzw. Schüler mit unterschiedlichen Lernvorausset-
zungen zum Ausdruck.
b) Individuelle Bewertung
Lernvoraussetzungen
Schülerin/Schüler A
Schülerin/Schüler B
Schülerin/Schüler C
lernt schnell
besitzt sichere Vokabelkenntnisse
und ein gutes Sprachgefühl
arbeitet selbstständig
beherrscht die Lerntechniken (Wör-
terbuch, Informationssuche ...)
Förderbedarf:
Lernen
benötigt beim Erfassen der Aufga-
ben Hilfe
versteht englische Arbeitsanwei-
sungen
hat Orientierungsprobleme (z. B.
beim Aufsuchen von Wörtern im
Wörterbuch)
teilt sich nicht gern mit
hat Probleme, in zusammenhän-
genden Sätzen zu sprechen
Förderbedarf:
Lernen + Sprache + emotional-soziale
Entwicklung (autistische Züge)
braucht umfangreiche Hilfe beim
Erfassen der Aufgabenstellung
kann Lerntechniken (Wörterbuch,
Einholen von Informationen, Ord-
nen der Informationen) nur formal
und mit Hilfe anwenden
behält Wortschatz nur kurzzeitig
beherrscht erlernte Redemittel
nicht sicher
Aussprache muss durch Vorspre-
chen – Nachsprechen unterstützt
werden
Förderbedarf:
Lernen + LRS
1. Lernabschnitt: Ideensammlung/Reaktivieren von Wissen
Schülerin/Schüler A
Schülerin/Schüler B
Schülerin/Schüler C
reaktiviert umfangreich Redemit-
tel, indem sie/er sich neue Wörter
sinnentsprechend aus Wörterbuch
und vom Lernposter sucht
ordnet sie sinnentsprechend richtig
zu
kann eine Skizze in dem Mindmap
inhaltlich richtig und gut gestalte-
risch anfertigen
arbeitet selbstständig
Bewertung:
verbal (super job)
Teilnote: 1
reaktiviert mit Unterstützung we-
nige Redemittel und verwendet nur
diese (Abschreiben)
benötigt Hilfe beim Zuordnen
kann ihren/seinen Geburtstag
nur mit Unterstützung englisch
mitteilen
kann die Monatsnamen nur mit
Hilfe zuordnen
Bezeichnungen englischer Tradi-
tionen und Feste (erhält sie/er auf
Wortkarten vom Lehrer)
Bewertung:
verbal (you need help)
Teilnote: 3
benötigt beim Erfassen und Umset-
zen umfangreiche Hilfe
schreibt einige Redemittel von der
Vorlage ab
kann sie nur mit Hilfe zuordnen
kann ihren/seinen Geburtstag nicht
englisch mitteilen
Aufsuchen von Wörtern im Wörter-
buch gelingt nicht
Bewertung:
verbal (Du hast dir Mühe gegeben.
Übe weiter.)
keine Note

50 | Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung
2. Lernabschnitt: Erstellen des Mindmaps
Schülerin/Schüler A
Schülerin/Schüler B
Schülerin/Schüler C
strukturiert ihre/seine Informationen
fügt cliparts sinnentsprechend ein
kann um Hilfe bitten und diese
selbstständig umsetzen
Bewertung:
verbal (you did a good job, need some
help)
Teilnote: 2
kann nur zu einigen Jahreszeiten
passendes Wortmaterial finden und
eine entsprechende Tätigkeit oder
Wettermerkmal zuordnen
kann Hilfen nur teilweise umsetzen
Bewertung:
verbal (you need help, you have
problems)
Teilnote: 4
benötigt beim Erstellen viel Hilfe
Strukturierungshilfe notwendig
Das Erstellen des Mindmaps
gestaltet sich für die Schülerin/den
Schüler zeitintensiv und mühsam.
Bewertung:
verbal (Du hast dir Mühe gegeben.
Übe weiter.)
keine Note
3. Lernabschnitt: Präsentation der Arbeitsergebnisse
Schülerin/Schüler A
Schülerin/Schüler B
Schülerin/Schüler C
spricht in kurzen englischen Sätzen
zum Thema
Bewertung:
verbal (super job)
Teilnote: 1
Gesamtnote:
1
Bewertung des Mindmaps durch
Mitschülerinnen und Mitschüler
smiley
A
kann einige englische Wörter vorle-
sen und übersetzen
Bewertung:
verbal (you need help)
Teilnote: 3
Gesamtnote:
3
(Schülerin/Schüler erhält einen Bonus
für ihre/seine Anstrengungsbereit-
schaft)
Bewertung des Mindmaps durch
Mitschülerinnen und Mitschüler
smiley
A
kann englische Wörter nicht vor-
lesen
Nachsprechen englischer Wörter
erschwert
Bewertung:
Präsentation: ohne Bewertung
Gesamtnote:
Die Leistung der
Schülerin/des Schülers wird verbal
eingeschätzt, aber
nicht benotet
1
.
Bewertung des Mindmaps durch
Mitschülerinnen und Mitschüler
smiley
A
5 Reflexion
Voraussetzung für das Gelingen der Unterrichtssequenz
Vertrauensvoller Umgang miteinander
Subjektives Erfolgserlebnis des Einzelnen ist Maßstab des
Unterrichts
Kleinschrittiges Arbeiten
Wiederholtes Aufgreifen und Verwenden der Redemittel
Situationsgebundene Einsprachigkeit
Konsequente Nutzung bildhafter Darstellung (z. B. Lern-
poster, Wortbildkarten)
Nutzung von Lernpatenschaften bei die Erstellung des
Mindmaps
Nutzung der Medienkompetenz
Differenzierte Hilfen (z. B. Struktur des Mindmaps vorgeben)
Schülerinnen und Schüler erhalten in unterschiedlichen
Lernabschnitten eine Rückmeldung durch den Lehrer
Anstrengungsbereitschaft wird als persönlicher Bonus
für leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler ein-
gesetzt
Alle Mindmaps erfahren Wertschätzung der Gruppe
Technische Voraussetzungen (Internet/Computerarbeits-
platz) sind gesichert
1
Es sollte im Einzelfall verantwortungsvoll geprüft werden, ob aufgrund der Art und Ausprägung des sonderpädagogischen Förderbedarfs auf eine Benotung der Leistungen im Fach
Englisch verzichtet werden kann. Die Entscheidung trifft der Schulleiter nach Anhörung der Klassenkonferenz
(OFS).

Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung | 51
6 Literatur
(1) Berliner Institut für Lehrerfort- und -weiterbildung und
Schulentwicklung: Fremde Sprachen lernen. Grund-
schule Konkret Nr.14. Berlin 1996
(2) Comenius-Institut: Leistungsbeschreibung der Schule
zur Lernförderung. Radebeul 2005
(3) Comenius-Institut: Positionen zur Leistungsermittlung
und Leistungsbewertung. Radebeul 2005
(4) Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan
Schule zur Lernförderung. Sachsen 2005, überarbeitet
2010
(5) Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Handlungs-
orientierung für den Umgang mit Schülern mit Lese-
Rechschreib-Schwäche (LRS). Sachsen 2006
(6) Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für
Kultus über Förderschulen im Freistaat Sachsen (Schul-
ordnung Förderschulen – SOFS)1 vom 03. August 2004
Rechtsbereinigt mit Stand vom 01. August 2006
(7) Verwaltungsvorschrift des Sächsischen Staatsminis-
teriums für Kultus zur Förderung von Schülern mit
Lese- Rechtschreib-Schwäche (VwV LRS-Förderung)
Vom 29. Juni 2006, Rechtsbereinigt mit Stand vom
06. Juni 2008

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52 | Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung
7
Anlagen: Schülerbeispiele Mindmap
Anlage
Schülerbeispiele Mindmap
Schülerin/Schüler A

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Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung | 53
Schülerin/Schüler B

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54 | Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung
Schülerin/Schüler C

Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung | 55
Den eigenen Lernweg erkennen
Arbeit mit dem Portfolio – Biologie – Klassenstufe 7
1
Vorüberlegungen zum Einsatz von Portfolios im
Unterricht
Durch den Einsatz von Portfolios im Unterricht werden die
Schülerinnen und Schüler angehalten, ihr Lernen in eigener
Verantwortung zu gestalten und ihre Lernleistungen selbst
zu beurteilen. Dies trägt in einem besonderem Maße dazu
bei, die Schülerinnen und Schüler aktiv und selbstbestimmt
in den Unterricht einzubeziehen, indem diese zum Beispiel
ihre Portfolio-Mappen selbst herstellen und gestalten,
in die Bewertung mit einbezogen werden
oder die Arbeitsergebnisse selbst auswählen.
Portfolios unterstützen besonders die Aneignung von
Lern-
und Arbeitstechniken
. Dadurch können Erkenntnisprozesse
für die Schülerinnen und Schüler nachvollziehbar dargestellt
werden. Sie erkennen, dass sie durch das Sammeln von Wis-
sen aus verschiedenen Medien, durch eigene praktische Tä-
tigkeit (z. B. Versuche oder Beobachtungen) oder durch geis-
tige Operationen (z. B. Vergleichen und Zusammenfassen) in
der Lage sind, Erkenntnisse zu gewinnen.
Das Portfolio bietet zahlreiche Möglichkeiten, die
Kommu-
nikationsfähigkeiten
der Schülerinnen und Schüler zu ent-
wickeln und zu verbessern. Besondere Ressourcen liegen
in der Entwicklung der Selbstreflexion,
im Dialog mit der Lehrkraft, welche den Lernprozess initi-
iert und moderiert
und im Dialog mit den Eltern, die in diesen Prozess einbe-
zogen werden und Feedbacks und Anregungen zum Wei-
terlernen geben können.
Inhalte des Portfolios sind Gegenstand eines ständigen Aus-
tausches, an dem die Schülerinnen und Schüler aktiv betei-
ligt sind. Dadurch werden Impulse für die Fortführung des
Lernprozesses gesetzt.
Die Arbeit mit dem Portfolio ist für die Schülerinnen und
Schüler eine sehr
anspruchsvolle Aufgabe
. Sie stellt hohe
Anforderungen an eine selbstständige Arbeitsweise, aber
auch an Ausdauer und Disziplin. Deshalb ist es wichtig,
die Schülerinnen und Schüler schrittweise mit steigenden
Anforderungen an die Arbeit mit dem Portfolio heranzu-
führen,
darauf aufbauend die nächsten Schritte festzulegen
und durch Reflexion während des Arbeitsprozesses immer
wieder den erreichten Stand bewusst werden zu lassen.
In der Arbeit mit dem Portfolio zeigen sich folgende
Vorteile
:
Die Schülerinnen und Schüler werden stärker motiviert,
sich mit dem Lerninhalt auseinanderzusetzen.
Die Schülerinnen und Schüler reflektieren ihren Lernpro-
zess.
Die Kommunikation mit den Eltern über das Lernen ihrer
Kinder wird erleichtert.
Portfolioarbeit bereitet Lebenslanges Lernen vor.
Die Leistungen bei der Erstellung eines Portfolios werden in
der Regel
nicht benotet
. Die Schülerinnen und Schüler er-
fahren jedoch während des gesamten Prozesses eine wert-
schätzende und kritische Selbst- und Fremdeinschätzung.
2 Leistungskomponenten
fachlich-inhaltliche Leistungen
benennen den wesentlichen Aufbau der Atmungsorgane
beschreiben wichtige Leistungen der Atmungsorgane
beurteilen Verhaltensweisen (z. B. Rauchen, Sucht) hinsichtlich ihrer
Auswirkungen auf die Atmungsorgane
beurteilen Verhaltensweisen des Menschen in der Natur
methodisch-strategische Leistungen
entnehmen Informationen aus Büchern und aus dem Internet
wählen Unterlagen für das Portfolio gezielt aus und ordnen sie Schwer-
punkten zu
beobachten ihre Lebensumwelt – unter ausgewählten Fragestellungen
sozial-kommunikative Leistungen
nehmen Hinweise von Mitschülerinnen und Mitschülern, Lehrkraft oder
Eltern auf
stellen Fragen
bitten um Hilfe
präsentieren ihre Arbeitsergebnisse
persönliche Leistungen
zeigen Ausdauer und Durchhaltevermögen beim Anlegen des Portfolios
arbeiten sauber und ordentlich
bringen kreative Ideen ein
finden eigene Lösungen bei Problemen/Fragen

56 | Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung
3
Vorgehensweise beim Einsatz des Portfolios
3.1 Einführung in die Arbeit mit dem Portfolio
Ziele
Inhalt
Förderspezifische Ziele
Leistungsermittlung/
Leistungsbewertung
Die Schülerinnen
und Schüler
kennen den
Begriff Portfolio.
Das Wort Portfolio wird an die Tafel
geschrieben.
Die Aussprache des Wortes wird
mit der Klasse und einzeln geübt.
Die Schreibung des Wortes wird
geübt.
Sprachförderung
Die Schülerinnen
und Schüler
lernen das
Arbeiten mit dem
Portfolio kennen.
Den Schülerinnen und Schülern
wird erklärt, dass ein Portfolio
eine Sammlung von Unterlagen
(Aufzeichnungen/Arbeitsblätter/
Kopien/Zeitungsausschnitte u. a.)
zum Lerngebiet ist.
Den Schülerinnen und Schülern
wird ein Beispielportfolio gezeigt.
Sie können es sich in Gruppen
ansehen. Sie werden aufgefordert
Fragen dazu zu stellen.
Arbeitsblatt 3
Die Funktionen dieser Arbeits-
blätter werden dargestellt. Die
Lehrkraft verweist darauf, dass
das gesamte Portfolio schrittweise
während des Unterrichts genutzt
und vordem noch einmal erklärt
wird.
Wahrnehmungsförderung
Hinweis:
Eine vollständige Darstel-
lung des Portfolios würde
das Auffassungsvermögen
der Schülerinnen und Schü-
ler überfordern, deshalb
erfolgt eine Auswahl.
Die Schülerinnen
und Schüler
lernen die Be-
wertungsformen
kennen.
Den Schülerinnen und Schülern
wird der Bewertungsmaßstab
erklärt. Sie lernen die Bewertungs-
symbole kennen.
Den Schülerinnen und Schülern
wird erläutert, dass sie selbst und
ihre Mitschülerinnen und Mit-
schüler an der Bewertung beteiligt
sind.
Die Schülerinnen und Schüler
erfahren, dass auch die Eltern um
eine Einschätzung zum Portfolio
gebeten werden, diese jedoch
nicht mit in die Notenbewertung
einfließt.
Arbeitsblatt 10
Hinweis:
Portfolio i. d. R. ohne
Notenbewertung
Bewertungssymbole:
Sehr gute Leistung
A
Gute Leistung
A
Befriedigende Leistung
F

Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung | 57
3.2 Arbeit mit dem Portfolio
Ziele
Inhalt
Förderspezifische Ziele
Leistungsermittlung/
Leistungsbewertung
Die Schülerinnen
und Schüler
setzen sich mit
ihrem Vorwissen
auseinander.
Die Lehrkraft informiert die
Schülerinnen und Schüler über die
Inhalte des Lerngebietes.
Arbeitsblatt 2
Im Unterrichtsgespräch klärt er mit
den Schülerinnen und Schülern den
aktuellen Wissenstand. Bewusst
wird der Bezug zu anderen
Unterrichtsfächern (Chemie,
Physik) gewählt. Jede Schülerin
und jeder Schüler füllt Punkt 1 auf
dem Arbeitsblatt 3 aus.
Arbeitsblatt 3/Punkt 1
Förderung:
Gedächtnisleistungen
Transferleistungen
Die Schülerinnen
und Schüler
bestimmen ihr
persönliches
Lernziel.
Aus dem Vergleich zwischen den
Lernzielen und dem vorhandenen
Wissen werden die persönlichen
Lernziele abgeleitet.
Arbeitsblatt 3/Punkt 2
Die Schülerinnen und Schüler
werden aufgefordert, das Deckblatt
selbst zu gestalten. Sie haben dafür
bis zum Abschluss des Lern-
bereiches Zeit.
Arbeitsblatt 1
Förderung kognitiver
Fähigkeiten
Anknüpfen an Stärken der
Schülerinnen und Schüler
(z. B. PC-Kenntnisse,
Hobbys, Zeichentalent)
Differenzierung:
Zeitliche Orientierungshilfe
geben
(z. B. Arbeitsblatt 4 oder
Hausaufgabenheft)
Individuelle Lerngespräche
Bemerkung:
Arbeitsblatt 4 gibt
Schülerinnen und Schülern
Unterstützung beim Zeit-
management.
Die Schülerinnen
und Schüler
sammeln
Materialien für
ihr Portfolio.
Die Schülerinnen und Schüler
sammeln Materialien (Aufzeich-
nungen aus dem Unterricht, Fotos,
Zeitungsausschnitte, ...).
Die Schülerinnen und Schüler
entscheiden selbstständig oder
mit Hilfe, welche Materialien ins
Portfolio kommen.
Die Schülerinnen und Schüler
erhalten die Möglichkeit, ihren
Lernprozess zu dokumentieren
bzw. nachzuweisen, mit welchem
Engagement sie sich den Aufgaben
gestellt haben.
Arbeitsblatt 4
Förderung:
Durchhaltevermögen
Urteils- und Kritikfähig-
keit
Eigensteuerung
Sichtung des Portfolios
in geeigneten Abständen
(Lehrkraft)
Individuelle Lerngespräche

58 | Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung
Ziele
Inhalt
Förderspezifische Ziele
Leistungsermittlung/
Leistungsbewertung
Die Schülerinnen
und Schüler
lernen, sich und
andere zu bewer-
ten.
Die Auswertung der Teilergebnisse
erfolgt im persönlichen Gespräch
der Lehrkraft mit den Schülerinnen
und Schülern bzw. der Lerngruppe
Arbeitsblatt 9
Sprachförderung
Förderung des sozial-
emotionalen Verhaltens
Rückmeldebogen
Individuelle Lerngespräche
Bemerkung:
Die Einschätzung sollte in
pädagogisch sinnvollen
Zeitabständen erfolgen.
Sie ist den Schülerinnen
und Schülern rechtzeitig
bekannt zu geben.
3.3 Abschluss der Arbeit mit dem Portfolio
Ziele
Inhalte
Förderspezifische Ziele
Leistungsermittlung/
Leistungsbewertung
Die Schülerinnen
und Schüler
lernen, sich und
andere zu bewer-
ten.
Die Schülerinnen
und Schüler
weisen ihre
Leistungen nach.
Die Schülerinnen und Schüler
schätzen ihr Portfolio ein.
Arbeitsblatt 5
Die Schülerinnen und Schüler
schätzen ihre im Lernbereich erwor-
benen fachlichen Kenntnisse ein.
Arbeitsblatt 8/9
Die Schülerinnen und Schüler
vergleichen ihre Ergebnisse mit dem
persönlichen Lernziel.
Arbeitsblatt 2/Punkt 2
Arbeitsblatt 6/Tabelle 2
Die Fachlehrerin/der Fachlehrer
überprüft erworbene fachliche und
methodisch-strategische Leistungen
durch mündliche Leistungs-
kontrolle/Klassenarbeit.
Förderung:
Gedächtnisleistung
Kritik- und Urteils-
fähigkeit
Einschätzungsbogen
Individuelle Lerngespräche
Klassenarbeit
Kurzarbeit
Bemerkung:
Die Schülerinnen und Schü-
ler dürfen für die Kontrollen
ihr Portfolio nutzen.
4
Erläuterungen zur Leistungsbewertung
Mit dem Rückmeldebogen erhielten die Schülerinnen und
Schüler während des gesamten Arbeitsprozess durch die
Lehrkraft oder Mitschülerinnen und Mitschüler regelmäßig
Rückmeldungen über ihre erbrachten Leistungen, verbunden
mit leistungsfördernden Hinweisen.
Nach Abschluss des Portfolio entschied sich die Lehrkraft im
vorgestellten Beispiel folgende Leistungen mit einer Note zu
bewerten, um damit die Lernanstrengung der Schülerinnen
und Schüler zu würdigen und antriebsarme Schülerinnen
und Schüler zum nachhaltigen Arbeiten anzuhalten.
1. Rückmeldebogen
21 Punkte
2. Einschätzungsbogen
2
12 Punkte
gesamt
33 Punkte
Die Bewertung erfolgt in 3 Stufen:
Stufe
Punktanzahl
Sehr gute Leistung
3 Punkte
Gute Leistung
2 Punkte
Befriedigende Leistung
1 Punkt
Bevor die fachlich-inhaltlichen Leistungen überprüft werden,
können die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Kompe-
tenzen einschätzen und an einzelnen Teilaufgaben weiter
arbeiten. Dieser Prozess muss dringend von der Lehrkraft be-
gleitet werden.
2
Die Ergebnisse vom Selbsteinschätzungsbogen fließen anteilig in die Notenbewertung ein. Den Schülerinnen und Schülern muss deutlich gemacht werden, dass Leistungen, die die
Lehrkraft nicht beobachten kann, nicht bewertet werden. Zum Beispiel: Ich habe mich zu Hause mit dem Thema beschäftigt. (Diese Leistungen wurden in der Tabelle grau unterlegt.) Die
Schülerinnen und Schüler wissen, dass bei gravierendenden Abweichungen zwischen Selbst- und Fremdeinschätzung Punkte abgezogen werden. Sie werden damit zu einer realistischen
Selbsteinschätzung angehalten.

Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung | 59
Andere Möglichkeiten, die Aneignung von Fachwissen bzw.
fachübergreifendem Wissen in der Portfolioarbeit für die
Schülerinnen und Schüler zu unterstützen, sind in Anlage
9/10 dargestellt.
Fachliche Leistungen und methodisch-strategische Leistun-
gen wurden im vorgestellten Beispiel durch mündliche Leis-
tungskontrollen und eine Klassenarbeit überprüft. Die Schü-
lerinnen und Schüler durften ihr Portfolio für die Lösung der
Aufgaben nutzen.
5 Reflexion
Die Frage, ob die Arbeit mit Portfolios an einer Schule zur
Lernförderung möglich und berechtigt ist, lässt sich nach
der praktischen Erprobung positiv beantworten. Sicher er-
fordert sie ein sehr differenziertes und zeitlich angemesse-
nes Vorgehen, aber sie birgt auch Möglichkeiten in sich, um
die Umsetzung förderpädagogische Ziele in vielen Bereichen
der Lernentwicklung zu fördern. Besonders im fachübergrei-
fenden/fächerverbindenden Unterricht erweist sich die Port-
folioarbeit als sehr nützlich.
Langfristig betrachtet können die Schülerinnen und Schüler
in die Arbeit mit dem Portfolio hineinwachsen und sich da-
durch selbst entwickeln. Die Lehrkraft wird am Beginn sehr
viel Unterstützung geben müssen. Mit wachsender Erfah-
rung werden die Schülerinnen und Schüler mehr Verantwor-
tung für ihre Arbeit übernehmen.
Die Rückmeldung durch die Eltern erwies sich als sehr wich-
tig. Leider erhielten nicht alle Schülerinnen und Schüler Un-
terstützung von ihren Familien. Diese Beobachtungen kön-
nen im Elterngespräch angesprochen werden um die Eltern
in ihrer Erziehungsverantwortung zu stärken.
Es sollte verantwortungsvoll geprüft werden, ob die Leistun-
gen der Schülerinnen und Schüler benotet werden. Vieles
spricht dafür, dass die Leistungsentwicklung dokumentiert
und kommuniziert, nicht aber benotet wird. Die Schülerinnen
und Schüler sollen im Portfolio ihre Lernfortschritte nach-
weisen. Dafür sind Lerngespräche notwendig und hilfreich.
Lernstandskontrollen (Leistungskontrollen/Klassenarbeiten)
ordnen sich für die Schülerinnen und Schüler in diesen Pro-
zess sinnvoll und nachvollziehbar ein.
Zum erfolgreichen Gelingen des Portfolios trägt die Gestal-
tung des Unterrichts genauso bei wie regelmäßige Abspra-
chen in Fachlehrerteams über die Ziele und Kriterien der
Leistungserhebung.
6 Literatur
(1) Brunner, I. (Hrsg.): Das Handbuch Portfolioarbeit. Seel-
ze-Velber 2006
(2) Brunner I., Schmidinger, E.: Leistungsbeurteilung in der
Praxis. Linz 2004
(3) Bostelmann, A. (Hrsg.): Das Portfolio-Konzept in der
Grundschule. Mühlheim a. d. R. 2006
(4) Comenius-Institut: Positionen zur Leistungsermittlung
und Leistungsbewertung. Radebeul 2005
(5) Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan
Schule zur Lernförderung. Sachsen 2005, überarbeitet
2010
(6) Werner, G.: Faire Noten mit Portfolioarbeit. Lichtenau
2006

60 | Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung
7
Anlagen: Portfolio
(Arbeitsblätter 1 – 10 und Schülerbeispiel)
Arbeitsblatt 1 – Deckblatt
Name:
Klasse:
Portfolio für den Unterricht im Fach Biologie
Lernbereich 2: Lebensgrundlagen Luft und Wasser
In diesem Kästchen sollst du das Deckblatt mit Bildern, Zeichnungen, Symbolen selbst
gestalten. Denke dabei daran, womit sich der Lernbereich beschäftigt.

Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung | 61
Inhaltsverzeichnis Portfolio
Seite Inhalt
S.
Deckblatt
S.
Inhaltsverzeichnis
S.
Was wollen wir lernen?
S.
Was will ich lernen?
S.
Meine Kommentare und Notizen
Meine Lernergebnisse
Entscheide selbst, welche Lernergebnisse du abheftest. Notiere die Seitenzahl und den Inhalt.
S.
S.
S.
S.
S.
S.
S.
S.
S.
S.
S.
S.
S.
S.
Mein persönlicher Einschätzungsbogen
S.
Das weiß ich schon.
S.
Rückmeldebogen (Lehrkraft/Mitschülerinnen und Mitschüler)
S.
Elternfragebogen

image
image
image
62 | Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung
Arbeitsblatt 2 - Was wollen wir lernen?
Unsere Fragestellung
Unsere Lerninhalte
Welche Bedeutung haben Luft und Wasser für die
Lebewesen?
Welche Bedeutung
haben Luft und Wasser
für die
Menschen?
Welche Bedeutung
haben Luft und Wasser
für die
Tiere?
Welche Bedeutung
haben Luft und Wasser
für die
Pflanzen?
Die Atmungsorgane
Aufbau
Atemvorgang
Gesundheitsfürsorge
Tiere und Pflanzen im und am Wasser
Anpassung an das Leben im und am Wasser
Körperformen, Fortbewegung und Atmung der Tiere
Anpassung der Pflanzen an den Lebensraum Wasser
© Smileus – Fotolia.com
© Pakhnyushchyy – Fotolia.com
© DenisNata – Fotolia.com

Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung | 63
Arbeitsblatt 3 - Was will ich lernen?
(Schülerinnen und Schüler)
1. Schreibe auf, was du bereits über das Thema weißt.
Denke dabei auch an den Unterricht in anderen Fächern.
2. Schreibe auf, was du noch lernen willst. Berate dich dazu
auch mit deiner Lehrkraft:
Datum
Unterschrift

64 | Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung
Arbeitsblatt 4 - Kommentare und Notizen
(Schülerinnen und Schüler)
Meine Kommentare und Notizen
Datum
Was ist mir aufge-
fallen?
Was muss ich noch
tun?
Bis wann will
ich das
erledigen?
Wer kann mir
dabei helfen?

Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung | 65
Arbeitsblatt 5 - Einschätzungsbogen
(Schülerinnen und Schüler)
Mein Portfolio
Name:
Datum:
Fülle den Bogen ehrlich aus!
Ich habe das Deckblatt gestaltet.
Ich habe meine Mappe sauber und ordentlich geführt.
Ich habe mich auch zu Hause mit dem Thema beschäftigt.
Ich habe zusätzliches Material in meine Mappe eingeheftet.
Ich habe selbstständig gearbeitet.
Geholfen hat mir besonders: ________________________
Ich habe den Zeitplan eingehalten.
Ich habe regelmäßig mit meiner Lehrkraft gesprochen.
Ich habe meine Checkliste regelmäßig kontrolliert.
wird nicht bewertet.
Bewertung:
Sehr gute Leistung
3 Punkte
Gute Leistung
2 Punkte
Befriedigende Leistung
1 Punkt

66 | Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung
Arbeitsblatt 6 - Selbsteinschätzungsbogen
(Schülerinnen und Schüler)
Das weiß ich schon!
Name:
Datum:
Meine Lernziele
Ja
Unsicher
Nein
1. Ich kann die Atmungsorgane zeigen und benennen.
2. Ich kann den Atemvorgang beschreiben.
3. Ich kann erklären, welche Bedeutung Luft für belebte Natur
hat.
4. Ich weiß, welchen Teil der Luft alle Lebewesen zum Leben
brauchen.
5. Ich kann erklären, welche Auswirkungen das Rauchen auf
die Atmungsorgane hat.
6. Ich kann aufzählen/erklären, was ich für den Schutz der Luft
tun kann.
7. Ich kann erklären, welche Bedeutung Wasser für die belebte
Natur hat.
8. Ich kann aufzählen/erklären, was ich für den Schutz des
Wassers tun kann.
9. Ich kann Beispiele für die Verschmutzung von Luft und
Wasser nennen.
10. Ich kann in meinem Portfolio ein Beispiel für die Schönheit
des Lebensraumes Wasser zeigen.
Ja
Unsicher
Nein
Ich habe mein Lernziel erreicht
Meine Gedanken zu meinem Ergebnis:

Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung | 67
Arbeitsblatt 7 - Selbsteinschätzungsbogen
(Schülerinnen und Schüler)
Meine Checkliste für den Lernbereich „Luft “
Name:
Diese fachlichen Ziele sind gültig für das .... Halbjahr
Nr.
Meine Ziele
Erreicht
am:
Ich bin auf
dem Weg.
Kommentar und
Unterschrift der
Lehrkraft
1. Ich kann die Atmungsorgane am Modell
zeigen und benennen.
2. Ich kann den Atemvorgang beschreiben.
3. Ich kann erklären, welche Auswirkung das
Rauchen auf die Atmungsorgane hat.
4. Ich kann erklären, welche Bedeutung der
Sauerstoff für die Lebewesen hat.
5. Ich kann die Bestandteile der Luft be-
nennen.
6. Ich kann 3 Eigenschaften von Sauerstoff
aufzählen.
7. Ich kann beschreiben, wie Sauerstoff nach-
gewiesen wird.
8. Ich habe das „Kerzenexperiment“ selbst-
ständig durchgeführt.
9. Ich kann beschreiben, warum die Kerze
verlöscht.
10. Ich habe Beispiele für die Nutzung des
Luftdruckes gefunden.
11. Ich kann aufzählen, was ich für den Schutz
der Luft tun kann.
12. Ich habe ein Poster zur Luftverschmutzung
hergestellt.

68 | Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung
Arbeitsblatt 8 – Selbsteinschätzungsbogen
(Schülerinnen und Schüler)
Meine Checkliste für den Lernbereich „Wasser“
Name:
Diese fachlichen Ziele sind gültig für das .....Halbjahr
Nr. Meine Ziele
Erreicht am: Ich bin auf
dem Weg.
Kommentar und
Unterschrift der
Lehrkraft
1. Ich kann erklären, welche Bedeutung
Wasser für die belebte Natur hat.
2. Ich habe Beispiele für die Schönheit des
Lebensraumes Wasser gefunden.
3. Ich kann Fische richtig bestimmen.
4. Ich habe eine Wasserpflanze genauer
untersucht. (Steckbrief)
5. Ich kann zeigen, wie Wasserpflanzen an
den Lebensraum Wasser angepasst sind.
6. Ich kann aufzählen, was ich für den Schutz
des Wassers tun kann.
7. Ich habe Beispiele für die Verschmutzung
des Wassers gefunden.

Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung | 69
Arbeitsblatt 9
Rückmeldebogen
(für Schülerinnen und Schüler und Lehrkraft)
Bereich
Sehr gute
Leistung
Gute Leistung
Befriedigende
Leistung
EINSCHÄTZUNG
durch
Mitschülerinnen/
Mitschüler/
Lehrkraft
BEWERTUNG
durch die
Lehrkraft
Deckblatt
besonders
einfallsreich
einfallsreich
wenig einfalls-
reich
Datum:
Hinweis:
Datum:
Punkte:
Gestaltung
der Mappe
besonders
sauber
überwiegend
sauber
unsauber Datum:
Hinweis:
Datum:
Punkte:
sehr über-
sichtlich
übersichtlich unübersichtlich Datum:
Hinweis:
Material-
sammlung
viele zusätz-
liche
Materialien
wurden
gesammelt
3 zusätzliche
Materialien
wurden
gesammelt
1 - 2 zusätz-
liche Materi-
alien wurden
gesammelt.
Datum:
Hinweis:
Datum:
Punkte:
Übersicht-
lichkeit
Die Materialen
wurden
selbstständig
geordnet.
Die Materialen
wurden mit
Hilfe geordnet.
Die Materialien
wurden nicht
geordnet.
Datum:
Hinweis:
Datum:
Punkte:
Vollständig-
keit
Die Mappe ist
vollständig.
Die Mappe ist
fast vollständig.
Die Mappe ist
unvollständig.
Datum:
Hinweis:
Datum:
Punkte:
Zusammen-
arbeit
sucht von sich
aus die Unter-
stützung durch
Unterstützung
Mitschülerinnen/ durch
Mitschüler
Lehrkraft
sucht nach Auf-
forderung die
Mitschülerinnen/
Mitschüler
Lehrkraft
nimmt keine
Unterstützung
an
Datum:
Hinweis:
Datum:
Punkte:
Bewertung:
Sehr gute Leistung
3 Punkte
Gute Leistung
2 Punkte
Befriedigende Leistung
1 Punkt

70 | Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung
Arbeitsblatt 10 - Elternfragebogen
Liebe Eltern,
wir haben
im Biologieunterricht
ein
Portfolio
zum
Thema „Lebensgrundlagen
Luft und Wasser“
angelegt.
Durch das Lesen dieser Mappe können Sie sehen, was Ihr Sohn/Ihre Tochter im
Unterricht gelernt und mit welcher Sorgfalt er/sie das Portfolio geführt und gestaltet
hat.
Ich bitte Sie um eine kurze Einschätzung des Portfolios Ihres Sohnes/Ihrer
Tochter
......................................................
bis zum
......................................
20
.........
Einschätzung der Eltern:
Bereich
JA NEIN
Wir haben uns das Portfolio gemeinsam angesehen.
Das Portfolio ist gut gestaltet.
Das Schriftbild ist sauber und lesbar.
Ich/wir konnte/konnten unserem Sohn/unserer Tochter helfen.
Datum
Unterschrift der Eltern
Ich danke Ihnen herzlich für Ihre Bemühungen. Ich werde gemeinsam mit Ihrem
Sohn/Ihrer Tochter diese Einschätzung auswerten.
_______________________
Fachlehrer/Fachlehrerin

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Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung | 71
Schülerbeispiel
Schülerbeispiel

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72 | Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung

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Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung | 73

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74 | Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung

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Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung | 75

image
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76 | Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung

Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung | 77
Lernprozesse erfolgreich gestalten und individuell bewerten
Deutsch – Klassenstufe 8/9
1 Vorüberlegungen
Mit dem Übergang in berufliche Herausforderungen müssen
Lernförderschülerinnen und -schüler umfassendere Aufga-
ben bewältigen und Ziele über einen längeren Zeitraum ver-
folgen. Das vorliegende Beispiel zeigt exemplarisch wie ein
solch langfristiger Lernprozess für Schülerinnen und Schüler
mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen erfolgreich ge-
führt werden kann.
Das Fach Deutsch leistet durch die Ausbildung sprachlicher
Fähigkeiten einen wesentlichen Beitrag zur Vorbereitung der
Schülerinnen und Schüler auf die Bewältigung lebensprak-
tischer Anforderungen sowie zur allgemeinen Bildung, der
durch die spezifischen Förderbedürfnisse der Schülerinnen
und Schüler im Lernen, in der Sprachentwicklung und im
Sozialverhalten geprägt wird. In der Sekundarstufe sind die
sprachlichen Fähigkeiten soweit zu sichern, dass sich münd-
liches und schriftliches Sprachhandeln sowie Lesekompetenz
weiter entwickeln können (vgl. Lehrplan Schule zur Lernför-
derung 2005, 2010, Fach Deutsch, S. 2).
In der Klassenstufe 8/9 sollen die Schülerinnen und Schü-
ler ihr Wissen bei der Gestaltung von Texten anwenden. Am
Ende der Klassenstufe 9 sollen sie u. a. in der Lage sein,
1. zuhörerbezogen und situationsangemessen zu sprechen,
2. Aussagen zu begründen und Zusammenhänge herzustel-
len sowie
3. selbstständig und zielgerichtet Informationen aus Medien
auszuwählen.
Diese Ziele bilden die Grundlage für die zu erbringenden
Leistungen und die hier vorgestellten Formen ihrer Er-
mittlung und Bewertung. Konkretisiert sind die genannten
Ziele im Lernbereich „Leben in einer Gemeinschaft“. Den
Sprechanlass für die Schülerinnen und Schüler bildet im
vorliegenden Beispiel die Aufgabe, eine
Präsentation
zu
einem Thema aus ihrem Interessengebiet (z. B. Jugend-
feuerwehr, Modellbau) zu gestalten. Im Rahmen einer
schulischen Veranstaltung sollen die Mitschülerinnen und
Mitschüler, Eltern oder auch die Lehrkräfte Wissenswertes
über den ausgewählten Bereich erfahren. Das Interesse der
Zuhörer an der vorgestellten Beschäftigung soll geweckt
werden.
Bei der Erstellung der Präsentation kommt es vor allem da-
rauf an, dass die Schülerinnen und Schüler verschiedene
Arbeitstechniken anwenden und bei ihrer Darbietung spre-
cherische Mittel wie Gestik, Mimik und Intonation gezielt
einsetzen.
Zur Leistungsermittlung und Leistungsbewertung werden
vor allem
Beobachtungsbogen
und
Rückmeldebogen
ein-
gesetzt. Das kontinuierliche
Lerngespräch
bietet die Chan-
ce zur lern- und entwicklungsstandsorientierten Förderung
und individuellen Unterstützung. Die Schülerinnen und
Schüler werden ermutigt, ihre Arbeitsschritte unter Anlei-
tung zu reflektieren, sich Teilziele zu erarbeiten und notwen-
dige Unterstützung einzuholen.
Das Beispiel zeigt Ansätze für fachübergreifendes Arbeiten
und wie bedeutsam die Verbindung von
prozess- und er-
gebnisorientierter Bewertung
für die individuelle Einschät-
zung der Leistung ist.
2 Leistungskomponenten
Sozial-kommunikative Leistungen sind im Fach Deutsch
schwerpunktmäßig Teil der fachlich-inhaltlichen Leistungen
zugeordnet. Um alle Leistungsspektren für den Leser deut-
lich hervorzuheben, werden sie im vorliegenden Beispiel ge-
trennt aufgeführt.
fachlich-inhaltliche Leistungen
geben Informationen sachbezogen und geordnet wieder
wenden Wissen bei der Gestaltung von Texten für sich und andere
(Sprechen, Schreiben) an
berichten von Aktivitäten aus dem Freizeitbereich/Interessenbereich
schreiben eine Einladung
präsentieren Arbeitsergebnisse
sozial-kommunikative Leistungen
sprechen zuhörerbezogen und situationsangemessen (Mimik, Gestik,
Intonation)
reagieren auf Fragen angemessen
begründen Aussagen und erklären Zusammenhänge
drücken persönliche Interessen/Neigungen aus
methodisch-strategische Leistungen
nutzen verschiedener Formen der Informationsbeschaffung
wählen für sich bedeutsame Angaben aus
systematisieren Materialien und Informationen
gliedern einen Vortrag
strukturieren eine langfristige Aufgabe zeitlich (mit Hilfe)
wenden verschiedene Arbeitstechniken an (z. B. Mindmap,
Stichwortzettel,
Plakatgestaltung)

78 | Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung
persönliche Leistungen
entwickeln Begeisterung für das Interessengebiet
entwickeln Anstrengungsbereitschaft
geben Gedanken und Gefühle wieder
begeistern Mitschülerinnen und Mitschüler für ein Interessengebiet
nehmen Hinweise von Lehrkraft/Mitschülerinnen und Mitschülern auf
gehen selbstkritisch mit der eigenen Leistung um
setzen sich mit Erfolg und Enttäuschung auseinander
3 Durchführung
Zeit
Ziele
Inhalt
Was? Wie?
Leistungsermittlung
Leistungsbewertung
1
Hinweise zur individuellen
Förderung/Differenzierung
Jan.
Schülerinnen
und Schüler
kennen das Ziel
der Unter-
richtseinheit
Lehrerin/Lehrer stellt die Unter-
richtseinheit vor
zeitlicher Rahmen
Bewertungskriterien
Umfang und Art der Präsen-
tation
Teilziele werden vereinbart
Lehrer informiert Eltern
Elternbrief
Mindmap muss als Me-
thode bekannt sein
Entscheidungshilfen geben
(Welches Thema wähle ich?)
Ordnungskriterien gemein-
sam erarbeiten (Schülerbei-
spiele Anlage 7/8)
Individuelle Hilfe bei der
zeitlichen Planung (einige
Schülerinnen und Schüler
durchgängig)
Checkliste
(Anlage 1)
Febr.
Schülerinnen
und Schüler
strukturieren
ihr Interessen-
gebiet
Brainstorming
Schülerinnen und Schüler
strukturieren mit Hilfe eines
Mindmap die Ideen zu ihrem
Interessengebiet
Assoziationen/Ideensamm-
lung
inhaltliche Schwerpunkte
setzen
Ideen zuordnen
(Schülerbeispiele Anlage 8)
Schülerinnen und Schüler
gestalten ein Mindmap und
sprechen darüber
„Mind-
map-Galerie“ im Klassenzimmer
Mindmap kann bewer-
tet werden
Beobachtungsbogen
(Anlage 5)
Es können auch andere asso-
ziative Verfahren/Strukturie-
rungshilfen angewandt werden.
(siehe Schülerbeispiele Anlage
7/8)
Checkliste
(Anlage 1)
März
Schülerinnen
und Schüler
systematisieren
Materialien und
Informationen
Material/Informationen sam-
meln und ordnen
Schülerinnen und Schüler
suchen sich „Unterstützer“
Vereinbarung (Anlage 2)
Beobachtungsbogen
(Anlage 5)
Einsatz von Experten durch
Lehrkraft „vermitteln“
Vereinbarung einer Unter-
stützung (Anlage 2)
Checkliste
(Anlage 1)
April
Schülerinnen
und Schüler
gliedern ihren
Vortrag
Individuelles Beratungsgespräch
(Lehrer/Schülerinnen und
Schüler/Schülergruppe) zur
Gliederung des Vortrages
Lerngespräch
(Anlage 3)
Beobachtungsbogen
(Anlage 5)
Checkliste
(Anlage 1)
Schülerinnen
und Schüler er-
arbeiten einen
überzeugenden
Einstieg ins
Thema
Schülerinnen und Schüler
erarbeiten ihren Einstieg ins
Thema (sprachlich, gestalterisch)
Präsentation der „Einstiege“
(Gruppenarbeit/frontal)
Schülerinnen und Schüler
erhalten von Mitschülerinnen
und Mitschülern oder Lehrkraft
Hinweise zur Überarbeitung des
Einstiegs
evtl.
Rückmeldebogen
(Anlage 4)
Lerngespräch
(Anlage 3)
Checkliste
(Anlage 1)

Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung | 79
Zeit
Ziele
Inhalt
Was? Wie?
Leistungsermittlung
Leistungsbewertung
1
Hinweise zur individuellen
Förderung/Differenzierung
Mai
Schülerinnen
und Schüler
verknüpfen das
Anschauungs-
material mit
den Schwer-
punkten des
Vortrages
Im Unterrichtsgespräch werden
Möglichkeiten der Verknüpfung
(Vortrag – Anschauungsmate-
rial) besprochen
Schülerinnen und Schüler tref-
fen eine Entscheidung über die
notwendigen Orientierungshil-
fen für die Präsentation, z. B.
Abschnitte des Vortrages auf
Karteikarte + Vermerk über
Einsatz Anschauungsmittel/
Mindmap/Stichwortzettel
Schülerinnen und Schüler
vervollständigen das Material
und erstellen ggf. computer-
gestützte Präsentations-
programme
KUNST/INFO
Beobachtungsbogen
(Anlage 5)
Individuelle Unterstützung
Zuordnen
Material vervollständigen
Orientierungshilfen erstellen
Checkliste
(Anlage 1)
Juni
Schülerinnen
und Schüler
bereiten die
Präsentation
vor
Schülerinnen und Schüler nut-
zen „Zwischenpräsentation“ in
Kleingruppen (3–5 Schülerin-
nen und Schüler) zur Vorbe-
reitung und Überarbeitung der
Präsentation
Schüler hören aktiv zu und
geben/erhalten
Rückmeldung
zur Überzeugungskraft der
Präsentation
Schülerinnen und Schüler
laden Eltern/Experten/Mit-
schülerinnen und Mitschüler
zur Präsentation ein
Rückmeldebogen
(Anlage 4)
Lerngespräch
(Anlage 3)
Beobachtungsbogen
(Anlage 5)
Einladung wird bewer-
tet. Note fließt nicht in
die Gesamtnote ein.
Leistungsschwache Schülerin-
nen und Schüler „trainieren“
mit Hilfe einer schriftlichen
Vorbereitung (Einleitung frei
sprechen üben)
Häusliche Übung anregen
In der Trainingsphase sollten
„Unterstützer“ einbezogen
werden
Checkliste
(Anlage 1)
Schülerinnen
und Schüler
präsentieren
ihr Arbeits-
ergebnis
Schülerinnen und Schüler
präsentieren ihre Arbeits-
ergebnisse im Rahmen einer
Schulveranstaltung
Beobachtungsbogen
(Anlage 5 und 6)
Jede Schülerin und
jeder Schüler erhält
eine
Urkunde
.
(Anlage 7)
Differenzierung:
(leistungsschwächere Schüle-
rinnen und Schüler)
Einleitung: frei sprechen
Hauptteil: ausdrucksstark
vorlesen
4
Vorschläge zur Bewertung
Die von den Schülerinnen und Schülern zu erbringenden
Leistungen umfassen alle Leistungskomponenten. Es werden
mündliche, schriftliche und praktische Leistungsanteile ab-
gefordert. Der Grad der Selbstständigkeit ist verhältnismäßig
hoch. Da die Schülerinnen und Schüler erst am Ende einer
umfassenden Lernsequenz eine Leistungsbewertung erhalten,
kommt dem Lerngespräch eine besondere Bedeutung zu. Das
Lerngespräch
dient vor allem der individuellen Lernerfolgs-
kontrolle und Beratung und soll die kritische Auseinanderset-
zung mit den Arbeitsergebnissen voranbringen. Dieser Prozess
muss von der Lehrkraft begleitet werden. Die angefügten Ge-
sprächshinweise (Anlage 3) können als Orientierung dienen.
Die Lehrkraft/Das Lehrerteam entscheidet im Vorfeld, wie sich
die Bewertung in der konkreten Situation zusammensetzt
und informiert Schülerinnen und Schüler sowie Eltern über
die Bewertungskriterien. Die 2. Teilnote wird doppelt gewich-
tet, um die Präsentationsleistung besonders hervorzuheben.
1. Beobachtungsbogen
(Anlage 5)
42 Punkte
Teilnote 1
2. Beobachtungsbogen Präsentation (Anlage 6)
33 Punkte
Teilnote 2
(doppelte Wichtung)
1
Die Formen der Leistungsermittlung und Leistungsbewertung und die Kriterien der Bewertung müssen mit den Schülerinnen bzw. Schülern besprochen werden.

80 | Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung
Die
Gesamtnote
wird im Fach Deutsch eingetragen. Die
Schülerinnen und Schüler erhalten nach Abschluss der Prä-
sentation eine
Urkunde
(Anlage 7).
Einzelergebnisse
(z. B. Mindmap, Einladung, Plakat) können
als solche bewertet werden und sind im jeweiligen Fach ein-
zutragen.
5 Reflexion
Die farbige Orientierung („Ampel“) hilft den Schülerinnen
und Schülern den langen Arbeitszeitraum zu strukturieren:
Orientierung – Orientierung
Material/Vortrag zusammenstellen – Material/Vortrag zu-
sammenstellen
Übung – Übung
Präsentation.
Die Zeitschiene wird im Klassenzimmer ausgehängt. Die
Schülerinnen und Schüler erhalten mit der Checkliste (Anla-
ge 1) eine individuelle Orientierungshilfe. Der gesamte Lern-
prozess muss von der Lehrkraft/vom Lehrerteam strukturiert
und zielgerichtet begleitet werden.
Eine besondere Bedeutung kommt in diesem Beispiel der An-
wendung von Brainstorming-Methoden und des Mindmaps
(Lernen lernen) in der Orientierungsphase zu. Die Schülerin-
nen und Schüler haben ausreichend Zeit, ihre Ideen zu for-
mulieren und zu ordnen.
Erfolgreich erweist sich der Einsatz von „Unterstützern“.
Die Schülerinnen und Schüler lernen, sich geeignete Hilfe/
Unterstützung zu suchen und erfahren den Nutzen dieser
wesentlichen lebenspraktischen Kompetenz.
Je nach Lernausgangslage der Schülerinnen und Schüler ge-
stalten sich die notwendige pädagogische Begleitung und
die regelmäßigen Reflexionsphasen/Lerngespräche differen-
ziert. Schülerinnen und Schüler mit umfänglichen Proble-
men beim freien Sprechen können eine modifizierte Aufga-
benstellung erhalten.
Der konkrete zeitliche und organisatorische Rahmen muss
an der Schule vereinbart werden (z. B. Projektorientierter
Unterricht, Fächerverbindender Unterricht). Die angegebe-
nen Zeiten sind Richtwerte, die sich in der Erprobung be-
währt haben.
6 Literatur
(1) Becker, G.: Unterricht auswerten und beurteilen. Wein-
heim und Basel 2006
(2) Bohl, Th.: Prüfen und Bewerten im Offenen Unterricht.
Weinheim und Basel 2004
(3) Buschmann, R., Buhren, C.: QuiSS-Schülerkompetenzen.
Ergebnisse aus dem schleswig-holsteinischen Modell-
programm von QuiSS. Flensburg und Dortmund 2004
(4) Comenius-Institut : Positionen zur Leistungsermittlung
und Leistungsbewertung. Radebeul 2005
(5) Sacher, W.: Leistungen entwickeln, überprüfen und be-
urteilen. Bad Heilbrunn 2004
(6) Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan
Schule zur Lernförderung. Sachsen 2005, überarbeitet
2010

Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung | 81
7 Anlagen
Anlage 1
Checkliste
(für die Hand der Schülerin/des Schülers)
Die Checkliste soll der Schülerin/dem Schüler helfen, ihren/seinen Arbeitsablauf zu strukturieren. Sie
wird beim Lerngespräch mit der Lehrkraft besprochen. Sie fließt nicht in die Bewertung ein.
Name:
...................................................................................
Anlage 1
Checkliste
(für die Hand des Schülers)
Die Checkliste soll dem Schüler helfen, seinen Arbeitsablauf zu strukturieren. Sie wird beim
Lerngespräch mit dem Lehrer besprochen. Sie fließt nicht in die Bewertung ein.
Name:
Ich habe mich für ein Thema entschieden.
O
Meine Mitschüler kennen mein Thema
(Mindmap-Ausstellung im Klassenzimmer).
O
Ich habe Material gesammelt.
O
Ich habe das Material nach meinen Ideen geordnet.
O
Ich habe den Einstieg vorbereitet.
O
Ich habe meinen Einstieg vor der Gruppe präsentiert.
O
Ich habe meinen Einstieg überarbeitet.
O
Ich habe einen “Fahrplan“ für meinen Vortrag.
O
Ich habe mich von beraten lassen.
Ich habe mein Material vervollständigt.
O
Ich habe mein Material passend zum „Fahrplan“ geordnet.
O
Training am: .
Welche Tipps haben mir die anderen Schüler gegeben?
O deutlich sprechen
O Zuschauer ansehen (Spiegel nutzen)
O Vortrag üben
O .....................................................................................................
......................................................................................................
Training am: ...........................
Welche Tipps haben mir die anderen Schüler gegeben?
O deutlich sprechen
O Zuschauer ansehen (Spiegel nutzen)
O Vortrag üben
O .....................................................................................................
......................................................................................................

82 | Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung
Anlage 2
Vereinbarung einer Unterstützung
(für die Hand der Schülerin/des Schülers)
Die Schülerinnen und Schüler werden angeregt sich geeignete Unterstützung für die Erarbeitung
ihrer Präsentation zu suchen (z. B. Leiter AG, Fachlehrkraft, Eltern, Freunde, Bibliothek).
Liebe(r)
ich möchte eine
Präsentation
vorbereiten.
Thema
..........
..........
Vereinbarung zur Unterstützung
O Material sammeln
O Rechtschreibung prüfen
O Material ordnen
O Kopieren von .................................
O Plakat anfertigen
O Präsentation üben
O ....................................................................................................................
O ....................................................................................................................
Datum:
Unterschrift
Unterschrift
Die Unterstützung wurde genutzt
Schülerinnen bzw. Schüler:
Unterstützerin/Unterstützer:
am:
Unterschrift Unterstützerin/Unterstützer:
am:
Unterschrift Unterstützerin/Unterstützer:

Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung | 83
Anlage 3
Hinweise zum Lerngespräch
(Anregungen für die Lehrkraft und
Schülerinnen/Schülers)
Das Lerngespräch nimmt bei der Lernprozessgestaltung und -steuerung einen sehr wichtigen Platz
ein. Im persönlichen Gespräch mit der Lehrkraft kann die Schülerin/der Schüler seinen Lernstand
reflektieren und nächste Arbeitsschritte planen. Die Schülerin/der Schüler erlebt die Lehrkraft als
Lernbegleiter, der die Arbeitsergebnisse kritisch hinterfragt und Anregungen gibt. Einige mögliche
Fragen werden nachfolgend genannt.
Anlage 3
Hinweise zum Lerngespräch
(Anregungen für die Lehrer und Schüler)
Das Lerngespräch nimmt bei der Lernprozessgestaltung und -steuerung einen sehr wichtigen
Platz ein. Im persönlichen Gespräch mit dem Lehrer kann der Schüler seinen Lernstand reflek-
tieren und nächste Arbeitsschritte planen. Der Schüler erlebt den Lehrer als Lernbegleiter, der
die Arbeitsergebnisse kritisch hinterfragt und Anregungen gibt. Einige mögliche Fragen werden
nachfolgend genannt.
Thema:
Für welches Thema hast du dich entschieden?
Was genau macht dieses Thema für dich wichtig?
Material:
Warum hast du dieses Material ausgewählt?
Hast du noch
an ........................................................................... gedacht?
Könnte das .......................................... die Zuhörenden auch interessieren?
Unterstützung:
Wer könnte dich bei deiner Aufgabe unterstützen?
Wobei muss dir jemand helfen?
Brauchst du Hilfe, um dir eine Unterstützung zu organisieren?
Wer kann dich unterstützen?
Welche Schwierigkeiten hattest du bei deiner Arbeit?
Wie hast du sie gelöst?
Wer hat dir geholfen?
Planung:
Welche Ziele hast du schon erreicht?
Schätze ein, wie gut du dein Ziel erreicht hast?
Welches Ziel hast du dir für .............................................................................. gesetzt?
Ich denke, du musst mit
(Teilaufgabe) .................................................................. beginnen.
Welche Unterstützung brauchst du, damit du dich nicht verzettelst?

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84 | Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung
Anlage 4
Rückmeldebogen
(Schülermitbewertung in der Übungsphase)
Während der Übungsphase sollen die Schülerinnen und Schüler sich gegenseitig in einer Gruppe
von max. 4 Personen ihre Arbeitsergebnisse vorstellen. Um eine hilfreiche Rückmeldung geben zu
können, füllen die Zuhörenden während der Präsentation diesen Bogen oder Teile des Bogens aus.
Kriterien der Beobachtung, die Art und Weise der Rückmeldung sowie Verhaltensregeln während der
Übungsphase müssen vorher mit allen Schülerinnen und Schülern besprochen werden. Die Schüler-
mitbewertung fließt nicht in die Benotung ein. Sie soll den Schülerinnen und Schülern helfen an der
Verbesserung ihrer Präsentation zu arbeiten. Die Lehrkraft wird den Übungsprozess in angemesse-
ner Weise begleiten und Einzelne oder Schülergruppen gezielt unterstützen.
Anlage 4
Rückmeldebogen
(Schülermitbewertung in der Übungsphase)
Während der Übungsphase sollen die Schüler sich gegenseitig in einer Gruppe von
max. 4 Schülern ihre Arbeitsergebnisse vorstellen. Um eine hilfreiche Rückmeldung geben zu
können, füllen die Zuhörer während der Präsentation diesen Bogen oder Teile des Bogens aus.
Kriterien der Beobachtung, die Art und Weise der Rückmeldung sowie Verhaltensregeln
während der Übungsphase müssen vorher mit allen Schülern besprochen werden. Die
Schülermitbewertung fließt nicht in die Benotung ein. Sie soll den Schülern helfen an der
Verbesserung ihrer Präsentation zu arbeiten. Der Lehrer wird den Übungsprozess in
angemessener Weise begleiten und einzelne Schüler oder Schülergruppen gezielt unterstützen.
Name: ..............................................................
ja
Das kann ich nicht
sicher einschätzen.
nein
Aufbau
Du hast das Thema genannt.
Du hast einen tollen Einstieg gefunden.
Du hast eine Reihenfolge eingehalten.
Du bist bei deinem Thema geblieben.
Sprache
Du hast deutlich genug gesprochen.
Du hast mit Betonung gesprochen.
Du hast in Sätzen gesprochen.
Du hast die Zuhörer meist angeschaut.
Dein Auftreten wirkt sicher.
Inhalt
Ich kann verstehen, was du in deiner Freizeit gern machst.
Ich habe interessante Dinge erfahren.
Du hast unbekannte Wörter erklärt.
Du hast meine/unsere Fragen beantwortet.
Ich weiß jetzt, warum dir dein Hobby so viel Spaß macht.
Material
Mir gefällt dein Anschauungsmaterial.
Dein Anschauungsmaterial passt zu deinen Angaben.
Besonders gut gelungen ist dir:
Das kannst du noch besser machen:

Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung | 85
Anlage 4
Anlage 5 Beobachtungsbogen (für die Hand der Lehrkraft)
Schwerpunkt der kontinuierlichen Lehrerbeobachtung ist die Gestaltung des Arbeitsprozesses durch die Schülerinnen und Schüler. Die Beobachtungen
werden während des gesamten Lernprozesses durch die Lehrkraft geführt und mit den Schülerinnen udn Schülern im Lerngespräch reflektiert. Die
Schülerin/der Schüler hat dadurch die Möglichkeit, ihren/seinen Arbeitsprozess zu steuern. Die von den Schülerinnen und Schülern erbrachten Leistun-
gen fließen in die Gesamtbewertung (siehe Seite 5) anteilig ein.
Anlage 5
Beobachtungsbogen
(für die Hand des Lehrers)
Schwerpunkt der kontinuierlichen Lehrerbeobachtung ist die Gestaltung des Arbeitsprozesses durch den Schüler. Die Beobachtungen werden
während des gesamten Lernprozesses durch den Lehrer geführt und mit den Schülern im Lerngespräch reflektiert. Der Schüler hat dadurch die
Möglichkeit, seinen Arbeitsprozess zu steuern. Die vom Schüler erbrachten Leistungen fließen in die Gesamtbewertung (siehe Seite 5) anteilig ein.
Kriterium
Welche Leistung will ich messen?
Indikator
Woran wird diese Leistung sichtbar?
Ausprägungsgrad
immer
(3 Punkte)
oft
(2 Punkte)
manchmal
(1 Punkt)
nie
(0 Punkte)
a) Bemühen um ein gutes
Arbeitsergebnis
sucht nach einer Lösung/veränderten Variante
bearbeitet das Arbeitsergebnis
zeigt Frustrationstoleranz
sucht Unterstützung
b) Art und Weise der
Informationsbeschaffung
nutzt verschiedene Formen der Informationsbeschaffung
wählt passendes Text- und Bildmaterial aus
c) Strukturieren der Inhalte
findet Ordnungskriterien
ordnet den Ordnungskriterien das Text- und Bildmaterial zu
verknüpft Text- und Bildmaterial zu einem Vortrag
d) Reflexionsfähigkeit
nennt die Arbeitsschritte
nennt Probleme/Schwierigkeiten
antwortet auf Fragen
e) Verlässlichkeit
hält Termine ein
f) Selbstständigkeit bei der
Aufgabenerfüllung
selbstständig
Punkte Beobachtungsbogen:
.......... / 42
Note: ......................

86 | Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung
Anlage 6
Beobachtungsbogen zur Bewertung der Präsentation
(für die Hand der Lehrkraft)
Name:
Thema der Präsentation:
trifft
voll zu
trifft
eher zu
trifft
eher nicht zu
trifft
nicht zu
Bemerkungen
(3 Punkte)
(2 Punkte)
(1 Punkt)
(0 Punkte)
Körpersprache
Hält er/sie Blickkontakt zum Publikum?
Zeigt er/sie ein sicheres Auftreten?
Sprache
Spricht er/sie deutlich?
Moduliert er/sie die Stimme?
Hat er/sie einen abwechslungsreichen Satzbau verwendet?
Inhalt
Begründet er/sie die persönliche Bedeutsamkeit seines/ihres Hobbys?
Hat er/sie den Einstieg überzeugend gestaltet?
Hat er/sie unterschiedliche Aspekte seines/ihres Interessengebietes
aufgezeigt?
Hat er/sie die Inhalte sinnvoll miteinander verknüpft (gedankliche
Linienführung)?
Material
Hat er/sie Anschauungsmaterial ausgewählt, was die Über-
zeugungskraft der Präsentation unterstützt?
War das Anschauungsmaterial gut erkennbar?
Gesamtpunktzahl:
.......... / 33
Note Präsentation: ......................

image
image
Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung | 87
Anlage 7
Urkunde
(Präsentation)
Name: ........................................ Klasse: ......
Thema der Präsentation
..........................................................................................................
Planung und Vorbereitung
Note
Präsentation
Note
Deine
Gesamtleistung
wird mit
.............................................. eingeschätzt.
Datum
Unterschrift

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88 | Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung
Anlage 8
Schülerbeispiel Mindmap

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Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung | 89
Anlage 9
Schülerbeispiel für die Gliederung des Vortrages

90 | Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung
Impressum
Die Handreichung wurde erarbeitet am
Landesamt für Schule und Bildung – Standort Radebeul
Dresdner Straße 78 c
01445 Radebeul
Telefon: +49 351 8324-456
E-Mail: poststelle-r@lasub.smk.sachsen.de
Internet:
https://www.lasub.smk.sachsen.de/radebeul-3959.html
unter Mitarbeit von:
Dr. Seidel, Rositta
Landesamt für Schule und Bildung – Standort Radebeul (ehemals)
Trogisch, Bettina
Landesamt für Schule und Bildung – Standort Radebeul
Lehmann, Manuela
Grundschule „G. E. Lessing“, Freital
Millermann, Silke
Parkschule Auerbach
Mannack, Steffen
Schule zur Lernförderung, Freital
Ottlinger, Sylvia
Schule zur Lernförderung „Gutenbergschule“, Niesky
Reichelt, Ina
Schule zur Lernförderung „Adolf Tannert“, Hohnstein
Richter, Christa
Schule zur Lernförderung, Aue (ehemals)
Rossdeutscher, Katrin
Landesamt für Schule und Bildung – Standort Dresden
Wir bedanken uns bei Frau Maria Nestler für die Unterstützung bei der grafischen Gestaltung der Klassenarbeit.

Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung | 91

92 | Leistungsermittlung und Leistungsbewertung an Schulen zur Lernförderung

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Herausgeber und Redaktion:
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3. überarbeitete Auflage 2018
3.000 Stück
Gestaltung, Satz und Druck:
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Redaktionsschluss:
Dezember 2017
Bezug:
Diese Druckschrift kann kostenfrei bezogen werden bei:
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