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Die Bekassine
Erkennen und helfen!
Informationen für Landnutzer

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Der drosselgroße Watvogel lebt in Feuchtgebie-
ten, die allenfalls locker mit Bäumen und Bü-
schen bestanden sind und Nass- und Schlamm-
stellen aufweisen. Dies sind vor allem Nasswiesen,
Moore, Verlandungszonen und Randbereiche von
Erlen- und Birkenbrüchen. Für die Nahrungssu-
che bedarf es offener Schlammflächen, in denen
nach Wirbellosen gesucht wird. Ursprünglich war
die Bekassine in Sachsen weit verbreitet. Auf-
grund umfangreicher Entwässerungsmaßnah-
men kommt sie nur noch punktuell in einigen
Regionen vor.
Gesang und Rufe finden Sie unter:
https://www.xeno-canto.org/species/Gallinago-gallinago
Brutgebiet der Bekassine im Naturschutzgebiet „Schwarze
Heide“ in Satzung (Erzgebirgskreis)
Foto: C. Scheinpflug
Foto: J. Gläßer
Welchen Lebensraum
besiedelt die
Bekassine?
ockerfarbener Überaugenstreif
zwei dunkle Längsstreifen
am Scheitel
langer, gerader Schnabel
mit dunkler Spitze
oberseits braun mit
dunklen Flecken und
ockerfarbenen Streifen, unterseits hell

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Die Art ist in Sachsen vom Aussterben bedroht.
Hauptgefährdungsursachen sind Lebensraum-
verlust durch Verbuschung, Entwässerung oder
Umwandlung von Grünland in Acker. Aber
auch eine zu zeitige oder sehr häufige Mahd
bzw. Beweidung führt zu Gelege- und Küken-
verlusten. Eine unangepasste Nutzung kann
außerdem durch das Beseitigen der Bulte und
schützender Vegetation geeignete Brutplätze
zerstören und damit den Lebensraum der
Neststandort: durch höhere Bodenvegetation
Bekassine entwerten.
gut gedecktes Bodennest, stets trocken auf
Bulten oder Kaupen
1 Jahresbrut
Gelegegröße: 4 (selten 3) Eier
Brutdauer:
18 – 22
Tage
Nestlingsdauer: die Jungvögel verlassen das
Nest schon nach wenigen Stunden, halten
sich aber anfangs in Nestnähe auf; mit etwa
19 oder 20 Tagen können die Jungvögel
etwas fliegen, voll flugfähig sind sie mit etwa
4 Wochen
Weiterführende Literatur:
SteffenS, R.; nachtigall, W.; Rau, S.; tRapp, h.
&
ulbRicht, J.
(2013): Brutvögel in Sachsen. Sächsisches
Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Dresden, 656 S.
Scheinpflug, c.
&
Deumlich, m.
(2017): Erste Ergebnisse und Artenhilfsmaßnahmen im Rahmen des
Sächsischen Wiesenbrüterprojektes für Vorkommen von Wachtelkönig
Crex crex,
Bekassine
Galli-
nago gallinago
und Braunkehlchen
Saxicola rubetra.
WhinCHAT 2, S. 16 – 36.
Wie, wann und wo
brütet die
Bekassine?
Wodurch ist die Art
gefährdet?
Zeitraum
Bestand (Paare)
1978 –1982
300 – 500
1993 –1996
190 – 260
2004 –2007
130 – 220
nach 2007
weiterer Rückgang
Bestandsentwicklung in Sachsen

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Bei Fragen zur Umsetzung von Maßnahmen
steht Ihnen die zuständige Untere Naturschutz-
behörde gern zur Verfügung. Informationen zu
Fördermöglichkeiten für eine naturschutzge-
rechte Nutzung und Habitatgestaltung erhalten
Sie beim Sachgebiet Naturschutz des zuständi-
gen Förder- und Fachbildungszentrums (FBZ) des
LfULG. Sie können sich dazu auch gern an Ihren
zuständigen Naturschutzberater wenden.
Wiedervernässung von Wiesen und
Weiden durch Entfernung von Dränage
und Verrohrungen
Brutplatz bis Ende Juli auskoppeln
ungenutzte Bereiche mit Bulten für das
Nest belassen
Schaffung von offenen Schlammflächen
durch Beweidung mit Großtieren ab August
Anlegen von flachen Tümpeln mit offenen
Schlammflächen als dauerhafte Nahrungs-
flächen
keine Nutzungsintensivierung, keine
Umwandlung in Acker, keine Entwässerung
In einer Grünlandbrache angelegter Nahrungstümpel in
Crottendorf (Erzgebirgskreis)
Foto: C. Scheinpflug
Maßnahme zur Wiedervernässung im Quellgebiet der
Seidewitz (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge)
Foto: B. Hachmöller
Was kann ich für Wiesenbrüter tun?

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Anzahl BP/Reviere je MTBQ
0 –1
1 – 2
3 – 5
6 –10
11 – 20
> 20
Sie haben brutverdächtige Bekassinen festge-
stellt? Bitte melden Sie den Nachweis an die
zuständige Untere Naturschutzbehörde, wenn:
ein Männchen meckernde Balzrufe in der Luft
äußert
von mehreren Altvögeln Balzrufe zu hören sind
Erforderliche Angaben für eine Meldung:
Name (einschließlich Kontaktdaten)
Artname, Anzahl
Fundort (Koordinaten oder eindeutige
Beschreibung)
Funddatum
Die Kontaktdaten werden nicht an Dritte wei-
tergegeben. Ihr Name wird für die weitere Be-
arbeitung des Fundes benötigt und zusammen
mit den Fundinformationen in der Zentralen
Artdatenbank des LfULG abgelegt.
Wo kommt die Bekassine
in Sachsen vor?
Die Verbreitungssituation während der letzten landesweiten Erfassung im Zeitraum 2004 – 2007 (S
teffenS
et al. 2013)
Weitere Informationen unter:
https://www.umwelt.sachsen.de/umwelt/
natur/41922.htm

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Herausgeber:
Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
Pillnitzer Platz 3, 01326 Dresden
Telefon: +49 351 2612-0
Telefax: +49 351 2612-1099
E-Mail: lfulg@smul.sachsen.de
www.lfulg.sachsen.de
Redaktion:
Abteilung Naturschutz, Landschaftspflege
Telefon: +49 3731 294-2001
Telefax: +49 3731 294-2099
E-Mail: abt6.lfulg@smul.sachsen.de
Koordinierungsstelle Wiesenbrüter LfULG
Landratsamt Erzgebirgskreis, Sachgebiet Naturschutz/Landwirtschaft
Christina Scheinpflug
Telefon: +49 3735 601-6219
Telefax: +49 3735 601-6220
E-Mail: christina.scheinpflug@kreis-erz.de
Fotos:
Titelseite: J. Gläßer
Gestaltung und Satz:
Serviceplan Solutions 1 GmbH
&
Co. KG
Druck:
Gustav Winter Druckerei und Verlagsgesellschaft mbH
Redaktionsschluss:
30.06.2020
Auflagenhöhe:
5.000 Exemplare
Papier:
Gedruckt auf 100 % Recycling-Papier
Bezug:
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