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PRAXISPOOL
GANZTAGSANGEBOTE
Praxisbeispiel Qualitätsmerkmal
»Gestaltung der Zeitstruktur«
Impulse und Anregungen zur Umsetzung
des Qualitätsrahmens Ganztagsangebote
Ganztagsklassen im rhythmisierten Schulalltag
an der Oberschule »Clara Zetkin« in Freiberg

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Seit der Einführung des teilgebundenen Modells im Jahr 2005 können Schülerinnen und Schüler
der Klassenstufen 5 und 6 an der Oberschule »Clara Zetkin« in Freiberg auch ganztägig lernen. So
haben die Eltern bei der Anmeldung ihrer Kinder die Wahl, ob diese in den ersten beiden Schuljah-
ren in einer Ganztags- oder einer Halbtagsklasse lernen.
Während die Schülerinnen und Schüler der Halbtagsklassen die Möglichkeit haben, im Anschluss
an den regulären Unterricht nach Hause zu gehen, bleiben die Ganztagsklassen der Stufe 5 an vier
Wochentagen (Montag bis Donnerstag) bis 15:45 Uhr in der Schule. In der Klassenstufe 6 bleiben
sie nur an drei Tagen (Montag bis Mittwoch) verpflichtend bis 15:45 Uhr in der Schule, da sie all-
mählich an eine eigenverantwortliche Tagesgestaltung herangeführt werden sollen, die sie ab der
7. Klasse zu bewältigen haben.
Rhythmisierung der Tagesstruktur
Blockunterricht
Bereits 2005 begann die Entwicklung des neuen Konzepts – immer mit Hinblick auf den Umzug in
das neu sanierte Gebäude, welcher die Realisierung mancher Ideen erst möglich machte. Auf die
Einführung der Ganztagsklassen folgte ein Jahr später auch die Einführung des Blockunterrichts,
der Kern des rhythmisierten Schulalltags. Der anfangs noch stark gegliederte Schulalltag wurde im
Laufe der Jahre fortlaufend evaluiert und weiterentwickelt und bietet heute offenere Unterrichts-
formen und viele Wahlmöglichkeiten für Schülerinnen und Schüler.
Ganztagsklassen im rhythmisierten Schulalltag an der Oberschule Clara Zetkin
ZEITSTRUKTUR
In der Clara-Zetkin-Oberschule in Freiberg lernen Ganz- und Halbtagsklassen unter einem Dach.
BEGINN
ENDE
1. Block
07:20 Uhr
08:50 Uhr
Frühstückspause
2. Block
09:15 Uhr
10:45 Uhr
Hofpause
3. Block
11:10 Uhr
12:40 Uhr
Gestaltete Mittagspause
4. Block
13:25 Uhr
14:55 Uhr
5-Minuten-Pause
5. Block
15:00 Uhr
15:45 Uhr
Sport/ GTA
Übersicht über die Tagesstruktur der Ganztagsklassen
Ganztag trifft Halbtag –
das teilgebundene Modell
ÜBERBLICK
Schule:
Oberschule »Clara Zetkin«
Schulträger:
Stadt Freiberg
Schulleitung:
Frau Anne-Kathrin Kreis
Herr David Kirsch
GTA-Koordination:
Frau Kerstin Kaltschmidt
Ganztagsschulform:
teilweise gebunden
Schülerzahl:
541 Schüler/-innen (dreizügig)
Personal:
39 Lehrkräfte
1 Schulsozialarbeiterin
1 Respektcoachin
1 Erzieherin (Schulklub)
2 Praxisberaterinnen
1 Schulassistent
KONTAKT
Anschrift:
Dörnerzaunstraße 2
09599 Freiberg
Telefon:
03731 7987880
E-Mail:
kontakt@oscz.de
Homepage:
cms.sachsen.schule/osfbgzetkin

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Wo Ganztags- und Halbtagsschülerinnen und
-schüler ein und aus gehen.
BEGINN
ENDE
1. Block
07:20 Uhr
08:50 Uhr
Frühstückspause
2. Block
09:15 Uhr
10:45 Uhr
Hofpause
3. Block
11:10 Uhr
12:40 Uhr
Mittagspause 7-10
4. Block
13:25 Uhr
14:55 Uhr
5-Minuten-Pause
Einzelstd.
15:00 Uhr
15:45 Uhr
Übersicht über die Tagesstruktur
Der Unterricht beginnt für alle Klassen um 07:20 Uhr und endet spätestens um 15:45 Uhr. Der
Vormittag gestaltet sich mit drei Blöcken à 90 Minuten, zwischen denen jeweils eine 25-minütige
Pause liegt.
Für die Ganztagsklassen findet in den ersten zwei Blöcken regulär Unterricht statt; der dritte Block
wird vielfältig genutzt. Feste Bestandteile des dritten Blocks sind u.a. das gemeinsame Mittagessen
und Freizeit. Auf beides wird viel Wert gelegt, damit die Kinder genügend Kraft für den Rest des
Schultages schöpfen können, der für die Ganztagsschülerinnen und -schüler um 12:40 Uhr mit
zwei weiteren 90-Minuten-Blöcken fortgeführt wird, in denen sowohl Unterricht als auch Ganz-
tagsangebote stattfinden können.
Für die älteren Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 bis 10 findet in den ersten drei Blöcken
regulärer Unterricht statt. Danach schließt sich eine 45-minütige Mittagspause an (12:40 –
13:25 Uhr). Auch für sie endet der Schultag spätestens um 15:45 Uhr.
Pausengestaltung und Mittagessen
Die beiden 25-Minuten-Pausen am Vormittag bieten ausreichend Zeit für Erholung, Kommu-
nikation, Spiel- und Bewegungsangebote. Von den jüngeren Schülerinnen und Schülern wird
die erste Pause grundsätzlich als Frühstückspause im Klassenzimmer genutzt, mit der Op-
tion rauszugehen. Die zweite Pause ist für die Klassenstufen 5 bis 7 eine Pflichthofpause, da-
mit sie sich ausreichend an der frischen Luft bewegen.
Den älteren Schülerinnen und Schülern ist freigestellt,
ob sie die Pausen drinnen oder draußen verbringen.
Auf dem Schulhof haben die Kinder und Jugendlichen die
Möglichkeit, im Ballkäfig oder an den Tischtennisplatten
zu spielen. Der Schulklub ist vormittags nicht für die Pau-
sen nutzbar, da er zu dieser Zeit noch nicht besetzt ist.
Zentraler Bestandteil des Schulalltags für die Ganztags-
schülerinnen und -schüler ist die gestaltete Mittagspause
im dritten Block (11:10 – 12:40 Uhr), in der sie nachein-
ander, in ihrem jeweiligen Klassenverband in der Mensa
Mittag essen. Somit hat jede der vier Ganztagsklassen ca.
20-25 Minuten Zeit, um ihr Mittagessen einzunehmen
und kann dies ungestört tun, da die höheren Klassenstu-
fen erst im Anschluss essen gehen. Des Weiteren gehört
für die Ganztagsschülerinnen und -schüler an zwei Tagen
der Woche die Lernzeit zum festen Bestandteil der gestal-
teten Mittagspause. Gegebenenfalls haben sie im dritten
Block aber auch mal 45 Minuten Unterricht oder Zeit für
ein Projekt mit der Schulsozialarbeiterin.
HISTORIE UND
ENTWICKLUNG
2005
Beginn der Entwicklung des
Ganztagskonzepts und Einführung
des teilgebundenen Modells
2006
Einführung des 90-minütigen
Blockunterrichts
2007-2009
Sanierung des Schulgebäudes

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Förder- und Ganztagsangebote (GTA)
Für die gesamte Klassenstufe 5 sowie alle Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 6, die kei-
ne zweite Fremdsprache belegen, findet individualisierter Lernförderunterricht statt, der fest in
den Stundenplan eingebaut ist. Um zu diagnostizieren, welche Lernförderung für welchen Schüler
und welche Schülerin sinnvoll ist, nehmen die Fünftklässlerinnen und Fünftklässler in den ersten
Schulwochen (bis zu den Herbstferien) an einem Programm zur allgemeinen Förderung namens
»Memory« teil. Inhalte sind: Übungen zu den Grundrechenarten, Rechtschreibung, Lesekompetenz
und Wahrnehmungsübungen. Nach den Herbstferien erfolgt dann die Einordnung in die individu-
ellen Förderkurse, die auch von Angebotsleiterinnen und Angebotsleitern außerschulischer Partner
durchgeführt werden, wie z.B. einer Ergotherapie-Praxis oder der LRS-Förderung.
Zusätzlich zur Lernförderung stellt die Lernzeit für die Schülerinnen und Schüler der Ganztags-
klassen einen festen Bestandteil der Schulwoche dar. Zweimal wöchentlich (à 45 Minuten) machen
sie dort ihre Aufgaben, die sonst zu Hause erledigt werden müssten. Dabei werden sie von un-
terschiedlichen Fachlehrerinnen und Fachlehrern betreut. In den meisten Fächern bekommen die
Kinder Wochenaufgaben, die sie während der Lernzeit in Kleingruppen bearbeiten können. Für alle
Nicht-Ganztagsschülerinnen und -schüler wird alternativ eine Lernwerkstatt angeboten, die von
einer Honorarkraft beaufsichtigt wird.
Neben den auf das Lernen bezogenen Angeboten, gibt es eine Vielzahl weiterer GTA, bei denen die
Kinder und Jugendlichen sowohl kreativ als auch sportlich aktiv werden können. Diese finden über
den ganzen Tag verteilt statt. Im Schuljahr 2019/20 konnten die Schülerinnen und Schüler aus
insgesamt
21 Angeboten
wählen, die von Montag bis Donnerstag stattfinden. Bei der Einwahl in
die Angebote werden vorrangig die Ganztagsschülerinnen und -schüler berücksichtigt, da ihr Tag
bis 15:45 Uhr gestaltet werden muss und ein Wechsel zwischen An- und Entspannung dabei von
großer Wichtigkeit ist. Da die Teilnahme jedoch nicht verpflichtend ist, bleiben trotzdem genügend
Wahlmöglichkeiten für die anderen Schülerinnen und Schüler offen.
Um 12:40 Uhr öffnet außerdem der Schulklub seine Türen und kann bis 15:45 Uhr von allen Schü-
lerinnen und Schülern genutzt werden.
Motivation und pädagogische Absicht
Schulleiterin Frau Kreis beobachtet positive Auswirkungen des teilgebundenen Ganztagskonzepts
auf die Schülerinnen und Schüler sowie die Schulgemeinschaft. Sie konstatiert: »[Die Ganztagsklas-
sen] fühlen sich in der Schule mehr zu Hause.« Das äußert sich u.a. darin, dass die Kinder schneller
auf die Erwachsenen, sprich Lehrkräfte, Schulleitung, Schulsozialarbeiter oder Respektcoach zu-
kommen, um Probleme zu äußern und zu lösen. Teilweise ist sogar zu beobachten, dass die eins-
tigen Ganztagsschülerinnen und -schüler auch langfristig stärker in den Schulalltag eingebunden
sind, indem sie z.B. die Leitung eines GTA übernehmen.
Auch mit der Umstellung auf den Blockunterricht hat die Schule durchweg positive Erfahrungen
gemacht. »Vom Kollegium möchte keiner wieder zurück zum 45-Minuten-Takt. Alles ist insgesamt
ruhiger geworden«, spiegelt Frau Kreis die Stimmung in der Lehrerschaft.
Erfolgsfaktoren
Balance halten:
Ein gut rhythmisierter Wechsel von An- und Entspannung ist bei einem
Schultag, der knapp 8,5 Stunden umfasst, essentiell.
Schülerinnen und Schüler und Eltern integrieren:
Für die neuen fünften Klassen wird
in der Vorbereitungswoche ein Zuckertütenfest organisiert, bei dem die Kinder von der
Schulsozialarbeiterin und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Schulklubs begrüßt werden.
Für die Eltern gibt es einen Elternabend mit umfangreichen Informationen.
»[A]lle sind eingebunden in diese Struktur«
(Frau Kreis). Bei der Schuljahresplanung haben
alle ein Mitspracherecht. Eine eigens dafür gegründete Arbeitsgruppe der Lehrer-Eltern-Schüler-
Konferenz erstellt in gemeinsamer Arbeit den Schuljahresablaufplan.
Präsent sein:
Ein wichtiger Faktor für den Erfolg der Ganztagsklassen ist auch die Präsenz der
Pädagoginnen und Pädagogen im Schulgebäude am Nachmittag. Die Schülerinnen und Schüler
wissen, wo sie ihre Ansprechpersonen finden und dass sowohl Lehrerinnen und Lehrer als auch
Schulsozialarbeiterin und Respektcoach stets ein offenes Ohr für sie haben.
MATERIAL
GTA-Konzeption
Schulporträt: Ganztägig lernen
Beispielhafter Stundenplan
einer Ganztagsklasse
Artikel SMK »Ein Tablet für
ein ganzes Schuljahr«
Angebotskanon

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Stand:
Mai 2020
Herausforderungen und Lösungswege
Aufgrund der zeitweisen Vierzügigkeit
stößt die Schule derzeit hinsichtlich ihrer
räumlichen Kapazitäten
an ihre Grenzen.
Mit der Eröffnung der neuen Schülermensa
und der Rückkehr zur Dreizügigkeit soll sich
dies ändern.
Gute
Vorbereitung
ist alles: Vor der Ein-
führung des Blockunterrichts konnte jede
Kollegin und jeder Kollege drei aus insgesamt
fünf über das Schuljahr verteilt angebotenen
Fortbildungen
wählen. Zusätzlich gab es eine
große SchiLF für das gesamte Kollegium.
Fazit
»Kontinuität spielt bei dieser Sache eine ganz,
ganz große Rolle – natürlich mit den nötigen
Veränderungen, wo man sagt ‚damit würde ich
mich jetzt gerne beschäftigen und das wäre
jetzt für unsere Schule eine gute Sache‘ […]. Für
mich ist Rhythmisierung das A und O für einen
strukturierten Schulalltag – ich möchte es auch
nicht mehr anders haben.« (Frau Kreis)

Herausgeber:
Sächsisches Staatsministerium für Kultus
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Fotos:
Oberschule »Clara Zetkin« Freiberg und
Sächsisches Staatsministerium für Kultus
Gestaltung:
Hi Agentur e.K.
Druck:
Digitaldruckerei Schleppers GmbH
Redaktionsschluss:
November 2020
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