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www.bamf.de/eaufenthaltstitel
Alles Wissenswerte zum
elektronischen Aufenthaltstitel
(eAT)
DEUTSCH

Inhaltsverzeichnis
Der elektronische Aufenthaltstitel
6
Lichtbild und Fingerabdrücke
9
Die Nebenbestimmungen (Auflagen)
12
Die Online-Ausweisfunktion
13
Die elektronische Unterschrift
18
Neue Einsatzmöglichkeiten für Ihren
Aufenthaltstitel
20
Datensicherheit
22
Was passiert bei Diebstahl
oder Verlust?
24
Was passiert, wenn ...
25
Wir sind für Sie da!
26
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10

4
Einleitung
Einleitung
Der Ihnen von der Ausländerbehörde erteilte Aufent-
haltstitel (Aufenthaltserlaubnis, Niederlassungserlaubnis,
Daueraufenthalt-EG und Blaue Karte EU) wurde bisher als
Etikett in Ihr Reisedokument eingeklebt.
Ab dem 1. September 2011 wird der „elektronische
Aufenthaltstitel“ (eAT) als gesondertes Dokument im Kredit-
kartenformat mit elektronischen Zusatzfunktionen erteilt
und ausgehändigt. Dieser wird für alle Drittstaatsangehöri-
gen als eigenes Dokument ausgestellt.
Das Verfahren gilt auch für Bescheinigungen über ein
Aufenthaltsrecht (Aufenthaltskarte, Daueraufenthalts-
karte und Aufenthaltserlaubnis für Schweizer), die bisher als
eigenständige Dokumente im Papierformat für Angehörige
von EU-Bürgern und Schweizer nebst Familienangehörigen
ausgestellt wurden.
Im Karteninneren besitzt der eAT einen kontaktlosen
Chip, auf dem biometrische Merkmale (Lichtbild und
nach Vollendung des 6. Lebensjahres zwei Fingerabdrücke),
Nebenbestimmungen (Auflagen) und persönliche Daten
gespeichert sind. Zusätzlich enthält der Chip einen elektro-
nischen Identitätsnachweis sowie die Möglichkeit, eine
elektronische Signatur zu nutzen.

5
Einleitung
Der elektronische Aufenthaltstitel auf einen Blick
Einführung am 1. September 2011
Ersetzt das bisherige Klebeetikett
Europaweite Vereinheitlichung der Aufenthalts-
titel für alle Ausländer, die nicht Staatsbürger der
Europäischen Union sind (= Drittstaatsangehörige)
Kreditkartenformat
Kontaktloser Chip im Karteninneren
Schutz vor Fälschung und Missbrauch durch ein
digitales Lichtbild und Fingerabdrücke ab
einem Alter von sechs Jahren, dadurch eindeutige
Zuordnung des Aufenthaltstitels zum Besitzer
Elektronische Ausweisfunktion für Geschäfte/
Aktivitäten im Internet und an Automaten
Vorbereitet für die elektronische Signatur zum
rechtsverbindlichen Unterzeichnen digitaler
Dokumente

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6
Der elektronische Aufenthaltstitel
1
Der elektronische
Aufenthaltstitel
Warum wird der eAT eingeführt?
Zur Einführung des eAT wurden alle EU-Mitgliedstaaten
verpflichtet. Grundlage hierfür sind die EU-Verordnungen
Nr. 1030/2002 und Nr. 380/2008. Ziel ist es, die Aufenthalts-
titel der Europäischen Union für Drittstaatsangehörige zu
vereinheitlichen sowie die Bindung zwischen Dokumenten-
inhaber und Dokument durch die Nutzung biometrischer
Daten deutlich zu erhöhen und damit vor missbräuchlicher
Nutzung zu schützen.
Behalten die alten Aufenthaltstitel ihre Gültigkeit?
Die bisherigen Aufenthaltstitel in den Reisepässen
und Passersatzpapieren behalten ihre eingetragene Gültig-
keit längstens bis 31.08.2021.
Wie lange ist ein eAT gültig?
Die Gültigkeit des eAT richtet sich nach der Art des
Aufenthaltstitels bzw. der Bescheinigung über ein Aufent-
haltsrecht und der aufenthaltsrechtlichen Entscheidung der

7
Der elektronische Aufenthaltstitel
Wichtig:
Wie auch der bisherige Aufenthaltstitel bzw. die Be-
scheinigung über ein Aufenthaltsrecht, ist der eAT nur
so lange gültig wie der eingetragene, dazugehörige
Reisepass oder Passersatz. Achten Sie daher bitte da-
rauf, dass Sie rechtzeitig vor Ablauf der Gültigkeit einen
neuen Reisepass oder Passersatz beantragen.
Die Funktionen des eAT im Einzelnen:
1. Im Chip des eAT sind Ihr Lichtbild und Ihre Finger-
abdrücke abgelegt. Dies dient der Verhinderung eines
Missbrauchs des eAT. Durch die Biometriefunktion wird
somit auch Ihre Identität geschützt.
Wichtig:
Ihr digitales Foto und Ihre Fingerabdrücke sind nur
hoheitlichen Stellen, wie z. B. Polizeien und Ausländer-
behörden zugänglich. Der Chip-Bereich, in dem diese
Daten gespeichert sind, ist besonders geschützt.
2. Die Nebenbestimmungen und sonstige Auflagen
zum Aufenthaltstitel werden mit der Einführung des eAT
nicht mehr auf ein zusätzliches Etikett gedruckt und in den
Pass geklebt, sondern im Chip des eAT gespeichert und auf
ein Zusatzblatt gedruckt. Das Zusatzblatt wird Ihnen neben
dem eAT ausgehändigt.
!
Ausländerbehörde. Bei unbefristeten Aufenthaltstiteln ist
die Nutzbarkeit des Kartenkörpers auf zehn Jahre be-
grenzt. Nach zehn Jahren muss eine neue Karte ausgestellt
werden.
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Der elektronische Aufenthaltstitel
Wichtig:
Auf die Nebenbestimmungen im Chip können nur
berechtigte hoheitliche Stellen, wie z. B. Polizei und
Zoll zugreifen.
3. Eine neue Möglichkeit ist das „Sich-online-Auswei-
sen“, auch Online-Ausweisfunktion genannt. Sie können
sich damit im Internet oder an Automaten sicher und eindeu-
tig anmelden und Ihre Identität belegen. Die Nutzung
der Online-Ausweisfunktion verschafft Ihnen die Gewissheit,
dass Ihr Gegenüber im Internet auch wirklich derjenige
ist, für den er sich ausgibt. Durch diese Funktion sind Ihre
persönlichen Daten besser geschützt.
Wichtig:
Sie können selbst bestimmen, welche persönlichen
Daten übertragen werden.
4. Die neue Unterschriftsfunktion hat die gleiche Be-
deutung wie eine persönliche Unterschrift. Mit ihr können
Sie einfach und bequem online Verträge oder Anträge un-
terzeichnen, die sonst nur per Schriftform rechtsverbindlich
wären. Papierausdrucke mit handschriftlicher Unterschrift
und der anschließende Versand per Post sind also nicht mehr
nötig.
Welche Daten sind im Chip des eAT gespeichert?
Im Chip werden die auf dem Kartenkörper aufge-
druckten Daten (z. B. Vorname(n), Familienname, Anschrift)
zusätzlich digital abgelegt. Außerdem enthält der Chip
die biometrischen Daten (Fingerabdrücke und Lichtbild)
und evtl. vorhandene Nebenbestimmungen (Auflagen).
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Lichtbild und Fingerabdrücke
2
Lichtbild und
Fingerabdrücke
Das Lichtbild wird auf dem Kartenkörper abgedruckt
und elektronisch im Chip gespeichert. Für das Lichtbild
gelten folgende Bedingungen:
Das Bild muss aktuell sein.
Das Gesicht muss zentriert und unverschleiert auf
dem Foto erkennbar sein (Frontalaufnahme, keine
Halbprofile).
Eine Kopfbedeckung, die das Gesicht nicht ver-
deckt, ist aus religiösen Gründen zulässig.
Die Augen müssen offen und deutlich sichtbar
sein.
Ausnahmen sind zum Beispiel aus medizinischen
Gründen möglich.
Weitere Informationen zu den Anforderungen
an
Lichtbilder
finden
Sie
unter
www.bmi.bund.de
!

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10
Lichtbild und Fingerabdrücke
Für alle Ausländerinnen und Ausländer ab 6 Jahren
aus Nicht-EU-Mitgliedstaaten müssen im Chip des elektro-
nischen Aufenthaltstitels zwei Fingerabdrücke gespeichert
werden. Dadurch soll die Bindung zwischen Dokumenten-
inhaber und Dokument erhöht werden und damit vor Miss-
brauch schützen.
Werden die Fingerabdrücke außerhalb des eAT
dauerhaft gespeichert?
Die Fingerabdrücke werden nur so lange in der Aus-
länderbehörde gespeichert, bis Sie Ihren eAT abholen.
Danach sind die Daten unwiderruflich zu löschen. Auch bei
der Bundesdruckerei, die den eAT herstellt, erfolgt keine
Speicherung Ihrer Daten. Eine bundesweite Datenbank ist
gesetzlich nicht vorgesehen.

11
Lichtbild und Fingerabdrücke
Wer darf auf das gespeicherte Lichtbild und die
Fingerabdrücke im Chip des eAT zugreifen?
Auf das Lichtbild und die Fingerabdrücke dürfen zur
Überprüfung der Echtheit des Ausweises und der Identität
des eAT-Inhabers nur hoheitliche Stellen wie z. B. Polizei
oder Ausländerbehörden zugreifen. Hierzu muss der eAT bei
der jeweiligen Stelle vorliegen. Ein Auslesen über das Inter-
net ist nicht möglich.
Alle Informationen und Übertragungen des eAT
sind mit international anerkannten und etablierten Ver-
schlüsselungsverfahren geschützt. Ein Zugriffssystem,
das auf staatlich vergebenen Berechtigungen basiert, regelt,
wer auf welche personenbezogenen Daten des eAT zu-
greifen darf.
Wie werden die Fingerabdrücke aufgenommen?
Die elektronische Erfassung der Abdrücke erfolgt bei
der Beantragung in der Ausländerbehörde mit Hilfe von
Scannern. Das geschieht vollkommen ohne Stempelfarbe.
Normalerweise wird jeder der beiden Finger dreimal
aufgenommen. Nur der beste Abdruck jedes Fingers wird
gespeichert.
Welche Finger werden aufgenommen?
Grundsätzlich werden die beiden Zeigefinger für die
Speicherung im eAT benötigt. Wenn nötig, können mit
Ausnahme der kleinen Finger auch andere Finger verwen-
det werden.

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Die Nebenbestimmungen (Auflagen)
3
Die Nebenbestimmungen
(Auflagen)
Wenn Nebenbestimmungen (Auflagen) vergeben sind,
werden diese im Chip gespeichert und auf einem Zusatzblatt
ausgedruckt. Auf dem Kartenkörper wird die Anmerkung
„siehe Zusatzblatt“ aufgedruckt. Bei Änderungen der Neben-
bestimmungen wird ein neues Zusatzblatt ausgestellt und
die Daten im Chip geändert. Dadurch ist kein Neuausstellen
eines eAT notwendig.
Wichtig:
Auf die Nebenbestimmungen im Chip können nur
hoheitliche Stellen, wie Polizei und Zoll zugreifen.
Dazu muss der eAT vorliegen. Ein Auslesen über das
Internet ist nicht möglich.
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Die Online-Ausweisfunktion
4
Die Online-
Ausweisfunktion
Was ist die Online-Ausweisfunktion?
Zusammen mit einer 6-stelligen Geheimnummer er-
möglicht es die neue Funktion, dass Sie sich überall dort
online ausweisen können, wo im Internet oder an Automa-
ten solche Dienste angeboten werden.
Online-Shops, Versicherungen, Banken, E-Mail-An-
bieter oder soziale Netzwerke, aber auch Behörden und
Ämter werden in der Zukunft solche Dienste immer mehr
anbieten. Damit können Sie zum Beispiel eine Auto-Ver-
sicherung abschließen oder Behördengänge, wie z. B. die
Anmeldung eines Autos, bequem mit Ihrem eAT über das
Internet erledigen. Das mühselige Ausfüllen von Formularen,
der Weg zu Behörden oder die Eingabe von persönlichen
Daten entfallen.
Wer kann die neue Online-Ausweisfunktion nutzen?
Die Online-Ausweisfunktion kann erst ab einem
Alter von 16 Jahren verwendet werden. Die Nutzung ist frei-
willig. Sie entscheiden selbst, ob Sie die Funktion nutzen
möchten. Auf Wunsch kann sie jederzeit ein- oder ausge-
schaltet werden.
Wie kann ich die Online-Ausweisfunktion nutzen?
Um sich mit dem eAT im Internet ausweisen zu können,
muss die Online-Ausweisfunktion eingeschaltet sein.

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Die Online-Ausweisfunktion
Kartenlesegerät und Treibersoftware:
Für den Einsatz an Ihrem PC/Notebook benötigen
Sie ein Kartenlesegerät (geeignete Lesegeräte sind
im Handel erhältlich) und
eine Treibersoftware die sogenannte „Ausweis-
App“, die eine Verbindung zwischen dem eAT und
dem Computer
ermöglicht. Die Software kann
im Internet unter
www.ausweisapp.bund.de
heruntergeladen werden.
Der PIN-Brief:
Nachdem Sie Ihren eAT bean-
tragt haben, erhalten Sie per Post
einen sogenannten PIN-Brief. Dieser
enthält eine 5-stellige Geheim-
nummer (PIN), eine 10-stellige Ent-
sperrnummer (PUK) und ein Sperr-
kennwort.
Die PIN (Geheimnummer):
Wichtig:
Die 5-stellige PIN ist eine Transport-PIN und muss
nach Empfang des eAT durch Ihre individuelle
6-stellige PIN ersetzt werden.
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Die Online-Ausweisfunktion
Das können Sie entweder zu Hause mit Hilfe eines
Kartenlesegeräts oder bei Ihrer Ausländerbehörde machen.
Die PIN kann unbegrenzt durch eine neue ersetzt werden.
Jedes Mal, wenn Sie die Online-Ausweisfunktion nutzen, ist
die Eingabe dieser 6-stelligen individuellen PIN erforderlich.
Die PUK (Entsperrnummer):
Wenn Sie Ihre PIN dreimal falsch eingeben, wird
sie blockiert. Die PUK dient dazu, diese Blockierung aufzu-
heben.
Das Sperrkennwort:
Wenn Ihr eAT gestohlen wurde oder Sie ihn verloren
haben, müssen Sie die Online-Ausweisfunktion sperren
lassen. Dafür nennen Sie den Mitarbeitern der Sperrhotline
oder der Ausländerbehörde das Sperrkennwort.
Schutz der Informationen:
Notieren Sie die Geheim- und Entsperrnummern und
das Sperrkennwort keinesfalls auf dem eAT und be-
wahren Sie die PIN nicht zusammen mit dem eAT auf.
Was ist das Pseudonym?
Mit dem eAT können Sie sich z. B. im Internet bei so-
zialen Netzwerken ausweisen, ohne dabei Ihre persönlichen
Daten anzugeben. Der Chip des eAT erzeugt dafür eine
vom jeweiligen Diensteanbieter abhängige Kennung (Pseudo-
nym), mit der Sie sich als Nutzer identifizieren können,
die aber keine Rückschlüsse auf Ihre persönlichen Daten zu-
lässt. Zusammen mit der persönlichen 6-stelligen PIN ist
dieses Verfahren genauso einfach wie der gewohnte Log-in,
aber deutlich sicherer.
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Die Online-Ausweisfunktion
Was ist die Alters- und Wohnortverifikation?
Für manche Onlinedienste benötigen die Anbieter le-
diglich Angaben zum Alter oder zum Wohnort des Kunden.
Dafür bietet der eAT eine Alters- oder Wohnortüberprüfung.
Für die Altersüberprüfung wird an Stelle des kompletten
Geburtsdatums lediglich die Information übermittelt, ob
der eAT-Inhaber das angefragte Alter (z. B. 16 Jahre) bereits
erreicht hat.
Bei der Wohnortüberprüfung erfolgt lediglich eine
Kontrolle, ob der Nutzer in einem von ihm angegebenen Ort
oder Bundesland gemeldet ist.
Beide Funktionen dienen der Datensparsamkeit
und gewährleisten, dass wirklich nur die Nutzerinfor-
mationen bereitgestellt werden, die zwingend erforderlich
sind.
Die Nutzung der Online-Ausweisfunktion am
Beispiel Online-Einkauf
Sie suchen sich beim Online-Händler ein
Produkt zum Kauf aus. Der Online-Händler
benötigt für den Vertragsabschluss, zur
Rechnungsstellung und zum Zusenden der
Ware den Namen, den Vornamen und
Ihre Anschrift. Diese Informationen können
mit Hilfe der Online-Ausweisfunktion über-
mittelt werden.

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Die Online-Ausweisfunktion
Vor Übermittlung der Daten weist sich der
Online-Händler gegenüber Ihrem eAT über
ein Berechtigungszertifikat aus. Das Zertifikat
des Online-Händlers wird vom eAT geprüft.
Das System des Online-Händlers überprüft, ob
Ihr eAT gültig und nicht gesperrt ist.
Sie können in einem Auswahlfenster die
zu übermittelnden Daten ankreuzen und ggf.
noch einschränken. Mit der Eingabe Ihrer
individuellen 6-stelligen PIN stimmen Sie der
Übertragung Ihrer Daten zu. Die freige-
gebenen Daten werden verschlüsselt an den
Online-Händler übertragen.
Der Kaufvertrag wird erst durch eine separate Willens-
erklärung endgültig geschlossen.
Wichtig:
Wenn Sie Ihren neuen Aufenthaltstitel in den näch-
sten Tagen abholen werden Sie gefragt, ob Sie die
Online-Ausweisfunktion nutzen wollen oder nicht.
Je nachdem wie Sie sich entscheiden, wird diese
Funktion auf Ihrem elektronischen Aufenthaltstitel
ein- bzw. ausgeschaltet.
Sollten Sie sich später anders entscheiden, können
Sie die Online-Ausweisfunktion jederzeit in Ihrer
Ausländerbehörde ein- oder ausschalten lassen.
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Die elektronische Unterschrift
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Die elektronische
Unterschrift
Der eAT ist für die qualifizierte elektronische Signatur
(QES), auch Unterschriftsfunktion genannt, vorbereitet.
Die Aktivierung dieser Funktion kann nur durch Sie selbst
erfolgen.
Wie funktioniert die Unterschriftsfunktion?
Mit der Unterschriftsfunktion können z. B. digital vor-
liegende Verträge rechtsverbindlich unterzeichnet werden.
Dabei wird die eigenhändige Unterschrift durch ein soge-
nanntes Signaturzertifikat ersetzt. Die elektronische
Signatur lässt den Empfänger eines Dokumentes (Vertrags-
partner) erkennen, ob Dokumente nach dem digitalen
Unterschreiben verändert wurden.
Der eAT ist für die Nutzung der digitalen Unterschrift
vorbereitet. Für die Nutzung der elektronischen Signa-
tur muss die Online-Ausweisfunktion eingeschaltet sein.

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19
Die elektronische Unterschrift
Was brauche ich, um die Unterschriftsfunktion
nutzen zu können?
Jeder eAT-Nutzer kann die Unterschriftsfunktion auf
eigenen Wunsch nutzen. Er muss dafür ein spezielles Sig-
naturzertifikat und ein Komfortlesegerät erwerben. Je nach
Anbieter fallen unterschiedliche Kosten an.
Signaturzertifikat:
Das Signaturzertifikat kann bei einem zu-
gelassenen Signaturanbieter (auch Zertifizie-
rungsdiensteanbieter genannt) erworben
werden. Eine Liste dieser Anbieter finden
Sie im
Internet
auf
der
Seite
der
Bundesnetz-
agentur (
www.nrca-ds.de
) unter dem
Punkt „Akkreditierte ZDA“. Sie müssen das
Signaturzertifikat auf Ihren eAT laden.
Signatur-PIN:
Zur Nutzung der Unterschriftsfunktion benötigen
Sie eine separate Signatur-PIN, die Sie beim Nachladen des
Signaturzertifikats selbst setzen.
Komfortlesegerät:
Sie benötigen ein Komfortlesegerät mit einem PIN-
Pad und Display, das für Karten mit kontaktloser Schnitt-
stelle geeignet ist. Bitte beachten Sie die Anleitung
der jeweiligen Softwareanwendung.

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20
Neue Einsatzmöglichkeiten für Ihren Aufenthaltstitel
6
Neue Einsatzmöglichkeiten
für Ihren Aufenthaltstitel
Anwendungsbereiche der Online-Ausweisfunktion
Online-Registrierung:
Beim erstmaligen Registrieren in einem
Online-Dienst werden oft verschiedene Nut-
zerdaten abgefragt. Das kann der Name,
in manchen Fällen aber auch die komplette
Anschrift sein. Diese Daten können mit
Hilfe des eAT schnell und fehlerfrei übertra-
gen werden.
An Automaten ausweisen:
Auch an Informations- und Verkaufsauto-
maten werden zukünftig immer mehr
personalisierte Dienste angeboten werden.
Hier könnten Sie sich mit Ihrem eAT eben-
falls schnell und einfach ausweisen.
Zugang mit Pseudonym:
Nicht immer müssen im Internet persön-
liche Daten übertragen werden. Trotzdem
ist es sinnvoll, dass Dienste ihre Nutzer
„wiedererkennen“, z. B. wenn sie sich zuvor
bereits registriert haben. Hierfür erzeugt
der eAT ein sogenanntes Pseudonym.

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Neue Einsatzmöglichkeiten für Ihren Aufenthaltstitel
Online unterschreiben:
Mit der Unterschrifts- oder Signaturfunktion
können Sie Verträge auch online sicher ab-
schließen.
Alters- oder Wohnortverifikation:
Manche Dienste dürfen nur von Nutzern in
Anspruch genommen werden, die ein
bestimmtes Alter erreicht haben oder an
einem bestimmten Wohnort gemeldet
sind. Der eAT kann das Alter oder den Wohn-
ort bestätigen, ohne dass weitere Daten
preisgegeben werden. Es wird lediglich ein
„Ja“ oder „Nein“ übertragen.
Automatisches Ausfüllen von Formularen:
Das Ausfüllen von Online-Formularen ist oft
mühsam. Schnell passieren Tippfehler
beim Eingeben des Namens oder der Adresse.
Die Online-Ausweisfunktion ermöglicht die
Übernahme dieser Daten aus dem eAT.
Formulare in der öffentlichen Verwaltung:
Immer mehr Behörden werden künftig ihre
Dienstleistungen auch im Internet anbieten
(z. B. das Einreichen der elektronischen
Steuererklärung). Für diese Angebote ist ein
sicherer Nachweis der Identität des Nutzers
nötig. Die Online-Ausweisfunktion kann dies
künftig übernehmen.

22
Datensicherheit
7
Datensicherheit
Welche Daten werden mit Hilfe des eAT
übertragen?
Durch die Eingabe Ihrer PIN können Sie folgende
Daten freigeben:
Vor- und Familienname, ggf. Doktorgrad
Ausstellender Staat
Alters- und Wohnortverifikation
Geburtstag und Geburtsort
Anschrift
Dokumententyp
Pseudonyme Kennung
Ihr gutes Recht – selbstbestimmte Datenfreigabe
Letztendlich bestimmen immer Sie als eAT-Inhaber,
welche Daten übertragen werden sollen. Die Angabe, ob Ihr
eAT gültig ist wird in jeden Fall übermittelt. Das gilt auch
für das Sperrmerkmal. Es lässt erkennen, ob Ihr eAT gesperrt
ist oder nicht.

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Datensicherheit
Sind meine Daten sicher?
Ja! Ihre persönlichen Daten sind sogar sicherer, als
wenn Sie sich ohne Ihren eAT im Internet bewegen, dort
einkaufen oder in Netzwerken aktiv sind. Seine neuen Funk-
tionen schützen Ihre persönlichen Daten. Die Online-
Ausweisfunktion prüft, ob der Online-Anbieter tatsächlich
derjenige ist, für den er sich ausgibt.
Sind die Daten bei der Übertragung vor Hackern
sicher?
Bei jeder Datenübertragung werden Ihre Daten
verschlüsselt. Alle Informationen und Übertragungen
werden mit international anerkannten und etablierten
Verschlüsselungsverfahren geschützt.
Jeder Anbieter, der für seine Dienstleistung den
eAT nutzen möchte, muss ein entsprechendes staatliches Be-
rechtigungszertifikat bei der Vergabestelle für Berechti-
gungszertifikate (VfB) beantragen. Die Vergabestelle prüft
nach strengen Vorgaben, welche Daten zwingend erfor-
derlich sind, um den Dienst zu erbringen und erteilt nur für
diese Daten eine Berechtigung.

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Was passiert bei Diebstahl oder Verlust?
8
Was passiert bei Diebstahl
oder Verlust?
Wie kann ich die elektronischen Funktionen sperren
lassen, wenn ich meinen eAT verliere oder wenn er
gestohlen wird?
Sie können die Online-Ausweisfunktion telefonisch über
die
Hotline 116 116
sperren lassen. Innerhalb Deutschlands
kann die Sperrhotline aus dem Festnetz sowie aus allen Mobil-
funknetzen kostenfrei genutzt werden. Aus dem Ausland ist
die Sperrhotline mit der deutschen Ländervorwahl
+49 116 116
ge-
bührenpflichtig. Zur zusätzlichen Sicherheit ist der Sperr-Notruf
auch über
+49 (0)30 40 50 40 50
erreichbar. Dort werden Sie nach
Ihrem Namen, Geburtsdatum und dem Sperrkennwort gefragt.
So kann niemand außer Ihnen Ihren eAT sperren lassen. In diesem
Fall ist die für Sie zuständige Ausländerbehörde über den Verlust
des eAT zu informieren. Alternativ können Sie sich auch direkt an
Ihre Ausländerbehörde wenden und den eAT als verloren melden.
Was passiert mit der Unterschriftsfunktion, wenn
ich meinen eAT verliere?
Sie müssen den Verlust sofort bei Ihrem Signaturan-
bieter melden und die Unterschriftsfunktion sperren lassen.
Das erfolgt nicht automatisch, wenn Sie den Verlust Ihres
Dokuments der Ausländerbehörde melden. Sie müs-sen sich
zusätzlich unverzüglich an Ihren Signaturanbieter wenden.

25
Was passiert, wenn ...
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Was passiert, wenn ...
... ich meine PIN falsch eingebe?
Nach der zweiten Falscheingabe fordert die Software
Sie auf, Ihre Zugangsnummer einzugeben. Diese finden
Sie auf der Vorderseite Ihres eAT.
Nach der dritten Falscheingabe wird die Online-Funk-
tion sicherheitshalber gesperrt.
In diesem Fall können Sie mit der Entsperrnummer
(PUK) die Eingabe wieder freischalten. Die PUK kann bis zu
zehn Mal verwendet werden.
... ich meine PIN vergesse?
Die PIN kann in jeder beliebigen Ausländerbehörde
neu gesetzt werden. Dazu müssen Sie Ihren eAT mitbringen.
... ich umziehe?
In diesem Fall müssen Sie die für die Ummeldung
zuständige Behörde (Ausländerbehörde oder Meldebe-
hörde) an Ihrem neuen Wohnsitz aufsuchen. Diese ändert
die Adresse im Chip und auf dem sichtbaren Teil des eAT.
... mein Pass nicht mehr gültig ist?
Beantragen sie rechtzeitig eine Passverlängerung.
Ihr künftiger eAT darf nur solange gültig sein, wie Ihr Pass
gültig ist.
... ich die Online-Ausweisfunktion nachträglich ein-
oder ausschalten lassen möchte?
Sie können die Online-Ausweisfunktion jederzeit
in Ihrer Ausländerbehörde ein- oder ausschalten lassen, so-
lange der eAT gültig ist.
?

26
Wir sind für Sie da!
10
Wir sind für Sie da!
– Ihre Ausländerbehörde –
Aufenthaltstitel werden bei der örtlich zuständigen
Ausländerbehörde beantragt. Nähere Informationen zum
Antragsverfahren sind dort erhältlich.
– Informationen im Internet –
Im Internet finden Sie unter
www.bamf.de/eaufenthaltstitel
noch einmal alle Informa-
tionen zusammengefasst. Hilfestellung sollen auch die
Antworten auf die wichtigsten Fragen geben. Darüber hin-
aus gibt es im Internet Hinweise z. B. zu Signaturdienste-
anbietern oder zum Download der Software „AusweisApp“.

Abkürzungen
eAT
elektronischer Aufenthaltstitel
PIN
Personal Identification Number
PUK
Personal Unblocking Key
QES
Qualifizierte elektronische Signatur
VfB
Vergabestelle für Berechtigungs-
zertifikate

Impressum
Herausgeber und Redation:
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Referat 221
Bundesministerium des Innern, Referat M I 6 und Referat IT 4
Stand:
Februar 2014
Gestaltung:
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge,
Gertraude Wichtrey
Claudia Sundelin
Internet:
www.bamf.de/eAT-Broschuere