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1) SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard des BMAS vom 16.04.2020
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2) Sächsische Corona-Quarantäne-Verordnung in der jeweils gültigen Fassung
23.07.2020
Faktenblatt der Arbeitsschutzbehörde des Freistaates Sachsen
Schutzmaßnahmen vor Ansteckung mit dem Corona-Virus für
Erntehelfer / Saisonarbeiter im Betrieb und in der Unterkunft
Die Corona-Pandemie betrifft auch das Arbeitsleben. Um die Infektionsketten in den
Betrieben zu unterbrechen, hat die Bundesregierung zusätzliche Maßnahmen zum
Infektionsschutz beschlossen. Der
SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard
1)
beschreibt
einheitlich geltende Arbeitsschutzmaßnahmen. Sie sollen die Gesundheit der
Beschäftigten sichern und dazu beitragen, die wirtschaftliche Aktivität wieder-
herzustellen.
Folgende
(Sofort-) Maßnahmen
konkretisieren diese Anforderungen. Die Maßnahmen
sollen Arbeitgebern und Beschäftigten (sowie freiwilligen Erntehelfern) ermöglichen, ihren
Pflichten
nach
ArbSchG
,
ArbStättV
und
SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard
nachzukommen, um gemeinsam das Infektionsrisiko in der Ernte zu verringern:
A) Ankunft im Betrieb / Unterbringung in den Unterkünften
Hinweis: Alle Neuanreisenden müssen in den ersten 14 Tagen strikt getrennt
von den sonstigen Beschäftigten leben und arbeiten! Hier sind die aktuellen
Regelungen des Freistaates Sachsen zur Quarantäne von Ein- und Rück-
reisenden zu beachten.
2)
Für die Unterbringung in den Unterkünften sind möglichst
kleine, feste Teams
festzulegen, die
dann
auch zusammen arbeiten
.
1)
Es ist sicherzustellen, dass die
eingeteilten Teams unverändert erhalten bleiben!
Zur Unterbringung der Beschäftigten sind vom Arbeitgeber
angemessene
Unterkünfte
(Wohncontainer, Wohnwagen) zur Verfügung zu stellen
(
ASR
A4.4
).
Kann der Arbeitgeber die erforderlichen Unterkünfte nicht zur Verfügung stellen, muss
er für eine
andere angemessene Unterbringung sorgen
(
Anh.4.4,
ArbStättV
).
Den eingeteilten Teams
sind nach Möglichkeit
eigene Gemeinschaftseinrich-
tungen (Sanitärräume, Küchen, Gemeinschaftsräume) zur Verfügung zu stellen
,
um zusätzliche Belastungen zu vermeiden, die bei Nutzung von verschiedenen Teams
durch notwendige Reinigung sowie ausreichende Lüftung zwischen den Nutzungen
erforderlich sind.
1)

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1) SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard des BMAS vom 16.04.2020
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2) Sächsische Corona-Quarantäne-Verordnung in der jeweils gültigen Fassung
Grundsätzlich
ist eine
Einzelbelegung von Schlafräumen
vorzusehen.
Eine
Mehrfachbelegung
von Schlafräumen ist grundsätzlich
nur für Partner bzw. enge
Familienangehörige
statthaft.
1)
Es sind
zusätzliche Räume
zur frühzeitigen
Isolierung infizierter Personen
vorzu-
zusehen.
1)
B) Ausstattung der Unterkünfte
Hinweis: Alle Neuanreisenden müssen in den ersten 14 Tagen strikt getrennt
von den anderen Beschäftigten leben und arbeiten!
2)
Es ist sicher zu stellen, dass die Sicherheitsabstände in den Unterkünften
gewährleistet sind!
Im Normalfall müssen mind. 8 m
2
Nutzfläche je Bewohner
vorhanden sein. Wegen des Infektionsrisikos ist die Ausstattung der Wohnbereiche
(Aufenthaltsraum/-bereich) so vorzunehmen, dass ein
Sicherheitsabstand von
mind. 1,5 m zwischen den einzelnen Sitzgelegenheiten
der Beschäftigten/
Bewohner garantiert ist. Anderenfalls sind größere Räume erforderlich.
Es ist sicher zu stellen, dass keine Kontakte zwischen verschiedenen Teams
untereinander stattfinden!
Müssen Bereiche in den Unterkünften
im begründeten
Einzelfall
dennoch
von
verschiedenen
Teams
genutzt
werden,
z.
B.
Aufenthaltsbereiche, Sanitärräume und Küchen, sind durch organisatorische
Maßnahmen Kontakte zwischen den einzelnen Teams zu vermeiden. Geeignet sind
z.B. unterschiedliche Nutzungszeiten, die für die einzelnen Teams im Voraus
festgelegt werden. Zusätzlich sind zwischen den jeweiligen Nutzungen zeitliche
Unterbrechungen vorzusehen, um Kontaktmöglichkeiten der einzelnen Teams
konsequent auszuschließen. Außerdem müssen die Räume zwischen den Nutzungen
ausreichend gelüftet und gereinigt werden. Mehrmals täglich sind insbesondere
Türgriffe, Wasserhähne und Toiletten zu reinigen. Desinfektionsmittel sind
ausreichend bereitzustellen (mind. 1 Spender je Zimmer, Bad, Toilette, Küche).
Unterkunftsräume sind regelmäßig und häufig zu lüften und zu reinigen!
Für
Küchen in der Unterkunft sind
Geschirrspüler
vorzusehen, da die Desinfektion des
Geschirrs Temperaturen über 60°C erfordert. Ebenso sind
Waschmaschinen
zur
Verfügung zu stellen oder ist ein regelmäßiger Wäschedienst zu organisieren.
1)
C) Organisation der Arbeit
Hinweis: Alle Neuanreisenden sind in den ersten 14 Tagen strikt getrennt von
den sonstigen Beschäftigten zum Arbeitsort zu fahren und haben strikt getrennt
zu arbeiten!
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2) Sächsische Corona-Quarantäne-Verordnung in der jeweils gültigen Fassung
Es ist sicherzustellen,
dass die
Fahrt zwischen Unterkunft und Arbeitsort
o
nur in den jeweiligen festgelegten kleinen Teams oder
o
nur mit halber Auslastung, zwecks Einhaltung des Schutzabstandes von mind.
1,5 m oder
o
nur mit Mund-Nasen-Bedeckung erfolgt.
Weiterhin ist eine
zusätzliche Ausstattung der Firmenfahrzeuge
mit
Utensilien zur
Handhygiene und Desinfektion sowie mit Papiertüchern und Müllbeuteln
vorzusehen. Die Innenräume der Firmenfahrzeuge sind regelmäßig zu reinigen,
insbesondere bei Nutzung durch mehrere Personen.
1)
Es ist sicher zu stellen, dass die Beschäftigten während der Arbeit unterein-
ander möglichst nicht in Kontakt kommen.
Während aller Tätigkeiten sollen, soweit
realisierbar,
Schutzabstände von mind. 1,5 m eingehalten
werden. Unbedingt sind
diese Abstände zwischen den festgelegten kleinen Teams (z.B. 2 bis 3 Personen) zu
garantieren.
1)
Umsetzbar wird das z.B. durch möglichst weit auseinanderliegende
Arbeitsbereiche, durch zeitlich versetzte Nutzung gemeinsam zu nutzender
Einrichtungen oder durch unterschiedliche Zeiten von Arbeitsbeginn und -ende). Wo
der Schutzabstand arbeitsbezogen oder organisatorisch nicht durchführbar ist,
müssen alternative Schutzmaßnahmen getroffen werden. Somit sind möglichst
transparente Abtrennungen zwischen den Arbeitsplätzen zu installieren (z.B.
Schutzscheiben/-folien zwischen nebeneinander arbeitenden Beschäftigten und
zwischen gegenüber arbeitenden Beschäftigten an Sortiermaschinen). Eine
alternative Maßnahme ist auch das Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen.
1)
Es ist sicher zu stellen, dass den Beschäftigten ordnungsgemäße Sanitär-räume
zur Verfügung gestellt werden
(siehe
ASR
A4.1
)
.
Diese müssen über eine
ausreichende Anzahl an Handwaschgelegenheiten
mit fließendem Wasser, Seife
und
Einmalhandtüchern
verfügen.
Die
Bereitstellung
von
mobilen,
anschlussfreien Toilettenkabinen ohne Handwaschgelegenheit entspricht
bei
der derzeitigen Infektionslage
nicht dem Stand
der
hygienischen Erfordernisse.
Anschlussfreie Toiletten ohne Waschgelegenheit dürfen nur zum Einsatz kommen,
wenn unmittelbar daneben eine Handwaschgelegenheit mit ausreichend
fließendem Wasser, Seife und Einmalhandtüchern vorhanden ist.
Das Wasser
kann
auch
in
größeren
Behältern
bereitgestellt
werden,
die
mit
einer
Entnahmeeinrichtung (Wasserhahn) versehen sind. Die Größe der Wasserbehälter
muss so bemessen sein, dass ausreichend fließendes Wasser zum
richtigen
Händewaschen
zur Verfügung steht. Richtiges Händewaschen heißt: mind. 20–30
Sekunden lang (Forderungen der Gesundheitsämter).

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2) Sächsische Corona-Quarantäne-Verordnung in der jeweils gültigen Fassung
Es ist sicherzustellen, dass bei einer gemeinsamen Nutzung von Pausenräumen
oder -
bereichen
durch Beschäftigte verschiedener Teams ein
Kontakt der einzelnen
festgelegten Teams untereinander ausgeschlossen
wird. Geeignet sind
organisatorische Maßnahmen wie z.B. im Voraus festgelegte unterschiedliche
Nutzungszeiten für die einzelnen Teams. Zusätzlich sind zwischen den jeweiligen
Nutzungen
zeitliche
Unterbrechungen
vorzusehen,
um
konsequent
Kontaktmöglichkeiten der einzelnen Teams auszuschließen. Zudem müssen die
Pausenräume so groß gewählt sein, dass der Sicherheitsabstand von mind. 1,5 m
zwischen den Beschäftigten eingehalten wird. Die
Pausenräume
bzw. -bereiche sind
zwischen den einzelnen Nutzungen ausreichend zu lüften und zu reinigen.
Es ist sicher zu stellen, dass die
Persönliche Schutzausrüstung und
Arbeitskleidung
nur
personenbezogen benutzt
und getrennt von der Tageskleidung
aufbewahrt wird. Die Arbeitsbekleidung ist regelmäßig zu reinigen.
Es ist sicher zu stellen,
dass alle
Beschäftigten, die auf dem Feld/ bei der Ernte
im Einsatz sind, die notwendigen Informationen über die einzuhaltenden
Schutzmaßnahmen
erhalten,
verstanden
und
dokumentiert
haben.
Schutzmaßnahmen sind zu erklären, auf die Einhaltung der persönlichen und
organisatorischen Hygieneregeln (Abstandsgebot, „Hust- und Niesetikette“,
Handhygiene, PSA) ist hinzuweisen. Für Unterweisungen sind auch die Informationen
der
Bundeszentrale
für
gesundheitliche
Aufklärung
(BZgA)
hilfreich.
Bitte bedenken Sie, dass Sie als Arbeitgeber für die Sicherheit und die Gesundheit
der Saisonarbeitskräfte/ Erntehelfer verantwortlich sind!
Zudem kommen Sie mit den beschriebenen Maßnahmen zugleich der gesellschaftlichen
Verantwortung zur Unterbrechung der Infektionsketten, die Jede und Jeder trägt, nach
.
Haben Sie Fragen? Bitte wenden Sie sich an:
Landesdirektion Sachsen, Abteilung 5 Arbeitsschutz
Die regionalen Kontaktdaten der
Landesdirektion Sachsen, Abteilung Arbeitsschutz
finden Sie auf der Internetseite der
Arbeitsschutzverwaltung
des
Freistaates
Sachsen
Ausländische Saisonarbeitskräfte erhalten Unterstützung bei der
Beratungsstelle
für
ausländische
Beschäftigte
(BABS
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Dieses Faktenblatt entspricht dem aktuellen Stand. Aufgrund der dynamischen Situation
werden Auflagen angepasst. Die aktuellen Informationen sind auf dem zentralen
Informationsportal
der
sächsischen
Staatsregierung
zusammengestellt.