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Nummer 69, seit 1999
Ostern 2021
Glück

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Free: El Dia De Los Muertos_Juliane

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Gefangenenzeitung der JVA Chemnitz
3
„Ellis“ Kaffeekränzchen
…..……..……..……...…..
4
GefangenenMitVerantwortung
……….………….
5
Vertrauen oder …
……………..……………..….…...
7
Woran wir glauben
……...………..……………...…..
9
Eure Lieblingsfilme
.……………………..……..…...
11
Gedanken zu Amanda Gorman
..……………...
12
HL - Kinderseite
…………………….………….…......
13
Anstaltsbeirat, Teil 3
………..………………….…...
14
Interview mit Dr. Thomas Galli
………….……
16
Comic - Serie, Teil 3, Maria
..………………..…...
17
Gefangenenzeitung „Aufschluss“-
Interview mit der Staatsministerin
der Justiz, Katja Meier
..………..………………...
21
Leserbriefe
….............................................................
23
HL - Songtext
……………………………..……….…...
25
Das HL - Preisrätsel
……….……………..….…......
26
Kirche 2021
…………….…………………...….…...…..
28
Impressum
….………...………..….…...…………….....
29
HL - Rezepte
….………...……..…………….………….
31
HL - Rätsel
...………….….….….……………...
30 und 32
Worte sind Meinungen und keine Tatsachen!
Inhaltsverzeichnis
Wir wünschen Astrid und
Jacqueline alles Gute für die
Zukunft!
Danke für eure Mitarbeit in der
Redaktion „HaftLeben“.
Titelbild: A., 2021, powerd by Haft Leben
Die Menschen,
die etwas von heute auf
morgen verschieben,
sind dieselben,
die es bereits von gestern auf
heute verschoben haben.
Peter Ustinov
,
1921
-
2004,
englischer Schauspieler,
Regisseur, Autor, Produzent
Auf der Polizeiwache
Frau: "Ich komme, um meinen
Mann als vermisst zu melden!"
Polizist: "Hat Ihr Mann denn
besondere Merkmale?"
Frau: "Nein, aber die bekommt
er, wenn er wieder zu Hause
ist!"
Foto: frei, pixelio.com

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Haft Leben Nr. 69
4
Hey Mädels,
hallo zusammen ihr im oder noch immer auf „nach
dem Lockdown“ Wartende. Ich muss euch erstmal
ein großes Kompliment machen für die vielen
feschen Masken, die Kätzchen bei euch so gesehen
hat. Vom modischen Haute-Couture-Style bis zu
krass-coolen Eigenkreationen zeigt ihr so ziemlich
alles auf den Stations-Catwalks, da wurden meine
medizinisch verpackten Schnurrhaare manchmal
ganz neidisch. Schade, dass eure Mode dann den
medizinischen Einwegmasken weichen musste. Ich
habe mit euch gelitten.
Ich weiß, solches Einkrallen mit Komplimenten ist
keine Wiedergutmachung für das Distanzkuscheln,
auf das wir uns so lange beschränken mussten. Das
mit meiner Cat-Cam für alle Zellen klappt leider noch
nicht, da hängt es wohl an der IT-Infrastruktur in der
Anstalt. Bei den Renovierungsarbeiten in euren
Häusern geht es ja immer nur um Farbe und
Lampen.
Apropos Häuser - ich hab da in den Tageszeitungen
im Lesecafé noch ne abgefahrene Idee für euch
gefunden. Eh die Zeitungen im Corona-
geschlossenen Bereich verstauben, kralle ich mich
da immer mal durch und siehe da: Affen sind
kapitalistisch und in Bremen kosten 7-m²-Häuser
gleich mal 77.777 €. Ja wirklich, kein Scherz. Bei den
stehlenden hehlenden Tempelaffen in Thailand
musste ich lachen, die wissen genau, dass
Badelatschen ne Banane, I-Phones und Kameras
aber einen ganzen Obstkorb wert sind. Clevere
Kerlchen, aber für Geschäftssinn braucht es doch
keine Primaten-Gene. Wenn sich in Bremen 7 m²
5-stellig verkaufen lassen, was könnt ihr dann erst
aus euren 11-m²-Palästen machen. Echt jetzt, ein
paar Hotels sind ja schon auf die Idee gekommen,
den vom Lockdown Genervten zu helfen. Da gibt's
Allein-Asyl und Ruhe-Home-Office für alle, die es mit
der buckligen und halbwüchsigen Verwandtschaft
zuhause eingesperrt nicht mehr aushalten. Das
könnt ihr doch besser!
Ich kann ja schon mal ein paar Anzeigen für euch
schalten zu „garantiert stressfreie Erholungshöhle".
Das verkauft oder vermietet sich doch super: 11 m²
eigenes Reich, nach Wahl mit höchstens einem
Mitmenschen oder für die Detoxer eben auch
reizreduziert ganz alleine. 11 m² Einfachheit für alle
Smombies, die dringend eine Entgiftung von
Konsum, Bildschirmen und Informationsüberflutung
brauchen. Gesellschaft gibt es nur wohldosiert, so
dass man garantiert nicht länger als vier Stunden am
Tag von der Selbstreinigung durch Yoga, Meditation
und Chakra-Safari abgelenkt wird. Hey, sogar
Klöster machen heutzutage auf „Medien- und
Internet-Entgiftungs"-Wochen in ihren analog mittel-
alterlichen Gemäuern.
Auch da könnt ihr dank des
Renovierungsniveaus locker mit-
halten. Nur das warme Wasser auf Zelle und
Mittagessen bis ans Bett wirken ziemlich dekadent,
das wäre für Klosterzellen undenkbar.
Macht ja aber euer Angebot nur umso
verführerischer
- Klosterschick mit Luxus-
komponente. Ich sag euch, das wird der Renner auf
Airbnb.
So ein paar Nachteile müssen wir ja für die Anzeige
nicht unbedingt betonen. Klar, wie überall ist es mit
dem Hotelpersonal manchmal nicht so weit her. Das
mit dem „
„Wasser predigen und selber Wein trinken" ist in
echten Klöstern seit Jahrhunderten ein bekanntes
Problem. Sowas kommt in den besten Anstalten vor.
Oder man fährt extra in eine Fasten-Klinik für
tagelang nur ungesüßten Tee und ein bisschen
Gemüsebrühe ab und zu, nur um bei der
Einzelstunde mit dem begleitenden Mentaltrainer
zufällig zu sehen, wie sich in seinem Büroschrank
Knabberzeugs und Schokoladentafeln stapeln. Das
seien alles nur Geschenke von ehemaligen
Kurteilnehmern, und weil er das ja nie esse, staple
sich das halt im Schrank. Er meint wohl, ich hätte die
zwei leeren Packungen in seinem Papierkorb nicht
gesehen.
Für Fastenwillige können wir euer Angebot jedenfalls
gut optimieren - Mittagessen am Bett lässt sich
abbestellen und sonst ist Zugang zum Kühlschrank
zeitlich nur genauso begrenzt zugänglich wie
Gesellschaft. Die Fastenzellen würden dann einfach
zu 'essensfreien Zonen' erklärt - also nix mit Vorräte
im Schrank - genügend Hotelpersonal zur
Absicherung gibt es ja.
Na gut, das Fastenkonzept wird vielleicht nicht der
Verkaufsschlager, aber mit dem „Allein-Asyl" und
„www...com-freie
Zone" könnt ihr allemal absahnen.
Das hab ich in meinem kapitalistischen Katzen-
gespür. Ich sag euch Bescheid, wenn die Buchungen
eintrudeln.
Ciao und Miau eure Elli
„Ellis“ - Kaffeekränzchen“

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Gefangenenzeitung der JVA Chemnitz
5
G
efangenen
M
it
V
erantwortung
Neues von der GMV
Am Mittwoch den 03.02.2021 hatten wir wieder eine
GMV-Sitzung, jedoch mit neuer Besetzung:
Sarah A., Haus 3 / Station 4
Romy V., Haus 1 / Station 2
Daniela W., Haus 1 / Station 4
Adriana M., Haus 1 / Station 5
Anne H., ''HaftLeben'', Haus 1 / Station 5.
Zur Einleitung wurden vorerst die Aufgaben der
GMV im Allgemeinen besprochen. Unter anderem
werden alle Probleme in diesen Sitzungen
angesprochen, die NICHT in die Leitersprechstunde
gehören. Bedeutet keine Probleme, welche nur
einen allein betrifft, sondern die Allgemeinheit!
Anstaltskaufmann
Im März/April wird es wieder
ein Treffen mit Massak geben.
Dort können wieder Produkte und/oder Vorschläge
abgegeben werden, was man mit auf unsere Liste
nehmen sollte.
Corona
Die Maskenpflicht im Vollzug bleibt
weiterhin bestehen. Jeder bekommt pro Tag eine
neue Maske im Tausch gegen die alte von dem
Bediensteten auf Station. Bei Risikopatienten kann
man nach Rücksprache mit dem med. Dienst auch
eine FFP2 Maske erhalten.
Nichtarbeitern steht am Tag eine Maske zu, bei
Arbeitern kann man sich eine Maske für die Arbeit
bei dem zuständigen Ausbilder, dem Schulbeamten
oder Leiter des Arbeitsbetriebes abholen.
Zum Thema Impfen steht im Terminal bereits ein
Hinweis- bzw. Aufklärungsblatt zur Verfügung
(Quelle: Ministerium). Diese kann man sich im
Vorfeld schon einmal durchlesen und wenn man sich
entschieden hat, beim med. Dienst geben lassen,
um dann einen Termin zu erhalten. Wer dennoch
Fragen zu dem Thema hat, sollte sich einfach per
Antrag für ein Arztgespräch anmelden und sich dann
von ihm informieren zu lassen.
Alles bleibt unverändert (alle Maßnahmen, Abstand,
Hygiene, Maske).
Ausführungen
Es bestand die Diskussion, warum
manche nach Ausführungen in Quarantäne müssen
und manche nicht und warum es bei dem einen
genehmigt wird und bei dem anderen wiederum
nicht. Das Ganze wird folgendermaßen argu-
mentiert: Es werden vorerst nur Ausführungen
genehmigt, welche wirklich wichtig sind. Das
beinhaltet zum Beispiel Wohnungsbesichtigungen,
Ämtergänge oder Gerichtstermine.
Denn nur da ist aufgrund der Anwesenheit von
Bediensteten gewährleistet, dass man sich an den
Abstand und das Kontaktverbot gehalten hat.
Ausführung zu lebenserhaltenden Maßnahmen
werden auch in Einzelfällen genehmigt, nur muss
man damit rechnen, sich dann für 14 Tage in
Quarantäne begeben zu müssen. Denn wenn man
solche Ausführungen wahrnimmt, ist es menschlich,
die Familie zu umarmen und dergleichen, jedoch
könnte man sich so nicht mehr an die vorge-
schriebenen Maßnahmen halten.
Um sicherzugehen, dass man sich im Falle eines
Falles doch angesteckt haben sollte, aber keine
anderen Mitgefangenen infiziert, wird sicher-
heitshalber diese Quarantänemaßnahme vorge-
nommen.
Essen bestellen,
Essen ist eine mit einem
Bediensteten abgestimmte und anlassbezogene
Maßnahme, jedoch sollte im Vorfeld klar sein, wie
viele daran teilnehmen möchten und dass der
Abstand dann bei dem gemeinsamen Essen in der
Fluraufweitung eingehalten werden muss.
Wäsche
Angesprochen wurde auch, dass es früh
bei manchen Bediensteten nicht möglich ist, Wäsche
zu waschen, da die Räumlichkeiten verschlossen
bleiben und auch freitags nach der Arbeit man ja
gleich nach dem Einrücken von Arbeit einge-
schlossen wird. Es wird auch da weitergegeben,
dass den Betroffenen dann noch die Möglichkeit
gegeben werden soll, um zum einen freitags ihre
Wäsche waschen zu können und zum anderen man
nach der Arbeit noch duschen gehen kann.
Med. Dienst
Aufgrund der Pandemie gibt es
eine längere Wartezeit im Hinblick auf den zeitlichen
Ablauf. Die Gefangenen werden stationsweise zum
medizinischen Dienst gebracht. Besprochen wird
noch, wie sich Gefangene, die früh nur kurz dahin
müssen, beispielsweise wegen Schmerzmedi oder
Bedarfverhalten, verhalten sollen.
Freizeit- und Sportmaßnahmen oder Arztbesuche
müssen aufgrund der andauernden Corona-
Pandemie stationsweise erfolgen.
Anm. Anstaltsleitung: zwischenzeitlich wurde geklärt,
dass die Frauen aus den Arbeits- bzw.
Bildungsbereichen dem medizinischen Dienst bzw.
dem Anstaltsarzt zugeführt und zurückgebracht
werden.
Psychologe, Seelsorger
Eine dritte Psychologin
wird bald hier tätig sein, die Stelle hierfür ist bereits
ausgeschrieben.
Für die katholische Seelsorger in der JVA steht
bereits eine neue Frau in den Startlöchern und auch
für polnische Mitgefangene wird demnächst ein
Seelsorger tätig sein.
Weiter auf der nächsten Seite.

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Haft Leben Nr. 69
6
Weiter mit dem GMV-Artikel
Sporthalle, Hof
Wie man unschwer erkennen kann,
hat der Sporthallenbau ja bereits begonnen, man
vermutet, dass es etwa zwei Jahre dauern kann/wird.
Auch die Grünflächen werden noch grüner (Bäume,
Hecken).
Tauben
Im Terminal kann man genaueres nach-
lesen, jedoch wird auch hier noch einmal darauf
hingewiesen, nichts auf den Fensterbrettern zu
lagern, weder mit Tauben noch mit deren Kot in
Berührung zu kommen, da ein Tierarzt vom
Veterinäramt verendete Tiere untersucht und einen
Virus nachgewiesen hat, welcher auf uns Menschen
übertragbar ist.
Müllentsorgung
Ein altbekanntes, trauriges
und fremdschämendes Thema...
Also mal ganz ehrlich, wenn man hören muss, dass
die Mitarbeiter der Baufirmen einfach nur angewidert
sind, wie es hier aussieht, na dann Prost Mahlzeit.
Sehr nett, da gerade diese Menschen dafür da sind,
um es uns hier irgendwie schöner zu machen. Wenn
diese dann belästigt werden von benutzten Binden,
Tampons und was nicht alles aus dem Fenster fliegt,
ganz großes Kino!!!
Schämt euch und hoffentlich erwischt euch mal so
ein Ding.
In diesem Sinne auch ein großes Dankeschön an
die Haus- und Hofreiniger.
Sie reißen sich den
Arsch auf, damit wir hier zum einen nicht noch mehr
Ratten bekommen, es nicht stinkt und zum anderen
überhaupt noch Leute und Bauarbeiter herkommen.
Wichtig ist für uns, dass wir kein Lochgitter an die
Fenster bekommen!
Noch wurde diese Maßnahme abgelehnt - vorerst.
Die Gefangenenzeitung „HaftLeben“ berichtete immer mal wieder über die
Zustände im Außenbereich der JVA Chemnitz.
Im Juli 2015 sogar mit diesem Titelbild! Das will doch niemand, oder?
Eine positive Wirkung auf die Bauarbeiter, die derzeitig in der JVA Chemnitz,
also für uns arbeiten, hat das Titelbild mit der „Schweinerei“ sicher nicht.
Wenn man dazu noch bedenkt, dass Frauen die Verursacher sind -
bleibt nur noch zu sagen - schämt euch!
G
efangenen
M
it
V
erantwortung

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Gefangenenzeitung der JVA Chemnitz
7
Vertrauen oder Glauben oder nichts
davon?
(HL- fabula)
Wenn ich zum Thema
'Vertrauen' schreibe, dann muss man mich schon
per Auftragsarbeit dazu zwingen. So als müsste
Twilights Jacob eine Lobeshymne auf Edward oder
Lady Diana eine auf Camilla singen. Wer hier einen
freudigen, unverkrampften Text erwartet, die wird
enttäuscht werden.
Wenn mir nichts einfällt, dann frage ich immer
erstmal Tante Wikipedia. Die hat mir erklärt, dass
Vertrauen eine subjektive Überzeugung ist, man
könnte auch sagen ein Glauben. Es ist der
Glauben, dass Handlungen richtig, Aussagen wahr
und Personen redlich sind.
Vertraue ich nun darauf, dass die Menschen um
mich herum richtig handeln, dass sie die Wahrheit
sagen und dass sie es gut mit mir meinen. Wer
mich fragt, ob ich das glaube: auf keine Fall!
Glauben heißt, von etwas überzeugt zu sein, auch
wenn oder gerade weil eine akzeptable
Begründung oder Beweise fehlen. Was auf Fakten
und Beweisen begründet ist, würde man ja auch
Wissen nennen. Nun weiß ich aus der Beobachtung
des Lebens, dass Menschen selten richtig handeln,
nicht oft die Wahrheit sagen und naja, ich bin schon
froh, wenn mir Leute nicht allzu sehr schaden. Aber
sei's drum. Die Natur des Glaubens ist ja, den
Fakten zu trotzen. Und je weniger Beweise es gibt,
desto stärker muss dann halt der Glauben sein. Am
meisten glaubt man sowieso, was man glauben will.
Oft können Gegenbeweise ja sogar noch den
eigenen Glauben stärken. Je mehr Widerstand in
Form von Argumenten oder Belegen mir die
Außenwelt entgegenbringt, desto mehr werde ich
mich vielleicht an meine Überzeugung klammern.
Für das überzeugt sein brauche ich keine
objektiven Anhaltspunkte, also können objektive
Tatsachen meiner Überzeugung auch nicht
schaden. Irren ist quasi ausgeschlossen. Mit dem,
was ich glaube, liege ich zwangsläufig, kraft meiner
Überzeugung, immer richtig.
Wer will, kann also gerne an Vertrauen glauben,
aber so jemand ist dann eben selber schuld! Schuld
an was, mögt ihr fragen - schuld daran, sich auf
Vertrauensseligkeit eingelassen zu haben und auf
alles, was dann folgt, wenn diese Vertrauens-
seligkeit (fast notwendigerweise) enttäuscht oder
missbraucht wird.
Vertrauen ist eben immer ein Vorschuss. Man
gewährt es, ohne zu wissen, was man bekommt.
Die Möglichkeit des Guten ist grundsätzlich
vorhanden, die Möglichkeiten für alles andere aber
auch. Und selbst gut gemeintes kann immer und
jederzeit in der Katastrophe enden. Wo Menschen
handeln, passieren Fehler. Die Konsequenzen sind
nicht immer von den Agierenden zu tragen. Gute
Zwischenergebnisse schützen auch nicht vor einem
schlechten Ende. Gemünzt auf das Leben ist das
immer der Tod. Egal wie viele Unfälle oder
Krankheiten man überlebt, zum Schluss geht doch
jede Geschichte ganz unweigerlich mit dem Sieg
des Sensenmannes aus.
Wahrscheinlich denkt jetzt mehr als eine von euch:
fraujeh
, was für eine erbärmliche und traurige
Existenz, die glaubt ja an gar nix - würde so aber
nicht stimmen! Auch ich glaube ganz fest an etwas.
An die Magie, die wir zwischen uns und durch
unser Miteinander schaffen können, wenn wir es
nur wollen und uns dafür entscheiden. Ich spreche
von den kleinen und großen Menschlichkeiten und
Gütigkeiten, den Freuden, die wir uns gegenseitig
bereiten können, dem Guten, zu dem wir alle fähig
sind. Ich glaube, dass wir fast alle zu fast jeder Zeit
dazu fähig sind, uns für etwas Gutes, etwas
Schönes, etwas Mitmenschliches zu entscheiden.
Sodass wir im Ganzen viel mehr sein können als
nur die Summe der Individuen, die dabei sind.
Die Magie des Miteinanders ist keine
Mathematik, sie kann ganz überraschend und
überwältigend wunderbares hervorbringen.
Leider sind die operativen, die wichtigen Wörter in
all diesen Sätzen 'fähig' und 'können', denn wenn
ich mir die Welt so ansehe, wenn ich mir mein
Leben und die Menschen darin ansehe, wenn ich
andere Menschen in meinem Blickfeld oder auch
nur auf der Mattscheibe beobachte, dann weiß ich,
dass wir für viel zu wenig Magie im Leben sorgen.
Mit der großen Intelligenz und den wunderbaren
Fähigkeiten unserer Gehirne sind die Menschen
schon seit tausenden von Jahren ausgestattet,
wofür haben wir sie denn genutzt? Die tollste
Technik wird zuerst für die Kriegsführung
verwendet. Neue Erfindungen dienen vor allem
dem Kapitalismus und mehren den Reichtum
Einzelner.
Foto:
free, piixelio.de
Vertrauen oder ...

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Haft Leben Nr. 69
8
Weiter von der Seite 7
Die Menschheit war zwar auf dem Mond und kann
1 km hohe Gebäude in der Wüste bauen, trotzdem
haben wir weder den Weltfrieden erreicht noch die
Welternährung sichergestellt. Unsere weitreichenden
Ressourcen und Kenntnisse setzen wir letztlich so
selten für das Gesamtwohl aller ein.
Geistiges Eigentum und originäre Ideen sollen sich
für deren Erfinder ja durchaus lohnen. Aber ist es
deswegen in Ordnung, dass die Kinder von Bill
Gates (Microsoft-Gründer), Mark Zuckerberg
(Facebook-Gründer) oder Jeff Bezos (Amazon-
Gründer) schon vom Tag ihrer Geburt an so
unfassbar reich sind, dass sie sich niemals nur einen
Gedanken über Geld machen müssen, ohne auch
nur einen einzigen Tag arbeiten zu müssen. Und
was bedeutet schon geistiges Eigentum und
originäre Idee. Steve Jobs, der Gründer und Visionär
des Apple-Konzerns, gab mal zu, dass er die Idee für
seine I-Phones und I-Pads aus der Star Trek Serie
mit Kapitän Kirk hatte. Die Schreibpads, mit denen
die Besatzung damals auf dem Raumschiff rumlief,
waren das, was Steve Jobs in echt erreichen wollte.
Ausgehend von diesem Bild schuf er einen Konzern,
der anfangs nur ausgedachte Science Fiction
Wirklichkeit werden lassen wollte. Muss man dann
fragen, wem die Idee eigentlich wirklich gehörte. Und
entsteht nicht jede Idee aus dem Impuls heraus,
etwas anders oder besser machen zu wollen. Aus
etwas schon dagewesenem etwas zu machen, dass
irgendwie einfacher, effizienter, schneller, was auch
immer ist. Jede Idee wächst doch aus anderen, baut
auf Ideen anderer auf; außer dem Urknall ist doch
nie wieder etwas aus dem absoluten Nichts
entstanden.
Und warum wird aus einem Science Fiction Traum
nur eine Geschäftsidee für ein technisches Gerät,
warum nicht den gesamten Traum von einer Welt
ohne Kriege, ohne Hunger, ohne Ausweglosigkeit
umsetzen. Weil wir noch nicht bereit dafür sind?!
Wohl eher, weil wir uns nicht dafür entscheiden.
Weil jeder und jede Einzelne zu oft und zu viele
Entscheidungen nur für sich selbst trifft.
Jeder für sich zuerst, die anderen machen es doch
auch alle so. Ich benutze diese Ausrede auch viel zu
oft, wohlwissend dass es eine Ausrede ist,
wohlwissend, dass wir alle sehr oft ganz andere
Möglichkeiten hätten und die Welt ganz anders
aussehen könnte. Alle gemeinsam könnten wir so
unglaublich viel Magie auslösen und für alle die Welt
so viel besser machen, als wir uns das momentan
vorstellen können.
Ich glaube fest daran, dass wir das könnten. Ich weiß
aber genauso gut oder vielleicht mit noch größerer
Gewissheit, dass wir es schlicht nicht tun werden.
Ich weiß auch nicht, warum es so schwer ist, sich
richtig zu entscheiden, sich für das Gute zu
entscheiden. Weil es Kraft und Geduld braucht? Weil
man sich dabei auf andere verlassen muss, weil man
darauf vertrauen muss, dass auch alle anderen beim
großen Ziel mitziehen, dass alle in den notwendigen
kleinen Schritten das große Ganze unterstützen?
Und da sind wir wieder beim Vertrauen - darauf
vertrauen, dass alle ihren Teil leisten und mein
Puzzleteil im großen Ganzen seine Magie mit
entfalten kann.
Ich glaube, dass wir vieles, viel mehr als uns
bewusst ist, könnten. Doch ich sehe, dass wir es
nicht tun. Ich beobachte auch an mir immer wieder,
dass ich es nicht tue. Und so fällt es mir immer
schwerer, an etwas zu glauben, das ich nicht sehe,
auf etwas zu vertrauen, von dem ich weiß, dass es
selbst mir zu anstrengend und zu unerreichbar
scheint.
Es ist die endlose Mär von 'Wenn wir alle so negativ
denken, passiert nichts.' Und weil zu viele tatsächlich
so handeln, passiert auch nichts. Wir sehen kleine
Funken von Magie überall, wenn wir nur hinsehen.
Und doch fassen wir uns nie wirklich alle an den
Händen für die weltumspannende Kettenreaktion,
das globale magische Feuerwerk.
Kann man gleichzeitig glauben und kein
Vertrauen haben. Ja, kann man.
Ich tue es. Es macht mich nicht glücklich, aber ich
halte mich für realistisch.
Vertrauen oder ...
Bild: Fotolia_85688758_M

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Gefangenenzeitung der JVA Chemnitz
9
Woran wir glauben
(HL-FAM)
Ein sehr tiefes, mal wieder weit-
umfassendes Thema, was beim Lesen der
Überschrift kurz zum Griff in die religiöse Schublade
einlädt. Doch lassen wir den Satz bzw. die Frage
kurz wirken, wird die Weite des Themas richtig
bewusst. Die Frage, die mir durch den Kopf schießt:
„Was genau ist Glaube eigentlich?“ Fakt ist, Glauben
ist etwas, was nicht bewiesen ist, man kann ihn nicht
sehen, nicht hören, nicht riechen, nicht schmecken
oder anfassen. Ebenso wenig wie Liebe, Hoffnung,
Freude, Glück, Vertrauen, Zuversicht usw. Jedoch
kennt jeder die Gefühle, die dadurch in uns
ausgelöst werden, sie sind sehr stark spürbar, ganz
tief in uns. Wer kennt nicht das Gefühl, wenn man
ganz fest an etwas geglaubt, gehofft hat - sei es auf
eine positive Entscheidung, Antwort oder Reaktion -
und es dann endlich in Erfüllung ging. Das Glück, die
Freude, die Kraft, die Erleichterung … durchströmen
jede Zelle im Körper, das Adrenalin ist unermesslich
hoch. Die Wissenschaftler versuchen schon lange,
das Thema Glauben messbar, nachweisbar zu
machen, jedoch ohne Erfolg, nur das, was es
auslöst, das ist sehr deutlich spürbar, belegbar,
sichtbar. So wie mit der Liebe, sie passiert, keiner
weiß wieso, aber kennt das Gefühl und liebt es! Aber
warum müssen wir Menschen immer auf alles eine
Antwort haben, wieso sind wir erst überzeugt, wenn
es wissenschaftliche Belege gibt? Ist es nicht gerade
die Magie des Glaubens, was es mit uns macht, die
wichtig sind? Ist es nicht das, was uns Menschen
ausmacht? Ich glaube, dass jeder Mensch an etwas
glaubt, vielleicht nennt es jeder nur anders. Der eine
nennt es Schicksal, der andere Karma, der eine
glaubt an sich, der andere an Gott usw. Dies ist doch
völlig egal, es läuft immer auf das Gleiche hinaus.
Die Kraft, den Mut, die Hoffnung, die daraus
entstehen, nur die zählen doch.
Besonders gut sichtbar ist das Leuchten in den
Kinderaugen zur Weihnachtszeit. Wie fest glauben
sie an den Weihnachtsmann oder das Christkind, wie
aufgeregt sind sie, wie groß ist die Vorfreude, die
Spannung. Doch sobald die Fragen kommen, der
Zweifel an der Echtheit, ist diese Magie
verschwunden. Wie traurig fühlen wir uns danach,
wenn der Glaube zerstört ist. Kinder sind frei von
Skepsis, sie müssen nicht alles verstehen, sie
brauchen nicht immer Beweise, sie haben das
unerschütterliche Vertrauen, den Glauben, dass alles
gut und richtig ist, wie es ist. Doch je älter sie
werden, desto mehr Antworten wollen sie, desto
mehr wollen sie verstehen, begreifen, um so mehr
wollen sie bewiesen haben. Die Magie des Glaubens
verschwindet mehr und mehr. Dieses Phänomen ist
auch immer wieder bei Zaubershows zu erleben, wo
Erwachsene diese Magie kurzzeitig erfahren. Jeder
weiß eigentlich, dass es nur ein Trick, eine Illusion ist
und doch glauben wir für einen Moment daran und,
lassen uns in diese Magie fallen.
Ich glaube, dass der unerschütterliche Glaube an
etwas - egal an was - ein sehr hohes Gut ist.
Glauben zu können, ohne Beweise zu haben, gibt
den Menschen die Magie, die Kraft, die wir in dieser
viel zu schnelllebigen, zu wissenschaftlichen Welt
brauchen. Bin ich deshalb ein Träumer, naiv,
unrealistisch? Ich glaube nicht, denn was ist schon
ein Mensch in diesem riesigen Universum? Was sind
wir denn in dieser unendlich großen Welt? Seien wir
doch ehrlich, wir sind höchstens ein Krümelchen! Wir
versuchen, mit der Wissenschaft alles zu beleuchten
und unsere Intelligenz versucht, es zu verstehen,
aber allumfassende Wahrheit vermögen wir nicht zu
verstehen oder zu erkennen. Warum wollen wir es
denn aber so hartnäckig? Welche Chance würde es
uns geben, wenn wir einfach viel mehr glauben
würden? Es macht frei, frei davon Antworten finden
zu wollen, frei von Erwartungen, es bleiben einfach
nur Kraft, Mut und Begeisterung ….
Sobald ich mir eingestehe, dass ich an etwas glaube,
entscheide ich mich bewusst auch dafür, dass ich
mich täuschen kann, aber ich bleibe beim Glauben.
Wenn ich mich getäuscht habe, bin ich traurig,
enttäuscht, es tut weh, aber auch da kommt es
darauf an, wie ich damit umgehe. Ja, es ist nicht
schön, aber die Welt geht nicht davon unter. Also
wenn ich das Positive sehe, ist es doch gut, so wie
es ist, es hat mir in dieser Zeit gutgetan und Magie
gegeben, also war es doch gut. Und ganz ehrlich, die
wirklich wichtigen Dinge im Leben sind doch sowieso
die, die wir nicht sehen, hören, riechen, schmecken
oder anfassen können, sondern in uns spüren. Sie
sind somit nicht beweisbar, aber doch realistisch
spürbar! Was ist mit all den Wundern auf der Welt?
Sie passieren, sind aber nicht erklärbar.
Weiter auf Seite 10
Woran wir glauben ...

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Haft Leben Nr. 69
10
Gedankensplitter - Splittergedanken
Weiter von der Seite 9
Auf wie viele Wunder, Tatsachen oder Fragen kann
selbst die Wissenschaft keine Antworten liefern?
Deren Existenz allein beweist jedoch, dass es da
etwas gibt, etwas Höheres, etwas wofür es sich zu
glauben lohnt. Wenn ich mir die Schöpfung der Welt
ansehe, wie jedes Lebewesen, sei es noch so
winzig, seinen doch so wichtigen Platz in der Welt
hat. Der Kreislauf ist nur miteinander möglich, so ein
Wunder und nicht überschaubar von uns Menschen,
einfach weil man es allumfassend sehen muss, nicht
nur in dieser kleinen Momentaufnahme, die wir als
Mensch erreichen können.
Wenn jemand sagt, er glaubt an nichts mehr, dann
lügt er. Denn jede Handlung, jede Tat, jeder Antrag,
jeder Brief, trägt eine Hoffnung, einen Glauben oder
Wunsch in sich, den Glauben auf positive Erfüllung,
auf Antwort. Somit ist die Frage nicht, glaube ich,
sondern eher woran glaube ich. Glauben heißt doch
auch, ich vertraue darauf. Wir vertrauen unseren
Kindern, unserem Mann/ Frau, unserer Freundin/
Freund, uns selbst, also glauben wir. Wer an etwas
ganz fest glaubt, der lässt sich davon auch nicht
abbringen, dafür ist es einfach zu wichtig.
Oder denkt an Bauchgefühle oder Vorahnungen, die
einen plötzlich überkommen, unerklärlich, und doch
zeigen sie Wahrheiten auf. Was ist das, woher
kommt das?
Ja, ich glaube an vieles, sei es an Glauben, Liebe,
Hoffnung, Freundschaft, Vertrauen, Gerechtigkeit,
Veränderungen, an Chancen geben, an mich selbst,
an die Kraft der tiefen Gespräche und noch so vieles
mehr und ja, auch an Gott! Nicht an den alten Mann,
mit langem Bart, der auf einer Wolke sitzt und seine
Entscheidungen fällt. Für mich ist Glaube so viel
mehr, so lebendig, in so vielen Kleinigkeiten sichtbar,
nicht unbedingt an eine feste Person gebunden.
Kann Gott nicht auch die Mutter sein, die dir fehlt,
oder dein Vater, der dir Stärke gibt, mal eine
Freundin, die dich tröstend in den Arm nimmt, mal
ein tiefes Gespräch, das dir die Augen öffnet, ein
Buch, das dich tief berührt …? Deshalb ist Gott für
mich nicht eine Person, sondern eher das, was mich
stärkt, was mich schützt, was mir Liebe gibt, was mir
einen Sinn gibt, was mir das zur Verfügung stellt,
was ich in dieser Zeit gerade am nötigsten brauche
(hier im Gefängnis, wie auch draußen), was mich
auffängt, mich tröstet. Liebe oder Hoffnung zu haben,
eine echte Freundschaft und auch, dass ich glauben
kann. An den Tiefpunkten meines Lebens kann ich
all meine Sorgen, Ängste loslassen, kann an ein
positives Ende glauben, kann frei werden von
Erwartungen - das gibt mir Ruhe, Kraft, Mut, Hoff-
nung und Zuversicht. Somit ist Glauben für mich wie
eine Wirbelsäule, die mich stützt, aber mir die
Freiheit gibt mich zu bewegen, einfach Glauben der
Halt gibt, aber auch Fragen zulässt! Ich fühle mich
nie allein, ich fühle mich getragen. Eigentlich ist es
doch egal, an was wer glaubt, Hauptsache es tut
einem gut und hilft einerseits und schadet
andererseits keinem! Sollten wir nicht viel mehr allen
die Freiheit geben zu glauben, was sie möchten?
Sollten wir vielleicht nicht viel öfter darüber ins
Gespräch kommen, wer was glaubt? Wäre es nicht
respektvoller, es nicht zu belächeln, nicht klein zu
reden oder fairer, andere nicht zu mobben nur wegen
ihres Glaubens? Ich glaube daran, es würde allen
Menschen gut tun so zu sein, wie sie sind und so
auch geliebt zu werden, vor allem von sich selbst. Ich
glaube, unsere Welt braucht Menschen, die kein
„Abklatsch von“… sind, sondern Menschen wie du
und ich, die zu ihren Fehlern stehen, die auch mal
unbequem sind, die Ängste, Sorgen und ein Ziel
haben; Menschen, die an das glauben, was für sie
gut ist, die wachsen wollen, die andere so
annehmen, wie sie sind, die keinerlei Vorurteile
haben …!
Foto: Bits and Splits - Fotolia.com
Woran wir glauben ...

Gefangenenzeitung der JVA Chemnitz
11
Horoskop 2021
Eure Lieblingsfilme
Filmtitel
Nennungen Standortnr. Büchereikatalog
Transformers
4
DVD 226/DVD57
Dirty Dancing
3
DVD 216/DVD209
Pulp Fiction
2
Pretty Woman
2
DVD 147
Forrest Gump
2
DVD 355
Elsterglanz – Schlüssel zur Weibersauna
2
The Green Mile
2
DVD 363
Blade
1
Legenden der Leidenschaft
1
Chuck & Larry
1
Armagedon
1
DVD 67
Leon – Der Profi
1
DVD 340
Avatar
1
DVD 312
P.S. Ich liebe Dich
1
Speed
1
Burlesque
1
Ostwind
1
Die Bestimmung
1
Planet der Affen
1
Terminator I
1
Ghost Rider
1
End of Watch
1
Little Britain
1
96 Hours
1
Venom
1
Last Samurai
1
Die Brücken am Fluss
1
Ghetto Gangz
1
Er ist wieder da
1
Ziemlich beste Freunde
1
DVD 313
Titanic
1
DVD 106
Schlaflos in Seattle
1
Football Factory
1
Die Schöne und das Biest
1
Frühling
-
Sommer
-
Herbst
-
Winter
-
Frühling
1
Trippel
1
Clockwork Orange
1
Spun
1
Kevin allein zu Haus
1
Manta Manta
1
Ghost – Nachricht von Sam
1
DVD 205
Wir hatten euch doch das letzte Mal nach euren Lieblingsfilmen gefragt und wir haben zahlreiche Antworten
bekommen. Vielen Dank dafür! Für die in den Mauern vorhandenen Filme geben wir euch mal die DVD-Nr.
der Bücherei an die Hand. Einige werden DVDs sicher schon sehen können. Für die restlichen Filme ohne
Nummer müssen wir dann als Teil der nächsten Neuanschaffungen werben.

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Haft Leben Nr. 69
12
Gedanken zu Amanda Gorman
Die Zukunft kann kommen?
(HL-NML)
Bei der Amtseinführung des neuen
amerikanischen Präsidenten Biden wurde die erst
22-jährige Dichterin Amanda Gorman für viele zum
Inbegriff eines neuen Aufbruchs. Vielleicht haben
auch einige von euch die Bilder dieser jungen Frau
gesehen, wie sie kaum über das Mikrofon reichte.
Mit ihrem Gedicht „Der Hügel, den wir erklimmen“
verzauberte das „skinny black girl" (dürre schwarze
Mädchen), wie sich Amanda Gorman selbst in ihren
Zeilen nennt, die ganze Welt. Ihr Text findet eine
beeindruckende Balance zwischen Vergangen-
heits- und Problembewusstsein einerseits und
Zuversicht und Zukunftsbejahung andererseits.
Mich haben die junge Frau und auch ihre Hinter-
grundgeschichte sehr bewegt. Als Tochter einer
alleinerziehenden afroamerikanischen Mutter und
Kind mit einem Sprachfehler hatte sie nicht die
idealen Voraussetzungen, zur Nationalen Jugend-
Dichterin des Jahres 2017 aufzusteigen. Und doch
hat sie ihre Chancen immer genutzt, wenn sie da
waren.
Folgend haben wir ein paar der prägnantesten Zeilen
des Gedichts ausgewählt, in etwas freierer
Übersetzung - vielleicht könnt ihr auch für euch und
euer Leben etwas Mut und Hoffnung daraus ziehen:
Wenn es Tag wird, fragen wir uns, wo wir Licht
finden können, in diesem niemals enden wollenden
Schatten?
...
Und doch gehört die Morgendämmerung uns,
noch ehe wir es wussten.
Irgendwie schaffen wir es.
Irgendwie überstanden und verfolgten wir ein Leben,
das nicht zerbrochen ist, es ist einfach nur
unvollendet.
...
Und ja, wir sind bei weitem nicht rein, bei weitem
nicht makellos,
wir streben auch nicht danach, das perfekte Leben
zu führen,
aber danach, ein Leben zielgerichtet zu gestalten.
...
Und so blicken wir auf, blicken nicht auf die
Vergangenheit,
sondern auf die Aufgabe vor uns.
...
Wahr ist:
Auch als wir trauerten, entwickelten wir uns weiter.
Auch als wir litten, hofften wir.
Auch als wir ermüdeten, gaben wir nicht auf.
Wir können siegreich sein,
Nicht weil wir nie wieder scheitern werden,
sondern weil wir nicht nachlassen werden.
...
Das ist die frohe Verheißung des Hügels, den wir
erklimmen,
wenn wir es nur wagen.
...
Darin finden wir die Kraft,
ein neues Kapitel zu schreiben,
uns selbst Hoffnung und Lachen zu schenken.
Während wir uns einst fragten,
wie wir jemals gegen diese Katastrophe bestehen
könnten,
bekräftigen wir jetzt:
Wie könnte diese Katastrophe jemals gegen uns
bestehen?
Wir werden nicht rückwärts zum Gewesenen
marschieren,
sondern uns der Zukunft zuwenden.
Vielleicht sind wir als Mensch verletzt, aber dennoch
ungebrochen.
Lasst uns gütig aber kühn sein, furios und frei.
Wir werden uns weder einschüchtern noch
zurückdrängen lassen,
weil wir wissen, dass unsere Untätigkeit und Trägheit
unsere Zukunft gefährden können.
Unser Nichtstun wird zu unserer Bürde.
Aber eines ist sicher:
...
Wenn der Tag kommt, treten wir aus dem Schatten
heraus,
entfesselt und ohne Angst.
Die neue Morgendämmerung wird erblühen, wenn
wir sie befreien.
Denn es gibt immer Licht,
wenn wir nur mutig genug sind, es zu sehen,
wenn wir nur mutig genug sind, es selbst zu sein.
Foto CNN-Livebild

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Gefangenenzeitung der JVA Chemnitz
13
HL-Kinderseite
Interview mit Miss P. (8 Jahre)
HL-Frage: Wie findest du das mit Corona?
Miss P.:
Das ist richtig doof, weil da echt viele krank
werden und auch sterben. Das Corona geht ja auch
nicht wieder weg. Blöd.
HL-Frage: Gehst du wieder zur Schule oder zu
deinen Freunden?
Miss P.:
Nein, in die Schule kann ich nicht, nur die
ganz großen Kinder dürfen dahin gehen. Und meine
Freunde sehe ich auch nicht mehr so oft, da man
das ja nicht darf.
HL-Frage: Was machst du denn da den ganzen
Tag?
Miss P.:
Na ich steh morgens mit der Oma oder dem
Opa auf (kommt darauf an wer auf Arbeit ist oder
nicht) dann machen wir Frühstück zusammen und
machen danach Schule, bis es Mittagessen gibt.
Nach dem Mittagessen darf ich noch bissl draußen
spielen oder auch drinnen und dann machen wir
nochmal Schule.
HL-Frage: Findest du das gut oder nevt es dich?
Miss P.:
Nö, ich find das nicht schlimm. Ich will aber
trotzdem wieder in die Schule gehen und meine
ganzen Freunde wiedersehen. Das mit der Maske
(medizinische Einheitsmaske, Anmerkung der Red.)
ist auch voll doof, ich darf nicht mehr die schönen
bunten und farbigen Masken tragen.
HL-Frage: Glaubst du eigentlich an Gott?
Miss P.:
Ja.
HL-Frage: Echt jetzt und warum?
Miss P.:
Weil wir den in der Schule dran haben.
HL-Frage: Und darum glaubst du an Gott?
Miss P.:
Ja, weil die gesagt haben, dass der nett ist.
HL-Frage: Glaubst du noch an was anderes?
Miss P.:
Ja. Ich glaub daran, dass ich bald ein Pferd
kriege. Und dann kann ich zu dir reiten und dich und
deine Freundin abholen, und danach kaufen wir noch
Süßes und einen Hasen.
Dann sind wir endlich wieder zusammen.
HL - Woran glaubt ihr eigentlich?
Aron 17 Jahre:
Ich glaube an nicht viel, ich bin gerade nur noch
genervt, es dreht sich alles nur noch um Corona,
ich darf nicht in die Schule, aber wehe meine Haus-
aufgaben sind nicht pünktlich zur angegebenen
Zeit beim Lehrer angekommen, keine persönlichen
Kontakte zu meinen Freunden, ich darf keinen
mehr in der Öffentlichkeit in die Arme nehmen, mei-
ne Mutti kann nicht nach Hause kommen und wenn
doch, dann sitzen wir uns gegenüber, keine Umar-
mung, kein Kuss, nichts von dem, selbst ein Be-
such bei Mutti ist nicht wirklich schön, wir sitzen
zwei Meter getrennt, zwischen uns eine Scheibe
und alle haben Mundschutz auf, somit kann ich gar
nicht verstehen, was Mutti sagt und umgekehrt, das
macht alles keinen Spaß mehr. Ich hoffe von Her-
zen, dass dieses Jahr Corona erledigt wird, ich hof-
fe, dass meine Ausbildung normal läuft, ich endlich
das wichtige Praktikum machen kann, dass die
Schule normal läuft, mal mehr Menschlichkeit,
mehr auf den anderen achten. Jeder lebt gerade
sehr allein. Ich glaube, die Alten haben es so nötig
und die ganz Kleinen verstehen es noch gar nicht,
es entstehen so viele Ängste, keine Sicherheit ist
mehr vorhanden, jeder ist nur noch genervt, viele
verlieren ihre Arbeit, Gewalt zu Hause steigt, was
ich in vielen Statistiken in meiner Ausbildung lese.
Marvin 14 Jahre:
Ich glaube an mich. Ich hoffe, die Schule gut abzu-
schließen. Ich glaube nicht an Gott, ich glaube an
meine Familie, Freunde. Ich werde sehen, was ich
lerne und lasse einfach alles auf mich zukommen.
Glaube - Liebe - Hoffnung

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Haft Leben Nr. 69
14
Unsere HL-Fragen an den Anstaltsbeirat
Angelika Hugel
Ich studierte Wirtschaftswissenschaften in Karl-Marx-
Stadt. Heute bin ich Vorsitzende der Geschäftsführung
der Arbeitsagentur Chemnitz.
Bitte nutzen Sie den Briefkasten des Beirates.
Nach der Haft spielt der berufliche Neuanfang oder
der Wiedereinstieg eine wichtige Rolle. An dieser
Stelle möchten wir als Arbeitsagentur und Jobcenter
intensiv unterstützen. Egal, ob es um Ausbildung,
Umschulung oder die Suche nach einer Arbeitsstelle
geht, wir stehen zur Seite und bereiten gemeinsam
den nächsten Schritt ins Arbeitsleben vor. Als Mitglied
des Anstaltsbeirats bin ich nah am Geschehen dran
und kann bei diesem Thema viel beisteuern. Ihre
Fragestellungen zu kennen und diese direkt
aufnehmen zu können, ist für mich wichtig.
Denken Sie stets in Richtung Zukunft. Zukunft
bedeutet manchmal einen starken Umbruch, sie dient
jedoch immer als Chance. Diese Chancen und die
Entscheidungen, die wir treffen, bestimmen unseren
Weg. Machen Sie stets das Beste daraus.
Ein Vorbild habe ich nicht, aber eine Maxime, die mir
in meinem bisherigen Leben gutgetan hat. Ich blicke
immer nach vorne und suche mir dabei positives, das
mich leitet. Wenn ich mich für einen Weg und ein Ziel
entschieden habe, stehe ich voll und ganz dahinter.
Zu erreichen, was ich mir vorgenommen habe, erfüllt
mich und gibt mir ein gutes Gefühl.
Janette Füseler
Geschäftsführerin Stadtsportbund Chemnitz e. V.
Bitte nutzen Sie den Briefkasten des Beirates.
Die Bedeutung von Bewegung für die (Gesund-)
Erhaltung von Körper und Geist ist unstrittig.
Vielleicht bekomme ich die Möglichkeit, durch mein
Mitwirken bei den Insassinnen die Begeisterung für
Sport/Bewegung, Leistungsfähigkeit sowie fairem
Miteinander zu wecken. Der Bau einer Sporthalle
wurde ja bereits geplant. Hier sehe ich für die
Zukunft einige Potenziale für ein kontinuierliches
haftbegleitendes Sporttreiben.
„Alle machen wir viele Fehler im Leben. Lernen wir
unsere Schwächen zu erkennen, um Verzeihung zu
bitten und die Zukunft besser zu gestalten.“
(frei nach Franziskus)
„Wer sagt, dass das Leben immer leicht sein muss“-
egal, ob Coronakrise oder persönliche Tiefschläge;
es geht immer wieder darum, auch aus schwierigen
Situationen das Beste zu machen.“
Kontakt über ...
Kurzbeschreibung, weshalb Sie uns und in der 7. Legislaturperiode als
Anstaltsbeirat unterstützen wollen.
Was wollten Sie uns Gefangenen schon immer mal sagen?
Haben Sie ein Vorbild oder eine Lebensmaxime?
Fotos: Hugel und Füseler

Gefangenenzeitung der JVA Chemnitz
15
Unsere HL-Fragen an den Anstaltsbeirat
Wen oder was würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?
Was darf in Ihrem Kühlschrank niemals fehlen?
Handbuch Überlebenstraining
Gemüse und Käse
Einen großen Radausflug.
Täglich ein paar Seiten in einem interessanten
Buch lesen.
Anfangen, wenn sich etwas für mich als sinnlos
erweist.
Aufhören, wenn ich zu etwas tausend Ideen habe
.
Auf eine einsame Insel möchte ich nicht.
Joghurt.
Einfach mal nichts.
Eine morgendliche Tasse Tee ist für mich ein
tägliches Ritual. Am Wochenende darf es auch gern
eine Tasse Kaffee sein.
Es kann beides schwer, jedoch beides auch schön
sein.
Was machen Sie an einem überraschend freien Tag?
Welches tägliche Ritual pflegen Sie?
Was finden Sie schwerer, anfangen oder aufhören?
Herzlichen Dank für die Beantwortung unserer HL-Fragen!
Du hast das Recht, du zu sein
Oft hast du dich gefragt, wer du bist.
Du hast andere gefragt
und ganz unterschiedliche Antworten bekommen.
Du hast gespürt, dass sich etwas in dir regt,
etwas Eigenes, Unauswechselbares.
Du bist dem nachgegangen, aber du hast dich nicht getraut,
es zu entwickeln, du hattest Angst vor deinem eigenen Mut.
Du hast gelesen und geforscht, hast Biografien anderer studiert,
du hast deine eigene Familie beobachtet, um dich selbst besser zu verstehen,
und bist doch immer wieder zu dir zurückgekommen.
Am Ende hast du gemerkt, dass du nur dich hattest,
dein Leben, deinen Weg und deine Entscheidungen.
Wenige haben dir geholfen, dein Leben selbst zu führen.
Viele haben dir Ratschläge gegeben, wie sie es machen würden.
Jetzt bist du dran.
Du kannst dein Leben in die Hand nehmen, kannst entscheiden, wie du leben willst,
kannst dich wehren gegen die, die für dich entscheiden wollen.
Du entscheidest, es ist dein Leben.
Der Verfasser ist uns leider unbekannt.

Haft Leben Nr. 69
16
HL- Interview mit Dr. Thomas Galli
Im freien Wikipedia Lexikon ist das Folgende über
Dr. Galli zu lesen.
Zitat: Thomas Galli
(geb. 1973) ist ein deutscher Jurist
und Autor. Er studierte ferner Psychologie (mit dem
Abschluss Bachelor of Science) und Kriminologie (mit
dem Abschluss Master of Arts). Er ist ein Kritiker des
derzeitigen Strafvollzugs.
Galli war ab 2001 im Strafvollzug tätig, unter anderem
in der Justizvollzugsanstalt Straubing. 2013 wurde er
Leiter der Justizvollzugsanstalt Zeithain, 2015 für über
sechs Monate zusätzlich Leiter der Justiz-
vollzugsanstalt Torgau. Galli war Mitglied des Beirats
von
netzwerkB.
Seit Oktober 2016 ist Galli als
Rechtsanwalt in einer Kanzlei in Augsburg tätig.
HL - Würden Sie den offenen Vollzug auch für
Frauen als Regelvollzug befürworten?
„Gerade für Frauen sollte der offene Vollzug die Regel
und nicht die Ausnahme sein. Frauen sind meist noch
deutlich stärker als Männer familiär eingebunden und
haben oft noch minderjährige Kinder. Der Kontakt zu
den Familienangehörigen sollte so wenig wie möglich
durch den Strafvollzug erschwert werden. Dies lässt
sich im offenen Vollzug leichter realisieren. Hinzu
kommt, dass von Frauen generell weniger „Gefahr“ als
von Männern ausgeht. Idealerweise beginnt man daher
zunächst bei Frauen, den Vollzug weiter zu öffnen. Die
positiven Erfahrungen, die man dort machen wird,
lassen sich dann auf den Vollzug insgesamt
übertragen.“
HL - Wie kann Resozialisierung vor allem für Frauen
gelingen? Was sollte dabei beachtet und eventuell
geändert werden? Ist das überhaupt und in
Sachsen möglich?
„Sachsen steht im bundesweiten Vollzugsvergleich
nach meiner Überzeugung gut da. Auf diesem Niveau
sollte man aufbauen, um neue Maßstäbe zu setzen.
Die Behauptung, Menschen im Vollzug der Strafe
resozialisieren zu wollen, noch dazu in geschlossenen
Anstalten, muss langsam der Erkenntnis über die
Realität weichen. (Re-) Sozialisation ist nur in einem
lebensnahen Kontext möglich. Denkbar wären etwa
dezentrale Wohngruppen, mit deutlich höheren
Freiheitsgraden und eine intensivere und individuelle
Arbeit mit Straffälligen im „richtigen Leben“. Und bei
Betäubungsmitteldelikten ist eine Bestrafung oft
ohnehin kontraproduktiv, hier wären stützende
Maßnahmen zielführender.“
HL - Wie sollte eine moderne JVA nach Ihren
Vorstellungen aussehen oder sehen Sie hier
eventuell sogar Alternativen? Wie stellen Sie sich
dann den Umgang mit inhaftierten Frauen vor?
„Der Gedanke, hunderte straffällige Menschen, ob
Männer oder Frauen, zusammen zur Strafe in eine
geschlossene Anstalt einzusperren, ist nicht mehr
zeitgemäß. Bagatelldelikte und viele Betäubungs-
mitteldelikte sollten entkriminalisiert werden, zumindest
jedoch sollten sie nicht mit einer Freiheitsstrafe
geahndet werden. Mit den so freiwerdenden
Ressourcen könnte dann (wie in Frage 2
angesprochen) intensiver und zielführender in einem
dezentralen Kontext gearbeitet werden. Auch die
elektronische Fußfessel kann als Alternative zur
Unterbringung in einer Anstalt Sinn machen. Die
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Justizvollzuges
würden „Fallmanager“, die mit den Klienten in einem
lebensnahen Kontext arbeiten könnten. Dass man auch
auf neuen Wegen nicht jede Straffällige erreicht, ist
vollkommen
klar.
Aber
man
könnte
die
Resozialisierungschancen im Vergleich zum jetzigen
System deutlich steigern, und damit auch die Erfolge
für die Justizvollzugsbediensteten greifbarer machen.
Ein sehr lang andauernder und sehr weitgehender
Entzug von Freiheit macht aus meiner Sicht nur bei
sehr wenigen Schwerstkriminellen Sinn, die man bei
den Frauen wohl an einer Hand abzählen kann.“
HL - Ist eine Resozialisierung sinnvoll und wie
sollte sie im Frauenvollzug später aussehen?
„Zunächst ist es sinnvoll, Straffällige nicht ohne Not zu
desozialisieren. Resozialisierung ist ein großes
Schlagwort, aber im Grunde macht es Sinn, mit
Straffälligen so zu arbeiten, dass sie künftig nicht
wieder straffällig werden.“
HL - Welche Perspektiven könnten einmal das
straffreie Leben dieser Frauen erhöhen?
„Viel zu wenig Inhaftierten wird der Freigängerstatus
und die Möglichkeit eröffnet, schon während der
Haftzeit bei externen Arbeitgebern tätig zu werden.
Gerade das würde aber vielen eine Perspektive über
die Haft hinaus eröffnen.“
HL - Könnten Sie sich in vorstellen, dass es in
unserem Haftraum in Chemnitz, schon in naher
Zukunft, einen Zugang in das große "World Wide
Web" geben wird? In einigen Haftanstalten soll
heute schon möglich sein. Welche Bedingungen
sehen Sie dafür?
„Es wäre höchste Zeit, Inhaftierten zumindest einen
eingeschränkten Zugang zum Internet zu ermöglichen.
Ohne
diesen
kann
heutzutage
von
einer
Resozialisierung ohnehin kaum die Rede sein.“
HL - Was halten Sie als Autor von mehreren uns
bekannten Büchern zum Thema Gefängnis und
Rechtsanwalt von dem Buch „Wege durch den
Knast“ und davon, dass es in den meisten JVAs in
Deutschland inzwischen verboten ist?
Ich habe auch mitbekommen, dass dieses Buch oft
verboten wird. Dieses Verbot ist kleingeistig und
peinlich. Ich habe an dem Buch übrigens nicht
mitgeschrieben und möchte es dennoch empfehlen.“
HL - Herzlichen dank für dieses Interview Dr. Galli
Kanzlei Dr. Galli & Riedl Rechtsanwälte
Augsburg

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Gefangenenzeitung der JVA Chemnitz
17
Comic Nr. 3, von Maria aus der JVA Chemnitz

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Haft Leben Nr. 69
18
Comic Nr. 3, von Maria aus der JVA Chemnitz

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Gefangenenzeitung der JVA Chemnitz
19
Comic Nr. 3, von Maria aus der JVA Chemnitz

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Haft Leben Nr. 69
20
Herzlichen Dank an Maria für die Genehmigung zum
Abdruck ihres Comics!
Herzlichen Dank an Frau Weyhe und Frau Koch, die
2020 maßgeblich zum Gelingen dieses Projektes
beigetragen haben!
Herzlichen Dank an die Anstaltsleitung, die dieses
Projekt ermöglicht hat. In den nächsten „HaftLeben
-
Heften“ möchten wir auch noch die anderen zwei
Comics abdrucken.
Damit die Texte lesbarer sind, haben wir den
Kontrast, abweichend vom Original, künstlich
verstärkt. Für die dabei erzeugten Unsauberkeiten
bitten wir um Entschuldigung.
Redaktion „HaftLeben“
Comic Nr. 3, von Maria aus der JVA Chemnitz

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Gefangenenzeitung der JVA Chemnitz
21
Interview mit der Staatsministerin der Justiz
„HaftLeben“ dankt der Gefangenenzeitung „Aufschluss“, Heft 4/2020, des Arbeitskreises
Resozialisierung e. V. aus Leipzig für die Genehmigung des Abdrucks des folgenden Interviews mit
der Staatsministerin der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung Katja Meier.
Was wollen Sie als
Justizministerin
grundsätzlich am
bestehenden
Justizvollzug
ändern?
Das
sächsische
Strafvollzugsgesetz setzt für den Vollzug der
Freiheitsstrafe das Ziel, dass die Freiheitsstrafe die
Gefangenen so beeinflussen soll, dass sie danach
nicht mehr straffällig werden. In einem Umfeld mit
umfangreichen Regeln, streng geordneten Abläufen
und Abschottung vom öffentlichen Leben, das
Unabhängigkeit und Individualität eingeschränkt,
erscheint dies eine große Herausforderung für
Gefangene wie auch für die Mitarbeiter*innen des
Gefängnisses, die dieses Ziel erreichen sollen. Ein
Großteil der Gefangenen kommt aus komplizierten
Lebensverhältnissen: zerrüttete familiäre Ver-
hältnisse, keine abgeschlossene Berufs- oder gar
Schulausbildung, Schulden, psychische Erkran-
kungen und Sucht.
Vor dem Hintergrund dieser komplexen Problem-
lagen gibt es nicht die eine Stellschraube, an der ich
drehen möchte, sondern vielmehr müssen wir
verschiedene Maßnahmen angehen: Wir wollen
weitere Suchttherapiestationen einrichten. Die dazu
erforderlichen personellen, baulichen und sachlichen
Voraussetzungen müssen aber erst noch geschaffen
werden. Auch den Vollzug in freien Formen wollen
wir ausbauen, wobei insbesondere Angebote für
Frauen und erwachsene Männer ermöglicht werden
sollen. Weiterhin möchte ich den familienorientierten
Vollzug inklusive spezieller Angebote für Kinder von
Straffälligen und Langzeitbesuche stärken.
Im Zuge der Coronakrise haben wir die Möglich-
keiten des zentralen elektronischen Besuchs bereits
ausgebaut. Die Videotelefonieangebote für die
Gefangenen möchte ich gerne auch nach der Krise
erhalten. Auch wollen wir mit digitalen Bildungs- und
Freizeitangeboten im Haftalltag zur Resozialisierung
beitragen.
Als ehemalige Anstaltsbeirätin ist es mir besonders
wichtig, das Wirken der Anstaltsbeiräte in der
Öffentlichkeit mehr sichtbar zu machen und ihre
Erfahrungen, insbesondere bei der Fortentwicklung
des Vollzuges und der Gewinnung von Ehren-
amtlichen, mehr in die tägliche Vollzugspraxis
einfließen zu lassen.
Was halten Sie von einer Lohnerhöhung für
Gefangene? Wie könnte diese aussehen?
Gefangene und Untergebrachte erhalten auf der
Grundlage der geltenden Regelungen in der
Sächsischen
Justizvollzugsvergütungsverordnung
eine Vergütung. Je nach Vorkenntnissen und
Schwierigkeitsgrad der Tätigkeit ist die Bezahlung in
verschiedene Stufen gestaffelt.
Auch wenn es in Sachsen keine Arbeits- oder
Ausbildungspflicht gibt, nehmen doch viele
Gefangene diese Möglichkeit gern wahr. Der
Strafvollzug ist immer auch darauf gerichtet, die
Gefangenen zu unterstützen, nach der Entlassung
ein eigenverantwortliches und straffreies Leben zu
führen. Arbeit im Vollzug unterstützt diesen Prozess
nachhaltig und das nicht nur der damit verbundenen
Wertschätzung wegen. Gefangene können von dem
Arbeitslohn
nämlich
beispielsweise
Unter-
haltspflichten erfüllen oder Schulden begleichen.
Außerdem haben sie aber vor allem die Möglichkeit,
einen Teil des Geldes als Überbrückungsgeld
anzusparen. Viele Gefangene machen davon auch
Gebrauch. Wenn also über die Vergütung der
Gefangenenarbeit gesprochen wird, muss vor
diesem Hintergrund in erster Linie immer deren Wert
für die Resozialisierung gesehen werden.
Wir überprüfen gerade die Sächsische Justiz-
vollzugsvergütungsverordnung und damit auch die
„Lohnhöhe“. Die Arbeiten stehen aber noch ganz am
Anfang.
Was wird dafür getan, dass es mehr Arbeits- und
Ausbildungsplätze in sächsischen JVAs geben
soll?
Mit Blick auf das bereits angesprochene Ziel der
Resozialisierung und angesichts Bedeutung der
Arbeit ist es mir ein sehr wichtiges Anliegen, die im
Vollzug vorhandenen Arbeitsplätze zu erhalten und -
soweit dies nach den räumlichen Kapazitäten
möglich ist - weiter auszubauen. Im Jahr 2019
wurden beispielsweise in den Justizvollzugs-
anstalten Chemnitz und Dresden zwei Unter-
nehmertreffen durchgeführt, bei denen Vertretern
aus der Wirtschaft die Arbeits- und Ausbildungs-
möglichkeiten
in
sächsischen
Gefängnissen
vorgestellt wurden. So konnten regionale Unter-
nehmen gewonnen und zusätzliche Arbeitsplätze für
Gefangene geschaffen werden. Diesen Dialog mit
der sächsischen Wirtschaft und der Möglichkeit zur
Vernetzung und Kooperation möchte ich gern
fortführen.
Zum anderen versuchen die Anstalten. mit ihren
Eigenbetrieben neue Produkte herzustellen, weitere
Dienstleistungen anzubieten und neue Kunden zu
gewinnen. Auch dadurch können wir Beschäfti-
gungsmöglichkeiten erhalten oder gar neu schaffen.
Foto: SÄCHSISCHES STAATSMINISTERIUM DER JUSTIZ UND FÜR DEMOKRATIE, EUROPA UND GLEICHSTELLUNG - Pressestelle

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Haft Leben Nr. 69
22
Interview mit der Justiz Staatsministerin
Weiter mit dem Interview der Staatsministerin
In der Justizvollzugsanstalt Zeithain wurde z. B.
Ende 2019 ein Betrieb eingerichtet, der aus nicht
mehr verwendbaren Gegenständen neue Produkte
herstellt, das sogenannte Upcycling.
Ein zentrales und maßgeblich auf die Integration der
Gefangenen nach der Haftentlassung ausgerichtetes
Vollzugsziel ist die Ausbildung.
Hier
gilt es, bedarfsgerechte Angebote vorzuhalten
und die bereits bestehenden Maßnahmen weiter-
zuentwickeln. Gefangene sollen die Möglichkeit
haben, während ihrer Haftzeit einen Schul- oder
Berufsabschluss zu erlangen. In Bezug auf den
Anteil an Bildungsmaßnahmen im Justizvollzug lässt
sich aber sagen, dass Sachsen im bundesweiten
Vergleich bereits jetzt gut aufgestellt ist. Aber besser
werden kann man ja immer.
Wie lange geht noch die Förderung durch den
ESF (Europäische Sozialfonds) und was passiert,
wenn diese nicht verlängert wird?
Es ist richtig, dass neben einigen beruflichen
Ausbildungen und Umschulungen, die aus
sächsischen Landesmitteln finanziert werden, die
Förderung von beruflichen Qualifizierungsvorhaben
im Justizvollzug zum ganz überwiegenden Teil aus
Mitteln erfolgt, die von Europäischen Union zur
Verfügung gestellt werden. Das ist mir als Justiz- und
Europaministerin besonders wichtig zu betonen. Wir
in Sachsen profitieren unter anderem dadurch von
europäischer Solidarität. Wie und in welchem
Umfang die Förderung der EU künftig ausgestaltet
sein wird, hängt von mehreren Faktoren ab und lässt
sich auch mit Blick auf die gerade laufenden
Verhandlungen des EU-Haushaltes derzeit noch
nicht prognostizieren. Ziel ist es, auch in der neuen
Förderperiode 2021 bis 2027 das bisherige
Maßnahmenangebot möglichst aufrechtzuerhalten
und - soweit erforderlich - bedarfsgerecht weiter-
zuentwickeln. Dafür werde ich mich einsetzen.
Wie stehen Sie dazu, dass Gefangene nicht in die
Rentenversicherung einzahlen können?
Nach der derzeitigen Rechtslage werden die
Gefangenen nicht in die gesetzliche Renten-
versicherung einbezogen, weil die während der Zeit
des Strafvollzuges ausgeübte Beschäftigung kein
versicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis im
Sinne des Rentenrechts darstellt und somit keine
rentenversicherungsrechtliche
Beitragszeit
be-
gründet.
Das Thema ist seit 2015 Gegenstand mehrerer
Arbeitsgruppen
der
Konferenz
der
Justiz-
ministerinnen und -minister der Länder unter
Beteiligung von Referenten aus meinem Haus und
der Arbeits- und Sozialministerkonferenz. Wie Sie
vielleicht wissen, hat die Konferenz der
Justizministerinnen und -minister im Juni 2018 die
Einbeziehung von arbeitenden Gefangenen und
Sicherungsverwahrten sowie in Arbeit und in
Ausbildung befindlichen Untersuchungs- und
Jugendstrafgefangenen in die Gruppe der in der
gesetzlichen Rentenversicherung versicherungs-
pflichtigen Personen ausdrücklich begrüßt. Die
Einbeziehung in die gesetzliche Rentenversicherung
ist, wie ich finde, sinnvoll, um eine spätere
Bedürftigkeit zu minimieren.
Für das Gesetzgebungsverfahren zur Einführung
einer Versicherungspflicht für Gefangene ist der
Bund zuständig, da das Sozialgesetzbuch ein
Bundesgesetz ist. Bei entsprechenden Initiativen
werden wir uns aus Sachsen in die Diskussion
einbringen.
Wie stehen Sie zur GGBO (Gefängnis
Gewerkschaft Bundesweite Organisation)? Sollte
man sich als Häftling dort Unterstützung
einfordern?
In welcher Form sich Gefangene mit Blick auf ihre
Belange während der Haft vertreten sehen wollen,
müssen
sie
letztlich
selbst
entscheiden.
Grundsätzlich finde ich es gut und wichtig, wenn sich
Gefangene in die Vollzugsgestaltung konstruktiv
einbringen. In einem System wie dem Justizvollzug
sind nicht alle Entscheidungen kollektiv diskutierbar.
Aber ein organisatorischer Rahmen für einen
kontinuierlichen Austausch ist wichtig. Deshalb
wurde zum Beispiel in den Vollzugsgesetzen auch
die Gefangenenmitverantwortung geschaffen.
Wie stehen Sie zu dem Buch “Wege durch den
Knast”?
Es gibt großes Interesse seitens der Inhaftierten
dieses Buch zu lesen, doch Bedenken der
Anstaltsleitung der JVAs.
Grundsätzlich kann jede*r lesen, was er oder sie will.
Man sollte sich aber möglichst aus vielen unter-
schiedlichen Quellen informieren.
Foto: Archiv HL, 2009, F 29 Architekten

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Gefangenenzeitung der JVA Chemnitz
23
Leserbriefe
Damals wie heute, wir sind und
bleiben Echt
So oft es nur ging, haben wir uns getroffen, haben
die gemeinsame Zeit jeden Tag aufs neue genossen.
Wir haben es geschafft, zusammen „Frei zu sein“.
Hatten eine Freundschaft, die nicht nur verrückt,
aufregend, stark und innig war. Nein.
Diese Freundschaft war viel mehr, sie war
respektvoll, aufrichtig, ehrlich und vor allem Echt.
Wir waren unzertrennlich und unsere Liebe
zueinander war bedingungslos.
Kaum zu glauben, doch auch diese Zeit sollte ein
Ende haben.
Das ernste Leben ging los, wir fingen mit den
Ausbildungen an, hatten Partnerschaften und
machten unsere Führerscheine.
Wir sind erwachsen geworden, haben uns verändert,
gingen unterschiedliche Wege.
Wir verloren uns aus den Augen und jeder fing an,
ohne den anderen zu leben.
Der Schmerz nahm nun mein Leben ein.
12 Jahre vergingen und auf einmal warst du wieder
da, ich konnte es kaum glauben, doch es war
wirklich wahr.
Und nun lernen wir uns neu kennen und haben doch
irgendwie eines gemein, jeder ist auf eine Art und
Weise auf die „schiefe Bahn“ geraten und das,
obwohl wir uns doch die ganze Zeit so nahe waren.
12 Jahre ohne dich, doch ich weiß noch ganz genau,
wie es mit dir war.
Aus den Augen, aber niemals aus dem Sinn.
Noch immer würde ich alles stehen und liegen
lassen für dich.
Fühle noch immer unsere Verbindung und liebe dich
mehr als je zuvor.
Möchte nie mehr ohne dich sein und dich in meinem
Herzen wissen.
Ich bin für dich da, lass dich nicht mehr allein und
vielleicht kann ich irgendwann sogar dein „Grund“
sein.
Wir sind wieder vereint und auch unsere Zeit wird
kommen.
Bis dahin vergiss nicht
„Ein In Extremo, der wird niemals knien“
Pater Bernhard:
Liebes Redaktionsteam,
es war für mich spannend, die verschie-
denen Gedanken im letzten HaftLeben zu
lesen. Danke, dass ich mit euch noch
verbunden sein kann…
Wertes Redaktionsteam,
ich staune immer wieder, wie sie in den so
unberechenbaren Zeiten die Zeitung
hinbekommen....
Schade nur, dass das Hygiene-Museum auch von
der Schließung - in Sachsen wohl bis Ende Februar
- betroffen ist. Na, vielleicht verlängern die die
Sonderausstellung.
Dr. Häußler
Therapeutische Fördereinrichtung
Für den liebsten Menschen in
meinem Leben - meinem Kind
Mein Herz schlägt nur durch einen Punkt auf einem
Ulltraschall.
Das ganze Leben vorher wie ein großer Wutanfall.
Doch Hass verpufft an einem einzigen Freuden-
schrei.
Halt deinen Kopf vor meine Hand und hab das ers-
te mal wirklich Angst, doch auch neue Kraft.
Denn ich lass sicher kein Problem dieser ungerech-
ten Welt auch nur einen Zentimeter zu nah an dich
ran.
Ich geh in Flammen für dich auf, wenn es sein
muss.
Und bin die Mauer, die dich schützt vor dem
negativen Einfluss.
Gott gab mir ein Geschenk, denn in deinen Adern
fließt mein Blut.
Solange das Schicksal mich liebt und ich dich
begleite, räum ich jeden davon für dich beiseite.
Nur du konntest mein Herz heilen.
Ein Gedanke an dich zieht mich raus aus der
Scheiße.
Nur weil es dich gibt, bin ich zum Glück nicht mehr
die Alte.

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Haft Leben Nr. 69
24
Hallo liebe JVA,
wir, das sind mehrere Gefangene, die unter einigen
drastischen Auswirkungen der Corona-Maßnahmen
hier an der Anstalt zu leiden hatten. Wir wollen da
mal was klären.
Erstens stellen wir klar:
Corona ist sicher ein Problem, aber was da
zwischendurch auf der 3 abging, ging gar nicht.
Tagelang wirklich 24 h am Tag Verschluss. Kein
Hofgang, keine Dusche, keine Waschmöglichkeit
außer Waschbecken, für sich selbst und die
Wäsche!
Zum Teil gab es kaum die Möglichkeit, den Müll
loszuwerden. Zur Quarantäne gehörte manchmal
noch ein Kommunikationsverbot. Um telefonieren zu
können, hätte man ja in einer Zelle mit Telefon sein
müssen.
Quarantäne und Infektionsschutz hin oder her, aber
so die Grundrechte der Gefangenen zu treten kann
doch keine Lösung sein!
Zweitens: Wir sind doch alle hier, weil wir unsere
Probleme falsch gelöst haben. Wir haben gegen
Regeln und Gesetze verstoßen. Deswegen sind wir
hier.
Und dürfen uns ansehen, wie die Anstalt das
Corona-Problem auch nur mit Regelverletzungen
löst. Echt jetzt?
Permanent 24 h nur auf Bude eingesperrt. Am
Anfang konnte uns noch nicht mal jemand sagen,
wie lange das gehen soll. Und da soll man nicht
durchdrehen?
Der Hofgang darf nicht eingeschränkt werden, lest
mal § 64 Strafvollzugsgesetzbuch nach. Okay, dann
sind Personalmangel und ganz plötzlich neue
Umstände eben Probleme.
Von uns wollt Ihr doch auch, dass wir die ohne
Regelverletzungen lösen! Und selbst?
Viele Grüße
"wir wissen, wer wir sind"
Gedankensplitter
Leserbriefe
- Splittergedanken
Leserbrief von 'Nachgedacht':
Seit ein paar Wochen tragen wir nun unsere
medizinischen "Anti-Viren-Masken". Der Nutzen
trägt einen wissenschaftlichen Daumenabdruck.
Alle machen mit, mehr oder weniger überzeugt von
der Maßnahme. Die Gefahr lauert tatsächlich vor
den Mauern und wir können wohl darauf vertrauen,
dass alle externen und internen Mitarbeiter der JVA
ihrer Fürsorgepflicht uns gegenüber nachkommen
und peinlich auf ihre Gesundheit achten.
Doch dann folgendes, sich wiederholendes
Szenario: Jede Gefangene kann und soll
gebrauchte Masken 1:1 gegen neue tauschen. Hier
enden plötzlich die Sorgfalt und auch der Sinn
möglicher gesundheitssichernder Maßnahmen.
Denn auf dem Tisch neben dem Dienstzimmer
thront ein Eimer. Fast in Atmungs- und Geruchs-
höhe. Gut gedacht. Falsch umgesetzt. Jede
Gefangene wirft ihre verbrauchte Maske in den
offenen Eimer und tatscht mehr oder weniger
hinein. Die Masken sind sperrig und der Eimer
schnell scheinvoll. Es gibt keinen Deckel und
Handschuhe sind beim Hantieren auch nicht Pflicht.
Die Tatsache bzw. Hoffnung, dass auf der Station
keine positiven Infektionsfälle existieren, lassen
mich über diese Aktion schmunzeln. Gut gemeint
ist eben noch lange nicht auch gut gemacht.
Nur wer Böses dabei denkt, könnte meinen: alles
nicht so schlimm, nicht wirklich ernst gemeint, alles
nur Formsache. Ist das so? Und was will der
"Maßnahmenvertreter" uns damit sagen? Doch die
Wirklichkeit ist eine andere, diese können wir
täglich in den Nachrichten mit verfolgen. Hier sollte,
auch aus Gründen der Glaubwürdigkeit, unbedingt
nachgebessert werden.
Denn die Vorstellung, es handle sich bei den
Masken um infektiöses Material, möchte ich gar
nicht erst aufkommen lassen.
Anmerkung der Anstaltsleitung:
Es wurde veranlasst, dass die Müllereimer für die Gesundheitsmasken auf den Stationen ebenerdig aufge-
stellt werden. Gegen eine "offene Entsorgung" der Gesundheitsmasken in den Restmüll bestehen seitens
der Infektionshygiene keine Bedenken, da es sich im vorliegenden Fall nicht um eine Quarantänestation
handelt. Nur bei infizierten Personen ist der betroffene Müll über den Hausmüll noch in einen extra ver-
schlossenen Beutel zu entsorgen.
Zum weiteren Leserbrief ist beabsichtigt, in der nächsten Gefangenenzeitung die veranlassten Maßnahmen
im Zugangsbereich bei Aufnahme bzw. Quarantäne von Inhaftierten anschaulich darzustellen.

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Gefangenenzeitung der JVA Chemnitz
25
Ich habe einen Traum
I Have a Dream - ABBA
I Have a Dream, a song to sing
To help me cope, with anything
If you see the wonder, of a fairy tale
You can take the future, even if you fail
I believe in angels
Something good in everything I see
I believe in angels
When I know the time is right for me
I'll cross the stream, I Have a Dream
I Have a Dream, a fantasy
To help me through, reality
And my destination, makes it worth the while
Pushin' through the darkness, still another mile
I believe in angels
Something good in everything I see
I believe in angels
When I know the time is right for me
I'll cross the stream, I Have a Dream
I'll cross the stream, I Have a Dream
I Have a Dream, a song to sing
To help me cope, with anything
If you see the wonder, of a fairy tale
You can take the future, even if you fail
I believe in angels
Something good in everything I see
I believe in angels
When I know the time is right for me
I'll cross the stream, I Have a Dream
I'll cross the stream, I Have a Dream
Quelle: Musixmatch
Songwriter: Ulvaeus Bjoern K / Andersson Benny Sigvard / Mc Cluskey
Howard Dean
Songtext von I Have A Dream © Universal/union Songs Musikforlag Ab
I Have a Dream - Übersetzung - ABBA
Ich habe einen Traum
Ich habe einen Traum,
Ein Lied zu singen.
Um mir zu helfen alles zu bezwingen.
Wenn du das Wunder von einem Märchen siehst,
Kannst du die Zukunft nehmen,
sogar wenn du gescheitert bist.
Ich glaube an Engel.
Ich sehe etwas Gutes in allem.
Ich glaube an Engel.
Wenn ich weiß, dass die richtige Zeit gekommen ist,
überquere ich den Fluss - Ich habe einen Traum.
Chorus:
Ich habe einen Traum, eine Fantasie,
Um mir durch die Realität zu helfen
Und mein Ziel macht es lohnenswert.
Drängeln durch die Dunkelheit,
noch eine weitere Meile.
Ich glaube an Engel.
Ich sehe etwas Gutes in allem.
Ich glaube an Engel.
Wenn ich weiß, dass die richtige Zeit gekommen ist,
überquere ich den Fluss - Ich habe einen Traum,
überquere ich den Fluss - Ich habe einen Traum.
Ich habe einen Traum,
Ein Lied zu singen,
Um mir zu helfen alles zu bezwingen.
Wenn du das Wunder von einem Märchen siehst,
Kannst du die Zukunft nehmen, sogar wenn du
gescheitert bist.
Ich glaube an Engel.
Ich sehe etwas Gutes in allem.
Ich glaube an Engel.
Wenn ich weiß, dass die richtige Zeit gekommen ist,
überquere ich den Fluss - Ich habe einen Traum.
Chorus (till end)
Writer(s): Aleksej Anatolevich Kortnev, Bjoern K. Ulvaeus, Benny Goran
Bror Andersson
Lyrics powered by
www.musixmatch.com
Foto oben: Wikipedia, ABBA: Benny Andersson, Anni-Frid
Lyngstad, Agnetha Fältskog, Björn Ulvaeus (von links nach
rechts), 1974

Haft Leben Nr. 69
26
Nachlesen und Nachfragen sind ausdrücklich erlaubt!
Nur eine Antwort ist richtig.
Das HL - Preisrätsel
1. Welchen Staat gibt es in Afrika wirklich?
A: Wakanda
B: Burundi
C: Monendo
D: Lipindu
2. Welchen Staat gibt es in Europa wirklich?
A: Ufotte
B: Immassi
C: Andorra
D: Opella
3. Welchen Staat gibt es in Amerika wirklich?
A: Peru
B: Kita
C: Navi
D: Tofu
4. Welchen Staat gibt es in Asien wirklich?
A: Rangelei
B: Lorelei
C: Huddelei
D: Mongolei
5. Was ist eine deutsche Großstadt?
A: Naschen
B: Fasten
C: Futtern
D: Essen
6. Was ist eine südamerikanische Hauptstadt?
A: Cola
B: Lima
C: Hula
D: Lama
7. Wogegen wird es nie einen Impfstoff geben?
A: Mumpitz
B: Malaria
C: Masern
D: Mumps
8. Womit kann der Kammerjäger nicht helfen?
A: Rennmaus
B: Wollmaus
C: Hausmaus
D: Schwitzmaus
9. Was findet man auf keiner Speisekarte?
A: Kalbsmagen
B: Schafsmagen
C: Saumagen
D: Remagen
10. Was gibt es garantiert nicht in einem Büro
oder Bürogebäude?
A: PC
B: IC
C: MC
D: WC
11. Wie könnte man den Geschmack des Brotes
hier bisweilen bezeichnen?
A: poppig
B: puppig
C: peppig
D: pappig
12. Was findet man in keinem Kleiderschrank?
A: Regenhose
B: Windhose
C: Hochwasserhose
D: Schneehose
13. Was wäre uns im Gefängnis am
wünschenswertesten?
A: Schlüsselgewalt
B: Stimmgewalt
C: Farbgewalt
D: Naturgewalt
Alle Fragen und Antworten hat sich diesmal
HL/NW
ausgedacht. Danke!

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Gefangenenzeitung der JVA Chemnitz
27
14. Wer hauste im frühen 5. Jahrhundert im
heutigen Andalusien?
A: Vandalen
B: Sachsen
C: Thüringer
D: Hunnen
15. Was ist ein bedeutender Bestandteil des
menschlichen Tastsinns?
A: Brandt-Beinchen
B: Schröder-Fingerchen
C: Merkel-Körperchen
D: Kohl-Köpfchen
Verschiedene Preise, je nach Verfügbarkeit u. a.
(Produktbeispiele)
Aus allen Einsendungen mit mindestens
acht richtigen Antworten werden die
Gewinnerinnen gezogen.
Meistens eine Gewinnerin pro Station.
Es gilt dabei der Zeitpunkt der Abgabe!
Leider nur für die JVA Chemnitz!
Wie mache ich mit?
Die Lösungen bitte auf dem Lösungsbogen
ankreuzen und mit Name, Haftraumnummer,
Alter sowie ob Raucher oder Nichtraucher
angeben.
Lösungsblatt ausschneiden und in den
Briefkasten der Redaktion (z. B. Ausgang zum
Hof) bis zum
15.04.2021
einwerfen.
Name, Vorname:
________________________________________
Haftraum: __________
Haus:__________
Alter:
__________
Nichtraucher
Raucher
März
2021
A
B
C
D
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
Die Redaktion dankt dem Sponsor Rudolf H.
für die zur Verfügung gestellten Preise!
Das HL - Preisrätsel

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Haft Leben Nr. 69
28
Liebe auf den ersten Blick
Über den eigenen Glauben zu sprechen, ist etwas
sehr intimes. Ich habe großen Respekt davor,
andere Menschen darauf anzusprechen. Wohl auch
deshalb, weil ich selbst nicht immer einfach so
darüber sprechen mag. Wenn ich jedoch von etwas
begeistert bin, dann öffnet sich mein Herz. So geht
es mir, wenn ich an den Weihnachtsgottesdienst auf
dem Freistundenhof hier in der JVA und
anschließend nochmal im kleinen Kreis auf der
SOTHA denke. Dass wir so zusammenkommen
konnten, auch in dieser Coronazeit, das hat mich
sehr gefreut und auch neue Hoffnung entfacht, dass
wir hier hinter den Gefängnismauern auch in diesem
Jahr wieder Gottesdienste feiern werden. In der
Zwischenzeit vertraue ich darauf, dass Gottes Geist
und der Glaube der Einzelnen immer wieder stärker
sind als Einsamkeit und Angst.
Logisch ist das mit dem Glauben - von außen
betrachtet - finde ich, nicht. Es gäbe so viele
Gründe, nicht mehr zu vertrauen, dass Gott das
Leben jedes einzelnen Menschen trägt. Gerade,
wenn Enttäuschung, Kränkung, Wut oder Angst die
Tage und Nächte von Menschen manchmal schwer
machen. Gott aber trägt uns - gerade auch in
solchen Zeiten - und manchmal zeigen sich ganz
sanft und zart Zeichen dafür. Berechnen lässt sich
das nicht. Genauso wenig, wie sich Liebe berechnen
oder verstehen lässt: sie ist da, sie wächst, wenn ein
Draht zwischen Menschen entsteht – manchmal
sogar auf den ersten Blick. Gott hat jeden und jede
von uns auf den ersten Blick geliebt. Manche
Menschen sehen oder hören liebevolle Blicke oder
Worte ihres Gegenübers nicht (mehr), leider.
Besonders dann, wenn sie in ihrem Leben zu oft von
Menschen enttäuscht worden sind, wenn ihnen in
der Kindheit oder in späteren Beziehungen immer
wieder gesagt wurde: „Du bist nicht gewollt, du bist
schuld, du bist hässlich, du kannst nichts… .“
So, wie der Winter in diesen Tagen gerade abtaut,
so wünsche ich Ihnen, dass Sie den liebevollen,
verliebten Blick Gottes mehr und mehr spüren
können – so, wie sanfte Morgensonne Ihr Gesicht
bescheint und wärmt. In der Bibel sagt Gott im Buch
des Propheten Jeremia (Kapitel 31,3):
„Ja, mit
ewiger Liebe habe ich dich geliebt; darum habe ich
dir meine Gnade bewahrt.“
Möge dieses Wort
stärker wirken als jede Bewertung und Beurteilung in
Ihrem Leben!
Ihre Anne Straßberger
Evangelische Seelsorgerin in der JVA
Foto: Anne Straßberger
Kirche 2021
glauben –
was ist das?
ein gesang
in der nacht
worte die wärmen
im winter
das heilkraut
des lachens
ein weinen
das versteinerte löst
beherztheit
die über mutlose kommt
erwartung
selbst noch im sterben
(Kurt Marti)

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Gefangenenzeitung der JVA Chemnitz
29
Auflösung des Rätsels aus „HaftLeben“ 04-2020
1 - D, 2 - C, 3 - A,
4 - B, 5 - C, 6 - D,
7 - A, 8 - A, 9 - B,
10 - D, 11 - C, 12 - B,
13 - C, 14 - A, 15 - D
Gewonnen haben diesmal:
EG: Miroslava P.
Stat. 1: Caroline G.
Stat. 2: Angela S.
Stat. 3: Keine Beteiligung
Stat. 4: Beatrix F.
Stat. 5: Anja S.
Stat. 6: Keine Beteiligung
Stat. 7: Conny K.
Haus III: Annelie K.
OVA und Mutter und Kind: Keine Beteiligung
(Alle Stationsangaben gültig zum Zeitpunkt der
Abgabe)
Herzlichen Glückwunsch!
Reproduktionen von Artikeln, auch nur auszugs-
weise, nur mit schriftlicher Genehmigung der
Redaktion „HaftLeben“ und gegen kostenfreie
Zusendung eines Belegexemplars.
Für namentlich gekennzeichnete Beiträge (alle
angegebenen Kürzel sind mit Klarnamen hinter-
legt), übernimmt die Redaktion lediglich die
presserechtliche Verantwortung, diese müssen
nicht unbedingt die Meinung der Redaktion
wiedergeben.
Bei eingesandten Manuskripten und
Leserbriefen setzen wir das Einverständnis zum
honorarfreien Abdruck und zur sinnwahrenden
Kürzung voraus.
Für eingesandte Manuskripte, Briefe und Unter-
lagen jeglicher Art wird keine Haftung über-
nommen.
Herausgeberin:
Frau König-Bender,
Anstaltsleiterin der JVA Chemnitz (V. i. S. d. P.)
HL-Redaktionsteam:
fabula, FAM, Jemand, NML, UNDINE und XY
Betreuer:
Herr Richter
ehrenamtlicher Betreuer
Frau Böttcher
Bedienstete, JVA-Chemnitz
E-Mail:
HaftLeben@T-Online.de oder
HaftLeben@Live.de
Seit 2017 online unter:
https://www.justiz.sachsen.de/jvac/content/950.htm
Redaktionsschluss für die Ausgabe 02/2021:
15.04.2021
Bild: Lizenzfrei Pixelio.de
Anschrift der Redaktion “HaftLeben“:
Justizvollzugsanstalt Chemnitz
Redaktion der Gefangenenzeitung „HaftLeben“
Thalheimer Straße 29
09125 Chemnitz
Impressum

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Haft Leben Nr. 69
30
HL - Rätselseite

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Gefangenenzeitung der JVA Chemnitz
31
Die besten HL - Rezepte
Apfel-Holunder-Streuselkuchen
Zutaten:
350 g Mehl
350 g Zucker
Salz
200 g weiche Butter
4 Eier
900 g Frischkäse (oder Quark)
2 Päckchen Vanillepudding
100 ml Milch
250 ml Holunderbeersaft
800 g Äpfel
Zitronensaft
wenn gewünscht - Schlagsahne, Vanillezucker, Zimt nach Belieben
Zubereitung:
(1) Mehl, 150 g Zucker und eine Prise Salz mischen. Butter und ein Ei zufügen und alles zu Streuseln
verkneten. Ca. 2/3 der Streusel in eine gefettete Springform ø 26 cm füllen, zu einem flachen Boden
andrücken und ca. 30 min kalt stellen.
(2) Frischkäse, 200 g Zucker und 1 Päckchen Puddingpulver glatt rühren. 3 Eier und Milch nach und nach
unterrühren. 500 ml der Frischkäsemasse abnehmen. Unter die restliche Masse 1 Päckchen Puddingpulver
und Holundersaft rühren. Holundercreme in die Form auf den Streuselboden geben. Im vorgeheizten
Backofen bei Umluft 160°C ca. 20 min backen.
(3) Äpfel waschen, schälen und in dünne Spalten schneiden, mit Zitronensaft mischen. Helle Käsemasse
vorsichtig auf die vorgebackene Holundermasse geben, Apfelspalten und restliche Streusel darauf verteilen.
Im heißen Ofen bei gleicher Temperatur weitere ca. 45 min backen. Kuchen mit ausgeschaltetem Ofen bei
leicht geöffneter Tür ca. 15 min abkühlen lassen. Dann herausnehmen und auf Kuchengitter vollständig
auskühlen lassen.
(4) Schlagsahne mit Vanillezucker steif schlagen, auf Kuchenstücke geben und ggf. mit Zimt bestreuen.
Käseklöße
Zutaten:
1 Packung Teig für Kartoffelknödel halb & halb
1 EL Kräuter
Salz
150 g Gouda am Stück
verschiedene Gemüse nach Belieben
Zubereitung:
(1) Knödelpulver mit den Kräutern und Salz nach Packungsbeschreibung anrühren und quellen lassen.
(2) Käse in ca. 1 cm große Würfel schneiden.
(3) Aus dem Knödelteig etwa 20 Klöße formen und je 2-3 Käsewürfel in der Mitte einschließen.
(4) Klöße in siedendem Salzwasser circa 15 min gar ziehen lassen.
(5) Gemüse nach Belieben zubereiten. Alles zusammen servieren.
Alle Abbildungen ähnlich.

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Haft Leben Nr. 69
32
HL -
Rätsel
HL - Rätselseite

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Gefangenenzeitung der JVA Chemnitz
33
HL - Rätselseite

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34
Haft Leben Nr. 68
HL -
Rätsel
HL - Rätselseite

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Free: Pixelio easter-93_1920 - HaftLeben, 01-2021
©
HaftLeben, 01-2021
Free: Pixelio easter-37_1920 - HaftLeben, 01-2021
Free: pink-art-66376-pxhere.com - HaftLeben, 01-2021

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