VI Jahresrückblicke

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104 | Jahresrückblicke
VI Jahresrückblicke
Jahresrückblick für 2020
2020 (Abbildung VI 2020-1) war das dritte Jahr in Folge mit zu wenig Niederschlag, zu
hohen Temperaturen und überdurchschnittlich vielen Sonnenstunden. Das hat die Tro-
ckenheit in Sachsen weiter vorangetrieben. Wenn man diese Bedingungen zusammen
betrachtet, ergibt sich in der atmosphärischen Bilanz ein Gesamtdefizit von 800 Litern
Wasser pro Quadratmeter.
Abbildung VI 2020-1: Abweichungen von Lufttemperatur, Sonnenscheinstunden und Niederschlag im Jahr 2020 vom Normalwert 1961-1990, Phänologi-
sche Jahreszeiten für Sachsen (Daten, Phänologische Jahreszeiten: DWD, Datenverarbeitung: LfULG, Quelle Geobasisdaten: GeoSN)
Jahrespressegespräch »Wetter trifft
Klima« von LfULG und DWD.
https://www.klima.sachsen.de/
jahresruckblicke-wetter-trifft-
klima-12409.html

Jahresrückblicke | 105
Besonderheiten der Witterung 2020
Mit seinen Besonderheiten im Witterungsverlauf:
Jahr: »Extrem zu warm« (+2,2 K), mit +23 Prozent «viel zu sonnenreich»
Winter: »Extrem zu warm« (+4,3 K), Vegetationsbeginn mehr als zwei Wochen früher
Frühjahr: «Extrem zu trocken» (-39 Prozent), «extrem zu sonnenreich» (+47%)
Fortsetzung des Niederschlagsdefizits – Seit November 2017 bis Dezember 2020 fehlen rund 400 Liter
Niederschlag pro Quadratmeter.
war das Jahr 2020 ein ausgesprochen deutlicher Ausdruck für den Klimawandel in
Sachsen (klimatologische Einordnung: Abbildung VI 2019-2). So wurden Auswirkungen
des Klimawandels sowohl auf den unmittelbaren als auch auf den mehrjährigen Witte-
rungsverlauf sichtbar. Auch zeigte sich die von Wetterextremen ausgehende Gefahr für
das öffentliche Leben.
Beispiele für die Auswirkungen dieser Witterungsbedingungen:
Andauer des außergewöhnlichen Bodenwasserspeicherdefizits, Verschärfung der Grundwasserdürre.
Fließgewässer: Verbreitet niedrigste mittlere Wasserführung seit Messbeginn
Die Witterungsverläufe seit 2017 haben einen Einbruch in Fichten- und Kiefern-Forsten eingeleitet.
In Abhängigkeit von Wasserverfügbarkeit und Spätfrost fielen die Erträge in Landwirtschaft und Garten-
bau sowie die Waldschäden regional sehr unterschiedlich aus.
Die Fortsetzung der Reihe zu warmer Winter begünstigte die weitere Verringerung der Konzentrationen
von Feinstaub PM10 und Stickstoffdioxid in der Außenluft niedrigste PM10-Konzentrationen seit Mess-
beginn).
Abbildung VI 2020-2: Zusammenfassende klimatologische Einordnung des Jahres 2020 in Sachsen (scheinbare Inkonsistenzen in den Zahlenangaben be-
ruhen auf Rundungsungenauigkeiten)
Zeitbezug
Winter 2019/20
Frühjahr 2020
Sommer 2020
Herbst 2020
Lufttemperatur
4,3K
1,0K
2,0K
1,6K
Niederschlag
6%
%
-39%
-3%
5%
Sonnenstunden
11%
47%
7%
23%
Zeitbezug
Dez
Jan
Feb
Mrz
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Lufttemperatur
3,4K
4,2K
5,3K
1,4K
2,6K
-1,0K
1,6K
1,0K
3,4K
1,5K
1,3K
2,0K
2,6K
Niederschlag
-42%
-47%
136%
-10%
86%
-19%
-7%
52%
45%
1%
107%
84%
58%
Sonnenstunden
50%
35%
-29%
57%
94%
6%
-1%
14%
8%
49%
13%
80%
57%
Zeitbezug
VP I
VP II
Lufttemperatur
1,0K
2,0K
Niederschlag
-33%
0%
Sonnenstunden
28%
21%
Zeitbezug
Jahr 2019
Lufttemperatur
2,2K
Niederschlag
-9%
Sonnenstunden
23%

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106 | Jahresrückblicke
Jahresrückblick für 2019
2019 wurden in ganz Sachsen extrem zu warme Jahresmitteltemperaturen und vieler-
orts auch viel zu viele Sonnenstunden registriert (Abweichungen beim Flächenmittel für
die Landkreise +2,1 bis +2,5 K bzw. +15 % bis +31 %). Bis auf wenige Flächen im Vogt-
land und Landkreis Mittelsachsen fehlte überall der Niederschlag (Abweichungen beim
Flächenmittel für die Landkreise -8 % bis -21 %). (Abbildung VI 2019-1).
Abbildung VI 2019-1: Abweichungen von Lufttemperatur, Niederschlag, Sonnenscheinstunden im Jahr 2019 sowie des kumulierten Niederschlags von
November 2017 bis Dezember 2019 vom Normalwert 1961-1990, Phänologische Jahreszeiten für Sachsen (Daten, Phänologische Jahreszeiten: DWD,
Datenverarbeitung: LfULG, Quelle Geobasisdaten: GeoSN)
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Jahresrückblicke | 107
Besonderheiten der Witterung 2019
Mit seinen Besonderheiten im Witterungsverlauf:
Wärmstes Jahr (+2,3 K) seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Sachsen
Sonnenscheinreichstes Bundesland: 25 Prozent mehr Sonnenstunden
Fortsetzung des Niederschlagsdefizits – Seit November 2017 bis Dezember 2019 fehlen rund 335 Liter
Niederschlag pro Quadratmeter.
26 Jahreszeiten von Sommer 2013 bis Herbst 2019 bilden den längsten wärmeren Abschnitt seit 1881.
In diesem langen Zeitraum traten vermehrt atmosphärische Bedingungen auf, die die Ausbildung von
Trockenheit begünstigen.
war das Jahr 2019 ein ausgesprochen deutlicher Ausdruck für den Klimawandel in Sach-
sen (klimatologische Einordnung: Abbildung VI 2019-2). So wurden Auswirkungen des
Klimawandels sowohl auf den unmittelbaren und als auch den mehrjährigen Witte-
rungsverlauf sichtbar. Auch zeigte sich die von Wetterextremen ausgehende Gefahr für
das öffentliche Leben.
Beispiele für die Auswirkungen dieser Witterungsbedingungen:
Andauer des außergewöhnlichen Bodenwasserspeicherdefizits.
Fünftes abflussarmes Jahr in Folge. Streckenweise trockneten vor allem kleinere Fließgewässer aus.
Die Witterungsverläufe seit 2017 haben einen Einbruch in Fichten- und Kiefern-Forsten eingeleitet.
Weitere Ernteeinbußen im Dauergrünland und Futteranbau.
Die Fortsetzung der Reihe zu warmer Winter begünstigte die weitere Verringerung der Feinstaubkonzen-
trationen in der Außenluft. Die beiden extrem zu warmen Jahre 2018 und 2019 führten jedoch zu hohen
Mittelwerten der Ozonkonzentration, die noch einmal über dem schon hohen Niveau der Vorjahre lagen.
Abbildung VI 2019-2: Zusammenfassende klimatologische Einordnung des Jahres 2019 in Sachsen (scheinbare Inkonsistenzen in den Zahlenangaben be-
ruhen auf Rundungsungenauigkeiten)
Zeitbezug
Winter 2018/19
Frühjahr 2019
Sommer 2019
Herbst 2019
Lufttemperatur
2,6K
1,4K
3,3K
1,5K
Niederschlag
47%
-14%
-39%
-1%
Sonnenstunden
21%
18%
30%
13%
Zeitbezug
Dez
Jan
Feb
Mrz
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Lufttemperatur
3,0K
1,0K
3,8K
3,2K
2,2K
-1,3K
5,3K
1,8K
2,8K
0,7K
1,9K
1,8K
3,5K
Niederschlag
54%
98%
-18%
26%
-57%
-5%
-42%
-32%
-41%
17%
19%
-38%
-42%
Sonnenstunden
-48%
0%
76%
1%
70%
-11%
67%
10%
13%
12%
13%
15%
50%
Zeitbezug
VP I
VP II
Lufttemperatur
2,1K
1,8K
Niederschlag
-34%
-22%
Sonnenstunden
40%
12%
Zeitbezug
Jahr 2019
Lufttemperatur
2,3K
Niederschlag
-14%
Sonnenstunden
25%

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108 | Jahresrückblicke
Jahresrückblick für 2018
2018 wurden in ganz Sachsen extrem zu warme Jahresmitteltemperaturen und vieler-
orts auch extrem zu viele Sonnenstunden registriert (Abweichungen beim Flächenmittel
für die Landkreise +2,1 bis +2,4 K bzw. +23 % bis +27 %). Bis auf wenige Flächen im
Vogtland und Erzgebirge – bedingt durch ein Starkregenereignis – fehlte überall der
Niederschlag (Abweichungen beim Flächenmittel für die Landkreise -22 % bis -41 %).
(Abbildung VI 2018-1). Leider standen keine für eine Kartendarstellung ausreichenden
phänologischen Beobachtungsdaten mehr zur Verfügung stellen.
Abbildung VI 2018-1: Abweichungen von Lufttemperatur, Niederschlag, Sonnenscheinstunden und Phänologische Jahreszeiten für Sachsen im Jahr 2018
vom Normalwert 1961-1990, (Daten: DWD, Datenverarbeitung: LfULG, Quelle Geobasisdaten: GeoSN)
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Jahresrückblicke | 109
Besonderheiten der Witterung 2018
Mit seinen Besonderheiten im Witterungsverlauf:
das folgenreiche Sturmtief
FRIEDERIKE
am 18. Januar
als wärmstes und zugleich niederschlagärmsten Jahr seit 1881
als eines beiden sonnenreichsten Jahre seit 1951 (Beginn der Messreihen)
Starkregen-Ereignis vom 24.05.2018 im Vogtland
Fortführung mehrjähriger Entwicklungen; seit Herbst 2013 vermehrtes Auftreten atmosphärische Be-
dingungen, die eine Ausbildung von Trockenheit begünstigen
war das Jahr 2018 ein ausgesprochen deutlicher Ausdruck für den Klimawandel in Sach-
sen (klimatologische Einordnung: Abbildung VI 2018-2). So wurden Auswirkungen des
Klimawandels sowohl auf den unmittelbaren und als auch den mehrjährigen Witte-
rungsverlauf sichtbar. Auch zeigte sich die von Wetterextremen ausgehende Gefahr für
das öffentliche Leben.
Beispiele für die Auswirkungen dieser Witterungsbedingungen:
Die Niedrigwassersituation in den sächsischen Flüssen – extremer als 2003/2015 – hatte sich bereits im
Februar herausgebildet.
Die Grundwasserstände waren und sind seit 2013 überwiegend fallend.
Abbildung VI 2018-2: Zusammenfassende klimatologische Einordnung des Jahres 2018 in Sachsen (scheinbare Inkonsistenzen in den Zahlenangaben be-
ruhen auf Rundungsungenauigkeiten)
Zeitbezug
Winter 2017/18
Frühjahr 2018
Sommer 2018
Herbst 2018
Lufttemperatur
extrem zu warm
extrem zu warm
extrem zu warm
Niederschlag
zu trocken
zu trocken
extrem zu trocken
viel zu trocken
Sonnenstunden
extrem zu sonnenreich
extrem zu sonnenreich
extrem zu sonnenreich
Zeitbezug
Dez
Jan
Feb
Mrz
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Lufttemperatur
Niederschlag
Sonnenstunden
Zeitbezug
Jahr 2018
Lufttemperatur
extrem zu warm
Niederschlag
extrem zu trocken
Sonnenstunden
extrem zu sonnenreich
Zeitbezug
Winter 2017/18
Frühjahr 2018
Sommer 2018
Herbst 2018
Lufttemperatur
1,4K
2,4K
3,0K
1,6K
Niederschlag
-27%
-27%
-54%
-43%
Sonnenstunden
22%
41%
27%
36%
Zeitbezug
Dez
Jan
Feb
Mrz
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Lufttemperatur
2,1K
4,5K
-2,5K
-1,9K
5,5K
3,7K
2,2K
3,0K
3,9K
1,9K
1,8K
1,1K
3,0K
Niederschlag
-12%
9%
-87%
-1%
-32%
-41%
-48%
-53%
-59%
-17%
-34%
-77%
54%
Sonnenstunden
-7%
-33%
77%
11%
65%
39%
0%
48%
31%
33%
27%
62%
-48%
Zeitbezug
Jahr 2018
Lufttemperatur
2,2K
Niederschlag
-33%
Sonnenstunden
31%
Die täglichen Windspitzen ge-
hörten mit 122 km/h in Dresden-
Klotzsche und 174 km/h auf
dem Fichtelberg zu den 1 % der
stärksten Windspitzen im Zeitraum
01.01.1967 bis 21.01.2018.

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110 | Jahresrückblicke
Jahresrückblick für 2017
Das Jahr 2017 brachte Jahresmitteltemperaturen, die zwischen 1,2 und 1,9 K über dem
Referenzwert lagen. Es zeigten sich wieder deutliche jahreszeitliche Unterschiede (Ab-
bildung VI 2017-2). Die Sonnenscheindauern lagen um den Referenzwert und erreichten
zwischen 97,9 (Sächsische Schweiz, Osterzgebirge) und 114,3 Prozent (Erzgebirgskreis
ohne die Kammlagen). Die phänologische Vegetationsperiode fiel in den meisten Regio-
nen etwa 10 bis 15 Tage länger als normal aus. (Abbildung VI 2017-1).
Abbildung VI 2017-1: Abweichungen von Lufttemperatur, Niederschlag, Sonnenscheinstunden und Länge der phänologischen Vegetationsperiode im Jahr
2017 vom Normalwert 1961-1990 (Daten: DWD, Datenverarbeitung: LfULG, Quelle Geobasisdaten: GeoSN)
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Jahresrückblicke | 111
Besonderheiten der Witterung 2017
Mit seinen Besonderheiten im Witterungsverlauf:
mit einer Abweichung der Jahresmitteltemperatur von +1,3 K viel zu warm
einem extrem zu sonnenreichen Winters 2016/17 und guten Wintersportbedingungen im Januar.
einem wieder zu warmem und zu trockenem Frühjahr. (Spätfröste April!)
Zunahme der Schwüle im Sommer
die beiden folgenreichen Sturm-Ereignisse „Xavier“ und „Herwart“ im Herbst
war auch das Jahr 2017 ein Ausdruck für den Klimawandel in Sachsen (klimatologische
Einordnung: Abbildung VI 2017-2).
Beispiele für die Auswirkungen dieser Witterungsbedingungen:
Das Sturmtief HERWART am 29.10.2017 überstieg die Widerstandsfähigkeit vieler Bäume. Die Schäden
betrafen den gesamten Freistaat Sachsen – insgesamt sind etwa 690.000 m³ Schadholz aufzuarbeiten.
Hinsichtlich der seit Jahren 2015 andauernden Grundwassertrockenheit ist 2017 eine Entspannung ein-
getreten. Diese ist auf einzelne mengenmäßig hohe Niederschlagsereignisse und die insgesamt höheren
Jahresniederschläge zurückzuführen.
Bei den meisten Kulturen im sächsischen Gartenbau lagen die Ergebnisse um ein Fünftel bis ein Drittel
niedriger als die fünfjährigen Mittelwerte. Die Ertrags- und Qualitätseinbußen wurden durch Hagel oder
Starkregen, insbesondere aber durch das Spätfrost-Ereignis im April 2017, verursacht.
Für Kartoffeln und Zuckerrüben wurden 2017 die jeweils zweitbesten Hektarerträge seit 1991 in Sachsen
erzielt. Das durchschnittliche Ertragsniveau für Winterraps war 2017 enttäuschend niedrig.
2017 traten in den Monaten Mai, Juni, Juli eine Reihe von kleinräumigen konvektiven Starkregen-Ereig-
nissen in Sachsen auf, z. B. am 14.05.2017 im Bereich Spitzkunnersdorf/Leutersdorf in der Oberlausitz.
Abbildung VI 2017-2: Zusammenfassende klimatologische Einordnung des Jahres 2017 in Sachsen (scheinbare Inkonsistenzen in den Zahlenangaben be-
ruhen auf Rundungsungenauigkeiten)
Zeitbezug
Winter 2016/17
Frühjahr 2017
Sommer 2017
Herbst 2017
Lufttemperatur
zu warm
viel zu warm
zu warm
Niederschlag
zu trocken
Sonnenstunden
extrem zu sonnenreich
zu sonnenreich
viel zu sonnenarm
Zeitbezug
Dez
Jan
Feb
Mrz
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Lufttemperatur
Niederschlag
Sonnenstunden
Zeitbezug
Jahr 2017
Lufttemperatur
viel zu warm
Niederschlag
Sonnenstunden
Zeitbezug
Winter 2016/17
Frühjahr 2017
Sommer 2017
Herbst 2017
Lufttemperatur
0,6K
1,7K
1,6K
0,9K
Niederschlag
-17%
-22%
29%
26%
Sonnenstunden
42%
7%
12%
-22%
Zeitbezug
Dez
Jan
Feb
Mrz
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Lufttemperatur
1,5K
-2,0K
2,5K
3,6K
-0,2K
1,8K
2,2K
1,2K
1,5K
-0,7K
2,1K
1,2K
2,1K
Niederschlag
-23%
-9%
-18%
21%
-24%
-51%
10%
59%
21%
-25%
90%
22%
-12%
Sonnenstunden
95%
40%
1%
24%
-15%
15%
30%
-6%
13%
-21%
-20%
-28%
-7%
Zeitbezug
Jahr 2017
Lufttemperatur
1,3K
Niederschlag
7%
Sonnenstunden
4%
Statistisches Landesamt Sachsen
(2018): Vorschätzung und endgül-
tige Weinmosternte 2011 bis 2018
im Weinanbaugebiet Sachsen
nach Weiß- und Rotmost,
https://www.statistik.sachsen.de/
download/050_W-Land-Forstwirt/
WeinEBE2018Oktober_Land.pdf

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112 | Jahresrückblicke
Jahresrückblick für 2016
Auch im Jahr 2016 lag die Jahresmitteltemperatur deutlich über dem Normalwert. Je
nach Region war es 1,2 bis 1,8 K zu warm. Erneut erreichte oder überschritt die Jahres-
mitteltemperatur in mehreren Orten die 10-Grad-Celsius-Marke, so in den Gegenden
um Leipzig, Oschatz, Torgau, Dresden, Bautzen und Hoyerswerda. Das Jahr zeigte sich
hinsichtlich des Niederschlages vielerorts normal versorgt. Hinsichtlich der Sonnen-
scheindauer war nur in einem Streifen, der sich von Nordsachsen über Mittelsachsen
und Chemnitz zum Erzgebirge hinzog, eine positive Abweichung von 10 Prozent oder
etwas mehr zu erkennen. Vom Osterzgebirge über die Sächsische Schweiz bis ins Zittau-
er Gebirge hin war die Vegetationsperiode – festgemacht am Zeitraum zwischen dem
Erblühen der Salweide und dem Blattfall der Stieleiche – exakt so lang wie im Normal-
fall, nämlich zwischen 194 und 207 Tagen. In den anderen Regionen konnte eine um
10 bis 21 Tage deutlich verlängerte Vegetationszeit festgestellt werden. (Abbildung VI
2016-1)
Abbildung VI 2016-1 Abweichungen von Lufttemperatur, Niederschlag, Sonnenscheinstunden und Länge der phänologischen Vegetationsperiode im Jahr
2016 vom Normalwert 1961-1990, (Daten: DWD, Datenverarbeitung: LfULG, Quelle Geobasisdaten: GeoSN)
Jahrespressegespräch »Wetter
trifft Klima« von LfULG und DWD,
https://www.klima.sachsen.de/
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klima-12409.html

Jahresrückblicke | 113
Besonderheiten der Witterung 2016
Mit seinen Besonderheiten im Witterungsverlauf:
wiederholt erheblich zu warmem Winter 2015/16
zu trockene und zu warme Frühjahrsmonate
untypisch warmer Spätsommer
unwetterartiger Gewitter mit Starkregen, Hagel und Blitzaktivität am Monatswechsel Mai/Juni
etwa ausgeglichen Jahresbilanz bei Niederschlag
steht auch das Jahr 2016 beispielhaft für den Klimawandel (klimatologische Einordnung
vgl. Abbildung VI 2016-2). Sichtbar wurden auch Auswirkungen, die mit dem Witte-
rungsverlauf aus den Vorjahren in Verbindung stehen (kumulativer Effekt).
Beispiele für die Auswirkungen dieser Witterungsbedingungen:
Im September trat eine für diesen Monat ungewöhnlich hohe Luftschadstoffbelastung durch Ozon auf.
Begünstigt durch den extrem zu warmen Winter wurde die zulässige Anzahl der Tage mit Feinstaub
PM10-Mittelwerten größer als 50 Mikrogramm pro Kubikmeter deutlich unterschritten.
Vor allem im Hügelland hielt der Wassermangel und die Gefährdung der Fichte gegenüber Borkenkäfer
noch immer an. Buchen, deren Stärkehaushalt durch die Trockenheit 2015 und die Blüte 2016 extrem
beansprucht ist, litten sprichwörtlich unter „Burn-Out“.
Das Ertragsniveau fast aller Hauptkulturen lag im Sachsenmittel über dem Durchschnitt der letzten Jahre,
jedoch differenziert in Abhängigkeit der jeweiligen Standortbedingungen.
Die Witterung von August bis Oktober führte zu erschwerten Ernte- und Aussaatbedingungen.
Die Unwetter im Mai/Juni verursachten Erosions- und Hagelschäden.
Im Weinbau gab eine Rekordernte von 28.847 Hektolitern(Datenquelle: StaLA)
Abbildung VI 2016-2 Zusammenfassende klimatologische Einordnung des Jahres 2016 in Sachsen (scheinbare Inkonsistenzen in den Zahlenangaben be-
ruhen auf Rundungsungenauigkeiten)
Zeitbezug
Winter 2015/16
Frühjahr 2016
Sommer 2016
Herbst 2016
Lufttemperatur
extrem zu warm
viel zu warm
zu warm
Niederschlag
zu trocken
Sonnenstunden
Zeitbezug
Dez
Jan
Feb
Mrz
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Lufttemperatur
Niederschlag
Sonnenstunden
Zeitbezug
Jahr 2016
Lufttemperatur
viel zu warm
Niederschlag
Sonnenstunden
Zeitbezug
Winter 2015/16
Frühjahr 2016
Sommer 2016
Herbst 2016
Lufttemperatur
3,6K
0,9K
1,5K
0,7K
Niederschlag
-8%
-22%
1%
23%
Sonnenstunden
12%
7%
8%
2%
Zeitbezug
Dez
Jan
Feb
Mrz
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Lufttemperatur
5,9K
1,1K
3,4K
0,7K
0,7K
1,6K
2,1K
1,8K
1,2K
3,4K
-0,7K
-0,4K
1,5K
Niederschlag
-58%
2%
63%
-15%
-21%
-25%
25%
23%
-48%
18%
81%
-23%
-17%
Sonnenstunden
71%
-10%
-14%
-18%
10%
17%
9%
2%
13%
49%
-61%
30%
96%
Zeitbezug
Jahr 2016
Lufttemperatur
1,4K
Niederschlag
2%
Sonnenstunden
6%
Statistisches Landesamt Sachsen
(2018): Vorschätzung und endgül-
tige Weinmosternte 2011 bis 2018
im Weinanbaugebiet Sachsen
nach Weiß- und Rotmost,
https://www.statistik.sachsen.de/
download/050_W-Land-Forstwirt/
WeinEBE2018Oktober_Land.pdf

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114 | Jahresrückblicke
Jahresrückblick für 2015
Das Jahr 2015 (Abbildung VI 2015-1) war nach dem Vorjahr das zweitwärmste seit Auf-
zeichnungsbeginn, mindestens aber seit 1961. Die höchste in Sachsen 2015 gemessene
Lufttemperatur konnte am 07. August in Dresden-Strehlen mit 38,9 Grad C gemessen
werden. Am kältesten war es am 07.02. mit -14,0 Grad C in Deutschneudorf-Brüder-
wiese, aber selbst dieser Wert lag etwa 7 K über der tiefsten dort jemals gemessenen
Lufttemperatur. In den meisten sächsischen Regionen fiel zu wenig Regen. Besonders
das Vogtland erhielt nur knapp ¾ der normalen Niederschlagshöhe. In der höher gele-
genen Region des Landkreises Mittelsachsen, im Nordwesten um Leipzig sowie längs des
Elbtales in Dresden und im Landkreis Meißen wurde dagegen der Normalwert nur knapp
verfehlt. Verantwortlich für diese Verteilung waren heftige Niederschlagsereignisse, wie
sie beispielsweise am 17.08.2015 auftraten.
Das Jahr 2015 zeigte sich im Erzgebirgskreis besonders sonnenscheinreich. Sonnigster
Ort Sachsens 2015 war Hoyerswerda mit 2032,3 Stunden (121 Prozent des Normalwer-
tes). Die Veränderungen der Vegetationsperiode – festgemacht am Zeitraum zwischen
dem Erblühen der Salweide und dem Blattfall der Stieleiche – wiesen deutlich räumliche
Unterschiede auf. Während sich die Verfrühung der Salweidenblüte in beinahe allen
Regionen zeigte, war der Blattfall der Stieleiche im Erzgebirge relativ deutlich später als
in den anderen Gegenden. Es ist denk- aber nur schwer nachweisbar, dass die insgesamt
bessere Bodenwasserversorgung im Gebirge bei sehr entwicklungsgünstigen Tempera-
turverhältnissen dies ausgelöst haben könnte.
Abbildung VI 2015-1: Abweichungen von Lufttemperatur, Niederschlag, Sonnenscheinstunden und Länge der phänologischen Vegetationsperiode im Jahr
2015 vom Normalwert 1961-1990, (Quelle Geobasisdaten: GeoSN)

Jahresrückblicke | 115
Besonderheiten der Witterung 2015
Insgesamt war das Jahr 2015 von ausgeprägten witterungsbedingten Extremen beglei-
tet, deren weitreichende Auswirkungen auch aus dem Zusammenspiel mit dem Wit-
terungsverlauf im Jahr 2014 herrühren. Somit stellt es ein prägnantes Beispiel für die
derzeit vorherrschenden Klimarahmenbedingungen hinsichtlich des voranschreitenden
Klimawandels in Sachsen dar (vgl. Abbildung VI 2015-2).
Beispiele für die Auswirkungen dieser Witterungsbedingungen:
Im Sommer traten mehr hohe Ozonkonzentrationen in Sachsen auf. Es kam zu gehäuften Überschreitun-
gen der Informationsschwelle (Kurzzeitbelastung).
Die seit 2013 bestehenden Bodenwasserdefizite setzten sich – räumlich unterschiedlich ausgeprägt – fort.
Die Abflussverhältnissen 2015 waren im Sommerhalbjahr ab Juni durch eine ausgeprägte Niedrigwassersi-
tuation bis in den Oktober besonders im Elbestrom und im Flussgebiet der Lausitzer Neiße charakterisiert.
Am 20. Juli 2015 wurde im deutschen Teil der Elbe das „Messprogramm – Extreme Niedrigwasser“ aus-
gelöst.
Abbildung VI 2015-2 Zusammenfassende klimatologische Einordnung des Jahres 2015 in Sachsen (Datenzeitraum 1881 bis 2015; Hinweis zur mittigen
Abbildung: scheinbare Inkonsistenzen in den Zahlenangaben beruhen auf Rundungsungenauigkeiten, maßgebend sind die Größenordnungen)
Zeitbezug
Winter 2014/15
Frühjahr 2015
Sommer 2015
Herbst 2015
Lufttemperatur
zu warm
extrem zu warm
zu warm
Niederschlag
viel zu trocken
Sonnenstunden
zu sonnenreich
viel zu sonnenreich
Zeitbezug
Dez
Jan
Feb
Mrz
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Lufttemperatur
Niederschlag
Sonnenstunden
Zeitbezug
Jahr 2015
Lufttemperatur
extrem zu warm
Niederschlag
zu trocken
Sonnenstunden
viel zu sonnenreich
Zeitbezug
Winter 2014/15
Frühjahr 2015
Sommer 2015
Herbst 2015
Lufttemperatur
2,0K
1,1K
2,5K
0,7K
Niederschlag
-20%
-30%
2%
23%
Sonnenstunden
2%
25%
20%
3%
Zeitbezug
Dez
Jan
Feb
Mrz
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Lufttemperatur
1,9K
3,2K
1,0K
2,0K
0,8K
0,5K
0,1K
2,9K
4,5K
-0,1K
-1,1K
3,5K
5,9K
Niederschlag
-15%
30%
-80%
0%
-10%
-70%
-10%
15%
0%
-20%
20%
70%
-60%
Sonnenstunden
-%
-30%
65%
30%
40%
10%
0%
25%
30%
5%
-10%
30%
80%
Zeitbezug
Jahr 2015
Lufttemperatur
1,9K
Niederschlag
-10%
Sonnenstunden
21%

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116 | Jahresrückblicke
Jahresrückblick für 2014
In den allermeisten Regionen Sachsens zeigte sich das Jahr 2014 (vgl. Abbildung VI
2014-1) als das wärmste seit Aufzeichnungsbeginn, mindestens aber seit 1961. Über
das Gesamtjahr betrachtet war insbesondere eine deutlich geringere Anzahl von unter-
normal oder stark unternormal temperierten Tagen zu beobachten. Dafür stieg die An-
zahl warmer oder sehr warmer Tage deutlich an. In allen sächsischen Regionen war es
2014 zu trocken. Dabei waren die Niederschläge in den einzelnen Monaten und Jahres-
zeiten noch außerordentlich unterschiedlich verteilt. Der Winter brachte in Sachsen nur
etwa 40 % des sonst üblichen Niederschlages, wobei insbesondere der Februar mit nur
9 % des Normalwertes besonders trocken ausfiel.
Hinsichtlich des Sonnenscheingenusses zerfiel Sachsen in drei Teile: Der südwestsäch-
sische Raum und alle Regionen, die östlich einer Linie Torgau-Marienberg liegen waren
bestenfalls normal mit Sonnenschein versorgt. Sonnenscheinreicher als gewöhnlich war
ein Streifen, der sich von Nordsachsen bis ins zentrale Erzgebirge zog. Sonnenschein-
reich war insbesondere der Winter, sonnenscheinarm der Herbst.
Zwischen 16 und 39 Tagen länger war die Vegetationsperiode in Sachsen 2014 verglichen
mit dem langjährigen Mittelwert. Die Vegetationsentwicklung begann 3 bis 5 Wochen
früher und endete nahe dem Normalwert.
Abbildung VI 2014-1 Abweichungen von Lufttemperatur in [Kelvin] , Niederschlagsmenge in [%], Sonnenscheindauer in [%] und Länge der
phänologischen Vegetationsperiode in [Tagen] im Jahr 2014* vom Normalwert 1961-1990 (Quelle Geobasisdaten: GeoSN)
* Um die klimatologischen Unterschiede herauszuarbeiten, wird seit 2014 auf die Gebietsgliederung in Landkreise und kreisfreie Städte zurückgegriffen, wobei in den Landkreisen Mittelsachsen und Görlitz
durch eine weitere Untergliederung in Tiefland- und Berglandregionen dem klimatologisch beachtenswerten Höhengradienten Rechnung getragen wurde
Quellen und weiterführende
Informationen
Die Inhalte dieses Kapitels sind
Auszüge aus den gemeinsamen
Bewertungen von DWD und LfULG,
die jeweils zu Beginn des Folge-
jahres veröffentlicht wurden.
Für weiterführende Informationen
– auch zu Auswertungsmetho-
den, klimatologischer Bewertung,
Verbindungen zu anderen Fach-
gebieten, Namen der beteiligten
Autoren und Literaturquellen –
wird darauf verwiesen.
Quelle für alle meteorologischen
Daten ist der DWD.
Die ausführlichen Berichte sind im
Internet verfügbar:
http://www.
umwelt.sachsen.de/umwelt/klima/
1988.htm

Jahresrückblicke | 117
Besonderheiten der Witterung 2014
Insgesamt war das Jahr 2014 von sehr vielen und auch sehr stark ausgeprägten wit-
terungsbedingten Extremen begleitet (vgl. Abbildung VI 2014-2). Somit stellt es ein
Musterbeispiel für den voranschreitenden Klimawandel in Sachsen dar.
Bemerkenswerte Einzelereignisse waren u. a.:
Starkniederschläge im Mai: Der Mai 2014 war deutlich zu nass. Der größte Teil des Niederschlags konzen-
trierte sich auf wenige Tage bzw. Stunden im letzten Drittel des Monats. Infolge der ergiebigen Nieder-
schläge z. B. am 27./ 28.05. stiegen die Wasser-stände an den Pegeln der Nebenflüsse der Oberen Elbe
im Raum Meißen-Dresden teilweise rasch an, blieben jedoch fast immer unterhalb des Richtwertes der
Alarmstufe 1. Jedoch traten durch wild abfließendes Wasser (1) örtliche Überflutungen verbunden mit
Schlamm- und Geröllablagerungen auf und verursachten teils erhebliche Schäden.
Zunahme von Schwüle: Das menschliche Wohlbefinden wird während der Sommermonate u. a. durch
die Kombination von Lufttemperatur und Luftfeuchte, in Form von Schwüle, beeinflusst. Im Juli/ August
gab es eine gut 1,5monatige Periode mit sehr hohen Tag- und Nachttemperaturen, die von einer ho-
hen Ereignisdichte von zumindest feuchten Tagen (Niederschlag
1 mm pro Tag), teilweise auch Stark-
regenereignissen, begleitet waren. Gegenüber der Referenzperiode 1961-1990 traten an der Messstation
Dresden-Klotzsche im Sommer 2014 rund 8 schwüle Tage mehr auf, was eine Einstufung „viel zu schwül“
bedeutet.
Abbildung VI 2014-2 Zusammenfassende klimatologische Einordnung des Jahres 2014 in Sachsen (Datenzeitraum 1881 bis 2014)
Zeitbezug
Winter 2013/14
Frühjahr 2014
Sommer 2014
Herbst 2014
Lufttemperatur
extrem zu warm
extrem zu warm
extrem zu warm
Niederschlag
extrem zu trocken
Sonnenstunden
viel zu sonnenreich
Zeitbezug
Dez
Jan
Feb
Mrz
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Lufttemperatur
Niederschlag
Sonnenstunden
Zeitbezug
Jahr 2014
Lufttemperatur
extrem zu warm
Niederschlag
zu trocken
Sonnenstunden

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118 | Jahresrückblicke
Jahresrückblick für 2013
Das meteorologische Jahr (vgl. Abbildung VI 2013-1) war in allen Regionen Sachsens
wiederum etwas zu mild. Dabei wurden im Winter normale, im Erzgebirge bis in die Gip-
fellagen leicht zu kalte Werte gemessen. Das Frühjahr wich in allen Regionen deutlich
in die kalte Richtung ab. Dies war hauptsächlich dem signifikant zu kalten „Märzwinter“
zu verdanken. Der Sommer war in allen Regionen deutlich zu warm. Der Herbst war
etwas zu mild.
Während es in Ostsachsen – über die Fläche gemittelt – nur 6 % mehr Niederschlag
waren, konnten im Erzgebirge etwa 20 % mehr Niederschlag registriert werden. In den
anderen Regionen schlug ein Überschuss von 10 bis 15 % zu Buche. Die innerjährliche
Niederschlagsverteilung war – gemessen an den langjährigen Mittelwerten der Jahres-
zeiten – nicht stark differenziert. Für einzelne Perioden oder Monate waren aber be-
trächtliche Unterschiede zu erkennen.
Westsachsen, die Mitte des Freistaates und das Erzgebirge wiesen, über das ganze Jahr
betrachtet, nahezu normale Sonnenscheindauern auf. Im Norden und Osten waren es
weniger als 90 % der langjährigen Mittelwerte und auf den Erzgebirgsgipfeln war eine
fünfprozentige Einbuße der normalen Sonnenscheindauer zu registrieren. Im Winter
war die Summe der Sonnenscheindauer mit rund 50 bis 130 Stunden (in ganzen drei
Monaten!) die geringste seit dem Beginn der Wetteraufzeichnungen. Der Mittelwerte
wurde im Durchschnitt nur zu 55 % erreicht und damit war es der dunkelste Winter
seit guten 50 oder 60 Jahren. Das schon dadurch am Jahresbeginn aufgelaufene Defizit
wurde durch die Wirkung von Frühjahr und Herbst noch größer, so dass selbst etwa 1/5
mehr Sonnenschein im Sommer die Bilanz nicht mehr ausgleichen konnte.
Die phänologische Vegetationsperiode war im Tiefland deutlich zu kurz. Im Osten und
Norden des Freistaates waren es zwischen 3 und 4 Wochen, im Westen und in der Mitte
1 bis 2 Wochen. Grund für die Verkürzung ist der späte Vegetationsbeginn (15 bis 20
Tage) und ein im Norden und Osten verfrühter Blattfall der Stieleiche.
Quellen und weiterführende
Informationen
Die Inhalte dieses Kapitels sind
Auszüge aus den gemeinsamen
Bewertungen von DWD und LfULG,
die jeweils zu Beginn des Folge-
jahres veröffentlicht wurden.
Für weiterführende Informationen
– auch zu Auswertungsmethoden,
klimatologi-scher Bewertung,
Verbindungen zu anderen Fach-
gebieten, Namen der beteiligten
Autoren und Literaturquellen –
wird darauf verwiesen.
Quelle für alle meteorologischen
Daten ist der DWD.
Die ausführlichen Berichte sind im
Internet verfügbar:
http://www.
umwelt.sachsen.de/umwelt/klima/
1988.htm
Abbildung VI 2013-1 Abweichungen von Lufttemperatur in [Kelvin] , Niederschlagsmenge in [%], Sonnenscheindauer in [%] und Länge der
phänologischen Vegetationsperiode in [Tagen] im Jahr 2013 vom Normalwert 1961-1990 (Quelle Geobasisdaten: GeoSN)

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Jahresrückblicke | 119
Besonderheiten der Witterung 2013
Obwohl 2013 hinsichtlich der Jahresmittelwerte der Klimaparameter Tagesmitteltem-
peratur, Niederschlag und Sonnenschein ein eher normales Jahr war, traten einige be-
merkenswerte Episoden mit z. T. extremen Witterungsbedingungen auf:
Langer dunkler Winter: Während der Dezember 2012 noch weitgehend durchschnittlich verlief, war es im
Januar und Februar 2013 viel zu dunkel. Abbildung VI 2013-2 zeigt als ein Beispiel die täglichen Sonnen-
scheinstunden im Winter 2012/2013 in Dresden-Klotzsche. Am Ende des (meteorologischen) Winters be-
lief sich das Defizit an Sonnenstunden dort auf ca. 64 Stunden im Vergleich zum Klimareferenzzeitraum.
Es war der dunkelste Winter seit Beginn der Messreihe.
Wiederauftreten der Märzkälte: Die Märzkälte tritt unter dem Einfluss nördlicher und östlicher Wetter-
lagen gewöhnlich in der ersten Märzhälfte auf. Nachdem in den letzten 50 Jahren im Mittel eher eine
Entwicklung in Richtung „wärmer“ erkennbar war, lagen die Temperaturen im März 2013 ab dem 11.3. bis
zum Monatsende deutlich unter den langjährigen Mittelwerten.
Hochwasser Ende Mai/Anfang/Juni: In der letzten Maidekade kam es in Sachsen – wie in anderen Ge-
bieten – zu sehr ergiebigen Niederschlägen (vgl. Abbildung VI 2013-3). Nachdem die Böden schon im
Winter verbreitet mit Wasser gesättigt waren und das Frühjahr nur eine schwache Wasserzehrung brach-
te, konnten die hohen Niederschlagssummen gegen Ende Mai nicht mehr im Boden gespeichert werden.
Es entstand eine Situation, wie sie schon etwa 50 Jahre nicht mehr registriert worden war. In der Folge
stiegen die Durchflusswerte bzw. Wasserstände der sächsischen Flüsse stark an. Im Juni 2013 wurde an 36
Hochwasserpegeln in Sachsen die Alarmstufe 4 (Hochwasserabwehr) überschritten.
Abbildung VI 2013-2 Monatsgang der Sonnenscheindauer im Winter in Dresden-Klotzsche für verschiedene Zeiträume
Abbildung VI 2013-3 Tägliche Niederschlagshöhe in Dresden-Klotzsche im Mai und Juni in verschiedenen Zeiträumen

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120 | Jahresrückblicke
Jahresrückblick für 2012
Das meteorologische Jahr (vgl. Abbildung VI 2012-1) zeigte sich in allen Regionen Sach-
sens zu mild. Dabei wurden in allen Jahreszeiten in den meisten Regionen zu hohe
Lufttemperaturen gemessen. Lediglich im Winter war in den äußersten Gipfellagen des
Erzgebirges eine unternormale Mitteltemperatur registriert worden.
Das langjährige Mittel der Niederschlagssumme wurde in den meisten Gebieten knapp
unterschritten. Nur in Ostsachsen und im Erzgebirge – und dort auch nur in den äußers-
ten Gipfellagen – war das Jahr zu niederschlagsreich. Die Verteilung der Niederschläge
war innerjährlich sehr unterschiedlich. So konnte in den Monaten Februar bis Mai in
allen Regionen nur deutlich unternormale Niederschlagsmengen beobachtet werden.
Damit setzt sich die schon seit mehreren Jahren beobachtete Tendenz zu längeren tro-
ckenen Abschnitten in der ersten Hälfte der Vegetationszeit fort.
In allen Regionen Sachsens schien die Sonne mehr als klimatologisch zu erwarten gewe-
sen wäre. Relativ betrachtet war der März der Monat, der in allen Regionen die größten
positiven prozentualen Abweichungen der Sonnenscheindauern aufwies.
Die phänologische Vegetationsperiode, die mit der Blüte der Salweide beginnt und mit
der Blattverfärbung der Stieleiche endet, dauert in Sachsen im Mittel zwischen 191
Tagen im Erzgebirge und 201 Tage im Norden des Freistaates. Dieser Zeitabschnitt war
2012 im Erzgebirge am längsten mit 214 Tagen, was insbesondere auf eine deutlich
spätere Blattverfärbung der Stieleiche zurückgeführt werden kann. Im Osten dauerte
die Vegetationsperiode 201 Tage an und war damit nur 2 Tage länger als im klimato-
logischen Mittel. In den anderen Tieflandregionen konnte eine zwischen 5 und 9 Tagen
länger als normale Vegetationsperiode aufgezeichnet werden.
Abbildung VI 2012-1 Abweichungen von Lufttemperatur, Niederschlag, Sonnenscheinstunden und Länge der
phänologischen Vegetationsperiode im Jahr 2012 vom Normalwert 1961-1990 (Quelle Geobasisdaten: GeoSN)
Quellen und weiterführende
Informationen
Die Inhalte dieses Kapitels sind
Auszüge aus den gemeinsamen
Bewertungen von DWD und LfULG,
die jeweils zu Beginn des Folge-
jahres veröffentlicht wurden.
Für weiterführende Informationen
– auch zu Auswertungsmetho-
den, klimatologischer Bewertung,
Verbindungen zu anderen Fach-
gebieten, Namen der beteiligten
Autoren und Literaturquellen –
wird darauf verwiesen.
Quelle für alle meteorologischen
Daten ist der DWD.
Die ausführlichen Berichte sind im
Internet verfügbar:
http://www.
umwelt.sachsen.de/umwelt/kli-
ma/1988.htm

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Jahresrückblicke | 121
Besonderheiten der Witterung 2012
Im Jahr 2012 traten vielfältige Extremwetterereignisse auf:
Hitzeepisode Ende April: Ab dem 26.04. drehte auf der Vorderseite eines stark ausgeprägten Trogs über
Westeuropa die Höhenströmung auf südliche Richtungen. Heiße Luft aus Nordafrika wurde über die
Alpen (Föhn) nach Deutschland geführt und ließ die Temperaturen im Süden und Osten Deutschlands auf
Rekordwerte klettern.
Temperatursturz im Mai: Nach mehreren Jahren „Pause“ meldeten sich 2012 die als typische Singularität
bekannten „Eisheiligen“, eine kalte Witterungsepisode zwischen dem 12. und 15.05., zurück. In Leipzig
konnte z. B. am 11.05. noch ein Temperaturmaximum von 30 °C gemessen werden, am 13. und 14.05.
wurden an der gleichen Station Bodenfröste registriert.
Unwetter in der ersten Julidekade: Feuchtwarme, zum Teil auch feuchtheiße Luft subtropischen Ur-
sprungs gelangte in weite Teile West-, Mittel- und Osteuropas. Dabei entluden sich wiederholt unwet-
terartige und blitzreiche Gewitter, gebietsweise verbunden mit Hagel, die darüber hinaus lokal auch zu
Hochwasser und Überschwemmungen führten. Örtlich innerhalb weniger Stunden waren Niederschlags-
mengen bis zu 100 mm zu verzeichnen. Am 6.07. war etwa ein Streifen von Chemnitz bis Königsbrück bei
Dresden am schwersten betroffen.
Rekordhitze im August: Im Zeitraum vom 18.-20.08.2012 gelangte extreme Warmluft von Nordafrika
nach Mitteleuropa. Am 20.08. lag der Schwerpunkt über Sachsen bzw. der Lausitz. Hier wurden verbreitet
die bisherigen absoluten Höchstwerte in der zweiten Augustdekade deutlich übertroffen. Im Dresdener
Elbtal lagen die registrierten Maxima der Lufttemperatur bei Werten bis nahe 40°C.
Spätsommer: Ab dem 19.10. bis etwa 26.10.2012 gelangte außergewöhnlich warme Mittelmeerluft nach
Mitteleuropa. Stellenweise wurden Dekaden-Rekorde der Temperatur registriert.
Wintereinbruch Ende Oktober: Massive Schneefälle traten Ende Oktober auf. Es bildeten sich gebietsweise
beachtliche Schneedecken von 10 bis über 20 cm auch im Tiefland (Abbildung VI 2012-2). In dieser Form
war ein solches Ereignis zu dem Zeitpunkt des Jahres bisher noch nicht in den Wetteraufzeichnungen zu
finden.
Abbildung VI 2012-2 Wintereinbruch am 27.10.2012 in Döbeln (Foto: Hans-Jürgen Schlegel)